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||
L. Y 46

ÖSTERREICHISCHE
NATIONALBIBLIOTHEK

255.181 -A

FID .

7189
.

7139
4189
02-163
WO
korig

Leben
egierung
uns
ar
areab
Der

Königen iu Dáñemai
Leben / Regierung
und

Abſterben !
von dem

Erſten König Dan


an /
Biß auf
den jest - regierenden

Sonig Chriſtian

den Fünfften /

' Aus den bewåþrteſten Då


niſchen Geſchicht - Schreiber
hervorgeſuchet und zuſammen
getragen i
auch
mit ihren warhafften Bildnüſſer
ans Licht gegeben .

Nürnbergi
In Verlegung Johann Hufinanns
Buch- und Kunſt, Håndlers.
Neuſtadt an der Ayſch , druckts Johan
Chriftoph Drechsler/ 21. 1685 ,

255.181 - A ID
FID.C

F1

de
f
I.
DAN.
g
Erat in die Segierun im Jahr
295 0
deDzelt. . Htarb natür :
liches Todes vorgh : Seb.994.
( 1):
Thanh
‫ن‬pom ‫دووم‬
‫ید‬im boboibos ocenen
www evenees

1. Dan

As Preiß: fvůrdige
und heut zu Tage in
trefflichen Flor fte
hende Königreichy
Dånnemarck Gat
zum Urheber und ers
ften Regenten den Dan gehabt / von
dern es anch den Namen überkoms
men. Dieſer Dan aber / ware des
Gothiſuhs und Schwediſchen Fürſten
Buinels Sohni fu von dem Teutſchen
Geblåt der Ingevoner berſtammete :
und wurden dazumals folcbe Völcker
Die Ingevoner genennet. Die Eau
che truge fich aber alſo zu : Als
beſagte Ingevuner eine lange Zeit uns
ter den Schwediſchen Land- Végten
gelebet/ wurden ſie endlich fuldher Res.
gierung überdriſſig, und unterſtunden
ſich / foldhe mit Krieg zu überziehen ,um
V입 fich
Der Könige in Dånneniard

ſich alſu hier urdy zu einem freyen


Vold zu machen .
Dis merckten aber die Sachſen gaz
bald /waren dannenhero auch im Hars
niſch , und fielen den Jngevunern ins
Land , da ſie eben am hefftigſten mit
den Schweden im Kriege begriffen
waren
Dieſer doppelten Gewalt nun zu
widerſtehen ware den guten Ingevus
nern unmöglich , trochen derohalben
zum Creuß, ſtellten ſich bey Fürít Hus
meln demůthigſt ein /baten ihres Vers
brechens halber wehemütigſt um Vers
zeihung / und rourden alſo wieder zu
Gnaden auf- und angenommen, auch
wider die Sachſen beſtsmöglichſt bes
fchüßet und vertheidiget.
Es hatte aber Fürſt Humet zween
Sihnel Dan und Angeln / die er mit
ſeiner Gemahlin Gefilde i einer vors
nehmen Schwedini sezeuget hatte, die
fandte er den beſagten Ingevonern zu
Hülffe, und zu thren zukünfftigen Res
genten .
glein gleichwie Brüder ſich insges
mein
( ebeu / Regierung und Abfterbent.
mein nicht wol beyſammen vertragen
tónnen/ fu gieng es hier auch hery der
Widerwillen nahme ' zw . ſeben Dan
und Angeln nach und nadly dermaſſen
zu / daß endlich Angel mit den Seinen
ſich von ſeinein Bruder weg begabe i
und das Regiment in Britannien oder
Engelland überkommen .
Dan aber irard in kurzer Zeit Herr
über Seeland/Mäen , kaland und die
herumbliegende gruffle Sinfului fu das
mals unter einem Namen Vithesles
genennet ivurden .
Sjernach ward er von den Futen
* zum Schußherrn wieder der Sachfen
und Frieſen Einfall erkohren / und als
er ſelbige überwunden und Friesland
eingenommen / gar zum Regenten über
Đas ganbc land errpå tett welches hers
nach Damarck nach ſeinem Nainen
genennet troren .
Solches geſchahe ohngefehr um das
Gahr Der Welt 2910. Da eben dazia
mais König David in Ifrael den
Reichs - Scepter führte. Er bauete
Das Königliche Schloß Leire oder Les
21 2 Dre
Der Könige in Dannemard

dre in Seeland/welches heut zu Tage


nidyt weit von Rotſchild; ein ſchlechtes
Dorff iſt i allda gleichwul noch alte
Sachen zu ſehen ſind. llnd meldet
Stephanus Johannis Stephanius in
notis ad 1. 2. Saxonis p : 74. daß hers
nach die Frönige in Dannemarck in
den alleråltiſten Monumenten allezeit
Könige und Herrn zu Ledre genennet
worden ,
Wie nun Dan eine geraume Zeit /
nehmlich in die vierkig Fahrer ſeinem
Volk mit trefflichen Ruhin und Ehren
vorgeſtanden; gieng er den Weg alles
Fleiſches vor Chriſti Geburt 994.

n. Humblus

Ween Söhne verlieſle König


Dan nach ficy/nehmlich Humble
und Luthern ; davon jenev, als der ditis
ſter gleich nach Abſterben ſeines Vas
ters/ die Regierung cntrate .
Er war ein recht fanfftmüthiger und
mehr dein Fried als Kriegs ergebner
Herr, und dannenhero von jederman ,
auſe
Pit

Cages
tes
alte
10ct
- in
er's
in
geit
net

em
ten
les

ig
ole
tis
US HUMBLUS .

10 rafindieBegiering im Jahrvordh
Seb :994.ward von ſeinem Brüdes
u perjaget.ſtarb vordhr:Seb.983.
9
W
Leben ? Regierung und Abfter bmi.
auſſer ſeinem Bruder Luthern /hóchlich
geliebet. Dann beſagter Lother rich
tete eine Meuterey über die andere wi
der ihn an / verſtårckte ſich auch nach
und nach dermaſſen / daß Er ihn gat
aus dem Reich jagter kurs hernach ge
fangen nahme und ihm zweyerley vur
ſchlug / entweder zu ſterben , oder ,ohne
einige Widerreder ihme die Kegirung

abzutreten .
Wie nun die Menſchen insgeſamt,
ihr Leben zu erhalten , alles willig und
gerne in die Schanze ſchlagen i alfis
machte es der frommeKönig Humble
auchr er achtete für beſſer , in einem ges
ringen Hirten -Haufe ſeine úbrige les
bens - Tageſ mit Fried und Ruhr zuzu
bringenrals in einem Königlichen Pal
faſti in continuirlicher Furcht/Gefahr
und Unruhe zu ſchweben . Wie er
dann auch nach ' I1 . jähriger Regies
rimg / im Jahr vor CHrifti Geburt
ein Privatus i feinen
983. als
Geiſt aufgab .

Lor
a 3
Der Einige in Dannemard

111. Lotherus .

0 Se Lother auf folche Weiſe Feie


nem Bruder Humble den ceps
ter aus den Händen geriſſen / und ſich
ſelbſt auf den Dáhniſchen Thron ges
Schwungen hatte,machte ers nad ) aller
yrannen Weiſe und Steffe / wegali
geringerllrfachen, bald hierį bald dort
einem und andern ſeiner linterthanen
das Lebens - Licht ausblaſen ; ia ſu gar
die fürnehinſten von Aldel wurden auf
das grauſamſte von ihme is ingerichtet ,
bis eno tichmachdem er 17. Jahr fulde
Teine unmenſchliche Tyranney ausgeus
bet latter fich die Zapfferſten im Reich
jufainm verbunden i diß Lingeheuer
aus dem Wege zu raumen , wie ſie
dann folch ihr Vornehmen werckſtel
lig machten und ihn erfhlugen
our Chriſti Geburt Anno
983 .

9 :8 : 9

17 ,
Feis

Fich
306
let

ort
nellt
gar
auf
Eet
ide

Ceich

· ſie
stele

LOTHERU
S.

Prat in die Regierung voChrifti


rg
Sebürt A : 983. ward von denſei

frigen erſchlagendor Chr:Geb.g6


17 ,
09

SKIOLDUS .

rat indieRegierung vor Shrifti


Sebürt A : 966. und ſtarb

Shriſti Gebürt.886.
Seben / Regierung und Abfierbcn . 7

IV . Skiold .

Hiſtoriſchen Wald und Ulm in


- Zirck
des Balthifchen Meers p. m. 61. bes
richtet , Boghé Humels Sohn / 5 .
gáhr regieret haben , und darauf feyn
Vertrieben worden . Allein die meis
ſten Dåhniſchen Geſchicht- Schreiber
melden gar nichts von ihme / ſondern
feßen auf Lothern gleich feinen Sohn
Ckiold.
Dieſer nun ware von ſeines Vatern
Laftern bey Zeiten löblich und weißlich
abgetreten und ſeiner Vorfahren
Ruhm vortrefflich nachgeahnt. Er
war ein beherster/ (reudiger und heroi
fcher Herr , der in ſe ner Jugend ſeine
Mannheit und Starcke auch gegen
wilde Thiere ſehen lieſſerund durcheis
nin Wunder- ivůrdigen Zufall zu ver.
ſtehen gab, was mit der Zeit vor ein
tapffrer Held aus ihmewerden würde.
Dann als er einsmals fidy auf der
Sagt befande/ſtieß ihm vingefehr ein
#14 Bår
Der Könige in pimemard

Bárauf, über den machte er ſich alſos


bald mit unverzagten Gemüht heribes
awang ihn , band ihn mit ſeinem Gjúrs
tel/ und überantwortete ihn alſo ſeinen
Leuten / fo mit ihme ſich auf die Sagt
verfügethatten .
Als er das funffzehende Jahr erreis
chet/ hatte er eine ungewöhnlich große
ſe Leibes -Statur überkommen i als
wann er fein recht mannlich Alter erles
bet hátter und gant völlig ausgewachs
fen geweſen wäre .
Dazumals ware Avilda/ wegen iha
rer preiflichen Sdinheit / febr bes
rühmt i diefe begehrte Skiold und der
Teutſche König Skato mit gleicher
Begierde zur Eher alſo daß ein jeder
unter ihnen diefes Kerns Bibleix allein
beſiken und genieſſen wolte 7 Daunens
hero fich fich beyde ouf Ten Kampffs
Plag verfügten ,und um ſie tapffermús
thig lange ſtritten ,bif Cliold das Feld .
erhielter ſeinen Widerpart ums Leben
brachte/die Teutſchen ihmeunterwirf 1
fig machtet und alſo die ſo ſehnlich er :
wünſchte Avilda zur Beute davon
führe
Leber/ Regierung anoXofferben.
Rose fúlrter die ihme herñady einen Soh
Gram beramſetr gebahrer der nach
me auf den Dåhniſchen Stult faſi
Seine Regierung betreffend w
agt felbige dermaſſen wohl und weiß
angeſtellet/ daßman ,wegeir feiner
genden und Tapfferkeit 4 viet D
COFF niſche Kønige Skiorðunger / u
als feine Chaten Skivſdunger Sad
tles genennet
Achs Seine Gefeße/die er dem Volck v
ſchrieber waren alle beitſamt / und zu
ih Aufnehmen des Dálniſchen Reic
bet eingerichtet / nach welchen :er auch
Derud ſeine eigene Perfon ſeinganzes Lebe
ther regulirte undanſtellte
CDCE Seine Diener und Soldaten be
Nein tert unter ihm gut machen , dann
nents tieß ihnten im Krieg alie Beuterun
apffs - pflegte daber zu ſagen : Dem Kon
mus gehöre das Land und die Ehrer d
Feld Soldafen aber die Beute, Dam
eben • brachte er bey ihnen fu vielzu tvegelde
irfs fie vor ihn und das Reich Leib in
hers Leben .Gut und Blue wilig anfop
7900 ferten .
AS ୬୮
ihes
Lo Der Könige in Dannemare

Als er nun 80. Gahr in höchſtein


Glück und Wolſtand regieret / auch
Skieldenes in Seeland bedienet hats
ter Marb er vor CHriſti Geburt Ans
nu 868 .
T'

v . Bram .

Was dieDáhnen an dem Ruhm .


wirdigen König Skiuld in reis
nein Abteiben verlohren hutten , das
empfiengen ſie wieder reichl.ch an reis
nem Suhn Grum . Dann derſelbe
folgte ihme in allen Tugenden hóchſte
löblich nady dabi wer ihn anſahe und
feine Regierungs = Art_betrachtete i
nicht aneers bedenden konnte, es wäre
Sholo felbft wieder lebendig worden .
Seine Fugend ware mit herrlichen
Leibes - und Gemüths- Gaben ausges
zieret ; mit nichts anders als Königlis
then libungen verbrachte er die Zeit I
um dadurch ſeineKräfften von Tag zu
Cage zu verſtárcken .
Bey den Fechtmeiſtern liefje er fish
fleijlig unterweiſen / lernete alſo durd )
lange
Po,

ats
10000
ns

my
Teku
pas
fer
elbe
ost
und
te 1
åre
ben.
hen
ge
glis
GRAMUS .
eit /

9 Frat indie Segierung wrChr.


Geb :886. ward in Norwegex ,
figh
fchlager vor Chr: Seb : $85.
urch
ange
II
Leter ( Megterungund Abfterben .
lange Cervonheit/ wie er den Feind
treffen / und ſich felbft auf das beſte bes
fdüben muchte.
Er nahmefeines Hofineifters Runa
rii Tudter zur Ehe die ex aber fets
nein Oberſten Beſo nicht lang here
nach/ wegen ſeiner löblichen Elatert,
übergeben. Vor fich aber mart - er
umb Königs Sichtrugs in Schweden
Tochter ,die ſchöne Gra/ welche duchy
felbiger Kinig nicht ihmei fondern ei
nem Rieſen / gében wolte. Wörüber
Fiely KönigGram dermaffen entrüſteter
daß er auf alle Mittel und Wege bés
dacht ware/das Königliche Fräulein zu
überforhnien . 6 lito
Er begabe' fich dannenbero verkleis
Det ankönig Cichtrügs Hufe, machte
ſich mit der ſchinen Gra bekannt, of
fenbarte theywil er Gegen -Liebe ſpúra
ter wer er wäre, und führte fie affoimit
ikrem guten Willeni mit fick heimlich
hinwegiis
Sobald König Steptrug diß era
fahren , ließ er allenthalben zuin macho
tigen Kriegs-Zug rúſten , und madyte
A6
fich
Der Kuige iu ? Annemark
fich in eigner Perſon dufiden Dähnen
ſeine Tochter wieder zu entreifen .
KønigGram fchlief indeſſen mit den
Seinigen auch nicht, ſondern brachte
in kurter Zeit ein gewaltiges Heer 24 €
ſammen , ivormit er feinem Widerſas
djer kräfftigen Widerſtand zu thun fich
getrauete. Und weil ihme ware
hinterbracht worden / daß König
Sichtung durch kein Eiſen könnte bes
ſchadiget werden ,alo, liejſe er ihın eine
güldne Kolben machen , wuemit er vor
ſeinem Feind erſchiener und ihn , nachy
kräfftigem Widerſtand /dem Tod aufs
opfferte.
Weit auch der damalige Herr über
Gothland den Krieg fortſenter zog er
auch ſelbigem entgegenz und erſchlug
Ihn nebenſt ſeinen 16. Brüdern ,macha
te alſo die Schweden den Dähnen das
erſtemal unterwürffig.
Nach dieſem wendete erſeineWaf
Fen wider Simblum der Funnen ko
nig, und machte felbigem viel zu ſebafs
fen , båtte ihn auch ohne Zweiffel ibine
gleid falls unterwurffig gemachati rob
PE .
Leben /Megierung und Abftergen .

ar nicht ſeine Tochter Sygnes ohnges


fehr erſehen und gegen ſiewäre in Lieb
entzündet wor en . Dannenbero er :
aus einem grimmigen Feindiein fried
fertiger Gerber wurden und unter dem
Vorwand , ſeineGemahlin von ſich zu
thun , das Ja -Wort erlangte.
Mittlerweile aber als Kunig Gram
hiermit beſchafftiget waren fiele Svibe
dager , der König in Norwegen ihm
ins Reicht verheerte alles mit Feuer
und Schwerdt und ſchwächte ilme fete
DeGchweſter und Tochter mit Gewaiti
führte ſie hernach mit ſich hinweg.
Dem K.Gram that diejë zugefügte
Unbillichkeit ſehrwehermachte dannen ,
hero moglichte Anftalteſich zu racheri.
Als er nun damit umgiengen ereignete
ficy, ein neuer Unfall, dann Simlus /
der Fünnen König , ånderte fein Vers
ſprechen , und gabe feine Tochter Syge
L mes Henrichen . Der Sachſen Könige ,
į
dannweiler fid aufdeſſelben Tapffers
keit verlieffe verhoffte err den Dåbnen
teichtlich zu widerſtehen .
Von dieſem allem batte Finis
17 Gram
14 Der RGuige in Dånnemard !
Grain fehr gute Nachricht / Berlieſſe
Dannenberu. fein Heer , das er wider
Svibdagern geführet hatter oge ſtills
fchweigend in Finnland und fame eben
recht zux angefangenen Hochzeit , weil
er aber gar ein fetylechtes Kleid anhats
te/ wurde er unter die Gäſte faft zuleßt
gefekt. Und als man ihn fragtet wer
er wäre ? gab er ſich vor einen Arkt
aus und erzehlte viel wunderlicheHans
del / die ihme Zeit ſeines Lebens zu
xanden gekominen wären .
Leßlich als jederman ſich ziemlich bes
zechet hatte/und in groffen Freuden lebs
ter verfügte er fich zur Brauté fcbalt ſie
wegen ihrer begdasenen Leichtfertige
keit/ cigte feinemännliche Thaten ani
und offenbarte zugleich die Hefftigkeit
reines Zorns . Sprang hierauf vom
Diſchi und erſchlug der Bräutigató
Künig Heinrich mitten im Wollebear
brachte auch den grúften Theilder Ans
weſende Gäfte uins Leben nalmedie
Braut mit Gewalt , trug fie in fein
Schiff / und kame mit foldher Beute
wieder beyden Seinigen im Lågeran .
SILE
Serlieffe
wider
ge ſtills
he eben
; feil
anbat
zulet
Fet Ivek

Hans

ich be
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Fertigo
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igkeit
bom
igant
everi SUIBDAGE
RUS .
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sº be rat in dieRegierung vorchr :
lisss: Wa
fein Selet ass. rd erſchlagen word
Beute " Chriſt; Gebürt. Å ; 875 .

JIVE
.
|
Leben / Regierungund Abfterben .
Inzwiſchen ware unter den Sacy
fen bald rnchtbar worden wasmaſſen
ihr König von ihme wäre erwürget
worden dannenhero fidy felbige alfos
bald in groſſer Menge zu den Norwes
gern verfügten , den König Grem mit
geſambter Hand anfielen / und ſo lang
Ihm hefftig zufeßten / biß eri Siegreich
fechytend 7 von Svibdagern erſchlagen
wurde /vor Chriſti Geburt 855. nact .
dem er 31. Fabr regieret hatte.

vi. Suitdager .
Ferdurch erlangte der Norwegis
Tihe König Suitdager die beyde
Cronen .Dånnemarof und Schweden,
und nahme die von iime geſchwächte
Tochter Grams zur Ehe. lind damit
er alles gut machen möchte, fekte er ſeis
nen Schwager Guthorm ins König
reich Dånnemarck der ſelbſt aber bliebe
Kønig in Edreden .
Wie aber gemeiniglich ein Ding
wieder dahin gehet /wie es úberkommen
worden alſo gieng es hier auch . Dann
Rua
16 Der Körurge in Dannemare

König Grams anderer Sohn Hading


hiette
ſich eine Zeitlang in Drientcury
verrichtete dafelbft viet tapffere Chat
ten / und kame endlich mit groſſer
Macht wieder zurücke/umb ſeines Vas
ters Tod zit rächen .
Als uun Kónig Svibdager hiervon
Wind bekame/rúſtete er ſich zwar auch
in aller Eile ſu gut er konnter znm Wis
derſtandi allein mit ſchlechtem Glück
dann er ward bey Gothfand von Sas
Ding überfallen und nebenft einer groſo
fen Menge der Ceinigeni eeſcht gen /
vor Chriſti Geburt 815. als er' 40 .
Jahrregieret hatte.

3 VII. Guthorm .

Ai rrach Sónig Grams Šod haça


te wie cübereit gemeldet worden /
Kinig Subdager deſſen Sohn Gug
King Dannemark
gefekt/ doch mit dieſer ausdrúcklichen
Bedingungr daß er ifme jährlich einen
gruſſenTribur reichen ſolte.
Dib káme dem König und der
Dál
Then
groffer

ierbon
ar aud
nW
But I

t groß
Igen !
er 401

ud har
orden /

1 GOTHOR MUS.

eru rat indieDegierung vor ih


Seb : A : 822 und war von Suib:
einen )
Dagern erſchlagenvórch : 8: 893
.
Senil
Dály
2.07 .‫به‬.

HADIN GUS .

Trat indie Regieiüngvor Ihr


Seb : 8ję. brachte sich ſelbſt
ümbs Leben ,vor Chr. Seb: zby.
Keben / Regierung und Abferken . 17

Dåhniſchen Volck endi. etwas ſchwer


Dori ividerfekten ſich dannenhero ful
chem Begehren auf das euſerfter lief
fenes auch gar zu den Waffen kom
men / da dann König Suibdager im
Streit die Oberhand behielte 7 die
Dåhnen wieder bezivange i und Gur
thormen umbrad )tei por CHriftiSes
burt Anno 813. nachdein er 14. Jahr
regieret hatte.

VIII. Hading.

MBIe Suibdager den König Granu


im Streit erſchlagen batte/ bega
be ſich des gedachten Grams jủngſter
Sohn Hading auf die Flucht/ hångte
in ſeiner blühenden Jugend feinem
Glücke freudig nach lieſſe alle Wollü
ſte fahren und
, ergabe ſich der Eugend
und Tapfferkeit.
Er hiette ſich aber in kurker Zeit in
Drient dermaſſen heroiſch / daß daſelbſt
jedermian von ihm zu ſagen trüſter UHD
ihn prachtig heraus friche. Conders
lichmachte er einen Bund mit dem da
18 Der Könige in Dannemard

jumals berühmten Seehelden Lifers 1


einander treue Hülff und Beyſtand
zu leiſten , dannenhero beyde ihre Fuß
fulen (wie dazumal gebräuchlicy ware )
verwundeten /einander mit ihrem Blut
beſprengten / und alſo ihre Freunds
ſchafft/ durch Gemeinſchafft beyderler
Bluts , beſtåttigten .
Seine erſte Kriegs- Zapfferkeit ers
fuhre Handuanus /der König in Helles
fpontı bey der Stadt Duna, daſelbit
brachte er mit fonderbarer Liſt zu mes
gen was er mit Gewalt nicht verrichten
tonnte. Er lieſſe durch einen verſchlos
genen Vogelſteller, eine groſſe Menge
Schwalben , die unter den Dächern in
beſagter Stadt zu niftein pflegteni zuis
faminen fangen i denen bande er hers
nach angezündete Schwamme anſund
fieffe ſie alſowieder frey davon fliegen .
Wie ſie nun fich wieder nach ihrer
alten Neſtern begaben / entzündeten
firh fulche gar bebend., und ermecfetén
alfo in der Stadt einen erſdyrócklichen
Brand . Mittlerweil aber die Burs
ger mit Lefchung des Feuers beſchafftis
get
nnemard Seter . Reglörung und Abfterben . In
eehelden Liferay get waren / ftürmete Hading mit den
und Beyſtand Seinigen an allenDrten , und eroberte
beyde ihre Fully alfo dieStadt/ bekam auchden König
räuchlich)ware) felbſt gefangen / den er doch hernach).
mit ihrem Blu naciy erlegter Ranzion /wieder auffreys
lo ihre Freunden Fuß geſtellet.
Cchafft beyderler Hierauf gieng er refolut widerSuib :
dagern / erlegte ſelbigen / rácte alſo ſeis
3- Tapfferkeitenes Vaters und Britèers Tod und
König in Helle erlangte feln Königreich wieder.
D u n a, da ſe lb e Indem aber Afinundides Suibda
barer Lift zu ma gers Subnywider ilin angezogen kas
# nicht verrichten met hette er ihn gleichfaus wie auch
zh einen verſchlos feinen Sohn Heinrich / mit gruſier
t
ne große Menge Capfferkei erleget /wiewol er von Alfe
den Dächern mund heftig inden Fuß verwundet
Eeln pflegten worden, daß er ſein Lebenlang hincken
en bande er her muſte.
wamme anjun 1. Als er dieſes vollbracht/-309 er mit
y davon flieger - fe inem Heer wider Ulffo /des Afmunds
Dieder nach ihrer andern Sohn / jer och mit ſchlechtem
en / entzündeten Glück /dann ſolcher Krieg währte láns
und erwecketet ger als er vermeinte , und fielen feine
iche Soldaten , aus Mangel der Lebens
n erfchróchl n
aber die Bur Rittel ,wie die tayben Mücke dahini

Feuers beſchaffty das


ger
20 . Der Könige hi Dannemara

daß er endlich ſich mit der Flucht falvis


ren muſte.
Das Glúc triebe ilin aber in Nors
: wegen /dafelbft König Haquins Cocha
ter Reguilda eben einem Rieſen ſols
te vermållet werden . Weil nun ſels
bige feinen Augen trefflich gefieler und
er aus den Gebärden der Reguilder
zur Genů je verſpürte /daß ſie dem Ries
Fen von Herken gebáſig ware / als
machte er ſich an denſelbigen, erſchlug
ihn / und nahme ſie zur Gemahlin.
Hierauf verſtárckte er ſich wieder
ziemlichrkam in fein Reichy griffe uffos i
nem init heroiſcher Tapfferkeit an , und
erſchlug ihn .
Damit er aber die Gemüther der ús
berwundenen Völcker ihme defto ges
neigter inacben in chtermachte er Huns
ding/ des Ulfons Bruderr zum Konig
in Schweden / und ware vergnüget
daß ſelbiger ihme áhrlich einen ziemlis
chen Tribut zu erlegen angelobte.
Inzwiſchen als er hand- greifflich
meroter wie ſeine Odakkammer ſehr
erfahjúpffet und beſtohlen wurden, lieſſe
nemard Leben /Regierung und Abfterbeli

Flucht falbis er ſeinen Rentmeiſter an den Galgen


hencken , und dabey dieſes Verſprechen
aber in Nors ergeben, wo jemand das abgetragene
aquins Toch Gut wieder freiwillig würde herſchafs
n'Rieſen fols fon / ſollte er des erhenckten Rentmei
Weil nun fel ſters Stelle davor zum Trinckgeld bes
ch gefeler und kommen .
er Reguilder Durch dieſe Verheiſſung ſtelten viel
ß ſie dem Nie Schuldige dem König das abgetrages
g måre/als ne Geld wieder zu /welche er zivar Ans
igen , erſchlug fangs mit hohen Eiren und Wulthas
Semahlin. ten begabte , hernach aber/ nach Fins
r ſich wieder balt der Dåbniſchen Gefchel zur ges

1 griffe Ultin bührenden Striffe


e eit auge . Viegierte e
erkeit an / und aud die übrig Z in guter Zufri
bter Unterthas
Denheit / und befahlrſeinen
er er dwe g
Enúth d i nen /an ſtatt derS /die Pflu
me detto ges Scharen zu ergreiffen / und des Afere
arten
achte er Hun baues fleiſſig abzuw ..
7 zum Koneitg Als er ſich nun einsmals
o fchr erhis
üg nher
vergn ! ßet und danne fich ins kalte
einen ziemlis Waſſer begeben hatte, da kam ein uns
e geheures Thier auf ihn zugeſprungen ,
gelobt . n
nd- greifflic welches er mit vielfältigen Streiche
Farmer ſehr t k
ermüde , erleget/ und ſeinein Volc ges
vurden , liet zeiget / daß ſich darüber hósklich vera
wuns
Der Könige in Dånnemard

wundert / dieſe That trefflich ges


prieſen / auch in funderbaren Verfen
verfaſſet, ihren Nachkommen hinter
laſſen.
Wunders -würdig iſt, was von ſeis
nem Tode geleſen wirði und wol der
Mühe iperth i ausführlich hier er ,
zehlet zu werden : Es liebte Kunding
der König in Schweden / unfern König
Hading mehr als Brüderlich . Als
nun ſelbiger durch eine falſche Zetung
verſtanden hatte i als wäre Hading
Durch feines Eydams Lift und Betrug
ums Leben lommen , hatte er ihme vor
genommen ! dieſem ſeinen lichſten
Freund die Leich - Begångniß /nach das
jumals üblichem Gebrauch/ zu halten .
Er lieſſe aber alle die Vorneimſten fei
nies Reichs zufimm fordern / und ein
ſehr groſics Weinfaß mitten in den fius
niglichen Pallaſt feßen ; wc ſie nun ers
ſchienen i wolte er ſelbſt das Ampt ei
nes Kellners verwalten / und jederman
ſichy bedient erweifen , allein er ſtolperte
ohngefehr 1 fiel alſo iy das Weinfaß !
und
23 .

Flich ge
Verfen
hinter

von feis
ivol der
hier en
Runding
n Kinig

Zeitung
Hading
Betrug
111e vora
liebjien
nach de
baltern
Jien feia
lind ein
Den fils
nun er
mptes FROTHOI

DermanTrat indieMegierungwr Ihr:&


Eslperte A :76 ). Slieb in eine Schlacht
Einfab wieder Schweden word'h 8.6841
uno
i
Leben / Regierung und Abſterben .

und ertrano , che man ihm recht konnte


zu Hülffe kommen .
Åls König Hading dieſes feines ges
freuen Frcundes elenden Todes - Fall
verſtanden , hatte er ſich darüber höchs
lich bekümmert /wolte auch, weil ſelbis,
ger dahin , durchaus nicht mehr leben i
Tonern natm cinen Stric , und er
henckte ſich ſelbſtı im Jahr vor Chriſti
Geburt 761. als er 54: Jahr regieret
batte.
1

Ix. Frotho.

alHading ſein Leben


vermittels eine ſo elendiglich
s Stricks/ geendi
get hatte / trate ſein Sohn Frotho an
die Dálniſche Regierung. Dieſer
hatte ſein Gemüth in der Jugend von
allen Wpilúſten gewendet und ſich oha
Unterlaß in den Waffen geübet.
Er fande den Königlichen Schatz
gieml. leer/ welcyer durch die continuirs
Hichen siriege mercklich war erſchöpffet
wurden ; Dannenbers er nidyt wenig
bekümmertware / ſulchen wieder zu bes.

reis
24 Der Konige in Daunemara
reichern und in Aufnehmen zu brins
gen ; in dieſen Gedanden gab ihme
ein Hof- Bedienter zu verſtehen , idie
eine groſſe Geld - Summa in einer geo
wiſſen Inſul verborgen wäre, die aber
von einem grauſamen Thier verwah .
ręt würde.
Deffen allen unerachteti machte ſich
Fönig Frotho dahin í beſtritte das
Thier , und brachte zulegt mit groſſer
Mühe den Sieg und den Schas das
von .
Hierauf hatte er Dormen der Cus
retten König / bekrieget / und tapffers
müthig überwunden . Jngleichen in
Drient Trann , den Ruſſiſchen Fürs
Steni allwo er die veſteſten Ståtte Rius
- tali Paltiſca und Anduanen erobert.
Nach dieſem Sieg vermálíte er ſich
mit des Königs in Ånduanen Tochter i
und ſtellte ſeinem Schweher ſein Reich
tpieder zu.
Inzwiſchen hatte der verſtoſſine
Schwediſche Prins Regner das Kos
nigreich Schweden , und libbo Dån :
nemarck überfallen /dannenbero K nig
Fros
Sebeur Ke zierung und Abfterber .

Froto gezwungen w.irder den König


in Orient zu verliffen / und wieder in
& fein Reich zu Fehren ,
Als ſie nun fåinmtlich eine geraume
Zeit zweiffelhafftig miteinander ge
ſtritten / trart zu leßt Kønig ifrothons
Schweſier Sivanhuta/ ſo den Riegner
geeblichet hatte/ins Mittel und machte
Friede.
1 Hierauf erlangte auch lihbu Ver :
zeilung / allein feine Viemahlin llle
vilda / Frothons Schweſter 1 wure
- i :ine genunninen und cinein tapfferen
Helden / Namens Shott/ zur Ehe ge
geben. Wie er dieſes ales glücklich
vollbracht/ wendete er ſeine Wation in
» Dccident/ und befriegte die Frieſen / ús
t berwande ilịren Fürſten Withon / und
* machte folches Vulck den Dähnen
1 Zinsbar.
id Er machte ſich auch an die Britan
nier, welche ihme aber manulich unter
Fr Augen traten / und tapffer widerſtun
i den / daß er ihnen alfu nichts anhaben
Sn konnte. Endlich aber erdachte er fol
ngende Lift : er verſchaffte, daß / nicht
B weit
26 Der Romae in Dannemar

weit von ihnen /jute Proviant und ans


Dere koſtbare Wahren vorbey geführet
wurden / welche ſie unordentlich anpa
ofeten / und ein je er davon etwas 341
erſchnappen begierig ware.
Mitten in dieſem Werck aber fiber
fiel er ſie urplößlich / und ipeil ſie vlinie
das in groffer Confuſion und Ilnords
nung waren /als ſchlug er ſie gar leichts :
tichi und brachte den Sieg davon ;
reste auch gleich darauf ſeinen Schoras
ger Cdlotten , über einen Theil ſelbis
gen Landes, welches hernachmalsīvun
ſeinem Namen / Schottland genennet
ivorden . Wie er nun dergeitalt bery
den Britanniern den Sieg erlanget!
nahme er ihme für, wieder nach Hauſe
311 ziehen .
Er hatte aber auf der Straſſe mit
ziveyen groſſen Rieſen / Hadinig und
Haquin /zu fechten / welche beede er mit
groſſer Tapfferkeit erlegte. Es ſoll ihin
aber kurk vorhero reine zauberiſche
Schweſter Ullvilda ein Kleid geſchicket
haben / welches durch keine Waffen
konnte verleget/noch mit einigem Pfeil
Durchbohret werden . Weit
HAL ANUS
D .I.

trat in die S t e gieringmore


Chrill
E46 684. St arb vor vor
Ihri ſti
7 Se
burt Anno 628 .
Lebom / Regierung und Absterben . 27
Weil er auch der Feinde und Mei
Der felir viel lattel die ihme beimlicher
Weiſe mit Giift nachſtellteni dannen
hero pflegte er gereiniglich auf ſeine
Speiſeа gefeiltes Gold zu ſtreuen um
dardurd, die Schädlichkeit und tedts
lithe Würckung des Biffts zu ver
treiben.
Endlich beſchuldigte er den Schmes
Diſchen Kivinig falſcylicly einiger Vers
råthere :) / nur das er Lirſad, haben
möchte ihn zu befriegeni allein zu fci
nem eigneni ilnfall , dann als er init
deinſelben in einem hikigen Streit bes
griffen ware , überfic ihn / in fcinein
Tibweren Harniſch , eine dermaſſen
geoffe Mattigkeit/ daß er erſtickte, in
Jahr vorChriſti Geburt 684.nachdeix
er 77. Jabr regieret hatte.

. Haldan .

Drev Sobne lieffe Kinig. Frotho


hinter ſich / Wuh denen der ålt ifte
baldan fogar aus derArt ſchluge/ daß
er feine beyde Brüder u . andercovers
B 2 wande
28 De Ponte in Danemard

wanite binrichten lie;je / nur damit er


Das Reich allein und ohne Gefahr beſi
Ķen / ach niemand vorhanden ſein
muchterfo folches an ilme rachen fünte.
und iſt ſich höchlich zu verwundern /
daß diefer Tyrann ganger 56 Jahrrohs
ne einige unglückliche Anituſſe oder ges
fåhrliche Kriege regieret / auch endlich
por Chriſti Geburt 628. eines ruhigen
und fanfften Eudes verbl chen / da es
funſt heiſt, wie der Poet fast:
Ad Generum Cereris fine cæde &
fangvine pauci
Deſcendunt Reges & ficca morte
Tyranni.
Das iſt:Tyranniſche Regenten wer
den gemeiniglich mit ihrem Blutbeſus
Delti in die andere Welt geſchicket.

xr. Roe .

Eſfer hielte ſich ſein Sohn Kverals


er nach ihm in die Regierung tras
terdanu er baſſete alle Laſter auf das
euſerſter und ergaben ſidly von gangem
Herzen einem preißivůrdigen Tugend
P.28 .

&

ce

W ROE .
Iratindie Regiezing vorOhr : &
A :628.Hardvon Hofbrod
erſchlagen wr Shrieb : 894 .
}

1
Leben / Regierung und Abfterben . 29
Leben . DiUn e terthane lieb er al
n te s
ſeine eigene Seele/und forgte mehr vor
fiel als vor ſich ſelbſt.
linter andern lóblichen Wercken /
die er dazumal geſtifftet, iſt noch heut
StadtRotſchi
zu Tage berühmt die ld
welcheAnfangs von ihme erbauet wors
den ; Selbige iſt die fürnehmſte unter
denen /ſo in der Inful Seeland wol im
Lande gelegen ; ſie hat den Namen von
Dierem Kinige Kver und dem Wort
Fiille, das iſt, ein Brunn / welcher Das
felbft an einem etwas erhóbeten Ort
byczfúr quillet/ und in ſeinem Abfall fies
ben Mühlrårer treibet. Daſelbſt iſt
ein gr oſ ſer un d Fi ſe br ei ch er Me erbuſen
Sfora /ü. insgemein ffefiort, genannt.
Anno 1523. brennte dieſe Stadt
gånglich ab und wurde hernach nicht
mehr ſu prächtig /wie ſie vorhero getés
ren , aufgebauet . Anno 1531. hatten
die Burger S. Lainberts Kirchen zers
ftúret/den Platz mit dem Kirchhofe zum
Marcft verordnet/und da der hube All
tar geſtanden ,den Pranger oder Kack
aufgerichtet. Anno 1647.um die Zeit

B3
30 Der Könige in Dånnemard

des Heumonats /waren in dieſer Stadt


160. Häuſer abgebronnen .
Von der Biſchofflichen Kircher und
deren herrlichen Monumenteni fu heils
tiges Tages noch alihier zu ſebení fou
unter Konig Suenotto i als weidice
felbige geſtiftet:ſattſame Meldung ges
fchehen .
Aber wieder zu unſern König Roe
zu kommen , ſo machte ſich derſelbige
von Jahr zu Jahren , init feiner Lubs
würdigen Regierung be cen Ccinis
een beliebter/ daß Dannemarck anter
ihm Preißwirdig zu blühen und wadys
fén begunnte , moråber der Sonig in
Cdyweden Hothbrod heimlichen Vers
Drug hatte i und den Dåbnen dieſe
Glückſeligkeit reiðifcher Weife mifs
gönnte / zoge dannenhero, ohne einige
gegebene lirfach , wider fionig Rive !
der ihme zwar mit den Srinigen bes
Hegnete , aber in der dritten Schlacht
das Feld / und zugleich auch das letion
Bertohre, im Jahr vor Chriſti Geburt
594. als er 34. Jahr regies
tet hatte.
XII.
4n0
elt
fou
her
ges

RioC

Pub
cinis
Entet
ads

dick
mife
inligi
River
en boli
HEL
hlach GO .
in di ex egierung A : 594.fed
lated Trat
Sebut ſeblief ſeine eigne Tochte übrachte
Fichfalbeit imbes Leben vor Ihr: 8.56 .
1
Leben / Regierung und Abfterben . 31

XII. Delgo .
O bald HelgurKónigs Roe Brus
der /die That Hothbruds verſtans
den , brachte er ein groſſes Heer zuſañ /
und widerſeßte ſich feinem Feind nach
Möglichkeiti um ſeines Bruders Tub
beſtmöglichſt zu Waſſer und Land an
den Schweden zu rächen ; Er hatte as
ber zu erſt die Landvogterſo vom König
Huthbrod dahin waren abgefertiget
worden , durch feine Kriegsleute i wela
che er hin und wieder in die Städtegen
Fendet, unter ſich gebracht und alfo fein
Vater- Land von der Ausländiſchen
Beherrſchung errettet.
Hicrauf hatte er auch in einem
Esbitfftreit den Kinig Hothbrod ſamt
feinem Heer, gcſchlagen , aufgerieben i
und alſo das Königr. Schweden Dini
Dåhnen unterwürftig gemachet. Fers
ner bekriegte er Scaltumn / den König
in Sclavonien / und bexwang ihn.
Alls er dieſes Land zu einer Pro
vint gemachet / batte er des Meeres
B4 man
32 Der Finite in Dannemard

mancherley Straſſen durch ſeine umbs


fchweiffende Schiffahrt gant umbios
gen . Ermachte ſich auch an den Sachs
fiſ. Kunig Hunding/ trelcher ihme mit
groffer Macht bey der Stadt Stadien
begegneterin wilens/thmeeine ſchlacht
zu liefern . Helgo aber fordert ihn allein
heraus /mit dem Beding /welcher unter
unen beyden obſicgen würde, der folte
auch zu leich ein Herr úber des Ubers
poundenen Völcker ſeyn.
Als nun König Hunding fich nicht
wenig auf ſeine Ctrefeverliefſei und
ihms vor eine Schande hieltei ſolches
Begehren auszuſchlagen , damit er ben
Feinem Volk nicht in Verachtungkoms
men möchte /wurde derKampffrin Ges
genwart bender Hauffen , angefangen .
Wie aber ſolcher eine ziemliche Zeit
cewahret, ſiegte endlich König Helgor
und erlegte ſeinen Feind mit lautem
Jubel-Beſchrey der D áhniſchen Vól .
ckeri bekam alſo gang gútland/ und
regte drey Fürſten Dabin ,nemlich Hes
cial Eyr und Ler, welche folches in ſeis
nem Namen verwalten muſten .
Biß
Seben / Regitrung und Abfterben .
Bißhero hatte er ſein Regimentwul
und löblich geführet/als er aber bey der
Snſül Thoro /aus Wolluſt angereißet,
eine Jungfrau , Namens Thorai ges
fihwächeti bekam er von ihr eine Tochs
ter / welche von der Mutter lırſa ges
nennet wurde .
ti Die Rache wegen verlekter Ehre
+ konnte Thora meiſterlich verbergen biß
lirſa groß wurde/ da erdadyte ſie das
leichtfertigſte Stück ; Sie führte neme
1 lich ſolche ihre Tochter Den Konig zu1
welcher ſich unwiſſend / daß es fein eis
gen Fleiſch und Blut ware' mit derfels
ben fleiſchlich vermiſte / und hernach
von ihr einen Sohn Rulfo erlangte.
Hieråber entfekte er fich termaſſen!
. daß er ſich aus feinern Reich begabel in
Drient umbher zogei manche ritterliche
That verbrachte i und doch dabey in
fteter Traurigkeit lebte i vif er endlich
Durch groſſe Gewiſfens - Angft dahin
gebracht wurde 7 daß er in ſein eigen
Schwerdt fiieler und alſo elendiglicher
Weiſe ſeinLeben endigte im Jahr vor
Chriſti Geburt sos . als er 29. Jahr!
regieret batte. BSDwla
34 Der Kinige in Dannemard

xiii . Rolfo.

Bgleich Rolfo von ſeines Vaters


eigner Tochter in Blutſchand ge
borenwurde und alſo ein abſcheuliches
Herkommen hatte, löſchete er toch rols
den Fehler ( daran er ſelbſt unſeluluig
ware ) tinit Feinem wolgeführten und
Tugend- gewidmeten Leben gånglich
aus . Dann er war ein recht tapffcrer
Herrl an dem die Gemüths- und Leis
bes - Gaben in groſſer Menge zu finden
waren / dannenhero ihn audy dieDåbs
nen , nach ſeines Vaters Tudo zu ihren
Kønig erwählten /dz eralfo úber Dåns
Memarck und Schweden berrfchete.
Man meldet von ihm , es habe allest i
was man von ihme begelret , auf die !
erſte Bittermit ſonderbarer Freygebige
keit verrvilligeti und niemals erwartet :
biß die andere Anforderung an ihn bes
fehen , welcher Handel ihme dann bey
den Seinigen einen groſſen Namen i
und treffliche Gunft erworben .
Unter andern tapffern Helden , was
wen an feinem Hofer Biarco / Hialts
und Sigur aus dermaſſen berühmt.
ves
ROL.VO
rafin die Regiezüngprohr Seba
$ 65: Stundederfelben (ibi:wr11a dan
feine Schivage: Hiartvarchlagepor
Mnr. & 6 .324
Reben Regierung und Abfterben. 35

wegen ihrer vortrefflichen Thaten / die


fie in allen Begebenheiten verůbet.
Es begab ſich aber einsmals /def der
Künig ſeine eine Schweſter Ruta, eis
nem vornehmen Herren /Namens Ass
ner ermåhlterundmit groſſem Practit
die Hochzeit hielte. Daſelbſt hatten
etliche des Bräutigams Gefellen diet
Muthivillen vcrůbet/ und den Hialtu
von allenOrten mit vielen Beinern ges
worffen . Es geſchahe aber unter dieſer
Kålberey/ daß Biarcu auch einen ſtars
cenWurf an ſein Haupt bekame dans
nonhero er durcly Schmerzen entrüfteti
Das Bein wieder gegen den Werffens
den geföhmişet / und denſelben an der
Stirne gefährlichſt vervundet.
Der Bråutigamb legte sich hierauf
auch in den Handel /und erforderte den
Biarcu heraus / weil er diefe Freude
gebrochen / und aus Schimpf Ernſt g :
machet håtte. In ſolchem Kampifnun
wurde dem Agner/ wegen ſeines dors
nehmen Standes /der erfte Streich zu
gelaſſen . Dann wann dieAlten mitein
ander kämpfften/ ſo geſchahen nicht viel
6
36 Der Sonise in Dannemard

Cireid) zugleich , ſondern einer um den


andern vollführte ſeinen Echlag , alſo
daß man den Kampff mit wenig / aber
duch grauſamen Schlägen volbrachte.
Es thái dañenhero Agner ſeinenStreich
mit ſolcher Gewalt/daß er dem Biarco
ſeinen Helm zerſpaltetet und die obere
Haut ſeines Haupis verwundete.
Wie nun Biarco feinen Streid audy
volbringen molteiſtúžte er ſeine Fuß an
einen Stock Damit er feinCewerd des
Ato kräfftiger führen möchte , wie auch
geſcheherindem er desagnersLeib mits
ten voneinander gebauen.
Als auch hernach die Freunde des
Entleibten Tod mit groſſer Begierdezu
rå den ſich unterſtundēmuſten ſie ſämts
lich gleic ;falls ins Graß beiſſeniu . von
Biarco Hand den Tod empfangen.
Nach dieſem hatte dieſer tapfermů .
thige Held mit gleicher Starcke einen
fehr groſſen wildenBåren erleget/wela
cher ihn in den Hecken begegnete /deffen
Bluter ſeinem Geſellen Hialto zu trin .
een gegeben / um davon deſto ſtarcker
und tapfferer zu werden ,
Mit
Seben / Regierung und 20fferben , 37
Mit folchen und dergleichen manns
lichen Thaten iſt er unter den groſſen
Herren der Vornehmſte und dem Rós
nig ſehr lieb worden , daß ihme ſelbiger
des uberwundenen Agners Braut zur
Ciegs . Belohnungvermáblet.
Der tapffere Wigo / ro fidh gleich .
falls an diefes Königes Hof aufhielte 1
war auch bey ihm ibn groſſen Anfehen :
Dannenbero er ihme einsmals ein ſehr
groſſes guldnes Armband berehrte 1
wormit Wigo feinen rechten Arm zier,
te / die lincke Hand aber jederzeit auf
dem Rücken ve barge.
Als ilin nun der Konig einsmals
Deswegen zur Rede feste/warum er fols ,
- Des thắte ? Antwortete er : Dieje arme
Hand. fo durch keineMannbeit bezieret
ijt /ſchåmet ſich /wuun ſie die andere an .
Idhauet. Hierüber lachte König Rolfo I
und befahler man folte ihm die andere
Hand auch dergeſtalt bezieren .
Solche Königl. Gutthatnun zu ehe
tennen-> hatte er ein Gelübd gethan ,
wann König Kolfo wurde von einem
Feind über kurg und lang entleibet
B 7 met
38 Der Souige in Dantienrard

werden /fowolte er niet nachlafen , bif


er den Tláter aufgericben / wie er auch
hernachmals redlich crjúliet / Irie irir
etivas beſſer unten horen werden .
Inzwiſden batte König Rolfo feine
an : crs dweſter Schutda einen tas
pffern Jungling / Namens Hiartier
vermahlet/ii;medabei einen årlichert
Tribut aufgeteget i und zum firmig in
Schweden eingeſeket. Allein zu feinem
felbſt-eigenen Verderben , dann feine
Schweſter Sch : du fcyerte nit , ihrem
Eheheren ſo lang in den Ohren zu lies
gen /und ihn wider ihren Bruder zuvers
heßen , biß er endlich unverſehens mit
feinen gewaffneten Kriegs-Leaten zu
Machts Kión . Rolfo überſiele/ und ihnr
nach langem Widerſtand/ famt alien
Trabanten i mit groſſem Leid- Wefent
der Dåhnen umbrachter im Jahr vor
Chriſti Geburt 3 24. nach 41.jähriger
Lubrivúrdiger Regierung.
Seine Crey tapffere vorerwähnte
Sof -Leute B
/ iarcol Hialto und Wigoi
muften auch dazumals mit /nacy tapffes
xer Gegenwehr / herhalten , und zwar
auf
Lektur Reaieriing und Abfterben . 39

e auf ſolche Weiſe : Alsfönig Rolfo von


feinem treulofen dirager Hiartrar
ungevarneter Weiſe überfallen rror :
den , hielte ſich Hialtu eben auf dein
ell Land auf und pflegte mit ſeiner Bey
ſchlafferin der Liebe, da fame ihm der
Lerien und das Getís des Ctreits
104
von ferne zu Ohren /und munterte feine
chy
Tapfferkeit von dem geilen Woluſt
81
Schlaff zum heroiſchen Schwerdt
Streit alſobald auf,alſo daß er lieber
ICH
die euferſte Gefahr im Kampff beſtes
hen / als den füſſen Liebes- Begierden
ferner nachhängen wolte.
THE
Indieſen Gedancken und Beſchaff
tigungen /die Waffen abzulegen ,frage
te ihn feinegeile Beyfchläfferin :Wañ
ih
ſie ihn difmal verlieren würdel wen fie
ller
alsdann zum Mann nehmen ſolte ?
Daihr dann Hialto, náher zu ihme zu
W
treten / befahle i als wolte er ihr etwas
El heimlichs anzeigen /und ihr plóßlichdie
Naſe abſchnitte / damit ſie vergeſſen
honmöchte nach ihm einen andern zur
i
il Geilheit zur reißen.
Hieraufzog er eilends in das Schloß
Die Serie i Danremard

Ledre i wo dazumais der fünig wir


úverfallen worden / 111ſchte ſich unter
den dickten Seilffon / und ſchlug bald
da cinen , tald dort wieder einen ans
dern zu Boden .
Als er auch für des ſchlaffenden
Biarcu Kaminer i ame / wecfte er ihn
mit lauter timme alſo auf:
Wer ſich nennt ies Königs Freundi
Cev mit mir jetuno vereint ;
Seine Mannheit zeig er recht
Als ein treu und topfferer Knecht.
Dergleichen Verſe machte er gar viel
unter Tem såmpffen / und ermahnte
Darmit die Ceinigen zur Tapfferkeit.
Als er aber nebenſt Biarco ſehr viel
Blut verguſen giengen fie endlich
durch Mänge der Feinde übermannet ?
zu Grunde.
Dazumals erinnerte ſich auch Wi
go ſeines gethanenGelübdes/als er ſeis
nenKönig too vor ſich liegen ſal e dann
als ihn Hiartwar fragte, ob er ihmel
weil ſein Herr nunmehr todt/ künfftig
dienen wolte ? und zugleich eine Beful
dung anbother uno Wigó alſobald in
fulch
Leben / Reijerung und Ptfernen . 41
ſolch Begehren riligter reichte ihmei
noch dazumals úbliger Geirohnheit
* Hiartwar ein blofes Schwerdt dar
/
welches er aber bey derpiße nicht an
nehnicu trolter ſondern begehrte és bey
dem Kinopff zu faffen / mit dieſem Zus
Taßes habe ſein geweſener König Rols
fu auch dieſen Gebrauch gehabt/ wann
ter ſeinen Kriegsskeuten dz Schwerdt
ww en Darreichen . Dann wann ſich
vor Zeiten emond an eines Konig
Huf aufhalten molte i sriff or domfeie
ben an ſeinen Degen - Sinopff, und jag
te ihm hiermit zu / folgwilligen Gchor
fam zuleiſten .
1 Kaum hatte aber der Kiónig dem
Wigo des Cchwerttes Finopff hinges
treidjeti ca ſtieffe er ihme orrgegen die
Cpiße in den Leilydab cr too zurErdon
hele .' Wigu aber muſic hicraufauch
ferhalten / dann na die dwediſchen
firiegsleute ihren Knig fallen fahen i
mielen ſie über den Thåter her, und er:
fichlugen ihn gleid ) fals / 06f er alſo /
fuad , vollſtreckter Rachez feinein Herrn
om Tude Geſellſchafft leiſtete, den er in
X
feis
42 Der Könige in Dånneinard

ſeinem Leben fo hoch geliebet hatie .


Hiermit nun gienge König Dans Ges
ſchlecht unter an der Schwerdt- feiten .

XIV . Hoter.

Nach dem TodeKönig Rolfens kan


me die ähniſche diegierung an
Huthern / König Gothbruds von
Schweden Sohn / und Kunig Fros
thons chrrcſter Sohn /wcit niemand
als er, vom Dáhniſchen Geblut , mehr
übrig ware.
Dieſer ware von Gevar: cinem hoch :
verſtån igen Mann auferjugen wordő,
In feirin jungen Jatrca ubertrafi cel
an Leibe: - @ tárckeſehr weit alle andere
ſeine Mitgefeilen . Er hatte auch aus
hohem angebornem Verſtand /viel gute
Künſte gelernet/ Tannenhero imemit
Schwiñen / Bogenſchieſſen und Fecina
tení nicinand zu ſeiner Zeit überlegen
ware : In 0 Muſic that crs den tcſteu
Künſtlern beoor/unid fonte diemenſdy
liche Gemüths - Niegungsit nach ſeinem
Gofallen richten und berresen ; wie an
dann hicrdurch Gevars Judyter 019
Nand
42
1. .

HOT TERUS.
Tratinsi Regierungwidhref.a
1524. Xcgiette parzīülei, chivce )
Gáchſen
Yxnden und Thunfan.baro
__ erſ chlagen roi dhr. 5.482 .
‫ܙ‬
‫*‬
‫(‬
Leben / Regierung und efferben. 43
Nannam, ihn zu lieben , bewegtei und
ſie hernach zur Ehenalme.
Ehe aber ſolches geſchahel machte ih
me Balder i eines Zauberers Othilis
Sohn /viel zu ſchaffen /meil felbiger die
Nonna gleidfalls gerne zur Getiahl ni
gelzabt båtte ; Dannenhero ſie offter
mals miteinander kampiſten / und in
jir eiffelhafftigem Siege von cinander
Tchieven / biß endlid Sönig Hoter die
Oberhand bchicite und ſeinen Widers
part aus dem Wege r'aunite:
Mit dem Sadifiſchen Kinig Geld
dern füörte er auch ſchwere Krieger da
dann in der Cimbrifsben Meer - chos
endlich ein blutiger Streid surgienge 1
und der Sachs mit allen ten einigen
zu Grunde gienge.
Als auch hierauf fein Bruder Atiss
lus / Kinig in Schweveni dieſer Welt
gute Nacht gabe / nehin er fold) Siós
nigreich gleichfalls ein / und regicrte
alſo über Dannemarck / chreden /
Sachfen / Wenden und Churland felir
totlich und weißlich eine gernume et/
enilich aber ward ex von Polders
Brus
44 Der Ronine i Dannemard

Bruder , Cem berühmten Kieſen Hoel


erſchlagen iin Jahr vor CHriſti Ges
burt 482. nachoein er 42. Jahr regies
ret hatte.
Zu ſeiner Zeit ware Oller / ein be
rühmter Citywart - fi úniileri bey den
Dähnen in groſſem Anfibcn . Man
fchreibt von ihm er fense in der ſibirars
ßen fiunt fu weit ger vinmen / daß er
alich) auf e nem Todten- Bein über
Mcer gef :hren / welches er mit ſeinen
Zauber . Verſen beſeiroren . Weil
aber diefer Oller von Tag zu sag
wundcrlidere Sachen / die mand en
zum cuferſten Echaden geriethen , ans
geſtifftet katto/ mard er zulebt von den
Dihnen erſchlagen .

xv . Norich.

Ach König Hothers Sod / trat fein


Subn Rorich an die Dåbnin.Res
gierung , und vernaltete ſelbige hidſis
löblich .Es hatten ihnen zwar dieChurs
länder und Schmeden im öftern vors
genommen /ſid) ſeiner Butmäſſigkeit zu
ents
n
a
W

RORICUS
Wrafindickegierung vor
vorh r GEA :
ther
tag2 Germaniorwegentochüber ſeine
cabte Lüde.StarboorPhr: Gjeb . A ;
4327

1
है
.

t
Siben ! Kegierung 110 Vofferben . 45

ntzie en /und von dein áhrlichen Tris


'18 zu befreyen ; ſonderlich, weil viel
vornehme Potentaten ihnen die Hülfts
reiche Hand boten.
Allein siongNorich ware mit for
Irojler pfferfeit und Gemüths
Ma:111 ';eit begavet/ daß er ſie alle mit
inander gering acitete / zu Waſſer
und Land muthig angriffen und zu vo :
rigen Gehorſam bracite / und zivar
vermittei: Riner topffern Firidusieute 1
unter denen cinery Namens liftu , bil
lich den Vorzug hatte ; Mit deme
truge ſich einsmals folgendes zu : Als
die beſagten dweden gerne der Dås
afdhen Beherefdjung ſich ent:ogen
håtten / und ſich dannenhero wider
König Horichen ſtarck gerijiet håttel ,
trate einsmals i in Angeſicht beyder
Kriegs- Heer, ein Schwediſcher Zaus
berer herf.ir/ der bisheru durch ſeine
ſchivarke finnſt viel erleget hatte, und
for erte einen von den Dånen zum bes
ſondern Kampff aus. Solches hørte
Sionig Kurich /ind that ihm ſehr weher
Dz durch dieſes einigen heilloſen Mans
nes Muthwill der Dåhnen gemeines

herrs
Der Könige in Dannemard

herrliches lub einen Mangel leydert


ſolte. i
Als nun unter dem ganzen groſſen
und hellen Hauffen ſich lange niemand
fande / weldier vor das Vaterland
ſeinen Leib wagen / und mit dein Aus:
forderer kämpffen wolter da ſtellte ſich
endlich der obbemel te Uffo ein / uni
fragte den König /iras der Obſieger vor
eine Belohnung wurde 3 ! scivarten
baben ? Der verhielte ihme ſeine guldne
Hals -Kettei und warnte ſie ihme auch
To fort dar ; Weil aber der Wurff zu
kurz geſchaher fiele die Kette in das
Wafer. Nichtsdeſtoweniger rúſtete
fid , l1ifu refolut zuni Kampit.
Sobald man nun beyder ſeits fich
an das Land begeben hatter wurde ein
Plazauserſehen , und die Schrancken
mit Kriegsleuten umbgeben .
Hierauf lieffen die Kámpifer gang
bißig zuſammen , un richteten einander
in kurser Zeit dermalſen úbel zu / daß fie
endlid , beyde zugleich tod niederfielen .
Hierdurch giengen die Rebelliſchen
Schweden in ſich , legten die Waffen
niedergaben dem Könige gebührenden
Eri
Seben/ Regierung und offerseit. 47

Tribut/und zogen alſo wieder friedlich


trach Hauſe. Noch einer von König
Rorichs berühmten Kriegs Helden
ware Hurwendel 1 Herwendets / des
- Landvogts in Jutland/ Sohn .
Dieſen hatte der König nach ſeines
Vaters Absterben / an ſeine Stelle
vererdnet ; Peil nur dazumals der
LI Nor:vegiſche Tribut-König Holler ſich
von der Erou Dinnemarof lies
70 gerne
10 frcist hvitrei ficus eririder König Nida
rich einen Krieg an /und forderte gleiche
TE fals (wie zuvor dieCchweocn gethan )
einen.Dáhren ziun Zivey -kampffhers
aus ; Da præfentirte ficti ungef us
met dieſer Horivendel, und naline ven
Streit mit ihm and unter dieſem Bes
dingniß, daß nemlid der Doſieger den
n Uberivundenen ehrlich begraben folte.
d
Nach vielfältigen Schwerdtſtreichen
geriethe es endlich dem Hurwendel/daß
er d :in Hollet den Schild aus den
afe Hånden geſchlagen /auch einen Schens
le del abgehauen / und ihn alſo todt zur
Erden gefåter.
fil
Dainit er aber dem vorgegangenen
ni Sexfprechen getreul, nachtsmei lieſie
48 Der Ronige in Dannemard

er ihn prádytig begraben / un dabel


nichts vergeſſen , was zu eines tapffern
Helden Leich - Begångniß dazumals
erfordert wurde.
Kaum ware dieſes ailes verrichteti
verfolgte Horwendei auchydes begrabes
nen Hogers Schweſter Suly to eine
ber : ffene Meer- Bauberin ware und
ſchickte ſie auch in die andere Welt.
Als er auf ſolche Weiſe in die drey
Jahre viel mannliilser und tapiterer
Chaten in Krieg volbracht hatte i
ivard fein Nam weit und breit bekant
und trefflich berühint, dannenhero, ihn
auch der König in hohen Evren hieite 1
uns ihme ſeine Tochter Geruch vers
máhite ; bierüber entrüſtete ſich Fengo /
Des Horivendels leiblicher Bruder /
dermaſſen / daß er ihm nach Leib und
Leben trachtete / ihn auch endlich er :
würgtel und die Geruth felbft zur Ehe
nahme ; wie es ihme aber, als einem
Brudermorder / und Blutſchånder !
bierüber ergangen / wird in nachfols
gendem zu vernehmen ſeyn.
Wirwenden uns jego wieder zu fios
nig
TA

s
s

VIGLETUS .
tralindie Regierung vor th : Geb.A
SE 32,bezwangdierebelliſchen Jütlan ,
Tel.Starb vor Shri
CotſtiySeb.A 364 .
1

l
{ chen , Regierung und Kofferben . 49

nig Rorichen der hatte nun allenthals


ben vor ſeinen Feinden die höchit-ange
nelmſte Ruhe bekommen , herrſchtein
guter Zufriedenheit über Dannemar ;
Norwegen 1, Schweden / Sadyfen !
Sclavonien und Churland / und ſtarb
endlich im Jabr vor Chriſti Üeburt
432 , als er so . Fahr regieret hatte.

XVI. Diglet .
It groſſem leidweſen begruben die
Sähnen ihren verſtorbenen Kis
nig Kurich /weilſie unter feinemCdup
un: Schirm gut machen hatten ; eš
würde auch ihre Betrübniß ſich nicht ſi
leichthaben ſtillen laſſen /wo nicht Vig
let i fein Suhn / ihine in allein wäre
gleich geiveſen i dannenherd er ime
auch in der Regier:ing nachgefolget/
und von den Dåhnen eben ſu hodly ges
liebet und geehret worden.
Einer ſeiner vornehmſten Feinde i
ware Amletl»/des vorerwvåhnten Dále
nifchen Helden Howwendels Sohn /wel
chen ermit Geruti Viglets Schweſter
und Rorichs Tochter gejeuget hatte.
50 Der Knige in Dannemard

Als dieſer Umleth des Fengoſeines


Vatern Bruders/ liſtige Machſtelluns
gen gefürchtet , hatte er ſich mit Fleiß
thüricht geſtellet/und in ailenGci ården
eine lindiſche Weiſe von ſich blicken
laſſen la nur darmit er ſein Leben zur
Ausbeute davon bringen möchte.
Als man ihm auch einsmals auf
das Pferd zu ſitzen befohlen ,hatte er ſich
mit Flef alſo gereget í daß er ſeinen
Kucken gegen des Pferdes Hals gefehs
ret /und den Schwank in die Hand ges
nommen / als wann er das lauffende
Pferd dergeſtalt regieren wolte.
Wie nun Fengo gar keinen Vers
ſtand an dieſem feinem Vettern vers
mercken können, und ſich nichts deſto
weniger gefürchtet, dieweil er ihme fe's
nen Vater erſchlagen / und ihn duch
nicht umbringen dürffter hatte er ibn /
ſamt noch mehr anbern í unter dem
Schein einer Gefandſchafft, in Bris
tannien abgefertiget / und dem Kunig
dafelbſt durch Briefer welche dazumals
in Holz geſchnitten waren / zu wifien
gethan / ex følte den Amleth umbrins
gen , A11
Seben / Regierung und Nufferben . st

Allein Amleth hatte folde Briefe


auf der Reiſe eines Tages i als feine
Geſellen trunden geweſen / verändert /
28 und andere an derſelben Stelle geles
Et geti in welchen er dem König trefflich
recommendiret wurde.
Wie ſie nun in Britannien gekom
men / wurde der König dafelbſt durch
+ Amleths hohen Verſtand betveget/ ibs
me feine Tochter zur Ehe zu geben und
Königl. befchencket/ wieder nach Hau :
fe zu ſenden.
Kaum war aber Amleth wieder das
ſelbſt angekommen i da richtete er den
Fengo mit ſeinem gangen Anhanghin ,
und wurde wegen ſeiner mannlichen
Thatē von jederman ſehrhochgeachtet.
Nach volbrachtem dieſem Rachs
werck, bereitete er 3.koftliche Schiffer
cüſtete lauter junge tapffere Leuthe
prachtig aus/ und begabe ſich wieder in
Britannien /ſeinen Schweher und Gre
mahlin heimzuſuchen .
Er hatte ihm aber einen Schild Bereis
ten laſſen aufwelchem alle reine ruhms
fvůrdigſte Thaten gemahletwareniun
Der Kibaige in Dåunemard

unter andern auch dieHinrichtung des


Fengo/ über welcher ſich der Fiunig in
Britannien heimlich gråmte, weil er
des Fengo Bundsverwandter gemes
fen ware/ und ſich eidlich verpflichtet
hatte,wann er ſeinen Tud erleben wurs
der ſich an dem Thåter ernſtlich zu
råchen .
Damit nun beſagter König das
Gaſtrecht unverleşt erhalten möchte i
batte er dieſen ſeinen Tochtermann
Amleth in Schottland abgefertigetrin
Hufnung/ felbiger wurde auf der Reiſe
u Cirunde gehen , allein vergeblich ;
Amleth kame glücklich in Schottland
an/und machte ſich bey der Königlid )en
Princeſſin Hermentrut dermaſſen bes
liebt, daß ſie ihmedie Ehe verſprachy /
mann er ſeine aubereit babende Ges
mahlin von ſich thun wolte.
Hierauf zog er wieder nach Engels
land/ wurde aber von dem König nicht
zum beſten beywillkommet / ſondern als
ein uffentlicher Feinò tractiret/ da er
ſich dann zur Welyr fekte / und den
Sieg erbielte.
Nach Verrichtung dieſer tapffern
Chas
Lebeu / Regierung and 2bfterben .

De Thaten kam er wieder in Dånnemarc


1 glücklich an , und fande anfern König
i Viglet auf dem Chron ſißen , worůbec
14 er ſich heimlich gråmte/weiler ihm ein
# bildeter dieſe Würde ſtünde niemand
dit beſſer 1 als ihme felbftan .
Anfing zwar verbiffe er ſeinen Uns
willen /und carefſirte dem König auf als
Do le erdendl. Weiſe, endlich aber brach
cel die Feindſchafft in vollen Flafnen und
all lichter Lohe aus, daß beyde Partheven
En fich zum blutigen Streit rüſteten .
Vielmalswaren ſiehißig aneinans
der / daß bald der König/ bald Amleth
die Oberhand behieltei biß endlich et
cu Tehr heiſſes Treffen auf Amlets- Heyde
vorgienge, da Amleth mit den rebellis
fchen Juden geſchlagen wurde / und er
3* felbft todt auf dem Praß bliebe.
Der ſiegreicheKönigbemachtige ſich
al hierauf nit allein des Amleths Güteri
it ſondern auch zugleich ſeiner hinterlaſ
Fenen Gemahlin Hermentrut.
Dieſe hatte zwar vorhero ibrem erſte
Ehe- Herrn verheiſſen / ihn auch in dem
guferſten Unglück nicht zu verlaſſen !
For C3
fon
bya
54 Der Stonige h Dannemarc

ſondern mit ihme willig und freudig in


den Tod zu gehen, alein ſie ware nach
feinern Cod nichts wenigers als dieſes
Bjelübdes eingedenck ,
Indeme auff folche Weiſe König
W glet durch ſeine Zapfferkeit allents
halben Ruheerlanc et hatte! Aunde er
Dem Reich noch lange Zeit höchſtlóblich
und rühmlich vor / biß er im Jahr vor
Chr. Geburt 364. Bettlágerig wurdel
und endlich nach 68. jähriger Regies
pung, ſeinen Geiſt aufgabe .

XVII. Vermund.
It der Dåhnen einmüthiger Bes
willigung empfienge Verurundi
Knig Vigtetho Sohn / den Reichsa
Scepter. Dann erware mit fonders
baren berrlichen Tugenden und trefflis
cher Weißheit begabetidarzu ein frieds
liebender Herr , dannenhero er auch
den Namen eines Guten überkoms
men . So ſanfftmütig und friebfam
er aber waren fu unverjagt und refolut
war er auch , wann es die Noth erfors
berte.
2.54 ،

ဦး

WERMUNDUS

olu rat in die Regiezug vocht Be


For 3.64 Matte ſchwve.Kriegemitur
achſen : Skarbpor Phr: Se6.294
1
Leben / Regierung und Abfterber . 'ss
Als der Schweden König Atislus
die umbliegenden Völcker weit und
breit bezwungen hatte, ward er defive
gen ſehr hochmütig und bildete ihmçin,
es wåre garnichts /das ihme feine Bois
nehmenhindern oder ſeinHerz erſchré
den möchte. Dannenbero er , ohne
ein ge gege bene Urſache / mit groſſer
Macht in Dånnemarck 20ge/und Frois
num, den Land - Vogt in Schlefwig 1
zum Streit reißtei ihm auch eine
Schlacht lieferte.
Es begabe ſich aber , daßi da det
Kampff am hefftigſten ware 1 Atislus
felbſt an Froinum geriether und ihn
nach langem Gefecht/ endlich nieders
machte, worauff die Dåhnen ziemlich
ins Gras biſfen, die meiſten aber auss
riſſen , und die Flucht nahmen .
Nicht lange ſtund es an , als
Atislus vernahıne daß König Vers
muud den Keto und Wigo an ihres
Vaters Statt zu Lands Vogten in
Schleſwig geſegt hatter da machte er
ſich wieder mit einem måchtigen Heer
in Dånnemarck / und nahme ihine
CA
gångs
mard
56 Der Könige in Dånne

gånglich vor 1 daſſelbe gange Kidnigs


reich ihm unterwürffig zu machen , als
tein vergeblich .
Dann fo bald der Land- Vogt Keto
der Dåhnen Einfall verſpühret hatte !
kihickte er ſeinen Dbriften Folto, einen
tapffren Mann, an Konig Vermund I
und ließ ihmefolches zu wiſſen mcchen .
Hierüber bekümmerte ſich derKönig
nicet groß /fondern machte alfobcid die
beſt- moglichſte Anſtaltzum fråfftigen
Wi.crfiand, befahl auc , man folte
dem Foico vor ſeiner Abreiſe ein gutes
Mahl zubereiten ; Selbiger aber ents
ſchuldigte ſich mit der Eilfertigkeit
und begehrte nur einen runck.
Wie ihme nun folcher in einem koſts
baren Geſchirr gereicbet / und dabey i
angezeiget wurde , er folte folches auch
behalten , damit er ſich deſſen auff der
Etraffe bedienen möchte / widerredete.
Folcu voller Freuden /wegen dieſes Ges
fchenckes/ er wolte wegen dieſer Fönigs
lichen Verehrung ehe ſein eignes Blut
trincken i ale des Königs Feinden den
Rucken wenden .
Dies
Leben / Regierung und Abrerben .
Dieſes fagte er nun nicht alleinſſon
dern hielte es auch , dann als die Din,
al nen mit den Schweden angebunden
hatten / gerieth Folço an den Schmedis
fchen König Athislum / und ſchlug ihn
mannlich in die Flucht , woraufaud )
der helle Hauffe ſeinem Haupt nachfol.
07 geter und das Reißatis ſpielte, daß Fol .
cd als Dbſieger das Feld erhielte.
719 Er hatte ſich aber dermaſſen im
De Kampff ermüdet/ daßer aus übermára
368 figen Durſt ſein eigen Blut im Helm
aus den Wunden auffienge 1 und ſich
damit erlabte . Als Konig Vermund
its dieſes mit ſeinenAugen erblickse, erins
nerte er ſich des Gelůbds/dasFo.coge .
than hatte, lobte ihn deßwegê vor allein
aft Volfrund beſchendte ihn Königlich.
be Nach dieſen hatte der König eine ges
uch raume Zeit guten Fried und Ruhe und
De tebte in ſeinem Reichs in angenebmſter
ett Sicherheit / mørzu auch dieſe Glüdt.ee
figkeit kame / daß er einen Sohn / Na.
mensufforia ziemlichem Alter erlangter
19
den er mit fehnl.dem Verlangen långſt
gewünſcht hatte.

ies
Der Könige in Dannemara
hoch .
Als nun endiich die Jahre aufs
fte gewachſen waren , und er erblindeter
bermeinten die umliegende Sachſen.es
máre nunmehr die rechte Zeit vorhan .
den ſich in vorige Freyheit zu regenlund
gar über die Dåbnen zu herzſden i bes
gehrten Dannenbero durch ihre Her
ſandien von König Vermundi er side
entweder ihrem König das Reich Dån .
Kemarck zu regieren übergeben oder feio
nem Sohn mit ihres Königes Subn
einen Kampf anzutreten verſtatten , da
da dannder Dufieger zugleid, auch ein
Regentſeyn ſolte.
Konig Vermund erwählte das let ,
te / bote feinem Sohn Uffo ein reht
groffes und ſtard ($ Schwerdtdar /was
te jelbſt zugegen , da der Strett anges
ben foite, und ruckte aus Begierd zu
fterben / 100 fein Sohn erliegen würdel
an cas duſjerſte end einer Brudensſo
über das Waſſer gebauet ware , damit
er fidh eilends hinab in dafelbe ſtúrben
tónnte .
Indem er aber rahei wie ſein Sohn
den Feind erleget hattet ward er ſehr
et
P.sg

101
jane B
l
o

ook

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erd)
cún
Een
Dan

UFFO
wstralindicegierün
gwa Chi& eba:
R94 Alegtedessächlichen Königs
kolmineingefan : St:vorba
spf
.
{ cben /Regier:nig uud abfierben . SO
erfreuetweinte herßlichnoge mit Frem
den wieder zurücke i und beſo loſe balo
darauf in guter Zufriedenheit ſeineLes
bens- Tage i im Jahr vor Chrifti Se .
butt 294. als er 70. Jahre regiereg
batte .

XVIII. Uffo ..
Af eine tummegugend gar leicht
lid) in ein tapffres mannliches At
ter ſid ) verwandlen könne, lehret dieſer
Regent mit ſeinem ſelbſt eigenem E
rempit und Beyfpiel.
Es hatte dieſer Uffo in ſeinen jungen
Schren einen gar feichten und fühled's
ten Verſtand , und ware dermaſſen
ſimpel / daß man nid )t anderſt mutt .
maſfeteier wurde zur künfftigen Reichs .
Verwaltung / und andern heroiſchen
Chaten gang untüglich ſein . Niemals
ſabe man ihn lachen / noch ſcherken /
noch einige Wertvonbringen i ſondern
er gieng cinberí als ob er Doren - Hirn
im Kopff / und auſſer der menſchlichen
Geſtalt nichts menſchliches an ſich
båtte,
Groß
Der KoilaCIN DANNemata
Groß war er von Statur , aber klein
an Wiß / daß wer ihn ſabe in ſeinen
prádytigen Kleidern / keine andere Cles
danden von ihm ſchöpffte als jenero,
miſche Kåpfer von einem ungeſchickten
aber dabey trefflich gezierten jungen
goſpel /den er ein güldenes Vich neñte.
Wie nun Hopffen und Malki ( den
gemeinen Sprichwort nach ) an ihme
verlohren ſchiene, da veränderte ſich als
les plóklich und unverſehens mit ihme
und zwar aus dierer Gelegenheit :
Als ſein alter Vater das Licht ſeiner
Augen veriohre / und jederinan vero
meintei dieſer uffo reye eban fo tůchtig
zur Regierung als der Eſel zum Laus
tenfchlagen / da liefie fich der Sácſi
ſche Königi ( wie allbereit erwähnet
worden I ) gelújten , an den betagten
blinden König Vermund zu begehren/
er folte die Dáhniſche Reidys Vers
: waltung ihme übergeben /ipeil doch nies
mand von ſeinem Sieblút rúchtig wårer
derſelbigen vorzuſtehen , wo nicht follte
er von ihme nichts anders als Krieg zu
gewarten haben .
Hier:
Seben / Regierung und Xbfterben . or

ECH Hierüber wurde der TroſtlKo.oſe


minig nicht wenig beſtúrbet, und wuſte
5 nicht , was er eilends hierauf vor eine
Antwort ertheiten ſolte / worauf doch
El die Sad ) ſen unverzüglich drungen .
gn folden zweiffelhafften Gedan .
den nun/ fienge der dabey ftehende und
hißhero gang ſtumm geweſene Print
uffo jehling an zu reben /und zwar als
er deffen vorhero auf zierliche Weiſe
von ſeinem Vater Erlaubniß begehret
bätter folgender Geftalt :
Demnach ihr Sachfen meines Va.
ters Ehre und Achtbarkeit mit einer ro
ftolßen Geſandtſchafft und unbilligem
Begehren / zu beflecfen euch unterſten
ſo ſolt ihr wiffen / daß der.gute alte
het
König nur einen Sohn hat der trauet
ihme zween Sachſen zu beſtehen / laro
bol fet nun eures Königes Sohn ſelbander
berkommen /bier bin ich , der beyden ges
ting wird zu ſchaffen geben .
Als Vermund feinen Sohn ſo reſos
lut und tap ffer reden hórte bermun ,
.derte er ſich über die marſen 7 weil nie
ieg
vorhero einig Wort aus ſeinem Mun .
67
dannenbero fragte er ihni
de gekommen
warum er ſo lange Zeit ftil umber gies
gangen und nicht eher geredet håtte ?
Seine Antwort hieraufr ar dieſe :
Hochwerther Herr Vater ! ſo lange
ihr ſtard geroefen und das Königreich
Dånnemard habt verwalten könnení
babt ihr meiner Húiffel Riede und
Kaths nicht bedürfft." gefund aber1
da unſere Feinde cure alte Jahre und
Samachbeit verbónen wollen ſehe
ich idaß es mich betrifft , und Zeit ifti
daß ich mich als euren Sohn erzeige 1
ich habe die gångliche Reſolution gefaf
fet , entweder den Sieg zu überkoms
men / und die Dåhniſdie Reputation
unverleßt zu erhalten , oder das Leben
zu verliehren .
Hierauf út te ſich uffo continuirlich
in den Waffen / und trachtete nad) eis
nem bequemen Schwerdt , das er in
Stampft gebraudien möchte ; man bats
te ibme zwar eins und anderes darges
boten i welde er aber åmtlich , mit feie.
Renftarcken Hånden ohnegroſſe Můbe
gerbrochen
Lens
cben / Kegierung und Abfterben .
M Leßlich gab ihme der König ein ſehe
g ſcharffes und offtmals bewert.befunde.
tie nes Sdwerdt, mit weldem er an dem
Waſſer Eydor der Feinde erwartet.
Welche zwar ungeſtühmig genug ben .
rei de zugleich auf ibn loßgiengen , allein
nem in furßer Zeit dermaſſen übel von ihme
so zugerichteiwurden /daß ſie endrich über .
aber wunden i von ſeinen Händen den Lod
en erlitten .
Auf ſolche Weiſe rourden dieSadys
ſen dem Königreich Dånnemardt aufs
neue zingbar / und uffo von jederman
in boben Ehren gehalten i biß er ends
Blidi nach ſeines alten Paters Aba
ei leiben , die Dåbniſche Regierung ú .
N berkame , ſelbige aud) trefflich kiüge
lid ) und glücklich verwalteten und we
alik
gen ſeiner funderbaren Mitdigteit
Ho und Sanftmuth der Milde genennet
It wurde .
7
Er ware den Schweben ein Schico
ofen , den Dähnen aber dargegen ein
herrlicher Schuß und Zufiucht , als
unter dem ſie von den Feinden ben

" freya
64 Der Könige in Dánventar&
frenet1ingutem Friede und gefegneter
Nahrung leben konten .
Als er nun dergeſtalt in die 30.Jahs
rerin trefflicher Zufriedenheit i mit weit
und breit erhöheten Ruhm regieret hate
te gab er ſeinen Geiſt auf, im Jahr vot
Chriſti Geburt 264 .

xix . Dan 11.

D gelind I fanffrmüthig und


freundlich Konig uffu gewefen
ware fo hoffårtig , auſgeblaſen und
ftulą ware im Gegentheil ſein Sohn
Dan dieſes Namens der andere. Dan
nadyvem er auf ſeines Vaters Abſters
bendie Dähniſche Regierung angetre
ten / und viel ausländiſche Potentaten
nehmlid, die Slaven , Sadreni Churi
länder und andere mehr, mit ſeinen fiegs
reicher Waffen bezwungen hatte i und
alſo mächtiger und gewaltiger als feine
Vorfahren worden ware i úberhub er
fich deſſen ganę ungiemlich I wåtgete
fich in allerhand aftern und Ilppigters
ten : als ein fettes Maft -Sowein /wol
te doch dabey den Momen eines lóblich
regierenden Königes haben ,
Wit
ergeben
: 277 .
{
?.6 $ .

HUGLETUS
Profinfie.tegierăng po dohr Geb. A
127 Erlegtenpen ,schwediſcheSeeräúa
bes, Starb vor Chr Geb. A : 375.
leben / Regierung und Abfterben . 65

Wie er aber folch SchandLeben eis


me geraume Zeit mit hódyſtem Widers
willen der Dáhnen i getrieben hatter,
wurden die Dåbniſ: Reichs - Schåge
Hemlich geleeret alſo daß ſie durch cons
tinuirliches Panquetiren in groſſen Abs
gang geriethen, worüber er ſich beimi.
gråmte, erft feine übel- verbrachte Les
bens - Zeit betrguerte, und in folchem
Leidweſen ſeinen Geiſt auiffgabe i-im
Gahr vor Chriſti Geburt 227. nach :
bem er 37. Jahr regieret hatte.

XX. Huglei.
B zwar Hugletides Lafterhafften
D Dans Evhn /an Statur und Leis
bes Groſſe dem Vater nicht zu ver
gleiden ware/ſondern wegē ſeiner uns
anſehni chen Geſtaltder Kleine genens
net wurde , ware er dud) on Verſions
Zapffer -und Großmütigkeit weit groß
Fer/ und brachte das Dåhniſche Reich ,
welches durch Dans ſchlimm geführte
Regirung täglich abzunehmen begun
fel wieder in trefflichen Flor. '
Unter ſeinen topffermütigen Helden
Tha:
Der Könige in Dannemard

Chaten iſt diß nicht die geringſte 7 daß

M
er zween beruffene See - Räuberi den
Homoth und Hogrin / mit allem ihren
Ánhang in einem See - Treffen übers
wunden, und mit eigner Fauſt erivúrs
get /welche den Dåhnen vid Ubels und
Drangfal eine geraume Zeit zugefů .
get hatten. Wurdurch er ſich bey den
Seinigen trefflich beliebt machte, daß
ſie ihn biß an ſeines Lebens Ende in hos
hen Ehren hielten . Solches ereignes
te ſich aber vor Chriſti Geburt 175 .
nachdem er 52. Jahr in gutem Fried
und Wolſtand das Regiment verwals
tet batte.

Xx7. Frotho 11.

Eil Frotho von feinen Patge


MBHugleth alles Gute und Lobrůts
dige willig annahmyfu ſchlug er dems
felben auch in allen rühmlichen Thaten
böchſtglücklich nach.
Wegen ſeiner Tapfferkeit nennte
man ihn den Unerſchrocknen , als wels
ther, in einem blutigen Treffen , zehen
Norwegiſche Fürſten erleget hatter auf
cinec
1.66

ng orgeht eb
indie Regieru v .S
en :A:
ſc
Ergi hl g de
uni ťd en
nl iorwegiſchen König ,
12 in ne ri Schwed gehaltrien
ht nbs ben .145 .
Schlac in Le .A
Leben /Regierung und Adfterben. 67

einer Inful, die hernach von ihme den


Namen überkommen und Frode- Ins
fülogenennet worden.
Åls er auch den Norwegiſchen Kis
nig Frogern ſelbſt gerne aus dem Weg
geraumet háttel und aber wol wuſte i
daß derfelbe mit vielen ſchwarzen Kúns
ften begabet ware / ihn auch deßwegen
viel für einen GOtt hielten ; ihm doch
dabey nicht unbekannt ware, daß der
Jenige gemeldten König Frogern ús
berwinden wůrce/der ihmezur Zeit des
vorgehenden Kampffes den Staub
mit der Hand unter den Fúffen würde
hinweg nehmen , als erdachte er fols
gende Liſt :
Er bote Kón. Frogern einen Zwers
kampffan /mit vermelden/ weil er vers
nommen , daß er feines gleichen im
Fechten nicht hätte i als wolte er gerne
von ihm ein und anders erlernen, bes
gehrte cabeyler følte ihm anzeigen, wie
man den Kampff anſtellen muſte.
Da erfreuete ſich Froger /d3 Frotho
die erſte Bitt an ihn gethan/ und gab
ihm zur Antwort er thåte weißlid) in
dies
Der Könige in Dåmemard

dieſer Sacheverfahren / daß er geſtúns


derſchlechte Wiſſenſchafft im Kampffen
zu haben, welches ihme zu ſeiner Wurs
faljrt in etwas gedelyen móchte.
Hierauf hatteFrogerzu beyden Sein
ten zween gevierte Plåße einer Ellen
groß , mit der Hand auf der Erden ges
zeichnet/und wolte alſo durch des Drts
Erkäntniß den Kampff anfahen , dann
wie er dieſem angeordnet, nahm ein jes
der ſeinen Plaß ein.
Es begehrte aber Frotho von dem
Froger ſeine Waffen und ſeinen Plan
mit ihme zu tauſchen /welches diefer gar
willig,geſchehen lieſſe / weil Frotho eis
nen güldnen Knopf an ſeinem Schwert
und gleichfalls einen güldnen Panger
gehabt.
Indem diefe Abtauſehung vorgten .
ge 1 erwiſchte Frotho behend von dem
Drt den Staub mit der Hand /rou vors
hin Froger geſtanden , in Meinung /
hierdurch einen groſſen Anlaß zum
Sieg überkommen zu haben .
Dieſer ſein Anſchlag ſchlug ihm auch
nicht fe, l/ Dan Froger wurde/nach kurs
Ber Gegenwehrſoon Frotho überwuns
den
rung und Abfterben . be

Leben gebracht. Auf fole


langte Frothu bey den
noch bibern Ruhm und

der Schwediſche König


5 Schwebers Frogers
en / nahm er ihme vor
yeni führte dannenbero
Heer wider König Fros
1 Eil auch eine ziemliche
Auff die Beine brachte /
Gewalt mit Gewalt zu

Der Schlacht ließ ſich als


iſa ). Seiten trefflich wul
Echweden ſich ſchon nach
Tahen / und auszureiffen
Beil aber Gothar ihnen
Muth einſprache und
anfekter wurde endlich
åbnen entzogen / und
aufderWahlſtadt tudt
fahr vor-Chriſti Geburt
3.Jahr löblich regies
Eet batte.

XXII .
go Der Könige in Dannemard

XXII. Dan 111.


Gerauf erwählten die Dånen der
14. jährigen Pringen Dan zu ih.
rem Könige/welcher noch in ſeiner blús
henden Jugend vortreffl. Merd -Zeis
chen eines heroiſchen Gemüths von fich
bliden hieſſer und dem Vater inallem
preiß-würdig nachartete.
Es vermeinten aber umb dieſe Zeit
die Sachſen ,gute Gelegenheit zu has
ben /des Dåhniſchen Reichs ſich zu bes
mächtigen, weil ſie ihnen einbildeten 1
König Dan wäre nicht baſtand / ihrer
Gemalt ſich zu widerſeken i als deſſen
Jugend our den Waffen ein Entfeßen
wurde von ſich ſpühren laſſen , ſchickten
dannenhero ihre Legaten an König
Dan /welche mit trozigen Worten den
Tribut fordern oder den Dåhnen den
Krieg ankündigen folten .
Als nun ſelbige dem König beydes
vorſtelletens eines davon zu erwählen
ſagte der König unerſchrockeni Er und
die Seinigen wolten lieber in einer
blutigen Schlacht ritterlich ſtreitend
ſtero
5.70 .

en los
zu ih
er blu
4:20
confian
nalea

fe za
zu hata
3 31
Deta
three
dolce
nities
Didid
King
tended
ten M

berov
DAN.III .
thlen !
u Crafindie Xegierung por Chr.Seb.A
eina jusHtwarg dieFachlen.Ward tort
citend den Schuiredčerſchlagen wor Chr:GebA.70
ster
11
ben / Regierung und Abfferben . 71
| als in Schanden leben / und
r feyn. That darauf alſobald
Inordnung zu einem tapffern
rſtand / weil die Sachſen ſich
lange ſaumten , die Dåhnen zu
Ellen .
begegnete ihnen alſo mit dermaro
pffern Helden - Muth / daß ſie
flichen verlobunendlachten die
en niederlegen , und den enigen
it den Dáhnen erlegen muſten i
vorherb von ihnen fu trvßig und
útlig begelret hatten .
3 nun König Dan eine ziemliche
n gutem Wohlſtand das Riegie :
De eriſhet hatte, ware er darauf
t/ wie ex ſeines Vatern Tuban
bi des Königs in Scyweden
ir's Sohn , råchen möchte , ale
linfall traffihn ſelbſt /dann ges
r Konig & 'olph zog ihm mit ges
cr ceressMachtentgegen / lies
m eine Schlacht / darinn Kos
Dan den Kürgern zuge / und mit
n Leidweſen ſeiner Dähnen auf
lag bliebe im Jahr vor Chriſti
72 Da Königs in Ddunemand

Geburt 76. als er 69. Jahr in gutem


Friede regieret hatte .
Bey ſeinen Lebs - Zeiten und Regies
rung waren die Cimbri ber hundert
tauſend Mann aus Dånnemarck gerus
gen / und hatten die Rómer in 4. Felda
Schlachten erleget.

XXI11 . Fridlef 1 .
Ach König Dans Abſterben ers
langte ſein Sohn Fridlefdie Dås
niſche Regirung/ und verirattete felbis
ge mit grofjem Ernſt / Eiffer und
Sorgfalt. Man nennte ihr den
Schneien /walalles / was er vorna'ys
mei dynell muſte verrichtet werden .
Mit ihme machte Huyrwill i ver
Fürſt in Holland einen Bund/ und bes
kriegte Norwegen bezwang auch daf
felber wurde dadurch ſehr hochymüthigi
nahme Broddon / Bildum Bugon /
Fanning undGurholm in ſeine Geſells
fcbafft und brache den mit den Dåhnen
To theuer beſchwörnen Bund ganzmeis
neudig alſo daß er / ehe rich König
Fridlef . deffen verſahe den Dåhnen
ins
iegi
Endal
gelo
Fels

D
alby

den
Lily

FRIPL FU
E S
Cratindie Regierungmi & eb.A .
Gingelland cr
176 Hrachte ünsilaryzu
leinen tich Stäitvoruh :SebA39.

Leben / Regierung und Abfterbent.
ins Land fiele / und alles feindlich trat
ctirte und verheerte.
Der König ſchlieff in deſſen nicht
ließ in aller Eil alles in die Waffer
kommen / zoge damit ſeinem meineydi =
gen Feind muthig entgegen / lieferte ih=
me eine Schlacht /worinnea dermaſſen
hißig gefochten wurder daß beyderſeits
gar wenig durch die Flucht entronnent
fondern beyde Hauffen einander faſt
gar erleget/und aufgerieben / und die
Schlacht mit zweiffelhafftem Sieg ges
endet worden .
Des folgenden Tages hatte ihme
König Friedlef fürgenommen / mit
Huyrwid /Gunholm /Bugor und Fans
ning allein zu ſtreiten / ( ſintemaldie de
brigen zween, als Bildus und Brods
du / aus Furcht überwunden zu werden ,
ausgeriſſen waren / ) damit fein übers
Sliebner Hauffe ſich nicht auffs neue
bórffte in Gefahr begeben .
Dann überdißi daß er vor ſich ſelbſt
son Natur ſehr tapffer und mannlich
varer fo hatte er auch ein Kleið an
purch welches niemand hauen oderſtes
hau chen
74 Der Könige in Dannemare
chen konte . Er hatte auch die gangeSa
che gar heroiſd ) angefangen ,und glúds
lich zu Ende gebracht i alſo daß er den
Huirol ) Bugo und Fanning nach
langem Widerſtand erleget.
Gunboim aber i weil er durd, reine
Zauberey König Friedlefs Schwerde
gang ſtumpff gemachet, wurde von ihm .
10.offt mit dem Degen - Knopff um den
Kopfgeſchlagen.Daß < endlich aucer
liegen müſſen .
Nis er nun auf folche Weiſe reine
Feinde beztoungen hatte, machte er ſich
vor die Stadt Dublin in Hibernien
und weil er ſie wegen ihrer ſtarcken
Mauren nicht erobern Ponter liefie eri
( eben wie König Hading vormals
gleiche gifte gebrauchet, unter die Flü .
gel der gefangenenin der Stadt niſtene
den Schwalben feurige Sdymamm .
lein binden / und ſie alſo wieder zurudi
in ibre Néſter Riegen / darauf daun das
Feuer plößlich in vielen Häuſern aus .
brache und die Bürger in groſſe Noth
bradte.
Indem nun ſelbige mit Lefchung
des
Feus
tchen / Regierung und Ubferben . TS
W Feuers beſchäfftiget waren1 ktúrmete
os Kinig Friedlef die Stadtweit ftárcfece
als vorhervy und bekame ſie endlich in
feine Geralt, weil die Bürger lieber
bem Feuer ſteuren, als ſich wider ihrenz
* Beftůrnier wehren ivolten .
W Nach dieſem , als er in Britannien
fein meiftes Volcf verlohren harte /und
M man vermeinte 1 er wurde ſchwerlich
of wieder an das differ kommen Dürffen
brauchte er eine neue Kriegs - liſtums
alſo der ihmezubereiteten Gefalır deſto
31
ficherer zu entgehen.
7 Dann er richtet die Cörper der Ers
schlagenen auf, und ſtellte ſukche in eine
gute Ordnuna daß man nidt anders
meyote / es wäre wieder ein ſtardes gen
waltiges Kriegs - Szeer vorhanden ,wie
ehemas 1 und hatte er bißhero gar kei
nen funderlichen Verluft erlitten .
3 Hiermit hatte er nicht allein dem
Feind alle Hoffnung des Streits hins
digenommen , ſondern auch Anlaß zur
chåndlichen Flucht gegeben ,
Wie er dieſer und
dergleichen herra
glide Thaten mehr verrichtet hatte
fide Thaten bes
76 Der Könige in Dånnemard

bekam er guten Fried vor allen ſeinen


Feinden regierte noch eine geraume
Zeit in auserleſnem Wolſtand/und bes
zahlte endlich die Schuld der Natur
im Jahr vor CHriſti Geburt 39. im
37. Jahr ſeiner Regiements - Vers
waltung.

XXIV . Frotho 111.

Ach König Friedleſs Tud wurde


ſein ſieben áhriger Sohn Frotho
III. von den Dåhnen einmütiglich zum
Konig erwählet'; weil er aber Alters
halber zur Regierung nicht fähig warer
als wurden ihme Weſtmar und Culo.
zu Hofmeiſtern geordnet ; Sſulf und
Aggu/ nebenſt noch acht andern vors
nehmen Herren aber, verwalteten als
Reichs- Råthe im Namen des Konie
Regiment.
ges /das ganke Dåhniſche

Wie er aber zu ſeinen verſtändigen


Fahren gelangetel und ein gang herot.
ſches Wefen aus allen ſeinen Hande
lungen hervor blickte/nahm er die Res
gierung ſelbſt auf ſich und zeigte gnugs .
ſami
2.76

en
ne

వం
118

un
-D 9
9

FROTHO , III ,
Crat in dieXegierungvorch : Sebagbe
s Brangliorungen Schiede,Paleren lam ban
Frigrlian Imland uilingorn nyari wonerom
gs
agente es gefta fcuter wherstodet A
mil
Leben / Regierung und Anfferben . 77

ſam i wie geſchickt er ware / ein fo


måchtig Königreich zu beherrſchen .
Undals ihmedie Seinigenohnuns
terlaß in den Ohren lagen , ſich mit eis
ner, feinem Königlich .Stand gemäſs
ſen Fräulein zu vermählen, ſchickte er
Teine Geſandten an der Hunnen König,
um ſeine Tochter Hanunda zu werben ,
welche ihme dann nicht abgeſchlagen
wurde/ſondern gemeldter Kúnig begas
beſich mit ſeiner Tochter ſelbſtauf den
Weg , kame mit den Gefändten in
Dånnemarck an , wurde von Frotho
freundlich empfangen , und / nach geen
dig em Beylager,wider Königlich bes
gabet, in fein Reich gelaſſen .
Hierauff hatte Kinig Frotho drey
Jahr lauter guten Frieden und ware
neimand, der den Dåhnen etwas wis
driges anzuhaben begehrte.
Hierdurch wurden die Hof- Leutelås
ſtern, fiengen allerhand ſchlimme uns
leidliche Händel ani (chåndeten die
Jungfrauen wo ſie derer babhafft
werden konnten , mit Beprobung/ wo
fie ſolches eröffnen würden , ihnen die
D 3 Sals
78 Der Roni 10 IL Daunenard
Stje zubrechen ; Ja des Hofmeiſters
Weſimars einer Sohn i Grepp.ge
Dannt ! Theuete fich nicht / aud fo gar
des Kidnigs eigene Gemahlin zu ſeinegg
fdsåndſiden Willen zu bringen und ſic
zum Elbruch verleiter .
Des Königs Schweffer Gunwart
Ware gleid ,falls nicht ſicher vor ihmer
ondern muſte fich nach einer ſfarden
Wacht u infehen / Damit ſie dieſen beile
Jofen Tropffen entgelyen móchte .
Diefe und dergleidyen leichtfertige
Stůdlein verábte Grep and fein Ans
hang ohne Sdeu / davon aber der Kos
mig nicht das geringſte wufter noch wife
Fen konte , weil Grep vorgaber es konts
te niemand vor den Konig konmmesi
er bråchte dann ffatrliche Gefchende
mit. Daß affo das arme Pole hierú.
ber heffrig feuffeterund den König nicht
wenig zu hoffen begunte.
Coldes erfuhr der Roridegiſche
Sinig Gothar gar bald und vermein .
te/dieſes würde eine bequemliche Gelen
genheit feon , das Königreich Dánnes
mardmit dem Seinigen zu vereinigeni
Leben / Regierung und Hbfterbeit . 79
tex
truge dannenhero ſeine Meynun9,
gu Dannemard mit Krieg zu überziehen
94 feinen Kriegs . Leuten vor / und be
Eine
gehrte ſich ihres Raths zu erho feni
08 welche faſt alle ihme riethen ſein 3ors
haben fortgehen zu laffen / und den
Frotho , als einen verhaſſten König
der gar leichtlich von den Seinigen
do
tvůrde verlaſſen werden /ju vertreiben .
Nur der einige Erich / Regners / eines
erfahrnen Kämpffers Sohn hielte
das Widerſpiel mit folgenden Bore
IN

i
irs Wir wiffen / daß offtermals diejes
nigen , welchenach fremden Dingen
$ getrachtet / ihr eignes verlohren . Dift
ti hat einer 1 der zweverley zuhabenbere
langet ! beydes eingebüffet.
Majeftåt ſteiffet fich vergeblich auf der
Dåhnen beimliche Feinddafft/ wider
ihren Fiinig , welche gemeiniglic , vers
fchwindet/wann fid ) ein Feind nur von
IN
ferne zeiget . Dann obgleich jego die
Dáhnen ſcheinen befftig wider einans
En1 der ſelbſt zu feyn werden ſie doch , bald
ihrem Feind einmüthig und eintråd tig
einmithis 4
Der Könige in Dånnemard

unter Augen treten . Jederman ift


lieber einem einheimiſchen als fremden
Fürſten unterwürffig. Eine jede Lands
Ichafft iſt einem Konig, fo von ihrer
Nation Tierſtañeti weit mehrers zuges
than, als einem Ausländer. Sowird
auch Frotho nichtwarten biß Eure
Majejtåt ihm ins Land fallen ,vielmehr
wird er au Ter ſeinem Reich derofelben
ertvarten , und die Spigebieten . Sols
che und dergleichen Worte brachte das
zumal Erich vori und wurdedeßwegen
von ſeinem Kinig mit dem Namen eis
nes Beredtfamen begabet ; nichts des
ſtoweniger aber / drange der meiſte
Hauffe durch und wurdebeſchloſſen !
den Kinig Fruths auf vielerley Weiß
und Wege zum Krieg zu reißen , in
Hoffnung, die einheimiſche Dåhniſche
linruhe dadurch zu vergröſſern .
Einer / Namens Rafnus / bekame
fu fort die Freyheit / auf der See den
Dåbnen allenthalben beſchwerlich zu
feyn / und ihnen hinweg zu nehmen /
was er bekommen konnte. Hiers
pon aber bekamen die Dåhnen bald
Lufft!
Leben , Regierung und Abferber, 81

Lufft , dannenhero ein beruffner Sets


Jauber / Namens D008 , ihme gleich
entgegen geſchidetwurde , der ware in
der Zauber. Kunfi dermaſſenerfahrend
daß er uffimals ohne Schiff auf dem
Meer einher fuhreierſdridliche Unges
witter anrichtete , und die feindlichen
3 Sdriffe zu Grund ſendte.
Dieſer nun erwartete der Norrre.
1
ger mit inſtändigen Verlangen und
als er ſie zu Geſicht bekame, bezau .
berteer durchfeine Verfe ihre Geſich ,
ter / daß ſie nicht anderfi meinten 1 es
båtten die Dähnen lauter feurige
Schwerdter , mit welchen ſie alles zu
Il
Grund richten würden was ihnen
portáme.
Wurde alſo Kafnus mit den Seia
nigen beßlich gebuget / daß nicht mehr

als 6. Soiffe wieder in Norwegen an
tamen , welche andeuteten, König Fros
tho ſey bey den Seinigen ſehr verhaffeti
m
werde vor einen Tyrannen gehalten /
und nur von etlichen tapffera Kämpfs
fern vertheidiget.
Wie nun Rollo i Erichs Bruder i
DS der
El
der von Natur zu fremden Dingen ges
neigt ware / und ausländiſche & aden
gern in Augenfchein nahme i folches
Doraeben vernahme, thate er alfobald
ein Helébd / nicht eher zn ruhen/ biß er
an Frothons Hof wäre aufgenommen
worden i und folches in der Chat and
Barheit in Augenfehein genommen
hätte.
Dbihn auch gleich Erich von diefem
fcheren Gelábd zurácke fiehen wolte .
ware Dod alle angewende Mühe und
Fleiß vergebens 1 ja Frollo richtet bei
Erich an vielmehr ſoviet aus,daß ſelbim
· ger gleichfals ſich verbande i feinen
Kopff nicht ſanfftzulegen i biß er lidt
an Froihons Hof befánide.
Nachdem fie nan alles ,was zu emer
fütchen Reiß erfordert wurde , famt eersom
ner ziemlichen AnzahlKriegs. Leutevon
Kóng Gotharn überkommen hatten /
machten fie fich mit dreyen Saiffen
aufs Meer /und fuhren frölich davon .
te maten aber noch nicht gar ant
das DåbnifdycU er kommenida chica
te Eruch zween Sundſchafter aus /welo
LebanyKegieriine and offerben. 83

Et dhe der Dåhniſchen Sprache molers


fahren / ilyre Kleider zurüde gelaffen
10 batten und bey dem Dåbniſchen Sees
e Rauber , der mit fieben Schiffen fich
U nicht weit von ihme befande i ankom .
mendi vorgaben ſie Feyen geborneDále
nen / und von Erich ſehr übel tractire
1 worden / våren frobidaß ſie mit dem les
ben davon gekommen , und nunmehro
1 fich ben ihm in Sicherheit befáns
den
Dodo nahm fie hierauf ſehr freund.
lich auf / und hielte alſobald mit den
Seinigen Rath , des Morgens in nito
kerfrühe die Dáhnen zu überfalteri che
fie noch rechtden Schlaff aus den 2u .
gengewiſchetbåtten / gab auch davris
den einigen Befehl / die Schiffe mit
Steinen / fo zuin werffen bequemlich !
auf das fleiffigſte aazufüllen / als wors
durcy die Norwegen iyrer Untergang
gar gewiß empfinden mården ; diß al.
les hatten die Seundſchafter mit
angehöret / nahmen dannenbero AA .
laßt ber finſterer Racy auszureiffen /
und folden Anſchlag ihren Herin zu
hins
84 Der Könige in Dannemart

hinterbringen , wie ſie dann auch glüc .


lid) entronnen und bey Erich anlängtē .
Kaum hatte er der Feinde Vorbas
ben verſtanden , ließ er ihm einen Kahn
zuführen i feßte ſich darein / und ruderte
in aller Stille um die Mitternachtso
Zeit biß an die feindlicheSchifferdurch .
borte an unterſchiedlichen Drten die
Bretter , ſo dem Waſſer am nächſten
waren / und begabe ſich alſo / unbera
ine: ckt der Dåhniſchen Schildwachti
wieder zu den Seinigen .
Und weil es nunmehr die rechte Zeit
ware / fich den Drbnen zu zeigen i als
llef er feine Schiffe auf dieſelbe toß ges
ben ; da indeſſen jene genugfam mit
Ausgieſſung/des in die Schiffe mitges
walt bringenden Waſſers /zu thun hat .
ten / und endlich insgeſamtſamtihrem
Dberhaupt Dido von den Wellen vers
ſchlungen wurden .
Als Erich durch eine ſo treffliche
Sriegs Lift ſein erſtes Probſtúct wider
die Dåbnen gethan 1 und nicht einen
Mann der Seinigen verlohren hatte i
wendete er fido nad) der InſelLeffodas.
felbft
Seben Regierung bud Abfferben .

Telbſt er zwey Schiffe wieder zurücks


é fchickte /weil dieLebens -Mittel abzuneh .
men beguntens er ſelbſt aber kame nachy
Speland/und gabe den Seinigen Bes
hu
fehl fich ans Land zu begeben , und was
fie vor Vieh bekommen könnten nieder
zu ſchlagen und ins Schiff zu bringen ?
DiC die Haut aber am Ufer liegen zu laſo
ten laſſen .
Solches erfuhren die Einwohner
517 gar bald rüſteten dannenhero etliche
Schiffe aus / um ihre Rauber damit
wieder einzuholen / weldes Erich leidt
(5 muthmaffen konnte i lieſſe Dannenbero
das geſchlachtete Bieh an Seiler bina
mit Den / und alſo tieff hinab ins Waſſer
hencken / daß nicht das geringſte dabom
Bes
tonte geſehen werden .
Und als die Syelånder ankamen
begehrte er von ihnen, ſie follten fecklich
in Fein Schifftreten i und die genauca
he fte Nachforſchung thun; er wüſte nicht
M daß ihnen etwas wåre entwendet wors
den .
Sie fanden aber nichts / tamen alſo
den auf die Gedanden i als wären es viela
IBA D7 leicht
86 Der Könige il Dannenrard
leicht andere geweſen ,baien Erich buch .
lich wuer Bergerhung und fchieden wie
der Frólich von ihme.
Diefe und dergleichen andere ſchlaue
Handel richtete Erich hin und widerr
An biß er mit ſeinem Schiff in den
Þafen einlieffe I wouun Kenig Frotho
lidy dajumals näht weit enthielt der
unterdeſſen erfahren hatte / daß Qde
do mit der Seinigen ertsungen wärer
dod unwiffend A wie es damit zuge .
gangen
So bald feine Änkunfft vor den
Rónig lame begabe ſich Grepy deffen
wir oben Meldung gethan / in allee
Eilandas Meer , um zu vernehmen
was ſein Begehren tråre ? und weit
er ſehr hochmuthiger Worte fid ) gegert
den Erid) gebrauchte 7 mufte ers and
wieder von ihm einnehmen. Ai dody
gant verblümter Weife : woraus aber
Grepp , kuk Snåge verfehen kuntem
daß Erich um eine unziamlicheLiebe
mit der Königin guteWiſſenſchafft has
ben můjke
Hierüber entrúftete ſich nun Strep
Leben / Regierung und Abferber. 87
Dermaſſen /daß er voller Grimmzurück
tehrteſ und im Augeſicht der Königs
fchwure i fich an Erich zu råchen , und
dod, die Urſache dieſes ſeines Zorns da .
#bey unangezeiget lieſſe.
Indeſſen gab aber König Frotho
1 Befehl " den Erich mit den Seinigen
vor ihn kommen zu laſſen : welcher ein
1 Stück Eiß zu ſich nahme i felbiges in
ein ſauberes Tüchlein mickelte, um das
mit eine neue Lift zu erdenden , und ins
Wer of zurichten .
Es war eben Winter Zeit als Erics
vor dem König erſchiene i Dannenhero
in dem Königlichen Palaft ein ziemlich
Feuer geſchieret ivare7 um welches der
König i nebenft ſeinen vornehmften
Herren /ſtdh geféket hatte .
Alſobald fragte ihn Colon , der die
Königlichen Geſchenck in Verwahrung
hatte i ober keine Gaben mit ſich übers
: bracht hätte ? worauf Erich das Stück
Eiß heroor joge i und mit Fleiß über
dem Feuer ſolches gemeldtem Colon zum
langter damit es zerſchmelgen
wiedann audy gefchahe. möchte i
88 Der Könige in Dånnemard

Die Anweſende megneten nicht ans


derſt weilſie den Glans des Eiſjes faha
es våre was hód ſikoſtbares i welches
durch Colons Unachtſamkeit nun in das
Feuer gefallen und zerſchmolgen wärel
dañenhers auch der arme Colon ſtehen .
des Fuſſes folc) verwarloftes Geſchend
mit dem Strid bezahlen muſte.
Der König begehrte ferner von ih ,
me zu wffien /was die Urſache feye, duf
Grepp ſo ſehr gegen ihn entrüftet wor .
den ?
Eric gienge gerad heraus / und anto
wortete, weil er durch meine verblümte
Reden , ſeines mit Eurer Majeſtåt Ger
mahlin begangenen Ehebruches von
mir überzeuget worden , worüber die
Rönigin fich im Angeſicht gant entró
tetes und endlich ihre ſchåndlich begans
gene That frey offentlich bekannte.
Unterdeſſen ſprange Grepp behend
aufin widens den Erich ums Leben zu
bringen , dem aber Roder mit bloſſem
Schmerd begegnete/und ihm den Gars
ausmachteiehe er den Erich verlegen
tonte ,
SS .
Sebeufs egierung und Zbfterben. 89

Kinig Frotho ſahe dieſes felbft mit


hel anjund konnte Rollers That nicht al
het lerdings unrecht ſprechen ,weiles eine
Nothmehr geweſen , doch fagte er zu
te beyden : Ich fürchteres méchte euch mis
y derfahren , was man insgemein zu fas
74
gen pfleget : es habe ſich nemlich man
cher Überwiņder feinesSieges eine gar
kurge Zeit zu erfreuen.Dem aber Erich
' verfekte : der jenigever . ienet von Eus
rer Majeftåt keinen Verweiß ! Deffen
Chat die Gerechtigkeit felbſt entſchule
diget. Wie er wolte treiter redeni
te knivſchten des erteidteten GreppsBrús
y der mit den Zähnen , ſchaumeten vor
2 Zorn u
/ nd fehwuren , ſich entweder an
allen Leuten des Erichs zu råcben / uder
mit ihm und ſeinen 10.vornemſten Gies
fellen biß auf den Tod zu kämpffen .
Erich nahme das legtere Begehren
an , wendete ſich zum König/ und bate
!
nur drey Cage Aufſchub / ſich zum
Kampff zu bereiten i verlangte auch
nicht mehr als eine Haut von einem ges
21
ſchlachteten Thier .
Nach deren Verwilligung machte
er
go Der Könige in Dannemard
er ihme und den feinigen Schuhe vori
gedachter Haut/miſchte Hart unter die
Haare aufden Sohlensum deſto unbe,
weglicher darauf zu ſtehen .
Ér ſtellte ſic dabey i als ob er nicht
gewuhnet ware / auf dem Erdboden zu
kampffen / ſondern forderteFeinen Ges
genpart auf das gefrorne Meer i wels
cher damit auch wol zu frieven ware.
Onzwiſchen muſte Errd mit dem Kó.
nig Safelhalten /welcher ſich über ſeine
fonderbare Verſchlagenheit nicht gee
nugſam derrounderti konnte. )
Unter andern befahl Froilo reines
Schweſter eine grofie Schale mit köfte
lichem Getrånd dem Erich zu überreia
chen , welcher die Hand verſelbens dare
mit fie die Schale hielte, ergriffen und
König atſo anredere :
den
Solid dieſesGeſchenk Großmach.
tigſter König ! von ſeiner Frengebigkeit
bekommen ? beſtåttiget Zure Majeſt.
mir das jenige zu verebren /was ich mit
meiner Hand hälte ?
Weii nun der König nicht anders
meinte , als wäre ſein Abſeben nur auf
dic
Leben / Regierung und Abfterben .

die Sdalei, verwilligte er alſobald in


Eriche Begehren , der dann voller
W Freude die junge Prinseſſin umfangen
wolte , als welche ibmemitder Schale
wåre geſchendet worden .

01 Allein der König wolte darein nich


willigen i fondern ſagte / bey und pflege
die Jungfräuliche Freyheit unverleget
gehalten zu werden deine Chat has
hierinnen zu verſtehen gegebeni - daß die
FISK der Wigigften keiner ſeyeft.
08
Erich ſtellte ſich dagegen 7 als ob er
ihre Hand abidineiden wolte/mit bey .
76 gefügten Worten : Wo id) ja mehe
genommen als mir Eure Majefiåt ge
fchencket/oder woich es gang nid)t bes
halten darff , fo wird man mir doch den
jenigen Theil, den man mir aufrichtig
gegeben nicht abſchlagen .
Als nun der Kinig feinen begange.
nen fruthum erkandter und ſeine Wort
nicht zurüđenehmen wolte / als toßer
ihme das Fråulein verabfolgen ; in wils
léns, ihn aus dem Weg zu raumen , ehe
er ſie ihme vermehlte.
92 Der Könige in Dånnenard

Die Zeit des Kampffs war


nun ins
deſſen Herbey gekommen , da Erich ſich
mit den Seinigen in ſeinen ſonderlich
hierzu bereiteten Schuhen aufdemEiß
einfander und ſeiner Feinde mit Vers
langen erwarteter welche dann auch
um die beſtimmte Zeit erſchienen / aber
gar bald den Lohn ihrer Verwegens
heit,nemlich den Codi empfiengenweil
ſie auf dem Eiß nicht veft ſtehen konns
ten / fondern ſtets hin und her manches
ten, da hingegen Erich und die Seinis
gen unbeweglich ſtill ſtunden / und ih .
ren Sieg verfolgeten .
Er ware aber kaum wieder beym
Konig angelangt,da fuchte Weſtmar
auch Händel mit ihme zu haben / und
bote ihme einen ſonderbaren Kampfan .
Er liefſe nemlich einen von Weiden
geflochtenen groſſen Ring berbey brin.
gen /mit dem Beyfa /weldjer dem ans
dern dieſen King ( an dein ſie zugleich
zielen wolten aus den Händen reiſſen
wir e , der ſolte als Ulberwinder dem
Uberwundnen das Leben zu nehmen
völlige Macht und Gewalt haben .
Eirch
Leben / Regierung und Ubfterben . 93

Erich muſte Schanden halber auch


in diß Begehren willigen , wiewohler
Vortheil in dieſer Ubung muſte.
wenig
Es glückte ihm aber die Sache fu woll
daß er ſich gank krafftlos ſtellend bes
hend feinem Widerpart den Ring aus
den Händen brachte und ihme jugleich
ohne Verzug den Hals brache, undals
fu Weſtmar einem andern eine Grue
ben gegraben hatte , darein er ſelbſt
1
gefallen / und elendiglich verderben
is müſſen.
Weil aber auf ſolcheWeiſe des Kos
nigs vornehmſte und tapfferſte Leute
von Erich waren -aufgerieben worden !
ergrimniete der König hierob dermaſa
fen /daß er feinen Dolchen von der Sei
Eten erwiſchte / und ſolchen nach Erich
warffer in Meynung,ihme damit den
Saraus zu machen .
Allein Gunvara ,als Erichs verſpro
chene Liebſter hatte ihn bey Zeiten ges
warnet/daß er/ eben als der Wurff ges
fchaherfich bůckteund alſo der Doichen
in die nechſte Wand fuhre. Welchen
es
Erich behend becaus zogei ſich damit
bes
94 Der Könige in Dannemard

demütig gegen dem König kehrte/ und


fagte: wann man Gäſten Geſchend
geben will , fu pflegt man folche ihnen
darzureichen, nicht aber hinzuiverffeni
Eu . Majeſtät Geſchend würde noch ſo
eDel ſeyn / wann ſie die Scheide darzu
håtten verehren wollen .
König Frotho ſchämte ſich ſeines bes
gangenen Fehlers i verkehrte die Rady
in eine neue Freundlichkeit/ und reichs
té ihme die Scheide auch dar. Des
Nachts weckte Gunvara. ihren Erich
aus dem Schlaff, und zeigte ihme an i
wie es gewiß umb ihn geſchehen feyn
würde / wo er nicht durch eine Flucht
ſein Leben rettete.
Er ward von ihr ans lifer des Mees
res begleitet allmuer des Königs Flots
te fander und hin und wider die Bret
ter der Schiffe zerſpalteter und dabey
doch alfo verfuhre i Daß niemand die
Verlegung beobachten konnte. Sein
Schiff aber ließ er hierauf zurüſten /ber
gabe ſich mit den Seinigen darein i
und fuhr alfo ab .
Diß war nun kaum werkſtellig ges
Seben / Stegicrung und Abfterber
machetida erfuhro frotto
und
Fluchtreilte dannenherv feinen Schifi.
fer zur in willens den Flüchtigenze nie ,
Der einzuholen ; eraraber kaum aufs
Pen
Meer gekommen , da drang dasWap
fer an allen Drten in die Schiffe mit
Find allem Geralt, alſo daß Frotho mies
wuler mitWaffen ſehe beſchweret mori
36
ret mit Schwimmen ſein Leben zu rets .
70
tentrachtete.
Alls diefes Roller und Erich auf ih
rem Schiffe beobachteten , prangen
Edhe
The geſchwind ins Meer 7 und kamen
eben bey Fruthu an /als er zum drittens
-11
mal von den Wellen ware bedecet
ht
worden ; Erich ergriffe ihn haſtig
bey den Haaren , und 30g ihn alſo mit
"
ſich ans Land,da inzwifchen die ans
Dern Königlichen faſt alle ertrunden
waren .
Wie nun Frotho in etwas wieder
it
zu ſich ſelber kame i fienge er an , heffs
11
tig zu klagen / daß er als ein bißhero
continuirlicher Uberwinder nunmehro.
!
ſeine Freyheit verlvhren 7 und nicht
werth feyi Das Lebens - Lidyt långer
36 Der Könige in Dannemard

anzufchauen , bate dannenhero inftáns


dig ihn des Lebens zu berauben , weil er
doch nicht långer ehrlich leben könnte ;
wolte aber Erich ihme hierinnen nicht
wilfahren/ fo folle er ihme duch vergona
není ſich ſelbſt mit ſeinem Schwerdt
dem Tode aufzuupffern.
Erich aber antwortete/ weß er ſich
zeihete ? er fer von niemand überwuns
den worden /ſie waren ihme guter Meis
nung zuHülffe gekommen / undhätten
ihn aus augenſcheinlicher Lebens -Ges
fahr errettet / sb er ſie dann deßregen
vor ſeine Feinde halten wolte, weilſie
ihme ebē zu rechter Zeit beygeſprunge ?
Ja Erich feste hinzu, wann der Kos
nig ihme ſeine Schweſter nicht zurGes
mahlin taſſen roulte i ſey er bereiti fic
fahren zu laſſen , weil ihre Jungfraus '
ſchafft noch unverleßet . Im übrigen
wolte er ſich glückſelig ſchågen , wo ihn
der König feiner Dienſte würdigen
molteler ſey erbộtig, ſein Blut vor des
Königs Wulfahrt ausjuopffern.
Hierdurch wurde Frothons Herta
dermaſſen erweichetidaß erÉrichen mit
fich
Seben / Regierung und Abfferben .

ſich umbkehren hieſſe/und bey Ankunfft


in die Königliche Reſidenßi feine vor
nehmſte Bediente zuſammen forderte /
auch in Gegenwart derſelben, dem Es
Schweſtervermåhlte und zu
rich ſeine
of gleich zu ſeinen Kriegs - Hauptmann
ernennte.
Er fügte auch hinzu 1 er habe einen
Eckel an ſeiner untreuen Gemahlin
Hanunda ,die wolle er ihrem Vater
# wieder zu ſchicken , damit er vor ihrer
» Hinterliſt geſichert ſeynmódyte, an ih
rer ſtatt Tolle Erich umb König Gi :
thars Tochter Alvilda in ſeinem Nas
men werben / als die er zu ſeiner künffs
tigen Gemahlin a'iserſehen .
I
Erich lobte das Vornehmen des Küs
nigs/ und verſprach 7 in allem willige
Folge zu leiſten , mit dieſem Beyfaşi er
1
hielte vor ratafam / daß der König feis
ne verſtoſſine Gemahlin dem Roller zu :
freyen fulter als von dem er ſich nichts
ůbels zu befürchten båtte. Worein
der König und Hanunda gar gerne
willigten / und alſo beyde Brüdere in
einem Tage Hochzeit hielten /da Erich
des
98 Der Swae hit Dånn'inard

des Königs Schweſter / Roller aber


die verſtuifene Hanunda ihnen beylesi
gen lieferi.
Sobald der Hochzeit - Tag vorüber,
und alles zur Reiſe nach Norwegen
fertig gemaachet worden i begaben Erin
rich und Roller/ſamt ihren Gemahline i
nen ſich zu Schiffe! und kamen nicht :
weit von Norwegen glücklich an .
Sobald König Góthar ihre Ans
funfft, und wie Erich König Frothons
Schweſter zur Gemahlin úberkoms
meni verſtanden ,war er fleißig darauf
bedacht, wie ers docty immermehr ans
fangen folte, umbden Erich ſeiner Gjes de
mahlin zu berauben / und vor ſich zu !
erwerben ; kein bequemers Mittel
dauchte ihn, ſeines Zwecks theilhafftig
311 werden , als wann er dem Erich ſeis
ne eigene Tochter Alvilda anbóte .
Solches alles nun wurde dem Erich
durch gute Freunde entdeckeri der dann
ſeine Gemahlin zu Rede fekte / und
fragte/ ob ſie nicht lieber König Gús
tharn an ſtatt ſeiner zum Gemahl has 1
ben 40
Leben ! Regierung 18 * Alfterben .

ben ivolte i als welcher ihme idegeu


i Königlicher Hoheitweit vorzuzielsen
wäre ? hierüber entſegte ſich Gunva
tra zum hóchſten 1 und baté 1 fie mit
folchen Verſuchungen zu verſchonen /
fragte auch, endlich / ob er in Ernſt
Oder Scherz ſolche Sachen vorbråch
te ? als Erich mun betheuerter es reye
fein rechter Eraſtu er habe verſtandeny
König Git har ivolle ſie ihme nehmen ?
TV und vor fich zu einer Gem hlinn be
- balten / ihme ſelbſt aber feine Toch :
16 ter zufreyen , de fienge fie any bitters
y lich zu weiren 1 und damit fo lange
an uhalten / biß er ihr verſprachei fiib
nichts1 als den Tod / von ihr trennen
n zu laſſen.
Duch gab er ihr dieſen Rath /ſie fol
te fich ſtellen / wann König Góthar ſie
zur Genahlin begehrter als ob ihr gar
En mol bey der Sache wäre / und ihn vor
das übrize forgen laſſen .
Wie diefes richtig ivarer ſtellte ſich
Erich , als ob er wieder nach Dånnes
marc fliehen wolte / welches Gür
tharn bald hinterbracht rrurde / der
E 2 i ſich
100 Der Poniae in Dannemard

ſich ohngeſammetmit etlichen Schiffen


einſtellte, und den flüchtigen Erich) sar
zeitlich, einholte.
Sobald ſie fämtlich ans Land geſties
gen , brachte Erich ſeine Gefandtſchafft
vor, worauf aber König Góthar ant
wortete / er verlange Konig Frothons
Schweſter zur Gemahlin / dagegen
wolle er ihme feine Tochter lieber vers
måhlen /als Kónig Frochons ſelbſt, das
Schadens wider deſto bef
mit er feines
fer einkåme; nur ſolte er ſo wol an ihs
me thun /und K.Frothon ihme zu einem
günſtigen Schwager machen .
Erich konnte hierauff des Königs
Gunſt- gewogenheit gegen ihn nicht
gnugſam preiſen í und ſagte, es werde
ilm jeku etwas freywillig angeboten /
das er bey und von den unſterblichen
Gittern niemals hätte wüntſchen und
begehren dürffen / doch måſte man zus
vor der Gunvara Meynung hierüber
vernehmen. Welches auch gleich ges
febabe und zwar nahme dieſelbe ( wie
es ſchiene, und ſie abgerichtet ware )
fulch Anerbieten mit groſſen Freuceu
auf.
Leben / Regierung und Abfterben. 101
Es ware nunmehr die in den Magi.
fden Künſten treff.ich erfahrneStief
mutter des Erichs Namens Cracal
auch bey ihrem Sohn ankommen , mit
welcher ware abgeredet worden , daß ſie
über Augen . Sdfmerken klagen , und
alſo ihr Angeſicht mit einem Schleger
e bededen folte, um nicht erkandt zu were
den .
Als man nun fragtei wer ſiewäre ?
fiele Die Antwortiſie Pepe der Prinseffin
Gunvara Sdweſter/ welche zivar mit
e ihr eine Mutter i aber einen andern
Vater gehadi jätte.
Sobald man hierauf in Göthers
Reſident ankame/wurde trefflich zube.
Freitet, um der Amilden Hochzeit . Feyer
mit Erichen zu halten . Der König hiela
te mit Gunbara Tafel in einem Zim .
mer / welches an das jenige ſtieſſe iwo
Erich mit Alivilden und Eraca fid nie.
dergelaſſen hatte.
Áls nun jederman befchafftiget roa .
te: machte Erich allen undermerdt, ein
Bret an der Wand luß / alfo / daß je.
es mand gar füglich durdurchlieffen konte
E 3 fons
101 Der Könige in Dånnenard

fonderdaß man einiges Merd - Zeiden


eines Durchgangs vermerote:

Hiernech ſt verfügte er fid) zu ſeiner


vermeinten Brauti und forſchte fleiſſig
non ihr , ob ſie nicht fieber dem König
Frotho,als ihme dermåhtet ſeyn wolte ?
überredete fie auch endlich durch bici
berftandige hierzu dienliche Worte i
daß fie ſich hierzu willig erzeigte .

Nicht lange hernach wolte Kór.ig


Gothar einen Scherkertocefeu i und
verfügte fic ) zu Ericei um mit ihme
fich luftig zu machen , da inzwiſchen
Gundara i ( roie terhermit ihr abges
redt worden i ) fid ) durch das wegges
fchebene Bret ebe der König völlig
ankame , bep Erichen niedergelaſſen
hatte i alſo daß der König nicht trus ko
Her was er fagen folte / da er ſie alfu fie
Bend antraffer big er endlich fragter wie $
und warum ſie hergekommen tåre ?
und zur Antwort bekamei fie fere der
Gundara Sehweſter / und werdeder
Kinig nur wegen der Angeſichts .
Glidheit irre gemacet. So offt nun
‫مني‬
Lebeur/ Regierung und Abfferber.
103
Góthar ſich wieder in ſein Gemad ) bes
gabe 7 fo offt kehrte ſie durch das hin ,
meg geſchobne Bret auch dahinigieng
En er dann wieder zu Erich, ſo liefſeſie ſich
# auch daſelbſt antreffen . Als nun die
Nacht einfielet begleitete er Erichen
ſamt ſeiner Tochter ins Schlaff . Gese
mad ) / und legte ſich hernach gleichfalls
-zur Ruhe. Erich aber lieſſe die Álcile
Da abſonderlich ihrer Ruhe pflegen , als
welche dem König Frotho ſolte auſbes
halten werden / und legte ſid ) zu ſeiner
TH rechtmåffigen Gemahlin . Indeſſen
konnte Gothar keinen Schlaff in feine
다 . Augen bringen , und lage ihmë immers
dat die Gelegenheit der beyden Weibs ..
Perſonen in dem Sinn , endlid , ſtunde
21 er auf , betrachtete die Wände aufs al.,
lergenaueſtei fennte aber keinen Bruch
vermercken /weil Erich aubereit deßwe.
gen gute Vorſehung gethan batte.
Er war aber biermit noch nicht vers
X gnůget: fondern ließ zweenGeivapnete
in die Schlaff Kammer Erichs ſchlei.
25 chen ,welche Befehl hatten /woſie Érich
und Sunvara beyſammen antreffen
wórz
104 Der Könige in Dannemard
mürden , ihme alsdann den Reſt zu ges
ben . Wie ſie nun beyder ſchlaffend ins
nen worden giengen ſie mit ausgezoges !
nen Schwerðtern auff das Bette zu /
worüber Erich erwachter ſeinen Schild
ergriffer dem einen Gewappneten ſein
Schwerd aus der Fauft riſſe/und ihme
damit beede Füſſe abhiebei da indeſſen
Gunvara den andern mit einem Spieß
durchſtochen hatter
machte ſich auch als
To fort nachſeinen Schiffen , um davon
zu fliehen ; indeſſen hatte Roller denen
jenigen, die guffen Wacht hielten , ein
Zeichen gegeben , in den Koniglichen
Pallaſt 1 ( wie vorher abgeredet wors
den ) zu dringen , und die Trompeten
hörenzu laſſen.Undals derKönig hiers
auf ſich mit der Flucht ſalvirte /nahmen
jeneallen Königlichen Vorrath /den fie
in der Eil bekommen konnten , mit fichi
und br :: chtens in Erichs Schiffermors
mit felbiger eilend fortführe,inDånnes
marck ankamerund dafelbft dem König
Frotho die Alvilda úberontwortete.
Nach vollbrachtem Beplager /fielen die
Slaven in Dánnemarckrund hauſeten

fehr
Leben / Regierung und Abfterben . IOS

fehr übel ; Erich ward ihnen von Ros


7 nig Frotho entgegen geſchidet , der ſie
beßlich bußte, und faſt alle den Fiſchen
1 jur Speiſe ſchickte ; als ſolcher Strunts
corder Slaven König/ verſtanden 1be.
gehrte er Friede / der ihm aber derfagt
wurde i otſo daß er in einer hißigen
Schlacht von Frotho endlich überwuns
Den und erſchlagen worden ; hat ihme
alſo unſer König Frotho gangWanda .
lien unterwürffig gemachet/aud ſofort
die Slaven zuſammen ruffen / und ih
nen zu verſtehen geben laſſen /wo etwan
etliche unter ihnen ſich bißhero aufs
Rauben und Stehlen geleget hätten
die folten kühnlich hervor treten / und
der anſehnlichſten Ehrenſtellen von ih .
me gewärtig leon ; da ſich dann ein
groffer Hauffen folcher Geſellen anges
geben , die wol aufandere Weiſe nicht
båtten können ausgeforſchet werteni
welcbe alſobald auf Befehldes Konigsi
von den Schergen angepacket/ und an
Creuße gebefftet worden . Hierauf hat
er auch unter feinem gangen Vold den
Diebjtahlbey Leibs .Straffe verboten ,
auch
Der Könige in Deunemard
auch den jenigen gleicheSiraffe aufges
fakt welche eines Diebes verſchonen i
oder felbigen nide anzeigen würden .
Wann auch jemand in einer Schlacht
ju erit gefishen , der tourde aller gemeia
Niedzten beraubet .
nen
Deßhalben ward dieſes Königes
Anſehen dermaßen grofidaß man anch
das Hofd eben ſo gut auf offnenStraſo
fen bebatten mogen i als wann es in eis
fernen ruben wäre eingeſchloffen ges
worfen .
Unterdeſſen ware der Norwegiſche
Scénig Göther nicht wenig geſchaffe
tig , den ihme von Eridy, zugefügten
Schimpff zu råchen . Konig Frotho
aber tame ihme zuvor/ und verfügte fich
mit einer mådyrigen Flutte in Nor .
wegen daſelbst in einer blutigen
Sdhlacht König Gúther bey der Inſel
Renfó ſeinen Geiſt tapfferomüthig
fechi.
tendi aufgabe i dag affu Frotho aud
diefes Königreidy úberkame / und der
Roller, Erichs Brudern , zu verwalten
sbergabe .
Drep Sabt frichen , alſo ohne Krieg
Leben / Regierung und Abfterbeu. 107

TGM borben / nach deren Vollendungqua ,


Der Hunnen König i ſich auf machikt
Den und den feiner . Suchter erzeigten
High Sdimpff , als welcher wie oben gemete
det i von Frotho ware verftoſſen wur .
den )råchen wolte.
Allein sb er gleid ) eine unerhörte
Madyt auf die Beinebrachte i sidstate
M er doch weniger als toenig aus und in Ho
78 fte endlich nach einer groffen Niisders
gp lag ſelbſt mit dem Leben bezahlen , daß
alſo auch das Königreich Iingarn un .
he ter ſeine Botmaffigkeit geride ingiei:
iFi fden Reußland 7 als deſſen Regent,
famtder Hunnen König / wareúber.
wunden worden .
the
BO Eben zur ſelben Zeit entſtunde
zwiſchen Alrich dem König in Somca
09 den / und Geſiblindu der Gutben sie
nig i ein beffriger Krieg : weil nun
Dieſer jenem nicht gewachſen ware /
als fuchte er Hülffe ber unſerm som
30 nig Frotho , die er auch erlangte 1
indem Erich auf ſeinen Befehl dem
Geſtiblindu ( der ſich dem König Fro .
tho zinsbar gemadjet hatte ) mit ziema
Siches
to8 Der Könige in Dannemard

licher Mannſchafft zujoge / und endlich


Den Alrich in einem Zweys Kampf ums
Leben brachte i auch auf folde Weiſe
Schweden / Wermeland und Helfina
Reich Dånnemark unterwarf.
gen dem
Fe ; wordurch König Froiho bervogen
wurde , feinen getreuen Erich zum Kó.
nig in Schweden zu machen , auch ihn
zugleich über Helſingen i Lapp- Finn .
und Eſthland zu legen .
Eben dazumals war ein tapffecer
Fechter/ Namens Aringrím , in Dån.
nemard trefflich berühmt, der unters
kunde fichides Königs Tochter zur Ehe
zu begehren ; weil er aber zu feinein
Zweck ohneúnterhåndler nicht noul ges
langen fonte , alsſprach er den König
Erich an i bey König Frotho , feinem
Schwager das Wort vor ihn zuredeni
welches Erich ju thun berwilligte / wo
er zuvor Egtern den König in Biarmi
und benchid den Konig in Finnmark
würde aus dem Weg geräumet haben ,
als welde beede einig und allein dem
Dáhniſchen Rieichſich nicht unterwürfs
fg erzeigen wolten i bardurch würde er
the
Seben / Regierung und Abftetben .
ihme des Königs Gunſt ohnfehlbar i
und zugleich mit derfelben ſeine Toch ,
ter ertangent. Aringrim ware hierzu
gang willig und bereit , brachte ein
machtiges Kriegs. Heer auf die Beines
bezwang damit anfangs den Konig
der Finnen / und hernach auch in einem
Zwey Kampff den König in Biarm /
und machte beede Lånder dem Dåbnis
fchenVieich unterwürffig.
Nach dieſer Verrichtung ftellte er.
fich bey Erid ,wieder ein , der ſein Wols
verhalten trefflid rühmte , ihn felbft an
König Frothons Hof begleiteter und
dafelbft feine heroiſdie Chaten preiß .
würdig heraus ſtriche , als der wol vers
dienet 7 des Königs Eydamgenennet zu
werden brachte auch hiermit fo viel:
zu we ge / da ß Äringrim die Prinseſſin
Dura Davon brachte.
Es ware aber bey unſerm König
Frotho des Kriegens nod kein Ender
ſondern der Britanniſche König mufte
auch unter die Dåhniſche Botmáſfig
keit gebracht werden , wiewui es vielzu.
kteben kamer big die Sache dabin aus,

ſchlus
110 < Kontye til

ſchluge i teil die Britten fich liſtiger


Weite zum Ziei legten / die Dáhnen
freundlich, zu Haft-luden / and herzlich
tractirten 1 hernach aber in denen
Wolleben verſchtoffen / Feuer anzúna
Deten / und alſo im aud ) gen Himmel
(dicken wukten ; abein Untreu traff
feinen eigenen Heren / die Dáhnen
'bradjen durd, die Flammen und mach .
ten den König, und das gangeBrittana
niſche Speer zu nichte.
Die Grrlander widerfekten fid, hiera
auf zw.ir auch etivas / aber doch ohne
fonderbaren Dachdrud , dann als ibt
Heerführer Rervilt in einer Schlacht
Brus
das Lebeneinbüfter kroche deſſen
der zum Creus i und untergab ſich der
Dåbniſ en Regierung .
Hierauf lebte König Frotho noch in
die 30. Jahr in guter Ruhe and anges
nehmſter Zufriedenheit,da er dann feito
Reich durch beitfame Gefeße uñ hochſte
nübliche Drdnungen in treffliches Aufe
Hehmer ) und Preiß -würdigen Juha
brachte.
Endlich als der König ein ſehr hohen
quier
Xeber / Regierung und Wufferben .

ign Atter erreichet batte mufte er ſein Les


ben , das er fo líblich ge úhret hatte /
#
elendiglich beſchlieſſen ; ſolches truge
fich alſozu : Eslebte dázumals eine al.
te Zauberin ; die lage ihrem Sohn ohn
Unterlaß in den Ohren / nur fren und
Helen ohne Scheu dem Stellen objuliegen
fie wolle fehon durch ihre Kunft vera
4 kebaffen , daß weder König Frotho I
nodi jemand der Seinigen i ihme
deßwegen würde einig Lepd zufügen
fi Bónnen .
con Der Sohn verliefie ſich auf ſeiner
che Mutter Verſprechen , und ſtehlte und
ti raubte / was er antraffe. Hierüber er.
1 grimmte derKönig dermaffen / daß er
fchleunigen Befehl ertheilte / man foite
dieſe Her ſamt ihren Kindern alſobald
* * gefangen nehmen und vor ihn bringen ;
go er ſelbſt aber machte ſich kurz hernac
auch auf den Weg /um dieſes Diebse
Neft mit ſeinen Augen zeiftóbren zu
feben .
Wie nun Frotho fchier an den Ort
ankame į mu dieſes Ungeziefer fichy
aufhiefte i da verwandelte ſich dieſe
Baus
132 Der Rinige in Dánuetard

Zauberin plóglich in ein See-Kubrund


und ihre Kinder in lauter See Sålber /
welche insgeſamt am See - Ufer ihr
Futter fucien .
Hierüber verwunderte ſich der Kø.
nig über die maſſen , låſſet ſie alfobald
umringen / und ihnen alſo den Weg
nach der See zu gelangenſabſchneiden .
Die Mutter aber /welchestvie gemeldet :
ſich in die Seer Kub verwandlet hatte 1
lieff plúblid , auf den König ju i und
gab ihm einen dermaſſen unſanfften
Stoß mit den Hörnern in feine Seitel
daß er gleich auf ſelbiger Stelle die
Seele ausbliefle.
Hierüber erzúrneten ſich die Soldg .
ten Bermaſſen / daß ſie die Zauberiſche
Kub und Kälber mit Pfeilen hinrich ,
teten , und erſtmit Erſtaunen beobach .
teten 1. daß fie an ftatt des Wildes
menſchliche Corper mit Vieh Köpffen
erwürget woraus die Bezauberung
zur Genüge abzunehmen ware .
Eines fo etenden godes erblicheder
damals in der ganzen Welt bådjte .
berühmte König Frotho 1 im Jahr.
Cyrio
Seben / Regierung und Abfterben . 113
Chriſti 16. als er das Regiment in die
bet 55. Fahrhocyſtløbl . verwaltet hatte.
Die Dåhniſchen Stånde lieſſen
hierauf das Eingeweid aus ſeinem Leis
benehmenden Čórper balſamiren und
Du auf einen Königl. Seſſel ( als ob er
9 nuch lebter und vor Alter gank unvers
möglich, wåre ) in ſeiner gewöhnlichen
ell Königlichen Zierde umher tragen , das
! mit die unter den Dåhniſchen Reichss
und Scepter gebrachte Volcker nicht re
Fa belliren und abfallen möchten .
Endlich aber als die @olt aten / die
be ihn trugen / vor Geftanc nidyt mehr
bleiben konnten , auch jedermann , der
p . nur etrdes nahe hinzu gienge/ das faus
le Fleiſch rocherals wurde fülch fein ents
Peelter Córper bey Weras ciner Brus
den in Seelandimit Königlichem Ccs
prång beygefeßt / ais rofettſi König
1 Frotho felbſt nach ſeinem Tode zu lies
gen begehret hatte. Unter ihme iſt uns
fer Himmels -Kónig JÉCIS
Chriſtus gebühren
irur :
Den.

XXV .
Der Kidnige in Dämneniard

xxv . Biarne .

Achdem Frothormit groſſem Leydi


Weſen des ganken Königreichs
Dånnemard ware der Erden andere
trauet worden , vermeinten die Reichss
Stånde nicht anders / als eg måre fein
Sohn Friedlef
der ſich eine Zeitfang in
Rußland aufgehalten hatte i gteichfals
dem Tod zur Beute worden / und alſo
derKøniglicheStamm gang ausgeſtor .
ben , wurden dannenbero Haths / dern
jenigen den Nieichs - Zepter zu übera
antworten / der i zu Ehren König Groe
thons ein Lob und Grabſchriffi bece
fertigen /und atſo auf die Nachwelt dent
Tugend- Ruhm des Preiß , würdigen
Helden fortpflangen würde.
Dajumat lebte Hiarnus, der in der
Dåhniſchen Poeſie und Verſe Kunſt
trefflich erfahren ware ; dem ware dies
Tes Vornehmen aus dermaffen anges
nehm / als der wol muffe / daß er ſeines
gleichen in der Dicht ) Kunſt gar nicht
batts, Macote pannenhero in Dåbnis
foyer
Plis

HIARNO
CratmbieSegrering A ;C.36
regiertenw , z Jahr warspassat
beijage in Start AC 2) .
. |
Leben /Regierung und Abferben . 115
ſcher Spache vier Perſe / die Saxo
Grammaticus l . 6. Hiftor. Dan . 1. 6 ,
alſo ins Latein gebracht:
Frothonem Dani, quem longum vi
vere vellent ,
Per fua defun £ tum rura tulêre diu .
Principis hoc fummi tumulatum ce
fpite corpus
Æthere ſub liquido nuda recondit
humus,
Das iſt :
Fretho tvard von feinen Dáhnen , die
ihn liebten inniglich !
Und ihm långers leben ginnten bin .
gefåut duro Lodes -Stics
Lang entfeeit umher getragen . Endlid,
unter dieſem Stein
Kóniglich der Erd bertrauet , und mit
Perd geſcharret ein .
Nach deren Hertorb !igung men
ihm die Dåbniſdie Cron auf ſein
Haupt regte / daß alſo eine Graba
ſchrifft zur felbigen Zeit mit einch siós
nigreid, vergolten / und das Regiment
vor etliche wenige Vudſtaben zu beil
wurde.
zu
711
316 Der Könige in Dånnemard

Zu felbiger Zeit halte der Schwedis


fche Konig Erich i ( deffen mir in Fros
thons Lebens , Beſchreibung fattfame
Meldung gethan ) dieſer Welt gute
Nadt gegebenjund ſeinen Sohn Hale
dan zum Regenten überSchweden hin,
ter ſich gelafſen , welcher von 1 2. Nors
wegiſchen Seeraubern groſſe Drang .
ſal erlitte , und in folchen Néthen fidy
um Friedlefs ( als Konig Frothens
noch lebenden Sohnes ) Hiiffe , der
ſich in Rußland dazumals aufhielte /
umthate i welcher Friedler ihme dann
anib ungeſäumebeufprange / und mit
barter Mühe die See :) auber 1 unter
denen . Herbiorni Gunbiorn , Arm .
biorni Stenbiorn , Esbiorn : Thur .
biorn und Biorn die vornehmſten wa.
ren , aus dem Weg räumte / aac ) juc
Dankbarkeit von Haldan wieder Hülfa
fe erlangter fein eignes Königr.0 ; Hio
arne der Poet erlanget hatte i zu über .
ziehen .
Wie dann Hiarne ſobald die Dáh .
nen den rechtmåffigen Pringen König
Frothons im Anzug vermercten 7. des
Reichys entſegt wurde. All
VUS
DLE
FRI II .
er ,
i e r u n g
ratein die Xteg A :Ce 19e.n
.g
legt gen Sönig itt Torw
b 2
Skar A.C.3
/
3.
(
Leben / Regierung und Abfterben . 119
Alein felbiger wolte den Königlia
chen Scepter nidit ſo geſchirind wieder
fahren laſſen / als er ihn bekommen
weiler weit teſſere og im Pallaſt/als
im Privat- Stand hatte / rúftete ſich
dannenhero zur Gegenwehr, welche ce
ber nicht beſtåndig wahrte/ſondern ims
mer abkråfft ger wurde, alſo daß er /
in zweyen Schlachten überwunden i
Verſen - Geld geben und das Reißaus
nehmen muſtei biß er endlich , als er
kaum zwey Jahr regieret batte / von
König Friedlef erwürget worden i
wie wir jeku weitläufftiger hören wers
Den .

xx17. Friedlef 11.

Wismaſſen Friedlef dem Schwer


diſchen König Haldan wider die
Cees Rauber beygeſtanden , und ihn in
feinem Reich) beveſtigetrift albereit ges
meldet worden . Wie er aber ſein
eignes Reich eingenommen und dem
Poetiſchen König Hiarne vertrieben
full icku gleichfads angedeutet werden .
Mit groffen Freuden hatten die vors
nebm
T18 DerKönige in Dånnemard

nehmſten Dåhniſchen Reichs- R & the in


Erfahrung gebracht, das ihres ſu liebs
wehrten König Frothons leiblicher
Sohn noch im Leben und im Anzug
wåré 1 an ſtatt feines Vaters Den
Chron zu beſchreiten / dannenhero ſie !
ihre Unterthänigkeit zu bezeigen / ihme
etliche aus ihrem Mittel entgegent
ſchichten , ihn , als ihren rechtmiſſigen
Herrn 1 einzuholen .
Friedlef nahme die Abgeordneteehrs
erbietig auf, und erbote ſich gegen ſie
und das Reich alles guten ; da inzwis
den der gemeine Mann ſich dem Hiars
ne getreu zu bleiben anerbuthe, und ih:
mew.derFriedler guten Beyſtand zu
leiſten verſprache.
Allein ipie wandelbar der Pível
fonſi in allen Dingen zu ſeyn pflegti fu
erzeigte er ſich hier auch i dann als
Friedlef die Abgeordnete wieder von (
ſich lieſſer und ihnen dabey ausdrücklia
chen Befehl ertheiltei dem Hiarne ans
zudeuten /entweder das Reich zu übers
geben / oder mit ihm im Kampff zu tres
ten /da fiele der meiſte Theil von Hiars
ne
Leben / Regierung uns abftergent. 119

i me zu Friedlef ; doch růſtete ſich jenerife


# gut er konnte und lieferte dem Friedief
de eine Schlacht 7 darinnen er den Kurs
o Bern zoge, und in Jutland flohe : das
felbít růjtete er ſich aufs neuei aber mit
noch fehlechterin Glück / weil er nach
le einer blutigen Niederlage gang allein
in eine Inful , die von ihme den Nae
men batter entkame.
Daſelbit verſtellte er ſich ſo gut er
Fonte/ madyte fich darauf an des neuen
i Kúnig Friedlefs Hof, und bothe feine
) Dienſte an , indem er ſich vor einen
A Salk -Sieder ausgabe /um cabey Ge
E legenheit zu erſehen , feinen Feind aus
; dem Weg zu raumen .
Allein er machte die Rechnung ohne
den Wirth / grub eine Gruben /und ħe
le felbftdarein. Dann König Friedler
| nahm ihn gar unter ſeine Diener auf i
d er annte ihn aber ohngefehr einsmals
bor denn der er ware / und lieſſe ihme
* das Leben nehmen .
Ein folches End erlangte der Poes
.tifihe Kinig Hiarne. Hierauf lagen
ihme die Seinigen ſtets in den Dhreni
14
120 Der Könige in Dåunemard

er folte den ledigen mit dem Ehes


Stand vertauſchen und ihme eine liebs
freundliche Gemahlin auserſehen , um
einen Cron -Pringen nac, ſeinem Tode
hinter ſich zu laſſen .Weil nun ſein Wis
derſenen nichts helffen wolter als ließ er
durch Geſandten bey dem Norwegi
ſchen Knig Aſmund umb feine Prins
ceſlin Frogertha werben i allein mit
ſchlechtem Fortgang , dann Aſinund
hielte die Geſandten nicht zum búflich
ſten ſchlug ihnen ihres Königs Begeh :
ren ab und ließ ſie alſo wieder von ſiit ).
König Frieblef entriſtete ſich zwar
in etwas hier iber/gabe doch dem Zorn
nicht Raum / ſondern lieſſe zum anderns
mal Gefandts - Weiſe fein Verlangen
dem König Aſmund vortragen, der as
ber noch ungehaltner hierüber, als zu
vor/ ware und die Geſandten gar ums
Leben brachte.
Dis ſchmerzte König Friedlefen über
die maffen , ließ alſobald eine ziemliche
Mannſchafft ausrüſten / um damit den
ſtolken Áſmund zu Waſſer und Land
zu bekriegen . Welcher ſich auch nichts
ans
Leben / Regierung und Abfterben . 131
She anders befahrte/ und ſich gleichfalls
Tie zum blutigen Kampff růſtetei in wel.
chem er aber endlich mit dem Leben be .
zahlen muſte / daß alſo Friedlef ſeinen
Sieg biß in Norwegen verfolgte , und
unterwe
gens ben einem / Namens
Grubbo / einkehrter und deſſelben Eoch .
ut
rer beſchlieffe ; die ihm hernach den
laf gebahre. Kurk hernach, ließ er ihme
Ds
des ertidteten Amunds Tochter Fro s
gertha vermählen , und führte ſie mit
h
ſich in Dinnemara .
Unter Wegs aber gieng es ihme
auf dem Meer nicht zum beſten i fon ,
dern er ward durch contrari - Winde
gezwung unbekann
7 en , an eine te Inſel
ju landen almu einem der Seinigen
tråumtei er folt ſeinem König andeur
e
ten i es rey alhier unter der Erden ein
groſſer Schap verborgen / dabey ein
Drach liege i welchen er umbringen
und alſo den Schaß davon bringen
múrderidie dan auc hernach erfolget !
n h
kindeme Kønig Frievlef, mit dem Dras
then ftritte / ſelbigen durchſtache den
Shaß erhuber und in ſeine Schiffe
tragenlieffe.
ant!
F Alis
DIE
122 Der Könige in annenard

Alls er nun hin und wieder in ſeinem


Reid alles aufs befte angeordnet, auch
einenCoinFrotho überkommen und in
allem 3 Fahr regieret hatte i legte er
fid ) nieder und ſtarb Anno Chriſti 32.

XXVII.Frotho 11.
Wolff Jahr alt war Frotho / alo
fein Herr Vater dieſes Zeitlichevera
lieſſer und ihme die Cron aufgereget
wurde. Er ware von Fugend auf, wen
gen der ſchönen Geſtalt / von jederman
dermaffen geliebet/ daß er nicht aufde
Erden geben oder ſtehen durffter ſon
dern allezeit auf den Armen getragen
und gekújſet ipurde.

Alſo hatte er nicht nur einen einigen


Zuchtmeiſter/ fondern er ward von dem
garigen Hof . Seſind auf das ljebo
Wertheſte erzogen . Kaum hatte er ſich
recht auf den bron geſebet ! Da fielen
die Sacjiritjen Fürſten Sowerting
und Hanef von ihm ab, wurden aber in
eine : Feld.Sdylacht überwunden , da
Dann den Sachüren von ihmer zu Anzei
gun
wizz .

nd!

FROTHO . IV .

rat indie tegierung A ,C 32. Be


mangheSach rentu Yriländez: Ikar
pom Sächlichert.Conig Swerting 3ů
Bart Adaletind crouor et A .: 0:28.
17

in
Seben / Regierung und 216fferbent. 123
gung ihrer Dienſtbarkeit / jährlich auf
ein Haupt einen Pfenning ju zahlen
Aufgeleget wurde.
Er war dermaſſen freygebig , daß
er den Soldaten ihren Sold gedoppelt.
Den Wollüften und andern Laſtern
Spinnensfe
war er indrübte ſich nicht in
denſelbeni nad Art der Eyrannen /
fondern lag allen Königlichen Dingen
$
ob . Er hatte feine Schåße auf uffenta
lichen Plågen Itehen / kam einem jeden
durch Wolthun zuvor / und unterſtuas
de durch die Tugend allen Neid und
Haß von ſich abzuwenden . Daunen .
hero er nidyt allein das Herzliche fou
feiner Vorfahren gleidyfalls auf fich
gebracht, ſondern iſt auch den berühma
teſten Königen überlegen geweſen .
Zur ſelbigen Zeit ware Stardater i
Størmedens eine Schweden Sohn
s i
wegen ſeiner Stärke und Gemüths.
Zapfferkeit ſehr berühmt, und bey side
nig Frotho in groſſem Anſehen. Selo
biger hatte Wicarn den Konig in Nor .
wegen /mit einem Strick erdroſſelt, und
ſich alſo feiner Schiffe bemächtiget.
F 2
1
194 Der Köniac in Dånnemare

Er drangmit ſeinen Dáhnen mittent


in Rufland und vertri:be Floccumi
den Fürſten ſelbiges Drts. In Schwes
den wolte er ſich nicht lang aufhalten ,
weil ihme das dazumalige weibiſche
Weſen folder Nation gar nichtgefiele .
In Froland hielte er ſich tapfferiers
würgte den König Hugleth , und brach .
te ſehr groſſe Beute dayon . Wiſinnus ,
der Slaven Tyrann , muſte ſeine Kits
ter Fauſt auch koſten / und das Leben
laſſen .
Nach dieſem hatte er zu Biſang den
Kiefen Sannam erleget i welchen man
Doch zuvor vor unüberwindlich htelte ;
ingleichen der Polniſche Held Witze
mufte in einem Zweys Kampffvor ſeis
nem Shwerd erliegen .
Unterdeſſenrals fichStardater auf
ſer dem Dåbniſchen Reich dermaſſen
tapffer verhielte i fielen die Sachſen
von den Dåhnen aufs neue ab / und
weil ſie des Starcaters Abweſenbeit
verſtanden / als boten ſie dem König
Frorbu durd ihre Geſandten einen
Kampff an , dann es ware ju felbiger
Zeit
Seben / Regierung und Abfterden .
Beit Hamarein ſtarder Held unter den
En Sachſen / welcher bißhero alle die jenis
am
gen /ſo ſich wider ihn gefekt /erleget bato
to
tes König Frotho bedachte ſich eben hie.
růber/ob ermitHama den Kampff an ,
72 tret
en ſolte / als Stardater eben zu
A rechter Zeit ſich einſtelter der folches
zum höchſten widerriethe und für un .
billig hielter daß der König miteinem i
EV
ſo nicht feines Standes / Tolte in einen
ſonderbaren Kampff treten ; Dannen .
bero bote er ſeine eigene Perſon an und
ED
ftellte ſich wider Hamar der ihn zwar
2 anfangs unſanfft zur Erden warffer
IR
aber darauf von ihme mitten vonein.
ander gehauen wurde. Daß alſo die
Sachſen aufs neue gröſſern Eribut /
als vorhero dem König Frotho / entrich .
ten muſten ; und obgleich der Sächſia
Fiche Fürſt Hanef nicht lange hernach
wieder rebelirte i bezwang iba dody
Frotho gar bald / und nahm ihm und
feinem Land das Leben .
Der andere Fürſt Swerting nun
Jahe zur Genůger daß ſeine Madyt ger
gen den Dåhnen nichts zu ſchågen /
F 3 wola
WWWW
226 Der Könige in Dånnemard

wolte alſo was er durch Gewalt nicht


verrichten konnte i durd, Liſt und Ver
trug ausrichten. Er lude den Konig
Frotho / unter dem Schein ganz neuer
unbrüchlicher Freundſchafft / zu fich zu
Gaſt ; wie ſie aber am frölichſten mas
ren , lieffe der Sachs den Pallaft / wo .
rinn fie Tafel hielten / anzünden ; da
dann das Feuer der maffen pliklid ů ,
berhand nahmer daß nicht allein König
Frotho/fondern auch dwerting felbſt
durch die Flammen berzehret wurden !
2. 6. 78. als er 46. Fabr böchſtrobe
lid , regierct hatte.

XXVII . Jngel .
Obald die Dähnen den unglückli,
then Todes - Fal ihres Königes
bernommen hattenserwählten ſie feinen
Sobn Angel an Feine ftatt.' Betas
men aber nicht an dem Sohn / mas fie
am Vater verlohren . Dann er flug
gang aus der Art feiner Vorfahren
liebte die Lafter weit mehr als die Tua ||
genden / und harte frine gidſte Freude i
Fid) ili allerhand Wouúften umzuwúh .
Tel .
pizb .

in

dy
vah
TUON ele
EN
9

DOMA
Eld .

db

e
701
als
51

INGEL
LUS

at in pieztegierung A Cygleb,
Uppigtatăn
teingroſe , punkileht
hat Starb Ac.gog ,
14
chen /Regierung und Abfterbeil.
127
len . Dann er ware ſelbigen dermaſſen
ergeben /daß er auch ſeines Vaters Sud
an den Sachſen zu råchen gånglich hte.
růber aus der Acht lieſſe.
Die jenigen /ſo guteSchleder . Wer .
de zuzurichten muſten /waren bey ihme
in gróſtemAnſehen und Gnaden. Allers
hand Waffen ſchicklich zu führen /ware
ihne ungelegen zu lernen i ja er wolte
auch nicht einmal leiden /daß fich anden
re Darinnen üben und einen und ana
dern Vortheil begreiffen folten .
Kurk : wie ſein Vater Frotho im
Krieg fich hód ſtrühmlich gehalten hata
te's fu tapffer hielteſich Ingel in Frere
fen und Sauffen , alſo daß der Ruhm ,
würdige Held Starcater es vor einen
Schimpff hielte i fich långer an ſeinem
Hof aufzuhalten , ſondern ſich davon
weg und an den Schwed . Hof begabe.
Damit aber Swertings Söhne
ſich deſtoweniger vor dem König Ingel
zu fürchten hätten / und ihm nicht ein
mal ohngefehr unter dem Schwelgen i
ſeines Baters Tod an ihnen zu rächen
einfallen móchte ais gaben ſie ihme
ft ibro
128 Der Könige in Dånnemard
ihre Sdmeſter zur Gemahlin / mit
welcher er hernach Frotho / Friedlefi
Ongel und Dlaf erzeugte.
ům feine Schweſter Helga langte
Helgo aus Norwegen er und wurs
de ihme von dem Könige felbige ver .
ſprochen 1 unter dem Beding i wo er
ford; e mit dem Schwerdt wider etliche
Kämpffer ihm zu beſtreiten getrauete.
Deſjen er wol zu frieden ware / und 9.
Brüdern , die ſich darzu anmeldeten /
und ihn heraus forderten /nacheinander
zu ſtehen verſprache.
Weil er aber nach und nach ſeine
Gefahr je mehr und mehr betrachtete ,
als gabe ihre ſeine Liebſte den Rath,
er folte in Sdweden reiſen / und
Starokatern zum Helffer anreden !
durch deffen Beyſtand er gar gewiß
den Sieg davon tragen würde.
Helgo räumte ſich nicht lang / vero
fügte ſich zu dem befchroenen Helden /
und gab ihme fein Begehren zu erkena
hen /der ihme alſobald ſeine Huiffe vers
ſprache , und um die beſtimmte Zeit ſich
auf dem Kampff - Plak / auf Dåhniſch
Rios
Leben / Regierung und Abfterben . 129
Rodun g ei
g enannt / nfande / audy die
9. Brüder zugleich und auf einmal ber
ftritte i da indeſſen Helgo verſchiaffen
hatte. Dann als ſeine gemeldte neun
Gegen - Kämpffer fragen lieſſen , ob er
cinen nac dem andern beſtehen wolte?
antwort
ete er mit heroiſcher Großmů .
thigkeit wan mi
: n d ; ein zorniger Hauf
fen Hunde anbèlleti ſo prileg id ) ſie mits
einande
r / und nicht einen
derheit / abzutreiben . Alſoje hadtt
en e in mi
erfo nt,
allen auf einmal geſtritten / und ſie
glücklic überwunde
y n.
Hierauf begab er ſich in des Königs
Pallaſt da ſelbiger ſeine Schwäger i
Sådfiſch
i die en Fürſteni (derer Vater
Søwert
ing den König Frotho fu
fchåndlich hingericht
et hatte ) eben zu
! Gaſt battei und herrlich tractirtel wore
über er ſich ſo ſehr entruſtet / daß er den
König ( als deſjen Vormund er ehedeſo
fen geweſen ware ) ziemlid ausfilgter
- daß er fo gar aller Königl. Tugenden
,
vergeſſen ſich ohne Unterlaf den Wolo
låſten ergebenſund nid )t einmal bißhero
b
feinen von jederman fo ochgeachteten

S s und -
Der Konge in Dannemare
und erba mlid ) umgekommenen van
ter zu rámen ihme vorgenommen / fons
dern die Mörder dieſes feines Baters
gang günſtig anblicte i ihnen alle
Freundſchaft : erwieſel und fo gar ber
ſeiner Tafel neben fid, gedultere i da se
vicimebr ihnen den wol , verdienten
Lohn ihrer Verråtherey långfi båtteges
ben rollen .
Durch dieſe und noch vielmehr an .
dere Reden wurde das Gemüth des
Konias dermaſſen getroffen daß er
ohne Slumniß von der Tafel auf
fprange i fein Sdwerdt zuckte und'da
mis alle Söhne des Schwertings nies
dermachte/nid ts achtend obgleich dage
durch Dus ben allen Vulckern dazumalo
ſo hoch geachtete Gaztrecht berleget
wurde.
Von dieſer Stund anspflegte König
Ongel ſeine Lebens . Art gans andert
unzuſtellen / und ſid ) ſeinen Vorfab.
ren und Stande gemaß zu erzeigen ,
er gabe den Laſtern Urlaub / und um
fieng die Königliche Zugenden mit been
Den Armen biß an ſein Ende welches
fich
enyho

men
. e
l
l
TOM A

ri

OLAUS . I.
Fraf in die
dirgiczymgA :Copa
und verwaltete ſelbige garlöblich
Sfarb, Á , IL
Leben / Regierung und Abfterben . 131

fidy ereign : te Anno Chriſti 103. 0: 8 er


23. Jahr regieret hatte .

xxix. Olaus i.

WE! noch bey König Ingels lebo


Zeiten feine drey altiſten Söhne
Frochoi Friedlef und Ingel ihr Leben
im Krieg eingebüffet hatten , als ware
nur noch einer nehmlic, der jüngſter
NamensOlafrúbrig/der nach dem Tor
de feines Vaters den Reichas cepter
in die Hand nahme / und das König .
teich Dånnemarok beherrſchte.
Er war ein Fried . und Gerechtig .
keit - liebender Herz i ju deſſen Zeiten
ein jeder unter ſeinem Obdach ſicher
und in guterZufriedenheit ſeine Lebenso
Sage zubringen konte . Dannenbero
ihn jederman wegen ſeiner trefflis
dhen Sugenden und höchſt- preißlichen
Regierungs . Art in hohen Ehren biela
fe . Die Sowerd ter verkehrten ſich
in Pflugſcharen ; Die Mord . Waffen
lieffe man verroſten / und nahme dagen
gen die Sicheln in die Handi um einen
Vorrath nach dem andern damit
$ 6
d
Der Könige in Dånnenar
132
zum Menſchen - Gebrauch tůchtig zu
maden .
Solches edlen Lebens aber genoſſen
die Seinigen unter ihme nicht langer
als 10. Jahre/nach deren Verflieſſung
er Ån . Č . III . reine löblich verwaltett
Herrſchafft 1 Durch den allgemeinen
Menichen Würger den Todbierzu beo
zivungeni aufgeben muſte, als er zuvor
Das Reich unter ſeine beede Söhne al.
fo ausgetheilet hatterdaß ein Jahr ums
ander der eine zu Landeider andere aber
ju Waffer regieren ſolte.

Xxx. Frotho v
Ji dem frommen und Gerechtige
Feit liebenden König Dlaf ſtarb
auch zugleich aller guter Frieder Ruhe
und Wolergehen desKönigreichsDån .
hemard dagegen ſich Unfried . Neidi
Haß und Zwitradit håuffig mit den
berben Söhnen Frotho und Harald
einfanden .
Das erſte Fahr ware Frotho I als
der diriſte , ein Herz zur Seer richtet
aber wenig gutes aus , ſondern weil
fer
i3t ,

FROTHO V
rat in die Regierung A Cutwar
ein Brudemtor et ,und endlich you feis
kesBrixers Sobter m retrzesu Malalt
beshrapot A.Cise
foru
als
gic
ily
AL
h

.. : cgis
.. ‫ ܐ‬. ; . :
1 Seben /Regierung und Aufterben . 133
feine Soldaten mehr den Wolúſten /
als der Zapfferkeit und Streit . Bes
gierde ergeben waren ! auch lieber bey
ihren jungen Weibern zu Hauſe, als
auf der See wider den Feind ſich ents
hielten /ſo gienge alles den Krebsgang /
alſo daß er bep den Seinigen in nicht
geringe Verachtung tame , und ein
Unglück über das ander hatte.
Wie aber das andere Jahr ſein
Bruder Harald die Regierung zur
See antrate / ware alles weit beſſer
beſtellet / dann er ware mit Frothons
Schaden kluger worden / und nahme
folche Soldaten an 7 welche nod ledig
maren / und aus Liebe zur Beute/ und
Ehre zu erjagen i Leib und Leben i Gut
und Blut großmüthig in die dange
ſchlugen .
So übel es nun das vorige Jahr
dem Froibo ergangen ware, ſo glückfes
lig ware Harald dann wo er hinkamer
da gieng ihm alles glücklich von fiat.
ten 7 und fogte jederzeit der gewiſſe
Sieg ſeinen tapffer: múihigen haten
nach),
$ 7 Wic
134 DerKonige in Danneniar &
Wie irun das Gléck jederzeit ſeine
Midet zu haben pfleget, alſo gieng es
aucty hier: Frotlo war mit feines Brur
Ders Siegreichen Verrid )tungen ſebe
ůbel zu frieden / er fabe ihn mit ſcheelen
Augen an / und lieffe ſich endlich durch
denböſen Geiſt ſo weit verleiten / daß
er ihm naci) dem Leben tragiete ; wie
er dann einsmals einen Meuchelmiro
der beſtellere , der ihn erbärmlich bin .
ridytete.
Damit aber dieſer abſcheuliche Brus
der , Murd nicht an den Tag kommen
midye , lieffe er auch dieſen Mórder
beimlicher Weife aus den Wege rau ,
men ; konte aber hierdurch dannoch
nicht berhüten,daß nit ihme die Schuld
dieſer Lafter. That beygemeffen wurde;
dann als er einsmals / mit dufſerlidhen
Zeichen der ſomerglichſten Wehmuth
fragre / wer doch der jenige verflucht
Menfch feyn müfte 1 Der reinen Bruder
Harald ermordet båtte ? antwortete
ihi : fein Edroager Carolus / Siadta
halter zu Gothland , er frage nad, dem
Grund einer Sache i ro ihm am beſten
bes
Seben / Regierung und Abſterben. 135
bewuſtſene. Hierüber erfdrad ko.
nig Frotho nic t wenig 1 fåuffte aber
dod , dabey Cùnde mit Súnden / into
dem er des ermordeten Haralds zween
Söhne Harald und Haldan / trachtete
vom Brod zu thun.

Ihre Vormunder aber mercten


des Tyrannen Vorhaben gar zeitlich !
erdad;ten dannenhero folgende Liſt :
Sie nahmen die Klauen von unter.
ſchiedlichen getödteten Wiiffen , drůd .
ten ſelbige in den gefalnen Sdnee um
die Wuhnung dieſer- beyden Kinder /
erwürgten darauf zween Knaben von
ihren Mägden , zerriſſen ihnen Hån .
der Füſſe und Leiber / und warffen fele
bige aufdie Straſſen . Wie nun Har
raid und Haldan geſuchet wurden i
fande man endlichdie zerriſfnen Glieds
1 maſſen , die Wolffss Pfoten , und den
mit Blut beſprångten Erdboden / und
zeigten folches dem König Frotho ani
welcher ſich hierüber ſehr betrübt im
1 ſtelte / und konte nebenſt ihme niemand
anders dieſſen , als wären ſie von den

Wife
136 DC XONGO il

Wilffen zerriſen worden . Ingmiſchen


aber hatte inan die armen Waiſen an
ein anders Drt in Sicherheit gebracht
wiewol auch daſelbſt fie nicht lange zu
bleiben hatten /dann Frotho molte (Dies
Sadje reifflicher erwegend ) durchaus
nid )t glauben ! was man ihine von ih,
rem Tode hirterbracht hatte / ſondern
fragte eine Zauberin zu Rath , die ih.
me deßwegen die rechte Warheit an.
deuten folte.
Selbige nun that ihr miglichſtes /
brachte auch durch ihre Beſchwöruni
gen zu wege/daß die verborgene Flüchts
linge ſich vor ihr ſtellen muſten / welche
ſie aber mit Geld beſtachen , daß ſie reja
nen Mund hielte / und vorgabe Ies rep
ihr unmöglich hinter die Spuhr der
ausgeriſſnen Haralds -Söhne zu koms
men .

Allein endlich kame doch König From


tho hinter allesi lieſſe der Regno , der
ſie in Sicherheit gebracht hatte, unver.
ſehens gefangen nehmen 1 und wolte
kurkum haben / er følte itme feine beede
Veto
Leben / Regierung und Abfterben . 137

to Bettern in ſeine Gewahrfam liefern


laſſen .
dhe Regno fahe nun wol/daß mitgroßen
gly beg tiefem Wüterid , wenig Gutes
e auszurichten ſeyn würder legte dannen .
hero die gange Sache aufs Flehen !
und bat gang inſtandigſti es ſolte doch
Da der König der armen Waifen , die er
: ihres Vaters beraubet båtter perfcho .
nen und ſich ja mit nicht noch mehrern
Mordthaten beflecken i was er andersi
als ein noch unruhigers Gerriſſen d .
berkommen würde i wanner audj diere
unſchuldige Kinder mürde aus dem
Weg gecaumet haben / er tertinde ſich
hiemit endlich / wo thme ja einige Ger
-
fahr künfftig von diefenſeinen beeden
Vettern zuſtehen ſoltei ihme ſolche auf
das getreulid ſte vorhero zu offenbaren .
3
Hierdurch fieffe fich der König bewes
gen / daß er ihnen das Leben fdjer ofte i
und forthin auf keine weitere Riache
6 bedacht ware.
Alfo ftrichen ziemlich viel Jahre voro
bey , daß der König und ſeine beede
Wettern ohne einige Gefahr und Hina
t
3138 Der Knige in Dannemard
ferlift lebten , biß endlich Harald und
Haidan ziemlich erwachſen / ſich nach THE
Sialandbegaben /woſelbſt ihre Freun
de fie inſtåndigſt erſuchten / ihres Vas
ters Tod nicht långer ungeroden zu
laſſen , auch ſo viel zu wege brachten 1
daß ſie ſid , boch verſcheuren I che ein
Gabr vergienge 7 den abſcheulichen
Vater , Móder ums Leben zu brin .
gen .
Regno kame zu redrer Zeit hinter
dicfe. Voi
haben und weil er ſich ſeines
getbanen Eydes erinnerte i fäumte er
ſich nicht lang / und kame bey eitler
Scade in der Sniglichen Reſidenz ank
begehrte aud ſo fort vor den Künig ger
laiTen zu werdenials dem er etwas fons
derbares anzubeuten båtte. Wie ader
die Leib , Srabanten berichteten, daß er
ſich aubereit zur Ruhe begeben / wolte
er ibn durchaus nicht wecken laſſen /
weil ben Leib- und Lebens. Straffe das
zumals perboten ware / einen ſchlaffen
den König zu ermundern .
Des Morgens meldete er ſich ries
der 7 und zeigte dem König die Urſach
fota
Leben /Regierungund hierbent, 139
un folcherſeiner ſo ungewöhnlichen An
muito weſenheit kürklid , an / der dann feine
W Wadit perſárdtei und alſo ſeiner
# Meuchelmorder getroſt erwartete.
mi Selbige aber hatten bald hiervon
* Wind bekommen / und weil ſie ihren
* Anfdlag verrathen zu ſeyn vermers
deten ſtelten ſie ſich gang raſend und
aberwißig / und lieffen ſchäumenduma
beri gleich als ob ſie aller ihrer Sinnen
#volig beraubet wåren . Weldje ihre
#thorichte Handlungen den König bes
#wegten / daß er ſein Vorhaben , ſie ers
würgen zu laſſen i ånderte und viela
mehr ein Mitleiden mit ihnen hatte /
daß fie fo plóglich ihre Vernunfft ein.
gebuffet hatten .
Alüein des Nachts machten ſie ſich
- herbor/drangen in den Palaft:ernůrg.
ten die Königin í und trieben der den
- Konig ſo lang umheribiß er ſid , in einen
Edilupfftvind i verbazne /allivo erven
ihnen durch Dampffend Rauch des ans
gewürten Feuers erſticket wurde / und
alſo den fdsåndlid en oudermord ab ,
fcben
ſcheulicy búffen und mit ſeinem
be
140 Der Königein Dånuemard -

bezahlen muſte. Solches ereignete ſich


im Jahr Chriſti 130, als er 19. gabe
regieret hatte.
XXXI.

Harald.

Mas mafien dieſerjungereSohn


des Dlafs i nebenſt ſeinem Brus
der zugleich die Regierung angetreteni
und ivte er hinterliſtiger Weiſe von
demſelben A. C. 13. erwürgetworden ,
iſt in kurb vorher gebenden Blåttera
zur Genüge angedeutet worden /und ale
To unnöthig hier wiederhoit zu werden .
Wir wenden uns alſo zu ſeinen beeden
Söhnen .
XXXII. XXXIII.

Haldan 11
.
Und

Harald 11.

Napeme Frotho alſo jammerlicher


Weiſe in dem Feuer ſein Leben auf
geben kame Haldan i Haralds
Schne
లేలో

HARA
LDUSI
, .
raf in die D e g r ering 4 cps.
Macbocu fericantse Frotho
eſchlagen
A ;C 113
8
92

HALDANUS, II
.
Frat tu die Kegierung A :Ciso ,

gewarı Şchiveber Itarb A.


2.145
Leber/ Regierung und Abſterben . 14
Sohn zur Regierung. Als nun dieſer
in die drey gahr dem Dåbniſchen
Reid ) vorgeſtanden i regte er ſeinen
Bruder Haralden den Ändern ins
Reich , machte ſich mit einem anſehn .
lichen Heer aufs Meer , und eroberte die
Infel Deland. Machte ſich hierauf
an Schweden / und regte ſelbigem da
nig Erichen ſehr heffrig ju . Dieſer hate
te unter ſeinem Vold einen tapfferen
Kåmpfferi Namens Haqvia / welcher
dem Konig Haldan einen Streit an.
bote.
Weil nun Haldan wol muſte / daß
iie er ſein Feind durch ſeine Kunſt die
Waffen verzaub :rn konnte , daß fle
ſtumpffwürden, bereitete er einen große
ſen Kolben mit eiſernen Knopffen
Krafft deſſen er der
Zaubereyvorzu .
kommen gedachte . Mit dieſen hölgere
nen Streit - Bengel begegnete er dem
Haquin, und ſchlug ihn mit einem ftare
den Streich zu Boden muſte aberdoch
vor den Schweden nach Helſingen flie
hen /welche ihme auf aden Seiten nach
jagten . Diß wuste derSomarkkúnſt .
ler
142 Der Könige in Dånnenard

ler Vitviphider in Kriegs.Sachen ſehr


wol erfahren und deßwegen dem König
Haldan erefflich angenehm ware !
brachte dannenbero durdy ſeine Kunft
fo viel zu weg / daß er denen nachiageni.
den Schweden ihrGeſicht gånglich ver
blendete, und ſie die umliegenden Håu.
fer weder ſehen konten /nodi darein fumo
men mochten .
gndem nun König Haldan in der
Schlacht hefftig verwundet worden )
durch ſeine wolgelern
bat ihn Vitolph
te Wund-Areney wieder zuvorigerGer
ſundheit gebracht. Hierauf machte ſich
der Kinig Haldan wieder an Schilder
den / und kündigte König Eridhen auſs
neue den Krieg an / bracte auch einen
trefflichen Kämpffer /Namens Thors /
8 auf ſeine Seiten . Dieſer ſtiege mit
ihme auf einen hohen Steinfelſen , und
warffunter währender Schlacht/ wels
che in einem hal nechit denen Bergen
gehalten wurde, ungeheure Steinſtů,
deherunter auf die Feinde 1 wordurch
fieſehr übel zugerichtet einegroſſe Nies
berlage erlitten . Dieſer tapffern
Chat
143

vne

LDUS
HABA II .
traf in die Regering A :Cizs.
Mars vont Erich Königin Schwe
cht
Best vmbgebra AC 140 .
Gor

i ‫ا‬ ‫رة‬ ‫ا‬


Seben / Kezierttug und aufterbent, 143

That halber bekame bernad Konig


Hatdan den Namen Biergram / und
tourde von dem gemeinen Volck mit
Göttl cher Ehre und Dpffer - Saben
verehret.

Db nun gleid) König Erich damals


ziemlich eingebuffet hatte auch fein Kå .
nigreich Sdweben mit dem Ruden
anſehen / und dem Kidnig Haldan dars
innen heriden laſſen muſte i fiele er
Doch mit ſeinem Wold in Dannemark,
ůberwand adda in preden Schlach .
ten den König Haraldı Halvans Brue
dern / und bradyte ihn endlid ums Les
ben auch das Königreich Dånnemarok
in feine Gewalt. An. C. 140 .

König Haldan hørte dieſe leidige


Poſt mit Entſegen / zoge eilenos aus
Schweden / lieferte dem König Eri,
den eine doppelte Schlacht i ůbeso
wand ihn zum zweytenmal / uinringte
ihn endlich in einem Wald und on er
Fich, nicht gefangen geben wolte / über.
deſſe er ihn den wilden Thieren zu zero
reiſen .
Alfo
144 Det Könige in Dannemard
Alſo bekame erSchieden und Dån .
nemarckzugleich zu regieren / und als er
vermeinte i nunmehr in ermünſchtem
Frieden zu leben / wurde er von einem
verwegnen Fechter Sivold /welcher 7 .
C
Sihae batte / die alle nicht beſſer als
der Vater waren / zum Kampff aus .
gefordert ;er zerklopffte ihnen allen az
ber die Kopffe mit einer eichenen Keule
dermaſſen daß ſie auf dem Prag liegend
bleiben muſten .
Er ſchlug aud nach dieſem einen ug .
geheuren Rieſen i Numens Harthbeni
und mit ihme fechs fürnehme Fediter i
mit einem groſſen Hammer todt. Desa
gleichen begegnete er auch einem bes
rühmten Sec . Rauber Edreer ged
nanntrund brachte ihn nach langem
Gefecht ams Leben .
Dem Grimmon i einem tapffern
Kämpffer / ließ er i ob er ſchon bey
ziemlichen Alterware I nichts minder
ſeine Stärke und Helden Fauftfühlen
vardurch die
erlegte ihn / und erſtritte
heoril orKönigHaders in Norwegen
Todter i mit welcher er bernac den
UNGVINUS
Tratin deBegierungAdresro
greste löblicha wardron déguals.fi
triginSchwedecter ſchlagen AC184
Leder / Regierung und Kofferber . 145

Aſinund gezeuget 7 von demehernach


die Kónige in Norwegen ſollen ents
ſproſſen ſeyn.
Ais er nun is JahrdasKönigreichy,
Dånnemarck höchſt- rühmlich beherrs
fchet hatte,geſegnete er dieſes Zeitliche
A. C. 145
XXXIV .

Ungvin oder Hugvin .

Bosil König Haldan keineLeibser


ben hinterlieſſe /verſchaffte er Tes
ſtaments -Weiſe die Königlichen Gü
ter ſeinem Bluts - Freund Ungvin /dern
Konig in Gylland/den andere den Kros
nig der Gothen, und des dritten Goth
ländiſchen Königs - Geſchlechts Urhe
ber nennen. Dieſen machte er auch
zum König in Dånnemarc , als er
burhero ſeine Tochter Sigruth von
ihrem verdrieblichen Bräutigam / Na
nens Ebbu / durch einen Zweikampff
refreyet hatte. Es regierte aber ein
jvin in Dånnemarck in gutem Friede
janßer 9. Jahren führte lektlich Kries
je mit Kiegnað dem König in Schwes
den
146 Der Fibnige in Dånnemard

den / undwurdeA.C.154.von demfele


ben erſchiagen .
XXXV ,

Sivald 1.
Obald Sivald / Kinig lingving
Son den Tod feines Vaters
verſtanden , nahmeer ihme vor folchen
an den Schweden grauſam zu rächen .
Wie Ihn nun die Dähnen zu ihrem
König erwählten , lieſſe er feine erſte
und vornehmſte Surge reyn i den
Coweden Abbruch zu thun , und das
Dåhniſche Reich in Preiß- würdiges
Aufnehmen zu bringen . Er hatte eis
ne Cuchter von hodiſt verwunderlicher
Keuſchheit/ Nainens Syritha, welche
auf keinerlei Weiſe und Wege darzu
konnte gebracht werden , daß ſie eine
Mannsperſon mit offenen Hugen an
geſehen ljåttei ja ſie bate ihren Vatera
ihr feinen andern zum Manne zu ges
ben , als der ſte zu Deinung ihrer Au
gen würde bereden fónnen .

Ein tapfferer Heidi Namens


thar
146

**
1

SYVALDUSI
rgt in die Stegierung A : C1st foc
te fra Lagmit sem Schwediſche
Söntgegnals , Starb A ; C -176 .
De

1.20 AV
Leben tegierung und Abfterben. 141
thar / Ebbons Sohn/ ware gegen ſie
ganş heftig in Liebe entzündet , und
trachtete auf allerhand Mittel und
Wege ihre Huld und Gunſt zu erlans
gen /aber alles vergebens und umſonſt.
Wie fie nun einsmais von einem un
gebeuren Rieſen war entführet wors
den / brachte Othar ſolches bey Zeiten
in Erfahrungi fpåheteden Rieſen ausi
begab ſich mit ihm in einen Zwem .
Frampff , und bradyt ihn umbs Lehen .
Verſuchte hernach aufs neue 1 ihrer
ehlichen Liebe theilhafftig zu werden ,
aber auch dißmal obne guten Forts
gang/zumalen ſie von ihme nicht dabin
tunate bemnúſſiget werden , daß ſie ihti
nur einen einigen Blick vergénnet
hátte.
Alfo verlieffe er Nie wieder /und ſie 2014
ge in der Grre umbher/ weit von ihres
Vaters Reſident entfernet, Endlichy
tame ſie zu einer alten Waldfrauen 1
und wurde von derfelben der Ziegen
gu ' hüten gezwungen biß fie aber
! mals von Otharn erlófet wurde ; der
aber gleichwohl ihre Affection hiers
G 2 durch
148 Der Sneae i Dånnemard

durch nicht erwerben konnte, biß ſie ends


lich /don ederman verlaſſenzüber Berg
uno Thal in ariner elender Geſtalt
umbher ziehend / ohngefähr zu Dthars
Mutter tame / und alda eine geruume
Zeit verharrete/ welche aus ihren Ge
bården und anmuthiger Leibes - Pros
portion gar bald vermercfet hatte , daß
ſie vom hohen Geſchlecht můſte ents
ſproſſen ſeyn.
Als nun eine ziemliche Zeit hernacht
Dthar wieder nach Hauſe kame/ und
ſie alda antraffe / verwunderte er ſich
hóchlich über ihrer Anweſenheit / und
gab ihrwie ehemals vielfältige unver:
fälſchte Zeichen ſeiner inbrünſtigen Lies
be gegen ſie .Weil ſie aber nichtsdeſtos
weniger mit geſchloſſnen Augen ſich ih .
me jederzeit præfentirte 1 gab er einss
mals vor , er habe ihme eine Liebſte zuri
Gemahlin ouserfeben / und wolte bey
nedyſter Gelegenheit derſelben beylies
gen . Nach Verfíeffung etlicher Dåger
gabe er ilir einsmals ein Stümpfflein
Lid )t in die Hand , und begehrte von
ihr7 fie folte ihme zu Bette leuchten .
Sul
Lehen / Regierung und Aufferberi.
149.
Ele Sol che s thát e ſie aber mals mit vers
ſchloffnen Augen / ihrem Gebrauch
Tib
nach ; und als das Licht nunmehr faſt
gånglich verzehret ware empfande ſie
die Hige der Flammen an ihren Fin
gern
als ob ihr gar nichts wehe thåte. D
thar verivunderte ſich hierüber zum
hefftigſten / und bate ſie flehentlich und
mit vielen beiveglichen Worten ; ſie fola
te doch ihrer Hand ſchonen, und ſehen ,
wie allbereit die Haut abgebrandt wås
re. Worauf ſie beyde Augen öffnete'i
und ihremliebhaber damit ſehnlich ans
blickt: der ſie mit beyden Armen um ,
fienge/ und hernach zur Gemahlin auf
und ennahine.
Dib Als hernach King Sivald erfuhrel
wie ſeine Tochter vonDtharn ivåre gès
frauet worden / ließ er ihn gefangen
ples
nehmen / und wolte ihn wegen dieſes
Frevels /daß er ſie ohne feinen Confens
bef:ftaffen ; henckenlaſſen, aber Syria
tha ſtellte ſich eben zu rechter Zeit ein /
erzehlte ihrem Vater/ wie es ihr mit
824
demRieſen ergangen; und wie manch
S 3 mar
150 Der Könige in Dannemard

mal fie von ihrem Ehefchaz Othare


aus Augenſcheinlicher Gefahr erlófet
worden ; wordurch ſich König Sivald
nicht allein beſánfftigen lieffeidaß erD:
tharn zu Gna en auf-und annahme!
ſondern auch ſeineSchweſter zur Ve
mahlin erwählter und ſich mit ihr vers
måhlen lieffe.
Bißhero hatte König Sivald mit
dem Schwediſchen Konig Regnalo
eine geräume Zeit ſehr blutige Kriege
geführet ; weil er ihme nun vorgenoms
men hatte , nicht eber zu ruhen , biß feix
Fein ) und Mörter feines Vaters
würde aus dem Wege geraumet feriti
als continuirte er folden Krieg noch
immer, brachte auch aufs neue ein air
fehnliches Heer von der auseriefenſtci
Dåhniſchen Mannſchafft auf die Bei
ne / wormit er bey Sialand denen
Schweden eine blutige Schlacht lies
ferte.
Und als man drey ganger Tage tin
ausgefekt wieder einander geftritten
batte, unwiſſend wer den Sieg davon
tragen wurde, batte des Königs Engs
leben ) Regi rung und Abſterben . 131
bam einen Verdruß an dieſem lange
Dia
würigen Verzug / nahme Dannenhero
die hershaffteſten Dähnen zu ſich und
ſprengte mit Großmüthiger Tápffer
keit unter die Feinde 7 entweder rühms
lich zu ſterben, oder den Sieg zu er
langen .
Wie er nun ſo Löwenmütig fich un .
ter den Schweden herumb tummelte i
Ptieſſe ihme der Schwediſche König
Regnoid ohngefehr auf ; diefem ſepte
er dermaſſen tapffer zu í daß ſelbiger
endlich übermannet i todt zur Erden
ftürkte. Die Schweden , ihren König
alſo fallenſebend, geriethen hierauf in
folche Zaghafftigkeit , daß nicht allein
of die gemeinen Kriegsknechte die Flucht
ergriffen / fondern auch vierkig von den
ſtreitbarsten Helden ſelbiger Nation /
unter denen auch der Weltsberuffne
Held Stamather ware / Ferſengeld gas
ben und das Reißsaus ſpielten . König
Sivald beljerrfchete hicrauf das Dåbs
niſche Reich bis in das 176.Jalır nach
Chriſti Geburt/in welchein er/nach 22.

jähriger Regierung feinen Geiſt aufga.


be
132 Der Könige ist Dannemart
XXXVI.

Sigar.
Nach König Sivalds Tode , katte
fein Sohn Sigač zur Königli
chen.Dáhniſchen Regierung, der hatte
3. Sóbne Syvaldi Alf und Agler
und eine Euchter Sygno. Alf war
unter ſeinen Brüdern der tapfferfte
y und anfehnlichſte , und brachte ſeine
meiſte Zeit auf der See zu .

Zu ſeiner Zeit lebte auch der Gothen


Konig Syvard , der hatte zween Söh
nen Wemund und Oſten , ſammt einer
Tocyter Alvilda / welche dermaſſen
keufet und zůchtig ware/ daß ſie ſich nie
onders als verföhleyert und verhúllet
feben lieſſe. Domit auch dieſe ihre
chön-und Keuſchheit ohne einige ges
fåhrliche Nachſtellung feyn / und ſie
nicht etwan wider ihren Willen zu
Fall gebracht werden möchter lieffe fie
ilir Vater in eine enge Gefängniß eina
fchlieſſen und durch ſie eine Natter und
Schlange auferziehen , welche ſie her:
nacho
risa

SYGARUS
Tratindie Regierung A : C196
regiertelöblich an errehla ,
gen . A , Cine
10.

di
MIL

2 USLOTE

Ar
Leben / Regierung und Abfterben . 153

nachinals vor allen geilen Anſpren


gern befchúßten
Ferner wurde vom König Syvard
dieſe Anredung gethan / daß wann jes
mand zu feiner Tochter zu kommen vers
langtei und doch durch ſeine Tapffers
keit nichtzu wegen bringen könte /fo rols
teman ihme alſobald fein Haupt abs
ſchlagen und auff einen Pfahl ſtecken.
Sulcher geſtalt rrurde die lifterne und
wolúftige Jugend ziemlich von dieſer -
Lecker -Speiſe zurücke gehalten .
Der tapffermüthige Alf abert Ki
nig Sigars Sohni lieſſe ſich hier : utch
gleichidul nicht abſchrecken / ſondern
hielte davor, e gefährlicher die Sache
ware, je mehrere Ehre er davon baben
tvůrde/ wann die beyden gifftigen Hú
ter wurden durch ihn aus dem Wege
geraumet werden /und er alſo die Prin
celſin zu umfangen , und ſich mit ihr zu
bermåhlen würde Gelegenheit bekom
men .
Er rúſtete fich dannenhero , zum
Handel auf das beſte ausibegab ſich
an das Drti wu Állvilda verwahret

11
DA Der Rdnige in Dånnenard

wurde/nahm ein blutiges Fellum fich


erøriffe mit einer Zange einen glühens
den tall,uno ſtieffe filben der Nater
in den Rachen/ daß ſie davon verrecks
te. Der Schlange machte er es eben
fo arg/ un ſchoß ihr einen Pfeil in den
Schlund daß ſie gle: chfaus geftrecket
auf der Erden zu liegen kame.

Nach dieſem erhaltnen Sieg wolte


Mf das Pfand deſſelben nun eigens
thúmlich befißcn /allein Syvard fagter
diefen wolle er zum Endam annehmen,
Welchen feine Tochter freiwillig und
ungezwungen darzu erwalten würde.
Die Mutter der Princeſfin ware mit
dem Sieg -prangenden Alf nicht wol
zu frieden , und verachtete ihn vor der
Atsilda ſo ſehr ſie konnter olſu daß fich
dieſe entſchloftei demdem Dåhnifchen
Pringen zu Froki ſich zu verkleiden i
und einen See - Nauber abzugeben .
Sie bepamebald einen Anhang ihres
gleichen / welche ſich ebenfalls mit
Manns Kleidern verfahen 1 und ihr
Gefürchafft leiſteten.
Leben / Regierung und ofterben. 155

Solchergeſtalt kamen ſie bey andern


See-Naubern an / welche vor turtvers
wichner Zeit in einer Seeſchlachr ihren
Admiral oder Schiffs- Capitain vers
lubren hätten ; dieſe hatten gleich ein
-8
li gutes Herk zu dem vermeynten neuen
Seera ber /und erwählten ihn 21 ih
rem Oberhaupt.Alf ware indeſſen ſehr
beſchårftiget feine entw folyte Alvilda
auszuſpühren / gerieth aber unter die
Blacınánner ,welche er nach langem
Widerſtand überwand/ und in Finn
laud mit ſeiner Flotte feegelte/ daſelbſt
ware kurs vorhero Alvilda mit ihrer
Schiffs -Àimada in den ziemlich engen

71 Hafen eingelauffen / und wie ſie die


berankommende Schiffe ſabe, liefſe ſie
alſobald die Seget fliegen , und begeg
nete denen neuen Antonimlingen mt
Amazoniſcher Tapfferkeit.
Die Dåhnen verwunderten ſich nicht
wenig über ihre wulgeſtaltete und mit
ungemeiner Schönheit begabte Feinier
und wuften nichtwas ſie hier eigentlich
thun folten . Der leroiſche Jungling
Alf ſprang behend in der Alvildæ
G.6 pörs
rd
136 Der bnige in Denema

vorderenSchiffs : Theil/ und kame


durch ſeine Capfferkeit gar zeitlich
auch in das Hintertheil. Sein Mitges
fert Borcaruspacte die verkleidetels
vilda
trokig antriſſe ihr den Helm vom
Kupffi ſahe ihre preifirürdige Geſtaltı
erſtaunte darob / bielte mit fernerer
Verlegung innen / und gabe ſich den
liberwundenen felbſt gefangen .
Der erljigte Alf entfekte fich noch
mehr als er ſeine von ihme zuland und
Waffermit unverdroſſner Mühe und
cuferſter Gefahr geſiichte und långft
verlangtelvilda ſo ploklic vor ſeinen
Augen ſabe , die kriegeriſche Kaferen
hørte fo fort plúklich bey ihm auff /und
die übermåffige Freude nahme fein
Merk dermaſſen ein , daß er ihrum den
: als fiele/und ſie mit unjehlichliebreis
Benden Worten und Gebärden zwans
gel die Manns-Kleider ohne Verzug
006 - und hergegen die Weibskleider
anzuziehen . Von ihr beiam er bers
nach eine Tochter / die Guritha nenns
te ; und Burcar nahme die Gru vor
feinen Ehe.li chlichte ſie / und erzeugte
mit
Leben / Regierung und Nüfterben . - 159

En mit ihr Haralde y weldier hernach


Hylderend genennetwurde.
Als foldergeſtalt Alf mit ſeiner Al
i vilda plößlich ware vereiniget erordeni
ließ er doch nicht nach / noch ferner zur
* See feinen Feinden miglichſten Åbs
bruch zu thun. Einsmals geriehs
te er ſamt feinem Bruder Alger an eis
nes Nordiſchen Künigs Söhner deren
1 Namen waren Helwin /Hagbarth und
y Hamund. Dieſe Feinde kamen ders
maſſen ſcharff aneinander, daß, als ſie
in einem Tage miteinander nicht fertig
werden konnten , ſie des andern Eages
den Streit ſo grimmig fortſekten , daß
keiner endlich dem andern mehr fattfas
men Widerſtand thun konnte, und ſie
alſu endlich gezivungen wurden / mits
e
brt einander Fried zu machen .
Ilm eben felbige Zeit warb ein Teuta
fiber / Namens Hildigiſeli von edlem
Geſchlechtund ſchöner Leibsgeſtalt um
ot Konig Sigars Docter Sygne; weil
er aber von keinen tapffern Thaten und
my Verrichtungen zu ſagen wuſte,und ſie
mahr auf Zapfferkeit als Schönheit
M.
Der Soniae in Dånnemard

ihr Abfeben hatte, wurde vor ihr ein


großmüthiger Held: Namens Haconi
dieſem Hildigiſel vorgezogen . Wie
aber dieſes vorgienge i kame Hags
barth mit König Sigars Cohnen im
Kónigreich Dånnemarck an , und als
er die ſchöne Sygne das erkemal ers
blickte, wurde er fofort gegen fie in Lies
be entzündet/ und befam von ihr das
Verſprechen , daß fie bey nechſter bes
quemer Gelegenheit doch in höchſter
Heimlichkeut Feines Willens leben
polte.
Dif Fonte for heimlich nicht zugehene
Daß nicht Hildigiſel etwas hiervon ges
mercket bätter brachte dannerhero den
blinden Bułmis durch anfehnliche Gies
fchencke auf feineSeiten /und lag ihme
fo lange mit Bittea und Stehen gang
inſtåndig in den Ohren / biß er vers
ſprach , ourch feine bewährte Kunſt des
Sigars und Hamunds Söhne aus
den beſten Freunden zu abgeſagteſten
Feinden zu maden. Dann es hatteKis
nig Sigar zween alte Råthe an ſeinem
Hofernady deren Gutdunken und Wiela
& bcu / Regierung und Abfterben. 159

* gefallen er alles anſtellte I unter denen


Mware dieſer Bolwis . Dieſe beyde Rås
the hatten gang wiederwärtige Cums
plerionen / dann einer lieſſe ihm beſt
möglichſt angelegen ſeyn, äus Feinden
gute Freunde / und der ander aus
Freunden Todfeinde zu machen .
Von dieſer testern Art ware Bola
wis /der verfügte ſich zu Kónig Sivars
Söhnen ! und be ahete mit theuren
Codſchwüren / es wåren Hamids
Sólne fu geartet/daß ſie keine Trenie
und Glauben hielten , ſondern martes
ten nur auff bequeme Gelegenheit ihr
ſchåndliches Bubenſtück ausziiůben ;
wäre dannenhero am beften / daß mas
X dieren untreuen Geſellen liſtiger Weiſe
vørkáme/und ſie bey Zeiten unterdrück
o tel che man von ihnen möchte unter :
V drückt werden .
Alfund AgleriKúnig Sivars Súka
nei glaubten von tundan diefen fals
fchen Burgeben /nahmen alſo bequeme
Gelegenheit in acht/überfielen unverſee
bens den Helivin u. Hamund, als eben
Magbart nit zugegen ware/uñerſchlugë
160 Der Sonie in D &ulgemart

Dich : iben. Kamn ware dieſe Murds


that begangen / da ki meSpagbarth bers
an /und brachte dic nuch vom Kämpffent
gang ermúdete Brüder Alf undAlgern
gar leichtlich wieder umbs Leben und
/
ſeşte dem Hildigiſel auch ſo hart zu /daß
er init genauer Nothi nach beyden mit
einem Pfeil durchſchuſſnen Hinterbas
den /durch die Flucht das Leben davon
brachte.
Der obſiegende Hagbarthy zog hier:
auf geſchwind Weibskleider an,und
tame alſo verkleidet an den Dåbs
niſchen Hofi fich vor des tapffern Has
cons Dienerin auss und vorgebend ſie
wäre von demſelben an dem König in
wichtigen Sachen abgeſchicket. Als
nun dieſe verimeynte Åbgefandtin des
Nachts unter dem Frauenzimmer ſich
enthielte / und ihr von den Kammers
Mágden die Fúffe gewaſchen wurden i
konten ſich dieſelben nicht enthalten zul
frageni wober es doch kominer daß fier
als eine Weibsperſohn fo rauhe Fuſle &
und Hände hätte/welche ſonſt vielmehr it
bey Dannsperſohnen zu finden wåre?
Wors
Seben / Regieruirg uirt Abfterben. 161

Worauf fie antwortete : Siehåtte ils


th re Lebens - Zeit in der Hand mehr das
Schwerdt als den Rocken gehalten /ſo
moiren auch ihre Füſſe auff Reiſen
duret Anſtoßung der Steine gang
rauh und hart worden , wie vor Augen
W zu ſehen .
Wie es nun Zeit zum Schlaffen
13 ware bekame Der verſtellte Hagbarth
Die Liegerſtåtte bey der holdfeetigen
Sygne. Der führte ihr nun zu Öc
můther was ſiedoch thun woltei wann
ihr Vater ihn gefangen bekommen ,
und wegen Ertóbtung ihre Brüder !
wieder ihn umbbringen laſſen würde ?
deme ſie zur Antirovt gabe : Sie ſerye
alsdann willig und bereit ! mit ihme
in den Tod zu gehen /und frölid) zu ſtets
li d ben ! ja eben dieſe Morter zu erdulden ,
die ihme wurde zu Hinden kommen /
darauf er ſich ſteiff und veſt zu ver
no
laſſen båtte.
Hierüber wareHagbarth gånt wels
gemuth, und wareunbcforget / wie es
hemen ihme künfftig ergehen möchte. Wie er
nun voriages fich davon machenwols
ter
162 Der Könige in Dan
tel hatten indeſſen die Mägde dem Kos
nig ihre Mutmaffung /wegen der frem ber
den Abgeſandten angedeutet / welcher le
alfirfore denen Hefchern Befehl ertheils
tei dieſelbe in Verhafft zunehmen .
Ingviſchen aber hatte ſich Hagbart
wiever månnlich angekleidet/und wurs
de eben im Herausgeben von den Hes
fpern angetaſtet/ und ſich zu ergeben
genöthiget. Diß ware ihm nun fo
ſchlechter Ding zu thun durchaus nicht
gelegen , ſeşteſich dannenherd tapffers
müthig zur Wehr, und blieſe unters
fchiedlichen das Licht aus / biß er doch
endlich übermannet und gefangen ge
nommen wurde .
Wie er nun vor Gericht geführet
wurde/molten etlicher man følte ihme
das Leben fchenkun en d feiner Tapffers
keit kün fti g wid er die Fei nde fich bedies
nen unter denen Bilwis des Boliviſen
Bruder ware . Bolwis aber behauptete
das Widerfpieli mán folte den Mörs
der der Königs- Söhne, und Ehren .
febänder der Sygneja nicht ferner les
ben laſſen 1. ſondern ihme den Strang
22
Schen / Regierung und Abſterben .

zu erkennen i den er mehr als zu wul


verdienet hátte . Sulchergeſtalt wurs
m4
de Hagbarth zum Tode verurtheilet 1
und ein neuer Galgen aufgerichtet/das
* tan er ſolte gehendet werden .
Als Sygne folches vernommen und
in Erfahrung gebracht hatte ,wurde
fie darüber ſchmerzlichh betrübt, und
als ſie ſich des Weinens und Heulens
nicht enthalten konnte, tröſteten ſie ihre
| Leib- Dienerinnen mit vielen bewegli
then Worten /welche ſie endlich mit dies
1 fém Bedingannahme/daß ſie ihr Vers
ſprechen folten / ihr in allen tücken
nachzufolgen / und eben das zu thun !
was ſie thun wirde.
Dhne einiges ferneres Bedenden
verwilligten dieſe ihr Begehren , und
als ſie von ihr vernahmen / daß ſie ge
ſunnen wäre, ihren liebſten Hagbarth
im Tude Geſellſchafft zu leiften / ver
ſprachen ſie ihr eidlich , ſich zugleich mit
ihr dem Eude aufzuopffern . Solder
Geſtalt ware Sygne wieder höchi
versnůget/ ſprach ihren Leib Dienerin
nen ein friſches Herk ein / und fagte
mit
.Der Ronine in Dannemala
164
mit hershafften Worten /weil ſie ja mit
ihr zu ſterben begehrten / fo hätte ſie ihr
vorgenommen /wann ihr Liebſter Hags
barth ipůrde durch den Strang hinges
richtet werden , fo wolte ſie ihme eben
auf folche Todes -Art Geſellſchafft lei
ften / und zwar ſolcher geſtalt ; ſie wol
te einen Wächter beſtellen / der fotte !
wann Hagbarth würde aufgehencket
werden , ein Zeichen geben , worauf ſie
ohne Verzug ihre Lagerſtatt wolte an
júnden laſſen ſie ſelbſt aber wolte ihren
Sdleiser an ſtatt des Strangs ges
brauchen und ſich alſo damit felbft auf
hencken /da ſie dann nicht zweiffelteiſies
als ihre Leil - Dienerinnen /würden zur
Stund ein gleiches vornehmen .
Wie nun Hagbarth zum Tode ges
führet wurde und er allbereit an dem
Drt anaetanget iwarel wo ihine ſotte
die Kehlezu geſchnüret werde/ begehrte
er noch zu guter Pezte von den Schergei
ſie folten erft fein Kleid aufhencken , das
mit er ſehen méchte vor ſeinem Ende !
CE
auff was Weiſe er würde zu hencen
kommen . Wie nun ſold )cs geſchchen
vers
Leben / Regierung und Abſterben . 165

vermeynte der von Sygne beſtellte


Wächter, es feye nunmehr Hagbarth
"felbſt aufgehencket worden / gabe dans
nenbero das abgeredte Zeichen ; wors
auf Signe mit ihren Leib - Dienerin :
nen ihr Schlaffgemach mit Feuer ans
ſteckten/ und ſich fämtlich erhiengen .
Hagbarth fahe ſich in ſolcher ſeiner
inſtehenden Todes: Angſt fleiſſig nach
dem Koniglichen Schluß um , und als
er den Rauch und Dampff davon auf
gehen ſahe/ erfreuete er ſich über ſeiner
Liebſten fonderbare Trene i vermahn
te darauf die Schergen ilyr Ampt una
verzüglich zu verrichten.
Als des gehenckten Hagbarth Brus
der Hagen / des Schwediſchen Künigs
Hamunds Sohn, erfahren , was ſich
mit ſeinem Bruder zugetragen / mach
te er ſich vhneVerzug auf zug mit ei:
nem anſehnlichen Kriegsheer in Dán:
nemarcklund zwar in miglichſterStile
ler dann er zuge meiſtentheils durch di
de Wålder/ wo ſie aber auf eine freye
Ebne kamen , Da ließ er vorhero Båu
me abbauent und alſo durch die Sol
Daten
166 Der Königchu Dåupemart

daten mit tragen / daß es das Anfeher


hatte/als vd ein dider Wald im Anzug
wåre. Weil er nun mit den Seinigen
meiſtentheils bey Nacht reifete /kame er
ungehindert durch) zivu Wachten ; bey
der dritten Wacht aber wurde er aus
geſpåhet/ und eilte Der Wächter mit
groſſem Schrecken nach dem Königlis
chen Hofer und zeigte dem Könti Šis
gar an, wie ſich ein ungeheurer Wald
bewegte und immer nå, er kåme.

Hieráber lachte zwar Anfangs Si:


gar/ und hielte es vor einen Traum i
endlich aber fiele ihm ein /ob es nicht ein
Kriegs - Heer feyn möchte, und als er
durch ſeine Kundfchaffer die Gewißheit
deſſen erfuhrer machte er ſich geſchwind
zu Felder in willens/ dem Feind eine
Schlacht zu liefern .

Er war aber in derſelben bey Has


lundburg dermaſſen unglückſelig/ daß
er von Hagen mit eigner Fauſt ers
noürget worden im Jahr Chriſti 199 .
gt
Hierauf gieng alles unter über ſich i
bann König Hagen verfolgte ſeinen
ŞYVALDUS II
Trat in Bie & egiezing A C199 .
egiestelöblich. Harðin Krieg

crtëhlager A. ijo
)

1
Scbcu / Regierung und Kofferben . 167
Sie uns verſchonte weder Manns .
noch Weibs - Perſonen / weder Junger
noch Alter , alſu daß die Mutter mit
Den Kindern ſeiner Tyranney herhals
ten muſten ,
į XXXVII.,

Sivald n .

Koenig Sigar ließ einen Sohn


hinter ſich Namens Sivald, der
war eben ſo unglückſelig als ſein Va.
ter , indem er gleichen gewaltſameia
Cud erleiden muſte. Dann als er
von den Dåbnen an ſeines Vaters
Stelle zuin König erwählet worden /
fummkte er ein mådytiges Kriegsbeet/
in willeus fich graufim ju rächen . Ko
nig Hagen erwartete getroft feines
Widerparts /und wolte durchaus nicht
weichen , wie ſehr ihm auch die Seinis
gen riethen dißihalzurüde zu gehen i
heil siinig Sivalo eine weit gröſſere
und anſehnlichere Armeer als die Seim
mige ware, im Felde ſtehen hatte.

210®
168 Der Könige in Dånnenard

Alles was die Waffen führen kons


te / ware auf König Syvolds Seiten
bereit und fertig / den Streit anzuger
hen ; auch ſo gar die Weibsperſohnen
wolten nicht zurücke bleiben / den Tud
ihres König Sigars zu rächen. Sols
cher geſtalt giengen beide Heere friſch
auffeinander luß 1 und währete der
Streit in die zween ganger Tage an eis
nen Stuck/mit ſolcher Ungeſtůmm /daß
auf beeden Seiten eine entfeßliche Nies
derlage geſchahe i und unter andern
quchKinig Sivald auf dem Plakblies
be. Die Dáhnen folches ſehend ftrite
ten noch grimmiger wider ihre Feinder
und brachten endlichen durch ihre tapfs
fere Ritterfåuſte fu viel zu wegen , daß
die Schweden flüchtig dyrdyjugehen
genothiget wurden .
XXXVIII.

Haldan m .
N der erſt - berü hrte n blutigert
Schlacht wurde alles Königliche
Geblåt an der Schwerdt -Seiten ers
würget/ alſo daß das dritte Gefchlecht
Der
inling

VUS.H.
1.C.230 . War
por einen Seelán

chlagě À .260
1


Leben / Regierungund Abfferbeut. 169
der Gathländiſchen Könige,beywelchen
die Kønigliche Dåhniſche Erone ss .
Jahr.geſtanden i mit König Sisald 1
ins Grab gienge .
Nur die einige Guritha/ Alfs Toch .
ter, und Sigars Endeli mare noch im
Leben; weilſie nun noch nicht mannbar
ware i hatten ſie etliche Häupter .der
Königlichen Gewalt angemaffet ; Dita
mar ware fonig in Schonen i Huni
ding in Suland i Hano in Fühnen /
Rörid und Hother aber in Jütland /
Dieſe regierten eine geraume Zeit / und
hatten im gangen Kinigreido das vilio
ge Commando.
Inzwiſchen wudre die Königliché
Prinzenin Guritha als eine anmuthige
Dive daber í und ware nunmehr gut
mannbaren Jahren gelanget /als Hal.
Danus / dazumals ein ſtreitbarer und
tapffer -muthiger Held i wegen ſeiner
beroiſchen Chaten im gangen Reich in
portrefflichem Ruffwares zumalen ihm
vierinnen unter den Mitternachtiſchen
Bildern keiner gleich gefunden wurde.
Dieſer verliebte ſich in die Prinseſlix
f
179 Vir xonlige lit

Gurithal fo bali , er ſie das erſtemu


211 reben bekame ,
Cheer aber ilire Hegengunft erhielte
erwiele er ſeine ungemeine Zapfferkeit
Durch nachfolgende Gedádyen pówürdia
ge Begebenhejten : Es hatte Guritha
nad , erlangten mannbaren Fabren , iha
ſteiff und vejt vorgeſekti im ledigen
Stand ihr Lebens . Zeit zuzubringen !
iveil dochiihrer Meynung nach ihr kein
Ehehera. / Der ihr am Stand und Adel
gleichen könnte /ipůrde ju theilwerden ;
damit ſie nun vor allen Nachſtellungen
deſto ſicherer regn und bleiben möchte i
lieſie ſie ihre Zimmer,wo ſie ſich enthiella
te i durdy 12, ſtreitbare Männer Cag
und Nadyt Bermachen .
Es trug ſich aber einsmals zu 7 pagi
als dieſe Leibwachtraus erheblichentir
ſacheni nur eine garkurbe Zeit andersi
wuhın ſich begeben hatte / obberührte
preißwürdiger Held Halvan die Geles
genheit beobachtete / und alſo ungehin
bert ſich zur Prinzeſſin verfügte i und
ihr feine Liebes Djenjte mit vielen hóf
lidhen Worten prájentirte , welche ibra
ater
{ tge 1 / Regierung und Xbfterben ,
tefla
aber i weit ihr ſein Königlicher Stand
und heroiſche. Tapferkeit noch nicht
bekannt ware / nicht zum freundlid ) ſtent
empfienge i fondern ihmezu verſtehen
gabe ſein unbekannte falechte nkunfft
würde ihmeberiñen merdlich im Weg
liegen / und konnte ſie keinen folder
Menden vor ihren Liebhaber érkeõent ,
von dem ſie nichts rühmliches und lobus
würdiges bißhero vernommen hatte.
Haldan demáthigte ſich hierauf nocty
mehr und erſuchte fie unterthänigſt / fie
folte ihme doch nur verſprechen 1 keinen
andern eher zu beurathen als biß er
nach tapffern Tugend . Proben entmes
Der wieder zurücke gekommen oder ſels
nen Geiſt aufgegeben hatte.
Als ſoldes geſcheben , und er wieder
von ihr Abfdied genommen hatte i ere
fuhren die 12. Leibrachter der Prinzeſs
ſin Gurithæ , mas fich inzwiſchen zuges
trageni wolten Dannenberodieſen Fres
vel ſo ungeſtrafft nicht hingehen laſſen !
fondern eileten ihme auf ihren Pferdten
Spornſtreichs nad ) . Sobald ſie Halo
dan pon fernen erblickte/befahl er ſeinen
2 Gea
172 Der Könige in Dannemart

Gefahren ſich nicht zu rühren /noch in


me jw Hülffe zu kommení fundern von
wettem zuzuſeben /wie der bevorſtehen ,
De Kampff abtauffen würde. Hierauf
siſſe er einen2ft von dem ihme nabeſtee
benden Eichbaum 4. machte einen
Streit . Kolben daraus / und erwar .
fete alſo getroft feiner zmålff Anſpráns
ger. Wie nun dieſe alle zugleich auf
ihn lobgiengen / lauklopffte er ihnen
die Köpffe dermaſſen / daß ſiein kurger
Zeit alleſamt vor " ihme todt zur Erden
lagen .
Hierauf, als ihme vor Dhren las
mer daß der Schwedifche König Alver
mit den Ruffen Kriegfübrte !begabe
er ſich ohne S & umnif in Rußlandibo .
te den Einwohnern ſeine Dienſte ani
und wurde von ihnenauf das freund ,
lichſte empfangen .
König Alverware mit ſeinem Hier
in der Nähe / und Hildiger i Haldans
Bruder iſtritte unter ihme i forterte
auch einen und andera tapffern Fechter
zum Zweykampff aus , deme ſich Hala
dan 7 unwiſſend daß er fein Bruder
Leben / Regierung und Abfterben . 173

mradi warérentgegen ſeşte und ihn nach tapf


Om ferer Gegenwehr überwande.
Rich Inzwiſchen Eame der Sachfiſche
Fürſt Sivar an den Dåhniſchen Hof1
und langte um die Prinzeſſin Guritha
tan / welche aber heimlidyer Weiſe dem
e Haldan noch immer günſtig / und ihme
el das gethane Verſpredyen ſteiff und feſt
zu halten geneigt ware. Damit fic
E nun den Sivar mit Manier abweifen
mochte verſprach ſie ihn zu ehelichen i
wann er wurde das in viel Sheil jer .
theilte Dåhniſche Reich/ fo ihr unrecht
máſſiger Weiſe entzogen worden, wie
der in ein Corpus bringen und ihr auf
neue unterwürffigmachen würde.
Er konnte aber i wie ſehr er ſich audy
( bemühete/ſolches nicht werdkſtellig mas
chen ; Dannenhero er der Pringenin ihre
Kåthe mit Gelv beftach i daß ſie ihme
insgeſamt die Guritham guerkannten .
Haldan erfuhre felches gar bald
vonden Ruſſiſchen Kauffleuten / bega .
be fich dannenhero eilfertigſt zu Smife
fe i damit er vor angeſtellter Hochzeit
an der Prinzeſſin Hofe erſcheinenrund
* 3 das
. 174 Der Koniae in Dannemard

das Beylager hintertreiben módyte . Er


langte eben alba an / als das Hochzeit
Mohl gehalten wurde gebote dannens
hero ſeinen Gefährten ſich ſo lange very
borgen zu halten i biß fie ein ſtardes
Waffengeräuſch verneomen werden .
Solcher geſtalt verfügte er ſich auf
den Saalmund vertiefe der Priukeſ i
ihre Wandelmurh mit verblümtoa
Worten welche ihmediefe ihre ger
1 zwungene Heurath u verſtehen gabe ;
indem ſie ſich aber noch weiter entfchub
digen wolterúberfiel er den Bigutigots
Civar mit folder Wuth/ dasſelbigene
ehe er fich zur Gegenwehr riften konte
fchon todt auf der Erden lage. Hier
mit aber war Haldan noch nicht orro
snúget i føndern die meiſten Såd fi
den Såſte / welche ziemlich berauſdhet
waren / und bin und ber taumelten , bey
tamen auch ibren Reft /daß ſie des B
ftebens vergaſſen .
Hierauf erlangte er die Princeffint
Qui ha zur Gemahlin /undmit ihr zus
gleid das Königreich /welches/wie oben
gehöret 1 in unterſchiedliche baile abo
HAR
ALD
US III
Gratin p i e .Kegiesi A.2
ng 60 brach
Eeúnte ſich vorwege Schwede tatt sich
homes in ritamien Yardín, krieg
wiebe S c h w eden uſchlagen A326

COM
Leben / Regierung und Abſterben . 175

geſondert ware . Er ware zwar Dara


auf bedacht i dem Königreid, wieder
auf die Beine zu helffen / und alles
darinn in beſſere Drdnung zu richten /
er konnte es aber doch nicht allerdings i
wie er gerne gewolt /darzu bringen / zus
malen er durch einheimiſche Ünruben
mercklich daran verhindert wurde i alſo
daß er vor der Zeit in Seeland von
einem Rieſen / Namens Weſét in eis
ner blutigen Schlacht übermannet ,
mitten im Streit ſeinen Geiſt aufgabe
im Fahr Chriſti 260 .
XXXIX .

Harald III.

Ein tapfferer Vater zeugte einen


noch tayfferern Sohn . König Hale
dan liefe Haralden hinter ſich 1 der /
was die Dåbnen an jenen verlorē /wie
der dusbündig gutmachte und alles in
treffiidsen Stand fekte. Er war mit
einer foonen undanmuthigen Geſtalt
begabit; ſein Anſehen wacedabey einen
Weg als den andern voller Gravitati
alſo
176 Der Könige in Dannemard

alſo daß er alle die jenigen / ſo ſeines Alo


ters waren/an Stårde und Långe febr
weit übertroffen . Dannenbero ihn die
Dáhnen nach ſeines Vaters Tode eine
müthig zu ihrem König erwählten.
Er brachte nach und nad , die jeni.
gen/ welche ſich der Königlichen Macht
und Gewalt lange Zeit angemaffet
batten / nemlich den Dfimar über
Schonland, Hunding úder Seeland :
Hane über Fühnen i Rórick und Her
thern übar, Jütland / wieder unter leis.
ne Betimáñigkeit , als ſie in die 62.
Fahr als Reguli die Lånder regieret
batten .
Und als er vernahme,daß der Mór,
Der reines Vaters / Berit i in
Suonen Hochzeit hielterverkleidete er
fich, als ein Bettler / begabe ſid , als alle
Gåſte toll und vol waren / in Weſets
Schlaffgemac ; in willens , ibit dafelbft
ums Leben zu bringen . Weſet aber
fekte ſich zur Gegenwehr /und ſchlug ih.
me zwveen Záhne in den Hals ; an derer
ftatt ihme hernach andere ſollen gee
wachſen / und er deßwegen Hyldetand /
ſegn
Schen / Regierung und Abfterben. 177

Teyn genennet worden. Es traff ibn


aber Harald dargegen dermaſſen , daß
El
er todt zur Erdenſtůrete.
Als er aud) hierauf in Erfahrung
brachte i daß König Aſmund in Nurs
wegen von ſeiner ditern Schweſter aus
dem Reich gejaget worden ! Worte et
dieſen weiblichen Hochmuth ernſtlich
ſtraffen / begabe ſich dannenhero i dem
Konig Amund zu gut , dahiny legte ſeio
ne Konigliche Kleider an und führte die
Vilcker mit reſoluter Tapfferkeit den
Feinden entgegen / welche i ſich vor
ſeiner Majeſtát mercklich entſegend i
nad , wenigem Widerſtand die Flucht
ergriffen / und alſo dem König Aſmund
fein rechtmäßig Königreich wieder zu
Sheil wurde. Dieſer wolte ſich gegen
feinem Freund dancbar erzeigen , und
gabe ihme treffliche Verehrungen/
allein König Harald wolie nichts der .
felben behatten , folldern ware mit der
Ehre zu frieden , die man ihme mit dem
Namen eines tapffern Obliegers ers
theilte.
Inzwiſchen gienge der Schwediſche
1 ఇక
Der Könige in Dannemard
Tod ab / und hintero
Kö nig Alverömi t
Telje drey S hne i Dlaf. Gngo / und
Ongeld / deren erft. benannte Diaf und
ichen Erbtheil
Ingo mit ihrem : våterl
t d
urvergnügi , gerne das Königrei
m a r jů be za
Dánne of dazu gehabt hátter
fielen dannenbero den Konig Haraldi
in Hoffnung , ihn zu verjagen / und alo
fo foldjes Rech unter fich zu theilen .
Allein vergebens ; König Harald frage
te ſeine Götter um Rath und erſdiene
ihme ( ohne Zweiffeldurch ſataniſches
en
Spiegelrecht feio Abouti Dthin , in
Gejalt eines anſehnlichen und ſebe
groſſen alten Mannes , welcher ſid ,vor
ſelbſt ausgabe/ und ihmeden
ge Dt nSieg verſprache
De n
wi ſl en
hi der ihme
auch bernach zu theil wurde / indeme es
beyde Brüder Dlaf und Ingo úbere
wanderund Ingeldi als den dritten /um

Friede n bitren machte .


Von dieſem Abgott Dihin etwas zu
meiden , ſo iſt derreibe faft in gang Eur
kopa/wegen Erkänntniß vieler Knúfien
far chlich mit Gorritcher Ehte bezies
set worden z im Sahr der Weit 1970,
Seben / Regierung und Abfterber . 179

he Dieſer inchnete mehrentheils bep der


Satt Uyſal/ und freyete fic febr 1 an
o felbigen Daten ſich aufzubatten biela
#lesdiwegen der Einwohner Unwiſſen .
heit oder wegen derſelbigen Gegend
Luſtbarkeit.

218. auct; die Könige gegen Mitters


s nadit dieſes Manns vermeinte Gott ,
be t begehrten mit beſondern Fleiß zu
Drehren haben ſie deffen Bildniß vont
Gold gemachet/und feine " edyte in volto
Kommener Lebens • Gråffe mit groffer
Devotion und & ndacht gen Conftan
tinopel geſendet. Ste haben auch dies
fes ihres Abgotts Urme mit vielen Rets
ten und edlen Steinen vielfältig gezies
ret. Hierüber und wegen dieſer haben
Ehren ! hat ſich der Schipark,Kúnſta
ter Ltsin höchlich erfreuet i und fich
Denen jenigen , die ihn dergeſtalt vers
ebret i gute und behåglide Dienfterece
netefen . Damit aber ſeine Ehefrau
Frigeæ deſto gierlicher und fartlider
fat) aufbußen möchte , beriete fie die
Hold dmiedte und ließ ein
Der dulae in Dänuetard

und anders Gold von den Bildniſſen


atſchaben / welches ſie hernach zu ihrer
Hoffarth anroendete.
218 Dihin foldes innenworden er .
droſfelte er die Werckmeiſter undſtellte
fein Bildnuß an einen verborgenen
Det / und verſchaffte durch ſonderbare
übernatürliche Künft i fy bald ein
Menſd , taſſelbe berührte, daß es zu resi"
Den begunte Deffen allen unerachteti
ware Frigga varauf bedacht / wie ſie
das gange Bild in ihre Haade betom ,
men móchte / bielte Dannenbero mit eis
nem derſchmigten Jüngling unchrlicher
Weile zu , der durch ſeine Argliſtigkeit
das Bild aus påbeter ſelbiges zerbrachi
und das Goid fo zum gemeinen aber ,
glaubigen Gegendienft gewidmet was
rei ſeiner Buhlerin zum Stolt und
Pracyt einhändigte.
Dthin gehabe ſid, deßwegen aus der .
mafjen åbelidaß fein Bildniß ſo folim
verunehret worden / zoge dannenbero
gar aus dem Lande / weil er Dardurch
boffere aller Somad und dance
Auf einmal zu entgében. Auf diefer.
Neis
Leben / Regierung und Xbfférben . 181

Reiſe hatte er zum Mitgefährten einen


Ert -Zaubereri Namens Mothotin an .
genommer der ſich ſelbſt vor einen Ab .
gott ausgegeben / und ihrer viel durch
Teine Zaubereo verführet i der wurde a .
ber doch endlich einsmals in einem alufo
Icuff vom tollen Pódel: Volck erſchla .
gen . Inzwiſchen gienge Frigga mit
| Jyde ab 1 und Dthin kamewieder ab.
måhlig zu ſeinem vorigen Ehr . Anſes
ben / dannenbero er wieder beimreiſetes
und nod ) lange Zeit von ſeinen Lands.
Leuten beydes r.od) in ſeinem Lebenſals
auc hernach nad ſeinem Todevor ei
non GOttgehalten wurde.
Aber wieder auf unſern Krónig Has
rald zu kommen , ſomachte ſich derfelbe
an einen tapffern Helder i Namens
Ubbo i welcher in Frießland gebohren /
und daſelbſt erzogen worden ; dieſer
batte mit ſeinem Anhang gang Fut.
land weit und breit verheeret/und ihme
ſelbſt hierdurch ein treffliches Anſehen
erlanget . Dieſem zoge König Has
rald mit einer anſehnlichen Armee ento
gegen.
H7 Als
182 Der Königein Dannemard

Als er ihn aber in einem Znenkampff


nicht übersinden konnte , gab er ſeinen
Suldaten Befehlı ihn geſamter Hand
gefangen zu nehmen ; welche ihn nad
langem Widerſtand zu Boden geworfa
fen 7 gebunden / und alfo gefangen vor
Den König gebrad )t. Diefer hat facts
über die Starcke dieſes Helden höchs .
lich verwundert , ihn zu einem Freund
aligenommen / und ihme ſeine leibliche
Schivefter zurChe gegeben . Hiernechſt
gebrauchte er ſich der Dienſte dieſes
rejoluten Kriegsmanns in Dámpffung
und Unterdrückung der Frieſenfund er .
ſtreďte hierdu : dy feine Waffen biß an
den Rheinſtrum..

Er bezwang auch Selavonien / und


mad te ihre beede Obriften i Duc und
Dal ihmeunterwürffig , bediente ſich
ih.er B phúlffe in Eroberung Aqnita
niens ; trang auch fogar in Brirans
nien , erſchlug den Kunig der Humbrers
und brad te eie kühneſten und tapffer :
ften Jünglinge teibiger Nurion auf
ſeine Sateruitri denen Dummit dens
Bling
Leben / Regierung im Aufferben . 183

Zunamen Britannicus.der Vornelmi


In Ite ware. Unterdeſſen ſtarb Ongelo
Der König in Schweden und ließ einen
Sobn Ringo 1 den ihme Haralds
Schweſter gebohren , noch ſich , dieſeny
weil er noch allzu jung / und zu regieren
untüchtig waren jeßte Haralo dem KS.
nigreich Sd)weden dur i doch alſo, daß
etliche Vormúnderé an feiner ſtatt dafo
ſelbe beheraſchetén .

Nachdem ſolcher geſtaltKönig Halo


dan alles , fo mol inn- als auſſerhalb des
Reichs hód ) ſtolůblic , angeridiet und
feine ſämtlidie Feinde gedampffet hat ,
te , lebte er funffiig Jahr in gutem
Friede.
Nach deren Vollendung entftunde
ein blutiger Krieg zwiſden ihme und
dem Schwediſchen König Ring ; dann
weil er Alters halber nicht mehr Luſt
# batte zu regieren , hielt: ers für rühma
1 licher zu repní im Felde fein Leben zu
laffen / als daheim auf dem Siege
Bette zu fterbent. Fienge demnoch
einen Krieg mit den erft . berührten
Ko
184 Der duige in Daguemard

Konig iu Schweden anrin welchem er


auf Bratthepd mit 30000. Dåhnen
erfdlagen worden, indem ihn ſein eig ,
ner Kutſcher vom Wagen geriſſen , und
mit etlichen Streiden hingerichtet hat.
te an. 6. 326. als er 66. Jahr regies
ket hatte,
XL .

• Ring .

Obald König King den Tod Ride


nig Haralds in der noch , wahren ,
den Schiad )t bernommen, lieſſe er jum
Abzug biaſeny und dem blutigen Krieg
ein Ende madeni lieſſe aud denen
Dáhnen einen Frieden anbieten und
vorhalten , ſie würden nod ) unglücklis
der künfftig ohne einen Anführer
ſtreiten / wormit ſie auch wol zu frieden
waren .
Hierauf lieſſe König Ring den Leich ,
nam König Haralds fleiſſig unter den
Erſchiagenen fucen í und ſelbigen /
nachdem man ihn gefunden / tad) Ges
wonheit í auf einem Holzhauffens mit
Königlicem Seprång, zu 2jden der.
breng
RING
O.I
Trat in die Regiering A.Ç
326 Starb das Jahr hunach
A C 32 %
1

6
Leben / Regierung und Abfferbes .
brennen / undſolche Afde bey ſeinem
Königlichen Schloß Ledre der Erden
anvertrauen . HieraufwurdeHethai
eine Jungfrau /die in dem erſtrerwehne
ten Krieg aufSeiten der Dåbneniei.
me Fendridis s Stelle Vertreten hatte ?
auf Vergünftigung des Schwediſchen
Konigs i zur Regentin in Seeland I
und Ölon ein tapfferer Held 1 König
Syvards und Haralds Sdweſter
-Sohn / über Schonen ju herrſchen eri
Weblet.
Hiermit aber waren die Seelander
ſehr übel zu friedenrund konten ſid) nicht
von einem Weibe regieren laflen i
Dannenbero machten ſie ſich beimlich zu
Sloníund gaben ibme zu verſtehen , wie
ſie nicht zugeben könnten i daß ein
Weib über ſie hera ſozete i baten ihn
dannenhero 1 er ſolte ihnen bryſteteri
und ſie von dieſem Weiber, Regiment
befreyen , ſie waren bereit/ ſich ihme zu
unterwerffen / und ihn künfftig vor ib.
ren Konig zu erkennen , Dion willigte
gar gerne in dieſes Begehren /fiele vom
König Ning ab und mufte ſid) derfelbe
mit
186 Der Rdnige in -Dannemard

mit ſeinem Königreich Scweden /wele


ches er vor dem gehabt hatte / begnügen
laſſen ; als er kaum ein einiges Jahr
über die Dåhnen geheraſdet hatte,
XLI.

Olaus 11.

He Dlon / oder Olaus der Ander


KönigSyvardsSohn /zurDátynif.
Regierung gefangte , verrichtete er viel
merd würdige Chaten / welche wol
werth find , daß than fie bier ergeble.
Er hatte ein dermaſſen entfeßlich und
abfdeuliches Angeſicht / daß was ans
dere mit ihren Waffen verrichteten 1
er mit ſeinen Augen Bewertſtelligen
konnte, und zwar ſo konnte er den ader .
tapfferſten Ritter und Helden ver .
mitteiſt ſeiner Augen . Strahlen in folo
de Angſt und Schrecken Teßen 7 daß
er fid ihme unterwürfiig madjen mu.
fte. Die beeden Ctraffen- und Lanos.
VerderberGumon und Srimon haben
ſolches mit ihrem áufferſten Verderber
innen worden ; daan als ſich dieſetben
pi86

OLAUS II .
Trafindie Xegierung A.C.327,
Barentgepalkiger,friegsman konte
einenweit ſeinem ſauer ſehenen Be.
Ficht tobten Ward umgebrachta 333
Seben / Regierung und Abfferben .

in den Waid Ethafeg geleget/und das


felbſt groffen Schaden denen Reifenden
zufügteni" auch ſonſten unerhócte Infos
Jentien verübten i begab er ſich dahin /
forderte ſie zum Kampff tapffer -müthig
heraus , und beſtritte ſie beydeauf eine
mal mit dermaſſen heroiſcher Sapffers
keit/ daß ſier mit Benhúffe feines Huns
des / ſich vor ihme in dem Sand krům .
men /und ihre merderiſche Seeleninach
uteblig geſchlagenen Wunden / ause
blaſen muften .

Diefer höchſtorúhmlichen hatfelgs


te eine andere / die nid )t weniger Lob
und Preiß verdienet . Es waren zur
-Felbigen Zeit zwen Brüder Hilaus und
Schiusi ihrer verwegnen und leicht
fertigen Händei halber 7 allenihalben
verdreyet/ und zwar fonderiid) aus
dieſer Urſache , weil ſie die ſchönſten
und anmuthigſten Jungfrauen übers
wältigten , un ſdåndlich mit ihnen um .
giengen. Dieſe besde ſaubere Geſellen
hat er mit ſiebenßig Federn , als ihren
Michelffern/ tapffermüthig überwundē
auch
188 Der Sonice in Dånnénard

auch EſamiKönigsDlafs in Wermien


Cocter / erlediget und ihme zur Ger
mablin ermshiet .
Hierauf machte er ſich an den Tys
rannen Thuron , der im Vaterland
ſehr übel bauſete i erwürgte denfelben /
und befreyete alſo das Land von einer
groſſen Piage. Nach dieſem gienge die
Schlacht zwiſchen denen Königen
Ha.
rald und Ringo por / worinnen er iwie
oben gemeldet, ſich auf der Seite des
Königs Ringo befandei und ſelbigem
den Sieg beſtreiten halffer auch ſelbſt
hernach Kónig wurde." So bald er
fich auf den Königlichen Stuhl feſtges
foret batte/maſte die Seeländiſde Reo
gentin Hetha fich guidillig ihrer Herz.
Telafft begeben / und ſich mit Jutland
befriedigen laſſen / welches Gutland os
ihm auch zugleich dabey zin sbar
machte .
Es iſt aber Jutland eines von den
Bornehmſten Ländern des Königreichs
Dånnemariward von uralten Zeiten
von den berühmten Völdfern , denen
Cimbris / bewohnet / welde durch ihre
Wafi
Lebert / Regierung und Xofferben . 189
Waffen in denen mehrern Lånderd
Europæ ſichy bekannt gemacht , audi
ehebevor ſie durch den Ritter Marium
ſind erleget worden / gedachten No.
ma
mern viel gefährlicher Ådarm erwedet
haben.
Die Dáhnen / fo ihnen ſuccediret /
Haben ihren Vorfahren hierinnfais
wenig bevor gelaffen . Man hålt ſievor
die Etfinder des Zwey - Rampffs ; ro
ereignet ſich auch auf dato noch unter
denen Dåbniſden Frauen ein Marti
aliſches Gemüth , indem ſie mit auf die
Fagden ziehen und wann ſie in Krand .
heiten heimgeſuchet werden / ihre Bea
fuderinnenlieber am Tiſche figendials

ho zu Bette liegend empfangen wollen .


Es wird Jütland eingetheilt in vier
Bilthümer i die Nord : wårts liegen I
und ſiud Kipen / Arhuſen i Alborg und
Wiborg ; gegen Mittag aber in zwey
f Hergo gthümer Schleſwig und Holo
ktein 7 welche weyland Nord- Albing
genennet wurden / weil ſie jenſeit der
Norden liegen. Durce
MA Elb gegen
r a d i Angeb en der Hollånder 7 if das Land /
bet
190 Der Könige iu Dannemara ...
vermittels angelegter Lech) oder Dam
mel bon des Meeres Überſdwemmung
geſichert worden .
Die Innwohner Jütlandes am
Meerſtrande behelffen ſich mit ſchlecs.
ten Gebåuen / weil offters Durch die un .
geſtůmmeWinde i eine ſolche Menge
Sand aufgetrieben wird I, Daß ſie ger
nöthiget ſind aus ihren Häuſern durch
dasDach zu ſteigen. Zu Kolding wird
der Zoll des auſſer Landes Vertriebenen
Viebes entridiet.
Friderichs Dedejanjeko Fridericia /
zum Unterföhied Friderichs Drti ro in
Holſtein liegt / iſt von groſſer Wichtig .
Leit / daß, als Carl Guſtav : Konig in
Schweden , ill. júugft verlittnem
Srieg deſſen ſich bemachtiget i hat
Hierdurdy er den Zugang und Paß zu
alan angelegenen Ländern und Injuin
eröffrict/ und durch einen faſt unerhörs
ten Zug auf dem Enß über ſo breite Are
me des Meers i worüber auch ein ledi.
ger Fußgånger Bedenkens haben fols
te ſich zu wagen/mit Stúden und Var
gage endlid biß dur Coppenhagen
ger
{ bay/ Regieru114 und Zufterben . 191
gefanget ift. Do nun ſchon man liefet :
1
‫ܕ‬
Daß in den alten Zeiten etwan auch ein
nige Sølachten auf dem Eyß geſche.
hent ru pflegen jedoch gemohnlich die
Nordiſden Vilcker im Sommer zu
Waſſer /und des Winters zu fand ein .
ander zu bekriegen .

Im Hergogthum Schleßrvig haben


weiland die Vorder anglen gewoh .
net ; dirnablen beherrſchet es der
Hetkog von Holſtein / deſſen Reſidents
auf dem Schloß Guttorp bey der
mit Stadt Sdleßrig iſt ! um welche
1. Stadt noch viel alter Werke geſehen
werden / To ju des Landes Schuß ges
Diener .

Es iſt das Herßogthum Holſtein


vormals ein Leben bon Dannemard
geweſen / das legtere mal aber i bey
ergangnen Frieden . Soluß beeder
Nordiſcher Cronen enthoben wor ,
den . Fent's regierenden Hertogs

Berz Vater hat Friderichs, Stadt an


# Foder des Vorhabens erbguentaſı
Bu ſeni bi alda den SeitensHandel zu
ſtabi
Der Könige in Dånremard
192
ftabiliren /zu welchem Ende er im Sabe
1633. eine anſehnlicheGeſandtſchafftin
Moſcau und Perſien abgeordnet i ges
ftalten hierüber die von dieſer legation
Secretario Adam Dleario zum Druck
gefertigte Reiß. Beſchreibung in meha
rern zu erſehen . Edelenforthe ift ber
kannt / weil Anno 1580. alda ein
Waafiſch iſt gefangen worden / deffen
Zunge allein 300. und das Herk 70.
Pfund gewogen / und aus der Leber als
lein dritthalb Tonnen Dels iſt geſotter
worden .
Holſtein /zu Latein Holſatia , erkena
net beedes den König in Dannemard
und den Herzogen von Holſtein vor ſeis
nen Dberheran / itt ein Lehen des Reichs
und alterniren jeßtsgenannte brede bo
he Herrſchafften fo nol in Admini
Ítration der Juſtig , als den Vorſik in
Verfamlung der Stände des Reichs
andern hoben Fürſtlichen
und, in allen
Regalieni.
Dieſes Landes Reidthum beſtebet
im Fiſch . Fang und Sowein
kaur die in des Landes Warcrn
in
die
Seben , Regieruing indifferbent. 193

mij die Maſtung eingeſchlagen werden Es


ſind etliche Länderi die drey Fahr lang
!) ,gebauet / und nachmals drey Fahr
lang ungebauet liegen bleiben / und uns
ter Waſſer geſeget werden . Die vors
nehmſte Stadt des Landes iſt Kiel ;
Unfern davon liegt der Hafen Chris
ftianpreißl der wenland fortificirt ge
weſen an'ego aber unweit davon die
ho Veſtung Friedrichs - Ort iſt erbauet
wurden . Dieſes ſev vor diſmal genug
obenhin von Jütland genieldet.
Nun wensen wir uns wieder zu dem
KönigOluf der bekame gleich anfangs
ſeiner Regierung einen Solin Nas
mens Doniundi vun dem wir bald ein
mehrers hören werden. Er der Künigi
relbſt aber führte ein hartes und ſtren
l. ges Regiment / fonderlich wider die
vornehmſten des Reichs / welche dans
a nenberu auf Rach, beðncht tvaren / ihn
aus dem Wege zu raumen .
Unter dieſen waren Lennol Atylo !
Chuttus und Vithaus die Rådleinss
i führer ; duch hatte keiner das Herz ihn
wal
zu attaquirent ſondern beſtellten durch
3 grofs
Dr Könise in Dånnemard

groſſe Geldmittel den Riefen Starkas


ther hierzn , welcher die Sache alſo ans
ſtellte / daß er den König im Bad auf:
raumen möchte. Er bekam hierzu
gute Gelegenheit/ und als ſich der Kro
nig im Bad einsmals befandel drang
er zu ihme binein, wurde aber mit for:
cher Furcht plößlich überfallen , indem
er feine blißende Augen erblickte , daß
er wie ein Stod ſtunde , und keinen
Tritt mehr fortfegen konnte , da er doch
vorhero manchen kühnen und tapffern
Helden , im Kampffi das Licht ausges
blaſen hatte.
Als der König dieſen feinen alt -vera
trauten und wolbekanten Starkather
folcher Geſtalt erſchrocken ſtehen faber
und dabey nicht den geringſten Args
wshn hatte, daß felbiger mit Mördes
riſchen Ticken umgiengei verhüllete er
fofurt ſein grimmig- blißendes Antligi
weil er wuſte, daß der Schrecken das
dun entſtanden i hieſſe hierauff den
Starkather näher treten / und andeus
/ was fein Begebyren feye. Der
ten
faſſete folcher Geſtalt wieder einen fris
Tchen
TA

eu
he
11

ill
Wh
THI

ORMUNDUS

ZratmdieSegiczingA Con
Schlugend Corwegiſche fontg Jung
Kezwang Die Menden . Starbac
34 1
‫܀ܪ‬
Seben / Regierung und Abffcrßen . 195

feten Muth und neues Here, entblófes


te ſein Gewehr, ſprang damit auf den
Kónig loß und erwürgte ihn, ehe er auf
die Beine und zur Gegenwehr koms
men konnte. Solcher Geſtalt kame
der tapffere König Dlaus /Anno Chris
1
ſti 333 / als er vier Jahr regieret hatta
umb fein Leben / und Starkather em .
pfienge 120. Pfund Goldes ; weld e
That ihn aber dermaſſen hernachmals
gereueter daß, wann er daran gedad
terer ſich des Weinens nicht enthalten
konnte auch etliche der jenigen , welche
ihn hierzu verreißet hatten , gleichfals
aufråumte uno tudt zur andern Welt
ſchickte.

XLII.

Omundus.

Dbald Dlaus durd) Starkather #


Sehat
ermordet worden i tratt fein
Sohn , durch einhellige Wahl der
Dåhnen, auf den Koniglichen Chroni
weil ſie ihme günſtiger als dem
Vaa
196 Der buige in Dannemard

Vater waren . Dieſer geriethe reis


nem Vater in tapffern Thaten in als
len Stücken nady ja er nahme ihme
vori es demſelben noch weit bevor zu
thun . Zur ſelbigen Zeit regierte Rin .
go in Norivegen, deifen Tochter Efa
König Dmund gerne zur Gemahlin
gehabt hätte, weil ſie von ausbündiger
Schönheit ware. Alleine ſie wurde
ihme abgeſchlagen dannenhero er
mit einer anſehnlichen und trefflichs
aus gerüſteten Kriegs - Flotte ſich in
Norwegen begabelund unterwegs den
Dido /einen Herrn und Regenten über
Sathrien / zum Freunde bekame i als
welcher eine Zeitherd vom Kingo viel
Drangſal hatte ausſtehen müſſen .

Wie nun eben damals Ringo in


Sriland der Seerauberey oblage /nah
me Dmund die Proving Norwegen
ein , weil niemand ware/ der ihmeWi
derſtand zu thun begehrtei lieſſe der
Einwohner ihre Guter unverſehrt, des
Königs Güterund Schaße aber mach ,
te er Preißl und erwürgte die Senigen/
wels
Leben / Regierung und Abſterben . 197

welche ihme ſolche nicht wolten verabs


folgen laſſen .
1 Ringwiſchen kameKönig Kingo wis
wyder zurücker regte ſich mit ſeiner Seee
Armada dem Kön . Omund entgegeni
lieferte ihme unterſchiedliche Schlach
ten, in welchen bald der eine bald der
andere Theil die Oberhand hielte i
biß endlich Kinig Dmund /durch Beya
hülffe zweyer tapfferer Heldení Nás
mens Homoth und Thola , dabey auch
Sodo Das Seinige redlich thatel den
Fönig Ringu biß auf den Tod ver
wundete/welcher kurz vorher/ ehe ihme
Die Seele ausgienge 1 feinen bißhero
gewefien Feind Konig Dmunden zu
ſich riefer ihn vor ſeinen Eidam erkans
ter und mit Freuden zu ſterben ſich er .
Klårter irann feine Tochter einem fu
tapffern Helden würde vermahletwers
den / worauf er gleich ſeinen Geiſt aufe
gabe/daß ſich deßwegen Kinig Omund
l des Weinens enthalten konnte, die ih.
bri
me ſo liebe Eſa umbarmete / und ihre
andere Schweſter ſeinem getreuen
Freund Homots eblich zuführte.
Eber
198 Der Könige in Dannemard

Eben zur ſelbigen Zeit hatte eine


tapiere Amazonin Rusla mit ihrem
Bruwer Thrond in Norwegen ein
måchtiges Anſehen/ lebten aber daber
in ſteter Widerwårtigkeit, alſo daß fie
einander auf das euſerfte verfolgten .
Dieſe Rusla vernahme, daß Kinig
Dmind gan Norwegen ihme unter
würffig machen wolte, welches zu ges
dulden ihr aber nicht gelegen ware/vers
folgte dannenhero die Dáhnen alents
halben / wo es ihr zu thun möglich
wart .
KönigDmund wolte dieſe Rebellion
nicht einreiſſen laſſen , ſondern ſchickte
dieſer Amazonin ein anſehnliches Heer
entgegen , welches aber von ihrgeſchine
gen wurde; ſie ſelbſt aber ergriffe noch
tapfferern Muth, fiel in Halland, und
wurde daſelbſt vonHomoth und Thola
in die Flucht geſchlagen / gerieth hier .
nechſt mit ihrer flüchtigen Flotta an
ihren Bruder Thrond , dem ſie feia
ganzes Heer zu ſchanden machte , daß
er mit groſſer Mühe mit dem Leben
davon kamer und ſie alſo von einem
heil
Leber / Regierung und Uhfterben . 199

Theil überwunden / dannoch der ans


Bathy Dern Seiten den Sieg davon truge.
mit Kønig Dmundus brachte dieſes alles
10% gar bald in Erfahrung , machte ſich
albendannenhero aufs neue mit einer wohls
di ausgerüſteten See- Flotta in Norwee
gen / vertriebe die Rusla / ſekte den
De Throndo zum Gouverneur etlicher
internet Drt, und brachte alſo das ganße Kos
nigreich Morivegen unter ſich .
1 Dieſes Königreich Norwegen beo
chrana greifft heutiges Eages in ſich den weſts
DB lichen Theil der mehr alsHalb - Inful
Scandinavia ; Wie dahingegen
W Schweden deſſen Oſtſeiten beſchlieſs
fet. Beede werden , der Långe nach i
durch ein gar hoch und rauhes
Gebůry
er unterſchieden / und Norwegens Sees
frenn
geſtaden , durch das groſſe Welt-Meer
beſpúhlet: Schweden aber des Bals
ma tiſchen Meeres Bequemlichkeiten gee
nieſſet. Dieſes Landes Handlung
beſtehet fürnemlich in Fiſch - Thran 1
emi Stolch , und einer groſſen Menge
ri
agha Hulges zum Schiff- Bau zu gebraus
dhen ,
WWW Die
200 Der finiae in Dånremard

Die Meer- Küſter obrol der Långe


nach / ſie ſich ziemlich fern gegen Nors
den erſtrecket, hat doch wenig ſicherer
Safen / wegen der alzuvielen şuſuln
und Steinklippen/ die am Ufer
zu finis
den / und nicht ohne Gefahr befahren
werden können . So iſt auch allhier
der jenige . Meerſchlund Maelſtrom
genannt / welcher alle ihme zu nahe
kommende Schiffe verſchlinget . Es iſt
der Theil dieſes Landesi fo gegen dem
Nord-Por ſich lencket / voller hohes
Gebürges, und diefer Wålder , doch
bat es einige Silber - Kupffer - und
Eiſenberg - Wercke.
Anno 1646. ward bey Dpfchloe eis
ne reiche Goldmine entdecfet/worúber
diengeſeſſenen bereits eine ſolche Hof
nung geſchöpffet, daß fiepublicirten
bey ihnen waren die C diáße der Mits
ternáchtigen Indien / wiewohl dtere
Freude ſo gar langenicht dauerte,weil
durch Abſélyne den/ dieſer Guid - Adern
Die gefaſſte Concepten
verſchwunden .
Die Inwohnerin Norwegen wers
den beſchuldiget/daß ihrer guten Theils
der
Seben / Regierung und offerben . 202
der Zauberey ergeben ſind, dahero der
Wahn entſtandeni ob konten ſie denen
Keifenden den Wind verkauffen .
Es wird ſunften dieſes Reich in s .
Alemtet heut zu Žage/derer auch jedes
ein Schluk hati eingetheilet/ die find :
Bahus ! Aggerhus i Bergerhus i
Drontheim und Wardhus. Bahus
hat ein ſehr ſtarckes Schluß auf einem
Felſen ,iſt dermahlen unter der Cron
Schweden / die es durch den lettern
Frieden -Schluß bekommen. Db nun
ſchon die Macht dieſes Reichs eben ſo
gar groß nicht iſt, ſo hat ſie doch in voz
rigen Jahren , Zeit- währenden Dåb
niſchen und des Deutſchen Krieges
Stockholm in Schrecken gebracht.
Bergen iſt die Hauptſta t/ und des
RM/ Kínigl. Stadt -Halters Auffenthalts
hat einen ſichernund bequemen Hafen,
in welchem die Schiffe , unter Bedes
fung der umher liegenden hohen Bera
gelvor allen Winden befreyet liegen .
Die Anſee -Stådte haben auhier ihr
s et adt eis
n min eigen Hau , und freib die St
Men ziemlichen Handel.So ift audy feit
95 dem
202 Der Könige inDannemark
dem Jahr 1666/ als die Engellånder
d'mals die im Hafen gelegne Hollån
diſche Dſt - Indiſche Retour s Schiff
angegri, enī die neue Veſtung Fries
drichysburg, zuſammt andern Beveſtig
gungs - Wercken erbauet/ und eine bes
fon ere Machina verfertiget trordeni
mittels welcher man den Hafen febliefs
fen kan . Alda iſt auch Stafenger i
weltie Stadt zwar mit Bergen einen
Stadt- Halter, aber duch ihren beſon.
dern B ſchoff bat .

Drontheim ware weiland der alten


Kinigen in Norwegen Reſidengider,
maten ſehr verfallen, iſt doch noch ein
Ert biſthum , und hat die ſchönſten und
pråchtigſten Kirchen in denen mitter
nåchtiſchen Ländern. Die Schiffe lic.
gen zwar in dem Hafen diefer Stadt
in guter Sicherheit / allein die Eins
fahrt iſt gefährlich . Die übrigen vors
nehmſten Meer : Háfen dicfes Reid;8 /
ſich in dem ſüdlichen Theil. In
finden
dein Meerbufem Otrom ſind die
Stadtlein : Oltborg/ Didewat i Aler
thori
Schen / Regierung und Abfterben . 20
thor/und Dragens . Schipilhat unte
allen den bequemſt- und vortrefflichter
Port : fu find Tunsbergen uni
Laerwick zwey Handels- Stadtlein
und, Langeſund unter den beſten im
Reich : Weſtkiel aber liegt im Eyloni
Jungfr. Land . Gegen Weſten fina
den ſich Bergfond /Suggenthal, Ede
fundi állwo gar bequeme Gelegenheit
zum Schiffbau: Staffanger, Roms.
Dale/ welcher Gegend gar viel kleine
Infuln und Beereſund / mit nud) ana
dern mehr.
Etlicher Gegend bachen die Inge
Teſſene eine beſondere Gattung Brodesi
aus Gerſten und Habern zwiſchen
zweyen ausgehúlten Steinen / welches
ſich 30.in 40. Jabrehalten ſolle. Es
hat dieſes Land einen kalten /duch dabes
nebenſt geſunden Lufft /daherodie Eins
geſeſine ſelten erkrancken ; und wann
unterweilen ſie mit dem Fieber befal
len werden , ſind ſie fu ſtarcker Mas
tur , daß alsdann ihnen ein Stick
Schaf- Bratens beſſer zuſchlåget i als
andern Wólofern ein friſches Ey .
96
204 Dor SC nige in Dannemard

Coviei obenhin vom Königreich Nors


wegen / und kehren wir uns jego wieder
zu unſern Sinig Omund .
Dieſerwar nun ein abfoluter Herr
über das fi n greich Norwegen/ ivels
ches ihme Bero und Thorias/ zween
t pffere Helden der vertriebnen Ämas
zonin Fusla / welche ſich eben in Irrs
land aufa ielten , und i'r Kriegs - Glück
ſuchten als Kunig Omund in Normes
gen denMeiſter fielete /durchaus nicht
wolten beherrſiten laſſen , ſondern ihn
z!ım Kampff heraus forderten , uno
ihrer Frauen ude zu rächen ſid , eidlicy
verisanden . Fúnig Omund ware liers
z moc domaligerlands- Artigar wila
lig und bereit , allein die ſeinigen ſetzten
fich aufs euferſte darwider /und wolten
durchaus nicht zu geben ,daß der King
fein Leben foliher Gefialt in Gefahr les
Ben folte. Endlich kame es dahin , daß
Homoth und Shola / es Kinigs hechſte
angenehme Gunſlinge/mit dein Thus
ria und Beroneden Zweykampif tapf
fermüthig annahmen und ſo glücklich
waren /daß Bero auf dem Piag blieber
Thos
Leben/ Regierung und Abſterben . 205

Thora aber ; auf den Tud verwundet


ſich dem König Omund unterwarff :
an ſeinen Wunden geheilet / und zum
Herzog in Norwegen eingeſeket wurde.
Kaum batte dieſe Unruhe ein Ende
bekommen / a wolten dieSclaven dem
König Omund nicht pariren / und ih ,
me keinen Tribut mel;r reichen . Die
Geſandten /welche Konig Dmund des
wegen an ſie abgefertiget hatte, wuro
den nicht allein jammerlich hingeriche
tet /ſondern auch die Sclaven ſelbſt bés
gaben ſich zu Feld : und emporten ſich
offentlich /wurden aber vom Knig D
mund dermaſſen übel empfangen / daß
fiebenk nige /die ihnen waren zu Hülfe
fe gekommen , in einer Schlacht auf
dem Plak blieben , Kinig Dmund das
Feld ertelte / und hernachmals die
Sclaven den Tributwhne einige fera
nere Widerrede fleiſſig entrichten muo
ſten .
Eben umb dieſe Zeit hérte auch der
damals Welt -beruffneRies Starka.
ther auf zu leben / Donncli er ein febr
Wre
97 frey
206 Der Klarac in Dånnentard

freywilligen Tudi nach der alten Heys


den Gebraucy/ welche wenn ſie ſich ih,
re Lebenszeit in Waffen geübet hat:
ten / vor eine Schande gehalten í an
einer föranckheit zu ſterben ; dannen ,
Hero er eines Tages einem tapffermús
thigen Helden , Namens Hather , ſein
Schwerdt darreichte auch ſeinen Hals
willig darſtreckter ihme folcher Geſtalt
den Kopff vom Rumpff abzufondern
welches auch ſofort geſchaherund wur,
de der Leichnam dieſes Helden auff
dem Felde Raaliung der Erden an
pertrauet. König Dmun aber nach
dem er 10. Jahr das Dáhniſche Reich
höchſt -löblich beherrfchet batte / ſtarb
4. C. 341. únd lieffe mit feinem Code
bey den Seinen en schmerbliches Ans
denden hinter ſich .
XLIII.

Sivardus 1.

Sin glückſeliger Vater erzeugte


einen unglücklichen Subn. Was
König Dmund anfiengei gienge ihme
vory
06

SYVARDUS . I.

trat in dieRegenteng A C.sti Was


inkriegwieder Schwepetired Wendè
Ngaringluctlich und endlichponden
Schweden er ſchlagen A.C.350
Sében
Bortreffli
Reichs :
nahme
Bruder
als hin
lieſſe ; 01
von ausb
eine fico
thar les
den Ebb
Legaten
lieffe !
Ichafft

Wei
nich ger
t
bel und G
Pre fein g
Cuff den
Befe
hl
quhol
en

Milli un
g
aber leich
Sében / Regierung und Abfterben . 207

vortrefflich von ſtatten ; was aber ſein


Reichs- Nachfolger und Sohn vur
nahme, bekame den Krebsgang. Sein
Bruder Buthlus mare noch gar zart,
als Konig Dmund dieſes Zeitliche ver.
lieſſe ; diezmou Schweſtern aber waren
von ausbündiger Schönheit, in deren
eine ſich der Schwediſche König Gos
thar befftig rerliebter und deßwegen
den Ebbu Gebbons Sohn / als einen
Legaten an Kinig Sivárd abgeben
tiejte ! welcher auch ſeine Geſandts
ſchafft ſo wol verrichtete, daß er das
Ja's Wort mit Freuden " zurucke
brachte.

Weil aber der König Gothar fich


nicht gerne in ein frembdes Land begas
bei und auda die Hochzeit hielter mus
ſte fein getreuer Ebbo nuchmahls fich
auff den Weg machen / mit dieſem
Befehl , die Königliche Braut abs
zuholen / und in eine Armezu überlies
fern. Dieſem Gebot kam Ebbu gar
willig und gehorſamlich nach / wäre
aber leichtlich darüber in Leibs'='und
Lebenss
208 Der Könige in Danemark

Lebens - Gefahr geratheu ; dann als et


ſeine Reiſe durch Holand verrichtetel
bliebe er einsmals mit ſeinein geringeit
Cumitat über Nacht in einem Durffi
darinn zween Brüder heimliche Mira
/
Gaſt- Freyheit übel mit den Reifendent
uingiengen . Dann ſie hatten mitten
in dem Kaufe einen Balcken mit Rie
men veſt angebunden / un alfu zugerich
tet/ daß fie denſelben / nach ihrem Gee
fallen , los machen / und die jen :ge/ wvels
che in dem Daruntez gebauetemGemacy
ihre Nachytlåger haben muften , damit
kerſchmettern / 'und alſo jammerlich
ums Leben bringen konnten.
Dahin nun kameauch. Ebbo mit den
Seinigen , und wurde ihnen mit Eſſen
un Trincken auf das gátlid /ſte gethani
auch ihnen unter dem Balcken , beym
Camin , ein gutes Lager gemacheti als
da der Rühe zu pflegen / biß ſie ihre
Reife weiter fortregen konten . Ebbo
fahe ſich aber allenthalben fleiſſig um /
und. , erplichte dieſe verfluchte Mauss
fauc mit groſſem Schrecken , wincete
Dang
Leben/ Regierung und Abfferbeni.
209
Dannenhero den Seinigen /ſich auf eine
Seite zu machen , und unter dem Vors
wand einer bequemen Lufft, in ein ans
deres Zimmer zu begeben. Die ihme
nun folgeten , die wurden erhaltení die
andern aber / welche auf ihrem Lager
verharret/ muſten durch die herabges
laſſene Laſt ihr Leben laſſen , weil die
Sarzu beſtellte Haus-Knechte den Bals
een loß machten und alſo diedarunter
ſchleffende Menſchen in den ewigen
Schlaff ſchickten / wiewol nicht ohne
Gegen - Racher dann Ebbo hatte den
Fal der Machine kaum vernommen i
da ſprang er mit den Seinigen auf!
und brachte dieſe verfluchteMórder
- umb, machte fich fu furt zu růcker und
erzehlte, wie übel es ihme auf ſeiner
Reiſe ergangen .
König Gothar wurde hierüber ſehr
entrüftet, und weil er gånglich davor
hieltei es habe Kidnig Civard dieſen
Handel ſelbſten alſo angeſtellet i dans
nenhero war er auf eine ernftliche Ra
che bedacht, und bekriegte König Cis
ivarden , welcher fic , zwar , fo gut er
Finna
210 Der Könige in Dannemard

konntermit ſeinen Dåhnen zur Gegen


wehr ſtellete / aber bey Halland der
Kürgern zugelin die Flucht geſchlagen
wurde, undflüchtig in Jütland ent
kame į auch ſeine Schweſter dem
Schwediſchen Sienig gefänglich übers
laiſen muſte. Hierauff ſchlug zwar
König Sivard die Sclaven / welche
damals ohne Anführer fuchten ; wie
fie aber zum andernmal unter einem
capffern General wieder kamen , muſte
er auch in Fionien das Feld raumen /
daß er alfo folcher Geſtalt Sehonen
und Jütland verlohre) und ſein Sohn
Jarmerich von den Feinden gefangen
wurde.
Kame alſo das bishero hochſtrúhm
) nnemard wieder
liche Königreich Da
unt er Dieſ ein Kön ig Sivard info
s
groſſe Abn ehm en als es vorhers uns
ter ſeinen Vorfah ren trefflich zuges
no mm en hat te i ind em es nunmelyro
andern Tribut geben muſter von denen
es vorhero Tribut zu fordern gewohnet
geweſen
Hierüber bekümmert er ſich der
may
BUTLUS
indie Regiezing A.C350
te aber rolchewieder ab
etter A C.3 51.
.
Leben / Regierung und Abfterben .
naſſen , daßer ſich gånglich entſchloſſe !
ieber ritterlich zu ſterben , als långer in
Schande zu leben imuthigte dannons
hero die Seinigen nochmahls zum
Streitán / forderte den Stadt- Hal.
ter in Schonen Simon Schnare zum
Kampff heraus / und hielte ſich der .
maſſen tapffer , daß er dieſen ſeinen
Feind in die andere Welt mit vielen
Wunden ſchickte, wiewol er auch ſelbſt
an feinen Wunden / als ein Siegreis
cher Lów /mitten im Streit ſeinen Geiſt
aufgabe ! Anno Chriſti 350. als er 9.
Fahr Höchſt unglücklich regieret
hatte .
XLIV .

Buchlus .

1 XLV .

Jarmerio .
Achdem folchergeſtalt Konig Si

rittermáſſig verlohren hatte und


Garmerich , Sivards Sohn 1 vun
den
212 Der Könige in Dannemara

den Sclaven oder Wenden gefanger


gehalten wurde, nahme fich Buthlus
Civards Bruder i tér übrigen Dåh
nifden Lånder any und beherrſchete
dieféiber ſo gut er konnte , im guten
Friede.
Anfangs muſte Jarmerich mit
Gunnoner er mit ihme auferzogen und
in gleichem Alter warer im Gefängniß
fich eine ger 'ume Zeit bey der Sclaven
König Jimar patientiren, hernach lies
ſe man ihn zwar lußimuſte aber dabey
Die hårtſte und ſauerſte Bauren -Arbeit
verrichten , und weil er dieſem feinem
Aiptwolvorſtunsere

denen Koniglichen Leib -eignen vorges


feket, auch gar unter die Königlichen
Hof-Leute,weil ihin all ſein Thun ivu1
anſtunde, auf- und angenommen .
In dieſer feiner'anvertrauten Chair
ger erwieſe er fich dermaffernuafificirt L
Daß er gar bald fich bey den Vornehms: Metaties
ſten am Hufe beliebtmachtet die ihn More
gerne um ſich hatten / unddem Könige Kabe
felbft recommandirten , welcher ſich auf dime
viel Weiſeund Wege ihme sünftig ers
zeige
LARMARUS .
Trattudie Xegicaing A.CzytLiefie
Peinre Gemahlin Ehebruchs halbes
enfletben . Wara ponlanan Schma ,
gajámglich erwürget . A C.367

ell
1
Leben / Kegierung und Abfterben . 213
eigte/nuç die Königin hielte fein Thun
por verdächtig; uud wolte ihme nichts

Sutes zutrauen .
Einsmals begabe ſich ,daß des Kis
nig Ifmars Bruder mit Tud abgiens
ge / und demſelben eine ſtattliche Leich .
ß
Begångni gehalten , auch nach deren
Endigung ein herrliches Gaſtmahl ans
t
geſtellet wurde . Dieſer Gelegenhei
wolte ſich Farmerich zu ſeiner gånglia
g
chen Entledigun bedienen dann ob er
gleich nunmehr am Hufe in ziemlichen
Anſelen ware / fehlte ihme doch das
beſte Kleinod / Das er allem Geld und
Gut billig ,vorzoge , nemlich die edle
Freyheit /und hatte ertrefflichen Luſt
fein Vaterland wieder zu beſuchen i
und zu ſehen /wie allda feine Sachen
ſtunden. Weil ihmenun nicht unwiſe
fend ware/ daß die Königin fleiſſig auf
ſein Vorhaben Achtung gabejais grif
feer die Sachemit Liſt an i er nahme
feinen Freund Gunno zu ſich, machte
ſich an die Leibquardir unter dem Vors
eit
wand 1 aus guter Vertraulichk mit
ihnen eins herumb zu zechen i Viß er ſie
ale
DA KONGS

alle truncken machtel worauff er un


Gunno ihnen im Schlaff die Kúpfl
abſchnitte, und die Körper in ihrem
Blut liegen lieſſe.
Dieſes konnte fo ſtile nicht zugehenge
daß die Königin nicht davon ein Ges
räuſch fulte gehöret haben / ſprange
dannenhero hervor, umb zu ſehen , was
burgegangen / ſie hatte aber kaum aus
der Shúrmitdem Kopff hervor gegus
deti Da wurde ſie vom Gunnu mit dem
Schwerdt erſtuchen . Hierauf ſteckte
er das Gemach , iu König Jſmar mit
den Vornehmſten des Reichs das
Leich - Panquet hieltei und vom Wein
gang trunden und erhißet ware /in den
Brand / begaben ſich darauf mit eil
fertigſter Flucht dapon/ und kamen
glücklich in Dannemarck ani wufelbftale
ihme Burhlus das Reich willig abs
tráte 1. und die Regierung úbere
gabe:
Zur felbigen Zeit trug fichs zu in
Schweden / daß König Gothar da
ſelbſt einen vornehmen Herrn am Ho
fer
Leben / Regierung und Abfterben . 215

Namens Sybbo , fålſchlich beſchule


igte, als hätte er ſeine Schweſter bes
blaffen / und lieſſe denſelben unter
ieſem Vorwandt umbs Leben brins
gen .

Hierüber wurden des Ertódteten


Freunde auf den König dermaſſen ers
bittert / daß ſie heimlicher Weiſe dem
Kiönig Jartnerichen dieſe Inbillichkeit
mit vielen Klag -Worten zu verſtehen
19. ben/ und ihn baten /er ſolte ſie in feia
nen Schuß nehmen / fo wolten ſie ih.
me, wann Gothar würde ſeyn unter ,
gedrůcket wurden / ihme das Könige
reich Schweden unterwürffig ' ma
chen ; wie dann auch geſchahe/ dann
Kunig farmerich bekriegte Gotharn ,
verſchlug ihn / und herrſchete darauf ús
ber gang Schweden . Als er nun von
Tag zu Tage mächtiger wurde i bes
kriegte er auch die Sclavenī und lieſſe
nicht eher nach , fie zu verfolgen / biß
kie ſich ihme volig wieder unterwarfa
fen .

Nach
210 Der Könige in Dånnemare

Nachdem er hierauf alle ſeine Feing


de gedåmpffet hatter bauete er das erſte
Schloß in Dånnemarck auf dj prách
tigſt und anſehnlichſte ; that hernach
einen Kriegs- Zug in Hellefponti ers
ſchlug allda 4.Fürſten/ fo Brüder und
gewaltige Herren dafelbſtwaren , und
nahine ihre Schweſter Smanwilde
zur Gemahlin . Indeſſen meutenirten
die Sclaven abermals, aber mit ihrem
cuferſten Unglück / dann er bezivang
fie aufs neue, bekame ihre Dbriſten
gefangen , und lieffe einen nach dem
andern mit 4. Pferden zerreiffen.
Es wolten auch die in Deutſchland
von Garmerichs Schweſter erzeugte
Vettern/ ihme viel zu ſchaffen macheni
indem ſie vorgaben , ſie hätten eben fole
wol einen Theil am Dåhniſchen Reich
als er. Dieſen wartete er fleiſſig auf
den Dienſt, führte eine anſehnliche Ars
mee in Deutſchland/ bekame die Vets
tern gefangen i und lieffe ſie sämtlich
aufhencken ; die vornehmſten Bediens
ten aber lud er zu gaſtrunter dem Vors
wand/ ſich mit ihnen gånglich zu vere
glei
g
ma {esen Regierun und Abfferben . 211

13 figleichen / und lieſſe ſie , als ſie im beſten


Eete em Wolleben waren / alleſamtjammerlich
Equfdnerwürgen .
the ben Er hatte an ſeinem Hofe einen belen
Menſchen / Namens Bicco / deſſen
m Raths er in allen Begebenheiten ſich
jan bedientelalſo daß alles/was dieſerBis:
en widt angabe , in allen Stücken muſte
erfület werden , wordurdy hernach der
hebit Sónig ſelbſt in äuſſerſtes Verderben
the
er het gerie .
res des Königes Gemahlin verråtheriſdier
und fälſchlicher Weiſe des Ehebruchs
mit ihrem Stieffobn Broderní den der
König mit ſeiner erſten Gemahlin ges
in seuget hatte.
r
nmarathi Db nun gleich, Brode und die Kos
Aminigin gang unfchuldig waren / fehlte es
a W ihnen
n doch an kråffiiger Vertheidi .
uldi eil icco rliche
cilliy gung ihrer Unſch w P e
gottlofe Geſellen mit Geld beſtochen
battei welche ſein verrätheriſches Vors
geben eydlich beſtåttigten .
A N Alſo wurde die Königin zum Eode
B
verdammet/ daß fie fulte von Pferdten
em : ertreten en ahe
Jun werd i wie auch gerd ;
Brou
28 Der Könige h Diuueniar &

Broder aber / der zum Strang Berurs


theilet wurde / tame mit dem Leben dan
von ; welches dem Bicco nicht gefiele!
weiler ſich fürchtete/ es mødte reinBus
benſtúc pulcher geſtalt fünfftig an den
Lage kommen ; verfügte ſich dannen,
bero zum Bruder der hingerichteten
Honigin / und erzehlte ihme/wie unrechte
måfiger Weiſe Kønig yarmerich
feine Saweſter båtte ums Leben ger
bracht/ued hekte ihn zu fchleuniger Ra.
che wider feinen Schwager den König /
eht ſich ſelbiger zur Gegenwehr růſten
konnte.

Diefer ware nicht unbehend / brack .


te in refpont eine anſehnliche Armee
auf die Beiner und zoge damit in Dån.
nemark /morelbſt er denKönig in ſeinem
veft und prachtigſte erbaueten Schloß
velágerte i und dermaſſen abångſtigte
Daß endlich beyde Heere darüber zu
Standen giengen i aud Farmerich
mitten unter den erſchlagenen Dåha
nen mit abgehauenen Hånden und
Fúffen todt gefunden wurde A. C. 367 .
als
19

BRODERUS

trufin dieRegiezinga C 56 %
Barzu allen Föriglichen en
chafften ' ngerchickt ,Starb.
A.C.369 .
Leben/Regierung und Abfterbent. 215

als er 16. Jahr höchſt -glücklich regies


tet hatte.
XLVI.

| Broderus.
gr baben zuvor gemeldet.I was
mafien Konig Farmerichs Sohn
Broderus fålfchlicher Weife von dem
boßhafftigen Bicco ben ſeinem Water
angegeben worden i als båtte er mit
ſeiner Stiefmutter Swanwilde ſünd .
| lich zu gehalten. Weil nun hierüber
König Farmerich ſehr ergúrnet warel
und dieſe That ernftlich abzuſtraffen
bey ſich beſchloſſen hatte/als gabe ihme
Bicco diefen Kath , er folie die Ehes
brecherin durch grimmige Pferde zero
treten und denBroder benden laro
fen .
Das erſte nun murde ſofort grau .
ſam genug ereqviret i mit dem andern
aber gieng es alſo zu : weilKønigSar .
merid ) dieſen einigen Sohnbatte/wul.
te er ihn gerne beym Leben erhalten ,
un doch audy der Gerechtigkeitoffentlich
ein Genügen leiſten i Dannenbero bes
fabt
Der Koníac in Dannemard

fahl er dem Geraltiger / er ſulte vers


ſchaffen, daß Bruder zwar zum Schein
öffentlich mit dem Strid um den Hals
aufgehendket/faber nicht erwürgettours
derwelches gar ſchicklich zu Werf ges
ſtelletwurde /daß Broder mit unjuger
fdynůrten Hals da hienger und jeder.
man vermeinte 7 er habe nunmehr mit
Dem Leben bezahlet. Auch Broders
Hund , der ohn Unterlaß um und bep
ihm ware i fienge an jammerlich zu
boufen , als er ſeinen Herin benden fas
be ; und der Habicht/mit deme Broder
offi feine Luit gehabt hatte woltenidots
mehr freſſen | und rifle mit ſeinem
Sdnabel ſeine eigene Federn vor groſa
ſem Leydwefen aus ſeiner Bruft: wors
über König farmeric ſich hód lick
derwunderte í ſeinen Sohn vor una
(quldig erkannter und alfo wieder auf
freien Fuß ſtellen lieſſe. "
Wie nun König Farmerich bernach
fo erbärmlid , um ſein Leben gekom ,
menibekame Broderus das Regimenti
Berrichtete aber nichts Selden , würdis
ges i auſſer daß er Ingemarn i welche
Shwe
Leben / Regierung und Abfterheli. 221
l dweden , ihme zu wider, eingenom .
ad men hatter aufLangeland bey Fühnen
a überwunden und erfchlagen.
Ehewir hier weiter fortfahren , wird
nicht indienlich feyn von Fühnen einen
#gellauern Bericht zu erjłatten um dars
durch ein und anders Licht zu erlan :
gen / folgendes beſſer zu verſtehen : Es
iſt aber Fionia oder Feinland, ſonſten
Fuynen genannt , unter den forein in
dem Sinu Codano nach Seeland die
bornehmſte und erfte : hat denNi men
von ihrer Schöner als welche bendes
des Drts da ſie lieget 1 und dann auch
ſeiner eignen Geſtalt halber i vortreffs
Alich . Wird durch einen dermaſſen geo
i ringen Fluß 1 deſſen Name Mittela
lid Farth.Sund i von dem veften Pande
v des Königreichs Dannemarck unters
troieden / daß man faſt keinen linters
Tcheid ſpühreti und es derowegen faits
tid vorein Land bålt : bat gegen Mies
dergang Jutland / gegen Aufgang
Ceeland liegen / und ſonſt das Anſes
med ben i als liege cs dem Künigreich Dána
melt nemard in der Mitte. Ihre Långe ers
K 3 ſtres
222 Der Köntge in Dannemard

ſtrecket fich auf zwolff Meil Weegs :


die Breite aber nur auf vier.
Ihr Land iſt vor andern ſehr fruchto
bar und bringet jåhrlich einen ſolchen
Uberfluß vom Getreyd / daß ſie deſſen ,
und ſonderlich, von Korn und Gerſten
jáhrlich auch viel verkauffet ! und in
ferne fande verſchicket ; und wiewok
diefesi Land an allerley Frůd ten und
Getrend über die maffen reid, iſt / bes
darfes doch durchaus feiner Dungi
Dübero dann Münſterus fahreibet : E !
werde cider Miſt von dem Vieh allein
beraus vor die Städte geführet fund
errege daſelbſt einen groſſen Geſtand
dieweil er frettgs legen bleiber und
nichts gebrauchet werde.
An Kindern 1 Rúben und Pferdten
ist dieſes Landnicht allein für ſich ſelbſt
wot verſehen , ſondern giebt alles deffen
auch dem Deutſchland jährlich eine
groſſe Menge ihmezu kauft. Hleidwie
es ihme denn auch wegen der vielen
måder an allerlen Widials Hirſchen
Kebebidlein Fútſens Hoſen /und an
Dern dergleichen gar nicht mangelt.
Seben /Regierung uns auferben . 223
Es wird Feinland in 24. Præfectú
ras oder Vugteyen 1. 16. Stádt / und
6.MéniglideSchlöſſer unterſchieden .
Die Hauptſtatt iſt Ottonia oder Oto
tenſee /liegt redt in der Mitte i iſt ein
Bilwofflicher Siglund liegen die übri.
gen Siådte um fier als das Centrum
dieſer Welt in gleicher Weite herum ,
und als an dem Ufer oder Geſtad des
Meer / Da ſie von wegen der groſſen
Bequemlichkeit ihrer Meers Halen ihre
Kauffmannſchafft und Gewerb richt
allein auf dem Dſter . Seei forieen
auch durch ganz Schweden , Normosa
gen /Reuſſen i Nieder- und Obere
Deutſchland weit und breit können
crerciren und treiben , und ſind die vors
nehmſ ten unter ſolden Städten Nos
ico
burg Stenburg, Fobord , Aljens Pós
gens / Mittelfahrt und Kertemonde:
Gleic hwie unter den Königlichen
do
Soláfjern Nemburg ! Hagenichob /
Hinsgagel! Eſſeburg undRugaro.
Der Flecken und Dörffer hat es hin
athi und wieder ſehr vieliwie gleichfalls audy
Der Adelichen Höfe und Solsfjer i fina
lle
$ 4
774 Det Konige in Dannemarde .
temal die Adels - Perſonen und andere
führneme Herren /wegen ſeines ſchönen
gefunden Luffts und fruchtbaren Lans
desiſehr gerne darinnen wohnen.
Das Meer giebt daſelbſt eine uns
glaubliche Menge Fiſcher und find des
ren :ſonderlich die Meerſchöfle i ſolcher
Ort dermaſſen voll / daß biſweilen die
Bewegung der Ruder dardurch wird
gehindert , alſo / daß man weder Harn
noch anders darzu bedarff, ſondern des
ren viel mit Hånden fangen tan . Die
an dem Geſtad oder 'Ufer diefes Meer
res wohnen / nehren ſich beneben dem
Aderbau / auch von den Fifchen / und
ſtehen alſo ihrer Haushaltung ſehr wol
für.
Auf dem Berg Ochenberg / ſo nicht
weit von dem Schloß Hagenſchut ges
legen, hat Johann Ranjaw / ein treffs
licher Litter und König Chriftians des
Dritten Kriegs . Obriſter Chriſtophos
rum den Grafen von DiDenburgi im
Jahr nach Chriſti Geburt 1937. den
11. Junii / mit ſeinem ganzen Heet
überwunden , in welwem Streit zween

Gras
Schen / Regierung und 25fterben . 225
. Grafen / als der vom Haag / und der
von Recklenburg todt geblieben / deren
A CSrper nachmals an dem Ort der
Sqladt wieder ausgegraben i gen
i Ottenſee geführt undin die Kirche Ca
nuti find geleget worden .
Eren um dieſelbe Zeit wurden auf
dein Berge Fauſſeburg / eine einzige
Meile von der Stadt Aſſens 1 etlige
1000. aufrührilde Bauren erſchlagen,
y und in die Flucht vertrieben . Beneben
dieſen und andern Bergen hat es auch,
Die Wälder und in denſelben eine grof
fe Menge Wildes.
Und dieſes feo alſo von den Lande
31 Fionia genug ; nunmehr wollen wir
aud) etwas von ſeinen Inſeln geden,
den / deren denn gegen Mittag in die
90. gezehlet 7und mehrentheils bewohs
net werden :- und heiſſen die vornehm.
ften gegen den Wendifcben Stadten
überratſui als nemlict) Langeland, Lans
tland: Falftria Arra / Alfai Tofinga
2und
1 Aroe,
19 Pangeland hat in ſeiner Långe mehr
nicht, alsſieben Deutſche Meiten i ber
KS greifft
230 Der Könige in Dånnenrard

greifft das Stádtlein Kubkiping / das


Königliche Schloß Trandera r und
fonfien viel Flecken Dorffer, Pfarren
und fürnehmer Herren Håufer in fich:
Lamoland wird durch dasMeer Gro
neſund von Seeland i und durds einen
kieinen und geringen Arm des Meeres
pon Falfria unterſchiedeni ift an
Getreyd i und fonderlich an Haſelnüf
fen dermaffen reitd ), daß gange driffe
pol daſelbji werden gehoiet, und in ans
dere Provinsien geführet ; bat fünf
Estádttein als NyſtediNaſco / ogropi
Forby:/ und Maribo / über dasettiche
Königlide effeca ſtattliche Pallar
fte Kurben und viel grofje und kleine
Flecken.
Falſtrig iſt vier Teutſche Meilen
kung i begreifft die zwo Stádte i als
Siuveau penitvelche wegen des luftigen
Drts , die Neuſtadt in Dannemard
genennet wiroi in fid ). Aus dieſer Fing
fet 2: bep des Kónigs Prædio , iſt eine
Furih in Trudland-/ fo ftetige ger
brauchet mird ſieben Meiten von
Warnemunt lieget und den benad :
bar
Sehen / Regierung und Abfferben .
barten Drien tåglid, viel Getreyd zu
E führet .
21
EN Aria liegt anderthalb Meiten von
& Elofa / iſt mit Wåldern gleichſam be,
Kleidet, und derowegen zum Fagwerd
fehr bequem ; hot ſonderlid, drer
Pfarren und beneben den Stadtlein
and Shine Coping 7 cfliche andere
adelide Hauſerwehr : wendet fidis mit
@lilia gegen dem Herßogskum dlege
mig .
Elyſia oder Alla heiffet ronfien AL
Henvifteiner mittelmeſſigen Gröſſe vier
Meilen fang und 270 Meten breit
nicht ferne von dein Herkogthums
} Sdleßrig unterſdieden i ive det fich
gegen dem MeerfchoßiliFl e ensb
ille urger .
Wick genannt, wird durd eben dieſert
Deerfieg von der Engeländer erfic #
Wohnung unterſchieden/ und rie aus
des Rangovii Mufæs zu felgen / fo find
die Einwohner dieſer Inſel von dett
Rimero Elyfit genennet worden :
gleichnie die anderein der nächsten
im Feldabeg Arij welden Namen fieIn ders.
o lente
noc
228 Der Könige in Dinueinard

noch auf den heutigen Tage haben und


behalten .
Ptolomæus aber meldeties regen die
Engellander der Derter gegen Mitters
nacht an dem åuſern Meer die erſte
und åtteſte Einwohner :zu welchen Tas
citus ferner auch die Elyfios , Arios /
und Monim.os leget / deren Namen
denn Alſen : Arr und Moen noch itund
im Gebrauch find.
Die vornehmſte Stadt in Alſen os
der Elaſia heiſet Sunderburg / mrie
gleichfalls das Schloß die andern aber
find Divborch Dſterhulm / die Hrlle
und Gammelgard: hat dreyzehen fürs
nehme und Volckreiche Pfarren / und
kan demnach in kurgerZeit etlich 1000,
bemehrter Mann ins Feld bringen :
Sit hin und ivieder voller Wålder /und
Deromegen auch go allerter Servild
faſt reich ; wie gleichfalls auch an Fi.
ſchen im Meer und andern fülſenWaf.
fernjam Korn i Weyd / und allerley
zahmen Viehe .
aſſinga oder Toſinga /iſt unter vies
len Inſeln bey der Stadt Schwines
burg
{ cben / Regierung und Abferhen . 229
burg is Feinland ,die fürnehmſte:mehr
nicht i als ein eingig . Meile lang / ber
greifft / beneben andern Pfarren aud)
den Flecken Kettorff in fichiwelder den
Roſenkrank
en und Kanzauen zuges
höret,
Aus diefer Inſel von dem Stddtlein
Aftens / biß in Jutland / ſind zwo Mein
kn /von Myburg in Seeland /vier Meis
len über den Oft -See / welche Farth
fonſge
t fährlich , und jonderlich ,wann
Das Wetter etwas, windig iſt ; dann
dicipeil ons Drientaliſche Meer i wes
gen der einfallenden Waſſer , gewaltig
lát;fet/ ziv :iden ſo vielen Inſeln feis
nen Alusgang ſuchet, und mit ſeinem ůs
beraus gedwinden Lauff gang unger
ftúmmig fort eilet / kan es ſich leichtlich
1 jutrogen / daß die Wellen / indem die
2Binde auf allen Seiten Derein blas
fen / mit groſjer Ungeſtůmme aufſtei.
gen i ſid ) gewaltig erheben , und etwan
viel Sciffe verſálingen.
Aroe liegt in dem Eingang des Hers
i Bogthums Schleßrig , da man durch
den Anferſer oder Ditenfer Meeridos
R7
in
Det stenige in Danemark

in Feinland zu den Sidotlein Aſcend


zu diffen pfleget/und roird in vier ipoh
bewohnte Fleden unterſchieden .
Die andern Inſeln dieſes Landes ſind
homo Endeld 1 Ebeloi Lenud Botol
Brandor Tool Aggernis / Hellenis
Jordór Birch bolm und viel andere
mehr .
Die Inſel Huena liegt in dem ber
rühmten Porihomo des Königreidyo
Dannemarok Derſund genannt / bes
greifft das Salcß Uraniburg / darinn
eine große Anzahl allerley túnfi ficher
Mathematiſcher Inſtrumenten ju fins
DER giweſen. In der Mitte dieſer
Inſell als bey dem gerneldten Schloß!
iſt die Evation pder Höhe des Poils
bier und fantisie Hrad und ein halberi
HUD isegi fafi ſieben um dreyflis Tbeit
von dem Oceiðent: bat in itrem ilms
theiß und Bezirck auf 8160. gruffe
Schritt , deren jeder fünff Schuhe /
and arro fárnelich, juſammen gerechneto
fast ziuo mit eligijige FeutideMeilen
Weg naden.
4.10 diewel dieſe Inful in dem ale
bers
leben / Kegierung und Abfferber. 233
und tersvortrefflich
ſten Dit dieſes Dånne.
márdiſchen Meeres lieget / da taglich
biel Shiffe von Auf,und Niedergang
auf und abfahren , hat ſie aud) in ihrer
Nähe herum etliche vornehmi S :ädte
liegen i als Coppenhagen in Seeland
auf drey Meilen gegen Sudweſten .
Jtem Helſingór /da ein Schiff 200
4 iſt í und das Schloß Croneburg auf
zwo Meilen gegen dem Cocic ; wiedes
cum gleich fo meit gegen Miiternacht
Selſenburg / und daſfiibe an dem Ufer
Scaniæ , da qich auf eine einige Meil
4 wegs landscron gelegen iſt : gegen des
Winters Aufgang aber hat fie Lunten /
weldberob ſie wol kein See - Stadi iſti
fo liegt fie dod von diese Inſul nur vier
5 Meilen . Malmogia liegt gegen Sude
Dſten fünfMellen davon .
Und ob ſie wol feinen weiten Bes
griff hat / fo ift Dody nicht der geringſte
Drt darinnen zu finden /ſo da nid )t jeins
Früchte trüge und den Einwohnern
Nugen brachte , dann ſie iſt nicht als
fein an Getreyo , und allecier zahmen
w Vieh taft reich fondern zielet aus
232 Der Könige in Dånnemarde

vtel Wild i als bafemi Kianinichen 1


Dámbling ! Gemſen und Feldbúner
in groſſer Merige. Deßgleichen Sat
ſie auch einen gewaltigen Vorrath von
Firchenrein ganzes Wallein von Har
ſelſtauden / in weldyem niemals einige
Nuß gefunden worden, darinnen man
etwan einen Wurm geſpühret båtte!
gleichwie denn auch in der ganzen Ins
fel kein Nan gefunden wird.
Sie ware vorzeiten vier vornehmer
Schlöſſer halber ſehr berühmt , deren
das eine gegen dem Mitrágigen Ufer
Synverburg/das andere gegen Mitters
nacht Nordburg , das dritte gegen des
Winters Aufgang Karheçidia und das
pierd te gegen des Sommers Aufgang
Hamera genennet wird /welcher Fun ,
damenta noch auf den heutigen Tage
geſehen werden .
Und ob ſie wol mitten im geſalonen
Meer lieget/ ſo hat ſie doch viel füffe
Waſſerquellen und fchöne lieblice
Báchylein / und unter denſelbigen einen
folchen Brunnen , der da von keiner
Kåite 4. fie feye fo groß als ſie immer
wole
233

SYV
ALD
ky US III
Cratin Zegie
die ringA.C.
0369 Baran ſkille ind from
me Her , Start A.C.378
wollel
gange
n
ſeltſam
dieſer
nach zne
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binter fi
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eben

Elr
ifi
Fri
ede
r
Leben /Regierung und Übfterben . 233
poller gefreyet / welches doch in dieſem
angen Königreich faſt unerhört / und
eltfam ift. Aber einmal genog von
siefer Materi. König Broder ſtarb
jach zwey : jähriger Regierung Anno
Ehrifti 369 und liefſe ein ſchlechtes An .
Senden wegen ſeines obſcuren Lebens
hinter fich,
XLVII.

Sivaldus 11 .

Inträger Vater zeugte einen trå .


gen Sohn , König Broder liefe
feines gleichen hinter ſidy ; fo bald er
die Augen zuthateyſtiege ſein SohnSi.
vald auf den Dåbniſchen Königs .
Thron , von dem man nichts lob -wür ,
diges weiß / weil er der Ruhe allzuviel
ergeben ware. Er bemühete ſich zwar
ein und andermal den Schweden
Sconen wieder abzugewinnen , aber
Bergebens / der Tod kam ins Mittel /
und entzog ihn dieſer Zeitlichkeit An .
Chriſti 378. als er neun Jahr in gutem
Friede regieret hatte ..
XLVII ,
294 Der Könige in Dannenrard

XLVIII.

Snio .

es Mio war ein tapfferer Sshn ein


nes feigen Valers, deci fu balda
die Regierung überkame i alles in beſo
fern Stand brachte , er nahm . Shos
nen wieder ein / welches die Schweden
vorhero zu ſich gezogen hatten , befriego
te die Gothen , und machte ſie ihme un
terwürffta
Hier ettvas von dieſen Gothilden
Låndern zu melden fo stebet in desfana
ſonii An .1644.aufgegangenenAtlan .
te folgendes : Daß Gothland fcheide
der Wald Kelmord und Sidwedb.pon
Schweden ab.: liegeimifcben zipeyen
Všickernwelche niemals mit einander
recht zu frieden gewefen i nehmlich Den
Schreden und Dáhnen. Sothland
werde ausgetheilet in Dit Gothiand
undWit Gottland ;die Provingien
son Weft. Gothland Feyen Veſtrogo*
thia , Dalia und Wermelandia , btet
fer vorzeiten Haland beygerechnet
SNIO .
Trombie Segierung A.C.378 ,
Trahan Schoenen : Bezwang vie ,
Bother Wartom Kriegwieder die
Sehweden erſchlagen . A.C.400

1

Seben / Regierung und Abrerben . 23€
Yorden ; In Veſtrogothia ſeyn die
Štádte Hotheburg 1: eine Si auffſtadt
Scara eine Biſchoffliche Stadil Mai
Leftabium 1 [ becopia ; C tem 7 vià
leine Szádte Falekopia, Skedei! Hiol
Boge- Sund i Bretta / und alt Ludos
ia ( darzu Chytræus auch Elßburg
ind P. Bertius die Stadt Varein
Uda / wie er ſagt, der alten Gothifohen
Könige Begräbniſſen feyndi rechnen .
gn Dalia iſtDaleborg /und inVer .
meland Carolſtadt * . Die Provin .
bien von Oſt. Gothlandſind Oſtrogo .
thia /Smalandia , und Delandia ; das
bey vorzeiten gerechnet worden Gorks
landia / Scandia und Blectingia . D.
ſtrogothia fer von Veſtrogothia durch
den See Veter abgetheilet : die dwes
diſche See aber ftoffe von Often / oder
von Aufgang bieran . Die Städte
feynd Vaſtenumai . Stheningia IC .
Lincopiaseine BiſdyofflideStadtNors
copia und Sundercopia Kauff - und
Sandels- Crådte :
Smaland fepe von Dſtrogothia
durch den Wald Hobavedb abgeſics
den
238 Der Könige in Dånnemardt

den ſo ings . CeutſcheMeilen in ſeinem


Umkreiß begreiffe. Es repen darinnen
Calmarnia / Genecopion Verio , eine
Biſchoffliche Stadti ſo mit Ekeſio / und
Weſtervid / oder Veſtervico / fo die
Dáhnen A. 1611. eingenommen ,aber
die Schweden bald wieder erobert has
ben, wierool Helvaderus fagt, daß erft
Anno 1612. Gerhard Ranzow das
Stádtlein Wefterwick erobertigeplün .
dert/ und ein Königlich Luſthaus daber
auch eingenommen habe. Deland fep
eine ſchöne und fruchtbare Infeli dars
inn das Schloß Borchoim * . Und
dieſes ſagt der Ärlas.
Darzu noch folgendes aus anderk
kan gethan werden nemlich daß Gothie
land /wegen ſeiner Fruchtbarkeit anges
trepd/andern Früchten Honig Weys
dejund allerley Viet) ſo viel als Gut
Land Beiffet Defen Grenzen von Mits
ternacht Schweden ; vom Abend das
Norwegiſche Gebärg , gegen Mittag
und Morgen aber das Meer ſind .
DasW1Hathland iſt gang eben ,
Deffen etliche Fiuje . als iva / gida /
No81
Leben / Regierung und Abfterben . 231

Nos / gegen Mitternacht in den See


Vener falen / welcher See wieder
durch den groſſen Fluß Erolbetta in 2 .
Eingången bey Eiffsborgt und Kon .
gelff in die Krümme des Geſtades der
Dis Seeauslauffet; etfice Flúß aber)
als Eda und Piger gegen den Mittagi
eben in die Krümmer lommen.
Der Eheil von Weſt. Gothland /ro
Dalia oder Dalen genennet wird /liegt
zwiſchen dem See Vener i und Nor.
wegen, und iſtmeiſtentheils Bergicht:
bat aber See und Fiſch reicbeWaſſer .
flů flerauch gute Vieb.Weyde.
Wermeland ift ein Bergicht und
WalDåchtig Land/und hat Erk .Adernt
und fürnehmlich eine gar neu , erfundes
ne überaus retche Kupffer Ade
. r ; go
tem Waſſer. Flúffe Lachs-Fang i uno
Die Stadt Carolſtadt.
Dit Gothland übertrifft gar weit
an Fruchtbarteit die andereLandſchaffo
ten ; dann es hat guten Getreydbodeng
groſſe Vich Zucht , Hönig , allerleo
Bildwerd / Fogelfang und Fiſcherepe
en i und anders inebri ſo zu Unterhale
tung
Der Rønige iu Dånnemard

tung des menſchlichen Lebens nothig !


ausgenommen Wein und Salg . Undli
finden ſich in Gebürgen Godégard i
Helleſtaberg / und Vingaberg allerley
Erk - dern .
Smaland folle den Namen vom
Shwediſden Wort Smala i fo ein
Vieh bedeutet , haben / damit auch das
Land allenthalben erfüllet iſt / welches
auch die Einwohner alle Jahr in groſa
fer Menge in Dånnemarc# verkauffene
damit die groſſen Hauffen der Ochſeni
die Dånnemarc jabrlich in Deutſch .
und Niederland verſchideti nidttoca
nig vermehret werden ,
Es hat dieſes Land faſt ungeblich
viel Fiſchreiche Seen , unter welchen
die vornehmſten ſind : Bolmi Viojtesi
Mókien und Ainan , und unter den
Flüſſen Nyſſea,Laga/Helga Marbeala
u. Tem . So wird Smaland in viel
Cheile abgetheilet : Darunter ſind
gieberad, Verendia , Tinſtia ,Finbei .
dia/ und Mauringia . Fu Sinjtia ſind
neuserfundene Rupffer .Adern , in a
berg Stahl und Erg : dernialda man
bing
{ cben / Regierung diidi26fterben .
hin und wieder aus den fumpflichten
Bertern gråbet / und aus den Seen
einen unfurinirten Klumpen Eiſen fie
fchet , aus weld )en man nadzmals mit
geringer Mühe und Unkoſten das beſte.
Eiſen ſchmelbt.
Es iſt Smaland mit Saland I
Scania oder Storen und Blectin .
genrumfangen /um welche Länder ( die
man auc 1, zuſamt der Inſul Goth .
lund / unter die Gurbi den Provingien
rechnet) man mit Waffen und der Fer
der viel lange Zeit geftritten/ da etliche
das Recht / andere fonderliebe Vera
foreibungen ! vergewandt 1 find aber
der Zeit Dåhniſchen Rechtensi auffer
Daß die Schweden ißt Halland mit go
wiſſer Maſſe innen haben.
Und dann fuiſt Deland eine liebliche
und fruchtbare Infeli an Vich und
Laſtthieren fehr reich); hat auch wilde
Roſſe/ Weididero und Vogelfangrund
neben obgedachtem Solob Burholm
ro theils Bornholm nennen i 32. Kira
den. Es baben die Gothen bißideiler
( rie hier ) ihre eigene einheimiſche Kom

nige
245 Der Könige in Dånnemari

nige gehabt; meiſtentheils aber haben


ſie ſich den Sdwediſchen Königen und
fergeben .
Und von hinnen wollen die meiſten
Scribenten die Guthen herführen / fo
vorzeiten viel Låndet , auch Rom ſelb
ſten eingenommen haben und von
beren Königen Succeſſion und Necht
der erſten Cleburt I neben den Gothie
fchen Scribenten / aucy Goldaftus de
Majoratu lib . 3. cap.9. zu leſen .
Philippus Cluverius zwar in ſeinem
anjebuliden Werd von Alte Teutſch ,
land lib. 3. cap. 34. & 41. wil nicotzur
geben , daß dieſe Gochen ſolten aus
Schweden Herkommen feyn ; ſondern
vermeynt/ daß ſie anfänglict in Pomer
rellen umb Danzig gewohnet håttent
und das gedachter groſſe und andere
Theil des Kónigreichs Schweden .
nicht Gothland ſondern Gothia, Guto
In
land / und die Einwohner Suthi 34
nennen ſepen ; Aber es bat hierinnet
Cluperius nicht allein die Schwedia
fche Scribenten ; ſondern auch anderell
und unter denſelben den Johan. Iſaac
Pon .
Leben /Regierung und Abffertcu. 24 !

WHIPontanum fol. 679. feqq. de rebus


Danicis zu wider /welcher unter andern
laget, daß Adamus Bremenſis die Go.
ben ausdrücklich in Scandia ſeper und
ſie auch in Oſt- und Weft - Guthen ;
und das Land in Veſtergothiam / oder
Dſtergothiam theilte/ und bewieſe, daß
URJenes mit Scania oder Shonen grena
Be ; dieſes aber ſich an der Dit Seei
gegen Morgen /herziehe und ſtrecke.
6 Und machet er Pontanus einen Un .
terſchied zwiſchen den Gottonibus ,
Gothonibus, oder Gythonibus, fo an
der Weirel herauſſen , und den Gothis
oder Guthis, ſo im Königreich Somes
Den / gewohnet haben . Iind daß die
Sethen ausScantinavia und dem Kur
Aigreich Schweden kommen ſeyen/ wil
man nicht allein mit Fornandei ihrem
geweſten Biſchoff und Hiſtorico ; und
andern alten Scribenten ,ſondern auchy
mit Demebeweiſen , dieweil man noch
Daſelbſt hin und wieder in den fehr hos
INben
G Felfen Gedettomal mitGothilden
Buchſtaben / fo fie Runas genennet /
ning
in egrabeni finde, Siebe Andream
BLOG
Bum.
BO
242 Der Könige in Dannemar &

Bureum in orbis Arctoi deſcripti


one,
In dem ob s angezogenen Budje!
Respublica Suecica tituliret i trico)
P. 17. feq. hievon alſo geſchrieben : 5
ſtehen auch nod bey uns auf heute rohel
groſſe ſteinerne Såulenıderen Sdiriff
ten zeugen , daß jie zum Ehrengedacta
nif etlicher vortrefflicher Helden / wel
de in Griechenland, hracien und ani
Dern Ländern , ſo die Gothen mit ihrer
Menge als mit einer Sundfluth übery
fchwemmet , im Kriege blieben , aufger
richtet worden ſeyn.
D. Laurentius Müller febreibet in
feinen Pohlniſch - Schwediſchen I. His
ſtorien / im Buchſtaben F. 1. Daf Ko
nia Johannes in Schweden reiner
Sowageriden Konig Steffan in Po
len ( welcher an Soreden die Albire
tung der in Liefiind eingenominene
Derter begehrte ) unter andern i mi
nachfolgenden Worten , in ſeine
foyriff:lichen Antwort / gefraget habe
Dber nie geleſen / daß die Cimbriu .
Gothiin Italien gezogen / Daſſelber
Seben /Segierimg und Abſterben . 24 %

-swungen /Rom zerſtöhreti und tapffere


Chateu gethan. Er reye noch derſeio
ben Všicher Königrund zwar jenes fesse
aur particula Regni yetveſen / Er habe
labst von Gsites Gnaden das gange
Reich innen / und håtte fein Bold das
Hiri GOtt lob/ noch das ihre Uran .
berrein gehabt, dann ſie noch nicht viel
Den Morso vitern und Pohlen gewone
den gegeben .
Aber wieder auf den Dikniſten
Krónig Snis zu kommen i fo fiele zu
ſeinen Zillen einegroße Theurung und
Hunger i Danmarck ein ; do lieſſe
Der König wegen dieler Gofteregenlein
Verbot ergehen und ausruffen / man
Erode keine Fruchtmehr zum Getrano
anwenden . Als er aber Damit wenig
Qusridtete gaben ſeine dhe iuinis
Thiglich dieſen Vorfelagimon follie die
alten undermåglichen Månner / twie
aud , Kinder und alte Weiber iu toot
-fvlagen / und allein die jenigen / die
fum Srieg und Ackerbau dienlichi ber
balten / damit das Vaterlund erhalten
púzde
22
244 Der duae in Dannemare

Dieſer tyranniſche Nathſchlag får


te zweiffels ohne vor ſich gegangen, wo
ein Weib rochen nicht auf folgende
Weife hintertrieben hatte. Sie ſage
te zu den zweyen Landsherren / ihren
Söhnen : Es nimmt mich Wunder
daß des Königs Råtbe keinen nůßli.
cern Vorſd) lag haben geben können i
gelyet hin / und deutet dem f'únige an !
was in dieſer Sachen meine Megnung,
ob wol eines Weibes/ feye.
Laſſet alle Geſchlechte des gangen Kó
nigreichsein Loß werffen /und auf wel,
dhes ſolches fådet / das laſiet aus dem
Lande ziehen 1. Dardurch wird der von
guch gegebene blutige Mörd - Rath vero
meidet , und das Reich der großen
Menge Voldes entlediget werden .
Dieſer Anſchlag gefiele dem König
Snio trefflich wol, und kame demſeld
ben auch fleißig nach ; dann das Log
wurde geworffen / welches die Soon
und Gothlander betraffeldie auch nicht
lang hernach auszogen ; und die Longo
barder (vielleicht von den langen Bår
Sen / oder, welches glaublicher i weilf
tan
Leben / Die vierung und Abfterben . 945

lange unverſtandige Dilpel waren


wie folches das Weifche Wort mit ſich
bringet ) genennet wurden.
Es wurden aber bernachmals aus
denenſelben auserleſene Kriegs . Leute ,
die Gtalien i Gallien und Spanien
nichtwenig zu ſchaffen gemachet / wie
aus den Geſchichtſchreibern zur Snuge
bekannt. Hierauf gabe König Snio
An . Ch. 400. dieſer Welt gute Nachta
als er das Dåbniſche Reich 22. Gabr
höchſt-ióblich regteret hatte. Von dieſer
Zeit an , biß An. Chriſti 706. figen die
meiſten Scribenten gar keine Könige.
Eride aber machen folgende namhaffti
die wir aber in Ermanglung ihres
Biloniſfen1 nid )t unter die ordinari
3 Zahl rechnen .
M
Rorig.

Ach dem Dåhniſchen König Snto


rolle Rorid, regieret haben. Diem
ſen nennet Trithemius Carackin ; der
bat grofle Kriege in Deutſchland ge.
Mfütaret er ift über den Rheingezogen /
23 und
240 Der Könige in Dannemard

und hat allda abſcheulich gewütet , aud


Mainy Wormbg/ Spineri Trier , die
geroaltigen Sládte in dem Grund
verwüftet : Er zog hernach in Frand
reid ), verheeret alles mit Sengen und
Brennen / und nahme ales hinwegi
was er überkommen konte . Er wurs
de aber endlich bey Rhodanum in der
Arclatenſiſche Belagerung An. 419.
n
áberlpåltiget und umgebracht.

Svend .

fer Dånnemarck Krieg führter vers


bultete er das Reich ſehr wol ; hernach
fiihrte er ſchwere und blutige Kriege in
Britannien mit Marimio und Gratis
ano , worauf er auch die Sachfen und
Frieſlander überzoge. Als aber foto
cher Krieg geendéget und beygelege
imoorden
lia boy Soleßwig / mit etlichen aus
Witingherde in Britannien geregelt
und haben daſelbit dem König Bey
stand geigan 7 bausten alda die We
ftung
Leben / Regierung und Abfterben . 247
ftung Carcurei / und haben mit den
Britanniern das Land unter fich ges
theilet/ und ihren Part und Theil Ån .
guland genennet ſo jeßt Engelland heiſ
Pet. King Svend ſaß bernadi, fried .
lichinDånnemarck /bißerAn. 466.mit
Dod abgegangen ,

Gottlah .

Dttlach Svends Sobni bekame


Das Reich nach dem Vater / führ
te Krieg in Franckreich, mit Würgen
Sd ;ånden und Brennen i biß er end.
lich von ihrem König Theodorico von
Australien 1 Lotharii Brudern , erhaa
fchet und umgebracht worden i Anny
9 Chriſti sac.
II
1 Harald.

Ein Sohn Harald / bat in ſeines


Vaters Abneſenheit der Dåbni.
fchen Regierung vorgeſtanden iſt von
Suartmand, König in Schweden aus
dem Reiche verjaget worden ung
fuctos
248 Der Könige in Dannemark

ſuchte Beyſtand und Hülffe bey derr


König Aruro in Engelland / und als
ir wieder kame / ware fein Widerfas
cher mit God abgegangen deſſen Sohn
orde er åberzogen und aus Schwer
denverjaget 1 und brachte Schweder
gu Dannemarck.
Auber nun etwas weniges non
Schweden zu gedencken / ſo ift es ein als
tes Königreich /davon Plinius Meldung
thut ; grenket gegen Dccident mit
Norwegen i gegen Mitternacht mit
Lappland und Bothnia / gegen Drient
mit Finnland und Liffland í und wird
von jenem durch den Bothnildsen
Meerſchoß : von dieſem aber durch das
Meer ſelbſt unterſchieden : und endlid )
gegen Mittag Gothland.
Jit unter allen Ländern gegen Mits
ternacht das fruchtbarfte und reidſte /
und daſſelbe nicht allein an Uberfluß
von Getreyd , ſondern auch von wegen
feines Meeres / Seei flieſſenden Waſe
Tern / und viel und mancherley Fijden :
bat gleid )falls auch einen reichen und
genugſamen Porratb an Blep / Eiſeni
Kupy
Leben / Regierung und Abfferben . 249
We Kupfer und Silber als welches for
Derlich zu Slaburg Faſt rein heraus ger
graben wird .

Siine Wälder ſind faſt alles Wil.


des voll / und dazu auch an Hinig
gleichſam überflüßig reichi und wie der
mehrentheil vernieinet , ſo iſts dem Kisa
nigreich Norwegen nicht allein in Gúte
der Felber und aller Fruchtbarkeit weit
überlegen / fondern auch nod)einmalſo
grußi jedoch an etliden Drten auch
ziemlich rauh . Und nachdem es etliche
300. Satyre durch ſeine eigne und ein ,
heimiſcheKönige nichtallein mit ſtar,
der Hand befdůket ſondern auch um
viel erweitert und unvermehret wor .
den, iſt es endlid in der Dåbniſ. Kó.
nige Gewalt gerathen , welchen es auch
über 100. Jahre Gehorfam geleiſtet /
endlich aber unter dem Sdjein / als
hatten dieſe die Geredyrigkeit und alten
Brauch in der Crónung nicht gehal.
ten , von ihnen abgefallen haben dem .
I nach wieder aus ihnen felbſt einen eige
3 nen Kóuig erwehlet/ und werden nung
mehr
iço - Der Könige in Dannemard

mehr von ihren einheimiſchen Königer


beheraſchet.
Der Provingien dieſes Königreichs
find viel und mancherley als unter den
Hoihlándiſchen die Oft . Gothlandi:
idie i Ceren Hauptſtadt Lincopia : Die
Woft -Guthländiſche / welche der alte
Eie von den Orientaliſchen unters
ſöjeidet, in deren Ceara der Biſdoff
liche Sig : die Gothländiſche gegen
Mittage / als Smaland / Suiſeia Vei
rendia 1 deren vornehmſte Stadt
Verio wird genannt i Meringa und
die genſet Deland i mit dem Schub
Borgholm beveſtiget. Jtem die No.
riciæ / oder Edwedifcher als Opland ?
deſſen vornehmſte Stadt lipſalia / AR
dem Waſſer Qala gelegen nehmlich is
der Initteni 068 gangencandes Schwes
den , in deren / beneben der vornehmen
edule / auch des Erebifchoffs Sis
und Wohnung iſt.

Auda fiehet man viel ſtattlide Ben


gråbniffen der verſtorbenen Schmer
diſchen Konige auf das allerkóſtlichſte
Gye
4 Scben /Scaieraira unð Xbfferdea .

erbauet. Stockholm iſt eine fürnehme


Handels. Stadt uno Wohnung i ſu
wui ourd ten Drt felbft i als durch
Fleſſe der Hände beveſtiget. kiegt
I mitten in den Súmpffen , als wie Deo
* nedig in dem Meer und har feinen Nas
* men daher empfangen / dieweit fic cuf
befondern Pfåhlen oder Stocken ijt ero
buuet. Ihr Eingang aus dem Cois
% fchen Mece gehet durch enge dylun ,
de und durch einen tieffent Canal /
und fångt das Meer in einer Fidsen
Write in fich i daß grofje Lafticuffe
mit offnem Segel in ihren Hafen Eins
nen gelangen i wierul der burn
Warholm / undder andere gegen die.
fem über / Digna genannt / diefſelbe
Einfahrt dermaſſen engmachen / daß
wider der Küniglichen Stadthalter
Willen / als welche daſelbit fleilige
Wacht hatten ,keuriSciff weder aus .
noch einfahren kan .

2. Dieſe nicht allein des Uplandes fons


Dern des gangen Königreidys Some.
den Hauptsund Königl. Reſident oder
Aut
252 Der Könige in Dånnemart
Hofhaltungs - Stadtī beſchreibet der
wo geborneHerr HerrAuguftin / Freps
berz von Mórsberg und Beffort
Kitter des Johanniter oder Malibeſet
Drdens , in feinen / wegen bodgedach,
ten Drdens Botſchaftsweiſe i im
Jahr 1992. nad) Dannemard , Nora
wegen und Schweden gethanen Rieie
ſenimit folgenden Worten :

Das Solok alhier paſtiret vor ein


Königlid ) Haus ! es können auf den
Nothfall wol zween Könige darinnea
Hofbalten dann est fapt drepfach ero
bauet / da man faft in fonderbaren
Quartiren wohnen kan;da ſchoneHos
fe/zimmer und Såle find. Das Haus
iſt mit vielen ſtarcken /hohen /viereetich ,
ten húrnern uingeben / in der Mitten
ftehet einer auf 8.oder 9. Gaden hoc
in welchem bey 35. Feldſtücklein und
baibe Schlangen übereinander ; in jeo
dem Gaden teben fechs oder ſieben
Siúcletn : ſind durch Scießlocher
beraus gerichtet, welches luftig auzuſer
ben . Man kan das ganze Schluß bere
Nm
Leben /Regierung und Hbfferden .
Ord um damit defendiren / und ziemlich weit
ufc schieſſen. Die Kird und Thúrne find
SB mit rothem Kupffer gedecket / welches
d'em Werck ein ſchönes Anſehen giebt ;
bow und hat es ſonſt im Schick bin und
yeni wieder auch viel kleine Thůrne i und
die auf dem höchſten Thurn drep ſchöne
a groſſe verguldete Cronen übereinander:
welche das Schwediſche Wappen béo
deuten / und einen ſchönen Glang von
# fic gebensund kan man ſolche gar Wett
i feben .
Die Sdlob -Kirche hat König gou
bannes erbauet , iſt groß 1 bat zehen
Marmelſtei
nerne Såulen von Farben
ſo aus Finnland dahin geführet woor .
den ; der Attar und viel Bilder ſind aus
weißem Marmel , daran viel vergúle
bet. Das Haus bat fehr vielZimmeri
á und Saterien oder Gange i alle
ſehr ſtattlich zugerichtet und die Arbeit
theils vergüldet ; da dann der groſſe
lange Saal im alten Gebåu wol zu
ſehen.

König Johannes hat auf hundert


27
Schritt
Der Kbuige in Dannemare

Schritt davon ein neues Palatium ger


bauet i fo er auch bewohnt bat : Die
Zimmer ſind ſehr ſtattlich im Saal
Welder åber Hundert dritt lang , if
die Decke cben mit klarem Ciber be
Schlagen /mit getriebener Arbeit von al
lerhand Hiſtorien und Bildern / Deret
piel der úldet und gebet folde Arbeit
an den Seiten giemiid tang herab :
Die ſilberne oder Safeln
Platten
ſind eines ziemlichen Wofferradleins
Dick . An der Wand berab hanger
aus Gold und Silber gerúr ofte
pezereyen mit ein wenig Sexder vermis
Idhjet ſind Hiftorten aus der Bibel mit
aud) aus dem vidio / alles in Lebens
gróffe i dergleichen tángen auch in des
Königs Zimmerdarneben

Der Boden iſt aus ſchónem guten


Kupffer geſchnitten und formiret wit
Befet Sieine , die Arbeit daran ift gee
trieben aucs gar ordentlich und artlicht
juſamm getuget. Dieſe Patten find
Fingerspici und allerband Farbert
paran sues ge funflic gemacbet,
Bon
Lehen / Regierung und Abfterfen .

Vun dannen komet man in eine zier.


: lich bereitete Galeria/auf 100. Edhritt
È langſund ferner auf einen andern vier
eckigten Thurn , auf welchem eins
e groſſeCapellen gebauen/ mit 2. Neben .
zimmern oder Kammern etwas dahin .
ten , darinn höret der König und ſeine
Gemahlin den Gottesdienſt er zur rech .
ten und ſie zur linden . Die Capellife
von weiſſem Marmel gank zierlich ges
þauet : aufdem groffen Ahrar ſtehetein
ſilbern Crucifir faſt in Menſchengroſſe .
In der Galeria auf beyden Seiten
liegt es allenthalben voller Bücher auf
Repoſitoriis, mit ſchönen Seſſeln,daß
inan ſiken und leſen kan. Die Fenſtern
deren auf jeder Seiten bei 40. ſind aus
groſſem Criſtallinem Glaß und deis
ben /wie auch die in der Kirchen /Sålen
und Zimmern .
Aus dieſem Saal: Gang, Kirch und
Zimmer kan der König weit umher ſee
hen , nicht allein aufs Feld und See
barneben ſondern in gangen Hufer und
in die Stadt weit hinaus/durch die bete
len S @ eiben , aber ibn kan niemand
fes
356 Der Kinige in Dánuemart
feben , weldies man im alten Schlus
nidit thun kan . In dieſem Haus in
aud )ein groſſer Hauff Geſchüß gruf
und klein /auch viel doppel Carthaunen
Schlangen und Befilisten / mit wel
dem dem Moſcowiter viel Stadt und
Veſtungen abgenommen worden .
Auf dem Lande iſt aud das Könige
liche Luſthaus und Garten zu ſehen .
Der Garten iſt auf das ſchönſte zuge
richtet. Neben demſelben iſt auch ein
hier : Garten mit etlichen Zimmern
aus Holß gebauet. In ſolchem find
Lówen i Leoparden , Båren und andere
wilde Thiere verſchloen /derer fonders
bare Leute pflegen und warten .
Die Stadi Stockholm liegt gar lus
fig auf einer Inſel / in dem Fluß oder
Strom / wie dann auch das dloß
pornenber : hinten und vornen iſt det
See i allein da die Stadt ilt i der
Strom fort auf bepden Seiten laufft i
und ziemlid ftarot dann es auf den
Brücken auf beiden Seiten der Stadt
viel Mühlen treiber. Auf beyden Seie
ten des Waſſets bat es grofie Vorá
ſtád
Leben / Regierung und Abfterbek . 29
rådte , ſoeinen weiten Raum einneho
men / und dieſem Ortein groſſes Anſeo
hen machen.
In der Stadt i ro mit hohen Mau .
ren aufalte Art umgeben, hat es pohone
Häuſer und Gafleni hohe Kirchen von
Šteinen gehauen , aber in Porſtåsten
find die Häufer mehrentheils aus
Hoist und felten eires zey Gerachy
hoch . Sind etliche tauſend Häuſer
ſo ein ganges hal einnehmen. Es
wohnet ein unglaublich Volck allda /
und ſehr viel Scutfche. In dieſer @ tade
und Donjtádien hat es fürff gooſe
Pfarrkirden / des Volas aber iſt ru
viel i Dob König Johannes deren nodi
drey bat buuen laſſen . Alle fiirden i
wie aud) viel Häufer ſind mit Kupffer
bedcoket. Auf der einen Seiten der
Stadt iſt ein großer luſtiger Porti
Darinn ſtehen viel groſſe und kleine
Saife.
Es iſt ein groſſer Handelauhier aus
vielen Landen / fonderlich Lübeck i und
von der ganßen Oft . Sie / auch dem
Rrugenlande , wana fie Friede haben.
Dier
Der Könige in Daunchiara

Die auslándiſchen Kauffleute bringen


in das Land Salz / Wein / Gewurst
Sammet i Seiten und anders / fo die
fem Lande mangelt. Mehmen hingegen
lieber Wahren an / nehmlid Frúdt
Eiſen Kupffer/Stahl Bley Fi ch und
Fleiſch , welches das Land úberfiúffig
hat/als Bas Geld X. Kuffer und Eiſen
iſt ſehr wolfeilia Schweden / wie auch
alle effende Speifen , dann die Sower
den erhalten fich ſchlechtlich). , Bife
bieber wolgedachter Heri.
Weil aber das Königliche Schloß
alhier i feithero nod viet fautticheri
funderlich die Kúſikammer , gezichret i
auch mehrere ſchöne Gebau in der
Stadt geführet worden feyn ſollteni
darzu der Deutſche Krieg auch Ang
lab , Mittel und Gelegenheit mag
gegeben haben ,ſo wollen wir gleich moci
noch etwas weniges i aus den erwåbn .
ten Beſdireibungen / hieher feßen / und
endlich Darju chun, mas fich denckwür.
diges eine Zeitlang alhier hat zugetrs
gra ,
Lokcu /Regierung und Abfterben . 289
Es ſcheinetaber Stockholm den Na.
men zu haben voin Siod und Holm ,
das iſt eine Inſel ; dann man hataus
Den umliegenden Landen Balden , das
iſt / Holk , in die Inſel geführet. Da .
hero die Einwohner Gelegenheit ges
nommen zu bauen . Die jenige , die da
helm dicfen Namen
11 meynen /dofStod
habe/ daß fie aufBalden oder Holk ſte .
El
hei die betrügen ſich ſelbſt, dann fe fter
bet auf einem Hügel / und hat kein Pie
lotiren vonnötbenyteil der Grund von
ſid , ſelbſt veftift.
Das Meerſchoß! ( Al. See) meldet
er ferners/ von drey Meilen long / dara
über man aus dem Meer ovenus
( Olt - See )nach Holm fáhrettili Mes
:! ler genannt,darinti find bin und wieder
# Steinfelſen / welche ſie Scherd ) ( al.
Scheeren ) llennen . Es lauffen bep
dieſer Stadt viel Flüſſe zuſammen .

Sie liegt auf einer Infel! recht


in dem Schiund des Melleri /
Doch gefährlich wegen der vielen Felſen/
fo unter dem Bager liegen. Hat
groß
660 Der Soniae in Dannemara

groffer Vorſtadte:Orren die gegen dit


ternadji Suren beiffet. Hat 4. Bury
germeiſter und 12. Rathsherren . Un
ter den gevad ten Seeren ODER
Schergen ſind ſonderlich zwo/ als SL
moifoe uup Eugrtefoe ſehr berühmt;
und die nächſte Drt um Stockholm í
als Upſal / Aroſia und Arbogen í das
Schloß Torfilatoie Stadt Stregues,
mit dem Schloß Gripsholmi ade an
Dem gedacten Melier gelegen / pun
dannen , und dahin allerhand Cachen
füglich können gebrachtwerden dies
meil dieſe Sui Siódebolm / gleich
wie Venedig / mitten in den Pfügen
ums Jahr Chriſti 1250. erbauet non
den.
Gegen Morgen / drep Meilen von
der Stadt , iſt ein gar ſtarter burn
Waxholm genannt / und gegen ů ber
Signa , welche den Ein -und Ausgang
derSciffe alſo in adyt nehmen / dat
ohne der Konigl.Befehlbaber Wila
ley / tpelche auda Wacht halten , nichts
aus / oder zu der Statt kommen kến.
ne ; Infonderhett aber beſchreibet dies
Fe
Leben / Regierung und Abſterben . : 266

e Scheeren OlausMagnus alfo : Na


Etolvigando à Germanico mari verſus
Dat +Sept. & c . antequam introitus appa
Bhreat ad Regiam civitatem Holmen
an fem Regni Svetiæ , occurrit admira .
mobilis portus Hielmsnablen , vel Elgx
I s nabben appellatus , ubi montes ita à
Et naturâ videntur formati, ut galeæ
Fug militares putentur inſculptæ. Is por
tus ob omnes ventos & tempeftates
1/1 arcendas inſignis eft, ut, ut vix ſimi
lem in totâ Europâ habeat. At fi lit
tus aut portum quis exierit , cæca
faxa rupesque minaces apparent ; fi
verò in apertum mare exire voluerit ,
obftat horrenda tempeftas , ne viſu
quidem ad ictum oculi toleranda ,
quia Aquilonaris,Orientalisque ven
# tus eo in loco totaliter eſt procellca
IX fus. Præterea, tempore hoftili,terra
1 rum incolæfubtrahunt littoralia fig
na,ne hoftis accipiat tantillulum qui
dem fpacium , ut effugiat penam
& c. Sunt prætereà non exiguæ for
i midinis auguſti exitus & introitus
# æquoris Aquilonaris , præfertim ab
aper
162 Der Koniac in Dannemard

aperto mari navigando verſus Hol.


menſem civitatem & c . præcipuus
tamen , & periculofior eft locusSteen
Dorrid eft,porta lapidum appellatus,
eò , quod arctis faucibus & lùnatis
cornibus quoquo verſum obliqua
tur , id eft , quandoque per modum
Scythici arcus,quandoque mucronis
afpeétu evidatur à naturis ; in quibus
longè periculofius,ob exortas denlif
fimas nebulas, & caligines ,errare con.
tingit , quàm in ampliſſimo oceano
fuborta validiffimâ tempeſtate, Nec
procul ab co finu faxoſz rupes ime
minent , fub aquis latitantes, in quas
quincunque inciderint,quafi vivi ſe ,
pulchro teguntur. Und daſ nicht
weit von Stocholm rin Drt 1:1 Den
Steinflippen Des . Meersi inso niein
Kundiſualia das iſt i ein runder
Sound der Waſſerfreffer genann !!
repe i fo man nicht cx jründen könne i
Daf auch im Hafen oder Port 1 ju
Stockholm ſelbiten , der Wind ( biſs
willen )ſo ungefrämın feye/Oof oud, die
grofte ſehr reich -belaveac / und Segelo
fera
Leben /Regierung und Befferbent. 263
us 5
ertige Schiff in einem Augenblick nere
Tendet werden , daß man wegen der une
AS
ergrünmidte! Cieffe nichts daben feber
ats die Spige vom grójten Braſtbaum
oder Zitterholt / oder vom weißen Sco
gel und glaube man baher: Doß in dem
Il felben Wirbel mehr $ : 0 i Dilber
Erk Eiſen und genúngates Geld ferje i
als cima die redefte Soliſer und
Stádte haben .

Aber die meulid ſte Relationen gen


ben7 daß munnebr die Sdiff in den
Port allhier ohne Einwerffung der
Änder / und nicht allein ivider die
Stu'm pindi fondern And allen
fiindlichen Einfall i gang ſider ftes
hen . Co hat sienig Sigismundus
- in Shweden und Poblen / Als ihn
Die maniſten tonde / nicht mehr
zum König bauen iruiten 1 An . 1994 .
die oobefchriebene anfractus ſcopulo
rum , fauces oder die dieren innere
baio tveniy Tagen überwundep i wie
Chytæus berichtet,
164 Der Kliúge in D & quemsard

Und jepnd von Jahren die Eftlån


Der / Moſcowiter / Reußen uno sa
veſthier i wie gedachter Dlaus M. fela
ber bekennetſ durch beſagte Sheeren
ſtetig kommen , die Schweden beim
hich überfallen / und beraubt , biß de
Konigs Valdemari / ſo für den 131.
Kónig gehalten wird/ Vater und Vors
mund Birgerus Gerl ( Der wie Johan .
nes Magnus lib . 19. hiftor. bezeuget
An . 1266. geſtorben )dieStadtStod ,
bolm von Grund auferbauet / und mit
Mauren umgeben hatida vorhin allein
ſich Fiſcher derer Drten /wegen des ges
Falkenen und auch füſſen Waſſers /dar ,
iwiſten Stockholm gelegen 1 aufges
balten halten .
Und iſt nach gemeldter Erbauungi
Das Königreid, Soweden lange Zeit
auf dieſer Seiten in Frieden verblies
ben /weilen ſich die beſagte Volderian
dieſe neue Veſtung zu machen nicht
getrauet / fo gleid )ſam das Shor oder
Pforten deſſelben zu nennen / und die
unterſchiedlichelange Brücken über die
febrtieffe Waſſer und ſchnel·lauffende
Slúc
Leben / Regierung und Abſterben . 265
Fluß darzwiſchen ſie gelegen und nur
zwey Thor von Mittag und Mitters
nacht hat, welche Thor und Brücken
vergeblich zu ftúrmen die Könige in
Dånnemarck mehr gekoſtet als 10. der
gröſſern Stådt ihres Kónigreichs, wie
abermals Dlaus M. fchreibet/ und fas
get/daß ſolche Stadt nicht anderſt, als
mit 3. ſtarcken Kriegs- Heeren an drey
unterſchiedlichen Drten als in den Ina
fulen / zu Land und Waſſer belagert
werden kønne. Unter reichen Infuln
Cheplinge von ihm genannt wirdi ſo
eines Armbruſt- Schuſſes weit von der
Stadt gelegen .
Er gedendet auch des Bruncaberg
oder Brunchabergs i auſſerhalb der
Stadt gegen Mitternacht gelegen !
Der von einem Brunchone /des Kös
nigreichs Verråther und ſchåndlichem
Ehebrecher /den Namen hat ; auf wels
chem Sandberg, oder erhöchtem fans
Digen Hügel / viel Fürſten / Edelleut 1
Burger und gemeine Leut / ſcharffe
Kampff zu alten und neuen Zeiten ger
halten haben , von welchen Johannes:
M Mas
266 Der Könige in Dannemard

Magnus in ſein Hiftoriis Gothicis &


Suecicis, zu leſen . Es macht jeßtce
dachter Berg / wie auch die beſagten
Steinfelſen der Stadt daher kein ans
muthigesAusſehen . Man predigt all
hier auch Deutſch und Finnlåndiſch .
Sie iſt die vornehmſte Handelſtadt
im ganzen Kønigreich).Über den Rath
alhie hat der Königliche Stadthalter
zu gebieten , und wann wiclytige Sa:
chen fürfallen ! ſo bringt man folche
vor den Königlichen Rath. Das Kús
nigliche Schloß fagen theilsScriben
teni ſev ein ſtarkes und veſtes Gebắur
in welchem auf die 400. groſſe Stuck
Geſchüß ſeyn follen / liege allernechſt
Waſſer / und habe
am gleichwol trucks
ne Gráben mit Zugbrücken ; und ſcheis
ne unüberwindlich zu feyn / weil die
Mauren lo dick, daß man mit Schief
fen nichts ausrichten könne : Aber die
Stadt ſey von Wercken nicht veſt ; in
den Vorſtädten werde das Vich ges
halten .
Sie haben nichtSecret in den Häus
fern , ſondern man muß anderer Orten i
Seher.
Leben / Regierung und Abſterbeli. 267

Geliehen . So ſeven da keineordentliche


Birthshåuſer , ſondern man kehre bey
brinem Burger ein / und werde unb ein
Beringes wol tractirt ; fere auch das
Stadtbier gut ; Aber das frembde
Setranck von Weiny Meth-un ) Biery
begen der groſſen Zöll , fehr theur .
chadæus part. 3. Sleid . contin. 1.18 .
# 017: ſchreibet, daß Stockholm 80.
Teutſche Meilen von Daniig liese.
Es hat vorhin ein Franciſcaner - Klos
ter allhie gehabt.
Nun folgen die vornehmſten Zufalls
to diere Stadt nach ihrer Erbauung
fehabt hatı als daß An . 1371. Konig
Daquinus aus Morivegen dicfeStadt
and Schlußldarinnen fein Vater Ko
mig Magnus in Schweden von dem
euen Schwediſchen Konig Alberto !
berkugen zu Mecklenburg/ gefangent
kehalten ward ernſtlich belagert ; Áls
iber der beſagte König Magnus mit
eiviſſem Beding luß gelaſſen wurde 1
'le Belagerung wieder aufgehebt hati
velcher König Magnus hernach ers
uncken iſt,
M 2
268 Der Könige in Dannemart

Es hielte Stockholm veſt bey den


gedachten König Alberto, ob er ſchon
Anno 1389. von der Königin Marga
retha in Dånnemarck gefangen wari
und ſtunde deßwegen Anno 1394. ein
ſtarde Belagerung von den Dåhnen
und einen groſſen Hunger aus i biff
von denen von Wiſmar und Roſtoc
entfekt und proviantirt wurden , wie
Rieckmann in der Lübeckiſchen Chros
nick berichtet.
Anno 1407. iſt die gange Stact
vom Wetter ſchier gar abgebronnen.
Es ſeyn dazumalon auch aufdie 1600
Menſchen umbkommen , aber deren
noch mehr ertruncken i als ſich die
Weibs - Perſonen / famt den kleinen
Kindern i auf den Schiffen erretter
wolten ; dieſelbe aber zu ſehr beſchwe
ret worden ſeyn .
An. 1434. war Aufruhr in Schme
den wider die Königl. Beampter und
wurde Stokholm von den Aufrührero
belagert / die ihr Lager auf den obga
Dachten Brunkaberg/ gegen der Stad
über 7 ſchlugen ; aber die Belagerun
wid
Lehen / Regierung und Abſterben . 269
vider auffhuben und anderswo viel
Drt , und unter denſelben das Caſtell

Jiel Schlöſſer zuſtöhrten, /die frembde


Stadthalte verjagte un
r n d an ihre
Statt einheimiſche einſekten. Kinig
Erich war da mahlen in feinem andern
Königreich nemlich Dånnemarck de
/ / r
ſobalden Er ſolches vernahm , ſich in
Schweden begab aber nich lang zu
, t
Stockholm verblieb fonder wieder
, n
Dannemarck kehrte verlaſſend
in i e zu
Stockholm eine Befaßung vo ſech
n s
hundert Mann . Das folgende Fahr
wars Friede zwiſchen ihme und den
Schweden gemacht, aber er / der Rós
nig / hielt wenig von dem , fo er verſpro
Chen hatte ; wie ihme der Dåhniſihe
Écribeiit Ifaac Pontanus felbſten
das Zeugniß giebt. Dahero An. 1436
dielinruhe in Schweden wieder ans
e n
gegangen , und ward von der Aufrühe
rer Obriſten Engelberto die Stadt
Stockholm ( biß auf das Schloß auch
viel andere Drt / erobert ; der aber
bald hernach , ob er wol groſſe Thaten

M 3
ges
270 Der Rönige in Dånnemard
gethan , von Magno Benedicti / de
Benedicti Stenonisious dem Ritter:
ſtand, Sohn umbgebracht worden ifi .
Nach feinem Tod , iſt der Reichs
Marſchall Carolus Canuti , von der
Schweden zu ihrem Fürſten , und des
Reichs Gubernatorn , auch nach des
Königs Chriſtophori, fu dem gedachs
tem Erico fuccediret hatter Abſterben,
zum König erwählt wurden ; der aber
hernach Schweden verlaſſen / und zu
Danßig auf die 7.Jahr lang im Exi
lio gelebt , biß er An. 1463, wieder in
Schweden beruffen / dafelbft im Jaht
1470. geſtorben iſt.Unter welcher Zeit
die Stadt Stockholm fammt dens
Schloß. An. 1458. Den jenigen aufges
ben ward , die esmit dem neuen Dahs
nifeben König Chriſtiano oder Ehri
ftierno I. einem Teutſchen Grafen von
Didenburg / gehalten , wie dann auch
dieſer Chriſtianus darauf in Schwes
den kommen / und zu Muraſten nabend
Upfal zu einem König in Schweden
erilährt, und ferner zu beſagtem Upſi
gecronet worden iſt,
Leben / Regierung und Abfterben . 271
Als aber, wie gemeldt/die Schwe
den ihren vorigen König Carolum wies
Der beruffen /ſo hat nach deſſen Tod bes
fagterChriſtian die Stadt Stockholm
An.1471 . belågert, aber davor groſſen
en gelittenen, und deßwegen
imet Schaben ed ſſ gen
u c h S c hw
v e rla : b e rge die
c
to dar Schweden ihres " gemeldten Königs
Caroli Sdweſter Sohn , Stenunem
oge/2
Sture/ dem Aelterní zum Verwalter
des Königreichsgemacht haben .
Dem König Chriſtian vorgemeldt i
folgete in der Regierung Anno 1481 .
fein Sohn König Johannes/ welcher
im Jahr 1497. Die Stadt Stockholm ,
auch auf obgedachtem Brunckeberg/
oder Brunchonis monte, wie ſein Herr
Vater zu Lander auf der einen Seis
ten aber der Stadti zu Waſſer , mit
vielen Schiffen belagert/ und nach dem
er die Dalecarlen überwunden / ends
Tell
lich diefelber durch Übergab /als der obs
fin
ernannte Steno zu einem Geſpräch zu
Men
ihm aus der Stadt kommen warī ers
ubert hat, und darauf gekröhnet wors
den iſt.
M 4 An
272 Der Könige in Dånnemard

Anno 1501.gab es wieder Unruh in


Schweden , und ſchluge ſich der tapffes
re Held , und Reichs - Rath Cuanto
(den theils einenDſtrogothiſchen Fúrs
ften und des Reichs Marſchalten nen
nen) zumbeſagten Stenone. Kón .Jos
hannes hielte ſichmit ſeiner Gemahlin
Chriſtina, des Churfürſten Ernefti ju
Sachſ. Tochter ( die hernach /wieHelos
vaderus berichtetiAnno 1521. geſtors
ben ) zuStockholm imSchluß auf. Die
Stadt, in welcher ein groſſe Brunſt
entſtanden , eroberte gedachter Stens
bald : aber vor demSchloßlinwelchem
der König beſagte feine Gemahlin
ſchwanger hinterlaſſen , undfich nach
Dånnemarck begeben, muſte er faſt 2.
Jahr zubringen i biß der Hunger alſo
überhand darinnen nahmidaß die Kós
nigin folches aufgeben muſte. Und ift
Steno des 1503.geſtorben , an deſſen
Statt die Schweden den obgedachten
Svantonem zu ihrem Gubernatorn
den 21. Jenner An. 1540. erwählt has
ben ; der Anno 1912. geſtorben / und
iſt ihme ſein Sohn Stens ( von theils
Stes
Leben ! Reaierung und Abfterben . . 373

delle Steno Svante Sohn /von theils aber


Steni Sture der Jünger genannt )
fuccedirt/ welcher mit des beſagten Kids
nigs Johannis Sohn und Nachfol
gerr demKönig Chriſtiano oder Chris
tierno JI. Krieg geführet, und als er
Anno 1520. vermundt worden , bald
T
derauf ſein Leben gelaſſen hat.
&
Hergegen König Chriſtian, ob er
mul Stockholm An. 1518. vergebens
angegriffen, dieſes 20. Jahr , als er die
Stadt an vier Orten belagert gehabti
durch groſſes Verſprechen Tu er ges
thanı den 8. Septembrisi durch Übers
gabifu von des gedachten Stenvnis
Wittib geſcheheni erobert hat. Dar
auff er den 1. Novembris dafelbft ges
crónt/ und zur Mahlzeit die vornehm
ſten Herrn /ſamt demAdel und Stadts
Kath alhie ins Schloß beruffen wors
den . Die erſte 2. Tage brachte man in
groſſer Frølichkeit zu ; am 3ten Tage
ließder König ſiealle in die Gefängniß
werffen, und den 8. Dieſes Wintermos
i nats die jenigen, ſo aufgeſchrieben was
ren , auf dem Marckt der Stadtr aus
Ms. der
274 Der Könige in Dånnemard
dem Schluß führen. Und wurden
am erſten Ericus Johannis | deſſen
Sohn Guſtavus hernach Künig in
Schweden worden folgends zween
Biſchoff zu Stregnesi und Scaren i
ferners die übrige vornehmſte Herren
des Königreichs / fammt dem Štadts
Rath , vor dem Rathhaus und in einer
Summa 70 , oder wie andere berichs
ten 94. auf den ernannten Tag ges
kópift.

Die nachgehende Cåg , mufte das


übrige Volck Bürger i auch Knas
ben i Wittwen und Waiſen /herhals
ten , die man zum theil umbbrachte i
zum theil ausplunderte. Es wurde
auch der Verſtorbenen nicht vers
fchonet / und die toðten Córper erſt
nach dreyen Tagen / aus den Gaf
fenida fie lagen / zuſammen auff den
Marckt getragen und endlich auf
ſerhalb der Stadt verbrandt , und
ihre Afchen zuſtreuet, wiewohl er , der
König ; zuvor, alles , was die Schwes
den wider ſeinen Anherra / ſeinen
Herrn
Leben , Regierung und Hofterben . 275

* Herren Vatern /und ihme ſelbſten vers


wircket/ verziehenlhatte.
Die vorgedachte des Stenonis
Wittib Chriſtinam / ihre Kinder i
und etliche vornehme Frauen bat er
gefangener Weif mit ſich hinweg ge
führet. Siehe des Johannis Magni
23. und 28. Buch feiner Hiſtorien /
und ſeiner Brüdern Dlai Magni
(der/wie er ſchreibt/ damals als die obs
erzehlte Blut - Mahtzeit gehalten
worden , in Stockholm gewefen und
wie es mit Hinrichtung der angedeus
ten Perſonen , und in andern odher ge:
gangen; gegenwärtig geſehen hat) 8 .
- Buch am 39. und 40 Cap.
Als Guſtavus Erici / des obger
Dachten Erici Johannis Sohn / aus:
feiner Verhafftung wunderlich erle:
1.6 digt / mit Hülff der Lübecker in
Schweden wieder kommen , und der
Dalecarler Obriſter worden i fu
hat er Stockholm von dreyen Drs
ten , aber mit Schaden , belagert.
Daher er zum andermal dafür ges
M6
276 Der Kinige in Dånnernard

zogen ! und folche Stadt / nachdem


er Hülff von den Lübeckern und Dan
zigern bekommen Anno 1522. an vier
Drten angegriffen , da fich endlich das
fulgende 23 Jahr den 21. Junii 7 die
Dåhniſche Berakung darinn ergeben
hat / wie Chytræus und aus ihm Cal
viſius berichten , da die Stadt den
Geſchickten oderGeſandten von Lübeck
aufgegeben und ihnen die Stadts
Schlüſſel úberantwortet worden , wels
che ſie dem JuftuffJuſtavs Erichſeni
hernach König zugeſtellt.
Es iſt aberdieſer Guftavusim bes
fagten 23. Jahr, noch vor Eroberung
Stockholm i allbereit offentlich zum
Konig erklårt worden ; wierdol er ſich
erſt Anno 28. hat cröhnen laſſen , un
unterdeſſen etlichmal den Stånden
das Königreich wieder aufgeben und
allein die Ünkoften , die er zu deſſen Ers
1 oberung aufgewandt , ihme gutzumas
Men begehrt hat/ wie abermals Chy,
træus meldet.
Anno 1568.haben des offtgedachten
Königs Guftavi 2, iángereSöhne 7
gos
Leben / Regierung und Hbfterben . 27
Johannes Herzog in Finnland i un
Carolus Hertogin Sudermannie
ihren áltern Bruder / König Eriche
allhie belagert , und ward ihnen di
Stadt aufgeben , und befagter König
Erich ewig gefangen gehalten i ſeir
Bruder obgemeldter Johannes aber
zum König erklåret. Nicol. Heldva
berus/ aus dem Herkugthum Schleß
wick bürtig, ſchreibet unter andern /das
gemeldter Kinig Erich An . 68. den 4
Julii/feine Concubin Catharinam ei
nes Trabanten Tochter , ihmeallhie zu
Stockholm durch Den Biſchoff von
1Ipfali zur Ehe gegeben , und zur Ko
nigin crónen laſſen : ſeine beede Brús
1 der aber hatten ſich etliche Tag zupur
4 nach Wadſtein begeben zu , denen / den
19. Auguſti,das wider ſie ausgeſchicks
te Kriegsvolck gefallen dar
, auf ſie den
17. Septembris für Stockholm ges
ruckt / denen man den begehrten Dbris
ften Secretarium , Georgen Perfon 1
auf des Königs Erici Zulaſſung/ bers
aus geliefert, und die Stadt ſelbſt den
22. diß ( andere fagen auf Dichaelis
M 7 Tag )
278 Der Könige in Dannemart

Tag) aufgegeben und fey hernach den


deşten Septembris Herkog Joannes
in Finnland da eingezogen / füreinen
König ausgeruffen /Ericus aber mit
Teines Catharina / exftlich in einem
Gemach im Schloß gefänglichgehals
ten worden : darauf König Johannes
Geſandtenin Dånnemarok / Frieden
zu tractirent geſdickt habe.
Anno 1625 zu Ausgang des Sepi
tembris /feyn alhie über hundert Haus
fer abgebronnen . Alſo hat das Feuer
im Brachmonat des 1640. Jahrs /
alda in die 250. Häufer hinweg ges
nommen . Aber genug von der Stadt
Stockholm
An den Ufern Meletis in Sader
mannia gegen Mittage liegen die
Stådte Detgoi Stregnes i der Bis
ſchuffliche Siß , und das Schloß
Griphisholm : das fürnehme Schloß
Drebo aber iſt in Nericia gelegen.Ges
genDccident ligt die Landſchaft Weſte
mannia / und an dem See die Städte
Aruſia ( bey welcher ein folch fürtreff
lich Silber wird gegraben, daß je aus
defe
Seben / Regierung und Abfterben . 279

deſſelbigen 30. Marcken ein Marck


Göld gebracht werden kan ) und Arbus
11 ga.
2 Jtem etwas bas von dannen ge
gen des Sommers Niedergang/die
M Dalia Dccidua
/ Eoa und Solies
Dalia von dem See Sulice alſo ges
nannt: welche drey Provinzen mit
ſamt den gróften Theil der Provincia
rum montanarum dem Saroſienſer
Biſchoff untergeben ſind ; dafelbſt hat
es auch viel Berggruben / welche ſich
gegen Aufgang biß an den Dſterfee
den Helſingier und Gioſtlenſer Schobl
und gleichfalls gegen Niedergang
durch Wermeland zu dem Occidenta
liſchen Meer erſtreden / und faſt nire
gend geſucht und gegraben werden , da
ſie nicht etwas von Silber, Kupffer i
Blevi Eiſen i Stahl oder Schwefel
von ſich geben .

An Opland gegen Mitternacht


liegt die Proving Geftricia / nachs
mals Helſingia . Zum dritten Mito
telpadia / etwas mehr hinaus Ana
germannia gegen Mitternacht und
Mits
280 Der Koniae in Dåunerard

Mittag . Und wiederumb mehrer


hinter Mort- Botnia welche in Weſts
Butniniam und Oſt - Butniam unters
fchieden , und ſich nach der Långe ſehr
weit ausſtrecken
Gegen Mitternacht aber ſind Scrics
finnia Lapponia und Biarmia gelegen
Dieſer eigenen und uralten Provinsen
des Schwediſchen Königreichs mehs
rern und gröſten Theil fundert der
Schoß, der ſich aus dem Dfter - Cee
Atracks Wegs gegen Mitternacht und
Toronia, und ferner über den Circu
lum Areticum erſtrecket, von Finns
land / der groſſen und weitläufſtigen
Peninſel ab /deſſen Spißen dieInſulx
Alandiæ , und der Biſchoffliche Six
Abo gegen Mittag, und Wiburg ges
gen Mitternacht innen haben .
Finnland wird in feine Theil gegen
Mittag und Mitternacht unterſchies
den, zu welchen die Ober- und linters
Natagundiai Savolofia und Tavas
ſtia /als des Finnlands weite und brein
te Stucke geboren. Senſeit des Schuſ,
fes in Finnland liegt die Proving Cos
rel ,
Seben / Regierung und Abſterben . 281
i tellia , deren Hauptſtadte Herholm os
Der fierholm ſeyn mag : und gegen
Mittag Wotichonin /in deren der Aus
5 gang des Fluiſes Novati, fo an Nos
pogandiam oder Neugarden rührt 1
& welchen Fluß die Gnwohner Ny nen
21 nen / geſehen wird . Uber oder jenſeit
Copora liegt Ingria, deffen Schloß
Famagrod und Solonſeja mit feinem
reften Schluß gvanogrod gegen
Narva úber .
Nechft an dieſen , an der Seiten ge
gen Mittag/ſind der Eſthonum Liefáns
diſche Provingen , die von Narva an
biß ger Revaliam und Pernvviam rei
chen / als Alantacia , deffen Nerva
Witia ,in deren Weſemberga , Wi
chia, darinnen Habfai ein Biſchoffli
cher Siß und Wohnung iſt ;und dann
Die Inful Dageni welche Landſchafft
jenſeit des Schloſſes in Finnland faſt
alleſammt von König Johann dieſes
Namens dem Dritten / im Jahr nach
Chriſti Geburt 1581. zu dem Schwes
diſchen Künigreich ſind gebracht wors

54 den , als ſich nemlich Revalia im


Fabr
Der Könige inDannemard

Jahr 1561. Erico dem König ia


Schweden ſelbſtergeben .
Der Fiſchreichen Waſſer und
Bächlein hat Schweden eine groffe
Meng / von fliefſenden Waſſerm aber
funderlich die Lufen und Dalecarliam .
Das Land ſelbſt iſt rauh, allenthalben
mit Bergen erhoben und vollerWald .
Die Ennwohner ſind eines theils
geiſtlich/ theils aber weltlich und uns
ter den weltlichen die von Adel und das
gemeine Volck. Unter denen vom
Adel ſind die Ritter die höchſte und für
nehmſtel als welche der König zu fola
chen Ehren erhebt.
Die Præfecturæ und Vogteyen
werden allein von Einheimiſchen vers
waltet / und wann man ſie | Die
Schweden i gegen die Teutſchen hålti
ſu ſind ſie zwar denſelbigē an Höfligkeit
nicht gleich , jedoch an Fleiß und Vers
ſtand überlegen , fintemal faft ein jeder
Bauer unter ihnen ſich in die Artes
Mechanicas oder kunjtreiche Sands
wercker zu fchicken weiß. Aber gnug
von Befebreibung des Königreichs
Save
Leben / Regierung und abfterben . 283

Schweden , wir kehren uns wieder


zum König Harald, der lieſſe ſich als
er von ſeines Vaters Guttlachs Code
Zeitung bekommen / zum König in
Dånnemarck crohnen und regiers
te friedlich biß umbs Gahr CHriſti
5.20. in welchem er mit Tode abs
e gienge.

Esfitd .

hinterlieffe Kónig Harald feis


nen Sohn Eskild, der gleich nach
Abſterben des Vaters den Dåhni
fchen Königs Thron beſchritte. Dies
ſer hat dem Kunig Arthur in Britans
nien Hülffe gethan/ wider Lucium Ti
| berium , einen Römiſchen Kriegs - D
briſten / welchen dieſe beyde Kønige
mit ihrer Macht tapffer:müthig er
Leget.

Ale aber hernach König Eskild


neben Arthurn abermals wider Mus
dredum Krieg führte wurde
?
284 Der Suniae in Dannemart

er überwunden / und nebenft König


Arthurn A. C. 542. niedergebauen i
alſo daß er ſein Leben auf der Wahls
ftatt Heldenmáffig beſchloſſe.

Wermundus .

D Em tapffern König Eskild folgte


in der Dåhniſchen Regierung
Wermundus / der bat der Longobars
den Kónig Alboino Hülffe zugeſchis
det / da er ſich aus Hungarn nach g
tatien begeben wolte darnach führte er
Kriege mit dem Könige Malgo in
Britannien; und ſtarb umb das Sabre
Chriſti 620.

Dmundus .

ónig Wermund machte noch hey


ſeinen Lebenszeiten feinen Coon
zum König in Dånneinark/der bekriega
te Frießlandı bezwang esi nahme den
Radbod alda gefangen, und fekte ſeiz
nen Sohn Ingo daſelbſt zum Königer
der übte grauſame Tyranney im Lane
der verfolgte und plagte die Chriſteni
und
Leben / Regierung und Abfterben . 285

und wie er nach 5.Jahren mit Tode


den
TO abgegangen, lieſſe König Omund
Radbud aus dem Gefängnis wieder
loß, und übergabe ihm ſein Königreich
aufs neue, doch mitdem Beding, daß
er ihmjáhrlich Schakung geben ſolte .
Dieſer zuge hernach in Francken /
Agerſtohrte im Grund die ſchöne Kirche
* S. Thomæ/ welche Dagobertus hatte
aufbauen laſſen / und erwürgete viel
Bifchoffe und Lehrer in Frieſland.
Er wurde von dem H. Wolfframo
ſu ferne gebracht, daß er geſinnetgewes
ſen /die H. Tauffe anzunehmen. Wie es
aber ſchon den einen Fuß ins Waſſer
geſeketí und auf ſeine Frage,wo ſeine
Vurs Våteriſo alle Heydniſch geſtors
ben ? ihme geantwortet wurden daß
ſie ohne Zweiffel alle zur Hóllen wåren
fahren, da hat er ſeinen Fuß wieder
aus dem Waſſer gezogen und / fürge
geben /daß ers mit dem gröffeſten Hauf
fen wolte balten . Und berichtet man /
Daß ſolches bey derSchapskuhlen auf
Heiligland foüe geſchehen feyn . Er iſt
aber kurk hernach aus gerechtem Ges
richs
285 Der Könige in Dannemarie

richtige GOttes in ein dreptågig Fie


be gefallen , hat an Kräfften abges
nommen , iſt in groſſen Schrecken ges
rathen /und endlich 4. C. 718.jåmmers
lich verſchieden . König Dmund aber
ſtarb An. C. 686. Nun kommen wpir
wieder auf unſere vorige Drdnung,

XLIX .

Biorno.

Tufden König Omund ſulle Biors


no in die Däniſche Regierung ges
treten fein ; von diefem melden die
Geſchichten faſt gar nichts / ohne daß
ſie ihn mit Namen nennen / und bes
richten oben hin , er ſeyeDen Longobar:
den in Teutſchland, da ſie ſich vom
Ringo abgekehret 7 zugezogen / indeme
fie biß an Magdeburg alle Länder /
Stådt / und Dörffererobert und vers
wüſtet. Er ſollte auch mit König Erich
ſchwere Kriege geführet haben , und ges
ſtorben ſein An. 700.
Nach ihme ſebzen etliche den Kinig
Balder und berichten , er ſey ein frums
mer
entale

BIORNO

Crateršie RegierungAC694
führte Kriege und Schweden
Starb. A.C - 700 ,
87 ,

HARALDUS , IV ,

Tratin Sie
RegierứngA.C700
Jerübte nichts Lobwürdiges
Sfarb . A.C.794 .
Leben / Regierung und Abfferbell. 287

ner aufrichtiger Regent geweſen /weſe


oegen ihn auch die Teutſchen Edelbals
er ſollen genennet haben . Dieſer hat
en heiligen Lehrer Venefridum Bus
vifaciumin Frießland trefflich geliebet
Der ihme ein Büchlein , neben etlichen
Epiſteln zugeſchrieben . Dieſer Bus
nifacius iſt hernach darumb , daß er
Das Brodi ſu ihm ein Bauer boßhaffs
tig verfageti in einen Stein hat ver
wandelt, von den Frieſen bey Dockum
getödtet worden , und wird der von ih
me genannte Brunn auf dem Kirch
hof zu Dockum in Weſt- Frieſland
noch heutiges Tages gezeiget. König
Balder folle geſtorben feyn / Anno
7.06 .

L.

Harald v .

8 Ndere Scribenten laſſen diefent


Balder gar aus und bericyteni es
habe Harald | Biorns Sohni gleich
nach ſencin Vater angefangen zu re

gieren
288 DerKönige in Dånnemard
gieren , und durch ſeine Frömmig-
uni
Gútigkeit fich trefflich bey den Dåhe
neu beliebt gemachet. Er ſolle den Ko
nig Förild in Schweden entleibet /und
folcher Geſtalt folch Königreich abers
mals dem Dåhniſchen Reich einverlein
bet haben . Er ſtarb 4. C. 714 .

LI.

Gormo .

Tuf den ſtreitbaren Harald , folgte


der weiſe und ſcharffſinnige Konig
Gormo / ſein hinterlaſſner Sohn , der
hatte mehr Luſt zur Erfindung herrlis
cher Kúnſte und Wiffenfchafften 1 als
zum Krieg. Er hatte durch ſeinen hos
hen Verſtand ihme vorgenommen , die
natürlichen Dinge zu ergründen , und
dardurch ſich weltberühmt zu machen .
Als er nun, zum Behuff deſfeni ein
ſonderbares Verlangen truger die
Mitternächtiſchen Länder zu beſuchen !
nahme er 300. Perſonen mit ſich , wels
che gleiche Begierde hatten i dieſer
Derter Beſchaffenheit zu erkundigen i
unter
1)

GORM
O

rat in dieRegierungAC754
Barein Klügezúns Friedfer.
figezHerr Starb A. C.764
.
Leben / Regierung und Abfterben . 289

inter denen ware Torkillus der vor


ielymſte / der als ein weitgereiſter
Mann von trefflicher Erfalyrung
roare .

Wie ſie nun råmtlich ſich auf das


unbekannte Meer begeben , kamen fie
Anfangs gen Halogien , von dennen
ſie in das euferſte Biarmien geſchiffet.
Nach dieſem haben ſie ihre Reiſe weis
ter fortgefegt, und die ungeheuren Rice
fen Guthmunden und Geruthen anges
troffen , auc , viel abſcheuliche Meer
munder zu Geſichte bekommen .

Als ſie ſolche tapffermůhtig übers


wunden , haben ſie reiche Schåße übers
kommen , und ſind leßlich Konig Gore
no und Thorillus i mie ſie viet und
nancherley Ungemach ausgeſtanden .
uchy den meiſtentheil ihrer Reißgefers
en verlohren / wieder in Dånnemarck
ingelanget. Es iſt hernach ein Gies
hrey vonihnen entſtanden ,als hätten
e der Höllen Abgrund gefunden .
Zeit tvåhrender feiner Regierung !
atſtunde Anno 733. den 15. Auguſti
N
290 Drenige in D&unemark

um 3. lihr Nachmittag eine erſchród


liche Connen - Finſterniß, alſo daß die
Cunne mit einem ſchwarzen Schild
gang völlig bedecket wurde . Hierdurd
wurde er abermals verurſachet/ ſeinen
Torkield auszuſenden , um die Lirfach
folcher / wie auch anderer Dinge mehr
zu erfundigen und zu erfahren / als
neinlich von der Scelen Zuſtand und
Gelegenheit, von ſeinem Gott/ den
angeruffen und geehret, ingleichen was
vor cine Herberge ſeiner Seclen nach
dieſem Leben bereitet wåre ; der ihmir
feiner W derkunfft fehr ſchlechten Be.
ſcheid brachte, worauf er von abfiyeu
lichen Geſpenſtern åmnerlidy crfchre
cet ſeinen Geiſt aufgabe An . C.764
er so. Jahr regieret hatte .
als
Bei dieks Kiniges Regierung her
S: Wilbad aus Engelland anfänglich
von dem Chriſtlichen Glauben unt
Religion in Dånnemard Zeitung ger
bracht/ und geprediget, ob man gleich
damahls an Chriſtum nicht glauben
noch die Chriſtliche Lehre annehmen
wollen ,
LII
91 ,

SIGFRID
US

ratindie Regiezaing A.C.364.


hatte zu : Gemalin Bera ,
Des
Sächſiſchen Königs Wittekinds
tochtes Starb AC.465,
}
Seben / Regierung und Abfferben . 397
LII,

Siegfridus.
Ween Söhne hinterlieſſe König
Gormu , als er dieſer Welt gute
Nacht gaber nemlich Siegfriden und
Guthrichen . Fenerı nemlich Siegfridi
wird von den meiſten Dåhniſchen
Scribenten gar überg ingen / weil er
gar kurke Zeit geherrſchet. Es hatte
König Wittekind ſeine Tochter Gerä
jur Gemahlin / dannenhero er dieſen
ſeinem Eydam treffliche Hülffe leiſten
vulte, wider Kåyfer Carln den Groſo
rend der denſelben mit Krieg überzogens
im ihn zum Chriſtlichen Glauben zu
sringen ,welches auch leßlich geſchahe.
Rönig Siegfried aber regierte gar
Zeit / nemlich nicht viel über ein
urze
Šahri und ſtarb A. C. 165 .
LIII.

Gothrich .

Ach König SiegfridsTodellame


fein jüngerer BruderGothrichzur
N2 Dálya
292 Der Könige in Dannemard

Dáhniſchen Regierung ; dieſer beka


me durch ſeine fiegreiche Waffen und
.lóblice Regierung einen preifwürdi
gen Namen ; die Sachſen machten
fich ihme unterwürffig, alſo daß ſie ih
mé jährlich bundert weiſſePferdezum
Tribut reichen muſten . So wurden
auch die Friefen von ihme aufs neue
unter feine Botmåſſigkeit gebracht.
Als auch Käyſer Carl denen Sach
fen durch ſchwere Kriege zufekte/ kamd
König Go... ich ihnen jederzeit mit fer
nen Dåhnen zu erwüntfchter Hülffe
und gabe nicht geringe Urſache 7 daf
die Sachyfen zum offtern vom Käyſen
Carln , der ſie albereit bezwungen hat
te/ wieder abficlen . Wie auc,eins
mals gans Sachſen -Land faſt von be
ſagtem Käyfervóllig überwunden wor
den / und er in Stalien gezogen / kam
KönigGothrich mit einer anſehnlichen
Armee in Sachſen an /ſchluge die kåy
ſerlichen Völcker/undrichtete das Hey
denthum wieder aufs neue an .
Abbas Stadienſis /und anderernen
men dieſen König Gottfried, Punta
пи
GOTRI
CUS
Bratindie Regiezãng A.C.465 .
Sezwangdré Sachſen
und Schupe,
Sen Ward von einem eignen Tra
bantenimgebracht A C.809,
Leben / Regierung und Abfterben . 293

nus heiſſet ihn des Teutſchlandes ges


gen Mitternacht ſehr mächtigen Kos
nig , der über die Dähnen Gothen
Norwegen u . a . m . ge errſchet/ und
geſagt hat : Ihme achóre von Rechts
wegen das Deutſchland / er ſey ein recha
ter Teutfcher / und ein uralter König
Teutſchlandes , der über die våterliche
Diſciplın ſteiff und unwandelbar ges
halten , die altvåterlichen Götter ,
auch dieGrången und Sitten der Seir
nigen , nie verlaſſen habe ; Cari aber
wäre einer / fo aus dem Geſchirr ges
fchlagen reye.
Ja es hat dieſer König dem Käyfer
Carin einen Zweytampff angeboten /
welder aber nicht vor fich gegangen .
Seine ſieghaffte Waffen hat er biß an
den Rhein zur Schau herum getragen .
Mit Biorn III. Kiinig in Schweden
aber ſehr unglücklich getroffen . Er ſoul
bernach, von ſeinen eignen Trabanten
meichelmorderiſcher Weiſe ſeyn ers
ſchlagen worden An. C. 809. als er
45. Jahr regieret
batte.
N 3 LIV
rd
Der Könige in Dannema
394
LIV .

Olaus 11 .
hs
( Ls Käyſer Carl König Gothric
Dod vernommen , fol er vor grol
gen feyn u
/ n
d
fen Freuden aufgeſprun
frey heraus bekennet haben / eg håtte
ihme nichts frolichers noch glückfelis
sers begegnen können . Es fulgte im
Dåhniſchen Reich und deſſen Regies
rung Dlaus III . der ſeine gróſte Sorge
feyn liefſel wie er ſeines Vaters Tod
rachen möchte und indem er damit ums
gienge i gerieth alles in einheimiſch
i ?nruhe und Empórung/ alfo daß ihme
felbſt ſehr hart zugefeget wurde, worůs
ber er in folche Angſt geriethe ! Daß er
in eine tódtliche Kranckheit fieler und
in derſelben ſeinen Geiſt aufgabe I als
er kaum ein Jahr regieret hatte / An .
0.810 . Sein leichnam folle bey Ledre

begraben liegen .
niges ird eder on L
Dieſeski w w v A
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bert Abba e Stadenf noch auch den
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Frånckiſch Beit - Beſchrei ges
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Re . 810.

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ibe
dat
1
0

Leben Reaierunaunt Xufferten . 295
daciti jondern nur bloß gemeldet i es
babe Hemmingus dem König Gotrich
nadigefolget,

LV .

Hemmingius.

Bon dieſem Könige Hemming


wird gemeldet /er fey Sie sfridsi
König Gotrichs Brudern Sohn ges.
wefen . Er lieffe ihme höchſt eiferig ans
gelegen ſeyninit Käyſer Ludwigen Fries
den zumad )en An. Chr. 811. wie dann
auch geſchahe , dann im Frůhiing Dis
beſagten Jahrs kamen zeben Frånckis
ſche Grafen Walach / Burchard , Abi
bol Dſtdach / Wigman / Uniroch, udur
Egbert / Theoderich und Sigman deß.
wegen zuſammen / und waren auf der
Dáhnen Seiten 10. bornehme von 4.
del gleichfalls zugegen alsDffrediDur .
dinculorWarſten /Suvonir Urner D6.
ferd / Heiligon, Dfferd von Schonew ,
Ebbe u. Aageineben des Königes Hem .
mingi beeden Brüdern i als Azer und
Aaga. Dieſe waren beyſammen über
N 4 Dem
Der Snige in Dånnemard

dem Waſſer Egdora, undmachten die


Ccheide alſo , daß Levenfow und die
Eider Dånnemarck von des Käyfers
Ländern und Gebiethe ſcheiden folter
und bekräfftigten den Frieben mit Eid
und Pflicht/ und Siegel. Er half hers
nach die Stadt Vineck zerſtören , und
ſtarb nach zwen jähriger Regierung
A. C.812.
Zu dieſer Zeit predigte auchWilhars
dus /oder Willadus in.Dänemarkvon
Chriſto der Welt Heiland ; Es wurde
ihm aber kein Gebór gegeben ,ſondern
man fchaffet ihn ſchimpfflich hinweg.
Vom Leben / Wandel und Dude dieſes :
beiligen Mannes hat der Päpſtiſche
Scribent Surius folgendes aufges
zeichnet : Als Willehavus ( ſagt er )
der würdige Prieſter aus Britannia
majori geboren und in geiſtlicher Diſ
ciplin wol unterrichtet, hørete/ daß die
Frießländer, fo mit heidniſchen Gres
thumen noch zur Zeit verſtrickt und
behaft ein herßlich Begierd u . ſtardes
Verlangen hatten nach dem Geheime
miſſen des Chriſtlichen allein feligma
chens
Leben/ Regierung und Abferbeu .
297
dhjenden Catholiſchen Glaubenso wird
wer/ durch groſſen Eifer engercißt! bes
a wegt/ fleißig nachzuforſchen , auf weis
de Weißi Mittel und Weg er móchte
zu dem Volck kommen . Dieſer Geiſt
.
i iche Eifer des Heils vieler Seclin
wuchſe und mehrete ſich durch Anrcs
gung des H. Geiftes in ihm von Tag
zu Tag/ und triebe ihn fort/ daß er hins
s gienge zum Engellán iſchen Linia A
Laginto giebt ihm vifentlich zu erkens
#nen feinen Eifer und Fúrnehmen / bit
tet und begehret darneben/ daß ilm
mit feinVeer rwilligung méchte ges
ftattet werden / zu den Frieffen zu ziehen
und ihnen das heilſame lebendige
Wort Gottes zu predigen .
Der König ſpührte und merckte
gnugſam den H. Willen und guten
Firfaß des frommen Prieſters/ bcrufft
ein gute Anzahl deren Biſchofen und
DienernGot
tes zu fich befihlt ihm aus
deren aller Meinungi Verivilligung
und Gutdúncken zu demſelben Vold
zu ziet en / und ihnen das Wort Gots
fes getroft zu verkündigen .
1
NS
All
ard
198 Der Ridnige in Dannem
alſo kam der Mann GOttes mit
Freuden an das Meer ſchiffete darů.
' beri kame in Frießland an einen Ort
Dockingen genannt , alda zuvor der
SH. Bonifacius mit der Marter gecrónt
worden / von deffen Predigten viel Leut
dafelbſt im Catholiſchen Glauben un .
terrichtetidie ChriftlicheRömiſche Res
ligion angenommen gehabt , deren
Urſachen halben Willebadus auda
und von ihnen ehrlich empfangen / und
würdiglich aufgenommen ward / bliebe
auch eine gute lange Zeit bey ihnen /lela
rete ſie die Göttliche himmliſche Géo
heimnuffen alſo daß auch ihrer viel von
Adél ihre Kinder unter feine Diſciplin
und Zucht gaben 7 und ihrer einegrofje
Anzahl vom Frathum auf den Weg
der Warheit geleitet und geführeti
durch ſeine heirame Predigt unterricly.
tet , mit der H.Sauffegewaſchen und
gereiniget worden .
Von dannen ziehet und berruder
der H. Mann fort 1 begiebt und macht
fid über den Waſher Flug Launicar
tommnt gen Hugmard /und als dafelb .
. fren
Leben /Regierung und Abffersen .
299
ſten die gnntoohner vom faliden Gs.
ONE
Bendien zur Ehr des wahren einigen
Lebendigen Gottes bekehret/werden die .
Or1
felben ergrimmet und beffrig erbittert /

Tchrnen und rieffen , man fol folchen


gottlofen Menfdzen alſobald umbrins

gen und todtfchlagen/doch waren unter


ihnen etliche Beſcheidene
fern Menung , die gabeun einn
dı ma
n für er be
fofa
r
le nad) La nd s- Ge br au ch da s Lo k we rço
fenrob der Mann felle
odernicht i aber durcge tó tt
h GOdt esweEd
et rden
ie
leh
ung traffe ihn das Loß nicht , darum
lieſſa fie ihn frey / ledig und los davon
i ziehn . Alſo verließ er fier und kam
gen Drenten / allda ihrer viel durch
Chriſtlichen
2 fein Predigt bekehrt / den
Gluben angenomment und von ihm
gaufft find worden .

Ceine Diſcipul und Junger unters


stunden ſich ausGöttlicherLiebe,die abe
jottiſche Dempel einzureiſſen und nier
er zu werffen /jolches verdroß die Bars
arif. Aberglaubigemachtig úbel,wote
n ſie codten und umbringen ; Dery .
N 6
Wil
Der Roniae in Dannemard
300
Willebadus ward dazumal mit Průs
geln und Stecken mit vielen Streis
then geſchlagen, darum er blaueMåhs
lerbekommen ; Einer aus ihnen laufft
mit ausgezogener bloſſer Wehr auf
ibn / vermeinte dem H. Mann das
Haupt abzuhauen / aber er hatte ein
Kiftlein von Heiligthum und Reliquiē
am Hals hangen , alſo traf der ſtreich ,
fo ihin ins Haupt gerichtet, in Theil
bes Binde 1 an welchem das Kiſtlein
hienge und verlegte ihn im geringſten
nicht, ob welchem Miracul und Buna
derzeichen , die linglaubigen alv ers
fehrocken , daß fie ihn mit feinen šůns
gern frey unverlegt und unbefchóiget
von ſich gehen laſſen . chfte
Als der unüberwindli Kong in
Franckreich Carolus fein gut Gericht
hørete , machte er ihm ein Herßi uni
fårckte ihn , die Chriftliche Religion zu
ermeitern , beſorgte ſich aber, er möchte
wegen der empfangenen Schmach
Kleinmüthig und verzagt werden , und
vom Predigampt ablaſſen . Daraul
begab er ſich gen Wigmoden , bauen
De
r
Leben / Regierung iind Abfterben. 301
In daſelbſt Kirchen und Clauſen , unters
te richtete das Volck gang freudig mit
der heilſamen Lehr. Im Jahr 78 ,
verhieſſen alle Frieſlander gerings um
14 und um gelegen , den Chriſtl. Catholi
fchen Glauben anzunehmen.
Aber im dritten Jahr darnach , bers
ſamlete WedekindusHertog in Sacha
EN Ten ein groſſes Kriegsheer / widerfekte
ſich dem Franckreichiſ. König Caros
26 lo i begunte die Chriſten grauſam zu
# verfolgen / und aus feinen Landen zu
in vertreiben. Wie folches der Mann
3 Gottes Willebardus höret, begiebt er
V fich gen Ultriufti allda er kaum und mit
Noth der zuſtehenden Gefahr und
Verfolgung entgehen möchte. Zug von
Dannen gen Rom , und als er durch des
H. Pabſts Adetani Sráſtung erquis
deti kehret er mit Freuden wieder in
Franckreich, auf der Reiß zubricht ihm
fein hölkerne Schüſſelwird aber bald
7 durch Verdienſt wieder ergånget.Kam
11 alſo auf den Befelch
, Königs Carolt
wiederum gen Weigmoden predigte
w gang ſtreng offentlich den Chriſtlichen
N 7 Glaua
302 Der Könige in Dannemard

Glauben /ridytete wiederum auf die vere


wüſtete und eingeworffene Kirdy.
GOtt der åümådtige ſtunde ihm
bey , undhaiffe ſeinem Fleiß, daß nocy
Daſſelbige Jahr die Frieſlånder den
Chriſtlichen Catholiſchen Glauben /von
dem ſie abgefallen /wieder angenomen.
ga Wetekindus / ſo ein Anftiffter alles
Unglücks und Ubels war / unterwarff
fich ſelbſt König Carolo , und empfieng
die Gnadeder H. Lauffe. Nachmals
wie König Carolus zu Worins warı
ließ er den Diener GOttes Widebar
dumjum Biſchoff conſeeriren / mephen
und ordnen , welches geſcheben den 13.
Lag Julii / und unterwarffe feinent
Biſthum Wigmoðiami Häras i Ui .
triuſtri i Aftergam / Wangam und
Noerden .
Alſo iſt der H.Willehadus der erſte
Biſchoff daſelbſt worden hat ſich in
folcher ſeiner Biſchofflichen Regierung
gar gottfellg ! wol und andächtigges
halten und ſeine Tugend aufmanchere
tey Weis gemehret. Als er aber Leibsa
Sømachheit hatben ſehr unvermögs
Seben / Regierung und Abfterben . 303

- Tidy/ befable ihme Pabit Hadrianus


= Fiſch zu eſſen , deren erzuvorwegen der
Abſtinenzi und des Abbruchs nicht gera
fen. Er hielt das Amt der Heil. Meß
mit groſſer Reu und Andachiilare dars
zu noch wol auch zween oder drey Pfal.
men /jierte und ſchmückte feine Lehr ge.
waltig höflich i beſtåtigte mit ſeinem
Erempel i was er mitdem Mund prea
digte : bauete zu Bremen cine fchöne
Kirch / weyhete ſie am erſten Tag des
Wintermonats an einem Sonntag !
zu der Ehre unters HErrn Jeſu Chris
fti und des H. Apoſtels Petriifeßte und
ordinirte dahin in dieſelbige Stadt ſeio
nen Biſchofflichen Stuhl.

Endlich und als er ſein ganges Biss


thum mit groſſer Mühl Sorg Gotts
ſeligkeit zum offtern viſitirt/ beſucht und
durchzogen /kommt er in ein Drt i Bles
den - See genannt, allda ibn ein hefftis
ges higiges Fieber Angriffe i daß er ben
8. Tag des Wintermonats im Friede
des H & rin Chriſti entſchlieffer das ans
Dachtige Volck kam an allen Orten
304 Der Köniae in Dånneniart

und Enden zu ſeiner Begräbniß zuges


lauffen und beleitete ihren Vater und
Lehrermit Pſalmen und Lobgeſängen
gen Bremen in die Kirchen / welche er
Felbſten auferbauct/ und begrabendars
innen ſeinen H. Córper. Im Bres
mer Biſthum hat er gefeſſen , nach ſeis
ner Ordination zwey Jahe imd drey
Monatı geprediget den Frieſländern
und Sachſen nach der Marter des H.
Bonifacii durchaus 35. Jahr. Bif
hieher Surius . Nun fahren wir wis
der in unſerer ordinari Materi ført.

LVI.

Sivardus 11.

iind
LVII.

Ring 11.

AchKönig Hemmings Todel res


gterteCivard is oder Sigfridik .
Gothrichs Schweſter Sohnin Dáns
nemarak
• 304 ,

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per Jütla

nd
RINGO IL
Tratinsie segrezúngA C854
SardewürgefAC 817 as Er
Schonerulo Seeland überzogen .
Leben / Regierung und Adfterben . 305
ind Ringor Konigs Dlai III.Sohni
u Jütland / beyde tapffere und heros
ſche Kriegs - Helden . Als Konig Sis
sard auſſerhalb Landes fein Glück und
Macht wolte verſuchen ; unterſtunde
jich fein Vetter Ringo indeſſen auch
Schonen und Seeland ihme unters
würffig zu machen , ja es war an demer
daß er die Seeländer bezwungen hátter
Du nicht König Sivard mit ſeinem
Kriegsheer eben zu rechter Zeitwäre
jurücke gelanget, und ſeinem Widers
part eine Schlacht geliefert,in welcher
er zwar obſiegete/und denKonig Ringo
erfchlugerer ſelbſt aber bald hernach an
ſeinen Wunden den Geiſt aufgabe/ im
Jahr Chriſti 812. als er's Fahrregies
ret hatte. Hier habe ich Gelegenheiti
etwas von Seeland, als dem faft vors
nehmſten Theil des Königreichis Dån
nemarck/ zu melden .
Es liegt aber die berühmte Dåhnis
ſche Inſul Seeland von Fúnen gegen
Dem Morgen über 1 ſie wird vor eine
son den gråſten und luſtigſten Infuln
les Königreichs Dånnemarck gehaltej
man
306 Der Könige in Dimemart

man ſchåßt ſie achtzehen TeutſcheMeto


ten lang und zwölff brett. Heutigs .
Sags hat ſie dreyzehn fürnehme Stás 1.0
dte i nehmlich Coppenhagen oder Kior el
©
benhaven, Helſingorr Roſchild Ringe
fedt foagi, Neſtved 1 Kalundburg
Schlagenruby Preſto / Schlageli Lora
für i Schelskór i Holbekan ; hierbey
Ian auch gefüget werden die Stadt
Stega / in der angrengenden Sinful
Monaj Item Nikšping im Land Dras
eksholm gelegen ;auch mag mansis
burg darzu thun i ſo vor dieſem ſehr beo
rühmt geweſen und hat mitten im See
in Seeland gelegen i iſt aber jego gar
verſtóbret.
Bey dieſer Gelegenbeit muß man
auch Lethra gedencken ,welches ein Drt
in Seeland iſt , den Saro ſo offtmals
rühmt / und nennet ihn die vortreffiide
StadrLethra. Dann zur ZeitChrifto.
phori des erſten Dähniſchen Konigsliſt
An . Chr. 1256. hart bey der Bruce
zulethra ein ſehr großeFeldſchlacht ge .
ſchehen , da der König Felber das Heer
geführt. Es fou ſtrads Meldung ges.
Tches
Leben / Regierung und Plüfterben . 309

#m Tchehen , von den Städten und Könige


lichen Schlöſſern, deren ſehr viel nahe
bey den Städten liegen ausgenommen
fürnehmſte
der etliche undinſonderheit das
D/ N Caſtell/ welches der König Friedericus
NAK II. nachdem der Hof niedergeriſſen , auf
einem ſehr luſtigen Plaß mit groſſer
zgelt
het Zubereitung gebauet,und nach ſeinem
Nahmen Friederichsburg genannt.
* bat .
en
10.
mange Dieſe Inful hat viel Kirchſpielen 1
in unter welchen 347. gezehlt werden i
met die mit wolgebauten Kirchen geziert
ten
ger leyn / ohne die , die in der nechſ
Inful Mona ſeyn ; das Land iſt ſehr
f fruchtbar/ trágt allerleyKorn 1 und
Sun bedarff mit Miſt nicht gedüngt zu
efine werden . Es giebt nicht viel Weiðs
werd / weilen es mitten im Meer liegti
und umher mit Waſſer beſchloſſen .
Es ſeynd etliche geweſen ,die haben gea
and yy m nt
ı
Bruk wolt Seel ſe vu Såen genan
ating worden, weilen es ohne Dúngung als
op lerleyKorn trágt ; dann das Wortlein
l
ungu Seien heiſt bey den Innwohnern
Seen :
308 Der Könige in Dannemard

Seen : Davon ſchreibt auch Saxo


Grammaticus, es heiſt nicht Seeland,
fondern Sialand / ohne Zweiffel deßs
wegen / Damit er die Ungewißheit des
Nahmens wegnehme / weichen wir
dafür halten /er fey von der See oder
Waſſern herkominen .
Ainter den Städten , die wir droben
genannt haben , iſt Roſchild , unter des
nen ſo mitten im Land liegen/ wol die
fürnehmſter alſo genannt vom König
Fue und Kile , das iſt, ein Brunner
welcher auf einer Hibe entſpringt und
mit feinem ſchnellen Laufſieben Mühl
råder umtreibet. Am ſelben Ort iſt
auch ein Arm vom Meer, der ſehr groß
und Fiſchreich , und wird Iſora , oder
gemeiniglich I fefiort genannt. Sie iſt
bor Zeiten nicht allein die Hauptſtadt
des Reichs geweſt roder / wie Adamus
Bremenſis ſchreibt / der Dåbniſchen
Königen Sig / ſondern auch das Haupt
des ganzen Stiffts in Seeland wels.
ches Sueno i Haraldi Sohn funſt
Suenotho genannt, König von Dåns
neinarc i Norwegen und Engeland
erft
Seben / Regierung und Albfterben . 339

18 erſt geſtifftet / und Gerebrandum zum


E Biſchoff darüber geordnet im Jabe
Field Chriſti 1012. Ohngefehr 100. Jahr
Ehun darnach iſt er von Sueno Gratöeden
tent ſimit einer Mauer umgeben / und mit
Graben und Bollwercfen beveſtiget
worden .

ir du Coppenhagen liegt gegen Morgen


in der Inſuli da ſtojt die Oſt -See an.
Nahe dabey liegt dieInſulåmaga /die
men eit undc/ wc
macht einen ſehr berühmten/ n
s genh u me
Bruna gen des Ort Gele / bez
Hafen : Dann
itt n ſie įtreckt ſich o'ngefähr
r m
toilet ſoo . Schr i das Mee mit eine
ſandigen Ilfer/ Da ſich das Meer heftig
DEN
anſtufft und brichti ſo daß es zwiſchen
1
10/1 dieſer Inful und Coppenhagen i nach
dem Morgen zur einen ſichern Hafen
für die Schiffe giebt. Wie klein der
lc a n a r Anfang dieſer Stadt geweſen , erſcheis
h t net hieraus , daß der Erkbiſchoff von
Dänemark Afilius Vidus jerft anges
fangen alhier eine Veſtung zu bauen i
die er nach ſeinem Namen Arelhaus
geheiſſen hat : nachmals iſt dieſer Drti
no
n
ge ' wegen ſeiner guten Gelegenheit nicht
l a
allein
ani
310 Der Son ze in Dannemard

allein mit Fiſchershütten /ſondern auch


von den Kauffleuten die dahin zu han
deln kamen mit ſchönen Häuſern be:
bauet worden , ſo daß er dannenher auf
Dálniſch Kiobenhaun / und auff
Deutſch Coppenhagen genannt wird,
Madımals iſt ſie mit trefflichen Privis
legien , und endlich mit einer Acades
inie vermehret worden .

Chriſtianus der Vierdte hat ſie zu


unſerer Zeit ſehr erweitert/ mit Stáðs
ten/ Bollwercken und einem herrlichen
Zeughaus von allerlev Kriegsrújtuna
reichlich verſehen . Es iſt allda auchy
eine Brücke i den Kaufleuten zum bes
ſten /gebauer, die iſt ſo groß , daß ſie die
nechft gelegene Inſul Amag í und
die alte Stadt zuſammen füget /welche
wann ſie aufgezogen wird, kinnen die
fichwere geladene Schiffe/darunter hin
biß an das Schloß und Zeug - Haus
fahren . An der Nord - Pforten liegt
auch ein ſchöner Königlicher Luft- Huf
Die fürnehmſte Kirch der Stadt iſt
ju S. Maria , darinnen werden die
Dåha
Leben / Regierung und Abfferbeut. 311

en Dåhniſchen Kønig gekrohnt, iſt vor


dieſen ein Capitel geweſen. Die zweys
ifemm te zum H. Geijiy die dritte zu S. Nie
he claus/ nabe am Hafen, die vierdter im
und Schluß/ die fünffte zu S.Peter.

on Amag, davon wir droben geſpros


1.Men iſt eine Inſul ſehr nahe an Cups
penhagen gelegen gegen dem Murgeni
iſt 6000. Scyritt lang! und vier taus
* ſend breit/ ift, fruchtbar von allerley!
chat gute Fågereyen/ſonderlich von
ulit Jaſen . Es hat zwo Kirchen , die eine
juny von den Innwohnern , die andere von
a cuch den Holländern / welche zu Zeiten
Chriſtiani Secundi dahin kommen
feyn gebauet. Dieſe Hollander oder
||
Amagoner haben mit ihrer Meng/und
7/
Handlung die Stadt ſehr berühmt
gemacht/ daß ſie Butter : Kåſer Mildy
und allerhand Effenfpeis / fo ſiernach
Holländiſcher Manier / überflüſſig zu
9 Marckt bringen i reichlich verſehen !
ten
cultub daß die Inſulr gleich als eine Speiſe
Kammer für Čuppenbagen gehalter
rden wird ,
Hels
312 Der Könige in Dånnemard

Helſingor liegt von Coppenhagen


Nordwerts / am Ufer nahe am engen
Meer, Drefund genant/vie Frembdenil
funderlich die aus Frieſlandi Holland
Flandern / Franckreich ,Spanien , Ens
geland /Schottland /Schweden , Nors
wegen / Muſcau, Pommern / die hier
håuffig ankommenſheiſſens den Sund .
Daß dieſe Enge Drefund vom Dhrihs
ren Namen haber erweiſet ſich an der
Stadt Halſingburg / vom Halſe and
Burg alſo genannt, weil ſie wie ein
Dhr und Vorburg iſt an dieſer Engel
welche ſich wie ein Hals krúmmet und
ausſtreckt. Dieſer Ort kan auch ſo
wol Helſenburg als Helſingur geheiſs
fen werden / es ſey dann, daß man mit
dem Saro Grammaticus Helſenburg
verſtehe / welches eine Stadt iſt , in
Schonen gelegen / recht gegen Helſin:
gor über ; da er ſagt : der Königeges
bote überzufahren an das Ufer von
Sialand/ das ſeinen Namen von der
Stadt Helſingen hat.
Dann dieſe Stadt wird anders
nicht genannt als das Ufer oder Fahrt
von
Leben / Regierung und Abfter Beit. 313

von Helſingorrund liegt gegen Helſins


Jurg. Daſelbſten meldet auch Sarai
bie breit dasMeer zwiſchen ſelben bees
penStädtenſey, und ſagte der König
Haraldus / als er mit Kingone Sueco
Jolte zu Waſſer Krieg führen , habe
wie ein zweyter Xerres, das Meer mit
groſſen und unzeblichen Schiffen ere
fület/ daß ſie an Stadt einer Brucken
lagen / darüber der König aus Sees
land nach dem Ufer in Scanien 34
Fuß gegangen iſt.
14 Adamus Bremenſis gedenckt der's
gleichen Schlacht auch die ziviſchen
Dlaus von Norwegen und Sienotto
in dieſer Enge geſchehen iſt, dann ſieiſt
nicht über eine halbe Meil breit. In
Dieſer Gegend, nach dem Mittag , liegt
Huena, da ſich das Meer gleichſam
Heilt und hat auch eine ſo großeFi
cherey daſelbſten die geſchicht des
Fahrs zweymahl, die eine im Früh
ing, die andere im Herbſt/ dieſe wird
nie gulbenel jene Die ſilberne genannt ,
pie in der Enge in Chracien / daher
uch diefer Ort wol mag Hellefpontus
314 DerKönige inDannemard -

Danicus geheiſſen worden . Saro ber


zeuget und ſagt , da ſie fiſchten /fo. feyn
die Kahnen ſo voll Fiſch geweſenidas
ſie die Riemen kaumgebrauchen konn
ten . Biß anher iſt Helſingor ohne
Mauren geweſen , unlängſt aber hat es
Chriſtianus der Vierdte / mit einer
Mauren umbzogen/ fein Vater Fries
dericus der Andere i hodhlsblicher Ges
dächtniß ,hat vor diefem das herrliche
Schloß Cronenburg zum funderlichen
der Stadt darin
Schuß und Zierde
nen aufgebauet.
Diß iftDas ſtårceſte Caſtell in gang
Dånnemarck ' und wird für unüber;
windlich gehalten ; es liegt an dem
Meer auf der euferſten Eden Dell
Lands ; rund umbher liegen Metallene
Stücké / und noch mehr andere und
groſſe Geſchüße an der See-Seiten
da man ſie auf allerhand Fällen am
meiſten bedarff. Unten am Schluß
nach Huena zu gegen Morgen liege
ein ungeheurer groffer Stein mit dieſer
Beyſchrifft: Im Jahr MD LXXX
bat Fridericus der II.Kónig von
Dån
leben / Kegierung und Abflecteit.

nemarch dieſen Stein von feiner Stelo


te, die er mit çinem andern erfekt i an
dieſen Ort målßen laſſen .
Gegen Helſinur über gleich als
recht im Auge derStadt liegt dieſnjut
Huena nach dem Mittagzur die ſtrech
iſich in der Långe in die 37. Gradiin der
Breite in den vier und funffzigſten .
Sie liegt vom Schloß Cronenburg
und der Stadt Helſingor, ohngefehr
zwo Meilen in dein Meers ſchier in der
Mitten zwiſchen Schunen und Sees
land ; giebt den Benachbarten eine
chine Überfahrt 1 ſie iſt an den Seen
Küſten wegen der Bäume fehr luſtig /
auchweiten ſie lyoch liegt/ wird ſie moeit
im Meer geſehen . Ihr Umkreiſ halt
8160. groſſe Schritte i die ohngefehr
2. kleine teutſche Meiten machen ,ihre
Lång iſt eine halbe Meil ohngefehra
Und ob ſie ſchon hoc liegtilo iſt ſie doce
oben fiach und eben , um an allen Or
ten fruchtbarı hat auch viel Viehergiebe
Dannhirſchen / Hafen / Kaninichen
und Feldhúner in groſſer Menge :
rings umher werden viel Sifche sefarts
gen :
Der Könige in Dånnenard

gen ; ſie hat ein groß Gebüſch von Ha


Felniß -Stråuchen ; es giebtkeine Felds
måuſe darinnen. Dieſe ſchine und
tuſtige Inſul hat der König Fridericus
II. dem Edlen und Hochgelehrten Tys
cho Brahemit diefein Beding geſchens
det/daß er die Philoſophiam , und ſons
derlich die Stern -Kunſt darinnen zu
tra &tiren, Anſtellung zu thun folter der
auch ein trefflich Schluß gebauet, wels
Ches er Uraniburg genannt und durch
ſeine Mathematiſche Kunſt herrlich ges
jiehret hat.

Nun damit ich wieder zu voriges


Reden von Helſingor kommer fu liegt
ungefehr 3. Meilen davon das treffli
che Caſtel , das nicht zu Waſſer wie
Huena ifondern zu Band berühmt iſt
nemlich Friderichsburg, von Friderico
Dem II. gebauet und nach ſeinem Na
men genennet ; zuvorn hat es Ebelhoft
geheiſſen , und war ein Kloſted
r emH.
Geiſt geweyhet,darinnen Guilielmus
Pariſienſis Abbt gerveſen ,welcher im
Sabr unſers HErrn 1201. geſtorben
un
Leben / Regierung und Abfterben . 317
und nach ſeinem Tod unter die Heilis
gen iſt gerechnet worden .
Ringsſted /wann wir ihr Alter ans
fehen ſolte wol vor oder zum wenigſten
nechſt nach Ruſchild geſegt werden i
jeßiger Zeit aber iſt es gar vergangen ;
es liegt mitten im Land ; vor dieſem
waren viel Maufolea oder Königliche
Gråber anda zu ſehen ,weilviel Ronis
ge und Køniginnen dafelbſt begraben
feynd .
Die andern Stådte i davon wit
droben gedacht i ob ſie wol vor Zeiten
nur Dórffer geweſen /werden doch heus
tiges Tags für Stádte gehalten : als
nemlich Schlangendorf fagt Saxo lib .
14. pag. 229. ſey ein Dorff. Callens
burg nennt Esbernus Snareus auch
ciD
n orff ; dann im Jahr unſers
HErrn 1158. uder 1171.
Schloß und etliche Häuſif erft
t we gelin eirn
ch de
er
Bequemlichke Ha fens / den die
it des
Natur gemacht hat / daſelbſt aufges
bauet worden ,da es zuvor nichts als
Sirchers Hütten waren 1 und wurde

3
ard
314 Der Könige in Dannem
Hervigi genannt , wie Saro meldet)
keptaberheißt es Kallundburg .
Wie alt Schlagel fenyift beym Saro
zu finden ; hart Daran iſt ein Schloß
Anderſohom I auf welchem der boch
Tablice dnig Fridericus der Andere
geftorbenift.
Loagi ift zwarnicht groß/es hat aber
eine feine Mauren / if ſehr berühmt i
Fonderlich wegen des Korn -Handels
es liegt am üfer bey vier Meilen von
Coppenhagen gegen dem Mittag.
Schier rechtgegen über auf der ans
bern Sciten der Inful gegen den 2.
bend/liegt Corſor /mit einen herzlichen
Königlichen Schloß verſehen . Gegen
welchem über am Ufer liegtNeuburg
in Fünen .
An dieſer Seiten liegt aud Eels .
får 7 affo genannt ,weilen098 Balthis
fche Meer dran ftóft; es liegt recht gegen
Eangland úber. Åndere babens vor
dieſen Schelfistor genannt. In dieſer
Segend liegi Neftveda , quf einer klei.
ne Spigen an dem Meer. An der
andern Seiten der Inſul gegen dem
More
Leben / Regierung und Hüfterben. 319

Morgen liegt Preſto 7 die Inſul der


Prieſter genannt. Gegen über liegt
10 Mona mit ihren weiſſen Kreiden .Bers
ogen, dieman weit im Meer fehen tant
nebenſt ihrer Stadt Stega.
Ber der Inſul Mona und ihrer
Stadt Stegar iſt zu mercken daß
, der ,
M gleichen Soſul zwiſchen Engelland und
Grrland gelegen iſt i die eben dieſen
Namen auch hat,ivie ben dem Cæfar /

llen Plinius und Ptolor :æus davon geo,


fchrieben wird ,
le
Die Städte / die noch übrig feynd3
si feyn.Niecop und Holbec an der Nord
alope Seiten dieſer Inſul.. Diere Stadt
Siva beift auch ffefiort / jene Ortsherrit.
Doda /
fruits Saro nennet die Provinzien
die hat groſſen Überfluß von allen
Früchten 7 ein Königlicher Beamter
eret n
** regi ſ
o ilem 1, der hat ſeine Siß zu
a e ksh
DIV Br .
Holbeck hat auch ihren eignenmt.
bens
My mannund Caſtell / und liegtan einem
d
inan holen nBach, dannenhero ſie auch ibreit
me
21 Na
com paddem wir nun dieSower und
ano
la
Der Könige in Dannema
320
andere Derter beſchrieben ſo müſſen
wir Sora nicht gånßlich fürbey gehen .
Diß iſt eigentlich kein Schloß ſondern
ein Koniglich Kloſter / ein ſehr beques
mer und luftiger Plaß / nicht weit von
Ringſtadt im Gebüſch gelegen , hat eis
aen See von ſehr fúſſen Waſſern und
voll von allerhand Gattung Fiſchen .

Herlefsholm iſt ohngefehr 3. Meis


len von Sorar auch ein luſtiger Ort i
zwiſchen den Schatten der Bäumen
gelegen . Vor Zeiten wurde es Schouc
Kloſter genannt, das iſt das Schloßo :
r uts
Kloſter der Büſchen /odede
derher
das
lic zu ſagen / des Sylvani und der
Dryaden Wohnung. Dieſe ſchöne
Herrſchaft oder Freyheit gehoret einem
vornehmen und gelehrten Mann Hers
leſus Trolle zu welcheſie im Teſtament
hinterlaſſen , daß man eine herrliche
Schule alda ſtifften folte , darinnen
nicht allein der Edelleutet fondern auch
anderer gemeiner Leute Kinder in als
len freyen Künften und guten Sitten
fulten unterwieſen und auffgezogen
ppzzi ,

bo

HARALDUS
Tratin die Kegterities AC 837 Wa
rebe.Crfte Chriftliche Fönig ,it: fie le
11
Stch Taütten War berauf vonz Ketch
Perfrtebell A -C.841,

*
Leben / Regierung und Xbfterben . 321
tverden . Nun wenden wir uns wieder
zu denen Dåhniſchen Kegenten ,

LVIII.

Harald Benamſee
Klad /

Und

LIX.

Regnerus Lodbrog .

[ Konig Sivard und KönigKing ,


bende tapffer -müthig fechtend, die
Could der Natur bezahlet hatteni
trat Kónig Rings Sohn Harald , bea
namfet Klack /die
DahniſcheRegierung
anı fein Vater Kegner Lodbrog aber i
ſonſt Reginfrid benamſet / König Sie
bards Sohn , machte ihme fofort die
Königliche Würde diſputirlich und
wolte durchaus felbft den Dåhniſchen
Scepter führen ; Bende ergriffen wi.
der einander die Waffen / und fochten
mit zweiffelhafftigem Glúde i alſo i
daß
d
323 Der Könige in Dånnemar

daß bald Haraldībalo Regner den Kurs


gern zoge ! biß endlid König Harald
etlichemal aus dem Felde geſchlagen /
und vom König Regner áberwunden
jpurde.
In dieſer Noth verfügte ſich König
Harald jum rápfer Ludrvigen i una
und Beyftand an .
rieff ihn um Hülff
Wie nun eben damals An. Chr.825.
KäyſerLudwig zu Mainß einen Reichs .
tag hielte ,erſdiene auch König Haralo
dabepi und bekame gute Verſprechung
alter möglichſten Hülffen wo er würde
ein Chriftwerden und fich tauffen kafa
fen . Hierzu ware der König gans
willig und bereit , und lieffe fica alfo
balden im Chriftlichen Slauben uns
terweifen /auch bald hernad , in Segena
wart des Käyfers adda in S. Albans
Kirche i mit ſeiner Gemahlin und vielen
Dånnemårdfern tauffenverlangteauch
hernach vom Rågſer die Stadthalter ,
fcbaffi áber Frießland.
Hieraufnuhme der Chriſtliche
König
Harald feinen Rucmarfch vor die
Dand , wurde von einem anſehnlichen
Sådh .
1322 .

end

RUS
RĘGNE ,
es eg ie ru ng
Frutin pi A.C.841 $ e,
kriegté Schweden , Keulicu Florwegen
$ Starben Engeland im Gefängarisa
A C. 843

- ി
Lebeu / Regierung und Abfierbea
fers Befehls begleidet, damit zog essa
des

Fürſtenthum Schleßwig , und vertrie


be die daſelbſtin vollemSchwangege
gangne Abgotterey /fiengean eine Klr
dezu Schleßwig zu erbauen , und liefs
fe durch Ansgarium adda den Choiſis
Lichen Glauben ausbreiten und forte
pflangen .
Von dieſem Ansgario oder Anſcha .
rio hat der Påbſtiſche Scribent lau .
rentius Surius in vitis Sanctorum ,
folgendes aufgezeichnet : Der H. ans
ſcharius ! Cheiffen ſeine Worte ) der
portreffliche Apoſtelder Lånder gegen
Mitternacht hat in ſeinen Biſthumern
geſeffen dreyflig vier Jahr , die erſten
7. Fahr zu Hamburg nach der grau .
ſamen Zerftohrung fo zu Hamburg geo
fchehen i neun Jahr zu Ramſola 7 die
andern folgenden Jahr zu Bremeniallo
Da er dann in der Mutter - Kirchen S.
Petri begraben liegt darein er aud
ſelbſten transferirt hat den beiligen
WBillehadum .

D
14 Der Könige in Dannemard

In ſeiner blühenden Jugend begab


er ſich unter die Regul St. Benedicti
in dem Frandreichiſchen Kloſter Cors
bey / und von dannen in das neue Klo
fter Corber in Sachſen gelegen . Als er
nun aldaſich aufhielt ibegab es ſich ?
daß der Konig in Dånnemard Haralo
dus Hülff begehret vom Käyſer Ludos
vico i welche ihme der Kåpfer verſprach
und zuſagte , wann er den Chriſtlichen
Glauben wolte bekennen und auch ans
nehmen i welches dann geſchehen
Dann der König nahme an den Chrifto
lichen Glauben 7 und Ward von dem
Käyfer aus der H. Sauffe gehoben /
und zu einem Sohn angenommen .
Åls nachmals ſo wol Der Käyſer
als der Konig trachteten nach einem
guten Prediger i den fie mochten in
derſelbigen Mitternachtigen Gegend
brauchen / das bárbariſche Volck zu bes
tehren da gabe fich Anfcharius fren
willig an , zu folchem Amt ſich gebrau .
then zu laſſen ohn alle Furcht uud
Schreden der Barbariſchen Graus
ſamkeit. Und durch dieſe Odlegenheit
ift
Leben / Regierung und Abfterben . 32
be ift bald hernach als die Königreich und
She Gegend nach Mitternacht gelegen
Fai durch die , Predigten Görtlichen Worts
en erleuchtet und zum Chriftlichen Glau.
ben brachtimit Conſens und Vermidia
gung der Biſchoffen und Fürſten / zum
Erzbiſchoffder Dennemårder Schweo
den / Schladen und allerMitternachte
fichen Gegend und Landſchafften/durch
die Hand Dragonis 1 Biſchoffen zu
Meßt aus Befehl und vollkommenen
y Gewalt Pabſts Gregorii der Vierda
sen conſecrirti und ſein Sige in der
Stadt Hamburg benamt í beſtätiget
N und angeſtelltworden .
Und dieſes fein anbefohlnes Amt
feiner Legation zu den Heyden i hat des
H. Vater gang fleißig und eiferig
verrichtet/ die Gefangene erledigeti die
Bekümmerten getroftet die
,
Unwiſſen
Den unterrichtet/die Unglaubigen durca h
das Evangelium belehret. Auſſerhalb
erzeigt er ſid ) als ein rechter Apoſtel, ia
dem Kloſter aber als ein gehorſamer
Mönch i niemals warb er müſſig gefer
hen . Boge auch in Frieſland / ſtrafft

$ 7 die.
Der Senige in Dånnemard
Dieſelben , daß ſie den Sonntag nicht
Feyerlich begiengen ! Die Ungehorſame
und Halsſtarrige übergab er dem hiño

n Feuler .
tiſcheew
Di ei aber die Früchten und Eins
kommens des Biſtuhms nichtgaug
war zur Nothduefft des Erebiſeboris
und ſeiner Geiſtlichen / gabe ihm der
Kåpfer Ludovicus zurZubuß und Nah .
rung das Kloster Shurolt in Gallia
Occidentali gelegen 7 daher er dann
zum ſelben Klofter / fur Zeit der Vere
folgung , fein Zufiadit batter adda er
auch die Brüder mit Chriftlichen
groft von GDttes Gaben erfületi und
feine zeitliche Unterhaltung gleidfalls
aponhatte . An weldem Drt er auch
pen wolgezogenen Anaben Remberi
tum fande ,der er in dem genannten
Klofter ließ ſtudieren und ut erweiſen 1
den er aud nachmals die Beie feines
Lebens zu einem Gefährten und Nadı,
folger in feinem Epiſcopat hatte und

berliefſe. i als nac ,dem Tod des Rág,


nergen Söhne wegen der Herre
FerDe
fers
Ichaft
Leben / egierung und Abfterben .
fdjafft fich untereinander ſehr zandten
und groſſen Krieg führten i zogen die
N Dannemarder übers Meers und über
Die Elbe i verwájteten und jerſtóbrten
die Stadt Hamburg mit Feuer und
Raubialda auch die Kirdydas Klofter,
die Biblioteci ſo mit höchſtem Fleiß
geſtifftet und zuſaminen gebrachti
verdorben / und durchs Feuer verzehrt
worden / daß alſo der H. Biſchoff mit
dem Heiligthum taum davon gen
Ramſolam kommen konte : Uberdas
ward er auch ſeines Kloſters welches
ihme Ludovi cus der Käyſe r , in Flans
dern gelegen, zur Ergoblichkeit überges
W bend entfeget und beraubet , dieweil fora
des mit dem übrigen Galia aus der
mit heilung der Brüder auf Carolumn 1
der nachmals Caldus genanntworden
# gefallen war .
Dahero und als nachmals aus
Mangel der nothwendigen Unterhala
#tung Teine Diener von ihm abmichen i
und in Hamburg wieder die Barbaria
Ef den Feinde keine Entfeßung vorban .
den , und die Kirche zu Bremen dazu .
328 Det Konige in Dannemard
ne
mal ohn einen Biſchoff war / wird er
von dem König Ludovico zu einem Bres
miſchen Biſchoff verordnet / dod ) font
er ſchwerlich dahin bewegt werden ,
damit er nicht dafür möchte angeſehen
und gehalten werden , als wann er
feine Herd wolte verlaſſen und eine
fremdeannehmen . Bald aber hernach
hatte Pabft Nicolaus auf Anhalten
des Königes das Bifthum zu Bremen
mit dem Hamburgiſchen Erz.Bifthum
vereiniget/und auszweyenBifthümern
ſo felir gefchmåhlert wordeni ein Bis.
thum gemacht : Er hat den Biſthú .
inern vorgeftanden 34. Jahr / ift vers
fchieden zu Bremen den 3. Sag des
pornungsı im Jahr Chriſti 866 .
BißhieherSurius
König Harald ließ ihme fo fort
hdd) ſteiferig angelegen ſeyn /die
Chriſte
liche Religion im Herzogthum Schlege
wig von Dag zusag je mehr und mehr
fortzupflangen i alſo daß der meiſte
Sheil der Einwohner das Hendenthum
verlieſſe und die Chriſtliche Lehre ans
nahme.
Leben /Regierungíund Abfterben ,

Es hat aber das Herkogthum


Schlefwick oder Nieders Holſtein von
der uralten und vornehmen Handelse
Hi Stadt Schleſwig ſeinen Namen / und
ne zwar von einem Waſſer - Fluß Slejas
oder die Slyet ſo da entſpringet im
u Wald Póle nicht weit von Gottorff,
alda esi und vor Schleßwig vorüber
lauffet /und leßlich in die Oſt-See fåls
let/wie die VerfeRanzovii lauten :
Sleswingam porrò nosillam dici .
musinde
Quid Slijæ ad curvum eft ædifi
scata finum , !
Dieſe Stadt iſt von Claudio Druſo
in Nerone Germanico ,bes Kåyſers Alus
gufti Hauptmann und Stieff Sohn
gebauet /und von Carolo M. verneuert
und erweitert worden . König Has
at rald hat aldar wie gehöret / die volle
nehmſte Kirche erbauet / und König
Erich hat ſie hernach An.848 . Gott
a zu Ehren einweyhen laſſen . Die alte
Stadt Schleßwick hat viel Kriegss
# Schadenerlittentfunderlich zu den Zeis
- ten Henrici Aucupis und deſſen Sohn
Dito :
Der Könige in Dannemard

Dttonist welcher im Jaht 946. ein


Biſthum zu Schleßrig aufgerichtet:
wie auch zur Zeit Kårsfers Lotharii und
Nicolai in Dånnemard Sohn , mit
Namen Magni. Das Wapen de
StadtSchlebwic ift ein hohes Schloß
faſt einem Stern und dem halben
Mond 7 darunter deren von Manjom
Wapen fehet in einem beſondern
dild ; Daraus zum Theil erſcheir
tiet daß das Schleßridiſche Gebiet i
entweder vorzeiten denen von Ranjau
gehört/Oder daß durch deren voranjau
Vorbitte und Angeben dieſe Stadt ih .
me Privilegid betónmen babe, Anno
1064: iſt dieſe Stadt von den Slavis
oder Wenden zerſtóhrt worden ,

Anno 1135. ward Kónig Nicotans


in Dånnemart albier und infonderheit
von den Schlefwickern umgebracht.
Annu 1221. und 22. iſt in dieſer Stan
ein Concilium vom Cardinal Gregos
sio Creſcentio gehalten worden . Ums
Sabr 1248. nahmen Soleßwick die
Påhniſchen / und ums Fabs1253 .
Hollo
Leben /Regierungund Abfterben .

6 Bülſteiner ein. Anno 1288. iſt dieſe


Stadt gang ausgebronnen .
Anno 1295. hat HerßogWaldemar
# von Schlefrid das Schloß Gottorpi
a als es vorher zerſtöhrt wieder von neu .
en erbaut/mitGråben allenthalben um .
geben , und mit WBållen und Bollwers
đen verſehen .
Anns 1325. hat König Chriſtoph in
Dáñemard das Hergogthum Schlege
wick eingenommen ! Gottorff belas
5 gert , aber von Graf Gerhard ju Hole
ſtein davon abgetrieben. Anno 1417 .
bat König Erich aus Dennemard
Schießrig belagert / und den is. Ju.
9 lit eingenommen iſtaber von Holſteinis
ſchen bald wieder erobert worden .
Anno 1528. haben die Burger ad.
hier wider den Geiſtlichen Stand auf
führiſch zu werden angefangen ! uno
vors erft die Mönch aus dem Grafen .
È Kloſter gejaget/die ſchöneKluſter Kirche
in zwey bell mit Balden und Breto
tern unterſchieden , und das Obertheil
zum Kathhaus / das Untertheil aber
zur offnen abern , da man Bier und
Wein
32 Der Honige til D Al

Wein ſchencket, gemacht, und in dem


Chor dem Bodel oder Scharffrichter
eine Wohnung verordnet. Herzogs
Adolphi zu Holſtein Canglet D.
dam Troßiger, fo Anno 1584. geſtory
ben , hat dieſchöne Kirch zu Schleßwik
Auf dem Holm , von ſchonen Porphiere
ſteinen gebauet, abbrechen laſſen. Der
Dom ſtebet noch, in welchem die Krets
ten , mit dem König Erich , als er auf
Anſtifftung ſeines Bruders Herkog
Abels zu Schleſwick umgebracht, und
godt ins Wafer iſt geſenckt worden i
follen zu fehen feyn .
Es liegt dieféStadt Schlefwick gar
wol/ hat auch einen ſtattlichen Hafen
oder Porti aus dem man bald in den
Belt kommen kan. Es giebt vielHands
werkleut auda, undmachtman ſonders
fidhe ſcheine und ſehr gute Meſſer/die ſie
gar crtig mit Silber wiſſen einzulegē.
Es gehörte dieſe Stadt" Zeit Herkog
Friedrichen zu Schleſwig und Hol
ſtein zu , deſſen Hofhaltung in den ube
eriáhnten und dieſer Stadt nahe ges
tegenen prachtigen und veften thluß
Cot
Leben / Regierung uudubfterben

Hottorp oder Gottdorff. Der Zoll


anda full son den Ochſen , die man aus
Dånnemarck nach Deutſchland treis
set , jährlich ein ſehr groſſes ertragen . :
Es iſt im Jenner des 1645. Fahrs
aus Holſtein berichtet worden / daß
Schleßwick in vielen Jahren keinen
Biſchoff mehr gehabt, das Stifft has
be zwar ſeine Dumherten , uud werden
die Canonicaten von Ihrer Königli
chen Majeſt. zu Dånnemarck und dem
Herzog von Holſtein ihren Favoriten
verſchenckt . Vor Jahren iſt dieſes
Biſthums Reichs- Anſchlag geweſen /
alle Monat fünffe zu Roß und 16. zu
Fuß : Aber es hat Holſtein An. 1578 .
Den 22. Martii die Eremption deſſel
ben am Kåyſerlichen Cammer - Gericht
erhalten , und giebt daher dieſes Stifft
zum Teutſchen Reiely nichts mehr.So
viel von der Stadt Schleßwick.
Wie nun König Harald im Herkoge
thumSchleßmicroberzehlter Maſſen
s
das Chriſtenthum betreffend , alles auf
Das beſte angeordnet hatte, fieng ſein
Widerpart Kønig Regner einen neuen
Krieg
Der Könige in Dåmemard

Krieg wider ihn anrüberzog ihn mit ein 1


nem machtigen Heer, in wilens ihme
eine blutige Schlachyt zu liefern . Konig
Harald rüſteteſich zur Gegenwehr fo
gut er konnter und tamen beyde Heere
bey derStadt Flensburg an den Berol
ge im tieffen Thaler zwiſche Wolder i
mars Tofft und dem Dorffe Harald
ſchlege aneinander.

Ehe wir weiter fortfahren / fan id


nichtumhin von der Stadt Flenss
burg Beſchaffenheit ein und anders zu
erinnern .

Es hat aber die Stadt Flensburg,


von den Gelehrten Flenopolis genanti
den Namen von ihrem Erbauer Fles
nonei einem von Adel/ welcher an dies
fem Drt etliche Fiſcher und Baurens
håuslein , ſo ihme den Tribut gegeben
und dabey das Schloß Flensburg ges
habt i von deſſen Antunfft aber und i
Geſchichten man nichts bey den Hiſtos
rien - Schreibern findet /wie dieſe Vers
ausweifen ;
Me
e
bor
rung d bfter to
Lehen / Regie un A
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MNeoFtlaeno tifstruxin v ift ujiun s r
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Ich nach der Drd ,darz
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cin weit Gaſſ v 1 S
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Berge auller der Stadt: Der Meen ce
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r n ie i f f r e llen
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i Wa h anfü
o el b i er uslade n
ug dieſ wied a , tóennsy
n
336 Der Könige in Dånnemard

nen ; hat herrliche Brunnen und eineinte


ſehr fruchtbaren Boden .Anno 1248)C
iſt dieſe Stadt ſehr durchs Feuer vera
derbti Anno 1271 , von den Dåbnede
angenommen woorden : und von densli
felben auch Anno 1410. Schaden gel
litteniſo aber An. 1423. die Holſteiner
wieder erobertifolgends abermaln vers
lohren / und An . 1427. die Stadt Bers
gebens belagert/ bis ſie folche endlich
Anno 1431. am Palm -Sonntag mit
Hülff eines von dannen vertriebenen
Burgers/und darauf auch das Schloß
durchHungerbekommen haben .
Anno 1526. iſt das Evangelium ins
Den drey Kirchen St. Nicolai , St.is
Marià und St. Johannis alhie 3
predigen angefangen worden . Zu ungh
fern Zeiten iſt im Jahr 627. diefel
Flensburg von den såferifchen; unom
im Jahr 1643. im December von denen
Schweden - Corſtenſohniſchen eroberte
worden .
Bey dieſer Stadt Flensburg numu
( damit wirwieder aufKönig Haral
den und ſeinen Widerpart Regnere
kom
Leben / Regierungiund ofterben . . 337

enun commen ) kamen beyde anſenliche


Inno Kriegsheere hefftig aneinander , uno
Freienge es dermaſſen bizig daher , daß.
mbetliche tauſend Mann aufder Waltz
no meſtatttodt
d blieben /welche Ståtte, allwo
Sithin Dieſe Schlacht geſchehen / von dieſem
i o r
terHaraldo, Haralds - Chal bernach ge
nennet worden . Endlich mujte hos
Jern
nig Haruld den Kürgern ziehen /indein
er dieSchlachtverlohren /und die Flucht
Ant exgriffen . HieraufnahineKonig Regs !
ner das gante Dáiniſche Reich in
Beſişung i ung hauſetein Schießwig
CA K ſehr übeli dann ivasi Köniz Harald
re
ngeliu gut gemacht hatte , das verderbte er :
i
colarwieder auf einmal und brachte die alte
is neiAbgötterey allenthalben wieder in
Koolliges Pufnehmen .
Den.
Alſo muſte Kinig Harald im Exilio
627
b eund
r Elend herumb wandern 7 6 6 er
if i
beriendlich in Friesland ſeinen Auffenthalt
bekamel allwo er das jenige in Beſitzs
chen
ung nahmerwelches ilme vom Käuſer
b u r gjum Patengelde ware verehret wers
s
ben ; allwo er An. 836. diefes zeitliche
Enig Leben beſchloſſe.
MA
DerKönige in Dannemark

Kinig Regner aber wurde wegen


dieſer Tyranney , an ſeinein Vettern
verübt 1 nicht ungeſtraffet gelaſſen
dann als er Schweden / Reuſſen und
Norwegen unter fich gebracht hatte
zog er auch in Schott- und Frrland /
und machte ihme folche Länder unters
würffig , alſo daß von ihme gemeldet
wirdier ſey in so.Schlachten Obſiegers
gewefen ; wie er aber auch das Königs
reich Engelland zu bezwingen ihme eis
ferig vorgenommen hatte, wurde er
daſelbſt von dem König Selle gefans
gen genommen ; da ihme dann aufdes
beſagten Königs Befehl feine Brüſte
aufg ſchnitten und darein lebendige
Schlangen und Dttern geſeket murs
den / welche ilyme das Herz aus dem
Leibe mit unbeſchreiblichen Schmers
ken fraſſen Anno Chr. 843. als er et
lich und zwanzig Jahr regieret hatte.
Dieſer Regner hatte ſich dermaſſen
in dieWeiber- Liebe vertieffet, daß er i
aúch ſeiner Huren halben , Weibskleis
der anlegtei und in die Spinnſt::ben
gienge. Seine rechte Gemahlin ware
Thos
* SIVARDUS III
Crufitbiexegtering A.C.845
Errehlug der König pon fier ,
Land Leakb. A C.846.

*
340 Der Foniaein D &unenard
Wie folches des verſtorbnen König
Regners Söhne in Engelaud erfuh
ren, lieſſen ſie den einen Bruder aldar
den Krieg fortzufeßen / und bejaben
ſich ohne verweilen wieder in Dånne
márce kamenmit einer machtigen Ar :
mee vor Schlefwig / belagerten die
Stadt in die s. Monaten i eroberten
chlugen mielesten die Fürfen seund
ines
I was ſich ihnen zur
Behre gefeßet hatte .
Inzwiſchen giengen auch die Sai
chenlinEngelland glücklich von ſtatten ,
dann Sivardus, König Regners erſt
geburnerSuhn /ſiegte über ſelbige Nas
tion, bekame den König Helle gefans
gen , lieſſe ihme ſeinen Rucfen auffs
ſchneiden und einenhungerigen Geyer
Darauf fegen 1 der ſo lange von ihme
fraſe, biß er die Seele ausblieſe.
Hierauf trat Sivardus die Dåbs
niſcheRegierunganiund Frocher fo gut
reben /von der Zeit aniin eine ganz
ans
dere Haut dann als er zuvor ſeine
geoſte Luſt am Krieg/ und Vergieſſung
des Menſchens Bluts gehabt hatte di
hielo
$
ERICUS I.
FratindieBegiet AC -846
Führ
uurit ſeines BrudersSohn Phwehre

Kriegeü :karne Barinnen imb.A.C.


847
{
Leben / Regierung und Abfterber 341

hielte er hernach / als er zur Regierung


gelangetiviel vom edlen Friedezbrachte
alſo ſeine Fahre in Ruhe und Zufries
denheit huchftslicklich zu 7 fonderlich
wcil er niemand zum Feind hatte / wis
derden er ſich bätte ſcßen Dúrffen . Er
Starb A.E : 846. als eľ 3.Fähre regies
ret hatte.
LXI .

Ericus 1.

Obald Konig Sivard die Aus


gen hattezugethan / gienges ſchon
wieder unrichtig her /und hatten die ans
nchmlichſten Friedens - Låge mit feis
nem Tode ein Ende. Er hatte einen
Sohn hinterlaſſen / Namens Erichi eis
nen nuch gar kleinen Knaben , der fols
ther Geſtaltzur Regierung noch gang
untüchtig ware. Weil nun das Koc
nigreich Dånnernarck eines tapffern
Helten zum Regenten benüthiget was
rei nahme Ericus 1 Konig Haralds
Bruder, dieſe Gelegenheit fleiſſig in
acht und infinuirte ſich bey der Dåh,
P 3 nis
349 Der Keuige in Dannemara

nifhen Nation in kurzem dermaffery


daß ſie ihn zu ihrem König erwähiten .
Er verwaltete Anfangs vor ſeiner
Cronung das Stadthalter - Ampt in
Frieſetandr nahmehernach ſolcher Ges
ftalt das Königreich ein ; er hatte zu
Sehleßwig die erſte Chriſti. Kirche in
Aufnahm gebrachtrund offentlich aus
ruffen laffen /daßwelcher den Chriſti.
Samen an ſich nehmen wolterdem ſols
te es erlaubet und freygeſtellet feyn.
Durch ſolche Gelegenheit trat eineuns
glaubliche Mengeder Heyder zu dein
Chriſtenthum und wurden die Greuel
Der Abgotterer fofort abgethan .
Zu dieſer Zeit hat der Heil. Lehrer
Ansgarius einen Mönch aus dem Kilus
fter Corbey gefordert , mit Namen
,
rer, den er gen Ripen geſandt : und
ihm alida zu predigen befohlen . Vor
diefem » Remberto hatte der Pabſtif
Scribent Laurent. Surius folgendes
aufgezeichnet / welches wirin ſeinem
Wehrt und Ilnwehrt beruben (affen.
So lauten die Worte ; Demnach die
Kirs
Leben / Kegítrung und Kofferben . 343

Sirche zu Hamburg an der Sclaven


* Gránten auserbauet ,ift fie erftlich aus
* Befehi Carolt des Käyfers den Pries
I ftern zu regieren úbergeben und befohe
olen worden ,biß mittlerundzu geleges
sner Zeit derfelbige Drt mit ghu gomen
& Renten und Zinſen verſehen zur Uns
terhaltungeines Biſchoffs: Alsdann
: iſchof dafelbſten
bater einen Erg B
* hin laſſen ordiniren i auf da
Worts Dur Sot
ch s
denſelben die Predigt des
ſche n forts
** tes /auch unter den Ausländi
bey
Sclavens
A gépflangt würde. Nemli ch
Schweden , Norwegen , dergleichen
låndern /Grønlandern und gerichtet
Aber ebe dieſes ins Werck Begebe
éft er feines Vorhabens und
Wett
71 rens theilhafftig , von dieſer ab .
3 gefordert worden .

frommen
Damit aber gleichwol bes werden
# KäyfersWillen móclyt erfüllet ,
folches
10 hat ſein Sohn Ludovicus Pius
ins Werck gerichtet und Anfahariu
Biſchoffm
es einen heil. Dann , mit Erg .
lichen Privilegien , Namen und Eitut
4 lala
344 Der Könige in Dannemare

laffenerhoben . Wie aber dieſes Ans


fcharii Pandel und Leben von gus
gend auf in der Furcht Gottes gewes
ſen /und wie auch ſeine Bifchoffi. Vers
waltung und Predigt mit Wunders
Beichen fey angezeiget und beſtåttiget
wordenver ſolches zu wiſſen begehreti
der mag ein fonderliches Büchlein , fe
von ſeinem Leben geſchrieben í tefen :
Wirwollen allhie allein ſchreiben von
feiner Heiligkeit Nachfolgern Roms
berto .
lind weil die Termine und Kefier
der neu - erbauten Hamburgiſchen Kirs
dhen etwas eng und gering/ daß man
daraus zu folchem Amt nicht genugfas
me Unterhaltung haben konnte/und as
ber doch der Mann Gottes Anfcharis
us von ſeinem Predig Amt( füincare
fich /daß er auch zum öfftern Botſchaf
ten bey denHeyden und frembden Vols
dern verrichten muſte ) nichtverhindert
würde, hat gedachter Kayfer Ludovi
cus ein Zell oder Kloſter in Frances
reich / Turiolt genanntiderfelben Bots
ſchafft zugeeignet , deren zu eigen
Zeiten zu dienen 3118
Leben / Regierun und Abfterben . 345
g
Als der Heil . Biſchoff einsmals das
felbft aufhiel e
en fich te ſabe er tliche
sina ſtarde
be ſ c h n e l l m i t m l auffen zur
23 Kirchen n eilen / und unter denſelben den
3 a flerjångſten etwas ernſtlicherdas Ges
bet verrichten und ſeine Stirn mit dem
Zeichen des Heiligen Creuges bezeich,
nent und durchausfich als einen betage
ten Menſchen erzeigen : Mercete alios
bald der Mann Gottes die heilige
Rindheit diefes Knabens / beruffte deſo
Fen Eltern zu fich verſtunde von ihneni
baß er Rembertus hleffer und mit ihrec
Vermilligung ſcheerete er ihm daserſte
Krånglein auf dem Haupt 1 und legt
ihm das Geifilide Kleid än.
Unterdeſſen hat der junge Rembera
tys in wenig Jahren in aller Sipffere
Pelt/fchúnen Künften und edlen Eugen
no
aus der Scul fish begeben wolt / bat
ihn der Heil. Bifchoff zu einem ſteten
Gefährten feiner Bottichafften haben
wollen / und ihme alle feineanſchlag
miſſen und kunt gee
than. Endlich in der Schwachbeit /
Ps in
ard
340 Der Könige in Dannem

in welcher er von dieſer Welt abger


fchieden ? ift son ihme gefragetworden ,
was er für einen KathinErwehlung ei
nes Nadkommlings gebe / und begeh
reten etliche aud) ſeine Meinung von
Remberto zu wiffen : go wolte ( ſagt
er darauf) daß ihr alle wüſtet des Rem
berti Verdienst i dann er ift würdiger
zu dem Biſchofflichen Stubl weder ich
zum Amteines Sub Diaconi.
und iſt diefes Heil. Mannes Vers
Lündigung und Vorſorge nicht vergebo
lich geweſen , Dann eben an dem Tag
als der H. Anſcharius feinen Geiftdeira
HErzn aufgegeben / Babenalle ein .
trächtiglich den Religen Rembertum
zum Erabiſchoffen erwehlet. Und haben
ofe beeben Cheodoricus Biſchoff 34
Minden , und Aldegarius Abt des Klos
fters Néu Corb i den Erwehlten juis
er
bem König Ludovico gefühčt/ durch wel.
De er berulich von König empfanger
porden , und die Würdigkeit des Bisa
thums mit Lob des Biſchoffl. Stabs
bekommen ; und Batihn derKönig/weil
VOR wegen des neuen aufgerichten
Bisi
Leben / Regierung und Müfterben . 347
Biſtuhms noch keine Weyh, Biſchoffe
en feynd vorhanden gewefen i mit Vors
Wiffen des Rómiſchen Stuhlsizur Dr.
E bination gen Maink zu dem Ers : Bio
* fchoff Linthberto geſchickt.
Ferner hat der H.Siembertus fich
borlángſt mit dieſemGelübd verbung
den / daß er nach dem Tod S.Anſcharti
bald das Kloſter Leben und Habit an
nehmen wolte. Derentwegen berato ,
fdslaget er ſich mitdem Biſchoffrotha
conſecrirt und geregbet, und fobald et
ordiniret worden gehet er ſnel in das
Kloſter Corbep 1 und nimmt an durch
das Kleid Derſelbigen Profeſſion und
Bekandtniß nach der Regaldes H.
Bentedictisſo viel ihm die Geſchäft und
Arbeit feines angenommenen Bida
thums zulieffen / und damit er feinet
Verheiſſung und Zuſage defto wars
bafftiget mochte nachkommen und gen
i wohnen, bate er idaß ihme ein Bruder
1 aus dem Kloſter zugeordnet wurde /
mit welchem er ihm eine Uibung nach
der Regul zu leben machen möchte, die
er angenommen , undwird ihm auf ſein
P 6 Ana
Der buige in Dånnemard

Anhalten zugeeignet ein fürtrefflicher


Mann im Kloſter , Leben mit Namen
Aldegarius i fo ein leiblicher Bruder
Des Abtei und gleichesNamen war.
Und zwar dieferEhrwürdige Mann,
welcher Fein Fleifſiger Nachfolger war
im Wandel , und der Biſchofflichen
HoheitNachkommling;beſtåttigte mit
vielen andern / daß derHeil. Biſdoffi
Deſlen Leben wir beſchreiben ,von ſeines
Biſchofflichen Amts wegen nichts vera
raumer 7 was zur Möncbirden Pollo
tommenheit gehörig und was ſeig
Vorfabr , feliger Gedächtniß, den Ära
men zu Nuk berordnet i hat er allen
Fleiß angewendet , daß ſolches tåglid
würde gemehret durch ſein Arbeiti auf
daß ſie mehr empfangen möchten ,dann
es war in feinem Biſtum ein ſolcher
Wolbeſtellter reichlicher Spital 7 dag
deßgleichen an keinem Det überflüſſi
ger zu finden sciveſt.
Auſſerhalb reines Biſtuhms und
moer war , hat er allezeit Diener ger
Babti welche den Armen die Pfenning
bas
s
Leben / Regitrimg und Obfterben .
Baben müſſen ausſpenden , und er fe IVs
F
hatte eine Sache an ſeinem Gúrce

derenthalben hangen , auf daß im Ab /


weſen ſeines Almofen - Gebers I er ben
Hotſich håtte den Armen zu geben / zu welo
dem Werder die Seinigen auch ſtets
bermahnete , und ſagte : Man fou un .
, allen Armen helffen ,dieweit
verzüg lich
man nicyt wifſe , welcher unter ihnen
Chriſtus fey, oder wann er zu uns koma
me: Er ſpåndete auch aus ihn Unterlaß
nach der Vermahnung des H. Gregor
Bit i das Almoſen des Worts GOttesi
hiette fleißig anmit der heilſamen Lehr .
Er hat auch aus deſſelbigen Pabſts
Sprüchen ein Buch gemacht /welches
gar guglich zuleſen , und mit ſeiner eis
genen Hand geſchrieben / und etliche
fhóne Epiſtein zu unterſdriedlichen
Perſonen geftellet welche fefe fruta
bar , und voller Erbauung i daß der
#frommetefer leichtlich verſtehen und fes
hén kant proie fehr er ſich in der Lehrund
1 Beten bemühet und befliffen .
Das Amt feiner Legation oder
Bott hafft 7weides gleich erblich auf
fc
P 7 ihn
Yo Der dinge in Dånachtard

ihn gerichtet , hat er gar embrig und


gangwol verrichtet/ und alzeit befoni
dere Priefter ber fich gehabt , durch
welche die heydni dye Volcker das
WortGOttes und die gefangeneChris
ften groft und Hülff empfahen konten
mehrentheils aber hat er ſoldjes felby
ſteni ſoviet ſeine Geſchäfte wollen leia
dent verrichteti. haben aud) die Kirchen
weit in fremdenlanden nicht ohn groffe
Gefahr ihres Lebens , aufdem Meer
und Land welches fchwer gewefen , bes
ſuchet. In welcher Gefahr erdoch ſelbir
Aen meiſtentheils geweſen , daß er wot
mit dem H. Paulo hai fórnen ſagen
Nacht und Tag bin ich geweſen in der
Liefie des Meers. i.Cor. 11. Aber der
H. Geißt if ihm beygeftanden .
Ferner ju Erküfung der Gefanges
nen / hat er faſt fein gankes Einton .
men angewendet / und auch der Kirs
den Geldmeid nicht berſdonetr nad
der Vermahnung des Apoftels Pauli.
2. Tim . 2, einem Diener GOttes ger
bühret fanfftmåthig zu feyn 1 gegen jes
derman : Biſweilen blieb er alſo ber
från
Lebert Kentrung und Abflerben . 351
Randig und unbeweglich auf ſeiner
Meynung / wann die Sachen tractirs
und gehandelt worden / daß er von
niemand darvon konnte abgewendet
werden / folches verrichtet er aber alfoy
und dieſer Geſtalt / daß er gegen ſeinen
Widerpart ! fich mit keinem Zorn und
Bewegung des Gemüths erzeigetrſona
dern vielmebr mit freundlichem gutem
Geſpräch und lieblidhen Geberden mit
ihnen gehandelt/ biß er zu wegen bracht
und erhielte was er bev ſich beſchloſs
ſen und ihm fürgenommen. Und als
er von einem ſeiner Vertragten und
Verwandten gefragt ward / warum er
auf feiner Meinung alſo unberveglich
hart hielte und bliebe ? Antwortet er'a
wasich thun oder laſſen foli das weiß
und lehr ich zuvor aus den Erſcheinun .
gen meines Heren Anſcbarii) was ich
Berentwegen aus ſeiner Offenbarung
bekommeund empfahe / dabey bleibtst
und kans anderjt nicht machen oder
weiter nachgeben .
Er bat audy/ nach Gebrauch der al.
Sen Heiligen i etliche große
Wunders
352 Der Tonige in Dannemard

zeidien gewircket: Dann als er in


Schweden reiſete , hat er zum offtern
die Ungeftůmmigkeit des Meers mit
it
feinem Gebet geſtillet ! hat auch einen
Blinden fehend gemacht, als er ihm /
nach Biſchofflichen Brauch, den Heil,
Chriſam im H. Sacrament der Fira
mung angeſtrichen . Was er ronjt fúc
Wunderzeichen gethan / wollen wir i
berſchreiten .
Als nun diefer heilige Mann and
1 -
tenben ºdomergen an den suffen be
kommen und derentwegen ernſtlich bess
dem Kónig Ludovicu ivon welchemer
das Epiſcopal empfangen / und nach
mals bey ſeinen Söhnen erhalten /daß
der fürtreffliche Mann Adelgarius 1
welcher wie oben geſagt ihme zum
Gehülffen jugegeben mardibeſtåttiget
woerden möchte i wie dann ſolches aus
Vermiligung des Abts und der Brüs
der deffelbigen Kloſters, ſo wol Appros
birung und Zugebung des H. Synodil
geſchehen 7 hat aud ) forthin nichtlang
gelebt : Dellen Tod fid) alſo verháli.
Faft
ard ( cbcn / Regierung und Abfterben . 333
Faft ein ganges Fahr vor feinern
5 € ude Jeiget er etlichen ſeinen vertraus
kten Freunden in Geheim an, es ſeyen
ihme vi Erſchein
el Zeichen und ungen
fürko w
mmen/ aus welchen e a rhafftig
r
wiſſen und wol abnehmen könn da
Me e/ ß
er nicht lang mehr in dieſemLeben bleis
ben werde/ d e r entwegen kommt er 1
2,
Tag vor ſeinem Abſčhied gen Bremen )
Es und ivird am ſelbigen Tag ſeiner Ans
kunft mit einer
Kranckh an
und ob fich wul folche ei tancgkehgeriitffal
Kr enle,
Stunde mehrete ha ſi d o ſt
5$ n r ter ch ch ets
mit Lobgefangen und H. Schrifft bes
mühet i und
kün tige Hinfahr
zu
aus dieſem Leber ſorgffä ltignl ich bereist
n
tet ; auf den ſiebenden Tag vor ſeinem
Abſchiedi ha er da H Sacramen
goal t s . t
der leßten Delung, forwot auch die Sg.
mi Cummuni
on des wagten Leibs und
adin
HErrn Chriſti begehret, welche heffes
Deo
me Arkney er tåglich biß an ſein Ende
18 empfange
n . Demnach ex nun von
dieſer Welt ficheiden wolter fáſt er alle
feine Prieſter und Brüder zu ſich bes
suffen, begelykte und bat umb Vérzeia

bungi
354 Der Könige iu Dågneinart

bung fu er jemand jemahls beleidiget


håtte : Deſſelben gleichen als er auch
gegen ihnen gethan , und ihnen von
GOTÉ dem HErrn Verzeihung ges
wünſchet, den waaren Leib und das les
bendige Blut des HErrn Chriſti abers
mal empfangen , hat er fein heil. Seel
auffgegeben...
Sein Leib iſt begrabenworden(mie
er aus Demuth befohlen ) auſſerhalb
der Kirchen , nahe bey S.Willehan
Sarck gegen der Sunnen Aufgang
Aber der H. Mdegarius, im Bitha
fein Nachfolger geweſen hat nachmale
fein Grab gezieret und darüber ein
Kirchlein gebauet / und in der Ehrdes
heil. Erk - Engels Michaelst und der
beiligen Mårtyrer St. Stephani und
St. Vitigeweihet. Der H. Mann iſt
verſchieden im Jahr Chrifti acht hun
dert acht und achtzig. Bis- bieber
Surius.
Mun wieder auf König Erichen zu
Lommen ſo mufte er mit des obernann . A
ten feines verſtorbenen Bruders Ha
Falds Sohner dem Guthorm / wegen
1

ERICUS . IL .
raindie RegierungA C 847
trapon Anigario in Chriſt ,

hen Glauben bekehret,StartAC.


$ 63
f
Leben / Regierung und Abfterbeanza

i
r
i
e
er Nachfolge im Reiche fehwere A

s
re lo

5
le führen und dieweil Normais tn s


5
L e
tliche Jahre hero die benactsb o n
Länder wie auch Franckreich und m s
i
hringen verwüſtet undberaub eterb en e
gesa s
Der nach Hauſe gekommen und
gen des Raobes in Zwieſpalt Stonis
waren / nun meh r ein Thei l zum ges
c , no
ge ! der zweyte zum Guthorn fi an
Fchlagen hatten : So iſt hierauf richs
847.im erſten Jahr des König zwiſchen
Regierung eine Schlacht belcher
beyden gehalten wurden in fondern
nicht nur der König Erich 7
und
auch ſein Widerpart Guthorm I '
Hofg eſinder wie
faft alle -Miliß und
die
auch das Kunigliche Hauſe i und
Fürften ſelbſt umbgekommen ,

LXII.

Ericus Il.

OIB Jeſolcher Geſtalt das Königl.


Haus auf einmal einen fu kartex
Sturt ausſtehen muſte / wurde der
noch einig übergebliebne junge Erich,
356 Der Könige i Dåimnemard

König Regners Encel, und Sivardi


Sohn /welcher /wegen ſeines zarten Anal
ters bey obberührter Schlacht nicht go
weſen , auf dem Königlichen Throne
hoben. Dieſer wurde wegen ſeiner lin:
múndigkeit Barn / oder das Kindiges
nenneti und hatte gleich zu Anfang feiere
ner Regierung der Chriſtlichen Olaus
ben in Jütland grauſamlich verfolget
und viel Chriſten túdten laſſen ; ja e
nahme vielen ihre Haab und Güter 1
und jagte ſie hernach zum Land hinaus.
Aber der heilige und frommeKembers
tus žoge felbft gen Schlefrig ( ivo dies
fe Verfolgungam meiſten vorgienge)
und machte die Gefangnen mit ſeinem
eignem Gelde top 7 und troſtete dies
felben , ſo daſelbſt in griffer Bedrång
PE
niß waren . I.
Nachdem aber Kunig Erich alſo tys
ranniſiiterin dem Fürſtenthum Schleſ
wig / init den armen verlafinen Chris Am
ften und befander daß fie gleichirol in 2
der Lehre und Glauben an Chriftum
beſtändig verharreten / und ſich durch der
Peine Marter und Dunal i ſie michte bu
auche
ung eni
ier terb
ca n Reg d Abf
6e
C C ebe / u n .
euch To groß ſep als ſi wolterwolter
n e
bſchreck beſanne
en laſſen , er ſich ends
ch eines beſſern , und lieſſe ſich mit dem
lyriſtl
ichen Lehrer und Biſchoff St.
Insg
ario in ein Geſpräch und
Inter
redun hi
g ein / umb erdurch einen
cecht
en G r und von der Chriſtfe leiLſeſhig
n e.e
und G l a e r
uben zu fahren . Wie nun
Ansga
rius ihmehöchſt- eiferig angeles
gen feyn lieſſe i dem König die Lehre
Chriſtl
des ichen Glaubens auff das
Flårſt un deutlich vorzuſt
e d ſte ellen /
rührt GOt de König Her der
e t s s z s
m d
$ aſſen, daß er afelbſt ein Chriſt wur
der ſeine fernere Lebens- Jahr höchſt
løbli r
ch egierter und endlich felig ab
druck v
te & . C. 863. als er orhero zu
Ripe
n, C h r iſto zu E h ren , eine Kirche;
erbaue bat
t te.

5a t aber Ripen / RipJæüt eine bes


rühEmst iſS
e tadt in Nord - land bey
Britann
1 dem iſchen Meer 1 oder der
Weſ Se u de Geſta
t- ey nd an ſſelben der:
gar nahe bey Suder Jütland oder
H S
dem erkugthum chlebwig gelegent:
g fürne
pun dannen viel elehrte / hme

Leut
Der Könige in Dånneinard

Peut kommen ſeyn, und adda die er is


Druckerep dieſes Lands und des Him
Bogthums Schleßwig entſtanden in
auch noch eine gute Schul in 2. Hau
fern neben des Biſchoffs diefes Ortelu
Hof,wie auch eine Theologiſche Les
Stuben und offentliche Bibliothec au
hie. Der ſchöne klare Fluß Mipſan
rinnet an z en Orten durch die Stadti
und madyet gleichſam 3. Stromlein
ehe er ſich ein wenig unterhalb derſel
ben in das Meer ergieſſet.
Und wegen dieſes Dreyfachen Ein :
Bequemlichkeit/führet
fluſſes und guter
audy die Stadt 3. Loiven in dem Was
pen . Und obrovln wegen deſſen ſie in
drey Theil getheilet iſt ſo kommt ſie
doch /wegen der dreyfachen hölzernen
Brucken und der Getreidmühlen , das
dureh ſie aneinander gehenget wird !
leßlich wieder zuſammen. Wer dieſe
Stadterbauet, kan man nicht wiſſen
wird für eine felice alte Cimbriſche
· Stadt gehalten . Den Namen hat das
nabend gelegene Meer gegeben, wels
des vielleicht auch einellzfach ſolches zu
359
Lebeul Regieiung und Ubfterbeit ,
and
bauen :wie ſiedann vor Jac h es ei
DPar n
s
waltige Handelsſtadt geweſen ,
man ſehr anſehnliche Häufer au des
het / wie aus den vielen wanden
10 altem Gemåuer noch zu erſehen ,
was liegt die Stadt an einem fruchtbar
EM
in geſunden Boden , und iſt eine Weil
Wegs von Derſelben ein bequeiner
Portoder Hafeni umb welchen allents
alben herum Infuln liegen , allda von
mterfdhiedlichen Völckern ein gar reis
her Fiſchfang getrieben wird.
Es hat gegen den Abend und dem
Meer allhie ein veſtes Königl .Schloßt
die auch eine schöne weite und große
Bifchoffliche Kircher welche für die als
er åltiſte in den Königreich Dånges
narck gehalten wird, darinnenKinig
Chriſtophorus I.deme der Biſchoff
Hrncfaftus zu Arhufen Anno 1259 .
Sifft beygebradyt / daß er davon ges :
urben ;wie auch KönigEricus Eines
us begraben liegt. Sfivón Duatere
cineni mit einem ſehr hohen gevierds
in von Marmor s und Ziegelſteinen
ufgeführten Thurn von König Erico
Barm
360 Der sednige in Dånnemard

Barn den der H. Ansgarius in da


Chriſtlichen Lehr unterwieſen / umb
Jahr Chriſti 856. am erſten prächtig
erbauetworden . Als An. 1244. Ko
nig Ericus Plokpenninghaben wolta
daß ſein Bruder. Hertog Abel zu
Schleßwig , felbiges Hertogthum ihn
den König als feinen Lebenherrn erken:
nen /und was darzu gehörig/leiſten ſols
ter ſolches aber dem Herkug nicht eben
tvary fondern das Land erblich zu bas
ben begehrtet ſo iſt darauf Krieg ents
ſtanden und haben an . 1247.des Kris
nigs zween BrüderCanutus und Chris
ſtophorus/ ſo es mit demn Abel gebal .
ten / diefe Stadt, ſamtdem Schluß !
in ihre Gewalt gebracht.
limb das Ende des 1 258. Jahrs iſt
jeblings Feuer vom Himmel gefallen
davon Stadt und Schloß verbron:
nen / und gånglich und übel verſtellt
worden ijt. Anno 1299. hatder Bis
ſehoff dieſes Drts Chriſtiernus eine
Schul allhie anrichten tafen / undfrit
bierzu , von ſeinen eignen Gütern , einreg
anſehnliches Gebäu und Einkommen
1

ante

S.I
UTU
CAN
04 ratin die RegieinA g C863
.
‫را‬egyezte löblich und Friedlich

rb A.C. 873 ,
Sta
i
1
Leben /Regierung und Hüfterbeta ra
Cathed
n
ergebe , die noch Schola .
s genannt wird. Im nechſten auc ban
D06
ifchen Krieg iſt dieſe Stadt
ie Schweden kommen. Es haben
ver die Dályneu An. 1645. im Fenner
las Schloß mit Sturm wieder eru
seri als ſie die Stadt aubereit wieder
inne hatten .

LXIII.

Canutus 1. oder Knut.

Cach dem Tode König Erichs des


YA II. kame ſein Sohn Canutus
oder Knut zur Dáhniſchen Regierung.
Der verläugnete den Chriſtl. Glaus
ben wieder, verfolgte aber die jenigen
nicht, welche ihn freyöffentlich bekenn
teni ja er verharrete biß in ſeinen Tod.
in den Unglauben / ob pol das halbe
Rónigreich ſchon bereits der ſeligmas
benden Lehre beypflichtete.
Unter ſeiner Regierung fielen die
Nurmånnerrein zu dieſer Zeit kriegeri
ches/ und bißhero / von niemand iber
pundnes Pulo , Darunter die Dáh
367 Der Königefit Dånnettare
nen die fürnehmſten marenjin das
miſche Reich ſo eben mit ſich ſelbst un
eins ware / ein , wurden aber vum Sam
ſer Arnolfen jenfeit des Rheinst belly
dem Fluffe Tilia / dergeſtalt empfans
gen / daß ſie ihre zween Kinige Goti
frieden und Sigfrieden / famt ihren
16. Fåhnlein einbülfen muſten, auch
aus der harten Schlacht kaum ein
ter der von der Niederlage in DåBu s
nnes
marck Bericht bringen konnte, übers
blicben . Inzwiſchen regierte König
Canutus in Dånnemarck höchftalúd :
fich und lobwürdig biß an fein Ende !
welches fich ereignete A. C. 873.

LXIV ,

frotho vi.
Em beidniſchen Kön.Canut fulge
te rein Chriſtlicher Sohn Fruth
in der Dåhniſchen Regierung/ Dicient
wurde insgemein der Friske, oder Har
refnudei ingleichen der Kleine genannt
Deffen zwar weder Abbas Stadenſis
nuch Adamus Bremenfis gedencken
FROTHO : VI
ratindie Regietag A.C.873,
Rezwang Engeland und andere
Königviche Starb. A.C.889
1
Leben / Kegierung und Abſterbert 353

ondern an ſeine ſtatt einen Namen


Delligo /und nach ihm Olavum einen
Schweden, ſeßen, der etlicheSolymer
und unter denfelbigen Ethñabam un
Siurdum gehabt haben ſolle . Aber
Pontanus hätte disfaus mit Sarunel
und ſagt, daß/ nach dem Bericist der
Dálniſchen Fahrbücher: Frotho nuch
zugleich über Engelland/ woſelbſtHele
ligu umbkommen iſt , geherrſihet habe.
Er war ein Gottsfürchtiger Herr
und tapfferer Kriegsmagn /licie ſich in
Engelland tauffen, und den Chriſtli
chenGlauben durch ſein ganges Kunig
reich ausbreiten . Er brachte wieder
unter ſich alle die Länderi ſo zuvor der
Cron Dånnemarck unterwürffig ges
weſen, ſeşte feinen Sohn Gorm zum
Künig über Engelland/lieſſe die Kirdien
zu Schlefipig und Ripen , melche von
den Feinden des Chriſtlich. Glaubens
waren zerſtöret worden , wieder erbau
en/ und lieſſe eine Geſandſchafft an den
Pabit Agapetum abgehen , mit Bitte
er wolte ihme Chriſtliche und gelehrte
Bifchoffe und Lehrer
in ſein Künigreich
ſena
964 Der Köniacin Dannettare

fenden /aber che der Bote wieder zurú


de kamer gienge er mit Tode ab A.C
889. als er 16.
Jahr regieret/und kurk
vor ſeinem Ende die Kirche zu Arhufen
erbauet batte.
Es iſt aber Arhuſen eine aus den 4.
vornehmſten Städten in Nord - Jútur
land, und zwar heut zu Tage eine Bis
ſchoffliche Stadt ; der Name full ſo
viel als einRuders- Haus heiſſen , weil
Aar in Dåhniſcher Sprach ein Ruder
bedeutet / oder aber derfelbe von den
Völckern Harudibus herkommen . Si
gang ein Meerſtadt und an dem Rand
des Balthiſchen Meers, in dem Mors
gentheil dieſer Peninſel oder Cimbri
cz Cherſonefi, und gegen der Inful
Samſon oder Samſoe über, und gar
wohl gelegen , allda Wålder i umd in
denſelben allerley Wild/ auch Wieſen
und fruchtbare ecker, und zwar beffer
vei ats an andern Orten des Nords
Jütlands /anzutreffen ſeynd/ wie dann
dieſe Gegend mitten gleich in beſagtem
Sande gelegen iſt.

Sie iſt wegen des Meerbafens ein


gro
65 ,

ote midde:
It code an
regieretlen
iirdeju

en eine aust
Ten in No
E zu Taget
Der Nar
-Haus har
te
Cura '
a De by
r r
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bus herhaa

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eerst indenle
minel arco
nd gegen der
amloe záberyw
r
a Wábe !
e
Wild quo
Fern und zu GORMO II
de
Ten ſeynd/ Fonshme fiel Engelandab &r
Starb . A.C.920 .

n
* Merpfe
Seben / Regierung und Abfterben 365
dt da s groffe
gro ſſe Ha nd el sſ ta , we lc he
mt
Vor - Geburg Helleins ſehr ber LEI)
macht. In der prächtigen S.ciernen
tisKirchen ſeynd der Bifchoffe, Pre
laten und Edelleute Begräbniſſe zu le
hen . Und iſt allhie D.OlausWurm
oder Wurm , Medicinæ Profeffur bey
der Hohen Schul zu Cuppenhagen i
Anno 1588. geboren worden. Das
Biſthum allhier i fok im Jahr 1014 .
angerichtet worden , und der erſte Bi
fchoff Poppy geweſen ſeyn. 4. 1644
eroberte der Dbriſt Wrangel diefe
Stadt.
LXV .

Gormo II.

D Chriſtlich und Gottſelig König


Frotho gerrefen, ſo heidniſch und
unchriſtlich ware hingegen fein Sohn
Gormv, dann ob'er zwar von ſeinem
Vater ware Chriſtlich erzogen wors
den /bliebe er doch bey der heidniſchen
Abgottercyz und wolte auf keine Wei.
fe ſich gewinnen laſſen i wiewol er
D. 3
356 Der Könige in Dånnšttard

die Chriſten nicht verfolget fondert


ihnen die freye Religions -ilbung zu :
beffe. Er hielte ſich lange Zeit in Ens
geland auf, daher er auch Anglicus i
und von den Engliſchen Scibenten
Gormund genennet wurde. Wieet
Hach ſeines Vaters Tod fich ins Då
nifche Reich begaber fiele gang
Engele
land von ihm ab. Zu ſeiner Zeithat
Käyſer Heinrich der Erfte die Stadt
Schießwick mit Gewalt der Waffen
eingenommen , und dahin einen Marga
grafen wider der Dåhnen Einfälle ger
feket. Seine Gemahlin ware Thun
rol Ethefreds / des Königs in Engela
land Cochter / die wegen ihrer Kluge
heit trefflich beliebt ware. Der ser
nig Gormu ſtarb 9.897
Hier Fotzen etliche Dåhniſche Scris
benten abermahls zween Regenten
Haralden und Gormen , welche aber
von den meiſten übergangen werden :
Von dem erſtbenannten / nemlich dem
Herald , wird gemetdet, er feye König
Gorms Sohn geweſen / und habe fichi
als ein farger Filzi befliffen t mehr
Reich
Sebeu / Kegierung und Abfterren . 367

Reichthim zuſammlen,alsdes Reichs


Ehre und Wolfahrt zu befördern . Ser
andere aber, nemlich Gørnu Haralds
Sohn ,ſoll ein grauſamer Tyran n gee
weſen ſeyn, dann er lieſſe die Chriften
fanger: tödten und martern ; er hatte
auch die Kirchezu Schleßwick zuin an :
dernmal niedergeriſſen í und greulich
gewütet 7 lieſſe viel tauſend Chriſten
umbringen/ etlichen wurden die Hande
abgehauen / etlichen auch die Augen
ausgeſtochen /andere ſind um ihre Fúr
ſe kommen /vielen ſind Naſen und Dhe
ren abgeſchnitten worden , etlichen alle
Glieder verlåhmet und ze:knirſibetlets
liche ſind vonHäuſern herab geſtürget?
etliche bey den Beinen in den hohen
Häufern aufgehenket worden , darnach
hat man ſie bin und wider in der Lufft
ſchwanden und fahren laſſen , daß ihs
nen Hals / Arm und Bein zerbrocheni
ja den gangen Leib zerfallen, und darüs
ber des Todes worden . Daher iſt
dieſer Konig /Hingrummer das iſt der
grauſame Wurm / genennet worden .
Weil aber dieſe beyde/ wie oben ge
D4 mel
WWW
Der Könige in Dånnemara

meldet, son den meiſten Scribenter


gar ousgelaſſen worden / fo iſt unnobs
rig, ein mehrers von ihnen zu melden .
LXVI .

Haraldus v .
Ach Konigs Gormen Tode ift
ſein Sohn Harald / zugenannt
Blatand/ zur Regierung gelanget :
Zu deffen Seiten haben die Dáhnen
Anno Chriſti 948. den Marggrafen in
Schleßwidywie auch die Gefandſchaft
des Käyfers Ottensdes L. umgebracht
und tie neuen Sådyſiſchen Inwohner
defelbft vertilget ; daher beſagter Kaya
fer in Jütland ausgezogen , die Dah
nen geſchlagen / gant Jütland til
jum euferſten Vorgebürge gegen Mité
ternacht durchſtreifft / undmit Sengen
üni Brennen groffe Verheerung vers
# rſachet.

Man fast/daß der Siegreiche Kays


fer als er ans Ende des Landes ges
Langet) nahe zu dem Geſtade getreten
feyer gegen Mitternacht geſehen / ei
0
20

HARALDUS V.

itrat in pieXegie :A -C 920 Brach.


iteSchlebuig Werbland und Linge
and an Dernenarck. StarbA ”
990 .
Leben , Regieriing und Abfterben . 36 ,
ne langen ins Meer geworffen und
dem Meer den Namen Ottefund ges
De
geben habe. Kønig Harald zog m
Kayſermit einer groſſen Armee entges
gen ließ es aber bald zum Frieden Eume
men 'nahm fo fort die Heil. Chriftliche
Könige
Cauff an , und unterwarf das
reich Dånnemarck dem Róm . Reicher
erſchien auch , wie Cranzius lib . 4 .
20.Daniæ will/ hernach auf Käyfer
Dttens II . Ausſchreiben , bely DES
Reichs Verſammlung zu Alſtadt in
Chúringen / und gelobte dem H. Rom .
Reich allda /treupflichtig und tributbar
zu ſeyn ; ſeinen Sohn den Svenonem ,
hat Kayſer Dtto I. aus der Tauffe gee.
hoben / und nach ihm Svenotto nen
hen laſſen .
Einige thun hinzu, daß auch Haral,
# Gemahlin / die Gunilda/ und das
ganke Königl. Hof- Geſinder in einem
Bache, unfern Schleßivick , den man
die Helligbecke nennetz zu famt Has
taldo getauffetworden ſeye.
Nachdem Käyſer Otto fich wieder
in Teutſchland begeben haben die Dås
DS nen ?
Der Könige int Dårtnernard

Ren, funderlich aus Anfchickung der


Königs Mutter/ der Thyræ , oberhalb
Echleſwick und Gottorff den groſſen
Graben und Wall ziviſchen der Oſts
und Weft -Seej 8. biß 9.Meilen breit |
aufgeführet/ umb die Eeutſcheni "vons
unverſehenen tlberfáulen /undden Dås
nifch. Orangen hierdurch abzuhalteni
welches Werck man nach der Zeit Das
newerck oder Danewirek nennet.
Gedachter Konig Harald hat die
Chriſtliche Religion
durch gansDån
nemard und Norwegen mit groſſem
Fleiß befördert. Adaldagus/Erzbiſchof
pu Hamburg /gab ihm Biſchoffeiwelche
im Knigr. und denen anbenachbars
tenJnfuln predigtē und die Heiden be's
kehrten ; weil aber viel groffeHerzen ins
Lande urveranderlich bey der Abgöttes
rei blieben , und die Chriſten inn- und
auſſerhalb Reidis verfolgten , beredes
teu ſie endlich den Svenotten /daß er zu
ihnen wieder umbtrat , und fofurt den
Vat rund König aus dem Reich very
drångeter der endlich zu Wollin in
Pommern unter den Heyden geſtuu
ben !
Seher / Regierung and offerken .

ben / ſein Leichnam aber nacher Stute


Fehiiden in Dånnenarck geführet Dør.
Den iſt A.C.980 .
Hier giebt es Gelegenheit / etwas von
der Stadt Rotſchild zu melden ; Diete
Stadt/ vor Zeiten ein Biſchoffi.
darinn das Confiſturium Daniæ ifti
und ein ſchöne Kirche , in welcher das
Königliche Begräbniß Chriſtiani Reo
gis I.und Friderici II.ſtattlich zu ſehen /
iſt eine berühmte Biſchoffliche Stade
in Seeland í und zwar die fürnehmſte
aus denen/ fo in folcher Inſul wol im
Eande gelegen / und vorzeiten die gros
Sfter welche vom König Rue dem Ano
bern diß Namens, des XI.Kónigt in
Dånnemarck / einem Sohn Königs
Haldani des I. wieman wil, und dem
Wort Hille, das iſt ein Brunn /wels
cher dafelbft an einem etwas erhöhten
Drt herfür quillet /und in ſeinem Ab
fall fieben Múblråder treibetiden Nas
men haben foú .
Esliegt benebens dieſe Stadt auch
c h e an einem groffen und fiſchreichen Mecis
bufen Sfora / und insgemein Frefiort)
26
rd
372 Der Könige in Dånnena

genannt ; ſie iſtvor Zeiten des gangen


Königreichs Dannemorck Hauptſtadt 9
oder der Käunigliche Sigrund folgends
Das Haupt des Seeländiſchen Bißr
tlums geweſen , welches Svenotto
der König in Dånnemarck/Norwegen
und Engelland geſtiftet / und zum ers
ften Biſchoffuins Jahr 1012.Den Gjes in
rebrandum dahin geſeket ! Die Stadt
aber hernad ) Šveno Gratenhede am
erſten mit einer Maueri Wal und
Graben umgeben hat: Doch ſoll auch
zuvor fionig Haraldus , des gedachten
Svenvis Vater, ein gar kóſtliche Car
pell erbauet haben / dahin man ihn und
feinen Syhn, deſſen Córper aus Ens
gelland gebracht worden , gelegt hat :
und daß es ein ſehr alt berühmte und
prachtige Stadt müſſe geweſt feynt
Das geben gar viel zerſtöhrete Kircheny
deren 27.geweſt/wie auch das alte Gje
mauer, von den Königlichen Häufero
und Kloſtern / gnugſam zu erkennen .
Heutiges Tags iſtdie Biſehoffliche
Kirche oder Thum allda noch übrig/ im
/ nd
welchem das Thumſtifft erhalten u
fels
Seben / Regierung und Xbfterben . 373

ufelbiges . mit fürnehmen gelehrten


Månnern oder Evangeliſchen Eanu,
nicis Berfehen wird : baber, und Czuch
i Des bequemen Lagers und der Kin églis
chen Begrábniß halber / diefe Stad
nuch in gutem Beruff iſt. Dann biei
Kønige auch andere Fürſtliche und fairs
nehme Perſonen in folchern Thurn cu .
ben ,und darunter König Harald und
Kinig Sveno Eſtrithius 7 der umbs
Sahr 1074. geſtorben. König has
ralds Grabfchrifft lautet alſo :

HARALDUS REXDA
NIÆ , ANGLIÆ ET NORVE .
2 GIÆ , PRIMUS FUNDATORI
HUJUS ECCLESIÆ .

Tergeminus fuit Haraldus dur


fceptriger omni
Temporis excurſu pace beatus
erit.
Cæfaris innumerum donec furit...
agmen , & inde
WW
* Climata Jutonica dilaniata jacent.
27 CON
374 Der Sünige in Dannentard
Confilium numini felix , Rex gur .
gite facro
Merfus init fuperis fædus ; & ar
ma jacent.
Funditus hafce Jovi fummo tunc
condidit ædes,
Quosque per id memores duxerit
alle fui.
SVENO etiam abluitur ,præter
placitum , ſua proles
Præcipiti rabie qui ftrepit armi.
potens ,
Imperii fiquidem generofi fata pa
rentis ,
Cæca libido parat , fpicula miria
necant,
Pott natale DEI , dum fcripfimus
octoginta
Nongentas meruit ( candere cella
poli.
Obiit Anno 980

Es liegt in gemelter Kirchen auch die


machtige Königin Margaretha in
Dannemaxck , Schweden und Nors
wegen fo A. 1412auf dem Schiffr als
fic
Seben / Regierung nud abfierbent. 375

te von Flensburg nach Haus fahreri


polter geſtorben / gang prächtig in eis
nem von weiß nnd ſchwarzem Marmet
gemachten Grab. König Albrecht in
Schweden hatte ihr einen wol zw . Els
len langen Schleiff -Stein geſchicketi
í daß ſie an ſolchem ihres Frauen - Zims
mers Nadeln und Scheeren fchleiffen
Fonte : der dann an einer eiſernen Kete
ten /noch in dieſem Thumu. Deſſen Chor
an einer Sáule mit eiſernen Klammern
angebeffteti zu ſehen . Es iſt ihm aber
dieſer Schimpff ſehr übel bekommen /
indem er ſamt feinem Sohn Eriches
Anno 1388. von ihr /derKönigin in ein
ner Schlacht überwunden , und gefan ,
genj auch bey ſieben ganger Jahr lang
beede nicht loßgelaſſen worden ſeyn /bit
er Anno 1395. ſich ſeines Rechts am
Königreich Schweden verzichen 7 und
die Hanſee-Städte für ihn deßwegen
Bürgſchafft geleiſtet haben .
Es iſt zwar dieſe Kirchen An . 1443.
von einem unverſehenen Feuer im
Rauch aufgangen, aber die funderbar
* Sacen darinnen ſind erhalten wow
den :
mard
376 Der Könige in Dånne

den . Und ward hernach folche fein


wieder und darzu auch die Königliche
Capell erbauet, in welche Chriſtianus
I. ſeinen Vorfahren Kún . Chriſtophen
hat legen laſſen . Es werden ſonder:
lich der KönigeChriſtieni III. und Fri
derici II . Vaters und Sohns Grab
Etädte / wegen des anſehnlichen
Wercks / allda gelobet.

König Chriſtianus IV. hat Anno


1615. eine neue Königliche Begråbs
wiß an diefer Kirchen gar Atattlich zu
bauen angefangen. Aus den Gelehr:
ten liegt im Thum unter andern auch
Nicolaus Hemmingius ein berühmter
Cheologus und Canonicus alhier/
in den Flecken Enbole in Laland gebur
sen worden und Anno , 1600. im 87.
Falir feines Alters geſtorben deſſen
5 Epitaphium iſt bey Heldvadero
folgendes Inhalts 34
E
tefen : I

DOCT.
Leben / Regierung und Abfterben . 37

- DOCT . NICOLAI HEM .


DESAINGII, CANONICI RO,.
SCHILDENSIS CINERES
NIC QVISCUNT .

7:45. QVI PRIMUM FELICI ET


EURELABORIOSA OPERA IN ACA .
AN DEMIA HAFN . ARTIUM ET
LINGVARUM STUDIA , MUL
TORUM UTILITATE PROPA
GAVIT : THEOLOGICÆ PRO
FESSIONI ADHIBITUSEAM
LUCEM SCRIPTIS PROPHE

TICIS ET APOSTOLICIS , ME
THODI BREVITATE ET
CLARITATE ATTULIT , UT NON
SOLUM NOSTRIS , SED CUNCTIS
Toda
EUROPÆ DOCTIS , ADMIRATIONI
arben FUERIT . FATALIBUS THEOLO .
GORUM CONTROVERSIIS PRÆTER
EXPECTATIONEM INVOLUTUS ,
INNOCENTEM SERVAVIT NUMINIS
BENIGNITAS : OB DIUTURNOS IN
SCHOLA LABORES , GRATO FELI
CIQ :
DO !
Der Könige in Dånnemardt

CIQ; OTIO DONATUS , SENEX SA


TUR VITÆ MORTALIUM CURAS
INANES CONTEMSIT , DEO SEK
VATORI SPIRITUM FIRMA FIDI
COMMENDANS , MORITUR ANNO
M. DC . DIE XXII. MAI. VIDUA ET
HÆREDES BENE MERITO POS
VERE . ?,

Es hat ſeine Ruhe auch da /


der Saro Grammaticus / lo alt:
hie Probſt geivefen /und im Jahr
1204.die Welt geſegnet : Deften
Grab :Scrifft alſo lautet :

Qui vivens, alios æternum vivere


fecit
SAXO GRAMMATICUS CUS mor
tuus hic recubat.
Mortuus extincto fed tantum core
pore , mente
Qua valuit , magno vivit & inge.
nio .

Undo
Leben / Stegierung und Abferden . 37
9
Inde hanc deſcripſit Res Danica
venit in oram ,

E Quæ jacet Arctoo' proxima pone


. polo ,
Danorum Regum repetens ab ori.
gine ftirpem ,
Et quz quisque fuo tempore fata
tulit.
Qui Regni tractus, tetraque marig
patentes,
' Qui populi mores ,vitaque qualis
erat ,
Tum quæ præftabant Herorum in
pectore vires ,
Quæque Gigantzæ corpora mo
lis erat ,
Hinc qui Danus erat virtuti junétus
& ' armis,
Qui tenuit regnis , regna ſubacta
'ſuis ,
Non modo vicinis metuendus gen
2
tibus, ipfa

Mi Hoc ne Roma quidem libera ab


hofto fuit.

Nec
Der Könige in Dannemard

Nec tandum ifta ftylo deduxit fach


1 foluto
Sed vario ornatum carmine piu
xit opus.
Quæ nunc perpetua premeretur
nocte , nifi hujus
Conſpicua ingenii lumine facta
forent.
Ergo locum hunc, qui funus habet
venerare viator ,
** Eximium patriæ nam decus ille
fuit.
Er wird deswegen hochgehalten 1
weil er zu einer ſolchen Zeit gelebt, da
die guten Künſte danieder gelegenler as
ber gleichwul ſehr gelehrt gewefen /und
folche Sachen an den Tag gegebent
die ſonſten wegen ihres Alters unbes
fandt blieben wåren und zum Theil
gleichfom unglaublich ſcheinen . lind
hat ſich auch Eraſmus Roterodamus
nicht genugſam verwundern können ,
daß zur felbigen Zeit ein Dåbnis
fcher Mann fo zierlich / ſchön und
wulgeſiellt in Lateiniſcher Eprach die
Dáhniſchen Geſchichten beſchrieben
hat.
{ com / Regierung und Kofferben .
ramm
Dahero ihm der Name tl
hickligkei
itici/wegen ſeiner Geſc um .
* gruiſen Kunſt und hoher Art Zutcome
n ( Deren er ſich in ſeiner Hiſturige
felbigen
kuuchet/ welches becdes zur
eit gar etwas felgames geweſen , uns
ndere es ihm nicht haben nach thun
onnen ) gegeben wurden . Saru ini
ein eigener Mame / Dann er kein
Sachs iſondern ein Dånnemärcher
aus Seeland geweſen .
Anno 1523. iſt dieſe Stadt abges
brennt, und nicht mehr ſo prächtig , als
ſie vorhin geweſen , auffgebauet wors
Den . Anno 1531. haben die Burget
allhie St. Lamberti Kirchen zerſt hrt i
den Plaß mit demKirchhof zum Mard
verordnet/ und da der bobe Altar gee
ſtanden , den Pranger oder Kack bea
Papiſten zum Schimpff und Spotti
1
auf jerichtet. Anno 1647. um die Zeit
des Heumonats reund zu Ruſchilden
160. Häufer abgebronnen. Aber ges
nug von der Stadt Ruſchild . Wir
nase wenden uns anjeko zu König Haralde
Machfolgern.
LXVII.
Der Könige in Dinneinard
LXVII.

Svenotto
veno . oder SI
Veno/ oder Sverotto / war ein
guttloſer Sohn eines frommen
Vaters, der nach der Vertäugnung
des Chriſtlichen Glaubens die Chriſter
grauſam verfolgte derohalben er auch
weder Glück nocy Stern gehabt. Er
legte die Stadt Stade in die Aſche
und verſtóbrte alle Länder an der Élbe
gelegen ihre FürſtenSighied und Dich
terid nahm er gefangen/lieffe den Leu
ten Nafen und Ohren abſchneiden .
Hierauf aber wurde er von den
Wonten dreymal gefangen und fame
ohne hochgiltige Rantion nicht loß1
und wurdedas lentemalvon den Fraue
en mit Darlegung Foſtbarer Kleinodia
en wieder ranzioniret /mefivegen er ihs
nen dann einen Part in der Erbtheis
lung verwilliget. Vum Fenig Erio
chen in Edweden wurde er aus gang
Dånnemarck verjaget / ind des Reichs
ganger ſieben Jahr beraubet.
Lins
LXVIL

tto one

veno.
cer Everotte
Cabn eine
Die der Ver
Claubens di
2:10 Derobas
rzech Sternchen

aftenegen
n
gefa
contes
Dhreni
6cm nun !
malartigo
ige Haneman
5 lettemai buna
ung Fotwores
oniret/ nocima SVENOTTO

in Part in der Trafindie Xegiez: A C980 hatte an


ct. Pum margs ſchlechtes Glüct bekam endlich
denmurie er
eejaget unddaEng s eland unsSorwegeSkarb
n
b e r a u b e t
ihr
U

T
Sehen / Regierung und Hofterben . 383

llnterdeſſen weil König Sveno in


keinem Erilio ſich in Schottland auf
hielter gedachte er an ſeinen Treu- und
Glaubens - Bruchy gienge dernnach in
fich , wandte ſich in waarer Reu und
Leid über feine Sünden/ zu GOTTI
und Fenge nunmehr an , anderweit ein
Chriſt zu werden , lieſſe ſich auch auffs
nene in Schottland tauffen und
GOtt lieſſe ihn hierauf fo.glückſelig
Tein/ daß er wieder in ſein Königreich
faire ; barn inzwiſchen ſtart kinig
Erich und verledigte ſich mit ihme das
Dåhniſche Reidly welches Sveno nun
wieder einnahme / und bald hernach
durchgehends zuin Chriſtlichen Glau .
ben brachterund im Königreich) hin und
wieder viel Biſch : ffe einſekte.
Nach diefem befriegte er Engellandi
und nahme Ronden und faſt das gan .
te Nieich ein / übermandi dafelbft Den
Sünig Edelreden 1 und verjagte ihn ;
machte ſich hernach an Norwegen /und
brachte folch Reich ebenfalls unter ſich .
Er ſchaffte den heidniſ. Gebrauch des
einzelnen Kampfs ab/ und verordnete
Dera
334 Der Könige in Dånnemar &

dargegen /daßman /zuBewahrung Feu


Her linſduld, ein glúend Eiſen tragen
følte. Zeit feiner Regierung lebte ein
geborner Süder Jütlånder aus Nord
Friesland, mit Namen Poppd , der
ware im Chriſtlichen Glauben treflich
gegründet, predigte viel im Lande , und
ſtellte die Abgétterey ab . Er hatte eis
ne geraume Zeit ſeinen Sig und Aufs
enthalt zwiſchen Schleßivick u . Flenss
burg an der Heerſtraffe bey den Waſs
fer/ da er zu tariffen pflegter fo etiger
Zeit daher noch Hellibeure genant,und
das Holß dabey Pappeholt_geheiſſen
wird. Er iſt anfängt dyein Diaconus
Bremenſis genieſen und hat von des
Königes Erici Zeiten hery von Chriſto
an dieſen Dertern geprediget/ und mit
Wunderwercken u . Mirackeln beſtåts
tiget/ und viel zum Glauben bracht.
Zu dieſen Zeiten bielt König Sveno
einen Reichstag zu Wyburg in Fút
land / daſelbſt ſich mit ſeinen Kåthen /
denen von der Ritterſchafft und zuber
hörenden Landſaffen zu berath fhlas
sebi ob ſie wulten die Abgötter fahren
laf
leben / Regierung und Abfterben . 31

enjund den Glauben an gsfumChri


tum ſämtlich annehmen .
Da hat ſich der Heilige Poppo auf
angeſekte Eagleiſtung auch begeben
ino alda um Audieng gebeten /welcher
ihm auch von dem König zugelaſſene
worden . Hat alſobald angefangen
und aus Bibliſcher Schrifft bewah
ret und berpieren , daß JEfus Chriftus
der verſprochene Meffias und Hepland
der Welt fey . Aber es haben ſich die
abgottiſchen Prieſterda hefftig wider
geleget / und die Landraſſen dahin bere.
Det/daß ſie alle geruffen und geſchroen ?
»fie wolten bey ihren vorigen Göttern
bleiben .
Alsdann hat mehrgedachter Poppo
angefangen und geſagt : Wann er
tónne mit Anruffung des Namens
JEfu Chrifti / feine blofe Hand in ei
nen glúenden eifernen Handſchuc ſtes
den 1 unddenſelben ohneVerlekung
des Leibs tragensfür des Konigs Fuffer
ob ſie denn wolten glauben ? Da haben
fie alle geſprochen ,iakonte er das ihung
ſo wolten ſie glauben. Er ſprad 1 - ſie
till
füle
385 Der Kdulge in Dannemark
folten ihm den Handſchuch alſo zughte
richt bringen laffen / welches geſchehen re
Hierauf fångt er an und ſagt: Flic
dem allerheiligſten Namen und Kraft
meines Gottes und Herrn Jelut
Coriſti ftesfe ich meine Hand in dieſen
gluencen Handſchuchrund damit feintu
Hand darein geſtecket i und hat eine
jiem , se

deß Königs Svenonis Fúffe alsdann


niedergelegt í und feine Hand alda
månniglichen unverlegt gezeiget und
gerpieſen / und geſagt : Laſſet nun eure
Prieſter herkommen i kan nun einer ing
Namen ihrer vermeinten Götter min
ſolches nachthun ſo wil ich von meinen
Predigen bey euch ablafſen / und ih
Eonnetbey eurem Glauben bleiben ; ar
ber die abgdutiſchen Prieſter baben
ſich ausgedrehet, und ſind davon ge:
gangen ,
Hiemit iſt Konig sveno mit ſeinen
Unterſaffen betebret undzum Chriſtli,
chen Glauben gebracht worden . Der
Kénig nahm den Erzbiſchoff von Bres
meu Adaldagum zu Þúlffeider wepbe.
Cében/ Regierungind Abfter a
Be
B
i
dte den vielgemeldten Poppo za o
e c u m i m B
schoff zu Århus ! Sari zz i
o
Schoff zu Schleſwig . Helff dag um
fchoff zu Kipen Gerbrandum zum

otrobild. rer
( choff iuiTi iche Leb
Hiem t wurden vid treftfl
r eführe 1 da ethet
vund Predige hereing
e a ete
d
fid -die rechte gålder Zeit . Da b
manhin und wieder Kirchen und SDE
r r ten
teshäuſe / Daten die Könige Fúrs
Ritter, die vom Adel auch Burger und
Bauren fich befiziſſen und wurden
nicht allein die alten Salaria i formirane
biß daher an Gókendienſte gewendet
den Chriſtlichen Biſchoffen und Pries
ftern eingethan / fondern auch an Rens
regeld ,Holgungi Aederii Wieſen und
Meyde nidxs geſpabret/ damit die jes
nigen verforget würden /ſoden Weg zum
Seligkeit lehren und predigen fodten
Niemand wolteder geringſte feyn .
Poppo brachte es ſo weit / daß die
n
Matrone : Frauen und Jungfrauen
ih re gü ene
ld Ketten und Kieino ,
dieo und fchone Sammet und feir
388 Der Könige in Dånuemart

dene Kleider / velut inſtrumenta lu


xuriæ von ſich thaten / und GOtt 20
Ehren / zu Erbauungder Kirchen , und
Anrichtung desGottesdienſts (dende
ten /und wurden viel herzliche Meßkleia
der verfertiget und gemachet.
Endlich iſt der König Suend in En
gelland geſtorbent Anno Chrifti 1014 .
und wardzu Eborac zur Erden beſtåt.
tiget. Von dannen er in Dannemarof
geführet / und zu Rofchild bey ſeinem
Pater begraben worden .

LXVIIL

Haraldus ni.

Soch bey Lebzeiten des Königs


Sveno i als er ſich in Engeland
aufhielte, und ſelbiges Reid's Voicer
bekriegte / regierte fein Sohn Harald
der Sechſte in Dånnemaro begieng
aber nichts Gedächtniß -würdiges und
wird deßwegen von den meiſten Dåb,
niſchen Geſchicht- Søreibern gar aus .
gelaſſen. Unter ſeinem Bildniß mer .
den
US
LD
RA
HA VI e.s
Regi
er
f e b e iſ e i n es Vertriebn
s n
ter itenü hte
Şat LebSe Perric .
chts ches
feri Löbli .
289

OX
OX

CANUTUS II
Tratin pie legierung 4.C.1034
hafteúntelich Peñentarf Itome
senSchwede, Engelandu -Normandie
Starbit & ugelans. A. C. 1036.
Leben / Regierung und Abfterben. 389

Den hiervon folgende Lateiniſche Vers


ſe geleſen :
Numina bina beant magnorum No
mina Regum ,
Hinc Themis, inde Jovis filia pro
fperitas.
Hacego præftiterim , five illâ, neutra
an utrâque,
Quod nemo fcripfit , legere nemo
poteft.

LXIX ,

Canutus 11. der

Groſje .
Anubus . oder Kund der An .
udere i Dieſes Namens / ſonſt
aud) der Groffe genannt i ein Sohn
des tapffern Konigs Svenons / ein
Gottsfürchtiger /Chriſtlicher und from ,
mer Potentat , erlangte das König .
reich Dånnemardinad ſeines Vaters
tódilichen Abgang : er feste Den En.
glifdyen Krieg fortí und nachdem er
mit dem Engliſchen König Edmund /
R 3 dem
39 De Kö i Då
0 r ni nn
ge cm
de
m
II . fe la
b
ve
r ar gef
r ng g e d oc
lie er es zu ſoel bVle
icrg httom ,
ß che h le E en
me / da da Kö m icng d
n ß s ni h el
un De fol g
gle re ge we
l
te nd te ich ich the anr
r e il oe
et
d Weil aber Befagrer Edmunð unis
e
n
pertångt o hierauf von den Seinigen
m
umgebracht iworden , iſt Der groffe [ 10
n
gutus . allein Kća a ig über gang Engels
0 / ha de
t s
Edetreds Wittib Emmam geehlia
ger.
Er hatte ihme eine groffere und
mehr umfangene Regierung als alle
ſeine Vorfahrer erworben , und feie
nen ſiegoreiden Scepter nebens Dåne
nemarck und Engelland * auch über
Norwegen / Schweden und das
Bendiſebe Land erftredet und Herra
Ichen laſſen . Es ward ihme Haral
dus lobbenannter fein Bruder 7 zum
Mit Riegenten bey der Dåhniſchen
Regierung zugegeben , der aber nach
Canuti ode den Scepter feinem
Sohn als tedyta maligen Erben
übergab .
Eri
Leben / Regierung und 316fterben .

The Er / DerKönig Kanut / ſtunde dem


Reich 22. JahrmitPerſebungChriſt
Jicher Lebre lo uſt - lóblich vor / gabe
viel guter Gerege i hielte einen wolbe .
ſtellten Hofe i beförderte Feine treue
Diener vor andern . Unter andern
gab er in dem groſſen Engliſchen Zug
den alten Dähniſchen Themmern und
Bannern 7 für ihre treue Dienſte /
qild und Helm .
Ér ſtarb Anno 1036. in ſeinem leko
ten Krieg / den er wider Richarten den
II. Hernog in Normandien geführet 1
cines natürlichen odes .
» An feinem Hof in Engelland war
ein Hof. Fuchs 7 welcher zur Flatteriel
feines Königs Gewalt über die maſſen
großmachte : Als aber einmiais fiar
nutus zu Sudhamton an dem Meer
te faßi und folder wider fein Vers
bot aufftiege i wild ihme die Füſſe nas
machte : Stieg der König lo balo
von ſeinem Stul au und ſagte : Es
fod jederman wiffen / daß der Könige
Macht nici)tig und eitel 1 und daß keis
meri auffer Demet welchem Himmel I
R 4 Com
9
ard
392 Der Könige in Dannem

Erd und Meer zu Gebot ſteheni ein


König- zu nennen ſey. Und bat nad
dieſer Zeit Kanutus ihme niemals die
Crone wieder auffeßen laſſen . Seis
ne Lånder bater alſo vertheilet / daß
Harald Engeland i Kanut Dånnes
markt und Sveno Norwegen bekom .
unen .

LXX .

Canutus 111. der

Darte.

L8
Zeitliche Leben beſchtoffen batte 1
trat fein Sohn Canut der Dritte /
in die Dåhniſche Regierung. Er
wurde Durus , oder der Harte genen .
net / weil er anfangs ſtreng und uns
barmherzig wider feine Unterthanen
verfuhrei bernadh aber ånderte er dies
ſen ſeinen harten Sinn í und führte
ein trefflich löbliches Regiment. Er
rpolte ſeinen Bruder Svenonem in
dem durch ſeinen Tod verledigten Kos
nig,
Dánnemang
ebot firker
ఆయు

sen left
verchake
Bahut?
Pornega

th

n
berblyfe
eder
g
Regierun
det bare

ile Ultra HARDI CANUTUS. II.

e deporting Cratindie Regiering A.C.3036 .


/ i führte Friegmit þein König in
t
Regianes
m a ce Yorwegen Starb A.C. 044
Bor
23 .

MAGNUS

TratinsicKegiaắng A.C.1044 ,
Srlegte dieFender Stürktemid

Deur Fifert ins Stab A.C.4048


r

1
Seben / Regierung nud Åbfferbena 39

nigreich beerben 7 und alſo bepde Cro


nen zuſammen bringen .
Die Nuripeger aber wurffen einen
befondern König / Magnum , einen
Sohir Dlafen des Heiligen / auf , mie
dieſem vergliche fich Canutus dermaja
Fen7 daßwelcher unter beyden den an
vern überlebte i beede Königreiche ber
halten ſolte.
Als aucty Anno 1040. Tein Bruder
Haraldi könig in Engelland, mit Tod
abgienge , mafſete er ſich dieſes Reichs
ebenfaus an i handelte mit den føre
nehmſten Herren gar tyranniſch fieler
nach zwen jähriger Reiche , Führung
bey einerHochzeit plóklich vom Stuhl
und ſtarb Anno 1042. als er 6. Sabre
regieret hatte ,

LXXI.

Magnus .

ObaldKónigÇanutus geſtorbent
tamen / vermoge obigssemeldter
Erb , Verbrüderung / die Eront auf
NS MUS
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394 : De K f t Dán
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M a f tdeie g es alf d
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ch ſ
al rienic En
iſ ig
d hn n
lan dem Då Kön ei
d e
En .
Sumo berlohy, fein eignes Reich ?
und das Dåhnſoeward ihmenicht zu
.
hinweg und in Schroeden zu feiner
Verſicherung begeben.
König Magnus hingegen war ein
from
Art

alfor
nem

hume met SVENOL


annetaan
ratmdie tegiering A.C - 1048
Ilegierteslafangs ſehribe her
aber que Lobuutrdig Starb
nach AC 1024 ,
from
N6
-
Seben/ Kegierung und Übfterben . 395

frommer und geſchickter Herr s uno


regierte höchſtleblich / erlegte auch die
Wenden in einer groſſen Sdlachty
INID Ivard endlich / nachy fechsjähriger
Regierung / Anno 1048. von ſeinem
Follerenden Pferd umbs Leben ges
bracht.

LXXII .

Sveno 11.

Veno der Andere / des groffene


S Canuts Schwefter Elthrithæ i
oder Margarethent Suba / erlangte 1
nach König Magno, die Regierung
als er ſich eine geraume Zeit in
Schweden flüchtig aufgehalten hatte.
e
in
Se

fcher Herrı mit Namen Ulff Trugels


len Sprägelerg. Sein Lir - Anhere
fulle / wie man fabuliret ) von einer
Schwediſchen Jungfraú ,die ſich in eis
nen großen Walde von ihrer Gefart
[chafft verlohren und irre gegangen !
NG und
ard
Der Könige in Dánucu
3 9 6
und bernad von einem groſſen Båren
gefchwangert fepn folle i ſeyn gebohren

worden .
Dieſer ſein Ur -Endel, nemlich Kids
nig Sveno Eſthritius genannt i war
ein gelehrter / und den Gelehrten gnås
dig zugethaner Herz / unter denen er
dann ſonderlich Adamum Bremenfem

vortrefflich geliebet.
An feinem Hofe war auch Sveno
Norvagus / ehemals Amtmanni und
Darauf Prieſter i welcher einſten an
hatt daß er lefen ſolte : Deus Regem
famulum ſuum protegat , geleſen
hat : Deus mulum ſuum protegat ,
hat ſich aber hernach auf das Studies
ren geleget und ift ein gelehrter
Mann , auch endlich Biſchoff zu Ros

fbild worden .
Erider König, führte ſchwere Kriege
jur See , mit König Harald Haar
drade von Norwegen / fo da ware Kór
nigs Magni Vaters Bruder 1 melo
der die Dåbniſde Cron an ſich zu
bringen gedachte i und ward endlich
DET
t
cben /Regierung und Abfterben .
der Vertrag zwiſchen ihnen getroffen
alſo daß ein jeder mit dem ſeinen ſich
foite begnügen laſſen . Aber nady Kom
i g a r a l d s ó d t l i c h en intrittibeka
n H t H
n
er Norwege unter fid ). Er ſtrebte
jaber
ch nach Engelland ch
vergebli .
10au s
* Aus ihme i als anfang tyranni.
, ein gofts .
vichcehntKiö g
gnind/ wr urde erndlich ſ
für u f omine Regent der
i e d l i che mer
Aiffte t e unterſ c h Biſt ú h 1
anter denen die zu Lunden und Wys
mſten waren . Von
burg die vorneh
W dieſen bepden wollen wir , ehe mir wei .
ter fortfahren i ein und anders zum
k ienliches ingen nicht
Zwec d beyzubr

n er ſtlich unden rzeiten


lafiffteab
ers
untE . er L vo
fliche
clicbble Haupt- und Erabiſchof Stadt
o nen ia n
S w a n S c h o d e r S c a n u n d deſſe
a e r r i t
Chea il n /tro Turanj oder Corneh
g e n n r d e f e n
Ti nen w
i / gew i bon der die
h r eäh e ſ e ralte eimen aben
D d i u R h :
Den sidi Chriſtus lod ſig foder
Stod Lundor Scanor fegerfte

goode.

fid Das
d R7
en
398 Der Sonige in Dánnenard

Das iſt : Als Chriſtus gebohren wors


den, feisen Lund und Sebanur (fu jest
nur ein Marektflecken / auch in Schos
nen / und drey Meilen von Ellenbogen
gelegen ) in gutem Wulſtand geme
fen .
Von weme aber / und wann Lund
C fo auf Dåhniſch einen Luft- Wald
bedeutetrino es noch eine luftigeStadt
ift) erballet worden , das findet ſich
nicht. König Woldemarus III. hat
ihrumbs. Jahr 1360. die Freyheit ges
benrdaß ihreBurgerund Einwohner
durch gang Dånnemarc / ihr Gewerb
ohne Reichung ein ges Zolls und ders
gleichen / frei treiben mochten . Und
ſeynd allda cuf dem nahend gelegenen
Hügel vor Zeiten die Könige und auch
Chriſtianen I. der erſte aus den Gras
fer von Oldenburg vor der Stadt ers
wählet worden
Es liegt Luuden nur ein Meilwegs
vom Meerz und war vor Zeiten mit eis
ném Wall und Gråbent gang umbiger
ben und hatte Orey Thor ; aber nuns

mehr weil der Walt niedergerilſene.com


Seben / Kegierung und Xbfterben . 399

wtan man an mehr Orten in die Stadt


tommen .
Es fullen vorhin gar viel Kirchen /
und darunter nicht weniger als 22 .
Pfarikirden alhier geweſen ſeyni un.
ter denen die S. Lorenz- Kirche adezeit
für die Haupt- Kirche gehalten worden
ats Die faftmitten in der Stadt geles
gen / weit , hoch und ſehr prächtig von
gehauenen Steinen erbauet, und mit
Bley gang, bedeckt ift : Dieſelbig bat
Konig Sveno / oder Sven Dtto ums
Sabe 1014. zu bauen angefangen/ und
die hernach unter den Königen Stenos
ne Eftritio und St. Canuto ausges
CM
macht worden / und nach dieſer Zeit um
Dreyer Stücke willen wol zu ſehen iſt :
deren das erſte iſt das Gewölb unter
Nder Erden , joman eine Krafft nennet /
nehmlich faſt der gange Kaum oder
Plas unterm Chori alda vorzeiten
nicht weniger i als oben in der Kirs
chen ſetbften / der Gottesdienst iſt ver,
ricytet worden . Das andere ift
Das ſehr künſtliche Uhrwerck quo
ad ' Ob ſe rvationes Af tr onomicas
&
400 Der Könige in Dannemare
& ſimulacra appofita , ob es gleichall
iſt. Das dritte iſtder ſehr ſchöne Aitarr
fo A.1577. mit groſſem dieſer
KirchUns
Koſten aus Anordnung Hilarii Grubber
Pflegers und Probſts Derſeibert / auch
deskönigreich . DånnemurdCanglers
und Raths iſt aufgerichtet worden .
So viel die febr groffe Glock anbes.
langet1 ſo in der Höhe"faft 4. Ellen /
und in der Weite 14. Ellen gehabt/weto
che der leßte Erzbtſcoff albie Birgerus
machen und ihr den Namen Marie
Lauretane geben laſſen , fohat Kinig
Fevidericus der II. weil zu folder weder
da Shurn recht bequem / noch auch ſie
fügtic) jú gebrauden warrdter andere
groſſe Glocken aus derſelben zu gieſſen
anbefohlenidamit er hernach den Chürn
zu Cronenburg gezierethat.
Es werden jährlic, in der Stadt ums
den Auffahrts-und S.Laurenzen Tag
zween anſehnliche Märcft alda gebalo
ten . An. 1234. ift aühier unverfehens
ein Feuer auskommen / fo die Stadt
und beſagte Hauptkirchen faſt gang in
die Aſchen gelegt bat. An. 1452.hat
Ros
Leben /Regierung und Abferben. 401
König Carolus Caruti aus Schweden
etliche Häuſer in der Vorftadt ange.
júndet i als er aber in die Stadt ſelber
dringen woltes hat ihn Tydyolder Erte
biſchoff Dieſes Drtsi abgetrieben . Änno
1644. hat der Felds Marſchal Guſtav
Horn zu Lunden i als in ſeinem Haupts
Duartier gelegen .
Was das Biſthum und Primatalle
hier anbelanget i ſo ift ſolches unter
Svenone Efthritiorſo ams Gahr 1074 .
geſtorbenjangericht worden . Dererſte
Biſchoff iſt Eginius, Egino/oder Eguio
nus geweſen . Anno 1098. iſt König
Ericus der Gütige nach Rom gezogeni
und hat vom g ) abſt erhalten , daß die
Dåbniſche Kirche nicht mehr unter dem
Sachfiſchen Foch ſeyn , ſondern ihren
egenen Erzbiſchoffzu Lunden haben
möchten .
Drugothus/ Torftanus,fo An.1275
zum Erabilchoff erwåhtet wordenin dez
erſte aus den Biſchoffen in Dånnemark
geweſen, der das Palium und die Ber.
ftåttigung der Wahlempfangen , und
hat e Pabſt Jobanufen eine Vers

fcrei
Der Kidnige i Dánnemard

ſehrerbung in ſeinem und ſeiner Nachi


kommen Namen , gegeben, und darink
for ſich und ſie verbinden múffen , das
fie di Belehnung /ſo damnaln auf 4000.
Gulden geſetzt i hernach aber vom
Pabit Martino V.auf2000. Gulden
gelaſſen worden von Rom forthin ho .
ten wollen / da vorhin folches bey der
Stónigen geſtanden Spierdurch aber
verurſachtworde n / daß nachmalen die
Biſchoff mchr dem P abſt als Demos
nigen Gehør gegeben.
Zu denZeitenChriftian des Andern /
iſt aufdes Königs Beförderung , reins
Leib - Barbierer Dieterich Schlagebed
( der ihn zum Blurbat in Sdweden
angereißtrund ſelber dafelbft groſſe Sys
Fanney und Bubenſtück verůbet hat )
erftlich Bifchoff zu Scaner , hernach
Stadthalter in Schweden /undendlich
Ersbiſchoffalblie zu Lunden , aber auf
die tegt Anno 1522. auf des getachten
Konigo Befehlt zu Coppenhagen vers
brannt worden .
Es hat dieſes Ergbiſtium biß auf die
Zeiten des Königes Chrijijani III. Der
A10
Leben / Xegkrung and ofteban . 4oz

Anno X39 . geſtorbent gervåbret 1 de


N 16. abgeſchafft / und Anno
es Anno
1937. an ſtatt des Erk , Bifchoffs 1
einSuperintendens verordnet wordeny
gleidwol ein Dom -Capitul anda ver ,
blieben iſt. Es foll vorzeiten der Erke
Bifchoff zu Lunden zu den Reichs, de
gen in Deutſchland lepo beſchrieben
worden , und bey denſelbigen feine
Stimme gehabt haben .
Das andere Bifthum / das König
sveno geftifftet ware zu Wyburg 1
dieſes iſtdie Haupt- und Biſchoffliche
Stadtim Finländiſchen Carelen oder
Carelia Finnonica , ſo mit Willena
Sråben und Paſteyen auch einem ſehr
veſten Schlog /wpt verwahret/ und eine
49
Niederlag ijt I wlda groffer Handel
getrieben wird / tvelde die Reuffen oder
Moſcowiter/ etlich mal/ mehr alsmit
ein hundert tauſend Mann , bergebens
belagert haben ſollen : liegt ohngefehe
acht Tagreifen von der Biſchofflichen
und Finnlandijden Stadt Abbo / auf
Rieuſſen zu.
au
WIN Surgitus Kuntbloba 7 , als er diefer
Theil
404 Der Königein Dånnemard

Sheil von Carelen dem Kónigreid


Schweden ur.terthänig gemacht , for
hat er dieſe Veſtung Wyburg i damit
er das Land in Gehorſam bebielter und
der Keuffen Einfade verwebrte i ums
gahr Chriſti 1193. erbauet.
Dlaus Magnus ſchreibet Lib. 11.C.
4. &. 5. daß nabend dieſer Meerſtadt
eine Höle unter der Erden ſeye, in wels
che / lo man lebendiges Shier werffe )
ein ſolcher erſchrodticher Hall entſtehel
daß davon die Leute i ſo ihn hören / ents
weder in einem Augenblick geſchwächt
werdewdaß fie das Clehoridie Sprache
und Krafft zu ſtehen i Berliehren / oder
gar ums Leben kommen. Wann Feins
Des Gefahr vorhanden i befehle der
Stadthalter im Lande / daß jeder.
man feine Shren mit Wachys verſtopfo
fer ſids in die Keller und Hólen bertem
fer und alsdann erft verroafyre er ſich a
und werfie ein Fhier in der Hólen
Schlund; daher ein ſolcher ungeheurer
Schal entfiebe7 daß die Belagerende
Feinde herum gleichſam als Schlachta
Vieh zu Boden fallen und ſo 28 der
Inw ,
Leben /Regierung und Abſterben . Hoy

gnnwohnern gefátlig i lang alſo liegen


blieben, und geplündert werden,
Wann dieſes wie oben gemeldet /
war reyn folterte hat man es dann im
gabr1456. überleben /daß die Dåbnet
Dieſe Stadt damalen erobert und das
Schloß bey der Stadt verbrannt has
ben ?
Aber wieder auf unſern König Sver
no zu kommen ! To liefſe derſelbe der
* Dåbniſchen Könige Hiſtorien auf
zeichnen /beſchickte alle Dinge im Reich
wol / ſtarb Anno 1074.in Jütland tät
guter Rube, als er 26.Jabr höchſtlobs
lichregieret batte und wurde fein Leic .
nam nach Rorchild geführet i alwo er
begraben lieget /mit diefem Epithapio :

SVENO MAGNUS REX

DANIÆ , ANGLIÆ ET
NORVAGIÆ .

Regum Sveno decus , magno quo


Dania Rege
: Floruit & fceptris imperioſa fuite
Non
486 Det enige in Dannemard

Non virtute minor Sveno , quàm


nomine Magnus:
Nam dici poterit Magnus utror
que modo .
Hanc ſoror illustris Regis præclan
Canuti

Eftridis genuit prole beata pa .


rens.
Anglos Marte premens, Norwegia
Regna fubegit,
Fit tria fceptra tenens unica Dana
manus,
Res miranda nimis , quem non tria
Regna valebant
Imperio . capere jam petra parva
capit.
Sed quia ftare diu nequit heu terre .
na poteftas,
> Terrarum Regés quærice Regna
Dei.
Bey dieſem Köntg war in fonderbar
sen Gnaden ' und Freundſchaffi Bifchoff
Wilhelm von Diorchild í aus Engels
land bürtig / von dem ſich der beſagte
König/wann er etwas unrecht gethani
Gern hat ermgboen und ftraffenlaffen:
Sony
mod Leben /Stegierung und übftergent, 401

Sonderlich aber , als er etaen Tods


rohlag begangen , und daher er dem
Käyfer Theodofio/der Biſchoff dem veia
2015
Iigen Ambroſio verglichen wird , indem
det Biſdoff den König von der Kirche
ausgeſchloſſen biß er ſolche That « unft.
lich bereuethatte/wie hiebon beym San
fono Granimatico ju leſen.

Als dieſer König ju Subatorp in


Fútland An. 6. 1024. geſtorbeo / und
man hernach ſeinen Leichnam nach
Dúrchild zur Begräbniß geführt 1
Der leid gedachter Buldoff aus der
Stadt entgegen gegangen , dabey aber
jebling geſtorben 1 mie er fehnlich gce
wünſchet hatte / und alſo tod zugleich
mit dem König in die Stadt wieder
gebrad )t undbegraben worden davon
el
Des Bifchoffs Grabſehrifft im Chum
albiet mic padfolgenden Verfen
Jeuget ;

EPI
Der Konigen Danmara

EPITAPHIUM WILHEL

MI, OLIM EPISCOPI


ROSCHILDENSIS .
Wilhelmus olim Epiſcopus Ro.
ſchildenfis
Præftantibus DEI reluceabit donis ,
Pietate , religione , percelebri vita ,
Etfancta , & omni, generevirtutum
illuftry.
Aded , ut in incerto erat , is ne officio
tali
Dignior erat , an illo officium , Tam
ſpectatum
Epiſcopatus præftitit fui exemplum .
Hic fretus innocentia , atque item
jufto
Injuſti homicidii dolore permotus,
Quod à Rege factum erat, libidine
magis quàm
Ratione , Regem ipſum quamvis
magnum , & tali
Regno podentem , comitatu ftipa .
túm
Magno , repulſum baculo , prohibuit
templo ,
Ren
Leben , Regierung und Aufferbert. 409

Liebusque facus , donec pænitens


templo ,
COM
n gratiam cum Eccleſia ac Deo of
5. fenſo
Rediffet , hic factis , tempore non ita
multo
Pòft', mortui jam Regis huc defere
- batur
Funus. Quod ut refcitum eft ap
propinquare
Urbi ; duo fepulchra confiet jus
fit.
Duobus etiam pheretris adornatis ,
ibat
Wilhelmus obviam . Poftquam ad
1 funus ventum eſt ;
Oratione facta ,utilli ( quem in ter
ris
DEO Patri jam lucri fecerat fanam
Per admonitionem ) commori poſ
fet.
Mox membra collapfus , animam
fanctam cælo
Reddidit, ac inde uterque fuo loculo
impoſtus
S

Hanc
410 Der Könige in Dannemart

Hanc facram ad fedem pariter (


rabile di&tu )
Magno omnium ftupore deport
funt .
Wilhelmo honorificè fepulto , ab de
more
Epiſcopalibus infignibus unà cum
illo
Terra recontitis , novo DEUS fu
nus
Miraculo hominum memoria conſe
cravit.
Hæc ipfa nampue ut obruta tumulo
terra .
Ultro ſepulchrum redditit. Transla
tum ergo
Hûc funus eft ,ac magna cum religi
onie
Hoc in loco commendatum ſepul
turæ ,
Obüt autem Anno Millefimo Septu
agefimo addito quarto .

3:00):808

LXXIII.
it .

HARALDUS . VII

Iratin Regierung A.C.

3094 warein Gottsfürchti :


ge? HellStark A.C.Jogo
5
cben /Regierung und Abfterben . 460
LXXIII.

Haraldus v11.

Ad dem Tode des Königs Sves


nons/ trate ſein ålterer Sohnsa.
rald in die Regierung/ ein rabiger und
friedliebender Herz , der nicht viel vom
Sriegen hielte, ſondern viel lieber in der
Stide ſein Leben zuzubringen gedacy.
te ; das Gefeß vom Eiſen zu tragen
ſchaffte er ab und verordnete hingegen
onsman ſich mit einem Eydfchivur ers
Etåren ſolte. Er fundirte Helne Kiro
che in Lunden , und lieſſe die Kircbe zu
zu Daby erbauen , allwo er auch nach
ſeinem oderwelcher ſich An. 1080, foto
eignetcibegraben lieget,

LXXIV ,

Sanutus iv .

ac König HaraldsAbgang 1 å
Bbertame Canutus IV . obersundi
König SvendsEſtrits anderer Sohn
Di Reid ); war ein frommer / Heiliger
412 Der Könige in Dannemard

und gottsfürchtiger / der verordnetel


Daß die Bildeffe in den Reichs- Niach
eingeſegt wurden i damit im weltlichen
Gericht nichts gehandelt oder vorgen
nommen werdenmöchte, ſo epider Gott
und die Chriſtliche Freyheit, Erbarkeit
Zucht wäre.
und
Seinen Bruder , ſo ihme nach dem
Reich ſtunde / ließ er gefangen nad )
Flandern hinweg führen; bezwang
Curland/ Éſthland und Preuſſen , und
führte Krieg mit Engelland. Als er
aber die Baurenzwingen wolte i den
Kirchen undden Prieſtern den Zehen.
den zu geben , ſind ſie aufrühriſch wore
den, und haben ihn in der Kirchen St.
Albani in Othenfee in Fioniarjåmmer
lich ertpůrget An . Chr. 1090.den -10 .
Julii.
Von dieſem König Canuto wiro
folgendes tri dem påbftlichen Scri.
benten Laurentio Surio p . m .920,
ex Saxone HiftoricoHiſtoricæ Dani,
cæ lib. 2, geleſen : Canutus ein Sohn
des Konigs Suenonis / mtt hohen Tun
genden und Gaben von Natur gezien
reti
ANUTUSIV .

pie,Segueriing A.Ç.joso
10 Curland
Fliland und
-1.JPár) von ſeinen Unfer ,
erſchlagen . A C.sogo
Sehen / Regierung und Abfterben . 413
ret,noch in der Jugend eines fürtrefflio
chen Gemüths 1 dann er bezwange die
grauſame Meer: Rauberen der Myg.
pororum / erhielte einen herrlichen Sieg
wider die Sembones und Eſthones 7
und ſolches verrichtete er alles in ſeiner
Jugend. Nachdem der König Sue.
no mit Tod abgangen / iſt ein zweiffel.
hafftige Meinung der Königlichen
Succeſion fürgenommen und gehan .
delt worden . Der gråſte Theil des
Volckes gedachten an die Gefahr /wele
de ihnen durch Canutum , als er noch
frey und tedig war / fürgeſtanden i bes
ſorgten ſich i esmochten
ihnen folgender
Zeit / wann er das Reich annehme1
Gröſſere zu ſtehen : Darum wolten ſie
lieber Haraldum ,einen faulen Müſſige
gånger, als einen tapffern Helden zum
König baben :
m; Wie Canutus fichet / daß der mehre.
reShell ſeines Volcks von ihm abfådeti
begiebter ſich nur mit dreyen geladenen
Schiffen auf das ScanifcheMeer/und
entweicht ſeinem Bruder willig . Sein
Bruder ſchidet eine Botſchafft nach

3 ihmi
414 Der Könige in Dånnemard

ihm / dermahnet ihni er foll'wieder umis


Behren / ermolte ihm den halben Theti
des Königreichs zukommen laffen .
Aber Šanutus achtets nicht fábret
fort, kommt in Schweden , vermeinet
unroeißlich feyn / einem Glauben ja geo
ben im widerivärtigen Slúc deffen
Drohung er zuvor in gutem Wohlo
Mand albereit empfangen , thut aber
anderft nicht , als wann er dieſer
Shuad) vergeffen i håffet alles in feite
sem Vaterland anſtehen I bollführet
den Serieg/ſo bey Lebensjeit feines Vat
fers angefangen / wider die Drientalis
fchen Bulder . Mittlerzeitials Harat
dns zwey Jabr regieret gebet er writ
od ab .
& Nacy dem sod feines Bruderstavite
Camutus in das Reich beruffen ; ento
sfångt die Crona fångt an mit alera
Gewalt den Drientalifdsen Krieg ( vieto
mehr darum daß er die Chriftliche Res
ligion ausbreiten und erweitern i als
Das er groſſen Ruhm erlangen möchs
te)ju vodführeni låffet auch nicht nach
biß er die Reiche der EurogumiSents
Leben / Regierung und Abfterben .
bonum und Eſtonum von Grund aus .

22 'gerottetund verwůſter.
Nad erhaltenen Sieg ſiehet er ſich
um nach einem Ehe: Gemahl, und weil
ihm die Benachbarte etwas zu gering
und ſchlecht , nimmt er des Stadthal.
ters oder Landvogt $ über Flandern
Codyter / Ethla genannt zum Weib /aus
welchen ihm Carolus ſein Sohn war
gebohren und herkommen .
Demnach er mer ofte daß von den
Land Ständen die alte Rechte und Gem
rechtigkeiten abgangen und nachläſſig
gehalten würden, bemůbet er ſich auf
alle Wege / wie er dte alte Lands . Ges
bråud) wiederum anrichten möchte:
11
Låſſet derohalben geſtrenge Ordnung
ausgehen i verſchonet weder Freund
nodi Bekandten richtet auch darnac
Den Gottesdienſt fteiff án / dann von
Dem gemeinen Pobel und unverſtån .
tigen Vold
ward den Biſchoffen,Prd.
laten und Geiſtlichen keine Ehr erzei.
p!
get und bewieſen :Darüber verordnet
er ein Gefeßi daß die Biſchoffen den
Fürfien und Hertogen folten gleich
får
416 Der Könige in D &unemard

förmig gehalten i ja unter den Land,


fånden den obriſten und fürnehmſten
Drt beſiken und inn haben ,und zwans
ge das gemeine Volc , daß ſie muſten
den Geiſtlichen den Zehenden zu rech,
ter Zeit geben und zuſtellen , aber fein
Fürnehmen hat ihm nicht recht wol,
len allerdings fort und von ftatten ge .
ben .
Mittler Zeit vollführt der Bifchoff
Svano den angefangenen Bau dec
Roſchildenſiſdien Kirchen aud)
, Egy
nus /init Sulff des Königs/ S . Lauren
tilKirche : Dieſe lieſſeder König wepa
ben / thåte ihnen eine Königliche Steuer
an ſtatt einer Morgen - Gabr aufden
erften Tag der Kirchweyhe : Ehret auf
das höchte dieAltare : ordnete dem Bi
fchoff und allen Nachkommen mit
ewigem Ruhm zu beſigen den vierdten
Sheilder Königlichen Münkiden viers
ten Theil ſeiner Schabung unter den
Burgern / und den vierten Theil der
Steuer - Früchten : und damit ſolches
Gefeß ſtets und unverbrüchlich gehalo
ten würde,bat er den Biſchoffen Macht
und
NE
Leben / Regierung und Abfterben. 419
und Gewalt gegeben die jenigen foſich
11
darwider legten in den Bann zu thun.
Und ob zwar nachfolgender Zeit fich
ihrer viel unterſtanden , ſolches Geſetz
abzuſchaffen / ift es ihnen doch unmigo
fich geweſen. Hierzu als von der Zeit
feines Vatern Bruders , der. Dånne.
márckiſche Namedurch Nachläſſigkeit
der Krieg ſebr verdundelt worden kam
ein neuer Handel i nemlid, daß ſich der
König unterſtunde ! Engelland, ſo aus
widerwårtigem Glück verlobtenwieder
Bu gewinnen und unter ſeine Gewalt zu
zu bringen .
Dieſen ſeinen heimlichen Anſchlag
vertraute er erſtlich ſeinem Bruder
Dlapo und nachmals i auf deſſen An
halten und Vermahnung i den Lande
Stånden : Jederman verwilliget und
war frólich darzu , der König vermeines
terſein Bruder hatte dieſen Vorſchlag
aus Brüderlicher fieb ihm geben , aber
es ſtack ein heimlicher Liſt und Betrug
dahinter.
Der KönigCanutus merckete folches
nicht / begiebt ſich auf das Cyniciſche
រ Muis
Der Könige'm Dannemare

Meer init feinen gerüſteten Schiffen


von 'velchen man vor Zeiten einen ifs
fentlichen Einging hatte auf das Dees
aniſibe oder große Mittel - Deer der
Welt , aber die Freud feines Kriegss
Heers har fách batu gelegtıdam Diaus
begelrete einen Aufſchub über den an
dern / vermeinet unterdeſſent entweder
de Sönig des Reichs zu beraubent die
der dem Volck verdächtig und vers
áchttich zu machen .
Endlichmereket derKönig Die Tre
toſioeitláſſet dieSchiff-Rüftungeine
Weile verziehen , nimtzu ſich die allers
ausertefeuifte wohlgeübtefte Kriegs
Månnerpeilet damit gen Schleßwick
Kihet und begreiffet allda den Bruder
anverfehener weiß /låſſet ihr in ein eif
ferne Ketteir einſchlieffen į uitd fchicket
ihn gefangen in Flanden .
Die Bunds -verwandte tiffen we's
nig von dieſer Gefängniß/fuchyen heim
tich Iſrfächt wie fie'konnen / daß ſie dein
König Fan Volck zufchicken dorfften':
verbieten auch bey Leibftraff / daß keis
ner dem König irgend'etioas der Geles
Leben / Regierung und Kofferber 319

#genheit halben vermelden und zu wiſs


* fent tloun folte.
Wie aber ſolches den König kundt
* gethan wird empfg.;et er zwaranfänge
lich darob ein Bekümmerniß ,freuetſich
aberwieder bald Darauf wendet dieſe
y Schmach und Unbilligkeit auf die Kés
ligion, nimmt ihm , unter dem Namen
der Straff/ die erſte Gelegenheit, den
Zezenden zu fördern und einzunet ,
men. Die Fürnehmſten des König.
reichs werdê mitler Zeit múde Des vors
geſchlagenen Liſts / vermanteln und bes
ſchönen /dieSachen fo gut ſie imerkón .
nen : Darumb låſſet der König einen
Landtag halteni zeiger darauf an, wie
nußlich die Kriegs -Itbung je und alles
geit den Dannemnårcfern geweſen , und
daß die Fürſten anderſt nicht als durch
Waffen und Kriegs - Tapfferkeit zum
hódyſten Anfehen kommen und geivach
ſen ſeyn /ihmeaber ſey iteulicher Zeit ein
fulcher Schimpff und Huhn wieders
Fahren / des leiden zuvor keinem Ki
ma nig geſcheiten : eget auch dazu daß fie
derentwegent (weil ſie ihn alſo fichånd
S
470 Der Könige in Dånnemara

hich) verlaſſen eine greffe Suma Gelds


zur Straffe wol verwůdt båtten , und
darum einem jeglichen Regenten 40.
Talent oder Pfund Silbers/ und jegli
diem Ruders Kneær drey Talent zur
Straff folten gezehlet werden i doch
wolt er ihnen , ſagt er, dieſe Schakung
haben nachgelaſſen /wann ſie den Geiſte
lichen den Zehenden båtten willig er.
legt und gereichet.
Interdeſſen als der König faher daß
die Unterthanen anderſt geſinnet / und
vas Widerſpiel und årgſten Theilfür .
wendeten flåſſet er die Geld- Steur an
ſteheni begiebt ſich gegen Mitternacht
gen gutien beſtelet Deftonem Pecula
torem und Hortam ſeinen Mitgefellen
ful Rentmeiſtern und Einſammlung
Dieſer Sdaßung / verhoffet i er wolte
Durch Schrecken die Straff i die Reli
gion des Zehenden beſſer Heraus und
auf die Bahn bringen .
Dieſe beedeRentmeiſter Derrichten
ihren Befehl unfreundlicher i neder ih
nen geboten , fordern mehr vom Vold )
als fich gebühret i deſſen beklagten ſich
des
{ eben Regierung und Softerben . 428

des Königs Widerſacher in gemeiner


Verſammlung / båufften und ſpickten
die unbillige Schmach mit mehrera
)
Lügen.
Aus dieſer Anſtifftung wird das
Vold erbittert fallen über die Renta
meiſter und erwürgen fier laſſen es das
bey nicht bleiben , ſondern wollen auch
mit mördlichen Hånden den König ans
greiffen / aber er entweichet, begiebt ſich
gen Schleßwig / verſchaffet auch dahin
ſein Ehegemahl und jungen Sohn /daß
ſie konten deſto beſſer der Gefahr ento
cinnen : von Dannen ziehet er i mehrerek
Sicherheit halber , in die Gnſul Fionia
am ſaber ſielaſſen ſich nicht begnügen ,
fondern wolten ihn auch aus Fionia
treiben .
Wie ſolches der König vermeroti
nimmt er ihm für in Seeland zu enta
weichen , wird aber von einem argen
Verråther Blacco genannt, der ſich
unter dem sein des Glaubens zu
AY ihun begeben 7. vermabnet i es babe tie
Sach keine Nothér folte nicht flieben ,
73
ſondern ſich in die Sfang des Otto ,
7
Der Könige in Dannemard

nienfifchen Fleckens begeben : Mittler


weil ipulte ex felsen /vas Vold lan
delt, und wider ihn weiter porrielynek
würde / vermeine auch deffen Zorn mit
lieblichen Wurten zu ſtillen .
Aber der Settore Verråther Blacs
co ftellet feine Wutfchafft berfeits i
ſchmeichelt dem Vold mit heimlichen
falſchen Lifteny und eben an demOrt i
an welchem er den Gottféligen König
følte Hjul erwerbenmachte er ihm ei
nen grofern Haß uno Zorn ; jedoch
kommt er wiederī und verkündigt dem
$ ónig/ das Volck fer geſtiller worden .
Cinatus der V. Konig pflegte uns
tereffen tåglich den Heil. Åemptern
der Kirchen benzuwohnen , und als er
cines Tags in .Albani Kirchy gans
gen , die H. Meß zu hörenr kommt eine
grofle Schaar des Volcks mit Wafs
fen und Rüftung / und umbgeben die
Kirchen gerings un hero . Soviet nur
aus des Königs Kriegs-Knechten dem
Feind fürkenmen kunten/ diebegabens
fich in die Sefahr zum König /wie dann
Benevictos felbftides Kunigs Brudert
{ eben / Regierung and Lofterben . 413

aus groſſer Lieber ſich in dem Tempel


hinein dranger und begehrete mit der
frónig zu ſterben .
Und als niemand die Freyheit der
Kirchen brechen und mit Gewalt Hand
anlegen wolte /ware Blacco der erſte ?
Der mit den Wafen an die Stirchens
Thir ftieſſe; wie folches das Voleffas
herhat es einen Aufruhr erweckt, u. die
Kirchen mit gewehrter Hand angriffei
und wird Blaeco im Eingang derKies
cheri erirürget / und bekommtden Loba
eines Gottloſen verrätheriſchen Mórs
Ders und Kirchen -Stürmers.
Benedictus will die Kirchen - Thár
tapfer befdrůberwird aber darunter er
svůrget. DerKonig faffet in diefemers
menund Aufruhr ein Herkt vertrauet
Feinem gutem Gewiſſen, lietfe ſich vor
der Sanfftmuth und Heiligkeit nichts
abwenden , dann wie er ſahe/daß Thúr
und Angel: Wände und Fenſter weit
alles von Holgwerck gemacht) von ſeis
nen Widerfachern zerſtickelt und jers
fchlagen ward, berufft er zu ſich einen
Prieſter i beichtet wou bekennet feine
Der Ronge in Dannemará
Sünden berlangte die Abſolution und
Ablaß , legte ſich mit ausgeſtreckten
Hånden für den Altar / wird durdys
Fenſter mit einem Speer durch ſtuffers/
und opffert alſo endlich durch die Mar
ter dem Almåchtigen GOtt ein Heil.
Duffer deffen Krafft und Wunder:
werck den Dtthonienſern gnugſam bes
kannt und offenbaret worden . Der
fromme König ward erſchlagen im
gahr Chriſti 1086. Pif bieber Sus
rius ; andere aber eben ſeinen Tod in
das 10gote Jahr.
Er hinterliefſe einen Sohn i Na.
mens Carl von dememeidet erſtbe
tührter Pabſtifdher Scribent Lauren .
tius Surius ex Gualthero Archidi,
acono folgendes : Der Seel. Caro
tusi ein berühmter Marggraf in Flan .
derai hat zum Vater gehabt den Heil.
Mårtorer Canutum König in Dacien
oder Dannemarck, feine Mutier iſt ger
weſen Adeli :von denen er in aller Sotte
ſeligkeit auferzogen worden . Nach
dem Tod ſeines Herin Vaters /welcher
in einer Kirchen niedergebquen und
Seben / Regierung und Abfterben . 425
umgebracht ward / flobe ſeinehochſt.be
trübte Frau Mutter in Flandern .
Unterdeſſen ließ fich Carolus im
Sriegs . Weſen gebrauchen / reiſete gen
Geruſalem , beſuchte die Heil. Derter )
und ftritte mannlich wider die unglau .
bige Heyden : kame nachmal wieder
in Flandern / da man ihn zum Grafen
in Flandern muchet. Jo Krieg hat er
ſich dergeſtalt verhalten , daß ade redlis
cheSoldaten von ihm erlernen mogen /
wie die Andacht und Gottesdienſt (wie
etliche Gosts :åſterliche Mäuler fálich
lich heraus fpeyen ) der wahren Capfe
ferkeit nicht allein keinen Abbruch thuel
ſondern dieſelbe mercklich befðrbere
Dann gleichmie Carolus in der Kirs
i den und Gebet :einem iradiſchen Engel
i gleich ware alſu zeigte er im Streit /
und fo offt man wider den Feind muſte
M
loßgeben / wie ein lówreinen unerſcro
denen Helden . Muth.
IM Seine Unterthanen regierte er gar
friedlich und ohneeinige Beſchrrerung
wolte lieber ihr Vater ; als gebierender
Her ſeyn und gebalten werden. Alle
bat.
Det Sónige in Dannemant
batten zu ihm freyen Zugang / unbe
war gar nicht nöthig i etliche Tag auf
Audienz zu warten . Er hatte ihm die
Rechnung ein für allemahl gemadst / a
müſſe mit ſeiner felbft - eigenen Ungeles
genheit aber Nußen und Gemächlich.
keit befördern / und ſeine grófte Freud
und Ergóklichkeit beſtunde Darinn ,daß
ſeinen Unterthanen wol wäre.
Den Vorjtebern der Kirchen und
Geiſtlichen Ordens Perfonen thater
groſſe Ehr anı verdemüthigte ſich ſehr
bor ihnen / und pflegte ſie iridifoje Én
gel und Hausgenoffen zu nennen . D !
daß din Erempel wol in acht nehmen
die jenige Edelleuterwelche Carolo me.
der am Geſchlecht noch an Sugenden
gleich ſeynd /und nichts deſto weniger ib .
re Capelán und Prieſter bey dieſen bei
trübten Zeiten / offt in fo geringem Ries
fpect haiten /als waren es ihre Enderen
und Stiefel . Somierer ; Pfun der
Scand !
És begab fich /daß in feinem Land efs
ne grofje Sheprung einfiel / daber
dann Urſach nahmeiſeine große Liebe !
mit
Leden /Regierung und Abferben.

mit unglaublicher Freud und roft ſerv


nes Hergens feinen Unterthanen nodi
Flårlicher zu erzeigen. Dann erftlich
tieß er alen ſeinen Zins . Schuldnern
nach i mehr als den halben Theil ſeines
Zing und Renten . Neben dem i thả.
te er ſelbſten ihm alle überflüffige Üna
Unkoſten abbrechen , und für ſeine arme
Unterthanen ſpahren : und hielte da .
für i ein frommer nnd rechtſchaffener
Patet můſſe nicht in Wolúften lebenı
und alles volgut habenımann feine lie .
be Kinder (dafür hielte er allezettfeine
Unterthanen ) kaum das Brod dabeim
baber /und Hunger leiden .
Er ſchickte ſiemit hunderten aufſeine
Magerhöfe und tiefſe ſie dafelbſt unter.
halten . Weiter batten die Armen in
bén Stådten 7 Flecken und Dörffernt
in welchen er ſich aufhiette / oder etwan
durdyreiſete i Ihre Zuflucht zu ihm als
zu ihrem alerliebjien treuen Vater i
welchen er mit eignen Händen / nicht
allein Geld / fondern auch das Effen
und Kleider freygebig austheilte i nicht
arderft , als ob er foiches Chriſto felbft
shátes
d
428 Der Könige in Dannemar

thåterer füfſet ihnen ſo gar ihre Hände. ?


In der Stadt Spern allein , theilete er
unter die Armen ſieben tauſend und
acht hundert B : od. Er zoge endlid
ihme die Kleider von ſeinem Leib / die
Armen damit zu bekleiden / und pflegte
zu ſagen : daßman adhie in dieſerWelt
jåen müfterwann man in jener einernd,
ten wolte.
Er war ein groſſer Liebhaber der Se.
redycigkeit und konte im geringſten
nicht leiden daß man einem unrecht
thåte. Er war auf eine Zeit zum Rid ,
ter beſtellt, zwiſchen einem mit Namen
Burckhard / Vettern des Probſte zu
Brüggen / und einem mit Namen
Sungmarus einen groſſen Allmoſen
undſeinem Nachbarti/ welche ei
geber
nen Strett unter ihnen batten . Die
Stratiani! welche dem Burchardo
günſtig waren / batten eine Luſt an ale
len dem was ſie dem Tungmaro zuLeids
thun méchten . Mit diefem waren fie 4
noch nicht zu friedent fondern ſtreifften
und plünderten in der Graffdjafft des
Caroli/ wann er anderjiwohin Derrete se
ſete:
Leben / ?gierung und Aberben . 429
ſete. Als nun Carolus einsmals wiem
Derkommen / und mit Augen Faher was
die Secretarit dem Burckhardo zu ges
fallen gethan y und die Unmenſchlich ,
teit / ſo ſie in feinem Abweſen began .
gen /ließ er das Schloß oder Wohnung
des Burckhardi abbrennen und ſchreife
fen . Als ſolches gemeldter Probſt er.
fahren / ergrimmete er ſehr darüber i
und machet mit andern ein ſtard Bind.
niß / den Carolum um das Leben 30
bringen.
Carolus wurde deſſen von andern
berichtet / achtete foldjes nid ) ti ja kunte
ihm nicht einbilden / daß etwas daran
regjerwartete feinem alten Brauch gee
måß , ſeiner Andacht aus / und ware
wolgemuthi auf GDit
und ſein Gewiſ.
ſen ſich verlaſſend. Da er nun eines
Lage des morgens aufgeſtanden i
ſeine Antadt verridtet i und in der
Stirchen vor dem Altar der unbefleckten
und Jungfräulichen Mutter Gottes
betete i kame Burchardus mit ſeinen
Geſellen und gab ihme mit ſeinem Deo
sen zieen Streich auf ſein bloſſes

Haupo
Der Könige in Dantiethard
Haupt / deren der zweyte ſo ſtard i dag
ihm das Hirn davon auf dem Boden
fubr : Nach diefem fielen die andern in
ber ihn beri bieben ihm ſein Haupt und
ſeinen Arm abida er eben einer Frauen
das Almoſen gereichet / und noch einen
Cheil des Gelds in der Hand hatte i
andern Armen auszutheilen. Allo
ſtarb der fromme Carolus im Jahr
Chriſti 1126. Nun wenden wir uns
wieder zu König Canuts Nachfolgera
im Königreich Dånnemard .

LXXV .

Olaus ir

Achdem König Canutus erbärm .


lich von den Seinigen erfchlagen
»
wurden / kame ſein Bruder Dluf der
IV . als König Svends Efirits dritter
Sobni zur Dåhniſchen Regierung
und zwar ſo ſtieg er vom Kerder und
Gefängnis auf den bron i alein mit
gang widerwårtigem Glück I dann es
wurde das Reid die gange Zeit feiner
Ries
OLAUS IV .

trafindie Reginūng A ¢ 3999


Balls Schielies Stück Start
porgroteskümmenüs'A.C
10930
Airi
{ cben / Regierung aud abfterbent. 30

Regierung fonderlich von Hunger und


Theurer Zeit erbärmlich geplaget iund
zwar dieſes ohne Zweifel aus Göttlie
cher Riache und Verhångniß , weil die
Unterthanen zuvor ihrem Heiligen Kos
nig Canut den Zehenden verfaget bats
ten. Hierüber bekümmerte ſich Konig
Dlaf Dermaſſen / daß er nac, und nach
abnahmer ſonderlid; als er auf einen
Weg nacht Abend nicht ſo viel Ver .
rath fande / daß er ſeinen eignen Hof
befpeiſen konte ; Dannenhero man ihn
insgemein König Dluf Hunger nens
te. In folder Bekümmerniß ſtarb er
An.1099. als er nicht gar 10. Gabr reo
gieret batte.

LXXVI.

Ericuo 111.

Jeraufwurde die Konigl.Keids.


würde ſeinem Bruder Eridhen ja
theil dieſer wurde Ejiegod i deßgleis
chen auch der Gütige genannt 7 weil
er ein ſehr gnädiger Deri ware , ale
ſo / daß er ſeinen Hofleuten ! wana
fie
432 Der Königcin Dannemara

ſie nadier Haulegegangen / anbefohlen


batiWeib und Kind in ſeinem Namen
zu grüſſen . Er ware von Perſon ſehr
lang/ und darneben von ſolcher Leibess
Stárcel daß er ein Seil genommen !
viere der allerſtårdſten Månner daran
greiffen laſſen , und ſie mit dem Seil
Dennoch gezogen i wohin et getuulli.
Seine Stimme ware ſehr lautbar i
und erklungewie eine Poſaune. Dies
ihme zu ſtraffen/ daß er der
ſes fådt an
Wolluſt allzuviel ergeben geweſen .
Zu ſeiner Zeit lebte ein Cythariſt /
welcher durch ſeinen Kunſt . hon der
Menſchen Zuneigungen wunderſamer
Weiſe, wohin er gervolt, bewegen, und
die Zuhörer gauß unſinnig machen
konte ; durch diefen folle der König ders
maſſen regn zum Zorn beweget wors
den / daß er einen Todſchlag begangen .
Er bezivang die Schlaven 7- und liefie
Das Hofrecht und die Recefſen beſchreis
beni fo annoch zu finden in den Sdol
niſchen Rechten .
Er ward vom Erzbiſchoff zu Ham .
burg , wegen einiger ungleichen i dochy
un !
Schen / Regierung # 110 216fferpen . 433

ngegründeten Verdachts / in der


Bann getban ,darung that er eine Reis
e nach Rom ; weil er nun eine beſſere
Sadje als der silåger hatter erhielte
er von dem Pabſt , daß er ſich von der
SächſiſdyeniPrælatur entreiffen / und
zu Lunden.in Coonen ein Erebiſtum
und Primat über Dånnemark :Sdwea
den und Norwegen aufrichten Dorfite.
Und als er alle Sachen im Reiche wol
befchicket/nahm er ihme mit ſeiner Gea
mahlin eine Pilgrams - Fahrt nad Jes
tufalem fücr und feste ſeinen ålteſten
Sohn Harald zum Regenten über das
Reich , ſtarb aberin der InſulCypern
Anno Chrifti 1106. als er 7. Gabr rem
gieret batte.
Am S.LXXVII.

Nicolaus.

Ach Kønig ErichsAbſterben /toura


de ſein Sohn Harald vertrieben
und hingegen Niels1 oder Nicolaus 1.
König Svends Eſthrits Sohn i det
Dåhnifdyen Regierung vorgefeßt. Als
Fein Bruder Dlaus aus dem Sefånga
mis in Flandern /wohin ibn der Bruder
434 Der Kenige in Dannemark
Canutverwarlich hat Tegen laſſen , auf
den Königlichen Ehron ftiegen handelte
Niculaus ſo brüderlich / daß er ſid ,at
ſtatt feines Bruders in die Bande bem
aab 7 und durch ſeine Gefängniß dem
Bruder die Freyheit und Königlide
Würde zu wegen brachte. Welche
Liebe ihm beznach auch vergolten wura
der indem i auf Abſterben der Könige
Dlaf und Eriden, der Ubbo der nåde ,
ſte und nunmehr der ålteſte Bruderident
ſchon jederman zum Konig erkläret/die .
fem jungern Bruder dem Nicolao die
Crone überlieffe.
Er hatte zween Cóhue , deren einer
hieſſe Magnus / und derandere Ingol
welder lekt . benannte noch in einen
kindlichen Jahren vom Pferd ſtürzendi
mit dem etnen Fuß im Stegreiff hans
gend bliebe ; und weil das Pferd durch
des Fuſſes ángegårdeten Sporn zum
Lauffen erhißeiipurde /muſte derjunge
Be über Stock und Stein gefchleiffet
ſeinen Geift aufgeben . Saro giebtvori
er rey von den Pferden zertreten worde
Mit König Suerchern dem andern
in Soweden / führte er Krieg , weil
NICOLAUS

Srat inpie Regierung AC.yo6.


Hauſefe Schrichranniſch Ward
poneilichen Schumachernellebla
69
resten A.C.59352
i
‫ܢ‬

} -2
keben / Regierung und Kofferbeu. 435
dieſer ihme ſeine Brautweggefirchet /
and ſein Sohn eines Eumme idanten
in Holland Gemahlin weggeraubet
und gefbåndet hatte. later ſeiner
Regierung ward den Prieſtera in
Dánetard die Eheiſe vorhin ein zuges
jaſſen Ding warel berboten daber das
mals die Verſe entſtanden :
M, C. bisque decem , Danorum
Clerus abegit
Uxores ductas , non fine clade
gravi.
König Nicolaus hatte deines Bruders
und Vorfahren Erichs Sobn / Canut
Der Knuten dasHertogthum Sdilega
wig geſchencket i morfür ſich derfelbe
buchſt dancbar erzeigte. Von Diefern
Canut wird gemeldet er habe einen
Straſſenrauber ſeinen Blursf eundt
An denbødſten Maſtbauen benten und
wegen ſeiner Hoheit und Königlichen
Geblůtsrilm auch was.Bohes und ſon
derliches gében laſſen . Dieſer Hergog
Canut aber ift hernach) don Magnol
des Königs Nicolai Sohn berråtherto
ſeher Weiſe bey Haridited in Sees
land umgebracht, und zu :RingeſtedeA.
22 1130
436 Der Könige in Dånnemarit

1130. begraben wurden / wie allda in


einer Capſul ſein Gedächtnißi nebenſt
anderer Königlichen daſelbitbegrabnen
Perſonen auf alten Münchs . Pergam .
geſchrieben und aufgezeignet zu finden ,
Wir wollen ,ehe wie in unſererMás
teri ferner fortfahren /folche Verzeidyniß
ordentlid) hieher reker fie lautet aberalfo :
Anno Domini M. C. XXX .

Vil Idus Januarii SANCTUS

CANUTUS Dux Danie,filius

Regis ERICI Egothe in Cypro

mortui , martyriſatus fuit á

MAGNO filio NICOLAI,

tunc Regis Danorum , in filva


Harel, Startha, & fepultus eſt

Ringſtad : ante ſummum alta


re, quod tunc ibi erat in Eccle.

fia beatæ Mariæ Virginis ,

quaſ etificavit Sveno no

Ricus , Epiſcopus Rofchild fed


Au.
Leben / Regierung und Abfterben .437

B Anno Do , M.C.LXX . di & us


ber
For SANCTUS CANUTUS add

rameſt translatus, VII. Kal.Ju


Eli. Adpedes iftius precioſino

Atriad Orientem , fepulchri ſui,

gloriofus fuus WALDEMA

RUSPRIMUS amplificator bu
jus Ecclefia , qui obiit Wor

ringsborch . An . Do. M.C.


LXXXII. IV . Idus May. qui

tegnavit annis XXVI. Et ad

ejus finiftram jacet Nobilise

gina SOVI A uxor ſua, filia


SVERCHONIS Regis Succia ,

qui obiit An .D.MC. XCVIII.

Idus May. Ad dexteram iſto

rumjacet filius ipforum C # ri

STOPHORUS Dux Jucie. Qui


T 3 obiit
Der Könige in Dannemard

obiit An . D. M.C. LXVI. III.

Idus Aprilis infra iftos ad ori

entem , fed infra valvas jacei

CANUTUS filites WALDE


MARI 7. Rex Danorum m
Sclavorum , Pomeranorum ac

dotius Holfatia , fed & Dux

Eſconie, qui obiit Anno M.


CC. X. Anno verô Regnifui

XXI. III. Idus Nov. Ad cujus

levam jacetforor fuaKINIRA


Regina , uxor Erie i Regis

Sueti & , qui obiit An . Do. M.

CC. X. VIII. Idus May . Ado


rientem citra iftos jacet frater
eorumWALDEMARUS, Rex

Legislator Danorum , filius


VALDEMART antedi & i, qui ou
biit
Leben /Regterung und Abfterben . 439

Biit An . Do. M.CC. XLI. VI.

Kal. Apr: @regnavit XXXIV


annis. Et ad ledamejus jacet

prima uxor fua Dagmar , filia


Regis Bohemia , quæ obiit An
no D. M.CC . XIII. IX . Kal.
6
Junii Et ad dextram ejus jacet

uxor fecunda Beringera filia


Regis Portugallia , Soror SER

VANDI ComitisFlandriæ ,quæ


obiit. An . D. M.CC. XX. 6.

1 Kal. Apr.infra ad orientem ja

cet WALDEMARUŠI11. filius

WALDEMARI Il qui fequenti

anno poſt coronationem fuam


in venatione, ſylva Reſnesper

militem ,de Bariſta caſupercuf

Jus in pede. Obiit A.D. M.


T4
CC .
4.40 De Könige mennethard .

CC . XXXI. 4. Kah Dec. Al

dextram ejus jacet uxor fuk

ELTENOR , filia Regis Hifpa


nid , quæ obiit A. D. M.cc.

XXX , 3. Idus May. Ad Si

niftram iftorum verſus ſépten


jacet KANUTUSDux
trionem

Lalandiæ
filius RegisWALDE
MAR II. qui obiit a.D. M.cc

LX: Idus O & . Et cum ipfo jat


cet filiusERIČUsDux Halana

die, qui abiit an . D. M.ccc.

W. Ad pedes iftorum Domn

CELLUS WALDEMARUS fili

US CHRISTOPHORI Regis filü

WALDENURI II. qui obiit 1 2


Kal.Jan. Deinde ad orientem

requieſcit beatus EricusRex

filius
Schen Regierung und Abfterben . 441

o filius RegisWALDEMARI II .
qui inter fe & useft , & fubmer

bi jus in Slie, a . D. M.cc. LV .


C Idus auguſti anno regniſui X.

s ſed translatus Ringſtad. de

Sleswigh , per fratrem ſuum


CHSTOPHORUM Regem

Danorum ſub an . Do. M.CC.

LVII. Ad pedes beati ERICI

jacet ERICUS Rex filius ERI

ci Regis interfedi in Findrup.


M. CC . XXX. VI. cujus E

RICI filius obiit di D. M.


CCC . XIX. Idus Nov. qui re

gnavit annis X.X.XIII . Et ad

finiſtram ſuam jacet uxor


ſua
AGNES Regina uxor Regis

ERICI Wiberg. Sepulti, filia


TS
447 Der Könige in Dånnenard

ALBERTI Marchionis Bran :

denburgens. quæ obiit an . do.

M. CCC. III. Kal. O & . ſed ad

dextram ejusdem ERICI jacet

Ingeburch umor ſua, filiaMag


ni Regis Sueciæ , quæ obiit an :

dom . M.CCC. XIX . 9. April.

Etjuxta eam ad Cuftrum jacet


Germanus fuus BIRGERUS

Rex Suecia ,qui obiit anno do .

11. CCC . XXI Prid, Kal. fil

nii. Et cum eo jacet uxor ſus

MARGARETHAfilia Regis
· ERICI GO AGNETIS prædi

& oruni , que obiit an . do . M.


CCC . XLI. VI.Nonds Martii.

Horum animæ requiefcant in


Pace perpetuaAmen .
Darunter bas man auch das folgens
te zu leſen : Ego
Leben / Regterung und Abfterben. 443

Ego ERICUS quodam Rex

de Dacia regnans XXXIII. an

Ros re& us juſtitiarius paupe

rum ac divitum ubi Jus habue

7 runt. Rogo omnes illos qui

bus aliquid fortè feci ,ut mibi

per ſuam gratiam indulgeant ,


Gorent pro anima mea , quio
hii anno do , M. CCC. XIX in

die beati Brixii Epifcopi Con

fefforis.

. Ego INGECURH nata de

5 Suetia , quondam Regina de

Dacia , rogo omnes, fi aliquid

eis fortè feci , quod invite fe

ciſſem , ut mihi per ſuam grati

am indulgeant, & fintmemores

ánimamea,quæ obii anno Do


0.14 I 6 mini
+44 Der enige in Dåmemard

Mini M. CCC , XLX in die as

Sumt. beatæ Mariæ Virginisa


Bifhicher dieSdyrifft aufMúndyos
Pergamen fo/ zu Ringſteder einem
vornehinen Münchs . Kloſter in Seer
Tandverwahret wird . Als des Königs
Nicolai Sohn Magnus obigen
Tchåndlichen Mord an Hergog Canua
ten begangen hatter nahme ihme deſſen
Halb - Bruder Erichernſtlichvor i foli
dhen Todſchlag zu råchen ; brachte dan ,
menhero eine entſebliche Armee aufdie
Beine / überzog den König und ſeinen
Sohn fiegte ihnen obs dergeſtalt i daß
Der Mörder Magnus I nebenſt ſedys
Biſchoffen zu Fottevig in Schonland
Am H. Pfingſttag erſchlagen worden.
Der König felbft aber entwich nach
Schleswig i. alimo ihn die frommen
Bürger daſelbit ebenfalls jåmmerlich
hinrichteten /An. Chr. 1135. als er 28.
Jahr regieret hatte.
LXXVIII.

Ericus v .

8 Ils ſolcher geſtaltKonigNicolaus


faſt
2446

ERICUS IV :
Erolin die regeringAC 1138
Häreinſerenges in Störunni.
Tehes Hey úns en dich inkland
erſchlagen AC939
ERICUS. V
Tratin die WegierungAC1939.
Erlegtextörig Oluf ponytorrege
Segabe ſich in ein Loltes und Staib
AC1747
CZ
CZ
Leben / Regierung und Abfterben .
Tamt ſeinem Sohn Magno von den
Dáhnen und Schleſwigern ermärget
worden / brachte Erich , Sanuts Brue
Der / und Königs Erici III. Sohn / das
Dåhniſche Reich an ſich . Er hatte den
Beynamen Emund oder Durchleuch,
teſt /von ſeinen Unterthanen empfangeni
weil er den od ſeines unſchuldigen
Brudern Canuts dermaffen tapffer ges
roden hatte.
Sonſten war er ein ſtrenger und tp .
ranniſcher Herr , der ſeinen Bruder
Haraldi weil er ſich wider ihn auflehna 1
1
te und in Jütland Krieg erregtei das 1
daſelbſt in einem Dorffe 1Sdipffdorff
genannt ! bep nåchtlicher Belle im
Schlaff überfiele gefangen nahme I
und ihme den Kopff abſchlagen / deſſen
zween Söhne aber in die Soleyevor
Schleßwig verſenden lieffe. Er gab
unterſchiedliche gute Gefeße / und hielte
eine ſtrenge Policey in allen Ståndeni
worüber er fich des Reichs Geraltige
zu Feinden machte/durch deren
Anſtiff
tung er von einem Edelmann Schwara
te Plog auf offentlichem Herdesdinge
zu Urnehóffet Anno Chriſti 1139. er.
27
fdlo
-46 Der Könige inDannemark

hlagen / und zu Nipen in der Thom


Orchen begraben worden .
LXXIX .

Ericus

3e König Erich der IV . im Kectes


te in Jütland erſchlagen worden
bare feiner Schweſter Sohn / gleicha,
alls Erich berrámfet qudjdamals mit,
m Rechte und dertheidigte reiner Muts
er Bruder dufſerften Vermogen /weso,
Degen dann die Einwohner ibn fo fort
u ihren König erwehlet.
Er ware anfangs faſt ruchloß / und
Sielen Laßtern ergeben 1 bernach aber
Defliffe er ſich der Sittſamkeit und
Sanffimuth i dermaglen / daß man
un das Lamb nennete. Er erkegte den
Rönig Dluff in Norwegen i der fiche
rider ihn aufgelehnet hatte . Me
Schonen hatte er i des Ergbiftuhins
halber groſſen Broepſpaltzzog gegen die
Wenden i ridtete aber dafelbft wenig
aus kehrte Dannenhero wieder ins
Reich ward aber ſo fort des Regies
tens überdrüffig , begab ſich in ein Klos
Her zu Dthenſee I alwo er ein Mönch
Pute
2 446 .

SVENO: JII .
TrafindieDieguerim
gAC 1147.
führte ferieg mit den Sütlántsern
Spartvon einem Saúrenerſchlage.
A C.js6
1
Leben /Regierung xnd Abfterben. 441

yourde / undAn. 1147. dieSchuld der


Natur bezahlte i als er nidyt gar acht
Jahr regieret hatte.
LXXX .

Sveno 111 ,

9 Abſtand von der Dahniſchen Tro.


nerentſtunde groſſe Uneinigkeit wegen
eines neuen Königes, Dann Sveno mit
dem Bennamen Gradenhede i König
Erichs des Vierten , von ſeiner Beys
fdblåfferin Kunna i erzeugter Sobni
ſtrebte nach dem Dåhniſchen Reich /da .
von Canutus , Königs Magni Sohn ,
und Königs Nicolai Endell auch
Waldemar I Canutus Sohn / und E :
richs III. Endel/auch gerne einen Theil
gehabt hätten . Man griffe allerſeits
zu den Waffen, und führeten dieſe drey
miteinander ſehr ſchwere Kriege.
Endlich verglicheman ſich alſo , daß
drey Könige in Dånnemarof reyn /und
Sveno in Schonen: Canurus in Sies
land , Waldemar aber in Jütland res
gieren folten . Dieſe Gractaten wur ,
den allerſeits beſuiworen .
Bald
Der Könige in Dánnmart
Bald hernach ward Soeno von den
Berden
übrigen Königen zur Tafel gelas
Den ; Er erſchiene als ein Freund hats di
teaber ſeine Schelmen beft :llet/daßſie
Den beeden Kinigen die Liechter ausbla.
Fen folten . Canut ward mit vielen an .
rehnlichen Leuten erſtochen , und Wat.
Demar tödtlich verspundet, doch kam et
auf der Flucht davon lieferte dem meus
delmórðeriſchen König eineSchlachti
erhielte den Sieg /und lieſe fein Haupt
mit einer Art abhauen An. 1156 .
Etliche Scribenten erzehlen die gans
Be Sache/mit weit andern Umſtåndeni
sind zwar alſo : Als Sveno nac five
nig Erichen das Dåhniſche Reid ,übers
kommen hatte , drang fich Canutus /
Königs Nicolai Enkel auch mit ein /
und regierte in Jütland , wie Sveno in
Seeland. Dieſe zween Könige kriege
ten lange Zeit widereinander / und las
men viel auf beyden Seiten um ; doch
ſiegte endlich Sveno/und Canut ward
vertrieben.
Dakame der Vertriebne An . 1152.
zum Kåpfer Friedrich Barbaroffa, und
erbote ſich / des Römiſden Reichs leo
bens
LebenRegierimg und Abferbent.

benmann zu werden , ſo er ihn wieder


einfeßen wolte. Der Käyſer hörte
dieſes gerne 7 und warebegierig i das
Kómiſche Reich zu mehren / Schlotte
bannenbero nach dem König Soeno i
daß erzu ihme káme.
So bald er zu Merſeburg auf dem
Reichstag erſchiene i ward er herrlich
3 empfangen ; und als Canutus feine
Klage widec ihn anbringen lieffermuh .
tete der Käyfer dem Sveno zu 1 er fol
fein Königreich von ihme zu Lehen eme
pfangen /ſo wolte er alsdann den Canut
dahin bringen , daß er nicht mehrnach
dem Reich ſtünderfondern ſich an Seca
land erſättigen liefie.
Sveno war übermeiſtert / Denn er
hatte ſein våtterlich Erb in Seeland 1
darum 30g er daſſelbe aus dem Ver .
trag , und bewidigte in des Kåpfers
Begehren...
Åls er aber wiederum in fein Reich
umkehrte / fdyrieb er zurüder fein Us
Del wolte in den Vertrag nicht eing
willigen i weil vor ihme kein König
dergleichen Begelcen eingegangen beta
terbliebe alſo die Sache unerörtert .
Mit
430 DeKorkge in Sdnriemård

Mit den Sdweden führte er ſchwes


u Krieger dann als ſelbige Wólcex
ihremKönig Spercher nicht zum gún .
ftigften waren , wegen unterſchiedlicher
Håndet die ſein Sohn verübet hat .
te i afſo, daß beede flüchtig giengen ,
meinte Sveno 1 er haben guten Pors
theil! fich des Schwedifchen Reichs zu
bemachtigen . Dannenbero ſchlug er.
alle zum Frieden dientiche Mittel denen
Schmeden ab i gleich als ob erfomot
des Kriegs Ausgang als Anfang in
Hånden båtte.
Wle er nun bey den Smalandis
fchen Grensen antame , jog ihm ein
giemlicher Hauffe ftarder Bauren ener
gegen / weiße hin und wieder die Bau .
me umgebauert i und ihme den Weg
darmit verfehloffen hatten : Waren
auch bereit * wann er ja diefe Bäume
würde weggeråd met baben ihme ihre
Lapfferkett and Muit ja ſtreiten in der
Chat bliden ju laffen / und ihre Leiber
anſtatt eines Walles entgegen ju feßen .
König Svend hatte kaum disfe Reo
ſolution verſtanden, fo -jog er i weit ihm .
ohne das der Winterbefftig zufester
wie
asa .

WALDEMARUS. I.

Grafin die Reciering A.C.


Harda riachtiseürte allen
feinen Verfahren skárr A.1182
Leben Regierung und Abferken ,

wieder zurücke. Seinen Widerpart


Canutum bekam er endlich in ſeinen
Gewaltınnd liefe ihn todten .
Als er nun alkenthalben umhet
friedlich lebte , fieng er an / ſich und die
feinen köftlich und auf DeutſcheArt zu
kleiden / ein Panquet über das andere
anzuſtellen den Adel zu verrachten , ſich
an verwegene Leute zu benden , und das
Vold mit groſſen Schaßungen zu be .
fchweren , meßregen ihm dann daſſelo
be hefftig gram ward / und den Wals
demarn wider ihn erregte , welcher ihn
An, 1156, im Krieg erlegte.
LXXXI.

Waldemarus 1.

Ls Waldemarus HutogCanuts /
des Heiligen / Sobni den König
Sueno ſolcher Geſtalt ums Leben geo
bracht hatte i kam er ſelbſt zur Dåbnis
Ichen Regierung / und erlangte / wegen
ſeiner fürtreffiichen haten i den Nas
men des Groffen. Er hatzu Zeiten
Kåyfer Friderichs des Fotbarts geo
lebet , dem er audy Gehorſam zuges
ſagt haben ſolle . Wiewol die Dans
nil
452 Der Könige in Dånnenrart

niſche Scribenten dieſesmáſſigen, und


nur für eine Complimente halten .
Er bezwange die Wenden , und
nachdem er den berühmten Gößen in
Rügen Zwantowit genannt gerſtsh .
ret i brachte er ſelbige zum Chriftlichen
Glauben . Er hielte viel vom Biſchoff
Abſolon zu Rotſchild mit deſſen Rach
er groſſe Dinge verrichtete. Liefie
Dannewerd und Schleſwig mit einer
Mauer beveſtigen Er ; ließ auch ſeinen
Vater Sanctum Ranutum canonifi
KA A. C. 1170 , den 25. Julii.
Darnach tiefſeer Gorð und Wors
Dingburg in Seeland ✓ und hin und
wieder im Lande unterſchiedliche Kirs
chen aufbauen / und mit Ziegeln , Kupfe
fer und Bley decken . Ingleichen bat
er das Witst ole/ Dg und Gadſtedines
benſt Anderskono Kloſter fundiret |
und bauen laſſen , ware goffsfürchtig !
fromm / gutthätig , und ein Prieſter
Freund . Seine eigene Bluts . Vers
wantten hatten eine erfchrödliche Zus
fammen . Verſchwörung und Verr &
therey über ihn beſchloffen , welche aber
wunderlich an den Tag brach ) und
alfo
Seben / Regierungund Abfterbeu .

alſo der König erhalten wurde. E


war ein langmüthiger Herr, darum
lieſſe er den Aufrührern auch Gnad
ni wiederfahren . Er war ein Urheber den
Cimbriſhen oder Gúttándifchen Rech:
ter daraufdie Könige noch heut zu Ta
ge f.hwören müſſen . Desgleichen ha
er auch denen Schonen und Seelán
dern Geſeke gegeben . Er hielte An
76 1171. einen Reichs- Tagzu Kingitadt
uns lieſſe daſelbſt ſeinen Sohn Canu
FB jun.Dåhniſchen König crónen y fekte
ihme auch fürı nicht eher zu ruhen , bij
er des Raubens auf dem Meer ein En
de gemachet hátte.

Er bekriegte die Pommern i deres


beede Firſten Bugislaus und Caſi.
mirus rieffen Herßog Heinrichen von
Sasbfen / der Lów genannti um Hůlf
fe an , weil er ſie aber ihine dienſtbar
machen wolte als ward aus der Bind
niß nichts . Indeſin fibre König
Waldeinar fort / und kame durch den
groſſen Cee auf die Dder ! gewann
Stettin u
/ nd bald hernac Julin .
End .
Der Könige in Danimard

Endlich ſtarb diefer Hers ( der einer


von den berühmteſten und machtigſten
Kónigen ware / ſo jemals in Dånnea
marck regieret hatten )aufdem Schloß
Wardingburg / und ward begraben
gu Kingſtadt An. C. 1182. als er 26.
gabr regieret hatte. Unter dieſem
König Waldemarn lebte und ware ben
çühmi der Herkog Wilhelm / Abt zu
Achye von ipeichem der Påbſtliche
Scribent Laurentius Surius folgena
des hat aufgezeichnet : Der felige
Wilhelm , heiffen ſeine Worte / ift von
Adelichen Stamm gebohren und hers
kommen / ward von ſeinen Eltern dem 1
wårdigen sjugoni Abt zu S.Germain
de patris bey Paris / wol und gottles
lig aufzuziehen /übergeben /dann er war
Deffen Bruders Sohn . Und als er
mun in freyen Künſten unter andern
ſehr berábmt,wie auch in der Fromkeit
und Andacht der Fürnehmſte warrver .
Idaffet Abt Hugo/daß er zum Subdia
cono ordinirt ward , und ein Præbend
bekam ju Paris in der Kirchen der H.
H. Petri und Pauli/und zu S. Genu .
vele 1
Leben Regierung und Wafterben . 455
Defa i cuda zur felbigen Zeit weltliche
Canonici refidiren . Was nber der H.
Mann dafelbften fårlinluften und Be.
ſchwerlichkeit von den andern Canonia
eiß/ deren Sitten gang verderbt gerogo
61 fent hat mufen lenden und ausſiehen ,
das ifi allhie" zu erzehlen viel zu lang.
Er mar aber in allen Sachen mit Gote
kes Hülff beſchůBetrund mit dem ; dild
der Gedult bewahret / daß er immet
mehr zu groſſerer Würdigkeit auffico
ger und mit der Dignitåt einer Prob .
fter herzlich begabetmard .
Nun begab fid ), folgender Zeit/Dok
Eugenius der Pabſt gen Paris
tame 7. und wolte in der Kirchen S.
Genovefe die H.Moficien verrichten ,
dann folde Kirche Äpoftoliſch genen
net war. Als er aber daſelbſt hins
lommen 1 fiebe da erhub- fich ein groſſer
Zand unter den Diener des Pabjis i
und dieſer Kirchen Canodeny alſo daß
die Sachen zu Streicben tamen 1.und
nicht allein die Diener des Pabſtseſona
dern auch der König Ludovicus felb .
Ben , welcher fie abhalten und ftillen
woltei
! 486 Der Konige in Dåunethard

wolteroon der Canonicorum Dienern


geſchlagen ward . Aus dieſer Urſady
ward alſobald aus dem Haus S. Pie
ctoris zumAbt erwählet Otto der Pris
or/ zugleich mit zwolffen ſeines Ordens
S. Auguſtini Canonichen / und in die
Kirche S. Genovefæ eingeführéti und
alſo wird von derſelben Zeit an biß auf
dieſen Tag S. Auguſtini Regulällda
gehalten .
Demnach diefes alſo geſchehen ,bes
gab ſich Wilhelmus auf ſein Præpo ;
fitur / und als er diefe Veränderung
mercket ì ift er darüber nicht betrübt
worden / fondern hat ſelbſten den Ors
dens Habit angenommen 7 und mit
Freuden nur der zwolff Brüderen Ger
darauf
fellſchaft fich begeben ,finge bald
Meiſſig und emſig fich im Beſen und Gez
beth in der Gittlichen Beſchauligkeit /
Wacłyen und Faften zu üben /daß er fets
nen Leib in die Dienſtbarkeit bringen
möchte : Und wie er zuvor in Cams
met mb Seiden bekleidetí alſo bat er
jeht in einem ſchlechten Kleid/ als ein
Armer /den Armen gedienet /den Reicha
thum
{ ehe 1 / Regierung und Abfterben .

stum des vorigen Lebens ver jeſen / undi


gleich wie andere, mit Kleyen - Brod
und Kräutern ſich erſättigen laſſen.
Darüber der günſtigefefer ſich nicht
zuverwundern / dann ſie hatten dazus
mal nicht mehr, als zwu Præbendeni
damit muſten die Brüder und das an :
der Geſind vorlieb nehmen /biß die ans
dere Canonichê einer nach dem andern
mit Tod abgangenida iſt nachmals ihr
Einkommen geniehrt und gebeſſert
wurden , und zwar der tapffere Held
Wilhelmus bliebe in ſeinem Fúrneh :
men gang ſteiff 1 hielte ſeine Religion
und Orden gang ſtreng , und da er das
Supprisr.at bekam / ließ er durchaus
nicht von ſeinem Drden abgehen .
Wslanſunterdeſſen erſchien ilmder .
HErr JEfus des Nachts als er ruhet:
unter der Geſtalt eines ſchönen g ng
linge/ nennet ihm mit ſeinem eignem
Nahmen und ſagte : Wilhelm ! dui
ſolt wiſſen , daß du mit mir muſt in ein
Juſu! ziehen un daſelbſten viel Wis
derwärtig eit und Verfolgung ausſies
hen / du wirſt aber mitmeiner Hülffe
7 11 fuls
48 Der Kontae in Dånnemard

folche überwinden , und nachmals zu


mir kommen in das himmliſche Paras
deiß. Welche Erſcheinung er aber
che nicht verſtunde als da er in die Gns
fül Seelandiam , in Dånnemarck ges
legenı alda er jeßund ruhet/ beruffen
ward . Dann im Jahr nach der Ges
burt Chriſti 1161. als Waldemarus
DasKönigreich Dånnemarck inn hatte !
welcher ein Sohn war Canuti des Kos
nigs undMartyrers /und Abſolon Bi
schoff der Roſchildiſchen Kirchen vor,
ſtunderwelcher ſaheund vernahme/daß
in ſeinem Biſtum das ReglersKloſter
in der Inſul Efthyl von der Ordens
Diſciplin gar ſehr abgewichen , begunt
er oftermals bey fich hefftigzu betrachs
ten aufwelche Weiß ermóchte daſelb
ſten die Mures reformiren / und in eis
nen beſſern Stand bringen .
Baib darauf fáut ihm ein / was er
hiebedor/als er zuPariß ſtudirt/fürgus
te Kundfchafft gehabt habe mit Wils
helmu dem geiſtlichen Mann, daruinb
láit er ihni fammtnoch andern dreyen
Brüdern, durch Sarunem i Den Kos
fchila
Hard Seben / Kegierung iind Anfierten . 459

cachones fahildenfiſchen Probſt / in Dånne


itben marck beruffen /welches er dann auch
9 &1 yomábt zu S.Genovefæ erl.ingt.So
in die bald run Wilhelm is an denſelbenDrt
tame, ward er von Stund an zum Abt
cmard
bere eitirt/ wiewul fie vorhin defelbſt keinen
* Abtifonder nur einen Probſt und Pris
t ch
he content or gehab : Hat auch zuglei viel
in Widerwvårtigkeit müſſen leiden und
tehen nr nach enig Zagen
Tootetut ausſ . Daun e w
e br d n
3 als fein Mit 1 fu mit in dahi
min ber gereiſet/ den Mangel and kalt deſſel
s t en eiden
icra ben Ort nich kont l / wudir en ſie
lofter alsbald wieder umrbgekehret, wo ſie der
penge Biſchoffmitguten Worten nicht aufs
hebt gehalten hatte. Es begunte n auch der
ge ar nda
etrad leidi Sat envon Stu e
inhm eie
l n e n t lich r i e g z i ' füge
daf e n e of f K z u / in
dem er durch etliche Gottloſen auss
Itreucte/ dzr er heimlich in ſeinem Haus
Silb
e
Gol
d mmen råch
Tule viel und zuſa b
eges te 1 und an ſeinen Nugen wendete.
Bil Darnach griff er ihn des Nachts ancha
Trumfelber an .
Dreie Als nun der Feind mercfet daß er
W nichte wider den heiligen Mann Gots
n
U 2
60 DerKönige in Dånnemare

es ausrichten konteihat er endlich ſeis


ne verkehrete unartigeKinder angereia
Bet/daß ſie darauf folten bedacht leyn
vie fie ihn vom Leben zum Tod brins
gen möchten. Wie ſie dann abers:
mals ſich unterſtunden , ihn in einen
Sack einzuſchlieſſen und ins Meer zu
Werffen . Das andermal wolten ſie
ihn Den Vandalis oder Wenden vers
kauffen / und berathfchlagten fich zum
ufftern /wie ſie ihm den Kopff mit einer
Art zerſpalten möchten .
Aber der Allmächtige GOtt hat ihs .
re Anſchlág allzeit verwirret und zus
nichten gemacht. Warumb aber fols
che gottloſe Brüder ihm alſo auffäßig
und zuwider waren / war kein andere
Urſacly, als daß er ſie in der Ordenss :
Diſciplin ſtarcanhielte, und nicht ge
ftatten wolter daß ſie im Laſter- Lebeni
und ſichy zum Fal begeben fulten : dann
er war ein emſiger Beſchůßer der H.
Religion /der Tag und Nacht dem Fas:
ſten oblage / vergaß aber doch der Ars
men Pilgram nicht, erquichet dieſelben
mit höchſtem treuen Fleiß gang williga
feis
Leben ) Kegierung und Abfterben . 40
feinen Leib macerirt und bezáhmte
mit einem hårnen Kleid faſt biß zun
1 Code : In ſeinem Bett hatte er nuei
ein willen Tuch aufs Stroh gedeckt
P es wäre Dinn daß er ſchwach uni
Franck geweſen .
Er bauete auch ein Cloſter in derEh
des H.Apoſtels Thomæ / an dem Ort
welcher Paracletus geninnt , welches
durch den Pabſt privilegirt und befrei
at wurden , darinnen vronete er an die
regut S. Auguſtini zu halten .
! Sieben Jahr zuvorrebe der heilige
Mann aus dieſem Lebenabſchieder er
khiene iht des Nachts in Geſichtr eir
anſehnlicher alter Mann , der ſagt zu
shm : Sieben Pag wirſt du noch le
ben , und verſchroand alſo wieder i det
Mann GOttes aber blieb befftig bez
kúmmert. Nun blies erficben Tag ge
fandt Vermeinete deinnach es murder
fieben Wochen oder ſieben Monat
uder ja ſieben Jahr damit angezeichnet
feyn . Darnm züchtiget er feinen Leib
und zwar fo feber und ſtrengt daß feyn
ábriges Leben gegen dieſem ein Wula
11 3. luf
462 Der Sinige in Dannemari

luft gewefen :Niemand fahe ihn dazus


mal shneweinen undbetentund wann
er das Ampt der H. Meß hieltet war
er fo gant inbrünftig und enkündet ?
als wann er febe den HErrn gegens
wärtig im Fleiſch leiden /und gecreußis
get werden .

Es würde siet zulang werden zu erk


sed len / mit welchen neuen Fattenund
Wachew er: fich dazumahl geångftiget
und beladen . Und damit er mun deſto
betvábrter und gereinigter von hinnen
abſcheiden miehte bieß ihn Gør det
Herr an ſeinem ganten Leib volt Ger
fchwår werden . Wolan das Riebende
Fahrkam herbe , und ſiehe der heilige
Mann warb nach hefrigen Cemer's
Ben der Sejten mit einem Freberangos
griffen / empfinge darauf die Sy. Des
lung / legte fich auf Afchen und hårine
Tücher und gab felighich auf einer
Geift den 6. Tag Aprdis s im Jahr
CHriſti 1129. Beines Alters im acyt
und neuzigſtenwon angenomenen Amt
feiner Arbeit in dem vjerßigften Fabu.
Wir
463

INE
20

CANUT US . V.

rafindie ,RegierungAC 1282 !


nahmefit
marlencin 5tárb A C 1202
1
Seben / Regierung und Abfterben . 463

Wir werden uns aber wieder zu uns


fern Königen in Dånnemarck .
LXXXII.

Sanutus v .

Anutus V. König Woldemars


Sohn / ware anfänglich bey ſeis
nes Vaters Leb -Zeiteit ein Hertug zu
Schleſwick / Pommern X. regiertemit
und neben ſeinem Vater von dem Jahr
1171. da ihme Biſchoff Abſolon die
Erone aufſekte, und bliebe nach ſeinein
Vater König in Dannemard und
Wenden . Seine Gemahlin war
Gertraud ( welche andere Riram nen :
nen ) Hertzog Heinrichs des Comen zu
Sachſen Tochter. Den Eid der Treue
leiſteten ihme Jütlander zu Wyburg ;
Die Schónlànder aber machten einen
Aufruhrwider ihn / und warffen einen
fonderbaren König auf Namens Aas
ga / den er erſchlug.
Er führete wider Haralden König
Canuts in Schweden Feldherrn , die
Waffen glücklich , uñthot dieſem groſs
U4 ren
464 Der Könige in Dannemard

fen Schaden . Käyfer Friederich ges


funn an ihn r er möchte féin Reich als
ein Leben vom Käyfer empfangen /wels
ches er ihm aber abſchlug i daher vers
beşte derKäyfer den Herzog von Pom
mern wider ihn i der aber nichts auss
richten konnte.
Er gero..nn die Ditmarſchen / und
nahm Hertog Ardolph zu Hvüfteinne
henft Biſch . Waldemarn von Schlef
Toid gefangen . Unter ihme kam An .
1200. die Stadt Lübeck in treffliches
Auffnehmen . Unter andern herrlic
then Gefeßen verordnete er , daß allein
der Todeſchlager von ſeinen eigenen
Gütern des Todſchlags halber bůſſent
und von feinen Freunden nicht gefors
Dert werden folte. Er regierte nach
Feines Vaters tödlichen Abgang 20 .
Jahr/ und ſtarb 4. 1202. den 11. Nos
vembris . Ward bey ſeinem Vater
zu Kingſtedt begraben .
Der Erkbiſchof zu Lunen /Abſolont
derihn zum Kön. gecrinet hatter ſtarb
ein Jahr vor ihmer nemlich An. 1201.
reifen Grab zu Soer in der Abtcylam
Seben / Regierung und Aufterdar. 465

Ger- Ed des Altars / im h hern


i Chor, mit einem Marmerſtein I cine
halbe Ellen über der Erden erhoben ,
bedecket zu ſehen , worauf ein Bifchoff
in feinem Habitsneben Abſolúns Ins
fignient gar kunſtreich gehauen ; die
Grabfdrifft fautet alſo :

ABSOLON HOC TEGITỰR


LUND EŅSIS MARMORE
$ . PRÆSUL ,

5 MCCI. ABSOLON HIC


SEPULT U S. ! :
1
Und darunter :
1
31 D. PETRUSET SKELMO
EPISCOPI ARHUSIENS. NE
POTES HUJUS HIC SE
:: PULTI.

EPITAPHIUM ABSOLONIS
2.ARCHIEPISCOPI LUNDEN
SIS ET EPISCOPI ROESCHIL .
DENSIS , IN TEMPLO COLE
NOBIL SORANE.
lo

us Hoc
466 Der Könige in Dånnemardt
Hoc Abſolonem tumulo poft fata
il recluſit
Ultimus humanæ conditionis ho
nos, *,*
Hic primas ſua prima tenens,docet ,
3.ultima cunétis:
Ingruere, & nullùm poffe manere
diu .
Corpore na&us humum , luftrat fpi
ramine cælum ,
In duo diviſus gaudet habere
I duo . ? ) : 1A
Par patris patriæą parens, hoc
pulvere pauſat,
Certa falus populi , plebis opima
01 quies ,
Virtutis fpecimen , jufti pater , au
& tor honefti,
Militiæ robut, velligionis apex.
Hoftibus excidium , tutamen civi .
bus, æqui
Arbiter , armorum gloria , pacis
amor.
Non fuit in toto quisquam pra ,
ftantior orbe,

Nul
Sebeu / Regierung und Abfterbeli. 467

Nulla magis clarum fudit origo


virum
Omnis in hunc virtus confluxit mu
Est
nere pleno .
Nec qvemquam vitio præftitit elle
OCE
locum .
Quicquid Achillis erat , quicquid
Platonis , in ejus
Splenduit ingenio , moribus at
fono.
Fortiur extiterit, num doctior, am
bigit omnis
Pectora cui facri nota fuere viri.
Ad Sacra gentiles armis tranfire
010 coègit,
Hic mihi, ne dubites, Rugia teſtis
adeſt,
Excubiis cujus patriæ pax conftitit ,
hujus
Dania jam fatis preffa revixit ope.
Hinc eadem tanto viduam fe fole
queratur ,
Etlucem luci juri precetur ei.
Lux Benedi &te tua en præſens huis
+
lumen ademit
Donatura novum perpetuums
fibi, U6 LXXXIIT.
Der Könige in Dåniremarkt
LXXXIII.

Waldemarus 11.
Und
LXXXIV .

Waldemarus III.

fein BruderWaldemarus II. auf


den Königl .Dåhniſchen Thron ; war
ein Gottsfürchtiger , verſtändiger und
glücklicher Herr . Er brachte Lübeck
und die Grafſchafft Holſtein , desglejs
chen Hamburg unter fich , die ihme
Kayſeri Dtto IV. abnahmer doch aber
demkinig endlich wieder zu theil wur.
de. Er bekriegte Liftand , und zivang
es zum Chriſtlichen Glauben / bauete
auch die Stadt Revel An . 1220. und
andere mehr/nie auch Deñin in Slas
pen /undeinen Thurn zu Travemünde .
Er verwüſtete Huerisburg/und gewan
frieger
Stettini
ten/ und ſchlug ihn aus dem Felde. Er
bauete eine Brücke über die Elbel vers

wüſtete Pfalegraf Heinrichen Land/


und
468 .

WALDEMARUS II
Tratindie Regie : Ą , C. 1202 Tühr
fe glücklich , regin Teutfehland jhm
wardan Fälmlein pomGjáñel gelandt.
Pro starb A c.12 42.5 7
OL이
WALDEMARUS III
Tratinsie,Negücuing A $ 1219.
Hard von ſeinen eigemieners
auf Desjagt erſchoſſen.A.1232 .
Leben / Reaierung und Abfferbent. 469

und tauete in Ditmarfen die gewaltis


ge Veſtung Lien .
Anno 1223.beſchrieb er GrafHeins
richen von Schwerin 3 : fichrum mitihs
me ſich zu verſöhnen ; weit ber die Acs
coros- Puncten gar zu unannehmlich
und ſchwer waren , gienge ſie der Graf
nichtein, nahm aber der Gelegeubete
im Låger wahre und kriegte en Fionig
einſten in der Nacht, als er gleich im
tieffen Schlaff lager gefangen ,ließ ihn
auch ehe nicht frey, er hätte ihme dann
eine Summa von 45000. Marc Sils
bers/undi auſſer Lübeck, alle Städte in
Nord - Albingen gegeben , und muſte er
Dem Grafen ſchworen /folches nimmers
mehr zu rächenr. Hernach aber lieſſe er
ſich vom Pabſt des gethanen Ei es loß
ſprechen /und fing an , ſich an dem Gras
fen zu rächen /ward aber von den Dit:
inarſchen verrathen / berlohr auch die
Schlacht vor Børringhöfetyam Page
Maria Magdalena lund ware bey na
he bald wieder gefangen ivorden .": "
Wie ſieghafft nun König Waldes
mar in ſeiner Jugend geiveſen , fo un
117 glüce
470 Der Ronige in Dannemard

glucklichwar er bergegen im Alferi 8a


er nemlich alles/ was er vorhin eroberti
infonderheit auch die Stadt Liibecei
wieder einbúſſeter donnenherd begab es
ſich zur Ruheſund machte ſeinen Sohn
Waldemarum ( II: welchem er dieCros
ne übergaber zum Konie ; dieferware
çin frommer und tugendhaffter Herri
batte zur Chgemahlin Eleonoreni AL
phonſen des II. Konigs in Portugal
Lochter ; er ward abernoch bey ſeines
Paters Leb - Zeiten / auff der Jagt une
verſehens in ein Bein gefchoffen /daß er
ſtarb An . 1231. den 28. Novembris ;
Sein Leichnam wurde zu Ringſtadí
begraben . Hierauf fiense KønigWals
demar der II . wieder an zu segieren !
und machte das Jutlandifche Luwbach
An . 1240. Zwey Fahx hernach gieng
ergleichfalls den Weg aller Welt/dent
27.May als et 40. Falirregieret hatte,
Die Geſchicht- Schreiber medenles
fey, ibmeim Zug nacher Liefland , ein
Fáhnlein . Daneburg genannt / vom
Himmel gefandt worden .

LXXXV.
471

IN

S
ERe ICƯ . VI.
r a t i n d i
e g i e r ung .Cjati
I R A .
n ges aro b
ware Sousfürchti ,j lo .
ge
würdi egent: Seire Pruder
le hit A.C. Juso
bel erwürd
.
Leben / Regierung und Xbfterben .
411
LXXXV.

Erich der vi.

Dbald Kinig Waldemar der II.


dieſes Zeitliche geſegnet hatte 1
folgte ihme ſein Sohn Ericus VI.
Plugpenning und der Heilige benams
fet , in der Dåhniſchen Regierung.
Dieſer wurde nuch bey Lebzeiten ſeines
Waters /vom Pabſt und
einigen Teuts
fchen Fürſten zum Käyſer wider Fries
erichen II. beruffen darein aber der
Vater nicht verwilligen wolte. Er
fieng an die Lübecker, die ſich vom Dås
niſchen Reich getrennet hatteni ju bes
Friegen / und ſeinen Vater an ihnen zu
råchen hatte aber ſchlechten Fortgang/
dann die Lübecker fielen ihmins Land
zerſchleifften das Schluß Seckelburg,
und brachten einen guten Raub davon .
Er war ein gottsfürchtiger, frommet
und milder Herr / verbeſſerte unters
ſchiedliche Kirchen und Kloſter , ſchaff
te gute Ordnung in allen Standen i
und gab viel gute Gefeßen

Sein
472 Der Ronjac iti o & nnemark

Sein Bruder Herzog Abel zie


Sdlektrick ſtundeihmenach dem Res
giement uņ ) Leten und führte mit ih
me ſchwelre Kriege. Endlichhat er
ihn zu Schleßwide als er bey ihmeins
gekehret/und fich zu ihme nichts Bffes
verſehen / A . 1250. int Toteng br feis
ner Regierung / auf 6. Laurentii Us
bend 7 cufder Schlene den Kopff lars
Fen abhauen / und ſeinen Cörper in das
Waſſer werffen / mefcher hernach von
den Fiſchern des Kloſters gefunden /
auf erfchet/ und in S. Peters Müns
fter zu Schlefwick zur Erten beſtåttis
getibernach aber von ſeinem Brudet
Chriſtoph nach Rineſtadt geführet ,
nachdem aber vom Pabſt canoniſirett
und in die Zahl der Heiligen einges
ſchrieben worden . Sein Epito phium
zu Ringſtett fcutet alſo :

REPITAPHIUM REGIS ERICI


TRUNCATI ET IN SLYA
SIIB MERSI.
Illuftris Daniæ Princeps Rex Divus
Ericus
Elu
ABEL

indie RegierungAGjeso
hat abei ſchlechtes Slückwegeir
7
Feirtés veltui SrüdemordsWard
ponden dürenerſchlagena j252
Esben / Regierung und Xbfterben . 473
Flumine fraterno livore necatus &
enfe.
Quem variis fignis ſcelerum decu
raverat vitor
Chriftus , & hac condi celibe jußit
humo.
LXXXVI.

abet.

Lo nun Herßog Abel zu holle


Gitein / aus Anſtifften ſeiner Geo
mahlin / Herkug Adolphs des IV ,
Tochter ! Teinen Bruder Erich ers
fchrocklich als ein anderer Kaina und
nicht Abell erſchlagen hatter nahme er
etlichevon ſeinen Mitconforten zit ſich !
und that einen falſchen Cyd / daß er
nicht roúffervo fein Bruder Erich blies
ben iårer darauff in die Dáhnen ans
nahinen und zum Knig erwählten .
Als aber feines Bruders Cörper gies
funden worden ,ſchloſſen ſie hieraus /
Daß er ſoldies abſcheulichen Todfchtags
ſchuldig reyn muſte: Das andere
Jahr aber hernach /da cr in Eyderſtadt
gezogen , den Baurem allda eine neue
Schas
474 Der Köniae in Dåunemar &
Schabung aufzudringen , hat ihm ein
Bauer/daer über die Mylſtetter Brú.
ofen reiten wollen /den Kopff mit einem
Beyl von einander gehauen , iſt affo
An . 1252.zu Schleſwick eingebracht
und begraben wor en . Da nun ſein
Geſpenſt in der Kirche viel Tumults
anrichtete, daß ſie meinen Fried darins
nen haben konten , iſt er wieder ausges
graben , un hinter Gottorffi in einem
Muraſt /Pólé genannt/verfencket mors
den . Keiner unter allen , die an des fios
nig Erichs Code fibuldig waren / ſtarb
natürlichen Todesi dof man Gettes
Rach und Straf augenſcheinlich mers
cken konte. Die Scribenten berichten,
es habe König Erich kurz vor ſeinem
Fehmå lidhen Ender und da ihme der
Kopff folte abgeſchlagen werden ges
fagt, daß ſeinem Bruder und Mordor
in kurzem gleichmäßiges würde ber
gegnen . M. Anton Heinrich in feia
ner Nordfrifiſchen Chronic p . m.
135. erzehlet den Tod dieſes Bruders
Mörder Abels ( welchen er in das 1253
Salyr feget ) mit folgenden Ulmſtåndē ;
Nachs
{ chen / Regierung und Abfterben . 275

Nachdem Herkog Abel ( heiſſen ſeine


Worte ) an reiner Bruders telle Kos
rig worden , hater ſich unternommen ,
Die Nordfreſen ( fo bey denen zwiſchen
Diefen beyden Brüdern vorgegangenen
Kriegen ſtilte geſeſſen / undüber die
jáhrliche Pflicht teine funderliche
Kriegs - Schakungen wollen berreis
chen ) anzufallen , damit er ihnen groſſe
Furcht und Schrecken eingejaget, in,
dem er fich disſeits der Eider hat gelas
gert, damit er bei vorfallender Geles
genheit möchte überfalten / und ſie ihm
untertverffen. Darauf dieEyderſtad ,
ter alles ,was die Waffen führen kons
ter haben aufgebracht, und ſich zu ihrer
Defenfion wider den König Abel ges
waffnet ſind über den Teichgezogen !
haben das Bildniß des H. Chriſtiani
mit fich geführet/ und ein Gelübdege
than / daß, wofern der Sieg bey il nen
feyn würde/ſie daſſelbe mit dem allerbe,
Iſten Goldewolten beſchlagen ( vergúl
den ) laffen , wie denn auch geſchehen .
Denn als der König mit den Frieſen
gefuchteniſt ſein Heergeſchlagen wors
deni
476 Der bulge in Dåintemare

den /alſo caß er müſſen zurüche weiche


und die Eyderſtåtter den Sieg erhalt
ten ; die dem auch I ihrem Gelůbue
Folgerthres Patronen /des H. Chriſtian
ans Bildniß haben vergülden laffen .
Wie nun diefe Niederlager fo der Rós
nig Anno 1252. erlittent allenthalben
kund worden da hat einter Heinrich
son Meldorff genannt aufAnſtifftung
der Ditmarſdyce ( wie man will ) in
Seeland neue Unruhe geftifftet und
ſich bemühet das Volck caféibit wider
den Kunis merregen , weil er erachtet
Daf der Königrats nunmehr wegen de
erlittenen Niederlage erfchrockenz fich
nicht mehr wurde in den Krieg wagen
Dürffen gleichiwul aber hat eriðamit er
nicht furchtſam möchte angeſehen wete
den /tapfferwider ihn gekrieget/ iftdod
endlich in die Flucht ge aget/und hat
viel der Senigen eingebuifſet 1 iaß die
Uberwinder eine reiche Beute davon
geführet.
Im folgenden Sommer hat der Reis
nig ein neues Kriegsheer auf die Biel
damitdie Friefens von
negebrachtsund
denen
Seben / Regierung und ihfterben . 491
nen er zuvor überwunden worden , ůs
erzieher und der erlittenen Schimpff
30 Schaden rächen wollen ; dema
ach ) er ſich eine Zeitlang zu Warena
erg aufgehalten , iſt er daſelbſt Raths
heworden , daß er init dreyen ausgerås
teten Schiffen wolte in Frieplan ; fahs .
ceni damit er ſie beyde zu Waſſer
und
Eand módyte angreiffen .
Darauf er A.E. 125 3. acht Tage
nach Marlen Heimſuchung ſein
ganßes Heer bey Mildesburg hat vers
ſamlet/und iſt.des folgenden Tages mit
allen feinen Rittern und Knechten an
die Eyder gezogen / da er mit 3. aufges
richteten Fahnen zu Schiffe gegangeni
die Eyder hinunter nach Eyderſtadt
gefahren / und iſt in den Hafen Ottes
kyl cio ein Schußwegs von der hölzers
nen Capellen zu Didensivort gelegen )
angelanget. Da dann der Konig ſich
binnen Teichs aufeinem ebenen Felde
bat gelagert / daſelbſt ſein Gezelt aufs
geſchlagen , und ſich verſchanşet und
vergraben.
Als ſolches die Norderhardes- Leus
498 Der Königein Dångeniaré

te vernommen , da haben ſie in derfolla


genden Nacht einen breiten Graben :
Don Spenipul ins Weſten benorden
Didensmurt gemachet/biß an den Ort
Eyderockgrufft genannt , damit derby
König Feine Völcker nicht weiter füb ,
ren möchte ; maſſen der Norderhar.
des Leute das iſt die Frieſen von der
Vorgeeft mit ihren Völckern an das
Meer gelegen, und des Königes allda 're
baben gewartet.
Wie der Konig die aufgeworffene
Erde von ferne erblicket / da hat er ers by
achtet/daß ſie daſelbſt einen Wall oder
Teich zu ihrer Beſchúkung hätten auf
geivorffen / iſt darauf6. Cage an der
Eyder befüden der Capellen ſtille lies
gen geblieben /und haben ſeine Soldas
ten die Haus - Leuthe an der Eyder ges
plündert, beraubet/und die reiffe Feld
Friichte øerderbet/ und ein Theil der
Lande beſchaget i ein Theil aber gar
tud geſchlagen .
Wie ſolches die Einwohnere in den
Schiffharden ( Siebenharden ) vers m.
nomeni da haben ſie ſich auf ihre rechter
Ding,
Seben / Regieriing and Hbfterben . 479

Dingſtelle ( Vuronmages genannt )


serfamlet/ und zu Gemthe geführet 1
Delcher Geſtalt ihreVer Eltern vom
Käyfer Carolo M.Macht und Freys
beit mit Heer -Schilden hatten erlan
getr und einhellig beſchloſſen ,daß ehe
fie dem König Ab 1 buldigen , ihme
Schakung gebens und ihre Freyheit
verliehreu/ che alle das Leben daran
Spágen wolten .
Dannenhero ein jeder Schiffharde
fein Panier an den Stangen hat ges
bunden / und find alſo ehe ſie geeffen
und getruncken / mit 7. Panier oder
Fahnen / des Nachts , noch des Kunigo
Lager zugezogen / in Meinung, ihn das
felbft anzutreffen .
Es hat aber ein Berſprechers Esdes
adf genannt, fulches bereits dem Köni
ge angeſaget i daß fich die Frieſen alſo
gerüſten, und geben andern ihmegeras
thenier Pole ſich eilends auſmachen und
an der Eyder hinziehen , damit er eine
frere Seiten hätte ; aber weil es das
mals Ebbe gerveſen1 hat er die Schiffe
nicht kunnen furtbringen .
Wie
9
48.3. DuKontye ill Danmate

Wie nun der Tag beginnet angus


brechen , und der Konig mit feinem
Heer weg ziehen wollen , und das groſ
Te Heer der Friefen mit ſieben Panies
ren gewahr ivorden / iſt er erſchrockeni
und hat ſchleunig fein Gezelt í ſeinen
Schat, ſo er den Hausleuten hatte abs
geſchaket / ſeine Schiffer und alles i
was er bey fich gehabti im Stich ges
laſſen , und ſich in die Flucht begeben !
welchen die Frieſen verfolget, und ihm
im erſten Angriff 300. Mann abges
Tehlagen , und darüber noch viele in die
Eyder gejaget und erfáuffet.
Gleichwol hat der Konig nod ) eias
mal dieSeinigen wieder verſamlet bey
das alte Harrbleck / welche viele der
Seeligers ( der Norderhardes Leute i
fu an derSeekant gelegen ) erſchlagen /
Doch aber nach hartem Gefecht( füge
balten an dem Ortelfu daher noch Rus
nigskampff wird geheiſſen / und bey
Huerswort gelegen ) die Flucht wies
der genommen . Welchem die Frieſen
nachgeiaget / biß zu Jbenbul / da die
Norderhardes Leuteſich zwar gewens
Deti
Leben / Regierung und Uofferben . 481
meget, aber die Eydermánner und Utholo
sier haben ſie verfolget biß gen greno
dos owo darauf ſie ſid) nach Didenstvort
newendet, damit ſie ſich in des Königs
TONSezelt mit Effen und Erinden möchten
1 perfriſchen. Inmittelft jog der König
aufs Süden bey der Ender mit ſeinem
07.14Heer in die Iffendow ,welchem die Dla
denbütteler entgegen gezogen , und hai
ben einen halben Tag mit ihnen gee
ſtritten.
Wie ſolches den Eyder - Månnern
und Utholmern tundt geroorden i da
haben ſie ſicyroleunig geroendet,ebe ſie
noch geeffen und getrunden , ihr Fåhns
.2.1/
lein aufgeſtedet ;
den König an der off
mla
nen Seiten angegriffen / und ihm ein
Fåhnlein Volds abgeſchlagen í auch
:
viele Seeligers erleget.
Wie fulches der Konig geſehen , iſt
er auff dem Mitkel - Weg nach derr
Norden gewichen, welchendie Frieſen
ſtard verfolget / und über den Milders
TIN
l Dam geiaget, auch ihn daſelbſt mit reiz
ul
nem gangen Heer erſchlagen / und if
Deraſo den König yetodieti ein Zimmece
# mann
M
tata
182 Der Könige in Daunen

mann von Pilworm /Weffel Hummer


genannt, geweſen, worauf die Frieſer
mit groſſem Sieg wieder beimgezogen
und ungezwungen geblieben ; iſt aud
beruach die Verbitterung der Frieſer
wider die Dånen ſo groß worden ,daß
fte ſich hernach allezeit in den Schu
der Schleſwigiſchen Hergogen ergei
ben / wie Copræus dieſe Hiſtori weit:
Iduffig in annalibus Ep. Slesv.p .263.
feqq . aus den alten Eyderſtåtriſchen
Manuſcriptis eingeführet.
LXXXVII .

Chriſtophorus 1.1
s der Bruder - Mórder Abel von
als
den Frieſen war erſchlagen worden /
tam ſein Bruder Chriſtoph zur Dánia
fchen Regierung. Dieſermachte gleich
Anfangs des Königs Abels Sohn
Waldermarn zum Herzogen in
Schleßrig ; als aber felbiger ſtarb /
und einen Sohn , Namens Erich 1 hina
terlieſſe i den ihme die Soweſter der
beeden Holſteiniſchen Grafen Johann
fen und Gerharts gebohren hattei molo
te Kinig Chriſtoph ſelbigem das Herit
Bogel
CHRISTO
PHORUS.
I.
rafindie Regierung A.j2s2
tarixlte fchr wuweiſlich per,
Lohre der Hand Xügent'Starfa .
Cijesos

og
Le ben / Regierung und Abfterben . 483

sogthumn Soleßrig entziehen / und


piederum dem Däniſchen Reich ein :
Yerleiben. Da das die beſagten Grafen
son Holſtein merdeten , legten ſie ſich
barmideci fagten dem König ab, thaten
cine Schlacht mit ihm , ſiegten obi und
bekamen ihn ſamt feiner Gemahlin ger
fangeu , lieſſen ihn auch eher nicht loß ,
bis er gedachtem Erich ſeinem Vetterns
dasHerzogthum Schleſwig einraum .
te. Erider König ,nahme ihme hier .
auf für, das übel beſtellte Regtement
mit Gewalt wieder zu rechte zu brins
gen ! Dardurch es doch immer årger
ward , und wegen ſeines allzu ſtrengen
Verfahrens verlohr er ſeiner Unter .
thanen Huld und Gunſt,verfdwendes
te des Reichs Süter,und da er dieſe
bindurch gebrachtigriff er zu dem , was
jeine Vorfahren zur Erhaltung der
Kirchenjun Sdulen, und Gottesdienſt
angewendet , und legte die Biſchoffe
gefangen, ſo ſolches nicht zugeben wolo
ten ; inſonderheit ließ er den Erzbiſchoff
Jacob ju Lunden in den Kercker werfs
fen, und auda ſehr übel tractiren , weß
wegen er vom Pabſt in den Bann ge.
# 2 than
464 Der Könige in Dånnetiart
than wurde. In Rath- und Anſchlá
gen war er unve rſtändig und ſehr un
glücklich / verlohre das Land Rügen
und erlitte von der Ruger Einfall in
Seeland groffen Schaden . Er ſtarb
Ån . 1259. nichtohne Argroohn beyge
brachten Gifts/ zu Kipen , undliegt das
felbft begraben, als er fieben Jahrreo
gieret batte.

LXXXVIII.

gricus VII.

Nad Konig Chriſtoffs Tode trat ſein


Sohn Ericus VIL. Slipping oder
Klipping genannt, in die Dåhniſche
Regierung der triegte gleich an.
fangs mit Herbog Erichen zu Schleß.
wig i konnte ihm aber nichts anbaben ;
den SchwediſchenKönig Waldemarn
bertrieb er , und feßte ſeinen Bruder
Magnum wieder zum Könige. Und
als Herzog Erich zu Schleßrig ſtarbi
nahm er ſich der Vormundfchafft über
Deſſen Kinder an , und motte unter fol.
Dëm Shein das Hergogthum gar be.

bebalo
ERICU
S.VII
.
ingiess
tra e g i e šng A Cras9.
Warltehr
änzucht
ig und dan
nenherderſ
chlagen A.C.j286
套餐多 三等:宫雲答
Seben / Regierung und Abfterben . 485

jalten . Worauf Graf Heinrich aus


Wagria und Johannes Graf zu Hole
ſtein ſich der Kinder annahmen/ und
resten Herßog Erichs Kinder mit Geo
walt in ihres Paters Güter und Hers
kogthum. Konig Ericus aber fåumte
nide langer fondern ergriffe den jungen
Herzog Wolvemarn von Schleßrig,
und ließ ihn nadı Siburg in Seeland
bringen / und in ein Gefängniß werf.
fen, ließ ihn doch bald wieder loß , und
gab ihme Schleßrig als ein Feichsa
Lehen wieder. Der König bauete hier .
auf das Schloß Coldingen in Jütlandı
und beveſtigte die Stadt mit neuen
Gråben und Bolwerden .
Dieſes Coldingen iſt heutiges Tages
eine berühmte Stadt in Nord- Yut.
land und dem Kipenfiſchen Bifhumb
oder Gebieth, gegen Morgen , und der
Inſul Fúnen gelegen : Gegen Mittag
laufft an der Stadt-Mauren ein Fluß
beri fo Nord - gútland von Suder .
Jütland / oder dem Herzogthumb
Schleſwig ſcheidet/ und mit zwepea
Ausgången oder Dſtiis /deren eines gee
# 3 gen
Der Könige in Dannemard

gen Mittag und das ander gegen Mit


ternacht ſich in die Dſtree/wo der Midi
delfar Sund iſt, ergieffet ; und gebet zu
Coldingen eine Brücke darüber i bon
weldjer die gange Gegend herumb den
Namen batidaß fie insgemein Broher,
rit geheiffen wird : Und ift folde Brús
de dem König in Dånnemardan ſtatt
einer Gold - Gruben / dann es da einen
ftarcken Zon hat, wegen der Ochſen un
Pferderlo úber gemelte Brücken nach
Golfein / und an die Elbe getrieben
nserden , fo ein groſſes ertrågt indem
man von jedem Haupt einen Reichs
thaler geben muß .
Es ift Goldingen eine alterzwar nicht
gar groffe, aber fehr luſtige Stadt, das
bey ein Vorgeburg, fo insgemein Elo
denezung genennet wird . If im Child
heitſchen Krieg An.1247. verbrandt,
und folgends An . 1268. Durch unſeres
Konig Érichen den IV . von König 4 .
bets Sohn Herkog Erichen zu Schieße
wig geloftr und das Schloß als eine
Claufen und Riegel des Dáhniſchen
Reichs / mit neuen Gråben undBolle
wers
Seben / Regierung und Aufterben . 487

wercken (wie oben gemeldet ) beveſti.


get, auch die Stadi felbft gegen Mite
Irag mehrers / als ſie zuvor geweſen i
mit Zwingern allenthalben geziehret
w worden.
CODE
Und hat ſonderlich) Chriſtian der III.
vor andern Orten dieſe Stadt , ihres
Lagers / auch gelinden und gefunden
Luffts halber ſehr lieb gehabt/ und bes
fagtes Schloß über der Stadt gelegen
die Arnsburg , Aquilæburgum , gang
den i erneuert , in weldien er auch An. 1559 .
i
Cetr
Den 1. Genner , eben aufdie Zeit, ſo er
ihme vorhero benennet haben ſolle, und
MO im 56. Jahr feines Alters (eelig bera
re ſtorben / wie wir etwas beſſer unten
cute
weitläuffiger bóren werden.
k Damit wir aber wieder auf unſern
an
König Erich kommen , ſo machte er ets
liche ſchöne Gefeße im Reich und be
ſchriebe das Fútiſche Birkerecht. Er
triebe ſonſt groſſe Unzucht / und ſchåni
ig 3
dete manch ehrlic, Weib und Jung,
frau . Unter andern brachte er auch
Fr. Ingeburg ,des edlen Herrn Stoge
milch
l Huidi ReichsMar fdalen Ebegemah .
Bal fins
# 4
488 Det Könige in Dannemart
lin zu Fal . Der verband ſich hernad
mit Hertog Woldemarn von Schleb
wig / Grafen Jacob aus Hollandi und
etlichen andern Freunden und Bunds .
Verwandten ,welche den König in eis
ner Bauren - Scheune zu Findrup ( ift
ein Dorff bey Wiburg in Jütland )
endlich erhardheten und umbs Leben
brachten An. 1286. in der Nacht St.
Cecilia , ware zwiſchen dem 21. und 22,
Nov. als er 27. Jahr regieret hatte.
Sein Leichnam wurde von dannen
nach Wiburg geführet / und auda im
Shum begraben .
LXXXIX

Ericus van .

Kentis Erichliefie einen gar jungert


:
ogd) fich , den die Dänen zu ihrem Kios
nig erwählten & Seine Mutter und
Herbog Waldemar zu Schleßwig res
aber als Vormůndere ro lan .
gierten
ge / biß der König ſeineJahre erlang.
te ; Als er mannbar worden, erkreſte
er
ERICUS, VIII
trafindie BegüeringA.C3286.
Brahtē unteż lich werdelenburg,
Schwerin bezwanige die Ritinar
fer Stárba . C.j3j99

{ chen / Regierung und Abfterben . 489
er des Königs in Schweden , Biro
gers, Schwefter zur Gemablin . Dies
Fem reinem Schwager ſunde er zwar
wider feine beede Rebelliſche Brüder :
Waldemarn und Erichen , getreulich
bey, allein er richtete damit nichts aus.
Der Fürſt der Finſul Laland ſtarb zu
feiner Zeit ohne Erben : Dannenbero
wurde jelbige vem Reich Dånnemard
einverleibet.
Dieſes Laland/ fo unter die kleinen
dem Biſtumb Fühnen zugehörige In.
fulu gehöret/ wird alſo genannt , weil
Sie tieffund miedrig lieget ; ſie wird acht
Meilen lang , und fünffe breit geſchå.
Bet. Laland wird von Seeland durch
ein enges Meeri Gršneſund genannt!
abgeſchieden , und von Falſter durch
einen kleinen Arm oder Fahrt. Es ift
Sehr fruchtbar an Korn / und hat, bee
nebenft vielen Flecken und Kirchſpielen
vier Stádter nemlich Narton , Sara
koping! Nyſtedt 1 und Rodby ; auch
ift allhier das Kloſter Maribo . von
den Geſchicht . Schreibern fehr ber
sübut, neben vielen Schlöſſern und
ES ade
Det Könige in Dannemant

adelichen Spiken in groffer Menge.


Vor Alters hat es den Situl eines
Hersogthums geführet.
Er wurde der Fromme i fonft aber
Meenved genennet. War ein frommer
und tugendhaffter Herr ; erlegte den
meiſten Theil der jenigen , fo feinen
Vater erfchlagen hatten ; Brachte
unter fich Medlenburg /Schwerin und
andere Stadt und Lånder i fieffe ben
Warnemünde eine neue Veſtung bau .
eni fo er Danskeburg nennter und bes
zwang die Ditmarſchen . Er ließ auch
Kalce in Jütland bauen gegen dem Ein
fall, den er ſich beſorgte von denen, ſo
ſeinen Vater erſchlagen hatten, weil ſie
albereit Hielm eingenommen .
Zuſeiner Zeit wurde mit Fleiß auf
gezeichnet, was in vorigen Jahren fich
merckliches im Reid , zugetragen . Er
verbeſſerte das Seeländiſche Rechtrera
jeugte 14. Kinder, die aber alle vor its
Tre ſturben , denen er auch endlich auf
dem Weg aller Welt nachfolgete An.
C.1319, als er 33. Gabr regieret
batte,
XC,
22

500000B
00001

CHRISTOPHORUS.II.
Crałyndie regierutg A.C.j3j9 :
Volohrewiefer wasſein Verfah
res eriporren gard Verfriebent
tarb . A.C.'j33 ).
Seben / Regierung und Abfterben . 492

XC.

Shriſtophorus 11.
Bgleich Chriſtoph/ König Erichs
des VII. Sohn von ſeiner Bru .
der Erichen dem VIII. für untüchtig
zur Reichs - Nachfolge erkennet wur.
der liefſeu fich doch die Dånen dieſes
von der Wahl nicht abhalten / fon .
dern ſchrieben ihme eine Capitulation
für , die er vor der Crónung beſchweh .
ren murte. Erwar ein ftrengeri ſtole
Ber und übermüthiger Herr, der ſeinen
Adel und Ritterſchafft verachtete, die
ihn aus dem Lande jagten i und Hers
Bog Waldemarn von Schleßmig zum
Kónig an ſeine Statt erwählten .

Endlich kame doch König Chriftoph


wieder zur Regierung ; und obgleichy
Herkog Waldemar Tidy einen König
geſchrieben ,und alle tonigliche Sas
den verrichtet hatte i ronrde er doch
nicht unter die Könige gezehlet . Die
fer vergliche fich zulegt mit dem rech.
492 Der Könige in Dånne mard
ten Könige durc ) gåtliche Wege i und
raumte ihme den Königs.Thron wies
der ein
Wie König Chriſtoph ſolchergeſtalt
wieder veft raſſe i fieng er mit Graf
Gerbart von Holſtein einen Krieg ani
nahme auch den Biſchoff Thoge von
Wendſyffel gefangen / weßwegen er
von dem Pabſt in den Bann gethan
wurde. Er legte den Unterthanen
groffe Schaßungen auff ingteichen
auch den Kirchen und Kløjtern in dem
Lande verpfändete des Reichs Schlóſo
feri und mufte abermaht entweichen !
war aber zu Sarcobing gefangen ger
nommen von Heinrid , und Johann
Clemoffer fein Halb . Bruder aber
Graf Johann von Hyolfein / machte
ihn der Gefängniß wieder ledig.
Er übergabe die Herrſchaffe
Roſtock
denenHerzogen von Mecklenburg nach
Lebens- und Kriegs-Rechten . Bald.
nach ſeiner Gefängniß ſtarb er zu Nya
köping An.1331, als er 12. Zabr regier
ret batte. Die gnful Kügen fiele reis
nem Reich zu , well felbiger Herbog
ohne
Leben / Regierung und Abfterheu . 493

fie Ruohne mannlichen Erben mit Cod abo


ugoms gienge.
Dieſe Inſuliſt im Balthiſchen Meer
oob felter gelegen g grånget gegenrnMittag und Nis
gan mit Pomme d der Sei
s
ng An Der 7ſuann
n t h a h t p s
einen gute , da Bar , Str / Gri
wald und Wolgaſt liegen . Siele ware
n
ten viel groffer i ſintema
toeger bor Zei ſie
Ban fichbig an die InfülRudenmitihrem
Und Geſtad erſtredeterund durch einen kleis
auf nen Graben von derſelbigen unterſchies
Kilóthear
ni den warert albe aberte
: hjego liegen beyde dIng
n n er
kinid Jüln ande Mei von eina .
d
heate So viel hat die Gewalt des Ungerita
e f a n ge ters Anno 1309. neben den Shůrnent
g
und Kirchen Dórfjern und Häuſern davon
perfchlungen /daß nunmehr gemeldte
Bruder 1
Gegend das Neue Dieff oderSchiff
fabxt genennet wird.
et ledig
Die groſſen Schiff pflegten vor der.
os felbenZett Ord einen andern Ausfluß!
Olenb
Dan Bellen genennetianssund einzug
chter
fauffen welchen , nachdem ihn die Dår
arbas
Pagr i n niſche Kauffleut mitdem Palaft, den
ſie ausden Seiffen wurffenıh geſtopfft
lige lic
en wer r le
ger bin Patt a daß es ſch meh grof
27 Shif
Der Scanige in Dånnemard
494
Sch iff e ertragen könnte fo hat ihr die
Natu r einen andern Ausgang ge .
fud t. Sie iſt überall mit dem Meer
umbgeben und mag billich mit dem
Humeriſchen Epitheto NYSOS
A MPIRRYTOŚ genannt werden .
Der Umkreiß ſo wol in der Långe als
in der Breite begreifft ungefehr 7. gea
meiner Teutfcher Meilen ; wann er
recht rund mårer fo folte er ſich /nach der
Mathematicorum Ausrechnung, auf
die 22. Meiten belauffen .
Diereil aber der gange Umbkreiß /
allein mit vielen groffen und kleis
nicht
nen Inſuln überall erfüllet iſt, ſondern
auch die Meerburen weit hinein in das
Land lauffen / fo befindet manı im Fall
alle die gedachte Inſulenti halbe Jn.
fuln / Meerbuſem und andere Krům .
men folten darzu gerechnet werden /
daß er wol in die ſiebenzig Meilen beo

greifft.
Dabey zuwiſſen , daß das Meer ſo
tieff überal in die Enſuin hineingehet,
Daß kein Dit iſt der über eine halbe /
oder
{ eben / Regierung und Abfterben. 495
* oder auf das hódyſte dren Viertel Meio
Olen dem Meer kan entlegen ſeyn : und
wierool fie der ungeſtämme Neptu .
unus überall mit ſeinen gefalkenen
SI Wellen anfället , ſo iſt ſie doch von
min der Natur gegen denſelben mit einem
ſtaro en Geſtad wol berſehen, und hat
ſich Reines Schadens zu befórcyten .
Das Erdreich giebt alerley Setraide
und Früchte in folchem Uberfluß her .
i für : daß man ſie wol für der Stadt
Strahlfund i wie Sicilien für des
Stadi Rom i Korn - Scheur batten
mag .
Die Wölffe und Ratten finden alla
* da keine Stelle , wiewol fie fich ſchon
ji vorlängſt in der halben gnful Wito
tow haben fehen laſſen , die van ach .
tet , daß ſie aus den zubrochenen
1 Schiffen , oder andern , welche alle
da über Winter gelegen 1 an das
Land geſchwummen find. Die go
: wohner hat man Rugios genennet
hd es waren ftreitbahre Eeuter von denen
Sidonius rage ;
m aré
496 Der Könige in Danne

Pugnacem 'Rugum comi


tante Gelono
Gepida trux feqvitur.
Und wiederumnb im s . Carmine :
Pannonius, Neurus, Chunus , Geta,
Dacus, Alanus,
Bellonotus, Rugeš, Burgundio, Ve
fus , Alites ,
Bifalta , Oſtrogothus, Procruftes
Sarmata , Mofchus,
Poft aqvalis venere tuas .

Unter Theodorico Dſtrogotho has


ben die Rugii Licinum eingenommen
davon man Eunodium in vita S. Epi
phanii feſen mag. Sie hielten fobart,
nådigt an der Abgötteren und dem
Heydenthum , daß fie dialektewaren
unter allen Innwohnern des Svecici
Maris, die den Chriſtlichen Glauben
angenommen . Sie haben nicht allein
auſſerhalb dieſer Inſul ihreMannhofs
tigkeit erwieſen / indem ſie die Städte
Grimm Priebenfeer und ander
Bartly
re eingenommen /fondery ſte haben auch
die Kon , in Dånnemard /und die Hers
Bogen
Leben / Regierung und Züfterben .

Co Bogen von Pommern mit immerweb.


renden Kriegen ſtets überfallen und
geſchwächet, inmaſſen die Lübecker neo
ben allen andern Benachbarten nim .
Mermehr für ihnen ſicher waren . Sie
gebrauchten ſich vor dieſem / wie aud)
die Pommern i der Wendiſchen oder
Sclavoniſchen Sprach .

Von ihrer Belehrung ſchreibet


Helmundus in der Sclavorum Chros
nica am ſechſten Capitel alſo : Unter
Jol allen Borealiſchen Vóldkern iſt allein
der Sclavorum Proving langſamer
1 und ungerner zum Glauben kommen .
* Zu Ludovici Pii, Caroli M. Schnsi
* Zeiten , im Jahr 813. haben ſich etliche
- Mönch an dieſe Derter begeben /welche
nicht ohne Leibsund Lebens - Gefahr die
Rugius zu Chriſto bekehret. Die ſich
ein dennoch alſobald wiederumb zu ihrer
Dolf vorigen Abgötterey begeben / und die
Chriſtliche Lehrer zum Landhinaus ge.
nd jagt haben : Dann ſie haben E Hris
al ſtum verlaſſen und S. Vitum. CHrie
fti Dienerfür einen GOtt geehret/ den
ſie
t
498 Der Könige in Dånnemar

fie mit einem gebrochenen Nahmen


Schrantovirum genennet.
Diefen vierköpfrigten Gögen haben
fie in einen kóſtlichen Tempel gereget i
welchen alle gnnwohner und herumb
liegende Volter umb Rath gefragt.
Ade Rauffleut, die allda glúdrich ano
kommen haben ihn von ihren köftlichen
Gütern geopffert . Der Góis war
geformirt
wie ein Menſch, mit geſchors
nen Bart und Haar, in einem langem
Salar. Er hatte in der rechten Hand
einen Bechersin Geſtalt, eines Horns)
aus unterſchiedlichen Metallen ged
maçtı ſo mit einem Trand gefüllet
war : In der lincken Hand hielt er eia
nen Bogen mit einem Pfeil.
ghmezu Ehren wurden 300. Pfer .
de geweyhet , worunter eines über die
maſſen weiß war , auf welches nies
mand als der hohe Prieſter ſigen dorff
tel der es zur Weiſſagung künfftiger
Ding gebraudyte / und des Morgens
offtermals, als es febr belowigeti bes
ftaubet und abgeritten war , in einem
Sral jedermann fehen ließi ſagende !
daß
le Leben /Regierung und Ubfterben. 499
daß Schmantuvitus im Streit wider
der Rugianer Feind ſich deffelbigen has
got be gebrauchet .
Sie pflegten ihm auf folgende ma.
nier zu dienen : Der Prieſter befahe
in des Soßen Becher , den er für einen
Gahrmit rand hatte angefüllet, und
hielt ſeinen Athem zu ruci damit et
das Bild nicht berübrete , nachdem er
den Becher befehen / fo pflegte er vom
in künfftigen Jahr zu weiſſagen : War
der rand meiſtentheils verfcomuna
i den , ſo hiette man dafür, daß eine
Sheus
rung wurde entſteben : War er aber
ziemlich voll fo hattet man ſich eines
# guten Fahrs zu verſehen. Darnac
goß er den rand /oder gemelteFeuch ,
tigkeit,für dem Bild aus und füllete
den Becher wiederumb mit friſchen
Cranc / und gab ihn dem Bild in die
Hand : Als ſolches verrichtet wardi ſo
brachten ſie die übrige Zeit des gages
mit Freffen und Sauffen zu.
Diß Bild fund zü Arcona in der
Wittau , und ward in mächtigen Ehe
all sen gehalten , welche Abgdtteren vor
Pow 460 ,
soo Der Könige in Dänuemar &

460. Fahren erſt gånglichen in Rugia


ausgetilget worden . Arcona lag auff
dem Vor -Geburg der halben Jnful
Wittau / und ward von Natur une
glaublich ſtarck , angefehen ſie gegen
Septentrion das Meer/ und gegen der
andern Seiten nach der Sinful zurein
hoher und dicker Bergumbgabe deffen
Kenn -Zeidyen noch zu ſeben : Er iſt ſo
man mit dem ſtårds
boch geweſen, Daß
ften Pfeil ſeine Spige nicht erreichen
Fönnen .
Da war noch ein andere Stadt
Charentina genannt , dahin ſie ſich
pflegten zu begeben / wann die Dänen
gegen fie obſiegten i ſintemahl ſie auch
fehr ſtark war und wiemol beydeStáda
te durd , die Sriegemit den Benachbara
ten fehr geſchmacht worden, fo reynd ſie
doch ſo langeungerſtóbrt geblieben, biß
fie die Herkogen in Pommern gånglich
haben eingeriſſen . Heutigs Bags hat
dieſe Inſul mehr Srådier unter welo
chen Berga zwar die fürnehmſte i bat
aber nicht über die 400. Bürger. Die
Reſtirende ſind Sagart. Victr Bingſt
und
Seben / Segierung und Xofferben . S
o
A t
und andere kleinere in ziemlid )ec n
a
zahl. Sie iſt ſo volckreich , daß Ee u
Sr f
7000. Maan kan zum Krieg aus ů .
ſten In balben .
ho
Da gegen Aufgang, iſt ein überaus
hes Vorgebürg/weldjes inwendig aus
geholet/ den Meer - Raubern allzeit ein
portreffliche Zuflucht iſt geweſen / und
die Stuben -Rammer genennet wird .
Nidit fern davon laſſen ſich ſehen die
verfallene Mauren eines alten
Schloss
fes , deſſen übergebliebene Wal der
Burgwall wird gebe Ren .
Darbe liegt der ſobrarßeSeemel.
cherrtviewpot er fehrfiſchreich iſt, dañoch
von wegen ſeiner Steffe, wie man mei
net/ oder vielmehr in der Superſtition
und Aberglauben iſt , tein Nege noch
Fiſcher-Schifflein leiden kan /ſo daß eto
liche beherkte Fiſcher,die ein Schiflein
haben darauf gebracht, es des andern
Tages nicht wiederum finden können.
Aus der Saſul gaſmunda werden die
Innmobner von einem diden Waldi
den man Stubbenika / Das iſt einen
Hulpbauffen nenaetimit Hols reichlich
berfeben . Die
502 Der Könige in Dåanciard )

Die Geiſtlichen genieſſen hier einer


ſtattlichen Gelegenheit, angeſehen ſie
nicht allein ihre eigne Aeckeri fondern
aud , den Zehenden von dem Vieb und
Getraid haben. Das Land iſt mit
Edelleuten erfület / und werden die
Bauren nicht wenig beſchwehrt als die
ihrer Obrigkeit jährlichen Eribut beo
zahlen, und etliche wenige Hofdienſte
Leijten . Die alten Fürſten in Rugia
ſind getveſen wie folget :
Wißlaus I. Fürſt in Rugia/ zu den
Zeiten Ottonis I. An . Chriſt 938. war
ein Gößendiener .
Grimus ſuccedirte dieſem im Regia
ment, demſelben folgtehernach).
Cruco oder Crito, Fürſt in Rügai
und König der Dbotriteni / umb das
Fahr Chriſti 1100 , welcher der Stadt
Lübec Fundament gelegt : Er war
ein heidniſcher Menſch und wegen ſeio
ner Eyranney von Heinrico der Obo .
triten Fürſten und Sotſdalci Sobni
durch einen Diener 7 mit Zuchun und
Betrug feiner Frauen Slavina, der
Sochter Swantibori des erſtenHerkos
gen in Poñerni ermordet . Ras
Leben / Regierung und Xbfterben . $ 03
er Raßel Fürſt in Kugia / der Lübeck
Attóhret/ iſt geſtorben A. C.1141,
fei Teslaus hatte Ericum VI, und Solo
mmonem III. Könige von Dånnemard
gol angefochten,iſt endlich von Woldema,
wunden worden
ato I. ülser .
Farismarus I. Teslai Bruder , iſt
der erſte geweſen / fu den Chriſtlichen
Glauben angenommen und ſich tauffen
laſſen , iſt von Woldemaro dem erſten
des Namens Konig in Dánnemard ,
beſtårtiget worden.
Barmita! oder BarmitesiZanima.
‫از‬
ri Sohn i ſtarb 4. C. 1247. ſein Glo
mint mat l war Boleslava von Gutskamı
Wislati Lochter.
Wizlaus II. Barmitæ Bruder i
welder das Kloſter Campen geſuna
diretī ſtarb 1241.
a
recvent Şarimarus II. Wizſai Sohn , der
Dånen Feind, deren goch er ſich wies
Derby derum hat entledigt, Anno C. 1259 .
ſtarb A. C, 1282 .
ila
m b a Wi;laus III. Jarimart 11. Sohn ,
wa
bat den Chriſtlichen Glauben in Lief
NG land befördert/ ſtarb in Norwegenim
Jahr 1303. wiz
904 Der Könige in Dånnemark

Wiglaus IV . Der leştere aus dieſ


Familia , hat die Rebelliſche Stad
mit Hülff der benachtbarten König
und Fürſten belågere , und ward von
denen in der Stadt um das Leben ger
bradst den 8. Novembris .
Wratislaus IV . Herßog in Pome
mern und Fürſt in Rügen. Nachdemn
nun diefer ohne Leibs- Erben mit Tod
abgangen , fo haben die Sundenſes /
nach den langen Kriegen der Hermogen
in Pommern und Fürſten von Meck!
lenburg/ wie auch der Herulorum , fich
endlich unter der Herkogen in Poms
mern Schuß begeben , ihre Freyheiten
und Privilegia behalten , und Wratis!
luo IV . denEyd geleiſtet.
Für etlichen Jahren hat dieſe Ine
von wegen des Kriegs zwiſchen dem
ful
Käyſer iund dem König in Schweden
der ſich endlich derfelben bemåcy.
tigets nicht geringen Scha.
den gelitten.

XCI.
WALDEM
ARUS.I
V .
rat in die Re gi erăng A.C.1331
Srac eunter fich Sofflein , Sach
femhtinaMenen
100 aieesum fis ,
ligen Srak.Start AC 1375
Seben , Regierung und Abſterben. Sos
XCI .

Waldemgrus iv .

AlesKonig Chriſtophmit Too abgea


gangen ientſtunden gar trúbrelige
Zeiten in Dånnemarck , und ware das
Reid ) ſieben ganger Fahr ohne ein gea
wiſjes und rechtmäßiges Haupt 1. big
endlich zu Wiederbringung der gen
meinnütigen Wolfahrt | Waldema .
rus IV . Åtterdag benamfet i König
Chriſtophs Söhn / zum Kinig erwah
let wurde. Bald bey dem Eintritt in
feine Regierung / bätte er von dem
Grafen von Holſtein in Fútland, und
dem Herzog zu Sclefnig viel Unruhej
wurde auch gar aus dem Reich bere
trieben / gelangte doch endlich wieder
darzu .

Die Kauffleuter denen er ihre Freya


heit abfchluge, thåten fich einften wie
Der ihn zuſammen , gewonnen Coppens
bagen , raubten und plünderten im Soo
sigreiche 1 wordurch dann das Land
in groſſen Ruin gerietbe. Hergegen
៣ wus
$ 06 Der Könige in Dånnemar
wuſte ers mit der Cron Søweden deri
geſtalt zu ſpielen , daß der König Ma
gnus Dáfelbſt ihmeSchonen und Hold
land in feine Hände überantwočtete .
: Seine Gemahlin, Hertog Waldes
mars zu Schleſwig Schweſter / lieffe
der König , auf falfche Beſchuldigung
des Ehebruchs / zu Seeburg gefánglich
einſchlieſſen . Es begab ſich aber , daß
er einsmals ohngefehr dahin kame, in
willens ein Nachtlager alba zu haben .
Da dann ihmer unwiſſend, die Königin
ins Bette zugeführet , und von ihme
fdwanger wurde ; aus welchem Bege
ſchlaff Anno 1353. zu rechter Zeit ein
Fräulein Margaretha entſproſſen .
Dem Pabſt/ welcher dem König , in
Nachbleibung des begehrten Gehors
ſams mit dem Bann droheter hat er
alſo zugeſchrieben : Valdemarus Rex
& c. Rom . Pontif. falutem . Vitam
habemus à Deo, Regnum ab incolis,
Divitias à parentibus : fidem verò
à tuis prædecefforibus, quam , fi no
bis non faves, remittimus per præ
{ entes. Vale , Als der Pabit foloh
Šoreia
Leben / Regierung und Abfterben . Sog
Schreiben empfangen, hat er, auf des
Rönigs Namen abzielend , alſo geante
portet : Hoc fcripturæ genus val
lè nobis eſt amarum . Er war ein
commer, vorſichtiger/ und glücklicher
Herr. Verbefferte das Reich mit ſcho.
nen Schlöſſern und Veſtungen i und
reifete zum Heiligen Grab ; Endlich
als er 35. Gahr regieret hatter Farbe er
am Podagra zu Zoro An. 1375. und
wurde zu Soer begraben.
Dieſes Soer oder Sora und Soor
ift eine gewaltige und reiche Abtey heu .
tiges Tages in Seeland, an einem ſehe
Eluſtigenört und See von füffein Waſo
feci nahend Ringſtåder auch zwiſchen
groſſen und kleinen Wåldern gelegen ,
und mit einem Königlichem Schloß
berwahret. Abfalon Vidus, der Ergo
Biſchoff zu Lunden / und Biſchoff zu
Roſchilden / ein berühmter Kriegs.
manni fo alhie entweder Annu 1200,
nder 1201. geſtorben und begraben
wurden , hat ſoldjes Kloſter geftifftet/
ebauet, und gewolt/ daß in ſolchem ge.
ehrte Leute fölten unterhalten werden
§ 2 wel
508 Der Könige in Dånnemard

welche des Königreichs Dånnemard )


Geſchichten beſchrieben : Jſt auch uts
ſach geweſen, daß Saxu Grammaticus
311 Lieb und Ehren feines Däniſchen
Volds/ ſeine Hiſtorien Lateiniſch vers
fertigt hat. Únd iſt ſoldier Drt zum
einſamen Leben und Studiren ſehr bes
quem , da man auch allerhand Nah .
rungs -Mittel, und aus gedachtem See
allerley Fiſche in der Menge haben
tan .
Es hat des gedachten Ergs Biſchoffs
Bruder Esbernus Celer i insgemein
Snar genannt, 14. Dörffer darzu ges
ben mit mehrern Gebäuen, einen Hof
und andern Werden erweitert. Und
da er Anno 1202. ein Jahr nach ſeis
nem Bruder geſtorben i iſt er auch alle
bie begraben worden : wie ingleichem
erſtberührter König Waldemarus IV .
ſo Anno 1375. und ſein Enid -Sohn
König Diaus in Dånnemurd und
Norwegen , der lebte, ſo viel den Mans
Stammen anbelangt / aus dem febek
uralten Däniſchen und Nordmegiſchen
Königl. Geſchlecht ro Anno 1387. gen
ſtorben . Heul
Seben / Regierung und Abfterben . 509

Heutiges Tags gehört folcher Ort


eigenthümlich der Cron. König Fries
dericus II . hat zu Friederichsburg eine
Königl. Adels- Schul angeſtellt, die er
hernad, in dieſes Kloſter i als zu den
Studiren bequemer gelegen / verſébet i
und die Anzahl der Lehrer und Lernen ,
den / wie aud , das jährliche Einkom ,
men vermehrer.
Sein Sohn König Chriſtianus IV .
hat ſolche Sdul noch mehrers erhebt i
und dem Adel zum beſten offentlich
Profeffores beſtellt, welche die jugind
Soo
in allerhand guten Künften der Lateis
niſeheni Griechiſden ! Hebräiſden i
al
Frangoſif. und Italianiſchen Sprachy
unterweiſen folten. Und damit der 2 .
del neben dem Studiren auch zeitlich
zum Krieg gerðhnet würde i hat er
auch ſolche Perſonen geordnet, die dene
ſelben in allerhand Ritterſpielen ab.
richten ſulten. Daher diere Schul von
of !
:32 etlichen Academia Eqveftris genennet
mi wird . An . 1671. iſt das ſchönen Non
nen Kloſter Mariebo in Laland aus
fonderlichen Urſadyen zerſtöret, und die
3
$ 10 Der Finige in Daimemard

Nonnen, St. Brigitten - Ordens ento


urlaubet , und die Einkommen hieher
nac, Soer verlegti nnd zur gedachten
Schul angewendet worden . Umbs
Gahr 1645. hat bey derfelben gelehrt
M. Stephanus Johannis Stephanus,
Königlicher Geſchicht- Sdireiber. D.
Johannes Laurenbergius Matthe
leor Profeſſor, und andere fürnehme
Leute mehr.
Bey drey Meiten ohngefehr von
Sora ift Herleffs Holm ; auch ein gar
anmuthiger Ort, weil er in gleichen
zwiſchen Luft. Wåidlein und ſchattigt
gelegen ; Diß anſehnliches und erblia
ches Land - Gut hat Hertefus Troues
weyland Reichs - Karb und Admiral/
ein budgetehrter und erfahrner Herre
aus dem uralten , der Herren Trollen
oder Teufel Geſchlechtin Dånnemaid
gebohren und der Anno 1565. in der
Meet- Cdxtadt mit den Schweden ge.
halten blieben iſt, auch zu einer freyen
dut verordnet / und nody andere in
Der Nachbarſdjafft gelegene feine Gů.
ter dazu gethan , damit nicht allein der
Edel.
Leben / Regierung und Abſterben . SUL

Edelleuter fondern audy andererehrli.

c /cher Leute Kinder frey und tugendlich


alda auffgezogen , und in guten Kúns
ften waarer Gottesfurchtunterwieſen
2.
werden möchten , und iſt folche Schul
oder Gymnaſium noch umbs Jahr
impty 1630. vorhanden geweſen . Aberwie .
der auf Kinig Waldemarn zu komeni
ſo wird folgendes Epitaphium zuSoer
von ihme gefunden :
EPITAPHIUM

WALDE MARI IV .
REGIS .

WALDEMARUS EO NO .

MINE QV ARTUS, DANO .


RUM REX , MORITUR
GURRÆ AN.CHR . M. DC .

LXXV . ET PRIMUMWA
5
* RINBURGÆ , DEINDE
HUC TRANSLATUS A FI.
en
LIA MARGARETA , TU .
D!
MULATUR SORÆ .
Y 4
512 Der Könige in Dåunicmard

Waldmarus Regum non infimaglo


ría Danum ,
Quem tenet extinctum conſtrueta
ex marmore tumba ,
Ejeétus Regno , magna virtute re.
greſſum
Obtinuit , pulſo forti de finibus
hofte
Holfato , patrias arces terram re
demit
Expoſitam pretio : fenferunt prin
cipis arma
Invicti, gente ponto terra direpta
Vandalicæqve Urbes opibus faftuqve
fuperbæ .
O nimium tandem vitæ pertæſus
obivit
Gurra . Translatum recubat poſt
funera corpus
Hoc tụmulo Sora , Sed mens petit
1
ardua cæli.
Fama ſolo remanet ftudiis celebran
da nepotumu.

an
XCII,
MARGARETHA .
Fraf indie Regierung AC 1375.
Be3mang Schepedent Regie:fe

Löblich Skarb . A.Ć3412


{ sben / Regierung und Abfferben . S13
XCII,

Nargaretha

Und
XCIII,

Olaus v.

Oſein .Abiterben eine Tochter Mari


guretba, die ware vermáhlet dem Ki.
nig Haquín oder Hagen in Norwegeni
nach deſſen Ableiben fie Daſelbit die
Regierung angetreten i und darauff
nach ihres Waters Waldemars Pod
für Cron Dånnemarc gelunget. Sie
hatte einen Sohn , Namens Dlafı der
nach König Waldemars Abſterben
ſamt der Mutter das Königreich ries
gierte, und ſolcher Geſtalt bepde Cro .
nen Dannemarck und Norwegen ver .
einigte, Weil er nun nod gar jung
ware, unter fieng rich obberührte ſeine
Frau Mutter der Regirung, undzwar
höchſt glücklich .Sie fährte unterſchiede
ob.
hich Krieger und Fiegetefaſt jederzeit
ys sher
SI4 Der Könige in Daumentara

Herzog Albrecht von Mecklenburg


hatte ſeinen Sohn , gleichfalls Albredit
benamſet / in das Königreich Sdwes
dent als einen König, wider den recht.
mårigen König Magnum eingeſcho.
ben /dannenbero unterſtund er ſich auch
feinen andern Sohn Heinrich zum
König in Dånnemarck zu machen ;
lies
fe zu deffen Behuf eineftarcke Armada
zurüſten/ als er spón . Woldemars Sod
vernahme i fehrieb auch feinem Sobni
dem Schwediſchen König, daß er ihme
zu Hülff kåme. Allein Königin Mars
garetha rüftete ſichdermaſſen /daß Heto
BogAlbrecht ſein Vorhaben unterwegs
laffen muſte. Sie reifete mit ihrem
Sohn in Jütland ſuchte Freundſchaft
zum Abel, der auch ihrem Sohn den
Eyd der Treue leiftete. Sdonland
nahme ſie nach den verfloffenen 16 .
Fahren in ihren Beſißı verhteſe auch
dem Grafen von Holſtein das Herkoge
thum Schteßwig / doch ſulte er es von
ihr zu Leben empfangen .
Bey dieſer Gelegenheit kan ich nicht
Porbey (weil oben aūberett vom
Herzog.
thum
OLAUS , V.
ratingiexlegiezingA 3377
Watein Froñer tito Tigrid ,
haffter ters, Stárl.A Č.1387|
}
{ cben / Regierung und Abfterben . S15

thum Schleßwig gehandelt worden )


ein und anders vom Hersogthum Holo
Stein begzubringen : Holſatia , oder
Holſtein hat ſeinen Namen / wie man
meint, von der Menge des Holt oder
Holkes , ſintemal es der Wålde und
Gehdljes allenthalben gang voll iſt I
wietovi es etliche von den hohlen Steio
nen hernehmen i ſintemaln die Herkos
gen in Holſtein vor Zeiten die Grafen
von dem Hohlenſtein find genennet
worden . Dieſes Herbogthum endet
ſich gegen Anfangan dem Fluß Biles
naj gegen Niedergang an der Stora i
gegen Mittag an der Elby und gegen
Mitternacht an der Eidera , iſt, wie ges
meltian Wåldern dermaſſen reich, daß
mehr Holo darinnen umbkommt und
verðirbir als in gang Frießland wådiſti
unangeſehen daß auch daſelbſt kein
Feuer gefpahret wird .
Wiewoi aber derWålder in ſolchem
Land kein Ende geſpülret wird , fo bat
es durchaus fein befondere groſſe Eis
cheni fondern iſt der Buch - Bäumeale
lenthalben voll, von welchen Früchten
ein
1 .
516 Der Könige in Dannenard
ein unglaubliche Anzahl von Schweis
nen wird ernebret. Ihre Aeder were
den je drev Jahr mit Getraidt geſået /
geo
und die folgendedrey zu Weybern
madt und mit Fifden beregt. Von
Wei nga rte n hat die ſes He rg og th um
gar nichts / wie gleichfalls auch keine
Delbåume ; jedoch allenthalben viel
Gewild und einen gewaltigen Vor .
rath von Pferden . In Gemein wird
dieſes Herhogthum in vier fonderbahre
heilials Ditmarſen ,Holſtein /Stor.
marn und Wagriam unterſchieden /
welche erſtlichen nur Grafſchafften find

ſer Frimedrich / diefes Namens dem


genennet
Käy
Dritten , auf König Chriſtiani des 1,
Begehren / zu Fürſtenthumen erhoben
ſind welcher derenthalben dem H. R.
Reid , zum beſten 40. Reiſſigen und
80.Mann zu Fuß erhalten muſte .
Ditmarfen iſt anfänglich hundert
Fahr gang , fren und niemand unters
worffen geweſen , und ob es wolnach .
mals vom Käyfer Friederich / König
Chriſtierno dem Erſten zu Lehen geges
ben
Leben / Regierung und Abfterben . 7
Eben ward, hat es doch derfelbige auff
teinerley Weiſe können bezwingen i
Dann des Königs beede Söhnerals &
nig Johann und Hertog Friederidy i
EL unterſtunden es zwar Anno 1500, zu
überwältigen / wurden aber von den
Inwohnern gewaltig abgetrieben, und
i ihr ganges Heer in die Flucht geſchla .
gen und zertrennet, biß es endlic) Chria
ſtierni des Erſten Eneckel / als König
Friederich der 11. und bende Herbogen
Johannes und Adolphus im Jaht
1359. mit Macht bezwangen .

Die fürnehmſten Stått in Holſtein


reynd Seigeberg in Wagria 1.4. Meil
Wegs von . Lübeck gelegen : gboho i
wegen desDris /da ſie liegt, und der ges
i ivaltigen Sdiffarth ſehr berühmt :
Die Stadt Stora wird mit einem
Schiffsreichen Waſſer / ſo allenthalben
voler Fiſch rings herum umgeben /wel.
#ches Waſſer in der Mitte des Herzog,
hthums Holſtein entſpringt / an etlichen
line Stådten und Flecken und ſonderlich
Dem Adelichen Haus Bredenbergi fo
der
el l » 7
518., DerKönige in Daune-nark
den Kanjouen zuſtändig, hinfleuft, und
ſich endlich in die Elb ergcuſt .
Chiloniumi lo ſonſten Kyle genen.
net wird, iſt eine alteStadt, hat einen
weiten und ungeraumen Meerhafen in
welchen täglich vielSchifaus Deutſche
land LieflandiDannemark uñ Schwes
den gelangen / und den Einwohnern
groſſen Reichthum verurſachen .
In eben dieſer Gegend des Szerßog :
thums Holſtein liegen auch die Städte
Crempen und Reinholdsburg , unter
welchen jene von dem vorüberflieſſens
den Waſſer, dieſe aber von ihrem era
ften Erbauer alſo wird genennet. g .
tem dieStädteMeldorff, Heinindſte
und Sellinckſte in Ditmarfen und in
Stormar die Hauptſtadt und berühm
te Handelſtadt Hamburg an der Elb
gelegen welcher nad, vielen ausgeſtans
denen Kriegen i von Carolo Magno
wiederumbwar erbauet, zur Zeit käy .
fer Heinrichs des iv. mit Mauren
umbgeben ,und mit dreyen horen und
zwolff Shůrnen gezieret.
gn dieſer Stadt bat gelebet / und
dafo
Seben / Regierung und Abſterben . 519
daffelbig ſein Leben beſchloffen der für.
nehme und glaub, würdige Befobichts
Schreiber Albertus Cranzius / Deffen
$ Zeugniß wir uns vielmai haben ges
braudt. Dieſes gange Land iſt allenta
halben voller Sümpff und Seiden 1
und ſonderlich Ditmarfen , als deſſen
Innwohner ſich auff rolche verlaſſen i
die Gebüht und Begehren der Könige
in Dånnemard verachtet, und erſt vor
wenig Jahren zu deſſelbigen Gehorſam
ſind bezwungen worden . Das für:
nehmſte flieffende Waſſer dieſes Lands
iſt die Egidora oder Eidera : Die úbs
rigen ſind vielmehr Bådylein , als Flu .
vii oder Flüß zu nennen .
Das Mare Balthicum oder Oſtens
Sechat an dem Drtida es an Holſtein
und Schleßrig ſtåſtı etlicheſchone und
luſtige Sinus oder Schoß, die bep den
Griechen Sithmi heiſſen , in welche mit
der Einwohner groſſen Nußen jährli.
- chen viel Schiffe ankommen und ſich da.
felbſt nach den langwierigen ausges
ſtandenen Reiſen ergògen und erquis
den , 99 es hat dieſes Land an ette
cher
a rd
Ho Der Könige in Daunem

den Drten aud) einen geivatten Fiſchs


fang und ſonderlich von Salmen ein
groſſe Menge.
Fft allenthalben gang eben , und relo
ten mit Bergen erhoben/ Unter welo
den der fürnehmſte, fo wegen der ges
waltigen Thaten Heinrici Hangovii/
die er beydes zu Kriegs- und Friedens
Zeiten darauf geübt, ſehr berühmt iſt !
zwiſchen den gewaltigen Städten
Hamburgund Lübeck liegt und aufih .
me ein Schloßi welche beedes wegen
feiner åtte, und dann auch des jenigen ,
To es am erſten hat erbauty manniglis
agen Bekandt und wiſſend,iſt unten as
beran ſeinem Anfang oder Wurbel ein
Srådtlein liegen hat.
Der Wälder iſt es faſt allenthalben
ganz vodi und fonderlich Ditmarfen /
als welches
Burgholki Alverdorffenholt1 Kefens
walt, und viel andere mehr in ſich ber
greifft. Vor dieſer Zeiten hatten ſie, die
Holſteiner achtund vierkig Månner zu
Vorſtehern oder Richtern : an welche
alle Sachen aus allen und jeden Pa.
sociis
Seben / Regierung und 26fferben . Für

rochiis oder Pfarren ſind gebracht und


von ihnen geurtheilt und geſchlichtet
worden . Als ſie aber nachmals wuri
den bezwungen , und in zwey Theil un .
terſchieden , hat man aus einem jeden
Sheil 12. Mann, beneben dem Præs
I fecto /als, welcher gemeiniglich ein Do
ctor oder Licentiat im Rechten iſt, aus .
erkohrn /dieſe alle werden von dem Her .
Bogen mit einer ehrlichen Beſoldung
berſeben und ihnen ein Sdireiber zugeo
geben , wie gleichfalls auch ein Præſi.
dent, oder Inſpector, aus dem Hulſtei.
niſchen Adel: Deren einer , als andes
1 Königsſtatt, iſt gemeiniglich der Præ
fectus oder Amts - Verwefer zu Stein ,
burg/ der ander aber an ſtatt des Her .
Bogs Adolphi i der Præfectus odec
Àmts . Verweſer von Gottorf. Jedoch
(, wird den Unterthanen freg geſtellet, an
Herßogen und Råthe der beyden Hers
Bogthümer / nehmlich Holſtein und
Schleßivigi zu appelliren .
Vor Zeiten haben ſie ihr geſchrieben
Recht gehabt, welches nunmehro ein
wenig iſt verändert nach dem gemeinen
Recht
Der Könige in Dänstemart
Recht reformirt und von Heinrico
i
Ranzovio dem Königlic he n Stadhal.
ter , Sigefr id o Ranzod io 1 Herrn in
Nienbufen , Herrn Adamo Sraßigero
und Eraſmo Kirstemio zuſammen ger
tragen , und werden alle Sachen dara
nach geurtheilt und die Straffen ges

ichen Stånden hat


fåníA.n unterſchiedl
Helſ te in fond er li ch vier; als den Adeli.
chen Geiſtl ic he n Burgerlichen und
da nn n
de St a n d der Bauern , welche
le kt e wi ed er um b in zerley werden un
terſchieden : Sintemal etliche ihre eie
gener erbliche und freye Güter beſigeni
etliche aber keine eigene Güter haben
fondern andere uib Geld und Zinſe an
ſich bringenjun derenthalben mit Frois
dienſten und dergleichen beſchwebret
werden. Die Adels : Perſonen woh .
nen auf ihren Schlöſſern, welche meha
rentheils eigen und erblich ſindrund has
ben dennody dieſelbigen bollkommene
Gewalt und Nicht zu jagen / beßen /
n
Vugelfange und fiſchen . Etliche les
hen tommen romol auf die Weiber , als

aufdie Männer,
Leben / Regierung und Xbfterben . 329
Der fårnehmſten Geſchlechter find
nicht über 24. deren Namen in der
Holſteiniſchen Chronick nach einander
werden erzehlet, und ſind alleſamt an
Perſonen faſt reich , fintemal allein die
Kanzauen auf 150. werden gezehlet ,
welche vielSchlöſſer und Adel. Búta
ter beſigen. Nicht viel geringer ſind
auch die Alefeldii und Powiſchi an der
Zahl ehedeſſen geweſen .
Die Streit-Sachen deren von Adel
werden von der Herzogthum Kåtheni
da die Herkoge ſelbſt præfidireni ge .
ſchlichteti von welchem Rath ſie dann
auch, jedoch mit füglicher und gebürge
licher Caution / an die Kápſeri. Kame
mer mogen appelliren . Die Burger
haben ihre ſonderbare Freyheiten , und
gebrauchen fich des hömiſchen oder
auch des Lübecker Rechts .
Die Unterthanen haben Macht von
dem Urthel, fo ihnen von Råthen der
Stadt iſt geſprochen ! zu den 4. Ståds
ten /ſonderl. hierzu verordnet/ zu appel
liren , wie gleid )falls auch, von diejen zu
den Hergogen und den Råthen des
gangen
1994 Der Könige ni Dånitemar & :

gangen Landes / und endlich auch zu der


Käyferlichen Kammer felliſt i jedoch
mit vor gethaner billichen und gebühr: LL
lichen Caution. Die Sachen der EG :
Bauren werden auf den frenen Feld w
von den Procuratorn gelandelt, melo
chem Gericht dann etliche von Adel 1 257
fammt den Eands Vägten und ztvenen
Zeugen beywohnen : Daſelbſt treten
Die Klåger auf einen offenen Platz
hervor und werden alle Bauren nach !
angehörter Klag und Verantwoors
tung ſämmtlich hinaus und aus dem :
Rath geriefen, folgends/ nachdem die
Sachen mit Fleiß erwogen, wiederum
nue
zu dem Confeffu hinzu geruffen und
das Urtheil geſprochen . Aber genug PL
vom Hereugthum Holſtein. Wir 1190
wenden und wieder zur Königin Mar.
garetha und ihrem Sohn König D.
lafi weldher, als ein frommer und Dusk
gendhaffter Herri noch in feiner Juar
gend Å. 1387. ſein zeitliches Leben bes lo
fohlofje i und zu Sver begraben lieget friss
mit folgendem Epitaphio ;
NA
OLAUS.
des Scheit / Regierung und 25fterbent. 5:25

OLAUS.

ILLUSTRISSIMÆ TRIUM
REGNORUM BOREALI.

UM REGINÆ MARGA,

RETÆ FILIUS, EXHA

QVINO NORVAG10 .

DUH RUM REGE GENITUS ,


en effime
QVI PRIMUM NORUA,
CORE GIÆ REGNUM JURE
HÆREDITARIO EX
35 und a
MORTE PATRIS OPTI
aio
genn NUIT , REGNANTE MA.
TRE : TUM VERO DE
FUNCTO AVO MATER :

PE NO V ALDEMARO
ec
CUM MATER IN DANI
TA
AM E OB
S HEROICASCA AN IMIT
T V O
M SE
in fawr D O E
RRI U ES ,
d PE
Tieslan AD IMMÆ , NÆ N Æ
SI MI GI
graha ! IS DO RE

.: BENEFICIO , DANORUM REX


IN ADOLESCENTIA , ACCEP
TO
326 Der Könige in Dånnemaro
TO A PROCERIBUS REGNI JURA
MENTO DESIGNATUR ET DECLA .
RATUR , QVO FACTO , UBI GER- SE
HARDUM HOLSATIÆ COMITEM , EX
VOLUNTATE ET CONSILIO MA

TRIS , AC PROCERUM REGNI, DU .


CEM REGNIQVE DANICI VASAL
LIIM SOLENNI RITUI CREASSET
PAULO POST IMMATURA MORTE
EX HAC VITA EVOCATUS , HIC
SORÆ INTER MATERNI PROAVI ET
AVI TUMBAM SEPULTUS EST, DIG
NISSIMA DOMINÆ MATRI REGINÆ
TITRIUSQVE REGNI JLIS ET IMPE
RIUM RELINQUENS AN . 1307.

DANICA NORVAGO

1 GENVIT ME MARGARIS

ILLA.

Qvæ fuit Haqvino tradita connu


bio ,
iile nd bfterben
Leben / Regiert
land u X . 527
a g u m m ratia
E Jus Norv ,ſed Danu g
Regem
Cir Signat, ubi fatis, cum patre, cedit
.avus,
CUT
ed mihi regna negat mors immatu
220
ra, deinceps
NE Norvagia ut Dano pareat imperio ,
Ut matris, tanta regnantis laude, tri
umphus
R A In Suecos, toto notior orbe foret.
T '
nter Ayum & Proavum nunc Sorg
CATE
corpore condor
UPL E
Olaus, cæli lumine mente tegor .
CSÉAt qvi me, ob fimiles vultus, fe finxit
eundem
is ludens rte o
S ET/ Nutric a , dolo mez ,
Falſterbodenſi cineres commifit
arena ,
Supplicium in fi & to corpore ut i
4. gnis agat .
l
Jul Auf den Pod Königs Blai trat die
Königin Margaretha vóllig in die
Dåniſche Regierung. Hierauf hielo

COM te ſie einen Landtag aufweldem Ger.


'bart, Herzog zu Schleſwig , mit fei
nem Vettern /dem Holſteiniſchen Sra.
fen
Der Könige in Dånuemard
G
fen , erſchieneialda die Lebenſchafft eri
neuert, unddas Fürſtenthum Sdles
wig allzeit dem åltiſten Grafen von
Holſtein , derfelbigen Linie zuſtändige
übergeben wurde .
Nady dieſem entſtunde zwiſchen ihri
und dem Schwediſchen Kon. Albredtyti
ein Widerwil, den die Schweden gar
gerne ſahen, weil ſelbiger König nicht
nach ihrem Gefallen das Reich vera
waltete ; ja ſie riefen gar die Königin
Margareth um Hülffe wider ihren eis
genen König an , ihr das Schwediſche
Reich dabey anbietend . Hierzu lieffe fie
ſich nun nicht viel bitten / lieferte dem
König Albrecht eine Schlacht , ſiegte
ihm objbekam ihn nebenſt ſeinen Sohn
gefangen , und behielte ihn ſieben Jahr
Euftody da er endlich verſprachi
in der
vom Reid abzuſtehen , und ſolches der
Kónigin Margareth einzuräumen !
welches er auch getreulich leiſtete ,daß
alſo Königin Margaretha das Reich
70
Schweden zu verwalten anfienge An. Los
1395. uud von ſolcher Zeit an die dren
Cronen in dem Däniſchen Wappen
Sic
führte.
Seben /Regierung und Abfterben :
2 Sie nahme an Kinds Statt ihrer
Schweſter Ingeburg 1 Tochter der
Marien / und Hertog Wratislai in
Pommern Sohn, Erichen den IX . any
und in der Regierung zu Hülffe ; und
nachdem ſie als eine andere Amazonint
eine lange Zeit ,neml.in die 37. Gabrı
dem Regiment höchſtlóblich vorgeftan ,
den ſtarb ſier da ſie in Dånnemard
ſchiffen wolte i vor Flensburg an der
Peſt An. C. 1412. den 27. Dctober.
hr Leidynam wurde erſtlich zu Soer
niedergefeßet, und hernach zu Roſchild
in der Thumkirchen begraben ,mit dies
fem Epitaphio :

DN . MARGARETÆ ,, DA

NIÆ SVECIÆ ET NORVA

GIÆ REGINÆ SE
3 PULCHRUM .
hen ANNO DOM , M. CCCC . XII.
lle
IN DIE SIMONIS ET JUDE
Bio APOST . OBIIT ILLUSTRISS .
DOMINA D. MARGARETA
ell QVONDAM DANIÆ , SVE
Low CIÆ , NORVEGIÆ REGNO .
Z RUM
530 Der Könige in Daumentare
RUM REGINA : ET ANNO SE
QVENTI , IV . NONAS JUL
HIC SEPULTA. - QVAM QVIA
TOTA POSTERITAS DIGNE
UT MERUIT , SIMUL HONO
RARE NEQVEAT : HOC OPUS
IN EJUS MFMORIAM , MAG
NIFICI PRINCIPIS ERICI RE .
GIS MODERARI SUMTIBUS
EST CONSTRUCTUM ANNO
DOMINI M. CCCC. XXIII

XCIV.

Ericus ix .

Ricus IX . cegierte mit der Kini.


gin Margareth von Anno 1396 .
biß Anno 1412. da, wie erſt erwähnet
die Königin dieſeWelt geſegneter und
alfo Konig Erich Die drey Reiche Dån.
nemarc i Schweden und Norwegen
allein beherefcbete.

Noch bep Lebzeiten der Königin hielo


te
ERICU
begiS er .IX .
ungA.Cj3
rafindie 96
vi
Wolfe etPings im Nejch an
Seung Pell
Sf we
age
rt etAfe
n. hr per Hanek
würde. .C .3438

4
Leben / Regierung und Abfterben . 531

rer A. 1406. Beylager mit Philippar


önig Heiaridys in Engeland och
tri die ihme einen Pfenning zum Heu .
aths - Gute mitbrachter der auff eine
Tonne Goldes geſchåget worden .
Mit den Holſteinern führte er ſchwere
Kriege, dann ſelbige thåten ihm in Jute
land großen Schaden 1 nahmen ihme
Frießland ab , und brachten ibn umbeto
lid , tauſeno Dånnemårder.
Der König bielte ſich lang innen i
Da man es aber am wenigſten meinter
kam er, und belagerte Schleſvig geo
wann es auch und wuſte, daß der Vera:
triebne Schwediſche König Albrecht
darinnen tvare. den fieng er i und
zwang ihn / daß er ihm aufs neue vera
heiſſen inuſte 1 an die drey Reiche
Sdyreden Dannemarck und Nor.
wegen nimmermehr einigen Anſpruch
zu thun .
Darauf zoge Konig Erich in Frieß .
land /das ſich an Holſtein henden wul .
ter und that groſſen Schaden darin .
nen. Die Holſteiner feyerten nichtı
und machten ihm ein Schiff auf den
32 Meer
532 Der Sonige in Dancinare

Meer / Darinnen alle feine Kleinodien


und Sdåße waren , zu fchanden / das
rootte er nicht ungerochen laffent zoge
mit groſſer Rachiubt in Cimbern
verſchonte darinnen niemanden / wes
der der Kleinen noch Groſſen , gewann
das Schloß, und befekte es wohl und
zog darnach wieder aus der Infu .
Da unterſtunde fid ) der Biſchoff von
Lúbed / und andere Fürſten ,dieSache
zu bertragen / richteten aber nichts
ausi es mufte zu einem neuen Krieg
kommen . Die Dåhnen legten fich
vor das Schloß Cundern / und als ſie
€ 8 ſtürmeten / und erſteigen wolten :
wurden ihrer bey vier hundert eta
ſchoſſen .

Die Hamburger fuhren in Güte


land, fanden da viel Schiffe , die ih .
nen zuſtunden , die verbrenneten fie !
darnach giengen ſie auf das Land è und
führten einen groſſen Raub hinweg /
daſchickte Kåyſ.
Sigmund den Schles
fiſchen Herkog ins Königreich Dånne
mard , einen Frieden zu maden, aber
die
Lebei Regierung und 26 fterben . 533

A die Peft nahm ihn in Dånnemarok


hinwegi eheer des Käyſers Befehl zu
Ende brachte.
* An . 1424. derreiſete der König zum
Räyſer in Sungarn und lieſſe den Her .
< ! Bog Heinrichen von Schlefroig citiren
50 ſamtſeinen Brüdern , da ward beyder
Sache verhöret, und das Urtheil für
Bit dem König gefållet.Als er nun wieder
in Dánnemardkankamerſtårkte er ſich
rates gewaltig und wolte dem Kåp ſert. Sena
tens ein Genügen leiſten ; allein die
Fürſten beveſtigten die StadtScleß ,
mig , und das Shloß Gottorp, brach .
0 ten auch die Hamburger, nebenſt ans
Dodern Seeſtadten , aufihre Seiten , fies
len in Cimbern, und nahmen dem KS.
nig das Schloß Glambeck. Sie fies
len / als der Winter vergienge i mit
de groffen Gewalt in die Inſuln / und
eten brachten einen groſſen Siaub davon .
Indem aber Hjer og Heinrich die
to harmonie Stadt Flensburg zu Land und War
an fer befriegte, ward er durch einen Zaun
Do don dem Feind erſtochen/ da nahme
Dem / fich fein Bruder Adolph des Regies
ments
3 3
534 DerKönigein Dånucthard

ments und Kriegs an . Anno 142


tam er und die Städte mit grofico
Kriegs - Rúſtung zur See zuſammen
griffen einander an / und erhielte Ded
König die Vietorie , nemlich wider
die Lübecker / Hamburger i Sunder i
Roftoder Wiſmarer und Lunes
burger.

Mit den Sdweden hatte er auch


immer zu fdjaffen /weil er ſieinit Sda
sungen und andern Beſchwehrden
Durch ſeine Amptleute unverantwortlid )
plagter davon kan unter den Königen
in Schweden der geneigte Leſer fattias
men Berichtfinden / ſonderlich in der
Ausfüblichen Lebens - Beſchreibung der
gedachten Siniger bey unferm Herrn
Verleger befindlich.

Der König Erid war ein frommer


geſchickter Herr , der bradyte unters
Khiedliche Documenta von der alten
Dåniſchen Königen Thaten und hoch ,
wichtigen Sachen an das Licht ; ward
Auf der Reiſe nach dem heiligen Grab
in Zürckey gefangen , und mit ſeiner
$ X
Unters
u er her
# B
"20 IIDAIMA

SNAP

es
wardam
e
bit
Gra
CHRISTOPHORUS.III.

sermol Craf in dieRegierăngA.C jt38 8.


44
as like a margin Freifimürd ige , FerzC .1ünter
n te A .
beilige& dempa rte eich
on s Königr ar
b.
Bene marcť
und mit ſch grü St
Inter
Angio
NE

1
1
Leben / Regierung und Abfterben. 135

Unterthanen groffen Unkoſten wieder


tanzioniret.
Nady ſeiner Wiederkunfft liefje er
ihme belieben , viel Dinge nach frembo
der Nationen Sitten und Manier zu
verånd : rn, weshalben ihme dann reine
Unterthanen feind wurden. Und da
er folches vermercterſuchte er die beſten
Kleinodien im Reiche zuſammen , und
unter andern nahm er aus dem Thun
ju Rodſchifden zwólf von Gold gegog.
ne Apoſteln, jedweden ſo aroß als ein 3.
jáhrig Kind entwiche damit An. 1438.
in Pommern, allwo er za Kúgenwalde
als in feinem Vater . Landei als eine
Privat - Perſon in die 20. Jahr feina
Leben hinbrachte ials er 42. Jahr
regierethatte. Endlich farb er Anno
1459. zu Rügenwald i nad ward zu
Buchele begraben .
XCV

Chriſtophorus in .

Eliche Däniſche Geſchichtſchreca


ber melden , es båtten die Dånen
dem König Erico IX. den Sehorfam
34
536 Det Konige in Dånnemará

aufgekündet/ und Pfalzgraf Chriſtos


phen am Rhein den Däniſchen Scep
ter angetragen . Dem fey nun wie ihm
wolle 7 ſo folgte Chriſtoph der III. ein
Sohn Pfalßgraf Johannſen zu Neue
burg / und Catharinen ( welche eine
Suchter war Uratislai / Hergogs in
Pommern , und eine Schweſter König
Erichs des IX.) in der Regierung der
dreven Cronen ſeinem Vettera nadya
und wurde An . 1443. am heil. Neuen
Fahrs Lage zu Ripen gecronet.
Anno 1445. nahme er zur Gemaha
lin Fråutein Dorotheen / des Marge
grafen Johann zu Brandenburg , der
ju UnſpachHof hielte 1 Sochter i und
ward das Beplager zu Coppenhagen
gehalten. Nach deren Vollendung
Jubre er in Schweden , weil die von
Dei und das gemeine Vold ihn zu-fes
ben ein greffesVerlangen trugen .
Wie er nun alles daſelbkt nad teis
nem Gefallen geordnet i ließ er einen
groſſen Spaß in die Schiffe tragen !
tam aber damit auf dem Meer übel
an , dann er litte Schiffbruc , und mu .
ſte
Leben / Regierung und Aufteiben . 537

fte über 1000006. fl.wehrt vor ſeinen


Augen verfinden laſſen alſo daß er
mit groſſer Gefahr das Land erreichtel
welches die Schweden nicht wenig vers
droffe , daß er alſo verwegen ihre
Schage entführet und verſchleudert
hattein
Jim Anfang ſeiner Regierung fand
er groſſe Aufrühre zwiſchen dem Adel
und dem gemeinen Volde, welche er
dod, glücklich , wiewol nicht ohne vors
bergehende dywerdfcbláge, dåmpffer
ter worüber ein groſſesSheil des auff
ráhrifchen Voldes darauf gegangen .
Er führte allermaffen ein löbliches Rea
giement/beförderte des Landes Beſtesi
Kebte feine Unterthanen /gab'dem Kaufe
Stadten im Lande ſchöne Privilegieni
beſchriebedas Stadt- Recht. Beyan .
dern Königen war er in groſſem Ano
fehen.
3 ghme ward durch efire prachtige leo
gation porn Türckiſchen Käyſer feine
Tochter zur Ehe angeboten / welches
# Xamuthen - er aber mit groſſer Ben
fcheidenheit abſoluge ; da es nun das .
35 An.
rd
Der Sdnige la Dånneuia
938
Anfehen hafter als ftünden alle Dinge
im beſten Wohlftande i gab er dieſer
Zeitlichkeit gute Nacht Anno 1448.
am Tage der H. Drey Kónigei als er
zehen Fabr regieret hatte . Unter an.
dern Isblichen Wercken , war auch dies
fes / daß er der Eron zum beſten die
Stadt Coppenbagen / fo zuvor dem
Birchoff in Roordyild zuſtändig gewes
feni an fich gekauffet.
Es hat aber heutiges Sages die se
nigliche Stadt Coppenbageni Hafnia,
in Dånnemarck auf der InfulSeca
tand gelegen den Namen von dem Ano
furth dafelbft / welche in Dåhniſcher
Sprachy Hafen genennet i weil die
Kaufleut daſelbſt ihren Hafen ,das ifte
Anfurthy geſucht, hat eine Univerſität
som König Johanne III. fundiretriff
den Wildern gegen Mitternacht wot
gelegen / die auf Schiffen und Ga.
leern bey die soo . Meil Studirens
halben (tanqvam ad fecundusAthe
nas ) ankommen . In dieſer Hohen
Schul bat gelehrt Nicolaus Hemmin.
gius D ,
Die
Leben / Regierung und Abfterben . 539

Dieſes iſt nicht allein die Haupts


Stadt in Seeland, ſondern auch des
gangen Königreichs Dånnemardrund
der Königliche Sik. Andere ſagen
daß iman dieſen Drt anfangs Stegel.
burg geheiffen babe : bernach aber als
Axillus vidus , ſonji Abſolon genannte
mit Zunamen Snare i Erk- Biſchoff
zu Lunden in Dánnemaro , und auci
Biſchoff zu Koſthilden i ein veftes
Haus in der Inful/ darinnen jest bas
Schloßift, erbauete, und ſolches Arele
buys oder Hus nennte , damit ſolches
Drt wider die See - Räuber beffer beo
ſchüket werden möchte, ſo ward derſele
bige wegen Bequemlichkeit des Has
fens/ Kiobmanshaven , das iſt, ein Doct
oder Haven der Kauffleute geheiſſent
fo umbs Jahr Chriſti 1165. 1167.68 .
geſchehen ſeyn rolle i und find vorhin
nur Fijderss Håudlein auda geſtaga
den , der umb felbige Zeit vermehret
worden,

Und ift forthin dieſer Ort unter Bet


9 Bormåffigkeit der Bildhoffen zu Roca
36 Chile
$ 40 Der Könige in Däunieniare

ſchilden gleichſam geweſen , wie dann


auch demſelben An .Chriſti 1254. Bio
fchoff Jacob Erland zu Roſchilde am
erſten Stadts Freyheiten ertheilet , fo
feine Nachfolger hernach beſtåttiget
haben / biß ſie die Stadt Anno 1284.
auch die Sontge zu reſpectiren ange.
fangen/ und Anno 1443. diefelbe gat
von gemeldtem Bifthum an die Eroner
wie oben gemeldet i auf beſchehenen
Vertrag, kommen iſt. Da dann ihr
in ſolcher Zeit die vorigen Privilegien /
von unterſchiedlichen Königen nicht ale
tein bekräfftiget, ſondern noch mehrere
darzu gegeben worden ſind.
Konig Ericus VII, hat derſelben
am erſten Anno 1318. einen Ampte
mann vorgeſeget, der des Königreichs
zdte, und anders / ſo der Königlichen
Botmáſigkeit zugehörte, in acht neh .
men ſolte. Ingemeldtem 1443. Gabe
hat König Chriſtoph ihr das Rechti po
andere Städte in Dannemarck haben ,
zugelaſſen, und König Chriſtian Der II.
fie zu einer rechten Kauff- und Hans
Dels Stadi semachet.
Leben / Regierung und Abfterben . 541

Es liegt Coppenhagen auf der Oſts


i Seitender Infel Seeland /und an dem
Buſen des Balthiſchen Meeres , oder
i der Dſt -Seel ſonſten gang ebeny faſt ſo
groß als Roſtock úberaus herrlich und
luftig, aber etwas auf alte Artgebauet.
An der Stadt und dem Schloß liegen
des Königs vornehmſte Schiff und
Naven /welche ſehr groß und ſtarck , Es
kan eins auf 1000. und mehr Laſt füh .
ren , ſind s . 6. Bóden hoch auch höher
im hintern Theil, haben 80. auch wol
130. und mehr Geſchůz auf ihnen .
Gleich daran iſt die Gnful Amade
Amaggeri Amaga / oder Ämagria, mie
fie unterſchiedlich genanntwird , wels
dhe Dem ungeſtämmen Meer Widers
fand thut, und einen von Natur ſehr
bequemen Hafen machet / daß die
Schiff auf soo. Schritt lang daſelbe
lien ſider ſtehen konnen , und ein Luſt
zu ſehen / daß ſolche groſſe Schiffe mie
W die groſſen Häuſer ineben den auf dem
I Land erbaueten Thürnen und Häufern
Atehen .
Es wohnen in ſolcher Gnſu Sole
6 37 länder .
542 Der Könige in Dåuneinare

länder. Dann als König Chriſtia.


nus II . des Käyſers Caroli V.Schwe.
fter Fråul. Sfabellam / oder Eliſabeth
jur Ehe bekommen ,hat er ihres Herrn
Vaters Sdyweſter , der Erg -Herzogin
Margarethen ins Niederlag geſchrtes
ben und gebethen/ daß fie thm tauglicht
Leut/ Gärten zu pflangen , ſchicken wolo
tel damit er ein beſſer verfehenerer und
ſeiner neuen Gemahlin cymalhafftere
Küchen furihin haben möchte. Bels
che als ſie von der Ertherhogin geſchia
det worden , ihnen der König viele Jn .
ful zu bewohnen eingegeben , und haben
derſelben Nachkommen noch das Dorf
in folcheri ſo insgemein der Hollander
genannt wird/ gang innen .
Esiſt gar eine fruchtbare Inſul, und
Jum Jagen, ſonderlich der Hafen , febr
bequem /darinn zwo Pfarrs Kircheni eis
ne ro vor Alters. gerveſen , und den Sn.
heimiſchen oder den Dánen / die an.
der den Hollandern gehörig : welche
lentere dieſe / wegen der Kauffmanj .
ſchafftrund vielen Volds ſehr berühma
te Stadt Coppenhagen , mit fſenden
Speie
Leben / Regierung und Abſterbeu . 543

Speiſen, funderlich mit Buttert Káfi


Milch , und dergleichen / byáuffigi und
Hann nach ihrer Lands , Beut Art/ auff dem
Marckt,ſo daher auch den Namen hati
tåglid, verfehen alſo daß man dieſe
goſul gleichfam der Coppenhages
Speiß . Kammer nemmen / und dieſe
Wort Amagadahin ziehen magidaß es
bey den uralten Seutſchen nichts an .
ders als ein Haus- und Speißskam ,
mer bedeutet habe ; bey denen man noch
Drufomagum , Borbetomagum , Ria
gomagum , & c. und bey den Satalido
nera das Wort Maguſino , dadurch
gleichſam eine Schutte und Borrath,
verkäuflicher Sachen und Wahren
berftandertwird, findet.
Konis Chriftian det IV. bat fehe
piel bey Zierung dieſer Stadt Coppena
hagen gethan , die.Zroinger derſelben
| allenthalben erweitert, mit Bullmer .
u een und einem Königl. Zeugs Haus /
I dergleichen kaum in Europa zu finden
1 diefelbe verſehen , einer Brücken von
Holß , ſamat beyliegendem Kauff,Haus
nage oder Bårs für die Kauffleut alſo ero
544 Der Stönige in Dånnemari

bauet, daß ſie die obgemeldte Inſul de


maker , und diemeue Seiten der Stadt met
in derſelben mit der alten Stadt zu
ſammen füget : Wann man aber ders
ſelben ein Theil aufhebt , die Laſte
Sdiff durch eben felbe Brücker wanu
es von Nöthent zum Schloß, und dem
beſagtem Zeughaus oder Arfenal kom .
menkönnen .
Sonſten ſind zu Coppenhagen (wela
che Stadt aufſer den Gråben / unders
nem gær breiten und Fehr haben Wali
auch von Mitternacht gegendem wins
ferlichen Niedergang i allenthalbert
Pfügen und Teicher auff den übrigen
Seiten aber das Meer hat) zu ſeheni
die Haupt-Kirchen zu St. Marien , in
welcher die Könige von Dånnemarok
gecrónet werden i fo vor Jahren eint
Canonich Stifft geweſen ift.
Anno 1606. ließ höchſt- ernannter
König Chriſtianus IV. eine
neue Spi.
ßen auf dieſeSt. Marien Kirchy feken .
Der Zimmermann mit ſeinen Geſelo in
len befamezuArbeits - Lohn4000 Thas *
ter, der Kupfferdecker 700, Thaler/ zu
dem
Lebeny Kegierung und Abfferben . 545
dem Dach ward verarbeitet ſechs und
neungig Schiff Pfund Kupffer , das
Spårrwero& fo von Hole gebauet, iſt
in die Höhe 100. Seeländiſche Elleni
die eiſerne Stang 14. Euni eine jegli.
1 de Spißen / von den 4. kleinen, acht
und zwanzig Ellen .
Inſonderheit aber ziehret nicht allein
diefe Stadt, ſondern auch das gange
Königreicy/die hohe Sdul allhie wele
de König Chriſtian der Erſte / auß
dem Oldenburgiſchen jeßigen Stam .
men , An. 1475. geſtifftet, die auch den
erften Junii An. 1479.alhie offentliche
eingeführet worden iſt. Sónigs Chris
ftiani Sobny König Johannes, nach
2
Det er mit den Lübeckern und Hanſees
Stådten auch mitden Schweden ende
lich Frieden An. 1912. gemacht, hat
folche unterſchiedlich vermehret/gezieh .
ret / und den Lehrern gröſſere Befüle
dungen beſtimmet. König Chriſtia .
nus III. but nod mehrere Profeſſores
und gewiſſe Einkoinmen Anno 1539 .
verordnet, damit zwanzig Studenten
mochten unterhalten werden ; dazu ſein
Sohn
d
546 Der Kinige h Dånnemar
Sohn König Friederich der Anderer
noch achsig gethan und An . 1569. zu
hundert Studenten einen Tifch und
Communitåt, anrichten taffen ; auch
den Lehrern ihre Beſoldungen reichlich
verbeſſert/ daß man ihn für den anders
Stiffter gehalten hat.
Anno 1601. iſt das Collegium an
St. Marien Kirchhof gar herrlich von
neuen aufgebauet worden ; hat auch
vorhero im Jahr 1595. Chriſtoph Vote
dendorff zu Glorup Erbgeſeſſen , alhie
ein Collegium für 16. Studenten, die
frepe Wohnung haben ,in S. Peters .
Gaſſen /gang prachtig und ſtattlich auf.
mauren und zurichten laſſen , und aus
lauter Freygebigkeit darzu gegeben /
womit es hinfort ſo langedie Weltſtes
bett folle erhalten werden.
Noch etlicher Sachen zu gedenden ,
fo fich zu Coppenbagen zugetragen has
ben/ fo haben Anno 1242. die Lübecker
alhie gruffen Schaden gethan I und
feynd mit großen Beuten wieder nach
Haus gekehret / und An. 1243. haben
fie Coppenbagen gar angezündet. Umb
Das
Seben /Regierung und Abfterben . 547
ay das Jahr 1260. hat Sarimarus der
Sürſt in Rügen, vom Pabſt darzu an .
geheket/ Coppenhagen eingenommen ,
8 und das Schloß allda zerſtoret.
Anno 1361. haben die Schroedeni
und die Hanſee: Stådte das Schloß
aühier eingenommen / die Stadtgéo
plündert und verwüſtet. Das folgens
de 1363fte Fahr / hat Konig Haquí.
nus in Norwegen nait König Woldes
mar in Dannemarck Tochter Margar
retha ( fo mit der Zeit dreperkónigreich
Königin worden ) ehelich Beplager alle
bie gehalten , und find des Königs has
quini Mutter Btanca , und des Königs
Woldemars Bruder, Herr Chriſtopby
1 Herkog in Holland und Lalandi unter
währender Hochzeit- Freude, als Gde
fterunderſebyens alhier geſtorben .
1 An. 1369.haben die Hanſee - Ståd »
tiſche Schiff i Nykúring in Falftern /
diefe StadiCoppenhagen / zuſamt den
ġ Infaln Amaderi Ween und den Dr.
ten Helſingór/ Schauer/ und andern ,
in der Nachbarſchafft/ überfallen und
ausgeplundert. Aber Anno 1427 .
baben
348 Der Könige in Dannemare

haben dieHanfee -Stadt Coppenhas


gen vergebens belågert.
Als Anno 1523. fidy Kónig Chris
ftian II . von hinnen mit den Seinigen
begeben, ſo ward dieſe Stadt, von Teis
nes Herrn Patern Bruder , Herkog
Friderichen von Holſtein , den die rnei.
ften Dähnen ihnen zum Rónig erwah.
let, belågert « ſo ſich erſt Anno 1924 .
ergeben .
Anno 1534. nahmen die Coppenhas
ger Graf Chriſtoffen von Didenburg/
als er vorgabe 1 daß er wegen Erledig.
ung ihres gefangenen abgelegtenRd
hatten /kom .
nigsChriſtians /denſie lieb
men wäre, in die Stadt und königl.
Soloß ſonderlich auch darumb, weil
fie wegen der Lutheriſchen Bekåntnúbi
derender Graf zugethan, von den Ca.
tholifchen Biſchöffen bedrangt waren .
Es ivard aber die Stadt von dem
neuen König Chriſtian dem III. hernach
ein gankes Jahr belagert 7 und wegen
groſſerHungersnoth in demſelben endi
lich den 29. Heumonats An . 36. eror
bert. Es gaite eine Gans einen Shas
lery
Reben / Regierung und Abfferven. 549
Ter, ein baar Sauben auch einen Tha.
ter , ein Viertelvom Pferd 10. Goldó
guiden : Ein Pferdes Caltaunen oder
Kutteln 1 einen haler : Ein Kaß eis
nen Guldeni ein Fuder Holz 7. Thas
ter ; denn ſich Coppenhagen fo lang ges
halten / biß man in der Stadt alle
Pferd, herniach die Hund ,endlich auch
Karen Mäuß und andere ungenieß.
liche Chiere aufgeſſen hatte.
Anno 1647. den 19. Hornung / iſt
aus Verwahrloſſung der Feuerwers
der s Jungen in dem Zeughaus eine
Brunſt entſtanden , darinnen mehr als
für 15000. Mann Dber- und Unterges
wehr, des gleichen viel köſtliche Raritá .
ten , verbronnen , und über eine Thons
Aen Golds werth Schaden geſchehen :
Das unterſte Theil aber derfelben, ro
gewölbt / und darinnen die fdwehre
Stůd und das Pulverı feynd noch ere
rettet worden .
Anno 1614. waren in demſelben s .
Stuck gleicher Größe i 20. Schuh
no
lang: štem 1oo .in ziemlicher Groſſer
ba darauf die Konige in Dånnemarok ge.
Il goſſen .
: Der Könige in Dåmiemare

goſen . Item 12. Apojtet/und 2. groffe iua


Morfer von ſchöner Arbeit / und dere 6
felben einer auf4. Rådern ; gt. Han
den auf Rädern, fo man mit einer les
Winden ſpannet. gtem 15. Muss
queten beofammen in einem Kaſten i
auf Rådera i die man mit 3. Feuer.
( chloſſen ſpannen und allezeit 5.zugleich
abſchieffen können . Stem kleiner Meta
tauener Stück je zwey beyſammen auf
einem Geſtell, die man von fornen und
hinden lådet, und der König im Felde
vor ſein Gezelt ftellet . Das ander
daberſtehende Gebåu, darinnen allere
len Vorrath und Kriegs - Sachen auf
Schiff gehörig / iſt auch erhalten
worden zwiſchen beyden iſt ein beimli.
der Pfort / darein die Königl. Schiff
können gebracht und verhalten werden
und ſind umb das Zeughaus berumb
Paſtepen und Mauren gemacht.
Auf dem Plak , da man die Schiff
bauet i ſteber ein Haus 6oo. Scriit
lang ,darinn die groſſen Schif-Seil ge.
macht werden .
Das gröſte undſchönſte
Königl. Schifffo in beſagtem Jahr da
ſtundei
Seben / Regierung und Abfterben . 551
ftunde, war das mit 3. Cronen / fo 70 .
Spritt in der Länge von oben , von eia
nem Ende biß zum andern , mit fammt
den Vorgebåuen 14. Schritt in die
weite 1 und 4. auffgerichtete Maſtbåus
me i auſſer dem ſo vorneu ausgelegt
wird/ gehabt hat. Es trug bey die 60.
Stud Geſchüg, hattez . Haleren oder
Gång Sdnią und Mahl. Werck
gezieret/ und gehörten daraufvon soo ,
in 600. Mann . Anno 1659. wurde
diere Stadt von dem König in Schwes
Eden Carolo Guftavo ernſilid Lela ,
gert , konnte aber dapur/ tegen guten
Widerftands / nichts ausridjten . 2 .
ber genug
von der Hauptſtadt Coppen .
hagen ; Wir fahren aber jegowieder
in unſerer vorgenommenen Materi
von den Königen in Dángee
marck weiter
fort,
wo

infit
I'M
ely
XCVI.
Der Rönige it Dannimard
XCVI,

Chriftianus 1.

CHriftiern/oderChriftianus,Graf
ju Dldenburg und Delmenforſ i
diefes Nahmens der VIII, mit dem
Zunahmen der Reiche Grafen Dietes
rtchs zu Dldenburg und Delmenhorſtı
und Frauen Hedwigen / gebohrner
Hertogin zu Schleſwig und Holſtein
(nicht aber Graf goachims zu Oldens
burg und Delmenhorſt und Fürftins
nen Margarethen zu Schleswig wie
Heinricus Pantal. in ſeinem Helden ,
buch im 2. Sheil am 526. Blat melo
Det) ålteſter Sohn, gebohren im Jahr
1426 , hat nach Abſterben ſeines Herrn
Vaters, Grafen Dieteriche/ ein Zeite
lang , neben ſeinen Brüdern / Grafen
Gerharden und Grafen Meuritio der
Graffdjafft Oldenburg und Delmen
horſt vorgeftanden .

Er iſt ein langer und ſchöner Herr


geweſen , an welchem ein bober Vero
tgad und ſonderliche Großmútigkeit
ift
CHRISTIANUS.I .
Frafin die Regierung A.Cj448.
Regie fegintě 3citlarig úfidieschop ,
den die aber henach wieder abfallen
Staro.'A.C + 81 ,
Leben / Regierung iind 216fferbeu . 553

ft geſpühret wurden/deßhalben ér auch


nit vielen Worten gerühmt wird.
Denn alſo ſchreibet Johannes Schiff
bauwer : Vir erat generofi animi ,
atqve à pueritia magnanimus atq ;
eloquentiffimus. Reuſnerus ſagt*:
Fuir Princeps Heroica animi & cor
poris majeſtate præſtantiſfimus ; mit
ivelchem Reineccius überein ſtimiinet :
Decujus Chriſtiani, ſchreibt er / Per
fonâ heroicâ cæterifque Rege dignis
virtutibus multi multa.
lind obivol Heinricus Pantailcon /
wie jekt angezeigt m der Vencalogia
und Ankunfft dieſes Grafen Chriſtia
ni/ ſich verſtoffeni su ſdyreibt er jedoch
recht und wol/ daß er durch viel Eus
gen ) ſehr berühmtgeweſen Fey / deffen
el dann glücklich genuffen und empfums
den bat.
Dann als König Chriſtoff zu .Dåns
nemarck / gebohrner Pfalßgraf beym
Nyein / nachdem er zeben Jahr lang
regleret, ohne mannliche Leibes - Erben
zu Helſchenburg im Jahr CHRiſti
Aa 1448
Der Reinige in Dannemarit
SS4
14,48 . geſtorben , und zwar die Reichss
Ráthe und fämmtliche Stände des
Reichs, Herzog Adolphen zu Schleßs
wig und Grafen zu Holſtein einmutige
lich n
er aber von wegen ſeines hohen Alters
folche Würden und Dignitåt abges
ſchlagen /nichts deſtowenigerdie Ståns
de in ſeinen Kath geſtellet / irefden ſie
dann am beften erwählen möchten als
hat er ihnen den Vorſchlag gethan, fie
folten ſeiner Schweſter i Fürſtinnen
Heiliigst und Grafen Dieterichs zu
Öldenburg áltiſten Sohni Grafen
Chriſtian zum König erwählen , nicht
allein i Dieweil er von dem uralten
Sächſiſchen Stammen Wedekindi
aufrichtis
Magni entfproffen / dazu ein
şer Ma nn li ch er und großmüthiger
iunger Herr / und oon ihme ( Herkog
Adolphen ) zu allen Fürſtlichen Tus
genden von Jugend an auferzogen !
ſondern dieweil er ſich auch mit der Kús
niglichen Wittiben wiederumb qora
heur then / und dadurch dem gangen
Sia nigreich schuiffen werden könnte.
Die
Leben / Regierung und Abferden . S55

: Dieſer Vorſhlag hat dermaſſen


durchgedrungen/ daß erinach Michael
Beuters Verzeuchniß, im obgeinelde

tem1448 Fahr durch einhelligeWahl


aller Stande des Königreichs Dannes
mard wiederumb im 22ſten Jahr ſeis
nes Alters ( nicht aber im 34.wie Jos
hannes Funccius vermeinet zumšos
* nige aufgeworffen und erwählet wors
den, deſſen auch Cranzius gedencket in
Vandalia lib. 1 2. cap. 1o.

Darauf hat er ſich im folgenden


1449. Fahr im Kønigreich Dånne:
marck im Jahr 1450. aberim König
reich Morivegen zu Druntheim am
Tag St. Dlai, mit St. Dlai Eronen
crónen / zur ſelbigen Zeit auch bichſtges
hmeldtes Königs Chriſtophens Witti:
ben / Königin Dorotheamı gebohrne
V Marggräfin zu Brandenburg /Marg
grafHanſen zu Brandenburg ( deſfeu
I Bruder Mar: graf Albertus Achil.
i les Germanicus genannt 1 gereſen )
> Luchter, ehelich und mit Königlichen
z Pracht beylegen laſſen , mitwelcher er
. sezenget vier Söhner und eine Coche
Aa 2 ter !
556 Der Könige in Dannemark
ter, nehmlich Dlaum im Jahr 1450.
Sontags für Michaelis , der al@ bold
geſtorven i Canutum im Jahr 145 15
Johannem im Jahr 1455. Friderich
cum und Margaretham / die folgends
Kønig Jacobo dein III . aus Schotts
land an. C. 1369. zu Edinburg vers
mahlet worden.
Sintemahl auch in obgemeldtem
145 1. Jahr jeßt : gedachtes Königs
Chriftians Bruderi Graf Gerhard
zu Olsenburg/ wider die Friefen / und
inſonderheit gegen Juncker Ulrichen
zu Greßiel und Nurden / und einen
Friefen Popke genannt ( der zu Det :
tern / der Grafſchafft Didenburg zu
Schaden , eine Veſtung bauen wolte )
Krieg führete als Hat König Chriſtian
ſeinem Bruder etliche viele Schußen
zu Hülffe geſchickt, die ſich auch gegen
die Frieſen weidlich getummelt haben ,
Nun wolte Søge und Das gute
Glück König Chriſtian noch weiter er:
heben / und zu grøffern Ehren bringen
Darumbtrug ſichs zu, dz die Schweden
ihres König Caroli ( der ſonſt im 2o:
fang
Seben / Regierung und Abfterben . 557

fang vielGutes von ſich verheiſſen ) ends


lich von wegen ſeiner und ſeiner Dience
übermäſſigen Sjeikes/und
daß er jeder
männiglich mit allerísand unverant
worti. Aufforderungen fehr beſchrehe
retrgang überbrúſſigwordení alfortaß
auch die Fürnehmſten, ſonderlich der
Erzbiſchoff zu Upfal, fich ihme zu wi
derſeßen unterſtanden .
Da nun König Carolus folches
bermercfter bat er bey fich beſchloſſen i
das Königreich Schweden ( darinner
& noch nicht ganger 7. Jabr regieret )
zu verlaſſen ,feine Barſchafft , welche
2 ainete dann er auch Kónig worden , in
gruffei Meng beyeinander gehabt/ zui
fammen zu machen , und den Königlis
senSchat -gang beimlichzuverbers
genrund alſo auszureiſſen . Welches
o er auch folgends umb Faſtnacht als ies
dermann toll und vol geiveſen z inter
gróffeſten Kälte ins Werck gerichtet i
und gen Dankig fich begeben hatte im
1457 Jahr , wiewol Jul . Funccius
y meinet /daß er zum König in Behmen
Georgio von: Podiebrad geflohen ſeyn
Aa 3 Dies
486 Der Könige in Dannemard

Dieſe Gelegenheit molte nun Kós


nig Chriftian nicht verfaumen /fonders
fiel mit einem ftattlichen Kriegsevold
in Gottland / die befte Infut des Kros.
migreichs Schweden , eroberte diefelbe
mit gewehrter Hand/und zerbrach das
Echloß daunnen /wozu ihmedann von
Hergoa Adolphen zuchleſwidł grofa
fie Hülff iſt geleiſtet worden .
Åls " aber die Stånde des Rotrigs
reichs Schmeten vernommen ,daß ihr
Kinig Carolus alfo ft.ilfchweigend das
von gezogen 1 haben ſie mit einheliger
Stimm König Chriſtian in Dárnes,
marck wiederumb zum Künig erwaha
lett und zu Stockholm durch den Erk
Biſchoffen zu llpfal im obgemeldtem
1457. Fahr / offentlich eronen und bes
fattigen laſſen i dafelbft dann vor bes
ſchehener Huldigung/ zivifchen König
Chriſtian und den tanden , der Pris
vilegien und Gerechtigkeit halber des
Königreichs / gute Richtigkeit iſt ges
truffen wor ? en.
Bald hernacher/ nemlich im Jahr
CHRiſti 1459. ift der fheure hochbes
rúbma
ng en 559
Leben / Regieru und Abférb .
te und ſtreitba r e i l
rihm Fürſt He og
ß w i c k af s
Adolph zu Schlenjam und Gr ig
ein eſtorbe Tag der Sw
Holſt g æ
n a r
Laat fraue Barb ! Das iſt / den 4. be e
ns
b r i s d h o g ra
ce m 1 un zu Sk e b e .
uff at g hriſtian 18
Dara h Kin C D0
gthum ßwick Die
Herzo Schle untd
f c h a fft t e i n f o r g e
repo Graf n Hol ſ alſ o en :
e a c h a s'
nomm , und darn g mit dem Or
nbur d f
Hafen von Schaue 1 nemli Gra
e n n s
Adolph des Name den X. und
mit feinem Sohn Graf Otten 1 Des
s ff rs
Namen dem III . durch Biſcho A
m
noldur zu Lübeck 19tem die Stadt Luis
rj u idſchlehe ans
beck und Hambu /z D h
Deln laſſehn, d a ß G r a f Otto weil das
st um chleswick ns Reich
Herko S a
a n n e marck efallen arzu ie eis
D g ,d d m
in lich
ften vom Adel in Holſte i fonder
o w y e b e n
die von Ranz nach Vorg und
t h i g e n r ß o g s o l p h s
R a fe l Hne Á d 1
g t i a n
Kön i Chr i ſ zum Erb - Herre
h r t e n ö c h t e
be g e i er ab e r nic h t ve r m
ON em ig e n
folch gewalt König in die
a r e e r ſ t reben
H a z wu i d / daß er ſich
en iel ieber
mit einem Gewiſſ v l abs
fins
An 4
**
Te
కరం DerKönigcin Dånnemard

Enden laſſen , als in unendliche Weits


läufftigkeit begeben ſolte.
Wierul er nun im fertyften Grab CLE
der mannliche Erbe war ; ſo hat er fica lo
doch von Holftein und Stormarn /mit
43000. Goldfloren /wie Hieron . Hens
ninges und Berutherus ſchreiben /als :
aber D. David Chytræus meldet/ mit
41500. Kleiniſch . Gülden abkauffen
I fren , nid ;ts deſtoweniger dabeneben
drey Pflegen oder Amtháuiſery nemlich
Pinnenberg, Hatesburg und Brams
refers
Bieder für ſich ausbeſcheiden und
pirti i welcher Vertrag und Ceſſion :
auch von Graf Deterriinu frizici ſieben
Cóhnen als Graf Ernften Biſchoffen
zu Hil: esheim /Adolphen , Erichen Dts
ten , Heinrichen i Anthoniuſſen und
Bernhardten verfiegeltworden ..
Darauf hat im folgenden 1460..
Jahr/dieHoffteiniſche Landſchafft Kós
nig Chriftian und feiwen Erberfgehut
diget, der König aber ihnen ihre Privis
legia confirmirt und beſiegelt, und ih
nen vor ſich undſeine Erben /diefelbigen
hart und ſchwer verſchrieben , alſu daß
das
Seben / Regierung und Abfterben : SOC

dadurch auch des Königes Brüder


Graf Herhart umd Graf Mauritius
ausgeſchloſſen worden . Wiervol eß
Kche Städte und viel von der Ritters
fchafft ; fich zu Grafen Mauritio / und
fonderlich zu Grafen Gerbartvon Ols
Denburg i als des Königs leiblichen
Brüdein / und rechten Mit-Erbení ja
fie ebenfo would als der König Hergog.
Adolffen feet.Sdweſter Cirne was
renr geſchlagen ; und es heimlich mitiha
e nen gebaltex baben .
Aber
König Chriſtian war ihnen zu
Serfchniat und gedachte/wann er den
nechften Erben mannlithes Stañens
mit Geldegeſtillet/ und die anſehnliche
Ritterſchafft auf ſeinerſetten hátteito
Multe er mit denandern mul zu rechte
kommen: welches dann feinen Brůz
Gern / Graf Gerharden : und Grafen
Mouritio zum Nachtheil und Vervors
theilung geſchehen , darumb auch fols
gends Graf Gerhart hieråber vielfalz
21 tig geflagt: und zum Theil das Land
in Holſtein : eingenommen hat ..
Nach: beſchepener" Huldigung abet:
Der Könige in Dånneittard

im Land Holſtein und Befeßung der


Aemterı iſt Künig Chriſtian wieder in
Dánnem rck gerucket.
Umb 0 ; Jahr 1471. ward an allen
Orten ausgeſprengtials ſolte der flúch .
tisefion g Carolus zu Stockholm bey
den Duininicanern oder Predigera
München dofelbft i des Kinigreichs
Schweden Schäße und Baarſchafft
heimlich verſteckt und verborgen ha
ben. Wie nun die Mönche hierú
ber zu Rede geſtellet, haben ſie zwar
auföngt ch nirgend -von wiſſen wollen
we man ihnen aber etwas hárter zus
gefekt , haben ſie den Ort i da das
Gdlo verborgeni offenbalreti hat man
alſo etliche tauſend Goldgulden gefun :
den , die der König Chriſtian bernas
ther mildiglich ausgetheilet und angee
wendet hat.
Im Jahr 1468. erhub fich zwiſchen
Sonig Chriſtian und dem Könige in
Kugelland ein groffer Unwillel to bis
aufdas Fahr 1474. gewähret hat, und
folches aus zweyerley Urſachen : Erfte
lichidaß die Engeliſchen den Dånnes
mardi
Lebin Regierung und Xbfterben . 503

márckiſchen Stadthalter in Pfland


- erſtochen hatten . Zum andern 1 daß
der König von Engelland/ dem Haufe
Holſteininoch mit einer anſehnlichen
' Šumma Gelds verhaftet i melches
* Graf Heinrich , der Eiſerne genannt /
vom Konig Eduardo , deme er Anno
1346. gegen dem König in Franckreich
gedienet ) verfchrieben , darüber die
Verſicherung noch unabgelöfet vors
banden war .
Dieſer Handel hat funderlich die
Deutſchen Kauffleut in Engelland in
groſie Noth gebracht , dann Konig
Chriſtian auf alleEngliſche ganz einfts
- lich zu Waſſer und zu Land gehalten,
und ihnen vielfältigen Scaden zuge
füget hatte.
Enólich iſt der Streit im Anfang
des 1474. Jahrs zu Iltrecht vertras
geni und Konig Chriſtian mit groſſem
Getder auch mit Abtrag alles erlittes
nen Kriegsólinkoſtens, verföhnet wure
um den .
gmgahr 1469.lvurden die Schwes
Julia den abermals aufrührifdrund wurffen
Aa 6
She Dar Könige in Dånnemard

Foni, Chriſtiano für , er hielte den


Standen und Eingeſeffenen des Kos
nigreichs Schweden die Articul nicht ,
welche er doch zu halten angelobet und
verſprochen hätte 1 und gedachten ihs
me dervivegen auch nicht weiter zu ges
burfamen .
Wiewol fich nun der König verants
worteter ſo blieben fie duch unbes
weglich auf ihrer Meinung / bariber
es dann endlichozum Kriege kommen
Dann der König verfamlete ein groß
Volck und Kriegs- Werbung aus ſeta
nen andern Königreichen und Fúra
ftenthümern, und aus Deutſcher Nas
tion , begab ſich damit in Schweden ;
aber die Ritterſchafft hatte ſich mit ala
ler Macht dargegen gerüftet i ruckte
hein Sønig unter die Augen / und wie
man zum feßten gute vollvichtige Püfs
fe austheilte , wurden ihrer viel von
heeden Seiten gefangen und erfchlas
gen .
Und wierwolder Erzbiſchoff zu Ulpfal
key dem Kønig getreu gebliebeny und
Homemit Sroladen entsegen gespuesta
WANY
Seben / Kegierung und Abfferben . 565

warrſo ift er doch gleichwol dem Kiss


nig verdächtig gemacht / darüber ihn
auch der König im Einzugeinnehmen ,
verwahren und in Dannemarck führen
Laſſen . Als er aber endlich geſpůlret 1
daß der Erk - Biſchoff unſchuldig , und
ihm treu geweſenwar, hatte er den gus
ten Herren -loß gegeben / und mit groſs
fen Ehren in ſein Land und an ſein
Biſthum wiederumb bringen laſſens
und iſt warlich / im ganzen Reich
Schweden niemand geweſen , der ſich
ſo treuund fromm gegen König Chria
ſtian gehalten , als dieſer:
Dann: Da er befand/ daß aller andez
rer Præfaten und der Ritterſchafft
von König Chriſtian
ſämtlich Gemüth
abgewandt/und nicht wol auf die Wes
ge / daß fie fich wieder zu ihren Heren 1
als ihrer"gebührlichen Obrigkeit beges
W benmöchten , zu bringen , hat er ſichdes
Reichs und des gangen Raths geäuf
fert und vor fidy ſelber ein ſtill- ruhig
Heben geführet wie darn im gleichen
Fall much auf zweyen Schlöſſern des
Heichsialle die darauf warenzund fuls
Aa 7
566 Der Rutae fu Dauneinard
lif
che Schloſſer innen hatten, auch denn
Konig treu geblieben , und fich wol ges
halten haben
Und obwot die abtr inninge Ritters
und Landſchafft des Reichs Schwes
den 1 unter welchen der fürnehmſte ga
warus Arel geweſen folche Schloffer
belågerti fu hat ſie duch der König ents
feket/ und die Feinde davon getrieben .
Aber jegtgedachter Ritter gwarus
Arel wolte es nicht laſſen damit gut
feyn/ fon )ern verſamfete abermals ein
gruß Kriegsvold i griff damit das
Reich Dånnemarck an / und hielt gar
übel Darinnen Haus.
Dagegen ſind die Dåhnen auch
nicht faul geweſen , ſondern haben fich
gefamlet ( ob gleich ihr König in
Sdnedennoch war ) und dem Ritter
und ſeinem Kriegsvolck begegnet / ihme
eine Schlacht geliefert/ und den Sieg
davon gebracht/300. Schweden , dars
unter viele vom Adet geweſen , gefans
gen ) auch viele toot geſchlagen / feynd
auch mit denfelbigen ihrem Kriegse
Vulck in Schweden fortgerucfet. I
ihrem
Seben/ Regierung und Abfterbėn. 567
ihrem König Chriſtian weiters Hülffe
und Beyſtand zu leiſten .
Dieweil aber dieſer Lermen endlich
pu des einen oder des andern Theils
Berderben gewißlich gereichen mocha
terals haben Burgermeiſter und Rath
der Käyſerlichen Stadt Lübeck ibenes
ben demBiſchoff zu Lübeck , an König
Chriſtian / und auch an die Ritters
Tchafft und Stände in Schweden ihre
Botſchafft und ſtattliche Legaten abs
gefertiget/ und begehret/ daß die Sade
in freundliche Handlung gezogen und
beygelegt werden möchte.
Wiervol nun mittler weit die abs
trúnnigen Stände im Reich Schwes
den den alten und flüchtigen König
Carolum wieder ins Reich Schwedent
auf frey ſicher zugeſchriebenes Geleit ..
gefordert battent ſo hat doch Königi
Chriſtian disfalls dem Biſchoff und
Rath zu Lůbec nicht zuwider ſeyn wola
len i ſondern ift zur beſtimmten Zeit
famt ſeinem Bruder Graf Gerharden
ju Lübeck erſchienen / daſelbft fich auchy
e n einges
Il bie Schwediſch Abgeſandte
ftels
3
568 Der Rbuige in Damenard

ſtellet/ aber etwas langſamer / dieweil


ſie durch das Ungewitter feynd aufges 3
balten worden .
Daes nun zur Handlung kam /iven
deten die Schweden vor 7 fie håtten ibs |
ren altën König Carulum nicht allera
dings verlaſſen / wiren auch noch niche
gånilichovm Eidi den ſie ihn geleiſtetri
entlediget X verhofften damirdas Ges
Mütt, des Königs Chxiftiani-zubrechea
Er aber als ein beftandiger Herr und
hobe Perfön multeſich nicht ſchrecken
tafſeny dacum iff die Handlung uns
fruchtbar abgangen .
Im folgen en 1470. Jahr hat ſich
König Chriſtian mit groffer Macht
wiederumb gerüſtetrund nach Schwesi
den begeber , als nun die Schwedéih
me den : Paß derlegt und in den Ges
birgen ihrKriegevuld hin und wieder
heimlich verffects bemüheteficky dans
noch der König durch
, ein Gebürge da
án enger Weg marr in Schweden zu
kommen , aber er iſt unverſéhens von le
den Feinden überfallen / und fevnd ihs
me alldarin
die soo,abgeſchlagen wors
Leben /Segiersing und Aofferben 569

den /alfø/daß er mit ſeinem Kriegsvold


zuruck weichen müſſen .
Wiewol nun im ſelbigen Sabrer der
alte könig Carolus /den ſie wieder eins
gefordert i geſtorben / und war ihrer
viel aus dem Prælaten / Ritter und
Landfchafften waren, die berwilligten
und zufamm fimmeten / daß König
Chriftian zu Dånnemard wiederumb
gefordert werden fotter jedoch als der
meiſte Hauff ihmeentgegen , und fein
der Wahl gang und gar einig ivaren i
iſt tahin geſchloſſen worden i cap man
einen Stadthalter oderMarſchalckers
weitenſolte ; ivelches auch geribichen /
und iſt dazu Stenu Eture von Gris
phisholm i des verftorbenen Königs
Caroli Schmetter Cohn ,ein tapfferer
and anſehnlicher Ritteri erkobren der
fo lang als ein Gubernator das Reich
regieren ſolte/ biß ſie einig würden ,eis
nen König zu erwählen . Alſo ift Kós
nig Chriſtian , gebohrner Graf zu Die
Denburg und Delmenhorſt ,bey ſeinem
2 Leben zu der Regierung des Reichs
Schweden nicht wieder gelanget.
I
Ans
To Der Könige: in .Dannemarating

Anno 1474. kamedem König Chris


ftian eine Luſt an / aus Andacht gen
Rom ju reifen / und den Pabſt Sir :
tum IV. zu beſuchen , von dem er gans
freundlich empfangen wurde. Der
Pabſt und alle Cardinåle Biſchoffe
und Prælaten verivunderten ſich hoch
lich, daß ein ſolcher anſehnlicher bée
rühmter Potentat nichts ſtudireti uud
kein Latein gelernet hatte, daß ſie alles
durch Dolmetſcherei und was ihr Bes
gehren ware / reden / und des Königs
Meynung wieder durch andere fich
vertragen und entdecken laſſen mus
Ken .
Am Heit. Diter - Tag reichte der
Pabftfelbftmit eigner Hand dein Kios
nig und ſeinen Geferten / und den vors
nehmſten von Adel und Dienern das
Sacrament. Darauf gabe der Pabſt
dem König die güldne Roſen ( welche
mit groffer Solennitåt von ihme zus
vor geweyhet wurden ) sur S. Peters
Münſter ſelbſt in die Hand die trug
der Konig durch die Stadt offentlich ús
ber die Gaſſen /biß in des Cardinals ad
vina
Seben )Regierung und Abfferben . 871

vincula Petri Palaftider den Konig zu


Gaſt geladen hatte.
Den 27.April reifete der König wies
Cader von Kom mit ungemeinen Ehrbes
zeugungen und gelangte endlich am
i Tage Š . Bartholomæi wieder in ſeis
nem eignen Landi geſund und frifet inn
Kloftes Rheinfelden im Wager Land
an . Und ob ibmemotan allen Orten
viel und große Ehre von Fürſten Here
ren und Prælaten erzeiget/und er meh
rentheits in den Herbergen frey gebal
i ten trorden /ſo hat er dannveh úber das
alles in die 2500o. Gotogalven vers
zehret / wie Johannes Peterſen ino
X Hieronymus Henninges angemercket
baben .
Che aber der König in das Rieich
$ Dánnemarck gefommen , ſondern noch
of im Lande zu Holſtein und Schleſwich
warr baben Kayſer Friderich der III,
und Herzog Carl von Burgund ihre
Botſchafften und Legaten an Konig
Chriſtian gefandt/ und gebeten / weil
ſie ihn zwiſchen dem Biſchoff und dem
Erkſtifft Ešin zum Schieds- Richter
* erkub .
Der Könige in Dannemar ?

okohren / daß er ſich dann dahin verfů


gen tvolte.
Numare KönigChriftian unvers
borgen, daß Käyfer Friderich mit 13 .
Fürſten und so. Grafen ( barzu die
tádte Lübeck Lüneburg/ Bremen
Braunſchweic Magdeburg/ Halbers
hadt/ Haller Afehersleben und Duede
Knburgne.wie M. Bunting bezeuget
thre Hütffe gefchiefet fich fir Neue
gegen Herkog Carln von Burgundiere
pu Felde begeben hatte, wie folches auch
von Alberto Crantzio in Saxonia's
lib . 12. cap . 12.und in Vandalia lib .
Iz: cap. ir. aufgezeichnet iff. Der
Kønig kandte auch Bertog Carin zu
Burgundicn troll der ſich lieber : håtte
ju todt ſchlagen laffens als dcß er dem
Kayſer aus dem Feld entn ichen mare?
Curch welche angebobine Grußmütigo
Feit er auch den Namen Audacis,Stre
nui & Bellatoris erworben hat ..
Zu Verhütung nun eines groſſen
Blutbadst hat diefer tóblicher Potens
tat / und rechter Frietmacher König
Chriſtian , als ein erwählter Schiedss
Richs
Leben / Regierung und Abfierben . 573

Richter, umb Chriſtlichen Friede zwis


chen dem Kayſer und Herzug Carln
zu machen / ſich wiederumb auf eine
groſſe Reiſe geſchicket / jug aus dem
Land zu Holſtein am Tag Simonis
und Judæ , Anno 1474. mit 120 .
Pferden hatte bey fich drey Hertogeni
nemlich Herkug Fridrichen v. Brauns
ſchweig / Hertzog Wilhelm des altern
Sohn, mit 40.Pferdens Hertog Jos
hann von Sadiſen zur Lauenburg mit
27. Pferden / Herßog Magnum von
Mecflenburgmit 22. Pferden unddan
feinen leibl. Bruder Firafen Gerhars
den von Didenburg/ und feinen Sohn
Graf Adolpben / mit 23. Pferden i
Grafen Jacob von Lindow und Rupa
pin mit 6. Pferden / und Herrn Jos
bann von Roßfeld Bantterherrn und
Thumpruſten zu Dſnabruck mit neun
Pferden.
Als der Kónig auf dieſer vorhaben
den Reiſe in die Gegend der Stadt
Suiſt kam ,hielten ihme etliche hundert
Collniſche und Weſtphaliſche Reuter
für/der gånglichen Meinung, den Kés
nig
374 Der Scönige in Dånachiare

nig mit den andern Fürſten gefangen


zu nehmen ! aber der Anſchlag ward
ihme verſpået /darumb ließ er ſich durch
ch einen ans
etliche Kundfchaffter dur
/
dern Weg nach der Stadt Lippe fühs
ren . Und obrol die Schnaphanen
auf folchem Wegerihme auch gern fürs
beugen wolten / fo war er ihnen duch zu
geſchwind / und entrann in die Stadt
Lippe am Abend Martini / gleichwol
nicht ohne Gefährlichkeit.
Folgendes Tags hat er mit etlichen
yom Adel und andern guten Leuten ge
handelt/ daß ſie mit etlidhen wolaeftaf
firten Pferden ſich ausgerüſtet 7 die er
als Wegkundige jum Buitrab gebrau
chet / und ſich von ihnen biß zu der
Stadt Effen begleiten laſſen / daſelbſt
hat ein trefflicher Hauffe Reuter von
wegen Herßog Wilhelmen zu Gülich
auf den König gewartet , die ihn anje
nommen und biß gen Düffeldorff (da
er gang herrlich von genteftem Herßog
Wilhelmen empfangen wurden ) bes
gleitet und convviirt haben .

Wies
LeberRegierung und Ubfterbent. 375

Wiervol nun der König Feine Ana


unfft Hertog Carln alſofort vermels
Sen laſſen ſo hatihn dannud ) der Hers
zog ganger 8. Tag aufgehalten i che
dann ſie zuſammen kommen . Ime
mittelſt aber ließ er ein Gezelt / gegen
Düſſeldorf über, dem König zu Ehreni
aufrichten / und ritt über land aus ſeis
nem Lager mit tauſend wol gerüſteten
Pferden, und licß 12. Jachtſchiffe den
Shein hinab rudern, beſeket mit tapfs
feren Kriegsleuten. Der König mit
ſeiner Geféiifchatit war in des Hergu
gen vonGülich und Bergen Schiff
Das vpr Ancker lag .
Da kam Hertog Carl von Burgun
dien in einem Jagtſehiffe zum Kinig
Chriſtian, init etlichen einen anſel;nlis
chen tapffern Kriegs - Kåthen und von
Adeljin einem blancken Harniſch.Des
Hereugen Waffenrodt war mit Pers
len geſticket durchaus / über hundert
tauſend Gülden werth / fein Krang
über den Helm frar ſo köftlich , daß
er über taifend Rheiniſche Güldeu
werth sefopágetward: Dieweil es as
ber
596 . DerKönige in'diuuemar

ber denſelbigen Tag zu handeln etwas


ſpåht, als iſt der Hertog wiederumb
abgezogen .
Den folgenden Tag hater in einem
riſtlichen Gezelt den Künig zuGaſtge
habt/ und ihme groffe Ehre erzeiget.
Nach der Mahlzeit ward zwiſchen ihs
nen von den Artikeln des
Friedens zwis
ſchen dem Biſchoff und Capitulgehans
delt, aber nichts gewiſſes geſchloſſen .
Dis ſtund alſoein Zeitlang an /daß der
König nicht viel verrichten Fonte !
gleichwol brachte er es ſo weit/ daß eiu
Stilſtand gemacht ward .
Immittelit zug der König in die
Stadt Cóün /blieb daſelbſt faſt 8. Tag /
das Feſt der heiligen drey König / im
angehenden 1475.Fahri an dem Ort
zu halten /von dannen wolte der König
Den Rhein hinauf zum Käyſer (Der das
mals zu Andernach war ) gezogen ſeyn .
Dieweil er aber auſſerhalb der Stadt .
Colln vom Thum Capitul kein Geleit
erlangen konte /blieb er ſo lang /bit daß
ihm der Kayſer eine anſehnliche Guar
di vun Andernach berugter ſchickte/die
ihn
kber / Regierung und Abferoon . 571

Fchichterdie ihn auch dahin ſicher beglets


tet hat. : ;
Er iſt vom Kayſer und allen anwes
ſenden Chur- und Fürſten gang herrs
lich empfangen / und au einem ſchönen
Ruß neben dem Kayſer daſelbſt einges
ritten / welches dann gank luſtig anzus
ſehen geiveſen iſt/ daß nemlich ſolche
živeen alte, anſehnliche und großmacha
tige Potentaten einander ſolche Ehre
beweiſen følten .

Damit aber dieſe Zuſammenkunfft


nit leer abgehen möchteshat derKayſeri
gang erträgliche Mittel fürgeſchlagen ,
bardurch nit aüein der abgefekte Erzbis
fchof Rupertusju. Das Thum -Capitely
ſamt den neuen ermåhltenErzbiſchofs
fen Hermanno vertragen werden fün :
dern auch alle andere benachbarte Für
ften und Herren /denen in dieſem Krieg
am Rheinſtrom und ſonſten ihreStåde
te genommen worden , dj ibrigewiedes
» rum erlangen konten wekheVorſchlås
de undConditiones Herbu
Carin
g wies
derym zur Antwort einzubringen ,der
578 Der Könige inDäniemard

König am Tag Pauli Bekebrung von


Andernach abgefchieden / und nach
Cóun hinunter gefahren
iſt.
Wiewol nun der Konig an allen pet
Drten ! auf und an dem Rheinſtromí liu
ein frey / ſicheriKäyſerliches und Fürſtlio &
ches Geleit hatterſo hat man doch aus
dem Schloß Rulandsegge von einen gno
Thurn / aus einem metalenen Stúdi WA
drep Smuß nad ) ihme gechun; die aber 000
durch Gottes Hülff leer abgangen i
feynd. Über diß , als der Buchfenmeia bae
ſter zum vierdren mal Feuer geben
wollen i iſt etioas ins Pulver komment
und der Thürn gang angegangen / zers
ſprungen / und dreyſſig Mann darauf
geblieben . 17
A18 aberfolches der König demHer
Bogen von Burgund gettagtitieß er den
Hauptmann, den er darauf gefeßt, und
den andern ,den auch Erk. Blichoff :Rus
precht darauf batte / zu fich ins Påger
kommen und aldar aufhencken / darum
daß fiewider fein und Erzbiſchoffs Ru .
perti Yleitnach dem König gefchofſen
batten. Deffen man auch Hicronym ,
Hens
Leben /Regierung und Abfterben . 579

Senninges und Reuſnerus gedenden


mit dieſen Worten : Ad Rolandtzec
cium è turri per petitus globo è Sclo .
1 peto magno emiſſo , non tamen læ
fus eft ,manu divina prodectus , & c.
& quæ ſequntur.
Demnach der König durch Gottes
gnädige Beſchüßung ſolcher ießt anges
zogenen Gefahr entronnen, hat er ſeine
of andere Gefährten zuCólin gelaſſen /und
cm ift allein mit ſeinem Bruder Grafger :
I barten / und deffen Sohn Graf Adolfs
1 fen / und Graf jacoben zu Ruppin /den
Rhein binab gen Düſſeldorff gezogen 1
w und vielfältige Handlung zwiſchen
benden Parthenen verſuchet und ges
pflogen .
W Erk, Biſchoff Rupertus verließ ſich
m auf Herzog Carln i wiewol derſelbige
un feinen eigenen Nußen fuchte. Landgraf
Bw. Heermann aber und das Thum. Capia
tul tróſteten ſich des Käufers und der
Churfürſten Macht, undwolte keiner
y von ſeiner Meinung abſtehen /oder weis
chen, ſolches ward durch zweyerler Urs
fachen noch befftiger geſtårcket dann
36 2 Here
Der Könige itt Dånnenard

Derzog Cart muſte wol daß diein der


Stadt Neuß groffen Hunger 1.tten !
gedachte derowegen ſie würden ſich
ald ergeben . Hingegen mar König
Budwig zu Franckreich der XI. Herßog
Carln in Hochburgundien eingefallen
perowegen bildete ſich jederman ein , er
mürde bør Neuß abziehen müſſen .
Als nun Der König / neben dem
Påbſtlichen LegatērBiſchofen Aterans
pro von Forblivien / drey Monat den
Handel getrieben / und allerley Fries
Dens -Mittel vergeblich proponirt und
porgeſchlagen / ifter endlich müde darůs
Ser worden , und hatdenen Partheyen
Freygeſtelletjihre Sachen ſo gutzu ma
chen /als ſie konten /dieweil fiees je nicht
anders haben wolten .
Iſt alſo zu Waſſer den Rhein hinab
gefahren biß gen Campen / Daſelbſt in
Die 15. Tage ſtill gelegen / und etliche
Schiffe zurüſten laſſen /mit welchen er
biß auf die Eibe , und aus der Elbe in
Die Stóre gefahren / und friſch und
ges
Tund zu Steboe ankommen ift. Auf
dier
Leben / Reykring umno.Aøfterben. 581
Siefer Reife rennd ihme(wie Johannes
Peterfer und Hieronom . Henninges
beſchrieben ) abermals in die 44000 .
aber grooo. Goldgülden aufgangen.
Es hat zwar sjertog Carolus von
Burgundien auf dieſer Reiſe auch
Graf Gerhurden zu denburg ( welo
dhen der Ridnig , fein Bruderi mit groro
fem Felt und Triumph / im Låger zum
Ritter geſchlagen han ) zu einem Obris
often vor Neuß /und ſonſten wo er ſeiner
in Kriegs Handeln bedürffe , behalten
e und gebrauchen 1 und ihme jáhrlich
groß Geld zur Beroidung geben wol:
ten : Aber fein Bruder, der König/ bat
ihme foldjes tiderrathen /dieneilen der
Hergog von Burgundien wider den
Kåifer and das gaire Reich handelte /
und ohne das ein unruhtger hsffärtiger
Hitz mråre der nach turbem Leben
ringete auch nacy niemand nichts frag.
telund Eeine Eintede leiden woltei da .
tum es auch Graf Gerhard für dißmal
nicht annehnen oder eingeben wolken .
Da der stoung abgog 7 ſchrieb er gen
Cólk zu den andern Fürfte Grafen na
Bb 3. Hers
$82 Der Soniae in Dannemard
Herren fu mit ihme ausgezogen / daß
fie fich zu Land wieder nach Haus begea
ben folten ; darauf feond fie durch das
Land Heffen umgezogen undendlich ale
ſo wieder in ihr Land kommen .
Nun lag Herk. Carlnod) für Neugt
and hatte keine Gedanden / daß er dge
vor alfo unverrichteter Sachen abziee
hen wolte . Deromegen rúftete fid)kåy
fer Friderich mit aller Macht i brachte
juromen 6000. Pferd und 30000.24
Fuß mit denen wolte er dem Herßogeu
den Kopff bieten /und an ihm fein Hei
Derſuchen. mittelft fam dem Herko
gen Botſchaft unig Ludwig von
Franckreich wäre ihme in Hod Burs
gundien eingefallen derowegen bedacit
er fich beſſer / machte mit dem Käyfer
durch eine H urath Friede/und zog dem
König von Francfreid, entgegen mit
deme er auch nicht allein im Jahr 1476.
fondern auch) funft zuvor vielKriege geo
führer, mie foldes der vortreffliche His
ſtorienſchreiber Philippus Cominæus in
etliden Büchern gang herrlich un aus ,
führlich nacheinander beſchrieben hat.
gm
Leben Regierung und Abfterben. $ 83

9m 1477. Jahr den 5. Jan. ward


dieſer tapffere Hed Herkog Carl von
* Burgund bey Nanſi von den Schweis
Bern undLothringern, erſdjlageniim 43.
gahr und 56. Tugen ſeines Alters/das
rum daß er den Herzog vonLothringen
die Stadt Nanſi und den Schweißern
# Granſeegenommeivauch daſelbſt in die
soo. Seutſche Hatte henden laſſen . Er
4 iſt lang unter den Todten geſuchti und
vy endlich mit zerſchlagenem aufgelauffe .
010 nen Angeſicht gefunden 7. und in der
Stadt Nanfizu S. Georgen begra .
y ben worden .Nach ſeinem Tod entftuni
den feltſame wunderbarliche Händel.
om jelbigen Jahr ſchickte König
Chriſtian eine anſehnliche Bottfibafft 1
e nemlich Herin Albertum Krummedici
- Vifdoffen zu Lübeck Herm Erichen
Ddren Rittern und des Vieichs Hoff
76 - meiſtern / undAlbertum Klinking: Probe
yften zu Hamburg 1 an Herzog Erna
Iteni Chur. Fürſten zu Sachfen / und
e$ ließ für feinen Sohn Prins Johann.
ren i des Chur- Fürſten åltijte Tochter
no Chriftinam zum Ehegemalwerben und
g begehren welches dann der Chur- Fürſt
Bb 4 ae
Der Rinige in Dannemard

gewilligeti und dem Fråulein 20000 .


Hofdgülden zum Heurathgut mit zuges
ben verſprochen hat die auch im folgens
den 1478. Jahr prächtig in Dånnes
mard geführet worden iſt.
In dieſem Fahrift auch abgémnelde
ter Prins Gohannes zum König in
Dannemard i mit Bewilligung feines
Herrn Paterslerwehlet/und ihme bald
horracher die gange Regierung abges
treten und überfaffen worden .
Im Jahr 1478. ward Erzbiſchoff
Ruprecht zu Ebin/weilen er den Vere
trag bor der StadtNeuß aufgerichtetr
nicht zu halten / ſondern heimlich int
Weftphalen zu flieben gedachte i von
Landgrafen Hermann zu Heffen / auf
des Chum Capitels Befelet gefänglich
angenommen und in Pertvahrung ger
repet ) darinnen er auch bald hernader
aus Befüthmerniß geftórben . Nach
ihmeiſt gedachyter Landgraf Hermann
zum Erzbiſchoffen ermehtet worden .
Im Jahr 1880. hielte Ronig Chris
fian zu Ren Fburg eine Verfamlung
dahin auch die Diethinarſchen feleñitet
cititt und gefordert worden . Als die
fely
Leben / Regierung und Xbfterben. 585

felbige nur ibre Abgeſandten auf fola


chen Reichstag abaefertiget, hat der
Kóñig ihnen die Mayſerlichen gndult
und Velehnungen über Dithmarſchen
fürgelegt í und begehret 7 dab ſie ihme
und ſeinen Erben hinfür unterthänig
und getreu bleiben folten . Die Diths
marſdiſchen Abgeſandten aber gaben
für i daß ſolche Kanſerliche Begnadi.
gungen auf unrechten und zu milden
Beridyt regen erlanget toprden / fintes
mal ſie einen Heren hätten nemlich den
Erabiſchoffen zu Bremenjdemefie /nad)
Abſterbung des legten Grafen zu Dits
marfen ſich unterworffen .
Der König wendete dagegen wiede®
rum ein / daß fich 'nach Abſterben jetta
gedachten ihres teater Erbherin viel
Veränderungen zugetragen i dann die
eine Zeit hårre a ſie der Tron Dånne
marő ben Königs Waldemari Zeiten !
die andere Zeit denen Grafen zu Hole
ſtein gehuldiget : aber leglich unter das
Erebiſtum Bremen durch einen Præs
text begeben / deme ſie doch keinen Ge .
borſam leiſteten. Darum könte er
gang und gar von den erlangtenBeleh .
Bbs nun *
$ 86 Der Könige in Dånnemard
nungen nicht abſtehen : jedoch iſt es
damals zum Stillftand kommen .
In dieſem Jahr den 15. Auguſti ;
hielt sionig Chriſtian cincn Landtag zu
Segeberger dahin auch die Herren von
Lábeck und Hamburg gefordert waren ,
birete die Rechnung an / und begehrte
2 aler derer vom Adel Siegel und Brief
ferfo ſie von ihme , als den König , bers
ſiegelt zu haben / fid ) bemüheten zu rea
hen . Diefe haben nun wol Siegel und
Brieffer darinnen ihnen vielverſchries
ben joltergeriefen aberZeit undStund
wann ſie das Geld ausgegeben , wer es
son des Königs wegen empfangen /mo .
bin es genußet und angeleget/nichtkón .
nen vermelden : Darüber feynd viel
Brief caffirt / und kraffelos vom Kónig
* und ſeinen Kåthen erkandt worden ;
und wiewol die Summo oder Haupta
ftul mitzinfen über 465000.Mark licy
berlief i fo ift es duch ohngefehr auf
20000. Marof Lübecky d ) kommen .
Anno 1482 , den 22. May / ift obges
meldter löblicher und in gang Europa
berühmter König Chriftian, gebohrnier
Grof
Leben /Regierung und Abfiterber. 687
Grafzu Didenburg und Delmenhorſti
im HErin Chrifto felig entſdlaffen /
เund zu Tioiſchild (oder wie andere wulo
lentzu Sunderburg ) zur Erden beſtat.
tetworden ſeines Alcers im s6. Jahti
als er 34. Fahr regieret hatte.
Ebén keso iſt angezeiget worden , daß
König Chriſtianus I. ein gebehrner
Graf zu Dldenburg und Delmenhorſt
geweſen
/ als kan ich nicht umhin / pun
dieſer Grafſchafft einigen Bericht zu
eritattén . Es haben aber vorzeiten dies
fes Land die Chauci bewohneč i weldje
Ptolomæus und Plinius in zweyerleg
nehmlich die Groſſen und Kleinen un.
terſchieden. Die Broſſen ſind die jenis
gen /ſo das Biſtum Bremen zwiſchen
der Wererund der Elbe beſiken : Die
Kleinen aber ſind die Embder und Di
1 denburger felbft ? welche Protomæus
auch zwiſchen die Einbsund Weſer 10 .
giret, indem er ſpricht: Es erſtrecken
fich die kleinen Chauci biß an die We.
ſer,die groſſen aber an die Elbe.
Plinius im 16. Buch am 1.Cap.be.
Tohreibet ſie mit dieſen Worten : Bir
Bb 6 bas
mart
Der Könige in Danne
988 t
haben aber gegen Mitternach die
Ch au co s ge ſe he n e
ſo di gr of fe n und
Kl ei ne n ge ne nn et werd en . Da ſe lb ſt en
"Tauffe das groffe Meer mit einem über
dié maſfon wetten Durchgang des
Tags und Nadis gitymal dus 7 und
bedeat alles mit Waffer / ſo dat ß han
fo
imzwei ff el ſtebet/ ob esla nd oder a
R

. s grme Voldhålt fich dann auf


fer feDra
in den Hågeln und Berglein / oder mti
Händen aufgemachten Hauffen 1.agf
welche ſie ihre Häuslein /nachdem wif
fen oder in Erfahrung haben i wie hoch
das Meer komme alſo rebeni daß ſe
den Schiffen gleich deinen /wann das
Baſſer alles bededt hat und darge
gen als gebrochene Schiff fic lafia
anſehen i wann das Waffer wiederum
iſt abgelauffen / wie ſie dann auch mit
dem Ablauffen die Fiſch'fangen .
1. Cie können tein Vieh halteny noch

hſpeiſe genieſſei n ja viel weniger


Milc
mit den wilden Dieren ſtreiten , denn
anda kein Geſtråud, findet. Aus
man Riet mad en die See
den Bingen und
d
ker un Fi ſc he r Negertrudnen den Leio
MER /
Schen / Regierunå und Abſterben . 589

men mehr durch den Wind / als an der


Sonnen / und wärmen ihre Speifen
und kalten Slieder mit der Erden. Sie
teinden nichts Dann Regenwaſſer das
fie in kleinen Grüblein im Vorbauſe
bewahten .

Diß war vorzeiten der alten Chaus


den Zuſtand/welcher heutigsTags ſehr
perändert iſt. Plinius gedenckt keines
Getreids noch einiger Frůdyte : WR
Ill Beut zu saggróſfere Fruchtbarkeit ?
Vor Zetten konnte das Land feine
Dortbaumerragen , anjeßo iſt es mit
allerley Báumen erfüllet. Sie hatten
weder Vieh noch Milchſpeiß und nuns
mehr iſt es nicht allein von Vieh über
bie maſſen reich ſondern Milch iſt ihre
a fürnehmste Speiß . Angeſehen das
om "Land eben und an Wieſenwachs Tehe
w teich ift , die Erde ift feiſt / die Wiefen
Jeino Graße reicy/de $ Viebes iſt fovtely
mod Daßmans taum ausſprechen kan wel
in thes dann erweiſet die wolſchmådende
00 und köſtliche Butter / wie auch der liebe
* liche Kapi deſſen alle Jahr/ zu groſſem
@ Mußen und Gewinn der Innwohneri
ILM eine groffe Menge in andern Eanden
Bb 7
590 Der Abrige in Diunemart

ja durch ganz Deutſchland verkauft


wird. Man fiehet auch täglich viel und
groſſe Herden Odſen aufder über - reis
den Weyde ſpaßieren /welche von dem
Oraß fo feift werden dat die ausländis
fchen Vólder derſelben ſehr begierig

reynd .
Endlichr da fie vorzeiten nicht mit
dem Wild haben geftritten, fo.erweiſet
die tägliche Jagd der Edten nunmehr
das Gegentheil. Hieraus nun erſcheio
net dof viß gange Land ihme ſelber
gnug ift 1 und keiner andern Länder
Füiff vonnöthen hat.
Unter dieſen Chaucis feynd die Die
denburger nicht die geringſten , weil ib .
re Graffibafft gegen Orient an des
Biſthums Bremen Grensenyun an der
Weſer fich endigt. Gegen Mittag hat
fie das Bifthum Münſterigegen Abend
Die Grafſchaffe Embden 7 und gegen
Mitternacht die Pfüßen der Jada ,und
den Ausgang der Wefer in das Meer.
Diß Land begreifft nachfolgende Bros
vinzien : Stedingiam gegenüber Bres
men dem Saloß Delmenhorft unter
worfer
Seben /Regierung und Abfterbei . 390

worffen . Stadtland , die in si und


Butjadiam ſo in 7. Parochien gethet
let i beneben gevern ein Theil des
# Frieſland87 das 23. Parochias in fich
r begreifft.
gn der Mitten 'ift die Moerime I
4 und wie Albertus Tranzius bezeuget i
ſo ift diefe Grafſchafft aus der Zahl der
Aeltiſten: unter welche Grafen er DBits
tekindum den Herbóg in Sachſenywele
cher zu Käyſers Caroli Magni Zeiten
gelebet / rechnet und zehlet. Grenicus
ſaget / daß die Stadt Didenburg von
Carolo Magno felbft rep erbauet i und
eine Kirche daſelbft von dem Biſchoff
Adagargo S. Johanni dem auffet
conſecrirt und geheiliget worden. In
dieſem aber bedundt mich , daß dieſer
Scribent icre indem er dieſe Stadt un .
ter die Wendiſchen referiri/und ſelbige
an dus Meer legt, ſintemaldiefes eine
andere Stadt if I in Wagria einer
Landſchafft in Holſtein gelegen ,
Laurentius Michaelis vermeinet i en
haben die Ambrónes ( von welchen
Plutarchus meldes ! daß ſie mit den
Dån
Der Könige in Daunenrar &
Dånnemarãern in Stalien ſind gezor
gen 7 und vom Cajo Mario Daſelbſtem
erſchlagenworden ) in dieſemLande iho
ren Urſprung gehabt/deren Naine nocy
beutiges Tages bey denen Amelanders
im Gedächtniß ſepe .
Eben folder Meinung iſt er von den
Alais i als Såd)fifden Völckern / von
welchen er ſagt i ſie haben an den See
Alano und aufbenden Seiten deſſelbie
gen Waſſers /biß an das Schloß Dria
am ihre Wohnung gehabt und werden
jego långerer das iſt Álani/oder Übero
långer , das iſt 1 Ultralani genennt:
In dieſer Grafſchafft ſind noch an
dere kleinere Stadt i als Weſter- Stes
derNieuborg Beteren / Wivelſtedes
Wardenborg Delmenhorft mit der
Grafſchafft Doelgunner té und jenſeits
der Weſer Darsdorp / Fevern ein
Theil des Frießlandes wird von etſje
cben auch zu der Grafſchafft gered .
Net .

Die Weſer befeuchtet dieſe Lands


Rafft fo an der Seiten gegen Murs
gen
Leben /Regierung und Zifferben .

gen fürüber fleuſt 7 and bey Elsfliet


das Flåflein den Hund aufnimmt,
welches aus dem Biſchoffthum Müns
kter aufWildeshauſfen / und von dans
nen auf Oldenburg ſeinen Lauff bati
cheidende die Moerinnen und Ster
dinger voneinander : Unterwegen erns
pfångt es die Lætam nicht weitvonDl.
denburg / und bey Didenburg Die Hors
nam , welche bégm Dorff Manshold
ihren Anfang nimmt.
Uber diß iſt die gada zu befehen:DIE
Flüßlein war erſtlich ſehr klein unddes
Namens ſehrwürdig i es nahm feinen
Urſprung aus einem groffen Seer das
groſſe Meer genannt und als es uns
3) ter Wegen die Aeder an beeden Seia
of fen voneinander geſcheiden und hin
und wieder mit vielen Juauffenden
& Waffern vermehret war i bat es ſich
hy die nächſten
febr groſſenMeerpfüber
ausgegoffen . Da aber die Gewalt des
# Meers tåglich je mehr und mehr zu .
Häbin / auch viel Sturm , Wetter ſich
thaben Déflen man wegen Uweinig .
heit und Streit des gemeinen We.
ſens
594 in Da
Det Könige Da nnni
emma
arrd
e
ſens nicht warnahme / To reynd endlid
die Seich durchgebrochen 1 und ift das
Waſſer in das niedrige Land mit gror
fer Gemátt ausgetauffen & . Wir wen .
Den ung aber wieder zu unſerer Haupt .
Materi i von den Königen in Dån .

nemarda

XCVII.

Johannes 1.
Sijt juvor angezeigt worden /daß
Konig Chriftian audh noch bey
ſeinem Leben feinem Cohn Prino, Jos
bannſeni ermehlem König in Danne .
mard das Regiment überlaſſen . So
bald nun der fromme kiintg Chriftian
geftorben , hat fich fein Sohn König
Johann / famne feiner Semahlin , im
Jahr Chrifti 1483. zu Coppenhagen
vom Erabiſchoffen zu Lunden / Herin
Johann Lormannimit groſſem Praça

cröhnen laſſen .
Von ſeiner Gemahlin reynd ihme firi
gebohrenworden jmer Söhne und eine
Cochterinehmlich Chriſtian oder Chris nat
ftiern i
I OHANNES.I .

Trang đợt thựA3+82


Rit
Sriegfe wițezpie Schweden ,
Starb A;
marlen uns hitbecker.
IS13
leben / Regierung und Alterbent. 39 )

fttern / im Jahr Chrifti 1981. den 2.


gulii zu Nieburg / Franciſcus / der in
der Jugend weg geſtorben i und Frau .
Lein Eliſabeth i fo im Jahr funffzehen
hundert Chur . Fürften Joachim zu
dh .
Brandenburg dem Erſteniſt vern
let worden .
gm Anfang ſeiner Regierung hatte
Konig Johann ziemlic Slúkraber ins
deme er keinen Abſcheu trug / gegen ſeis
nes Heren Vaters i König Chriſtiansi
Seſtament und legten Willen zu han .
delni fo bat es aud) hernacher mit ihme
Den Krebsgang gewonnen . Denn d .
nig Chriſtian hatte er in ſeinem Teſta .
ment alſo vor ſeinem Ende verordnet /
daß fein altefter Sohn König Johanni
die drey Königreich Dänemarck Norr
wegen und Schweden / und dagegen
jüngfter Sohn Herßog Friderich
vonr ſich die drey Fürſtenthum Schless
ſei
wig i Holſtein und Stormarn behale
ten / und daß ſeine Gemahlin Königin
Dorothea 1 Konig Johannis í und
Hertog Friderichs Frau Mutter i nes
ben etlichen Biſchoffen und andern
Råba
596 Der Könige in Sånnenart

Råthen des Reichs und der obgedache


Stunde nach
ten Fürſtenthumen zur
ſeinem Tode Hergog Friderichen in
die drey Fürſtenthum einführen und
ihme die Poſſeſſion eingeben folten .

Solches hat die gute alte Königin i


fa ch ihres Heron tootlichen Abgang /
neben den Biſchoffen und Råthen To
foldes den alten König Chriftian ang
gelobt / und darzu verardret waren i
ins Wer ſtellen wollert . Wie aber
Mie im Anzug geweſen , Herßog Friede.
ritenidamals einen jungen Herrnin
10. Jahr ſeines Alters einzuteger und
alle Lanofchafften ihme huldigen zu laſ
ſeny bat földes Konig Johann, als eim
machtiger Herry mit Sewalt verhin
Dert / und eilends darauf alle vom .
del und Städterin den dreyen Fürſtene
thúmečn um Martini zum Rok einzus
Pommen , beſchrieben , und alsdann ihs :
b
Ken vorgeſtelletro es nicht billich wårer
weiln er zum Konig erwahletrund doch
rn
zudiefen drepen Fürſtenthüme ein
Erb wire i gleich lo wol wie ſein Brus
ders
2cben /Regierung und Abfterten . 892

der i fonderlich als der ålteſte Sahn!


* Ki nis Chriſtiansfeines Vaters/ bab
der gleich mitdem Bruder Herkog Fria
derichen theilte ? Darauf haben die
Stånde der Fürſtenthümer aus Furch
ten geſchloſſen, daß ſie darzu gleich
be måten i und daraufbeyden Fürſten
gehuldiget.
Konig Sohann hat dem zufolgerdie
9 Theilung dermaſſen gemacht / daß er
die beſten Aemter i als Flensburg,
* Sunderburg , Haſeldorp / Nurburcha
Hanrowe i Apenra, Femern und Ses
geberg behalten / Hergug Friderichen
aber zu ſeinem Theil die geringſten
Alemtex i als da feynd Gotturffi Trit:
tow / Tuntern Didenburg,
, Hadersles
ben / Plonel Tyle / Siyel und Steins
burg zugeſchlagen worden i jeduch hat
er ilyme den Strand hierzu gegeben
und überlaſſen .
V
Nichts Deſtoweniger practicirte er
184
ein anders gar heimlich / weilen er reis
nen Bruderi Hertog Friderichen nach
Cölln fancte i daß er dafelbſt fudiren
1W
følte / und ihme aktar ein Canunicat
im
198 Der Könige in D &ummard

im hohen Thumftifft erlangete r as .



licher Meynungi einen Geiſtlichaen us
ihme zu machen , damit er mit den Seie
nen die Erbländer und Fürſtenthum beo

halten mochte.
Er hatte einen Landttag in den Lana
den Styleßwig und Holſtein / auch
Stormarniam age Catharinenſaus .,
geſchrieb en / von den Stånden der 3.
Fürſtenthumen eine Landſteuer begehs
rendials von einem jeden Pflug 2.Gula
den / damit er feines Herrn Vaters
Schuld bezahlen möchte .
Die Stände und Landſchafft ders
wiligten zwar ſolches alſo /daß der KS.
nig über zwo Tonnen Goides an Baar ,
ſchafft aus dieſerSchabung bekommen ,
aber er ſteckte es in feinen Beutel / und
ſeynd davon gar wenig Schulden bes

jablet worden .
2118 aber Herzog Friderich zu ſeinen
Sahren kommen / und aller derer Fürs
Itenthumnen und Landen Gelegenheit /
auch der Aemter Aufkunfft vernomis.
men und erkundiget / und alſogeſpüh.
reti
. Seben / Regierung und 2bfterben , 599
ret / daß eine ungleiche Sheilung ger
fchehen , hat er an ſeinen Bruder food
Knig Johannſen / und an der Reichs zu
Dånnemarck Kätheranno 1495. ſeine
Geſandten abgefertigt / und ſidy be.
klagti meil ungleido getheilet i lo wolle
ihme ja von GOttes und Rechts wegen
von ſeinem Bruder dem König gebůb ,
ren / daß die Theilung der Erb . Für
Atenthumen gleich und recht geſchehe
und zugienge , und zwar nad dem al.
ten Gebraudirdaß ihmer als eines Kó.
nigs Sobo in Dånnemarof , ein Für .
ftenthumoder ein Land, Zeit feines Leo
bens 1 eingethan würde i davon er ſichy
Fürſtlich erhalten lånte 1 Darju / daß
das Reich Norwegen die Söhne oder
Kinder des Rönigs zugleich erbeten.
Und tveiler er dann dacju eben fo toli
als feia Bruder König gehann ,ein Ers
be ware/ ſo begehrete er auch ſeine Quo
tam und Antheil davon .

Wietro' nun folches König Johann


und ſeinen Ráthen mit aller Becheia
denbeit vorgetragērfo bater dod darauf
der
600 Der Könige in Dåpirmart
der Künig ein gar unfreundlicherunbes
und gar unbrúderliche Antz
ſcheidener
wort gegebenı als nemlich, wolte Hers
Bug Friederich mit demer was er ießt
håtte nicht zu frieden ſeyni ſo könnte es
fichbegeben /daß er dasjenige auch viel ,
ieicht entbehren måſte 1 und deſſen bes
raubt würde was er jeßt háttebekoms
men und bereffen .
: Darauf ließ Herzog Friderich wier
derum verinelden / könte es dann nicht
anders feyn /ſuwolte er folches zu Rech
ten geſtellt haben . Der König aber
antwortetei Erals ein gefalbter Kønigi
habe keinen Richter oder Oberberin
über ſich ; und dieſer Urſachen halberi
muſte Herßog Friederich Folches dem
rechten Richter droben befehlen / hat
auch nichts mehr bey König Johanns
Zeiten geſprochen /der Hoffnung dann
Königfuhannſen Sohn Chriſtian der
ander zum Regiment kommen würder.
folte er ſich gegen ihmer Herzog Frides
sichen ,billiger undbeſſer erzeigen .
Aber was König Fuhann ſeinem
Bruder Serkog Friderichen drauetet
das
sebou stegierungund Wüfterben . 600

das widerfubr ihme von ſeinen Soba


fpónig Chriſtiern ſelbſt, wie voir herna.
cher weiter hören iperden .
Um dieſe Zeit haben die Kitter und
l Landſchafft im Reich Dinnemarceio
ne ſtattliche Legation an die Stipedio
ſche Riegierung geſandtrund ſi vermahi
M
nen laſſen /weiln die drey Reidje offt bep
einander geweſen /daß ſie dañ auch Kids
nig Johanı vor ihren König erweblen
folten Ivelche zwar ſolches, aber gleichs
wol feiner andern Geſtalt bewilliget i
dann ro fern König Johann , die von
den Schweden vorgeſchlagene Articut
annehmen wolter ſolches war König
Johann beſchwerlich zu bervilligen und
begehrete 1 daß ihmeallein dieRegies
rung fren und gånßlich übergeben wera
den möchte .
$ Dadas Der Groß- Fürſt in Mofcau ,
mil - und Kảyſer der Neuffen / daß der eine
Cheil dem andern ins Land fiel / raubte
4 und Schaden zufügte, aufden Brána
mø Beu /bernommen i hat er an König For
hann zu Dånnemard eine ſtattliche
Borſchafft abgefertiget / undvermelo

7
d
602 Der Könige in Ddimenar
r
den laſſen / fu cer König gedächte fich
mit dem Gr o ß - Fürſ te n zu ve r b i nden
ſu wo ll e it
er in ih me zu gl ei ch S c h w e den
bekriegen .

Wiewor nun König Johann die Les


gaten
ehrlich empfieng / und ſie in ho
hen Würdeu hielte , Tw hat er dennoch
folchem Tyrannen nicht glauben wols
len / ſie freundlich dimittiren und ziehen
laſſen /und die Sache inBedencken ges
Nommen ,

Unterdeffen waren etliche von Adel!


die dem Gubernatorn nicht gern Ges
borſam leiſteten / fondern König Jos
bann viel lieber vor einen König haben
wolten . Als nun der Gubernator in
Gothlandrein alter weiffer Ritter, bcy
ſich betrachtete 7 daß es dem Reich
Schweden nüßlicher wäre / einen Kids
nig , nach alten Gebrauch / zu haben /
und funderlich ſolchen gewaltigen
? Die Ins
fuln / Schlofer und Städte in Güths
land übergeben / dardurch Kunig Jus
hann gleich es feinem Herrn Vatet
mies
Leben / Regierung und Uberbeu . 603

wiederfubr ) einen guten Anfang zu


Dem Kiinigreich Shweden bekommeil,
Nichts deſts weniger hatte er audy
feine beimliche Widerfacer /Die ihmein
allem entgegen waren; und obmol mit
Denſelbigen vielfältig gehandeltmardi
o fo konte man doch aus der Sachen
pidits ſchließliches machen , nod) etwas
erhalten . Suides verduos den König
nzumahl ábel / brachie Dera wegen eines
Hauffen Seriegs Volds , welches man
Die groſſe Garde geneanet/ in die 6000.
W ſtarck ( ro zuvor Herßog Magnus zu
Nieder Sachſen ; gegen Erk Birchoff
Johannes Roden zu Bremen gedingets
und damit das Ers-Stifft Bremen i
M
berzogen batte ) auf ſeine Seiten , fiel
darmit Anno 1497. in Sdweden : ers
blug viel Volcks und nahme Das Kri.
nigreich ein wel.les er auch bis auf das
Ispo Jahr beſeſſen hat.
Als nun dieſer Krieg ein Loch gee
monnen 1 fieng König Johann einer
neuen Hader mit den Dithmarſden
wiederum an / und wolte kurgum / dag
ſie ficy unter ſeinen und feines Bru ?

rapp
604 Der fånige in Dånneinara

ders / Herzog Friderichen i Gehorfam


begeben fölten . Aber es ward den
Sauben geprediget/ und woften ſie ſich
Darzu mit nichten bereden laffen i datus
ber erbitterteder König , und gedachre
folche halsſtarrige Leute mit Gewalt
zu zwingen , und zu ſeinem Willen zu
bringen . Brachte darauf / neben det
obgemeldten Guardii in die 70000 .
Mann unter welchen auch GrafAdolff
und Graf Dtto zu Didenburg und
Delmenhorſt . Grafen Gerhards
Sohne geweſen ) zuſammen /jog damit
Anno 1500 , am i. Tag Februarii in
Dithmarfehen / nahme Meldorff den
13. Februarii ein / und erſchluge alles/
was darinn von Mann und Srauen les
bendig gefunden ward .
Darnach den 17. Februarii, hat der
König ( wiewol ih mne ſolches von an.
Dern 7 und inſonderheit Hannſen von
Alefeld/Rittern und Feldmarſchallen /
getreulid, vonwegen des ungeſtühmen
Wetters widerrathen warð 1 ) ohne
alle Gnade fortgerpolt i davon ihn
audy niemand bringen können . Dar ,
auf
Leben / Regierung und Abferben , 605.

auf bat man ihn endlich ſeinen Kupff


folgen müſſen und iſt das Vold auf ei
nem engen kotigen Wege i zncifchen
zioeren råben i fortgezogen / gånglie
cher Hoffaung / wann ſie nur etwas
in weitern Plak bekämen i es ſolte der
Diethmarſchen nicht wol gewartet
Se on werden .
20
Aber ſie mercten den Poffen auch !
w und weil ſie thren Vortheil ſaben /feynd
fie zu den Seitennin des Königs Fuß .
buld (das fich zwar redlich und wol gea
webret ) gefallen / und haben daſſelbto
gemehrentheils erlegt / und iảmmera
lich erfchlagen I was ſich auch mit der
Flucht erretten wollen , das iſt in die
# Gråben gejaget worden und ertrun .
den .
Die Keuter hatten es auch nicht beſo
fer oder wolfeilern Kauffs / dann
W weiten ſie in ſolchem engen Wege nicht
011
binter- noch vor fich i noc über die
e Sråben Pommen konten i hatten die
Feinde gute Gelegenheit zu den Sei
ten in fie zu ſchieſſen und zu ſtecheni ale
fodaßmandjer redlider Mann ſein
DE Ec 3
606 Der Könige in Dannemard

Leben laſſen mufte/ Der nid)t einmal que


Wehr gekommen .

Dageftalt haben die Dithmarſchen


das Feld behalten und feynd König
Johannund fein Bruder Herzog Frie
derich gar náhrlich mit dem Leben entë
runnen. Mit den todten Córpern feynd
fie gant greuhid, umgangen , haben fie
Fadend ausgezogen /und theils in groſje
Gruben berfdjarret / theils auch unter
dem Himmel liegen laſſen . Únd die
die dritte Niederlag
gërveren 7 fodie
Hoffteiniſchen inDithmarſchen gelite
ten daben . Dann die erfte war zu Zeis.
ten Grafen Fohanng und GrafenSer
hards zu Hotfein Aimo 1322. Die
andere aber zu Zeiten Herbog Gers
hards zu Schleftvig1 Anno 1404. und
die dritte i davon wies jest gebandelt
haben .
Es reynd benebens den besten Her
brüdern Graf Adolffen und Graf Dti
ten zu Oldenburg und Delmenhorft't
audi fonften aus dem Herzogthüm
Schleßwigi Holſtein und Sturmara
Leben / Regierung und Ubfterben . 607
in die 67. ſtattliche vom Adel / auf der
Wahlſtatt geblieben und umfoms
men .
Als den Schweden im Jahr 1501.
folche Niederlag des Königs in Diths
marſchen zu Dhren famigereuete es fiel
daß ſie ſich ſo leichtlich ohne beſſer Hin ,
terdenden / unter feinen Gehorjam er.
geben hatten , tradyteten auch von Tag
quag darnady/wie fie feiner wiederum
loß werden konten macten es endlich
fo grob / daß der König aus Schweden
JU weids ;und dieenigináfu fchwan
ger ſeyn ſolte) daſelbfi zu Stockholm zu
laſſen genothorenget wurde .
Die Schweden ſchrieben zwar an
den Konig er ſolte wiederum ins Reich
kemmen /und ſie für den Reuſſen befchůs
Belt / darzu wolten ſie ihme Voleks gea
* nug verſchaffen / daß er keines mit ſich
bringen dorffte. Aber der König ward
abermals bey der Naſen herumgefühs
W ret i affo daß er wieder aus dem Land
entroeschen muſte .
Die Schweden belågerten alſo fort
Stockholm / nahmen die Stadt mit
CC 4
608 Der Könige i Dannemard

Gewalt ein , und rocird die Königin


in
8. Brigitten Clofter 1 : Waften ges
nennet, geführet/darinnen ſie 2. Jahr
bleiben muffen. Über dieſem Handel
kamen auch die von Lübeck mit König
Johannfen in einen Widerwillen , fins
temal der König meinte /dieweil die Lús
beckiſche Bürger mit den Schweden
handelten / daß fie ihnen auch gegen
Dem Konig beimliche Hülffe leiſteten .
Nind wärenichtviel gutes darauswors
Denvennfich nicht der Cardinal Rays
muidusterkog Friderfd zu Schle
rick und Hollſtein /und Herbog Mags
nus zu Meclenburg An. 1503. in die
Sachen geſchlagen / und diefelbige ets
ficher mafien bevgelegt und geſtillet
hätten . Jedoch iſt es kein veſt Vers
trauen sewefení ſondern hat noch etlis
che Jahr derHaß und Groll gewäha
ret / davon Johannes Peterſen / und
Michael Beuther weiter zu leſen
find.
Hiemit war es den Schweden nicht
genug, daß ſie dem König Johann das
Reich Schweden unruhigund abfåls
lig
Sében / Regierung und Xbfterben . 609

lig gemacht / ſondern ſie unterſtunden


fich auch sihn um das Königreich Nors
wegen zu bringen 1 nahmen auch in
ſolcher Meynung etliche Schloſſer
ein, darzu ihnen König Johannſen eis
gene Unterthanen behúlfflich waren .
Aber König Johann fchickte ſeinen
3 Sohn , Herkug Chriftian oder Chris
ftiern / mit Heeres-Krafft gegen ſie /
NA welcher ſie aus Norwegen vertrieb
und folches widerum zum Gehorſam
brachte: An. Chrifti 1513.ſtarb Kontg
Johann zu Alborch in Jütland,feines
Alters 58. Jahr und iſt zu Dhtenfee
begraben morden .
Bey ſeiner Regirung iſt An. Chr.

10 1484. eine unerleidliche Hungersnoht


1 und Peſtilen in Dänemard geweſeni
daß urch das ganze Königreich mehr
als die Helffte von Menſchen und
Viehabgeſtorben und bine
gefallen find

ight
Olt
tät
XCVIII.
Der Könige in Dålinemard
JUTER
XCVIII .

Chriſtianus
Oder

Chriftiernus il.
Ils KomgJohañes Todes verfahs
renikame ſein Sohn /Konig Chris
ftian , oder Chriſtier /dieſes Namens
der Anderr zum Regiment/ und wies
wol Fhn ſein Herr Vater auf ſeinem
Eod - Bette getreulich vermahnet7 er
følte mit allen benachbarten Fürſten
und Herren, und ſonderlich mit den
Wendifchen Städten : als Lübeck
Hamburgi Roftodiund andern / gute
nachbarliche Correſpondent Halter /
und keine unnsthigte Krieg anfangeni
fo hat er doch ſolchen feines Herrn Vas
ters getreuen Rath in den Wind ges
ſchlagen / und nicht allein mit denen
von Lübeckund benachbarten Städten
Krieg geführet/ſondern auch mit ſeinen
eigenen linterthanen zu zancken , und
u hadern / und allerley Uneinigkeis
ten
610 :

17
21
W
CRISTIANUS II
TrafinfieXegicing A :j$34
martA ;is 23 Deſtelben entſeket
Starbinder Gefängnis Ac
‫وی یا‬
Schen /Regierung und Abfterben . 618

fen anzurichten ſich gelüſten laſſen.


Darüber er auch endlich zu Boden ge
hen müſſen .
Darum gnd) Jonas Kaſdingenſis
in deſcriptione Daniæ , part. 2. am
109. Blat nicht unrecht ſaget: Ejus
imperium turbulentiſſimum fuite "
Das iſt : Seine Viegierung iſt gania
unrubig geweſen .
Er bat zum Ehegemahl genommen /
Eliſabetham , König Philipſen zu Hia
Spanien und Erkherzugen zu Defers
reich Tochter / Kayſers Carolides V.
Schweſter/ im Jahr 1915. und mit
1
derſelbigen gezeuget 1 3. Cshne und 2,
Töchter , neml. Philippum und Mapi
milianum /ſo beyde jung geſtorben , und
Johannem 1 einen feinen gelehrten
Herrnider langeZeit beyKayſer Carin
dem V. ſeiner Mutter Brudert zu Hufe
geweſen / und in feiner blühenden Jus
gendinicht ohne Verdacht beygebrach
sen Gifts, im Jahr 1932. Cserad dens
felbigen Tag wie ſein Herr Vater auf
dem Meer gefangen wuiden ) zuSteina
buig geſtorben iſt : deme Reinerus
Rein
012 Der Kontae in Dannemard

Reineccius , Hieronymus Hennin


ges, und Reuſnerus diß Zeugniß ges
ben : Princeps fuit , fagen fiel con
fpicuus eruditione in literis & elo
qventias.
Es hat ſich einmal zugetragen / wie
Káv fer Carl in einem Ersiti it gang
ſtattlich empfangen /daß wiefer Herzog
Johannes 1 auf des Käyfers Befeich
mit einer Lateiniſchen Dration die
Danckſagung thun múffen / welche er
dermaſſen zierlich vorgebracht, daß ihs
me kein Thumbherr darauf ex tem
pore antworten können .
Die beyden Töchtererals Fråulein
Dorothear ift Pfalßgraf Friederichen
dein 11. und Chur - Fürſten / mit dem
Zunahmen den Weiffen , im Jahr
1932. oder ( wie andere wollen ) Ans
no 1935- Fräulein Criſtiana aber ans
fänglich Franciſco Sfortiæ / Hertne
gen zu Maplandi hernacher Herzogen
Franken zu Lothringen vermahlet
worden .
Wiervol er aber , wie jest gemeldet /
estefokhe Tugendreiche Kenigin zum
Leben / Xegierung und Abfterben . 613

Gjemahl bekommen ſo hat er doch /defa


fen ungeachteti bey ilirem Leberri eines
fchåndlichen alten und berüchtigen
Weibesí Sibrich genant,Tochter zur
Beyfchläfferin gehalten, und mit ders
felbigen / und andern greuliche Hures
rey und Ehebruch getrieben / auch der
alten Vettel einen groſſen Theil der
Regirung befuhlen / aus welcher Vers
waltung viel groſſer Mord/ Todſchlag
und unrechte Verurtheilung über Leib
und Gut erwachſen ſind , wie daſſels
bige auch von Hieronyms Henninges
und Reufnero angemercket worden ift.
Damit wir nun auch dieſes Königs
Chriſtions des andern ( welchen die
Dáhnen auch Chriſtiernum nennen )
Leben und. Thaten /etwas kurk allhier
einführen und übertauffen / fo ift ans
fånglich zu wiſſen , daß er im ſechſten
Sahr feines Altersr von ſeinem Herrn
Vater, wie Reuſnerus cufgezeichneti
zu einem Kónig zu Dånnemarck iſt des
fignirt und benennet wurden / dorumb
in er auchalſobald nach ſeines Herun
Vas
ters / Konig Jobannfen /Abſterben , fich
der
614 Der Könige in odimethard ?

Der Regietnngunterfangen /olyngefehra


im dreiſſigſten Jahr ſeines Alters / bat
auch anfänglich alle Krieger ſu König
Fohann erreget, mit groſſem Gemütly
zu continuisen und zu vollführen nicht
unterlaſſen .
Er wolte zwar wie ihmedie Holſteis
niſche Land - Stände huldigen folten I
viel Wunders zeigen / und ihnen mit
trokigen und ungebührlichen Dráus
iporten allerhand Neuerungen auf
dringen /darzu auch ihnen ihre Priviles
gia nicht confirmiren . Aber ſie lieſſes
Fich wieder veslauten / daß ſie ſich fuls
cher abſehiågigen Antwort zu der Kos
niglichen Ma eftát mit nichten verſex
ben , man folte gedencken , was maſſen
ihre Voréltern /ſeine Vorfahren aus
Grafen zu Hertogeni aus Herkugen
zu Konigeirerhubery undda IhreMar
jeftát ihnen nicht anders begegnen
wolter fo můſten fie auch auf andere
Wege gedencken .
Wie nun Kónig Chriſtian ihren
Ernſt vermerckt, hat er ſich nicht allein
viel gütiger erzeigétifondernihnen auch
ihre
Leben / Regierung undXbfterben . 618

ihre Privitegia confirmiret/dagegen ſie


ihmedann wiederumb treu und hold zů
féin verſprochen und angelobet / und
deſſen auch hemacher gegen dieSchwes
i den eine gute Prob gethan haben / wie
bald folgen wird.
Wirhaben zuvor gefaget, wie Kos
nig Johann mit feinem Bruder Hers
Bug Friederichen zu Hollfteinsvon wes
gen der Erbtheilung gar übel geftans
den / und bey ſeinem Leben in der Gate
midts erhalten , oder ausger chtet wers
den können . Nun wuite aber Herkog
Friederich in die Långe damit nicht zu
frieden ſeyn /ließ es derowegen an Káy
fer Mariinilianum den erſten / und an
Churfürſt Joachim zu Brandenbur6
gelangen , und bater ſie wulten König
l
Chriſtian dahin weifen, und vermah
nen / daß er ihme nunmehr die Billiga
mne
keit wiederfahren laſſen wolte.
nie DaraufhatKayferCarlder V.(fins
temal Kaiſer Marimilian geſtorben )
ith
. Commiſſaris
nicht allein feine anſehnl
en verordnet /ſondern es haben ſich auch
Chur - Fürft Joachim ju Branden
bura
616 Der Euige in Dannemard ,

burg/ Herzog Heinrich und Herzogat


brecht zuMechelburg/Gebrüdere Hers en
jog Bugislaus zu Pommern /und Herr
Heinrich Biſchof zu Rakeburg / ins &
Land zu Holſtein gen Flensburg beges 18
ben-, und iſt endlich / nach langer und ar
múlyeſeeliger Handlung im Jahr 15 23
( oder wie etliche wollen , Anno 1522)
JuBordesholm ein Abſchied aufgerich un
tet worden deſſen ganze Copey Jumans 1
nes Peterſen in feiner Holſteiniſchen
Chronick angezogen hati dabin ich den
Leſer wil gerviefen haben .

Aber König Chriſtian 1 hat dieſen


Bordeshoimiſchen Abſchied gar nicht
gehalten / fondern vielmehr verſucht!
wie er ſich aus dem ganken Handel
wickeln möchte. Wie guter es cuch
im Herßenmit Herßog Fridrichen ges
meint ſolches ift daraus wolabzuneh .
men / daß er einsmals / als er Herzog
Fri 'richen zu ſich gar freundlich gen
Koldingen beſchrieben /ihme einen Gals
gen für ſeine Herberge aufrichten laſ
Ten , alſo daß der frommeHerr bey der
Nacht
Ichen / Regierung und Softerben . 617
Nachtmit groſſerGefahr ſich von dag .
wen machen müſſen .
Anno 1922. und 1923. gieng der
í Krieg zwiſchen den Schweden und
# König Chriſtian gewaltig wiederumb
1 an , audieweil/ wie ſchon zuvor gemets
deti die Schweden von Natur ein uns
| ruhiges und wandelmüthiges Volcki
und den Kónigen zuDånnemard nicht
u gern unterwo ffen ſeyn wolten .
Der König forderte von ſeinem
* Vettern, Herzog Friederichenszu dies
ſem grieg eine anſehnlich. Hülffer der
ihme dann auch mit vielentrefflichen
vom Adel aus dem Herzogthum Holls
ftein /zugezogen /aber nachdeme er ihme
ein gans Jahr lang gedienett und das
in Königr. Schweden einnehmen und bes
kräfftigen helfen , ift er fo undanckbari,
Logo vom König belohnet worden , daß den
# Seinigen nicht allein der verdiente
LTE Sold verweigert 1 fondern auch ale
les das jenige, was ſie an Pferdten
Harniſcy Satteln /Stieffeln und der
1li gleichen übrig behalten /noch darzu abs
‫ ل‬genommen wurden iſt. Und giebt zwat
2001 auch
618 Der storice in Dannemara

auch Reuſnerus mit folgenden Worm


sen gnugſam ju verſtehen / mit was für
Künſten König Chriſtian das König
reich Schweden unter feinen Gelora
ſam gebracht: Nullumque , jagt er
non movie lapidem , quo Regnum
Sueciæ ſibi fubjiceret , uſus extremis
viribus , aftu & dolo , donec id edo
muit ,
Aber wie man gemeiniglich in
Sprichwort faget : Nullum violen
tum diuturnum , das iſt / alles , was
miliunicamentos Cerdatterlängettricot
øft nidyt beſtändig : Alſo gieng es da
nig Chriſtian auch , dann ohneZweiffel,
aus GOttes Verhängniß , die ihn
Mraffen wolte /bergaß er ſich und feinen
Königlichen Stand fo weit, daß er feie
ne gange Fregierung in eine erſchrodtiis
she Tyranney und Untertruckung vies
ter unfchuldiger Leute derivandelte
daß auch der Unſchuldigſte in Suryen,
und Gefahr feines Leibes und Lebens
immerdar ftehen mujte .
Dierpeil nun nichts gewiſſers / als
daß man denjenigen /welcheman fürcha
kto
Leber ) stegierung und Kofferbett.
feti duch hafſet /tarum verånderten die
Sweuch auch ihre Furcht in einen
offerflichen Daß , fielen som König
Chriſtian ab und gaben ſich wieder una
ter ihres Subernatoris /Stenonis Stui
ren . Beſchůrungund Regiment.
Solches ihat König Čhriſtian von
Hergen weher aber weiter mit offen ,
barer Gerdatt es nicht ändern kunter ift
er mit ſonderlicher Lig auf gütliche
Handlung gefallen, die ihme auch enda
uch vom Gubernatorn /un den Reichs ,
Råthen und Stånden ift getötutget7
alſo daß von benden Seiten Ge gel da .
tuber geſtellet werden ſollten .
Wie nun dieSchweden ihre Geiffel
an die Königliche Floth oder Schiff ger
(chidet die Dåhniſche verordnete aber
sich zu Stockholm nicht eingeſtellt, fora
dern auf halben Wege wiederum in als
ter Eyl nach den Königlichen Schiffen
gewendet i hat der König feine Segel
$ aufgezogen i and wider feine Zuſage
und Glauben die Schwediſde Ver.
ordneten mit ſich in Dånnémarck geo
fübret / und in Berwahrung nehmen
laſten
620 Der Pinige in Dannemart

laſſen / 'welches geichehen Anno 1918 .


Darnach iſt er abermals mit großer
Macht zu Roß und Fuß ins Königreich
Schweden gefallen die Stadt Stock
holm belågerti aud mit rauben / plúns
dern und todtſchlagen daſelbſt berum
gang erbärmlichhausgehalten.
Aber die Eroberung iſt ihme aber .
mals entſtanden , darum er anderweit
auf die Flehe. Seiten gefallen und ſich
ju gútlicher Handlungerbotten .
Wiewoln nun die Schweden gnuge
fam gewigigetworden daß dem & ontg
auf die Snad nicht zu glauben dannoch
hat er mitgroſſer Zuſage / und gnádio
gen Verheiſſungen / auch hochbetheus
erten Eydlichen Verpflichtungen und
Beridyreibungen / die Schweden fiets
hinfüro bey alterGerechtigkeit zu hand .
baben alle Ungnade fallen zu laſſenund
in Vergeſſenheit zu ſtellen es ſo weit ge.
bracht i daß ſie ihm einmüthiglich jum
Kónige in Sdyweden erweblet,und folo
gends zu Stockholm vom Erabiſchofa
fen zu üpfaln / Suſtad Eroden cronen
laffen .
Ben
Lehen /Regierung und Kofferben. RA

Bey måbrender Crohnung hater die


vi
anweſende Schwediſche Prælaten y
Ritterſolyafft und alle andere geiſtliches
und weltliches Standest auch Frauen
und Jungfrauen , in die drep Eag lang
gant herrlich und freundlich tractiret/
darüber ſich dann auch jederman höchs
lich erfreuet /und gedacht es wären nun
alle Dinge zu einem guten Ende konig
men undder Wolff zum Schaaf wors
den .
Aber am vierdten Tage ward ſolche
Frélidikert in eine groffe Traurigkeit
termandelt ; dann der Konig batte hin
und wieder in den Gemådyern etlich
Vüchſen , Pulver fireuen und legen
laſſen / und gab får i folches tåre von
den Schweden angelegt i den König
Daduru auſjuråumen / und umjubrina
gen . Darüber dann auch alſofort Bie
id : off Matthias zu Strangeniſſe , und
Bifchoff Vincentius zu Scharer ſamt
Dielen andern Rittermåffigen Perſo .
nen und vom Adel 1 ja die Fürnehm .
ften des Reichs i sefdwglich eingezogen
50
wurden,
Wie
my
Der Stonige in Deuttard
Wie abe di erdichtet Beſchuld
r an e e i
gelegten Pulpernidal
gung /mit dem l
hafft wol zipan d Köni de
Erabi e n t e 1 g e r g n
ſchof
fen zu dpfali Herin Gufbas
Erolle da
n rzu / daßer anzeigen multe i
Ge
der Pabſt hätte die fangeneale mite IC
einand
er in den ann erklåreti darum be
B
daß fie nicht allein gegen ihrem König
aufgele
ſich hnet i fondern auch ihme
Ersbiſc
den h o ffen / zugefeßt, und alſo
geiſtlic Gerechtigkei geſchmache
die he t t
båtten / darum müſte der Sónig gegen
Ungeho
for ne rſame jeß di Execution
v ornehm t e
en .
Wiew o
ol diß nun auch ein ffenbah .
ser Ungrund mar i dannoch fennd die
Gefan f
gene des olgenden Eages auf
g unbek
Den arck führet /daſelbſt
M e lager
u n g e u n g e b e u
und hört, i chtet und nbe !
richtet 7 mit dem Schwerd vom Leben
zum Tode geridtet und die tosten Sør,
ſ K
per / ( darunter in die iebenßig itter
gemeſe Hauff unte
in d r e e n r f ü d i e rs
nünffi n ) hi y
igen ere gemorffen worden .
verſt Gua
orben
bernEar hat au ch denS au ens
gree
ri
torn i Steno tucen i

ben
Leben/ Regierungund Abfterbeit. 623

ben /und mit einem halbjährigen Sohn .


lein nusführen / und mit den anders
Eörpern úirmenfiylicher Werle pero
brennen ja ſieben Dainchensſamnt ihrem
Abt (darum , dok ſie biebevor Steno
Sturen zur Herberge aufgenommen )
jammert ch ertráncken / vicle von dieſes
Stenonis Sturen Vermandten und
Freundſchafft ermorden y oder je in
Dånnemarck gefänglidy wegführen
laſſen . Und wer wil alle Tyrannes
und erſchródliche Thaten erzehlen , Das
mit er feinen Köni lidhen Namen bem
qchmiget, undverurſachet hat/ Daß ihme
zu allen Zeiten nicht viel Gutes nach
geſaget werden wird.
Es ſind aber zwo- Perfonen bey ih .
me geweſen die ihmezu ſolcherBufheit
geholffeninehmlich Dietrich Schlager
# (weldien er zum Bildeffen zu Sda.
5 re gemachtu. Claus Holſtein ,der doch
endlicy/wie er gerathen der Konig følte
allenthalben in den Städten 1 svo er
Sie durchzog zum Schrecken , Galgen auf
3 richten laſenian Derſelbigen Galgen ein
meniju Super -Céping 7 auf des Ko
nigs
Der Könige in Dånneinard

nigs eigenen Befehl iſt gehendtet mora


den .
So bald aber war Rönig Chriſtian
aus Schweden nicht kominen /da warfs
fen ſich die Schweden gegen ihmewies
derum aufi machten zu einem Gubers
natorn Guſtav Erichs /eine Rittermåf
fig tapffece Perfon / fo auch hernacher
zum König eripehletworden ift ; und
vondieſem Tage an ijt das Königreich
Sch :veden nicht wiederum zu dem Kos
nigreid Dannemard kommen ; wels
ches aber könig Chriſtian wol anders
macben können, wann er gutem Kath
folgen wolen. Dahero Keufnerus und
Hieronymus Henninges nicht unrecht
ſagen : Partum Regnum diu retine
re non potuit , utpotè propter ty
rannidem & crudelitatem , quam in
omnis generis homines , Senatum
præcipue Holmenfem , & Proceres
Švecos exercuerat , mortuis quoque
non parcens, &c. 18
Giercbwie nun kein Unglück allein do
fega wil ,alſowiderfuhr es auch König Di
Chriſtietnidan ibmc die Dåbnen / als de
dic
Lebenssteg'erung und Abfterben . Ook

ste fich für greidymáſſiger Tyranney bes


Fürchteten ieben ſo wol als die Schwe.
den / zu wider worden , Darum daßſie
Tchon vorlångft ſein unruhiges Gemüth
tennen gelernet / und darum auch von
neuen, ihmefeineübermüthiger an Kos
nigliche im Reid ) Dåanemarc began.
gene Thaten aufgerucket und fürgea
worffen haben , als daß er infunderheit
dem Erg, Biſchoffen zu FundeniHerrn
gürgen Schatburgıdem Erk- Biſchof
afen zu Druntheim Bifchoff Johann zu
Fühnen / Dem Biſchoff in Finland ?
Biſch zu Anslohe Herrn Tuko
Krabben
Marſchalcken 1. dem Thumprobſt ; *
Rofchild / der Königinnen Hofmeiſte
rin Annen Holgerſen ,und viel andern
Prælaten und Geiſtlichen ihre Güter
i genommen / dieſelbige an ſið gezogen i
wſie aber ins åuſſerſte Elend verjaget
und vertrieben .
IP Stem , daß er unter andern dieſe ans
fehnliche Rittermåffige Leuter Steffan
bon Weberſtadt : Obriften i Torbera
Dohrer Toñirs Ericklon ,Heinrich Stiv
oben Canut
KauzenHauptmañHedero
626 Der Könige in Dannettard
ſtorffen / leiner Gemahlin Cåmmerer
Maximilianum Magnum Tomaſſen /
und viel andere / ohne alle rechtmåffige
Urſachen ( alſo daß man auch ihrer keie
ner zur Verantwortung geſtattet )
einstheils erbärmlich enthaupten /
theils auch wiederum aufgraben und
hencken laſſen ; darzu auch alle Stånde
des Reichs 1 ja alle arme Untertha .
nen/ fremde KauffoundWanders Leute
im gangen Reich mit neuen unerhörten/
Schakungen /Áccifen und Zóllen / wi.
Der gegebene Privilegia , dermaſſen be
låſtiget und ausgeſchöpffet / daß fie in
groffe Armut und Unvermögenheit ges
ratheni und über diß alles fich noch ſo
gar grimmig erzeigetdaß
/ ihn niemand
unerlaubet ohne Gefabr Leibes und Les
bens um etipas erſuchen und anſpres
chen dürffen .
Und wvåren alſo vielleicht dieſe Un,
thaten noch ſo kíchtlich nicht an Eag
kommen ,wanu König Chriftiern nic :
gleicher Weiſe ſich unterſtanden / die
Dáhniſchen Reichs - Ráthe {fu er zu ſicht
auf einen Tag beſchrieben ) aus dem
Wer
Leben / Regierung und Unterben 627
1."

Wege zu räumen /wieer in Schweden


gethan / und ſchon zwey Scharffrichter
in Brabanten -Kleidung darzu beſtel.
let batte.
Dieweil es nun allenthalben vom
Kinig Chriſtiern ,fogar über die maſ=
ſen übel gemacht ward /haben ihme die
Dáhnen endlich alle Pflicht und Eyd
aufgeſagt/ und í vermog ihrer freyen
wolhergebrachten Wahlu . Elect on ,
ihn ſeiner Kónigl. Würden entſeket i
und an ſeine Statt wiederumbHerzog
Friederichen zu Schleßwig und Hols
ftein / zc. Kónig Chriſtians des Erffen i
gebohrnen Grafen zu Oldenburg und
Delmenhorſt 2c. Sohn / erwehlet und
angenommen , der ſich auch ſolcher KŮs
nigl. Würden unterfangen hat,
Da es nun dieſe Wege erreichete ) :
håtte és Kónig Chriſtiern wol gerne
beſſer geſehen , aber es warzu ſpät, die
Pferd waren weg / und befand er mit
feinem Schaden / was itme böſer Leu
te Rath und ſeine Tyranney genüşet !
und für Frommen geſchaffet,
Immittelft aber feyreten die Dåb
DO 2 nen
K Då
Der önigein nnemare
Her F r i
nen uvnd tog ederi ) nich ſo
erb d t n
der und K ſ mi d Sta Li
bec n e ö
n ihgCh t er
i
n c dt ve
lief rift
nu iern offente
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lic , a g en í nd ihm nen Krieg zu
u e i
Waſ ve
ſer uAnudsſtand rfündigAe wieih ,
b c h reib bnfag
rer ender en und brie
Joh f
wel a n P e t e f
C( de nes rſen i einet
hro qu
nic inferirt ) weiter sipeiſen .
C h r iſtie dage
und obaw nſoel König rn s
hnli
gen einen chen Hauffen Reuter
f ü
und Knecht( unterwelchen die rnehme
ſten waren i Gra Eric z de Hoya
vfonDi h u r I
Fun denb
der Morig urg ),
A B
fen nthoni aſtart Bruder ( Geors
H o rden Dani Both
von el von mer !
Seve Eri GD a
rin N o C
rbo / lausj d ſon r its o
Stie a uſa
geſſ mme g
en und ndere) n e.
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ht i " ſo hat es doch alles ichts ges
bolff Hert e ider F r
en / dann og ing ich, eine
Sta a eno
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ch der aufgern mm
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und roberti die chtet
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gen
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umwe
und Råder rfen , und fich endlich
F W i
gans útland zu burg unte
, ſc rm of
buld hwo
fene Himme i genund ren
laffe n l
n.
Dar C
übe i König hriftie
r ft rn in foto

f
фео ha
Leben / Regierung und Abfterbent. 629

den Schreden gerathen / daß er alle


Feine Barfcbafft an Silber i Gold und
Kleinodien in aller Eil zuſammen ge .
saffet , und mit ſeiner Gemahlin und
Kindern i als Print Johannfen / und
Fräulen Dorotheen und Chriſtinen
( rviewofer auch die alte VettelSivrich
nichtdahinten gelaſſen i fondern in eis
onen Karten verſchloffen )ju Schiffe gee
treten , und in Deutſchland davon gereg
gelt ift.
An denen Dertern bewoarbe ſich nun
König Chriſtiern abermals ben Éhure
fúrft Joachim den erſten zu Brandena
burg ſeinem Schwager/und Churfürfe
Frideridien zu Sadyfen ſeiner Mutter
Bruder (bey denen er ſich eine Zeitlang
im Erilio aufgehaltea /um einen gewal
tigen Hauffen Reuter und Knechterzog
9 damit aufbas Land zu Holſtein zu /und
bernsinterdurch ſolche Hülffer ſich mies
Derum in feine Königreich und Fürſten
thümer einzuſeßen i aber die Schans
wolt ihm nichi gelingen ; dann Herkog
Friderich 30g aus dem Låger zuCopen ,
hagen ab, un begegnete dem abgefesten
Konig Chriſtiern 1-wolin die 80000.
DO 3 Mann
650 Der Strnige in Dannemard

Mann ſeines Landvolds-faror darů


ber der König ( ſo ſchon biß gen Perles
berg komen ) dermaſſen erſchrocken /daß
er nit weiter fortziehen dorffen, ſondern
das Vold voneinander lauffen laſſen ,
und weil er an feiner Wiedereisſegung
vergroeiffeltelift er ſamtfeine:Gemahlin
nn Rindern insNiederland gezogērund
bat ſich daſelbft viel Gahr aufgehalteni,
Es haben zwar dieDáhnen feineGea
mahlin Königin
, Eliſabetham / wieders
um ins Reich
gefordert / and ihr als eie
ner Tugendreichen fremmen Gúrſti !!!
und ihrer erwehlten Sönigin i alle Ehr
und Gehorſam zu erzeigen angeboten !
aber fie hat viel lieber bey ihrem Herm
im Erilio und Elend feyny sig ohne ihn
regieren wollen.
In wahrendem dieſem Exilioi bat
Konig Chriftiern auch den Schweden,
Dåhnen und Lübeckiſchen aufihre aus.
gangeneSchrifften /durch feinenCank .
der Cornelium @ chepperum einen Nie.
derlander/ antworten laſſen , wie foldes
Buch in Lateiniſcher Sprachy offent.
lid) in Druck ausgangen
iſt.
Nachdem nunjKon. Chriſtiern det .
Seben / Kegierung und Abſterben . .631

geſtalt in das 1o . Gahr im Erilio geles


bet , und iñittelft im Jahr 1525. den
19. Jan. ſeine getreue Gemahlin Kón .
Elifabetham ( ſo zu Gent in Flandera
begraben ) berlohren, hat er nochmals
ſeinen vorigen Stand nicht vergeſſen
koñen ſondern iñer darnach getrachtet,
wie er wiederum aufkommen , und ſich an
feinen Widerfachern råchen möchte /
und dem zu Folge im Niderland / und
bey andern Chur-u . Fürſten in Deutſch
land , ſich, ſo lang bearbeitet / biß daß er
einen ſtattlich in Hauffen Volos miete:
rum zu wegen gebracht / damit iſt er ju
Schiff zu Anßlobe in Norwegen an
komen / und hat ſich vor das Schloß
Aggerhauſen ( welches damals Herz
Magnus Guldenſtern, oon wegen Kó.
mig Friderichs innen batte ) gelågert.
Sobald aber fuiches Kon Friderich
bernommen hater den Seinigen eine
anehnliche Huiffe / von Deutſchen und
Dåbniſchen Kriegsleuten /zugeſchicket/
die auch das Haus Aggershauſen ents
feget und nach Nothdurfft verprovian.
siret haben ,
DO 4 Dar
632 Der Könige in Dånnemart
Daraufhat ſich König Chriftiern
in das Geburg / und in feinen Voro
theil gelågert / daſelbft ſie auch alſo gee
geneinander einezeitlang ſtille gelegens
biß daß beyde Hauffen an Proviant
groffen
Mangel ju teiden angefangen
deffen dann König Friderich durch
Hauptmann Willenſted und Peter
Ždrammen gebührlich iſt berwarnet
worden .
Der Königließ den Dbriften @ anut
Guldenftern i Reinold Heidersdorffer,
und andern Befehls . Leuten wiederum
anfagen 7 fie folten nur wol zu Muth
feyn / dann alleNothourfft ihnen übers
Aufſig zukommen wurde / aber fich für
allen Dingen hüten , mit Konig Chris
fiern einige gåtliche Handlung fürjus
selymen / fondern ihme vielmehr aufs
feindlichſte zu zuſeßen.
gmmittelft nun die Abgeſandten
noch auffen waren / ließ ſich der Dbriſte
Canut Guldenftern i mit Konig Chris
ftiern.in gütliche Tractation ein í und
wiewot die Abgefandten berichteten i
daß ſolches Kčnig Friderichs Mey ,

nung
Sebeit /Kegierung und Abferben . 633

nung und Will nicht wåre ( darum ſie


9 auch die getroffene Handlung zu vera
fiegelu fich veriveigerten ; ſu blieb doch
der Dbriſtber feiner Meinung , und
berédete endlich durch groſſe Zuſage 1
und zugeſtellte Geleits - Berſihreis
bung / König Chriſtiern / daß er mit
thm zu Schiff tratt / und nach Copens
hagen fuhr .
Aber er ivar zu Copenhagen gar ủe
# bel willkominen /alldieweilKnig Fries
derich und des Reichs Råthe mit des
Dbriſten Guldenſterns Handlungmit
nichten zufrieden waren Der auch alſo
fort / wie er merckte , daß ihm das
Waſſer úber die Körbe gehen wolte 1
vorgegeben / König Chriſtiern håtte
bereits in drevjen Stúcken das Seleit
* gebrochen 1 darum wäre er nicht
Thuldig / ihme folches weiters zu hal
ten
Alfy ift König Chriftiern ; auf Kiss
nig Friedrichs 1 und der Reichs - Rats
te Befech i gefänglich angenommen ,
und gen Sunderborch geführet wors
den , im Jahr Chrifti 1532. am felbi
DOS
Der Stonige in Dånnemard

gen Tag/wieſein einiger SohnPring R


Johannes zu Regenſpurg ( oder wie CH
anvere wollen , zu Steinbrůck geſturs
ben iſt.
In ſolcher Gefängniß hat Konig
Chriſtiern der Geſtalt bis aufs Jahr
15594 und alſo in die 27. Jahr bleiben
muſjen / welches warlich ein folches
Erempel iſt daran man GOttes Ges
richt, und wie er alle Tyranney und
Ubermuth ftraffet zu ſpühren hat.
Es hat ihn König Chriſtian Der III.
dafelbft zu Sunderburg einmal bes
fucht / und ſich über ſeinen Zuſtand
dermaſſen betrůbetidaß er gar erbärms
lich geweinet hat, wie Johannes Kol
dingenſis in deſcriptione Daniæ
part. 2. am 89. Blatmit diefen Wors
ten bezeuget : Chriftianus III. cum in
florentiſlimo Regni fui ftatu Sun
derburgum veniret, ubi eo tempore
Chriſtianus II , in cuftodia afferva
batur, eum adiit, & rerum humana
rum viciffitudines librans , præcipi.
tefque Imperiorum cafus conſide
rans,ipſum amplexus eft, & captivi
Re.
Leben / Regierang und Abflersen . 635

Regis calamitatibus uberrimus la


Do chrymas impendit . Das iſt: Chris
ftianus der Dritte / daer im glückfelis
gen Zuſtand ſeiner Regierung war i
in kamer gen Sunderburg/da zu der Zeit
König Chriſtian der Anderı gefänglich
verwahret ward / in Betrachtung
. Menfchlicher Låufftei und Zufälle der
5 Veränderungen der Regierung und
Königreichſhat er ihn beſuchet/ umfan
gen , und mit Thränen das Elend des
1 gefangenen Königs erwogen .
In bemeldten 1559ten Jahr den
24. oder 25. Jan. iſt offt - gemeldter
König Chriſtiern /im ſieben und ſiebens
Bigſten Fahrt ſechs Monat und drey
und zwanzig Zag feines Alters / und
3 im Fieben und zwanzigſten Jahr ſeiner
Die Gefängniß zu Callenburg in Seeland
(dahin ihn König Chriſtian Der IIT.
von auf zuvor getroffene Vergleichung
und beſchehene Abtretung des Kunig
reichs fiihren taffen ) entſchlaffen / und
zu Ottenſeerbey feinem Herrn Batera
König Fohann begraben worden.
Zeitwährender ſeiner Regierung i
DO 6 wur
636 Det Könige in Dannemart

wurde Hanns von Foburg , Amtſdyreis


Befehl Core
ber ju Čoppenhagen/aus
ben Dren , Amtmanns daſelbſt i indem
er den Konig heimlich getvarnet i daß
der Amtmann mit des Königs Cons
cubin in Freundſchafft lebte Anno
1516. oor die Dfter - Pforten an den
Galgen gehencket/ welchen der Königr.
als er aus Jütland zurücke gekommen ,
aus den Sätigen nehmen 7 und mit
Chriftlichen Ceremonien im folgenden
1917. Jahr auf den KirchhofzurErden
beſtätigen laſſen , dann man hatte ale
teNachte liediteund brennende Fackeln
am Gulgen geſehen / zum Zeugniß ſeis
ner Unſchuldidaß er nicht als ein Diebl
fondern dem König treulich gedienet!
wie es dann jederman davor gehals
ten.
9n berührtem 1517. Jahr wurden
auf BefehlKönig Chriftierns / bemele
ter Umtmann zu Copenhagen , Forbeen
Dreimit dem Sdweidiwegen erwähne
ter Bubbereor gerichtet/und ſein Leichs
nam in des H. Geiftes Haus zur Ers
I en beſtafret.
Die
1
Lebek /segierung und Abfterben. 637

Dieterich Solagebeck des Königs


Leib. Barbierer i ein liſtiger und vero
fchlagner Fucho , hatte ſich det maffen
angeftellet , daß er durch ſeine Fuchse
fcbmångerer erlanget / daß der König
ihn vors erfte zum Biſchoff des Stiffts
Skare in Sdweden / darnad auch
Stadthaltern daſelbſt gemachet. Und
wie er an demfelbigen Drt/wegen allere
ni ro er
ley Eyranney und Bubenſtúde
in Schweden geübetynicht långer hauſ
fen dorffte fich wieder nach Dånnés
marck begeben i da ihn der König zum
Erg . Biſchoff des Stiffts Lunden in

Schonen gemacet.
Da fein Glaß nunmehr ausgelauf
fe und Kønig Éhriſtian ſeine Buben .
nr
ftud innen worden /und gemercket, daß
er ihm keines weges etwas guts gerah
tenilåft er ihn nach Copenhagen zu rich
fordern und giebt ihm Schuld / daß er
ein Urſacher wäre / daß die Schweden
ihme ſó rebelliſch und abfällig worden ,
und er ihm gerathen und darzu inſtigi
ret / das greulice Blutbad in Sawe.
den anzurichten i varaufer ihnı peinlich
forquiren und examiniren ließ :
DO 7
63 € Der Köntge in D & nnenaran
Nachd
em iſt er den 24. Januarii
war am Abend S.Pauli Bekehrung,
Fa
des 1522, hrstvom Schloß zuCops
penha
gen durch den Hencker, herunter
gefülr
ett und auf den Marcktgebracht
auf w e lchem . ein Gaksen aufgerichtet
geweſ un neb d
en d en emſelben ein Holzs
Hauff
en bereitet.
D r Königwar des Morgens frúby
zurSe tadt hinaus gezogen , hatte abert
Erecut
diefe ivnan ſeinem Abweſen , zu
verrich
ten fohlen . Mutter Sibritti
b e
vermei Nothhel
die nte fferin , hatte auch
des Tages ihre Fenſter zugethan, wobs
te nicht einmal heraus gucken und an
Feben, wie ihr liebes Omichen vorüber
geſchle
ppetwurde. Sie wohnete am
Amack G
er Marckt/ bey des H. eiſtes
Heus /wiewol ſie wenig.Gaben des H.
Geiſte hatte ; Denn da GOtt ſeine
s
Kirche hati da bauet der Teufel feine
Capell
en hinbey .
Vors erſte ward er an Galgen ges
zogen /da ihm der Hencker einen Strief
Kleid
umb den Hals thåte. Seine ung
d Samme
war a mals i ein ter Rock 1

1
Sam
Leben , Regierung und Abſterben . 639

Sammete Hoſen ſein Nachtivams


mes oder Futterhembd war von rohten
Scharladen, ein baar ſammete Pan
toffel, und ein Hembo von Holländis
ſcher Leinwandt.
Als er nun unter den Galgen kam /
legete er ſeine fammeten Pantoffel von
den Füſſen ab, der Hencker ſchleppete
ihn fünf oder ſechs Stuffen an der Leis
. ter hinauf, hielt ein wenig frill / und
ſprach : Herr Bruder mein , ich fürch
te/wir müſſen einen andern Gang mits
einander geben , es will ſo nicht fort mit
uns ? zog ihn damit wieder herunter !
und wolte der arme Teufel i noch erſt
ſeine Pantoffel wieder anzieheni ehe
er weiter gienge.
Der Hencker aber brachte ihn nach
dem Hulkhauffen / fu mit Feuer und
Pechibunnen angeſtecket/ und greulich
praſſelte/und zog ihm alba ſeine Sam
meten Kleider aus / und ließ ihn nicht
mehr anbehalten , denn di Hembd /und
das Femorale oder Unterhofen / band
ihn alſo auf eine Leiter/ und warff ihn
auf das Feuer : Der Profys hatte
zudur
Der Könige in Dinnemara

juvor offentlich ausgeruffen /die Urfach

wat
ſeines Todesinemlich daß er angeſtif
tet / daß ſo viel ehrliche Leute Geiftlich
und Weltlich / in Schweden beyde ges
henkt und verbrandt waren .
I'm drey Uhr Nachmittag fand man
Schlagebecks Magen /noch in der A
zuſammen gekrums
Tehen / wie ein Ball
pen , aber ein Bosman lief hinzu / und
ſtieß ein Bushacen dadurcy damit iſt
Der Magen auch verbrandt. Alfo iſt
dieſer Erzbub, billich und mit allem
Recht/belohnet worden /worüber in der
StadtCopenhagen ein großFrulucken
und gubiliren, ſowol unter den Geiſts
lichen als Wettlichen , daß nicht auszus
fasen / entſtanden .
Anno 1525. den 19 Januarii ift
Sfabella / fonſten auch Eliſabeth ge
nannti König Chriſtiani (I. Gemahl /
KäyfersCaroli V.Schweſter zu Sulie
nart/ciſt ein Luſthausi lo dem Åbt von
S. Peter zu tient in Flandern geho :
rig in ihrem Exilio geſtorben / und zu
Gent begraben worden . Ihr Epitas
phium hat ſie kurk vor ihrem Sterbs
Stůnds
Sehen / Regierung und Abferhen . 641
Sterbſtúndlein felbst geſchrieben und
gemad trmit folgenden Worten :
ou frommer Lefer /ich i welche du
fieheft ruhen unter dem talten Maro
melſtein , und mit kalten Frauer : Kleie
dern bededet/dergleichen du aud) zu ſeis
ner Zeit wirft haben müſſen , bin fåge
fersCarolt V. Coweſter Eliſabeth geo
nannt / und ver kurger Zeit von dreyen
mächtigen Königreiden komen . Wilt
du msine Seftair wiſſen ? Mein Herr
hátte ſich zwar wol an mir fónnen ges
nügen laſſen i ro hab ich ihm auch fünff
Kinder zur Welt getragen. Wilt du
mein Leben wiffen ? So hab ichs mit
Trauren i Sörgen / Somerken und
Wehklagen geführet, und zwar mena
Du es wüjteft , würdeſt du ſelber.ſagent
daß ich Ürfach zu klagen hätte. Ich
war kaum funfzehen gahr altıda ich in
Dåpnemurd ein Fremdling hinein ges
führet / und ward vereblid )et und very
trauet dem großmachtigen Könige
Chriftiano II, mitwelchem ich ſchuldig
zu lenden Bófes und Gutes , welches
ich auc gethan,fo vielmir GOtOnad
geges
642 Der Könige in grannmart

WWW
DIA
gegeben. Habe auch meinen Eheſtand
und Ehebeti zůchtig und unbefleckt/ daß
kein Unglück deßwegen entſtanden, ger
halten. gdy babe auxch meinem Herrn
in allen Beſchwerniffen / Anliegen und
Efende gefolget , da mein Herz und ich
bon dregen måchtigen und gewaltigen
Königreichen als Dänemard /Schwer
den und Norwegen / neben dero zuges
hörigen Fürſtenthumen und Ländern
ans begeben müſſen . So habe mane
the betrübte Madut machen müſſenund
wenn ich am allerbetråbteſen war ,
gedachte ich , daß ich folches wegen der
grofken Lieb und Elxelichen Treu , fo ich
zu meinem berklebſten Hermi getra:
gen ,billich leiden muste. Da id mida
in meinem Eheftand etwan ungebuhrs
Itchy verbalten hatte mir folches zu hóct).
ftem Schimpffund Verkleinerung ge .
reacht,aber die bergliche Sorge! Trúby
fal und Widertvårtigkeit fo ich mit
und neben ihm in die drengeben Jahr
lang gelitten und ausgeftanden /dezhof
fe ich es wird miz im ewigenLeben reich .
lich bergolten werden . Und ſind wir

alfs
Leben /Regierung und Abrerben. 643
alſo ein piegel und Beyfpiel allen
gewaltigen und machrigen Potenta .
Teni Kayſer i Kønigeni Fürſten und
Herren in der Welt / daß alemand auf
das unbeſtändige und Ioandelbare
Giůck an Gewalt und Pracht sieler
Nieide und Lånder oljufeſte bauen
und fich verlaſſen ſoll., ſondern gedens
den i was heut das wandelbare und
runde Glück mit der rechten Hand fróa
lich und freygebia darlangen und reis
den tbut , das nimt es wieder unverrer
bens mit der linken Hand hinweg. Ja
mann das Glück für aller Menſchen
Augen am allerfeſterten und ſicherſten
ſcheinetrda ift es am allergebrechlichten
und (djándlidiſten. Mein Herz iſt von
Königlichem Stamm : qus Dånnes
marck gebohren /nnd ift ſelbſt ein mách .
tiger fionig und groſſer Potentatrúber
unterſchiedliche Königreid) und Lån
Der geweſen /aber es iſt alles nachGDt.
tes Rath und Willen geſchehen . Ich
für meine Perſon habe auch mein Hers
Pommen von mächtigen Xónigen und
Potentaten , ſo über gemaltige Königs
reiche
644 Der Könige in Dannemard
Reiche und fånder gebersicher. Aber
nun iſt mein Herz fo mol als auch
id des groffen weltlichen Anfehensi
Macht! Pracht und Ehr entfrembdeti
und in die größte Sorge 1 Widertvero
tigkeit und Elend gerathen / welches als
lesnur zeitlich zu leyden aber der himmo
fifchen Freuden hergegen/ fo etdig wah .
ret werde ich theilhafftig werden . 3ch
habe dieſe Sorge und Prübfal drep
Jahr ausgeſtanden / wie im dritten
mich Flandern beharſet und beherber.
get, daß ich des Todes worden /und fehe
fümmerlich verſchteden , in Betrach
tung meines groſſen Inglůds und es
lenos . Jedoch folte der god mir nicht
ſo beſchwerlich worden ſeyn /wann mein
Herr in ſeinem Königreich geblieben /
und das Regiment behalten båtter oder
da noch eines von unfern Kindern ficts !
etwas im Königreich zu getroſten und
Ju erfreuen gehabt/oder daß meine Ges
beine in Dannemard zu ihrer Rubens
ſtåtte geleget wurden . Aber was
hilfft michor daß ich ſolches tegunder
pici klage 2 SDit im Eimutei verer Du
Leben Megierung und Hbfterben . 645
net alles nach ſeinem Willen / welches
Thaten wir uns nicht gnugſam vero
wundern können ,den wir Pflichtſchule
dig zu loben / ehren / und allezeit Geo
Borſam zu leiſten feyn. Darum wer
meine Grabſchrifft leſen wird der folge
meinem Erempel / und veracite dieſer
Welt Ehri Pracht und Herrlichkeit.
Denn weder meine Eltern i nodi mein
gehabter Reichthum / audy mein hoher
Stand und Gedult , noch mein Brus
der , den ſonſt alle Welt fürchtet, noch
meine drey Soweſtern i fojego beym
Leben feyn 1 tónnen wir helffen oder
außen . Es iſt ein groſſer Unterſcheid
zwiſchen dem Tod und dem Leben ?
Dann nady dem Tod bleibet nichts
mehr in dieſer Welt / als ein gut Ses
cúdot. Dånnemarck hat mich gea
ehret i Teutſchland hat mich Land.
flüchtig / aber feines von dieſen hat
mein Sterbſtůndlein und Abſchied
ge eben . Nun hat Gent meinen
Corper ,der hie zuvor geſündiget, X.
Sie bat nicht mehr von all ihrem
großen Brautſchap i ru fie in Dåne
ner
646 Der Könige in Dannemarie
Nemard gebracht / auch mehr nich

hehe
vun dem Einkommen ihrer drey Sol
nigreiche/denn 300.Hollåndifche Gül
den an baaren Geld hinterlaſſen .
XCIX .

Frieder
icus 1.
Fewol wir nun bey Rónig Chri
DB Le
ſtierns bensBeſchreibung auch
hin und wi eder Kinig Friederichs des
Erſten /KönigChriſtians des erſten /ges
bohrnen Grafen zu Oldenburg und
Delmenhorſt andern Sohns /und wel
cher geſtalt er zum Könige zu Dånne:
marck erwählet , gedachti ſu miſſen wir
dannoch fürblicly aird etwas weiter in
fpecie von ihme anzeigen , welches ſich
der Ordnung nach biebevor nicht alſo
eigentlich ſchicken wollen.
So ift nun zu wiſſen, wiewol Hers
Bog Fridericy/alsein erwählter Konig
zu Dånnemarck /bin und wider in See
land /Sdonen und andersipy / die Uns
terthanen zum Gehorſam gebracht, die
Stadt Lunden , und das Schloß Kal
lienborch einbekorſten / dieStädte Cop
penhagen und Elenbogen gang hart

bes
646

FRIDERICUS.I .

Tratindie Regierung4 :1523


Führte sie Evangeliſche Mar.
heit ein ind Start A :C.1833,
Seben / Regierung und Abſterben . 642

belågert; affor daß niemand aus- oder


einkommen módyte / darzu ihme dang
funderlich fein Sohn Hertog Chriſtis
an / und Herr Johann Ranzow Bitter
und Feldmarſchaldi getreulich geholf
fen / Dergeſtalt das ſich auch die von
Cuppenhagen endlich Herzog Friedes
richen ergeben múlfen / daß ihme doch
inſonderheit König Chriſtierns fürs
nehmſte Adhærenten : als Severin
Morbu . Obriſter und Admiral / und
o ne Stiegeſen fein feutenant in
Dtto
n un Se viel zuth
d ela
nd un ges
macht /darumb auch der Schönif. Adel
endlich ſolche Beſchwehrungen anHer
bug Friederichen gelangen laſſen , und
* Mb Hülfe gebeten haben .
Deren dann der Kunig feinen Feld
marſichalck/Herrn Johann Kanzuwen !
Mit zweyen Fålinlein Knechteni ( doch
im Grundenicht 300. ſtarck ) zugeſchis
efeti er ſich mit derr Seeländiſchen -
del verbinden hinüber in Schonen ges
fahren /die Stadt Ellenbogen entſegeti
und die Knechter fu arinn gelegen (bes
ren bey 900.) ſo weit bezahlet /daß man
648 Der Könige modunenare
ſie insFeld (welches er und Here Tuggo
Strabbe Ritter beſtellet ) gebracht hat.
Man hat mancherley gerachſchlaget
toie man es zum beſten anzugreiffen /a .
ber endlich iſt beſchloſſen worden ,man
wolle ſich viel liebermit dem Feind chlas
ger i als dem Herkogen das Land ver.
lauffen, und iſt dieſer Hauffen nicht de
ber 1300 : ſtarck geivefen .
DieFeinde aber lagen in der Stadt
Lunden i an Seutſchen und Dåbnen in
die 8000. ftard i deren Obriſter war
Funder Mauritius von Didenburgi
Grafen Johannis zu Dldenburg Bas
ſtert Sohner des alten Königs Chri.
fierni Sachen dertheidigte. Bende
Hauffen reynd nicht weit von Lunden
aneinander gerathen, und obwpol guns
der Mauritius aus ſeiner Wagenburg
befftig zu Hertog Friderichs Volde mit
groben Stúdeneingeſchoſſen 7 fuiſt es
doch zu buch gangen / und hat keinen
beſondern Schaden gethan ,aber Herrn
Johann Ranzon Geſchůg traff beſſeri
und fchoß wacker zu den Feinden ein /
alfordaß nicht vielSdúß vergeblichabs
glengen . Wie
1 Leben / Regierung und Abfterben 649

Wieman nun eine halbeStund ohn


Befehr alſo miteinander gehandthiereti
želen Herzog Frierichs Reuter in der
Feinde Wagenbur g, erſtachen im ers
iten Anlauf derſelbigen Fendrichi Za
tariam Wernelyuw / und als es zum
rechten Treffen kam / ward endlich Kis
nig Chriſtierns Vulæ geſchlagen/ und
behielt Herzug Friedrich das Feld / dem
dann dieStadt Lunden alſu fort gehul
diget hat . Solche Zeitung beſtürbeten
Severin Morbuſ und Otto Stiegeſſen
( die vor Helſchenýr lagen ) gang hefti 1
zogen derowegen auf und begaben ſich
nach Landes - Cron/ und beredeten vict
arme Bauren /dz ſie ſich zu ihnen ſchlu
1 gen / die duch bald hernacheríſamt Otto
Stiegeſſen gefangen wurden ſind .
Der AdmiralSeverin Murbu , hat
ſich zwar noch eine Zeitlang gegen Her
Bog Friedrichen aufgehalten, aber end
1
lid , hat er ihme nichtallein LandsCron
und dz Schluß Wißbue in Gottlandı
fondern ſich auch ſelbſt ergeben müſſen .
Alſo hat Hernig Friderich dermal
eins dieſes huchbeſchwerlich. Kriegs'eia.
non
650 Der Könige in Dannemard

nen End bekominen /-und iſt von dem


Erk Bidyoffen zu lipſal in Schieden,
Herrn Guſtavu Eroder zu Coppenhas
gen / zum Könige in Dannemarof und
Norwegen gecronet worden, im Jahr
1524. Den 7. Auguſti / ohngefähr im
45. Fahrfeines Alters.
In dieſem Jahr hat ſich König Fries
derich, mit Konig Guſtavo zu Schwes
den , und den Stå.ten Lübeck, Hamns
burg 1 Roſtock / Sunde/ und andern
aufs neue iviederumb verbunden/ und
ſind beide Kønige zuAncon in Sdons
land zuſammen kommen, und nachdeme
ſie etliche Sagedaſelbſt verharreti gar
freundlich voneinander geſchieden.
Des gewefenen Gubernators in
Schweden Wittib / Chriſtina/ und ans
dere Gefangene vun Adel welche Kus
nigChriſtiern mit ficly in Dånneinarok
gefiihret i hat Konig Friederich wiedes
rum loß gegeben und ziehen laſſen . In
diefem Jahr hat er auch offentliche
Mandata ausgehen laſſen /u.befohlent
Die Evangelif. Pehrn 1 -jvie ſie futberus
wiederumb an den Tag gebr.ichtrin feis
nen
Lehen / Regkerung und Xbfterbeli. 651

nen Landen und Kirchen dem Volck


vorzuhalten .
Belangend ſeinen Eheſtand, hat er
zivo Gem blinnen gehabt/ die erſte iſt
geweſen Fürſtin AnnaigeborneMargs
grafin zu Brandenburg/ Churfürſten
Johannis Tochter/die er ſich vermåhs
let im Jahr 1500. und mit ihr gezeu
get einen Sohn und eine Tochter /neme
lich Chriſtianum III . Anno 1903. Den
13. Auguſtis und Fürſtin Dorotheamı
welche Herbug Albrechten zu Preuſſen
dem I. vermablet worden .
Dieſe ſeine erſte Gemahlin , ift Ane
no 1514. den 3. Mary/im Herrn Chri
ſto feliglich entſchlaffen / und iin Elor
ſter Bordesholm begraben worden .
Seine andereGemahlin war Fürſtin
Suphia geborne Herßogin zu Poms
merni Herţugen Bugislai x . Tochters
von welcher ihme gebohren worsen 3 .
Söhne und Orey Töchter, nehmlich i
Herkug Johannes der Aelter / Sperhug
Adolfrund Hergug Friedrichy Biſchoff
zu Hildesheim und Schlefwig / und
hy erwählter Coadjutor zu Bremen und
Ee 2 Fraus
652 Der Könige in Dannemara

Fråulein Eliſabeth , Anna und Doro.


thea / diere reine andere Gemahlin ift
Anno 1568. zum Kyel felig geſtorbeni
im ſiebenßigſten Jahr ihres Alters 1
und zu Schleswig zur Erden beſtate
tet worden.

Nach deme nun König Friderich der


I. in das zehende Jahr nach ſeinerCros
nung denen Reiden Dånnemart und
Norwegen löblid) vorgeſtanden / ijt er
endlich Anno 1933. den 10. Aprilis, in
wahrer Gottſeligkeit zu Gottorp von
dieſem Jammerthal abgeſchiedeni im
ſechs und funffzigſten Jahr feines Al.
ters /und zu Schleſwig im Thumſtiffer
in einem beralichen Alabaſternen Be.
gråbniß zur Erden beſtattet worden.
DemeReuſnerusdiß getvaltige Zeug.
niß giebt / daß er ſey geweſen : Rexo
ptimus,legum ac pacis amantiſfimus,
fortunæ fimul & morum præfagium
ex nomine habens.

Das Jahr 1 Monat und Tag ſeines


Abfdreds bat Herman Schröder i
Thom.Prediger juSclefiigiderAn:
no
Leben /Regierung und Abfterbeni. 653

no 1555. alda verſtorben, in folgendes


1 Diſtíchon gebracht :
* ECCe Dles aprILIs erat , non grata
3 reLatv ,
Tertia , Vbi Conſtans Rex FrIDe
TICVs obit.
1 EPITAPHIUM

FRIDERICI PRIMI ,

REGIS DANIÆ .

Qui pius eſt quondam merito cono


mine dictus
Danorum hîc legitur Rex Frideri
cus humo.
Moribus egregiis non degeneravit
avorum ,
Chriſtiane primo de genitore ſa
tus.
Pacis amans fuerat , qui dum mode
ratur liabenas
Hoftibus â fævis Dania tuta fuit.
Sincera heroum nulli pietate fecun
dus ,
Munifica fuerat quo neque mente
prior
Еe 3
Reg
$ 54 Der Siniat in Dannemard

Regno præfe &tus rerúm duo luftra ,


potitur ,
Invida cum vitæ ftamina Parca
fecat.
Das Jahr und Monat des Sodes feis
ner Himahlin Sophia iſt in dieſem
Difticho begriffen :
NUnCivs en triftis : Letho regina
reLICta eft ,
In Malo : ast aftra hæC CLara So
phla tenet .

C.

Chriſtianus 111.

Prends I.Sohn II
Soerici Chriftianus . KongFaria
wurde geboren Ans
Chriſti 1503. den 13. Auguſti / um 3 .
Uhr und 56. min . des Nachmittags 1
und von ſeinem Herin Vater zu allen
Fürſtl. Tugenden auferzogen audy bers
nachy anChurfürft Joachims zu Bras
denturg / ſeiner Frauen Mutter Brue
ders Hofe gefchicket. Demnach ihn
aver ſein Herr Vater von dannen voie .
der
654

CRISTIANUS III

Iratindie Xegiesing A ; 1535.


liefesie Bibel
in die Dähniſche
Sprache Yuleken Htarb. A ;C
‫وکیل‬
{ cben / Reuicriing und Ulfterben , 655
der abgefordert lieffe er ihm höchſteife:
rig angelegen feyn ſeinen Herin Vater,
die Evangeliſche Behre zu ergriffen /
gunk beweglid, zu bereden / wie dann
auch geſchehen.
gnſonderheit aber hat dieſer König
Chriſtian damals noch ein Fürſt /mit
feines Herrn Vaters und der ganzen
Landſchuff Conſensund Bewilligung
Anno 1526. und 15.27 . dieg irchen und
Schulen im Herhogthum Holſtein hin
und wider durch D. Eberhardum Wi .
denſee , uno M. Johannem Vandalum
Goslarienfem der hernach der erste
Superintendens zu. Ripen worden /und
Anno 1941. den 11. Augufti um 4 .
Ubr Nachmittag geſtorben ) viſitiren
und reformiren laſſen .
Wiewul aber die Evangeliſche Reli.
gion im Herbugthum Holſtein damals
Tolcher Geſtalt angenommen , und mit
groſſem Eiffer getrieben wardi ſo ſchlie
den doch nichts deſtoweniger auo Án.
1529. etlicheWidertauffer undSacras
mentirer mit ein / als Melchior Hof.
mann/ ( feines Handwerofs ein Kürſch ,
Ee 4 ner
656 Der Königcin Dånnemart

ner ) Johannes de Campis und Jacob


Heggius.
Solchem Unrath nun in der Zeit vor,
zukommen /batHerkog Chriſtian ein of
fentlid Colloquium angeſtelletidarinn
er ſelbſt neben D. JohanneBugenhar
gen /D.Dethler Reventioen / Sanglerne
D. Everhard Widenſeel Herun Heins
richen Probften zu Reinenbeckrund H.
Johann Ranzoveny Rittern , præſidi
tet.
Die Collocutores reynd geweſen
abgemeldte Melchior Hofmann i gor
hann de Campis / und Jacob Heggius
eines " und Herman Toft Steffan
Kemper in Hamburg undS . Catharis
nen / und zween andere Paſtoren i ans
dern heils / welche Acta hernach zu
Wittenberg gedrucketworden . Jacob
Degtus wurde bekehren und widerriefe
feinen Frathum 1 Melchior Hofmann
aber bliebe bey ſeiner Meynung / und
turbe defwegen aus dem Lande ju
Horftein verwieſen .
Um diefe Zeithat Hergog Chriſtian
fich vermåhtet mit Fraulein Dorotheent
Hers
Leben / Regierung und Abfterben . 657
Herbogen Magni zuSachſen /Engern
und Weſtphalen ochtert und mit dere
ſelben gezeuget dren Pringen und zwey
Fråulein/nemlich Herßog Fridericheni
y Herßog Magnum und Hergogfoban .
fen / und dann Fräulein Annem und
Dorotheen .
Nach ſeines Herrn Vaters Todemie
man A. 1534. einen neuen König wier
der erwehlen wollen i bat ſich unter des
nen Stånden des Reichs Dånnemarof
über der Wahl eine Uneinigkeit erhom
ben . Dann etliche haben Herzog
Hannfen den ålterníKónigs Friderichs
aus der andernEheierſtgebornen Sohni
etliche andere aber Herzog Chriſtian ,
Königs Friderichs aus der erſten Ehe !
von einer Brandenburgiſchen Fürſtin
gebornen åttiften Sohn , der regieren ,
König
der Fürſt in Holſtein war / zum
erkohren / etliche andere wiederum zu
1 dem alten gefangenen KinigChriſtiern
oder Chriſtian den andern ſich gerdyla .
genruno denſelben zümKonig wiederum
haben wollen .
Wievool nun durch die Reidys - háthe
M
den
so
Der Konige in Dannemard
Os
der gefangene sionig Chriſtiern genau
und ivol verwahret ward /fo kondten fie
fich doch ſo wel nicht fürfeben , daß nicht
etlice zu ihme kamen / und dieſe Sadhe
mit ihreberathſchlagten.
Darauf hat er in ſeiner Gefängniß
etliche Geſandten an Graf Chriſtoffen
34 Dldenburg feinen Vettern neben
feinen Schreiben abgefertigt / und von
ihme gans sütig und freundlich begeba
setidaß er ettich
Vold aufbringen , und
fich damit fürderlichſt in Dånnemard
begeben /ibn /den gefangenen Konig /ets
ledigen / wiederum ins Reich einrebent
und zur Regierung helffen wolte .
Deme zur Folge fuchte Graf Chris
ftoff zu Didenburg auf beſondern Kåp.
ſer Carols des Fünfften 7 und ſeiner
Schweſter Königin Marien Gubernas
tinnen der Niederlanden Gebeiß und
BefehlUrfach und Gelegenheit ſolches
ins Werck zu ſtellen , darüber dang
Hertog Chriſtian zu Holſtein mitihme
in eine offentliche Feindſchafft undKrieg
gerathen ift .
Aber GrafChriftoff ließ sids ſolches

nicht
Leben / Regierung und Abferben. ( ss
nicht irren ſondern gerieth álgemach in
rinen guten Verſtand und Confæde
sration mit den Herren von Lübeck und
touchs zulegt aus dieſer Sache ein
wilder verworrenerKriegialdieweilder
Rathzufübeck etwas unordentlich ver .
nderti und zween neue Bürgermeiſter
aufgeworffenwaren / nemlich Marcus
Mayerjund Jürgen Wullenweber, die
mit Grafen Chrijkoff gegen den Herr
Bogen in Holſtein diefen handel anfien
gen /und Luſt hatten , fid fehenin
taſſen
welches dann Grafen Chriftoff Ju Teie
nem Fürnehmen ein gewünſentes
Spiel
war. til
Als ſich nun der Krieg alſo joifchen
demHerzogen zu Holſtein under Stadt
Lübeckfein jduberlid ) anfyinnen thate ?
ſchlieff Graf Chriſtoff zu Didenburg
auch nicht i fondern bewarb fich um
Reuter und Landsknecyte/' und beftelite
etlid e Dbriften , Hauptleute und Bey
fehlhaber i zu welcher Behufihmei von
des gefangenen König Chriſtierns men
genzetlich Gelderzum Theil ausNieders
land/zum heil aus dem Reich Dånner
€e 6 marof
600 Der Künige in Dánnemark
mard /und von andern Dertern Leute
ſcher Nation geliefert ward.
Und demnach.er in die 4000. Land.
Knechte, darunter Graf Nicolaus von
Tecklenburg / und Graf Johann von
Hoyal als Kriegs : Miryerwalter toge
ren ( wiewol auch dieſe bernach gelegte
Dbriſten Rittmeiſter und Hauptleuter
Bernhard von Mylen Ritter /Baſtian
von Jeffen / Reiner von Wolde . Ebers
Dueleceri beydevon Ertmans .
hard
dorff Georg von Rauenfpergi und ans
dere bep Graf Chriſtoffen in dieſem
Krieg geweſen ſeun ) zu weg gebracht di
iſt erdamit über die Elbe ins Herßog
thum Polfein gezogen / und haben die
beyde Lúbediſchen Burgermeiſter A
Wullenweber und Mayer, ſid) zu ihme
geſchlagen , und zwar /wieetlicheGe.
Ichrte ſchreiben /ohne des gangen Raths
und gemeiner Stadt Wiffen undWils
len /wiewol alte von Adeljund ſonſt reds
licbe Reuter und lands . Knechte viel
anders davon gezeigetrgleichroot iſt fola
des aus ihrem Munde angehöret,und
in Graf Chriftoffs , ap die son Lübeck
av
Seben / Regierung und Abfterben. 661

abgangenen Mifiden geleſen worden .


Damit man aber rechten Berichters
lange 1 aus was Urſachen ſich die von
Lübeck fürnehmlich gegen das Reich
Dånnemarof zum Krieg begeben , ſo iſt
der Urſprung dieſes Handels mit weni.
gen zu erzehlen 1 und verhält ſich damit
türklich allo : Es hatten die von Lübeck
bißhers jederzeit die Gerechtigkeit geo
Schwes
habt/ daß alle Wahren /ſo aus
den / Liefland undPreuſſen durch die
Dit : See geführétworden / ju Lübeck,
als da der Stapel war , ausgeſchiffet
und niedergeleget werdenmuſten . Des
me Handelten nun die Hollander juris
der und führeten alle Wahren aus obs
gedachten Ländern in Niederland; da.
mit aber die von Lübeck ihnen ſolches
wehren möchten / hatten ſie nicht allein
Konig Chriſtiern den It wiederum in
Morwegen gebracht,ſondern auc) ihren
Burgermeifter Georg Wullenweber
gen Coppenhagen in Dannemard ab .
gefertigt, und die Reichs - Ráthe um die
verſprochene Hüffe gegen die Hollán .
mi der anmahnen laſſen.
Se 7 Nache
362 Der Könige'in Dånnenard
Nadideme nun etlice Wochen hica
cůber tractirct / und endlich die Reichs .
Kåthe zur Antwort gegeben : fiekónnz
ten por dißmal nichts geriffes in der
Sachen feblieffen, dieweil König Fries
Derid ) init Tod abgangen ats iſt der
Burgernreißer wiederum abgezogen /
und haben die von Lúbed famt anders
Städten ihre Drlogs . Schiffe unter
Marco Menerdivelden ſie zum Admiral
oder Obriſten darüber gemacht/ gegen
DieHollández ausgerüſtet welcher Mate
cus Meyer in der Engliſchen Set dit
Holtånder offtermals angegriffen .
Wie er aber in Engelland dermateins
angefahren /ift er gefangen genommen ,
jedoch bald wiederum log gegeben / und
vom König Heinrichen dem VIII,zum
Ritter gefdslagen /anch in Dienftbeſtals
lung atigenommen worden .
Wieet nun wiederumnad Lübeck
tommensbaben er und Georg Wullen .
webery neben andern ſo viel zu Idege ger
bracht , daß die Stadt Lübeck mit dem
KönigreiciDånnemard und demLand
zu Holſtein einen beroperlichen Krieg
an
Leben / Regieriing und Hbfterben . 663

angefangen /daraus viel Ubels entſtane


den iſt. Darzu hat gedachter Wullen .
Ireber auch GraſChriſtoffen zu Didens
burg bewogen /daß er ſich mitderStadt
Lůbeck gegen die Éron
Dånnemardreis
nen offenen Krieg zu führen und den ger
fangenen König Chriſtiern zu erledigen ,
confædecirt und verbunden hat.
So haben auch die vonLúbed ,Coño
tags nad Egidiyin ubgemeldtem 1534 .
gabrieine Anzeig oder Bericht in einem
offenen Patent in Druck ausgehen laro
ſen /warum ſie zu Krieg undWiderwilo
ten gegen Holſtein kommen und mit der
Segelation ins Reich zu Dannemard
Graf Chriſtoffen zu Didenburg Hülffe
gethan ,
Demnach nun /wie obgemeldt/Graf
Chriſtoffmit ſeinem Volck in die 4000 .
ſtard über die Elbe gezogen /und durd
sin offenes Schreiben ,zu verſtehen gege .
ben ,aus was Útfaden er folchen Krieg
anfienget hat auch gedachter Marcus
Meyereilends aus der StadtLůbec eta
lich Vold verſammlet 7 und iſt neben
Grafen Chriſtoffen ins Land zu Holo
ſtein
664 Der Könige in Dánnmarł
ftein gefallen haben Hergogen Chriſti.
an zu Holſtein /und feinen noch unmúns
digen Bruder in ihren Fürſtenthum .
mern das Stadtlein Trittau neben dem
Schloß Eutin / dem Bifchaffen zu Lůs
bedt zuſtändig unverſehensichne einige
zuvor geſchehene Abſag eingenommen i
das Haus Segeberg belågert / aud
fonſt im Land zu Holſtein hin und wies
der gebraudt geplündert/ geraubetrunid
nach ihrem Gefallen gebauſet.
$
Herkog Chrtſtian zu Holſtein konte
foldjen Unluſt in ſeinen und ſeiner una
mündigen Brüder Fürſtenthum feines
Wegs gedulten oder geſtatten i brachte
Devohalben in aller Eil einen ziemlichen
Hauffen Reuter und Land - necht zua
fammen / erobert Eutin wiederum den
Biſchoff zu Lůbed zu gut ; und als ſich
Grafen Chriſtoffs zu Oldenburg Sole
daten mit Herkog Chriſtians reuſſigen
Zeug in einen Śdarmuşel begebenjer
von GrafenChriſtoffs Hauffen
doch viel
aufder Wahlſtatt geblieben , iſt er dem
Hergog entrichen und hat ſich mit
denSeinévi eilends genTrauemund bes
ges
Leben Regierung und Abfcrben . 665

geben , damit er von dannien alſo fort in


Seeland überfeiffen möchte i welches
ihme auch glúdlich angangen iſt.
Als nun über dieſer unverfehenen
Ankunfft Graf Chriſtoffen und ſeines
Haufens alle Städte und Einwohner
im Reich Dånnemarok ſehr erfdyrocken /
ſintemal ſie von keinem Kriegs . Vold
zuvor gerouſt oder gehöret v ſo hat der
Graf die Stadt Coppenhagen von dem
Rath. Bürgern und Einwohnern / zu
Behúlff des gefangenen Königs Chris
ftiernt oder Chriſtiani II. aufgefordert.
Diereil Dann die Bürger in allen
Stádten König Chriſtiernen ſehr gee
mogen/ in Erwegung er ſich ſtets gegen
die Bürger und den gemeinen Mann
viel geneigter erzeiget als gegen die vun
Adel, ſie auch keine Hülffe i Nath oder
Drift katten voer erdenken konten was
ihnen zu thun am Burträglich ſten ſeyn
TAN módyter baben ſie ſich Graf Chriſtoffen
zu Oldenburg ergeben / und ihme die
Stadt eröffnetund iſt der Anfang dies
ord
- fes Einzugs fo glücklich abgangen, daß
AT
nicht allein die Stadt Coppeahagen
Tona
656 Der Könige in Dannemard

ſondern aud) Ellenbogen Grafen Chris


ſtoffers Parthey worden. Stem : daß
er des Reichs Dånnemard gewaltige
Schiffe und Geſchüß eroberu daß ihme
auch die gemeine Kitterſchafft vom 2o
del und alle Einwohner in Seeland /
als nehmlid, der Biſchoff zu Roſil
(wierool derſelbige hernacherwiederum
abgefallen ;) Dera Andrea BilderHerz
Hanns Bilder Herr Johann Ochien /
Her: Johann lireeni Hera Cunut Ru.
ten i Heri Axel Gogei und siel andere
son König Chriftierns wegen gehuldi,
get und geſchrooren babesi.
Su bald nun Graf Chriſtoff nach
Eraseinund gezogen , folgete ihm Hers
Bug Chriſtian zu Hulitein mitaller feie
ner Strieg . Rüſtung nach : aber der
Vold binů .
Graf roar ſchon mit feinein
ber in Dånnemar d darum als diß ein
Hafen oder Pfort der Lübeckiſchen war,
hat der Sperbug am 21. Junii rauer
mundt eingenommen und beveſtiget
aber mit den Seinen darinnen gleichwol
nicht länger/ dannein wenig übervieto
jeben Tag verbarrete. Die vonLúbed
ma
Leben / Regierung und Abfterben . 669
varen nidt wol mit zu frieden / daß ib .
nen dieſer Schimpff begegnen rolle i 30 .
igen derowegenmit einem groſſen Haufe
fen Kriegsvold aus, der Meynung/daß
ſie gravemunde wiederum erobern und
einnehmen wolten .
Unterdeſſen zogen etliche von Adeli
und andere webrhaffteMännerrzuRoß
und Fuß in ziemlicher Anzahl für die
Stadt Möllen ſchlugen ihr Låger ne .
ben dasKloſter Marienwald /welches ſie
auch nach dreyen Wochen geplundert,
brachen am legten Aug. nuflund låger .
ten ſich am dritten des Herbſtmonats
fürStodelsdorff nicht weit von Lübels
und von dannen vervudeten ſie am 7 .
Septembris auf Prómeßmøllen / - und
fdlugen aldar eine Brucen yüber die
Fraue. Und obwoldie von Lübeck ih .
nen mit groffer Macht i neben ihren
* Zimmerleuten und vielen Inſtrumen .
EN ten i damit die neue Brucke abgethan
und eingeriſſen iverden mochte / begeg .
net /dazu aud) etlichewolſtaffirte un ju .
gerüſtete Pramen Cro ein eigen Art von
Swiffen )mitgeführet wordeufo haben
doch
568 Der Königein Ddanemard

doch die Holſteinifdyen Keuter und das


Fußvolck auf Her og Chriſtians Ans
führung 7 die von Fübeck ritterlich wile
kommen heiffen /auch alle Pramen in ih .
re Hånde gebracht,und die /fo darinnen
waren entweder erſchlagen /oder gefans
gen genommen .
Nachfolchem Glúdk fuhren die Hole
ſteiniſchen Reuter und Fußvold mit
Serßogen Chriſtiano immerdar freu .
diger fortrund eroberten bey Schlucopy
auf ein Meil .Wegs von der Stadt / 8 .
Lübeckiſche Echiffe mit aller ihrer Zu.
gehörung fiengen die Bofleute nahmen
álles davon was ihnen dienlid, warund
verbrannten die Sdyiffe. Dieweit nun
aus dieſem Handel nichts gutes werden
wollte i fchiugen ſich die Wendifchen
Städte darein und wiewol zum erſten
mal der Handel zuStockelsdorff anges
fangen / aber nicht vollendet:fo ift toch
jum andernmal ein Tag zur freund .
und gůtlichen Handlung ernennet, und
fonderlich Herzog Heinrich zu Mechelns
burg darzu von denen oun lůbec erbes
ten worden . Wie nun Detfelbige als ein
weis
Leben /Regierung und Abſterbeni. 669

weiſer, frommer, verſtandiger Fürſt 1


neben etlichen Legaten ! der vornehm
ſten Wendiſ. Städte (wiewul auch
Herzog Chriſtian zu Hulſtein feine
ſtattliche Legaten dahin gefandt ) die
Sachen fürgenommen iſt endlich im
November ein Vertrag getroffen / und
derſelbig darnach zu Lubeck publiciret
und ausgeruffen jedoch /was das Reich
Dånnemarce belangen thåter fulte eis
nem jeden Theilt ſich ſeiner beſten Gjes
legenheit zu gebrauchērin dem Fall frey
ſtehen und unbenommen ſeyn .
Dadas Marcus Meyer und Georg
Wullenweber vernommen / zugen ſie
mit ihrem Kriegs- Volck nach Grafen
Chriſtoff zu Oldenburg in Dannes
marcki und nahm Marcus Meyer mit
Geſchwindigkeit die ſtattliche Veſtung
Warburg ein .
Immittelſt feyrete Graf Chriſtoff
zu Oldenburg mit ſeinen Dbriſten und
Kriegsleuten auch nicht ſondern ſchicks
te dieſelbigen von einem Ort zum ans
dern / und ließ die Städte und Häuſer
einnelymen und im Namen Kun.Chri
690 Der Könige in Dånnenard

ſtierns ſich huldigen und ſchweren /wel


cherGeſtalt auch die in Fühnen an ſtar
Grafen Ciriſtoffers/ Hanſen von Mi
len gehuldigt und geſchworen kaben.
Wie nun Grafen Chriſtoffens Vold
noch in Fühnen gelegen ſind die Juthen
mit vielen Holſteiniſchen von Adel und
anderm Hofgeſind/ in die 400.wolger's
ſter Pferdtei iso .Schüßen/ und dreys
en Fähnlein Fußknechten aus Jütland
berüber in Fühnen gefallen / und ebe
dann Graf Chriſtoffs Volck über den
Belt komen /etliche Bürger und Bau
ern erbårmlich todt geſchlagen .
Nachdem ſie aber über den Belt ge
feßt haben ſie ihren Weg ſtracks nach
Odenſee / und von dannen nach der
Schweineburg (aldar dieBürgerund
Bauren beyeinandrr verfamlet geives
ſen ) genommen und dieſelbige Grafen
Chriſtoffüberlaſſen . Als aber auch der
Dbriſt Eberhart Dujetecfer erfahren /
dz ſich die Feinde in dieStadt Neuburg
gelågert, iſt er allein mit den Knechten
und Reiſigen Zeug, fu er damals bei
ſich gehabt/ in der Nacht ausgezogen!
und
Seben / xeni rung 1110 Xbfterben 691

nd mit drev Fåhnlein Knechten in der


Morgenſtund die Stadt Neuburg ans
sefallen /welche die Pforten und Maus
en erobert/ und alles crſuchen i was
id n cht ergeben ivollen .
Ehe dann aber derObriſte Duelaker
Den Anfall getijan /lat cr die Reiſigen
Tomt einem Fahnlein Finecht und dem
Felageſchuß vor der talt im Hinters
balt verſteckt. In währendem @ char
můßel is atten ſich nun in die 150. Nieus
ter zuſammen geſchlagen / ritten zu ci
Rer Pforten hinaus /und meinen davon
zu kominen /aber ſie gericthen dein Hin :
terbalt recht in die Band ,Dirüber ſie
dann gang hefftig erſchrocken, und ei
nen Jungen mit einem aufgeſteckten
Hut/ an Graf Chriſtoffens Volc abs
geſchicket und gebettn/ daß man ſie ge
fangen nehnien wolte . Wie nun der
Rittmeiſter, Herr Arel Goye / ihnen
wiederum zuentboten / er nehme keinen
gefangen / wofern ſie ſich nicht ſchlechts
auf Gnad undlingnad ergeben wol
te:: haben ſie die Cártel raumen / und
eeliſe Ctábe lif die Hände nchmen
müſſen .
672 DerKönigein Dånnemark

In obgemeldtem Scharmügel ſind


dreyzehen von Adel aufder Wahlſtatt be
geblieben /3. von Ranzow tödtlich vers un
wundet 7 und 35. vom Adel / auf das
Haus Neuburg gewichen und Grafen
Čhriſtoffen achzehen gute Geſellen von
dem Dbriſten Duelacker zum Beuts
pfenning zugeſchickt worden . Es fou ,
wie Graf Chriſtuff ſelbſt in einer Maſ
ſiv an dievon Lübeck gedencket/und ihs
nen den vorhergehenden Handel bes
richteti Herr Johann Ranzow auch
bey denen zu Neuburg geweſen , aber
gleich einen Tag zuvori als er ſicly ver
kleidet, abgezogen ſeyn.
Wie inan aber zu ſagen pflegt, daß
fich dieMenſchen nach der Zeit und dem
Glück/ des Jenigen / deme ſie ſich ver
Pflichten , gemeiniglich regulieren und
, lſo trug es ſich mitGrafen
( chicken a
Chriſtoffen zu. Dann wiedie fürnem
ften Stände derCron Dånnemark hos
reten / daß Herßog Chriſtian zu Huls
1tein wider Grafen Chriſtoffen zu Dla
denburg und die von Lübeckt ſolchen
Sieg und Glück zuvor gehabtrund nun
auch
Scben / Regierung und Kofferber . 613

auch die Sachen zwiſchen denē von Lú


bec , und dem Hertogen in Stillſtand
und einen guten Vertrag gerathen /
waren
ånderten ihre vorige Meynung gar
bald/ und erwähleten HerkusChriſtian
mit einhelliger Stimin zum Knig ju
Dånnemarck /fertigten auch eilendsLes
gaten an ihn ab , die ſolches dem Hers
Bogen vermelden /und wegen des Reichs
ſeine ſchleunige Hülff wider den Grás
fen zuOldenburš u 1 die von Lübccffir's
Dern ſulten , wieivol noch et!. Biſchofs
fe waren / die ihre Stiinmen zu d.cree
Wahl zu geben ſiih verivaigerten .
Da der Herbog folche Butichafft
bekam / hat er gemercket/oaß ihme von
Gott fold Königreich beſcheret/ und er
darzu ordentlicly beruffen würde i hat
Tich deshalben aufgemacht, ſtattlich ges
rúſtet / und iſt aus dem Lande zu Hul
ſtein und Schleſwick in Jütland gezos
gen/ und mit Rath und Hülff Herrn
Johann Ranzauen und Hrn. Erichen
Bañerhat er gans Jütland eingenoma
men/ und ſich huldigen , und zu Alburg
Ff um
677 Der Kön in Dån
ige ema n
rd
und Wenzóuſel etliche Aufrührer richs
ten laſſen /von dannen iſt er in Fülnen
gezogen .
Wic nun folches Graf Chriſtoff
zu Oldenburg erführ, sab er ſich aus
Seeland auff die Beine , mit ſeinem
Volcfi beydes zu Roß und Fuß/ dem
neu -erivählten Konig Chriſtiano ent
gegen zu ziehen . Er hätte neben dem
Grafen zu Tecklenburg / und dem
Grafen von der Huna , einen Dbriſten
Eberhard Duelaffer genannt / auch
fonſt einen Rittmeiſter mit Namen
Chriſtoff von Veltheimb bey fich , mit
welchem er unwillig wurden/ und ihn
aus Zorn geſchlagen/ darumbderfelbis
ge dem neuen König Chriſtian mit
soo , Pferden zugezogen iſt. Als nun
bcyde Hauffen gank ritterlich) aufeine
ander bey Aſſens in Fühnen , an einem
Drtider Ochſenberg oder Ddfenbring
- genanntigetroffen, hat es warlich tapfs
fére Kappen geben / ſintemal Graf
Chriſturf nicht weniger als Kunig
Chriſtian auserwählte und verſuchte
Kriegsleute bèy ricoh batte.
Aber
Seben /Regierung und aufterben . 675

Aber endlich hat das Glück Graf


Chriſtoffens Volck den Rücken gewens
Chriſtian das Feld
detralfo /daß Sinig
Feinde in die Flucht
behalten und ſeine
geſchlagen. Unter andern vielen ſtatts
lichen von Adel und ſeinen Kriegsleus
ten , ſeynd auch Graf Nicolaus von
Tecklenburg ? und Graf Johann von
der Hopa /auf der Wahlſtatt geblieben
und umbkommen 1 und viel gefangen
worden, und iſt dieſe Schlacht geſches
ben den 11. Junii An. 1534 .
Es hatte zwar Graf Chriſtoff uns
11
gleich vielmehr Vulcfs und Reuter
dann Konig Chriſtian , Aber der froms
me Graf trauete etlichen .Dåhniſchen
Rittern und vom Adel ( carunter auch
etliche waren, die ihn wegen des alten
Königs Chr ſtiern oder Chriſtiani des
II, beſtellet hatten ) zu viel, Dardurch
er alsdann in folchen Schaden gee
bracht ward /welchen er nicht wievera
amb auswiſchen kinnen .
Alsbald nach dieſer erhaltenen Vis
etori/ ward auch dem neuen König und
Feinem Hauffent ( welcher umb fý viel
Sf 2 mu
17
676 Der Könige in Dannemart

muthiger und kühner worden ) anges


zeigt, daß ein ziemlich AntheilLübeckis
ſcher Schiffe unter Fühnen auff dem
Beldt legen /jarumb haben ſie ſich dens
felbigen Tag/oder ja kura darnach auf
gemacht 7 und mit großem Ernſt und
Gewalt daran gelegt/ und eilends 3.
mulgerüſteter Schiffe eingenommen
alles was darinnen war erobert / zum
Theil das Volck erſchlagen zum Theil
gefangent und fevnd darauf die einges
nommene Schifaufs neue von König
Chriſtian befekt, etl. von dem gemeis
nen Vulck / To darauf geweſen , het der
König fich aufs neu ſchworen laſſen
Kurz vor dieſer Zeit hatten Graf
Chriſtoff u die beyden StädteCoppena
kagen und Ellenbogen ihre Geſandten
an HerkogCarln zu Geldern geſchideti
und ihn auch funft durch Grafen Enno
und Grafen Johann zu Oſtfriesland
umb Hülff und Benſtanderſuchen laf he
ſen . Demnach nun Herßog Carl feis
ll
ne GefandteníWilhelm von Coblenz) si
und Jobann Bort in Dannemark oba
gefertigt und zu wiſſen begehret / dies
weil
Lehen /Regierung und Kofferben . 677

weil er ſich mit dem König in France -


reich verbunden ſich ohne ſein Vormiſs
ſen und Wilen in keine ſonderbahre
i firiegs- Bandlung einzulaſſen / was
Dann derk :nigund er ſich, juGr.Chris
tftoffs und deinen @ tádten Coppenha
gen und Ellenbogen wiederumb verſes
hen folter da er Fion : Chriſtiern erledi:
gen helffen fölle.

Als haben ſich Graf Chriſtoff unddie


bey en Städtél den 12. Junii A. 15 s.
darauf dergeſtalt erklåret, wofern der
Herkug folches zu wege bringen wúrs
deidaß Damn König Chriſtiern und das
hech Dannemaror famt den beyden
Stavten Cuppenhagen und Ellenbos
gen dem Kı'n .in Franckreichrund dem
Herzog zu Geldern widerum gegen ih.
re Feinde mit acht guten , an Krauti
Luthi Büchſen , und aller Zugehörung ,
wolgerüſteten Drlochs - Schiffen, jeg .
lich Schiff mit 200. guten Kriegsleus
ten wolverſehen , auf ihr Erfordern, zu

22 dienen / verpflichtet und verbunden


feyn folten . Wäre es auch Sache i
daß nach Ausführung dieſer Vehde
der König von Franckreich oder der
Ff 3
678 Der Könige in Dannemard

Herkog zu Geldern des Kriegsvolds /


to jest in GrafChriſtoffs und der bens
ben Städte Eid von wegen König
Chriftierns ſtunden , zu thun hatten 1
multe ihnen Graf Chriſtoff folches
ſelbſt zuführen / und ſich zum Dbriſten
dariber gebrauchen laſſen . Es fcheia
net aber daß auf diefe Hiefolution nichts
weiter
Nach obgemeldter Niederlag auf
dem Dchfenberg ! ift Graf Chriſtuff
mit feinem überbliebenem Kriegsvold
( darunter fich etliche vem Adel und
Anderes als Stich Stichfen ein Dihs
ner Jobann von Seguern / Hermann
Jüchter / Lange Hermam i Johann
Dapper, Arnd Elverfeldy alle Didens
burger und ſonſt gute Leute gefunden )
nach Coppenhagen gezogen / und hat
dieſelbige Stadt aufs allerbeſte ſorti
ficirt und beveſtigt. Damit er aber
auch ſeinen Hauffen wieder ergången i
undmehr Hülffe zu weg bringen móchs
tel hat er an Churfürſt Joachim zu
Brandenburg / welcher des gefangen
: nen Königs Chriſtierni Schweſter zu
Leben / Regierung und Ubfterben 699

Ehe hatte, und derenthalben ihme viels


mehr i als Heraugen Chriſtian ( wie
wol derfelbige von ſeiner des Churfürs
ften Schweſter gebuhren ) gemogen
war / gang fleiſſig gef hrieben ,und umb
Entſegung gebeten . Darauf hat der
Chur - Fürſt bey Herķug Albrechten zu
Mecklenburg/ ſeinem Tochtermanni ſo
viel zu weg gebracht/ daß er mit etlich
wenigem Kriegsvold ( jedoch feinces
mahlin und Frauenzimmer auch mit
ſich führend ) zu Roſtock zu Schiffc
getreten , und nach Coppenhagen ses
Tegelt iſt.
Immittelſt hatte Graf Chriſtoff,
fu viel möglich / die vorſtehende Belas
gerung auszuharren ſich mit allerhand
Nothčurfft gefaſt gemacht 1 und ge
-> dachte, ſid) auffs euferſte zu halten , ob
ihme vielleicht immittelft einige Entfe
kung zukommen möchte.
Aber der erwählte König Chriſtian
fåumete immittelſt auch nicht, ſondern
weilen es allenthalben biß an Coppen
hagen ſich ihme ergeben , gedachte er
dieſelbige Stadt/als dzHaupt des Kús
EM
Sf 4 nig
680 Der Scontie in druemare

nigreichs / anzugreiffen ! darnach rich


die andern leichtlich richten würden 1
deme zur Folge auch Herr Jovann
Ranjau als Obriſter Feldmarſchalk
die Stadt gang hefftig zu Waſſer und
Land / alfo daß die Belågerten ( nachs
demeihnen die Zufuhr aus der Inſul
Amack abgeſchnitten ) gang und gar
n cbt hinein kriegen konnten , belagert
hat.
Nichts deſtoweniger hatten Herßo'g
Albrecht von Meklenburg /Graf Chris
ftoff zu Oldenburg/und ihrKriegsvolo
noch einen unverzagter friſden Muthi
fielen auch tåglich aus der Stadt/fcbars
müßelten mit den Feinden / und liefs
ſen ſich nicht mercken , was es für eine
Gelegenheit umb ſich hatte.Immittelſt
fiel die eine Stadtnach der andern zu
Kintg Chriſtian, wievol die Stadt
Ellenbagen fich auffs beſte schalten' 7 '
atro Daß ſie auchwie Konig Chriſtian,
MelchiorKanzáuen und Chriſtoffen
Bon Veltheim zu ihnen geſch cft, ohne
Vorwiſſen Grafen Chriſtoffens und
dero von Cuppenhagen ſich mit ihmein
keine
liben / Regierun 1 iind Abfterben. 680

keine Han lung einlaſſen wollen . 4.


ber nicht Ceſtoweniger begunte allges
mach) an Geld 1. Munition und Prus
viant grozler Mangel zu Cuppenhagen
eing'ıreiſſen / wie fonderlich aus zweyen
Miſſiven zu ſpüren /die HerzogAlbacetyt
und Graf Chriſtoff an der Kayf Ma .
und Hertog Friederichs des II . Pfalus
hernacher Churfürften boy
grafen und
Khein Abgefandten und Kåther auch
den Pfalk - Grafen ſelbſt, unterm ro.
und is . Decembris Anno 1535. abges
hen fa Ten .
Dierveil auch kurz hernach umb S.
StephansTagrein gútlicher Handels
Tag zwiſchen denen von Lúbook vind
König Chriſtian, zu Hamburg gehale
fen werden follen i haben Herzog Alo
brecht und Graf Chriſtoff i neben den
Stádten Coppenhagen und Ellenbos
gen / ihre Gefandten dahin geſchicfet 1
0'
zu verfuchen , ob nicht auch zwiſchen ih ,
18
nen und König Chriftan der Handel
verglichen , und König Chriſtiern etles
diget werden möchte. llnd revnd von
wegen Hersvg Albrechts 1 Herr Mos
SES this
IM
682 Der Kontae in Dannemard
thias von Drzen Ritter , Cafpar von
Stoneich Chaßler /Achim Hanelund
Luetke von Duikuw von Graf Chris
ſtuffs wegen aber, Wolff Giler Fathi
un . Steifan von Stein Secretarius
abgefertiget wurden .
Es iſt aber aus der Handlung nichts
worden /dieweil Herßog Albrecht und
GrafChriſtoff die vorgeſchlageneMits
* tel nicht einwilligen wolten . Wie wul
es nun endlich den Belagerten anleibss
Nuthourfft ganz und gar mangeln
wolte / Dannsdy da ſie mit der Lübeckis
fchen / Burgundifchen , und der beyden
Churf. Sachſen und Brandenburg 1
wie auch Pfalzgraf Friederichs Entlas
pung getröſtet wurden , haben ſie sich
Aufs allereuferſte aufgehalten , fürs ers
fte alle Pferdi hernach die Himde ends
lich auch sagen /Maus und andere uns
genießliche hier aufgeefſen .
König Chriſtian kontewolgedenckeni
daß dis eine befondere Urfach haben
müfter erfuhr auch endlich, daß ihnen
ausdem Hofe von Burgundieu Vers
tróftung gethan , daß man ſie mit gan
ber
Leben / Regierung und Züfterben . 683

1 Ber Macht entſegen wolte / und daß


Pfalıgraf Friederich /als des gefanges
nen fiönigs Tochtermann bereit, mit
vielem Volck ins Niederland koinen
und mit erſter Gelegenheit in Dánnes
marck zu fchiffen in willens tráre.
Damit nun König Chriſtian folches
verhindern mødte /hat er neben Herrn
Gohanu Ranjauen eine finderbare
Liſt erdacht/und einen Dbriften Meins
hard vom Hainme genantı ſamt einem
Regiment Knecht auf die Beine ges
bracht /welche in Weft - Frießland das
Stadtlein Dam auf Herßog Carls zu
Geldern ( der den Groningern Spins
nenfeind mar Befeld) eingenommen
und beveſtiget haben .
Demnachy nun die Groninger mit
den Umlånden ſich an das Haus Burs
gund ergeben /bat Königin Maria/ als
Gubernantin der Niederlanden /Hrn .
oft Georgen Schenken von Tautenberg /
mit einem wol- gerüſteten Hauffen
tha Volds nach Gröningen geſchicket /der
auch in groſſer Eil alle Derter umb den
Dom eingenommen / und den Dam
belågert hat, Sf 6 Wies
684 Dr Kaniae in Dannemard

Wewol nun K. Chriſtian /und Hers .


Carl ion Geldern den Belågerten in
Dem Dam , unter Bredu Ranzauen /
und Georgen von Münſter 3000. M.
zu Hülffe geſondt, fo ſeynd ſie duch von
Herrn Georgen Schencken bey Wés
jterwalde gerad im Anzug erlegt / und
die Obriſten gefangen worden . Alſo
haben die Burg'inder ſelbſt zu thun bes
kommen / daß ſie die Belagerten in
Coppenhagen nicht entfeßen kønnen.
Dann obwol Pfalßgr. Friederich hers
nach mit ſeinem Vold Den Dam belas
gertun ) einbekommen , ſamtdem Dbr.
Meinhart vom Ham / und Bernhars
den Hackfurthrund die übrigen Kriegss
leutemit weiſſen Stecken davon paſli.
ren laſſen, ſo hat ſich doch dieſer Hans
del fo lange verzogen / wie er in Sees
land kommer. und nach Coppenhagen
fhh begeben wollen , daß die Stadtalls
bereit aufgegeben / darauf er wieders
umb nach Brüſſel gezogen / und ſein
Volck enturlaubet hat.
Damit auch K. Chriſtian für Gr.
Antonio zu Didenburg und Delmens
hüčiti
Lcb2n / Regierung und Abſterben . 685

horſtru . Grafen Chriſtoffens Brus


Derſals regierenden Herrni ſich in dem
Land zu Holſtein abweſend / und ſons
ſten nicht befahren dorffter bit er gan
gåtlich an ihn geſchrieben /und begehret/
fintemal ihn GOtt der Almachtige
Durch unverbotene Mittel zu dein Kios
nigreich :Dånnemarck erhoben / daß er
bei ihme nicht zu wider ſeyn, noch durch
feines Bruders Grafens Chriſtoffs
Belågerung, ſich zu einem andern bes
wegen laſſen wolte. Deme zu Folge
hat auch Graf Anthonius ft: U gehals
ten/ und König Chriſtiano allerhand
Vorſchub gethan ,damit Graf Chris
ſtoff ſehr übel zu frieden geweſen , wie
aus einer ſchar en Miſiven füb dato
6. Septembris An. 1534. an das Ca
pitul und die Stadt Didenburg abs
gangen / zuſehen iſt.
Dhne dz umb den Belågerten durch

LY die Hungersnoth der Muth ſchon halb


gebruchen , ſo håreten ſie auch tåglich
nicht viel gutesiſaben auch nichts umb
& ſich her als eitel Feinde. Dann König
mo Guftavus“ zu Schweden hatte ſeinen
Ff 7 Schwa
686 Der Könige in Dånnemard
Schwager König Chriſtian 14. wok
gerüſtete Schiffe zu Hülffe gefchicfets
die auch die Stadi Helinftatt undHels
fchenborg erobert i fu war auch von
Dergug Albrechts in Preuffen wegeu /
KönigChriftian eine anſehnlicheHülf
fe zukommen , die allenthalben den
Belågerten juletten .
Aber ſolches alles verdruß Grafen
Chriſtoff nicht ſo ſehrrals daß Haupt
mann Lantel Heerman und Icke Fries
ſerein Befelcbhaberidas Haus Callens
burg den Feind aufgegeben , und die
Andern Knechte in der Ctadt Ellenbos
gen auch nicht långer halten wolten .
Dienveil 'nun König Chriſtian ers
fuhr, da die Belågerter in Coppenhas
gen nicht weniger durch den Himnger /
als etwan die Bürgerzu Sagunt in
Hiſpania /deren Livius gerencket /geplas
get wordensließ er ſeineGüte undDils
digkeit aud in diefem erfcheinen , daß er
Herzog Álbrechten zu Mechelnburg
und ſeiner Gemahlin (welche ihme in
währender Belagerung einen Soha /
Herkus Ludwig genantı geboren ) und
Gmf
Leben Regierun4 und abfterben . 689

Graf Chriſtoffen fir ihre Perſon , al


lerley Spciſe in die Stadt ſchichte, das
mit ſie ſich des Hungers erwehren
konnteii .
Aber weil endlich kein Troſt mehr
vorhanden , haben dieſe beyde Herren ,
(nachdeme die Belagerung ein ganzes
Fahr gewähret ) aus der Nurh eine
Tugend machen müſſen / und König
Chriſtiano die Stadi' aufzugeben ſich
erboten /wofern er ſie alle miteinanderi
nach beſdiebenen Fußfal, frey , ſicher
und unbeſchädigt abziehen , durch das
Königreich begleiten / un zu Schiffe biß
gen Riuſtuck bringen laſſen wolte.
Wiewul nun etliche auf des Königs
Seiten ſolches widerrathen /und haben
wollen, daß man die Auffgcbung nur
auf'Gnad und Ungnad annchmen fuls
ter ſo hat ſich doch der König die gelin ,
deſte Meinung (dazu ſonderlich Herr
Johann Ranzow gerathen ) gefallen
laſſen , daß die Herren frey ſicher abzie
+ hei /un in ihre Gerrarfam geleitetwer
den folten . Alſo iſt dieſe Stadt in obs
gemeldten 1536. Jahri am Tag St.
Dlai
688 Der Könite in Daunenard

Diai/war der 29. Juliu in des Königs


Hand auigegeben worden . Herzog
Albrechten und Graf Chriſtoffen hat
man in ziveyen wolgerüſteten Schiffen
biß gon Roſtock geleitet / und die ans
dern Knechte unbeſchädigt biß auf den
Deutſihen Boden geführet / und alss
dann paſfiren laſſen .
Die Stadt Coppenhagen hat auch
alſo fort König Chr.ftian gehuldiget i
dardürd) er dann das ganze König
reich).Dånnemarck in feine Gewalt ges
bricht hat .
So bald ni n Konig Chriſtian dem
Dáhniſchen Krieg ein Loch gemacht
un alle Ding zum Stilſtand gebracht,
hat er ſich ſamt feinerGemahlin Doros
then im Jahr 1537. (und nicht imyabr
1538. wie Johannes Funccius meis
net ) des Sontags nach Laurentiisvar
Auguſti, von Johanne Bugens
der 12.
hagen Pomerano / mit ganß Chriftlis
then Ceremonien zum König zu Dåns
nemarcf crinen und falben laſſen, wie
dann ſolche Pump und Geprånge Ges
orgius Lauterbeck in ſeinem Regentens
buch
Leben / regierung und Abfferben . 689

buch gar artig beſchrieben hat , beydes


memans ausführlich leſen mag .
Die fürnehmſten Reichs Käthe 1
welche damals König Chriſtian gecres
net und die Regatien fürgetragen i
ſind geweſen / Herr Magnus Guye i
trug das Schwerdt , Herr Tuggu
Krappe die Crone/ Herr Prebber Pos
Debuſch den Apffel, Herr ärel Braher
#don Scepter Herr Ogo Vincenz Herz
Magnus Muni : Herr Dlufi Nielſen,
Herr Eriho Bilder Herr Magnus
Såldernſtern , Herr Canut Ruhtru.
Nach beſchehener Crónung hat der
König alſu furt die reine Lehr des heili
gen Evangelit ins Kidnigreich annes
marck eingeführet / und allen Påbſtl.
Aberglauben abgeſchaffet / jedochy mit
folcher Gelindigkeit/ daß niemand zu
TVED
der Evangeliſchen Religion gezivun
gent ſon n algemad, durch guten lins
lke terricht iſt gewonnenworden, denBis
pfchoff zu Lunden /Herrn Torbern Bils
to Deni den Biſchoff zu Ruſchildt Herrn
se pongacul Ronnow /den Biſchoff zu Odens
Picnic feel Herrn Canat Güldenſtern / den
B
690 Der Könige in Dånnemard

Bifchoff zu Ripen Herrn Svarum


Mund den Biſchoff zu Burgcklaro
Herrn Stich Krumpen /den Biſchoff
zu W purg Herrn Georgium Frieſen
den Biſchoff zu Arhauſen Herrn A
vonem Bilde,hat er abgeſet/ dieweil
fie ihme in der Wahlzu wider geroefeni
und nicht allein mit viel ſelgamen Cils
den und Practicken ſchwanger giens
geni fondern auch mit aller Macht der
Fyrtpflanbung des Heil. Evangelit im
Königreich Dånnemarckwiderſtunden
je och ſind dieStiffter allenthalben in
eſſe geblieben, und hat der König die
Macht erlangett nach ſeinem Gefallen
wolverdiente Perſonen darinnen zu
befördern .
Dieweil auch die Religion in einem
Lande nicht wol beſtelyen cant fundern
zu Grund geben mußi wofern nicht gu
te Schulen geſtifftet und unterhalten
werden , darumb at König Chriſtian
die Univerſität zu Coppenhagen gau
herrlich wiederumb angerichtet / darins
nen vor und nach viel treffliche Månd
ner gelehret haben, als D. Johannes
Maccabæus D. JoannesSeningius,
DO
Seben / Regierung und 2bfterben . 691

D. Dlaus Chryfoftomus D. Petrus


Pclatius/ D. Nicolaus Hemningis
us / D. Jacob Bordingius Medicus /
und viel andere.
Dieweil auch im Jahr 1938.Son
tags nach Dculir von den Proteſtirens
den Stånden ein Fürſten - Tag zu
# Braunſchweig / ihres Bundeshalber
& fich miteinander zu bereden , ausges
ſchrieben hat ſich King Chriſtian auch
# Dohin verfügeti und begehret / daß er
zwar nicht als ein König in Dánnes
marck ſondern als ein Herzug iti Hols
ſtein / ( wie Chytræusmeldet ) in die
Schmalkaldiſche Verbündniß aufge
nommen werden möchte.
Er iſt den Donnerſtag noch Oculi
Ein zu Braunſchweig eingezogen /mit 250.
de wolgerüſteten Pferden / in roth und
16 gelb gekleidet, mit co. Leutroſlení 27 .
Wagen / 42. Trabanten in Tawark
ñ Samet betleidct, darunter 8. Haupts
leute geweſen / und 9. Trompeter und
Heerpaucer. Bey ilmeſind canals
geweſen ſein Bruder Herzog Johans
a nes zu Holſteine ein junger Gerbog zu
bach
692 Der Soni : e in Dånnemart

Sachſen auf Lauenburg / des Reichs


Dånnemarck Råther und viel andere
ſtattliche Ritter.
Der Rath zu Braunſchweig hat
ihme 800. Mann entgegen geſchicket !
die ihn gang zierlich empfangen / und
in die Stadt begleitet haben .
Sobat König Chriſtian an tågtis
cher lIbung im Wort GOttes es auch
an fich felbft nicht erwvinden laffen .
Dinn ohne das er felbft tåglich in der
Bibel etliche Capitut geleſen/ offt pres
digen gehöret/ diervcil er drey treffliche
Månner/ als Paulum Noviomagumi
Heinricum Bofcoducenſemyuno Hen
rican Martini Ruſtuchienfem /am Hof
gehabt/ fo hat er auch überdas auf ſeis
nen Koſten die Bibel / wie auch die
Hauspuſtillen / aus dem Teutſchen in
die Di'niſche Sprach transferiren
und überfeßen / und deren etliche taus
fend Eremplar Durch einen erfahrnen
Drucker, Cudovicum Ditium genanti
Anno 548. biß aufs Jahr 1954. drus
den , und in ſeinen Königreichen auss
theilen laſſen i bierinnen dem Könige
Leben / Regierung und Kofferbeu . 693

in Egypten Prolomæo Philadelpho


fid ) vergleichend.
Da auch gleich andere vornehme
Könige und Herren Beliebniß getras
gen /dieſe oder jeneSymbola und Reis
men 3 i führen / fo haben ihme duch für
allen andern dieſe Rcimen gefallen :
Zu GDtt mein Eroſt allein , ſonſt ans
der kein 1 Ach UOSE ſchaff deinen
$ Wiilen ! Woraus - dann ſein veſtes
Vertrauen auf GOtt gnugſam iſt zu
4
fpúhren und abzunehmen .
Wiewol auch nach Abſterben Kiss
nigs Eduardi des VI. zu Engelland , ets
liche Prediger/ als Johannes à Laſcol
Johannes Utenhovius / Martinus
Micronius , Franciſcus Riverius i
Gjualterus Deleonius/ Richardus Gala
lusi Hermes Backerilius, Gottfriedus
Wengius / und ſonſt in die 167. ins
Königr. Dånnemarck umb das Jahr
* 1553 angelanget/ und umbUnterhalt
11 gebeten / ſo bat ſich duch König Chriſtis
One an / dieweil ervermercfet, daß ſie in der
Zehre vomSacrament mitLuthero und
$
feinen Dåhniſchen und Holſteiniſchen
Kira
694 Dirinige in Dauneniard

Kirchen nicht einig/ nicht zulaſſen wole lic


len, ſondern zur Verhütung aller bes N
forglichen Zerrúttung/mit einer ſtattlis
chen Verehrung paſliren laſſen . Wie
febr er auch zu Fried und Einigkeit ges
neigt geweſen erſcheinet daraus klars
lich , daß ob gleich Hergog Adolff fein
Bruder/und viel andere ihme gerathen
er folte die Ditmarſchen mit Gewalt
áberziehen / und zum Gehorſam brin:
gen ) er dannoch allemalgeantwortet :
Er hätte fo viel Land und Leute,als er
regieren köntei er wolte deßhalben weis 1
ter kein Blut vergieſſen.
Wie auch im Jahr 1543 , ein
Schivediſcher Bauer, Nicolaus Tad
genannt, ſamt den Schmaländern ges
gen König Guſtavum zu Schweden
als Aufrührer aufgeſtanden / und Küs
nig Chriſtian durch ihre Abgeſandten
bitten laſſen , er möchte ftiu figen und
feinem Bundgenoſſen nicht zu Hülffe
kommen / alsdann roürde das Königs
reich, Schweden ihmemit grofſem Fros
lucken des Volckswiederumbzufallen ,
hat der fremme Kønig eine ſolche berr ,
liche
+ Leben / Regierung und Abfterben . 695

liche Gelegenheit ausgeſchlagen / und


die beeidigte und verſchworne Ver
búndniß vielmehr
bei ſich gelten laſſens
auch zur Stund König Guſtavo etliche
Geſchwader Reuter und Fálynlein
Knechte zugeſchicketinit melcher Hülffe
ez die abtrünnigen Bauren bezwungeni
und ihnen die tolle/ verrätheriſche und
aufrühriſche Korffe zerbleuet hot.
Er hat auct) mit Kayſer Carin dem
V. Jure , Herrn Johann Rauzowen
Rittern :Herr Andream Bilden Rite
tern/ und andere, im Jahre 1944 : zu
Speyer einen Frieden und Verbünd
miß gemacht und aufgerichtet, welches
Dann ſo viel leichter zu erlangen war !
dieweil König Chriſtierns und Kayſer
Caroli V. Schweſter Syhn , Prins
Fohannes geſtorben / und Kayſer Cart
johne das mit dem Schmalkaldiſches
Krieg zu thun hatte.
Deßgleictyen hat er Anno 1946. den
16. Fulii fich mit dem gefangenen Kis
nig Chriftiern gånglich vertragen und
ifmezu feinen linterhält die Einkunfft
De $ Amts Callenburg, und der Inſua
len
695 Der Könige u druemare

len Samſve un'Sebirgarden /die Zeit


Teines Lebens eingeraumet, jedoch mit
Dem Beding, d ; er ſich über die Grång
ſolches Amts und aus Seeland nims
Ine
mermehr begeben ſolte.
Gleicher Geſtalt hat er auch Anno
1558 wie die Stadt Revel in Lief
land ihre Legaten an ihme geſchickt und
begehret ſich unter ſeinen Schuß zu
begeben, folches nicht annehmen wols
len , ſondern ganz abgeſchlagen .
Auf daß auch aller Hader und lins
einigkeit von wegen künfftiger Wahl
nach ſeinem Abſterben verhütet wurs
Den måctyteſhat er ſo viel gehandeltraß
fein áltiſter Sohn Herßog Friederichi
Damals von 8. Jahren , Anno Chrie
ſti 1542. einhelliglich iſt zum König in
Dånnemarck erwählet worden / wie
nachgefektes Diſtichon , iporinnen des
Prinken Alter und die Jahrzahi bes
griffen ausiveiſet :
En Vt Rex Danls LeCtVs FriDe .
rICe VoCaris,
Non anni pL Vres oCto fVere

Gleich:
Lebeu / Regierung und Uoffert cu . 697
Gleichwie aber alle Ding / wann ſie
ſchon lang gewähret / Dermaleins zum
End lauffen / alfu.nabete ſich auch Kó ,
"ng Spritigns_Des III. 45fcbieo gage : .
mach herzu . Dann wie er etliche Zeit
zú Koldingen auf dem Schloß Arns.
burg / ( daſelbſt er dann gewaltig gern
reyn mogen ) krand gelegen , iſt er acht
Sage für ſeinem Tode durch eine ſchöne
Geſtalt einer Perſon 1 Zweiffels frey
eines Engels bertrijter und erinnerti
daß er ſeineSachen beſtellen ſolterdana
ůber 8. Tage ( wiempol etliche nur drep
feßen ) würde ſeiner Betrübniß ein Ens
de werden ,

Es ſchreibet Doctor Nicolaus Sele


neccerus / daß ein Mann mit einem
weiſſen Kleid zu ihm jůrs Bette konto
men und geſugr : Er ſolte guts Muths
feyn / dann auf den neuen Jahre Tag ,
ſolte feine franckheit ein Ende haben /
und eivige Geſundheit fulgen / welches
er dem Hofprediger M. Paulu Novid .
mago 7 und Dyctori Medico Cornelio
vermeldtetidie es Seiner Majeſtät aus
Gg Dem
698 Der Rouge in Dannemarit

dem Sinn reden /und einen Traum das


raus machen wolten. ge
Aber der götefelige König iſt darauf
geblieben , und weil ihme geſagt, daß es
ein felig Ende mit ihme am neuen
Fahrs Tag nehmen folter (welches er um
der ſpónigin und den Kåthen auch ero !
zehlet ) darum hat er ſeine Sachen be.
ſtelletí die Konigin getróſtet ſeinem
Sohn dem neueremhlten König Fris !
derichen dem andern fein Reid) treulich
befühlen ! ingleiden über ſeine Kinder
ſeinen väterlichen Segen geſprochen /
und wie ſie ſich gegen ihre Frau Mute
ter, ihre Brüder und Schwejtern / und
jedermånniglich von ſeinen Unterthas
nen ſchicken folten / Borgehalten / und
daß ſie GOtt für Augen haben, und in
Gottesfurcht leben folten i vermabnet
1
allen feinenandern Herren / ( wie auch
Grafen Anibonio zu Dldenburg / und
ſeinen Soho Grafen Johann bernadi. !!
ma's regierenden Herrn /ſo damals beyo
de perſonlich gegenwärtig ) ftattliche
güldene Kerten und anderes verehret i
Denen von Adel und vielen vornehmen
Dier
Sebe Reaiertang itu berben . 699

Dienern herrlicheGeichenckegethan ſie


geſegnet 1 und daraufdes feligen neuen
Sabrs Tages des 1549. Jahrs errar,
tet /und alſo am ſelbigen Tag ein frólich
Ende genommen , feines Aliters im ss.
Jahr 4. Monat und 20. Tag/nachdem
er 24. Jahr lóblicy uud Chriſtlich re .
Wy gieret hatte.
Sein leichnam iſt für das erſter den
13. Februarii obbemeldten Jahrs / zu
Odenſee in S. Kanuti Kirchen begra .
ben i aber hernach von König Frideri.
11 den dem II. ſeinen Sohnt gen Rofchilt
geführet , und daſelbſt in einem gang
1 herzliden Alabaſtern und Warmorner
Sarg zur Erden beſtattet worden .
2 ... Belangend ſeine hinterlaſſeneWits
701 tib Königin Dorotheam / hat dieſelbige
DH nach ſeinem Abſterben alleweg zu Kolo
dingen Hof gehalten, und daſelbſt auf
Herin Severini Paludani Angeben i
eine heraliche Sdul und Spital
M bauen laſſen . Sie iſt endlich im Jahr
1571. Den 7. Octob . des Abends um s .
Uhr zu Sunderbord geſtorben und an .
fånglichdaſelbit zur Erden beſtattet i
Sg 2 aber
700 : Der Könige in Dannemart
aber bernacher von ihrem Sohn Kör
nig Friderichen dem II. gen Vioſchild
geführet/und bey ihrem Gemahl König
Chriſtian III. begraben worden .
Kurk vor ſeinem Ende , bat Konig
Chriſtiaa zu ſeinem Hof. Prediger und
Aufwartern geſagt : Ich wil fingen ,
mir ſingen, daß man
und ihr müffet mit
ſagen kan / der Kønig in Dånnemaro
hab ihm ſelbſt zu Grabe gefungen ;
berdloß auch im Singen rein Leben i
über den Worten : Wie ſich ein Pas.
ter erbarmetit .
CI.

Fridericus,11.
As maffen Sónig Friderich in
dem achten Jahr feines Alters /
Anno 1942. noch bep Lebzeiten feines:
Heren Vaters /zum König in Dånnes
marck erwählet worden haben wir all.
bereit gemetdet i nun wollen wir auch
von ſeinen haten ein und anders mets
denjebee gecróbnet wordent.
Es ware Konig Chriſtian der III.
zmar offtmal vermahnet/die Dithmat.
deu
700

FRIDERICUS II .

Treturdie Xegtering A ; 1589.


führte mit Schweden einen sie

ben Jáhrigent.Srieg.Starb .A
JS 88
-
Lebenstegierung und Abfterben . 901

fchen mitHeereskrafft zu überziehen /


und zum Geborſam zu bringen , aber er
wolte ſich zu folchem Blutvergieſſen
nicht überreden laſſen . Hertog Adolff
ſein Bruder aber kontenicht vergeſſen /
wie die Dithmarſden bey ſeinenVor ,
fahren gehandelt ( infonderheit weil es
ihme offtermals / da er noch beo Käyſer
Carl V. zu Hofe gepeſenitúrgeroorffen
worden i und trachtete derowegen mit
åuſſerften Fleiß
darnad ),wieerſich an
ihnen råchen möchte : ließ auch durch
Daniel Nanjowen ſeinen Stadthal
fern zu Peine etliche Knechte werben
und zuſammen lauffen / alfo daß fein
Vetter Herkog Friderich der II . er .
mehlterpinig zu Dånnemark anfang,
lich nicht anderſt meinte , dañ daß ſolch
Volck gegen ihm angenommen würde.
Wie er aber bernadser den rechten
Grund erfuhr / hat er ſich mit ſeinem
Vettern i Herßog Johann dem åltern
und Herzog Adolffen zu Holſtein / im
Dorff Nortdorp / nicht weit von Bor.
Desholm ( dahin er mit soo . Pferden
kommen war ) vereiniger und verbum
Gg 3 den /
702 Det satniae in Dannemart

den , daß ſie mit geſamter Hand und


gemeinen Krften die Dithmarſchen
überziehen wolten .
Darauf hat ſich ein jeder unter ih .
Men beftiffeni ſo viel Volcks aufzubrin .
gen a's immer möglied welches auch in
aller Eil geſchehen iſt. Unter andern
haben ſie auch an Grafen Anthonium
zu Didenburggefahrieben / daß er ihnen
zu Hülffkuſen wolte /mitPermeldung
er konte fich) jego wiederum redlich an
den Dithmarſchen råchen die ihmehies
bevor Anno Isoo. feines Vaters Brus
Der Graf Adolffen und Graf Otten ro
jåmmerlich erfdytagen hasten .
Demzu Fotge har Graf Anthonius
neben ſeinem Sohn Grafen Johann in
Die 1s: Fähntein wolgerüfteter Knech ,
ter und eineFahne Reuter ( daráber
Fohann von Schlagen Rittmeiſter ges
wefen /) zu Weg und auf die Beine ge.
brachtimit denen er dem erwehlten i de
nige und den andern Fürften zugezogen
iſt . Seiw Dbriſter Leutenant war
Hanns von Hildesheim Die Haupts
teute aber, Gerhard von Bothmerr Leo
Pack .
Seben /Regierung und Absterben . 703

Padmor Frank Klenker Arndt Elder.


feld , Ernſt Stindr Cumpan von Rods
denſen , Götte Vorgel I Gerhard von
Edempecht: Mangnus N. Friderich von
der Horst / Braun von Lecklenburg /
Claus von Bremen / und Nicolaus
Scarling. Von ivegen der Königl.
Mai. und Der beyden Herzogen zu Hole
ſtein reynd die Dbriſten / Rembert von
Wald /Wolff Schonerpieſer Wilhelm
von Wallerthum beſtellet und gebrau .
det worven
Herrn Johann Rianjorven Rittern !
har König Friderich der II. zum Dbris
ſten Feldheran / und nachfolgende von
AdeliHanns Berner,Afdevon Holier
Heinrich) Rankuwen Stadthälter /
Frang von Bülow / Joachim und gas
cob von Blandenborch /Claus, Bredwr
Chriſtoph und Morigen Kankomen./
Bertram und Benedict von Anefeld 1
Dieterichen von Holler Bertram See .
Ateder Bertholt von Velow , und etliche
andere zu Rittmeiſtern und Befelchha .
bern beſtellt und verordnet.
Dieſe haben nun auf allerley Muni.
***
Gg 4 tion
704 Der Pinige in Dånnemara

stition Geſchůk und Vorrath fleifiia ger


dacht auch etliche Sd )iffe auf die Elbe
gebracyt/ damit dem Feinde auf der eis
nen Seiten vom Wañer zu fahaffen ges
ben würde auch in die tauſend Schanks
gráber / viel Zimmerteute / eine groffe
Anzahl Brätter , Poſte und Fladen
oder Hürten zur Neth, beſtellet ! auf
Caf man in aller Eyl / da es vonnöthen
überbrücken möchte.
Den erſten Anſchlag haben fie auf
die Stadt Meldorp gemacht , und bes
ſchloſſen / daß ſie dieſelbe mit ſürmen ,
Der Hand zu erobern 1 ſich unterſteben
wolten. Darauf iſt die Königl. Maj.
ſamt etlichen Fahnen Reutern und 2.
Regiment Knechten nechft auf Melo
dorp zugezogen / und ein Leß gegeben /
wann die Windmühle, fo davor ſtundi
angeftederwürde/ daß alsdann Graf
Anthonius zu Oldenburg 1 Meldorp
auf der einen Seiten / und der Dbrifter
WolffEconemieſe eine Schanke an,
*fallen rollten . Dem zu Folge ift wols
gemeldter Grafmit ſeinem Regiment
und etlichen Fahnen Nieutern aufges
bros
st Seben /Regierunk und Abherben . 705

brochen / bat dieſelbige mit groſſer Ber


Schwehrungweit herum geführeti (meil
afDie Heerwågen mit Råvern / leeren
ci groffen Butten Fäſſern und dergleis
#chen vergraben und beimlich ausgefül.
fetiauch mit Waſſer beſtauet geweſen )
berührte StadtMeldorp von hinten zu
anzugreiffen.

Als die Dithmarſchen nun vermerte


ten , daß fie umringetwaren , wichen ſie
qurudi der Obriſte Schonemieſe aber
Fiel aufder rechten Seiten / nicht ſehr
weit von der Stadt / eine Schans ani
und ſtürmete die ; als er aber davon
ungeſchaffet abweichen muſter ward er
geſchoffen / und ftarb den dritten Sag
hernacherrund nahm Dbriſter Chriſtoff
von Wirßberg fein Regiment wieder
rum an. Es find in dem Sturm von
der Schansen über die :00 / und von
in den Befelchhabern Joh. Strugmanni
ein Dåbniſder Hauptmann geblieben ,
in fo feynd auch zu Meldorp in die 400,
Todten ,die erſchlagen waren / in Erobe .
rung der Stadt gefunden worden . )
1 GAS
708 Dertonige in Dåmemard

Die andern Dithmarſden aber / To


nod , bep 9. Fábikin finedyre/ und aus
der Stadt gefloben / nahmen das Hes
faliúkmit fich und fielen dem Grafen zu
Dildenburg in die Zugordnung i dards
(ber ihm fein Pero dreymal unterm Leie
be verwundet worden . Wie and jei
ne finedre den Dithyrarfchen einen
Wagen mit Pulver abnehmen wols
ten / ift darein ungefehr ein kunders ge
fallen / darauf daſſelbige angangen !
und der Divenburgiſchen Knechte in
die piersig beſchadige und im Fouchy
auſgeflogen ſeyn.

Nach Eroberung der Stadt Meta


dorp ruckten fie für das Stadtlein
Brunsbüttelt dufür ſich die DiDenburs
ger ihres Sheils aud redlich gebrau.
dhen laſſen , biß ro lang es mit Heralt
crobertworden . Und obivel Cilicius
die Didenburger befchuldiget i dag fie
por andern auf die Beut ausgelaufs
fen / fo if doc) viel ein anderen Bericht
ankommen , daß man von wegen der
Dishmarſchen Keckheit auch nicht viel
ob
+ Leben /Reyierung und Abfterben . sog

ohne Gewalt und geſamter Starckeza


.. wegen bringen und beuten kónnen ,

Vun dannen zogen ſie nach dem fies


den Henninoſtedie und Pilebrúcke i
welche auch erobert tvorden . Endlich
mard der Anſchlag auf die Stadt Hele
de gemacht ; ehe und zuvor ſie aber das
ran kommen konten , mufte man einen
Dam umziehen, darmit cann ein gan .
Ber Tag und Nacht zugebracht wors
den .

Als ſie aber noch eine Meil ohnge.


febr von der Heide gewcfen / und die
Dithmarſdien ilire Ankunfft erfahren /
haben fie fich mit vielem Geſchür a:f
das ebene Feld , nach einern Dam be
# geben in Meinung dem König den Pat
zu derhindern i ſeynd auch ſo bald der
Feinde nicht gewahr wurden ; baben ſie
zur Stund ihre EdhlachtDrdnung ges
macht/das Geſchůz neben fich geruoketi
und tapffer in die Königliche Reuter
geſchoffen ;demnach aber die Kön.Maj.
und Herßog Adolff zu Helitein mit et
IN " lichen Fahnen Reutern bereits åber den
GA 6
Der Könige in Dannemard

Dañ hinter einer Höhe geweſen , das


Fußould aber wegen Hiße und weite
des Wegs nicht fo eilend fulgen ton ,
neni baben ſie etlich mal mit den bep
ſich habenden Reutern in die Dith,
marſchen gereket darübeč mand
Roß und Mane zu Boden gegans
gen / und auf den Kopff zu ftehen koms
men.
Der Sónig aber und Herßog Adolff
wolten nicht nachgeben / fondern druiis
gen immer fort, alſo daß die Feinde auf
den Moraft juruet weichen muften ;
und weiln fie algemach auf denfelbi.
gen zuruck kruchen / und fid, nady der
Stadt Heiden lendeten / nicht Defto
weniger aber mandem , der ihnen zu
naheteatrdas Licht ausbukten ( gb ich
wie ein wildes Schwein zu thun pflegt,
wann es von vielen Doden Derfol.
get und gezwadet wird í :) folgeten
thnen die Dåbniſche und Holſteinis
fcbc Soldaten i ingleichen Graf An .
thonius mit ſeinem Vold , immerdar
-beherkt nach ., und zwar Graf An ,
shonius gørtete ihnen dermaſſen die
Spo.
Seben /Regierung undXbfterben . 736

Sporen / daß er zugleich mit ihnen in


die Stadt lam . Sintemain fie aber
# daſelbſt einen Stand ergriffen und auf
Grafen Antonium als tolle måtende
Hunde hinein ſegeten / mufteer wider
feinen Willen räumen /und ließviel gu .
te Leute dahinten .
Weilen es nun nicht anderſt ſeyn
wolte, ward befohlen , die Stadt anju.
ſtecken ; wie folehes geſchehen ſeynd die
Dithmarſchen durch dieſen Brand ge .
nöthiget/die Stadtzu verlaſſen und ſich
wiederum in die Kåmpe zu wenden /das
raus fie ſich tapffer biß an den Aben
6 hinan gewehret 7 und wte fiegeſehen ,
daß weitern Widerftand zu thun ihnen
sunmöglichyſeond ſie die folgende Nacht
i beſſer ins Land hinunter gerucket 7 und
haben des Morgens /wie hernacher fol
genwird. Gnade begehret.
Bey währender Schlacht haben der
Konig felbt wie auch die beyden Für.
i sften ! Herzog Hanns und Herzog Us
mi Dolph / ſich ganz tapffer und mannlich
gebalten , alſo daß der König und Hero
di Bog Adolph zu dero Zeit dreymal auf
G9 ?
Der Könige in Dånnemard

einen Tag den Feind angegriffen / und


mit ihme getroffen , das Feld