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Studiengang Humanmedizin, Universitätsmedizin Greifswald

Wintersemester 2010/2011
Klausur, 06.02.2012
Teilgebiet Arbeitsmedizin

1. Welche gesetzliche Grundlage regelt nicht den Arbeitsschutz im Unter-nehmen?


A) das Arbeitsschutzgesetz
B) das Arbeitssicherheitsgesetz
C) das Mutterschutzgesetz
D) das Jugendschutzgesetz
E) die Gefahrstoffverordnung

(D)

2. Wie erfolgt die Finanzierung der gesetzlichen Unfallversicherung?


A) durch Arbeitgeber und Arbeitnehmer zu annähernd gleichen Anteilen ebenso
wie bei der Sozialversicherung und Rentenversicherung auch
B) durch Arbeitgeber und Arbeitnehmer zu je 40 %, der Rest wird aus einem
Betriebsfond finanziert
C) durch den Arbeitgeber allein
D) durch den Arbeitnehmer allein
E) der Arbeitgeber übernimmt die Kosten nur bei unfallfreiem Arbeiten im zurück-
liegendem Jahr, ansonsten beteiligt er die Arbeitnehmer

(C)

3.Welche Kriterien gehören zum Nachweis eines sicheren und ausreichenden


Schutzes gegenüber Hepatitis B ?
A) einmalige Impfung mit einem Hepatitis-B-Impfstoff
B) zweimalige Impfung mit einem Hepatitis-B-Impfstoff (2 Impfungen im Abstand
von 6 Monaten)
C) mehrmalige Impfung mit einem Hepatitis-B-Impfstoff (3 Impfungen im Abstand
von 1 Monat und 6 Monaten)
D) Grundimmunisierung (bestehend aus 3 Impfungen zu den Zeitpunkten 0,1,6
Monate) sowie Anti-HBs von > 100 U/l 4-6 Wochen nach der letzten Impfung
oder einer Boosterung bei kompletter Grundimmunisierung
E) Grundimmunisierung (bestehend aus 3 Impfungen zu den Zeitpunkten 0,1,6
Monate) sowie Anti-HBs von < 100 U/l 4-6 Wochen nach der letzten Impfung
oder einer Boosterung bei kompletter Grundimmunisierung

(D)
4. Wer ist berechtigt, im Kontrollbereich eines Röntgenstrahlers (ortsfest, orts-
veränderlich (C-Bogen) bei eingeschaltetem Strahler zu arbeiten, wenn die
Strahlenschutzbekleidung getragen wird?
A) eine strahlenexponierte Person der Kategorie A mit angelegtem Dosimeter und
Nachweis einer arbeitsmedizinischen Vorsorgeuntersuchung, die keine Bedenken
hinsichtlich weiterer möglicher Strahlenexposition ergeben hat

B) eine strahlenexponierte Person der Kategorie A mit angelegtem Dosimeter ohne


Nachweis einer arbeitsmedizinischen Vorsorgeuntersuchung in den letzten 12 Monaten

C) jede beliebige Person, wenn der Strahlenschutzverantwortliche dies genehmigt hat

D) eine Person, die zwar ein Dosimeter trägt, der aber die Strahlenschutzkleidung
wegen starker Rückenprobleme nicht zugemutet werden kann

E) der Verwaltungsleiter mit seinem Haustechniker, um notwendige Reparaturen zu


besprechen oder vorzunehmen
(A)

5.Welche gesetzlich vorgeschriebenen Untersuchungen nach dem Jugendar-


beitsschutzgesetz und der Jugendarbeitsschutzuntersuchungsverordnung kennen
Sie?
A) Pflichtuntersuchung beim Abschluss der Realschule
B) Pflichtuntersuchung vor Aufnahme der ersten Berufstätigkeit = Beginn der Lehr-
ausbildung
C) Pflichtuntersuchung bei der Erstverordnung von Antikonzeptiva bei weiblichen
Jugendlichen durch den Gynäkologen
D) Pflichtuntersuchung nach Ablauf der ersten 24 Monate der Berufsausbildung
E) Untersuchung zur Feststellung der Eignung für die Berufsschule
(B)

6.Eine junge Mutter möchte 3 Wochen nach der Entbindung ihres Kindes für ein
paar Stunden wieder arbeiten, damit sie nach längerer Pause schneller wieder in
ihre gewohnte Arbeit hineinfindet. Es geht ihr gesundheitlich sehr gut, das Kind
wird gut versorgt, die Arbeitsstelle liegt nur 5 Minuten Fußweg von zu Hause weg.
A) da es dem Kind gut geht und es gut versorgt ist, kann die junge Mutter 4 Stunden
arbeiten, es muss aber gewährleistet sein, dass sie jederzeit den Arbeitsplatz verlassen
kann
B) sie darf nur dann arbeiten, wenn sie zum Stillen freigestellt wird und nach Hause
gehen kann
C) innerhalb der Schutzfrist nach der Entbindung darf generell nicht gearbeitet werden
D) innerhalb der Schutzfrist nach der Entbindung darf nur dann gearbeitet werden,
wenn dies dem Arbeitgeber gegenüber schriftlich als Wunsch bestätigt wird
E) maximal 2 Stunden täglich sind zulässig, am Wochenende darf aber nicht gearbeitet
werden
(C)
7.Welche 3 Säulen gehören zu einem kompletten Hautschutzmanagement?
A) erst Haut reinigen, dann eincremen, dann trocknen lassen
B) erst Pflegecreme auftragen, nach Verschmutzung Haut reinigen und erneut wieder
eincremen
C) erst Hautschutzcreme auftragen, nach Verunreinigung Haut reinigen, dann Haut-
pflege auftragen
D) bei Verunreinigung der Haut diese umgehend abwaschen, möglichst mit einem rasch
wirkenden aggressiven Stoff, dann aber unbedingt Hautcreme auftragen
E) vor Beginn der Arbeit Haut reinigen, dann Handschuhe anziehen, nach Arbeits-ende
neutrale Hautcreme auftragen
(C)

8.Wodurch erkennen Sie, dass es sich bei einer Substanz um einen Gefahr-stoff
handelt?
A) das Behältnis ist mit einer grünen Aufschrift mit der Warnung "gefährlich" versehen
B) das Behältnis ist mit einer blauen Aufschrift mit dem Hinweis "Achtung-gefährlich"
versehen
C) das Behältnis ist mit einem orangefarbenen quadratischen Piktogramm oder einem
auf der Spitze stehendem Rechteck mit roter Umrandung versehen
D) das Behältnis ist mit einem roten quadratischen Piktogramm oder einem auf der
Spitze stehenden Rechteck mit orangefarbener Umrandung versehen
E) das Behältnis ist mit einem blauen quadratischen Piktogramm versehen
(C)

9. Ab wann kann eine werdende Mutter im Arbeitsprozess die gesetzlichen


Regelungen zum Mutterschutz in Anspruch nehmen?
A) mit dem Ausbleiben der ersten Regel
B) mit der Feststellung der Schwangerschaft durch den Gynäkologen
C) wenn die Schwangere im Bewerbungsgespräch ihre Schwangerschaft bereits
erwähnt
D) wenn der Arbeitgeber die werdende Mutter auf die Schwangerschaft anspricht, weil
sie optisch wahrgenommen werden kann
E) ab dem Tage, an dem die Schwangere den Arbeitgeber schriftlich über die
Schwangerschaft informiert hat

(E)

10.Was ist ein sogenanntes §-3-Verfahren?


A) alle Maßnahmen, die die Berufsgenossenschaft einleitet, um einer frühzeitigen
Berufserkrankung entgegenzuwirken
B) alle Maßnahmen nach § 3 der Biostoffverordnung
C) Maßnahmen der Berufsgenossenschaft nach § 3 des Arbeitsschutzgesetzes
D) Maßnahmen der Berufsgenossenschaft nach § 3 der neuen Gefahrstoffverord-nung
E) Möglichkeiten der Berufsgenossenschaft, auf der Grundlage von 3 Paragraphen des
Arbeitsschutzgesetzes und Arbeitssicherheitsgesetzes, den Arbeitgeber an den Kosten
eines BK-Verfahrens zu beteiligen
(A)
11. Welche Aussage trifft zu? Zur Durchführung einer Gefährdungsbeurteilung
verpflichtet das Arbeitsschutzgesetz in § 5
A) die Berufsgenossenschaft als gesetzliche Unfallversicherung
B) den Betriebsarzt als Experten für den betrieblichen Gesundheitsschutz
C) die Fachkraft für Arbeitssicherheit als Expertin für den technischen Arbeitsschutz im
Betrieb
D) den Arbeitgeber als für den Gesundheits- und Arbeitsschutz Verantwortlichen
E) den Betriebsrat als Vertretung der vom Arbeits- und Gesundheitsschutz betroffenen
Beschäftigten
(D)

12. Welche Aussage trifft nicht zu?


A) Die Gefährdungsbeurteilung erfordert eine Inspektion der Arbeitsstätte und der
Arbeitsmittel sowie die Beobachtung von Arbeitsabläufen und Prozeduren.
B) Die Ergebnisse der Gefährdungsbeurteilung stehen ausschließlich dem Leiter des
Betriebs und der Berufsgenossenschaft zur Verfügung.
C) Aus der Gefährdungsbeurteilung können sich auch Indikationen für
arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchungen ergeben.
D) Die Gefährdungsbeurteilung ist regelmäßig und bei betrieblichen Änderungen zu
aktualisieren.
E) Die nach der Gefährdungsbeurteilung erforderlichen Aktionen des Arbeits- und
Gesundheitsschutzes verlangen eine terminlich festgelegte Nachverfolgung und
Wirksamkeitskontrolle.

(B)

13. Welche Aussage zur Zusatzbezeichnung trifft nicht zu?


A) Höhenphysiologische Grundlagen sind Inhalt der Weiterbildungsordnung
B) An allen deutschen Universitäten wird die Flugmedizin als Wahl- bzw. Pflichtfach
gelehrt
C) Beschleunigungsphysiologische Grundlagen sind Inhalt der Weiterbildungsord-nung
D) Die medizinische Mitflugtauglichkeit ist Inhalt der Weiterbildungsordnung
E) Der Intensivlufttransport ist Inhalt der Weiterbildungsordnung
(B)

14. Welche Aussage zu den arbeitsmedizinischen Schutzmaßnahmen trifft


nicht zu?
A) In einer fliegerärztlichen Untersuchungsstelle können bei weniger als fünf
Mitarbeitern die arbeitsmedizinischen Schutzmaßnahmen nach ASiG entfallen, da der
Arzt in der Regel betriebsmedizinisch qualifiziert ist.
B) technisch-organisatorischer Arbeitsschutz umfasst z.B. Kapselung, Absaugung am
Arbeitsplatz, Bereitstellung von Abwurfbehältern etc.
C) Der persönliche Arbeitsschutz macht z.B. Tragen persönlicher Schutzausrüstung
erforderlich.
D) Der medizinischer Arbeitsschutz umfasst bspw. das Angebot von Vorsorgeunter-
suchungen.
E) Die Untersuchung nach Biostoffverordnung ist für Mitarbeiter mit Infektionsgefähr-
dung gesetzlich geregelt.
(A)
15. Welche Aussage zur Gefährdung von Flugbegleitern trifft zu?
A) Die Flugbegleiter sind an Bord des Luftfahrzeuges einer erhöhten Gefährdung durch
Infektionen ausgesetzt, z.B. durch engen Kontakt mit Passagieren.
B) Das fliegende Personal ist am Zielort, insbesondere in tropischen Ländern, gegen-
über einem zusätzlichen Spektrum von Krankheitserregern nicht exponiert, da die
Fluggesellschaften ausschließlich in 5-Sterne Hotels untergebracht sind.
C) Als Folge ergonomisch günstiger Arbeitsbedingungen und Lastenhandhabung
(Trainingseffekt) kommt es bei Flugbegleitern deutlich seltener zu orthopädischen
Problemen als bei einem reinen Bürojob.
D) Die Bestückung und Bewegung der Trolleys sowie der Tablettservice erfolgt
grundsätzlich in Flugrichtung (Nutzung der Beschleunigungswirkung).
E) Störungen des Biorhythmus infolge von Tätigkeitsmerkmalen, wie azyklische
Schicht- und Nachtarbeit, häufiger Zeitzonenwechsel, Klima- und Wetterwechsel
werden nicht beeinflusst und verstärkt da nur geeignetes Personal (Resistenz)
arbeitsmedizinisch ausgewählt wird.

(A)