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Sammlung von Originalfragen der Altklausuren

Medizinische Psychologie (Johannes Gutenberg-Universität Mainz)

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Optimalantworten
ABSCHLUSSKLAUSUR
KURSUS DER MEDIZINISCHEN PSYCHOLOGIE
WS 2003/04

1.
Die folgenden Abbildungen symbolisieren dualistische und monistische Leib-Seele-
Theorien. Bitte benennen Sie die jeweils in den Skizzen dargestellten theoretischen
Richtungen dieser philosophischen Lehren (2,5 Punkte) und bei dreien dazu auch einen
ihrer Hauptvertreter (1,5 Punkte):

a)

„„Soma““

Theorie: Identitätslehre
„„Psyche““ Vertreter: Spinoza, Fechner, Wundt

b)
Psyche

Theorie: Wechselwirkungslehre
Soma Vertreter: Descartes, Lotze

c)
Psyche

Soma Theorie: Materialismus


Vertreter: Priestley, L. Büchner

d)
Soma

Theorie: Parallelismus
Psyche Vertreter: Leibniz

e)

Psyche

Theorie: Spiritualismus
Soma Vertreter: Fichte, Schopenhauer

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2.
Welche spezifische Reaktion auf langdauernde berufliche Überforderung ist in dem
unten stehenden Beispiel beschrieben? Bitte nennen Sie die Komponenten dieses
Syndroms und extrahieren Sie entsprechende Symptome aus dem Beispiel. (3,5 Punkte)

Herr Jorgensen ist ein verheirateter 51-jähriger dänischer Sozialarbeiter.

Aktuelle Problematik. Der Patient wurde zur psychiatrischen Beurteilung überwiesen, da er


sich in den vergangenen drei Jahren zunehmend erschöpft und von der Arbeit ausgelaugt
gefühlt hatte.

Schon nach leichten Anstrengungen wurde er sehr müde und fühlte sich völlig „„erledigt““.
Wegen der dauernden Erschöpfung fühlte er sich zunehmend als Versager am Arbeitsplatz
und konnte auch die täglichen Verrichtungen zu Hause kaum noch schaffen.
Er äußert immer wieder die Auffassung, dass ihm seine Arbeit gleichgültig geworden sei und
dass er seine Klienten „„nur noch unpersönlich behandele““.
Vier Monate vor der jetzigen Überweisung beantragte er Rente. Die Aufgabe seiner
beruflichen Verantwortung besserte seinen Zustand aber nicht. Er blieb erschöpft und
initiativelos und hatte das Gefühl, jede Tatkraft sei von ihm abgefallen.

Vorgeschichte. Als städtischer Sozialarbeiter hatte er sich um soziale Angelegenheiten und


Beschützte Werkstätten für Lernbehinderte zu kümmern. In seiner Freizeit war er zusätzlich
ehrenamtlich und politisch sehr aktiv gewesen.
Herr Jorgensen war immer ein aktiver Mensch gewesen. Er hatte großes Interesse an seiner
Arbeit, und seine Kollegen und Klienten lagen ihm sehr am Herzen.

Befunde. Bei der Untersuchung machte Herr Jorgensen einen sehr müden Eindruck.
Psychotische Symptome fanden sich nicht. Sein Gedächtnis war nicht betroffen, kognitive
Störungen waren bei ihm nicht festzustellen. Er erschien innerlich gespannt und gab an, er
fühle sich „„leer““.
Die körperliche Untersuchung erbrachte keinen auffälligen Befund.

Es handelt sich um das: ______________________________________ (Burnout-Syndrom)

Komponenten: Symptom dafür:

1. Emotionale Erschöpfung erschöpft fühlen, leer fühlen; ausgelaugt


fühlen

2. Abnahme persönlicher jede Tatkraft ist von ihm abgefallen


Leistungsfähigkeit

3. Depersonalisierung hat den Eindruck, seine Klienten nur noch


unpersönlich zu behandeln

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3.

In der beruflichen Sozialisation zum Arzt durchlaufen Medizinstudierende häufig


typische Prozesse von Einstellungsänderungen.
Eine Einstellung, die sich bei Medizinstudierenden –– Forschungsergebnissen zufolge ––
deutlich anders entwickelt als bei Vergleichsgruppen, ist der Zynismus.

Bitte ergänzen Sie die fehlenden Aussagen in dem folgenden Text (2,5 Punkte):

Medizinstudenten zeigen mit zunehmender Studiendauer eine signifikante Zunahme des

Zynismus. Hohe Zynismuswerte gehen –– wie Eron (1958) fand –– oft mit besseren

vorklinischen und schlechteren klinischen Leistungen einher. Die Forschung sieht darin u. a.

eine (kollektive) Reaktion der Studierenden auf die Ausbildungsbedingungen an den

Universitäten. Nach dem Studium nimmt der Zynismus bei Ärzten, die intensiven Kontakt mit

Patienten haben, wieder ab.

4.
Emotionen sind in drei Kategorien zu unterteilen. Nennen Sie diese bitte und geben Sie
zu jeder ein (Alltags-)Beispiel an. (3 Punkte)

Kategorie: Beispiel dafür:

1. Gefühle im engeren Sinne Angst, Ärger, Trauer usw.

2. Erlebnistönungen Zitrone angenehm/unangenehm sauer usw.;


emot. Konnotationen

3. Stimmungen Heiterkeit, Bedrücktheit, morose Stimmung.


usw.

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5.
Roth-Isigkeit et al. (2001) führten in der Klinik für Anästhesiologie der
Universitätsklinik Lübeck folgende Studie durch; sie berichten (Zusammenfassung):

„„In der vorliegenden Untersuchung wurde überprüft, ob eine über die übliche Prämedikationsvisite hinaus
erweiterte präoperative Vorbereitung, die mittels Videofilm realistische Informationen über den peri- und
insbesondere postoperativen Ablauf vermittelt, die Zufriedenheitseinschätzungen von Patienten nach (...)
kardiochirurgischen Eingriffen beeinflusst. 52 männliche Patienten wurden vor einem (...) herzchirurgischen
Eingriff prospektiv randomisiert folgenden Gruppen zugeteilt: Patienten der Experimentalgruppe erhielten
anhand eines Videofilms zusätzliche, psychologisch fundierte Informationen über den perioperativen Ablauf, die
auftretenden Anforderungen und potentiellen Bewältigungsmöglichkeiten der perioperativen Situation. Patienten
der Kontrollgruppe wurde ein Videofilm gleicher Länge ohne operationsbezogene Information gezeigt.
Am zweiten postoperativen Tag beantworteten die Patienten einen Fragebogen zur Erhebung der Zufriedenheit
mit Aspekten ihres stationären Aufenthaltes.
Patienten, die präoperativ realitätsgetreue Informationen über den perioperativen Ablauf erhalten hatten, waren
mit dem Operationsablauf signifikant zufriedener als Patienten, denen keine zusätzlichen operationsbezogenen
Informationen vermittelt wurden. Erweiterte präoperative Vorbereitung, die realistische Informationen über
peri- und insbesondere postoperative Abläufe vermittelt, kann die Zufriedenheit von Patienten mit dem
Operationsablauf erhöhen. Unsere Ergebnisse lassen annehmen, dass bei kardiochirurgischen Eingriffen eine
erweiterte präoperative Vorbereitung zu Verbesserungen der Patientenversorgung beitragen kann und in der
klinischen Routine verstärkt Anwendung finden sollte.““

Bitte finden Sie heraus:

a) Welches ist die unabhängige Variable (UV) in diesem Experiment? (0,5 Punkte)

Gabe der Information

b) Welches ist die abhängige Variable (AV)? (0,5 Punkte)

-> Zufriedenheit der Patienten

c) Welche Strategien der Kontrolle systematischer Fehler benutzten die Forscher?


(1 Punkt)
-> Kontrollgruppendesign, Randomisation

d) Ein gutes Prämedikationsgespräch wird nicht nur die Zufriedenheit der Patienten
erhöhen, sondern kann auch deren Angst vor dem Eingriff reduzieren.
Bitte nennen Sie fünf verschiedene (von neun) Umgehensweisen des Arztes mit den
Kranken, von denen bekannt ist, dass sie diesen Effekt bewirken sollen. (2,5 Punkte)

1. Prüfung des Vorwissens


2. Prüfung des individuellen Informationsbedürfnisses
3. Prüfung des individuellen Bewältigungsstiles
4. Aufklärung mittels psychologischer Gesprächstechniken
5. Eingehen auf direkt und indirekt geäußerte Emotionen
6. Vermitteln von Angstakzeptanz
7. Bereitstellen von intrapsychischen Kontrolltechniken
8. Bereitstellen direkter Kontrollmöglichkeiten (etwa Wahl, ob Prämedikation)
9. Vorbereitung von Begleitpersonen

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6.
In einem Fragenbogen wurde folgende Frage gestellt:

„„Wenn wir so weitermachen wie bisher, steuern wir auf eine Umweltkatastrophe zu.““

stimme stimme teils/teils stimme zu stimme voll zu


überhaupt nicht zu
nicht zu

(1) (2) (3) (4) (5)

Welche Skala ist in diesem Beispiel abgebildet (1 Punkt)?

Likert-Skala

7.

a) Welche Skalen-Niveaus von Daten sind zu unterscheiden? (2 Punkte)

1. Nominalskalierung
2. Ordinalskalierung
3. Intervallskalierung
4. Verhältnisskalierung

b) Die folgenden Begriffe beschreiben Grade der Bewusstseinsstörung. Auf welchem


Skalenniveau wird ihre Ausprägung erfasst? (1 Punkt)

1. Benommenheit: allgemeine Verlangsamung der psychischen Abläufe


2. Somnolenz: vermehrt einschlafbereit bzw. schläfrig
3. Sopor: tiefe Bewusstseinsstörung, der Kranke reagiert auf Schmerzreize mit
Abwehrbewegung
4. Koma: tiefste Bewusstlosigkeit ohne jede Reaktion auf Außenreize

Das Skalenniveau ist : ordinal

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8.
Bitte ergänzen Sie die Lücken des Textes (5 Punkte):

Albert, 11 Monate alt, zeigte keinerlei Furcht vor einer weißen Ratte, die ihm präsentiert
wurde. Offensichtlich wollte er sich ihr nähern, um sie zu untersuchen. Dieses Verhalten bei
Einführung eines noch neutralen Reizes wird als Orientierungsreaktion bezeichnet. Albert
zeigte jedoch Furcht, wenn hinter seinem Rücken laut ein Gong geschlagen wurde. Das laute
Geräusch wird als nicht-konditioninerter Reiz für die nicht-konditioninerte Reaktion
Furcht bezeichnet. Nach mehrmaliger gemeinsamer Darbietung von Geräusch und Ratte
wurde auch auf die Ratte allein, ohne dass ein Geräusch notwendig war, mit Furcht reagiert.
Eine Rattenfurcht (Phobie) war erlernt worden. Die Ratte hatte ihren neutralen Charakter
verloren und war zum konditionierten/bedingten für die konditionierte/bedingte
(Reaktion) Furcht geworden.

Bitte verfolgen Sie auch die weiteren Überlegungen:

Die beschriebene Form des Lernens nennt man Klassisches Konditionieren.


Hätte der Versuchsleiter die weiße Ratte dem kleinen Kind –– bevor es den Gong hörte ––
wiederholt gezeigt, hätte es nach einer Weile nicht mehr darauf reagiert. Diesen Effekt nach
repetitiver Stimulierung nennt man Habituation/Gewöhnung.
Würde er die Ratte, nachdem die Rattenphobie erlernt ist, wiederholt dem Kind zeigen und
dabei den Gongschlag weglassen, würde es nach einer gewissen Zeit aufhören, mit Furcht auf
den Anblick des Tieres zu reagieren. Es hätte dann eine Löschung/Extinktion stattgefunden.
Bei Albert beobachtete man nach dem mit ihm durchgeführten Experiment, dass er auch vor
dem Versuchsleiter eine gewisse Furcht hatte. Aus lerntheoretischer Sicht würde man hier von
einer Konditionierung höherer/zweiter Ordnung sprechen.
Außerdem war zu beobachten, dass der kleine Junge nun auch beim Anblick des Pelzmantels
der Mutter Furcht –– wenn auch nicht sehr stark –– zeigte. Dies ist Ausdruck einer
Reizgeneralisierung.

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9.

a) Wie nennt man die verhaltenstherapeutische Alternative zur Systematischen


Desensibilisierung bei der Behandlung einer situativen Primärangst (0,5 Punkt)

Reizüberflutungstherapie, Flooding

b) Worin unterscheidet sich diese Therapieform von der Systematischen


Desensibilisierung? (1 Punkt)

keine Angsthierarchie, Konfrontation des Patienten gleich mit dem am stärksten


angstauslösenden Reiz bzw. der entsprechenden Situation

Extinktion statt Gegenkonditionierung (0,5 Punkte)

10.
In dem Buch „„Strahlentherapie im Erleben der Patienten”” (Verres & Klusmann, 1998)
findet sich folgender Satz:

„„Viele Krebspatienten greifen zu den (...) alternativen Therapien, wenn (...) die sogenannte
Schuldmedizin keine Heilung mehr in Aussicht stellen kann.““ (S. 170).

Mit welchem psychoanalytischen Fachausdruck lässt sich der darin zu findende


„„Fehler““ benennen? (0,5 Punkte)

Es handelt sich hier um eine(n): Freud´sche Fehlleistung

11.
Welches (psychodynamische) Phänomen ist in dem folgenden Beispiel beschrieben?
(1 Punkt)

Am 22. September 1969 verschwand Susan Mason aus ihrer Heimatgemeinde im nördlichen
Kalifornien. Im Dezember desselben Jahres wurde ihre Leiche gefunden. 20 Jahre lang
wusste niemand, wer sie ermordet hatte. Dann, im Jahre 1989, nahm Susans Freundin Eileen
mit der örtlichen Staatsanwaltschaft Kontakt auf. Eileen erzählte den Ermittlern, dass eine
Psychotherapie bei ihr schreckliche Erinnerungen an das, was mit Susan geschehen sei,
aufgedeckt habe. Im Herbst 1990 sagte Eileen als Zeugin aus, dass ihr Vater George Franklin
vor mehr als 2 Jahrzehnten Susan sexuell belästigt und sie dann mit einem Felsbrocken
erschlagen habe. Eileen berichtete, dass ihr Vater ihr gedroht habe, sie zu töten, wenn sie
irgend jemandem etwas davon erzählen sollte.

Es handelt sich um : Verdrängung/verdrängte Erinnerung

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12.
Abwehrprozesse sind nach psychoanalytischer Vorstellung unbewusste Ich-Leistungen,
um Triebregungen zu beherrschen. Ist die Abwehr unvollständig, kann es –– vermittelt
über einen bestimmten Mechanismus –– zu (psychogenen) körperlichen Symptomen
kommen. Wie heißt dieser Mechanismus (1 Punkt.) und das Entstehen welcher
körperlichen Symptome ist durch ihn zu erklären (1 Punkt.) ?

Der Fachbegriff ist: Konversion(-ssymtome); Somatisierung

Nennen Sie eine Beispiel für darauf zurückzuführende körperliche Störungen:

(psychogene) Lähmung, Schmerzen; Magen-Darm-Beschwerden usw.

13.
Noch immer dürfte die Schmerztherapie bei Tumorpatienten in Deutschland
unzureichend sein. Nennen Sie bitte vier mögliche Gründe dafür. (2 Punkte)

1. unzureichende Abklärung der Schmerzursache


2. nicht korrekte Verordnung der Analgetika (wegen Angst vor Nebenwirkungen,
Überdosierung usw.)
3. mangelnde Kenntnis bezüglich zusätzlicher adjuvanter Medikamente u. der
Schmerztherapie
4. Furcht vor Abhängigkeit und Sucht
5. Unterschätzung von psychosozialen Einflüssen (etwa die Bedeutung eines
Beratungsgespräches für die Patienten)
6. Aufwand und Abneigung, sich mit der Btm-Verschreibungsverordnung zu befassen

14.
Sexuelle Funktionsstörungen können verschiedenen Abschnitten der sexuellen
Interaktion zugeordnet werden. Bitte nennen Sie je ein Beispiel (Diagnose) für eine
solche Störung und ordnen Sie es jeweils den zutreffenden Abschnitten zu (2,5 Punkte):

Abschnitte Diagnose
a) Sexuelle Annäherung Sexuelle Aversion

b) Sexuelle Stimulation Erektionsstörungen, Erregungsstörungen bei


der Frau
c) Koitus Vaginismus, Schmerzhafter
Geschlechtsverkehr
d) Orgasmus Vorzeitige oder ausbleibende Ejakulation,
Ejakulation ohne Befriedigung; Anorgasmie
e) Nachorgastische Reaktion Nachorgastische Verstimmung

15.
An welchem intrapsychischen Prozess wird ein akut Trauernder letztlich gehindert,
wenn der Arzt ihm Beruhigungsmittel verschreibt und er diese einnimmt? (1 Punkt)

die Trauerarbeit kann nicht abgeschlossen werden; die Phasen der akuten Trauer und
der Ablösung können nicht erreicht werden

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16.
Um welche Form der Gruppenarbeit handelt es sich in dem unten beschriebenen
Beispiel? Welche Phasen einer entsprechenden Sitzung werden dargestellt? Welche
Konstrukte stehen im Zentrum der Arbeit in dieser Gruppe? (3 Punkte)

Ein Kollege berichtet:


Er wird zu einer 32 Jahre alten, jungen Frau gerufen, die plötzlich zusammengebrochen war.
Er findet sie leblos in der Küche auf dem Fußboden liegend vor und beginnt sofort mit der
Reanimation. Mit ihm im Raum stehen der Ehemann der Patientin, ihr 4-jähriger Sohn und
ihre 9-jährige Tochter. Der Sohn fragt: „„Papa, was machen die denn da?““ Dieser antwortet:
„„Die machen die Mama heile““.
Nach 45 Minuten wird die Reanimation erfolglos beendet. Der Ehemann der Patientin wirft
sich fassungslos weinend an den Hals des Kollegen und klagt: „„Was wird denn nun aus den
Kindern? Wir haben doch gerade erst gebaut.““ Der kleine Junge schlägt mit seinen
Fäustchen auf den Notarzt ein: „„Du musst die Mama heile machen““.
Der Kollege ist von der Emotionsflut überfordert und weint ebenfalls. Er muss an seinen
eigenen Vater denken, der auch einem plötzlichen Herztod erlag. Die Sanitäter, die ihn zu der
Patientin begleitet hatten, haben sich kommentarlos „„verdrückt““. Nach einiger Zeit kommt
einer von ihnen zurück, bemerkt, dass sie „„so nicht weiterkommen““. Er bittet den zuständigen
Pastor, zur Krisenintervention zu kommen. Dieser ist für den Kollegen eine ungeheure
Erleichterung. Er zieht sich zum Ausfüllen des Totenscheins zurück.
Während des Berichts versagt ihm mehrfach die Stimme; er bekommt Hustenanfälle, die er
auf eine Bronchitis zurückführt. Nur mit Mühe ist es ihm möglich, die erneut aufkommenden
Emotionen zu unterdrücken. Er betont, dass ihm gerade der geschilderte Einsatz in
Erinnerung geblieben sei, weil er sich nicht unter Kontrolle gehabt habe. Zudem sehe er die
Kinder der Verstorbenen noch sehr oft, da sie in der gleichen Stadt wohnen wie er.
Die Gruppe ist ebenfalls sehr betroffen von der geschilderten Szene. Insgesamt wird das
Verhalten des Kollegen als richtig beurteilt: Er hat auch nach Beendigung seiner ärztlich-
technischen Arbeit Verantwortung übernommen. Im übrigen stellt sich heraus, dass er den
Herztod des eigenen Vaters noch nicht verarbeitet hat.
Die Tatsache, dass er und die Familie der Verstorbenen am selben Ort wohnen, erschwert
ihm die Verarbeitung des Geschehens. Eine Teilnehmerin schlägt vor, der Kollege solle mit
dem Pastor Kontakt aufnehmen, um mehr über das weitere Schicksal dieser Familie zu
erfahren.

a) Es handelt sich um die Arbeit in einer : Balint-Gruppe

b) Die berichteten Arbeitsphasen sind:

Falleinbringungsphase

Fallbearbeitungsphase

c) Die zentralen Konstrukte sind:

Übertragung und Gegenübertragung

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ABSCHLUßKLAUSUR

KURSUS DER MEDIZINISCHEN PSYCHOLOGIE

SS 2004

(Optimalantworten)

1.

Was versteht man unter dem „„Kummereffekt““? (1 Punkt)

- Erhöhung der Mortalität bzw. des Mortalitätsrisikos verwitweter


Personen nach dem Ableben der Ehepartnerin bzw. des Ehepartners.

(LB S. 91)

2.
Welche sechs Funktionen in Bezug auf seine / ihre Klientel kommen dem
Allgemeinarzt bzw. der Allgemeinärztin zu ? (3 Punkte)

- Haus- und familienärztliche Funktion;


- Sieb- und Verteilerfunktion;
- Langzeitbehandlung;
- soziale Integrationsfunktion;
- Koordinationsfunktion;
- Gesundheitsbildungsfunktion
(SK 159a)
3.
Nennen Sie bitte drei mimische Merkmale, welche darauf hinweisen, dass die
betreffende Person Angst erlebt! (1,5 Punkte)

- auseinandergezogener Mund; angespannte Lippen; hoch- und zusammen-


gezogene Augenbrauen; hochgezogene Oberlider; angespannte Unterlieder
(SK 139)

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4.
Wofür ist der Satz „„Der Orgasmus ist für die Frau nicht so wichtig““ ein Beispiel?
(1 Punkt)
- Sexualmythen (SK 120a)

Mit welcher Untergruppe der sexuellen Funktionsstörungen wird der


entsprechende Sachverhalt in Zusammenhang gebracht? (0,5 Punkte)

- „„Pseudostörung““ (LB 84) .

5.
Im Zusammenhang mit Präventionsmaßnahmen ist auch die Änderung von
Einstellungen von Bedeutung. Welche 3 Gruppen von Faktoren müssen dabei
berücksichtigt werden, da sie die Wirksamkeit von Beeinflussungsversuchen
determinieren?
Geben Sie für jede Faktorengruppe ein Beispiel (3 Punkte)

Faktorengruppe: Beispiel:

1. Merkmale des Kommunikators 1. Glaubwürdigkeit

2. Merkmale des Empfängers 2. Fähigkeit, Motivation

3. Merkmale der Botschaft 3. Qualität d. Argumente

(SK 27)

6.
Bei dem Versuch, Jugendliche vom Rauchen abzuhalten bzw. bereits
vorhandenes
Rauchverhalten zu reduzieren, werden drastische Videoaufnahmen von Lungen-
OPs und durch Rauchen geschädigte Lungen gezeigt. Dieser Beeinflussungs-
versuch wird möglicherweise fehlschlagen und im Beibehalten des Rauchens
durch die Jugendlichen bzw. in verstärktem Rauchen der Jugendlichen münden.

Wofür steht psychologisch dieses Verhalten? (1 Punkt)

- Reaktanz

Erläutern Sie bitte, welche intrapsychischen Prozesse zu diesem Verhalten


führen! (1 Punkt)

- Einschränkung der Entscheidungsfreiheit führt zum Gegenteil!

(SK 27)

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7.
Was versteht man unter einer pharmakologischen „„Doppelblindstudie““? (1
Punkt)

a) der Patient/Proband weiß nicht, ob Medikament oder Placebo (0,5 P.)


b) der Arzt/ Versuchsleiter weiß nicht, ob Medikament oder Placebo (0,5 P.)

Welche Störvariable soll damit kontrolliert werden? (1 Punkt)

- VL-Effekt/Rosenthal-Effekt (LB 17)

8.
Was wird lerntheoretische unter „„Prägung““ verstanden? (1 Punkt)

- irreversible Verhaltensänderung (0,5 P.)


- in sensiblen Zeitfenstern (0,5 P.)
- Definition im Skript , S. 79

9.
Die Europäische Organisation für die Erforschung und Behandlung von Krebs
(EORTC) hat für die Einteilung des Schweregrades von Symptomen und
Nebenwirkungen die „„Allgemeinen Toxizitätskriterien““ (CTC) entworfen. Für
das Symptom „„Übelkeit““ gibt es folgende Einteilung:

Übelkeit [0] [1] [2] [3]


Keine gering, normale mäßig, stark, keine
Nahrungs- Nahrungsaufnahm Nahrungsauf-
aufnahme möglich e vermindert nahme möglich

Welches Skalenniveau des angegebenen Antwortmodus kann uneingeschränkt


angenommen werden? (1 Punkt)

- Ordinalskalenniveau
(Skript, S. 78)

10.
Welches Skalenniveau haben die folgenden Variablen? (2 Punkte)

a) Behandlungsdauer in Tagen: verhältnisskalier)


b) Einteilung nach Tumorentitäten, z. B. Mamma-Ca,
Oesophagus-Ca etc. : nominalskaliert
c) Intelligenz (IQ-Skala): intervallskaliert
d) Schulbildung : ordinalskaliert

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11.
Empirische Untersuchungen ermöglichen es, Aussagen über bestimmte
Sachverhalte in Patienten- oder anderen Personengruppen zu machen. Da
meistens nicht alle Personen der sog. Grundgesamtheit (alle dazugehörigen
Individuen) erfasst werden können, wird oft nur ein Teil von ihnen (eine
Stichprobe) befragt. Diese Auswahl von Probanden geschieht –– aus Gründen der
Repräsentativität –– nach bestimmten Regeln. Im Folgenden werden solche
Strategien beispielhaft beschrieben.
Bitte geben Sie jeweils an, von welcher Art Stichprobe die Rede ist. (3 Punkte)

Beispiel Es handelt sich um die ...


Es soll untersucht werden, ob ein stratifizierte Zufallsauswahl
Stressbewältigungstraining den Blutdruck bei Patienten
mit Grenzwerthypertonie dauerhaft senken kann. Vor der
Stichprobenziehung werden Altersgruppen gebildet. Die
Datenauswertung erfolgt getrennt für jede Altersgruppe.
Aus früheren Studien ist bekannt: Werden Patienten Klumpenstichprobe
umfangreicher als üblich über den Ablauf einer
gastroskopischen Untersuchung informiert, haben sie
durchschnittlich weniger Angst davor. Jetzt soll geprüft
werden, ob das Hören der Lieblingsmusik den gleichen
wie oder einen noch größeren angstreduzierenden Effekt
als das umfangreiche Informieren hat. Um dies zu
untersuchen, werden alle Patienten aus fünf von fünfzig
Kliniken eines Bundeslandes in die Studie einbezogen.
Es sollen Krankenkassenmitglieder dazu befragt werden, einfache Zufallsauswahl
welche Medikamente sie selbst kaufen
(Selbstmedikation). Der Studienleiter wählt dafür jede
fünfte Person aus der Adressendatei der Versicherung
aus.

(LB 51)

12.
Nennen Sie einen psychologischen Test, der erlaubt, sowohl situative Angst als
auch Ängstlichkeit zu messen. (1 Punkt)

- State-Trait-Anxiety-Inventory (STAI) (LB 51)

13. Welche Abwehrmechanismen sind beschrieben? (Bitte eintragen!)

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(6 Punkte)

Beschreibung Es handelt sich um ...


Der Handelnde übernimmt unbewusst Identifikation
Verhaltensweisen, Einstellungen und
Werte einer anderen Person.
Für eine eigene Verhaltensweise wird Rationalisierung
eine rationale Scheinbegründung
gegeben, die wahren Motive werden
dabei unbewusst verschleiert.
Teile der angstmachenden äußeren Verleugnung
Realität werden von der Wahrnehmung
ausgeschlossen und evtl. durch
Wunschdenken und Tagträume ersetzt.
Eigene unerwünschte Impulse und Projektion
Gefühle werden anderen Personen
zugeschrieben.
Zurückfallen eines Menschen in Regression
lebensgeschichtlich frühere
Verhaltensweisen, die nicht mehr
altersadäquat sind.
Inakzeptable Triebregungen lösen dem Reaktionsbildung
Antrieb entgegengesetzte
Verhaltensweisen aus.

(LB 60)

14.
Mit welchen zwei lerntheoretischen Modellen lässt sich das so genannte „„Nord-
Süd-Gefälle““ bezüglich der Schmerzäußerung in Europa erklären? (2 Punkte)

- Modell-Lernen
- operantes Konditionieren (LB 44)

15.

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Bitte tragen Sie –– dem Lehrbuch von Wilker et al. folgend –– die sechs fehlenden
Modellkomponenten (Phasen und Aufgaben) ein: (6 Punkte)

Trauerphasen

1. Initiale Phase Akute 2. Ablösungsphase


Trauerphase

3. den Verlust als 4. den 5. sich anpassen an eine Umwelt, in


Realität Trauerschmerz der der Verstorbene fehlt
akzeptieren erfahren

6. emotionale Energie abziehen und


in eine andere Beziehung investieren

Traueraufgaben

(LB 90/91)

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16.
Die Trauerreaktion betrifft im Allgemeinen mehrere Funktionsbereiche der
Psyche, wie das folgende Beispiel zeigt:

„„Eine 40jährige Frau verlor ihren Mann bei einer Brandkatastrophe. Zunächst
war sie ganz verzweifelt, weinte bitterlich ... Sie war so aus der Bahn geworfen,
dass sie den Psychiater aufsuchte. Im therapeutischen Gespräch zeigte sich, dass
die Erinnerungen an ihren Mann sie an nichts anderes denken ließen und dass sie
Angst hatte, verrückt zu werden. Sie hatte lebhafte visuelle Vorstellungen von
seiner Anwesenheit, wie er morgens zur Arbeit gehe usw. Sie stellte sich lebhaft
vor, wie es wäre, wenn er zurückkäme. Allmählich aber gelang es ihr, den Verlust
zu akzeptieren, nachdem sie lange mit dem Psychiater über ihren Mann
gesprochen hatte. Später begann sie, alte Aktivitäten wieder aufzugreifen, und sie
plante die Rückkehr in ihren Beruf.““

Bitte finden Sie heraus, welche der beschriebenen seelischen Reaktionen typisch
für Trauernde sind. Bestimmen Sie dann auch, welchen Funktionsbereichen der
Psyche sie jeweils zuzuordnen sind. (Beachten Sie, dass teilweise mehrere dieser
Trauerreaktionen zu je einem Funktionsbereich gehören können.) (4 Punkte)

Funktionsbereich der Psyche: Beschriebene Trauerreaktion:

1. Emotionen Verzweiflung; Angst, verrückt zu werden

2. Wahrnehmung visuelle Vorstellungen von der Anwesenheit


des Verstorbenen

3. Denken intensive Beschäftigung mit dem Toten;


planen, in den Beruf zurückzukehren

4. Verhalten/Handeln Weinen; alte Aktivitäten aufgreifen


(LB 89 / Skript 7a)

( die Funktionsbereiche wurden nur gewertet, wenn auch die Trauerreaktionen genannt
waren!)

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Klausur WS 04/05 mit Optimalantworten:

1 a) Wozu sind Ärztinnen und Ärzte nach Maßgabe der Berufsordnung bzw. der Richtlinien der
Bundesärztekammer verpflichtet? (Nennen Sie bitte mindestens 6 von 11 Punkten, je 0,5 P.)

Verpflichtet sind sie zu:


- Menschlichkeit
- Erhaltung des Lebens
- Schutz der Gesundheit
- Linderung von Leiden
- Gleichbehandlung aller
- Gewissenhaftigkeit des Handelns
- Verschwiegenheit
- kollegialer Zusammenarbeit
- fachlicher Fortbildung
- Aufklärung über Diagnose
- Sterbebegleitung ( 3 Punkte, je 0,5)

1 b) Welche beiden genannten Aufgaben implizieren die größte medizin-psychologische


Kompetenz seitens des Behandlers?

1.___________________________

2.____________________________
(1 Punkt, je 0,5)

2. In welcher Weise verändert sich nach einer US-amerikanischen Studie die zynische und die
humanitäre Einstellung von Studierenden der Medizin im Laufe ihrer universitären
Ausbildung?

1. Zynismus:
___________________________________________________________
___________________________________________________________

2. Humanitarismus:

___________________________________________________________
___________________________________________________________

Optimalantwort:
Die als unabhängig voneinander zu betrachtenden Merkmale „„Zynismus““ und „„Humanitarismus““
verändern sich nach den Ergebnissen verschiedener Studien wie folgt: Der Zynismus nimmt im Laufe
des Medizinstudiums zu, der Humanitarismus dagegen nimmt im Laufe des Medizinstudiums ab.

2 Punkte

3. Welche vier Hauptfunktionen von Einstellungen können unterschieden werden? (2 Punkte, je


0,5)
1. ________________
2. ________________
3. ________________
4. __________________

x Ausdruck eigener Werte und der Selbstverwirklichung


x instrumentelle oder Anpassungsfunktion
x Ich-Verteidigungsfunktion
x Ökonomiefunktion
2 Punkte

Klausur WS 2004/05 1

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4. In welche drei Kategorien lassen sich menschliche Gefühlserlebnisse differenzieren?


Geben Sie bitte für jeden Bereich eine Erläuterung.
(3 Punkte, je 0,5)

1. ______________________________________

Erläuterung: ___________________________________________________________
______________________________________________________________

2. ____________________________________________

Erläuterung: ____________________________________________________________________
___________________________________________________________

3. ______________________________________________

Erläuterung: ________________________________________________________________
_________________________________________________________________

Optimalantwort:
1. Stimmungen
2. Merkmale Stimmungen: z. B. diffuses Zumutesein, relativ überdauernd
3. Erlebnistönungen
4. Merkmale Erlebnistönungen: z. B. Begleiterscheinungen von Erfahrungen und kognitiver
Bewußtseinsinhalte
5. Gefühle im engeren Sinne
6. Merkmale Gefühle im engeren Sinne: z. B. akute seelische Empfindungen, dynamische
Verlaufsgestalt, Figur auf Grund Charakter
3 Punkte

5. Mit dem Experiment von Schachter & Singer (1962) sollte überprüft werden, inwieweit bei der
Entstehung von Emotionen zwei Faktoren zusammenwirken. Um welche zwei Faktoren handelt
es sich? (1 Punkte, je 0,5)

1. ______________________________________

2. _____________________________________

Optimalantwort:
- Kognition
- physiologische Erregung 1 Punkt

Klausur WS 2004/05 2

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6. Im Rahmen eines klinischen Forschungsprojekts zu Hirnleistungsstörungen wird ein


Experiment durchgeführt, um den Effekt eines Medikamentes auf die Gedächtnisleistung der
Patienten einschätzen zu können. Dazu werden die Mitglieder einer Kontrollgruppe (in dieser
wurde ein Placebo verabreicht) und die Mitglieder einer Versuchsgruppe (in dieser wurde das
Medikament verabreicht) jeweils einem Gedächtnis-Leistungstest unterzogen. Die
Versuchsbedingungen (außer der Medikament- bzw. Placebogabe) sind für beide Gruppen
gleich.

a) Welche Größe wäre in diesem Fall als unabhängige Variable zu bezeichnen?


______________________________________________

Medikamentengabe (0,5 P.)

b) Welche Größe wäre als abhängige Variable zu bezeichnen?

________________________________________

Gedächtnisleistung (0,5 P.)


1 Punkt

c) In welcher der Patientengruppen ist ein Placeboeffekt zu erwarten?


in der Kontrollgruppe €
in der Versuchsgruppe €
in beiden Gruppen €9 1 Punkt

d) Das Alter der betreffenden Patienten könnte einen Einfluß auf das Ergebnis des Gedächnis-
Leistungstest besitzen. Nennen Sie bitte mindestens drei Verfahren, mit denen der Einfluß
dieser systematischen Störvariablen kontrolliert werden könnte!

1. ________________________________
2. ________________________________
3. ________________________________

1. Randomisierung, 2. Parallelisierung, 3. Einbringen der Störvariable als UV in multivariates


Design, 4. Stratifizierung (je 0,5 P.),
1, 5 Punkte

e) Der Gedächnistest besteht darin, daß die Patienten gebeten werden, möglichst viele Wörter
aus einer 5 Minuten zuvor dargebotenen Liste zu reproduzieren. Auf welchem Skalenniveau
bewegt sich die Variable „„Wortreproduktion““?

_____________________________________________

Verhältnisskala 1 Punkt

Insgesamt 4,5 Punkte

Klausur WS 2004/05 3

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7a) Welche vier Gruppen von Verhaltenskonsequenzen (Vierfelderschema), die zu einer


Verhaltensänderung führen, werden gemäß den Prinzipien des Operanten Konditionierens
unterschieden? (je 0,5 Punkte)
a) positive Verstärkung
b) negative Verstärkung
c) Bestrafung durch Verstärkerentzug
d) Bestrafung durch aversive Konsequenzen
2 Punkte

7 b) Krankenkassen bieten für Patienten mit chronischen Schmerzen unter anderem


„„Rückenschulungen““ an. Teilnehmer nennen nach Besuch eines solchen Kurses
unterschiedliche Auswirkungen auf ihr Wohlergehen:
x Mehr Bewegungsfreiheit; geliebten Beschäftigungen kann wieder nachgegangen werden.
(a)
x Der Schmerz lässt nach. (b)
x Weniger Bewegungsfreiheit; geliebte Tätigkeiten müssen unterlassen werden. (c)
x Der Schmerz nimmt zu. (d)
Diese Auswirkungen bei den Teilnehmern der Rückenschulung können als „„Konsequenzen““ im
Sinne von Belohnung und Bestrafung verstanden werden. Bitte ordnen Sie diese Beispiele
den Verhaltenskonsequenzen im Vierfelderschema zu!
Je 0,5 = 2 Punkte)

Verhaltenskonsequenzen nach operatem Konditionieren:

a): ____________________________________ b): ___________________________________

Beispiel zu a) : __________________________ Beispiel zu b): _________________________

__________________________________ ____________________________________

c): ___________________________________ d): ___________________________________

Beispiel zu c) : __________________________ Beispiel zu d): __________________________

_________________________________ ____________________________________

7 c) Bitte erklären Sie, worin der Unterschied zwischen positiver und negativer Verstärkung
besteht?

_____________________________________________________________________________
______________________________
_____________________________
1 Punkt

Insgesamt 5 Punkte

Klausur WS 2004/05 4

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8. Für den Umgang mit Patienten kann das Wissen des Arztes über die Prinzipien des
Operanten Konditionierens hilfreich sein.
Geben Sie bitte mindestens drei Beispiel dazu! (je 0,5 P. = 1,5 P.)

Optimalantworten:
Um den Vorgang des „„verbalen Konditionierens““ im Arzt-Patient-Gespräch zu verstehen und das
Verfahren einsetzen zu können,
um zu erkennen, daß die Compliance (Therapietreue) von Patienten durch negative Verstärkung (z.B.
Wegfall oder Besserung von Symptomen) gefördert wird,
um die Wirungsweise der Therapiemethode des Bio-Feedback erklären zu können,
um den Prozeß der Chronifizierung von Schmerz(verhalten) im Sinne des FORDYCE-Modells erklären
zu können.
1,5 Punkte

9. a) Welche psychischen Modalitäten werden nach Freud im topographischen


Persönlichkeitsmodell unterschieden?
b) Nennen und Erläutern Sie bitte des weiteren die Instanzen, die das Strukturmodell Freuds
ausmachen

a) topographisches Modell:
1. _______________
2. _______________
3. _______________
1.-3. unbewußt, vorbewußt, bewusst (je 0,5 P. = 1,5 Punkte)

b) Instanzen:

1.___________________

Erläuterung:

2. ____________________

Erläuterung:

3. _____________________

Erläuterung:

Optimalantworten:
1. Es; Bereich der Triebe (0,5 + 0,5 Pkte]
2. Ich; Realitätskontrolle als Vermittlung zwischen inneren und äußeren Anforderungen/
Geistige Funktionen, Vermittlung zwischen ES und ÜBER-ICH/ Angstabwehr ( 0,5 + 0,5 Pkte)
3. Über-Ich; persönliche, familiäre und gesellschaftliche Normen (Wertmaßstäbe), Ideale und Tabus
bzw. elterliche und familiäre Gebote und Verbote, Ich-Ideal [0,5 + 0,5 Punkte]
3 Punkte

Insgesamt 4,5 Punkte

Klausur WS 2004/05 5

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10. Beschreiben Sie bitte die Abwehrmechanismen „„Isolierung des Affekts““ und
„„Reaktionsbildung““ (je 0,5 Punkte) und geben Sie bitte jeweils ein Beispiel medizin-
psychologischer Relevanz (je 0,5 Punkte).

1. Isolierung vom Affekt: ___________________________________________________


_____________________________________________________
Beispiel: _________________________________________________________________
__________________________________________________________________
___________________________________________________________________

2. Reaktionsbildung: _________________________________________________________
____________________________________________________________
Beispiel: ____________________________________________________________________
__________________________________________________________________
___________________________________________________________________
Optimalantwort:
1. Affektisolierung: Affekte, die - an Über-Ich-Ansprüchen gemessen - nicht akzeptabel sind, werden
unbewußt abgespalten und traumatische Ereignisse ohne erkennbare Emotion geschildert
entspr. Beispiel
Reaktionsbildung: unbewußt inakzeptable Triebimpulse veranlassen eine Person zu einer
entgegengesetzten Verhaltensweise
entspr. Beispiel
Insgesamt 2 Punkte

11. Welche Formen sexueller Störungen (in Klassen A / B) und Subklassen (a / b) lassen sich
unterscheiden?

Sexuelle Störungen (Klasse) A: _______________________________________________

Subklasse a)___________________________________

Subklasse b) ___________________________________

Sexuelle Störungen (Klasse) B: ______________________________________________

Subklasse a)__________________________________________

Subklasse b)___________________________________________

Subklasse c)____________________________________________________

Optimalantwort:
A) sexuelle Deviationen (Abweichungen) von gesellschaftlich als normal geltendem Sexualverhalten,
bei denen weiter zu unterscheiden ist zwischen Deviationen in bezug auf das a) Sexualobjekt (z.B.
Pädophilie) und Deviationen in bezug auf die b) Praktik (z.B. Sadismus, Masochismus), auch: Störung
der sexuellen Identität.

B) sexuelle Funktionsstörungen, bei denen wiederum die Subklassen der a) somatogenen und b)
psychogenen Störungen, c) Pseudostörungen zu unterscheiden sind;

Je Angabe 0, 5 Punkt = insgesamt 3,5 Punkte

Klausur WS 2004/05 6

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12. Erläutern Sie, was man unter Scham versteht (mindestens 3 Aspekte, je 0,5 Punkte) und
führen Sie aus, was Ärzte tun können, um ihren Patienten möglichst Scham-provozierende
Situation zu ersparen oder zu erleichtern (mindestens 3 Beispiele, je 0,5 Punkte).
(vgl. LB. S. 86 u. 88)
Scham:
___________________
____________________
______________________

x Menschliche Unlustreaktion, die sich auf die Verletzung der Intimsphäre bezieht;
x aber auch andere soziale Bereiche betreffen kann;
x Grundlage der Scham ist das Bewußtsein, durch bestimmte Handlungen oder Äußerungen
sozialen Erwartungen nicht entsprochen zu haben bzw. gegen wichtige Normen und
Wertvorstellungen verstoßen zu haben.

Verhalten des Arztes:

____________________
______________________
________________________

Der Arzt sollte,


x sein Verhalten erklären;
x die Intimsphäre des Pt nur insoweit berühren, wie es wirklich notwendig ist;
x empathisch auf Schamreaktionen des Patienten eingehen, sie ggf. vorwegnehmen, sie
respektieren
x bzw. mit Angaben des Pt. empathisch und wertschätzend umgehen.
Insgesamt 3 Punkte

13. Anhand welcher zentraler Aspekte lassen sich Angst und Furcht aus psychologischer Sicht
voneinander unterscheiden. Geben Sie zu Angst und Fircht jeweils 2 Aspekte an! (2 Punkt, je
0,5)?

Angst: Furcht:
___________________________________ _____________________________________

____________________________________ _____________________________________

____________________________________ _____________________________________

Optimalantwort:
x Furcht ist gegenstandsbezogen, bezieht sich auf eine reale Gefhr, bei Angst kann die
Gefahrenquelle nicht genau bestimmt werden
x Furcht ist mit der Aktionstendenz Flucht verknüpft, bei Angst scheinen Aktionstendenzen zunächst
gehemmt.
(nach Lang u. Faller, S. 95)

2 Punkte

Klausur WS 2004/05 7

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14. Welche vier Traueraufgaben stellen sich einer Person, die den Verlust eines ihr
nahestehenden Menschen zu beklagen hat? (je 0,5 Punkte)

1. Den Verlust als Realität akzeptieren.

2. Den Trauerschmerz erfahren

3. Sich an eine Umwelt anpassen, in welcher der Verstorbene fehlt.

4. Emotionale Energie abziehen und in eine andere Beziehung investieren.

2 Punkte

Summe: 40 Punkte

Klausur WS 2004/05 8

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Abt. für Med. Psychologie und Med. Soziologie –– Abschlussklausur SS 2005, Lösung

Optimal-Antworten
ABSCHLUSSKLAUSUR
SEMINAR MEDIZINISCHE PSYCHOLOGIE UND
MEDIZINISCHE SOZIOLOGIE
SS 2005

Aufgabe 1
In der Psychologie lassen sich drei große Schulen bzw. theoretische Modelle
unterscheiden. Bitte nennen Sie diese und beschreiben Sie den zentralen
Untersuchungsgegenstand dieser drei Schulen. (4,5 Punkte)

1. Schule: Kognitivismus
zentraler Untersuchungsgegenstand: Bewusstsein

2. Schule: Psychoanalyse
zentraler Untersuchungsgegenstand: Triebe und unbewusste Inhalte

3. Schule: Behaviorismus
zentraler Untersuchungsgegenstand: äußeres Verhalten (Reaktionen, Reflexe)

Aufgabe 2

Das Phasenmodell des Ausbrennens nach Edelwich (1980) („„burnout““) umfasst


fünf Stufen („„stages of desillusion““). Nennen Sie die ersten vier Stufen! (2
Punkte)

1.) „„enthusiasm““/Enthusiasmus
2.) „„stagnation““/Stagnation
3.) „„frustration““/Frustration
4.) „„apathy““/Apathie

Aufgabe 3
Welche Umstände begünstigen nach empirischen Untersuchungen das Wirken
eines verabreichten Placebos? Nennen Sie mindestens vier dieser Variablen!
(2 Punkte)
- Art der Erkrankung
- Persönlichkeitsmerkmale des Arztes
- Persönlichkeitsmerkmale des Patienten
- Situative Merkmale
- Darreichungsform
- Merkmale des subjektiven Erlebens und Empfindens

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Abt. für Med. Psychologie und Med. Soziologie –– Abschlussklausur SS 2005, Lösung

Aufgabe 4

Ordnen Sie die folgenden Untersuchungsvarianten nach dem Ausmaß an


interner und externer Validität in das nachfolgende Vierfelder-Schema ein! (4
Punkte)

a) experimentelle Felduntersuchung
b) experimentelle Laboruntersuchung
c) quasiexperimentelle Felduntersuchung
d) quasiexperimentelle Laboruntersuchung

geringe externe Validität hohe externe Validität


geringe interne Validität d) quasiexperimentelle c) quasiexperimentelle
Laboruntersuchung Felduntersuchung
hohe interne Validität b) experimentelle a) experimentelle
Laboruntersuchung Felduntersuchung

Aufgabe 5

Krebskranke müssen im Rahmen ihrer ärztlichen Behandlung oft Medikamente


einnehmen, die als Nebenwirkung Übelkeit auslösen. Manche unter ihnen
entwickeln im Laufe der Behandlung schon dann Übelkeit, wenn sie vor
unmittelbarem Beginn eines erneuten Therapiezyklus den Krankenhausgeruch
wahrnehmen. Wie erklärt sich lerntheoretisch das Entstehen dieses
Phänomens? Bitte benennen Sie die entsprechenden Stimuli! (2,5 Punkte)

Erklärung: Klassische Konditionierung

Erläuterung:

Auf das Medikament (unconditioned stimulus, US) folgt die Übelkeit (unconditioned
reaction, UR). Der Krankenhausgeruch ist zunächst der neutrale Reiz (NS). Da das
Medikament immer in Verbindung mit dem Krankenhausgeruch steht (Assoziation),
löst nach einiger Zeit bereits der Krankenhausgeruch (CS) die Übelkeit (CR) aus.

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Abt. für Med. Psychologie und Med. Soziologie –– Abschlussklausur SS 2005, Lösung

Aufgabe 6

Im Folgenden sind Methoden der Einstellungsmessung dargestellt. Wie werden


diese jeweils benannt? (3 Punkte)

a) Wie zufrieden sind Sie mit Ihrem Arzt?

1. nicht zufrieden
2. wenig zufrieden
3. mittelmäßig zufrieden
4. ziemlich zufrieden
5. sehr zufrieden

Es handelt sich um ein/e: Ein-Item-Skala

b)
Gute Ärzte……. stimme stimme stimme
nicht zu zum Teil völlig
zu zu
…… informieren ihre Patienten verständlich.
…… gehen auf die Gefühle ihrer Patienten ein.
…… tragen saubere Kleidung.
…… machen einen vertrauenswürdigen
Eindruck.

Es handelt sich um ein/e: Likert-Skala

c) Bitte beurteilen Sie den nachfolgenden Einstellungsgegenstand:


(Zutreffendes bitte ankreuzen)

„„Alkoholabhängige““

gut +3 +2 +1 0 -1 -2 -3 schlecht
wertvoll +3 +2 +1 0 -1 -2 -3 wertlos
freundlich +3 +2 +1 0 -1 -2 -3 unfreundlich

Es handelt sich um ein/e: semantisches Differential

Für ein Ankreuzen gab es hier übrigens keinen Zusatz-Punkt! -

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Abt. für Med. Psychologie und Med. Soziologie –– Abschlussklausur SS 2005, Lösung

Aufgabe 7

„„Der Allgemeinmediziner Dr. Kuhnert berichtet einer Kollegin, dass einer seiner
‚‚schwierigen’’ Patienten (es wurde bei ihm „„Altersdiabetes““ diagnostiziert, deretwegen
er mit Tabletten behandelt würde) in letzter Zeit noch häufiger als sonst viel Zeit bei
ihm verbringen möchte. Etwa würde er ihm, obwohl das Wartezimmer auch für den
Patienten sichtbar voll sei, ausführlichst von seinem Hobby, dem
Briefmarkensammeln, erzählen, gerade auch dann, wenn die Frau des Patienten
nicht zu Hause sei. Des öfteren, aber nicht immer, habe er als sein Arzt diese
Gespräche, die weit über krankheits- und therapiebezogene Inhalte hinaus gegangen
seien, der Höflichkeit halber ‚‚mitgemacht’’. Dann habe ihm sein ‚‚Sorgenkind’’ jedes
Mal bestätigt, was für ein guter und beruhigender Doktor er sei. Jetzt sei ihm dies
allerdings zu viel geworden, er brauche seine Zeit schließlich auch für die anderen
Patienten.““

Die verhaltenstherapeutisch ausgebildete Kollegin analysiert die beschriebene


Arzt-Patient-Interaktion mittels des SORKC-Modells nach Kanfer. Bitte tragen
Sie in die folgende Tabelle die Benennung der Kürzel ein und ordnen Sie das
Verhalten des Patienten den entsprechenden Bestimmungsstücken des
Modells zu. (4 Punkte)

Kürzel bedeutet Passage aus dem oben Beschriebenen


S Stimulus sich einsam fühlen/Abwesenheit der Ehefrau
R Reaktion Aufmerksamkeit bekommen wollen, viel reden
K Konsequenzen Zuwendung des Arztes ist eine positiver
Verstärker des problematischen
Patientenverhaltens; od. Lob des Patienten ist
eine positiver Verstärker für das zuwende
Arztverhalten
C Kontingenz „„Mitmachen““ des Arztes bei Gesprächen: des
öfteren, nicht immer (intermittierende
Verstärkung!); od. Patient lobt Arzt jedes Mal bei
Zuwendung (kontinuierliche Verstärkung)

richtig war auch K = Kontingenz und C = consequence

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Abt. für Med. Psychologie und Med. Soziologie –– Abschlussklausur SS 2005, Lösung

Aufgabe 8

Welche Abwehrmechanismen sind im Folgenden am ehesten beschrieben?


(3 Punkte)

Verhalten des Patienten beschriebener


Abwehrmechanismus
Ein 50-jähriger Mann besteht darauf, es ginge ihm
gut, und verlässt die kardiologische Station trotzt Verleugnung
anders lautenden Empfehlungen der Ärzte auf
eigene Verantwortung. Er war zuvor wegen einer
Herzattacke in die Klinik eingeliefert worden.
Eine 25-jährige Frau, die wegen einer Abtreibung
in der Klinik ist, berichtet, sie sei wütend auf ihren Projektion
Freund, der sie zu der Abtreibung veranlasst habe.
Sie weigert sich, ihn während der Besuchszeit zu
sehen. Ihre Mutter berichtet allerdings, ihre Tochter
habe selbst auf dem Schwangerschaftsabbruch
bestanden.
Ein 14-jähriger Junge, der am nächsten Tag am
Knie operiert werden soll, überrascht die Ärzte und Reaktionsbildung
Schwestern: Er erscheint ihnen ausgesprochen
heiter und fast überfröhlich. Nach der Operation
weint er stundenlang.

Aufgabe 9

Nach der pathogenetischen Schmerzeinteilung werden verschiedene


Schmerzformen unterschieden. Bitte benennen Sie diese und geben Sie je ein
Beispiel (in Form einer Diagnose, eines Syndroms oder eines Symptoms). (4
Punkte)

Schmerzform Diagnosebeispiel(e)
Nozizeptor-Schmerz Wundschmerz, Zahnweh
Neuropathischer Schmerz Karpaltunnel-Syndrom,
Phantomschmerz, Herpes-Zoster-
Neuralgie
Schmerzen durch Fehlregulation Lumbago, Morbus-Sudeck;
Rückenschmerzen durch
Muskelverspannungen
Psychosomatischer (psychogener) Somatoforme Schmerzstörung;
Schmerz Migräne (es gibt immer noch die
Hypothese der Psychogenese bei
diesem Syndrom); Schmerzen ohne
organischem Befund bei
zugrundeliegendem Konflikt, usw.

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Abt. für Med. Psychologie und Med. Soziologie –– Abschlussklausur SS 2005, Lösung

Aufgabe 10
Um welche Angstsyndrome handelt es sich bei den beschriebenen Beispielen
(aus dem Angstmanual des Deutschen Hausärzteverbandes)? Benennen Sie
diese bitte orientiert an dem Entscheidungsbaum von Strian (1984). (2 Punkte)

a) „„Dauerhafte, unangemessene und exzessive Furcht und Vermeidung spezifischer Objekte oder
Situationen. Die häufigsten Phobien betreffen Tiere (z. B. Spinnen, Schlangen, Hunde, Ratten),
Höhen, enge Räume, Flugzeuge und den Anblick von Blut, Verletzungen oder Spritzen.““
Primärangst, situativ

b) „„Bei der Zwangskrankheit lässt die enge Kopplung der Angst an die oft
bedrohlichen oder aggressiven Zwangsvorstellungen und das Auftreten der Angst bei
Unterdrückung des Zwangsverhaltens die zugrunde liegende Zwangsstörung meist
unmittelbar erkennen.““
Sekundärangst, psychiatrisch

c) „„Als sehr charakteristisch gilt die ängstliche Erregung bei Hyperthyreose-


Patienten. Die Analogie zur Angst bei Panikstörung ist dabei durch die psychischen
Beeinträchtigungen wie Ruhelosigkeit, ängstliche Anspannung und Erregung (bei
verminderter Leistungs- und Belastungsfähigkeit) und die körperliche
Symptomvielfalt (Tachykardie und Palpitationen, Schwitzen, Atemnot,
Muskelschwäche, Gewichtsabnahme etc.) gegeben““.
Sekundärangst, organisch

d) „„Dauerhafte und exzessive Furcht oder Sorgen von mindestens sechs Monaten Dauer. Die
Befürchtungen drehen sich um mindestens zwei Lebensbereiche (z.B. Arbeit, Finanzen und Ehe) oder
um einen Lebensbereich, wenn die Patienten generell grüblerisch sind und zu häufigen Sorgen
neigen. Wichtig ist, dass die Person es schwierig finden muss, die Sorgen zu kontrollieren. Typische
Symptome sind ständig erhöhte Erregung, Nervosität, Anspannung, Hypervigilanz oder vegetative
Beschwerden.““
Primärangst, spontan

Aufgabe 11
Bitte beschreiben Sie die drei Bestandteile des
Selbstverstärkungsmechanismus, der die Chronifizierung sexueller
Funktionsstörungen erklären kann! Nennen Sie darüber hinaus einen
intrapsychischen und einen sozialen Faktor, die zwischen die ““ursprünglich
auslösenden”” Bedingungen einer sexuellen Funktionsstörung und die diese
aufrechterhaltenden Einflussgrößen treten (vermittelnder Faktor)! (5 Punkte)

Selbstverstärkungsmechanismus nach aufgetretener sexueller Funktionsstörung:


1. Selbstbeobachtung
2. Erwartungsangst
3. Verselbständigung der sexuellen Funktionsstörung (Aufbau von
Vermeidungsverhalten; Aufrechterhalten durch negative Verstärkung = 0,5 P)

Vermittelnde Faktoren:
1. Partnerreaktion (wurde „„Erwartungen des Partners““ o. ä genannt gab es 0,5 P)
2. Persönlichkeitsmerkmale (wurden Beispiele dafür genannt gab es 0,5 P)

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Abt. für Med. Psychologie und Med. Soziologie –– Abschlussklausur SS 2005, Lösung

Aufgabe 12

In einem Artikel über Eltern, deren Kind verstorben ist, ist zu lesen:
„„... Viele Eltern haben den Eindruck, sie befänden sich während der ersten Wochen
nach dem Tod ihres Kindes in einem Nebel. Zuerst scheinen sie nur Beobachter all
dessen zu sein, was um sie herum vor sich geht. Diese Reaktionen sind ‚‚Hilfsmittel
der Natur’’, die beim Umgang mit dem Verlust eines Kindes helfen sollen. Die
menschliche Psyche lässt nur soviel an bewusstem Erleben zu, wie sie auch
verarbeiten kann. Alles, was dieses Maß übersteigt, wird zunächst einmal ‚‚weg
geschoben’’. Dieser Zustand kann Minuten, Stunden, Tage oder Wochen dauern. So
normal all diese Reaktionen auch sein mögen, so können sie doch von anderen
Personen, die mit ihnen nicht vertraut sind, missverstanden werden. Diese
Menschen glauben fälschlich, dass der Trauernde gefühllos sei und unfähig, den
Schmerz über den erlittenen Verlust auszudrücken. Weinen oder Schreien markiert
gewöhnlich den Beginn der zweiten Phase der Trauer. Manche Eltern berichten, ihr
Kind wie immer spielend und laufend in der Wohnung ‚‚gesehen’’ zu haben. Wenn für
die Eltern der Tod des Kindes als Realität begriffen wird, beginnt in der Regel
intensives Leid. Weinen, Schluchzen und unablässiges Reden sind ganz normal.
Trotz allen erdenklichen Trostes, der ihnen geboten wird, werden sie sich unendlich
allein fühlen. Nach ca. einem Jahr beruhigen sich bei vielen Menschen die starken
Gefühlsreaktionen.““ (nach C. Fleck-Bohaumilitzky, www.familienhandbuch.de, 6. Juni
2005)

Welche Phasen der Trauer werden beschrieben. An welchen der im Text


beschriebenen Reaktionen der Eltern ist dies zu erkennen? Bitte ordnen Sie
diese jeweils zu! (4 Punkte)

Phase Entsprechende Passage des oben stehenden


Textes
1)
Initiale Phase, Schock befänden sich nach dem Tod des Kindes im
Nebel; Beobachter all dessen, was um sie
herum geschieht
2a)
Akute Trauer: Kind in der Wohnung sehen; Weinen, Schreien
Sehnsucht/Suche
2b)
Akute Trauer: Weinen, Schluchzen; unablässiges Reden
Desorganisation/Verzweiflung
3)
Ablösephase beruhigen der starken Gefühlsreaktionen

wurde ausschließlich „„Akute Trauer““ bei 2) genannt = 0,5 P + höchstens 0,5 P für ein
Beispiel
Summe: 40 Punkte
Scheinerwerb ab 24 Punkte

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Seminarklausur WS 05/06: Optimalantworten 10.02.06


Punkte 40, Scheinerwerb ab 24

Auch Suboptimalantworten wurden positiv gewertet, sie sind mit SO gekennzeichnet.

1. Welcher Funktionsbereich der Psyche ist in den folgenden Beispielen hauptsächlich


(unterstrichen gekennzeichnet) je beschrieben? Bitte finden Sie dies für jede
geschilderte Beispiel heraus. (2 Punkte)

Beispiel Funktionsbereich
Der kleine Peter hat einen Hustensaft verordnet bekommen. Er Erlebnistönung,
empfindet ihn als angenehm süß. Empfindung
(Emotion, SO)
Frau Zöll möchte ihren Mann in der Uniklinik Frankfurt besuchen Denken
und mit dem Auto dort hinfahren. Da sie den Wege nicht kennt,
überlegt sie, wie sie fahren müsste. Sie beschließt, einen Straßenplan
zu kaufen und darin nachzusehen.
Herr Gebhard leidet seit Jahren an Multipler Sklerose; er schildert, er Stimmung
würde sich in letzter Zeit recht bedrückt fühlen, wissen aber nicht so (Emotion, SO)
recht, warum dies so sei.
Herr Müller erhält einen Brief von der Krankenkasse. Sein Antrag auf Gefühl im engeren
Bezuschussung von Heilhilfsmitteln wird abgelehnt. Zu seiner Frau Sinne
sagt er wütend: „„Da zahlt man sein Leben lang ein und es kommt (Emotion, Gefühl, SO)
nichts zurück.

Skriptum S. 7a

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2.
Das „„Maslach-Burnout-Inventory”” besteht aus drei Skalen, die drei Komponenten des
Burnout-Syndroms messen. Bitte tragen Sie in die folgende Tabelle jeweils ein, aus
welcher Skala die genannte Selbstbeschreibung (Item) jeweils entnommen worden ist.
(2 Punkte)
Item Skala
Ich glaube, dass ich das Leben anderer Leute Abnahme persönlicher Leistungsfähigkeit
durch meine Arbeit positiv beeinflussen kann. (persönlicher Leistungsabfall, SO)
Am Ende des Arbeitstages fühle ich mich Emotionale Erschöpfung
völlig erledigt. (psychische Erschöpfung, SO)
Seit ich diese Arbeit mache, bin ich Depersonalisierung
gleichgültiger gegenüber Leuten geworden.
Ich fühle mich von meiner Arbeit ausgelaugt. Emotionale Erschöpfung
Skriptum S. 48

3.
Die folgenden vier Mimikabbildungen werden –– kulturübergreifend –– bestimmten
(Basis-)Emotionen zugeordnet. Bitte tragen Sie ein, um welche fundamentale Emotion
es sich jeweils handelt. (2 Punkte)

Skriptum S. 49a

Trauer/Kummer
Glück/Freude

Zorn/Wut

Ekel/Abscheu

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4.
Gymnastische Übungen helfen Brustkrebs-Patientinnen, unerwünschte Folgen der
Chemo- oder Strahlentherapie zu reduzieren. Doch nicht alle so behandelten Frauen
praktizieren sportliche Übungen zu Hause. Courneya und Friedenreich (1999) prüften,
ob die Bestimmungsstücke der Theorie des geplanten Verhaltens Faktoren darstellen,
mittels derer es gelingen kann, genauer zu ergründen, was entsprechend aktive und
inaktive Frauen –– psychologisch gesehen –– unterscheidet. Sie entwickelten einen
Fragebogen, der u. a. die folgenden Feststellungen enthält. Jede von ihnen erfragt ein
bestimmtes Bestimmungsstück dieser Theorie:

a) Ich bin davon überzeugt/nicht überzeugt, dass die gymnastischen Übungen mir helfen
werden.
b) Das Training durchzuführen ist für mich leicht/schwer.
c) Ich habe mit fest vorgenommen/mir nicht vorgenommen, zuhause den Trainingsplan
einzuhalten.
d) Personen, die mir wichtig sind, halten es für gut/schlecht, dass ich an einem
Gymnastikkursus teilnehme.

Bitte tragen Sie in die unten stehende Kästchen die fehlenden Bestimmungsstücke der
Theorie des geplanten Verhaltens ein. Ordnen Sie darüber hinaus die o. g.
Feststellungen a), b), c) und d) jeweils dem passenden Bestimmungsstück zu. (4 Punkte)

Einstellung bzgl.
des Verhaltens

a)

Subjektive Norm
Verhaltensabsicht Verhalten
c)
d)

Wahrgenommene
Verhaltenskontrolle
b)
Skriptum S. 25/26

Punkte für Zuordnung a, b, c, d auch, wenn Bezeichnung fehlerhaft

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5.
Der folgende Text entstammt einem Lehrbuchtext zum Thema „„Experiment““. Bitte
ergänzen Sie die Lücken. (4 Punkte)

„„Die Bedingung, die variiert bzw. manipuliert wird, nennt man die
(Unabhängige Variable). Das Ergebnis, welches als Folge der Manipulation
der UV beobachtet wird, heißt (Abhängige Variable). ... Die Zuordnung der in
der Hypothese verwendeten Begriffe zu empirisch meßbaren Variablen wird als
(Operationalisierung) bezeichnet. ... Ziel der ... Versuchsplanung ist es, die
experimentellen Bedingungen so zu wählen, dass die Effekte der UV
(maximiert) werden, der Einfluß systematischer Störvariablen auf die AV
(kontrolliert) und deren unsystematische Zufallsvariation (minimiert) wird. ...
Der kausale Schluß von der UV auf die die AV setzt nicht voraus, dass
Aussagen über die psychischen bzw. physiologischen Vorgänge im Organismus
der Vp gemacht werden können. Diese Vorgänge werden auch als
(intervenierende Variablen; Störvariablen) bezeichnet. ... Kann die Variation
der AV mit großer Sicherheit eindeutig auf die Manipulation der UV
zurückgeführt werden, spricht man von einem hohem Maß (interner Validität)
des Experimentes.““

Lehrbuch Wilker S.16

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6.
Die folgende Abbildung zeigt das als rechtlichen und methodischen Anforderungen
genügende Grundmodell C für die Planung von Pharmaka- und Interventionsstudien.

Welcher Zwischenschritt gehört in das mittlere Kästchen. Bitte benennen Sie diesen:
(0,5 Punkte)

Grundmodell C

Aufklärung über: Randomisation


- Therapie A Patienten-Entscheidung ja (Therapie A/B)
Stratifizierung - Therapie B über Teilnahme
- Randomisation an der Studie
- Wahlfreiheit nein Patienten-Wahl
(Therapie A/B)

Welcher Umstand führt dazu, dass nach diesem Kompromiss-Plan gewonnene


Ergebnisse –– was ihre Repräsentativität betrifft –– letztlich immer defizitär bleiben?
(0,5 Punkte)

- Selektionseffekt, d. h. die teilnehmen Personen unterschieden sich ggf. von den nicht-
teilnehmenden hinsichtlich bestimmter Merkmale (z. B. Risikoverhalten, Einkommen)

- Wahlfreiheit bedingt Minderung der externen Validität (SO)

Skriptum S. 77

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7.
„„Eine Mutter klagt beim Hausarzt, ihr kleiner Sohn (Fabian, 4 Jahre), der Süßigkeiten
sehr gern isst, würde beim Einkaufen im Supermarkt die letzte Zeit häufiger als zuvor
quengeln. Manchmal kauft sie Fabian dann eine Tafel Schokolade, manchmal aber auch
nicht . In der letzten Zeit sei das Einkaufen mit ihrem Kind nervlich für sie zur
Zerreißprobe geworden.““

Das oben beschriebene Verhalten kann anhand des S-O-R-K-C-Modells


(Verhaltensgleichung) von Kanfer analysiert werden:

Bitte tragen Sie in die unten stehende Tabelle ein, was die Kürzel bedeuten und welche
Passagen des beschriebenen Beispiels diese Sachverhalte repräsentieren Für das „„S““
wurde dies bereits getan. Bitte ergänzen Sie die fehlenden Beschreibungen. (4 Punkte)

Kürzel bedeutet ... entsprechende Textpassage


Einkaufen im Supermarkt.
S Stimulus

Organismus/ Sohn, der Süßigkeiten sehr gern isst.


O/P
Persönlichkeit

R Reaktion häufiger als zuvor quengeln

kauft sie Fabian dann eine Tafel Schokolade ( positive


K Konsequenz
Verstärkung)
manchmal kauft sie Fabian dann eine Tafel Schokolade
C Contingenz (intermittierende Verstärkung; Verhalten sehr
löschungsresistent)

Skriptum S. 86
Lehrbuch Wilker S.113

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8.
a) In einem Buchtext ist zu lesen:

„„Ein natürlicher Abwehrmechanismus ist die Verdrängung, also die Tendenz, die
Erkrankung als nicht existent wahrzunehmen, damit wir uns nicht mit ihrer Bedrohlichkeit
auseinandersetzen müssen.““

Einer der in dieser Definition genannten Begriffe ist falsch. Durch welchen müsste er
ersetzt werden? (0,5 Punkte)

Verleugnung statt Verdrängung


___________________________________________________________________________

b) Ein Patient findet einen Pfleger unsympathisch. Wenn er ihn auf dem Gang der Klinik
begegnet, grüßt er ihn betont freundlich.

Welcher Abwehrmechanismus erklärt das beschriebene Verhalten? (0,5 Punkte)

Reaktionsbildung

Lehrbuch Wilker S. 60/61

9
a)
Bitte zeichnen sie eine Visuelle Analogskala auf, die zur Registrierung der
Schmerzstärke bei Patienten eingesetzt werden kann und valide Ergebnisse erbringt.
(1 Punkt)

kein Schmerz sehr starker Schmerz

Lehrbuch Wilker S. 43

9.
b) Nennen Sie ein Beispiel für einen standardisierten Schmerzfragebogen (1 Punkt)

Tübinger Bogen zur Erfassung von Schmerzverhalten (TBS)


Tübinger Schmerzfragebogen (SO)
Schmerzempfindungsskala (SES) von Geissner & Jungnitsch
McGill Pain Questionnaire

Skriptum S. 105

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10.

Bitte nennen Sie sechs Kriterien, anhand derer chronischer vom akuten Schmerz
unterschieden werden kann. (3 Punkte)

6 von: Funktion, Dauer, Lokalisierbarkeit, vegetative Aktivierung, ZNS-Reaktion, Ursache,


Behandlung, Behandlungsziele

Skriptum S. 99

11.
Von Angsterkrankungen spricht man, wenn Angst in nicht angemessener Häufigkeit
oder Ausprägung auftritt, also eskaliert und sich verselbständigen. Im Folgenden finden
Sie solche Leitsymptome von Angststörungen beschrieben. Bitte benennen Sie diese mit
dem jeweiligen Diagnose-Namen (3 Punkte)

Leitsymptom Angststörung (Diagnose)


irrationale Angst vor öffentlichen Orten, Agoraphobie
weiten Flächen
abgrenzbare Episoden intensivster Angst, die Panikattacken, Panikstörung
üblicherweise nur Minuten dauern, seltener Paniksyndrom (SO)
auch Stunden anhalten können
Angst zu erröten Erythrophobie
quälende Befürchtung, missgebildet zu sein Dysmorphophobie
(z. B. bezogen auf Nase, Brust oder Beine)
länger anhaltende Angst; bezieht sich nicht Angstneurose, Generalisierte Angst, frei
auf bestimmte Objekte oder Situationen, flottierende Angst
diffus
Angst, an Krebs erkrankt zu sein Cancerophobie; Carcinophobie
Hypochondrie (SO)

Lehrbuch Faller S. 96/97

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12.
Die folgende Abbildung zeigt, wie van de Velde (1928) den Ablauf der sexuellen
Reaktion beim Mann bzw. der Frau beschrieb.

Später fanden Masters und Johnson (1970) bei genaueren Untersuchungen einen davon
abweichenden Erregungsablauf bei Männern wie Frauen.

a) Welche von Masters und Johnson b) Bitte zeichnen Sie bei Abbildung B die
beschriebene Phase der sexuellen vier Phasen des Erregungsablaufs des
Erregung fehlt bei van de Velde (siehe Mannes nach Masters und Johnson ein
Abbildung A)? (0,5 Punkte) und benennen sie diese jeweils. (2 Punkte)

Abb. A. Abb. B.
Erregungsstärke

Erregungsstärke

Zeit

Hier fehlt die _______________-Phase: Zei


1. 2. 3. 4. t
Plateau

1. Erregungsphase

2. Plateauphase

3. Orgasmusphase

4. Rückbildungsphase

Zeichnung und Phasenbenennung müssen übereinstimmen

Lehrbuch Wilker S. 79

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13.
In einer Sendung des WDR wird berichtet:

„„Etwa sechs Millionen Frauen in Deutschland sind Witwen. Wie sehr sie unter dem
Verlust des Partners leiden, wie schwer es ihnen fällt, Trauer und Ohnmacht zu
überwinden, einen Weg zurück ins Leben zu finden –– das ist selten ein Thema in einer
Gesellschaft, die den Tod tabuisiert. Gelebte Trauer ist immer individuell. Jede Witwe
trauert anders. Etwa Maria W. hat als Mutter zweier Töchter kaum Zeit, sich dem eigenen
Schmerz hinzugeben. Eine verwitwete Mutter findet sich plötzlich in der Situation,
zusätzlich Verantwortung übernehmen zu müssen, ´Mama und Papa zu sein´. Der Zwang,
sich dem Alltagsleben mit Kindern zu stellen, stark zu sein, um die Kinder nicht zusätzlich
zu ängstigen und damit zu belasten, mag hilfreich sein. Die eigene Trauer um den
Ehemann und Vater aber bleibt.““

Der Hausarzt möchte dieser Witwe beistehen. Dabei helfen ihm zehn Leitsätze der
Trauerberatung nach Worden. Nennen Sie bitte sechs davon: (3 Punkte)

1. Verlust aktualisieren, im Detail über Umstände des Todesfalles sprechen


2. Emotionen verbalisieren
3. Hinterbliebenen helfen, selbstst. Entscheidungen zu treffen;
helfen ohne den Verstorbenen zu leben (SO)
4. Hinterbliebenen ermutigen, allmählich soziale Beziehungen zu knüpfen
5. Trauernden für Trauerprozess Zeit lassen
6. Trauernden auf Normalität seiner Erlebens- und Verhaltensweisen hinweisen
7. Individuelle Unterschiede in der Trauerreaktion einkalkulieren
8. kontinuierliche Unterstützung anbieten und ggf. an Unterstützungsgruppe verweisen
9. Abwehr- und Bewältigungsstil analysieren helfen
10. Überweisen, wenn eigene Kompetenz überschritten sind, auch bei pathol
Trauerreaktionen

Skriptum S. 151

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14. Definieren Sie bitte den Begriff „„Soziale Schicht““ nach Siegrist.

Der Begriff „„Soziale Schicht““ bezeichnet:

Als Soziale Schichten bezeichnen wir Personengruppen, die sich hinsichtlich gesellschaftlich
zentraler Statusmerkmale in einer gleichen oder vergleichbaren Lage befinden.
Skript S. 170 / 1 Punkt

15. Die Höhe des Einkommens einer Person bzw. einer Familie ist aus medizin-
soziologischer Sicht ein wichtiger Indikator für welchen gesellschaftlichen bzw. sozialen
Tatbestand? (0,5 Punkte)

Soziale Ungleichheit

Nennen Sie bitte ein Beispiel für gesundheitsförderndes Verhalten, das vom
Einkommen abhängig ist? (0,5 Punkte)

Wohnqualität, Hygiene, gesundheitsfördernde Ernährung, medizinische Betreuung


Skript S. 175

16.a) Wie hoch ist in Deutschland gegenwärtig die Lebenserwartung bei neugeborenen
Jungen und Mädchen? (0,5/0,5 Punkte)

Lebenserwartung bei neugeborenen Jungen: 75 Jahre


Lebenserwartung bei neugeborenen Mädchen: 81 Jahre

Skript S. 188/189

b) Nennen Sie bitte fünf Ursachen, die für die unterschiedliche Lebenserwartung von
Männern und Frauen in Deutschland verantwortlich gemacht werden. (2,5 Punkte)

- genetische Ursachen,
- Unterschiede im Krankheitsverhalten / Gesundheitsverhalten
- höheres Risikoverhalten der Männer
- höhere berufliche Belastungen der Männer
- höhere Anfälligkeit der Männer für Stress
Skript S. 190

17. Welches soziologisches Konzept ist für die Erklärung von gesundheitsrelevantem
Verhalten einzelner Personen in der Gesellschaft von besonderem Nutzen?
Bitte (a) nennen (0,5 Punkte) und (b) erläutern (0,5 Punkte) Sie dieses soziologische
Konzept!

a) Lebensstil (0,5 Punkte)

b) das Lebensstilkonzept ist dazu geeignet, Großgruppen in der Gesellschaft abzubilden, die
gemeinsame Verhaltensweisen und/oder gemeinsame Werthaltungen aufweisen. (0,5 Punkte)
Skript S. 180 /81

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