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Barock (1600-1720)

Der Dreissigjährige Krieg zerstörte im 17.Jahrhundert Deutschland und ganz Europa und begann aus
konfessionellen Gründen.
Die Folgen für das Land waren katastrophal: Tod, Zerstörung und eine starke Reduzierung der Bevolkerung
→ der Kaiser war noch nicht mächtiger (Macht des Kaisers eingeschränkt (limitato)) → das Reich zerfiel in
300 Landesherrschaften.
An den Höfen herrschten Luxus und höfische Repräsentation.

Der Barockstil
Kunst → repräsentative Funktion und spiegelt die Spannung zwischen mystischer Frömmigkeit und
weltlicher Freude wider.
Merkmale (caratteristiche) des Barock:
- dynamischen Formen
- üppige Pracht (splendore lussureggiante)
- fliessende Bewegung (movimento fluido)
- Gegensätze von grossen und kleinen Formen, von Hell und Dunkel (contrasti di forme grandi e piccole, di
luce e buio)
Baukunst (architettura) → wichtigste Kunstgattung
Merkmale der Architektur:
- mächtige Kuppel
- Zwiebelturm
- geschwungenen Linien
Der neue Stil ging von Rom aus (dank dem Jesuitenorden → Spanien, Portugal, Österreich und
Süddeutschland).
Schloss von Versailles = Modell des Baukunst des Barock → Deutschland: Berliner Schloss

Philosophie
Grössten Denker der Barockzeit (Deutschland): Willhelm von Leibniz und Jakob Böhme
Leibniz → suchte das Bild einer harmonisch geordneten Welt
Böhme → vertragt dagegen ein pantheistisches Gedankengut: Gott ist alles und in allem und schliesst auch
das Böse in sich

Musik
In den Werken (opere) Bachs und Händels, der beiden grössten protestantischen Barockkomponisten,
verbindet sich rationale Klarheit mit tiefer Religiosität.
Bach und Händel sind sehr verschieden:
→ Bach: steht die Musik für den Gottesdienst im Mittelpunkt
→ Händel: die öffentliche Musik ist seiner Opern und Oratorien am wichtigsten
Aufklärung (1720-1780)
Deutschland politisch und wirtschaftlich war viel rückständiger.
Unter den vielen Einzelstaaten, in die das Land zersplittert war → Pressuen der Stärkste
Der aufgeklärte Absolutismus begann in Deutschland mit Friedrich II („der Grosse“) → absoluter Monarch
→ er verstand sich nicht als „Verkörperung“ des Staates, sondern als dessen ersten Diener
→ er kümmerte sich dennoch um das Wohl aller Bürger
Pressuen einer Grossmacht → Siebenjährigen Krieg gegen Österreich (1756-1763)

Der Begriff „Aufklärung“


Aufklärung → wurde in England und Frankreich geboren
→ Man fördert die empirischen Wissenschaften (scienze empiriche) und die Fortschrittsgläubigkeit (fede
nel progresso)
Merkmal der Aufklärung:
- optimistische Vertrauen auf die Kraft (potere) der menschlichen Vernunft (ragione)
- Toleranzgedanke (nozione di tolleranza)
Durch die Vernunft kommt man zur Autonomie im Denken und Handeln, zur Freiheit und zum Glück.
Deismus → Gott hat die Welt erschaffen

Philosophie
Zwei grossen philosophischen Bewegungen der Aufklärung:
- französische Rationalismus (Montesquieu, Voltaire, Diderot, Rousseau)
- englische Empirismus (Locke, Hobbes, Hume)
Auf die Frage „Was ist Aufklärung?“ antwortete Immanuel Kant: Aufklärung ist der Ausgang des Menschen
aus seiner selbstverschuldeten Unmündigkeit, Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen
wird also zum Motto der Aufklärung
Wegbereiter der deutschen Aufklärung → Willhelm von Leibniz → optimistische Weltanschauung
→ Welt = Harmonie prästabilierte von Gott (Kontrast zwischen Geist und Materie)
Pietismus = religiöse gefühlvolle Bewegung, die den Dogmatismus ablehnte und, wie die Mystik, die
individuelle Glaubenserfahrung in den Mittelpunkt stellte
→ Pietisten forderten ein praktisches Christentum

Literatur als ethische Aufgabe


Im Zeitalter der Aufklärung koexistieren verschiedene Elemente:
- Rationalismus
- mystische Gefühlsleben
- Empfindsamkeit und die heitere Daseinsfreude des Rokoko
Wichtigsten Kulturzentren → Städte (Hamburg, Leipzig, Zürich) und nicht mehr die Höfe
Die Literatur der Aufklärung → ethische, politische und erzieherische Aufgabe
→ Ausweitung des Schulwesens (epansione del sistema scolastico) → immer mehr Leute interessierten sich
für Literatur
Ab 1713 erschienen in Deutschland zahlreiche „Moralische Wochenschriften“ → hatten einen populären
Charakter und waren in einer klaren Sprache verfasst, um ein breites Publikum zu erreichen.
Nathan der Weise → Parabel → Moral → Tolleranz → 3 Religion = 3 Ringe (alles gleich)
Sturm und Drang (1770-1785)
→ Jugendbewegung → Betonung von Gefühl und Phantasie und Rebellion gegen Konvention und
Autorität
Die Stürmer und Dränger rebellierten: sie wurden inspiriert von Rousseau → er denkt, dass Menschen gut
sind, aber die Gesellschaft schlecht hielt.
Aufklärung → Kulturmenschen (uomo civile)
Stürmer und Dränger → Naturmenschen → dieser Mensch vereinigt (unisce) in sich Herz, Gefühl,
Sinnlichkeit, Vernunft und Phantasie.
Zentral ist jetzt das Genie → der starke, schöpferische, frei handelnde Mensch → der Titan
Die Natur (Aufklärung) → ein wissenschaftliches Objekt
Die Natur (Sturm und Drang) → ein Organismus im Werden, in dem sich Gott offenbart (Pantheismus)
→ entsteht ein Interesse für das Volk und für fremde Kulturen
Sturm und Drang → Herder, Goethe, Schiller

Bevorzugte Gattungen
Die wichtigste Gattung (genere) ist das Drama (Shakespeare wie Modell): die Figuren sind nicht mehr
Ideenträger, sondern reale Charaktere.

Johann Wolfgang Goethe (1749-1832)


Sturm und Drang Motive: ein Übermass an Gefühlen, die Vorliebe für das natürliche Leben auf dem Land,
ein pantheistisches Naturgefühl
Wichtigste Werke:
- Götz von Berlichingen (1773)
- Die Leiden des jungen Werthers (1774)
- Erlkönig (1783)
- Das Werk Egmont (1788)

Johann Gottfried Herder (1744-1803)


Unterscheidung zwischen Naturpoesie und Kunstpoesie.
Naturpoesie → gehört zu den Anfängen der Menschheitsgeschichte und ist natürlich, warm, gefühlvoll
Kunstpoesie → Moderne Poesie, die von den moralischen Konventionen der Verstandeskultur verdorben
worden ist → von Regeln verdorbenen der zivilisierten Welt
→ grossen Einfluss auf Goethe, Stürmer und Dränger und Romantiker
→ „Erlkönigs Tochter“

Erlkönig (Goethe) – Erlkönigs Tochter (Herder)

ERLKÖNIG (Goethe) ERLKÖNIGS TOCHTER (Herder)


- Der Sohn sieht die Töchter des Elfen tanzen - Oluf sieht Elfen tanzen und eine von ihnen ist
- Der Vater der Elfen nutzt seine Kraft, wenn der Erlkönigs Tochter
Sohn sich weigert zu tanzen - Erlkönigs Tochter bittet Oluf zu tanzen, aber er
- Das Kind stirbt in den Armen seines Vaters weigert sich, weil er am nächsten Tag heiratet
- Erlkönigs Tochter schlägt ihn ins Herz (ohne Herz
hast du keine Gefühle)
- Die zukünftige Frau findet ihren Ehemann tot vor
→ verborgener Tod → niemand weiss, wie sie sterben
→ Anwesenheit von Elfen und Pferden
→ Goethe lässt sich von Herden inspirieren und schreibt „Erlkönig“
→ Elf → Albtraum
→ Naturbild