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Abschlussarbeit 10

Ainoha Ammann
SA3c
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Warum habe ich dieses Thema gewählt?


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Alle Schüler und Schülerinnen der dritten
Sekundarschule im Hungerbühl mussten sich etwas
spannendes einfallen lassen, da die Abschlussarbeit
im Raum stand.
Die Wahl des Themas war ziemlich schwierig, da ich
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mich zuerst nicht entscheiden konnte, ob ich eine
Kleiderbörse, ein Jahresbuch oder eine
Dokumentation über Demenz machen wollte.
Nach einem grossen Hin und Her habe ich mich aus
verschiedenen Gründen für das Thema Demenz
5
entschieden.
Wieso das?
Das Thema Demenz beschäftigt mich schon seit
geringer Zeit. Denn in meiner Familie ist mein Opa
vor einigen Jahren daran erkrankt. Ich habe also
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eine sehr persönliche Beziehung zu meinem
Abschlussprojekt.
Was Demenz genau ist und wer alles an dieser
Krankheit leidet, wusste ich bis dahin nicht genau.
Um die Lage meines Opas zu verstehen und mich 7
besser in ihn hereinzufühlen, habe ich mich also
entschlossen die Demenz genauer zu erläutern.

Was ist das Ziel meiner Abschlussarbeit? 8


Mit dieser Arbeit will ich erreichen, dass man nach
dem durchlesen meiner Dokumentation genaustens
Bescheid weiss. Vorallem erhoffe ich mir, dass ich
betroffenen Familienmitgliedern helfen kann, die
erkrankten Personen besser zu verstehen. Denn ich 9
selber habe meinen Opa oftmals Vorwürfe gemacht.
Ich konnte es anfangs nicht verstehen, wieso er so
ist, wie er ist und habe mich eine zeitlang sogar für
ihn geschämt. Ich erhoffe mir also, dass alle Leser
und Leserinnen sich ein neues Bild von den 10
Betroffenen schaffen können und es ihnen helfen
kann, Verständnis zu zeigen und die Erkrankten
liebevoll und mit viele Rücksicht zu behandeln.

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Demenz ist eine Krankeit, an der meistens ältere
Personen erkranken. Demenez ist eine allgemeine
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Bezeichnung für die Abnahme der geistigen Fähigkeit,
welche den Alltag mit der Zet sehr beeinträchtigt.

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Symptome sind bei jedem Menschen anders und es gibt


drei Stadien.
Im Anfangsstadium machen sich erste Defizite
bemerkbar, welche aber schwer einzuordnen sind, denn
sie können noch überspielbar sein. Es sind aber 4

trotzdem schon Anzeichen, doch ein selbständiges


Leben ist noch möglich.
Im zweiten Stadium, im sogenannten Moderaten
Stadium, kommt es zu einem starken Verlust der
Vergesslichkeit, Sprachstörungen, 5

Erkenntnisstörungen, Nachlassen der Hygiene,


Desorientierung, zunehmende Veränderung der
Persönlichkeit mit Stimmungsschwankungen und
allgemeiner psychischen Anzeichen. In diesem Stadium
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ist die Selbständigkeit sehr eingeschränkt.
Im letzten Stadium, dem schweren Stadium, geht die
Selbständigkeit nun ganz verloren. Das Kurz- sowie
Langzeitgedächtnis zerfällt. Die Erkennungsstörungen
werden schlimmer und es kann sein, dass selbst die
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engsten Familienmitglieder und Freunde nicht mehr


erkannt werden. Ein selbständiges Leben wird
unmöglich und der Erkrankte wird zu einem Pflegefall.

Es gibt verschiedene Ursachen für Demenz und bei jedem sind 10

diese auch unterschiedlich. Ein häufiger Hauptgrund ist die


krankhafte Veränderung des Gehirns, die mit dem Alter
zunehmen. Es gibt sogenannte Risikofaktoren, die beeinflussbar
sind. Dazu gehören Herz-Kreislauf-Erkrankungen, ein erhöhter
Blutdruck, Diabetes und Übergewicht. Bei einer Demenz kommt es 11

zum Abbau von Nervenzellen im Gehirn.


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Vaskuläre Demenz ist auch eine der
meist bekanntesten Formen von Demenz.
Bei einer solchen Form kommt es zu
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einem Absterben von Nervenzellen,
wegen Durchblutungsstörungen. Es
kommt drauf an, wie verheerend die
Durchblutungsstörungen sind, denn
umso fester sie sind, desto ausgeprägter
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ist die Demenz.
Zum Krankheitsbild gehören Gedächtnis-
und Orientierungsstörungen,
Sprachstörungen, Beeinträchtigung des
Denk- und Urteilsvermögen, sowie
4
Veränderung der Persönlichkeit.

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5
Man geht davon aus, dass allein in
Europa bereits über fünf Millionen
Menschen von einer demenziellen
Veränderung betroffen sind. Davon leben
rund 155'000 Menschen in der Schweiz. 6

Demenz Erkrankte sind in der


Altersgruppe der 70- bis 74-jährigen etwa
um 3 % betroffen, 80- bis 84-jährigen sind
es bereits 13 % und bei den über
90-jährigen sogar schon über 34 %. 7

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8
Viele Leute denken Alzheimer und Demenz sei das Gleiche, doch dies ist ein Irrtum. Es gibt
viele Formen von Demenz, Alzheimer ist eine von denen. Alzheimer ist die bekannteste
Form, welche auch am meisten auftritt. Sie ist mit rund zwei Drittel aller Fälle die häufigste
Demenzform.
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Demenz kann mit Medikamenten, sogenannten Antidementiva (verbessert


Konzentrations-, Lern- und Denkfähigkeit) behandelt werden. Diese 2
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Medikamente können die Krankheit zwar nicht heilen, aber sie können das
Fortschreiten der Symptome um ein bis zwei Jahre hinauszögern. Bei einem

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erkrankten Patienten spielt nicht nur der medikamentöse Teil eine Rolle,
sondern auch der nicht medikamentöse Ansatz.
Dabei gilt: Alles, was die Lebensqualität und das Wohlbefinden der 3
Betroffenen, aber auch der Angehörigen, die von der Erkrankung betroffen
sind, erhöhen und intensivieren kann, sollte genutzt werden.

HERINGE
7

In den meisten Fällen übernehmen die


Angehörigen des Erkrankten die Mein Buchvorschlag
Verantwortung nicht alleine, denn dies ist
oftmals gar nicht möglich. Genau für solche 8
Situationen gibt es spezifische Betreuung und
Pflege für die Erkrankten, denn dies geht weit
über «Sich-Kümmern» hinaus. Es ist aber
wichtig, dass die Pfleger körperlich und
seelisch gesund sind und ganz fest darauf 9
achten, dass sie ihre sozialen Kontakte nicht
zugunsten des Erkrankten vernachlässigen
oder aufgeben, denn nur dann ist die
Zuwendung zu den Betroffenen möglich. Für
Pfleger und Betreuer ist das nicht so einfach, 10
denn oftmals muss man mit den
unterschiedlichen Gefühlen umgehen können.
In vielen Bücher kann man sehr gute
Ratschläge herauslesen, welche einem den
Ausgleich zwischen leben und geben 11
erleichtern.

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Ich habe für mein Projekt drei Interviews mit verschiedenen Personen durchgeführt,
um aufzuzeigen, wie sie mit der Demenz umgehen. Eine wichtige Information vorab ist,
dass die drei Frauen alle einen anderen Bezug zu der Krankheit haben.
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«Ich war schon ein wenig geschockt, dass er nicht mehr im Altersheim bleiben
konnte und in eine geschlossene Abteilung für Demente musste.» (Er ist im
Alterszentrum oft abgehauen und man konnte ihn nicht mehr betreuen.) Sie hat 5

auch gesagt, dass sie ab und zu weinen musste, weil es sie traurig gemacht hat,
ihren eigenen Vater so zu sehen.

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Für sie kam es eigentlich eher überraschend, da er im Altersheim


wohnte und es ihm immer gut ging. Ganz am Anfang wusste er die
Namen bestimmter Leute nicht mehr und ihm waren die
Wochentage nicht mehr present. 7

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Angefangen hat es mit einer starken Vergesslichkeit und schnell kam Traurigkeit und
Rastlosigkeit dazu, denn meinem Vater wurde klar, dass etwas mit ihm nicht stimmt. 2

(Hier befand er sich noch im ersten Stadium.) Schlag auf Schlag verschlechterte sich sein
Zustand. Die Alltagsvergesslichkeit war dabei nur ein kleines Problem, sein Wesen hat sich
grundlegend verändert, wie folgt:
• hat weniger gesprochen
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• konnte sich nicht mehr selber anziehen
• musste starke Medikamente zu sich nehmen
• hat alles ohne Pausen gegessen oder getrunken
• nach dem Duschen den Föhn, anstatt des Badetuchs benutzt, um sich zu trocknen
• hat stark an Gewicht verloren
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Man dachte dies war der Höhepunkt seiner Demenz, doch da habe ich mich geirrt. Es gab
diverse Vorfälle, die untenstehend aufgelistet sind:
• kann nicht mehr selber auf Toilette (muss Windeln tragen)
• hat im Alterszentrum in die Blumentöpfe uriniert
• hat sein Geschäft neben der Bushaltestelle verrichtet
5
• ist durch das Fenster ausgebrochen

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Aktenkoffer
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Seine Traurigkeit hat man ihm oftmals angesehen, da er aus heiterem Himmel
anfängt zu weinen, dazu muss man auch sagen, dass es manchmal auch
Freudetränen sind. Er selber spricht und jammert nie über seine Krankheit.

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«Ich habe ihn noch genau gleichbehandelt, aber natürlich musste ich noch mehr
Verantwortung übernehmen», sagt sie. Oft hat sie probiert ihn nicht mit Sachen zu 8
konfrontieren, die er so oder so nicht mehr weiss und daher auch nicht beantworten
konnte.

FRECH EIT
Hmm 9

Am Anfang war es vor allem das Spiele spielen, wie


zum Beispiel Mensch ärgere dich nicht, Jassen und
Fussballtisch spielen. Dies hielt aber nicht so lange
an, denn er konnte es irgendwann nicht mehr. Heute
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macht es ihm eine grosse Freude seine Familie zu
sehen und mit uns ein Glas CocaCola zu trinken. Am
liebsten will er Autofahren und Flieger schauen
gehen oder in die Spenglerei meines Onkels gehen
(war früher sein Geschäft) und alle Maschinen
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anschauen, das ist seine Passion.

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Dies sei ziemlich knifflig, denn die Erkrankung beschädigt im laufe 5

der Zeit die Struktur im Gehirn. Das zeigt sich dann im


Anfangsstadium, wenn die betroffene Person beliebte
Kleidungsstücke verlegt oder Sachen vergisst. Wenn man die
Person dann aber auf das aufmerksam macht, wird sie meist sehr
aggressiv und beginnt zu schimpfen. Die Betroffenen ziehen sich 6

immer mehr aus ihrem Umfeld zurück, weil sie auch merken, dass
etwas mit ihnen nicht stimmt. Die meisten Erkrankten versuchen
dann, Strategien zu erfinden, wie sie so in diesem Zustand zuhause
leben können, ohne dass es jemandem auffällt. Irgendwann kommt
der Zeitpunkt, bei dem man merkt, dass es nicht mehr geht und 7

diese Person nicht mehr alleine zuhause leben kann.

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Es ist so, dass ein normaler Mensch mit beiden Füssen im Jahr 2021 steht und alles 9
genau weiss, was jetzt passiert. Ein Demenz erkrankter Mensch steht aber mit einem
Fuss im Jahr 2021 und mit dem anderen im Jahr 1940. Die Pfleger müssen also immer
herausfinden, wo sich der Patient gerade befindet und wie sie mit ihm in seiner Zeit
umgehen können. Es kann also zum Beispiel sein, dass eine
80-jährige Frau sagt, «Ich muss jetzt nach Hause kochen gehen, denn meine Kinder 10

kommen nach Hause.» Das bedeutet sie ist im Miment Zeit 25 Jahre alt und auch wenn
man ihr einen Spiegel hinhalten würde, würde sie sagen, «Wer ist das?» So kommt es
dazu, dass die Betroffenen ihre Familienangehörige nicht erkennen, weil es sie in ihrem
Leben, indem sie momentan stecken, gar nicht gibt.
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E.IS
Erkaufte

Es gäbe viele schöne Momente mit den betroffenen


Personen. Meist, wenn sie ihre Familie und Freunde
2
sehen oder wenn sie Dinge machen können, die
ihnen Spass machen. Manchmal gäbe es auch
Momente, bei denen die erkrankten Personen
plötzlich eine Erinnerungslücke habe und mir
vieles von früher erählen und so dann auch Freude 3
hat. Genau solche Momente sind auch für die
Pfleger schön.
«Es gibt aber manchmal auch sehr schwierige
Situationen», sagt sie. Da sie auf einer
geschlossenen Abteilung arbeitet und die Patienten 4
dort nicht raus können, gibt es oft Leute, die sagen,
sie wollen nachhause und dann den Ausgang
suchen. Dies sei sehr herausfordernd und man
müsse ein sehr gutes Feingefühl haben um die
Erkrankten dann auch wieder beruhigen zu 5
können.

Danksagung
Zunächst richtet sich mein Dank an alle Leser und Leserinnen, welche sich die Zeit
genommen haben um meine Abschlussarbeit durchzulesen. 6
Was bei meinen geistigen Ergüssen schlussendlich dort gelandet ist, nämlich auf
dem vormals leeren Blatt, musste alles zunächst meine Schwester lesen. Das war
bestimmt nicht immer einfach. Und was sie daraus gemacht hat, ist einfach
phänomenal. Dass ich immer dein iPad und deine Kreativität in Anspruch nehmen
durfte, war sicher ab und zu mühsam für dich! Innigen Dank also, liebe Janice. 7
Im gleichen Atemzug möchte ich natürlich auch meinem Korrektor danken, der
während dem Durchlesen des Manuskripts bestimmt vor Scham fast vergangen
ist, wenn ich an all meine Komma- und Rechtschreibfehler denke. Herzlichen Dank
für die Mühe und die Geduld, lieber Papa.
Und selbstverständlich geht der Dank auch an meinen Opa, der mich inspiriert hat 8

und mir immer die Kraft und die Zeit gegeben hat, mich meinem Abschlussprojekt
zu widmen. Ohne ihn hätte ich das niemals geschafft.
Keinen geringen Anteil an der Fertigstellung haben auch Hana Brauchli, Anita
Bittner und Hana Buterin, denen ich ebenfalls nicht genug danken kann.
Vorallem meiner Mama will ich ein grosses Dankeschön aussprechen, denn immer, 9

wenn ich davor war, alles hinzuwerfen, hat sie mich wieder aufgebaut und zum
Weitermachen ermutigt.
Vielen Dank an alle – ich weiss das sehr zu schätzen.

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