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PASSIVE 

HOCHPASS‐ UND TIEFPASSFILTER 

(Versuch 2‐5) 

Hoch‐ und Tiefpassfilter 
In  der  Elektrotechnik  und  Nachrichtentechnik  werden  Schaltungen  eingesetzt,  die  ein  elektrisches 
Signal  in  der  Amplitude  und  Phasenlage  ändern  können,  wobei  dies  von  der  Frequenz  des  Signals 
abhängt.  Mittels  dieser  Eigenschaft  lassen  sich  unerwünschte  Signalanteile  abschwächen  bzw. 
unterdrücken. Enthält eine elektrische Schaltung Spulen und/oder Kondensatoren, so ist das Verhalten 
der  Schaltung  frequenzabhängig.  Diese  Schaltungen  weisen  für  verschiedene  Frequenzen  ein 
unterschiedliches  Durchgangs‐  und  Übertragungsverhalten  des  Eingangssignals  auf.  Je  nach 
Verschaltung der Bauteile ergeben sich verschiedene Pässe und Sperren, wobei bestimmte Filter in 
Tiefpassfilter und Hochpassfilter unterteilt werden können.  

(1) Ein Hochpass lässt Signale mit Frequenzen oberhalb einer bestimmten Frequenz ‐ auch 
Grenzfrequenz  𝒇𝐠   genannt  –  passieren  (Durchlassbereich)  und  unterhalb  dieser 
Grenzfrequenz  wird  das  Signal  zum  Durchlass  (Sperrbereich)  abgeschwächt  bzw. 
blockiert.  Die  Frequenzen  werden  also  gefiltert,  weshalb  auch  von  einem 
Hochpassfilter gesprochen wird. 
  
(2) Ein  Tiefpass  lässt  Signale  mit  Frequenzen  unterhalb  der  Grenzfrequenz  𝒇𝐠   nahezu 
ungehindert  passieren,  wohingegen  Signale  mit  höheren  Frequenzen  abgeschwächt 
bzw. nicht durchgelassen werden. Auch hier gilt, dass der Sperr‐ und Durchlassbereich 
von der Grenzfrequenz 𝒇𝐠  markiert wird. Der Tiefpass wird daher auch Tiefpassfilter 
genannt. 
 
Die  Filter  können  hierbei  verschiedene  Ordnungen  aufweisen,  wobei  im  Folgenden  zunächst  nur 
passive  Filter  1.Ordnung  behandelt  werden  sollen.  Die  folgenden  Bilder  1  und  2  zeigen  den 
Amplituden‐  und  den  Phasengang  sowie  die  entsprechenden  Sperr‐  und  Durchlassbereiche  eines 
Hoch‐ und Tiefpasses. 

Tiefpassfilter 1.Ordnung: 

 
Bild 1:  Amplituden‐ und Phasengang eines Tiefpassfilters 1.Ordnung zur Darstellung des Durchlass‐ und Sperrbereichs 
sowie der Flankensteilheit und der Grenzfrequenz fg bzw. fc bei ‐3 dB bzw. φ = ‐45° [1] 

 
Hochpassfilter 1.Ordnung: 

 
Bild 2:  Amplituden‐ und Phasengang eines Hochpassfilters 1.Ordnung zur Darstellung des Durchlass‐ und Sperrbereichs 
sowie der Flankensteilheit und der Grenzfrequenz fg bzw. fc bei ‐3 dB bzw. φ = 45° [2] 

Üblicherweise  wird  der  Amplitudengang  in  einem  logarithmischen  Maß,  also  dem  Dezibel  (dB), 
angegeben.  Da die Ausgangsspannung Ua  kleiner bzw. gedämpfter als die Eingangsspannung  Ue ist, 
wird  der  Amplitudengang  auch  Dämpfung  genannt.  Hierbei  wird  das  Verhältnis  von  𝑈 ⁄𝑈   als 
Dämpfungsfaktor D ([D] = 1) angegeben: 

𝐷 |𝐹 𝜔 |                   (1.1) 

Des Weiteren kann der Filter durch das Dämpfungsmaß a ([a] = dB (Dezibel)) beschrieben werden:  

𝑎 |𝐹 𝜔 | 20 ⋅ lg                 (1.2) 

Tabelle 1:  Dämpfung und Verstärkung, Zahlenbeispiele [6] 

  Dämpfung Verstärkung 
𝑼𝐚 1 1 1 1 1 √2 2 10 100
𝑫                    
𝑼𝐞 100 10 2 √2 1 1 1 1 1
𝑼𝐚
𝒂 𝟐𝟎 ⋅ 𝐥𝐠  
𝑼𝐞 ‐40  ‐20  ‐6  ‐3  0  +3  +6  +20  +40 
in dB 
 

Eine Dekade beschreibt die Teilung in eine Zehnerpotenz, womit also z.B. ein Frequenzbereich von 1 Hz 
bis 10 Hz abgedeckt wird. Wie aus Bild 1 und Bild 2 zu entnehmen ist, erstreckt sich der Übergang von 
dem Sperr‐ und Durchlassbereich über eine bestimmte Frequenzbreite. Dieser Übergangsbereich wird 
durch  die  sogenannte  Flankensteilheit  charakterisiert  und  in  Dezibel  dB/Dekade  bzw.  seltener  in 
dB/Oktave angegeben. Je größer der dB‐Wert pro Dekade ist, desto stärker dämpft der Filter und desto 
kleiner ist der Übergangsbereich von Sperr‐ und Durchlassbereich. Der Übergang beider Filterarten 
1.Ordnung entspricht 20 dB/Dekade. 

   


 
1. Hochpass‐ und Tiefpassfilter 1.Ordnung 
Im  Allgemeinen  werden  Hoch‐  und  Tiefpassfilter  in  zwei  Ordnungen  unterschieden,  wobei  diese  in 
Filter  1.Ordnung  und  in  Filter  2.Ordnung  unterteilt  werden.  Darüber  hinaus  können  auch  Filter 
n‐ ter.Ordnung genutzt werden, wobei diese schließlich als Filter n‐ter.Ordnung bezeichnet werden. 
Aufgrund  der  Komplexität  und  zur  Entwicklung  des  Verständnisses  der  Funktionen  von  Hoch‐  und 
Tiefpässen, werden Filter n‐ter.Ordnung nicht in diesem Labor behandelt. 

Filter  erster  Ordnung  besitzen  nur  ein  frequenzabhängiges  Bauteil  (Kondensator  C  oder  Spule  L), 
während  Filter  zweiter  Ordnung  zwei  frequenzabhängige  Bauteile  besitzen.  Filter  n‐ter.Ordnung 
würden entsprechend n frequenzabhängige Bauteile aufweisen. 

 
i. RC‐Hochpass  
Die  folgende  Schaltung  in  Bild  3  zeigt  einen  RC‐Hochpassfilter  1.Ordnung.  Dieser  ist  aus  einem 
Kondensator  C  in  Reihe  zu  einem  Widerstand  R  aufgebaut.  An  den  linken  Klemmen  wird  die 
Eingangsspannung 𝑈  angelegt, wobei an den rechten Klemmen die Ausgangsspannung 𝑈  abgegriffen 
wird. 

Ue R Ua

 
Bild 3:  RC‐Hochpassfilter 1.Ordnung 

Um zu verstehen wie der Hochpass bestimmte Frequenzen filtert, ist es wichtig zu verstehen, dass 
der Blindwiderstand XC eines Kondensators C für eine bestimmte Frequenz wie folgt definiert ist: 

𝑋                            (1.3)

Wenn nun die Eingangsspannung Ue mit einer sehr niedrigen Frequenz f anliegt (𝑓 → 0) so wird der 
Blindwiderstand der Kapazität sehr groß, wodurch der Großteil der Spannung über dem 
Blindwiderstand XC abfällt. Es gilt dann:  

→∞ (1.4)
𝑈 0                      (1.5)

Anders sieht es aus, wenn am Eingang eine hohe Frequenz anliegt (𝑓 → ∞). In diesem Fall geht 
der Blindwiderstand  𝑋  gegen 0. Die Spannung fällt also zum Großteil über dem ohmschen 
Widerstand R ab. Folglich gilt: 

→ 0                    (1.6) 

𝑈 𝑈                    (1.7)


 
Wie zuvor beschrieben ist hierbei auf die frequenzabhängige Phasenverschiebung zwischen der 
Eingangsspannung Ue und der Ausgangsspannung Ua zu achten. Diese Eigenschaft ist auch bei den 
weiter genannten Filtern zu beachten. 
ii. RL‐Hochpass 
Der RL‐Hochpass in Bild 4 hat dieselbe Wirkung wie der RC‐Hochpass. Die Schaltung dieses Filters 
sieht wie folgt aus: 

Ue L Ua

 
Bild 4:  RL‐Hochpassfilter 1.Ordnung 

Die Spannung wird nun parallel zur Spule abgegriffen. Sie hat den Blindwiderstand XL:  

𝑋    ω𝐿   2𝜋𝑓𝐿                   (1.8)

Für den RL‐Filter gilt, dass bei sehr niedrigen Frequenzen (𝑓 → 0) der Blindwiderstand XL sehr klein 
wird und dementsprechend sehr geringe Spannungen über dem Blindwiderstand XL abfallen. Es folgt:  

𝑈 0 (1.9) 

Wohingegen bei hohen Frequenzen (𝑓 → ∞) der Blindwiderstand XL sehr groß wird und die Spannung 
über der Spule nahezu der Eingangsspannung entspricht. Es gilt: 

𝑈 𝑈 (1.10) 

iii. RC‐Tiefpass 
Die  folgende  Schaltung  in  Bild  5  zeigt  einen  RC‐Tiefpassfilter  1.Ordnung.  Dieser  ist  aus  einem 
Kondensator  C  in  Reihe  zu  einem  Widerstand  R  aufgebaut.  An  den  linken  Klemmen  wird  die 
Eingangsspannung  𝑈   angeschlossen,  wobei  an  den  rechten  Klemmen  die  Ausgangsspannung  𝑈  
abgegriffen wird.  

Ue C Ua

 
Bild 5:  RC‐Tiefpassfilter 1.Ordnung 

Um  auch  in  diesem  Fall  zu  verstehen  wie  der  Tiefpass  bestimmte  Frequenzen  filtert,  muss  der 
Blindwiderstand XC des Kondensators C in Betracht gezogen werden. Dieser ist für eine bestimmte 
Frequenz definiert als: 

𝑋                           (1.11) 


 
Bei  einer  Eingangsspannung  Ue  mit  hoher  Frequenz  (𝑓 → ∞),  ist  der  Blindwiderstand  des 
Kondensators C sehr klein: 

 → 0                    (1.12)

Im Vergleich zum Widerstand R fällt an der Kapazität C deutlich weniger Spannung ab. Die Spannung 
ist so klein, dass diese praktisch vernachlässigt werden kann und die gesamte Eingangsspannung Ue 
am Widerstand R abfällt. Daraus folgt: 

𝑈 0 (1.13) 

Bei  einer  Eingangsspannung  Ue  mit  tiefer  Frequenz  (𝑓 → 0)  ist  der  Blindwiderstand  XC  des 
Kondensators C hingegen sehr groß: 

 → ∞                    (1.14) 

Im Vergleich zum Widerstand R fällt an am Kondensator C eine größere Spannung ab. Die Spannung ist 
so groß, dass praktisch die gesamte Eingangsspannung 𝑈  am Kondensator C als Ausgangsspannung 
𝑈  abfällt. Daraus folgt: 

𝑈 𝑈 (1.15) 

iv. RL‐Tiefpass 
Der RL‐Tiefpass hat dieselbe Wirkung wie der RC‐Tiefpass. Die Schaltung dieses Filters zeichnet sich 
durch die Reihenschaltung einer Spule L und eines Widerstands R aus:  

Ue R Ua

 
Bild 6:  RL‐Tiefpassfilter 1.Ordnung 

Bei einer Eingangsspannung 𝑈  mit tiefer Frequenz (𝑓 → 0), ist der Blindwiderstand der Spule L sehr 


klein: 

2𝜋𝑓L → 0 (1.16) 

An ihm fällt viel weniger Spannung ab als am Widerstand R. Die Spannung an der Induktivität L ist so 
klein, dass fast die gesamte Eingangsspannung 𝑈  am Widerstand R als Ausgangsspannung 𝑈  abfällt 
und es gilt: 

𝑈 𝑈 (1.17) 

Für hohe Frequenzen gilt hingegen mit 𝑓 → ∞: 

𝑈 0 (1.18) 

Grenzfrequenz für Hoch‐ und Tiefpassfilter 1. Ordnung 

Unter der Grenzfrequenz 𝒇𝐠  versteht man die Grenze zwischen dem Durchlass‐ und Sperrbereich. Sie 
ist die Frequenz, bei der der die Ausgangsspannung auf 1⁄√2 70,7 % der Eingangsspannung bzw. 
um a 3 dB gesunken ist (siehe Bild 2 und Bild 3). Die Grenzfrequenz ist von der Zeitkonstanten 𝝉 

 
abhängig.  Da  die  Filter  1.Ordnung  einerseits  durch  einen  Widerstand  R  in  Reihe  zu 
einem Kondensator C realisiert (RC‐Filter) werden und andererseits auch aus einem Widerstand R und 
einer Spule L (RL‐Filter) aufgebaut sein können, wird die Herleitung für beide Schaltungsarten gezeigt. 
Die Grenzfrequenzen unterscheiden sich im Hinblick auf die Nutzung als Tiefpass oder Hochpass jedoch 
nicht. 

Die Zeitkonstante 𝜏 ist definiert als: 

𝜏 𝑅 ∙ 𝐶  (für RC‐Filter) bzw.  𝜏   (für RL‐Filter)          (1.19) 

Je größer die Zeitkonstante 𝜏 ist, desto kleiner ist die Grenzfrequenz fg. Die Grenzfrequenz wird somit 
durch beide Bauteilgrößen bestimmt, d.h. sowohl von dem Energiespeicher C oder L als auch von dem 
Widerstand R, wobei bei der Grenzfrequenz fg die betragsmäßig gleiche Spannung über den Bauteilen 
anliegt. Daraus lässt sich ableiten, dass bei Grenzfrequenz fg folgendes gilt: 

𝑅 𝑋                      (1.20) 

bzw. 

𝑅 𝑋 (1.21) 

Somit lässt sich die Grenzfrequenz für einen RC‐Filter (Tiefpass bzw. Hochpass) bestimmen zu: 

𝑅 𝑋                        (1.22) 

⇔𝑅                       (1.23) 

⇔𝑓                      (1.24) 

Genauso gilt für einen RL‐Filter (Tiefpass bzw. Hochpass): 

𝑅 𝑋    2π𝑓𝐿                  (1.25) 

⇔𝑅  2π𝑓 𝐿                    (1.26) 

⇔𝑓 (1.27) 

Bei der Grenzfrequenz fg beträgt die Phasenverschiebung zwischen der Eingangsspannung Ue und der 
Ausgangsspannung Ua, wie in Bild 1 und Bild 2 zu erkennen, genau |𝜑| = 45°. Dies lässt sich anhand 
der Angleichung der Widerstands‐ bzw. Spannungswerte wie folgt erklären:  

Tiefpass 1.Ordnung: 

Frequenzgang:     𝐹               (1.28) 

Amplitudengang:                 (1.29) 
²

Phasengang:     𝜑 arctan 𝜔𝜏             (1.30) 



 
Grenzfrequenz:   𝑓               (1.31) 

Hieraus ergibt sich im Fall der Grenzfrequenz fg ein Winkel φ = ‐45°. 

Hochpass 1.Ordnung: 

Frequenzgang:     𝐹               (1.32) 
/

Amplitudengang:               (1.33) 
/ ²

Phasengang:     𝜑 arctan 1/𝜔𝜏             (1.34) 

Grenzfrequenz:   𝑓               (1.35) 

Hieraus ergibt sich im Fall der Grenzfrequenz fg ein Winkel φ = 45°. 

Hoch‐ und Tiefpassfilter 2. Ordnung 

Es  werden  allgemein  für  ein  Filter  n‐ter.Ordnung  n  speichernde  Elemente  benötigt.  Ein  Filter  mit 
doppelter  Ordnung  filtert  die  entsprechenden  Frequenzen  doppelt  so  effektiv  wie  ein  Filter  halber 
Ordnung, was an der Flankensteilheit zu erkennen ist. Bei Filtern 2.Ordnung wird eine doppelt so hohe 
Flankensteilheit von 40dB/Dekade erreicht als bei Filtern 1.Ordnung. Der Übergang zwischen Sperr‐ 
und Durchlassbereich ist in diesem Fall schärfer. Bild 7 zeigt vergleichend die Flankensteilheit eines 
Tiefpasses für die 1. und 2.Ordnung. 

  f

‐20  ‐20 dB/Dekade

‐40 
‐40 dB/Dekade
‐60 
fg 
‐80 
‐3      ‐2      ‐1      0       1        2       3       4
log (f/fg)
 
Bild 7:  Flankensteilheit eines Tiefpassfilters für die 1. (rot) und 2.Ordnung (blau) [3] 

Tiefpassfilter 2. Ordnung 

Das folgende Bild 8 zeigt die Schaltung und den Amplitudengang eines Tiefpassfilters 2.Ordnung. Die 
Schaltung zeichnet sich dadurch aus, dass ein Kondensator C in Reihe mit einer Spule L geschaltet wird. 
In realen Schaltungen liegt stets ein Widerstandswert R vor, der zum einen in Reihe liegen kann und 
zum anderen durch die Belastung des Tiefpasses parallel zu dem Kondensator C liegt, wodurch einer 
Resonanzüberhöhung entgegen gewirkt wird. 


 
 

 
Bild 8:  Schaltung eines Tiefpassfilters 2.Ordnung und der Amplitudengang mit (oben/rot) und ohne Resonanzüberhöhung 
durch das Hinzuschalten eines ohmeschen Widerstands R (unten/blau) [4] 

Hochpassfilter 2. Ordnung 

Die folgende Abbildung zeigt einen Hochpassfilter 2. Ordnung. Um eine Resonanzüberhöhung zu 
vermeiden wird üblicherweise ein Widerstand R in Reihe zum Kondensator C geschaltet.  

 
Bild 9:  Schaltung eines Hochpassfilters 2.Ordnung 

Impulsformung 

RC Hoch‐ und Tiefpassfilter können eine Wechselspannung (Sinus, Rechteck, Dreieck) so verändern, 
dass  aus  dem  Ursprungssignal  ein  anderes  erzeugt  wird.  Hierbei  kann  der  RC‐Hochpassfilter  als 
Differenzierglied und der RC‐Tiefpassfilter als Integrierglied fungieren. 
   


 
I. Hochpassfilter als Differenzierglied 
 

 
Bild 10:  Formung eines Recktecksignal zu Nadelimpulsen mithilfe eines Hochpasses [5] 

Wenn das Verhältnis der Zeitkonstante τ zur Periodendauer T des Eingangssignals sehr klein ist, so zeigt 
das  Ausgangssignal  schmale  Impulse,  die  im  Bereich  der  Umschaltflanken  des  Eingangssignals 
auftreten. Solche Hochpassfilter werden als Differenzierglied bezeichnet und reagieren ausschließlich 
auf schnelle Änderungen im Kurvenverlauf. 

Solche  Differenzierglieder  werden  in  Regelschaltungen  verwendet,  in  denen  schnelle  Änderungen 
erfasst werden sollen. 

Tiefpassfilter als Integrierglied 

Das Ausgangssignal ist abhängig von der Zeitkonstante des Tiefpassfilters bzw. von der Frequenz des 
Eingangssignals. Mittels des Tiefpassfilters ist je nach Zeitkonstante und Frequenz des Eingangssignals 
eine Integration des Eingangssignals möglich, weshalb diese auch als Integrator bezeichnet werden. 

 
Bild 11:  Formung eines Recktecksignal zu einem Dreiecksignal mithilfe eines Tiefpasses [5] 

In  Bild  11  ist  zu  sehen,  dass  der  Tiefpassfilter  aus  einer  Rechteckspannung  am  Eingang  eine 
dreieckähnliche  Mischspannung  am  Ausgang  der  Schaltung  erzeugt,  wodurch  die  Sieb‐  und 
Glätteigenschaften des Tiefpassfilters zu erkennen sind [6].  


 
Literaturverzeichnis 
 

[1] „Passiver Tiefpassfilter,“ ElectronicsTutorials, [Online]. Available: Passiver Tiefpassfilter. [Zugriff 
am 10 Dezember 2020]. 

[2] „Passiver Hochpassfilter,“ ElectronicsTutorials, [Online]. Available: https://www.electronics‐
tutorials.ws/de/filtern/passiver‐hochpassfilter.html. [Zugriff am 10 Dezember 2020]. 

[3] „Filter zweiter Ordnung,“ ElectronicTutorials, [Online]. Available: https://www.electronics‐
tutorials.ws/de/filtern/filter‐zweiter‐ordnung.html. [Zugriff am 10 12 2020]. 

[4] „Passive elektrische Filter,“ Elektroniktutor, [Online]. Available: 
https://www.elektroniktutor.de/analogtechnik/filter.html. [Zugriff am 10 Dezember 2020]. 

[5] „Passiver Tiefpass / Tiefpass‐Filter,“ Elektronik‐Kompendium, [Online]. Available: 
https://www.elektronik‐kompendium.de/sites/slt/0206172.htm. [Zugriff am 10 Dezember 
2020]. 

[6] W. Bieneck, Elektro T : Grundlagen der Elektrotechnik ; Informations‐ und Arbeitsbuch für 
Schüler und Studenten der elektrotechnischen Berufe, Stuttgart: Holland + Josenhans, 2015.  

   

10 
 
Simulationsaufgabe Versuch 2.5 

Beginnen Sie zunächst mit der Erstellung eines geeigneten Simulationsmodells für einen RC‐Tiefpass‐ 
bzw. RC‐Hochpassfilter. Überprüfen Sie zunächst anhand der letzten Ziffer ihrer Matrikelnummer im 
Anhang, welche Art von Filter Sie simulieren und welche Bauteilgrößen genutzt werden sollen. 

Bauen Sie zusätzlich eine Spannungsquelle mit ein. 

Teil 1 

Überprüfen Sie zunächst die Sprungantwort bzw. die Zeitkonstante τ des Tief‐ oder Hochpasses, indem 
die Spannung beim Nullpunkt 0 V beträgt und nach 1 ns auf 1 V ansteigen soll, wobei die Spannung im 
Folgenden auf diesem Wert verbleiben soll. 

a. Ermittelten  Sie  die  Zeitkonstante  τ  aus  einem  geeignetem  Diagramm  aus  LTspice  und 
überprüfen Sie diesen Wert mittels einer Rechnung. 
 
Für die Erstellung der weiteren Teile überprüfen Sie bitte jeweils im Anhang welche Art von Filter Sie 
simulieren und welche Bauteilgrößen verwendet werden sollen. 

Teil 2 

Im Folgenden soll der Frequenzgang und Phasengang des Tiefpass‐ bzw. Hochpassfilters mit Hilfe des 
Bodediagramms  untersucht  werden.  Wählen  Sie  hierfür  eine  AC  Amplitude  von  1  V  und  eine 
Startphase von 0.  

a. Lesen Sie die Grenzfrequenz fg ab und vergleichen Sie den Wert mit dem Errechneten. 
 
b. Simulieren  sie  den  Verlauf  der  Ausgangsspannung  für  eine  Eingangsspannung  mit  einer 
Amplitude von 1 V und den Frequenzen 0,1⋅fg, fg und 10⋅fg und stellen Sie die Verläufe über der 
Zeit dar. Wählen Sie hierfür geeignete Simulationszeiten. Was fällt Ihnen auf? Erklären Sie die 
Verläufe und Amplituden der Ausgangsspannung. 

Teil 3 

Im Folgenden soll die Filterung eines Rechtecksignals überprüft werden. Die Spannung soll zwischen 0 
und  1  V  liegen,  wobei  die  Startverzögerung  als  0  angenommen  werden  soll.  Wählen  Sie  geeignete 
Zeiten für die Anstiegs‐ und Abstiegszeit des Rechtecksignals und simulieren Sie über den Zeitbereich 
ohne die Betrachtung von Einschwingvorgängen. Überprüfen Sie den Verlauf für 0,1⋅fg, fg und 10⋅fg. 
Was fällt Ihnen auf? 

Teil 4 

Entwickeln  Sie  ein  Schaltbild  für  einen  gleichwertigen  LR‐Tiefpass‐  bzw.  Hochpassfilter.  Wie  groß 
müsste L sein, wenn der Widerstandswert als R = 100 Ω angenommen werden soll? Belegen Sie die 
Funktion anhand einer geeigneten Simulation. 

Teil 5 

Verschalten  Sie  im  Folgenden  einen  LC‐Tiefpass‐  bzw.  Hochpassfilter  2.  Ordnung  (zunächst  ohne 
Widerstand R) mit einer Kapazität C = 5 µF. Wie muss L gewählt werden, um eine Resonanzfrequenz 
bei der zuvor errechneten Grenzfrequenz aus dem vorherigen Aufgabenteil zu bekommen? 

   

11 
 
Teil 6 

Im Folgenden soll der Frequenzgang des Tiefpass‐ bzw. Hochpassfilter 2.Ordnung untersucht werden. 
Wählen Sie hierfür eine AC Amplitude von 1 V und eine Startphase von 0. Was fällt Ihnen bei dem 
Vergleich  mit  dem  Tiefpass‐  bzw.  Hochpassfilter  1.  Ordnung  auf?  Wie  unterscheiden  sich  Tiefpässe 
bzw. Hochpässe 1. und 2. Ordnung? 

a. Belasten  Sie  die  Schaltung  mit  einem  Widerstand  RL  =  10  Ω,  indem  Sie  diesen  parallel  zu  C 
verschalten  (bei  einem  Tiefpass  2.  Ordnung)  bzw.  in  Reihe  zu  C  (bei  einem  Hochpass 
2.Ordnung). Was fällt Ihnen auf? 

   

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Anhang 

Letzte Ziffer der  Teil 1 / Teil 2 / Teil 3 Teil 4 Teil 5 / Teil 6


Matr.Nr. 
0  R = 10 kΩ und C = 10 nF  Tiefpass 1.Ordnung Tiefpass 2.Ordnung
(Tiefpass 1.Ordnung) 
1  R = 10 kΩ und C = 10 nF  Hochpass 1. Ordnung Hochpass 2. Ordnung
(Hochpass 1.Ordnung) 
2  R = 9 kΩ und C = 8 nF  Tiefpass 1.Ordnung Tiefpass 2.Ordnung
(Tiefpass 1.Ordnung) 
3  R = 9 kΩ und C = 8 nF  Hochpass 1. Ordnung Hochpass 2. Ordnung
(Hochpass 1.Ordnung) 
4  R = 11 kΩ und C = 12 nF  Tiefpass 1.Ordnung Tiefpass 2.Ordnung
(Tiefpass 1.Ordnung) 
5  R = 11 kΩ und C = 12 nF  Hochpass 1. Ordnung Hochpass 2. Ordnung
(Hochpass 1.Ordnung) 
6  R = 8 kΩ und C = 7 nF  Tiefpass 1.Ordnung Tiefpass 2.Ordnung
(Tiefpass 1.Ordnung) 
7  R = 8 kΩ und C = 7 nF  Hochpass 1. Ordnung Hochpass 2. Ordnung
(Hochpass 1.Ordnung) 
8  R = 14 kΩ und C = 16 nF  Tiefpass 1.Ordnung Tiefpass 2.Ordnung
(Tiefpass 1.Ordnung) 
9  R = 14 kΩ und C = 16 nF  Hochpass 1. Ordnung Hochpass 2. Ordnung
(Hochpass 1.Ordnung) 
 

Beispiel: 

Matr.Nr.: *********0 

 In  Teil  1,  Teil  2  und  Teil  3  soll  es  sich  bei  dem  zu  entwerfenden  RC‐Filter  um  einen 
Tiefpass 1.Ordnung handeln 
 In Teil 4 soll es sich bei dem zu entwerfenden LR‐Filter um einen Tiefpass 1.Ordnung 
handeln 
 In  Teil  5  und  Teil  6  soll  es  sich  bei  dem  zu  entwerfenden  CL‐Filter  um  einen 
Tiefpass 2.Ordnung handeln 

Matr.Nr.: *********1 

 In  Teil  1,  Teil  2  und  Teil  3  soll  es  sich  bei  dem  zu  entwerfenden  RC‐Filter  um  einen 
Hochpass 1.Ordnung handeln 
 In Teil 4 soll es sich bei dem zu entwerfenden LR‐Filter um einen Hochpass 1.Ordnung 
handeln 
 In  Teil  5  und  Teil  6  soll  es  sich  bei  dem  zu  entwerfenden  CL‐Filter  um  einen 
Hochpass 2.Ordnung handeln 

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