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Prüfungstraining

DSD Stufe 2
Deutsches Sprachdiplom
der Kultusministerkonferenz

Hörtexte
Lösungen

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Hörtexte

Basistraining – Hörverstehen Konsequenzen. Ich habe zum Beispiel ganz oft die Schule ge­
wechselt, und zwar nicht, weil wir umgezogen wären. Weil
meine Mutter und ich fanden, irgendwas ist mit dieser
Teil 1: Interview mit Nicolas Stemann
Schule nicht in Ordnung. Dieses Gefühl hatte ich schon als
I = Interviewerin / S = Herr Stemann Kind: Man richtet sich in seiner Welt ein, aber so ganz
stimmt es nicht, das Eigentliche liegt woanders. Wenn dann
I: Herr Stemann, Sie haben voriges Jahr für die Salzburger
Entscheidungen anstehen, fehlt die Richtschnur.
Festspiele den deutschen Nationalklassiker »Faust« neu auf
die Bühne gebracht. Kann man in so einem Stoff noch Neues I: Wann wurde Ihnen das bewusst?
entdecken?
S: Relativ jung. Als Kind dachte ich im Sommer: Wenn ich
S: Das ist eine Gefahr bei Klassikern, dass man das Gefühl kurze Hosen trage, fühle ich mich gewiss unwohl, weil alle
hat: Jeder Gedanke ist schon gedacht. Man muss sich dann anderen lange Hosen tragen. Aber wenn ich lange Hosen
sagen: Jeder Gedanke mag gedacht sein, aber nicht von mir. trage, würde ich denken, es müssten kurze sein. Dass das
aber eine richtige Dummheit ist, habe ich erst später be­
I: In vielen Ihrer Inszenierungen kann man zwischen Probe
griffen. Bei der Berufswahl zum Beispiel.
und Aufführung nicht mehr richtig unterscheiden. Es wird
auch auf offener Bühne weiterimprovisiert. I: Wie sind Sie ans Theater gekommen?

S: Ich mag offene Prozesse, deren Ausgang man nicht kon­ S: Das war vielleicht eine Antwort auf meine Entscheidungs­
trollieren kann. Dafür ist das Theater als kollektive Kunst­ unfähigkeit. Ich konnte mir vorstellen, Musiker zu werden,
form ideal. Ich denke mir vorher etwas aus, aber wenn ich ich konnte mir vorstellen, zu schreiben. Und ich ahnte, dass
auf die Probe komme, stelle ich es komplett zur Disposition. ich diese vielen kleinen Talente beim Theater gut unter einen
Ich werfe meine Gewissheiten weg und verlange das auch Hut bringen könnte, ohne mich entscheiden zu müssen. Im
von meinen Leuten. Irgendwann gibt es kein Richtig und Theater kommt Musik vor, Literatur, irgendwie auch Theo­
Falsch mehr und dadurch ist alles möglich. Das ist eine rie, ich darf als Regisseur selber auf die Bühne oder ich bleibe
große Freiheit. unten sitzen. Insofern war das Theater meine Rettung.
Natür­lich habe ich auch das immer wieder infrage gestellt.
I: Gab es bei Ihnen eine besonders wichtige Erfahrung in
Ihrem Leben? I: Ein entscheidungsschwacher Regisseur – geht das wirk­
lich?
S: Ich hatte eigentlich viel Glück. Tolle Eltern, viele Talente.
Aber es gab immer einen Punkt, der mich unglücklich S: Ich hatte das mal an der Regieschule einem Lehrer er­
machte: meine notorische Unfähigkeit, mich zu entscheiden. zählt, der sagte: Vergiss es, das ist ein Entscheiderberuf. Da
musst du Sachen autoritär durchdrücken, da darfst du nicht
I: Ist das etwas, das auch Außenstehende wahrnehmen?
wackeln – und wenn, darfst du es nicht zeigen. Bei meinen
S: Ja, sowohl privat als auch beruflich. Intendanten können ersten Arbeiten konnte ich aber zum Glück feststellen, dass
davon ein Lied singen. Ich sage ein Stück zu und ab da be­ es auch anders geht: Man denkt sich etwas aus, dann wirft
reue ich nur noch meine Zusage. Während der laufenden man es in den Probenprozess und plötzlich entscheidet das
Arbeit sage ich dann immer: Es ist alles ganz furchtbar, Medium selbst. Für ein Ensemble ist das nicht schlecht. Jeder
ganz schlimmes Stück, vollkommen falsch besetzt mit diesen ist gefordert. 
Schauspielern. Diese Verzweiflung treibt mich dann an, aus
I: Viele fürchten sich heute davor, sich festzulegen – etwa sich
all diesem als falsch Erlebten doch noch irgendwas zu
zu binden.
machen.
S: Ja, das habe ich auch in vielen meiner Arbeiten thema­
I: Können Sie sich erklären, wie es zu dieser Entscheidungs­
tisiert. Für die künstlerische Arbeit ist es ja immer das Beste,
schwäche gekommen ist?
wenn die Besonderheit des Einzelnen etwas mit der
S: Ich denke, es hat viel mit meiner Mutter zu tun. Sie war Besonder­heit der ganzen Gruppe zu tun hat. Aber das sucht
sehr klein, als ihre Familie im Krieg aus Pommern floh. Ich man sich nicht aus. Jetzt bin ich über 40 und da kriegt man
nehme an, das hat bei ihr ein Leben lang ein Gefühl der zum Glück mit, dass es auch toll ist, sich nicht immer alle
Heimat­losigkeit bewirkt. Man richtet sich ein in einem Optionen offenzuhalten. Vom Zweifel – ist das auch das
Leben, weiß aber, dass es da eigentlich noch was anderes Richtige, könnte es nicht auch etwas Besseres geben? – darf
gibt. Das hat sie auf mich übertragen mit ganz absurden man sein Leben nicht bestimmen lassen.

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schlimm für die Tiere. Bei uns gibt es doch ein Tierschutz­
Teil 2: Tierversuche
gesetz, das besonders schmerzhafte Versuche verbietet. Und
Person 1 die Wissenschaftler müssen sich daran halten. Ich finde das
Wir leben in einer digitalen Welt, in der wir selbst Flüge nicht richtig, dass die Zeitungen das so einseitig darstellen.
zum Mars simulieren können. Und durch schmerzfreie Ver­ Ich denke, dass Tierversuche wichtig sind und wir erst dann
suche lernen wir, wie unser Gehirn funktioniert, wenn wir darauf verzichten können, wenn wir andere verlässliche
zum Beispiel reden, lernen oder schlafen. Und jeder weiß, Metho­den haben, um neue Medikamente zu testen.
dass es heute schon möglich ist, herauszufinden, wie der
Körper auf neue Medikamente oder Kosmetika reagiert,
Teil 3: Die Clowns von Konstanz
ohne dass wir Tieren starke Schmerzen zufügen. Jeder, der
das trotzdem tut, stellt sich damit über die Tiere. Und das Clown ist ein Beruf mit Zukunft, sagt die Bundesagentur für
finde ich nicht richtig. Wir sind alle Teil der Schöpfung und Arbeit. Und tatsächlich, die Anzahl der Menschen, die sich
jedes Tier hat, genau wie wir Menschen, ein Recht auf zum Clown ausbilden lassen will, wächst ständig und die
Exis­tenz und Respekt vor seiner Unversehrtheit. Erst recht Chancen, später einen Arbeitsplatz zu bekommen, sind gut.
jetzt, wo wir andere Möglichkeiten haben als schreckliche
Doch mit dummen Witzen und einer roten Nase ist es nicht
Tierexperimente.
getan: Wer ein richtiger Spaßmacher sein will, hat eine
Person 2 schwierige Aufgabe vor sich. An der Clown-Schule in Kon­
Experimente mit Tieren sind schlimm. Das ist gar keine stanz können die Studenten in zwei Jahren lernen, wie man
Frage. Und ich könnte so etwas selbst überhaupt nicht durch Lachen kranken Menschen helfen kann, schneller ge­
machen. Auf der anderen Seite gibt es schwere Krankheiten sund zu werden.
und bis heute kann man die Wirkung von neuen Medika­
Der jüngste künftige Clown in Konstanz ist derzeit gerade
menten eben nicht nur am Computer berechnen. Die muss
mal 23, die älteste Studentin fast 70. Einige wollten früher
man an lebenden Wesen ausprobieren. Experimente mit
einmal Schauspieler werden, andere haben eine Ausbildung
Menschen, selbst wenn die zustimmen, finde ich erst recht
als Tischler hinter sich oder sind ausgebildete Ingenieu­re.
problematisch. Deswegen, denke ich, können wir gar nicht
Aber irgendwann hat sie die Suche nach einer neuen Auf­
auf Versuche mit Tieren verzichten, egal ob es um Krank­
gabe und ungewöhnlichen Herausforderung an die Tamala-
heiten oder um Kosmetika geht. Durch ungeprüfte Haut­
Clown-Akademie geführt. „Tamala“ ist der Name eines mys­
cremes könnten ja auch schwere Krankheiten entstehen.
tischen Baums und kommt aus dem Sanskrit. Der Name
Und das will sicher niemand.
steht für „Wachstum“. Die Schule heißt so, weil die Stu­
Person 3 denten hier innerlich wachsen und ihre Persönlichkeit entwi­
Vor Kurzem habe ich eine Dokumentation über Tierversuche ckeln sollen.
im Fernsehen gesehen. Ich muss gestehen, das hat mich ge­
Dazu gehört auch, dass ein Clown ganz bewusst immer der
schockt. Ich kann gar nicht verstehen, wie die Wissenschaft­
Dümmste von allen ist und dass ihm das nichts ausmacht.
ler, die das machen, mit dieser Tierquälerei leben können.
Im Gegenteil. Er lernt dabei, zu lachen und andere zum
Die wissen doch selbst am besten, welche Schmerzen sie den
Lachen zu bringen. Und dieses Selbstbewusstsein kann man
Tieren zufügen. Ich finde es ja schon schlimm, wenn man
nutzen, um zum Beispiel alten Menschen zu helfen, die
Versuche mit Mäusen oder Ratten macht, aber bei höheren
immer vergesslicher werden oder merkwürdige Dinge tun.
Tieren, zum Beispiel Affen, das müsste auf alle Fälle ver­
Wenn ein alter Mann seine Schuhe in den Kühlschrank
boten werden. Jedenfalls alle Versuche, bei denen es nur um
stellt, räumt die Pflegerin sie an den richtigen Platz, der
die Wirkung von Kosmetika geht. Bei rein medizinischen
Clown stellt seine dazu. Das ist das Gegenteil von offener Be­
Expe­rimenten könnte man vielleicht Ausnahmen zulassen,
lehrung oder versteckter Kritik. Der Clown teilt das Leiden
auch wenn ich es nicht gut finde.
mit dem Patienten und hilft ihm damit, seine Schwächen mit
Person 4 einem Lachen zu ertragen.
In der Presse werden immer wieder schreckliche Fotos von
Die Mehrheit der Tamala-Studenten findet nach ihrer Aus­
Tieren gezeigt, die bei medizinischen Versuchen gequält
bildung Arbeit im Gesundheitsbereich, vor allem in Institu­
werden. Ich kann das öffentliche Entsetzen schon verstehen,
tionen für alte Leute mit Gedächtnisschwäche, in Kinder­
aber ich glaube, die Journalisten zeigen immer besonders
kliniken oder Einrichtungen für Behinderte. Manche Clowns
extre­me Bilder. Die meisten Tierversuche sind gar nicht so
machen sich selbstständig und ziehen von Altersheim zu

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Alters­heim oder von Klinik zu Klinik. Immer öfter werden lernen. Eigentlich kann jeder Clown werden, doch man muss
Clowns von den Einrichtungen auch fest angestellt, weil die körperlich und vor allem psychisch strapazierfähig sein, eine
positive Wirkung ihrer Arbeit zunehmend Anerkennung große Portion Mut und vor allem die nötige Ausdauer mit­
findet. Deswegen bezeichnet die Agentur für Arbeit den bringen. Nur die Hälfte der Bewerber bekommt einen der
Clown bereits als Beruf mit Zukunft, auch wenn die Be­ insgesamt 24 Plätze.
zahlung nicht besonders gut ist.
Die meisten merken sehr schnell, wie schwer es ist, Humor
Die Arbeit als Clown-Ausbilder an der Clown-Akademie in zu verbreiten. Trotzdem halten die meisten durch und be­
Konstanz beruht auf wissenschaftlichen Studien aus der enden ihre Ausbildung als diplomierter „Gesundheits-
Humor­forschung. Danach hat Humor oft mehr Wirkung als Clown“.
jede Pille. Da die Gedächtnisschwäche von alten Leuten nicht
nur eine organische Krankheit ist, sondern auch von psychi­
schen und sozialen Faktoren abhängt, kann Humor auf viele Powertraining – Hör­ver­
Arten in der Therapie eingesetzt werden.
stehen
Bei der Ausbildung geht es auch um die verschiedenen
Krankheiten und ihre Besonderheiten. Auf jeden Patienten Teil 1: Interview mit Sebastian Thrun
muss sich ein Clown anders vorbereiten. So finden Jugend­
I: Interviewerin / T: Herr Thrun
liche über zwölf Jahre rote Nasen total blöd, während das bei
jüngeren Kindern wunderbar funktioniert. Und die ganz I: Herr Professor Thrun: Könnten Sie uns bitte ganz kurz
Kleinen kommunizieren am liebsten in Tonsprache, also mit etwas über ihre akademische Laufbahn erzählen?
Geräuschen statt mit Worten.
T: Also, ich wurde 1967 in Deutschland geboren, habe Infor­
Je nach Krankheit oder Behinderung können die Patienten matik, Medizin und Ökonomie an der Universität Hildes­
auch ungeahnte Aggressionen entwickeln. Manche schreien heim studiert und an der Uni in Bonn meinen Doktor in In­
laut oder schlagen sogar um sich. Nicht immer gibt es ein formatik und Statistik gemacht. Bis 2011 war ich Professor
passendes Rezept. Manchmal geht es nur mit Fingerspitzen­ für Künstliche Intelligenz an der Universität Stanford.
gefühl. Aber das entwickelt sich erst mit der Zeit. Deshalb
I: Sie haben ihre Professorenstelle in den USA aufgegeben
wird wochen- und monatelang geübt. In kleinen Szenen
und möchten nun mit einer Online-Universität die Hoch­
werden schwierige Situationen nachgestellt, in denen ein
schulbildung verändern. Wie haben Sie das eigentlich Ihren
Clown reagieren muss. Bei verhaltensgestörten Kindern
Kollegen erklärt?
kommt es oft vor, dass sie den Clown als ersten richtigen
Freund in ihrem Leben akzeptieren und ihm mehr erzählen T: Viele meiner Kollegen möchten auch online unterrichten,
als den Therapeuten und Ärzten. Auch damit müssen die würden dafür aber nicht unbedingt die Uni verlassen. Pro­
künftigen Clowns umgehen können. fessor an einer Universität zu sein ist nämlich eine schöne
Sache.
Die Ausbildung zum Gesundheits-Clown kostet mehr als
3000 Euro im Jahr, ohne Unterkunft und Reisekosten. Um I: Sie sind gegen eine Ausbildung nur für Eliten, gegen teure
ihr Studium zu finanzieren, müssen manche Clown-Schüler Studiengebühren und halten Noten für einen Fehler im
neben­her als Kellner oder Kellnerin arbeiten. Andere ver­ Bildungs­system. Warum geht einer wie Sie überhaupt an
kaufen sogar ihr Motorrad oder nehmen einen Kredit auf. eine teure Eliteuniversität wie Stanford?
Ihr Wunsch, nach der Ausbildung mit alten oder kranken
T: Weil ich das auch erst seit kurzer Zeit weiß. Es war für
Menschen als Clown zu arbeiten, ist so stark, dass sie die
mich ein Lernprozess. Immerhin habe ich auch lange in
Kosten der Ausbildung und die relativ schlechte Bezahlung
diesem System mitgemacht. Mein Kurs im vergangenen Jahr
in diesem Beruf in Kauf nehmen. Für viele ist dieser Beruf
hat mich aber ziemlich stark verändert.
eine echte Berufung, die sie mit Freude und Genugtuung er­
füllt. Dafür nehmen sie die Nachteile gerne in Kauf. I: Sie meinen ihre Weltvorlesung, in der Sie gemeinsam mit
Ihrem Kollegen Ihre Vorlesung über Künstliche Intelligenz
Während der Ausbildung entwickeln die Schüler ihre eigene
übers Netz abgehalten haben, einschließlich Prüfung. Welt­
Clown-Figur. Dafür müssen sie sich ständig neue Pro­
weit konnte sich jeder kostenlos einschreiben. Was haben Sie
gramme ausdenken. Außerdem müssen sie tanzen und
dabei gelernt?
singen lernen und zusätzlich noch ein Musikinstrument

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T: Durch das Internet-Lehrprojekt habe ich gemerkt, was Sie ein selbstfahrendes Auto programmieren. Wir erklären
für eine wahnsinnige Macht dieses Medium hat. Als wir Ihnen das nicht abstrakt, sondern sie müssen als Teil der
160 000 Anmeldungen hatten, wurden wir von der Univer- Ausbildung selbst etwas bauen. Das hat einen ganz eigenen
sität Stanford gebeten, keine weiteren Studenten mehr auf­ Wert.
zunehmen. 23 000 Studenten haben am Ende eine Prüfung
I: Noch ist alles kostenlos. Wie reagieren die Studenten auf
abgelegt und bestanden. Ich habe wirklich Tausende von
ihr Angebot?
E-Mails bekommen, in denen sich die Studenten bei mir be-
dankt haben. Mit dieser einen Vorlesung habe ich mehr T: Wir haben über 80 000 Studenten, das finde ich erst mal
Menschen beeinflusst als zuvor in meiner gesamten aka­ eine bemerkenswerte Zahl. Wir haben aber auch dazu­
demischen Karriere. gelernt und benutzen inzwischen eine bessere Aufnahme­
technik und haben ein gutes Feedback-System.
I: Was fehlt Ihnen an der realen Universität?
I: Sind diese Online-Studenten dann wieder nur Amerikaner
T: Erst mal gar nichts. Die Arbeit mit den Doktoranden an
und Europäer?
meiner Universität war immer sehr gut. Aber für mich geht
es nicht um das eine oder das andere. Es geht mir darum, T: Nein, zwar stammen zwei Drittel von dort, aber ein
Menschen zu erreichen, die man sonst nicht erreichen kann. Drittel kommt auch aus Schwellen- und Entwicklungs­
ländern.
I: Sie haben 20 Jahre an Universitäten gelehrt. Wie sollten
Studenten heute lernen? I: Was ist mit Leuten, die keinen Zugang zur notwendigen
Technik haben?
T: Studenten lernen am besten, wenn sie selbst ein Problem
lösen müssen. Was wirklich nicht klappt, sind die klassi­ T: Die gibt es. Aber im heutigen, überkommenen Hochschul-
schen Vorlesungen. Für die meisten Studenten sind sie zu wesen sind Personen ausgeschlossen, die im falschen Land
schnell oder unverständlich. Ich selbst kann mich an einen wohnen, die zu alt, zu jung oder krank sind und die keine
Kollegen erinnern, der vor ein paar Jahren eine Antrittsvor- Studiengebühren bezahlen können. Ich denke, es geht darum,
lesung zur Künstlichen Intelligenz gehalten hat, also in mehr Menschen Bildung zu ermöglichen, auch wenn man
meinem Fach­gebiet – und ich habe nichts verstanden! nicht direkt alle erreichen kann.

I: Warum hat sich virtuelles Lernen bisher nicht durchsetzen


können?
Teil 2: Ferntourismus
T: Ich bin da ratlos. Trotz moderner Medien benutzen wir
Person 1
immer noch Unterrichtsmethoden wie vor 1000 Jahren.
Reisen macht Spaß, klar, aber meiner Meinung nach sollten
Dabei sollte Unterricht wie ein guter Film funktionieren. Er
die Leute ihren Urlaub besser im eigenen Land verbringen.
muss so spannend sein, dass man erst ausschaltet, wenn er
Ich frage mich, ob es wirklich Sinn macht, um die halbe Welt
vorbei ist. Ich glaube, Universitäten sind oft weniger inno­
zu fliegen, nur um sich dort an einen Strand zu legen und im
vativ, als sie gerne wären.
Hotel dieselben Sachen zu essen wie zu Hause. Reisen bildet,
I: Wo sehen Sie die Nachteile der Online-Lehre? – sagt man, aber viele Touristen interessieren sich doch gar
nicht für das Land, in das sie fahren. Also, es gibt sicher Aus-
T: Musizieren etwa muss man mit den Händen, das können
nahmen, aber was mich betrifft, ich will erst einmal mein
sie nur begrenzt online unterrichten. Außerdem fehlt die
eige­nes Land richtig kennenlernen. Dann macht Reisen Sinn
direk­te Interaktion mit Menschen. Wenn sie einen Doktor
und bildet.
machen oder in der Forschung aktiv sind, dann ist die per-
sönliche Begegnung sehr wichtig. Person 2
Mir ist schon klar, dass der Ferntourismus viele Probleme
I: Mit zwei anderen Robotik-Forschern haben Sie nun eine
mit sich bringt. Leider stimmt es ja, dass viele Touristen fast
Online-Lernplattform gegründet, auf der sich jeder kostenlos
nichts über die Länder wissen, in die sie reisen, und eigent-
einschreiben kann. Was kann man bei Ihnen lernen?
lich nichts anderes im Kopf haben als Sonne und Strand. Ich
T: Sie können an verschiedenen Vorlesungen teilnehmen. glaube aber, dass es auch viele Menschen gibt, die weite
Mein Kollege bringt einem zum Beispiel das Programmieren Reisen unternehmen, weil sie dabei nicht nur andere
bei und nach sieben Wochen können Sie Ihre eigene Such­ Kultu­ren kennenlernen, sondern auch etwas über sich selbst
maschine erstellen. Ich selbst zeige meinen Studenten, wie erfahren. Denn das ist meines Erachtens das Wichtigste

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beim Reisen: Infrage zu stellen, was man für normal und meistens eine einmalige Gebühr oder eine Kaution beim Ab-
richtig hält. Und das kann man nur, wenn man andere schluss des Vertrags. Danach ist jeden Monat eine Grund­
Länder und andere Sitten kennt. gebühr fällig und die eigentliche Miete für den Wagen. Die
richtet sich nach der Nutzungsdauer und den gefahrenen
Person 3
Kilo­metern. Für jeden gefahrenen Kilometer ist ein be­
Wenn ich es mir leisten könnte, würde ich gerne jedes Jahr
stimmter Betrag fällig, der alle Kosten für Benzin und Ver­
eine Fernreise machen. Ich kann nur hoffen, dass sich meine
sicherung einschließt. Wer einen Wagen buchen will, muss
Situation eines Tages ändern wird, denn ich möchte die Welt
vorher angeben, wann er das Auto abholen und wieder zu-
kennenlernen. Vor allem bei Fernreisen erlebt man Dinge,
rückgeben will. Die Autos stehen immer an festen Stationen
die man in Deutschland oder Europa nicht erleben kann. Für
im Stadtgebiet. Wird der Wagen zu spät abgegeben, muss
mich ist es ein Traum, einmal in Afrika auf Fotosafari zu
der Fahrer eine zusätzliche Gebühr bezahlen. Am Ende einer
gehen oder in Indien einen Tempel zu besuchen. Mir ist schon
Fahrt muss der Wagen dort abgegeben werden, wo er aus­
klar, dass solche Reisen auch Probleme mit sich bringen.
geliehen wurde.
Allein die Umweltbelastung durch die Flugzeuge ist enorm
und ich weiß auch, dass sich Touristen manchmal respektlos Beim spontanen Carsharing kann der Kunde, wenn er ein-
verhalten und die Einheimischen arrogant behandeln. Aber mal angemeldet ist, jederzeit ein Auto im Stadtgebiet mieten.
ich finde, die Vorteile überwiegen. Ein Auto findet er per Handy über das Internet. Nach der
Fahrt wird das Auto innerhalb der Stadt einfach dort abge-
Person 4
stellt, wo man es zuletzt benutzt hat. Bezahlt wird nach Zeit;
Wer sich einmal gründlich mit den Vor- und Nachteilen des
eine Fahrminute kostet derzeit 29 Cent – allerdings sind
Ferntourismus befasst hat, kann eigentlich nur zu einem
auch hier Benzin und Versicherung inklusive. Das sieht auf
Schluss kommen: Fernreisen sind gut für die Tourismus­
den ersten Blick nicht billig aus, vor allem, wenn man be-
industrie, die damit viel Geld verdient. Vor allem die Flug­
denkt, wie oft man in der Stadt im Stau steckt und nicht
gesellschaften und die großen Hotelketten leben gut von der
voran­kommt oder das Auto für längere Strecken über Land
Sehnsucht der Menschen nach Exotik, Strand und Meer. Da
verwendet. Auf der anderen Seite liegt der Kilometerpreis
ist es natürlich auch ein großer Vorteil für die Unternehmer,
beim eigenen Pkw – alle Kosten einberechnet – bei mindes­
die überwiegend aus den westlichen Industrienationen kom-
tens 40 Cent.
men, dass die Löhne in den Zielländern meistens sehr niedrig
sind. Das sind spottbillige Arbeitskräfte. Ich möchte diese Schließlich gibt es noch den privaten Autotausch. Über
Ausbeutung nicht unterstützen und bleibe lieber zu Hause. bestimm­te Plattformen im Internet können Autobesitzer
ihren Wagen anbieten, wenn sie ihn vorübergehend nicht
selbst benötigen. Den Preis bestimmen sie selbst. Kleine
Teil 3: Ohne Auto mobil bleiben
Autos kann man dort schon ab 15 Euro pro Tag haben. Da-
Vor allem in größeren Städten haben viele Menschen in mit der Be­sitzer keine Probleme bekommt, wenn der Mieter
Deutschland ein Problem: Meist sind sie zu Fuß, mit dem einen Unfall baut, kann über das Internet auch gleich eine
Fahrrad oder mit öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs. entsprechende Versicherung mitgebucht werden.
Doch es wäre schon praktisch, für gelegentliche Fahrten ein
Angesichts der großen Vorteile des Carsharings überrascht
Auto zur Verfügung zu haben – zum Beispiel zum Möbel-
es, dass Carsharing in Deutschland bis jetzt noch keine
haus, zum Großeinkauf im Supermarkt oder für den sonn-
große Rolle spielt. So gibt es in Deutschland zwar 190 000
täglichen Ausflug mit der ganzen Familie.
Carsharer, aber über 42 Millionen Autobesitzer. Doch die
Aber für solch seltene Gelegenheiten lohnt sich der Kauf eines Zahl der Menschen, die die Vorteile des Carsharings nutzen
Autos meist nicht. Die Kosten für das Auto, die Versicherung wollen, wächst schnell.
und die Auto-Steuer müssen auch dann bezahlt werden,
Carsharing kann übrigens nicht nur in der eigenen Stadt ge-
wenn der Wagen meistens nur herumsteht. Doch seit einiger
nutzt werden. Viele Anbieter arbeiten zusammen, sodass
Zeit gibt es eine interessante Alternative: Carsharing. Das
Kunden, die zum Beispiel in eine andere Stadt fliegen, dort
Prinzip: Viele Autofahrer teilen sich ein Auto und damit
Autos von anderen Firmen benutzen können, wenn der
auch die Kosten.
eigene Anbieter dort keine Autos hat. Auf diese Weise stehen
Beim Carsharing gibt es verschiedene Varianten. Das für die Kunden in ganz Deutschland mehrere Tausend Autos
klassi­sche Carsharing eignet sich am besten für Leute, die bereit.
das Auto öfter benötigen. In der Regel zahlt der Kunde

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Carsharing ist vor allem für Personen sinnvoll, die nicht P: Also, Fernando, dann berichten Sie doch bitte einmal, was
regel­mäßig ein Auto brauchen oder – je nach Situation – Sie uns zum Thema „Aussehen und Schönheit in unserer Ge-
unter­schiedliche Fahrzeuge benötigen. Je weniger jemand sellschaft“ sagen wollen.
fährt, desto eher lohnt sich Carsharing. Als einfache Regel
S: Ja gerne, aber ich brauche den Tageslichtprojektor. Ich
gilt: Wer weniger als 10 000 Kilometer pro Jahr fährt, für
habe eine Folie mitgebracht.
den ist Carsharing sinnvoll.
P: Natürlich. – Bitte, da drüben.
Sinnvoll ist Carsharing auch für Nutzer, die den Wagen
eher für kurze Strecken und nicht jeden Tag brauchen. Bei S: Ach ja, dort, danke schön.
langen Strecken kann ein Mietwagen günstiger sein. Vor
S: Ja also, mein Thema ist: „Aussehen und Schönheit in un-
allem über das Wochenende gibt es oft sehr preisgünstige
serer Gesellschaft“. – Ich finde, das ist ein schönes Thema. –
Angebote ohne Kilometerbeschränkung. Für Kunden, die auf
Und ein wichtiges Thema. Schönheit ist nicht nur für jeden
dem Land oder am Stadtrand leben, lohnt sich Carsharing
Einzelnen wichtig , sondern das geht die ganze Gesellschaft
meistens nicht, weil die nächste Abholstation meist weit ent-
an.
fernt ist.
Jeder weiß, dass schöne Menschen bessere Chancen haben in
Wer wenig oder selten Auto fährt, für den ist Carsharing unserer Gesellschaft. Das Aussehen sollte zwar nicht so
eine lohnende Alternative zum Besitz eines eigenen Wagens, wichtig sein, aber natürlich achten die Leute auf das Aus­
sagen die Fachleute. Zudem profitiert davon auch die Um- sehen. In einem Gespräch, wenn du dich bewirbst, dann
welt, denn nach neuesten Schätzungen werden durch jedes schauen die Leute auch, wie du aussiehst. Ich glaube, das ist
Carsharing-Auto bis zu zehn private Pkw eingespart. Das manchmal wichtiger als das, was die Leute wirklich können.
könnte den Energiebedarf und den CO2-Ausstoß erheblich Also, für mich ist klar, dass man im Beruf bessere Chancen
reduzieren, wenn Carsharing den Besitz von privaten Autos hat, wenn man gut aussieht.
weitgehend ersetzt. Und in manchen Berufen, da geht es doch nur um das Aus­
sehen. Ich kann ja verstehen, dass ein Model gut aussehen
muss. Aber im Fernsehen, da sehen doch alle Frauen toll aus.
Powertraining – Mündliche Und die Männer meistens auch. Also, ich kann mir nicht

Kommunikation vorstellen, dass man beim Fernsehen eine Chance bekommt,


wenn man nicht super aussieht. – Höchstens hinter der
Kame­ra. Ich glaube, das ist nicht gut. Die Leute im Fern­
Teil 1: Der Kurzvortrag
sehen sollten gute Journalisten sein. Da ist es nicht wichtig,
P = Prüfer / B = Beisitzer / PV = Prüfungsvorsitzende / wie sie aussehen. Also, bei uns ist das doch jeden Tag zu
S = Schüler sehen. Zum Beispiel in den Nachrichten. Oder auch in an­
deren Sendungen. Überall sehen die Frauen aus wie Super-
S: Guten Morgen.
models.
P: Guten Morgen, Fernando, bitte nehmen Sie Platz. Ich glaube, das hat auch damit zu tun, dass in der Werbung
immer nur schöne Menschen vorkommen. Jeden Tag sehen
S: Hier?
wir riesige Plakate mit jungen und schönen Frauen und
P: Ja, dort. Männern. Und alle sind toll angezogen. Und alle lachen und
sind glücklich und natürlich erfolgreich. Und natürlich
P: Also, Fernando mich kennen Sie ja. Hier neben mir sitzt
möchten alle gern so sein wie die Leute in der Werbung oder
Frau Glatte, die Prüfungsvorsitzende.
im Kino … Na ja, ich denke, viele Leute glauben, dass das die
PV: Guten Morgen. Wirklichkeit ist. Und wenn sie – wenn sie selbst nicht so aus-
sehen, dann fühlen sie sich nicht wohl. Die Schönheit und das
S: Guten Morgen.
Aussehen werden viel wichtiger genommen, als sie eigentlich
P: Und hier, das ist Herr Pott. Herrn Pott kennen Sie ja auch sind.
schon. Das war bestimmt früher nicht so schlimm. Früher hatte
man auch andere Vorstellungen von Schönheit. Heute ver-
B: Guten Morgen.
breiten die Medien ein ganz bestimmtes Bild. Zum Beispiel
S: Guten Morgen. von – von schönen Frauen. Die müssen schlank sein, blond
oder auch dunkel, exotisch und so. Na ja, und eine gute Figur

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müssen sie natürlich auch haben. Das ist auch für die Wirt­ P: Sie haben gesagt, dass Schönheit nicht nur etwas Äußer­
schaft wichtig. Bestimmte Bereiche der Wirtschaft verdienen liches ist. Aber Schönheit hat doch viel mit Ästhetik zu tun.
viel Geld mit schönen Menschen. Da gibt es zum Beispiel die Anders gefragt: Muss eine schöne Frau – um mal bei der
Illustrierten, die jede Woche Fotoberichte von Prominenten Schönheit von Frauen zu bleiben – unbedingt intelligent sein
bringen. Und die schauen natürlich alle toll aus. Bei uns ist und einen tollen Charakter haben? Reicht es nicht, einfach
das die „Hola!“. Und natürlich die Modeindustrie. Jedes Jahr nur in einem ästhetischen Sinne schön zu sein?
gibt es eine neue Mode und viele Leute meinen dann, dass sie
S: Na ja, natürlich gibt es viele Frauen, die sehr schön sind
unbedingt diese Mode tragen müssen. Zum Beispiel diese
und vielleicht nicht so intelligent oder gebildet. Aber, zum
Jeans, die alt aussehen oder Löcher haben.
Beispiel, es gibt es ja diese Miss-Wahlen: Miss Germany,
Ganz viel Geld macht auch die Kosmetikindustrie. Alle
Miss Venezuela usw. und Miss World, klar. Und die Frauen
Frauen wollen ja jung aussehen und keine Falten haben.
da, die müssen heute auch viele Bedingungen erfüllen, also
Und deswegen gibt es ständig neue Produkte. Und alle ver­
nicht nur schön sein. Ich glaube, die müssen auch Fremd­
sprechen die ewige Jugend. Und es gibt auch immer mehr
sprachen sprechen, sich in Musik auskennen und, ja, über
Männer, die Kosmetik verwenden. – Ich finde das komisch.
Poli­tik müssen sie auch informiert sein. Also, das habe ich
Aber für die Wirtschaft ist das natürlich gut, denn das
neulich im Fernsehen gehört. Und ich finde, das zeigt, dass
schafft alles Arbeitsplätze.
das Äußere alleine eben nicht ausreicht, um – um ein wirk­
P: Ja, vielen Dank, Fernando. Das war jetzt schon mal sehr lich schöner Mensch zu sein.
interessant. Sie haben vorhin gesagt, dass sich das Schön­
P: Das ist ein interessantes Beispiel. Und wie ist das bei
heitsideal geändert hat. – Können Sie das etwas genauer er­
Männern?
klären?
S: Bei Männern? Aber ich verstehe jetzt nicht genau, was Sie
S: Ja also, ich glaube früher – also, wenn man so alte Ge­
meinen. Können Sie …
mälde sieht oder so, zum Beispiel Fotos von früher. Ich finde,
die Frauen haben da alle anders ausgesehen. Ich meine, die P: Also, müssen intelligente Männer auch gut aussehen?
waren auch dicker als heute. Und ich glaube, die waren –
S: Ich glaube, bei Männern war das Äußere nie so wichtig.
die waren nicht so schlank, so wie heute, mehr so, also, so
Aber es gibt immer mehr Männer, die auch gut aussehen
etwas dick halt. Dicker, meine ich.
wollen und auf Kleidung Wert legen und so. Das hab ich ja
P: Gibt es noch andere Beispiele für eine Änderung des schon gesagt. Und mit ihrer Intelligenz hat das gar nichts zu
Schönheitsideals in der Geschichte? tun. – Das ist natürlich ungerecht. Wenn ein Mann intelli­
gent ist, fragt niemand nach seinem Aussehen. Bei Frauen
S: Ich weiß nicht, ich glaube überhaupt, was die Leute so
schauen alle erst auf das Aussehen und …
schön fanden, war früher anders: Also Musik zum Beispiel
oder überhaupt – na ja, diese Mode, die Mode, da fällt mir, P: Und wie wichtig ist das Aussehen von Frauen für Sie?
das fällt mir gerade ein. Die Kleidung der Leute auf alten
S: Uii, ich – ich glaube, die meisten Männer wollen eine sehr
Fotos oder in alten Filmen, das war schon seltsam früher.
schöne Frau.
Wenn ich zum Beispiel die Fotos von meiner Oma sehe! Und
das hat sich geändert. P: Und wie finden Sie das?

P: Und heute? Haben da die Menschen alle dieselbe Vor­ S: Hmmm, normal. Ich meine, ich möchte auch einmal eine
stellung von Schönheit? schöne Frau. Also, eine, die gut aussieht. Die für mich halt
schön ist. Zum Glück ist der Geschmack so unterschiedlich.
S: Ich glaube schon. Jedenfalls hier bei uns. Also, in unserer
westlichen Welt. Ich habe ja schon gesagt: Die Werbung und P: Und muss sie auch intelligent sein?
die Medien, die machen halt … also, die sagen, die zeigen
S: Ja klar. Sie – sie muss perfekt sein: gut aussehen, intelli­
uns, was schön ist. Und wir machen das dann so. – Wir …
gent sein, charmant und – na ja, einfach eine Traumfrau.
P: Und ist das überall so?
P: Ja gut, ich glaube, das reicht jetzt. – Hat noch jemand eine
S: Ich weiß nicht genau, aber in manchen Ländern ist das Frage? – … – Dann können wir den ersten Teil der Prüfung
vielleicht anders. Da haben die Menschen wahrscheinlich abschließen. Vielen Dank, Fernando.
andere Vorstellungen von Schönheit. Vielleicht so wie bei uns
früher.

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Hörtexte

Wenn man sich diese Probleme anschaut, dann versteht


Teil 2: Die Präsentation
man: Die Herausforderungen für die Stadtplaner in Mega­
P = Prüfer / S = Schülerin städten sind riesig.
Sie müssen für die Massen der Menschen Arbeitsplätze und
P: … dann denke ich, können wir den ersten Teil der Prüfung
ausreichend Wohnraum schaffen.
abschließen und wir können zum zweiten Teil kommen, zu
Es muss auch eine gute medizinische Versorgung geben. Die
Ihrem eigentlichen Prüfungsthema, das Sie vorbereitet
muss billig sein. In den Megastädten gibt es heute schon sehr
haben. Bitte beginnen Sie mit Ihrer Präsentation.
gute Krankenhäuser und Ärzte. Aber die sind nur für die
S: In meinem Referat werde ich über Megastädte, ihre Reichen da.
Probleme, Herausforderungen und Chancen sprechen. Hier Außerdem brauchen die Städte gute öffentliche Verkehrs­
in Istanbul leben heute mehr als vierzehn Millionen Ein­ mittel und ausreichend Schulen. Ich finde, das sollte alles
wohner. In den 60er Jahren gab es hier nur zwei Millionen kosten­los sein. Ich denke, dass wir auch viele Freizeitparks
Einwohner. Weil ich in Istanbul lebe, habe ich mich in der und große Parks brauchen, also viel Grün für die Menschen.
Schule mit diesem Projekt über Urbanität beschäftigt. Und der Lärm muss natürlich auch weniger werden. Des­
Darüber will ich jetzt berichten. wegen müssen die Autos aus den Städten verschwinden.
Zuerst möchte ich über das Wachstum der Megastädte Das sind große Herausforderungen für die Stadtplaner.
reden: Die Megastädte wachsen sehr schnell, so wie Istanbul. Wenn das nicht gelingt, dann gibt es sehr schnell riesige
In anderen Städten ist das noch schlimmer. In dieser Grafik Probleme.
sehen Sie die zehn größten Städte der Welt und wie sie seit Ich denke aber, dass die Entwicklung zu Megastädten auch
1950 gewachsen sind. Mexiko City hat heute 19 Millionen einige Vorteile hat, zum Beispiel für die Wirtschaft. Viele
Einwohner, 1950 waren es unter drei Millionen. Auch in Megastädte sind wichtige Wirtschaftszentren. Hier gibt es
Deutschland gibt es eine Region, die ist wie eine Megastadt: große Banken. Die können bei der Finanzierung von Pro­
das Rhein-Ruhr-Gebiet. Dort leben auch 11 Millionen Ein­ jekten helfen. Viele Megastädte sind deswegen wichtig für
wohner. Die leben in vielen Städten, die sind aber alle zu­ die Ökonomie in ihren Ländern.
sammen wie eine riesige Stadt. In den großen Städten gibt es auch mehr Arbeitsplätze als
So eine Entwicklung verursacht viele Probleme. Das sehen auf dem Land. Und die Leute können hier leichter ein Unter­
wir jeden Tag hier in Istanbul, die Stadt ist voll mit Autos, nehmen aufbauen, denn in einer großen Stadt gibt es mehr
Lastwagen und Bussen und natürlich mit Abgasen. Für Kunden und hier sind die großen Banken und das Kapital.
viele Menschen gibt es auch nicht genug Wohnungen. Und Hier in der Türkei ist das auch so. Istanbul ist die größte
die Versorgung mit Wasser und Strom wird auch immer Wirtschaftsmetropole des Landes.
schwieriger. Wenn die Menschen mehr Geld verdienen, können sie sich
Der Abfall ist auch ein Problem. Immer mehr Menschen mehr leisten, zum Beispiel eine schöne Wohnung, ein Auto,
produ­zieren immer mehr Abfall, genau wie die Industrie. bessere Schulen für ihre Kinder. Dann gibt es natürlich auch
Dabei entstehen giftige Abfälle. Oft wird der Müll einfach die Universitäten. Die gibt es auf dem Lande nicht.
irgend­wo abgeladen oder verbrannt und die Risiken für die Ein großer Vorteil ist auch die medizinische Versorgung. In
Gesundheit der Bevölkerung nehmen zu. großen Städten gibt es die besten Krankenhäuser. Auf dem
Das Wachstum der Städte beeinflusst auch die natürlichen Land muss man weit fahren. Die Krankenhäuser in der
Ökosysteme in der Umgebung. Das bedroht die Lebens­ Provinz sind meistens auch nicht so gut.
grundlage der Bevölkerung und die Lebensqualität wird Die öffentlichen Verkehrsmittel sind auch ein Vorteil. Hier in
immer geringer, vor allem für die Armen. Istanbul haben wir zum Beispiel ein Schnellbahnnetz, mit
Wenn Umweltprobleme und extreme Armut zusammen­ dem man schnell und sicher überallhin fahren kann. Das ist
kommen, dann führt das natürlich zu großen sozialen wichtig für die vielen Leute, die sich kein Auto leisten
Problemen. Zum Beispiel wird die Kriminalität größer. Die können. Und das schont auch die Umwelt.
Armen haben keine Möglichkeiten, sich vor den Gefahren Meiner Meinung nach haben alle Städte eine Chance,
der Umweltschäden und der kriminellen Entwicklungen zu menschen­würdige Bedingungen zu schaffen. Allerdings
schützen. Wir brauchen deswegen eine Entwicklung, bei der können sie die Probleme auch nicht alleine lösen. Ich denke,
es nicht nur um Wachstum geht. Wir müssen auch Rück­ das ist Aufgabe der Länder und der internationalen Gemein­
sicht auf die Umwelt und die anderen Probleme nehmen. schaft. Die Globalisierung der Wirtschaft könnte dabei
helfen.

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Hörtexte

P: Könnten Sie das etwas näher erklären? Bussen durch den Verkehr quälen müssen, bis sie zu ihrem
Arbeitsplatz kommen. Das kann man auf diesem Foto hier
S: Also ich denke, die internationalen Konzerne könnten neue
gut sehen.
Arbeitsplätze schaffen. Dadurch würden die Leute mehr ver­
Für mich ist auch wichtig, dass es viele Parks und Freizeit­
dienen. Ich verstehe zum Beispiel nicht, dass internationale
möglichkeiten in einer großen Stadt gibt. Und wenig Lärm.
Hotelketten auf der ganzen Welt ähnliche Zimmerpreise ver­
Elektroautos wären gut. Oder am besten gar keine Autos in
langen. Gleichzeitig bezahlen sie ihren Angestellten aber nur
der Stadt. Nur kostenlose öffentliche Verkehrsmittel. In so
niedrige Löhne, so wie das im Land üblich ist. Dadurch ver­
einer Stadt würde ich gerne leben.
dienen die internationalen Hotels in armen Ländern viel
mehr als in reichen Ländern, denn sie haben ja niedrigere P: Ja, danke, Göknil, ich denke, das war sehr interessant.
Kosten. Das finde ich nicht in Ordnung. Können Sie uns das noch einmal erklären, warum das
Thema so wichtig für Sie ist?
P: Und Sie denken, dass die internationalen Konzerne da
mitmachen? S: Ja, weil – Istanbul ist auch eine Megastadt. Und ich lebe
hier. Meine Großeltern sind vor vielen Jahren vom Land
S: Ich glaube schon. Das würde dazu beitragen, dass die
hierhergekommen. Und sie hatten Glück. Sie haben mir
Leute mehr verdienen und dann auch mehr kaufen können.
schon oft erzählt, wie sie es geschafft haben. Sie haben ein
Das ist doch auch im Interesse der Konzerne. Das sind doch
eige­nes Geschäft gemacht. Also ein Geschäft für Schuhever­
auch alles Kunden. Also nicht nur bei Hotelketten, sondern
kaufen. Aber heute ist das nicht mehr so leicht. Es kommen
auch die Autokonzerne, Solarfirmen, Chiphersteller usw.,
immer mehr Menschen nach Istanbul. Da ist es viel
also alle Firmen, die international Geschäfte machen.
schwerer, Geld zu verdienen.
P: Und wie wollen Sie das erreichen? Außerdem will ich, dass Istanbul eine schöne Stadt bleibt.
Ich finde Istanbul wunderschön. Ich – ich möchte nicht, dass
S: Die Regierungen könnten entsprechende Gesetze machen.
die Stadt durch Autos und hässliche moderne Häuser – äh –
Dann müssen die eben mehr bezahlen. Höhere Löhne bei
kaputt gemacht wird. Wir haben so schöne Moscheen und
großen Firmen aus dem Ausland würden wahrscheinlich
na ja … viele schöne Sachen.
auch dazu führen, dass die Firmen im Land höhere Gehälter
bezahlen müssten. P: Ich habe schon gehört, dass Sie sehr stolz auf Ihre Heimat­
stadt Istanbul sind. Ich glaube, dann müssen wir auch noch
P: Machen das die Regierungen?
einmal nachfragen, was wird in Istanbul denn getan, um die
S: Bis jetzt nicht. Wahrscheinlich haben sie Angst, dass die Probleme zu lösen, von denen Sie eben berichtet haben?
Konzerne dann nicht im Lande bleiben. Ich finde, dass die
S: Ja, zum Beispiel, in Istanbul gibt es viele Architektur­
Regierungen hier mutiger sein müssten – am besten gemein­
projekte, neue Projekte, auch sind alte Häuser renoviert oder
sam mit anderen Regierungen von anderen Ländern.
konstruiert – äh – mit neuer Technik, äh, Bautechnik. Des­
P: Was meinen Sie denn: Haben Megastädte überhaupt eine wegen wird es jeden Tag besser. Auch gibt es hohe Häuser,
Zukunft? Hochhäuser, in manchen Stadtteilen. So wird jeden Tag viel
gebaut.
S: Ja, ich glaube schon. Meiner Meinung nach können Mega­
städte auch in Zukunft für viele Menschen ein guter Lebens­ P: Können Sie Beispiele dazu nennen?
raum sein, aber nur wenn man auf die Umwelt Rücksicht
S: Ja, zum Beispiel gibt es einen Stadtteil mit vielen Hoch­
nimmt. Es ist keine Lösung, nur an das Wirtschaftswachs­
häusern. Und es gibt auch Stadtteile mit alten Häusern, die
tum zu denken, denn die Lebensqualität der Menschen und
renoviert sind. Sie wissen, da gibt es viele alte Häuser.
die gesunde Umwelt ist gut für alle, nicht nur für die
Menschen in den Megastädten. P: Nun ist ja das Problem der Verkehrssituation in Istanbul
Gut geplante Verkehrssysteme könnten die Zahl der Autos allen bekannt. Vielleicht können Sie auch darauf noch ein­
reduzieren. Das würde auch die Luftverschmutzung ver­ mal eingehen.
ringern. Solche Systeme müssten aber noch viel mehr ausge­
S: Ja, es gibt zu viele Verkehrsprobleme in Istanbul. Es gibt
baut werden. Außerdem müssten sie kostenlos sein. Dann
viele Autos und Menschen möchten viele Autos verkaufen.
können auch die armen Leute damit fahren. Ich finde es un­
Aber sie möchten die öffentlichen Verkehrsmittel nicht be­
möglich, dass die reichen Leute heute mit ihren Autos die
nutzen. Und deswegen wird der Verkehr jeden Tag
Straßen verstopfen und die Armen sich stundenlang mit
schlechter. Auch gibt es öffentliche Verkehrsmittel in Istan­

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Hörtexte

bul, zum Beispiel S-Bahn oder U-Bahn. Aber die sind nicht
sehr verbreitet. Und deswegen ist es auch schwer, hier mit
Abschlusstraining – Hörver-
der U-Bahn zu fahren. stehen
P: Und dann haben Sie am Anfang etwas über das Rhein-
Teil 1: Interview mit dem Regisseur
Ruhr-Gebiet gesagt. Können Sie das etwas genauer er­
klären? Gero Weinreuter
S: Ja also, das ist auch so eine Megastadt. Also, so ähnlich, I = Interviewerin / W = Herr Weinreuter
weil – das Gebiet hat auch über 11 Millionen Einwohner.
I: Herr Weinreuter, wie lange dauert es, bis eine Staffel ab­
Das ist ungefähr so groß wie Istanbul. Das ist also auch eine
gedreht ist?
Mega­stadt. Ich glaube, man sagt da Megametropole oder so
ähnlich. Also, ja, ich finde, da ist es nicht so schlimm wie in, W: Wir drehen für eine Folge zehn Tage. Zwischen den
ja zum Beispiel wie in Sao Paolo oder in Mexiko City. Folgen gibt es immer ein bis zwei Tage Pause, dann geht es
weiter.
P: Und warum nicht?
I: Die Szenen werden ja nicht in chronologischer Reihenfolge
S: Na ja, da ist halt alles besser. Die Luft, die Umweltver-
gedreht. Wie behält man da den Überblick?
schmutzung, das Wasser und der Verkehr. Ich glaube, das
ist dort besser, weil … na ja, weil die Deutschen mehr Ver­ W: Dafür sind mehrere Leute verantwortlich. Wenn das
antwortung haben als bei uns. Drehbuch in der Endfassung ist – zum Teil auch schon vor-
her –, werden die einzelnen Szenen unterteilt. Dann wird ein
P: Sie waren ja schon einmal in Deutschland, Göknil, in
Drehplan erstellt: Das heißt, ab jetzt zählt nicht die Ge-
Hamburg, nicht wahr?
schichte oder die zeitliche Reihenfolge, sondern nur noch die
S: Ja, letztes Jahr, fast vier Wochen. Organisation. Wie ist es drehtechnisch am besten, welche
Reihenfolge ist für den Ablauf am besten? Gastschauspieler,
P: Und was ist Ihnen da aufgefallen? Was für Unterschiede
die nur kurze Rollen spielen, haben Zeiten, in denen sie nicht
haben Sie zwischen Hamburg und Istanbul beobachtet?
zur Verfügung stehen. Die haben natürlich auch andere Pro-
S: Wie meinen Sie das? Können Sie das …? jekte und daher an bestimmten Tagen keine Zeit. Dann er-
gibt es sich, dass eine Szene, die man am Stück drehen
P: Also, wie unterscheidet sich das tägliche Leben in den
könnte, unterteilt wird.
beiden Städten? Wie ist das mit der Umweltverschmut-
zung? Mit dem Lärm? Mit den öffentlichen Verkehrs­ I: Seit wann sind Sie als Regisseur bei den „Rettungsfliegern“
systemen und all den Dingen, die Sie vorhin erwähnt haben? tätig?

S: In Hamburg ist das besser, das funktioniert alles gut. W: Ich bin neu dabei, das sind die ersten zwei Folgen, die ich
Klar, aber Hamburg hat nur zwei oder drei Millionen Ein- gedreht habe. Ich versuche, frischen Wind in die Serie rein-
wohner. Ich finde, das kann man nicht vergleichen. Die Luft zukriegen. Das ist auch der Grund, weshalb man mit ver-
ist in Hamburg viel sauberer, glaube ich. Und die Stadt schiedenen Regisseuren arbeitet. Wenn derselbe Regisseur
auch. Das schon, aber ich denke, ich meine, Istanbul ist ganz die komplette Staffel drehen würde, dann wäre es eine gleich-
anders und in der Türkei sind wir noch nicht so weit. Ver­ bleibende Handschrift. Da ich aus der Werbung komme,
glichen mit Sao Paolo, zum Beispiel, ich glaube, da sind die habe ich eine andere Herangehensweise.
Slums viel schlimmer. Also da ist Istanbul bestimmt weiter,
I: Und worin besteht die?
denke ich. Istanbul ist eine europäische Stadt in der Türkei.
W: Wir fahren zum Beispiel mit der Kamera in einem Auto
P: Da haben Sie bestimmt recht. – Vielen Dank, Göknil. Sie
um den Helikopter rum, während er startet. Das gab es vor-
haben es geschafft. Damit ist die mündliche Prüfung beendet.
her nicht. Der Kameramann Oli Kraus kommt auch aus der
Werbung und wir haben beide ähnliche Vorstellungen, weil
wir beide Werbung und szenischen Film machen. Rein von
der visuellen Gestaltung her sehen „Die Rettungsflieger“
jetzt doch ein bisschen anders aus als vorher.

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Hörtexte

I: In Hollywood werden viele Flugszenen durch Computer- Durch bestimmte Kamerabewegungen, zum Beispiel mit
grafiken ersetzt. Würde Sie das auch reizen oder drehen Sie einem Kran, der die Kamera rasch nach oben fährt, machen
lieber mit dem Original-Hubschrauber? wir spektakuläre Inszenierungen.

W: Die Anneliese, so wird der Hubschrauber der Serie liebe- I: Was, würden Sie sagen, ist zusammengefasst das Interes-
voll genannt, kann man nicht wirklich gut mit dem Com­ santeste beim Dreh der „Rettungsflieger“?
puter erzeugen. Der Helikopter fliegt zwar bei Konkurrenz-
W: Das Set, also der Ort, an dem wir die „Rettungsflieger“
produkten ab und zu computergeneriert durch das Bild, die
drehen, ist riesig. Es gibt zum Beispiel echte Gänge in einem
„Rettungsflieger“ sind aber ein realistisches Format, deshalb
echten Gebäude. Man kann Szenen drehen, die man in
machen wir das nicht. Bei uns muss zum Beispiel keiner
einem Studio nicht drehen kann. Die Serie ist authentisch
unter einer Brücke durchfliegen. Unsere Figuren sind Helden
und die Darsteller sind echte Charaktere, keine Figuren, die
genug, weil sie Menschenleben retten. Und: Real zu drehen
nur ihre Rolle sprechen. Jede Rolle hat ihre Geschichte und
ist einfach schöner.
ihren Charakter. Und: Es ist die einzige Serie, in der die
I: Wie bereitet sich ein Regisseur auf eine solche Serie vor? Bundes­wehr mitspielt und positiv dargestellt wird.

W: Ich habe mir die Staffel angeschaut, die zurzeit aus­


gestrahlt wird. Dann wusste ich auch, was ich anders Teil 2: Profiboxen
machen würde. Man sieht sich natürlich bestimmte Filme
Person 1
zum Thema an, natürlich auch Hollywood-Streifen – zum
Ich weiß natürlich, dass es schon schwere Verletzungen und
Beispiel „Top Gun“. Das ist für die Darstellung der
sogar Tote beim Profiboxen gegeben hat. Trotzdem: Boxen ist
„Rettungs­flieger“ sehr wichtig, denn der Helikopter ist un-
ein Sport wie jeder andere. Wer in den Ring steigt, weiß,
ser fünfter Hauptdarsteller! Die vier Helden spielen ihre
dass er verletzt werden kann oder sogar sein Leben riskiert.
Figu­ren und wissen am besten, wer sie sind, die sollte man
Genau wie ein Formel-I-Fahrer oder ein Skispringer. Boxer
nicht innerhalb einer Staffel ändern – das darf man auch
sind schließlich Hochleistungssportler und keine Freizeit-
nicht. Die müssen natürlich so bleiben, wie sie sind. Trotz-
sportler. Das Risiko gehört einfach dazu und die Zuschauer
dem gibt es auch andere Aspekte, die wir versuchen einzu­
wollen richtige Zweikämpfe sehen, bei denen es auch einmal
arbeiten.
zur Sache geht. Die Atmosphäre bei so einem Kampf ist
I: Können Sie das genauer erklären? jeden­falls einmalig. Ich lasse mir jedenfalls keinen Kampf
entgehen und schau mir jede Fernsehübertragung an.
W: Wir versuchen, alles im Detail zu zeigen, wie in richti­gen
Spielfilmen – und nicht verkürzt, wie in vielen Serien. Man Person 2
spricht auch vor den Dreharbeiten viel mit dem Kamera- Klar, die Sportler sind echte Kampfmaschinen und haben
mann und entwickelt eine eigene Bildsprache. Wir haben hart für ihre Leistungen trainiert. Einige sind sogar richtige
uns ein paar neue Dinge einfallen lassen, um dem Film eine Idole für die Zuschauer geworden, weil sie Stärke zeigen und
klare Struktur zu geben. Durchhaltewillen. Trotzdem sind Profiboxer für mich keine
Vorbilder. Egal, wie sie heißen. Boxen ist der einzige Sport,
I: Lieben Sie es denn, den Hubschrauber möglichst spekta­
bei dem es darum geht, den Gegner körperlich zu schädigen.
kulär landen zu lassen?
Ein K.-o.-Sieg bedeutet, dass einer den anderen bewusstlos
W: Das ist bei den „Rettungsfliegern“ natürlich Pflicht. Eine geschlagen hat. Das ist meiner Meinung nach nicht in
spektakuläre Landung ergibt sich daraus, dass man zum Ordnung. Natürlich gibt es auch in anderen Sportarten Ver-
einen den Anflug so filmt, dass es ein Tiefflug ist, dass der letzte. Aber es ist nie das Ziel, den anderen zu verletzen. So
Hubschrauber dann über dem Boden schwebt und sich dann etwas hat für mich nichts mit Sport zu tun.
noch mal dreht. Zum anderen muss man aber auch die
Person 3
Passanten, unsere Statisten, zeigen, die sehen, wie der Heli-
Ich denke, dass Boxer Menschen sind, die wissen, was sie
kopter landet. Es wird oft nicht gezeigt, wie die Passanten
tun. Wenn sie sich in Gefahr begeben wollen, ist das natür-
den Helikopter bestaunen. Dadurch wird die Größe dieses
lich ihre Sache. Das gilt auch für andere Sportarten und für
Gerätes aber unterstützt – einfach, weil dieser Hubschrau-
Freizeitsportler, die nur mal eben einen Berg besteigen
ber dreimal mehr Lärm und fünfmal mehr Wind macht als
wollen. Aber meiner Meinung nach kann es durchaus vor-
ein normaler Helikopter. Das kann man viel besser ver­
kommen, dass ein verletzter Boxer nicht mehr klar denken
mitteln, wenn eben Passanten den Hubschrauber bestaunen.
kann und aus Ehrgeiz weiterkämpft, weil er das Risiko nicht

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Hörtexte

mehr einschätzen kann. In solchen Fällen sollte man Box­ ihr Aufwand war, dann erscheinen ein paar Stunden des
kämpfe grundsätzlich abbrechen. Ich glaube, das ist auch Lernens in der Erinnerung leicht wie eine riesige Anstren­
heute schon möglich, aber weil es um viel Geld geht, wird gung. Nur wer ein genaues Zeitprotokoll führt, ist vor Selbst­
eben nicht abgebrochen. Das müsste geändert werden. betrug sicher.

Person 4 Die Studie, die nun erstmals den realen Zeitaufwand ge­
Hochleistungssport interessiert mich nicht besonders. Beim messen hat, dürfte die Debatte um die Arbeitsbelastung an
Profiboxen geht es doch nur ums Geld. Da steckt eine ganze den Hochschulen neu befeuern.
Industrie dahinter, die richtig Kasse macht. Und die Boxer
In Europa ist die Frage, wie belastet die Studenten wirklich
selbst verdienen natürlich auch ganz gut. Selbst die Verlierer
sind, erst seit der Bologna-Reform aktuell. Seit der Reform
bekommen Prämien, die es sonst im Sport nicht gibt – außer
1999 sind die Studiengänge auf Bachelor- und Master-
vielleicht beim Fußball. Kein Wunder, dass Jugendliche
Abschlüs­se umgestellt worden. Für diese Studiengänge ist
immer gieriger werden. Im Sport wird ihnen das ja vorge­
es notwendig, den Zeitaufwand für das Studium genau zu
macht. Rausholen, was rauszuholen ist, darum geht es und
ermit­teln, damit in ganz Europa an den Universitäten die
das lernen sie gerne und schnell. Das hat alles nichts mehr
gleichen Bedingungen gelten. In Deutschland ist für den
mit den eigentlichen Werten des Sports zu tun, wie Entwick­
Bache­lor ein Gesamtpensum von 1800 Stunden im Jahr
lung der Persönlichkeit, Völkerverständigung, Fairness er­
vorgese­hen. Das sind, bei sieben Wochen Urlaub, genau
lernen etc.
40 Stunden in der Woche.

Was heißt es nun aber, wenn die Studenten von heute das
Teil 3: Was Studenten wirklich leisten
Gefühl haben, dass eine normale Arbeitswoche mit
Was Studenten wirklich leisten 40 Stunden sie überfordert? Wächst da eine Generation
lamen­tierender Faulpelze heran? So weit würden die
Das Studentenleben ist anstrengend, nichts als Lernen,
Forscher natürlich nicht gehen, auch wenn die Freizeit bei
Prüfun­gen ohne Ende und abends in der Kneipe bedienen
der heutigen Generation offensichtlich einen höheren Stellen­
müssen. Das ist eine Überforderung, behaupten die
wert hat als früher. Tatsächlich gibt es viele sachliche
Studen­ten.
Gründe, die die tatsächlich aufgewandte Arbeitszeit beein­
Eine neue Studie zeigt aber: Der normale Aufwand fürs flussen. So sind 40 Stunden Studium für viele Menschen
Studium liegt bei 26 Arbeitsstunden pro Woche – und auch wahrscheinlich belastender als 40 Wochenstunden normale
das nur, weil einzelne Studenten, die besonders fleißig sind, Büroarbeit. Außerdem wohnen immer mehr Studenten nicht
den durchschnittlichen Zeitaufwand heben. Ein Viertel der mehr zu Hause, wie das früher üblich war, sondern in eige­
Studenten kommt mit 20 Stunden und weniger pro Woche nen Wohnungen oder Wohngemeinschaften und müssen sich
durch die Semester. Das ergab eine Stichprobe an vier auch um den Haushalt kümmern und einige müssen für
deutschen Hochschulen. In sechs verschiedenen Bachelor- ihren Lebensunterhalt nebenher Geld verdienen.
Studien­gängen wurde dafür jeweils ein kompletter
Einen großen Einfluss hat auch der typische Wochenplan
Studenten­jahrgang überprüft.
eines Bachelor-Studenten: Seminare und Vorlesungen zu
Die Methode, die bei der Studie zum Einsatz kam, lässt zehn oder zwölf verschiedenen Themen sind meist bunt über
wenig Raum für Zweifel: Insgesamt 121 Studenten mussten die Woche verstreut. Die Vor- und Nachbereitung jeder Ver­
ein ganzes Semester lang täglich in ein Web-Formular ein­ anstaltung verlangt einen gewissen Zeitaufwand, aber es ist
tragen, womit sie jeweils beschäftigt waren, wann und wie schwierig, die leere Zeit zwischen den Terminen sinnvoll zu
lange: Lektüre zur Vorbereitung eines Seminars, Selbst­ nutzen – zu kurz sind meist die Lücken. Da ist die Ver­
studium in der Bibliothek, Vorlesung, Arbeit, um Geld zu suchung groß, lieber ein Weilchen bei Facebook herumzu­
verdienen. Auch private Zeiten wurden genau erfasst. klicken. Tatsächlich ist das Internet der größte Zeitfresser.
Das sagen auch die Studenten selbst.
Als die Auswertung vorlag, waren die meisten Teilnehmer
selbst überrascht. Ihrer Überzeugung nach hatten sie viel Das Hauptproblem scheint aber in der chaotischen Fülle des
mehr Zeit ins Studium investiert, als ihre eigenen Auf­ Stoffs zu bestehen. Wer sich mit zwölf Themen gleichzeitig
zeichnungen ergaben. beschäftigen muss, weiß oft nicht, wo er anfangen soll. Vor
allem für die Studenten in den ersten Semestern ist dies eine
Genau das ist aber der Nachteil der üblichen Studien: Wenn
Herausforderung, der sie oft noch nicht gewachsen sind.
die Studenten nur aus der Erinnerung einschätzen, wie hoch

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Hörtexte / Lösungen

Hinzu kommt, dass viele Klausuren erst am Ende des Seite 13, Übung 4
Semes­ters stattfinden. Dadurch werden die Studenten A: Die bisherigen Vorstellungen (der Wissenschaft /
während des Semesters kaum gefordert und haben wenig der Wissenschaftler) vom Leben / von der Ent­
Rückmeldung über ihre Leistung. Auch das fördert das plan- stehung des Lebens sind (durch eine neue Ent­
lose Lernen, das die Forscher immer wieder beobachten. deckung) revolutioniert worden. / Wissenschaftler
Richtig gelernt wird erst, wenn es nicht mehr anders geht, haben (durch eine neue Entdeckung) die bisherigen
also kurz vor den Prüfungen. Und da ist es oft zu spät. Vorstellungen vom Leben / von der Entstehung des
Lebens revolutioniert.
Vor allem an den Hochschulen in Großstädten ist die
B: Eine neue Mikrobenart ist im Weltall entdeckt wor­
Studien­beratung oft mangelhaft, sind die Hörsäle in den
den. / Wissenschaftler haben eine neue Mikroben­
Erstsemestern überfüllt. Viele sind in den ersten Semestern
art im Weltall entdeckt.
ohne Orientierung und flüchten sich in private Aktivitäten.
D: (Im Weltall) sind außerirdische Lebensformen ge­
Ob die Studie tatsächlich beweist, dass die Studenten heute funden worden. / Wissenschaftler haben (im Welt­
fauler sind als früher, ist schwer zu sagen. Die Versuchung all) außerirdische Lebensformen gefunden.
ist groß, die Verantwortung für schlechtes Zeitmanagement F: Weitere erdähnliche Planeten sind (im Weltall / von
auf die Studenten abzuschieben, anstatt nachzufragen, wie Wissenschaftlern / von Astronomen) entdeckt
der Studienbetrieb von den Universitäten so organisiert worden.
werden kann, dass er den berechtigten Bedürfnissen der
Seite 13, Übung 5
Studie­renden entgegenkommt und ihnen gleichzeitig ein
C: Vielleicht sind wir doch die einzigen lebenden
effizien­tes Studium möglich macht.
Wesen / Lebewesen im All.
E: Die Mehrheit der Menschen glaubt an außer­
irdische Lebewesen.
Lösungen G: Wissenschaftler/Astronomen planen einen Lausch­
angriff auf das Universum. / Wissenschaftler/Astro­
nomen führen einen Lauschangriff auf das Univer­

Phase 1: Basistraining sum durch.


H: Man hat / Wissenschaftler haben Hinweise auf die
Existenz von außerirdischem Leben entdeckt.
Leseverstehen Teil 1
I: Mit einem Riesenteleskop haben Astronomen/
Seite 9/10, Übungstest Wissen­schaftler eine neue Supererde gefunden.
Lösungen zum Übungstest, vgl. Lösungen zu Übung
Seite 14, Übung 6
10 auf Seite 16.
a Wenn man  heute  Bakterien auf  anderen  Planeten
Seite 11, Übung 1 entdecken würde, wäre das noch  kein  Beweis für
A, B, D, G, H die Existenz von Außerirdischen. Die Wissenschaft­
ler sind sich nämlich  nicht  sicher, ob die Weiterent­
Seite 11, Übung 2
wicklung von Bakterien zu  komplexen  Lebens­
ohne Lösung
formen dort genauso verlaufen wäre wie auf der
Seite 12, Übung 3 Erde. Drei Milliarden Jahre lang lebten auf unserem
A Bisherige Vorstellung vom Leben revolutioniert Planeten  nur  Bakterien. Die Entstehung komple­
B Neue Mikrobenart im Weltall entdeckt xen Lebens könnte also ein extrem seltener Sonder­
C Vielleicht sind wir doch die Einzigen fall sein – und  dann  wäre die Menschheit  vielleicht
D Außerirdische Lebensformen gefunden die  einzige  intelligente Spezies im Universum.
E Mehrheit glaubt an Außerirdische b In dem Text geht es darum, dass die Entdeckung
F Weitere erdähnliche Planeten entdeckt von Bakterien (niederen Lebensformen) auf an­
G Lauschangriff auf das Universum deren Planeten noch kein Beweis dafür wäre, dass
H Hinweise auf Existenz außerirdischen Lebens sich dort auch höheres Leben entwickeln könnte.
I Riesenteleskop findet neue Supererde Da diese Entwicklung auf der Erde extrem lange ge­
dauert hat, könnte sie ein extremer Einzelfall sein.

14 Prüfungstraining  |  DSD Stufe 2  |  © Cornelsen Schulverlage GmbH Berlin. Alle Rechte vorbehalten.

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Lösungen

Seite 15, Übung 7


Leseverstehen Teil 2
a H und D; in H ist die Rede von der „Existenz außerir­
dischen Lebens“ und in D kommen „außerirdische Seite 17/18, Übungstest
Lebensformen“ vor. Diese Begriffe erinnern an den Lösungen zum Übungstest, vgl. Lösungen zu Übung
Text 1, in dem die Formulierungen „Bakterien auf 10 auf Seite 17.
anderen Planeten“ und „Beweis für die Existenz von
Seite 19, Übung 1
Außerirdischen“ vorkommen.
C, E
b C; in Text 1 heißt es ganz am Schluss: „… und dann
wäre die Menschheit vielleicht die einzige intelli­ Seite 20, Übung 2
gente Spezies im Universum.“ Diese Formulierung   6 In einer Projektgruppe in Marburg lernen Mädchen,
passt zu Überschrift C, die in ihrer langen Form lau­ Verantwortung zu übernehmen.
tet: „Vielleicht sind wir doch die einzigen (lebenden   7 Die Mädchen in dieser Projektgruppe haben  große
Wesen / Lebewesen im All)“. persönliche Probleme.
  8 Am Vormittag lernen die Mädchen nach einem
Seite 15, Übung 8
festen  Lehrplan.
In B: Mikrobenart, entdeckt
  9 Die Mädchen dürfen über die Gestaltung ihrer Zim­
In Text 3: gefunden, organischem Leben, Bakterien,
mer  selbst  entscheiden.
Mikro­ben
10 An der Förderschule lernen die Mädchen auch
Vor allem die nahezu wörtliche Übereinstimmung zwi­ ande­re Schüler kennen.
schen Mikrobenart in B und Mikroben in Text 3 sowie 11 Wenn die Mädchen wieder Vertrauen zu sich selbst
die sehr ähnliche Bedeutung von „entdecken“ und haben, können sie in ihre Familien zurückkehren.
„finden/gefunden“ legen die Vermutung nahe, dass B 12 Durch die Arbeit mit ihrem Pferd hat Rebecca
und Text 3 zusammenpassen. Diese Vermutung wird wieder Vertrauen zu sich selbst gewonnen.
verstärkt, wenn man weiß, dass „Mikroben“ „Bakterien“
Seite 20/21, Übung 3
sind und zum „organischen Leben“ gehören. Trotzdem
a   6 In Marburg gibt es eine Projektgruppe. Die
passen Satz B und Text 3 nicht zusammen, denn die
Projekt­gruppe ist (nur) für Mädchen. Die
beschriebenen Bakterien in Text 3 wurden in einem
Mädchen lernen dort etwas. Sie lernen, wie man
kali­fornischen Salzsee gefunden und nicht im Weltall,
Verantwortung übernimmt.
wie es in Überschrift B heißt.
  7 Die Mädchen haben Probleme. Die Probleme
Seite 16, Übung 9 sind groß. Es sind persönliche Probleme.
a In A: bisherig, Vorstellung vom Leben, revolutioniert b   8 Am Vormittag lernen die Mädchen. Sie haben
In Text 3: bisherig, wissenschaftliche Theorien von einen festen Plan. Sie lernen nach dem festen
organischem Leben, infrage gestellt Plan.
b In Satz B und Text 3 gibt es eine weitgehende Über­   9 Die Mädchen dürfen etwas. Sie dürfen über die
einstimmung auf der Bedeutungsebene zwischen Gestaltung ihrer Zimmer entscheiden. Sie dürfen
„Bisherige Vorstellungen vom Leben revolutioniert“ das selbst tun.
und „die bisherigen wissenschaftlichen Theorien 10 Die Mädchen lernen an der Förderschule auch
von organischem Leben infrage gestellt“. Im Gegen­ andere Schüler kennen.
satz zu Satz B (in dem von Leben im Weltall die Re­ 11 Die Mädchen können in ihre Familien zurück­
de ist) gibt es in der Überschrift A keine Beziehung kehren. Sie können das tun, wenn sie wieder
zum Weltraum. Es geht nur ganz allgemein um die Vertrau­en zu sich selbst haben.
Vorstellung von der Entstehung des Lebens. 12 Rebecca hat wieder Vertrauen zu sich selbst ge­
wonnen. Das hat sie durch die Arbeit mit dem
Seite 16, Übung 10
Pferd erreicht.
1: C / 2: G / 3: A / 4: H / 5: F
Seite 21, Übung 4
In einer Projektgruppe in Marburg, lernen, Mädchen,
Verantwortung

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Lösungen

Seite 22, Übung 5 Seite 29, Übung 2


a am Vormittag / vormittags, Lehrplan/Lehrpläne a C    eine komplette Freigabe  würde das Wett-Do­
b Obwohl mehrere Begriffe übereinstimmen, passen pen in lebensbedrohliche Bereiche noch verstär­
Satz 8 und der Textabschnitt nicht zusammen, weil ken.
im Text gesagt wird, dass sich die Lehrerin nicht um D Wo der Mensch dazu neigt,  sich (und andere!)
Lehrpläne kümmert, während in Satz 8 das Gegen­  Gefahren auszusetzen , hat der Staat die Aufga­
teil steht („Die Mädchen lernen nach einem festen be einzugreifen.
Lehrplan“). E  Nur so  kann sichergestellt werden, dass die
Sportler auch in Zukunft hervorragende Leistun­
Seite 22, Übung 6
gen erbringen können.
Mädchen
F  Sportler sind Vorbilder und ihr Verhalten  wird
Seite 23, Übung 7 von Kindern und Jugendlichen kopiert.
schwierige Elternhäuser – Verhältnisse in der Familie – G  Sport komplett ohne Doping  ist eine – wenn
schwer geschädigt – leiden unter Depressionen – nicht auch wünschenswerte – Illusion.
mehr zur Schule gehen können – daheimbleiben – b C: „eine komplette Freigabe“: Im Text davor hat es
nicht mehr mit anderen Menschen zusammen sein wahrscheinlich schon etwas zu diesem Punkt
können – im Unterricht stören – Misserfolge im Leben gegeben oder auch das Gegenteil, also zum
– fehlendes Vertrauen in die eigene Leistungsfähigkeit Beispiel „ein totales Verbot“.
D: „sich und andere Gefahren auszusetzen“: Diese
Seite 24, Übung 8
Gefahren werden vorher wahrscheinlich schon
a Mädchen, Gestaltung/gestaltet, Zimmer
angesprochen.
b Es wird auch nicht gesagt, dass sie das (nicht)
E: „Nur so“ weist wahrscheinlich auf ein Verfahren /
dürfen.
eine Methode / ein Vorgehen hin, das vorher
Seite 24/25, Übung 9 schon besprochen wurde.
a wieder Vertrauen / wieder … Selbstvertrauen, zu­ F: „Sportler sind Vorbilder und ihr Verhalten“: Da
rückkehren/wechseln zu wurde vorher wahrscheinlich über die Vorbild­
b C funktion und das (angemessene?) Verhalten von
Im Text ist zwar davon die Rede, dass die Mädchen Sportlern etwas gesagt.
in den regulären Vormittagsunterricht zurück­ G: „Sport komplett ohne Doping“: Da ging es vor­
kehren können, wenn sie ihr Selbstvertrauen zu­ her vermutlich um die Frage, ob das möglich ist.
rückgewonnen haben, und später sogar ins Gym­
Das alles sind legitime Vermutungen, die stimmen
nasium gehen können, es wird aber nicht gesagt,
können – oder auch nicht.
dass sie auch in ihre Familien zurückkehren können.
Das könnte sein, wird aber nicht erwähnt, in ande­ Seite 30, Übung 3
ren Worten, es wird weder gesagt, dass sie in ihre a Dass der Sportler selbst nach einer Freigabe ruft, ist
Familien zurückkehren können, noch, dass das nicht noch am verständlichsten. Der (saubere) Athlet
möglich ist. Im Text wird dazu nichts gesagt. trainiert tagtäglich, Stunde um Stunde, um dann im
Wettkampf doch keine Chance gegen vollge­
Seite 25, Übung 10
pumpte Muskelberge zu haben. (13)    .
6: A / 7: A / 8: B / 9: C / 10: B / 11: C / 12: A
b A, D

Seite 31, Übung 4


Leseverstehen Teil 3
1. ohne Lösung
Seite 26/27, Übungstest 2. ja
Lösungen zum Übungstest, vgl. Lösungen zu Übung 9
Seite 31, Übung 5
auf Seite 18.
a ohne Lösung
Seite 28, Übung 1 b Es ist frustrierend für den Sportler, Dopingmittel zu
a ohne Lösung nehmen, aber er hat nur dann eine Chance, im
b C, D Profi­sport genügend Geld zu verdienen, wenn er
auf Doping zurückgreift.

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Lösungen

Seite 32, Übung 6 Fortsetzung der Aussagen im Text davor. Dort wird
a Doping bleibt, egal wie gut die wissenschaftliche beschrieben, dass der Staat die Aufgabe hat, den
Begleitung aussieht, ein Spiel mit dem Tod. „Sportler vor sich selbst zu schützen“, und es
Die Erfahrungen aus dem Doping-System der DDR werden Beispiele aus anderen Bereichen genannt,
und dem Doping-Schauspiel im Radsport sollten in denen der Staat genau das macht. Man kann also
uns Warnung genug sein: Der Puls setzt aus. Blut erwarten, dass nach der Formulierung „Nur so kann
fließt zäh wie Kaugummi durch die Adern. Organe sichergestellt werden“ gesagt wird, dass nur durch
müssen transplantiert werden, weil Tabletten ihre ein Verbot des Dopings der Sportler vor sich selbst
Funktion unterdrückt haben. Menschen sterben. geschützt werden kann. Dies ist aber nicht der Fall,
(16)    . im Gegenteil, im nachfolgenden Teil des Satzes wird
In diesem Abschnitt geht es um die gesundheit- ausgesagt, dass der Sportler nur durch Doping in
lichen Gefahren des Dopings, bis hin zu dem Risiko, Zukunft „hervorragende Leistungen erbringen“
durch Doping umzukommen. kann. Und das widerspricht der Argumentation des
b Deswegen, Doping gesamten Textes.
c In Satz B heißt es zwar, dass Doping „deswegen“ d Im Gegensatz dazu wird in Satz D die Aufgabe des
keine saubere Lösung sei – und das passt sehr gut Staates, schützend einzugreifen, noch einmal
zu dem, was in dem Abschnitt davor über Doping wieder­holt und in Bezug auf das Doping verstärkt.
gesagt wird. Aber danach heißt es in demselben
Seite 34, Übung 9
Satz, dass Doping trotzdem unvermeidlich und
13: A / 14: D / 15: F / 16: C / 17: G
legitim sei. Und das passt sicher nicht zu der Be­
obachtung, dass Doping ein Spiel mit dem Tod ist
und dabei Menschen sterben. Leseverstehen Teil 4
Seite 33, Übung 7 Seite 35 – 38, Übungstest
a Satz C: lebensbedrohliche Bereiche Lösungen zum Übungstest, vgl. Lösungen zu Übungen
Text: Der Puls setzt aus. / Blut fließt zäh wie Kau- 10 und 11 auf Seite 18/19.
gummi durch die Adern. / Organe müssen trans-
Seite 39, Übung 1
plantiert werden, … / Menschen sterben.
A, D
b Im Gegensatz zu Satz B (vgl. Übung 6) beginnt Satz
C mit Formulierungen, die – auf den ersten Blick – Seite 40, Übung 2
keine Beziehung zu dem haben, was zuvor gesagt 18 Die Unternehmen brauchen heutzutage Wachstum,
wird. Entscheidend sind in Satz C aber die „lebens- weil sie
bedrohlichen Bereiche“, die im Text zuvor detailliert
Seite 40, Übung 3
beschrieben werden. Eine Freigabe des Dopings
19 Die Geschäftsführerin eines Möbelherstellers
würde diese noch vergrößern.
20 Die Idee des grenzenlosen Wachstums wird
Seite 33/34, Übung 8 21 Die neuen Ökonomen sind der Meinung, dass
a In dieser Situation hat die Gesellschaft die Aufgabe, 22 Das Unternehmen von Frau Henkel
den Sportler vor sich selbst zu schützen. 23 Ein Hersteller von Freizeitartikeln
Wie es der moderne Rechtsstaat mit jedem Gesetz
Seite 41, Übung 4
macht. Sei es mit einem Tempolimit, der Anschnall-
a 18 Die Unternehmen brauchen heutzutage Wachs-
pflicht oder dem Waffengesetz. (14)    .
tum, weil sie
b D Wo der Mensch dazu neigt, sich (und andere!)
b Das neue Wirtschaftswachstum
Gefahren auszusetzen, hat der Staat die Aufgabe
In der heutigen Wirtschaftsordnung sind Unter­
einzugreifen.
nehmen eigentlich auf Wachstum angewiesen,
E Nur so kann sichergestellt werden, dass die
nicht nur die großen wie Mercedes und Porsche,
Sportler auch in Zukunft hervorragende
auch die kleinen. Sie müssen jedes Jahr größere
Leistungen erbringen können.
Gewin­ne machen, damit sie Kredite abzahlen und
c Satz E beginnt mit der Formulierung „Nur so kann
Entlassungen vermeiden können, obwohl sie ei-
sichergestellt werden“. Diese Formulierung steht
gentlich durch den technischen Fortschritt dieselbe
am Satzanfang und ist gleichzeitig eine logische

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Lösungen

Menge von Produkten mit immer weniger Mit­ kurz besprochen, zum Beispiel die Verbesserung bei
arbeitern herstellen könnten. der Qualität von Produkten und die Effizienz beim
Service.
Seite 41, Übung 5
Absatz 3, Zeile 2: „Geschäftsführerin eines bekannten
Möbelherstellers“ – Aufgabe 19
Hörverstehen Teil 1
Absatz 4, Zeile 2: „die Idee des grenzenlosen Wirt­
schaftswachstums“ – Aufgabe 20 Seite 47/48, Übungstest
Lösungen zum Übungstest, vgl. Lösungen zu Übung 7
Seite 42, Übung 6
auf Seite 20.
Absatz 5, Zeile 5: „die neuen Ökonomen“ – Aufgabe 21
Absatz 6, Zeile 1: „Susanne Henkel“, Zeile 3: „die Er­ Seite 49, Übung 1
weiterung ihres Unternehmens“, Zeile 4: die Unter­ Nicolas Stemann ist ein  bekannter  Theaterregisseur,
nehmerin – Aufgabe 22 der  gelegentlich  auch als Musiker und Schauspieler
Absatz 8, Zeile 2: „ein bekannter Hersteller von Freizeit­ auf der Bühne zu sehen ist.
artikeln“ – Aufgabe 23
Seite 50, Übung 2
Seite 42/43, Übung 7 2 Nicolaus Stemann ist ein Mensch, der
a ohne Lösung A  richtig  glücklich ist.
b stimmt nicht B  sehr  begabt ist.
C  schnell  entscheidet.
Seite 43, Übung 8
a ohne Lösung Seite 50, Übung 3
b stimmt nicht In Aufgabe 2 geht es darum, was für ein Mensch
Nicolas Stemann ist / welche Eigenschaften/Fähig­
Seite 43/44, Übung 9
keiten Nicolas Stemann hat.
a ohne Lösung
b stimmt Seite 50, Übung 4
Aufgabe 2: Stemann – besondere Eigenschaften/Fähig­
Seite 44, Übung 10
keiten
18: C / 19: B / 20: C / 21: A / 22: A / 23: A
Seite 51/52, Übung 5
Seite 45, Übung 11
a ohne Lösung
a 24 In diesem Artikel
I = Interviewerin, S = Stemann
A wird die bestehende Wirtschaftsordnung aus­
b I: In vielen Ihrer Inszenierungen kann man zwischen
führlich erklärt.
Probe und Aufführung nicht mehr richtig unter­
B werden Merkmale einer neuen Wirtschafts­
scheiden. Es wird auch auf offener Bühne weiter­
ordnung besprochen.
improvisiert.
C wird die Wirtschaftstheorie der neuen Öko­
S: Ich mag offene Prozesse, deren Ausgang man
nomen kritisiert.
nicht kontrollieren kann. Dafür ist das Theater als
b In diesem Artikel
kollektive Kunstform ideal. Ich denke mir vorher
A wird NUR / VOR ALLEM die bestehende Wirt­
etwas aus, aber wenn ich auf die Probe komme,
schaftsordnung ausführlich erklärt.
stelle ich es komplett zur Disposition. Ich werfe
B werden NUR / VOR ALLEM Merkmale einer
meine Gewissheiten weg und verlan­ge das auch
neuen Wirtschaftsordnung besprochen.
von meinen Leuten. Irgendwann gibt es kein
C wird NUR / VOR ALLEM die Wirtschaftstheorie
Richtig und Falsch mehr und dadurch ist alles
der neuen Ökonomen kritisiert.
möglich. Das ist eine große Freiheit.
c In diesem Artikel gibt es keine ausführliche Er­
I: Gab es bei Ihnen eine besonders wichtige Er­
klärung der bestehenden Wirtschaftsordnung und
fahrung in Ihrem Leben?
die Wirtschaftstheorie der neuen Ökonomen wird
S: Ich hatte eigentlich viel Glück. Tolle Eltern, viele
auch nicht kritisiert; stattdessen werden einige
Talen­te. Aber es gab immer einen Punkt, der mich
Merkmale/Besonderheiten einer neuen (noch nicht
unglücklich machte: meine notorische Unfähigkeit,
sehr verbreiteten Theorie) der Wirtschaftsordnung
mich zu entscheiden.

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Lösungen

c In Aufgabe 1 ist B richtig, weil Stemann sich zwar Seite 56, Übung 2
auf die Proben vorbereitet, aber nicht mit seinen A Die Person ist  strikt  dagegen.
Schauspielern. Er beteiligt seine Schauspieler aber B Die Person sieht  keine  Alternative.
insofern, als er bei den Proben seine Vorüberlegun­ C Die Person ist  unter bestimmten Umständen  dafür.
gen zur Diskussion stellt und mit seinen Schauspie­
Seite 57, Übung 3
lern bespricht. Er erwartet auch von seinen Schau­
strikt dagegen: Tiere sind Teil der Natur wie wir, sie ha­
spielern die Bereitschaft, nicht an Gewissheiten
ben dasselbe Recht zu leben wie wir / es ist grausam,
festzuhalten, also an Dingen, die man von vorn­e­
Tiere zu quälen / es ist wissenschaftlich gesehen nicht
herein für sicher hält. Für ihn ist die Inszenierung
nötig, …
ein offener Prozess, dessen Ausgang er nicht vor­
keine Alternative: muss sein, weil es (bisher) keine an­
hersehen kann und will.
dere Möglichkeit gibt, neue Medikamente zu testen /
In Aufgabe 2 ist B richtig, weil Stemann zwar „viel
auf Tierversuche zu verzichten (ohne Alternative) wäre
Glück“ hatte, was aber nicht bedeutet, dass er im­
nicht ethisch, denn der Mensch steht über dem Tier, …
mer glücklich war und ist. Außerdem ist er oft darü­
unter bestimmten Umständen dafür: nur bei medizi­
ber unglücklich, dass er unfähig ist, sich zu ent­
nisch begründeten Versuchen / nur im Falle von Krank­
scheiden. Deswegen ist auch Aussage C falsch. Er ist
heiten, die sehr schwer sind / nur, wenn Tiere dabei
begabt (Aussage B), weil er viele Talente hat.
nicht gequält werden bzw. betäubt werden können, …
Seite 52/53, Übung 6
Seite 57, Übung 4
a 3 Auch Außenstehende können sehen, dass Ste­
Der empörte Tonfall der Person gegen Ende der Aus­
mann
sage lässt darauf schließen, dass sie wahrscheinlich
A  manchmal  die falschen Schauspieler auswählt
strikt gegen Tierversuche ist.
B an  manchen  Theaterstücken scheitert.
C  trotz mancher  Probleme gutes Theater macht. Seite 58, Übung 5
b ohne Lösung B Die Person sieht keine Alternative.
c Bei Aufgabe 3 ist C richtig, denn manchmal denkt
Seite 58, Übung 6
Stemann zwar, dass die Schauspieler für ein be­
a ohne Lösung
stimmtes Stück nicht geeignet sind oder dass das
b Es gibt zwar die Möglichkeit, Medikamente an
Stück besonders schlecht ist, aber er sagt auch, dass
Menschen zu testen, aber das sieht die Person pro­
er dies alles nur so wahrnimmt. In Wirklichkeit ist es
blematisch, selbst wenn die Menschen freiwillig an
ganz anders, denn die Schwierigkeiten, die es gibt,
den Versuchen teilnehmen. Für Person 2 ist das
sind eine Herausforderung für ihn und deswegen
keine Lösung und sie sieht damit keine Alternative
macht er letzten Endes gutes Theater.
zu Tierversuchen, denn auch die Möglichkeiten, die
Seite 53, Übung 7 Wirkung am Computer zu berechnen, reichen nicht
1: B / 2: B / 3: C / 4: B / 5: C / 6: B / 7: C / 8: A aus, um sichere Medikamente zu bekommen.

Seite 59, Übung 7


Hörverstehen Teil 2 9: A / 10: B / 11: C / 12: B

Seite 54/55, Übungstest Seite 59, Übung 8


Lösungen zum Übungstest, vgl. Lösungen zu Übung 7 A, C
auf Seite 20 und Übung 14 auf Seite 21.
Seite 60, Übung 9
Seite 56, Übung 1 A Tierversuche sind  ausschließlich  für medizinische
Bei diesem Thema könnte es um die Frage gehen, ob Versuche vertretbar.
Tierversuche gemacht werden dürfen oder nicht; ob es B Die Ergebnisse von Tierversuchen kann man 
eine ethische Rechtfertigung dafür gibt, dass Tiere in  nicht ohne Weiteres  auf Menschen übertragen.
Versuchen gequält werden, oder nicht. C Tierversuche sind der  einzige  Weg, Menschen vor
 schweren  Erkrankungen zu schützen.
D Das Leiden der Versuchstiere wird von Tierschutz­
organisationen übertrieben.

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Lösungen

E Unsere Gesetze verbieten Tierversuche, die  wendig sind. Sie ist auch der Meinung, dass Ver-
 besonders  schmerzhaft sind. suche an Menschen problematisch sind, selbst
F Es gibt heutzutage  andere  Möglichkeiten, die wenn diese das freiwillig machen. Das heißt, sie
Wirkung von bestimmten Stoffen zu testen. sieht keine Alternative, obwohl sie zugibt, dass Tier-
experimente schlimm sind.
Seite 60, Übung 10
Satz A könnte zum Beispiel zu der Meinung passen, Seite 62, Übung 14
dass Tierversuche „unter bestimmten Umständen ver- 13: F / 14: C / 15: A / 16: E
tretbar sind“, denn „rein medizinische Interessen“ kann
man als „bestimmte Umstände“ verstehen. Satz A kann
Hörverstehen Teil 3
also nur zu einer Person passen, die diese Meinung
vertritt. Seite 63/64, Übungstest
Lösungen zum Übungstest, vgl. Lösungen zu Übung 5
Seite 60/61, Übung 11
auf dieser Seite.
F passt wahrscheinlich zu Person 1. Person 1 ist strikt
gegen Tierversuche, weil sie meint, dass wir Menschen Seite 65, Übung 1
uns damit über das Lebensrecht der Tiere stellen. Sie Lösungsvorschlag: Es geht wahrscheinlich darum, wie
sagt auch, dass es heutzutage möglich ist, durch Clowns an dieser Clown-Schule in Konstanz ausge­
schmerzfreie Versuche herauszufinden, wie Medika- bildet werden. Vielleicht auch um die Gründe, warum
mente oder Kosmetika auf den Menschen wirken. Das jemand Clown werden will, die beruf­lichen Perspek­
stimmt weitgehend mit dem Inhalt von Satz F überein. tiven etc.

Seite 61, Übung 12 Seite 66/67, Übung 2


C Passt zu Person 2, denn diese Person geht davon aus, 18 Die Studenten an dieser Schule
dass man bis heute die Wirkung von neuen Medika- A  können  sich auch zum Schauspieler ausbilden
menten nicht am Computer berechnen kann, sondern lassen.
dass Versuche an lebenden Wesen notwendig sind. Sie B  wollen  sich einer besonderen Herausforderung
ist auch der Meinung, dass Versuche an Menschen stellen.
proble­matisch sind, selbst wenn diese das freiwillig C  müssen  bereits eine Berufsausbildung haben.
machen. Das heißt, sie sieht keine Alternative, obwohl 19 Ein Clown kann alten Menschen helfen,  indem  er
sie zugibt, dass Tierexperimente schlimm sind. A ihnen  freundlich  ihre Fehler erklärt.
B  laut  über seine eigene Dummheit  lacht .
Seite 61, Übung 13
C  gemeinsam  mit ihnen über ihre Fehler   lacht .
a Person 2: Experimente mit Tieren sind schlimm. Das
Thema: Clown / alte Menschen / Hilfe
ist gar keine Frage. Und ich könnte so etwas selbst
20 Die ausgebildeten Clowns
überhaupt nicht machen. Auf der anderen Seite
A arbeiten  vor allem  im Gesundheitsbereich.
gibt es schwere Krankheiten und bis heute kann
B finden  nur schwer  einen Arbeitsplatz.
man die Wirkung von neuen Medikamenten eben
C werden für ihre Arbeit  gut  bezahlt.
nicht nur am Computer berechnen. Die muss man
Thema: Arbeitssituation nach Aus­bildung
an lebenden Wesen ausprobieren. Experimente mit
21 Während ihrer Ausbildung an der Clown-Schule
Menschen, selbst wenn die zustimmen, finde ich
A arbeiten die Studenten auch mit  aggressiven
erst recht problematisch. Deswegen, denke ich,
Patienten.
können wir gar nicht auf Versuche mit Tieren ver-
B trainieren die Studenten ihr Verhalten in 
zichten, egal ob es um Krankheiten oder um
 simulierten  Situationen.
Kosme­tika geht. Durch ungeprüfte Hautcremes
C üben die Studenten  wochenlang  mit  
könnten ja auch schwere Krankheiten entstehen.
 besonders schwierigen  Kindern.
Und das will sicher niemand.
Thema: Aufgaben während der Aus­bildung
b ohne Lösung
22 Weil sie  unbedingt  Clown werden wollen, akzep­
c C Passt zu Person 2, denn diese Person geht davon
tieren die Studenten
aus, dass man bis heute die Wirkung von neuen Me-
A  über  € 3000,– Kosten für Unterbringung und
dikamenten nicht am Computer berechnen kann,
Fahrten.
sondern dass Versuche an lebenden Wesen not-

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Lösungen

B  finanzielle  Nachteile in der Ausbildung und im e Aufgabe: Ausbildung: Merkmale/Ziele


Beruf. Text: Ziele und Besonderheiten der Ausbildung
C die  schwierige  Arbeit mit  alten  und  kranken B ist richtig.
Menschen.
Seite 69, Übung 5
Thema: Probleme während der Aus­bildung
17: C / 18: B / 19: C / 20: A / 21: B / 22: B / 23: C
23 Die Ausbildung zum Clown setzt voraus, dass man
A  mindestens  ein Musikinstrument spielt. Seite 69, Übung 6
B  bereits  eine  eigene  Clown-Figur entwickelt a 24: B
hat. b Es werden in diesem Text zwar auch das Ansehen
C schon eine  starke  Persönlichkeit mitbringt. des Clownberufs und die Eigenschaften eines guten
Thema: Voraussetzungen für Aus­bildung Clowns angesprochen, aber VOR ALLEM geht es um
die Merkmale und Besonderheiten der Ausbildung
Seite 67, Übung 3
zum Clown an dieser Schule.
ohne Lösung

Seite 68, Übung 4


Schriftliche Kommunikation
a + b  vgl. Markierungen und Thema in Übung 2,
Seite 66 Seite 74, Übung 1
c Ein neues Thema beginnt, wenn im Text folgende „Singledasein“.
Stelle zu hören ist: „Dazu gehört auch, dass ein
Seite 75, Übung 2
Clown ganz bewusst immer der Dümmste von allen
ohne Lösung
ist und dass ihm das nichts ausmacht …“
d In diesem Teil des Hörtextes geht es darum, welche Seite 75, Übung 3
Ziele und Besonderheiten die Ausbildung eines s. markierten Text unten und Lösung zu Übung 5
Clowns hat.

Singledasein:  Immer mehr  Einpersonenhaushalte in Deutschland

In Deutschland gab es  noch nie  so viele Singles wie heute: Millionen von Menschen leben in soge­
nannten  Einpersonenhaushalten. Anfang der siebziger Jahre war ihr Anteil noch  deutlich niedriger .
1
Im Durchschnitt liegt der Anteil der Einpersonenhaushalte  heute  bei 40 % aller Haushalte, in Groß­
städten sogar   weit darüber . Besonders bei Menschen, die noch in der Ausbildung sind, und denen in
 5 der mittleren Altersgruppe hat das Singledasein seit den 1970er Jahren  stark  zugenommen. Bei 2
­anderen Altersgruppen ist  kaum eine Veränderung oder sogar ein Rückgang der Einzelhaushalte zu
beobach­ten. Für die Zunahme in den o. g. Gruppen gibt es verschiedene Gründe:

So sind die Ausbildungsphasen bis zum Eintritt in das Berufsleben deutlich länger geworden. Wer ­
ohne ­Kinder lebt, kann das  besser  bewältigen. Außerdem erfordert der Beruf heutzutage  hohe 
10 Mobili­tät. ­Gerade im mittleren Lebensalter führt das zu einem Anstieg von Fernbeziehungen mit
getrenn­ten Wohnungen.

Zudem wollen  immer mehr  Erwachsene kinderlos bleiben oder bevorzugen eine Partnerschaft, in der
 beide  Partner in einem eigenen Haushalt leben.

Diese Entwicklung hat natürlich Auswirkungen auf die Gesellschaft. So steigen  vor allem  in Groß­
15 städten die Miet- und Kaufpreise für Immobilien, da immer mehr Menschen individuellen Lebensraum
bean­spruchen. Spezielle Reiseangebote für Singles, Partys für Singles, Singleportionen bei Lebens­
mitteln und Singlebörsen im Internet – das alles ist teuer und führt zu einem Anstieg der Lebens­
haltungskosten. Aber Singles gelten als kaufkräftig und das ist gut für die Wirtschaft.

  Quelle: Theo Winter, Abendblatt München

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Lösungen

Seite 76, Übung 4 Seite 78, Übung 6


1. und 2. Abschnitt: Zahlen/Fakten, Feststellungen/Be­ Hinweis: Es wird nicht erwartet, dass Sie alle folgenden
obachtungen Punkte gefunden haben. Für die richtige Prüfung
3. Abschnitt, Zeile 1 – 3: Gründe würde etwa die Hälfte dieser Punkte ausreichen.
3. Abschnitt, Zeile 3, 4: Folgen/Konsequenzen
Vorteile: frei und unabhängig von anderen Men­
4. Abschnitt: Gründe
schen / unabhängig vom Partner / von der Partnerin /
5. Abschnitt, Zeile 1 – 3: Folgen/Konsequenzen
weniger Planung notwendig / Man kann tun und las­
5. Abschnitt: Zeile 3, 4: Beispiele
sen, was man will. / Man ist dem Partner / der Partnerin
5. Abschnitt, Zeile 4 – 5: Folgen/Konsequenzen
keine Rechenschaft schuldig. / flexibler in seinen Ent­
5. Abschnitt, Zeile 5: Feststellungen/Beobachtungen
scheidungen / Man kann rascher entscheiden. / viel­
Seite 76, Übung 5 leicht Vorteile im Beruf / Man kann sein Geld nur für
s. markierte Grafik unten sich ausgeben. / Man muss nichts teilen. / Man muss
keine Rücksicht auf andere nehmen. / Man kann sich
Hinweis: Auf den ersten Blick mag es sinnvoll er­
besser selbst verwirklichen. / Man ist nur für sich selbst
scheinen, auch die Prozentzahlen für die Jahre 1990
verantwortlich. / Es gibt weniger Streitereien. / ruhi­ge­
und 2000 zu markieren. Es wird aber nicht erwartet,
res Leben / Alleine ist man finanziell bessergestellt. /
dass Sie alle Zahlen aus der Grafik auswerten und
Man kann sich mehr leisten.
inter­pretieren. Es reicht, wenn Sie sich auf zwei Ver­
gleiche beschränken, die sich unmittelbar auf das Nachteile: immer allein – langweiliges Leben / Nie­
­Thema beziehen, also auf die „Zunahme der Ein­ mand ist da, der einem widerspricht. / Niemand ist da,
personenhaushalte“ bei bestimmten Bevölkerungs­ der einem die Wahrheit sagt. / vor allem in der Freizeit
gruppen. Die Ziffern am Rand beziehen sich auch auf keinen Partner oder keine Partnerin / kein Familien­
entsprechende Inhalte im Text (s. o). leben möglich / keine Kinder – keine Verantwortung –
kann nicht der Sinn des Lebens sein / keine gemein­
samen Erlebnisse / weniger Gedankenaustausch
möglich / Auseinandersetzungen sind wichtig für die

Anteil von Singlehaushalten im Vergleich zu Haushalten mit


mindestens drei Personen in Deutschland von 1970 bis 2010 1

60 %
deutliche Zunahme:
von 25 % auf 40 %
50 % 48 %
41 % 40 %
Anteil der Haushalte

40 % 36 %
35 % 35 %
30 % 31 % 2
30 % 26 %
25 % Rückgang!!!
20 %

10 %

  0 %
1970 1980 1990 2000 2010 1
 Singlehaushalte    Haushalte mit mindestens 3 Personen

 Deutschland; ab 16 Jahren; 1828 Befragte; Daten aus: Institut für Demoskopie Allensbach, 2012
3. bis 15. Dezember 2011

22 Prüfungstraining  |  DSD Stufe 2  |  © Cornelsen Schulverlage GmbH Berlin. Alle Rechte vorbehalten.

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Lösungen

eigene Entwicklung. / Allein findet man schwerer gute anders geordnet werden. Dabei ist auf das Prinzip der
Freunde. / Gegenseitige Unterstützung in schwierigen Steigerung zu achten. Einige Punkte sind sich inhalt-
Phasen fehlt. / weniger soziale Kontakte / fehlender lich ähnlich und können evtl. noch zusammengefasst
Ehe­partner kann sich negativ auf die beruflichen werden.
Chancen auswirken
These: Singledasein: mehr Vor- als Nachteile
Sonstiges: kommt aus dem Englischen: single = je- Begründung (1): Freiheit und Unabhängigkeit
mand, der allein lebt / vor allem im Alter lieber in Part- Belege:
nerschaft/Ehe leben / im Alter mehr auf Hilfe anderen – von anderen (Partner/Partnerin)
angewiesen / nur für junge Leute interessant / alleine – weniger Planung, selbständig entscheiden
leben – und was ist mit dem Sinn des Lebens? / Streit / – weniger soziale Kontrolle durch die Familie
Auseinandersetzung ist wichtig für die persönliche
Begründung (2): hohe materielle Lebensqualität
Entwicklung. / Heutzutage ist das Leben teuer, gerade
Belege:
junge Leute brauchen oft zwei Einkommen. / für oder
– Wohnkomfort (mehr Raum, weniger Lärm, keine
gegen hängt auch vom Charakter ab / nichts für mich /
spielenden Kinder, keine Ansprüche von anderen)
„Modeerscheinung“, wird sich wieder ändern / typisch
– besondere Angebote für Singles (Partys, Reisen
für unsere Zeit ohne Werte / hat auch mit Konsumge-
u. Ä.)
sellschaft zu tun / egoistische Lebensform / wider-
– uneingeschränkte Nutzung der Unterhaltungsan-
spricht m. E. dem natürlichen Bedürfnis des Menschen:
gebote
Geborgenheit, Zugehörigkeit u. Ä.
Begründung (3): Vorteile in Ausbildung und Beruf
Seite 79, Übung 7
Belege:
Lösungsvorschläge:
– flexible Reaktion auf Ausbildungsangebote, Arbeits-
– Das Singledasein hat vor allem Nachteile.
plätze
– Das Singledasein (ist zwar populär, aber es) ist eine
– mehr berufliche Möglichkeiten (z. B. auch im Aus-
Fehlentwicklung (in unserer Gesellschaft).
land)
– Das Singledasein ist eine (typische) Modeerschei-
– Frauen ohne Kinder können leichter einen Beruf
nung unserer Zeit.
ausüben
Seite 79, Übung 8:
Begründung (4): Selbstverwirklichung
Lösungsvorschlag:
Belege:
Für jüngere Leute hat das Singledasein sicher viele Vor-
– keine Notwendigkeit zu teilen
teile, aber mit zunehmendem Alter überwiegen die
– keine Einschränkungen durch Rücksicht auf andere
Nachteile. Deswegen erscheint es nicht sinnvoll, sein
– keine Verantwortung für andere
gesamtes Leben als Single zu verbringen.
– keine Einschränkungen bei eigenen Bedürfnissen/
Seite 80, Übung 9 Lebenszielen
Lösungsvorschlag:
Seite 82, Übung 11
Begründung (1): Ein Single ist frei und unabhängig.
Lösungsvorschlag:
Begründung (2): Ein Single hat eine hohe materielle
These: Singledasein: mehr Nachteile als Vorteile
Lebensqualität.
Begründung: negative Auswirkungen auf
Begründung (3): Das Singledasein bietet Vorteile im
Lebensgestaltung/-planung
Beruf.
Belege:
Begründung (4): Das Singledasein dient der Selbstver-
– Leben ohne Partnerschaft/Ehe schwierig
wirklichung.
– stabile Verhältnisse: Voraussetzung für Kinder
Seite 81, Übung 10 – Einsamkeit im Alter
Hinweis: Die Zuordnung ist nicht immer zwingend,
Begründung: negative Auswirkungen auf finanzielle
manchmal können die einzelnen Belege auch anderen
Situa­tion
Begründungen zugeordnet werden. Auch die Reihen-
Belege:
folge ist nicht verbindlich. Je nach persönlicher
– Einzelverdiener: weniger Geld
­Meinung und Einschätzung können die Punkte auch
– Probleme im Beruf: Partner/Partnerin fehlt

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Lösungen

– hohe Lebenshaltungskosten für Singles solche Anforderungen leichter und flexibler reagieren
– kleine Wohnungen teurer als große Wohnungen als ein verheirateter Arbeitnehmer.
In dem Artikel wird außerdem gesagt, dass viele Er­
Begründung: negative gesellschaftliche Folgen
wachsene heutzutage oft auf Kinder verzichten und
Belege:
Partnerschaften bevorzugen, bei denen beide ge­
– weniger Wohnraum für alle
trennt leben. Auch das führt dazu, dass die Anzahl der
– Anstieg der Immobilienpreise
Einzelhaushalte in Deutschland seit den 70er Jahren
– steigende Lebenshaltungskosten für alle
angestiegen ist und heute 40 % beträgt.
– weniger Kinder: unsichere Altersversorgung
Wie in dem Artikel weiter ausgeführt wird, ist diese
Begründung: soziale Vereinsamung Entwicklung nur bei jenen Menschen zu beobachten,
Belege: die in der Ausbildung oder im Beruf stehen.
– fehlende Verantwortung für andere Im letzten Abschnitt des Artikels werden die Folgen
– fehlende Unterstützung durch Familie dieser Entwicklung vom Autor kurz an zwei Beispielen
– Verlust von individuellen/gesellschaftlichen Werten beschrieben. Demnach führt die Zunahme der Einzel­
haushalte zu einem Anstieg der Mieten und der Preise
Seite 82, Übung 12
für Eigentumswohnungen und Häuser in Großstädten,
D ist die beste Einleitung, weil sie eine kurze Definition
was sich natürlich auch auf die finanzielle Situation
des Begriffs „Single“ gibt und auf die aktuelle Entwick­
von Singles auswirkt. Darüber hinaus, so wird deutlich
lung eingeht. Außerdem enthält die Einleitung bereits
gemacht, verfügen Singles über relativ viel Geld, was
einen interkulturellen Vergleich, der beim Leser / bei
zu speziellen Angeboten für diese Zielgruppe führt.
der Leserin Interesse weckt. Schließlich wird am Ende
Das ist zwar, wie Theo Winter meint, ein wirtschaft­
der Einleitung die Frage formuliert, die in der Stellung­
licher Vorteil, führt aber auch zu einem Anstieg der
nahme beantwortet werden soll.
Lebens­haltungskosten für alle.
Seite 84, Übung 13
Seite 85, Übung 14
Hinweis zum Lösungsvorschlag: In der Textwiedergabe
ohne Lösung
müssen nicht unbedingt alle Inhalte des Textes wieder­
gegeben werden. Auch in diesem Lösungsvorschlag Seite 85, Übung 15
fehlt zum Beispiel der Aspekt „Fernbeziehungen“ oder Lösungsvorschlag: Zu diesem Thema gibt es auch sta­
auch die Tatsache, dass bei anderen Altersgruppen so­ tis­tische Untersuchungen. Wie aus einem Diagramm
gar eine „rückläufige Entwicklung“ zu beobachten ist. des Instituts für Demoskopie Allensbach zum wach­
Dennoch wird die argumentative Struktur des Textes senden Anteil von Einpersonenhaushalten in Deutsch­
vollständig wiedergeben. land hervorgeht, stieg der Anteil an Einpersonenhaus­
Die Quelle wird gleich zu Beginn genau benannt. Im halten seit 1970 von damals 25 % auf heute 40 %. Das
Laufe der Textwiedergabe wird mehrfach wieder auf ist eine Steigerung von fast zwei Drittel bei den Einper­
den Autor verwiesen. sonenhaushalten seit den 70er Jahren. Im Gegensatz
dazu, so zeigt die Grafik, gab es bei Familien mit min­
a+b
destens drei Personen einen deutlichen Rückgang von
Über dieses Thema wird natürlich auch in der Presse in
48 % auf 26 % aller Haushalte seit den 70er Jahren.
Deutschland berichtet: So stellt Theo Winter in einem
Artikel im Abendblatt München vom Mai 2014 fest, Seite 86, Übung 16
dass insbesondere bei jungen Menschen und solchen ohne Lösung
im mittleren Alter eine deutliche Zunahme von Single­
Seite 86, Übung 17
haushalten zu beobachten ist. Wie der Autor schreibt,
Lösungsvorschlag:
ist das darauf zurückzuführen, dass die Ausbildungs­
Der Artikel aus dem Münchner Abendblatt und die
zeiten für junge Menschen im Vergleich zu früher län­
Statistik des Instituts für Demoskopie Allensbach
ger geworden sind. Ein weiterer Grund besteht darin,
­machen deutlich, wie wichtig das Thema „Single­
dass heutzutage im Berufsleben oft vorausgesetzt
dasein“ in Deutschland geworden ist. Im Folgenden
wird, dass der Berufstätige bereit ist, den Arbeitspatz
möchte ich mich nun mit den Vor- und Nachteilen
bei Bedarf zu wechseln. Wer alleine lebt, kann auf
­dieser modernen Lebensform auseinandersetzen und
dazu persönlich Stellung nehmen.

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Lösungen

Seite 87, Übung 18 Seite 88, Übung 21


ohne Lösung Lösungsvorschlag:
Es wird immer wieder behauptet, dass das Singleda-
Seite 87, Übung 19
sein Vorteile im Berufsleben mit sich bringt. Ich sehe
Lösungsvorschlag:
das ganz anders.
Die Vorteile des Singledaseins zeigen sich auch im be-
Es mag schon sein, dass man als Single relativ flexibel
ruflichen Bereich. Es ist offensichtlich, dass ein Single
ist und vielleicht auch einen hoch bezahlten Beruf er-
auf dem Arbeitsmarkt gegenüber Mitbewerbern, die
greifen kann, der mit viel Mobilität verbunden ist. Aber
verheiratet sind oder in einer festen Partnerschaft
das ist meines Erachtens nicht entscheidend. Was nützt
­leben, konkurrenzfähiger ist, weil er mobiler und
mir ein hohes monatliches Einkommen als Pilot, wenn
flexib­ler in seinen Entscheidungen ist. Das ist darauf
ich dafür entweder ganz auf eine Familie verzichten
zurückzuführen, dass ein Single keine Rücksicht auf die
oder eine Fernbeziehung führen muss, bei der ich mei-
familiäre Situation nehmen muss und sich für einen
nen Partner / meine Partnerin nur ein- oder zweimal
Beruf entscheiden kann, bei dem Mobilität und Unab-
im Monat sehen kann? Ich kann mir nicht vorstellen,
hängigkeit unverzichtbar sind. Das gilt zum Beispiel für
dass eine Beziehung dieser Art auf Dauer funktionie-
Mitarbeiter im Außendienst, für Flugbegleiter oder
ren kann, schon gar nicht, wenn die Partner heiraten
Pilo­ten.
und Kinder haben wollen.
Auch wenn ein Wechsel des Arbeitsplatzes notwendig
Im Übrigen denke ich, dass der finanzielle Vorteil, der
wird, um das Einkommen zu verbessern oder weil die
mit manchen Berufen dieser Art verbunden ist, da-
Firma einen qualifizierten Mitarbeiter an einem ande-
durch aufgewogen wird, dass der Partner / die Partne-
ren Ort benötigt, sind Flexibilität und Mobilität gefragt.
rin ein zweites Einkommen in die Partnerschaft oder
Mit einer Familie ist ein Mitarbeiter stärker an einen
Ehe einbringen kann. Vor allem, wenn man daran
bestimmten Ort gebunden und kann deswegen nicht
denkt, eine Familie zu gründen, sollte man sich des­
ohne Weiteres umziehen.
wegen m. E. nicht auf einen Beruf einlassen, der auf
Das gilt in besonderem Maße, wenn es um interes-
Grund der notwendigen Mobilität eine stabile Famili-
sante Arbeitsplätze im Ausland geht. Hier kommen
ensituation sehr schwer macht.
möglicherweise Sprachprobleme und Schulwechsel
Darüber hinaus bin ich der Meinung, dass es auch in
für die Kinder mit ins Spiel, die eine entsprechende
einer Partnerschaft möglich ist, im Ausland zu arbei-
Entscheidung umso schwieriger machen. Aus diesen
ten, weil einen der Partner / die Partnerin auch beglei-
Gründen ist es wahrscheinlich, dass jemand, der vor
ten kann. So sind an unserer Schule hier in … viele
allem an beruflichen Fortschritt denkt, einen Vorteil
Lehrer und Lehrerinnen aus Deutschland tätig. Viele
darin sieht, Single zu bleiben.
von denen haben auch Kinder, die an unsere Schule
Seite 87, Übung 20 gehen. Wer also unbedingt ins Ausland gehen will,
Lösungsvorschlag: kann das auch mit Familie und muss deswegen nicht
Dass die Anzahl der Singlehaushalte in Großstädten als Single leben.
heute bei 40 % liegt, zeigt deutlich, dass diese Lebens-
Seite 88, Übung 22
form vor allem bei aktiven jüngeren Menschen sehr
Hinweis: Die Formulierungen im Lösungsvorschlag zu
beliebt ist. Dies gilt wahrscheinlich vor allem für attrak-
Übung 21 sind schon weitgehend sachlich. Vor allem
tive Städte wie zum Beispiel München, Berlin oder
am Anfang könnten ein paar Formulierungen aber
Hamburg.
noch sachlicher gestaltet werden:
Das liegt auch daran, dass es in solchen Städten natür-
lich einen großen Arbeitsmarkt mit zahlreichen Ange- „Es wird immer wieder behauptet, dass das Single­
boten gibt, die gerade für Leute, die ungebunden und dasein Vorteile im Berufsleben mit sich bringt.“
flexibel sind, attraktiv erscheinen. So muss ein Single Sachlicher: Es wird häufig gesagt, dass …
keine Rücksicht auf die familiäre Situation nehmen
„Ich sehe das ganz anders.“ Sachlicher: Ich sehe das
und kann sich für einen Beruf entscheiden, bei dem
­anders: / Das kann man auch anders sehen: / Meiner Mei-
Mobilität und Unabhängigkeit unverzichtbar sind. Das
nung nach trifft das nicht zu:
gilt zum Beispiel für Mitarbeiter im Außendienst, für
Flugbegleiter oder Piloten … (weiter wie in Übung 19) „Es mag schon sein …“ Sachlicher: Es ist sicher so … / Es
ist möglich …

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Lösungen

„Was nützt mir ein hohes monatliches Einkommen …“ Seite 98, Übung 4
Sachlicher: Ein relativ hohes monatliches Einkommen ist ohne Lösung
nicht allein entscheidend.
Seite 98, Übung 5
„Ich kann mir nicht vorstellen, dass …“ Sachlicher: Ich ohne Lösung
halte es für unwahrscheinlich, dass … / Es erscheint mir
Seite 99, Übung 6
aber kaum möglich, dass …
ohne Lösung
Seite 88, Übung 23
Seite 100, Übung 7
ohne Lösung, besprechen Sie Ihre Formulierungen mit
Hinweis: Die Notizen auf dieser Beispielfolie sind sehr
Ihrem Lehrer / Ihrer Lehrerin
umfangreich und wahrscheinlich zu viel für etwa fünf
Seite 91, Übung 24 Minuten Vortragszeit. Probieren Sie aus, wie viel Zeit
Lösungsvorschlag (Ergänzungen des Aufgabentextes Sie tatsächlich für Ihren Vortrag benötigen. Bedenken
sind kursiv hervorgehoben): Sie dabei, dass drei bis höchstens vier ausgearbeitete
Aus all diesen Gründen bin ich eigentlich für ein Leben Aspekte ausreichen, um die maximale Punktzahl zu er­
als Single, aber ich denke auch, dass es keine Lebens­ reichen. Kürzen Sie dann so weit, dass Ihr Vortrag nicht
form für das ganze Leben ist. länger als ungefähr fünf Minuten dauert.
Zweifellos ist es eine Bereicherung für das Leben,
Informationen
wenn man in jungen Jahren unabhängig ist, schnelle
–– technische Details: ermöglichen Vergleich mit ähnli­
Entscheidungen treffen kann und sich auf diese Art
chen Produkten / man versteht Funktionen besser /
selbst verwirklichen kann, ohne große Rücksicht auf an-
man kann Produkt besser beurteilen
dere nehmen zu müssen.
–– Inhaltsstoffe, z. B. verwendete Substanzen: wichtig
Aber was ist dann im Alter? Wer möchte schon im Alter
für eigene Gesundheit / wichtig für die Umwelt / für
allein sein? Wer möchte auf Hilfe von außen angewie­
bewusstes Einkaufen
sen sein, wenn er/sie gesundheitliche Schwierigkeiten
–– Preis: ermöglicht Vergleich mit anderen Anbietern /
hat? Ich bin davon überzeugt, dass es wichtig ist, im mitt-
gut informiert, man kann Preis evtl. herunter­
leren Alter eine feste Bindung einzugehen und eine Fami-
handeln / Geld sparen
lie aufzubauen. Nach meiner Vorstellung sollte man dann
–– Problem: Informationen oft ungenau, irreführend,
ein erfülltes Leben in Partnerschaft führen und gemein-
zum Beispiel: mein neues Smartphone, oder be­
sam die Schwierigkeiten des Altwerdens meistern.
schönigend: Angaben über Lebensdauer einer
Deswegen denke ich, dass es sinnvoll ist, heutzutage
Batte­rie, Benzinverbrauch beim Auto u. Ä.
erst spät zu heiraten, um die Freiheiten und Möglich­
keiten eines unabhängigen Singledaseins voll auszu­ Wirkungsweise
schöpfen. Ich glaube schon, dass so eine Lebensform –– attraktive Darbietung: vermittelt Gefühl des Be­­son­
dazu beiträgt, dass sich der Einzelne in dieser Lebens- de­ren / Das muss man haben. / Man will dazu­ge­
phase besser selbst verwirklichen kann als in einer frühen hören. / Man will modern, aufgeschlossen, glücklich
und engen Bindung. Aber dann sollten wir heiraten oder sein. / Beispiel: insbesondere Mode/Zigaretten u. Ä.
zumindest eine feste Partnerschaft eingehen und eine –– Sinne/Emotionen: werden angesprochen, oft mit
Fami­lie gründen. Das ist für mich die ideale Form des erotischen Symbolen/Bildern aufgeladen, z. B.
­Lebens. Frauen im Bikini­neben Autos u. Ä.

Gefahren
–– Verführung zum Kauf: Man kauft etwas, was man
Mündliche Kommunikation Teil 1
nicht braucht.
Seite 94, Übung 1 –– Wirkung der Werbung ist oft stärker als der Ver­
Thema: Diskutieren Sie das Thema „Werbung heute“. stand: Man kauft sogar Dinge, die schädlich sind
(für einen selbst, für andere, für die Umwelt etc.).
Seite 95, Übung 2
Beispiele: Zigarettenwerbung/Alkoholwerbung /
ohne Lösung
große Autos mit hohem Benzinverbrauch
Seite 96/97, Übung 3 –– Problem: sinnlose Ausgabe von Geld, u. U. mehr
ohne Lösung Geld, als man hat, z. B. Handys bei Jugendlichen

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Lösungen

Wirtschaft
Mündliche Kommunikation Teil 2
–– Wirtschaftswachstum: Werbung unverzichtbar /
Werbung fördert den Verkauf / weckt Bedürfnisse Seite 104, Übung 1
(und neue Märkte), Beispiel: ständig neue tech- Problemorientierung:
nische Geräte (Smartphones, E-Reader etc.) –– Durch hohen Fleischkonsum entstehen Überge-
–– Werbung schafft Arbeitsplätze, z. B. in Werbe­ wicht und Krankheiten.
agenturen als Grafiker, Texter, Webdesigner u. Ä. –– Krankheiten verursachen Kosten.
Werbung schafft aber auch Arbeitsplätze im Ver- –– gleichzeitig: Unterernährung in großen Teilen der
kauf, in der Herstellung von neuen Produkten etc. Welt
–– Problem: Werbung informiert nur scheinbar, Wer- –– Klimabelastung durch hohe Fleischproduktion
bung lügt oft, schafft Bedürfnisse, die gar nicht vor-
Unterschiedliche Perspektiven:
handen sind / verführt Menschen dazu, mehr aus-
–– Menschen sind „Allesfresser“.
zugeben, als sie haben / lockt manche Menschen
–– Fleisch enthält wichtige Nährstoffe (z. B. Proteine).
(oft Jugendliche) in Kreditfallen.
–– Vegetarisches Essen auf Dauer nicht gesünder
Wertvorstellungen –– Vorteile für die Gesundheit nicht nachgewiesen
–– Es geht nur um Verkauf und Absatz, positive Werte –– Kompromisse denkbar:
werden nicht vermittelt. – ein, zwei fleischlose Tage pro Woche
–– Falsche Werte werden vermittelt, z. B. Alles/Jeder – Reduktion des Fleischkonsums
muss schön sein, glücklich, reich; jeder muss toll ge-
Seite 104, Übung 2
kleidet sein / teure Kleidung tragen / ein schnelles
„Das Autobahnnetz in Deutschland. Vorteile und
Auto fahren / die letzte Mode tragen.
Proble­me dieser Verkehrswege in unserer Zeit.“
–– Problem/Folge: Individualität geht verloren oder
wird nicht anerkannt. Dazu könnten dann Punkte aufgeführt werden wie:
Bedeutung für die Wirtschaft, Transportwege für die
Seite 100/101, Übung 8
Wirtschaft, Bedeutung für den Tourismus, hohe Bau­
a B ist richtig.
kosten/Unterhaltskosten, Umweltbelastung durch
b Die Kandidatin in A ist offensichtlich ängstlich, was
schnelles Fahren, durch den Bau von Autobahnen ent-
man an ihrem gesenkten Kopf erkennt und daran,
stehen weitere Umweltbelastungen (Abholzung von
wie sie ihre Unterlagen an ihren Körper drückt. Sie
Wäldern, Gefährdung von ökologisch wertvollen Land-
grüßt das Prüfungskomitee nicht von sich aus beim
schaften), …
Hereinkommen und wartet, bis die Prüfer sie grü-
ßen. Außerdem schaut sie die Prüfer nicht an. – Die „Deutschland 20 Jahre nach der Wiedervereinigung,
Kandidatin in C grüßt zwar beim Hereinkommen, eine Entwicklung, die Beachtung verdient.“
aber sie spricht in ihrer Muttersprache, in diesem
Dazu könnten dann Punkte aufgeführt werden wie:
Fall auf Englisch. Da sie nur das Aufgabenblatt in
Freiheit für die ehemaligen DDR-Bürger: Reisefreiheit,
der Hand hat, hat sie vermutlich ihre Unterlagen für
Meinungsfreiheit, Rechtsstaatlichkeit etc.; aber auch:
das Referat im Vorbereitungsraum liegen lassen. Es
Kosten für die Bundesrepublik, der „Solidaritätszu-
macht auch keinen guten Eindruck, mit Baseball-
schlag“; Gegen­sätze: „Ossis“ – „Wessis“, „Ossi-Wessi-
mütze in die Prüfung zu gehen, selbst wenn solche
Witze/Karikaturen“; Kanzlerin und Bundespräsident
Mützen im Land oft getragen werden. Auch wenn
aus der ehemaligen DDR, …
es keine Kleidungsvorschriften für das Sprachdi-
plom gibt, macht es einen besseren Eindruck auf Seite 104/105, Übung 3 und 4
die Prüfer, wenn ein Kandidat / eine Kandidatin an- „Der Einfluss der Medien auf die Politik“ ist ein Thema,
gemessen gekleidet ist. – Sprechen Sie darüber das in allen Ländern wichtig ist, also auch in Deutsch-
eventuell auch mit Ihrem Lehrer / Ihrer Lehrerin vor land, und an zahlreichen Beispielen dargestellt werden
der Prüfung. kann. Dabei sind sicher auch interessante interkultu-
relle Vergleiche möglich.
Seite 101/102, Übung 9
a – c  ohne Lösung Seite 105, Übung 5
ohne Lösung

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Lösungen

Seite 106, Übung 6 die Olympischen Spiele verantwortlich? / Warum sind


–– Deutschland und seine Autos: B, C, (A, D) die Spiele so populär? / Wer darf daran teilnehmen? /
–– Idole in Deutschland und bei uns: B, C, D, (A) Warum sind Siege bei den Olympischen Spielen so
–– Der Schrebergarten – eine deutsche Idylle? B, C, wichtig für die Sportler? / Wer verdient an den
(A, D) Olympischen Spielen? Wie? / Welche grundsätzlichen
–– Doping im Spitzensport: A, B, C, D Regeln gibt es für die Teilnehmer? / Wie steht es um
–– Die Olympischen Spiele – Idee und Wirklichkeit: das Fairnessgebot bei den Olympischen Spielen? /
A, D, (B, C) Welche Bedeutung hat Doping bei den Olympischen
–– Die Bio-Welle in Deutschland – und bei uns? Spielen? / Was bedeutet Amateurstatus? / Wie pro­
A, B, C, D fessionell sind die Teilnehmer? / Wie steht es um
–– Lohnt es sich, Deutsch zu lernen? A, B, D, (C) Völker­verständigung bei den Spielen? / Wie wichtig
–– Elektromobilität – ein Zukunftsmodell für Deutsch- sind Medaillenspiegel und Nationalhymnen? / Warum
land? A, B, D, (C) sind für viele Menschen die Medaillenspiegel so
–– Zivilcourage muss sein, aber wo sind die Grenzen? wichtig? / Welche Rolle spielt nationales Denken bei
A, B, C, D den Spielen? / …
–– Rauchverbot in Deutschland: A, B, C, D
Seite 111, Übung 10
–– Was ist deutsch an den Deutschen Schulen im Aus-
ohne Lösung
land?: A, B, C, D
–– Viele Deutsche wandern aus – Warum? A, B, C, (D) Seite 111, Übung 11
–– Atomausstieg in Deutschland, eine Alternative für „Fußball als gesellschaftliches Phänomen“:
Europa / unser Land? A, B, C, D –– Fotos von Fußballstars (= Idole); Interview­aus­
–– Was tun gegen den Klimawandel? A, B, C, D schnitte (Audio/Video) mit Fußballern (z. B. nach ge-
–– Kultursubventionen – ein Modell für unser Land? wonnenen/verlorenen Spielen)
A, B, C, D –– statistische Daten zu den wirtschaftlichen Aspekten
–– Die Arbeit des Goethe-Instituts in unserem Land: des Fußballs: Statistiken über Fußballergehälter,
B, D, (A, C) Transfersummen, Vereinsvermögen, In­vestitionen in
–– Macht und Bedeutung einer freien Presse: A, B, C, D Stadien, Arbeitsplätze rund um den Fußball, Wer-
–– Soziale Netzwerke und ihre gesellschaftliche bung/Werbeeinnahmen, Einnahmen durch Rechte
Bedeu­tung: A, B, C, D an Fernsehübertragungen u. Ä.
–– Verbraucherschutz in Deutschland: A, B, C, D –– Fotos oder Videoclips von Ausschreitungen in Fuß-
–– Das Bild der Deutschen im Ausland: A, B, C, D ballstadien und bei Polizeieinsätzen, Statistiken zu
den Kosten der Polizeieinsätze und der gesellschaft-
Seite 107, Übung 7
lichen Zusammensetzung der Zuschauer
a + b  ohne Lösung
–– konkrete Gegenstände wie Maskottchen, Plakate
Seite 109, Übung 8 mit Fußballstars, ein richtiger Fußball, die Web­seite
Welche Hindernisse/Schwierigkeiten gibt es? / Wer eines Fußballvereins u. Ä.
ist verantwortlich? / Was versteht man unter Klima-
„Die Olympischen Spiele – Idee und Wirklichkeit“:
wandel? / Wie entsteht der Klimawandel? / Was sagen
–– Fotos der Stadien (früher – heute), Fotos von Teil-
die Wissenschaftler?
nehmern (früher – heute), ein Foto von Pierre Baron
Mögliche weitere Fragen: Was macht Deutschland? /
de Coubertin (dem Gründer der modernen Olym-
Was geschieht in meinem Land? / Warum müssen wir
pischen Spiele), Fotos von olympischen Medail­len,
etwas machen? / Warum geht das Klima uns alle an? /
Auszüge aus der Olympischen Charta
Wer ist dafür/dagegen? Warum? / Welche Ursachen
–– Interviewausschnitte (Audios/Videos) mit Olympia­
kennen wir? / Wie sicher sind die Erkenntnisse? / Wie
teilnehmern/-siegern/-kritikern/-befürwortern,
kann ich selbst anfangen?
Repor­tagen über (historisch wichtige) Wettkämpfe
Seite 109, Übung 9 –– Audio mit einer olympischen Fanfare
Woher kommen die Olympischen Spiele? / Wer hat sie –– Statistiken über die Entwicklung der Kosten für die
wieder eingeführt? Warum? / Welche Idee steckt da- Olympischen Spiele seit dem Zweiten Weltkrieg,
hinter? / Wie wird diese Idee verwirklicht? / Wer ist für Statistiken über andere wirtschaftliche Aspekte der

28 Prüfungstraining  |  DSD Stufe 2  |  © Cornelsen Schulverlage GmbH Berlin. Alle Rechte vorbehalten.

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Lösungen

Olympischen Spiele (z. B. Einnahmen der Länder/ Seite 115, Übung 12


Städte durch Besucher, Verbesserungen der dorti­ Bei diesen Gliederungspunkten ist es sinnvoll, die
gen Infrastruktur), Medaillenspiegel der letzten Stichwörter auf mehrere Notizzettel zu verteilen:
Olympiade(n), Landkarte mit den Austragungsorten
5. Probleme bei den Spielen
der Olympischen Spiele seit dem Zweiten Weltkrieg
Zettel 1:
„Rauchverbot in Deutschland“:
Doping
–– Fotos von verqualmten Kneipen/Restaurants in
–– Methoden werden immer raffinierter (Folie mit
Deutschland vor dem Rauchverbot, Fotos von
Zeitungs­ausschnitt)
Rauchverbotsschildern, Wortlaut der Rauch­ver­bots­
–– jedes Jahr mehr Kontrollen nötig (Folie mit konkre­
verordnung aus einem Bundesland (z. B. Bayern, wo
ten Zahlen)
das Rauchverbot am strengsten ist)
–– internationale Kontrollinstitute nötig (Webseite der
–– Ausschnitte aus Interviews (Audio/Video) mit
Welt-Antidoping-Agentur)
Rauch­­verbotsbefürwortern und -gegnern, mit
Restau­rantbesitzern/Ärzten/Politikern etc. Zettel 2:
–– Fotos von Krebserkrankungen bei Rauchern, Fotos Kosten
von Hinweisen auf Gefahren des Rauchens auf –– Kosten immens; letzte Olympiade: …
Zigaret­tenpackungen (in Deutschland, im eigenen –– Alles muss immer größer und teurer sein (Kosten
Land) und Dauer der Eröffnungsveranstaltungen).
–– Statistiken über Krebserkrankungen bei Rauchern –– Der sportliche Sinn geht verloren.
und Passivrauchern (in Deutschland, im eigenen
Kommerzialisierung
Land)
–– Es geht meistens nur noch um Profit.
–– konkrete Gegenstände: eine Packung Zigaretten
–– lukrative Werbeverträge von Sportlern/Sportlerin­
aus Deutschland mit den o. g. Hinweisen oder ein
nen
Rauchverbotsschild mit deutscher Aufschrift
6. Bewertung der Beobachtungen
„Atomausstieg in Deutschland, eine Alternative für
unser Land?“: Zettel 1:
–– für den Einstieg in das Thema evtl. Videoaus­ Nach wie vor: großes Sportfest …
schnitte/Fotos vom Tsunami und der nach­folgen­ –– tolle Stimmung; Respekt vor den Leistungen der
den Atomkatastrophe in Fukushima, Japan (März Sportler (Belege: weltweite Zuschauerzahlen bei
2011), Video-/Audioausschnitt aus der Rede der Fernsehübertragungen und bei den Veranstal­
Bundeskanzlerin Merkel zum Atomausstieg, Fotos tungen)
von deutschen Atommeilern und Atomkraftwerken –– Bewunderung für viele Sportler (Videoausschnitt
im eigenen Land über Zuschauerreaktionen)
–– Statistiken/Landkarten zu Atomkraftwerken in –– Motivation für eigene Leistungen
Deutschland und im eigenen Land, Landkarten zu
Zettel 2:
Erdbebenhäufigkeit in Deutschland und im eigenen
leider auch:
Land, Statistiken zum gegenwärtigen Energiebe­
–– viele Verstöße gegen das Prinzip der Fairness: Wer
darf, zum künftigen Energiebedarf (Industrie/Privat­
dopt, betrügt die anderen (Zitat aus Interview).
haushalte), zu Energiesparmöglichkeiten (Industrie/
–– Kommerzialisierung: eher abschreckend
privat) oder zu Kosten des Atomausstiegs
–– Medaillensucht/Nationalhymnen (Foto: National­
–– Ausschnitte aus Interviews mit Gegnern/Befü­r­
flaggen vor einem Stadion)
wortern des Atomausstiegs, mit Fachleuten und mit
–– Vieles entspricht m. E. nicht dem Geist Olympias,
Leuten von der Straße, evtl. eigene Interviews mit
nicht der ursprünglichen Idee.
Passanten/Mitschülern/Lehrern im eigenen Land
zum Thema Atomausstieg in Deutschland bzw. im Zettel 3:
eigenen Land trotzdem:
–– Tausende von begeisterten und ehrlichen Sport­
lern / fairen Zuschauern (die Leistungen und nicht
nationale Zugehörigkeit feiern)

Prüfungstraining  |  DSD Stufe 2  |  © Cornelsen Schulverlage GmbH Berlin. Alle Rechte vorbehalten. 29

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Lösungen

–– faire Chance für gute Sportler


Schriftliche Kommunikation
–– wirtschaftliche Vorteile für die Länder mit Spielen
–– auch Völkerverständigung (unter Sportlern und Seite 134, Übung 1
Zuschau­ern) zu beobachten (Fotos von Zuschauern ohne Lösung
aus verschiedenen Ländern / Sportlern, die sich
Seite 136, Übung 2
helfen u. Ä.)
a Im Text:
Abschnitt 1:
–– „Seit 1985“: richtig
Phase 2: Powertraining –– „Rückgang ca. 6 %“: falsch; tatsächlich sind es ca.
10 %, nämlich von 66 kg auf ca. 60 kg (ein typischer
Leseverstehen Teil 1 Fehler bei Vergleichen von Prozentangaben).
–– „Schwerwiegende Auswirkungen“ (Zeile 3/4) und
Seite 117 – 119, Aufgaben 1– 5
„Entwicklungsländern“ (Zeile 4) sollten auch unter­
1: C / 2: H / 3: F / 4: A / 5: E
strichen werden.

Abschnitt 2:
Leseverstehen Teil 2
–– Das Fragezeichen neben dem Abschnitt zeigt, dass
Seite 119 – 121, Aufgaben 6 – 12 Carlos den Zusammenhang nicht genau verstanden
6: C / 7: B / 8: A / 9: A / 10: C / 11: A / 12: B hat (vgl. dazu Übung 3).
–– Unterstreichung „Internationale Spekulanten“
­(Zeile 7) ist sinnvoll.
Leseverstehen Teil 3
–– „Nahrungsmittelpreise“ (Zeile 8) und „in die Höhe“
Seite 121– 123, Aufgaben 13 – 17 (Zeile 8) sollten auch unterstrichen werden.
13: D / 14: A / 15: E / 16: G / 17: B
Abschnitt 3:
–– „Umweltschutz“ ist richtig; genauer wäre „Aus­
Leseverstehen Teil 4 wirkungen auf die Umwelt“ o. Ä.
–– Unterstreichungen im dritten Abschnitt (Zeile 9
Seite 124 – 127, Aufgaben 18 – 24
und 10) sind richtig, zusätzlich sollte aber unter­
18: C / 19: A / 20: B / 21: C / 22: A / 23: C / 24: B
strichen werden: „steigt der Bedarf an Futtermit­
teln“ (Zeile 11) und „weitere Flächen müssen“
­(Zeile 12) und „gerodet werden“ (Zeile 12).
Hörverstehen Teil 1
Abschnitt 4:
Seite 128/129, Aufgaben 1 – 8
–– Erste Unterstreichung ist sehr lang, besser be­
1: C / 2: A / 3: A / 4: C / 5: C / 6: B / 7: B / 8: C
schränken auf „Einsatz von Pestiziden“ und „Böden
und Gewässer vergiftet“, sonst besteht die Gefahr,
Hörverstehen Teil 2 dass die unterstrichene Formulierung wörtlich so in
die Zusammenfassung übernommen wird
Seite 130/131, Aufgaben 9 – 16
–– Weitere sinnvolle Unterstreichungen: „gefährden
Teil 2 A: 9: C / 10: B / 11: B / 12: A
die Umwelt“ (Zeile 13/14) und „Gesundheit der Be­
Teil 2 B: 13: D / 14: B / 15: F / 16: E
völkerung“ (Zeile 14), „Methan“ (Zeile 15) und „Treib­
hausgas“ (Zeile 15).
Hörverstehen Teil 3
Abschnitt 3 und 4:
Seite 132/133, Aufgaben 17-24 –– Der Pfeil von „ökologischen Gesichtspunkten“ zu
17: A / 18: C / 19: B / 20: C / 21: A / 22: B / 23: C / 24: C „massiven Einsatz von Pestiziden“ ist zwar richtig,
betrifft aber nur einen Aspekt. So werden die an­
deren Aspekte in der Zusammenfassung vielleicht
vergessen. Besser: Die verschiedenen Aspekte in
Abschnitt 3 und 4 am Rand neben den unter­

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Lösungen

strichenen Schlüsselwörtern markieren und num­ –– zusätzlich: Spekulation mit Nahrungsmitteln –


merieren: weite­rer Anstieg der Preise – Das verschärft die
Abschnitt 3: 1. Viehwirtschaft – große Flächen Situa­tion für die Armen.
Weide­land – Zerstörung der Regenwälder
Folgen für Umwelt und Gesundheit:
2. Bedarf an Futtermitteln – weitere Flächen
–– mehr Rinder – mehr Weideflächen – weitere Ab­
­gerodet
holzung/ Zerstörung des Urwalds
Abschnitt 4: 3. Einsatz von Pestiziden – Böden und
–– zusätzlich: mehr Ackerland für Futtermittel –
Gewässer vergiftet – gefährden die Umwelt – Ge­
­weite­re Abholzung/Zerstörung des Urwalds
sundheit der Bevölkerung
–– Einsatz von Pestiziden – Böden und Gewässer ver­
4. Verdauung der Rinder – große Mengen an
giftet – Gefährdung von Umwelt und Gesundheit
­Methan – Treibhausgas – Klimaer­wärmung
–– mehr Rinder – mehr Methan – Zunahme der Treib­
Abschnitt 5: hausgase – Beschleunigung der Klimaerwärmung
–– Unterstreichung „Bevölkerung“ ist nicht aus­
Wirtschaftliche Probleme und Umweltprobleme
reichend; dazu müssen unbedingt auch „in den
bis 2050:
Industrie­nationen“ und „Verringerung der
–– starker weltweiter Anstieg des Fleischkonsums bis
Nahrungs­mittelpreise“ unterstrichen werden.
2050 – Verschärfung des Problems
–– Weitere wichtige Unterstreichungen: „Ernährung
von Millionen hungernden Menschen“ (Zeile 18/19) Seite 138, Übung 4
und „sicherstellen“ (Zeile 19). a Zeile 2: Es fehlt eine Begründung, warum das
–– Es fehlen außerdem Unterstreichungen von „Beitrag ­Thema interessant ist, ein persönliches Beispiel
zur Erhaltung der Natur“ (Zeile 20) und „Gesundheit oder ein aktuelles Ereignis. Außerdem sollte in der
der Menschen“ (Zeile 20). Einleitung auch auf die nachfolgende Stellung­
nahme hingewiesen werden.
In Grafik 1:
Zeile 3: Die Beschreibung der Grafik („In der Gra­
–– Die Pfeile sind falsch. Sie sollten auf die Jahres­
fik …“) sollte mit einem neuen Absatz beginnen.
zahlen 1985 und 00/02/04 verweisen und/oder auf
Zeile 3: Nummer der Grafik und Quellenangabe
die entsprechenden Angaben in Kilogramm.
­fehlen.
In Grafik 2: Zeile 4: „seit Kurzem etwas geringer“ ist nicht rich­
–– Die beiden Pfeile sind falsch gesetzt: Eigentlich gibt tig, da diese Entwicklung schon 1985 begann und
es in allen Regionen zwischen 2000 und 2050 (!) immerhin 10 % weniger Fleischkonsum in Deutsch­
­einen Anstieg, aber der Anstieg wird in Südafrika land bedeutet.
und den Regionen im asiatischen Raum und in b Die Einleitung ist zu kurz und nichtssagend. Sie
­Mittel- und Südamerika wahrscheinlich besonders weckt nicht das Interesse oder die Neugier des
stark ausfallen. Die Pfeile müssten entsprechend auf Lesers / der Leserin. Sie enthält weder ein (persön­
den voraussichtlichen Anstieg in diesen Regionen liches) Beispiel, noch nimmt sie Bezug auf ein aktu­
verweisen. elles Ereignis, das mit dem Thema zu tun hat. Der
Kandidat macht auch nicht den Versuch, einen hi­
b Besprechen Sie Ihre weiteren Anmerkungen und
storischen Vergleich zu ziehen (z. B., dass er selbst
Unterstreichungen bitte mit Ihrem Lehrer / Ihrer
oder seine Eltern früher weniger/mehr Fleisch ge­
Lehrerin.
gessen hat/haben als heute o. Ä.), und er nutzt die
Seite 137, Übung 3 Einleitung auch nicht zu einer Definition des Be­
Wirtschaftliche Folgen des steigenden Fleisch­ griffs „Vegetarier“. Außerdem bereitet der Kandidat
konsums: in seiner Einleitung nicht auf seine spätere Stellung­
–– höherer Fleischkonsum – mehr Rinder – mehr nahme vor. Dass Carlos mit der Auswertung der
­Futter/Getreide – höhere Preise (für Getreide/ Grafik beginnt (und nicht mit der Textzusammen­
­Nahrungsmittel) – Arme können das nicht mehr fassung) ist zulässig.
bezah­len c Lösungsvorschlag: Wo ich wohne, hat vor Kurzem ein
Biomarkt aufgemacht, in dem es nur Natur­produkte
zu kaufen gibt. Dazu gehören viele Nahrungs­mittel

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Lösungen

wie Gemüse, Salate, Reis und Eier. Fleisch gibt es zwar vermieden werden; Alternative: „Verursachen einen
auch, aber die Auswahl ist klein, und wenn ich dort weiteren Preisanstieg“.
einkaufe, sehe ich niemanden, der Fleisch kauft. Ich Zeile 10/11: „Deswegen werden die Weiden immer
glaube, das zeigt, dass es auch bei uns immer mehr größer und die Tiere produzieren auch Methan“ ist
Menschen gibt, die sich Gedanken darüber machen, zwar beides richtig, aber die Auswirkungen auf die
wie viel Fleisch man essen soll. Viele Leute sind auch Umwelt und die Gesundheit werden insgesamt un-
richtige Vegetarier. In Deutschland ist diese Bewegung genau und unvollständig beschrieben, vgl. Lösung
zu gesunder und vegetarischer Nahrung aber schon zu Übung 3 zum Stichwort „Folgen für Umwelt und
viel älter als bei uns. Daraus ergibt sich für mich die Gesundheit“.
Frage, welche Vor- und Nachteile eine vegetarische Er- Zeile 12/13: „Das ist wie mit den Urwäldern, die ab-
nährungsweise hat. Damit möchte ich mich in meiner gebrannt werden. Da entsteht auch Gas.“ gehört
Stellung­nahme genauer befassen. nicht hierhin, da dieser Zusammenhang im Text
nicht beschrieben wird.
Seite 138/139, Übung 5
Zeile 16/17: „Das zeigt auch die Grafik“ ist falsch,
a B (vgl. dazu auch die folgende Anmerkung), C, D, E,
denn Grafik 2 (Quellenangabe fehlt bei Carlos) be-
F (vgl. auch Lösungen zu b)
zieht sich nur auf den Fleischkonsum, nicht auf die
Anmerkung zu Punkt B: Carlos hat die Auswertung
Folgen für die Umwelt.
der Grafiken und die Zusammen­fassung des Textes
Zeile 17/18: Die Formulierung „… essen die Men-
nicht nacheinander, sondern in einem fortlau-
schen … immer mehr Fleisch“ ist recht ungenau.
fenden Text formuliert. Das ist nicht ausdrücklich
Grafik 2 zeigt für die Zeit von 2000 bis 2050 einen
verboten, aber schwieriger als eine Darstellung in
voraussichtlichen Anstieg von ca. 15 %. Dass es sich
getrennten Texten. Häufig führt die Verbindung der
hierbei um eine Prognose für die Zukunft handelt,
Informationen auch dazu, dass wichtige Teile aus
wird bei Carlos nicht deutlich.
der Grafik / den Grafiken oder dem Text vergessen
c Lösungsvorschlag 1: Hinweis: In diesem Lösungs-
werden (vgl. Lösungen zu Übung 5b). Dass es si-
vorschlag werden alle Inhalte aus dem Artikel in der
cherer und einfacher ist, die Infos nacheinander zu
Kölner Morgenpost vollständig wiedergegeben und
beschrieben, zeigt Lösungsvorschlag 1 zu Übung
die beiden Grafiken ausführlich ausgewertet. In der
5c. Wie Elemente aus der Grafik / den Grafiken und
Prüfung wird das nicht erwartet und ist aus Zeit-
dem Text miteinander verknüpft werden können,
gründen in der Regel auch nicht zu leisten. Sie kön-
zeigt Lösungsvorschlag 2.
nen die volle Punktzahl aber auch dann erreichen,
b Zeile 1: Bei „Grafik“ fehlen Nummer und Quelle.
wenn Sie nicht alle relevanten Inhalte wiedergeben.
Zeile 1/2: Die Formulierung „seit Kurzem“ ist falsch,
Inhalte, die Sie zum Beispiel weglassen könnten,
denn diese Entwicklung begann schon 1985.
sind in Klammern gesetzt:
Zeile 2: „In anderen Ländern“ ist ungenau; hier
Wie aus dem Artikel „Vegetarier aus Solidarität“ von
sollten die Regionen genau benannt werden (vgl.
Ingrid Kölle, der am 05. 01. 2013 in der Kölner Morgen-
Grafik 2).
post veröffentlicht wurde, hervorgeht, ist der weltweite
Zeile 2: „steigt er stark an“ ist ungenau. Der Anstieg
Fleischkonsum seit dem Zweiten Weltkrieg stark ange-
sollte in Prozent- oder in Kilogramm-Angaben be-
stiegen.
schrieben werden.
Diese Entwicklung ist dramatisch, da sie sich weltweit
Zeile 3/4: „Da wird die Hälfte des Getreides herge-
auf die Wirtschaft auswirkt. Der höhere Fleischkonsum
stellt, das die Menschen zum Essen brauchen“ ist
kann natürlich nur durch mehr Tiere, insbesondere
falsch, vgl. Lösung zu Übung 3: „Wirtschaftliche
durch mehr Rinder, gedeckt werden. Diese zusätz-
Proble­me“.
lichen Tiere benötigen mehr Futter bzw. Getreide und
Zeile 6: „Natürlich gibt es auch Leute“ ist ungenau;
das führt dazu, dass die Preise für Getreide weltweit
denn hier handelt es sich um professionelle Aktien-
steigen. Getreide ist aber die Grundlage für Nahrungs-
händler, die durch Spekulationen versuchen, hohe
mittel gerade in ärmeren Regionen der Welt, sodass
Gewinne zu erzielen.
dort die Lebensmittelpreise steigen und für die Armen
Zeile 7: „Die treiben die Preise noch weiter hoch“ ist
fast unbezahlbar werden. (Hinzu kommt, dass Speku-
eine wörtliche Übernahme aus dem Text und sollte
lanten mit ihren Aktionen die Lebensmittelpreise wei-
ter in die Höhe treiben.)

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Lösungen

In dem Artikel aus der Kölner Morgenpost werden Wie aus dem Artikel „Vegetarier aus Solidarität“ von
auch die Folgen für die Umwelt (und Gesundheit) be- Ingrid Kölle, der am 05. 01. 2013 in der Kölner Morgen-
schrieben. Da mehr Rinder mehr Weidefläche benöti- post veröffentlicht wurde, hervorgeht, ist der weltweite
gen, wird der Regenwald weiter abgeholzt. Dazu trägt Fleischkonsum seit dem Zweiten Weltkrieg stark ange-
auch der Bedarf an anderen Futtermitteln bei. Für die stiegen. Dies lässt sich auch statistisch belegen. Wie
Futtermittel wird Ackerland benötigt, das ebenfalls Grafik 1 der statista-GmbH zeigt, gab es in Deutsch-
durch Zerstörung des Urwalds gewonnen wird. Hinzu land zwar seit Mitte der 80er Jahre einen leichten
kommt, dass die wachsende Anzahl von Rindern zu Rückgang um ca. 10 %, aber insgesamt stieg der
einem Anstieg der Treibhausgase führt. Rinder produ- Fleischkonsum in Nordamerika und in Europa bis
zieren bei der Verdauung nämlich Methan und das ist ­heute auf über 80 kg pro Person und Jahr an und er
ein Treibhausgas. Durch die Tiere und ihre Abgase wird weiter steigen. Bis zum Jahre 2050 soll er laut
wird also auch die Klimaerwärmung beschleunigt. dem Berlin-Institut auf fast 90 kg pro Person und Jahr
(Gleichzeitig wird auch die Gesundheit der Menschen anwachsen.
in den betroffenen Ländern gefährdet. Da immer mehr Wie Grafik 2 des Berlin-Instituts für Bevölkerung und
Futtermittel für die Tiere benötigt werden, kommen Entwicklung zeigt, hat der Fleischkonsum in Asien und
bei deren Anbau auch immer mehr Pestizide zum Ein- in Mittel- und Südamerika noch stärker zugenommen
satz. Dadurch werden Flüsse und Seen und das Grund- und es wird erwartet, dass er bis 2050 weiter ansteigt.
wasser verseucht. Diese Verschmutzung gefährdet die So rechnet man nach den Zahlen des Berlin-Instituts
Gesundheit der Bevölkerung.) mit einem Fleischkonsum von über 70 kg in Mittel-
Die Aussagen aus dem Artikel in der Kölner Morgen- und Südamerika im Jahre 2050 und über 50 kg im
post werden durch statistische Untersuchungen be- asiati­schen Raum. In Asien entspricht das fast einer
legt: Wie Grafik 1 der statista-GmbH zeigt, gab es in Verdoppelung innerhalb von 50 Jahren.
Deutschland zwar seit Mitte der 80er Jahre einen Diese Entwicklung ist dramatisch, da sie sich weltweit
leichten Rückgang um ca. 10 %, aber insgesamt stieg auf die Wirtschaft auswirkt. Der höhere Fleischkonsum
der Fleischkonsum in Nordamerika und in Europa bis kann natürlich nur durch mehr Tiere, insbesondere
heute auf über 80 kg pro Person und Jahr an und er durch mehr Rinder, gedeckt werden. Wie Ingrid Kölle in
wird weiter steigen. Bis zum Jahre 2050 soll er laut ihrem Artikel in der Kölner Morgenpost erläutert, be-
dem Berlin-Institut auf fast 90 kg pro Person und Jahr nötigen die zusätzlichen Tiere mehr Futter bzw. Ge­
anwachsen. treide und das führt dazu, dass die Preise für Getreide
Wie Grafik 2 des Berlin-Instituts für Bevölkerung und weltweit steigen. Getreide ist aber die Grundlage für
Entwicklung zeigt, hat der Fleischkonsum in Asien und Nahrungsmittel gerade in ärmeren Regionen der Welt,
in Mittel- und Südamerika noch stärker zugenommen sodass dort die Lebensmittelpreise steigen und für die
und es wird erwartet, dass er bis 2050 weiter ansteigt. Armen fast unbezahlbar werden. (Hinzu kommt, dass
So rechnet man nach den Zahlen des Berlin-Instituts Spekulanten mit ihren Aktionen die Lebensmittelpreise
mit einem Fleischkonsum von über 70 kg in Mittel- weiter in die Höhe treiben.)
und Südamerika im Jahre 2050 und über 50 kg im In dem Artikel aus der Kölner Morgenpost werden
asiati­schen Raum. In Asien entspricht das fast einer auch die Folgen für die Umwelt (und Gesundheit) be-
Verdoppelung innerhalb von 50 Jahren. schrieben. Da mehr Rinder mehr Weidefläche benöti-
Zusammenfassend kann man sagen, dass der wach- gen, wird der Regenwald weiter abgeholzt. Dazu trägt
sende Fleischkonsum weltweit die Situation armer auch der Bedarf an anderen Futtermitteln bei. Für die
Bevöl­kerungsschichten erheblich verschlechtert und Futtermittel wird Ackerland benötigt, das ebenfalls
gleichzeitig Umwelt und Gesundheit stark belastet. durch Zerstörung des Urwalds gewonnen wird. Hinzu
kommt, dass die wachsende Anzahl von Rindern zu
Lösungsvorschlag 2: Hinweis: Die Informationen
einem Anstieg der Treibhausgase führt. Rinder produ-
aus dem Text und den Grafiken können – wie bei
zieren bei der Verdauung nämlich Methan und das ist
Carlos – auch in einem gemeinsamen Text ausge­
ein Treibhausgas. Durch die Tiere und ihre Abgase
wertet und zusammengefasst werden (vgl. dazu
wird also auch die Klimaerwärmung beschleunigt.
Basis­training S. 74 unten). Auch hier gilt, dass nicht
(Gleichzeitig wird auch die Gesundheit der Menschen
alle Inhalte aus dem Text vollständig wiederge­
in den betroffenen Ländern gefährdet. Da immer mehr
geben werden müssen.
Futtermittel für die Tiere nötigt werden, kommen bei

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Lösungen

deren Anbau auch immer mehr Pestizide zum Einsatz. geht dieser Aspekt über die Vorgaben in der Aufga­
Dadurch werden Flüsse und Seen und das Grundwas- be hinaus. Um Zeitprobleme zu vermeiden, müsste
ser verseucht. Diese Verschmutzung gefährdet die Ge- Fernando deswegen auf andere Aspekte verzichten
sundheit der Bevölkerung.) (vgl. Lösung zu Übung 9).
Zusammenfassend kann man sagen, dass der wach- c – e ohne Lösung
sende Fleischkonsum weltweit die Situation armer
Seite 143, Übung 7
Bevöl­kerungsschichten erheblich verschlechtert und
a ohne Lösung
gleichzeitig die Umwelt (und die Gesundheit der
b Er sagt nichts zu den „Frauenzeitschriften“,
­Menschen) stark belastet.
„Wellness­hotels“ sowie zu den „Unterschieden
Übung 6, Seite 139/140 von Kontinent zu Kontinent“.
Im argumentativen Teil der Stellungnahme c – e ohne Lösung
A: ja
Seite 143, Übung 8
E: nur zum Teil
D
Der Schlussteil
E: ja Seite 144, Übung 9
Fernandos Notizen zeigen, dass er viel zu diesem The­
Übung 7 und 8, Seite 140
ma weiß, aber er hat sich zu viel vorgenommen. Sechs
ohne Lösung: besprechen Sie Ihre Stoffsammlung, die
Aspekte und die Einleitung sind in fünf Minuten nicht
Gliederung und die Stellungnahme sowie den aus­
zu machen. Außerdem hat er einen wichtigen Punkt
formulierten Aufsatz mit Ihrem Lehrer / Ihrer Lehrerin.
(„Schönheitsideal“) so weit nach hinten gestellt, dass
die Gefahr besteht, dass er diesen Punkt nicht mehr
ansprechen kann.Tatsächlich wird er nach ca. vier
Mündliche Kommunikation Teil 1
Minu­ten aus diesem Grund vom Prüfer unterbrochen.
Seite 141, Übung 1
Seite 145, Übung 10
C, D, F
Lösungsvorschlag:
Seite 141, Übung 2 1. in der Einleitung: Schönheitsideal, 2. Beruf,
Thema: „Aussehen und Schönheit“ 3. Werbung 4. Wirtschaft.
Begründung: Bei dieser Reihenfolge beginnt man mit
Seite 142, Übung 3
einem historischen Einstieg (Wandel des Schönheits­
a A, C, E, F, G
ideals) und kann dann überleiten zu der Bedeutung
b Fernandos Einleitung ist gut, denn sie ist kurz,
von Schönheit in unserer Gesellschaft. Diese zeigt sich
sprachlich und inhaltlich geschickt und weckt das
zum Beispiel im Beruf (Chancen bei Bewerbungen und
Interesse der Zuhörer/Prüfer.
in bestimmten Berufen). Im Anschluss kann man die
Seite 142, Übung 4 Frage stellen, woher diese Betonung der Schönheit
Er spricht den Aspekt „Beruf“ an. kommt, und dann über den Einfluss der Werbung auf
das Schönheitsideal in unserer Zeit sprechen. Von der
Seite 142, Übung 5
Werbung lässt sich leicht zur Wirtschaft überleiten, die
a – d ohne Lösung
ja eng miteinander verknüpft sind. Werbung kurbelt
Seite 142/143, Übung 6 den Konsum an und schafft Arbeitsplätze. Wenn wirk­
a Fernando spricht den Aspekt „Werbung“ an. Er lich noch Zeit ist, kann man sich zum Abschluss noch
äußert sich dazu, wie die Werbung die Vorstellung kritisch zu den Themen „Kosmetikindustrie“, „gesunde
von Schönheit in der Gesellschaft beeinflusst. Nahrung“, „Wellness“ etc. äußern und/oder über Schön­
b Lösungsvorschlag: Das ist im Prinzip eine sinnvolle heitsoperationen und die damit verbundenen Risiken
Ent­scheidung, weil die kommerzielle Werbung in sprechen.
unse­rer Konsumgesellschaft tatsächlich großen Hinweis: Wenn möglich, sollten Sie Ihren Kurzvortrag
Einfluss auf die Vorstellungen der Menschen hat. jemandem vortragen, der gut Deutsch spricht und Sie
Werbung ist alltäglich und es gibt viele gute und auf Fehler aufmerksam m ­ achen kann.
interes­sante Beispiele aus diesem Bereich zum
Thema „Schönheit und Aussehen“. Andererseits

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Lösungen

Seite 145, Übung 11


Mündliche Kommunikation Teil 2
Der Prüfer spricht den Aspekt „Schönheitsideal“ an.
Fernando hat diese Fragen selbst provoziert, weil er Seite 148, Übung 1
gesagt hat, dass das Schönheitsideal früher wahr­ Megastädte, ihre Probleme, Herausforderungen und
scheinlich ein anderes war. Das war dem Prüfer nicht Chancen
genug. Er erwartet wahrscheinlich genauere Informa­
Seite 148, Übung 2
tio­nen zu der Entwicklung des Schönheitsideals in der
A, (B), (C), D
Geschichte und/oder zu den bestehenden unter­
Begründung: A trifft zu, weil die Probleme der Mega­
schiedlichen Schönheitsidealen in verschiedenen
städte offensichtlich sind und Ausführungen zu sozia­
Kultu­ren. Das entspricht auch dem, was Fernando sich
len und ökologischen Problemen möglich machen, die
eigentlich vorgenommen, aber im Referat nicht ge­
auch unterschiedliche Perspektiven zulassen.
leistet hat.
B ist auf den ersten Blick nicht erkennbar, da es in
Seite 145, Übung 12
Deutschland keine typischen Megastädte gibt, auf die
a – d ohne Lösung
all die Probleme zutreffen, die für Megastädte in an­
Seite 146, Übung 13 deren Regionen der Welt typisch sind. Es gibt aber eine
a Der Prüfer kommt auf den Aspekt „Ästhetik“ zu Region in Deutschland (Rhein-Ruhr), in der ebenfalls
sprechen, weil der zu den vorgegebenen Aspekten 11 Millionen Menschen auf einem relativ kleinen Ge­
auf dem Aufgabenblatt gehört, von Fernando in biet angesiedelt sind. Ein genauer Vergleich könnte
seinem Kurzvortrag aber nicht angesprochen eventuell zu Lösungsmodellen oder Vorbildern für
wurde. ähnliche städtische Großräume in anderen Gebieten
b – e ohne Lösung der Welt führen.

Seite 146, Übung 14 C Ein interkultureller Vergleich ist wahrscheinlich sehr


a ohne Lösung schwierig, da die historischen, sozialen und ökologi­
b Die Rückfrage ist berechtigt, weil nicht ganz klar ist, schen Probleme zwischen deutschen Städten und
ob sich der Prüfer auf die Reaktion von Männern auf Mega­städten in anderen Regionen der Welt sehr groß
Schönheitswettbewerbe und deren Kriterien be­ sind und ihre Behandlung über den Rahmen dieses
zieht oder ob er etwas über das Verhältnis von Aus­ Refe­rates hinaus­ginge.
sehen und Intelligenz bei Männern wissen will. –
D trifft zu: Je nach Einstellung können die Probleme
Letzteres ist zwar wahrscheinlich, aber durch die
solcher Städte oder die (innovativen) Möglichkeiten in
Rückfrage gewinnt Fernando auch etwas Zeit. Und
der Vordergrund gestellt und begründet werden.
das ist auf alle Fälle in Ordnung.
Seite 148, Übung 3
Seite 146/147, Übung 15
a + b Megastädte, Einwohner, Urbanität
a – d ohne Lösung
Seite 149, Übung 4
Seite 147, Übung 16
A, (B), (C), E,
Lösungsvorschlag: A, B, F
Begründung: Die Antwort ist ehrlich, weil Fernando zu­ Seite 149, Übung 5
gibt, dass auch für ihn das Äußere (zumindest bei einer Hinweis zum folgenden Lösungsvorschlag: Diese Ein­
Frau) recht wichtig ist. Die Antwort ist geschickt, weil leitung enthält alle Punkte, die in Übung 4 vorgegeben
er durch eingeschobene Laute (Uiii, Hmm, Na ja) etwas sind. Sie sind unterstrichen. Die Einleitung ist in die­
Zeit gewinnt und durch passende Formulierungen sem Wortlaut für ein Referat von 4 bis 5 Minuten zu
(z. B. Sie muss perfekt sein, gut aussehen, intelligent sein, lang. Eine deutlich kürzere, sprachlich und inhaltlich
charmant und – na ja, einfach eine Traumfrau.) auch ge­lungene Einleitung finden Sie in Übung 7.
sprachliches Geschick zeigt. Sein Lachen macht deut­
Lösungsvorschlag: In meinem Referat werde ich über
lich, dass er relativ entspannt ist. Die Antwort ist leicht
Megastädte, ihre Probleme, Herausforderungen und
ironisch, weil er durch seinen Tonfall, aber auch durch
Chancen sprechen. Weil Istanbul auch eine Megastadt
die überzogenen Erwartungen zum Ausdruck bringt,
ist und ich hier lebe, habe ich mich in der Schule an
dass er selbst nicht so recht an diese Traumfrau glaubt.
einem Projekt über Urbanität beteiligt. In diesem

Prüfungstraining  |  DSD Stufe 2  |  © Cornelsen Schulverlage GmbH Berlin. Alle Rechte vorbehalten. 35

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Lösungen

Projekt haben wir uns mit den Problemen von Mega­ Seite 152, Übung 10
städten am Beispiel von Istanbul beschäftigt. Wir a A
haben die Herausforderungen untersucht, die mit b ohne Lösung
dieser Entwicklung verbunden sind, und mögliche
Seite 152, Übung 11
Maßnahmen zur Verbesserung der Lebensqualität
Lösungsvorschlag: Die Megastädte wachsen so schnell,
diskutiert.
weil die Leute auf dem Lande keine Arbeit haben und
Im Einzelnen möchte ich darüber berichten, welche darauf hoffen, in der Stadt einen Arbeitsplatz zu
Ursachen diese Entwicklung hat und zu welchen finden. Viele Menschen gehen auch in die Städte, da
Proble­men sie führt. Außerdem möchte ich mögliche die Arbeit auf dem Land oft hart ist, schlecht bezahlt
Maßnahmen aufzeigen und die Wirksamkeit dieser wird und sie keine Perspektive für das Leben haben.
Maßnahmen kurz besprechen. Dazu gehören auch die Sie glauben, dass sie in der Stadt mehr Geld verdienen
Schwierigkeiten und Herausforderungen bei der können und dass das Leben dort besser für sie ist. Eine
Umset­zung und Finanzierung solcher Maß­nahmen, große Rolle spielt dabei, dass die medizinische Ver­
sowie die unterschiedlichen Interessen verschiedener sorgung in den Städten meist besser ist als auf dem
Gruppen der Bevölkerung und manchmal auch kultu­ Lande und dass es mehr Schulen und Bildungsan­
relle Hindernisse. In meinem Referat werde ich auch gebote für Kinder und Jugendliche gibt. Für manche
eini­ge Parallelen zu anderen Mega­städten aufzeigen Menschen mag es auch wichtig sein, dass es in den
und auf Parallelen und Unterschiede zu Städten in Großstädten mehr Freizeitangebote und Vergnügungs­
Deutschland eingehen. möglichkeiten gibt als auf dem Land.

Seite 149, Übung 6 Seite 153, Übung 12


ohne Lösung a (giftige) Abfälle und daraus resultierende gesund­
heitlichen Gefahren / Bedrohung der natürlichen
Seite 150, Übung 7
Ökosysteme und daraus resultierende Gefährdung
a C ist am besten, weil die Wahl des Themas begrün­
der Lebensgrundlage und Lebensqualität / extreme
det wird und weil gesagt wird, was in dem Referat
Unterschiede zwischen Arm und Reich
gezeigt werden soll. Außerdem werden die Inhalte
b ohne Lösung
des Unterrichtsprojekts kurz beschrieben und die
„Botschaft“ formuliert. Das Beispiel Istanbul mit Seite 153, Übung 13
seinen täglichen Problemen, die sicher auch den (A), B, C, E
Prüfern bekannt sind, dürfte deren Interesse und
Seite 154, Übung 14
Neugier wecken.
Zeile 2: Zum Beispiel wird … – Beispiel
b B ist am schlechtesten: Die gesamte Einleitung ist
Zeile 3 – 5: Die Armen haben … – Grund
sehr persönlich. Die gebotene Sachlichkeit fehlt. Die
Zeile 5/6: Wir brauchen deswegen … – Folgerung
Einleitung erweckt den Eindruck, dass der Schüler /
Zeile 6/7: Wir müssen auch … – Folgerung
die Schülerin in erlebnishafter Form über ihr Unter­
richtsprojekt erzählen will. Es fehlen fast alle Sach­ Seite 154, Übung 15
informationen, die in eine Einleitung gehören. Hinweis: Die eingefügten Sätze sind unterstrichen.

Seite 150, Übung 8 Wenn man sich diese Probleme anschaut, dann ver­
a A, B, D steht man: Die Herausforderungen für die Stadtplaner
b ohne Lösung in Megastädten sind riesig.

Seite 151, Übung 9 Sie müssen für die Massen der Menschen Arbeitsplätze
Sinnvoll ist B: Da sich die Probleme der Megastädte aus und ausreichend Wohnraum schaffen. Und die
ihrem enormen Wachstum ergeben, ist es sinnvoll, zu­ Menschen brauchen natürlich auch gute sanitäre Be­
erst zu erklären, warum die Städte so schnell wachsen, dingungen, um die Ausbreitung von Krankheiten zu
und danach die Probleme zu beschreiben, die sich da­ verhindern.
raus ergeben.
Es muss auch eine gute medizinische Versorgung
geben. Die muss billig sein. In den Megastädten gibt
es auch heute schon sehr gute Krankenhäuser und

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Lösungen

Ärzte. Aber die sind nur für die Reichen da. Die Armen 5. Abschnitt: Die Regierungen in den betroffenen
können sich das nicht leisten. Ländern müssen mutiger sein und die interna­
tionalen Konzerne per Gesetz zwingen, höhere
Außerdem brauchen die Städte gute öffentliche Ver­
Löhne zu zahlen.
kehrsmittel und ausreichend Schulen. Gute Bildung ist
b Lösungsvorschlag: Göknils Lösungsvorschlag klingt
eine wesentliche Voraussetzung für die Entwicklung
gut, scheint aber ziemlich unrealistisch zu sein;
jedes Staates und seiner Bevölkerung. Ich finde, das
trotzdem ist er sinnvoll innerhalb des Referats, weil
sollte alles kostenlos sein. (Die Armen können sich das
sich dahinter eine eigen Idee verbirgt.
sonst nicht leisten.) Ich denke, dass wir auch viele Frei­
zeitparks und ausreichend große Parks brauchen, also Seite 156, Übung 18
viel Grün für die Menschen. Wir brauchen viel frische Lösungsvorschlag: Göknil glaubt an die Zukunft von
Luft. Die verschmutzte Luft und der Lärm machen alle Megastädten, vorausgesetzt, dass die Probleme gelöst
krank. Und der Lärm muss natürlich auch weniger werden, unter denen die Megastädte derzeit leiden.
werden. Deswegen müssen die Autos aus den Städten Insbesondere muss für eine saubere Umwelt gesorgt
verschwinden. werden. Für sie ist auch sehr wichtig, dass es gute Ver­
kehrssysteme gibt, die kostenlos sind, damit die Zahl
Das sind große Herausforderungen für die Stadtplaner.
der Autos verringert wird und damit auch die Umwelt­
Wenn das nicht gelingt, dann gibt es sehr schnell rie­
verschmutzung. Außerdem möchte sie viele Grün­
sige Probleme. Die kann man heute schon in vielen
flächen und vielleicht sogar Elektroautos.
Megastädten sehen. Dort müssen die Menschen unter
sehr schlechten Bedingungen leben. Übung 19
Hinweis: Zeilenangaben beziehen sich auf den Text im
Seite 155, Übung 16
Lösungsheft auf Seite 9 und 10.
a B, D, E, F, G, H
a Seite 9, Zeile 14: Diese Grafik … – Göknil zeigt eine
b Schlussfolgerungen: Zeile 3/4: Viele Megastädte
Grafik auf mit Zahlen zu Megastädten
sind deswegen … / Zeile 5: Das fördert die Chancen
Seite 10, Zeile 47: Das kann man auf diesem Foto hier
… / Zeile 6: Und die Leute können …
gut sehen. – Göknil zeigt ein Foto einer überfüllten
c A  2  medizinische Versorgung / B  1  Bildungs­
Straße in einer Megastadt.
angebote für junge Menschen / C   /  Bedeutung
b Seite 9, Zeile 23: … die Stadt ist voll mit Autos … –
des Individualverkehrs / D   /  Angebot an Arbeits­
Göknil könnte ein Foto von überfüllten Straßen
plätzen / E  3  öffentliche Verkehrsmittel
zeigen.
Seite 156, Übung 17 Seite 9, Zeile 30: Oft wird der Müll einfach irgendwo
a 1. Abschnitt: Bei der Lösung der Probleme in Me­ abgeladen … – Göknil könnte ein Foto einer wilden
gastädten muss/soll die internationale Gemein­ Mülldeponie zeigen.
schaft helfen. Die Globalisierung kann dabei Seite 9, Zeile 65/66: Hier gibt es große Banken. –
helfen. Göknil könnte das Finanzzentrum einer Metropole
2. Abschnitt: Internationale Konzerne könnten mit großen Bankhochhäusern zeigen.
Arbeits­plätze schaffen und ihre Angestellten Seite 9, Zeile 77/78: Dann gibt es natürlich auch die
besser bezahlen, als das im Land üblich ist, denn Universitäten. – Göknil könnte das Foto einer be­
sie haben ja immer noch niedrigere Kosten als in rühmten Universität zeigen.
den reichen Ländern. Seite 9, Zeile 80: … die besten Krankenhäuser –
3. Abschnitt: Dadurch würden die Menschen mehr Göknil könnte das Foto eines modernen Kranken­
verdienen und könnten auch mehr kaufen. Das hauses zeigen.
ist auch im Sinne der Konzerne, weil sie dann Seite 9, Zeile 84: … zum Beispiel ein Schnellbahnnetz
mehr verkaufen können. … – Göknil könnte den Plan des Schnellbahnnetzes
4. Abschnitt: Die Regierungen müssten die Kon­ von Istanbul zeigen.
zerne per Gesetz zwingen, höhere Löhne zu be­
Seite 157, Übung 20
zahlen. Das würde wahrscheinlich dazu führen,
Der Prüfer will wissen, warum Göknil das Thema ge­
dass auch andere Firmen ihre Löhne erhöhen
wählt hat. Die Begründung in Göknils Einleitung war
müssten.
für ihn wahrscheinlich nicht ausreichend.

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Lösungen

Seite 157, Übung 21 Stadtteile nennen, in denen solche Projekte


a Göknil möchte sagen, dass sie sich aus ganz persön­ exis­tieren, vielleicht auch Namen von Architekten,
lichen Gründen, die mit ihren Großeltern zu tun sagen können, was an diesen Projekten gut ist und
haben, für das Thema entschieden hat und dass sie warum.
ihre Stadt liebt und möchte, dass sie – trotz der In ihrer letzten Antwort sollte Göknil nach der Be­
Probleme und der Veränderungen – eine schöne schreibung der Probleme mit den öffentlichen Ver­
Stadt bleibt. kehrsmitteln auf Lösungen und Maßnahmen zu
b Offensichtlich ist Göknil nicht auf diese Frage vor­ sprechen kommen, mit denen in diesem Bereich
bereitet. Deswegen reagiert sie nervös und mit un­ etwas verbessert werden könnte, z. B auf Werbe­
klaren Antworten. Ihre inhaltliche Unsicherheit maßnahmen für die Nutzung der öffentlichen Ver­
wirkt sich auch auf die Sprachrichtigkeit aus und sie kehrsmittel und auf einen weiteren Ausbau des
macht relativ viele sprachliche Fehler. Das ist Schnellbahnnetzes.
schade, weil es am Ende dieses Prüfungsteils
Seite 159, Übung 24
passiert und bei den Prüfern möglicherweise einen
a Der Prüfer möchte Göknil zu einem Vergleich zwi­
negativen Eindruck hinterlässt.
schen Istanbul und dem Rhein-Ruhr-Gebiet an­
Seite 157, Übung 22 regen und damit einen Bezug zu Deutschland her­
Hinweis: Die eingefügten Sätze sind unterstrichen. stellen.
Das Thema ist wichtig für mich, weil Istanbul auch eine b Göknils Antworten sind vage. Offensichtlich ist sie
Megastadt ist und weil ich persönlich betroffen bin. nicht besonders gut über das Rhein-Ruhr-Gebiet
Meine Großeltern sind vor vielen Jahren vom Land infor­miert. Sie weiß eigentlich nur, wie viele
hierher umgezogen. Und sie hatten Glück. Sie haben Menschen dort wohnen und dass diese Region aus
mir schon oft erzählt, wie sie es geschafft haben. Sie vielen einzelnen Städten besteht. Da sie so wenig
haben ein eigenes Schuhgeschäft gegründet. Und sie über das Rhein-Ruhr-Gebiet weiß, hätte sie besser
hatten Erfolg. Aber heute ist das nicht mehr so leicht. darauf verzichtet, schon in ihrer Einleitung auf diese
Die Konkurrenz ist groß, weil es viele billige Super­ Region hinzuweisen.
märkte mit günstigen Angeboten gibt. Da ist es viel
Seite 159, Übung 25
schwerer, Geld zu verdienen.
a Dahinter steckt vermutlich die Erwartung, dass Gö­
Außerdem will ich, dass Istanbul eine schöne Stadt
knil einen interkulturellen Vergleich zwischen Ham­
bleibt. Ich finde Istanbul wunderschön. Ich möchte
burg und Istanbul zieht.
nicht, dass die Luft in unserer Stadt weiter durch die
b Zu Recht versucht Göknil, Zeit zu gewinnen, und
Abgase der Autos verschmutzt wird. Und das histo­
beschränkt sich in ihrer ersten Antwort nur auf eine
rische Stadtbild sollte nicht durch hässliche moderne
knappe Zeitangabe. Auch die Rückfrage Wie meinen
Bürogebäude und Hochhäuser zerstört werden. Wir
Sie das? Können Sie das … ist sehr sinnvoll und ver­
haben wirklich schöne Moscheen und eine lange Ge­
schafft ihr etwas Zeit. Wahrscheinlich weiß sie wirk­
schichte. Dieses Erbe müssen wir erhalten.
lich nicht, was der Prüfer in diesem Moment von ihr
Seite 158, Übung 23 erwartet. Das macht sie also ganz geschickt.
a Der Prüfer möchte herausfinden, ob Göknil ganz Ihre Aussage Ich finde, das kann man nicht ver­
konkrete Beispiele für Maßnahmen kennt, die in gleichen ist gut und richtig. Ein interkultureller Ver­
Istanbul ergriffen werden, um die Probleme einer gleich zwischen den beiden Städten ist aufgrund
Megastadt zu lösen. Er möchte, dass Göknil diese der geschichtlichen und kulturellen Unterschiede
Maßnahmen namentlich benennt und möglichst nicht sinnvoll und es besteht die große Gefahr, dass
genau beschreibt. Und natürlich wüsste er gerne, hier Vorurteile und Stereotypen aufgezählt werden:
was sie von diesen Maßnahmen hält und wie sie Die sauberen und pünktlichen Deutschen; …
ihre Meinung begründet.
b Göknil weicht aus, weil sie die konkreten Beispiele
nicht genau kennt und benennen kann. Sie ist über
Einzelheiten nicht gut informiert und bleibt unge­
nau („viele Architekturprojekte – neue Projekte –
auch sind alte Häuser renoviert …“). Sie müsste

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Lösungen

Phase 3: Abschlusstraining 18 Jahren machen kann, gibt es in Deutschland seit


ein paar Jahren eine interessante neue Regelung.

Leseverstehen Teil 1 Wie Ingo Rutz im Nürnberger Tagblatt vom 25. 01. 2015


berichtet, können junge Leute in Deutschland seit
Seite 161–163, Aufgaben 1– 5
2011 den Führerschein schon mit 17 Jahren machen.
1: E; 2: G; 3: D; 4: A; 5: I
Es ist allerdings noch kein „richtiger“ Führerschein. Wie
der Autor erklärt, dürfen Siebzehnjährige zwar schon
Leseverstehen Teil 2 Auto fahren, aber nur in Begleitung eines erfahrenen
Fahrers. Der muss mindestens 30 Jahre alt sein und
Seite 164 –165, Aufgaben 6 –12
den Führerschein schon fünf Jahre haben.
6: C; 7: A; 8: A; 9: B; 10: B; 11: C; 12: A
Nach Meinung des Autors ist das begleitete Fahren
­eine zusätzliche Lernphase, in der sich ein junger
Leseverstehen Teil 3
­Fahrer von seinem Begleiter helfen und beraten lassen
Seite 166 –167, Aufgaben 13 –17 kann und in der er zu einem selbständigen und er­
13: B; 14: A; 15: E; 16: G; 17: C fahrenen Verkehrsteilnehmer wird.

Obwohl sich diese Regelung inzwischen bewährt hat


Leseverstehen Teil 4 und die Zahl der Unfälle nach Angaben des Autors
zurück­gegangen ist, ergab eine Umfrage unter den
Seite 168 –171, Aufgaben 18 – 24
­Lesern des Nürnberger Tageblatts (vgl. Grafik 1), dass
18: C; 19: A; 20: B; 21: B; 22: C; 23: A; 24: C
79 Prozent aller Leser gegen den Führerschein mit
17 Jahren sind. Sie glauben, dass junge Fahrer ein
Sicher­heitsrisiko im Straßenverkehr darstellen.
Hörverstehen Teil 1
Grafik 2 belegt aber, dass Verkehrsteilnehmer, die
Seite 175 –176, Aufgaben 1– 8
­einen Führerschein mit 17 Jahren gemacht haben,
1: B; 2: B; 3: C; 4: B; 5: C; 6: C; 7: A; 8: C
28,5 % weniger Unfälle verursacht haben als Fahrer, die
erst mit 18 Jahren ihren Führerschein gemacht haben
Hörverstehen Teil 2 und ohne Begleiter fahren dürfen. Offensichtlich hat
das Fahren mit einem erfahrenen Begleiter positive
Teil 2 A Auswirkungen auf die Fahrweise der Fahranfänger.

Seite 177 –178, Aufgaben 9 –16 Die Zahlen in Deutschland sprechen also eindeutig
9: A, 10: C; 11: B; 12: C für den Führerschein mit 17. Trotzdem bin ich der
­Meinung, dass man die Argumente gegen einen
Teil 2 B Führer­schein mit 17 ernst nehmen muss.

13: E; 14: C; 15: A; 16: F Wer einen Führerschein mit 17 hat, muss zwar mit
einem erfahrenen Begleiter fahren, aber es gibt sicher
auch „große Brüder“ oder Freunde, die überhaupt
Hörverstehen Teil 3
nicht verantwortungsvoll sind und vielleicht sogar
Seite 179 –180, Aufgaben 17 – 24 ­einen schlechten Einfluss haben.
17: B; 18: C; 19: A; 20: C; 21: A; 22: B; 23: C; 24: A
Auf der anderen Seite bin ich davon überzeugt, dass
die meisten Beifahrer verantwortungsvoll handeln.
­Ihre Erfahrung kann keine Fahrschule ersetzen. Und
Schriftliche Kommunikation
niemand möchte seinen Sohn / seine Tochter oder
Seite 183 – 184, Aufgabe „Führerschein mit 17“ Freunde in Gefahr bringen. Außerdem würde man ja
Lösungsvorschlag: Für viele junge Leute ist es wichtig, selbst große Schwierigkeiten bekommen, wenn man
so früh wie möglich selbst Auto fahren zu dürfen. den Anfänger verantwortungslos fahren lassen würde.
­Während man bei uns den Führerschein erst mit

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Viele Gegner eines Führerscheins mit 17 sind auch der
Meinung, dass junge Leute in diesem Alter gar keinen
Führerschein brauchen, weil die öffentlichen Verkehrs-
mittel heutzutage so gut ausgebaut sind, dass man
auch ohne Auto schnell und bequem überall hinkom-
men kann. Ich sehe das anders. Öffentliche Verkehrs-
mittel gibt es bei uns höchstens in den großen Städ-
ten. Und vor allem abends sind sie auch noch unsicher.
Da ist es besser und vor allem sicherer, mit dem eige-
nen Auto zu fahren.

Oft wird auch die Meinung vertreten, dass Leute, die


schon mit 17 mit einem Auto unterwegs sind, nur an-
geben wollen. Er oder sie braucht eigentlich gar kein
Auto, sondern will seine Freunde (und vor allem die
Freundin oder den Freund) beeindrucken. Ein Auto, so
heißt es, ist wie eine Waffe. Man kann damit viel Unheil
anrichten, vor allem, wenn man angeben will und mit
Risiko fährt. Aber jemand, der vielleicht mit 17 Jahren
einen Unfall verursacht, wird daran sein Leben lang
­leiden. Es ist schon schlimm genug, dass auch ältere
Autofahrer Unfäl­le bauen und damit großen Schaden
anrichten können.

Im Gegensatz dazu bin ich der Meinung, dass junge


Leute schon früh lernen müssen, Verantwortung für
ihr Handeln zu übernehmen. Da sie beim begleiteten
Fahren einen erfahrenen Fahrer an ihrer Seite haben
und nicht unkontrolliert durch die Gegend rasen kön-
nen, ist sichergestellt, dass sie mit der Situation nicht
überfordert werden. Der Begleiter wird auch in seinem
eigenen Interesse darauf Einfluss nehmen, dass der
junge Fahrer verantwortungsvoll fährt.

Die Statistik zeigt, dass Fahrer, die ihren Führerschein


mit 17 erworben haben, weniger Unfälle verursachen
als Fahrer, die den Führerschein erst mit 18 Jahren
­machen. Aus diesem Grunde bin ich der Meinung, dass
der Führerschein mit 17 eine gute Sache ist.

Mündliche Kommunikation
ohne Lösung

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