Sie sind auf Seite 1von 11

4.

4 Rechteckelement für Scheiben 189

c) Bei Finiten Elementen, die ausschließlich auf Verschiebungsansätzen beruhen, sind


die angenäherten Knotenverschiebungen im Mittel zu klein, d. h. das System ver-
hält sich aufgrund des Näherungsansatzes zu "steif".
d) Die FEM-Näherung ist bei gleichmäßiger Elementgröße im Bereich geringerer
Spannungsgradienten besser als im Bereich höherer Spannungsgradienten.
e) Die Elementspannungen sind in Elementmitte deutlich genauer
als am Elementrand.
f) Der Spannungssprung zwischen zwei Elementen ist ein Maß für die Genauigkeit an
der betreffenden Stelle.
Diese Eigenschaften der Finite-Element-Methode gelten allgemein für alle Flächentragwerke
und Kontinua und sind bei der Finite-Element-Modellierung zu beachten.

4.4 Rechteckelement für Scheiben

4.4.1 Ansatzfunktionen
Die Herleitung der Steifigkeitsmatrix eines Scheibenelements erfolgt am Beispiel eines einfa-
chen Rechteckelements. Die Vorgehensweise ist hier ähnlich wie beim Fachwerkstab im vo-
rangegangen Abschnitt. Allerdings sind die Gleichungen komplizierter, da anstelle einer Ver-
schiebung zwei Verschiebungskomponenten und anstelle einer Dehnung und einer Spannung
drei Verzerrungs- und drei Spannungskomponenten zu berücksichtigen sind.
Man beginnt wieder mit der Wahl des Verschiebungsansatzes. Das Element hat zwei Ver-
schiebungsfreiheitsgrade an jedem Knotenpunkt (Bild 4-12). Interpoliert man die Verschie-
bungen u(x,y) und v(x,y) linear zwischen den Knotenpunkten, so ergibt sich eine bilineare
Ansatzfunktion der Verschiebungen:

Bild 4-12 Rechteck-Scheibenelement


190 4 Finite-Element-Methode für Flächentragwerke

u = α1 + α2·x + α3·y + α4·x·y

v = ß1 + ß2·x + ß3·y + ß4·x·y (4.26)

bzw.
ª α1 º
« »
« α2 »
« α3 »
« »
ª uº ª 1 x y xy 0 0 0 0 º « α4 »
« »= « »⋅ (4.26a)
¬ v¼ ¬ 0 0 0 0 1 x y xy ¼ « β1 »
« »
« β2 »
«β »
« 3»
«¬ β 4 »¼
u = Na ⋅a (4.26b)

Trägt man diese Funktionen über dem Element auf, erhält man eine gekrümmte Fläche, die
jedoch in Schnitten parallel zur x- oder y-Achse geradlinig verläuft (Bild 4-14).
Die Werte α1-α4 und ß1-ß4 stellen noch freie Parameter dar, die durch die Knotenverschie-
bungen u1, v1 bis u4, v4 ausgedrückt werden. Hierzu setzt man die Punktkoordinaten der Kno-
tenpunkte in (4.26) ein und erhält damit folgende Knotenverschiebungen:
am Knotenpunkt 1:

u1 = α1 + α2·(-a/2) + α3·(-b/2) + α4·(-a/2)·(-b/2),

v1 = ß1 + ß2·(-a/2) + ß3·(-b/2) + ß4·(-a/2)·(-b/2),

am Knotenpunkt 2:

u2 = α1 + α2·( a/2) + α3·(-b/2) +α4·( a/2)·(-b/2),

v2 = ß1 + ß2·( a/2) + ß3·(-b/2) + ß4·( a/2)·(-b/2),

am Knotenpunkt 3:

u3 = α1 + α2·( a/2) + α3·( b/2) + α4·( a/2)·( b/2),

v3 = ß1 + ß2·( a/2) + ß3·( b/2) + ß4·( a/2)·( b/2),

und am Knotenpunkt 4:

u4 = α1 + α2·(-a/2) + α3·( b/2) + α4·(-a/2)·( b/2)

v4 = ß1 + ß2·(-a/2) + ß3·( b/2) + ß4·(-a/2)·( b/2).


4.4 Rechteckelement für Scheiben 191

Diese Gleichungen lassen sich geschlossen nach den acht Parametern α1-α4 und ß1-ß4 auflö-
sen:

ª 1 1 1 1 º
« 0 0 0 0 »
« 2 2 2 2 »
« 1 1 1 1 »
« − 0 0 0 − 0 »
a a a a
ª α1 º « » ª u1 º
« » « −
1
0 −
1
0
1
0
1
0 » « v1 »
« α2 » « b b b b » « »
« α3 » « » « u2 »
« 2 2 2 2
« » 0 − 0 0 − 0 » « »
« α4 » 1 « a⋅ b a⋅ b a⋅ b a⋅ b » « v2 »
« β »= 2 « 1 1 1

1 » « u3 »
« 1» « 0 0 0 0 » « »
« β2 » « 2 2 2 2 » « v3 »
«β » « 1 1 1 1 » «u »
« 3» « 0 − 0 0 0 − » « 4»
«¬ β 4 »¼ « a a a a » «¬ v »¼
4
« 1 1 1 1 »
« 0 − 0 − 0 0 »
« b b b b »
« 2 2 2 2 »
«¬ 0 0 − 0 0 −
a⋅ b a⋅ b a⋅ b a⋅ b ¼»

a= A ue

Die Verschiebungsfunktionen u(x,y) und v(x,y) lassen sich damit durch die Knotenverschie-
bungen ausdrücken. Setzt man die Gleichungen für α1-α4 und β1-β4 in (4.26a) ein, erhält man:

u = N a ⋅ A⋅ue

und nach Durchführung der Matrizenmultiplikation:

ª u1 º
« »
« v1 »
« u2 »
« »
ª u º ª N1 0 N2 0 N3 0 N4 0 º « v2 »
« »= « »⋅ (4.27)
¬ v¼ ¬ 0 N1 0 N2 0 N3 0 N 4 ¼ « u3 »
« »
« v3 »
«u »
« 4»
¬« v4 ¼»

u = N ⋅u e (4.27a)

mit
192 4 Finite-Element-Methode für Flächentragwerke

1 1 1 1
N1 = − x − y + x⋅ y (4.27b)
4 2a 2b ab

1 1 1 1
N2 = + x − y − x⋅ y (4.27c)
4 2a 2b ab

1 1 1 1
N3 = + x + y − x⋅ y (4.27d)
4 2a 2b ab

1 1 1 1
N4 = − x + y − x⋅ y (4.27e)
4 2a 2b ab

Die Funktionen N1-N4 werden auch als Formfunktionen bezeichnet. Sie besitzen an einem
Knotenpunkt den Wert 1 und an allen anderen Knotenpunkten den Wert 0 (Bild 4-13).

Bild 4-13 Formfunktionen N1-N2

4.4.2 Verzerrungen und Spannungen


Aus den Ansatzfunktionen der Verschiebungen u(x,y) und v(x,y) werden nun die zugehörigen
Dehnungen εx, εy und der Scherwinkel γxy bestimmt. Man erhält sie durch Differenzieren der
Verschiebungsfunktionen (4.27) nach (2.1b) zu:
ª u1 º
« »
ª ∂u º ª ∂ N1 ∂ N2 ∂ N3 ∂ N4 º « v1 »
« » « 0 0 0 0 » «u »
ª º « ∂x » « ∂x ∂x ∂x ∂x » « 2»
« εx »
« ∂v » « ∂ N1 ∂ N2 ∂ N3 ∂ N 4 » « v2 »
« εy » = « »= « 0 0 0 0 »⋅ (4.28)
« » « ∂y » « ∂y ∂y ∂y ∂ y » « u3 »
«¬ γ xy »¼ « « »
∂u ∂v » « ∂ N1 ∂ N1 ∂ N2 ∂ N2 ∂ N3 ∂ N3 ∂ N4 ∂ N 4 » « v3 »
« + » « »
¬ ∂ y ∂ x¼ ¬ ∂y ∂x ∂y ∂x ∂y ∂x ∂y ∂ x ¼ «« u4 »»
«¬ v4 ¼»

mit
4.4 Rechteckelement für Scheiben 193

∂ N1 1 1 ∂ N1 1 1
= − + y = − + x
∂x 2a ab ∂y 2b ab

∂ N2 1 1 ∂ N2 1 1
= − y = − − x
∂x 2a ab ∂y 2b ab

∂ N3 1 1 ∂ N3 1 1
= + y = + x
∂x 2a ab ∂y 2b ab

∂ N4 1 1 ∂ N4 1 1
= − − y = − x (4.28a-h)
∂x 2a ab ∂y 2b ab

und damit
ª u1 º
« »
« v1 »
ª º «u »
ε ª 2y− b 0 − 2 y + b 0 2 y + b 0 − 2 y − b 0 º « 2»
« x » 1 « » « v2 »
« εy » = « 0 2x− a 0 − 2x− a 0 2x+ a 0 − 2x+ a » ⋅ « »
« » 2ab « u3
«¬ γ xy »¼ ¬ 2 x − a 2 y − b − 2 x − a − 2 y + b 2 x + a 2 y + b − 2 x + a − 2 y − b »¼ « »
« v3 »
«u »
« 4»
¬« v4 ¼»
ε = B · ue (4.29)

Bild 4-14 Verschiebungsansatz beim Rechteck-Scheibenelement und daraus


abgeleitete Spannungen (µ=0)
194 4 Finite-Element-Methode für Flächentragwerke

Die Dehnung εx ist nach (4.29) innerhalb eines Finiten Elements in x-Richtung konstant und in
y-Richtung linear veränderlich. Die Dehnung εy ist in y-Richtung konstant und in x-Richtung
linear veränderlich. Die Scherverzerrung γxy ist in x- und y-Richtung linear veränderlich.
Die Elementspannungen erhält man aus den Verzerrungen mit Hilfe des Hooke“schen Geset-
zes (2.2b) zu:

σ=D·ε
und mit den Verzerrungen nach (4.29a) zu:

σ = D · B · ue (4.30)

Da die Spannungen sich aus der Multiplikation der Verzerrungen mit konstanten Werten in der
Matrix D ergeben, haben sie für µ = 0 innerhalb des Finiten Elements denselben Verlauf wie
die Verzerrungen (Bild 4-14).

4.4.3 Steifigkeitsmatrix
Die Knotenkräfte, die den aus dem Verschiebungsansatz erhaltenen Spannungen entsprechen,
werden mit Hilfe des Prinzips der virtuellen Verschiebungen bestimmt. Für den Verlauf der
virtuellen Verschiebungen im Finiten Element werden dieselben Ansatzfunktionen gewählt
wie für die wirklichen Verschiebungen, also analog zu (4.28):
u =N· ue (4.31)

wobei u die virtuellen Verschiebungen im Element und u e die virtuellen Knoten-


verschiebungen beschreiben. Die dem virtuellen Verschiebungszustand entsprechenden virtu-
ellen Verzerrungen ε erhält man mit (4.29a) zu:
ε =B· ue (4.32)

bzw.

ε T = u eT · BT (4.32a)

Das Prinzip der virtuellen Verschiebungen sagt aus, dass die von wirklichen inneren Kräften
mit den zugehörigen virtuellen Verschiebungen geleistete innere Arbeit gleich der äußeren
Arbeit ist, die von den wirklichen äußeren Kräften mit den zugehörigen virtuellen Verschie-
bungen geleistet wird.
Die virtuelle innere Arbeit ergibt sich nach (2.4b) zu:

³ε
T
W i = t⋅ ⋅ σ dx dy

Die Integration ist über die Elementfläche durchzuführen. Die virtuellen Verzerrungen ε
werden mit (4.32a) durch die virtuellen Verschiebungen der Knotenpunkte ausgedrückt. Für
die wirklichen Spannungen σ wird Gleichung (4.30), die die wirklichen Knoten-
verschiebungen als Unbekannte enthält, eingesetzt. Damit lautet die innere virtuelle Arbeit:
4.4 Rechteckelement für Scheiben 195

³ ue
T
Wi = t ⋅ ⋅ BT ⋅ D ⋅ B ⋅ u e dx dy

bzw., da die wirklichen Knotenverschiebungen ue ebenso wie die virtuellen Knoten-


verschiebungen u e von x und y unabhängig sind:

W i = u eT ⋅ ³ t ⋅ BT ⋅ D ⋅ B dx dy ⋅ u e (4.33)

Die äußere virtuelle Arbeit ist die Arbeit, die die wirklichen äußeren Kräfte mit den virtuellen
Verschiebungen leisten. Die Knotenkräfte Fx1, Fy1, Fx2 bis Fy4 leisten mit den entsprechenden
virtuellen Knotenverschiebungen virtuelle äußere Arbeit. Falls Flächenlasten, die durch Mas-
senkräfte entstehen können, oder Linienlasten am Elementrand vorhanden sind, leisten auch
sie virtuelle äußere Arbeit. Nach (2.3a) und Bild 2-7 gilt für die Knotenkräfte:

ª Fx1 º
« »
« Fy1 »
« Fx 2 »
« »
« Fy 2 »
W a = ¬ª u1 v1 u2 v2 u3 v3 u4 v4 ¼º ⋅ « » (4.34)
« Fx3 »
« Fy 3 »
« »
« Fx 4 »
« »
¬ Fy 4 ¼

W a = u eT ⋅ F (4.34a)
e

Die Flächenlasten px und py bewirken am infinitesimalen Element die Kräfte px·dx·dy bzw.
py·dx·dy und mit den virtuellen Verschiebungen u und v nach (4.31) die virtuelle äußere Arbeit

Wa = ³ (u ⋅ p x + v ⋅ p y ) dx dy

ª px º
= ³ ª¬ u v º¼ ⋅ « » dx dy
¬ py ¼

bzw.

Wa = ³ uT ⋅ p dx dy

und mit u und v nach (4.31)

W a = u eT ⋅ ³ N T ⋅ p dx dy ⋅
196 4 Finite-Element-Methode für Flächentragwerke

Linienlasten auf den Rändern, deren Beitrag zur virtuellen äußeren Arbeit hier ebenfalls be-
rücksichtigt werden kann, werden später behandelt. Die gesamte äußere virtuelle Arbeit lautet
damit:

W a = u eT ⋅ F e + u eT ⋅ FL (4.34b)

wobei der Vektor

FL = ³ N T ⋅ p dx dy (4.34c)

die den Elementlasten entsprechenden Knotenlasten enthält.


Nach dem Gleichsetzen der inneren und äußeren virtuellen Arbeiten (4.33) und (4.34b) erhält
man:

u eT ⋅ ³ t ⋅ BT ⋅ D ⋅ B dx dy ⋅ u e = u eT ⋅ F e + u eT ⋅ FL

Da diese Gleichung für beliebige virtuelle Knotenverschiebungen u eT gültig ist, folgt hieraus:

³ t ⋅ ( BT ⋅ D ⋅ B ) dx dy ⋅ u e = F e + F L (4.35)

oder ohne Elementlasten

K (e ) ⋅ u e = F e

mit

K (e) = ³ t ⋅ BT ⋅ D ⋅ B dx dy (4.35a)

Die Matrix K(e) ist die Steifigkeitsmatrix des Rechteck-Scheibenelements mit bilinearem Ver-
schiebungsansatz. Nach Durchführung der Matrizenmultiplikation und der Integration erhält
man für eine konstante Scheibendicke t die Steifigkeitsbeziehung nach [4.9] zu:

ª k11 k12 k13 k14 k15 k16 k17 k18 º ª u1 º ª Fx1 º


« »« » « Fy1 »
»
« k21 k22 k23 k24 k25 k26 k27 k28 » « v1 » «
« k31 « Fx 2 »
k32 k33 k34 k35 k36 k37 k38 » « u2 » « »
« »« »
E⋅ t « k41 k42 k43 k44 k45 k46 k47 k48 » « v2 » « Fy 2 »
! « ⋅ =« »
12(1− µ 2 ) « k51 k52 k53 k54 k55 k56 k57 k58 » « u3 » « Fx3 »
»« »
« k61 k62 k63 k64 k65 k66 k67 k68 » « v3 » « Fy 3 »
«k « »
« 71 k72 k73 k74 k75 k76 k77 k78 »» «« u4 »» « Fx 4 »
«¬ k81 k82 k83 k84 k85 k86 k87 k88 »¼ ¬« v4 ¼» «¬ »
Fy 4 ¼

K(e) · ue = Fe (4.36)

mit
4.4 Rechteckelement für Scheiben 197

k11 = k33 = k55 = k77 = 4 b/a + 2(1 - µ) a/b

k22 = k44 = k66 = k88 = 4 a/b + 2(1 - µ) b/a

k12 = k47 = k38 = k56 = 3/2 (1 + µ)

k13 = k57 = -4 b/a + (1 - µ) a/b

k14 = k27 = k58 = k36 = -3/2 (1 - 3µ)

k15= k37 = -2 b/a - (1 - µ) a/b

k16 = k25 = k78 = k34 = -3/2 (1 + µ)

k17 = k35 = 2 b/a - 2(1 - µ) a/b

k18 = k23 = k67 = k45 = 3/2 (1 - 3µ)

k24 = k68 = 2 a/b - 2(1 - µ) b/a

k26 = k48 = -2 a/b - (1 - µ) b/a

k28 = k46 = -4 a/b + (1 - µ) b/a

4.4.4 Elementlasten
Das Element sei durch eine konstante Flächenlast und durch Linienlasten an den Rändern
belastet (Bild 4-15). Diese Elementlasten sind in äquivalente Knotenkräfte umzurechnen. Nach
(4.34c) gilt für die äquivalenten Knotenkräfte:

Äquivalente Knotenkräfte für Elementlasten


Die zu einer Elementlast äquivalenten Knotenkräfte sind diejenigen Kräfte, die mit
den virtuellen Knotenverschiebungen dieselbe (virtuelle äußere) Arbeit leisten wie
die Elementlasten mit den ihnen entsprechenden virtuellen Verschiebungen.

Die äquivalenten Knotenkräfte werden nun für die einzelnen Elementlasten ermittelt. In ähnli-
cher Weise können auch für andere Elementlasten, wie z. B. für im Element angreifende Ein-
zellasten, äquivalente Knotenkräfte bestimmt werden.

Flächenlasten
Die Knotenkräfte für konstante Flächenlasten px und py erhält man nach (4.34c) zu:

FL = ³ N T ⋅ p dx dy (4.34c)

Nach Durchführung der Integration ergeben sich die Knotenkräfte zu (Bild 4-15):
198 4 Finite-Element-Methode für Flächentragwerke

ELEMENTLAST ÄQUVALENTE KNOTENLASTEN

Bild 4-15 Elementlasten und äquivalente Knotenkräfte beim Scheibenelement

aª 1 xº
« + » ª p y3 º
a » ª§ 1 x· § 1 x ·º
2
U aL = !ª¬ v3 v4 º¼ ³« 2
⋅ «¨ + ¸ ¨ −
x » ¬© 2 a ¹ © 2 a
¸ » dx⋅ «
¹¼
»
−a « «¬ p y 4 »¼
1
2 «¬

2 a »¼

ª FL, y 3 º
U aK = ª¬ v3 v4 º¼ « » (4.37a)
¬« FL, y 4 ¼»

Linienlasten
Als Beispiel für linienförmige Elementlasten wird die Belastung des oberen Elementrandes
durch linear veränderliche Lasten in x- und y-Richtung untersucht. Die äquivalenten Knoten-
4.4 Rechteckelement für Scheiben 199

lasten werden durch Gleichsetzen der virtuellen Arbeiten der Knotenlasten und der Randlasten
bei einer virtuellen Verschiebung ermittelt.
Die virtuelle Verschiebung zwischen den Knotenpunkten 3 und 4 ist in (4.27) enthalten. Der
Verlauf der Verschiebung ist linear, so dass gilt

ª 1 xº
« + »
2 a»
v3− 4 = ¬ª v3 v4 ¼º ⋅ «
« 1 x»
«¬ −
2 a »¼

Die linear veränderliche Randlast py,3-4 lässt sich analog schreiben:

ª§ 1 x· § 1 x ·º ª p y3 º
p y ,3− 4 = « ¨ + ¸ ¨ − ¸ » ⋅ « »
¬ © 2 a ¹ © 2 a ¹ ¼ «¬ p y 4 »¼

Die Randlast py,3-4 bewirkt am infinitesimalen Abschnitt der Länge dx die Kraft py,3-4 · dx und
mit der virtuellen Verschiebung v 3-4 die virtuelle äußere Arbeit:

ª
a 1 xº
« + »ª
x · § 1 x ·º ª p y3 º
a» § 1
2
W aL = ¬ª v3 v4 ¼º ⋅ ³
«
«
2
1
⋅« ¨ + ¸ ¨ − ¸ » dx ⋅ «
x » ¬© 2 a ¹ © 2 a ¹¼
»
«¬ p y 4 »¼
− a2 « − »
¬ 2 a¼

Aus der Gleichheit dieser Arbeit mit der äußeren virtuellen Arbeit der äquivalenten Knoten-
kräfte

ª FL, y 3 º
W aK = ¬ª v3 v4 ¼º « »
¬« FL, y 4 ¼»

folgt:

a ª 1 xº
ª FL, y 3 º 2 « + » ª1 xº ª p y3 º
³ 2 a» x 1
ª¬ v3 v4 º¼ « » = ¬ª v3 v4 ¼º « ⋅« + − » dx ⋅ « »
¬« FL, y 4 ¼» « 1 x» ¬2 a 2 a¼ «¬ p y 4 ¼»
− a2 −
¬« 2 a ¼»

Da diese Gleichung für beliebige virtuelle Verschiebungen v 3 und v 4 gelten muss, erhält man
hieraus die Knotenkräfte zu:

a ª 1 xº
ª FL, y 3 º «
2 + » ª1 xº ª p y3 º
³ 2 a» x 1
« » = « ⋅« + − » dx ⋅ « »
¬« FL, y 4 ¼» « 1 x» ¬2 a 2 a¼ «¬ p y 4 ¼»
− a2 « −
¬ 2 a »¼