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Steffen Clement

Konstantin Kittel
Sándor Vajna (Hrsg.)

Pro/ENGINEER Wildfire 3.0


für Fortgeschrittene
– kurz und bündig
Aus dem Programm
Konstruktion

Pro/ENGINEER Wildfire 3.0 für Einsteiger


– kurz und bündig
von S. Clement und K. Kittel

UNIGRAPHICS-Praktikum mit NX5


von G. Engelken und W. Wagner

AutoCAD Zeichenkurs
von H.-G. Harnisch

FEM
von B. Klein

Leichtbau-Konstruktion
von B. Klein

CATIA V5-Praktikum
herausgegeben von P. Köhler

Konstruieren, Gestalten, Entwerfen


von U. Kurz, H. Hintzen und H. Laufenberg

Technisches Zeichnen
von S. Labisch und C. Weber

CATIA V5 – kurz und bündig


von R. Ledderbogen

CATIA V5-Grundkurs für Maschinenbauer


von R. List

Solid Edge - kurz und bündig


von M. Schabacker

vieweg
Steffen Clement
Konstantin Kittel

Pro/ENGINEER Wildfire
3.0 für Fortgeschrittene
– kurz und bündig
Grundlagen mit Übungen

Herausgegeben von Sándor Vajna

Studium Technik
Bibliografische Information Der Deutschen Nationalbibliothek
Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der
Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet
über <http://dnb.d-nb.de> abrufbar.

1. Auflage 2008

Alle Rechte vorbehalten


© Friedr. Vieweg & Sohn Verlag | GWV Fachverlage GmbH, Wiesbaden, 2008
Lektorat: Thomas Zipsner
Der Vieweg Verlag ist ein Unternehmen von Springer Science+Business Media.
www.vieweg.de

Das Werk einschließlich aller seiner Teile ist urheberrechtlich


geschützt. Jede Verwertung außerhalb der engen Grenzen des
Urheberrechtsgesetzes ist ohne Zustimmung des Verlags unzu-
lässig und strafbar. Das gilt insbesondere für Vervielfältigun-
gen, Übersetzungen, Mikroverfilmungen und die Einspeiche-
rung und Verarbeitung in elektronischen Systemen.

Technische Redaktion: Klementz publishing services, Gundelfingen


Umschlaggestaltung: Ulrike Weigel, www.CorporateDesignGroup.de
Druck und buchbinderische Verarbeitung: Wilhelm & Adam, Heußenstamm
Gedruckt auf säurefreiem und chlorfrei gebleichtem Papier.
Printed in Germany

ISBN 978-3-8348-0184-5
V

Vorwort

Am Lehrstuhl für Maschinenbauinformatik der Otto-von-Guericke-Universität


Magdeburg werden seit 1994 Studenten an den wichtigsten CAD/CAM-Systemen
mit dem Ziel ausgebildet, Grundfertigkeiten in der Anwendung der CAD/CAM-
Technologie insgesamt zu erwerben. Diese Grundfertigkeiten können die Studen-
ten in Übungen zu weiterführenden Vorlesungen (beispielsweise Produktmodellie-
rung und Wissensbasierte Produktentwicklung) um komplexe Funktionalitäten und
Modellierungstechniken vertiefen.
Aufbauend auf den Grundlagen der parametrischen und featurebasierten 3D-
Modellierung vermittelt das vorliegende Buch dem Leser weiterführende praxisrele-
vante Anwendungen des CAD/CAM-Systems Pro/ENGINEER Wildfire 3. Der Fo-
kus liegt dabei auf einer kurzen und verständlichen Darstellung dieser Anwendungen.
Das Buch beginnt mit zwei umfangreicheren Beispielen zur Flächenmodellie-
rung, welche die Möglichkeiten dieser Modellierungsart aufzeigen. Die weiteren
Kapitel beschäftigen sich mit dem wissensbasierten Konstruieren von Baugrup-
pen und Einzelteilen. Den Abschluss bilden Kapitel über Animation und dyna-
mische Analyse von Baugruppen sowie zur FE-Berechnung mit dem Modul
Pro/MECHANICA.
Die ausgewählten Beispiele geben dem Leser einen vertiefenden Überblick über
die Anwendung von Pro/ENGINEER Wildfire 3 in der Produktentwicklung. Die
Beispiele Computermaus, Salz-/Pfefferstreuer, Extruderschnecke und der verein-
fachte animierte Motor zeigen die unterschiedlichen Vorgehensweisen und An-
wendungsbereiche von Pro/ENGINEER Wildfire 3. Dabei wurde der Detailgrad
der Beispiele dem Wissensstand der Anwender angepasst.
Das Buch wendet sich an Leser mit Grundlagenwissen in der Anwendung von
CAD/CAM-Systemen. Es unterstützt das Selbststudium und regt zur weiteren ver-
tieften Beschäftigung mit Pro/ENGINEER Wildfire 3 an. Durch den Aufbau des
Textes in Tabellenform eignet sich das Buch auch als Referenz für die tägliche
Arbeit mit Pro/ENGINEER Wildfire 3.
Die Autoren danken Herrn cand. inf. Alexander Blankenburg für seine Unterstüt-
zung bei der Erstellung des Manuskripts. Sie sind auch dankbar für jede Anregung
aus dem Kreis der Leser bezüglich Inhalt und Reihenfolge der Modellierung mit
Pro/ENGINEER Wildfire 3. Ein besonderer Dank geht an Herrn Thomas Zipsner
sowie allen beteiligten Mitarbeitern des Vieweg Verlags für die engagierte und
sachkundige Zusammenarbeit bei der Erstellung des Buches.

Magdeburg, im September 2007 Dr.-Ing. Steffen Clement


Dipl.-Ing. Konstantin Kittel
Univ.-Prof. Dr.-Ing. Sandor Vajna
VII

Inhaltsverzeichnis

1 Allgemeine Einführung ............................................................................ 1


1.1 Grundlegende Begriffe ..................................................................... 2
1.2 Menü HILFE und Online-Hilfen ...................................................... 3
1.3 Protokollierung in der Trail-Datei .................................................... 3
1.4 Übersichtliche Modellstruktur erstellen ........................................... 4
1.5 Hinweis ............................................................................................. 4
2 Flächenmodellierung: Extruderschnecke ............................................... 5
2.1 Neue Datei erzeugen ......................................................................... 5
2.2 Zusätzliche Folie erzeugen ............................................................... 6
2.3 Hilfsgeometrien modellieren ............................................................ 6
2.4 Schneckengeometrie erzeugen .......................................................... 8
2.4.1 Hilfsgeometrie ausblenden .................................................... 10
2.4.2 Spirale mit Innenfläche verschmelzen ................................... 11
2.5 Schneckengeometrie vervollständigen ............................................. 12
2.6 Verrundungen erzeugen .................................................................... 16
2.7 Lagerung erzeugen ........................................................................... 18
2.8 Eckenradius erzeugen ....................................................................... 20
3 Computermaus .......................................................................................... 21
3.1 Grundfläche erzeugen ....................................................................... 21
3.2 Seitenfläche erzeugen ....................................................................... 22
3.3 Deckfläche erzeugen ......................................................................... 24
3.4 Daumenaussparung erzeugen ........................................................... 26
3.5 Volumenmodell erzeugen ................................................................. 28
3.6 Verrundungen anbringen .................................................................. 29
3.7 Tasten modellieren .......................................................................... 32
4 Zylinderschraube ...................................................................................... 36
4.1 Schraube modellieren ....................................................................... 36
4.2 Parameter festlegen ........................................................................... 39
4.3 Familientabelle erzeugen .................................................................. 40
4.4 Varianten öffnen ............................................................................... 42
5 Salzstreuer ................................................................................................. 43
5.1 Pfefferstreuer modellieren ................................................................ 44
5.2 Salzstreuer ableiten ........................................................................... 47
5.3 Pfefferstreuer modellieren und parametrisieren ............................... 49
5.4 Salzstreuerboden ableiten ................................................................. 49
5.5 Unterbaugruppen erzeugen ............................................................... 50
VIII Inhaltsverzeichnis

5.6 Hauptbaugruppe erzeugen ................................................................ 51


5.7 Beziehungen erstellen ....................................................................... 52
6 Welle .......................................................................................................... 59
6.1 Welle erzeugen .................................................................................. 60
6.2 Parameter festlegen ........................................................................... 62
6.3 Beziehungen definieren .................................................................... 64
6.4 Eingabewerte ändern ........................................................................ 69
7 Bewegungssimulation ............................................................................... 70
7.1 Einzelteile modellieren ..................................................................... 71
7.1.1 Motorblock ............................................................................ 71
7.1.2 Kurbelwelle ........................................................................... 72
7.1.3 Kolben ................................................................................... 73
7.1.4 Pleuel ..................................................................................... 75
7.2 Einzelteile zusammenbauen .............................................................. 76
7.2.1 Motorblock einbauen ............................................................. 77
7.2.2 Kurbelwelle einbauen ............................................................ 78
7.2.3 Kolben einbauen .................................................................... 79
7.2.4 Pleuel einbauen ..................................................................... 80
7.3 Antrieb definieren ............................................................................. 82
7.4 Analysen durchführen ...................................................................... 84
7.4.1 Bewegungssimulation durchführen ....................................... 84
7.4.2 Kollisionsprüfung durchführen ............................................. 85
7.4.3 Kennwerte berechnen ............................................................ 87
8 FE-Berechnung mit Pro/MECHANICA ................................................. 93
8.1 Pre-Processing .................................................................................. 94
8.2 Berechnung ....................................................................................... 100
8.3 Post-Processing ................................................................................. 103
Literaturverzeichnis ....................................................................................... 108
Sachwortverzeichnis ....................................................................................... 109
36

4 Zylinderschraube

Am Beispiel einer Zylinderschraube wird die Vorgehensweise zur Erstellung von


Familientabellen gezeigt. Familientabellen erlauben es, Varianten eines Bauteils
übersichtlich in einer Tabelle anzulegen und zu verwalten. Dabei wird direkt auf
die Parameter des entsprechenden Bauteils zugegriffen. Familientabellen eignen
sich insbesondere zum Erzeugen von Variantenkonstruktionen. Dieses Beispiel ist
in Anlehnung an die Innensechskantschraube nach DIN EN ISO 1462 und die
Schlitzschraube nach DIN EN ISO 1207 entstanden.

Vorgehensweise:
x Schraube modellieren
x Parameter festlegen
x Familientabelle erzeugen
x Varianten öffnen.

4.1 Schraube modellieren


Neue Datei erzeugen Schraube modellieren
Dateiname: <schraube>
4.1 Schraube modellieren 37

Grundkörper erzeugen Schraube modellieren

Mit Hilfe des Werkzeugs Drehen-Tool den Grundkörper erzeugen (siehe


Skizze).

Die beiden Fasen mit dem Fasen-Tool erzeugen.


x Fasenwert: <45 x 0.5>

Innensechskant erzeugen Schraube modellieren

Mit Hilfe des Werkzeuges Extrudieren-Tool den Innensechskant erzeugen.


Das Sechskantprofil wird im Skizzenmodus mit der Funktion Fremddaten-aus-
Palette-Tool eingefügt (Hinweise im MITTEILUNGSFENSTER beachten).
Das Sechskantprofil wird dazu mit Doppelklick auf der Reiterkarte „Polygone“
ausgewählt und anschließend mit LMB im Skizzierfenster platziert. Die Bema-
ßung kann anschließend entsprechend der Skizze angepasst werden.

Zur Übung kann das Sechskantprofil auch auf herkömmlichen Weg erzeugt
werden. Dazu empfiehlt sich folgende Vorgehensweise:
x Umkreis als Konstruktionskreis erstellen (RMB Ÿ Konstruktion)
x Linien jeweils mit Anfangs- und Endpunkt auf dem Umkreis platzieren
x die 6 Linien durch Platzierungsbedingungen (z. B. gleiche Länge, siehe
Skizze) ausrichten
38 4 Zylinderschraube

Das Sechskantprofil um 1.5mm extrudieren, dabei die Option Material entfernen


nicht vergessen.

Der Fremddatenpalette können bei Bedarf auch neu erstellte Profile hinzuge-
fügt werden.
Einstich erzeugen Schraube modellieren

Mit Hilfe des Werkzeuges Extrudieren-Tool den Einstich erzeugen. Dabei


ist die Assoziativität zur Ursprungsgeometrie zu beachten (Tangentialität).
Durch die Platzierungsbedingung „Tangential“ ist gewährleistet, dass die Länge
des Einstichs bei Änderung des Kopfdurchmessers automatisch angepasst wird.

Den Einstich um 1.5mm extrudieren, dabei die Option Material entfernen


nicht vergessen.
4.2 Parameter festlegen 39

4.2 Parameter festlegen


Um die Bemaßungen als Parameter verwenden zu können ist es sinnvoll, aussage-
kräftige Namen zu vergeben. Die allgemeine Vorgehensweise dazu ist im folgen-
den Abschnitt beschrieben:

Bemaßungen einblenden Parameter festlegen


Das entsprechende KE im Modellbaum selektieren Ÿ RMB Ÿ Editieren
Bemaßungstext ändern Parameter festlegen
Im Arbeitsfenster die entsprechende Bemaßung selektieren Ÿ RMB Ÿ Eigen-
schaften… Æ Fenster Bemaßungstext erscheint
Bemaßung umbenennen Parameter festlegen
Im Reiterkarte „Bemaßungstext“ das Feld „Name“ anpassen

So werden alle Bemaßungen den Abbildungen entsprechend umbenannt. Die Na-


men für die Tiefe von Innensechskant und Einstich lauten „t1“ und „t2“.

Es ist sinnvoll, die beiden KEs (Innensechskant und Einstich) im Modellbaum


entsprechend zu benennen.
40 4 Zylinderschraube

4.3 Familientabelle erzeugen


Zur Erzeugung von Varianten mit Hilfe einer Familientabelle bietet
Pro/ENGINEER ein entsprechendes Tool. Dabei stellen die Spalten der Tabelle die
gewählten Parameter dar, während die Zeilen die einzelnen Varianten der Teilefa-
milie repräsentieren. Zum Anlegen einer Familientabelle wird folgendermaßen
vorgegangen:

Familientabelle anlegen Familientabelle erzeugen

MENUELEISTE Ÿ TOOLS Ÿ Familientabelle… Æ Fenster Familientabelle


erscheint

Spalten anlegen Familientabelle erzeugen

Icon Tabellenspalten hinzufügen/lö-


schen wählen Æ Fenster Famili-
enelemente erscheint Ÿ die zu vari-
ierenden Parameter entsprechend der
Tabelle hinzufügen

Zum Hinzufügen der Bemaßun-


gen wie folgt vorgehen:
Das KE, welches die Bemaßung ent-
hält, im Modellbaum selektieren Æ
Bemaßungen des KE werden im
ARBEITSFENSTER angezeigt Ÿ
mit LMB die gewünschten Bema-
ßungen selektieren Æ die Bemaßung
wird in die Tabelle aufgenommen
4.3 Familientabelle erzeugen 41

Die letzten beiden Familienelemente sind von der Kategorie KE (KEs inner-
halb einer Familientabelle können entweder erzeugt oder unterdrückt werden).
Um KEs der Familientabelle hinzuzufügen, wie folgt vorgehen:
Im Fenster Familienelemente im Bereich „Elem hinzuf“ die Option “KE“ wäh-
len.
Im Modellbaum die gewünschten KE (Sechskant und Einstich) selektieren.
Zeilen hinzufügen Familientabelle erzeugen

Mit dem Button neue Variante einfügen werden nun Varianten entsprechend
der dargestellten Familientabelle erzeugt. Die erste Zeile der Tabelle beinhaltet
die
generische Grundvariante.

NENN- KOPF- INNEN-


INST KOPF-
LAENGE DURCH- DURCH- SW n t2 t1 SECHS- Einstich
NAME HOEHE
MESSER MESSER KANT
!GENERIC 20 3 5,5 3 3 1 0,85 1,5 Y Y
ISO1462
M4X20 20 4 7 4 3 * * 3 Y N
ISO1462
M6X30 30 6 10 6 5 * * 4 Y N
ISO1462
M6X40 40 6 10 6 5 * * 4 Y N
ISO1207
M6X40 40 6 10 3,9 * 1,6 1,6 * N Y
ISO1207
M8X60 60 8 13 5 * 2 2 * N Y

Für große Familientabellen gibt es die Möglichkeit, die Tabelle in Excel zu


editieren. Die Funktion wird mit dem Button Aktuelle Tabelle mit Excel editieren
aktiviert.
42 4 Zylinderschraube

Varianten verifizieren Familientabelle erzeugen

Mit dem Button Varianten verifizieren


wird das Fenster Familienbaum
angezeigt. Hier können nun die Vari-
anten der Familientabelle auf ihre Re-
generierbarkeit überprüft werden. Feh-
lerhafte Parameterkombinationen
(z. B. durch Schreibfehler bei der Pa-
rametereingabe) können so sehr
schnell ermittelt werden.

4.4 Varianten öffnen


Die verschiedenen Varianten können auf zwei verschiedene Weisen geöffnet wer-
den.
1. Im Fenster Familientabelle die gewünschte Variante selektieren Ÿ mit LMB
auf den Button Öffnen klicken.
2. Beim Öffnen des Bauteils Schraube wird abgefragt, ob die generische Grund-
variante oder eine der in der Familientabelle spezifizierten Varianten geöffnet
werden soll.
43

5 Salzstreuer

In diesem Kapitel geht es um das Erstellen von Beziehungen zwischen Parametern


von verschiedenen Bauteilen innerhalb einer Baugruppe. Zur Veranschaulichung
dient eine Salz- und Pfefferstreuerkombination. An diesem Beispiel wird außer-
dem eine effektive Vorgehensweise bei der Modellierung ähnlicher Bauteile ge-
zeigt und vorhandene Kenntnisse über Parametrisierung und Pro/PROGRAM wer-
den vertieft.

Vorgehensweise:
x Pfefferstreuer modellieren
x Salzstreuer ableiten
x Pfefferstreuerboden modellieren
x Salzstreuerboden ableiten
x Unterbaugruppen erzeugen
x Hauptbaugruppen erzeugen
x Beziehungen erstellen.
44 5 Salzstreuer

5.1 Pfefferstreuer modellieren


Neue Datei erzeugen Pfefferstreuer modellieren
Dateiname: <pfeffer_koerper>
Grundkörper erzeugen Pfefferstreuer modellieren

Mit Hilfe des Werkzeugs Drehen-Tool den Grundkörper erzeugen (siehe


Skizze). Als Skizzierebene die Ebene FRONT verwenden und die Skizze an der
Ebene TOP ausrichten (siehe Bild).
Mit Hilfe des Werkzeugs Extrudieren-Tool eine Schräge erzeugen. Beim
Extrudieren für beide Richtungen die Option „Bis nächste“ wählen.
5.1 Pfefferstreuer modellieren 45

Zentrale Bohrung erzeugen Pfefferstreuer modellieren

Mit Hilfe des Bohrungs-Tools eine


Bohrung in der Ebene TOP und koaxial
zur Achse des Grundkörper erzeugen.
x Durchmesser: <32>
x Tiefe: <80>

Rundungen und Schale erzeugen Pfefferstreuer modellieren

Mit dem Rundungs-Tool werden die beiden oberen Kanten mit dem Radius 1
und die Kante am Grund des Bohrlochs mit dem Radius 0.5 verrundet.
Mit dem Schalen-Tool wird eine Schale mit der Materialdicke 0.5 erzeugt
und dabei der Boden des Körpers entfernt.



46 5 Salzstreuer

Kleine Bohrungen erzeugen Pfefferstreuer modellieren


Zur Platzierung der Bohrungen muss zunächst eine Hilfsebene erzeugt werden.
Die Hilfsebene liegt tangential zur Mantelfläche des Zylinders und parallel zur
Ebene RIGHT.

Die erste Bohrung wird nun, wie die zentrale Bohrung, auf der Ebene TOP er-
zeugt. Die Bohrung wird linear platziert:
x Versatz 1: <0> zur Ebene FRONT
x Versatz 2: <3> zur eben erzeugten Hilfsebene DTM1
x Durchmesser: <1.5>

Die zweite Bohrung wird mit Hilfe des Mustern-Tools auf Basis der ersten
Bohrung erzeugt (Versatz: <2>).
5.2 Salzstreuer ableiten 47

Parameter festlegen Pfefferstreuer modellieren


Die Parameter werden entsprechend der Skizze umbe-
nannt.

Die Vorgehensweise zum Umbenennen ist im Ka-


pitel Zylinderschraube im Abschnitt „Parameter fest-
legen“ beschrieben.

Datei speichern Pfefferstreuer modellieren

DATEI ŸSpeichern

5.2 Salzstreuer ableiten


Das Modell des Salzstreuers entspricht einer vereinfachten Variante des Pfeffer-
streuers. Daher wird der Salzstreuer aus einer Kopie des Pfefferstreuers erzeugt.

Kopie erzeugen Salzstreuer ableiten


Die Datei „pfeffer_koerper“ öffnen (falls nicht offen).

DATEI ŸKopie speichern… Ÿdas Bauteil unter dem Namen


<salz_koerper> speichern
Die Datei „salz_koerper“ öffnen.
48 5 Salzstreuer

Konstruktionselemente entfernen Salzstreuer ableiten


Zum Entfernen der zentralen Bohrung müssen zu-
nächst die anliegenden Rundungen entfernt werden.
Die Rundung am Grund der Bohrung (R0.5) und die
innere der beiden Rundungen der Deckfläche (R1) lö-
schen.

Wurden die beiden oberen Rundungen in einem


Feature erzeugt, kann die Definition des Features edi-
tiert und die zu löschende Kante mit STRG+LMB ab-
gewählt werden.
Die zentrale Bohrung löschen.

Konstruktionselemente anpassen Salzstreuer ableiten

Die Definition des Musters editieren und die Anzahl


der Musterelemente auf drei erhöhen.
Den Grundkörper (Rotation) editieren und sein Durch-
messer (Parameter d) auf <30> ändern.
Zur Übernahme der Änderungen, muss das Modell mit
dem Button Regenerieren aktualisiert werden.

Datei speichern Salzstreuer ableiten

DATEI ŸSpeichern
5.4 Salzstreuerboden ableiten 49

5.3 Pfefferstreuerboden modellieren und parametrisieren


Neue Datei erzeugen Pfefferstreuerboden modellieren
Dateiname: <pfeffer_boden>
Körper erzeugen Pfefferstreuerboden modellieren

Mit Hilfe des Werkzeugs Drehen-Tool den Grundkörper erzeugen (siehe Skiz-
ze).

Die Bemaßung „50“ gibt den Durchmesser des Pfefferstreuerbodens an.


Parameter festlegen Pfefferstreuerboden modellieren
Den Durchmesser des Rotationskörpers <d> nennen.
Datei speichern Pfefferstreuerboden modellieren

DATEI ŸSpeichern

5.4 Salzstreuerboden ableiten


Kopie erzeugen Salzstreuerboden ableiten
Die Datei „pfeffer_boden“ öffnen.
DATEI ŸKopie speichern… ŸDas Bauteil unter dem Namen
<salz_boden> speichern. Die Datei „salz_boden“ öffnen.
50 5 Salzstreuer

Konstruktionselemente anpassen Salzstreuerboden ableiten


Die Definition der Rotation editieren und den Durchmesser auf <30> ändern.

Zur Übernahme der Änderungen, muss das Modell mit dem Button Regene-
rieren aktualisiert werden.
Datei speichern Salzstreuerboden ableiten

DATEI ŸSpeichern

5.5 Unterbaugruppen erzeugen


Die Bauteile werden jetzt zu einer Baugruppe zusammengefügt. Dabei werden erst
die beiden Unterbaugruppen „pfeffer_bg“ und „salz_bg“ erzeugt und diese dann in
die Hauptbaugruppe „pfeffer_salz_bg“ eingefügt.

Neue Datei erzeugen Unterbaugruppen erzeugen


Typ: Baugruppe
Dateiname: <pfeffer_bg>
Boden einbauen Unterbaugruppen erzeugen
Den Boden „pfeffer_boden“ mit der Funktion Komponente zu Baugruppe hinzu-
fügen einbauen.
Die jeweils erste Komponente der Baugruppe kann sehr einfach mit der Plat-
zierungsoption „Standard“ eingebaut werden.
Körper einbauen Unterbaugruppen erzeugen
Den Körper „pfeffer_koerper“ mit der Funktion Komponente zu Baugruppe hin-
zufügen einbauen.
Zwei Platzierungsbedingungen:
x Hauptachsen ausrichten
x zwei Flächen gegenrichten
5.6 Hauptbaugruppe erzeugen 51

Datei speichern Unterbaugruppen erzeugen

DATEI ŸSpeichern

Die Unterbaugruppe „salz_bg“ analog zur Baugruppe „pfeffer_bg“ aus den Bautei-
len „salz_boden“ und „salz_koerper“ erzeugen.

5.6 Hauptbaugruppe erzeugen


In die neue Baugruppe „pfeffer_salz_bg“ werden die beiden bereits erzeugten
Unterbaugruppen eingebaut.

Neue Datei Hauptbaugruppe erzeugen


Typ: Baugruppe
Dateiname: <pfeffer_salz_bg>
Baugruppe Pfeffer einbauen Hauptbaugruppe erzeugen
Die Unterbaugruppe „pfeffer_bg“ mit der Funktion Komponente zu Baugruppe
hinzufügen einbauen.
Platzierungsbedingung: Standard
Baugruppe Salz einbauen Hauptbaugruppe erzeugen

Die Unterbaugruppe „salz_bg“ mit der Funktion


Komponente zu Baugruppe hinzufügen einbauen.
Drei Platzierungsbedingungen:
x Hauptachsen ausrichten
x die Bodenfläche des Salzstreuers und der Boden
der zentralen Bohrung des Pfefferstreuers gegen-
richten
x zwei Ebenen selektieren, um die Drehung um die
Hauptachse zu unterbinden
52 5 Salzstreuer

Datei speichern Hauptbaugruppe erzeugen

DATEI ŸSpeichern

5.7 Beziehungen erstellen


Die Beziehungen werden in mehreren Schritten erzeugt. Zunächst werden mit Hil-
fe von Pro/PROGRAM zwei Eingabeparameter erstellt, welche bei jeder Regene-
rierung der Baugruppe abgefragt werden. Anschließend sind im Beziehungseditor
Randbedingungen in Form von Formeln zu hinterlegen. Im letzten Schritt werden
die notwendigen Verweise auf die einzelnen Bauteile erstellt.

Datei öffnen Beziehungen erstellen


Die Datei „pfeffer_salz_bg“ öffnen
Eingabeparameter festlegen Beziehungen erstellen

TOOLS Ÿ Program… Æ Menü-Manager erscheint Ÿ Programm edit auswäh-


len Æ Editorfenster mit Pro/PROGRAM erscheint

Die Program-Datei wird im Standard-Texteditor des Systems geöffnet.

Im Bereich „INPUT“ werden folgende Einträge hinzugefügt:


D_INNEN
D_AUSSEN
5.7 Beziehungen erstellen 53

Die Änderungen speichern und den Editor schließen.


Ÿ Im Mitteilungsbereich die Übernahme der Änderungen ins Modell mit „Ja“
bestätigen Æ Fenster Menü-Manager erscheint Ÿ Eingeben Ÿ beide Parame-
ter selektieren Ÿ Fertig Ausw Ÿ Im Mitteilungsbereich für beide Parameter den
Wert <0> eingeben. Ÿ ENTER

Die Eingaben in der Programm-Datei sind nicht „case-sensitiv“. Das bedeu-


tet, das System beachtet keine Groß- und Kleinschreibung und wandelt alle Be-
zeichnernamen in Großbuchstaben um.

Der Anhang „NUMBER“ wird automatisch vom System erzeugt und gibt an,
dass es sich bei den Parametern um einen Eingabeparameter vom Typ „NUM-
BER“ handelt.

Randbedingungen festlegen Beziehungen erstellen

TOOLS Ÿ Beziehungen… Æ Fenster Beziehungen erscheint

Im Editorbereich des Fensters Beziehungen die folgenden Variablen erstellen.


/* VARIABLEN FESTLEGEN
D_INNEN_MIN = 20
D_AUSSEN_MAX = 100
DIFFERENZ_MIN = 20
ABSTAND = 1
54 5 Salzstreuer

Die Werte haben später folgende Bedeutung:


D_INNEN_MIN – minimaler Durchmesser des Salzstreuers
D_AUSSEN_MAX – maximaler Durchmesser des Pfefferstreuers
DIFFERENZ_MIN – minimaler Durchmesserunterschied der beiden Streuer
ABSTAND – Abstand zwischen Salzstreueraußen- und Pfefferstreuerinnenfläche

Zeilen können mit „/*“ als Kommentar markiert werden und werden auf die-
se Weise nicht vom System ausgewertet.

Im Bereich „Lokale Parameter“ können aktuell erstellte Parameterwerte ein-


gesehen, editiert und ggf. entfernt werden.

Mit der Funktion Beziehungen verifizieren kann die Richtigkeit der ein-
gegebenen Beziehungen überprüft werden. Dabei festgelegte Parameter gelan-
gen in den Bereich „Lokale Parameter“. Fehlerhafte Elemente werden vom Sys-
tem hervorgehoben und können so leicht korrigiert werden.

Randbedingungen festlegen Beziehungen erstellen

Die nun einzugebenden Formeln dienen der Einhaltung von Randbedingungen


und sichern die Regenerierbarkeit der Baugruppe.
Dabei werden die Funktionen „min()“ und „max()“ verwendet. Die Funktion
„min()“ gibt den kleinsten der übergebenen Parameter zurück, während „max()“
den größten liefert.
Mit Hilfe dieser Randbedingungen soll gewährleistet werden, dass das Modell
nur innerhalb folgender Grenzen geändert wird:
x Pfefferstreuer maximal 100mm Durchmesser
x Salzstreuer minimal 20mm Durchmesser
x „Ringstärke“ Pfefferstreuer min. 10mm
5.7 Beziehungen erstellen 55

Weiterhin wird durch die Randbedingungen verhindert, dass der Durchmesser


des Pfefferstreuers kleiner als der des Salzstreuers werden kann.
In den ersten beiden Schritten wird hier dafür gesorgt, dass der Wert von
D_INNEN innerhalb des zulässigen Bereichs liegt und stets folgende Bedingung
erfüllt ist:
D_INNEN_MIN <= D_INNEN <= ( D_AUSSEN_MAX – DIFFERENZ_MIN )
In den folgenden beiden Schritten wird der Wert von D_AUSSEN an seine
Grenzen angepasst, wodurch die folgende Bedingung erfüllt wird:
(D_INNEN + DIFFERENZ ) <= D_AUSSEN <= D_AUSSEN_MAX

Folgende Beziehungen eingeben:


/* RANDBEDINGUNGEN ANWENDEN

/* MINIMALE GRÖESSE DES INNENDURCHMESSERS


D_INNEN=MAX(D_INNEN,D_INNEN_MIN)

/* MAXIMALE GROESSE DES INNENDURCHMESSERS


D_INNEN=MIN(D_INNEN,D_AUSSEN_MAX-DIFFERENZ_MIN)

/* MINIMALE GROESSE DES AUSSENDURCHMESSERS


D_AUSSEN= MAX(D_AUSSEN,D_INNEN+DIFFERENZ_MIN)

/* MAXIMALE GROESSE DES AUSSENDURCHMESSERS


D_AUSSEN= MIN (D_AUSSEN,D_AUSSEN_MAX)

Mit der Funktion Werte für Ausdruck bereitstellen können Werte von Pa-
rametern oder ganzen Formeln direkt angezeigt werden. Beim Aktivieren der
Funktion wird der gerade markierte Text direkt in den Ausdruckseditor über-
nommen.

Funktion aus Liste einfügen zeigt die Liste aller verfügbaren Funktionen
im Beziehungseditor an und fügt die ausgewählte ein.
56 5 Salzstreuer

Sitzungs-IDs auslesen Verweise auf Bauteile herstellen


Im letzten Schritt müssen die eben erstellten Parameter noch mit den tatsächli-
chen Dimensionen der Bauteile verknüpft werden.

Generell gibt es die Möglichkeit, die Beziehungen der Bauteile auf die je-
weils übergeordnete Baugruppe verweisen zu lassen oder die Werte der Bauteile
in den Beziehungen der Baugruppe festzulegen. Die erste Variante ist sinnvoll,
wenn in den Bauteilen bereits Beziehungen existieren. Im diesem Beispiel exis-
tieren Beziehungen nur in der Hauptbaugruppe. Daher bietet es sich zur besseren
Wartbarkeit und Übersichtlichkeit an, von der Baugruppe auf die Bauteile zu
verweisen.
Um in den Beziehungen auf Parameter anderer Bauteile zu verweisen, wird die
Sitzungs-ID verwendet.

Die Sitzungs-ID ist eine Nummer, die bei der Erzeugung einer Baugruppe
jeder Komponente zugewiesen wird. Ist eine Komponente mehrmals eingebaut,
so hat jede dieser Komponenten die gleiche Sitzungs-ID.
Die Sitzungs-ID von Bauteilen und Baugruppen kann wie folgt angezeigt wer-
den:
Fenster Beziehungen Ÿ ZEIGEN Ÿ Sitzungs-ID

Wird dann das entsprechende Bauteil


oder die Baugruppe ausgewählt, wird
seine Sitzungs-ID im MITTEILUNGS-
FENSTER angezeigt.
5.7 Beziehungen erstellen 57

Verweise erstellen Verweise auf Bauteile herstellen

Auf die Parameter der Bauteile kann in Pro/PROGRAM in der Form <Parame-
ter-Name>:<Sitzungs-ID> zugegriffen werden. Der Ausdruck D:0=D_AUSSEN
würde demzufolge dem Parameter D des Bauteils mit der Sitzungs-ID 0 den
Wert der Variablen D_AUSSEN zuweisen.
Folgender Text muss also im Beziehungseditor hinzugefügt werden (wobei die
Sitzungs-IDs ggf. anzupassen sind):
/* PARAMETER IN DIE BAUTEILE ÜBERTRAGEN
/* AUSSENDURCHMESSER PFEFFERBODEN
D:0=D_AUSSEN
/* AUSSENDURCHMESSER PFEFFERKÖRPER
D:2=D_AUSSEN
/* BOHRUNGSDURCHMESSER PFEFFERKÖRPERBOHRUNG
D_BOHRUNG:2=D_INNEN + 2*ABSTAND
/* AUSSENDURCHMESSER SALZBODENBODEN
D:4=D_INNEN
/* AUSSENDURCHMESSER SALZKÖRPER
D:6=D_INNEN

Die vollständig fertigen Beziehungen sehen so aus:


/* VARIABLEN FESTLEGEN
D_INNEN_MIN = 20
D_AUSSEN_MAX = 100
DIFFERENZ_MIN = 20
ABSTAND = 1

/* RANDBEDINGUNGEN ANWENDEN
/* MINIMALE GRÖSSE DES INNENDURCHMESSERS
D_INNEN=MAX(D_INNEN,D_INNEN_MIN)
/* MAXIMALE GRÖSSE DES INNENDURCHMESSERS
D_INNEN=MIN(D_INNEN,D_AUSSEN_MAX-DIFFERENZ_MIN)
/* MINIMALE GRÖSSE DES AUSSENDURCHMESSERS
D_AUSSEN= MAX(D_AUSSEN,D_INNEN+DIFFERENZ_MIN)
/* MAXIMALE GRÖSSE DES AUSSENDURCHMESSERS
D_AUSSEN= MIN (D_AUSSEN,D_AUSSEN_MAX)
58 5 Salzstreuer

/* PARAMETER IN DIE BAUTEILE ÜBERTRAGEN


/* AUSSENDURCHMESSER PFEFFERBODEN
D:0=D_AUSSEN
/* AUSSENDURCHMESSER PFEFFERKÖRPER
D:2=D_AUSSEN
/* BOHRUNGSDURCHMESSER PFEFFERKÖRPERBOHRUNG
D_BOHRUNG:2=D_INNEN + (2 * ABSTAND)
/* AUSSENDURCHMESSER SALZBODENBODEN
D:4=D_INNEN
/* AUSSENDURCHMESSER SALZKÖRPER
D:6=D_INNEN

Bei jedem Regenerieren der Baugruppe wird der Anwender jetzt nach den Einga-
beparameterwerten gefragt. Alternativ dazu kann auch eine Datei mit Parameter-
werten eingelesen werden. Auf Basis dieser Daten wird die Baugruppe entspre-
chend angepasst.
59

6 Welle

Dieses Beispiel demonstriert, wie bestimmte Dimensionierungsvorgänge durch


Pro/PROGRAM automatisiert werden können. Die Welle wird als parametrisches
Bauteil aufgebaut und die entsprechenden Berechnungsformeln mittels
Pro/PROGRAM hinterlegt. Durch Eingabe der Kennwerte (zu übertragendes
Drehmoment, zulässige Torsionsspannung, zulässige Flächenpressung) wird die
Welle automatisch dimensioniert. Auf die hier gezeigte Weise, kann das Beispiel
beliebig erweitert werden und weitere Funktionen bzw. Berechnungen integriert
werden.

Hinweis
Die in diesem Beispiel durchgeführten Berechnungen und Auslegungen sind stark
vereinfacht und stellen keinesfalls eine praxisgerechte Auslegung dar. Dieses Bei-
spiel zeigt wie Auslegungsvorgänge automatisiert werden können. Für eine voll-
ständig normgerechte Auslegung kann das Beispiel entsprechend erweitert werden.

Vorgehensweise:
x Welle erzeugen
x Parameter festlegen
x Beziehungen definieren
x Eingabewerte ändern.
60 6 Welle

6.1 Welle erzeugen


Im ersten Schritt wird die Welle als Rotationsbauteil erzeugt. An diesem Bauteil
werden Passfedernuten und Fasen angebracht.
Für das spätere Festlegen von Parametern und Beziehungen ist es erforderlich,
dass alle Bemaßungen exakt wie auf den angegebenen Skizzen angetragen werden.

Neue Datei erzeugen Welle erzeugen


Dateiname: <welle>
Grundkörper Welle erzeugen

Das Werkzeug Drehen-Tool verwenden, um den Grundkörper erzeugen.


Die Maße können der unten stehenden Skizze entnommen werden.

Das Werkzeug Fasen-Tool verwenden , um an beiden Wellenenden Fasen


anzubringen.
x Fasenwert: <5mm>

Erste Bezugsebene Welle erzeugen

Zur Erzeugung der Passfedernuten ist zunächst eine Bezugsebene zu erzeugen.


Diese Bezugsebene muss tangential zur Oberfläche des zweiten Absatzes (zwei-
ter Absatz von links) sein.
6.1 Welle erzeugen 61

Erste Passfedernut Welle erzeugen

Die erste Passfedernut wird am zweiten Absatz (Absatz zwei von links) erzeugt.
x Passfedernuttiefe: <4mm>

Zweite Bezugsebene Welle erzeugen

Die zweite Bezugsebene muss tangential zur Oberfläche des fünften Absatzes
(fünfter Absatz von links) sein.
62 6 Welle

Zweite Passfedernut Welle erzeugen

Die zweite Passfedernut wird am fünften Absatz (Absatz fünf von links) erzeugt.
x Passfedernuttiefe: <4mm>

6.2 Parameter festlegen


Im zweiten Schritt werden diejenigen Parameter festgelegt, die zur späteren An-
passung des Modells notwendig sind.

Parameter der Welle Festlegen der Parameter


Die Parameter der Welle können dem Bild entnommen werden.
Es sind folgende Parameter zu definieren:
Absatz Absatzlänge Absatzdurchmesser
1 l_1 d_1
2 l_2 d_2
3 l_3 d_3
4 l_4 d_4
5 l_5 d_5
6.2 Parameter festlegen 63

Die Vorgehensweise zur Festlegung von Parametern ist in Kapitel „Zylin-


derschraube“ beschrieben.

Parameter der Passfedernut 1 Festlegen der Parameter


Die Parameter der ersten Passfedernut können dem unten stehenden Bild ent-
nommen werden. Es sind folgende Parameter zu definieren:
t_p2 Tiefe der Passfedernut im Absatz zwei
l_p2 Länge der Passfedernut im Absatz zwei
b_p2 Breite der Passfedernut im Absatz zwei
a_p2 Abstand der Passfedernutmitte im Absatz zwei zum Absatz eins
64 6 Welle

Parameter der Passfedernut 2 Festlegen der Parameter


Die Parameter der zweiten Passfedernut können dem untenstehenden Bild ent-
nommen werden. Es sind folgende Parameter zu definieren:
t_p5 Tiefe der Passfedernut im Absatz fünf
l_p5 Länge der Passfedernut im Absatz fünf
b_p5 Breite der Passfedernut im Absatz fünf
a_p5 Abstand der Passfedernutmitte im Absatz fünf zum Wellenende

Parameter der Fasen Festlegen der Parameter

Die Fasenwerte erhalten die Parameternamen <fase_1> (Wellenabsatz 1) und


<fase_5> (Wellenabsatz 5).

6.3 Beziehungen definieren


In diesem Abschnitt werden die für das Modell benötigten Beziehungen zwischen
den Parametern sowie die Formeln zur Dimensionierung definiert. Mit Hilfe der
hinterlegten Beziehungen soll anschließend eine automatische Dimensionierung
des Mindestdurchmessers sowie eine Anpassung der Passfedernutlänge erfolgen.
Für die Dimensionierung der Welle werden zunächst einige Angaben abgefragt:
x zu übertragendes Moment (MT)
x zulässige Torsionsspannung (TT_ZUL)
x zulässige Flächenpressung (P_ZUL)
x Erzeugung von Fasen (FASEN).
6.3 Beziehungen definieren 65

Eingabeparameter definieren Beziehungen definieren


Zunächst werden mit Pro/PROGRAM die vier Eingabeparameter festgelegt.
TOOLS Ÿ Program…Æ Fenster Menü-Manager erscheint
Im Menü-Manager den Punkt Programm edit wählen Æ Editorfenster erscheint
Im Editorfenster im Bereich Input den folgenden Code eingeben:
INPUT
MT NUMBER
“Zu uebertragendes Moment in [Nm].“
TT_ZUL NUMBER
“ZulaessigeTorsionsspannung in [N/qmm].“
P_ZUL NUMBER
“Zulaessige Flaechenpressung in [N/qmm].“
FASEN YES_NO
“Fasen erzeugen?“
END INPUT
Mit diesen Angaben wird festgelegt, dass vor jeder Regenerierung das zu über-
tragende Moment und die zulässigen Spannungen abgefragt werden. Weiterhin
kann darüber entschieden werden, ob am Wellenende Fasen erzeugt werden oder
nicht.
Der für den Eingabeparameter FASEN verwendete Zusatz Typ YES_NO er-
zeugt einen Eingabeparameter, der lediglich die Werte ja oder nein annehmen
kann.

Eingabeparameter festlegen Beziehungen definieren


Nachdem das Modell mit Eingabeparametern versehen wurde, wird es automa-
tisch regeneriert. Bei Modellen mit Eingabeparametern wird dem Anwender da-
bei immer die Möglichkeit zur Eingabe der Parameter gegeben.
Den Eingabeparametern wurden bisher jedoch noch keine Werte zugewiesen.
Um Probleme beim Berechnen der Beziehungen zu vermeiden, werden den Ein-
gabeparametern zunächst folgende Startwerte zugewiesen:
MT 900
TT_ZUL 230
P_ZUL 50
FASEN Ja

Nachdem die Eingabeparameter definiert sind, können nun die Beziehungen fest-
gelegt werden.
66 6 Welle

Beziehungen festlegen Beziehungen definieren

Im Folgenden ist der einzugebende Code angegeben. Alle Zeilen, die mit „ /* “
beginnen sind Kommentare und können auch weggelassen werden. Aus Grün-
den der besseren Nachvollziehbarkeit empfiehlt es sich jedoch, den verwendeten
Code zu kommentieren.
TOOLS Ÿ Beziehungen Æ Beziehungseditor wird geöffnet
Durch Copy&Paste kann der Schreibaufwand bei der Eingabe der Beziehun-
gen erheblich reduziert werden.

/***Wellendurchmesser
/*
/* MINDESTWELLENDURCHMESSER
/* SOLLTE DER ERRECHNETE MINDESTDURCHMESSER KLEINER ALS
/* 10MM SEIN, WIRD DER MINDESTDURCHMESSER AUF 10MM GESETZT
/*
/* Sicherheitsbeiwert gegen Dauerbruch: 3.4
/* Faktor 1000 aufgrund der Umrechnung Nm --> Nmm
D_MIN = (((MT * 1000) / (PI * TT_ZUL)) ^ (1/3)) * 3.4
IF D_MIN < 10
D_MIN = 10
ENDIF

/* ABSATZ FÜNF SOLL DEN KLEINSTEN DURCHMESSER HABEN


/* DIESER ENTSPRICHT ALSO DEM BERECHNETEN
/* MINDESTDURCHMESSER. DIE ÜBRIGEN ABSÄTZE HABEN
/* DURCHMESSER, DIE EIN FESTES VIELFACHES DES
/* MINDESTDURCHMESSERS SIND.
/* ABSATZ 1: AUFRUNDEN AUF GANZE MM
D_1 = CEIL(D_MIN * 0.9)
/* ABSATZ 2: AUFRUNDEN AUF GANZE MM
D_2 = CEIL(D_MIN * 1.1)
/* ABSATZ 3: AUFRUNDEN AUF GANZE MM
D_3 = CEIL(D_MIN * 1.5)
/* ABSATZ 4: AUFRUNDEN AUF GANZE MM
D_4 = CEIL(D_MIN * 1.2)
/* ABSATZ 5: AUFRUNDEN AUF GANZE MM
D_5 = CEIL(D_MIN)
6.3 Beziehungen definieren 67

/*** FASEN
/*
/* DER FASENWERT SOLL DABEI STETS EIN ZEHNTEL DES
/* ABSATZDURCHMESSERS SEIN
/* ABSATZ 1
FASE_1 = CEIL(D_1 / 10)
/* ABSATZ 5
FASE_5 = CEIL(D_5 / 10)

/*** PASSFEDERNUT IM ABSATZ 2


/*
/* MINIMALE PASSFEDERNUTLAENGE
L_P2_MIN = (2 * MT * 1000) / (0.45 * 4 * D_2 * D_2 * P_ZUL * 0.2)
/* AUFRUNDEN AUF GANZE MM
L_P2 = CEIL(L_P2_MIN)
/* BREITE PASSFEDERNUT (ABHÄNGIG VOM DURCHMESSER)
B_P2 = CEIL(D_2/ 5)

/* TIEFE PASSFEDERNUT (ABHÄNGIG VOM DURCHMESSER)


T_P2 = CEIL(D_2 / 8)
/* LAENGE DES GESAMTEN ABSATZES
L_2 = CEIL(L_P2 + B_P2 + 10)
/* ABSTAND PASSFEDERNUTMITTE VOM ABSATZ EINS
/* MITTIG POSITIONIERT
A_P2 = L_2/ 2

/*** PASSFEDERNUT IM ABSATZ 5


/* PASSFEDERNUTLAENGE
L_P5_MIN = (2 * MT) / (0.45 * 4 * D_5 * D_5 * P_ZUL * 0.2)
/* AUFRUNDEN AUF GANZE MM
L_P5 = CEIL(L_P5_MIN)
/* BREITE PASSFEDERNUT (ABHÄNGIG VOM DURCHMESSER)
B_P5 = CEIL(D_5 / 5)
/* TIEFE PASSFEDERNUT (ABHÄNGIG VOM DURCHMESSER)
T_P5 = CEIL(D_5 / 8)
/* LAENGE DES GESAMTEN ABSATZES
L_5 = CEIL(L_P5 + B_P5 + (2 *FASE_5) + 10)
/* ABSTAND PASSFEDERNUTMITTE VOM WELLENENDE
/* MITTIG POSITIONIERT
A_P5 = L_5 / 2
68 6 Welle

/*** LÄNGEN DER ÜBRIGEN WELLENABSÄTZE


/* DIE LÄNGEN SIND EIN FESTES VIELFACHES DES
/* DER LÄNGE DES ABSATZES FÜNF.
/* ABSATZ 1: AUFRUNDEN AUF GANZE MM
L_1 = CEIL(L_5 * 0.5)
/* ABSATZ 3: AUFRUNDEN AUF GANZE MM
L_3 = CEIL(L_5 * 0.25)
/* ABSATZ 4: AUFRUNDEN AUF GANZE MM
L_4 = CEIL(L_5 * 0.5)

Die Funktion Beziehungen verifizieren verwenden, um die eingegebenen Be-


ziehungen zu überprüfen. Falls alle Beziehungen korrekt sind, kann der Bezie-
hungseditor geschlossen werden.

Um die Fasen bei Bedarf unterdrücken zu können, muss der entsprechende Be-
reich im Programm in eine IF-Abfrage eingeschlossen werden.

Im Programm von Pro/PROGRAMM sind alle erzeugten KEs aufgeführt.


Um die Fasen zu unterdrücken, wird der Teil in eine IF-Abfrage eingeschlossen,
der zur Definition der Fasen dient. Im unten stehenden Beispielcode ist ein Aus-
zug aus dem Programm dargestellt, wobei der mittlere Teil aus Platzgründen ent-
fernt wurde. Weiterhin können natürlich die im Beispielcode angegebenen KE-
IDs und Eltern-IDs variieren.
Um die IF-Abfrage einzubauen, muss erneut zu Pro/PROGRAMM gewechselt
werden.
TOOLS ŸProgram…Æ Fenster Menü-Manager erscheint
Im Fenster Menü-Manager den Punkt Programm edit wählen Æ Editorfenster
erscheint
Im Editorfenster wird der Bereich gesucht, der die Fasen am Wellenende defi-
niert und in eine IF-Abfrage gefasst.

Sind beide Fasen in einem KE erzeugt, dann reicht es aus, diesen einen Be-
reich in eine IF-Abfrage zu fassen. Wurden beide Fasen in separaten KEs er-
zeugt, müssen entsprechend zwei Bereiche in IF-Abfragen gefasst werden.
6.4 Eingabewerte ändern 69

IF FASEN == TRUE
ADD FEATURE (initial number 6)
INTERNE KE-ID 130
Eltern = 39(#5)
FASE: Kante
Nr. ELEMENTNAME INFO
--- ------------- -------------

4 Übergänge Definiert
Bemaßungen des KE:
fase_5 = 3
END ADD
END IF

Datei speichern Ÿ Editor schließen Ÿ Übernahme der Änderungen ins Modell


mit JA bestätigen Ÿ im Fenster Menü-Manager auf Eingeben klicken Ÿ alle
Eingabewerte aktivieren Ÿҏ Fertig Ausw Ÿ Eingabeparameter angeben Æ Mo-
dell wird entsprechend der eingegebenen Werte regeneriert.

6.4 Eingabewerte ändern

Um die Eingabewerte zu ändern, mit LMB das Icon Modell regenerieren wäh-
len. Pro/ENGINEER baut das Modell entsprechend der eingegebenen Werte neu
auf.
70

7 Bewegungssimulation

Zur Darstellung der erweiterten Funktionen in Pro/ENGINEER soll eine Baugrup-


pe „Motor“ modelliert und animiert werden. Eine der in Pro/ENGINEER vorhan-
denen Applikationen ist das Modul „Mechanismus“. Mit Hilfe dieses Moduls ist es
möglich, in Pro/ENGINEER erstellte Baugruppen zu animieren. Dabei können ne-
ben der reinen Animation weitere Analysen durchgeführt werden. Hierzu gehören
z. B. Kollisionsanalysen sowie die Berechnung verschiedener physikalischer Grö-
ßen. Berechnen lassen sich unter anderem:
x Position
x Geschwindigkeit
x Beschleunigung
x Verbindungsreaktion
x Lastenreaktion
x Impuls.
Die berechneten Größen können natürlich auch graphisch dargestellt werden.
7.1 Einzelteile modellieren 71

Vorgehensweise:
x Einzelteile modellieren
x Einzelteile zusammenbauen
x Antrieb definieren
x Analysen durchführen.

7.1 Einzelteile modellieren


Im ersten Schritt sind die einzelnen Bauteile selbstständig zu modellieren. Die da-
zu benötigten Maße können den folgenden Skizzen entnommen werden.

7.1.1 Motorblock
Vorgehensweise:
x Grundkörper durch Extrusion erzeugen
x Aussparung für die Kurbelwelle als Rotationskörper erstellen
x Bohrung für Kolben erzeugen
o Bezugsebene erzeugen (10mm Versatz) von der Deckfläche
o Von der Bezugsebene bis auf Aussparung für Kurbelwelle Bohren
x zweite Bohrung durch Spiegeln erzeugen
x Fase (10mm) erzeugen (rechtes Bild).
72 7 Bewegungssimulation

7.1.2 Kurbelwelle
Vorgehensweise:
x Grundkörper durch Extrusion erzeugen
x Grundkörper spiegeln
x Zylinder durch Extrusion erzeugen
x Verrunden
x Fasen anbringen.
7.1 Einzelteile modellieren 73

7.1.3 Kolben
Vorgehensweise:

x Grundkörper durch Extrusion erzeugen


x seitliche Aussparung durch Extrusion erzeugen
x Bohrung erzeugen
x Kolben aushöhlen (Funktion Schale 5mm Wandstärke)
o Option „Nicht-standardmäßige Dicke “ verwenden
o Flächen in der Bohrung selektieren
o Wandstärke 1,5mm
x Aussparung für Kolbenring durch Rotation erzeugen
x weitere Aussparungen als Muster erzeugen.
74 7 Bewegungssimulation
7.1 Einzelteile modellieren 75

7.1.4 Pleuel
Das Pleuel ist gemäß der technischen Zeichnung zu modellieren. Die Zeichnung
wurde mit Pro/ENGINEER erstellt und kann als Vorlage zum Trainieren der
Zeichnungserstellung verwendet werden. Dazu wird an dieser Stelle auf das Buch
„Pro/ENGINEER – kurz und bündig für Einsteiger“ verwiesen. Bei der hier darge-
stellten Zeichnung zusätzlich verwendete Elemente sind die:
x Ordinatenbemaßung (Einfügen => Bemaßung => Ordinaten…) und
x geometrische Toleranzen (Einfügen => Geometrische Toleranz => Fenster
Geometrische Toleranz öffnet sich)

Zusätzlich sind als Text auf der Zeichnung verschiedene Hinweise angegeben und
Symbole eingefügt.

Vorgehensweise

x Grundkörper erstellen
x Hauptbohrungen erzeugen
x seitliche und mittige Aussparungen erzeugen
x kleine Bohrungen erzeugen
x Verrundungen erzeugen.
76 7 Bewegungssimulation

7.2 Einzelteile zusammenbauen


Für die Durchführung einer Bewegungsanimation ist ein spezieller Aufbau der
Baugruppe nötig. Während normale Baugruppen so aufgebaut werden, dass alle
offenen Freiheitsgrade fest verbunden werden, werden offene Freiheitsgrade bei
einer Bewegungsanimation genutzt, um bestimmte Bewegungsarten zuzulassen.
Pro/ENGINEER bietet eine Vielzahl verschiedener Verbindungstypen, welche ei-
ne unterschiedliche Anzahl an Freiheitsgraden binden. Die nachfolgende Tabelle
zeigt eine Übersicht der verschiedenen Verbindungstypen einschließlich der jewei-
ligen Freiheitsgrade.
7.2 Einzelteile zusammenbauen 77

Freiheitsgrade
Verbindung rotato- trans- Beschreibung
risch latorisch
Starr 0 0 Zur Verbindung zweier Komponenten
Drehgelenk 1 0 Ermöglicht die Rotation um eine Achse
Schubge- 0 1 Ermöglicht die Verschiebung entlang einer
lenk Achse
Zylinderla- 1 1 Ermöglicht die Verschiebung entlang einer
ger bestimmten Achse bei gleichzeitiger Rotati-
on um diese Achse
Planar 1 2 Ermöglicht die Translation innerhalb der
Ebene sowie die Rotation um eine senkrecht
in der Ebene stehende Achse
Kugel 3 0 Ermöglicht die Rotation um alle drei Achsen
Schweiß- 0 0 Zur Verbindung zweier Komponenten
naht
Lager 3 1 Kombination aus Kugel- und Schubgelenk,
Ermöglicht die freie Rotation um eine Achse
oder Kante sowie die Bewegung entlang
dieser Achse oder Kante
Allgemein Abhängig von den Ein oder zwei frei wählbare Bedingungen
gewählten Bedin-
gungen
6FG 3 3 Ermöglicht eine Translation in alle drei
Raumrichtungen sowie eine Rotation um al-
le drei Achsen
Führung Abhängig von der Ermöglicht die Bewegung eines Punktes
gewählten Kurve entlang einer Kurve/Kante

7.2.1 Motorblock einbauen


Der Motorblock dient als Basiskomponente und soll unbeweglich bleiben. Aus
diesem Grund wird der Motorblock eindeutig und fest im 3D-Raum platziert.
Neue Datei erzeugen Motorblock einbauen
Dateiname: <motor>
Typ: <Baugruppe>
Untertyp: <Konstruktion>
78 7 Bewegungssimulation

WERKZEUGKASTEN Motorblock einbauen

mit LMB Icon Komponente zu Baugruppe hinzufügen wählen Æ Fenster


Öffnen erscheint
Fenster Öffnen Motorblock einbauen
Bauteil <motorblock> öffnen Æ SCHALTPULT erscheint
SCHALTPULT Motorblock einbauen
Den Motorblock über den Verbindungstyp „Allgemein“ platzieren
x Komponentenreferenz: Koordinatensystem des Motorblocks
x Baugruppenreferenz: Koordinatensystem der Baugruppe

Mit Icon Bestätigen SCHALTPULT schließen

7.2.2 Kurbelwelle einbauen


Die Kurbelwelle ist so einzubauen, dass nur noch eine Rotation um die Längsachse
möglich ist. Zum Einbau wird daher eine Verbindung benötigt, die alle
3 Translationsfreiheitsgrade und 2 Rotationsfreiheitsgrade bindet. Wie aus der
vorangegangenen Tabelle zu ersehen, kommt hierfür der Verbindungstyp „Drehge-
lenk“ zum Einsatz.

Kurbelwelle öffnen Kurbelwelle einbauen


Bauteil <kurbelwelle> öffnen.
7.2 Einzelteile zusammenbauen 79

Kurbelwelle positionieren Kurbelwelle einbauen


x Verbindungstyp: Drehgelenk
x Achsenausrichtung
o Komponentenreferenz: Längsachse der Kurbelwelle
o Baugruppenreferenz: Achse der Bohrung des Motorblocks
x Verschiebung
o Komponentenreferenz: mittige Ebene der Kurbelwelle
o Baugruppenreferenz: mittige Ebene des Motorblocks
Sollten keine mittigen Ebenen vorhanden sein, müssen diese noch in die Mo-
delle eingefügt werden. Alternativ kann die Kurbelwelle auch über Bauteilflä-
chen ausgerichtet werden.

Achsausrichtung Verschiebung

Mit Icon Bestätigen SCHALTPULT schließen.

7.2.3 Kolben einbauen


Die Kolben sind so einzubauen, dass nur eine Bewegung entlang der Bohrungs-
achse im Motorblock möglich ist und eine Rotation um diese Achse unterbunden
ist. Benötigt wird eine Verbindung, die alle 3 Rotationsfreiheitsgrade und
2 Translationsfreiheitsgrade bindet. Für diese Aufgabe bietet sich der Verbin-
dungstyp „Schubgelenk“ an.

Kolben öffnen Kolben einbauen


Bauteil <kolben> öffnen.
80 7 Bewegungssimulation

Kolben positionieren Kolben einbauen


x Verbindungstyp: Schubgelenk
x Achsenausrichtung
o Komponentenreferenz: Längsachse des Kolbens
o Baugruppenreferenz: Achse der Bohrung des Motorblocks
x Rotation
o Komponentenreferenz: Ebene des Kolbens (entsprechend Bild)
o Baugruppenreferenz: zugehörige Ebene des Motorblocks wählen

Achsausrichtung Rotation

Im Bereich „Bewegen“ kann der Kolben zur besseren Übersichtlichkeit be-


reits an seine ungefähre Position verschoben werden.

Mit Icon Bestätigen SCHALTPULT schließen.

Analoge Vorgehensweise für den zweiten Kolben.

7.2.4 Pleuel einbauen


Die Position der Pleuel wird über 2 Verbindungsstellen definiert. Durch die Ver-
wendung des Verbindungstyps „Drehgelenk“ lässt sich die Lage zur Kurbelwelle
bestimmen. Um eine Überbestimmung zu vermeiden, wird die Position zum Kol-
ben über den Verbindungstyp „Zylinderlager“ bestimmt, welcher nur eine Achs-
ausrichtung ermöglicht.
7.2 Einzelteile zusammenbauen 81

Kommt es zu Problemen beim Einbau der Pleuel, ist es oftmals hilfreich, das
Pleuel vor der Definition der zweiten Verbindungsstelle bereits an die endgültige
Position zu drehen. Idealerweise sollte der Kolben dann ebenfalls an seine unge-
fähre Position geschoben werden.

Pleuel öffnen Pleuel einbauen


Bauteil <pleuel > öffnen.
Pleuel positionieren (Verbindungsstelle 1) Pleuel einbauen
x Verbindungstyp: Drehgelenk
x Achsenausrichtung
o Komponentenreferenz: Achse der großen Bohrung des Pleuels
o Baugruppenreferenz: Achse der Kurbelwelle
x Verschiebung
o Komponentenreferenz: Seitenfläche des Pleuels
o Baugruppenreferenz: zugehörige Fläche auf der Innenseite der
Kurbelwelle
Achsenausrichtung Verschiebung

Pleuel positionieren (Verbindungsstelle 2) Pleuel einbauen


x Mit dem Knopf „neuer Satz“ die Definition eines neuen Verbindungssatzes
beginnen
x Verbindungstyp: Zylinderlager
x Achsenausrichtung
o Komponentenreferenz: Achse der kleinen Bohrung des Pleuels
o Baugruppenreferenz: Achse des Kolbens
82 7 Bewegungssimulation

Achsenausrichtung

Mit Icon Bestätigen SCHALTPULT schließen.

Analoge Vorgehensweise für den zweiten Kolben.

7.3 Antrieb definieren


Um eine Bewegung der Baugruppe zu ermöglichen, muss zunächst ein Antrieb de-
finiert werden. Dazu wird zur Applikation „Mechanismus“ gewechselt.

MENUELEISTE Antrieb definieren


MENUELEISTE Ÿ APPLIKATIONEN ŸMechanismus Æ Wechsel zur Ap-
plikation „Mechanismus“
7.3 Antrieb definieren 83

Innerhalb der Applikation „Mechanismus“ wird unterhalb des NAVIGATI-


ONSBEREICHES ein zusätzlicher Modellbaum eingeblendet, der so genannte
„MECHANISMUS-MODELLBAUM: Dieser Modellbaum enthält die für eine
Bewegungsanalyse wichtigen Elemente. Unter anderem werden dort aufgeführt:
x die in der Baugruppe enthaltenen Verbindungstypen inklusive der jeweils
vorhandenen Freiheitsgrade
x die definierten Motoren
x Federn und Dämpfer
x bereits definierte Analysen

MECHANISMUS-MODELLBAUM Antrieb definieren

MOTOREN Ÿ SERVO Ÿ RMB Ÿ NEU Æ Fenster Servomotor-Definition


öffnet sich

Fenster Servomotoren-Definition Antrieb definieren

Mit LMB auf den Button klicken

HAUPTARBEITSFENSTER Antrieb definieren

Drehgelenksverbindung zwischen Kurbelwelle und Motorblock wählen. Diese


Achse wird die durch den virtuellen Motor angetriebene Achse sein.
84 7 Bewegungssimulation

Fenster Servomotoren-Definition Antrieb definieren

Reiterkarte „Profil“ wählen Ÿ Ein-


stellungen wie im Bild wählen
Ÿmit LMB auf Button OK Fenster
Servomotor-Definition schließen

Mit diesen Einstellungen wird


ein Motor definiert, der sich mit ei-
ner konstanten Geschwindigkeit
von 90 Grad/s dreht.

7.4 Analysen durchführen


Nachdem der Antrieb definiert wurde, können verschiedene Analysen durchge-
führt werden. Es sollen folgende Analysen durchgeführt werden:
x Bewegungssimulation
x Kollisionsprüfung
x Analyse auftretender Geschwindigkeiten und Beschleunigungen.

7.4.1 Bewegungssimulation durchführen


Die erste Analyse ist eine reine Bewegungssimulation. Mit dieser Analyse soll
überprüft werden, ob die eingestellten Verbindungstypen korrekt sind, und sich die
Baugruppe wie gewünscht bewegt.

MECHANISMUS-MODELLBAUM Bewegungssimulation durchführen


ANALYSEN ŸRMB Ÿ NEU Æ Fenster Analysedefinition öffnet sich
7.4 Analysen durchführen 85

Fenster Analysedefinition Bewegungssimulation durchführen


Folgende Einstellungen vornehmen:
x Analysetyp: Kinematisch
Die restlichen Einstellungen können auf den
Standardwerten belassen werden.

Auf der Reiterkarte „Motoren“ sollte ge-


prüft werden, ob der zuvor definierte Motor
eingetragen ist.
Mit LMB den Button Ausführen wählenÆ
Analyse wird durchgeführt (sofern alle Kom-
ponenten korrekt eingebaut sind, sollte sich
der Motor jetzt bewegen):

Im MECHANISMUS-MODELLBAUM
wird unter dem Punkt ANALYSEN eine
neue Analyse mit dem Namen „AnalysisDe-
finition1“ angelegt; unter dem Punkt WIE-
DERGABEN werden die Ergebnisse der
Analyse abgelegt:
Mit LMB auf Button OK Fenster Analysede-
finition schließen.

7.4.2 Kollisionsprüfung durchführen


Im zweiten Schritt wird eine Kollisionsprüfung durchgeführt. Damit kann über-
prüft werden, ob die verbauten Bauteile so dimensioniert sind, dass die erforderli-
chen Bewegungen möglich sind, ohne dass sich Bauteile durchdringen.
Da die aktuelle Baugruppe keine Kollision verursacht, wird zunächst der Motor-
block abgeändert, um eine Kollision zu provozieren.
Anschließend werden die Einstellungen für die Kollisionsprüfung vorgenommen
und die Prüfung durchgeführt.

Motorblock ändern Kollisionsprüfung durchführen

MENUELEISTE Ÿ APPLIKATIONEN Ÿ STANDARD Æ Wechsel zur Appli-


kation „Standard“ ŸBauteil „Motorblock“ öffnen ŸZylinderbohrung ändern
(die Wandstärke soll an dieser Stelle 20mm betragen).
86 7 Bewegungssimulation

Bauteil „Motorblock“ schließen ŸMENUELEISTE Ÿ APPLIKATIONEN Ÿҏ


Mechanismus Æ Wechsel zur Applikation „Mechanismus“

Kollisionsprüfung aktivieren Kollisionsprüfung durchführen

MENUELEISTE Ÿ TOOLS Ÿ BAU-


GRUPPENEINSTELLUNGEN Ÿ Ein-
stellungen für Kollisionsprüfung Æ
Fenster Einstellungen für Kollisions-
prüfung erscheint. Folgende Einstel-
lungen vornehmen:
Allgemeine Einstellungen: Globale
Durchdringung
Die Option „Animationswiedergabe bei
Kollision anhalten“ aktivieren
Mit LMB auf Button OK Fenster All-
gemeine Einstellungen für Kollisions-
prüfung schließen

Analyseergebnisse abspielen Kollisionsprüfung durchführen

MECHANISMUS-MODELLBAUM Ÿ WIEDERGABEN Ÿ „AnalysisDefini-


tion1“ ŸRMB Ÿ Abspielen Æ Fenster Animation wird geöffnet

Sollten unter dem Punkt WIEDERGABEN keine Analyseergebnisse zum


Abspielen verfügbar sein, muss die Analyse zunächst noch einmal durchgeführt
werden. Dazu:
ANALYSEN Ÿ „AnalysisDefinition1“ Ÿ RMB ŸAusführen
7.4 Analysen durchführen 87

Fenster Animation Kollisionsprüfung durchführen

Mit LMB den Button Abspielen wählen Æ Ergebnissatz wird abgespielt


Zum Zeitpunkt der Durchdringung wird die Wiedergabe angehalten und die
Durchdringung farblich (rot) hervorgehoben. Zum Fortfahren erneut auf den
Button Abspielen klicken.

Für die folgenden Analysen muss die Zylinderbohrung wieder auf den ursprüng-
lichen Wert (10mm) gesetzt werden!

7.4.3 Kennwerte berechnen


Pro/ENGINEER bietet die Möglichkeit, verschiedene physikalische Kennwerte zu
ermitteln. Für den vorhandenen Motor sollen Beschleunigung, Geschwindigkeit
und Position des Kolbens bei einer Drehzahl von 6500min-1 berechnet werden.
Bevor die Kennwerte ermittelt werden können, sind zunächst einige Einstellungen
anzupassen.
Motordefinition anpassen
Die Geschwindigkeit des Motors ist in Grad/s anzugeben. Bei 6500min-1 ergibt
sich folgende Geschwindigkeit:
Geschwindigkeit=(6500/60)360=39000Grad/s

MECHANISMUS-MODELLBAUM Motordefinition anpassen


MOTOREN Ÿ SERVO Ÿ „ServoMotor1“ Ÿ RMB Ÿ Definition editieren Æ
Fenster Servomotor Definition öffnet sich
88 7 Bewegungssimulation

Fenster Servomotor Definition Motordefinition anpassen


Reiterkarte Profil wählen Ÿ Winkelgeschwindigkeit von 90Grad/s auf
39000Grad/s setzen Ÿmit LMB auf den Button OK Fenster Servomotor Defi-
nition schließen

Kolben und Motorblock anpassen


Die Berechnung von Geschwindigkeiten und Beschleunigungen bezieht sich nicht
auf einzelne Bauteile, sondern auf Punkte oder Achsen. Um Geschwindigkeit und
Beschleunigung für den Kolben zu berechnen, muss ein Punkt definiert werden,
der sich mit dem Kolben bewegt.
Die Berechnung von Geschwindigkeiten bezieht sich immer auf die x-y-z-Achsen
eines Koordinatensystems. Bis auf das Koordinatensystem des Motorblocks sowie
das Baugruppen-Koordinatensystem, scheiden alle Koordinatensysteme aus, da sie
nicht ortsfest sind. Diese beiden Koordinatensysteme haben jedoch keine Achse in
Richtung der Kolbenbewegung, weshalb sie als Bezugskoordinatensystem zwar
möglich, jedoch ungeeignet sind.
Um die Geschwindigkeit entlang der Achse der Zylinderbohrung zu berechnen,
wird ein ortsfestes Koordinatensystem erzeugt, bei dem eine Achse koaxial zur
Bohrungsachse des Kolbens ist.

Kolben anpassen Kolben und Motorblock anpassen


Zur Applikation „Standard“
wechseln.
Bauteil Kolben öffnen Ÿeinen
Punkt im Schnittpunkt beider
Achsen erzeugen ŸBauteil
Kolben speichern und schließen
7.4 Analysen durchführen 89

Motorblock anpassen Kolben und Motorblock anpassen

Bauteil Motorblock öffnen Ÿein


Koordinatensystem auf der Deckflä-
che des Motorblocks erzeugen
ŸBauteil Motorblock speichern
und schließen

Für die Rechnung ist wichtig,


dass eine Achse des Koordinatensys-
tems entsprechend der Achse der
Bohrung ausgerichtet ist.
Zurück zur Applikation „Mecha-
nismus“ wechseln.

Messwerte definieren
Nachdem die Bauteile sowie Motordefinitionen angepasst sind, können die zu er-
mittelnden Messwerte definiert werden.
MENUELEISTE Messwerte definieren

ANALYSE Ÿ Messgrößen… Æ Fenster Messungsergebnisse wird geöffnet


Fenster Messungsergebnisse Messwerte definieren

mit LMB auf den Button Neue Messgröße erzeugen klicken Æ Fenster
Messgrößendefinition wird geöffnet
Fenster Messgrößendefinition Messwerte definieren

Beschleunigung:
x Name: Beschleunigung
x Typ: <Beschleunigung>
Punkt oder Bewegungsachse: den im vorigen
Schritt erzeugten Punkt auf dem Kolben selek-
tieren
Koordinatensystem: das im vorigen Schritt er-
zeugte Koordinatensystem auf dem Motor-
block selektieren
Komponente: die Achse des Koordinatensys-
tems auf dem Motorblocks selektieren, die in
Bewegungsrichtung des Kolbens zeigt
Auswertemethode: auf „Pro Zeitschritt“ belassen
90 7 Bewegungssimulation

Zwei weitere Messgrößen (Ge-


schwindigkeit und Position) ana-
log zur obigen Vorgehensweise
erzeugen.
Mit LMB auf Button OK Fenster
Messgrößendefinition schließen

Analyseeinstellungen anpassen
Um bei dieser hohen Drehzahl eine ausreichende Genauigkeit zu erreichen, muss
die Analyse zunächst angepasst werden. Die vorhandenen Einstellungen, 10Bilder
(Messwerte) pro Sekunde, sind bei einer Drehzahl von 108.33 s-1 zu ungenau.
Die Einstellungen für die Analyse können wie folgt geändert werden:

MECHANISMUS-MODELLBAUM Analyseeinstellungen anpassen

ANALYSEN Ÿ „AnalysisDefinition1“ Ÿ RMB Ÿ Definition editieren Æ


Fenster Analysendefinition öffnet sich

Fenster Analysendefinition Analyseeinstellungen anpassen


Folgende Werte einstellen:
x Endzeit: <0.05>
x Min Intervall: <0.0002>
Ÿ mit LMB auf den Button Ausführen klicken Æ Analyse wird durchgeführt
Ÿmit LMB auf den Button OK Fenster Analysendefinition schließen

Messwerte darstellen
Im letzten Schritt können die ermittelten Kennwerte grafisch dargestellt werden.

MENUELEISTE Messwerte darstellen

ANALYSE Ÿ Messgrößen… Æ Fenster Messungsergebnisse wird geöffnet


7.4 Analysen durchführen 91

Fenster Messungsergebnisse Messwerte darstellen

Ÿ mit LMB die drei definierten


Messgrößen selektieren Ÿ die Option
„Messgrößen separat grafisch darstel-
len“ aktivieren Ÿ den Ergebnissatz
Analysisdefinition1 selektieren

Ÿ mit LMB Icon wählen, um die


Messgrößen graphisch darzustellen

Einheiten des Diagramms beach-


ten. In der Regel wird in als Einheit
für den Weg „mm“ verwendet.
92 7 Bewegungssimulation

Fenster Graphtool und Messungsergebnisse schließen


93

8 FE-Berechnung mit Pro/MECHANICA

Die Finite-Elemente Methode wird routinemäßig für Berechnungsaufgaben bspw.


im Maschinen-, Apparate- und Fahrzeugbau eingesetzt und gilt damit im Zusam-
menhang mit CAD als das leistungsfähigste Verfahren [KLE-07].
Mittels FE-Berechnung ist es möglich, durch Rechnersimulationen im Entwick-
lungsstadium eine wesentliche Verkürzung der Produktentwicklungszeiten zu
erzielen. Es werden zwei Berechnungsmethoden, die h- und die p-Methode, un-
terschieden. Bei der h-Methode läuft die grundlegende Vereinbarung der Finiten
Elemente immer gleich ab, da die Ansatzfunktion nur den Polynomgrad erster
oder zweiter Ordnung besitzt. Somit ist die Genauigkeit einer Berechnung eine
Funktion der Anzahl der Elemente beziehungsweise der Elementgröße. Je feiner
ein Netz gewählt wird, umso besser kann ein Bauteil beschrieben werden, so
dass das Ergebnis genauer wird. Allerdings erfordert diese Methode einen hohen
Aufwand an Beschreibungs-, Interpretations- und Rechenzeit.
VV [N/mm2]

h-Version
783

754 8
7
p-Version 6
5
725 4

3
696

h-Version
667 p=2

100 400 1.000 4.000 10.000 13.000


FHGs
Spannungsauswertung in einer Nietbrücke [KLE-07]
94 8 FE-Berechnung mit Pro/Mechanica

Bei der p-Methode (p = polynomial) werden Elemente verwendet, deren Ansatz


bis zur neunten Ordnung variiert werden kann. Bei diesen Elementen steigt die
Genauigkeit mit dem Polynomgrad der Ansatzfunktion, was sich in einer größeren
geometrischen Genauigkeit beim Modellieren (Randkurvenanpassung) und höhe-
rer Informationsdichte durch mehr Knotenfreiheitsgrade niederschlägt. Der Unter-
schied zwischen beiden Methoden ist im vorigen Bild anhand der Spannungsaus-
wertung einer Nietbrücke dargestellt.
In der h-Version wurden 2250 Volumenelemente verwandt. Eine Verdopplung der
Elementeanzahl auf 4500 zieht eine Spannungsdifferenz von ca. 15% nach sich.
Bei der Analyse mittels der p-Methode reichen für die Modellierung 18 Volumen-
elemente aus. Konvergenz wird bei Polynomgrad 6 erreicht [KLE-07]. Im folgen-
den Beispiel wird die Arbeitsweise von Pro/Mechanica beschrieben, das nach der
p-Methode arbeitet.

8.1 Pre-Processing
Für die FE-Berechnung wird das im Abschnitt 0 als technische Zeichnung abge-
bildete Pleuel verwendet. Zur Durchführung der Berechnung sind zunächst die
Lastfälle und Randbedingungen zu definieren.

Bauteil öffnen Pre-Processing


Dateiname: <pleuel>
Pro/Mechanica starten Pre-Processing
MENUELEISTE Ÿ APPLIKATIONEN ŸMechanica Æ Wechsel zur Appli-
kation Pro/Mechanica
8.1 Pre-Processing 95

Für die Berechnung sollten die Einheiten N, mm, s im Pro/ENGINEER einge-


stellt werden, da hier die Berechnungsergebnisse in SI-Einheiten bspw. mm und
N/mm2 ausgegeben werden. Beim Wechsel zu Pro/MECHANICA erfolgt stan-
dardmäßig eine Information zu den aktuell eingestellten Einheiten.

Flächenbereich definieren Pre-Processing

Als Last wird exemplarisch im kleinen Auge des Pleuels eine Zugkraft von
10000N definiert. Hierfür muss vorher ein Kontaktbereich für die Kraft definiert
werden.

MENUELEISTE ŸEINFÜGEN ŸFlächenbereich Æ Fenster Menü-


Manager erscheint
Im Fenster Menü-Manager: Skizze Ÿ Fertig Ÿ Neu einstellen Ÿ Ebene
Im HAUPTARBEITSFENSTER eine Ebene selektieren die wie die im Bild zu
sehende Ebene TOP positioniert ist.

Im Fenster Menü-Manager: Standard


Im Skizzierer folgende Fläche skizzieren.
x die Fläche geht über die volle Breite des Auges und ist 7,5mm breit
96 8 FE-Berechnung mit Pro/Mechanica

Skizzierer schließen

Im nächsten Schritt wird nun die Fläche selektiert, auf die die eben erzeugte
Skizze projiziert werden soll.
Dazu wie im Bild zu sehen, die Innenfläche des Auges selektieren

Im Fenster Menü-Manager: Fertig


Mit LMB auf Button OK Fenster Flächenbereich schließen
8.1 Pre-Processing 97

Last definieren Pre-Processing

Das Aufbringen der Last auf den Kontaktbereich erfolgt mit Hilfe des abgebilde-
ten Menüs Kraft-/Momentlast. Als Referenz ist der erzeugte Kontaktbereich zu
selektieren. Die Ausrichtung erfolgt standardmäßig zum Basiskoordinatensystem
der Baugruppe. Der Betrag und die Richtung der Last werden im Bereich
„Kraft“ eingegeben.

WERKZEUGKASTEN Ÿ Neue Kraft-/Momentenlast Æ Fenster Kraft-


Momentenlast erscheint
den eben erzeugten Flächenbereich selektieren Ÿ mit LMB auf Button OK
Fenster Auswahl schließen
Im Fenster Kraft-Momentenlast eine Kraft von 10000N eintragen.

Richtung und Vorzeichen sind vom Koordinatensystem abhängig und ggf.


anzupassen (Richtung der Kraft siehe Bild).
98 8 FE-Berechnung mit Pro/Mechanica

Lager definieren Pre-Processing

Die Definition des Lagers erfolgt mit Hilfe des Icons Neue Verschiebungs -
Randbedingung . Zur Berechnung der Zugkraft bspw. auf Grund der rotato-
rischen Massenkräfte wird das untere Pleuelauge als Einspannung betrachtet.
Hierfür sind die Freiheitsgrade für die Verschiebung in x, y, z Richtung
festzusetzen (siehe Bild). Die Rotation um die Z-Achse bleibt frei.

WERKZEUGKASTEN Ÿ Neue Verschiebungs -Randbedingung . Æ Fens-


ter Randbedingung erscheint
Die Innenseite des großen Auges selektieren Ÿ mit LMB auf Button OK Fens-
ter Auswahl schließen
Im Fenster Kraft-Momentenlast die Translation für alle drei Koordinatenach-
sen auf „fest“ setzen. Die Rotation muss für zwei Koordinatenachsen ebenfalls
auf „fest“ gesetzt werden. Für eine Achse (im Bild die Z-Achse) muss eine Rota-
tion zugelassen werden. Dabei ist die Koordinatenachse zu wählen, die dieselbe
Ausrichtung wie die Längsachse des großen Auges hat.
8.1 Pre-Processing 99

Material zuweisen Pre-Processing

Die Materialzuweisung erfolgt in zwei Schritten.


1. Material für das Pleuel aus der Datenbank auswählen.

WERKZEUGKASTEN Ÿ Material definieren Æ Fenster Materialien er-


scheint Ÿ das Material „STEEL“ auswählen
2. Im zweiten Schritt wird das Material dem Bauteil zugewiesen.

WERKZEUGKASTEN Ÿ Neue Materialzuweisung zu Modell/Volumen Æ


Fenster Materialzuweisung erscheint Ÿ da nur ein Material und ein Volumen
verfügbar ist, kann mit LMB auf Button OK das Fenster Materialzuweisung ge-
schlossen werden
100 8 FE-Berechnung mit Pro/Mechanica

8.2 Berechnung
Im zweiten Schritt wird die eigentliche Berechnung durchgeführt. Dazu sind zu-
nächst einige Einstellungen zur Art der Berechnung zu treffen.

Analyse definieren Berechnung

SYMBOLLEISTE ŸKonstruktionsstudien Æ Fenster Analysen und Kon-


struktionsstudien erscheint
Eine neue statische Konstruktionsstudie anlegen.
Datei Ÿ Neue statische Analyse Æ Fenster Definition der statischen Analyse
erscheint
Im Feld „Name“ kann ein Name für die durchzuführende Analyse vergeben
werden. In den Feldern „Randbedingungen“ und „Lasten“ sollten die zuvor defi-
nierten Lasten und Lager aufgeführt sein.

Bei der Definition der statischen Analyse können verschiedene Methoden


ausgewählt werden, die sich in Konvergenz und Polynomgrad unterscheiden.
Folgende Methoden stehen zur Verfügung.
x adaptive Mehrfachkonvergenz (hohe Genauigkeit bei Berechnung bis ma-
ximalen Polynomgrad (9) und Konvergenz kleiner 5%)
x adaptive Einschrittkonvergenz (Berechnung startet bei ausgewählten Poly-
nomgrad bis zum Erreichen der Konvergenz, bei mehrfachen Berechnungen
eines Bauteils hilfreich)
x Schnelldurchlauf (rechnet lediglich bei Polynomgrad 3 und 4, zur über-
schlägigen Berechnung geeignet)

Für die Analyse werden folgende Einstellungen getroffen:


x Adaptive Mehrfachkonvergenz
x Polynomgrad: Min. 1 Max. 9
x Prozentkonvergenz: 10

Mit LMB auf Button OK Fenster Definition der statischen Analyse schließen
8.2 Berechnung 101

Einstellungen für Rechenlauf Berechnung


Zum Speichern der Ergebnisse und temporären Dateien während der Berech-
nung sind im Fenster Einstellungen für Rechenlauf einzelne Verzeichnisse
auszuwählen. Dies ist vor allem bei größeren Berechnungen von Bedeutung, da
die anfallenden Dateien schnell sehr groß werden können.
Weiterhin kann für die jeweilige Berechnung eine Speicherzuteilung erfolgen.
102 8 FE-Berechnung mit Pro/Mechanica

Starten der Berechnung Berechnung

Das Starten der Berechnung erfolgt über das Icon Starten der Berechnung .
Daraufhin werden vom Programm verschiedene Abfragen, die zum Starten der
Berechnung zu bestätigen sind, durchgeführt.

Überwachung des Rechenlaufs Berechnung


Um die Überwachung des Rechenlaufs zu aktivieren, das Icon Studienstatus an-
zeigen selektieren .
Das Fenster Rechenlaufstatus zeigt unter anderem folgende Informationen:
x benötigte CPU Zeit und Rechendauer
x prozentuale Konvergenz
x Kurzübersicht zu den Ergebnissen
8.3 Post-Processing 103

Sobald die Berechnung erfolgreich beendet wurde, wird im Fenster Rechenlauf-


status folgende Meldung ausgegeben: „Rechenlauf abgeschlossen“ oder „Ana-
lyse abgeschlossen“ im ausführlichen Modus (dieser kann über das Häkchen in
der unteren linken Ecke aktiviert werden).

8.3 Post-Processing
Im letzten Schritt werden die berechneten Ergebnisse grafisch ausgewertet.

Ergebnisse darstellen Post-Processing

Um das Fenster zu Ergebnissauswertung aufzurufen, wird das Icon Ergebnisse


einer Konstruktionsstudie oder Finiten Elemente Analyse überprüfen ge-
wählt.
Im erscheinenden Fenster Ergebnisfensterdefinition sind verschiedene Einstel-
lungen zu treffen.
x Name der Analyse die ausgewertet werden soll. Hier ist die zuvor
durchgeführte Analyse aufgeführt. Andere vorhandene Analysen können
ebenfalls geladen werden
x die Größe die ausgewertet werden soll (z. B. Spannung, Verschiebung,
Dehnung)
Für die Darstellung der „von-Mises“-Spannung die im Bild zu sehenden Einstel-
lungen vornehmen.
104 8 FE-Berechnung mit Pro/Mechanica

Auf der Reiterkarte „Darstellungsoptionen“ können verschieden Einstellungen


zu Art und Weise der Ergebnispräsentation vorgenommen werden.

Um eine Animation der Verformung unter Lastaufbringung zu erhalten, ist


die Option „Animation“ zu selektieren.
Mit LMB auf Button OK Fenster Ergebnisfensterdefinition schließen. Die
Spannungsverteilung im Pleuel wird dargestellt.
8.3 Post-Processing 105

Anpassen der Ergebnisdarstellung Post-Processing


Zum Drucken, Speichern oder aus Gründen der Übersicht ist es hilfreich, die
Darstellung des Hintergrunds, der Legende, der Randbedingungen… anzupas-
sen. Eine Anpassung der dargestellten Informationen kann wie folgt vorgenom-
men werden.

Im Fenster Ergebnisfenster formatieren können die gewünschten Elemente


ein- und ausgeblendet werden.

Formatieren der Legende Post-Processing


Durch Anpassung der Legende kann der durch das Farbspektrum repräsentierte
Wertebereich angepasst werden.
106 8 FE-Berechnung mit Pro/Mechanica

Wird der Maximalwert der Legende auf 100 herabgesetzt, ergibt sich folgende
Änderung in der Spannungsdarstellung.

Menu Info Post-Processing

Im Menü INFO können unter anderem die Minimal- und Maximalwerte der ak-
tuell ausgewerteten Größe abgefragt werden. Weiterhin lassen sich die Werte
auch dynamisch abfragen.
8.3 Post-Processing 107

Je nach Position des Mauszeigers werden die entsprechenden Werte dynamisch


aktualisiert.

Ergebnisdefinition anpassen Post-Processing

Die Ergebnisfensterdefinition kann mit dem Icon Gewählte Definition editieren


verändert werden.

Ergebnisse verlassen Post-Processing


DATEI Ÿ Ergebnisse verlassen
108

9 Literaturverzeichnis

[KLE-07] Klein B.: FEM. Grundlagen und Anwendungen der Finite-


Elemente-Methode im Maschinen- und Fahrzeugbau, Vieweg
Verlag. 7. verb. und erw. Auflage, Wiesbaden 2007.
1

1 Allgemeine Einleitung

Pro/ENGINEER ist ein CAD/CAM-System, dass in der Produktentwicklung ein-


gesetzt wird. Das vorliegende Buch ist eine Fortsetzung des Buches
Pro/ENGINEER Wildfire 3.0 für Einsteiger und beschäftigt sich mit folgenden
Themengebieten:
x Entwicklung von 3D-Bauteilen durch komplexe Flächenmodellierung
x Einblick in das Arbeiten mit Familientabellen und Parametrisierung
x parametrische Konstruktion in Bauteilen und Baugruppen unter anderem mit
Hilfe von Pro/PROGRAM
x Bewegungsanimation mit Hilfe des Werkzeugs Mechanism Design und
x Anwendung der FEM-Analyse mit Pro/Mechanica.

Das CAD/CAM-System Pro/ENGINEER bietet verschiedene Möglichkeiten, den


Produktenwickler bei der täglichen Arbeit zu unterstützen. Das vorliegende Buch
zeigt bei der Anwendung von Pro/ENGINEER die Arbeitsweise in den Phasen
Entwerfen, Ausarbeiten und Detaillieren des Konstruktionsprozesses. Durch die
Verknüpfung der Bauteilerstellung mit der Parametrik, Bewegungsanalyse und
FEM-Analyse besteht die Chance, eine Baugruppe oder ein Bauteil komplett in ein
und demselben System zu konzipieren und später zu detaillieren. Dabei werden
auch Schleifen und Iterationen zwischen den einzelnen Prozessschritten unterstützt
und gefördert. Für eine vollständige Dokumentation der Arbeiten mit der zugehö-
rigen Nachvollziehbarkeit steht dem Anwender meist ein PDM-System (Product
Data Management) zur Verfügung. Auf die Anwendung von PDM-Systemen wird
in diesem Buch nicht eingegangen. Bei der Erstellung der Bauteile und Baugrup-
pen werden bewährte Elemente von Pro/ENGINEER verwendet:
x die direkte Manipulierbarkeit der Elemente (Feature) inklusive einer Überprü-
fung auf Konsistenz und Erzeugbarkeit der geänderten Elemente
x die Möglichkeit des Aufbringens technologischer Informationen an den Ele-
menten (z. B. Bearbeitungsvorgaben, geometrische Toleranzen)
x die Baumstruktur mit der Möglichkeit, direkt auf erzeugte Elemente zuzugrei-
fen
x die Möglichkeit des regelbasierenden (wissensbasierenden) Konstruierens
durch die Integration von Abhängigkeiten und Beziehungen zwischen einzel-
nen Parametern, Bauteilen und Baugruppen.
2 1 Allgemeine Einleitung

1.1 Grundlegende Begriffe


Begriff Erläuterung
Doppelklick zweifache Betätigung einer Maustaste
Eingabezeile Eingabe der Werte in der Konstruktionswerkzeugleiste
LMB (Left Mouse Button), Linke Maustaste
MMB (Middle Mouse Button), Mittlere Maustaste
RMB (Right Mouse Button), Rechte Maustaste
Button beschriftetes Feld zum Ein-/Ausschalten von Funktionalitäten
Icon graphisches Feld zum Ein-/Ausschalten von Funktionalitäten
Selektieren Auswählen eines Geometrieobjektes mit der Maus
DTM [Datum Plane] Bezugsebene zur Platzierung der Skizzen

Zur besseren Übersichtlichkeit der im Buch beschriebenen praktischen Beispiele


wurden verschiedene Formatvorlagen verwendet. Die folgende Tabelle zeigt und
erläutert die im Buch verwendeten Konventionen:

Konvention Erläuterung Beispiel


(...) Hinweis oder Erläuterung einer Aktion (mehrere Elemente
zum besseren Verständnis mit STRG+LMB
wählen)
Fett Windows-Fenster mit Nennung der Referenzen
Fensterüberschrift
GROSSBUCH- Symbolleisten, Bereiche der Programm- MENUELEISTE,
STABEN oberfläche, Menüpunkte... ARBEITSFENS-
TER
Kursiv Funktionen, Drop-Down Menüs Speichern, Extrudie-
Iconbezeichnung (Schaltfläche) ren-Tool
Æ Aktionen, die vom Programm automa- Æ Skizzieransicht
tisch ausgeführt werden wird geöffnet
Ÿ Abfolgen von Aktionen, die nacheinan- DATEI Ÿ Öffnen
der ausgeführt werden
<Wert> Tastatureingabe eines Zahlenwertes <120>
<Name> Eingabe der Zeichenkette „Name“ <yes>
1.3 Protokollierung in der Trail-Datei 3

1.2 Menü HILFE und Online-Hilfen


Die wichtigsten Befehle im Menü HILFE:
Hilfe Center Öffnen der Pro/ENGINEER-Hilfe
Was ist das? kontextbezogene Hilfe
Menü Mapper bietet die Möglichkeit, Inhalte von Befehlen zu Vorgänger-
versionen von Pro/ENGINEER darzustellen bspw.

Wird der Cursor über ein Icon bewegt, so erscheint eine einzeilige Kurzinformati-
on zum jeweiligen Befehl in schwarzer Schrift auf gelben Grund. Um eine aus-
führliche Information zu den entsprechenden Menüpunkten zu erhalten, bietet die
Online-Hilfe gute Möglichkeiten, Probleme selbständig zu lösen. Zum Vermeiden
von Wartezeiten bei einer späteren Nutzung der Online-Hilfe, sollte man den
Browser offen lassen.

1.3 Protokollierung in der Trail-Datei


Die Trail-Datei, die von Pro/ENGINEER automatisch erzeugt wird, enthält die
Dokumentation aller durchgeführten Arbeitsschritte. Diese Datei kann nach even-
tuellen Systemausfällen zur Modellierung herangezogen werden. Es ist jedoch dar-
auf zu achten, dass veraltete Trail-Dateien gelöscht werden. Durch das Löschen
dieser Daten wird Speicherplatz freigegeben. Daher bietet es sich außerdem an, die
Trail-Dateien in einem separaten Verzeichnis zu speichern.

x Anlegen eines Ordners, z. B. trail.


Öffnen der Konfigurationsdatei: MENUELEISTE Ÿ TOOLS Ÿ Optionen Æ
Konfigurationsdatei wird geöffnet
Falls die Option „trail_dir“ bereits vor-
handen ist:
x im Eingabefeld „Wert“ den Pfad
zum gewünschten Ordner angeben
Falls die Option „trail_dir“ noch nicht
vorhanden ist:
x im Eingabefeld „Option“
<trail_dir> eingeben
Ÿim Eingabefeld „Wert“ den Pfad
zum gewünschten Ordner angeben
ŸLMB Button Hinzuf/Löschen
4 1 Allgemeine Einleitung

1.4 Übersichtliche Modellstruktur erstellen


Im Modellbaum können zur Erhöhung der Übersichtlichkeit des Aufbaus des
CAD-Modells die einzelnen Konstruktionselemente individuell gruppiert und be-
nannt werden. Es ist beispielsweise hilfreich die jeweiligen Konstruktionselemente
nach Ihrer Funktion zu benennen und zu gruppieren.

Umbenennen übersichtlichere Modellstruktur erstellen


mit RMB KE selektieren Ÿ Umbenennen Ÿ Na-
me ändern, z. B. <Hilfsflaeche> Ÿ ENTER

Gruppieren übersichtlichere Modellstruktur erstellen


mit STRG+LMB KEs selektieren Ÿ RMB Ÿ
Gruppe
Name eingeben, z.B. <KE_Beginn_Steigung> Ÿ
ENTER

1.5 Hinweis
Pro/ENGINEER Wildfire 3.0 bietet vielfältige Möglichkeiten zur individuellen
Anpassung des CAD-Systems. Darunter fällt auch das Erscheinungsbild der Pro-
grammoberfläche. Hierbei können die Symbolleisten frei auf der Programmober-
fläche verteilt werden. Weiterhin ist es möglich, häufig benötigte Funktionen den
Symbolleisten hinzuzufügen. Dadurch kann es passieren, dass sich die individuali-
sierte Programmoberfläche von der in diesem Buch zugrunde liegenden Pro-
grammoberfläche unterscheidet und somit Unterschiede in Position und Vorhan-
densein von Icons und Symbolleisten möglich sind. Die in diesem Buch gezeigten
Bilder beziehen sich auf die standardmäßig vorgegebene Programmoberfläche.

Sollten bestimmte Icons nicht in den im Buch angegebenen Symbolleisten zu


finden sein, können sämtliche Funktionen zum Erstellen und Editieren von KEs
über die Menüpunkte EDITIEREN und EINFÜGEN aufgerufen werden.
5

2 Flächenmodellierung: Extruderschnecke

Die Modellierung der Extruderschnecke zeigt das Arbeiten mit Folien, Flächen,
Flächenverschmelzungen und Verrundungen bis zum Volumenmodell. Dabei wird
ein übersichtliches und klar strukturiertes Modell aufgebaut, mit der Möglichkeit
nachträglich verschiedene Elemente zu manipulieren.

Vorgehensweise
x neue Datei erzeugen
x zusätzliche Folie erzeugen
x Hilfsgeometrien modellieren
x Schneckengeometrie erzeugen
x Schneckengeometrie vervollständigen
x Verrundungen erzeugen
x Lagerung erzeugen
x Eckenradius erzeugen.

2.1 Neue Datei erzeugen


MENUELEISTE Neue Datei erzeugen
Dateiname: <extruderschnecke>

Der Dateiname darf keine Sonderzeichen oder Umlaute enthalten und nicht
länger als 31 Zeichen sein.
6 2 Flächenmodellierung: Extruderschnecke

2.2 Zusätzliche Folie erzeugen


Zunächst wird eine Folie angelegt, die später zum vereinfachten Ein- und Aus-
blenden der Hilfsflächen verwendet wird.

SYSTEMLEISTE Zusätzliche Folie erzeugen

mit LMB Icon Folien wählen Æ im NAVIGATIONSBEREICH wird eine


Übersicht der vorhandenen Folien dargestellt
NAVIGATIONSBEREICH Zusätzliche Folie erzeugen
RMB Ÿ Neue Folie Æ Fenster Folieneigenschaften öffnet sich
Name: <SKELETT_FLAECHEN> Ÿ mit LMB auf Button OK Fenster Folien-
eigenschaften schließen
SYSTEMLEISTE Zusätzliche Folie erzeugen

mit LMB Icon Folien wählen Æ im NAVIGATIONSBEREICH wird wieder


der Modellbaum dargestellt

2.3 Hilfsgeometrien modellieren


Zunächst wird die Hilfsgeometrie zur Erzeugung der Schneckengeometrie erzeugt.

Sollte es vorkommen, dass die Skizzenansicht gedreht wird, kann mit dem
Icon Skizzenebene Parallel zum Bildschirm orientieren die Draufsicht auf die
Skizze wieder hergestellt werden.

Äußere Hilfsfläche Hilfsgeometrien modellieren

Mit Hilfe des Drehen-Tools (KE als Fläche aktivieren) verwenden, um


die äußere Hilfsfläche zu erzeugen (siehe Skizze). Als Skizzierebene die Ebene
FRONT verwenden.

Die Option KE als Fläche muss vor dem Zeichnen der Skizze aktiviert
werden. Standardmäßig würde Pro/ENGINEER ein Volumen erzeugen, was
beim Beenden des Skizziermodus eine Fehlermeldung bringen würde, da der ge-
zeichnete Querschnitt nicht geschlossen ist.
2.3 Hilfsgeometrien modellieren 7

140

93°

‡70

Bei den angegebenen 70mm handelt es sich um ein Durchmessermaß.

Innere Hilfsfläche Hilfsgeometrien modellieren

Mit Hilfe des Drehen-Tools (KE als Fläche aktivieren) die innere Hilfs-
fläche erzeugen (siehe Skizze). Als Skizzierebene die Ebene FRONT verwen-
den.
8 2 Flächenmodellierung: Extruderschnecke

2.4 Schneckengeometrie erzeugen


Im nächsten Schritt wird eine spezielle Funktion zur Erzeugung spiralförmiger
Konstruktionselemente verwendet, um die Schneckengeometrie zu erzeugen.
MENUELEISTE Schneckengeometrie erzeugen
EINFÜGEN Ÿ SPIRAL-
FÖRMIGES ZUG-KE Ÿ
Fläche Æ Fenster Fläche:
Spiralförmiges Zug-KE
erscheint Æ Fenster Menü-
Manager erscheint

Fenster Menü-Manager Schneckengeometrie erzeugen


Variabel Ÿ Durch Achse Ÿ Linksseitig Ÿ Fertig Ÿ Neu einstellen Ÿ Ebene
ARBEITSFENSTER Schneckengeometrie erzeugen
Mit LMB Ebene FRONT selektieren.
Fenster Menü-Manager Schneckengeometrie erzeugen
OK Ÿ Standard Æ Skizzieransicht wird im ARBEITSFENSTER geöffnet Æ
SKIZZIERWERKZEUGLEISTE erscheint
SKIZZIERWERKZEUGLEISTE Schneckengeometrie erzeugen
Rotationsachse im Koordinatenursprung erzeugen. Werkzeug 2-Punkt Linie er-
zeugen verwenden, um Kontur (siehe Skizze) zu erzeugen. Der erzeugte
Punkt wird zur Definition der Steigung der Spirale benötigt (Funktion Element
am Auswahlpunkt aufteilen verwenden). Mit Icon Aktuellen Schnitt fortset-
zen Skizzieransicht schließen.
15.00
35.00 10.00

Zugprofil in zwei Linien unterteilen


Zugprofil an der Kontur des äußeren
Kegels ausrichten
2.4 Schneckengeometrie erzeugen 9

MITTEILUNGSFENSTER Schneckengeometrie erzeugen


Steigungswert am Leitkurvenstart: <25> Ÿ ENTER Æ Steigungswert am Leit-
kurvenende: <80> Ÿ ENTER Æ Fenster Pitch_Graph erscheint
Fenster Menü-Manager Schneckengeometrie erzeugen
Definieren Ÿ Pkt hinzuf Æ voriger Skizze erscheint im ARBEITSFENSTER
ARBEITSFENSTER Schneckengeometrie erzeugen
Mit LMB zusätzlichen
Punkt in Skizze selektieren
(siehe Skizze).

MITTEILUNGSFENSTER Schneckengeometrie erzeugen


Steigungswert: <25> Ÿ
ENTER
Der Graph im Fenster
Pitch_Graph sollte wie im
Bild links aussehen.

Fenster Menü-Manager Schneckengeometrie erzeugen


Fertig/Zurück Ÿ Fertig Æ Skizzieransicht wird geöffnet Æ SKIZZIERWERK-
ZEUGLEISTE erscheint
SKIZZIERWERKZEUGLEISTE Schneckengeometrie erzeugen

Werkzeug 2-Punkt Linie erzeugen verwenden, um Kontur entsprechend


Skizze zu erzeugen (Skizze symmetrisch ausrichten):
10 2 Flächenmodellierung: Extruderschnecke

Die äußere Kante (die kleinere) des skizzierten Trapezes ist nicht senkrecht,
sondern ist an der äußeren Hilfsfläche ausgerichtet und ist somit leicht geneigt.
SKIZZIERWERKZEUGLEISTE Schneckengeometrie erzeugen

Mit Icon Aktuellen Schnitt fortsetzen Skizzieransicht schließen.


Fenster Fläche: Spiralförmiges Zug-KE Schneckengeometrie erzeugen
Attribute Ÿ Definieren Æ Menü-Manager erscheint
Fenster Menü-Manager Schneckengeometrie erzeugen
Geschlossene Enden Ÿ Fertig
Fenster Fläche: Spiralförmiges Zug-KE Schneckengeometrie erzeugen
Mit Button OK Fenster Fläche: Spiralförmiges Zug-KE schließen.

2.4.1 Hilfsgeometrie ausblenden


Hilfsgeometrie ausblenden

Mit LMB Icon Folien Übersicht der vorhandenen Folien öffnen. Folien-
eigenschaften der Folie SKELETT_FLAECHEN öffnen. Äußere Hilfsfläche der
Folie zuweisen. Folie SKELETT_FLAECHEN ausblenden.

Mit LMB Icon Folien Übersicht der vorhandenen Folien schließen.


2.4 Schneckengeometrie erzeugen 11

2.4.2 Spirale mit Innenfläche verschmelzen


Spirale mit Innenflächeverschmelzen
Innere Hilfsfläche und Spirale selektieren und mit Hilfe des Verschmelzen-Tools
verschmelzen.

Sollten beim Verschmelzen die falschen Flächen entfernt werden, können die
beizubehaltenden Flächen mit den Umschalt-Icons verändert werden.

Ÿ
12 2 Flächenmodellierung: Extruderschnecke

Das Verschmelzen-Tool wird verwendet, um zwei Sammelflächen durch


Schneiden oder Vereinen zu verbinden. Die entstehende Sammelfläche ist eine
separate Sammelfläche, die aus den beiden ursprünglichen Sammelflächen be-
steht. Wenn das Verschmelzungs-KE gelöscht wird, bleiben die ursprünglichen
Sammelflächen bestehen. Das Verschmelzen dient zum Schneiden, Hinzufügen
von Flächen und zur Vorbereitung der Umwandlung eines Flächenmodells in ein
Volumenmodell.

2.5 Schneckengeometrie vervollständigen


Hilfsfläche 1 Einlauf Schneckengeometrie

Mit Hilfe des Extrudieren-Tools eine Hilfsfläche (KE als Fläche aktivie-
ren) erzeugen, die anschließend zum Verschmelzen verwendet wird.
Als Skizzierebene die Ebene FRONT verwenden.

Falls der Einlauf der Schneckengeometrie nicht in der Bezugsebene FRONT


endet (siehe Bild), die Ebene selektieren, in der der Einlauf liegt oder eine neue
Bezugsebene im Einlauf erzeugen.

In der Skizzieransicht folgende Skizze (eine einzelne Linie, die auf der Außen-
kante der inneren Hilfsfläche liegt und 2mm Abstand zur Außenkante hat) er-
zeugen.
2.5 Schneckengeometrie vervollständigen 13

Linie um 40mm extrudieren.

Verschmelzen 1 Einlauf Schneckengeometrie

Mit Hilfe des Verschmelzen-Tools die eben erzeugte Hilfsfläche mit der letz-
ten Verschmelzung (Spirale und innere Hilfsfläche) verschmelzen.

Hilfsfläche 2 Einlauf Schneckengeometrie

Um die Außenkontur als Referenz verwenden zu können, ist es notwendig,


die Folie SKELETT_FLAECHEN temporär wieder einzublenden.

Mit Hilfe des Rotieren-Tools eine Hilfsfläche (KE als Fläche aktivieren)
erzeugen, die anschließend zum Verschmelzen verwendet wird.
14 2 Flächenmodellierung: Extruderschnecke

Als Skizzierebene die Ebene TOP verwenden.

Verschmelzen 2 Einlauf Schneckengeometrie

Mit Hilfe des Verschmelzen-Tools die eben erzeugte Hilfsfläche mit der letz-
ten Verschmelzung (aus Verschmelzen 1) verschmelzen.

Hilfsfläche 3 Auslauf Schneckengeometrie

Mit Hilfe des Werkzeugs Rotieren-Tools eine Hilfsfläche (KE als Fläche
aktivieren) erstellen (siehe Skizze).

Verschmelzen 3 Auslauf Schneckengeometrie

Mit Hilfe des Verschmelzen-Tools die eben erzeugte Hilfsfläche mit der letz-
ten Verschmelzung (aus Verschmelzen 2) verschmelzen.
2.5 Schneckengeometrie vervollständigen 15

Hilfsfläche 4 Auslauf Schneckengeometrie

Mit Hilfe des Werkzeugs Rotieren-Tools eine Hilfsfläche (KE als Fläche
aktivieren) erstellen (siehe Skizze).

Die gezeichnete Kontur muss außen auf der äußeren Hilfsfläche ausgerichtet
sein.

Verschmelzen 4 Auslauf Schneckengeometrie

Mit Hilfe des Verschmelzen-Tools die eben erzeugte Hilfsfläche mit der letz-
ten Verschmelzung (aus Verschmelzen 3) verschmelzen.
16 2 Flächenmodellierung: Extruderschnecke

2.6 Verrundungen erzeugen


Die Verrundungen der Extruderschnecke werden mit einem einzigen Verrundungs-
KE erzeugt, welches sich aus mehreren Sätzen zusammensetzt.

Satz 1 Verrundungen erzeugen

Mit Hilfe des Rundungs-Tool fünf Rundungssätze definieren:


Satz 1: die Kanten am Einlauf (Radius=2)

Satz 2 Verrundungen erzeugen


Satz 2: die beiden Übergänge Spirale-Schaft (Radius=6)

Satz 3 Verrundungen erzeugen


Satz 3: Oberseite des Schneckenprofils (Radius=30)
2.6 Verrundungen erzeugen 17

Satz 4 Verrundungen erzeugen


Satz 4: Übergang Aufnahme-Schaft (Radius = 8)

Satz 5 Verrundungen erzeugen

Satz 5: Unterseite des Schneckenprofils (Radius = 5)

Im Übergangsmodus kann bei Bedarf Einfluss auf die Beschaffenheit


der einzelnen Rundungsübergänge genommen werden.
18 2 Flächenmodellierung: Extruderschnecke

2.7 Lagerung erzeugen


Um die Lagerung der Extruderschnecke zu erzeugen, wird die Verbundfläche zu-
nächst in einen Volumenkörper umgewandelt. Danach können eine Bohrung und
eine Extrusion angebracht werden.

Volumenkörper Lagerung erzeugen


Das Flächenmodell der Extruderschnecke (letzte Verschmelzung) selektieren
und mit dem Verbundvolumen-Tool in ein Volumenmodell umwandeln.
Profilaufnahme Lagerung erzeugen

Mit Hilfe des Extrudieren-Tools die Aufnahme der Extruderschnecke (siehe


Skizze) erstellen.

Den gezeichneten Schnitt um 20mm extrudieren, dabei die Option Material ent-
fernen nicht vergessen.

Ÿ
2.7 Lagerung erzeugen 19

Zentrieraufnahme Lagerung erzeugen

Mit Hilfe des Werkzeugs Rotieren-Tool die Aufnahme als Materialschnitt


(Option Material entfernen ) erstellen (siehe Skizze).

Die entstehenden Innenecken mit R2 verrunden (siehe Skizze).


20 2 Flächenmodellierung: Extruderschnecke

2.8 Eckenradius erzeugen

Eckenradius erzeugen

Mit Hilfe des Rundungs-Tools Eckenradien mit R0,2 (siehe Skizze) erzeu-
gen.

Datei speichern Eckenradius erzeugen

DATEI ŸSpeichern
21

3 Computermaus

Dieses Übungsbeispiel soll die generelle Vorgehensweise beim Erstellen von Flä-
chenmodellen demonstrieren. Flächenmodelle werden dann benutzt, wenn
komplexe Geometrien erzeugt werden sollen. Weiterhin wird in diesem Kapitel die
Erzeugung variabler Verrundungen demonstriert.
Vorgehensweise:
x Grundfläche erzeugen
x Seitenfläche erzeugen
x Deckfläche erzeugen
x Daumenaussparung erzeugen
x Volumenmodell erzeugen
x Verrundungen anbringen
x Tasten modellieren.

3.1 Grundfläche erzeugen


Neue Datei erzeugen Grundfläche erzeugen
Dateiname: <maus>
22 3 Computermaus

Fläche skizzieren Grundfläche erzeugen


Erstellen einer Rechteckskizze (Maße siehe Skizze) in der Ebene FRONT.

Mit Hilfe des Füllen-Tools die eben erzeugte Skizze füllen.

3.2 Seitenfläche erzeugen


Im zweiten Schritt wird die Seitenfläche der Computermaus erzeugt. Dazu wird
zunächst eine Leitkurve skizziert, auf deren Basis anschließend ein Zugkörper er-
zeugt wird.
3.2 Seitenfläche erzeugen 23

Leitkurve erstellen Seitenfläche erzeugen


Als Skizzierebene wird dieselbe Ebene (FRONT) wie für die zuvor erzeugte
Rechteckfläche verwendet.

Im Hintergrund der unten stehenden Skizze ist noch einmal die zuvor er-
zeugte Rechteckfläche zu sehen. Die Skizze kann am einfachsten aus einzelnen
Kreisbögen aufgebaut werden. Durch Verwendung der Funktion Spiegeln (im
Skizziermodus) kann der Aufwand zur Erstellung der Skizze reduziert werden).
24 3 Computermaus

Zugkörper erstellen Seitenfläche erzeugen

Das Werkzeug ZUG-KE mit variablem Schnitt verwenden, um die Seitenflä-


che zu erstellen.
x als Leitkurve wird die zuvor erzeugte Skizze verwendet
x die zu ziehende Kontur besteht lediglich aus der im Bild dargestellten Linie

3.3 Deckfläche erzeugen


Die Deckfläche der Maus wird durch eine einfache Rotationsfläche erzeugt.

Rotationsfläche Deckfläche erzeugen

Mit Hilfe des Drehen-Tools die Deckfläche erzeugen.

x die Option KE als Fläche aktivieren


x als Skizzierebene die Ebene quer zur Maus (TOP) verwenden
3.3 Deckfläche erzeugen 25

Die Bemaßung „100“ gibt den Abstand des Kreisbogenmittelpunktes zur


Grundlinie an.

Die Fläche um 90° symmetrisch zu beiden Seiten der Ebene TOP rotieren.

3.3 Deckfläche erzeugen


26 3 Computermaus

3.4 Daumenaussparung erzeugen


Die Aussparung für den Daumen wird ebenfalls über eine Rotationsfläche erzeugt.
Bevor diese erzeugt werden kann, ist zunächst eine Bezugsachse zu definieren,
welche anschließend als Rotationsachse dient.

Bezugsachse Daumenaussparung erzeugen


Eine Bezugsachse, wie im Bild zu sehen, erzeugen. Zuerst eine um 100mm zur
Ebene RIGHT versetzte Bezugsebene (DTM1) erzeugen. Anschließend DTM1
und FRONT als Referenzen für die Erzeugung der Achse verwenden.

Die Achse ist 100 mm zur Ebene RIGHT versetzt.


3.4 Daumenaussparung erzeugen 27

Rotationsfläche Daumenaussparung erzeugen

Das Werkzeug Drehen-Tool verwenden, um die Fläche der Daumenausspa-


rung erzeugen.

x die Option KE als Fläche aktivieren


x als Skizzierebene die Ebene FRONT verwenden
x als Rotationsachse die zuvor erzeugte Bezugsachse verwenden
x Winkel: 90° (symmetrisch)

Nach der Erzeugung der einzelnen Flächen sieht das Modell folgendermaßen
aus:
28 3 Computermaus

3.5 Volumenmodell erzeugen


Im nächsten Schritt werden die einzelnen Flächen schrittweise miteinander ver-
schmolzen und so zu einem geschlossenen Flächenmodell vereint. Dieses Flä-
chenmodell wird dann im letzten Schritt in ein Volumenmodell umgewandelt.

Flächen verschmelzen Volumenmodell erzeugen


Die einzelnen Flächen werden Schritt für Schritt miteinander verschmolzen. Da-
bei werden jeweils zwei Flächen miteinander verschmolzen.

Das Werkzeug Verschmelzen-Tool verwenden, um die einzelnen Flächen zu


verschmelzen.

Das Verschmelzen-Tool verwendet zwei verschiedene Methoden, um


Flächen zu vereinen. Diese können über den Button Optionen gewählt werden.
1. Vereinen wird verwendet, wenn die Kanten einer der Flächen auf der ande-
ren Fläche liegen.
2. Schneiden wird verwendet, wenn die Flächen sich durchdringen und die er-
zeugte Fläche aus den getrimmten Teilen der Ursprungsfläche gebildet wird.

Empfohlene Reihenfolge:
x Grundfläche & Seitenfläche (Option „Vereinen“)
x Vorhergehende Verschmelzung & Deckfläche (Option „Schneiden“)
x Vorhergehende Verschmelzung & Fläche für Daumenaussparung (Option
„Schneiden“)
3.6 Verrundungen anbringen 29

Verbundvolumen erzeugen Volumenmodell erzeugen

Das Werkzeug Verbundvolumen verwenden, um das Flächenmodell in ein


Volumenmodell umzuwandeln.
Um das Werkzeug Verbundvolumen anwenden zu können, muss zunächst die
umzuwandelnde Fläche (letzte Verschmelzung) selektiert werden.

3.6 Verrundungen anbringen


Zuerst werden die Radien zwischen Grundfläche und Seitenfläche (R3) angebracht,
anschließend die Radien zwischen Daumenaussparung und Seitenfläche (R5).

Einfache Verrundungen Verrundungen anbringen

Mit Hilfe des Werkzeugs Rundungstool werden die Übergänge zwischen


den einzelnen Flächen verrundet.
Verrundung Radien zwischen Grundfläche und Seitenfläche:

Verrundung zwischen Daumenaussparung und Seitenfläche

Beim erstellten Mausmodell ist der Abstand zwischen Daumenaussparung und


Deckfläche relativ gering. Aus diesem Grund würde das Erzeugen einer Rundung
mit dem Radius R10 zwischen Deckfläche und Daumenaussparung zu einem Feh-
ler führen. Daher wird hier eine variable Verrundung verwendet, die im kritischen
Bereich entsprechend kleiner ist.
30 3 Computermaus

Referenzkante Verrundung anbringen

Das Werkzeug Rundungstool auswählen Ÿ die Kante zwischen Deckfläche


und Seitenfläche selektieren Ÿ Radius: <10>

Wie bereits in der Vorschau zu sehen, gibt es Probleme im Bereich der Daumen-
aussparung. In diesem Bereich soll der Radius entsprechend kleiner modelliert
werden.

Erster Radienanker Verrundung anbringen


Um die Radiuswert in bestimmten Bereichen variieren zu können, müssen zu-
nächst zusätzliche Radienanker definiert werden. Vorhandenen Radiusanker
(weißer Punkt) selektieren Ÿ RMB Ÿ Radius hinzufügen Æ Radiusanker wird
hinzugefügt

Æ
Jeder Radiusanker ist nun durch zwei Kennwerte definiert:
x Radiuswert (oberer Wert)
x Position (0-1) innerhalb eines Segmentes (unterer Wert).
Die Referenz (Kante zwischen Deckfläche und Seitenfläche) ist automatisch in
mehrere Segmente unterteilt. Die vorhandenen Radiusanker können mit LMB ent-
lang der gewählten Referenz (Kante) verschoben und in einem der Segmente plat-
ziert werden. Die genaue Position innerhalb eines Segmentes (0 = Anfang, 1 = En-
de) wird über den unteren Wert festgelegt. Der Radiuswert über den oberen Wert.
3.6 Verrundungen anbringen 31

Weitere Radienanker Verrundung anbringen


Auf die oben beschriebene Weise insgesamt fünf Radienanker erzeugen. Die
Radienanker wie im Bild unten zu sehen, platzieren. Kennwerte entsprechend
Bild unten anpassen.

Falls die Aufteilung der Referenzkante vom obigen Bild abweicht, sollten die
Radienanker an etwa derselben Stelle positioniert werden.

Radius erzeugen Verrundung anbringen


In der Vorschau das Ergebnis prüfen, gegebenenfalls die Kennwerte anpassen
und den Radius erzeugen.
32 3 Computermaus

3.7 Tasten modellieren


In den nächsten Schritten sind die Tasten der Computermaus zu modellieren. Für
die Aussparungen zwischen den Tasten wird ein Zug-KE erzeugt. Die dazu benö-
tigten Leitkurven werden durch Projektion einer Skizze auf die Deckfläche der
Maus bereitgestellt.

Bezugsebene erzeugen Tasten modellieren

Um die Ausgangskizze modellieren zu können, wird zunächst eine Bezugsebene


mit 100mm Versatz zur Ebene TOP erzeugt.

Basisskizze erzeugen Tasten modellieren

In der eben erzeugten Ebene eine neue Skizze erzeugen. Das Werkzeug Element
durch Versatz einer Kante erzeugen verwenden. Mit diesem Werkzeug die
drei in der nachstehenden Skizze gekennzeichneten Kanten 3mm nach innen
versetzen.
3.7 Tasten modellieren 33

Basisskizze erzeugen Tasten modellieren

Skizze, wie im %ild zu sehen, vervollständigen.


34 3 Computermaus

Skizze projizieren Tasten modellieren


Die eben erstellte Skizze wird im nächsten Schritt auf die Deckfläche der Com-
putermaus projiziert. Skizze selektieren Ÿ das Werkzeug Projizieren-Tool
wählen Ÿ Deckfläche der Computermaus wählen.

Aussparungen erzeugen Tasten modellieren

Nach der Projektion der Skizze werden die Aussparungen durch ein Zug-KE er-
zeugt. Dazu wird zunächst auf Basis der äußeren Leitkurve ein Zug-KE erzeugt
und anschließend zwei weitere Zug-KEs auf Basis der beiden kurzen Leitkurven.
Insgesamt sind somit 3 Zug-KEs zu erzeugen. Dabei wird jeweils wie folgt vor-
gegangen:
x das Werkzeug Zug-KE mit variablem Schnitt verwenden

x die Option Material entfernen aktivieren.


3.7 Tasten modellieren 35

Leitkurve selektieren:
1. Zug-KE Æ äußere Umrandung
2. Zug-KE Æ eine der kurzen Leitkurven
3. Zug-KE Æ die zweite kurze Leitkurve
Querschnitt direkt im Ursprung skizzieren (Kreis mit Durchmesser 1mm).

Nachdem alle drei Zug-KEs erzeugt wurden, sieht das (eingefärbte) Modell der
Computermaus folgendermaßen aus:
8.3 Post-Processing 109

Sachwortverzeichnis

A Finite-Elemente Methode 93
adaptive Einschrittkonvergenz 100 Flächen verschmelzen 28
adaptive Mehrfachkonvergenz 100 Flächenbereich 95
Analyseergebnisse abspielen 86 Folie 6
Analysetyp 85 Freiheitsgrad 76
animieren 70 FREMDDATEN-AUS-PALETTE-
Antrieb 82 TOOL 37
FÜLLEN-TOOL 22
B Funktion aus Liste einfügen 56
Baugruppe 50
BAUGRUPPENEINSTELLUNGEN G
86 Globale Durchdringung 86
Bemaßungstext 39 Graphtool 92
Berechnung 100
Bewegungsart 76 H
Bewegungssimulation 70, 84 h-Methode 93
Beziehung 52
Bezugsachse 26 I
Bezugsebene 26 IF 66
INPUT 52
C
CEIL 66 K
Kollisionsanalyse 70
D Kollisionsprüfung 84
Darstellungsoptionen 104 Kommentar 54
DREHEN-TOOL 24 Konstruktionsstudien 100
Kontaktbereich 95
E Konvergenz 100
Eingabeparameter 52, 65 Kraft-/Momentenlast 97
Einstellungen für Rechenlauf 101
Element durch Versatz einer Kante L
erzeugen 32 Lager 98
ENDIF 66 Legende 105
Endzeit 90 Leitkurven 32
Ergebnis 103 Lokale Parameter 54

F M
Familienelemente 40 Material zuweisen 99
Familientabelle 36, 40 Mechanica 94
110 Sachwortverzeichnis

Mechanismus 70 Schnelldurchlauf 100


Menu Info 106 Sitzungs-ID 56
Messgröße 89 Spiralförmiges Zug-KE 8
Min Intervall 90 Starten der Berechnung 102
Modellstruktur 4 statische Analyse 100
MUSTERN-TOOL 46 Studienstatus 102

N T
Nicht-standardmäßige Dicke 73 Trail-Datei 3
NUMBER 53
U
P Übergangsmodus 17
Parameter 39 Überwachung des Rechenlaufs 102
Pitch_Graph 9 Unterbaugruppe 50
p-Methode 93
Polynomgrad 100 V
Post-Processing 103 variable Verrundung 29
Pre-Processing 94 Variante einfügen 41
Pro/Mechanica 94 Variantenkonstruktion 36
Pro/PROGRAM 43, 52 Verbindungstyp 76
Projektion 32 VERBUNDVOLUMEN-TOOL 18
PROJEKTION 96 Vereinen 28
PROJIZIEREN-TOOL 34 verifizieren 42
VERSCHMELZEN-TOOL 11
R
Radienanker 30 W
Radius erzeugen 31 Werte für Ausdruck bereitstellen 56
Randbedingung 98
Regenerieren 48 Y
Rotationsfläche 24, 27 YES_NO-Parameter 65
RUNDUNGS-TOOL 29
Z
S ZUG-KE mit variablem Schnitt 24
Schneiden 28