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1. Nennen Sie Geburts- und Sterbejahr von Charles Darwin!

(1P)
- 1809 – 1882

2. In welchem Jahr ist Darwins wichtigstes Buch erschienen und wie heißt es
- 1859 on the Origin of Species

3. Nennen Sie die 4 wichtigsten Aspekte der Evolutionstheorie Darwins.


1. Veränderlichkeit der Welt
2. Langsamer kontinuierlicher Wandel
3. Alle Arten gehen auf einen gemeinsamen Vorfahren zurück
4. Natürliche Selektion als Mechanismus, der der Evolution zugrunde liegt

4. Nennen Sie 4 Aspekte, die die Synthetische Evolutionstheorie kennzeichnen!

1. genetisch und phänotypische Variabilität


2. Selektion bedingt Veränderung
3. Populationsdenken
4. Evolution bedingt Veränderung von Allelfrequenzen
5. Gradualismus = mikroevolutionäre Artwandel allmählich und nicht sprunghaft abgelaufen ist
6. Makroevolution vs. Mikroevolution
Makroevolution = Entstehung höherer Taxa und von Bauplänen; Entstehung evolutiver Neuheiten
Mikroevolution = Veränderungen innerhalb von Populationen und Arten; Funktionswechsel und
Funktionserweiterung von Organen

5. Nennen Sie 3 Kriterien für ein „Individuum“! Nennen Sie ein Beispiel für einen Problemfall! (4P)
- einzigartige, nicht wiederholbare Lebensgeschichte (Ontogenese) z.B. von Zygote bis Tod
- fast immer genetisch einmalig
- Angriffsort der Selektionn
Problemfall: Polypen durch Knospung aus einem Stock hervorgegangen, physiologische und ö
ökologische Einheit

6. Definieren Sie den Begriff Semaphoront! Geben Sie 1 Beispiel, bei dem Semaphoronten auch
begrifflich klar unterschieden werden können! (3P)
= Individuum, als Merkmalsträger zu einem bestimmten Zeitpunkt seiner Individualentwicklung
Beispiel: Insekten-Puppen oder Insektenlarven, unterschiedliche Vögelkleider
- Raupe – Larve – Schmetterling
Beispiel: Kleiner Fuchs – Aglais urticae

7. Definieren Sie den Begriff Variabilität! Wieso sind phänotypische und genetische Variabilität
nichtidentisch? (4P)
= bezeichnet die individuelle Verschiedenheit in bestimmten Merkmalen bei Angehörigen derselben
Population
Vergleich muss sich auf vergleichbare Semaphoronten und gegebenenfalls getrennt auf
Männchen und Weibchen beziehen.
- Phänotypische Variabilität = ergibt sich aus der Variabilität der Reaktionsnormen und den
modifizierenden Einflüssen der jeweiligen Umwelt
- Variabilität im eigentlichen Sinne ist die genetische Variabilität
8. Zeichnen Sie einen Graphen, der typischerweise Variabilität innerhalb einer Population zeigt

(Vergessen Sie nicht die Beschriftung beider Achsen) (2P)

9. Definieren Sie den Begriff Polymorphismus! Erklären Sie, aufbauend auf Ihrer Definition, warum
Kuckuckseier ein Beispiel für Polymorphismus darstellen! (4P)
- Vorkommen von mehr als einer Ausprägung eines Gens. Bzw. von Phänotypen innerhalb
einer Art
- Kuckuck und Wirtsvögel – Kuckuckseier sehen den Eiern von anderen Vögeln sehr ähnlich

10. Definieren Sie Population! (2P)

Population, eine Gruppe von Individuen derselben Art, die ein bestimmtes geografisches
Gebiet bewohnen, sich untereinander fortpflanzen und über mehrere Generationen genetisch
verbunden sind; i.d.R. wird der Begriff P. auf Organismen mit geschlechtlicher Fortpflanzung
bezogen.

11. Definieren Sie den Begriff Polymorphismus! Nennen Sie 2 Beispiele, jeweils das allgemeine
Phänomen und ein Taxon! (4P)
- Kuckuck und Drosselrohrsänger
- Kuckuck und Gartengrasmücke
- Sexualdimorphismus bei VögelnWeibchen/Männchen haben verschiedene Federn
- balancierter Polymorphismus bei BänderschneckenBänderung der Capaena nemoralis
12. Definieren Sie den Begriff Polyphänismus! Nennen Sie 2 Beispiele, jeweils das allgemeine
Phänomen und ein Taxon! (4P)
Als Polyphänismus bezeichnet man das Phänomen, dass die phänotypische Ausprägung eines Gens
durch exogene Faktoren beeinflusst wird.

1. Sexualdiphänismus bei Reptilien Geschlecht von Temperatur Abhängig


2. Sozialer Polyphänismus Kastensystem v . Staatenbildenden Insekten

13. Unterscheiden Sie Sexualdimorphismus und Sexualdiphänismus! Geben Sie jeweils ein Beispiel!
- Sexualdimorphismus bei VögelnWeibchen/Männchen haben verschiedene Federn –
genetische
Ursachen
- Sexualdiphänismus bei Reptilien Geschlecht von Temperatur Abhängig – Umweltfaktoren, als
Ursache
13 A. Definieren Sie den Begriff Polymorphismus! Erklären Sie, aufbauend auf Ihrer Definition,
warum Kuckuckseier ein Beispiel für Polymorphismus darstellen! (4P)

-nicht versch. Kukuksarten sondern verschieden spezialisierte Weibchen(Ausprägung von farbig


angepassten Eiern an die des Wirtsvogels->evolutionär entstanden)Spezialisierung wird
weitervererbt
14. Was bezeichnet der Begriff Fitness in der Evolutionsbiologie? Nennen Sie 3 typische
Fitnesskomponenten! (4P)
- Fitness = Anzahl von fertilen Nachkommen eines Individuums
- Komponenten: Eieranzahl der Weibchen; Kopulationserfolg der Männchen; Lebensdauer der
Elterntiere; Überleben der Eltern und Nachkkommen.
15. Was bedeutet „gerichtete Selektion“? Zeigen Sie die Veränderungen in 3 Graphen! (4P)

18. Wie können „männliche Schmuckelement“ durch Selektion erklärt werden? (3P)
Männliche Schmuckelemente = kostenbEnergie und erhöhen das Risiko gefressen zu werden
Wie können sie durch natürliche Selektion erklärt werden?
- Überleben ist nur eine Fitness-Komponente - Reproduktionserfolg ist ebenso wichtig für die
Gesamtfitness
- Merkmale können durch Selektion begünstigt werden, die zwar die Überlebensrate senken,
aber den Reproduktionserfolg erhöhen

19. Welche 2 Phänomene der sexuellen Selektion lassen sich beschreiben? Bei welchem Geschlecht
treten die beiden Phänomene in der Regel auf? (4P)
Sexuelle Selektion = tritt auf, wenn Individuen innerhalb eines Geschlechts erbliche Unterschiede
besitzen, die ihren Reproduktionserfolg beeinflussen
a) Konkurrenz innerhalb eines Geschlechts – Gewinner bekommt Zugang zum anderen
Geschlecht : meistens Männchen
b) Partnerwahl – Entscheidung über Vaterschaft: meistens Weibchen
20. Nennen Sie drei Typen prägamer Isolationsmechanismen mit je einem Beispiel! (6P)
Verhindern die Zusammenkunft der Weibchen und Männchen

1. akustische -->Gesänge von Fitis&ZilpZalp


2. olfaktorische -->Pheromone bei Faltern
3. optische Signale--> Leuchtkäfer mit artspezifischem Leuchtsignal

21. Unterscheiden Sie sexuelle und natürliche (ökologische) Selektion! (2P)

- Natürliche Selektion: Lebewesen, die besser an ihre Umwelt angepasst sind, haben also eine
höhere Überlebenschance als andere. die ihre Fitness beeinflussen,

- Sexuelle Selektion tritt durch intersexuelle Partnerwahl und intrasexuelle Konkurrenz ( Konkurrenz
um die Weibchen führt bei Männchen mancher Tierarten zur Körpervergrößerung und Entwicklung
verschiedener Waffen)

Sexuelle- Unterschiede innerhalb eines Geschlechts die den Reproduktionserfolg beeinflussen


Natürliche- Unterschiede in einer Population die die Fitness beeinflussen

22. Nennen Sie die beiden Phänomene der sexuellen Selektion mit je einem Beispiel! (4P)

- Konkurrenz innerhalb eines Geschlechts – starke Löwenmännchen schützen ihre eigenen Jungen
besser; Männchen der Stielaugenfliegen kämpfen um Territorien
- Partnerwahl – Weibchen bevorzugen Männchen mit langen Augenstielen;
Rauchschwalbenweibchen bevorzugen Männchen mit langen Schwänzen

23. Definieren Sie Biospezies (nach Mayr 1942)? (2P)

"Arten sind Gruppen von natürlichen Populationen, die sich tatsächlich oder potentiell untereinander
vermehren und fortpflanzungsmäßig von anderen derartigen Gruppen getrennt sind.

24. Warum ist in vielen Fällen die Morphologie als Kriterium für Artabgrenzung ungeeignet
(allgemeine Definition)? Nennen Sie die beiden grundsätzlichen Probleme mit je einem Beispiel!

1. Morphologisch verschiedene Individuen können derselben Art angehören:


zu viele Arten werden unterschieden (Polymorphismus, Polyphänismus, Metamorphose) z.B.
Linne
Stockente Männchen und Weibchen als zwei Arten beschrieben
2. morphologisch gleiche Individuen können verschiedenen Arten angehören:
zu wenige Arten werden unterschieden: Zwillingsarten (nicht unbedingt Schwesterarten), z.B.
Fitis und Zilp-Zalp, Wald- und ->Gartenbaumläufer,
25. Charakterisieren (inkl. kurzer Erklärung) Sie die Phasen der allopatrischen Artbildung! Benutzen
Sie dafür eine graphische Darstellung! (4P) (SP)
-unterschiedliche genetische Varianz, Entstehung zwei neuen Arten

1. Separation- räuml. Trennung einer Ausgangspopulation


durch Barriere in 2 Teilpopulationen

2. Divergenz - durch Trennung beschränkt sich der


Genfluss jeweils auf die Teilpopulation(reproduktive
Isolation), zufällige Genmutationen kreieren einen
individuellen Genpool
(Ungleichverteilung der Allele der Stammpopulation) und
können zur Artabspaltung führen

3. Sekundärer Kontakt - bei erneuter Überlappung der Habitate durch Entfernung der Barriere wird
sich herausstellen, ob sich eine neue Art von der Stammart abgespalten und es somit zur Artbildung
kam, indem beide Teilpopulationen koexistieren können und ein sympatrisches Vorkommen
erlauben

26. Wann wäre eine Artbildung als sympatrisch zu bezeichnen! Nennen Sie 2 Beispiele, wobei Sie
jeweils das allgemeine Phänomen und ein Taxon nennen! (4P) (SP)
wenn in einem Lebensraum, ohne geographischer Isolation, zwei neue Tochterarten entstehen durch
Eine Artbildung wäre sympatrisch, wenn eine biologische Kreuzungsbarriere innerhalb der Grenzen
einer panmiktischen Population ohne irgendeine räumliche Auftrennung der anfänglichen Art
entstehen würde.
1)Polyploidie
2)Wechsel von bisexueller zu uniparentaler Fortpflanzung
3)Hybridisierung - Teichfrosch (Rana kl. Esculenta)

27. Nennen Sie 3 "Artenpaare" (gültig sind auch Paare, bei denen die Artbildung nicht vollständig
abgeschlossen ist), die in den europäischen Eiszeiten entstanden sind! (3P) (SP)
3. Rothuhn- Steinhuhn
4. Rabenkrähe- Nebelkrähe
5. Nachtigall und Sprosser
6. Einfarbstar- Star
7. Blaumeise – Lasurmeise

28. Nennen Sie drei Fälle, bei denen Probleme mit dem Biospezieskonzept auftreten! Nennen Sie
jeweils den allgemeinen Begriff und ein Beispiel! (6P) (SP)
1. Selbstbefruchtung bei Zwittern->manche Nematoden
2. Parenthenogenese->Agamospezies blattläuse
3. Allopatrische Populationen->Bison& Wisent
4. Allochrone Populationen->nicht synchrone Lebenszyklen der Zikaden
29. Was ist eine peripatrische Artbildung? Nennen Sie den wesentlichen Unterschied zur
allopatrischen Artbildung! (2P) (SP)
- Spezialfall der allopatrischen Artenbildung – Isolation einer sehr kleinen Teilgruppe von der
viel größeren Ursprungspopulation
- Buchfink und Teydefink
-
30. Nennen Sie die 2 wichtigsten Homologiekriterien! Erläutern Sie beide Kriterien anhand der
Vorderextremitäten der Tetrapoda! (2P) (SP)

Strukturen sind homolog, wenn sie auf den gleichen evolutiven Ursprung zurückgehen
1. Spezifische Qualität je komplexer eine Struktur, desto wahrscheinlicher ihr gleicher Ursprug:
Flügel
bei Fledermaus besteht aus selben Knochen wie Vorderextremitäten der meisten Tetrapoden. Alle
gehen Auf den Bau der Flügel der Flugsaurier zurück.
2. Lage im vergleichbaren Gefügesystem wenn sie in ihrem Lagebezug zu anderen, ihrerseits
homologen, Strukturen übereinstimmen: Vorderextremitäten der Tetrapoden haben
unterschiedliche Länge, Form, Größe, aber alle die selbe Lage. Links& rechts neben der Brust.

31. Nennen Sie 2 Beispiele für Homologie im Bereich des Verhaltens! (2P) (SP)
- Gesichtsausdrücke des Menschen und des Affen
- „Kurzhochwerden“ bei männlichen Enten  Tüpfelente; Stockente; Krickente; Spießente

32. Wieso lässt sich der Gesang der Nachtigall sowohl der Erb- als auch der Traditionshomologie
zuordnen? (2P) (SP)
- Erbhomologie: Information ist als Erbinformation im Genom gespeichert. Übertragung
erblicher Information von den Eltern an die Nachkommen (= Vererbung).
- Traditionshomologie: Merkmal im Verlauf der Ontogenese von anderen Individuen
erworben (z.B. Gesang von Eltern auf die Kinder)
- Die Nachtigall bekommt den Gesang, als erbliche Information von den Eltern, welche im
Genom gespeichert sind.
- Der Gesang wird im Verlauf der Ontogenese (von Zygote bis Tod) von anderen Individuen
erworben werden.

33. Was versteht man unter Homoiologie? Nennen Sie 2 Beispiele! (3P) (SP)

Analoge Strukturen auf einer homologen Struktur aufbauend

•Stacheln des Igel, Schnabeligels und Stachelschweins sind als Stacheln analog, aber als
Haarbildungen homolog

•Extremitäten von Kormoran, Säbelschnäbler& Enten

34. Definieren Sie Mimikry! (2P) (SP)

- Evolutive „Nachahmung“ des Senders in einem bestehenden Sender- Empfängersystem


35. Unterscheiden Sie Konstruktions- und Rollenanalogie! Nennen Sie je ein Beispiel! (4P) (SP)

- Konstruktionsanalogie = ähnliche Konstruktion zur Lösung unterschiedlicher Probleme


z.B. Saugnäpfe an den Ambulakralfüßchen der Seesterne und Seeigel, an den Tentakeln von
Tintenfischen, bei Blutegeln und Neunaugen
- Rollenanalogie = gleiche biologische Rolle, unterschiedliche Lösung im Detail
z.B. Gesang von Heuschrecken und Schwirlen, Imponiergehabe (Vergrößerung) bei verschiedenen
Wirbeltieren.

36. Nennen Sie 2 Beispiele für Lebensformtypen! (2P) (SP)


- bei Tieren beziehen sich Lebensformen z.B. auf gleiche Bewegungsweisen bzw. Bewegungstypen
(Wurmgestalt, Fischgestalt, Maulwurfgestalt), gleiche Ernährungsweise (Strudler; Ernährung), gleiche
Substratbeschaffenheit (Aufenthaltstypen) oder einen gleichen Aufenthaltsort (Plankton). Formation,
Lebensformspektren, Lebensformtypus, Wuchsform.
- Anpassung – Stromlinienform – Hai

37. Definieren Sie Monophylum, Paraphylum, Polyphylum! Verwenden Sie dabei eine Zeichnung!
Nennen Sie mindestens für zwei der Gruppen je ein Beispiel aus der Tierwelt! (4P)
Monophylum
1. Zwei Schwestergruppen und ihre letzte gemeinsame Stammart.
2. Eine Stammart und alle ihre Nachkommen.
3. Alle Arten, die auf eine nur ihnen gemeinsame Stammart zurückgehen, werden in einem
Monophylum zusammengefasst.
Monophylum: diagnostische Merkmale sind Apomorphien z. B. Mammalia (Haare), Aves (Federn),
Pterygota (Flügel)
_________
Paraphylum: Ein paraphyletisches Taxon enthält eine Stammart und nur einen Teil ihrer Folgearte
- diagnostische Merkmale sind Plesiomorphien z. B. Reptilia (Hornschuppen), Apterygota
(keine Flügel), Pongidae (kein aufrechter Gang)
______
Polyphylum: Ein polyphyletisches Taxon enthält Abkömmlinge nicht näher verwandter Stammarten
- diagnostische Merkmale sind Konvergenzen z. B. Vermes (wurmförmige Gestalt)

38. Definieren Sie Synapomorphie! (2P)

Eine Synapomorphie ist der gemeinsame Besitz eines abgeleiteten Merkmals bei Schwestergruppen.
Jede Schwestergruppenhypothese muss durch mindestens eine Synapomorphie begründet werden.
39. Nennen Sie die Kurzform des Biogenetischen Grundgesetzes. Nennen Sie 3 Einwände! (4P)

- die Individualentwicklung auf alten Entwicklungsprogrammen der stammesgeschichtlichen


Vorfahren aufbaut.

1. Ein Individuum durchläuft in seiner Ontogenese natürlich nicht alle Stadien der Phylogenese.
2. Rekapitulationen betreffen keinesfalls vollständige Ahnenformen, sondern einzelne Organe.
3. Es werden keine Adultmerkmale rekapituliert, sondern Zwischenstrukturen.
4. Rekapitulationen und Caenogenesen können nicht a priori unterschieden werden, sondern nur
durch den Vergleich mit anderen Arten.
5. Aus dem Fehlen eines Merkmals kann nicht auf das Fehlen bei den Ahnenformen geschlossen
werden (bei Vögeln existieren keine Zahnanlagen).
6. Aus der zeitlichen Abfolge verschiedener Merkmale bei der Ontogenese kann nicht auf die
historische Reihenfolge der Merkmalsentstehung geschlossen werden (Heterochronie).
Eine Rekonstruktion der Phylogenese auf der Grundlage des Biogenetischen Grundgesetzes ist nicht
möglich!

40. Definieren Sie Palingenese und Caenogenese! (4 P)


Palingenesen (Rekapitulationen) = Ausprägung von Merkmalen in der Ontogenese, die bei den
Ahnenformen Endstrukturen darstellten.
Caenogenese: Sonderstrukturen, die spezielle Anpassungen eines Ontogenesestadiums darstellen.

41. Nennen Sie 3 Beispiele für Caenogenesen! (3P)


1. die Bildung der Embryonalhüllen bei den Amniota
2. die stark entwickelten Vorderbeine Känguruhbabys.
3. Hornkiefer bei Kaulquappen

42-43. Definieren Sie Progenese und Neotenie. Wie heißt das übergeordnete Phänomen! (5P
übergeordnetes Phänomen = Paedomorphose = Das Auftreten von Jugendmerkmalen der Vorfahren
bei geschlechtsreifen „Adulten“ der Nachfahren

Progenese = Vorzeitiges Eintreten der Geschlechtsreife in Bezug auf die somatische Entwicklung.
Verkürzung der Ontogenese. Z.B. Zwergseidenäffchen
Neotenie = Verzögerung der somatischen Entwicklung relativ zu „normal“ in Bezug auf das
Entwicklungsstadium. Z. B. Axolotl
einige Schwanzlurche, die auch geschlechtsreif im Wasser verbleiben und über äußere Kiemen atmen

44. Definieren Sie Heterochronie und nennen Sie ein Beispiel! (2P)
= zeitliche Abfolge lässt keine Rückschlüsse auf dienhistorische Reihenfolge der Merkmalsentstehung
Beispiel: Pluteuslarve mit Kalkskleriten; Hühnchenentwicklung – Tectum opticum

45. Was lässt sich mit Hilfe so genannter Haplotypennetzwerke beschreiben? (2P)

- Haplotyp = spezifische Basenfolge einer DANN- Sequenz.

Eine Variante einer Nukleotidsequenz im Genom eines Organismus.


46. Unterscheiden Sie Dispersal und Vikarianz! (4P)

Dispersal: Am Rande des Verbreitungsgebiets einer Art werden - durch Fernverbreitung weniger
Individuen - kleine Populationen begründet, die nicht in direktem Kontakt mit der
Ausgangspopulation stehen. Diese entwickeln sich zu neuen Spezies
->geogr. Ereignisse= älter als Artspaltung
Vikarianz: die Trennung einer ursprünglich durchgängig verbreiteten Population oder Art in 2 oder
mehr Populationen durch die Entwicklung einer räumlichen (geographische Vikarianz) oder
standörtlichen Barriere (ökologische Vikarianz).

47. Im Rahmen der Biogeographie ist das Auseinanderbrechen von Gondwana ein Beispiel für
Vikarianz! Erklären Sie diese Aussage! (2P)
Unter Vikarianz versteht man eine Aufspaltung des Verbreitungsgebietes einer Stammart in zwei
Teilpopulationen, die sich anschließend jeweils zu einer neuen Art weiterentwickeln.
Bei dem Auseinanderbrechen der beiden Kontinente entstand eben diese Aufspaltung des
Verbreitungsgebietes durch Entstehung eines räumlichen Hindernisses (Ozean).

48. Erklären Sie den Begriff Endemismus! (2P)

- Endemismus, das alleinige Vorkommen von Arten in natürlicherweise abgegrenzten


geografischen Bereichen. E. ist z.B. häufig in isolierten Seen, auf Inseln und in Gebirgen
(Eiszeitrelikte).

49. Nennen Sie 6 zoogeographische Regionen! (3P)

- Palearctis; Nearctis; Neotropis; Australis; Antarctic, Orientalis, Äthopis;

50. Was ist die „Wallace-Line“? Wie lässt sie sich das zugrundeliegende Phänomen erklären? (4P)

- zws. Den indonesischen Inseln Borneo und Celebes eine biogeographische Grenze, die die Faunen
Asiens und Australien trennt. Alfred Russel Wallace.
51. Definieren Sie den Begriff Kronengruppe, Ahnenline, Stammlinie und PanMonophylum! (8P)

- Kronengruppe: Monophylum, welches die letzte gemeinsame Stammart aller rezenten


Vertreter sowie alle Nachkommen (rezent und ausgestorben) dieser Stammart umfasst.
- Ahnenlinie: Umfasst alle direkten Vorfahren eines Monophylums mit rezenten Vertretern
inklusive der letzten gemeinsamen Stammart aller rezenten Arten
- Stammlinie (Stammgruppe): Umfasst neben der Ahnenlinie auch die ausgestorbenen
Seitenäste
- Pan-Monophylum: Umfasst eine Kronengruppe und ihre Stammlinie bis zu der Art, die nicht
zugleich Ahnenlinienvertreter einer anderen Kronengruppe gewesen ist

52. Welche 6 Erdzeitalter lassen sich dem Paläozoikum zuordnen? Beginnen Sie mit dem ältesten!

Kambrium; Ordovizium; Silur; Devon; Karbon; Perm

53. Welche 3 Erdzeitalter lassen sich dem Mesozoikum zuordnen. Beginnen Sie mit dem ältesten!

Trias; Jura; Kreide

54. In welchem Erdzeitalter gab es die ersten Vielzeller (Metazoa)? (1P)

- Edicarium oder Kambrium?

55. Was bedeutet der Begriff „Kambrische Explosion“? (3P)

- Auftreten einer Vielzahl neuer Taxa und Baupläne in geologisch kurzer Zeit

- kambrische Explosion, angeblich explosionsartige Entwicklung („Urknall“) des tierischen Lebens mit

Beginn des Kambriums vor etwa 505–544 Millionen Jahren.

56. Nennen Sie den Zeitpunkt (Erdzeitalter) von 3 großen Massenaussterbungsereignissen! (3P)

1. Ende des Perm

2. Ende Trias

3. Ende Kreide

57. Nennen Sie zwei Vertreter der Burgess Shale! (2P)

•Wiwaxia

•Pikaia

58. Nennen Sie drei fossile Taxa der Wirbellosen und ordnen sie diese jeweils einer Großgruppe mit
rezenten Vertretern zu (3P)

•Eurypteria- Chelicerata

•Ammonoidea- Cephalopoda

•Rugosa- Anthozoa
59. Welche zwei fischartigen Wirbeltiergruppen waren im Devon vorherrschend? (2P)

•Stachelhai- Acanthodii

•Panzerfisch - Placodermi

60. Welche beiden Taxa mit rezenten Vertretern werden als Schwestergruppe der Tetrapoda

diskutiert? (2P)

•Dipnoi

•Actinista

61. Nennen Sie drei Stammlinienvertreter der Tetrapoda mit wissenschaftlichem Namen (Gattung
ist ausreichend)! In welchem Erdzeitalter treten sie auf? (4P)
•Ichthyostega stensioei-> Devon
•Acanthostegagunnari - Devon
•Tiktaalik - Devon

62. Nennen Sie drei Schlüsselmerkmale der Säugetiere, die sich in ihrer Ahnenlinie nachweisen
lassen! (3P)
- sekundäres Kiefergelenk und Heterodontie
- Haare
- Milchdrüsen
- sekundäres Munddach

63. Wie heißen die beiden Hauptgruppen der Dinosauria? Welcher der beiden Gruppen lassen sich
die Aves zuordnen? (3P)
- Saurischa  Theropoda und die Sauropodomorpha  Aves
- Ornithischia  Ornithopoda, Ankylosauria, Ceratopsia, Stegosauria und Pachycephalosauria

64. Nennen Sie die zwei Theorien (Fachbegriffe) der evolutiven Entstehung des Flugvermögens bei
Vögeln! (2P)
- Arboreale Theorie (Heilmann 1926)
- Cursoriale Theorie (Ostrom 1973)

65. Wieso ist die Bezeichnung „Urvogel“ für den Archäopteryx problematisch. Was wäre eine
phylogenetisch eindeutige Einordnung? (3P)

Archaeopteryx weist ereptil- und vogelhafte Merkmale auf und gilt deshalb als Bindeglied zwischen
beiden Gruppen.
Reptilmerkmale: Reptilartiges Gehirn, bezahnte Kiefer (auch noch bei Vögeln der Kreide), freie
bekrallte Finger, flaches, ungekieltes Brustbein, langer Reptilschwanz aus freien Wirbeln,
Bauchrippen und anderes. Vogelmerkmale sind die Federn, Gabelbein, Tarsometatarsus (im Alter
zunehmend verwachsene Mittelfußknochen) und nach hinten gerichtete Großzehe, die sich aber
auch bei einigen theropoden Dinosauriern (Theropoda) finden, die in die nähere Verwandtschaft von
Archaeopteryx gestellt werden. Richtige Einordnung: Gruppe der Saurischia, Familia derAvialae
66. Charakterisieren Sie die Bedeutung des KT-Events für 1. das Aussterben der Dinosauria, 2. die
Radiation der Mammalia (6P)
.großes Massensterben d. Dinosaurier->Meteoriteneinschläge
->Staubpartikel& Abschwächung d. Sonneneinstrahlung
->erhöhte Vulkanaktivität
•Entwicklung d. ersten richtigem Mammalia

67. Zeichnen Sie ein phylogenetisches Verwandtschaftsdiagramm der Hominoidea!

Erklären Sie,
warum die Menschenaffen (wie wir sie populär
verstehen) kein Monophylum darstellen! (5P) (SP)

•Kein Monophylum da Schimpansen näher mit


Menschen verwandt als mit anderen
Menschenaffen

68. Nennen Sie 3 heute noch diskutierte Theorien zur Evolution des aufrechten Ganges beim
Menschen. Geben Sie zu jeder Theorie einige Stichpunkte! (6P) (SP)
 Savannenhypothese
->Effizienzsteigerung durch aufrechten Gang
->bessere Thermoregulation
Aber: Optimierung erfolgte erst nach der evolutiven Aufrichtung
 Waten im Wasser
->durch Trockenheit werden von Wasser umschlossene Oasen als Lebensraum wahrscheinlicher
->Jagt und Bewegung spielt sich viel im Wasser ab
>aufrechter Gang von Vorteil durch Atmung& Nutzung der Arme
 Aufrechtgehen auf Bäumen
> Orang Utan lebt auf Bäumen& bewegen sich hauptsächlich biped beim Klettern

69. Die meisten Theorien zur Entstehung des aufrechten Ganges gehen davon aus, dass dieser mit
dem Übergang von einer arborealen (baumbewohnenden) zur einer terrestrischen Lebensweise zu
tun hat. Einige Evidenzen sprechen nun aber dafür, dass der aufrechte Gang zumindest teilweise
schon während der arborealen Phase entstanden ist. Nennen Sie diese Hinweise mit wenigen
Stichworten! (5P) (SP)

70. Nennen Sie 5 Unterschiede im Skelettaufbau von Mensch und Schimpanse! Verwenden Sie eine
Tabelle! (5P) (SP)
Mensch vs. Affe:
Fehlen d. Affenlücke vs. Parabolischer Zahnbogen
Beine länger als Arme vs. Arme länger als Beine
oppunierbarer Daumen vs. Daumen nicht frei beweglich
standfuß vs. Greiffuß
S-Wirbelsäule vs. Gerade Lumbalwirbelsäule
Der Schädel ist größer- kleiner

71. Nennen Sie 4 Merkmale des Skeletts, die der Mensch mit anderen Menschenaffen gemeinsam
hat (d.h. Merkmale der Hominoidea)! (4P) (SP)
- aufrechte Gang
- Veränderungen des Kiefers (z. B. verkleinerte Eckzähne),
- zunehmende Gehirngröße = eine spätere Entwicklung

72. Welche Menschenaffenarten haben einen sogenannten Knöchelgang! (3P) (SP)


- Gorilla
- Schimpansen
- Orang Uthan
- Bonobo
73. Nennen Sie 3 Stammlinienvertreter (d.h. fossile Hominini) des Homo sapiens mit
wissenschaftlichen Namen und ordnen sie den jeweiligen Fundort zu (Kontinent ausreichend) (3P)
(SP)
•Homo ergaster - Afrika
•Homo georgicus - Vorderasien
•Homo neanderthalensis - Europa
74. Zu welcher Art gehört das 1974 entdeckte Skelett, welches den Namen „Lucy“ erhalten hat?
- Australopithecus afarensis

75. Was besagt die „Out of Africa“ Hypothese? Welche Auswanderungswellen gab es? (4P) (SP)
Ursprung d. Menschen in Africa (Fossilfunde d. ersten Hominiden)
->Auswanderung als Homo erectus nach Asien& Europa
->dort Entwicklung zu weiteren Homo- Linien
->2 Auswanderungswellen
76. Was beschreibt der Begriff „mitochondriale Eva“ (3P) (SP)!
Die mitochondriale Eva ist ein Begriff aus der Archäogenetik und bezeichnet eine Frau, aus deren
mitochondrialer DNA die mitochondriale DNA aller heute lebenden Menschen durch eine
direkte Abstammungslinie hervorgegangen ist.

77. Der Ursprung des Homo sapiens lässt sich auf ca. 200.000 Jahre vor heute datieren. Auf
welchen zwei Säulen beruht diese Datierung? (2P) (SP)
•Eva d. Mitochondrien
•Out of Africa Hypothese

78. Welche 3 Erdzeitalter lassen sich dem Mesozoikum zuordnen? Beginnen Sie mit dem ältesten!
(3P)
•Trias
•Jura
•Kreide
79. Erläutern Sie die Problematik des Kreationismus! (4P)

Der Kreationismus beschreibt den Glauben an eine Entstehung der biologischen Arten bzw. höherer
taxonomischer Gruppen durch einen göttlichen Schöpfungsakt. Die christlichen Vertreter des
Kreationismus orientieren sich dabei an der wörtlichen Auslegung der Bibel.
Sie lehnen die Evolutionstheorie Darwins strikt ab.
Die Bibel liefert die Grundlage jeder Wissenschaft.

Intelligent Design vertritt die Meinung, dass die Entstehung der Lebewesen und der gesamten Welt
am besten durch eine „höhere Intelligenz“ als Ursache von allem erklärt werden könne. Der gesamte
Kosmos lasse einen Plan Gottes erkennen.

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