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1. Erläutern Sie die Grundprobleme (z. B.

organisatorisch, personell, strategisch,


kulturell), die in der Fallstudie angesprochen werden!

Das erste was für den Fallbeispielleser hervorsticht ist wie beschäftigt Herr Doktor Haller
eigentlich ist. Zu seinen Aufgaben gehört nicht nur die Leitung einer Forschungsbereiches
mit knappe 350 Mitarbeiter:innen (inklusive Querschnittsfunktionen wie Einkauf,
Buchhaltung, Personal und die Lager- und Werkschutzabteilung) sondern auch die
Berichtserstattung an dem Herr Professor Blume als Vorstandsmitglied, sowie die
Kontaktpflege zu einem wissenschaftlichen Berater, die enge Zusammenarbeit mit den
Leitern der vielen Fertigungs- und Arbeitsvorbereitungsabteilungen, mit der Rechts- und
Patentabteilung, mit der Finanzabteilung und mit der Verkaufs- und Werbeabteilung.
Alleine diese Aufgaben wurden eine typische Person überlasten, Hr. Dr. Haller hält
nebenbei noch Kontakt zu unterschiedlichen außerbetrieblichen Beratern,
Universitätsprofessoren, anderen Forschungsleiter:innen und Forschungsgruppen. All
diese Tätigkeiten scheinen den Hr. Doktor gar nicht zu bremsen, weil er auch noch
genügend Zeit für Kongressvorträge hat. Man könnte auch glauben, dass sich all das mit
einen „hands-off“ Führungsstil vielleicht ausgeht. Der Herr Doktor aber hat auch einen
sehr „hands-on“ Zugang zur Führung und ist überall involviert. Die Budgeterstellung für
das kommende Geschäftsjahr schafft er auch alleine und will es seiner
Buchaltungsmitarbeiter:innen nicht delegieren. Noch mehr dazu, der Herr Dr. prüft selbst
alle wesentlichen Ausgaben um die Kosten im Überblick zu halten und ist auch in den
Personalprozessen tiefst involviert sodass er sogar die Einstellungsentscheidungen von
Sekretärinnen kotrolliert. Man ist erstaunt, dass ein einziger Mensch so viel schaffen kann
ohne einen enorm hohen psychischen Preis dafür zu zahlen. Die perfekte Fassade fängt
aber langsam an Löcher zu bekommen da Hr Haller in letzter Zeit immer angespannter
wirkt, umso mehr wann er zum Vorstand gerufen wird und ist weniger in der Lage Fragen
aus seiner Verantwortungsbereich zu beantworten trotz seiner involvierten Art. Der Herr
Dr Haller ist außerdem von seiner Tätigkeit und Aufgaben überzeugt und meint er muss
„alle Fäden in die Hand halten“.

2. Welche tragfähigen Gestaltungsempfehlungen würden Sie Prof. Blume geben?


Erläutern und begründen Sie diese!

Cristian Golovescu
IT Management
Um eine Übersicht zu gewährleisten werden alle Gestaltungsempfehlungen auf die vier
Richtungen von der ersten Frage kategorisiert. Grundsätzlich gilt: Herr Dr. Haller muss
dringend von einiger seiner Aufgaben entlastet werden.

Organisatorisch

Das Organigramm im Fallbeispiel zeigt wie überlastet der Leiter der Forschungsabteilung
eigentlich ist. Die sieben Forschungsbereiche gehören zusammengebündelt (leider ist deren
Ausrichtung im Fallbeispiel nicht erwähnt, weshalb die Bündelungsannahme getroffen wird)
und unter der Leitung einer oder zwei Personen statt sieben wie bisher (somit könnten auch
Kosten gespart werden).
Die vier Spezialprojekte könnten auch unter eine Abteilung „Spezialprojekte“ gebündelt
werden (leider ist deren Ausrichtung im Fallbeispiel nicht erwähnt, weshalb die
Bündelungsannahme getroffen wird) oder, je nach Themenausrichtung, einer den bestehenden
Bereichen zugeordnet werden. Neben einer Entlastung der Forschungsabteilungsleiter
könnten auch Kostenersparnisse entstehen.
Vielmehr könnten bereits bestehenden Firmensynergien benützt werden. Es ist fraglich
warum der Forschungsbereich über eigene Querschnittsbereiche wie eine eigene Buchhaltung,
Personal-, Einkaufs-, Lager-, Bau-, Werkschutzbereich verfügt. All diese Bereiche können in
den bereits bestehenden namensgleichen Bereichen der Euro-Chemie AG integriert werden.
Dies würde zu einer deutlichen Entlastung der Führung, zu einer Senkung der damit
verbundenen Kosten sowie einer höheren Kostentransparenz führen.

Personell

Der Forschungsbereich scheint über einen aufgeblasenen Personalstand aufgrund seiner


Aufstellung zu verfügen. Um die elf Fachbereiche und acht Querschnittsbereiche zu
administrieren ist ein deutlicher Aufwand notwendig. Vielmehr kann die Integrierung der
Querschnittsbereiche des Forschungsbereiches in den gleichnamigen, firmenübergreifenden
Bereichen der Euro-Chemie GmbH zu deutlichen Ersparnissen im Personalstand und einen
besseren firmenweiten Überblick für die jeweilige Leitung der Querschnittsbereich. Dadurch
kann die Leitung des Forschungsbereiches von Aufgaben wie die Erstellung eines
Budgetplans oder die Auswahl der geeigneten Sekretärin weiter entlastet werden.

Cristian Golovescu
IT Management
Strategisch

Üblicherweise ist die Leitung eines Bereichs eher mit strategischen als mit operativen Fragen
befasst. Durch seinen extremen „hands-on“ Zugriff zur Management verbringt der Herr Dr.
Haller mehr Zeit mit der Auswahl einer Sekretärin (nicht mal seiner eigenen Sekretärin) als
mit der Grundsatzplanung zur Vorsteuerung zukünftiger großer Forschungsvorhaben. Dies ist
eine absurde Lage die unbedingt vermieden werden muss. Wenn der Bereichsleitung keine
Strategie vorgibt hat das deutliche Auswirkungen auf den Mitarbeiter:innen des Bereiches. Es
herrscht eine starke Ahnungslosigkeit und kein solides Fundament für eine zukünftige
Ressourcenplanung. Die Bereichsleitung muss dringend unterstützt werden sich auf die
strategischen Themen zu konzentrieren. Der gute Ruf und Begeisterung für Wissenschaft
sowie die Kontaktpflege mit anderen Schlüsselfiguren der Industrie und Forschung muss von
der Bereichsleitung weiter gewährleistet werden. Durch eine Bündelung der Fachabteilungen,
der Spezialprojekte und einer Abgabe der Querschnittsbereiche kann der entsprechenden
Rahmen für mehr Konzentration auf die Strategie garantiert werden.

Kulturell

Pete Drucker meinte „culture eats strategy for breakfast“. Das heißt alle vorher erwähnten
Änderungen werden gar nichts bringen falls die Kultur auch nicht angepasst wird. Diese
Anpassung fängt mit dem Herr Dr. Haller an (die Gründe dafür wurden bei der ersten Frage
erläutert). Er muss geholfen werden zu verstehen, dass seine Funktion nicht mit operativen
Tätigkeiten viel zu tun haben sollte. Wie genau das erfolgen sollte, wurde im Rahmen der
anderen drei Dimensionen erklärt. Dr. Haller ist wichtig für das Unternehmen, seine
Beziehungen und wissenschaftlichen Ruf müssen erhalten bleiben. Durch gezieltes Coaching
kann man ihm helfen einige der „Fäden“ los zu lassen damit er die wichtigsten „Fäden“ besser
in der Hand halten kann. Das wird nicht nur zu einer besseren Moral seiner Mitarbeiter führen
aber auch zu einer psychischen Entlastung seiner Person und damit einen besseren Fokus auf
seiner Haupttätigkeit führen.

Es ist auch sehr wichtig zu erwähnen, dass diese 4 Dimensionen gleichzeitig behandelt
werden müssen da jede Dimension eine Auswirkung auf die andere hat.

Cristian Golovescu
IT Management
Cristian Golovescu
IT Management