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20.03.

2001

Beugung und Interferenz von kohärentem Licht

Gruppe: Königbauer /Arz


Semester: UT2

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A) Versuchsaufbau:

Diahalter
Projektionswand
Z Dia
Laser

Z1

Länge l

B) Durchführung und Ergebnisse:

1.) Polarisation:

In der Diahalterung wird ein Polarisationsfilter eingespannt. Durch Drehen des Filters um 90°
würde bei polarisiertem Licht die Intensität des Lichtes komplett abnehmen, also das Licht
verlöschen. Bei dem von uns verwendetem Laser war das jedoch nicht der Fall. Nach der
Drehung des Filters kam es nur zu einer teilweisen Auslöschung (die Intensität wurde
schwächer). Dies bedeutet, daß das Licht des Lasers nur teilweise polarisiert sein kann.
Laserlicht kann durch folgenden Aufbau erzeugt werden:
Wenn ein Lichtstrahl auf die Grenzfläche zweier optisch verschieden dichter Medien trifft,
wird ein Teil des Lichtes reflektiert und der Rest davon gebrochen. Hierbei werden beide
Strahlen teilweise polarisiert.
Man kann aber beide Strahlen komplett polarisieren, indem man den Winkel des einfallenden
Lichts auf einen materialspezifischen Wert (also abhängig von der Art des Materials) einstellt
(= Brewster-Winkel).
Genau diesen Ablauf macht man bei Lasern und hat damit im Gegensatz zur Polarisation mit
Folien einen geringeren Energieverlust des Lasers.

2
2.) Bestimmung der Wellenlänge

Man misst zuerst den Abstand vom Diahalter zur Wand und dann beim auftretenden
Interferenzmuster den Abstand zweier Maxima gleicher Ordnung.

Zur Bestimmung der Wellenlänge benötigt man also folgende Daten:


• Den Abstand l vom Diahalter zur Projektionswand (bei uns 2,82 m)
• Die Anzahl N der Linien pro mm des Beugungsgitters (80 bzw. 300 Stck.)
• Den Abstand zweier Maxima gleicher Ordnung ( d(1.Ordnung) = 28,6cm)
• Die Ordnungszahl des gemessenen Maxima k

Zur Berechnung werden folgende Formeln verwendet:

d
α = arc tan
2l
1
g=
N
g sin α
λ=
k

Die Näherung tanα = ca sinα = α kann hier nicht verwendet werden, da dies nur für sehr
kleine α der Fall ist und hier teilweise Winkel vorkommen, für die diese Näherung nicht
zutrifft, da das eine (deutliche) Abweichung bei λ ausmachen würde.

Versuch 1 Gitter mit 80 Linien pro mm

Ordnung k der Maxima 1 2 3


Abstand d in cm 28,6 56,6 87,4
Wellenlänge λ in nm 632,4 624,1 638,1

Versuch 2 300 Linien pro mm

Ordnung k der Maxima 1 2


Abstand d in cm 108,1 232,8
Wellenlänge λ in nm 627,5 635,9

Mittelwert λ = 631,6nm

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Insgesamt ließen sich beim Gitter mit 80 Linien pro mm Interferenzmaxima bis zur
6.Ordnung noch einigermaßen erkennen, beim Gitter mit 300 Linien dagegen nur noch
Maxima bis zur 3. Ordnung. Messungen waren aber nur bis zu den in der Tabelle
aufgeführten Ordnungen messgenau möglich.

Durch Drehung des Diahalters (d.h. der Beugungsspalt steht nicht mehr senkrecht zum
einfallenden Licht) ergibt sich eine Verzerrung des Beugungsbildes. Der Abstand zwischen
den Maxima wird größer. Das läßt sich auf die Verringerung der Spaltbreite infolge der neuen
Winkelstellung zurückführen.

3.) Beugung an Einzelspalt und Lochblende

3.1 Einfachspalt

In den Diahalter wird nun ein Einfachspalt eingespannt.


Grundsätzlich läßt sich erkennen, daß die Lichtintensität der Maximas nach Außen hin
deutlich abnimmt.

Man kann Maxima bis zur 4. Ordnung erkennen (4.Ordnung nur noch durch Verbreiterung
der Projektionsfläche sichtbar zu machen (Wir haben hier noch weitere Papierblätter nach
Außen hin angehalten))

Zur Berechnung der Spaltbreite verwendete Formel:

1
a = λ *k *
s
sin (arctan ( ))
2l

4
Ordnung der Minima 1 2 3 4
Abstand s in cm 6,4 12,5 19,1 25,1
Spaltbreite a in µm 55,66 57,01 55,98 56,82
Mittelwert der Spaltbreite: 56,37

3.2 Keilförmiger Einzelspalt („Single Taper Slit“):

Man kann beobachten das sich mit zunehmender Breite des Spaltes die Anzahl der Maxima
und Minima zunimmt, sich aber der Abstand zwischen ihnen verringert. Außerdem verringert
sich die Ausdehnung des Hauptmaximas, was zu einer Erhöhung der Lichtintensität führt.

3.3 Haar als Beugungsobjekt:

Als nächstes wird jedem Probanden ein Haar entfernt und in einen leeren Diarahmen
eingespannt. Das Dia wird anschließend in den Diahalter eingebracht. Vorher wird der
Haardurchmesser noch mit einer Mikrometerschraube bestimmt.

Gemessener Durchmesser des Haares: Arz: 69µm (Haar 1)


Königbauer: 65µm (Haar 2)

Haar 1 Durchmesser Haar in µm: 69µm

Ordnung der Minima 1 2 3 4


Abstand in cm 4,4 8,9 13,3 17,7
Dicke des Haares in µm 80,96 80,06 80,37 80,54
Mittelwert der Haardicke 80,48

Haar 2 Durchmesser Haar in µm: 65µm

Ordnung der Minima 1 2 3


Abstand in cm 4,8 10,1 14,6
Dicke des Haares in µm 74,21 70,55 73,22
Mittelwert der Haardicke 72,66

Vorteil der optischen Messung gegenüber der mechanischen Messung ist die Genauigkeit.
Bei der Messung mit der Mikrometerschraube kann es bzw. kommt es immer zu einer
Quetschung des Haares. Diese wird durch die opt. Variante vermieden, und es ergibt sich ein
sehr viel genauerer Wert. Dies sieht man auch deutlich an den unterschiedlichen Ergebnissen
der beiden Meßverfahren. Die Werte der Mikrometerschraube weichen um 10-15% (Anteil
der Quetschung) von denen der Messung per Laser ab.

5
3.4 Lochblenden („Holes C D“):

Nun spannt man als Beugungsobjekt das Dia mit den verschieden großen Lochblenden ein.
Lochblende C: Groß
Lochblende D: Klein

Auf dem Projektionsschirm ergeben sich nun Beugungsmuster in Form von schwarzen und
roten Ringen. Diese Muster werden Airysche Beugungsfiguren genannt. Dann vermisst man
die Durchmesser der dunklen Ring, also der Minima (soweit sie gut sichtbar sind). Aus
diesen Werten läßt sich dann der Durchmesser der Lochblende errechnen.

Lochblende D

Nummer des Rings 1 2 3


Durchmesser d in mm 16 29 37
Durchmesser der Lochblende D in µm 271,72 274,65 312,41
Mittelwert 286,26

Lochblende C

Nummer des Rings 1 2 3


Durchmesser d in mm 18 31 41
Durchmesser der Lochblende D in µm 241,56 256,98 282,07
Mittelwert 260,20

Zur Berechnung des Durchmessers verwendete Formel:

d
α = arc tan
2l

ζK * λ
D=
sin α

Wobei: ζk = {1.22, 2.233, 3.238, 4.241, 5.243, 6.244, 7.245, 8.245}

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Bei Entfernung der Lochblende läßt sich die Airysche Beugungsfigur trotzdem erkennen. Der
Grund dafür ist die kreisrunde Austrittsöffnung des Laserstrahls, die ebenfalls die gleiche
Wirkung wie eine Lochblende hat.

Der Wert für den Durchmesser des erzeugten Rings beträgt: 2 mm


Daraus ergibt sich mit oben genannten Formeln ein Wert für die Austrittsöffnung des Lasers
von: 2,17 mm

Auch das Auflösungsvermögen optischer Geräte hängt mit den Airyschen Beugungsmustern
zusammen. Zum Beispiel werden Fernrohre in ihrer Auflösung davon eingeschränkt wie groß
die Austrittsöffnung ihres Lichtes, also die Größe ihrer Linsen ist. Denn auch hier ergeben
sich diese Muster und schränken die Sicht auf Sterne teilweise sehr stark ein. Deshalb werden
Fernrohre immer größer, was nicht wie man vielleicht annimmt mit der Schärfe des Bildes
zusammenhängt.

4.) Vom Einzelspalt zum Gitter

4.1 Interferenz am Doppelspalt:

Bei der Beugung am Doppelspalt lassen sich deutlich mehr Maxima als beim Einfachspalt
erkennen. Diese ergaben sich aus der Aufspaltung des Maxima 0.Ordung in 7 einzelne
Maxima.
Theoretisch müßte der Verlauf der Maxima und Minima wegen der Prinzipien der
Superposition und der Auslöschung bei der Interferenz abwechselnd stärker und schwächer
werden. Das ist aber nicht der Fall da sich ja wie oben erwähnt das Maxima 0. Ordnung in 7
neue Maxima aufteilt, hier also schon der theoretische Ablauf von starker und schwacher
Intensität unterbrochen wird.

Folgende Formeln wurden zur Berechnung verwendet:

λ*k
g =
sin α

λ *k
a=
sín α

7
Wobei:

d
α = arc tan
2l

Ordnung der Maxima k 1 2 3 4


Abstand d in cm 1,6 3,0 4,5 6,9
g in µm 222,63 237,48 237,49 206,52
Mittelwert für g 226,03

Ordnung der Minima k 1 2 3 4


Abstand d in cm 7,5 14,75 22,2 29,8
a in µm 47,50 48,31 48,17 47,88
Mittelwert für a 47,97

4.2 Beugung am keilförmigen Doppelspalt:

Beobachtung: Die Anzahl der Maxima in der 0.Ordnung nimmt bei Verdünnung des Spaltes
zu. Deshalb wird das Hauptmaxima dort auch schwächer als beim dicken Spalt, weil sich hier
ja die Intensität des Hauptmaximas aufteilt.

4.3 Versuch mit den Dias „Coarse-Grating I + II“:

Die beiden Dias unterscheiden sich in der Anzahl der im Hauptmaxima 0. Ordnung
befindlichen Interferenzmaxima. Beim Dia 1 (Coarse-Grating I) waren dies 5 Stück, beim Dia
2 (Coarse-Grating II) hingegen schon 15 Stück. Dies läßt sich erklären, wenn man sich die
Dias etwas genauer unter der Lupe anschaut. Man sieht deutlich den Unterschied in der
Größe des Durchmessers. Dia 1 hat dünnere Fäden als Dia 2, was zu unterschiedlichen
Beugungsmustern führt.