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MTMergonomics®

06/2006 © MTM
Ergonomische Risikoanalysen
mit MTMergonomics®

Entstehung:
„ In Kooperation zwischen der Deutschen MTM-Vereinigung
und dem Institut für Arbeitswissenschaft der TU Darmstadt.

Ziel:
„ Auf Basis von vorab erstellten MTM-Analysen ungünstige
körperliche Belastungen prognostizieren

Folie 2 06/2006
Anwendungsziele

„ Simulation geplanter Arbeitssituationen

„ Erkennen ungünstiger Belastungen

„ Hinweise zu erforderlicher Verbesserung der


prognostizierten ergonomischen Gestaltungsgüte

„ Ergänzung von Produktionssystemen um juristische und


ergonomische (und damit auch humane und ökonomische) Aspekte

Folie 3 06/2006
Motivation

Gründe für ergonomische Arbeitsgestaltung

„ Humanität

„ Wirtschaftlichkeit

„ Rechtliche Anforderungen

Folie 4 06/2006
Humanität

Gestaltung humaner Arbeitsplätze

„ Vermeiden von Überlastungen der Werker

„ Reduzierung von Verletzungen und Erkrankungen

„ Erhöhter Arbeitskomfort

„ Erhöhung der Motivation

Folie 5 06/2006
Wirtschaftlichkeit

Kostenaspekte

„ Verminderung Krankenstand (insbesondere Muskel- und


Skeletterkrankungen)

„ Erhöhung von Leistungsfähigkeit und Qualität

„ Kostenvorteile da Modifikationen noch schnell und kostengünstig


realisierbar sind

Folie 6 06/2006
Wirtschaftlichkeit

Zunahme
[%]

Chance
Kosten
zur Veränderung

Produktentwicklung [Zeit]
Folie 7 06/2006
Rechtliche Anforderungen

Beachtung insbesondere:

„ EU-Maschinenrichtlinie 98/37/EWG (in D:


Gerätesicherheitsgesetz, harmonisierte CEN-Normen „Sicherheit
von Maschinen)

„ EU-Rahmenrichtlinie 89/391/EWG nebst Einzelrichtlinien (in D:


= Arbeitsschutzgesetz)

Folie 8 06/2006
Philosophie und Validierung

Risikoanalysen vs. klassische ergonomische


Bewertungsverfahren

„ Klassisch: Zweizonen Modell (Rot/Grün- nicht erlaubt/erlaubt)


[„Grenzkräfte“, „Grenzmomente“, „Grenzlasten“]

„ Folge: wenige Newton oder Gramm entscheiden, ungerechtfertigte


Trennschärfe

„ Lösung: Ampelprinzip mit fallweise erlaubtem Gelben Bereich

Folie 9 06/2006
Philosophie und Validierung

Das 3-Zonen-Bewertungssystem, Definition

„ GRÜN (NIEDRIGES RISIKO, EMPFEHLENSWERT)


Vernachlässigbares Risiko einer Erkrankung oder Verletzung, ist oder auf einem für alle in
Frage kommenden Operatoren annehmbaren niedrigen Niveau

„ GELB (MÖGLICHES RISIKO, NICHT EMPFEHLENSWERT)


Für in Frage kommende Operationen besteht insgesamt oder teilweise ein nicht
vernachlässigbares Risiko einer Erkrankung oder Verletzung.

„ ROT (HOHES RISIKO, ZU VERMEIDEN)


Das Risiko einer Erkrankung oder Verletzung ist offensichtlich und es ist nicht annehmbar, die
in Frage kommenden Operatoren diesem Risiko auszusetzen.

Folie 10 06/2006
Philosophie und Validierung

Das 3-Zonen-Bewertungssystem, Anwendung

„ GRÜN
Maßnahmen sind nicht erforderlich.

„ GELB
Es erfolgt eine weitere Risikoeinschätzung unter Berücksichtigung anderer, damit verbundener
Risikofaktoren. Daraufhin sind so bald wie möglich Maßnahmen zur erneuten Gestaltung, oder f
alls dies nicht möglich ist, andere Maßnahmen zur Risikobeherrschung zu ergreifen.

„ ROT
Maßnahmen zur Risikominimierung sind erforderlich

Folie 11 06/2006
Methode

Systemarchitektur und Verfahrensablauf

„ Offen (AAWS-Basis)

„ Modular (4-Stufen-Modell)

9 Universell einsetzbar

9 Erweiterbar

„ Input: MTM-Analyse (MTM-UAS, MTM-MEK, MTM-SBW)

Folie 12 06/2006
AAWS (Automotive Assembly Worksheet)

Inhalt und Entwicklung


„ AAWS (Automotive Assembly Worksheet)
„ IAD Screening-Verfahren auf Basis einer „Papier- und Bleistiftmethode“
„ Ziel: Dokumentation und Bewertung belastender Arbeitssituationen, Zuführung
zu Problemverfolgungsstrategien
„ Entwicklung:
9 „Design Check“ (DC), Porsche
9 „New Produktion Worksheet“, Opel
9 Zusammenarbeit mit Daimler Chrysler
9 AAWS- automobilspezifisches Werkzeug zur Bewertung körperlicher Belastungen
in der Fahrzeugmontage

Folie 13 06/2006
AAWS (Automotive Assembly Worksheet)

Aufbau und Grundprinzip


„ Für ergonomisch ungünstige Arbeitssituationen werden Punkte vergeben.
Dies sind im Einzelnen:

9 Körperstellung und Armhaltungen


und zusätzliche Haltungsbelastungen Haltungspunkte

9 Kräfte und zusätzliche Belastungen Kraft- / RSI- Punkte

9 Manuelles Handhaben von Lasten Lastenpunkte

„ In Abhängigkeit von der Punktsumme erfolgt gemäß CEN (EN1050)/ ISO


Richtlinien (ISO Guide 51) zur Risikoanalyse eine Bewertung nach dem
Ampelprinzip (EN614) (grün/ gelb/ rot).

Folie 14 06/2006
AAWS-Datenblatt

Datenkopf
Gesamtbewertung
Kraft-/ RSI-Punkte

Lastenpunkte
Haltungspunkte 2D

Sonderpunkte

Haltungspunkte 3D

Anmerkungen
Folie 15 06/2006
AAWS: Datenkopf

„ Zu analysierende Tätigkeit / Station

„ Geschlecht, Körpergröße des Werkers

„ Analytiker / Analysedatum

„ Einstufungsdauer (Sekunden, Minuten, Stunden)

„ Zugehörige MTM-UAS Analyse (optional)

Folie 16 06/2006
AAWS - Bewertungszeile

„ Gesamtsumme aus:
9 Haltungspunkten
9 Kraft- / RSI-Punkten
9 Lastenpunkten
9 (Extrapunkten)

„ In Abhängigkeit von der Punktsumme


(< 25 grün; 26-50 gelb, > 50 rot)
erfolgt Zuweisung Ampelfarbe

Folie 17 06/2006
AAWS- Körperhaltungen und
Armstellungen
„ Haltungspunkte
(2D)
9Stehen,
9Sitzen,
9Knien/Hocken
9Liegen

Folie 18 06/2006
AAWS - Körperhaltungen und
Armstellungen
„ Haltungspunkte
(3D)
9Rumpfdrehung
9Rumpfneigung
9körperferne
Armhaltung

Folie 19 06/2006
AAWS - Kräfte,
zusätzliche Belastungen
„ Kraft- / RSI-Punkte
9Gelenkstellung
9Fingerbelastung
9 Körperkräfte
9 Rückschlagkräfte, Impulse etc

Folie 20 06/2006
AAWS- Manuelle Lastenhandhabung

„ Lastenpunkte für das Umsetzen, Tragen, Halten,


Ziehen & Schieben von Lasten.

Folie 21 06/2006
AAWS - Anmerkungen

Anmerkungen für:

„ Verbesserungsvorschläge

„ Verweise auf andere Dokumente z.B. im Rahmen


eines Problemverfolgungsprozesses)

„ detaillierte Beschreibung von anderen


außergewöhnlichen körperlichen Belastungen

Folie 22 06/2006
MTMergonomics® -
Bewertungsprozess (1/4)

MTM-Analyse Ergonomiekode

Ergonomiekode-
generator

MTM-Prozessbaustein & Benutzerinteraktion >> Ergonomiekode


(= Beschreibung der physischen Belastung des Werkers)

Folie 23 06/2006
Ergonomiekodegenerator
Wirkstellenlage

Wirkstellenhöhe Zugangsrichtung

Kode der
betrachteten Griffachsenlage
Geometrie

Last oder Kraftbedarf


Folie 24
Beinstellung 06/2006
MTMergonomics® -
Bewertungsprozess (2/4)
PBS
Körper- Aktions-
haltung kräfte

Handhaben Hand-Arm
von Lasten System

MTM-Analyse Ergonomiekode
Belastungskode

Ergonomiekode- Belastungs-
generator generator

Der Belastungsgenerator erzeugt je nach gewähltem Bewertungsverfahren (z.B. Automotive


Assembly Worksheet) eine Risikoanalyse für eine Sequenz aus Prozessbausteinen und
Ergonomiekodes.

Folie 25 06/2006
Belastungsgenerator

„ Auswahl des Bewertungsverfahrens (derzeit AAWS)

Folie 26 06/2006
MTMergonomics® -
Bewertungsprozess (3/4)
PBS PBS
Körper- Aktions- Körper- Aktions-
haltung kräfte haltung kräfte

Handhaben Hand-Arm Handhaben Hand-Arm


von Lasten System von Lasten System

MTM-Analyse Ergonomiekode
Belastungskode Bewertungskode

Ergonomiekode- Belastungs- Bewertungs-


generator generator generator

Der Bewertungsgenerator erzeugt je nach gewähltem Bewertungsverfahren (z.B. AAWS)


eine Risikobewertung nach dem Ampelschema.

Folie 27 06/2006
Bewertungsgenerator

„ Ergebnisanzeige in der Übersicht und im detaillierten Protokoll

Folie 28 06/2006
Ampelbewertung

Mögliche Ergebnisse sind:

< 25 Punkte

25 bis 50 Punkte

> 50 Punkte

Folie 29 06/2006
MTMergonomics® -
Bewertungsprozess (4/4)
PBS PBS
Körper- Aktions- Körper- Aktions-
haltung kräfte haltung kräfte

Handhaben Hand-Arm Handhaben Hand-Arm


von Lasten System von Lasten System

MTM-Analyse Ergonomiekode
Belastungskode Bewertungskode Aggregationskode

Ergonomiekode- Belastungs- Bewertungs- Bewertungs-


generator generator generator aggregator

Der Bewertungsaggregator fasst die Risikoanalysen mehrerer Abläufe bzw. Teilabläufe zu einer
summarischen Risikobewertung zusammen

Folie 30 06/2006
MTMergonomics® -
Bewertungsprozess
PBS PBS
Körper- Aktions- Körper- Aktions-
haltung kräfte haltung kräfte

Handhaben Hand-Arm Handhaben Hand-Arm


von Lasten System von Lasten System
MTM-Ergo
MTM-Analyse
Ergonomiekode Belastungskode Bewertungskode Aggregationskode

Ergonomiekode- Belastungs- Bewertungs- Bewertungs-


generator generator generator aggregator

Ergonomiebewertungsprozess

Folie 31 06/2006
Bewertungsaggregator

Produkt-/Ablaufmix Job rotation



A
A Schicht:
A
B
80 * A B
B
120*B B
A
(bzw. 40% von A und 60% von B) B
B

MTM-Analyse A Risikoanalyse A, z.B. 10 Punkte


Voraussetzung:
MTM-Analyse B Risikoanalyse B, z.B. 30 Punkte

Folie 32 06/2006
Anwendungshinweise

„ Auswertung und Durchführung aller MTM-Ergo Analysen für das 5., 50. und
95. Körperhöhenperzentil der beabsichtigten Nutzerpopulation

„ Bewertung der körperlichen Belastung bezüglich Körperkräften für das 15.


Kraftperzentil der Grundgesamtheit

„ Bereits berücksichtigt sind:

9 Grenzwerte und Verfahren, wie sie im Umfeld des Arbeitsschutzgesetzes


nebst zugehöriger Verordnungen realisiert wurden,

9 einschlägige, im Rahmen der Maschinenrichtlinie entstandene


harmonisierten CEN Normen.

Folie 33 06/2006
Anwendungshinweise

„ Nutzerpopulation momentan europäische Arbeitsbevölkerung

„ Analyse ausschließlich für körperliche Belastungen, welche aus der


Arbeitsaufgabe stammen

„ Keine Berücksichtigung psycho-mentaler Belastungen und Belastungen aus


der Arbeitsumgebung (sozial und physikalisch-chemisch)

„ Rückschluss auf körperliche Belastungen bei Analyse einzelner


Arbeitszyklen nur dann statthaft, wenn analysierten Belastungen annähernd
gleichmäßig über gesamte Schicht verteilt sind

Folie 34 06/2006
Grenzen der Anwendung

„ Analyse ausschließlich für körperliche Belastungen aus der Arbeitsaufgabe


heraus.

„ Keine Berücksichtigung psycho-mentaler Belastungen und Belastungen aus der


Arbeitsumgebung (sozial und physikalisch-chemisch).

„ Rückschluss auf körperliche Belastungen bei Analyse einzelner Arbeitszyklen


nur erlaubt, wenn analysierten Belastungen annähernd gleichmäßig über gesamte
Schicht verteilt sind oder eine zusätzliche Bewertung der Schicht per
Aggregation erfolgt ist.

Folie 35 06/2006
Anwendungshinweise

„ Der Prozessbaustein, der der Risikoanalyse zu Grunde liegt, sollte die


Arbeitsinhalte eines Taktes umfassen. Kürzere oder wechselnde
Arbeitsinhalte können im Rahmen der Aggregation bewertet werden.

„ Die Zeit Taktausgleich sollte dabei enthalten sein, z.B. in Form einer
Prozesszeit, für die eine ergonomisch unbedenkliche Körperhaltung (Arme
auf Hüfthöhe, unbelastet und gerade stehend) definiert ist.

Folie 36 06/2006
MTMergonomics® - Kontakt

DEUTSCHE MTM-GESELLSCHAFT
Industrie- und Wirtschaftsberatung mbH
Softwarehaus

Phone: ++49 (0) 351 26 999 0


Fax: ++49 (0) 351 26 999 10

info@dmtmsoftware.com
http://www.dmtmsoftware.com

Wir danken für Ihre Aufmerksamkeit und


Ihr Interesse an unserer Software!

Folie 37 06/2006