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Klaus Beer

Bewehren nach
DIN EN 1992-1-1 (EC2)
Tabellen und Beispiele
für Bauzeichner und Konstrukteure
7. Auflage
Bewehren nach DIN EN 1992-1-1 (EC2)
Klaus Beer

Bewehren nach DIN EN


1992-1-1 (EC2)
Tabellen und Beispiele für Bauzeichner und
Konstrukteure

7., aktualisierte Auflage


Klaus Beer
Xanten, Deutschland

ISBN 978-3-658-27079-7 ISBN 978-3-658-27080-3 (eBook)


https://doi.org/10.1007/978-3-658-27080-3

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Lektorat: Dipl.-Ing. Ralf Harms

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V

Vorwort

Die Eurocodes, ein europäisches Normen- die Möglichkeiten selbstständigen Wissens-


werk ist mit der DIN EN 1992-1-1 für die erwerbs ab.
Konstruktion neuer Tragwerke aus Beton,
Stahlbeton und Spannbeton zwingend vorge- Für den Auszubildenen und den Studieren-
schrieben. Das vorliegende Werk setzt kei- den werden Tabellen nach dem EC2 gebo-
nerlei Kenntnisse nach der DIN für Stahl- ten, die das Verständnis für die Konstruktion
beton voraus, sodass auch der Anfänger von Tragwerken sowie der Bewehrungs-
anhand vieler Beispiele und Erläuterungen führung liefert. Dem Auszubildenen und
mit der Konstruktion beginnen kann. So wird Studierenden bietet das Handbuch beste Mög-
an vielen Beispielen gezeigt, wie mit einer lichkeiten um nachzuschlagen. Damit wird es
Zeichnung und der nebenstehenden Tabelle, zugleich auch zum wertvollen, unterstützen-
bzw. Erläuterung ohne großartige Rechnerei den Hilfsmittel bei der Vorbereitung von
ein Bauwerk, Bauteil konstruiert werden Prüfungen.
kann. Unter anderem erfährt der Leser alles
notwendige über die DIN EN 1992-1-1, die Ich spreche mit dem Handbuch auch den
hier nur dem Lernenden, Studierenden und Lernenden an, der im Berufsleben steht, und
Konstrukteur eine Hilfe sein sollte. Auf un- sich durch Weiterbildung den Zugang zum
nötigen Ballast wird verzichtet. Wo immer es richtigen Konstruieren nach der DIN er-
geht, gibt der Autor aus seiner Erfahrung schließen will.
Tipps, wie die Bewehrung und Konstruktion
vereinfacht werden kann, ohne auf die not- Für den Fachmann war ich bemüht, ein leicht
wendige Genauigkeit zu verzichten. handbares Nachschlagewerk zu schaffen, das
den Zugang zur Lösung von Problemen am
Zunehmend werden Fähigkeit und Moti- Bauwerk durch Tabellen, erklärenden Text
vation Lernender, sich selbstständig in neue und Beispiellösungen erschließen hilft.
Aufgaben einzuarbeiten, als ein wichtiges
Ergebnis beruflicher Ausbildung und Fort-
bildung gesehen. Strukturierendes, planeri-
sches Denken, handlungsorientiertes Lernen
und damit verbunden, die Stoffbeherrschung,
wird durch das Benutzen des Handbuches An dieser Stelle richte ich meinen Dank an
gefördert. das

Ich war bemüht, gemäß den Lernzielen der Institut für Stahlbeton
beruflichen Bildung und Fortbildung die Bewehrung e. V.
Aufarbeitung des Inhalts vorzunehmen und Kaiserswerther Str. 137
ein einsichtiges Nachschlagesystem zu schaf- 40474 Düsseldorf
fen. Den genannten methodischen Zielen ist
ein ausgewogenes Verhältnis von Tabellen, und an die
erklärendem Text und sorgfältig ausgewähl- Ingenieurberatung
ten Zeichnungen geschuldet. Mit Hilfe dieses Pühl & Becker
Handbuchs kann systematisch Wissen erwor- Huyssenallee 86–88
ben werden. 45128 Essen

Praktische Aufgaben mit Lösungen zur Klaus-Gerhard-Werner Beer


Vertiefung erworbener Kenntnisse runden Xanten 2019
VII

Inhaltsverzeichnis

Vorwort ............................................................................................................................... V

Einführung ........................................................................................................................... 1

Grundlagen .......................................................................................................................... 6
Grundlagen der Tragwerksplanung .............................................................................. 6
Grundlagen der Bewehrungsführung ........................................................................... 7
Grundlagen zur Ermittlung einiger Abmessungen von Betonbauteilen ........................ 8

1 Baustoffe ...................................................................................................................... 10
1.1 Beton ................................................................................................................... 10
1.2 Betonstahl ............................................................................................................ 11

2 Allgemeines ................................................................................................................. 12
2.1 Formelzeichen und Abkürzungen ........................................................................ 12
2.2 Expositionsklassen und Betondeckung ............................................................... 18
2.3 Brandschutz ......................................................................................................... 20

3 Verankerung von Betonstahl ..................................................................................... 24


3.1 Grundmaß der Verankerungslänge ...................................................................... 24
3.2 Zugkraftdeckungslinie ......................................................................................... 25
3.3 Verankerung über den Auflagern ........................................................................ 26
3.3.1 Verankerung über den Auflagern und Stützen ......................................... 28
3.3.2 Verankerung im Feld ................................................................................ 30
3.4 Übergreifungslängen von Betonstahl (500S) ...................................................... 31
3.5 Biegen von Betonstählen (B500S) ...................................................................... 32
3.5.1 Verankerung von Bügeln und Querkraftbewehrung ................................ 33
3.5.2 Querkraftbewehrung ................................................................................. 34
3.6 Schweißen am Betonstahl .................................................................................... 36

4 Betonstahlmatten ........................................................................................................ 37
4.1 Sorten und Einteilung .......................................................................................... 37
4.2 Lagermatten ......................................................................................................... 38
4.2.1 Darstellung der Lagermatten .................................................................... 39
4.2.2 Biegen von Lagermatten .......................................................................... 40
4.3 Abstandhalter und Unterstützungen .................................................................... 41
4.3.1 Auswahl der Abstandhalter ...................................................................... 41
4.3.2 Auswahl der Unterstützungen .................................................................. 41
4.4 Listenmatten ........................................................................................................ 42
4.4.1 Beschreibung von Listenmatten ............................................................... 44
4.4.2 Darstellung von Listenmatten .................................................................. 45
4.4.3 Betonstahlmattenkörbe aus Listenmatten ................................................. 46
4.4.4 Sonderdynmatten ...................................................................................... 47
VIII Inhaltsverzeichnis

5 Gründung .................................................................................................................... 48
5.1 Gründungsarten ................................................................................................... 48
5.2 Die Flächengründung .......................................................................................... 49
5.3 Das Einzelfundament ........................................................................................... 50
5.3.1 Bewehrung zum Einzelfundament ............................................................ 51
5.3.2 Beschreibung zum Einzelfundament ........................................................ 52
5.3.3 Bewehrung zum Einzelfundament ............................................................ 53
5.3.4 Beschreibung zum Streifenfundament ...................................................... 54
5.3.5 Bewehrung zum Streifenfundament ......................................................... 55
5.3.6 Beschreibung zum Streifenfundament ...................................................... 56
5.3.7 Bewehrung zum Streifenfundament ......................................................... 57
5.3.8 Beschreibung zum Streifenfundament ...................................................... 58
5.3.9 Bewehrung zum Streifenfundament ......................................................... 59
5.3.10 Beschreibung zum Streifenfundament ...................................................... 60
5.3.11 Ausführung der Streifenfundamente ........................................................ 61
5.4 Blockfundament mit zwei Stützen ....................................................................... 62
5.4.1 Bewehrung zum Blockfundament ............................................................ 63
5.4.2 Blockfundament mit Ankerbarren ............................................................ 64
5.4.3 Bewehrung zum Blockfundament mit Rückverankerung ......................... 65
5.4.4 Beschreibung zum Blockfundament ......................................................... 66
5.4.5 Blockfundament ....................................................................................... 67
5.5 Köcherfundament ................................................................................................ 68
5.5.1 Köcherfundament (Schalung) ................................................................... 69
5.5.2 Blockfundament mit Köcher .................................................................... 70
5.5.3 Bewehrung zum Blockfundament ............................................................ 71
5.5.4 Bewehrung (Fundamentplatte) zum Köcherfundament ............................ 72
5.5.5 Köcherfundament Bewehrung (Köcherbewehrung) ................................. 73
5.6 Fundament, Sonderformen .................................................................................. 74
5.6.1 Bewehrung der Sonderformen .................................................................. 75
5.7 Durchstanzbewehrung für Fundamente ............................................................... 76
5.7.1 Durchstanzen, Bewehrung ........................................................................ 77
5.7.2 Beschreibung zum Fundament ................................................................. 78
5.7.3 Durchstanzbewehrung für ein Fundament ................................................ 79
5.8 Die Fundamentplatte ............................................................................................ 80
5.8.1 Bewehrung zur Fundamentplatte .............................................................. 81
5.8.2 Die Stützwand .......................................................................................... 82
5.8.3 Bewehrung der Stützwand ........................................................................ 83
5.9 Einbau einer Stahlstütze in ein Köcherfundament ............................................... 84
5.10 Flachgründung ..................................................................................................... 85
5.11 Tiefengründung ................................................................................................... 86
5.11.1 Tiefengründung, Details ......................................................................... 87
5.11.2 Tiefengründung Verbau .......................................................................... 88
5.11.3 Tiefengründung Verbau .......................................................................... 89
5.11.4 Berliner Verbau ...................................................................................... 90
5.11.5 Berliner Verbau, Darstellung ................................................................... 91
5.11.6 Die Bohrpfahlbewehrung ........................................................................ 92
5.11.7 Bewehrung zum Bohrpfahl ..................................................................... 93
5.11.8 Wendelberechnung ................................................................................. 94
5.11.9 Bohrpfahl mit Balken .............................................................................. 95
Inhaltsverzeichnis IX

5.11.10 Kopfbalken ........................................................................................... 96


5.11.11 Bewehrung zum Kopfbalken ................................................................ 97
5.11.12 Bohrpfahlwand mit Kopfbalken ........................................................... 98
5.11.13 Bohrpfahl mit Balkenrost ..................................................................... 99
5.12 Die Deckelbauweise ............................................................................................ 100
5.12.1 Darstellung der Deckelbauweise .......................................................... 101
5.13 Der Absenkkasten ................................................................................................ 102
5.13.1 Absenkkasten, Endzustand ................................................................... 103
5.13.2 Der Absenkkasten ................................................................................ 104
5.13.3 Absenkkasten 1. Bauabschnitt .............................................................. 105
5.13.4 Der Absenkkasten ................................................................................ 106
5.13.5 Absenkkasten, die Schneide ................................................................. 107
5.13.6 Absenkkasten, die Schneide ................................................................. 108
5.13.7 Bewehrung der Schneide ...................................................................... 109
5.13.8 Absenkkasten, Betonierabschnitte ........................................................ 110
5.13.9 Der Absenkvorgang .............................................................................. 111
5.13.10 Absenkkasten, die Bewehrung zur Bodenplatte ................................... 112
5.13.11 Die Bodenplatte zum Absenken ........................................................... 113

6 Bodenplatten ............................................................................................................... 114


6.1 Die Bodenplatte ................................................................................................... 114
6.1.1 Die Bodenplattenversprünge .................................................................... 115
6.1.2 Bewehrung der Bodenplatten ................................................................... 116
6.1.3 Bewehrungsanordnung ............................................................................. 117
6.1.4 Rissbreitenbewehrung .............................................................................. 119
6.1.5 Rissbreitenbewehrung zur Bodenplatte .................................................... 120
6.1.6 Rissbreitenbewehrung .............................................................................. 120
6.2 Erläuterung zu den Bewehrungsdetails ............................................................... 122
6.2.1 Bewehrungsdetails ................................................................................... 123
6.2.2 Erläuterung zu den Innenwandanschlüssen .............................................. 124
6.2.3 Bewehrung zu den Innenwandanschlüssen .............................................. 125
6.3 Bewehren einer Bodenplatte ................................................................................ 126
6.3.1 Bodenplattenbewehrung ........................................................................... 127
6.3.2 Bewehren einer Bodenplatte mit Versprung ............................................ 128
6.3.3 Bewehrungsführung der Bodenplatte ....................................................... 129
6.3.4 Bewehren einer Bodenplatte mit Verstärkung ......................................... 130
6.3.5 Bewehrung einer Bodenplatte mit Verstärkung ....................................... 131
6.3.6 Bewehren einer Bodenplatte mit Versprung ............................................ 132
6.3.7 Bewehrung einer Bodenplatte mit Versprung .......................................... 133

7 Die Weiße Wanne ....................................................................................................... 134


7.1 Erläuterung zur Weißen Wanne .......................................................................... 134
7.1.1 Bewehrungsdetails zur Weißen Wanne .................................................... 135

8 Stützen ......................................................................................................................... 136


8.1 Ortbetonstützen .................................................................................................... 136
8.1.1 Bewehrungsquerschnitte der Stützen ....................................................... 137
8.1.2 Übergreifungslänge für Stützen ............................................................... 138
8.1.3 Übergreifungslänge .................................................................................. 139
X Inhaltsverzeichnis

8.2 Aussteifstützen ..................................................................................................... 140


8.2.1 Bewehrung der Aussteifstütze .................................................................. 141
8.3 Beschreibung zur Stütze eingeschossig ............................................................... 142
8.3.1 Bewehrungsführung der Stütze ................................................................ 143
8.4 Erläuterung zur Stütze ......................................................................................... 144
8.4.1 Bewehrung einer Stütze mit einem Druckstoß ......................................... 145
8.5 Erläuterung zur Stütze ......................................................................................... 146
8.5.1 Bewehrung einer Stütze mit einem Zugstoß ............................................. 147
8.6 Erläuterung zur Stütze 20/70 cm ......................................................................... 148
8.6.1 Bewehrung einer Stütze, 20/70 cm ........................................................... 149
8.7 Stütze rund ........................................................................................................... 150
8.7.1 Bewehrung zur runden Stütze .................................................................. 151
8.8 Stütze hoch bewehrt ............................................................................................. 152
8.8.1 Bewehrung der hoch bewehrten Stütze .................................................... 153
8.9 Stütze mit Schraubenanschluss ............................................................................ 154
8.9.1 Bewehrung einer Stütze mit Schraubanschluss ........................................ 155
8.9.2 Stütze mit Schraubanschluss .................................................................... 156
8.9.3 Bewehrung einer Stütze mit Schraubanschluss ........................................ 157
8.10 Stützenanschlüsse ................................................................................................ 158
8.10.1 Bewehrung der Stützenanschlüsse .......................................................... 159
8.11 Verbundstützen .................................................................................................... 160
8.11.1 Querschnitte von Verbundstützen ........................................................... 161
8.12 Konsolbewehrung ................................................................................................ 162
8.12.1 Konsolbewehrung .................................................................................... 163
8.13 Stützanschlüsse .................................................................................................... 164
8.14 Wendelberechnung .............................................................................................. 165
8.15 Stütze über zwei Geschosse ................................................................................. 166
8.15.1 Bewehrung einer Stütze über zwei Geschosse ........................................ 167

9 Unterzüge .................................................................................................................... 168


9.1 Unterzüge, Einführung ........................................................................................ 168
9.1.1 Abkürzungen nach EC2-1-1 und Tabellen ............................................... 169
9.1.2 Querschnitte der Unterzüge ...................................................................... 170
9.1.3 Bewehrung der Querschnitte von Unterzügen ......................................... 171
9.1.4 Erläuterung zur Bewehrungsführung ....................................................... 172
9.1.5 Bewehrungsführung bei Unterzügen ........................................................ 173
9.2 Bewehren eines Betonbalkens ............................................................................. 174
9.2.1 Betonbalkenbewehrung ............................................................................ 175
9.2.2 Bewehren eines Betonbalkens .................................................................. 176
9.2.3 Betonbalkenbewehrung ............................................................................ 177
9.3 Unterzug (Einfeldbalken) .................................................................................... 178
9.3.1 Bewehrungsführung des Unterzugs .......................................................... 179
9.4 Überzug ............................................................................................................... 180
9.4.1 Überzugbewehrung ................................................................................. 181
9.5 Unterzug (Zweifeldbalken) .................................................................................. 182
9.5.1 Bewehrung eines Zweifeldbalkens .......................................................... 183
9.6 Unterzug-Auflager auf eine Konsole ................................................................... 184
9.6.1 Bewehrungsführung des hochgezogenen Auflagers ............................... 185
Inhaltsverzeichnis XI

9.7 Betonbalken gebogen .......................................................................................... 186


9.7.1 Bewehrungsführung des gebogenen Betonbalkens ................................. 187
9.8 Indirektes Unterzugauflager ................................................................................ 188
9.8.1 Bewehrungsführung eines indirekten Unterzugauflagers ....................... 189
9.9 Deckengleiche Balken ......................................................................................... 190
9.9.1 Balken mit Torsion .................................................................................. 190
9.9.2 Bewehrung der deckengleichen Balken .................................................. 191
9.9.3 Bewehrung eines Balkens mit Torsion .................................................... 192
9.9.4 Unterzug mit Öffnungen ......................................................................... 193
9.9.5 Bewehrung der Balken b größer h ........................................................... 193
9.9.6 Bewehrung der Unterzüge mit Öffnungen .............................................. 194
9.9.7 Bewehrung der Balken b größer h ........................................................... 195
9.10 Unterzug mit Kragarm ......................................................................................... 196
9.10.1 Bewehrungsführung des Unterzugs ........................................................ 197
9.11 Unterzug .............................................................................................................. 198
9.11.1 Bewehrungsführung des Unterzugs ........................................................ 199
9.12 Unterzug mit Auslagerung ................................................................................... 200
9.12.1 Bewehrungsführung des Unterzugs ........................................................ 201
9.13 Unterzug h < b ..................................................................................................... 202
9.13.1 Bewehrungsführung des Unterzugs ........................................................ 203

10 Rahmen ........................................................................................................................ 204


10.1 Rahmentragwerke ................................................................................................ 204
10.1.1 Bewehrungsführung der Rahmenecke .................................................... 205
10.2 Rahmenecke und Mittelriegel .............................................................................. 206
10.2.1 Bewehrungsführung der Rahmenecke und Mittelriegel ......................... 207
10.3 Rahmenecke (Zug innen) ..................................................................................... 208
10.3.1 Bewehrung der Rahmenecken, Zug innen ............................................. 209
10.4 Rahmenecken-Ausbildung ................................................................................... 208
10.4.1 Bewehren von Rahmenecken ................................................................. 210
10.4.2 Bewehrungsführung der Rahmen-Innenknoten ...................................... 211
10.5 Der Rahmen ......................................................................................................... 212
10.5.1 Bewehrungsführung eines Rahmens ...................................................... 213
10.5.2 Der Rahmen (Fortsetzung) ..................................................................... 214
10.5.3 Vergrößerte Darstellung des Rahmens ................................................... 215

11 Betonwände ................................................................................................................. 216


11.1 Betonwände, Einführung ..................................................................................... 216
11.2 Eine Betonwand bewehren .................................................................................. 217
11.2.1 Bewehrungsführung der Betonwand ...................................................... 219
11.3 Eine Betonwand ................................................................................................... 220
11.3.1 Bewehrung einer Betonwand ................................................................. 221
11.4 Betonwand mit einer Stabstahlbewehrung .......................................................... 222
11.4.1 Bewehrung einer Betonwand ................................................................... 223
11.5 Betonwand mit Stütze .......................................................................................... 224
11.5.1 Bewehrung einer Betonwand mit Stütze ................................................. 225
11.6 Betonwand mit Rissbreite .................................................................................... 226
11.6.1 Bewehrung einer Betonwand mit Rissbreite ........................................... 227
XII Inhaltsverzeichnis

11.7 Betonwand mit Erddruck und Rissbreitenbewehrung ....................................... 228


11.7.1 Bewehrung der Betonwand mit Erddruck und Rissbreitenbewehrung 229
11.8 Betonwand mit Auskragung .............................................................................. 230
11.8.1 Bewehrung der Betonwand .................................................................. 231
11.9 Betonwand mit Konsolen .................................................................................. 232
11.9.1 Bewehrung von Wandkonsolen ........................................................... 233
11.10 Betonwand auf zwei Stützen ............................................................................. 234
11.10.1 Bewehrung einer Betonwand auf zwei Stützen ................................... 235
11.11 Betonwand auf zwei Stützen mit eingehängter Last .......................................... 236
11.11.1 Bewehrung einer Betonwand mit eingehängter Last ........................... 237
11.12 Betonwand mit Kragarm ................................................................................... 238
11.12.1 Bewehrung einer Betonwand mit Kragarm .......................................... 239
11.13 Betonwand über ein mehrfaches Auflager ........................................................ 240
11.13.1 Bewehrung einer Wand über ein mehrfaches Auflager ....................... 241
11.14 Nachträglicher Einbau einer Betonwand ........................................................... 242
11.14.1 Bewehrung einer nachträglich eingebauten Wand ............................... 243
11.14.2 Schalung der nachträglich eingebauten Betonwand ............................ 244
11.15 Wand oder Balken ............................................................................................. 245
11.15.1 Halbfertigteil-Wände ........................................................................... 245
11.16 Betonwand über ein mehrfaches Auflager ........................................................ 246
11.16.1 Bewehrung einer Betonwand mit mehrfachem Auflager ..................... 247
11.16.2 Bewehrung der Betonwand (Eisenauszug) .......................................... 248

12 Decken .......................................................................................................................... 249


12.1 Decken, Einführung ........................................................................................... 249
12.1.1 Decken, Einführung andere Decken .................................................... 250
12.1.2 Ermittlung der Stablängen ................................................................... 251
12.2 Erläuterung zur Bewehrung der Einfeldplatte .................................................... 252
12.2.1 Bewehrung der Decke .......................................................................... 253
12.3 Einfeldplatte mit Kragarm ................................................................................. 254
12.3.1 Bewehrungsführung der Decke ............................................................ 255
12.4 Durchlaufplatte über zwei Felder ...................................................................... 256
12.4.1 Bewehrungsführung der Durchlaufplatte ............................................. 257
12.5 Durchlaufplatte, 4-seitiges Auflager .................................................................. 258
12.5.1 Bewehrung der 4-seitig gestützten Platte ............................................. 259
12.6 Deckenplatte dreiseitig gelagert ........................................................................ 260
12.6.1 Bewehrung der dreiseitig gelagerten Platten ........................................ 261
12.7 Erläuterung zur Bewehrung der Kragplatte ....................................................... 262
12.7.1 Bewehrung der Kragplatte ................................................................... 263
12.8 Die Flachdecke .................................................................................................. 264
12.8.1 Bewehrung einer Flachdecke ............................................................... 265

13 Durchstanzbewehrung ............................................................................................... 266


13.1 Durchstanzbewehrung in Decken ...................................................................... 266
13.1.1 Die kritischen Flächen ......................................................................... 267
13.2 Durchstanzbewehrung in der Ecke und am Rand .............................................. 268
13.2.1 Durchstanzbewehrung in der Ecke ...................................................... 268
13.2.2 Durchstanzbewehrung am Rand .......................................................... 268
13.2.3 Durchstanzbewehrung in der Ecke ...................................................... 269
Inhaltsverzeichnis XIII

13.3 Bereiche der Durchstanzbewehrung .................................................................. 271


13.4 Durchstanzbewehrung im Feld über der Stütze ................................................. 272
13.4.1 Bewehrung einer Durchstanzbewehrung im Feld ................................ 273
13.5 Durchstanzbewehrung mit Pilzkopf .................................................................. 274
13.5.1 Bewehrung der Durchstanzbewehrung mit Pilzkopf ........................... 275
13.6 Deckenauflager .................................................................................................. 276
13.6.1 Deckenauflager in eine vorhandene Wand .......................................... 277
13.6.2 Decken-Details ..................................................................................... 278
13.6.3 Deckenauflager (Deckenaufhängung) ................................................. 279
13.6.4 Eingemörtelte Bewehrungsstäbe .......................................................... 280

14 Treppen ....................................................................................................................... 281


14.1 Treppen, Einführung ......................................................................................... 281
14.2 Ortbeton-Treppe ................................................................................................ 282
14.2.1 Bewehrungsführung der Ortbetontreppe ............................................. 283
14.3 Bewehrungsführung des Treppenanschlusses ................................................... 284
14.3.1 Fertigteiltreppe und gewendelt ............................................................ 285

15 Schachtbewehrung ...................................................................................................... 286

16 Sonderbauteile ............................................................................................................ 287


16.1 Spaltzugbewehrung ........................................................................................... 287
16.2 Bewehrung einer Wand mit As  0,02 Ac ........................................................ 287
16.3 Fertigteil-Deckenplatten .................................................................................... 288
16.3.1 Endauflager Filigranplatten ................................................................. 288
16.3.2 Plattenstoß ............................................................................................ 288
16.3.3 Spannbeton-Hohldielen ....................................................................... 288
16.4 Decke mit Schubbereichen ................................................................................ 289
16.5 Fertigteilstütze mit angeformtem Fundament .................................................... 290
16.5.1 Bewehrung zur Fertigteilstütze mit angeformten Fundament .............. 291

Formeln und Tabellen ....................................................................................................... 292


Schwerpunktermittlung in Flächentragwerken ............................................................. 292
Tabelle alte Lagermatten-Programm bis 2008 .............................................................. 293
Tabellen der Expositionsklassen .................................................................................. 294
Tabellen der Übergreifungslängen ............................................................................... 300
Tabellen der Bewehrungsquerschnitte .......................................................................... 302
Tabellen der Biegerollendurchmesser .......................................................................... 303
Tabellen der Schubbewegung ....................................................................................... 305
Lagermatten-Programm ................................................................................................ 307
Tabellen der Übergreifungslängen von Lagermatten ................................................... 308
Tabellen zu den Maschenregeln ................................................................................... 309
DIN-Vorschriften zur Tiefengründung ......................................................................... 315

Sachwortverzeichnis ............................................................................................................ 316


1

Einführung

Das Normenwerk des EC2: Beton mit den erforderlichen Zusätzen be-
Die 10 Eurocodes sonders für den Brandschutz, bei Umweltein-
flüssen durch Chloride und chemischen An-
– Eurocode 0: Grundlagen der Tragwerks- griff und für Unterwasserbauwerke geeignet
planung ist.
– Eurocode 1: Einwirkungen auf Tragwerke
– Eurocode 2: Bemessung und Konstruk- Da der Beton zwar eine hohe Druckfestigkeit
tion von Stahlbeton- und Spannbetontrag- besitzt, jedoch eine geringe Zugfestigkeit
werken aufnehmen kann, wird eine Bewehrung ein-
– Eurocode 3: Bemessung und Konstruk- gelegt.
tion von Stahlbauten Die Bewehrung hat nun die Aufgabe, die
– Eurocode 4: Bemessung und Konstrukti- Zugkräfte der aus Biegung oder Zug bean-
on von Verbundtragwerken aus Stahl und spruchten Bauteile aufzunehmen. Hierbei
Beton muss die Bewehrung in Richtung der Zug-
– Eurocode 5: Bemessung und Konstrukti- zone eingelegt werden.
on von Holzbauten
– Eurocode 6: Bemessung und Konstrukti- In Platten und Balken ist die Bewehrung
on von Mauerwerksbauten horizontal zu verlegen. Für die einwirkende
– Eurocode 7: Entwurf, Berechnung und Querkraft sind Bügel mit ihren vertikalen
Bemessung in der Geotechnik Schenkeln anzurechnen. Aufgebogene Stäbe
– Eurocode 8: Auslegung von Bauwerken hingegen nur bis zu einem Winkel von 90°
gegen Erdbeben bis 45°.
– Eurocode 9: Berechnung und Bemessung Ein unbewehrter Betonbalken würde beim
von Aluminiumkonstruktionen ersten Riss versagen, ohne dass die hohe Be-
tondruckfestigkeit des Betons ck erreicht
Diese 10 Eurocodes sind weiter in 58 Teile
wurde. Die hohe Druckfestigkeit des Betons
untergliedert. Zusätzlich gibt es zu jedem Eu-
kann für die aus Biegung beanspruchten Bau-
rocode die nationalen Anhänge. Für uns ist
der Eurocode 2 (EC2) mit der DIN EN 1992- teile ausgenutzt werden.
1-1 interessant. Bei nur auf Druck beanspruchten Bauteilen
kann durch geeignete Bewehrung die Tragfä-
higkeit auf Druck erhöht werden.
Die Bewehrung
Durch den gute Verbund der Rippenstäbe mit
Das sind die Stahleinlagen in den Betonbau-
dem Beton, kann ein Bauwerk langfristig
teilen.
seine Standsicherheit behalten, Die Voraus-
Ein Bauteil aus dem Verbundbaustoff Stahl- setzung ist eine gute Vorplanung mit richtig
beton kann für fast alle tragenden Kons- dimensionierten Bauteilen. Die Bewehrung
truktionen des Ingenieurbaus herangezogen soll eine Rissbildung begrenzen.
werden.
Die Tragfähigkeit eines Bauteils ist nach dem
Der Verbund der Bewehrung mit dem Beton Sicherheitskonzept geregelt. Für die Anwen-
entsteht durch die Verzahnung (Rippen) der dung gilt die DIN EN 1990 mit den Ergän-
Bewehrungsstäbe mit dem Bindemittel Ze- zungen in der DIN EN 206-1. Nach diesem
ment. Stahlbeton nimmt besonders hohe Konzept wird in der statisch konstruktiven
Druck- und Zugbelastungen auf, wobei der Bearbeitung in drei Bereiche unterschieden.
2 Einführung

Die Tragfähigkeit Die Dauerhaftigkeit


Ein Tragwerk muss so ausgebildet werden, Durch einen geeigneten Beton und eine aus-
dass es allen Einwirkungen widersteht. Auch reichende Betonüberdeckung zur Bewehrung
außergewöhnliche Einwirkungen wie Erdbe- soll das Bauteil gegen physikalische und
ben und Brandbeanspruchung sollte es ohne chemische Eingriffe geschützt werden.
größere Schäden überstehen. Die Sicherheit Ein besonderes Augenmerk ist auch auf die
des Tragwerks ist durch rechnerische und Herstellungs- und Unterhaltsaufwendungen
konstruktive Maßnahmen zu gewährleisten. zu richten. Ist die Betondeckung zu groß oder
Hierzu gehört der richtige Einbau und die zu klein, können im Beton Risse entstehen,
konstruktive Ausbildung der Bewehrung. die später zu Betonabplatzungen führen kön-
In Platten und Balken liegt die Tragbeweh- nen. Der Unterhaltsaufwand ist dann sehr
rung unten und muss über das Auflager ge- groß.
führt werden. Auf eine ausreichende Aufla- Die geeignete Bewehrungswahl zu den Bau-
gertiefe ist bei der Konstruktion und Beweh- teilabmessungen können die Herstellungskos-
rungsführung zu achten. Auch Aussparungen ten senken.
für die Rolladenführung sollten beachtet
werden. Über den Mittelauflagern bei durch- In der DIN EN 1992-1-1 ist die erforderliche
laufenden Betonbauteilen ist oben eine Stütz- Betondeckung nach Expositionsklassen ge-
bewehrung einzubauen. regelt und kann nach den Umwelteinflüssen,
die auf ein Bauteil einwirken, bestimmt wer-
Schlanke Betonbauteile bewirken einen ho- den.
hen Bewehrungsanteil und eine damit ver-
bundene große Verankerungslänge am Auf- Die Robustheit
lager. Eine größere Betondeckung ist mit ein-
zubeziehen. Um eine gute Bewehrungsfüh- Einzelne Tragwerke können einer ungewöhn-
rung zu erreichen, sollte eine Betonplatte lich hohen oder ungeplanten Einwirkung
bzw. eine Deckenplatte über die Spannweite ausgesetzt sein. Das sind zum Beispiel eine
von 4,50 m mindestens 20 cm stark sein. sehr hohe Schneelast, ein Gebäude in Berg-
Betonbalken mit den Abmessungen 24/70 cm bausenkungsgebieten oder ein Gebäude, in
können bis zu einer Länge von 5,50 m gut der Explositionsgefahr besteht. Auch die An-
bewehrt werden. Ein zu hoher Bewehrungs- prallbelastung muss berücksichtigt werden.
gehalt führt oft zu einem Mangel am Bauteil. Die erforderliche Tragbewehrung wird in
diesem Fall durch eine zusätzliche Beweh-
rung ergänzt.
Die Gebrauchstauglichkeit In der heutigen Zeit führen Bauwerksentwür-
Hierbei sind die Gebrauchseigenschaften des fe zu immer schlankeren Tragwerken. Wohl
Tragwerks während der gesamten Nutzungs- kann das Tragwerk nach der Computeranaly-
dauer gefordert. Das Tragwerk soll sich nicht se bemessen werden, wird dann aber nach
zu stark verformen und in unangenehme dem billigsten Bieter in der Tragwerkskons-
Schwingungen geraten. Das Auftreten über- truktion und Ausführung gesucht, nehmen
mäßiger Rissbildung ist durch eine geeignete Tragwerksschäden durch eine geringere Bau-
Bewehrung zu verhindern. Durch die Wahl qualität und Bemessung zu.
eines nicht zu großen Stabdurchmessers in Schon nach fünf Jahren kann man Sicher-
der Tragbewehrung und einen nicht zu gro- heitsmängel an den modernen Baukonstruk-
ßen Stabdurchmesser in der Bügelbewehrung tionen erkennen. Es ist immer eine ausrei-
mit einem engeren Bügelabstand ist eine chende mechanische Festigkeit und Standsi-
übermäßige Rissbildung zu verhindern. cherheit gefordert.
Einführung 3

In der DIN EN 1992-1-1 ist konkretisiert, dann Fehler in der Länge und Breite an der
welche Folgen aus möglichen Einwirkungen Bewehrungsform besser bzw. auch sofort
auf ein Tragwerk nicht eintreten dürfen: erkannt.
– Einsturz des gesamten Bauwerks oder ei- Vor der Behrungsplanung sollte die Beton-
nes Bauteils. güte, die Expositionsklasse mit der Betonde-
– Größere Verformungen in unzulässigem ckung auf dem Bewehrungsplan stehen. Bei
Umfang. unterschiedlichen Bauteilen und Betongüten
– Beschädigung anderer Bauteile oder Ein- für jedes Bauteil getrennt.
richtungen und Ausstattungen infolge zu
großer Verformungen des Tragwerks. Über dem Schriftfeld ist mindestens die letzte
– Beschädigung durch ein Ereignis in ei- Matten- bzw. Stahlposition anzugeben.
nem zur ursprünglichen Ursache unver- Auf ausreichende Abstandhalter und Unter-
hältnismäßig großen Ausmaß. stützungen ist zu achten. Die Unterstützun-
Die Robustheit eines Bauteils wird durch gen für die 2. und 3. Lage der Bewehrung
nicht vergessen.
– fehlerfreie Berechnungen,
– sorgfältiges Konstruieren, Ist die Auflagerlänge der Betonbauteile durch
– hochwertige Baustoffe, Bauteilbegrenzungen vorgegeben, muss nun
– bekannte und bewährte Bauweise und der Stabdurchmesser bestimmt werden. Dün-
– eine regelmäßige, sorgfältige Überprü- ne Stäbe erfordern eine kürzere Auflagerlän-
fung ge, Endverankerungslänge.
erzielt. Eine sorgfältige Planung der Expositionsklas-
Zum sorgfältigen konstruieren gehören vor se mit der Betondeckung und den geeigneten
allem, dass die Konstruktion mit den Stabdurchmessern ist unerläßlich.
Schalplänen immer mit der statischen Be- Einen wesentlichen Beitrag zum Schutz der
rechnung übereinstimmt. Auch müssen die Bewehrung liefern eine ausreichende Beton-
Schalpläne dem neuesten Stand, der Planung qualität und insbesondere eine ausreichende
des Architekten entsprechen. Auf eine aus- Betondeckung. Die Auswirkungen der Um-
reichende Bemaßung der Bauteile ist zu ach- welt auf die Betonbauteile wird durch die
ten. Einzelne Bauteile bzw. Bauabschnitte Zuordnung der Expositionsklassen erfasst.
müssen immer zu den Achsen vermaßt wer- Bauwerke sind langlebige Wirtschaftsgüter.
den. Viele Bauwerksschnitte mit den Anga- Sie sollten daher auch lange nutzbar bleiben.
ben der Türöffnungen, Aussparungen und Einzelne Tragwerke können einer ungewöhn-
Durchbrüchen, Angaben der Bauwerkshöhen lich hohen oder ungeplanten Einwirkung
und Höhenangaben zu +/−0,00 erleichtern ausgesetzt sein. Das sind zum Beispiel:
den weiteren Planablauf. Erst wenn die Kon- Eine sehr hohe Schneelast, ein Gebäude im
struktion mit der statischen Berechnung und Bergbausenkungsgebiet oder ein Gebäude, in
der Ausführungsplanung des Architekten der Explositionsgefahr besteht. Auch die An-
übereinstimmen, sollte mit der Bewehrungs- prallbelastung muss berücksichtigt werden.
planung und Zeichnung begonnen werden. Die erforderliche Tragbewehrung wird in
Es ist eine große Erleichterung für den Be- diesem Fall durch eine zusätzliche Beweh-
wehrungszeichner wenn er auf die Schalung rung ergänzt.
aus der Konstruktion und zusätzlich die Bau-
teilabmessungen, die Betongüte und Exposi-
Bemessung und Konstruktion
tionsklasse aus der Statik zurückgreifen kann.
Vorteilhaft ist es auch, die Bauteile in der Be- Vor der Bemessung und Konstruktion muss
wehrungszeichnung zu vermaßen. So werden die vorgesehene Nutzung des Bauwerks
4 Einführung

festgelegt werden. Ist es ein Wohnhaus, ein nicht alle Problematik ist in der Berechnung
Industriegebäude, eine Brücke, eine Stütz- erfasst.
wand usw. Anschließend muss das Trag- Die statische Berechnung und Konstruktion
werksmodell mit den Tragsystemen bestimmt müssen die Standsicherheit, die Verkehrs-
werden. Diese besonderen Begriffe finden sicherheit und die Dauerhaftigkeit gewähr-
sich in der DIN EN 1990 wieder. leisten.
Mit der Wahl des Tragsystems und der
Entsprechend dem statischen System des
Tragwerksplanung ist die wichtigste Aufgabe
Bauwerks soll ein planmäßiges Ableiten aller
mit dem Nachweis der Tragfähigkeit und der
Lasten, dazu zählen das Eigengewicht und
Gebrauchstauglichkeit statisch erfüllt. Statik
die Verkehrsbelastun, in den tragdfähigen
ist die Lehre vom Gleichgewicht der Kräfte.
Untergrund erfolgen. Dabei muss das Bau-
Mit der Berechnung eines Bauwerks wird werk in einem sogenannten gebrauchstaug-
immer von oben begonnen. Als erstes wird lichen Zustand verbleiben. Verformungen
das Dach bzw. die oberen Bauteile in der wie Durchbiegungen, Setzungen und Ver-
Berechnung erfasst. Diese Lasten und alle schiebungen dürfen bestimmte Grenzwerte
Lasten aus der Berechnung der darunterlie- nicht überschreiten.
genden Bauteile werden über die Fundamente
(Gründung) in den tragfähigen Baugrund Gefordert ist hier eine regelmäßige Über-
abgeleitet. Der Nachweis der Aussteifung wachung und Prüfung aller Bauteile. In allen
entfällt im Wohnungsbau. Denn hier ist das öffentlichen Einrichtungen ist hier die Stadt,
Gebäude durch die vielen aussteifenden das Land oder der Bund haftbar. Der Einsturz
Mauerwerkswände statisch ausgesteift. von Sporthallen, U-Bahn-Tunnel bzw. Erd-
rutsche zeugen von einer laschen oder keiner
Zur erforderlichen Stabilität und Aussteifung Prüfung bzw. Überwachung. Für diese Schä-
eines Gebäudes werden Stahlbetonwand- den muss der Baulastträger Verantwortung
scheiben, Treppenhäuser und Aufzüge aus tragen. Die DIN besagt, dass diese Prüfungen
Stahlbeton herangezogen. Die Kräfte die auf mindestens zwei mal jährlich vorzusehen
das Gebäude wirken werden über Decken- sind. Verantwortlich allein ist der Baulast-
scheiben in die Wandscheiben geleitet. Das träger.
Tragwerksmodell ist hier zur Idealisierung
des Tragsystems zum Zwecke der Berech- Sind die Prinzipien der Tragsysteme mit dem
nung und Bemessung maßgebend. Für den Tragwerksmodell und der Standsicherheit
Nachweis der Tragfähigkeit und der Ge- festgelegt, muss in der Unterscheidung der
brauchstauglichkeit sind alle am Bau vor- baulichen Anlagen nach der Zuverlässigkeit
kommenden Situationen und Zustände zu und den Schadstoffklassen geachtet werden.
berücksichtigen, die während der Herstellung Hierbei unterscheidet die DIN für einen Be-
und Nutzung des Bauwerks auftreten können. zugszeitraum von 50 Jahren und der Schad-
Die Standsicherheit, die Gebrauchstauglich- stoffklasse RC2 nach Folgen für Menschen-
keit , die Dauerhaftigkeit und Nachhaltigkeit leben, erhebliche wirtschaftliche und soziale
müssen bei der statischen Berechnung ge- Beeinträchtigungen für Wohn- und Büroge-
währleistet sein. bäude.
Anhand der Berechnungen und Erläuterun- Auf einen rechnerischen Stabilitätsnachweis
gen aus der Statik kann nun der Konstrukteur kann, auch aufgrund von einer zu geringen
mit der Konstruktion und Bewehrung der Geschosszahl, verzichtet werden, oder das
Bauteile beginnen. Hier ist dann sorgfältige Gebäude ist durch ausreichende Wände in
Planung und Konstruktion gefragt. Denn beiden Achsrichtungen gut ausgesteift.
Einführung 5
6

Grundlagen

Grundlagen der Tragwerksplanung in Gebäudelängsrichtung und Querrichtung


eine ausreichende Anzahl von Aussteifungs-
Diese Grundlagen der Tragwerksplanung von wänden vorhanden ist. Die Aussteifungs-
Beton-, Stahlbeton- und Spannbetonbauteilen wände müssen ohne größere Versprünge bis
finden sich in der DIN EN 1990 (EC0) wie- zu den Fundamenten geführt werden. Bei den
der. Hier sind die Prinzipien und Anforde- üblichen Massivbauten wie Wohnhäuser oder
rungen für die Tragsicherheit, Ge- Einfamilienhäuser ist ein Nachweis der Ge-
brauchstauglichkeit und Dauerhaftigkeit von samtstabilität im allgemeinen nicht erforder-
Tragwerken für den allgemeinen Hochbau lich. Die horizontal wirkenden Decken und
bestimmt. Unterzüge und die vielen vertikal wirkenden
Die Bemessung (Berechnung) der Tragwerke Wände genügen als scheibenförmige Ausstei-
eines Gebäudes wird immer von oben nach fung und sichern die Gesamtstabilität.
unten ausgeführt. So werden die Eigenlasten Eine Abstimmung mit dem Konstrukteur
und die Belastung vom Dach über die Ge- über die konstruktive Ausführung und Be-
schosse in die Fundamente und dann ins wehrungsführung ist unerlässlich. Die tra-
Erdreich abgeleitet. gende Konstruktion eines Bauwerks muss so
Bevor mit der Planung, Konstruktion und bemessen und konstruiert werden, das ein
Bemessung eine Gebäudes begonnen wird, Tragwerk oder seine Tragwerksteile mit
muss die Stabilität des Bauwerks sicherge- ausreichender Sicherheit allen Einwirkungen
stellt sein. Bauwerke aus mehreren Geschos- während der Nutzung standhält. Aber auch
sen bestehen aus unterschiedlichen Bauteilen. die geforderte Gebrauchstauglichkeit behält
Aus den Decken, den Stützen, den Unterzü- und eine angemessene Dauerhaftigkeit auf-
gen und Wänden. Diese unterschiedlichen weist. Diese Forderungen werden in den
Bauteile müssen zu einem Gesamtsystem Grenzzuständen der Tragfähigkeit, der Dau-
verbunden und ausgesteift werden. Diese erhaftigkeit und der Gebrauchstauglichkeit
Aussteifung wird über Wände und Decken unterschieden.
die als Scheibe wirken, oder auch über einge- In den Grundlagen der Tragwerksplanung,
spannte Stützen im Fundament oder Rah- der DIN EN 1990 sind die zu verwendeten
menwirkung erbracht. Zur Aussteifung die- Begriffe der allgemeinen Bautechnik festge-
nen alle tragenden und austeifenden Wände. legt. In Verbindung mit der DIN EN 12992
(Eurocode 2) Bemessung und Konstruktion
Hierbei werden oft die Treppenhäuser bzw.
von Stahlbeton- und Spannbetontragwerken
die Aufzugsschacht-Kerne aus Stahlbeton
ist die Grundlage zur Bemessung und Kon-
herangezogen. Wenn an allen vier Seiten ein
struktion von Tragwerken erfüllt.
ausgesteiftes Bauteil geplant wird, erreicht
man die größte Steifigkeit. Alle anderen Tragwerke oder Tragwerksteile:
Bauteile werden dann gelenkig oder gleitend Hierbei ist zwischen der Tragwerksplanung
ausgeführt. Die horizontalen Kräfte, wie mit sehr geringem Schwierigkeitsgrad, eine
Windlasten, Erddruck, Lasten aus Schrägstel- einfache statisch bestimmte Konstruktion,
lung des Gebäudes müssen sicher in den ohne den Nachweis einer horizontalen Aus-
Baugrund geleitet werden können. steifung zu unterscheiden. Zum Beispiel bei
Auf einen rechnerischen Nachweis der räum- einer Garage mit dem Tragwerk einer Decke
lichen Steifigkeit darf verzichtet werden, dem Auflager auf Wänden und den Funda-
wenn die Decken als Scheiben statisch nach- menten. Die Tragwerksteile sind dann die
gewiesen und ausgebildet werden und wenn Decke, die Wände, die Betonrähme über dem
Grundlagen 7

Mauerwerk und die Fundamente. Statisch steht durch die Verbindung Unterzug und
bestimmte Tragwerke mit geringem Schwie- Platte.
rigkeitsgrad und vorwiegend ruhenden Las- L/h ≥ 3 ist ein Balken, Platte
ten sind Deckenkonstruktionen mit ruhenden L/h < 3 ist eine Scheibe, wandartige
Flächenlasten. Mauerwerksbauten mit bis zur Träger
Gründung durchlaufenden tragenden Wän- b/h ≥ 5 ist eine Platte
den. Flachgründungen und Stützwände ohne L = kürzere Stützweite
horizontale Aussteifung. b/h < 5 ist ein Balken
h = Bauteilhöhe
Grundlagen der Bewehrungsführung b/h ≤ 4 ist eine Stütze
b = Querschnittsbreite
Die Betondeckung muss vor der Bewehrung b/h > 4 ist eine Wand
anhand der gewählten Stabdurchmesser und
Umweltbedingungen nach Tabelle 2.2 der Durch die Vorgabe der verschiedenen Trag-
Expositionsklassen bestimmt werden. werke kann nun die Mindestbewehrung und
die Höchstbewehrung bestimmt werden. Die
Vor der Bewehrungsplanung und Beweh- Mindestbewehrung wird auch Robustheits-
rungsführung sind einige grundlegende Re- bewehrung genannt. Die Mindestbewehrung
geln des Stahlbetonbaus zu beachten. Um ein As,min muss größer sein, als die aufnehmbare
Tragwerk gut, sparsam und ohne Mängel zu Kraft die auf das Bauteil wirkt. Die erforder-
bewehren, muss der Tragwerksplaner die liche Mindestbewehrung muss von Auflager
Bauteile nach ihren Abmessungen einordnen zu Auflager ohne Querschnittsschwächung
können. Die Bestandteile eines Tragwerks der Bewehrung durchlaufen. Über Innenauf-
werden nach ihrer Beschaffenheit und Funk- lagern in der oberen Lage (Stütsbewehrung),
tion unterteilt in Balken, Stützen, Platten, ist die Mindestbewehrung in beiden anschlie-
Wände, Scheiben, Bögen und Schalen. Zu- ßenden Feldern mit mindestens ¼ der größe-
sammengesetzt ergeben diese Bauteile das ren Feldlänge einzubauen. Bei Kragarmen
Tragwerk. muss die Mindestbewehrung über die gesam-
Ein Balken ist ein Bauteil, dessen Stützweite te Kragarmlänge durchlaufen. Nachfolgend
nich kleiner als die 3-fache Gesamtquer- eine Auflistung der verschiedenen Mindest-
schnittshöhe ist. Andernfalls ist es in der Re- bewehrungsarten:
gel ein wandartiger Träger. – die Mindestbewehrung zur Versagensvor-
Als Deckenplatte gilt ein flächenartiges ankündigung
Tragwerk, dessen kleinste Länge in der Ebe- – die Mindestbewehrung zur Rissbreitenbe-
ne mindestens seiner 5-fachen Gesamtdicke grenzung
entsprechen. – die Mindestbewehrung für Platten und
Balken
Eine Stütze ist ein Bauteil, dessen kleinste – die Mindestlängs- und Mindestquerbe-
Seitenlänge nicht mehr als das 4-fache seiner wehrung für stabförmige Druckglieder
größten Seitenlänge entspricht und dessen (Stützen)
Gesamtlänge mindestens das 3-fache seiner Die wesentlichen Aufgaben der Mindest-
größten Querschnittshöhe beträgt. Bei ande- bewehrung:
ren Abmessungen ist es eine Wand.
– Gewährleistung der Versagensvorankün-
Die mitwirkende Plattenbreite bei Platten- digung
balken hängt von den Gurt- und Stegabmes- – Aufnahme rechnerisch nicht erfaßter
sungen, von der Art der Belasung, der Stütz- Beanspruchung
weite, den Auflagerbedingungen und der – Begrenzung der Rissbildung bei Zwangs-
Querbewehrung ab. Das Tragverhalten ent- beanspruchung.
8 Grundlagen

Grundlagen zur Ermittlung einiger


Abmessungen von Betonbauteilen  
Grundlagen 9
10

1 Baustoffe

1.1 Beton Für unsere Zwecke reicht die Aufteilung der


Betonsorten nach den Expositionsklassen.
Der Beton ist in der europäischen Norm EN Alle anderen Anforderungen und Zuschläge
206-1 geregelt. Sie ist mit der nationalen An- sind in den verschiedenen Normen geregelt
wendungsregel, der DIN 1045-2, zu verwen- und dort nachzulesen.
den. Der DIN Fachbericht 100 fasst beide Beton der Güte C8/10 wird nur für die Sau-
Normen zusammen und beschreibt die Eigen- berkeitsschicht verwendet. Eine Sauberkeits-
schaften des Betons. schicht von 5 bis 10 cm sollte immer unter ei-
Beton besteht aus einer Mischung von nem Gründungsbauteil eingebaut werden. Die-
– Zement, se verhindert einen direkten Kontakt des Be-
– Gesteinskörnung, tons mit dem aggressiven Erdreich. Beton wird
– Wasser und mit dem Buchstaben C aus dem Englischen
– evtl. Zusatzmitteln, Zusatzstoffen. „concrete“ und Leichtbeton mit den Buchsta-
Der Zement sollte nach der Verwendungsart, ben LC für „lightconcrete“ geschrieben.
den Bauteilabmessungen, den Umgebungs- Normalbeton ist ein C12/15; C16/20;
bedingungen und der Wärmeentwicklung des C20/25; C25/30; C30/37; C35/45; C40/50;
Betons im Bauwerk gewählt werden. C45/55 und ein C50/60.
Die Gesteinskörnung besteht aus natürli- Hochfester Beton ist ein C55/67; C60/75;
chen oder künstlich gebrochenen, minerali- C70/85; C80/95; C90/105; C100/115.
schen Stoffen. Auch Recyclingmaterial kann Hochfester Beton ist in der DIN 1045-2 ge-
verwendet werden. Für Normalbetone wer- regelt.
den Korngrößen verwendet, die kleiner oder Die erste Zahl gibt die charakteristische Be-
gleich 32 mm sind. Zu beachten ist, dass die tondruckfestigkeit am Würfel an. Die zweite
Korngröße immer 5 mm kleiner als der lichte Zahl gibt die charakteristische Betondruck-
Abstand der Bewehrungsstäbe sein sollte. festigkeit am Zylinder an. Die Würfeldruck-
Der Wasserzementwert richtet sich nach festigkeit ist für Deutschland maßgebend.
den Umgebungsbedingungen und den Anfor- Leichtbetone werden in den Sorten LC8/9;
derungen, die an den Beton gestellt werden. LC12/13; LC16/18; LC20/22; LC25/28;
Die Anteile an Wasser sind in der EN 206-1 LC30/33; LC35/38; LC40/44; LC45/50;
geregelt. LC50/55; LC55/60 und LC60/66 unterteilt.
Zusatzmittel, Zusatzstoffe werden dem Be- Wasserundurchlässiger Beton ist in der
ton zugegeben, wenn an ihn erhöhte Anfor- DIN 1045-2 Absatz 5.5.3 und DIN EN 206-1
derungen gestellt werden, z. B. beim Betonie- geregelt. Zur Ausführung muss mindestens
ren um die Frostgrenze, bei Unterwasserbeto- ein Beton C25/30 vorgesehen werden.
nen und beim Einsatz von WU-Betonen. Beton für hohe Gebrauchstemperaturen
bis 250 °C ist in der DIN 1045-2, 5.3.6 be-
Bei der Bauabnahme kann man anhand von
schrieben.
Lieferscheinen bzw. Aufschriften auf dem
Zementsack erkennen, welcher Beton einge- Unterwasserbeton ist nach DIN 1045-2 Ab-
baut wird. Ihnen entnimmt man Zementart, satz 5.3.4 auszuführen.
Festigkeitsklasse, das Lieferwerk und das Fließbeton ist nach der DIN 1045-2, 3.1.5
Gewicht sowie die Kennzeichnung für die auszuführen.
Güteüberwachung und die Bezeichnung für Beton nimmt ohne Stahleinlagen keine grö-
besondere Eigenschaften. ßeren Zugkräfte auf.

© Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH, ein Teil von Springer Nature 2019
K. Beer, Bewehren nach DIN EN 1992-1-1 (EC2), https://doi.org/10.1007/978-3-658-27080-3_1
1.2 Betonstahl 11

1.2 Betonstahl dA = 1,15  s


Betonstahlsorten und Eigenschaften werden zu ermitteln.
auch nach Einführung des Eurocodes weiter- dA = Außendurchmesser über die Rippen
hin in der DIN 488 geregelt. Betonstahl kann gemessen.
als Stabstahl, vom Ring und als Betonstahl- s = Nenndurchmesser ohne die Rippen.
matten zur Bewehrung von Betonbauteilen
verwendet werden. Es wird in folgende Be- Durch den guten Verbund der Rippenstäbe
tonstahlsorten unterschieden: mit dem Beton, kann ein Bauwerk langfristig
seine Standsicherheit behalten. Die Voraus-
– B500S (A). Das ist der sogenannte Stab- setzung ist eine gute Vorplanung mit richtig
stahl mit normaler Duktilität. dimensionierten Bauteilen. Entstehen Risse
– B500S (B). Das ist der Stabstahl mit ho- in der Betonoberfläche, hat die Luft ungehin-
her Duktilität. dert Zugang zum Betonstahl. Der Stahl be-
Gebräuchlich ist der Stabstahl im Handel in ginnt nun zu rosten.
den Durchmessern von 6 mm bis 28 mm. Die Durch eine gute Umhüllung des Beweh-
Lagerlänge ist bis zum Durchmesser 12 mm rungsstahls bzw. der Betondeckung bleibt der
auf 12 m begrenzt. Ab dem Durchmesser Betonstahl ohne jegliche Korrosion erhalten.
14 mm beträgt die lieferbare Lagerlänge Ist aber die Betondeckung nicht ausreichend,
14 m. Auf Anfrage können auch längere die Bewehrung falsch verlegt, kann der Be-
Betonstähle geliefert werden, nur ist der Stab ton abplatzen. Aufwendige und teure Sanie-
dann nicht so gut zu händeln. In der DIN 488 rungsmaßnahmen sind die Folge.
werden die Nenndurchmesser von 6 mm bis
40 mm geregelt. Für größere Durchmesser ist Hier liegt nun die ganze Verantwortung in
eine Zulassung erforderlich. der Hand des Konstrukteurs, mit der richtigen
Konstruktion und der Bewehrungsführung
Zur Bewehrung von großflächigen Bauteilen ein Bauwerk dauerhaft zu gestalten.
werden vorwiegend Betonstahlmatten einge-
setzt. Betonstahlmatten werden unterschieden
in: Literatur
– B500M (A). Das M steht für die Matte, Eurocode 2 für Deutschland. 2., aktualisierte Auf-
dass A für die normale Duktilität. lage.
– B500M (B). Das B steht für hohe Dukti- DIN 1045-1, Tragwerke aus Beton, Stahlbeton
lität. und Spannbeton. Teil 1: Bemessung und Kons-
truktion. Vom Deutschen Institut für Normung
Die Bezeichnung 500 ist die Stahlstreckgren- e.V.
ze yk = 500 N/mm2. DIN 1045-2, Tragwerke aus Beton, Stahlbeton
Der Stahldurchmesser ist der Nenndurchmes- und Spannbeton. Teil 2: Beton; Festlegung, Ei-
ser, ohne die Rippen. Dieser Nenndurchmes- genschaften und Herstellung. Vom Deutschen
Institut für Normung e.V.
ser ist in allen Tabellen und Plänen maßge-
bend. Wichtig ist der Außendurchmesser, DAfStb, Heft 525, Erläuterungen zu DIN 1045-1
über die Rippen gemessen, für die Verlegung DBV, Merkblätter, Betondeckung und Beweh-
der Stäbe bei geringen Stababständen im rung, Abstandhalter, Rückbiegen von Beton-
stahl und Anforderungen an Bewehrungs-
Bauteil. anschlüssen.
Der wirkliche Stabdurchmesser, über die ISB, Institut für Stahlbetonbewehrung e.V. Be-
Rippen gemessen, ist nach der Formel wehren von Stahlbetontragwerken.
12

2 Allgemeines

2.1 Formelzeichen und CEd Bemessungswert der Auflagerreaktion


Abkürzungen D Biegerollendurchmesser Duktilitäts-
klasse
A ist die Fläche eines Betonquerschnit-
DEd Bemessungswert der Auflagerreaktion
tes. Bei einer Wand oder Decke ist A
die Querschnittsfläche auf 1,00 m Dmax Größtkorndurchmesser der Gesteins-
Länge Körnung (= dg)
A außergewöhnliche Einwirkung E Einwirkung/Beanspruchung Exposi-
tionsklasse
A Querschnittsfläche
Ed Bemessungswert einer Einwirkung
Ac Querschnittsfläche des Betons
Ed.dst Bemessungswert einer destabilisieren-
Ac,eff Betonfläche um die Zugbewehrung
den Einwirkung
mit der Höhe hc,ef als Wirkungsbereich
der Bewehrung Ed,stb Bemessungswert einer stabilisierenden
Einwirkung
Act Fläche der Bezugzone bei der Erstriss-
Bildung Ec Elastizitätsmodul für Normalbeton als
Tangentenwert im Ursprung der
Ad Bemessungswert einer außergewöhn-
Spannungs-Dehnungs-Linie
lichen Einwirkung
Ec(28) Elastizitätsmodul für Normalbeton
As Querschnittsfläche des Betons
wie vor, nach 28 Tagen
Ae,erf ist die Abkürzung für die erforderliche
Ecd Bemessungswert des Elastizitäts-
Bewehrung aus der Statik
moduls des Betons
As,vorh ist die Abkürzung für die vorhandene
Ec,eff effektiver Elastizitätsmodul des Be-
wirklich eingelegte Bewehrung
tons
As,min Querschnitsfläche der Mindestbeweh-
Ecm mittlerer Elastizitätsmodul als Sekan-
rung
tenwert
As,max Querschnittsfläche der größten Be-
Ec(t) Elastizitätsmodul als Tangente im
wehrung
Ursprung der Spannungs-Dehnungs-
Asw Querschnitsfläche der Querkraft- Linie nach t (Tagen)
bewehrung
Elc Elastizitätsmodul für Leichtbeton
A Abmessung
Ep Bemessungswert des Elastizitäts-
Ap Querschnittsfläche des Spannstahls moduls für Spannstahl
C Symbol für Festigkeitsklassen bei Es Bemessungswert des Elastizitäts-
Beton (concrete) moduls für Betonstahl
C../.. Druckfestigkeitsklassen für Beton EI Biegesteifigkeit
C0 bis C3: Konsitenzklassen als Verdich- EQU Lagesicherheit
tungsmaß
F Kraft/Einwirkung
CEM Zement
FA außergewöhnliche Einwirkung
Cd Nennwert oder Funktion bestimmter
Bemessungs-Material-Eigenschaften

© Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH, ein Teil von Springer Nature 2019
K. Beer, Bewehren nach DIN EN 1992-1-1 (EC2), https://doi.org/10.1007/978-3-658-27080-3_2
2.1 Formelzeichen und Abkürzungen 13

Fd Bemessungswert einer Einwirkung; MEd Bemessungswert des einwirkenden


Bemessungswert der Streckenlast Biegemoments (Stützmoment)
FG ständige Einwirkung (G) MRd Bemessungswert des aufnehmbaren
FG,d Bemessungswerte für ständige Ein- Biegemoments
wirkung (Gd) N Längskraft (Normalkraft)
FG,k charakteristische Wert für ständige NEd Bemessungswert der einwirkenden
Einwirkung (Gk) Normalkraft (Zug oder Druck)
Fk charakteristischer Wert einer Einwir- NRd Bemessungswert des Normalkraft-
kung widerstandes
Fs Stahlzugkraft P Vorspannkraft
Frep repräsentativer Wert einer Einwirkung P0 aufgebrachte Höchstkraft am Spann-
FQ veränderliche Einwirkung (Q) anker nach dem Spannen
FQ,d Bemessungswerte für veränderliche Q veränderliche Einwirkung
Einwirkung (Qd) Qd Bemessungswert der veränderlichen
FQ,k charakteristische Wert für veränderli- Einwirkung
che Einwirkung (Qk) Qk charakteristischer Wert für die Ein-
G ständige Einwirkung (Eigengewicht) wirkung
Gd Bemessungswert einer ständigen Ein- Qk veränderliche Einzellast
wirkung Qs Schnee- und Eislast
Gd,inf unterer Bemessungswert einer ständi- QT Temperatureinwirkung
gen Einwirkung Qw Windlast
Gd,sup oberer Bemessungswert einer ständi- Qfat charakteristischer wert einer veränder-
gen Einwirkung lichen Einwirkung beim Nachweis
Gk charakteristischer Wert einer ständi- gegen Ermüdung
gen Einwirkung R Widerstand, Tragfähigkeit
G Schubmodul Rd Bemessungswert eines Tragwider-
GN Nutzlast standes
GZG Grenzzustand der Gebrauchstauglich- Rk charakteristischer Wert eines Trag-
keit widerstandes (Widerstandsgröße)
GZT Grenzzustand der Tragfähigkeit S Schnittgrößen
I Flächenträgheitsmoment des Beton- S Flächenmoment 1.Grades statisches
querschnitts Moment
L Länge/Längskraft S1 bis S5: Konsistenzklassen als Setzmaß
LC../.. Druckfestigkeitsklassen für Leicht- T Torsionsmoment
Beton TEd Bemessungswert des einwirkenden
Leff wirksame Stützweite Torsionsmoments
Ln lichte Stützweite UW Beton für Unterwassereinbau
M Biegemoment V Querkraft
14 2 Allgemeines

VEd Bemessungswert der einwirkenden ad Bemessungswert einer geometrischen


Querkraft Größe
VRd Bemessungswert des Querkraftwider- ak charakteristischer Wert einer geome-
standes trischen Größe
V0 bis V4: Konsistenzklassen als Setzmaß anom Nennwert einer geometrischen Größe
W Widerstandsmoment as Querschnittsfläche des Betonstahls
WA Feuchtigkeitsklasse bei Alkali- Δa Änderung einer geometrischen Nenn-
Kieselsäure-Reaktion größe
WF Feuchtigkeitsklasse bei Alkali- b Breite eines Querschnitts
Kieselsäure-Reaktion b Verbund
WO Feuchtigkeitsklasse bei Alkali- bw Stegbreite eines T-, I- oder
Kieselsäure-Reaktion L-Querschnitts
WS Feuchtigkeitsklasse bei Alkali- c Betondeckung der Bewehrung
Kieselsäure-Reaktin
c Beton, Druck, Kriechen
WU wasserundurchlässiger Beton
c steht für Beton, aus dem Englischen
X Baustoff- oder Produkteigenschaft für „concrete“
Xd Bemessungswert der Baustoff- oder cmin Mindestmaß der Betondeckung
Produkteigenschaft
cmin,b Mindestbetondeckung aus Verbund-
Xk charakteristischer Wert der Bau-Stoff- anforderung
oder Produkteigenschaft
cnom Nennmaß der Betondeckung
X0 Expositionsklasse: ohne Korrosions-
oder Angriffsrisiko cv Verlegemaß der Betondeckung für die
Bewehrung
XA Expositionsklasse: Betonkorrosion
durch aggressive chemische Umge- Δc Vorhaltemaß der Bewehrung
bung Δcdur,γ zusätzliches Sicherheitsmaß für die
XC Expositionsklasse: Bewehrungs- Betondeckung
korrosion durch Karbonatisierung Δcdur,st Verringerung der Mindestbetonde-
ckung bei Verwendung von nicht-
XD Expositionsklasse: Bewehrungskorro-
rostendem Stahl
sion durch Chloride außer Meerwasser
Δdur,add Verringerung der Mindestbeton-
XF Expositionsklasse: Frostangriff mit
deckung auf Grund zusätzlicher
oder ohne Taumittel
Schutzmaßnahmen
XM Expositionsklasse: Betonkorrosion
d Nutzhöhe, statische Höhe bei der
durch Verschleißbeanspruchung
Berechnung
XS Expositionsklasse: Bewehrungskorro- d, Ø Durchmesser
sion durch Chloride im Meerwasser
dg Durchmesser des Größtkorns einer
Gesteinskörnung
Formelzeichen mit kleinen
ds, Ø Stabdurchmesser der Bewehrung
lateinische Buchstaben
e Lastausmitte, Exentrizität Abstand der
a Abstand, Auflagerbreite
Bewehrungsstäbe
a geometrische Angabe
ƒ Festigkeit eines Materials, Flugasche-
ac Querschnittsfläche des Betons gehalt im Beton
2.1 Formelzeichen und Abkürzungen 15

ƒc Betondruckfestigkleit, einaxiale g ständige Einwirkung je Einheitsfläche


ƒcd Bemessungswert der einaxialen Be- oder Einheislänge. Verteilte ständige
tondruckfestigkeit Last

ƒck charakteristische Zylinderdruckfestig- gd Bemessungswert einer ständigen Ein-


keit des Betons nach 28 Tagen wirkung
gk charakteristischer Wert einer ständi-
ƒck,cyl charakteristische Betondruckfestig-
gen Einwirkung
keit, geprüft am Zylinder
h Höhe, Dicke eines Bauteils
ƒck,cube charakteristische Betondruckfestigkeit,
geprüft am Würfel i Trägheitsradius
ƒcm Mittelwert der Zylinderdruckfestigkeit k Beiwert, Faktor, charakteristisch
des Betons ‫ﺎ‬ Länge, Stützweite, Spannweite
ƒctk charakteristischer Wert der zentri-
‫ﺎ‬0 wirksame Stützweite, Ersatzlänge bei
schen Betonzugfestigkeit
Druckgliedern
ƒctk;0,5 chatakteristischer Wert des 5 %-
Quantils der zentrischen Betonzug- ‫ﺎ‬n lichte Stützweite
Festigkeit m Masse oder Moment je Längeneinheit
ƒctk;0,95 charakteristischer Wert des 95 %- n Anzahl
Quantils der zentrischen Betonzug- n Normalkraft je Längeneinheit
festigkeit
p Querdruck
ƒctm Mittelwert der zentrischen Zugfestig-
keit des Betons q gleichförmig verteilte, veränderliche
Einwirkung oder Linienlast
ƒp Zugfestigkeit des Spannstahls
qd Bemessungswert einer veränderlichen
ƒpk charakteristischer Wert der Zugfestig- Einwirkung
keit des Spannstahls
qk charakteristische Wert einer veränder-
ƒp0,1k charakteristischer Wert der 0,1 %- lichen Einwirkung
Dehngrenze des Spannstahls
r Radius
ƒ0,2k charakteristischer Wert der 0,2 %- 1/r Krümmung
Dehngrenze des Betonstahls
s Silikastaubgehalt im Beton
ƒt Zugfestigkeit des Betonstahls
s Abstand, Stababstand
ƒtk charakteristischer Wert der Zugfestig-
keit des Betonstahls s ist der Betonstahl nach DIN 488 mit
der Bezeichnung, B500S (A) oder (B)
ƒtk,cal rechnerische Zugfestigkeit = für Stabstahl. Oder B500M (A),
525 N/mm2 bei εdu = 0,225 B500M (B) für Betonstahlmatten. A
ƒy Streckgrenze des Betonstahls steht für hier für normale Duktilität
und B für hohe Duktilität
ƒyd Bemessungswert der Streckgrenze
des Betonstahls sn Standardabweichung von aufeinander
folgenden Prüfergebnissen
ƒyk charakteristischer Wert der Streck-
grenze des Betonstahls t Dicke, Wanddicke
ƒywd Bemessungswert der Streckgrenze von t Zeitpunkt
Querkraftbewehrung (Schub) t Zug; quer
16 2 Allgemeines

t0 Zeitpunkt des Belastungsbeginns des γc Teilsicherheitsbeiwerte für Beton


Betons γF Teilsicherheitsbeiwerte für Einwir-
u Umfang eines Betonquerschnitts mit kungen F
der Fläche Ac γF,fat Teilsicherheitsbeiwerte für Einwir-
u Grenzwert kungen beim Nachweis gegen Ermü-
u0 Umfang der Lasteinleitungsfläche dung
Aload beim Durchstanzen γC,fat Teilsicherheitswerte für Beton beim
ul Umfang des kritischen Rundschnitts, Nachweis gegen Ermüdung
bei dem die Durchstanzbewehrung γE Teilsicherheitsbeiwert für Einwirkun-
nicht mehr erforderlich ist gen F
u,v,w Komponenten der Verschiebung eines γG Teilsicherheitsbeiwerte für ständige
Punktes Einwirkungen, G
u Horizontalverschiebung eines Trag- γQ Teilsicherheitsbeiwerte für veränder-
werks oder Bauteils liche Einwirkungen, Q
v Querkraft je Längeneinheit γM Teilsicherheitsbeiwerte für eine Bau-
w Durchbiegung eines Bauteils stoffeigenschaft
w Rissbreite γm Teilsicherheitsbeiwerte für eine Bau-
stoffeigenschaft allein
wk Rechenwert der Rissbreite
γP Teilsicherheitsbeiwerte für Einwir-
w/z Wasserzementwert kung aus Vorspannen
x Druckzonenhöhe γS Teilsicherheitsbeiwerte für Betonstahl
xd Druckzonenhöhe nach Umlagerung und Spannstahl
der Schnittgrößen δ (delta) Betrag für Zuwachs/ Umlage-
x, y, z Koordinaten rungsverhältnis, Umlagerung
z Hebelarm der inneren Kräfte ε (epsilon) Dehnung
z Zementgehalt im Beton εc Dehnung des Betons
εcl Dehnung des Betons unter der Maxi-
Formelzeichen mit kleinen und malspannung ƒc
großen griechischen Buchstaben εcu rechnerische Bruchdehnung des Be-
α (alpha) Winkel; Verhältnis tons
αcc Abminderungswert zur Berücksichti- εu rechnerische Bruchdehnung des Be-
gung von Langzeitwirkungen auf die tonstahls oder Spannstahls
Druckfedtigkeit εuk charakteristische Dehnung des Beton-
αc,T Wärmedehnzahl des Betons stahls unter Höchstlast
αs,T Wärmedehnzahl des Stahls ζ (zeta) Abminderungsbeiwert/Vertei-
lungsbeiwert
αT Wärmedehnzahl des Stahlbetons
η (eta) Umrechnungsfaktor
β (beta) Winkel; Verhältnis; Beiwert
θ (theta) Winkel
γ (gamma) Wichte eines Baustoffs
λ (lambda) Schlankheit
γ Teilsicherheitsbeiwert
μ (mü) Reibungsbeiwert, Verlust
γA Teilsicherheitsbeiwerte für außer-
gewöhnliche Einwirkungen A ν (nü) Querdehnzahl
2.1 Formelzeichen und Abkürzungen 17

ξ (ksi) Verhältnis der Verbundfestigkeit p Vorspannung, Spannstahl


von Spannstahl zu der von Betonstahl q veränderliche Einwirkung
ξ (ksi) Beiwert für die Bemessung der r Riss, Relaxation
Bewehrung s Betonstahl, Schwinden
ζ (zeta) Beiwert für die Berechnung des v Verlegemaß, vertikal
inneren Hebelarms
w Steg, Wand
ρ (rho) Dichte des Betons (ofentrocken)
y Fließ-, Streckgrenze
ρl geometrisches Bewehrungsverhältnis
cal Rechenwert
der Längsbewehrung
col Stütze
ρw geometrisches Bewehrungsverhältnis
der Querkraftbewehrung dir direkt
Σ (Sigma) Summe eff effektiv, wirksam
σ (sigma) Spannung erf erforderlich
fat Ermüdungswert
σc Spannung im Beton
ges Gesamtwert
σcg Spannung im Beton infolge ständiger
Einwirkung ind indirekt
σcp Spannung im Beton aus Normalkraft inf unterer Wert
oder Vorspannung max maximaler Wert
σcu Spannung im Beton bei rechnerischer min minimaler Wert
Bruchdehnung des Betons nom Nennwert
τ (tau) Schubspannung aus Torsion pl plastisch
φ (phi) Kriechzahl, Kriechen red reduzierter Wer
ψ (psi) Kombinationsbeiwert sup oberer Wert
ψ0 Kombinationsbeiwert einer veränder- surf Oberfläche
lichen Einwirkung vorh vorhanden
Ψ1 Kombinationsbeiwert für häufige I ungerissener Zustand des Querschnitts
Werte der veränderlichen Einwirkung (Zustand I)
Ψ2 Kombinationsbeiwert für quasi- II gerissener Zustand des Querschnitts
ständige Werte der veränderlichen (Zustand II)
Einwirkung
X Expositionsklasse; Klasse der Um-
Δ (Delta) Änderung, Differenzmaß gebungsbedingungen
Δα Änderung einer geometrischen Größe X0 Zero risk; Null, kein Angriffsrisiko
Δc Vorhaltemaß der Betondeckung XC Carbonation; Karbonatisierung, Kar-
ΔP Spannkraftverlust aus Krieschen und bonatbildung
Schwinden des Betons XD De-leing Salt; Enteisungssalz, Tau-
mittel, Chloride
Sonstige Abkürzungen XS Seawater; Meerwasser
i ideell; Laufvariable XF Frost; Frost und Frost-Taumittel
j Laufvariable XA Chemical Attack;chemischer Angriff
lc Leichtbeton XM mechanische Abrasion; mechanischer
m Durchschnittswert, mittlerer Wert Verschleiß
18 2 Allgemeines

2.2 Expositionsklassen und die richtige Bewehrung bestimmen. Es dür-


Betondeckung fen nicht zu große Bewehrungsdurchmesser
eingebaut werden.
Die DIN EN 206-1 mit der Nationalen Norm Besonders beim Einbau von Einbauteilen
NAD DIN 1045-2 ist für die Expositionsklas- (Stahlplatten) ist auf die Betondeckung zwi-
sen maßgebend. schen Betonstahl und Einbauteil zu achten.
Diese Expositionsklassen regeln anhand der Hier treten sehr schnell Roststellen und Rost-
Umgebungsbedingungen die Wahl der Be- pocken auf, die ein Abplatzen des Betons
tondeckung und des Betons. Sofern keine beschleunigen. Der Betonstahl kommt nun
höheren Anforderungen an den Beton gestellt ohne Betondeckung mit der Luft in Berüh-
werden, sind diese Regeln bindend. rung und fängt an zu rosten.
Die Expositionsklasse ist damit die Klassifi- Die Betondeckung errechnet sich aus dem
zierung der chemischen und physikalischen Vorhaltemaß, der Mindestbetondeckung und
Umgebungsbedingungen, denen ein Bauteil dem Stabdurchmesser. Bei der Expositions-
ausgesetzt werden kann und die auf Beton, klasse XC1, ist beispielsweise der Stab-
Bewehrung oder Stahleinbauteile wirken durchmesser 12 mm maßgebend. Bis zur
können. Diese Umgebungsbedingungen ha- Expositionsklasse XC4 ist eines zu beachten:
ben keinen Einfluss auf die Belastung und Ist der Stabdurchmesser größer als die Min-
werden nicht als Lastannahmen in die Trag- destbewehrung, so ist für die Mindestbeton-
werksplanung angesetzt. Diese chemischen deckung der Stabdurchmesser maßgebend!
und physikalischen Einflüsse, denen der Tabelle 2.1 und 2.2
Beton, die Bewehrung oder das eingebaute In der DIN EN 206-1 und NA DIN 1045-2
Metall ausgesetzt ist, führen zwar nicht als sind die Anforderungen mit den Expositions-
Lasten bei der Bemessung, sind aber bei der klassen an Bauteilen baurechtlich geregelt,
Planung der Dauerhaftigkeit zu berücksich- die mit einer mindestens 50-jährigen Nut-
tigen. zungsdauer ausgeführt werden.
Korrosion ist eine von der Oberfläche ausge- Bauteile, die diesen Anforderungen nicht
hende Zerstörung des Betonstahls, die durch genügen, können abweichend von der Norm
chemische oder elektrolytische Reaktion mit ausgeführt werden.
dem Umfeld hervorgerufen wird. Der Stahl Hierzu gehören nicht tragende Bauteile, wie
beginnt durch Korrosion zu rosten. Quer- Kellerfußböden, Betonzäune und deren Fun-
schnitt und die Festigkeit der Stahleinlagen damente, Bodenplatten in Garagen und Be-
verringern sich. Die gleichzeitige Anwesen- tonplatten, die nicht besonders stark genutzt
heit von Sauerstoff und Wasser lösen den werden. Hier muss der Konstrukteur je nach
Rostprozess aus. Einzellfall das Bauteil und damit verbunden
In der Vergangenheit hat sich immer wieder die Bewehrung vor Korrosion schützen.
gezeigt, dass Bauwerksschäden durch man- Betonbauteile wie Fundamente, die vollstän-
gelhafte Betondeckung, zu schlanke Bauteile dig und dauerhaft vom Erdreich umgeben
und damit verbunden zu große Bewehrungs- sind, müssen nicht einer Expositionsklasse
durchmesser entstanden sind. Bauwerks- zugeordnet werden. Bauteile im nicht frost-
sanierungen und Instandhaltungsarbeiten sind freien Bereich werden in die Expositions-
aufwendig und teuer. Nur der Konstrukteur klasse XF1 und in die Expositionsklasse für
kann durch die richtige Konstruktion die Karbonatisierung bzw. als Gründungsbauteil
Fehler aus Architektur und Statik vermeiden. in XC2 eingestuft. Die Oberseite des Bauteils
Er muss die richtigen Bauteilabmessungen, ist den Anforderungen entsprechend auszu-
die Expositionsklasse, die Betondeckung und bilden.
2.2 Expositionsklassen und Betondeckung 19

Wandflächen, die vollflächig mit einem keit des Frischbetons beeinträchtigt werden.
WDVS versehen sind, können in die Exposi- Der Beton kann durch Chloride zu schnell er-
tionsklasse XC1 eingestuft werden. starren. Es bilden sich dann Risse im Beton.
Die Innenseiten der Sandwichplatten, die Chloridhaltige Zusatzmittel und Kalzium-
Oberseite von Dachflächen unter einer Ab- chlorid dürfen keinem Beton mit Stahleinla-
dichtung und Außenwandflächen hinter Put- gen zugegeben werden. Im Allgemeinen ist
zen bzw. hinterlüfteten Fassaden sollten in eine direkte Schädigung des Betons durch
die Expositionsklasse XC3 eingestuft wer- Chloride nicht möglich. Wohl kann durch
den. Bei einer dauerhaften Schutzschicht auf eindringende Chloride, z. B. Meerwasser, die
Parkdecks, darf auf die Expositionsklasse Korrosion des Stahls anders verlaufen als bei
XD3 verzichtet werden. normaler Korrosion. Besonders gefürchtet ist
Besonders korrosionsgefährdet ist der Beton- die Lochfraßkorrosion. Hier ist dann die Kor-
stahl an den Betonrandzohnen, die wechselnd rosionsgeschwindigkeit um ein Vielfaches
nass und trocken sind. Auch bildet sich in höher.
diesen Randbereichen eine Betonschlämpe Die Verschleißbeanspruchung des Betons
die nicht immer die erforderliche Betongüte ist den Expositionsklassen XM zuzuordnen.
aufweist. Der Verschleißwiderstand ist der Widerstand
Frostangriff: Der Beton muss einer entspre- von Beton gegen Abrieb durch starke me-
chenden Expositionsklasse zugeordnet wer- chanische Beanspruchung: starker Verkehr,
den, wenn aufgrund der Umgebungsbedin- rutschendes Schütgut, Bremskräfte oder strö-
mendes Wasser. Der Beton muss dann min-
gungen der durchfeuchtete Beton einem
destens der Druckfestigkeitsklasse C30/37
großen Angriff der Frost-Tau-Wechsel aus-
entsprechen. Ein hoher Widerstand gegen
gesetzt ist. Dies erfolgt nach der Expositions-
Verschleiß kann mit einem steifen, wasser-
klasse XF1 bisXF4. armen Beton erzielt werden. Der Einsatz von
Korrosionswiderstand: Hier müssen die Hartgesteinen (Granit) bei der Herstellung
Stahlbetonbauteile oder Betonbauteile mit des Betons ist besonders wichtig. Der Nach-
einbetonierten Stahlteilen, die der Luft oder behandlung kommt eine entscheidende Be-
der Feuchtigkeit ausgesetzt sind, der Exposi- deutung zu. Ziel dieser Nachbehandlung ist
tionsklasse XC1 bis XC4 zugeordnet werden. es, das schnelle austrocknen des Betons an
Sauerstoff-Angriff: In wechselnd trockene der Oberfläche in denersten Tagen des Erhär-
und feuchte Betonbauteile dringt im trocke- tens zu verhindern. Je dichter der Zement-
nen Zustand in die Poren Sauerstoff ein. Im stein ist, je höher ist auch der Widerstand
feuchten Zustand ist dann Wasser vorhanden, gegen äußere Einflüsse. Schutzmaßnahmen
eine Korrosion kann stattfinden. Bei einem sind dann: Abdecken mit Folie, Auflegen
Betonbauteil, das stets unter Wasser ist, kön- wasserspeichender Abdeckung, Aufbringen
nen weder Sauerstoff noch Kohlendioxid in flüssiger Nachbehandlung, kontinuierliches
den Beton eindringen. Das ist auch bei einem Besprühen mit Wasser, Unterwasserlagerung
Fundament oder Betonbauteil gegeben, das und Belassen in der Schalung. Ein mäßiger
vollkommen vom Erdreich umgeben ist. Die Verschleiß wird in der Expositionsklasse
Expositionsklasse ist dann X0. XM1 und einem Beton C30/37 eingeordnet.
Straßenbeläge in Wohngebieten gehören
Chloride: Chloride entstehen bei der Reak- hierzu. Dem starken Verschleiß sind Stra-
tion von Metallen mit den elementaren Chlor. ßenbeläge von Hauptverkehrsstraßen, Ver-
Das bekannteste Chlorid ist das salzig kehrsflächen mit schwerem Gabelstaplerver-
schmeckende und wasserlösliche Natrium- kehr zuzuordnen. XM3 ist eine extreme Be-
chlorid (Kochsalz). Bei ausreichender Menge anspruchung mit dem Befahren von Ketten-
an Chloriden, die durch Ausgangsstoffe in fahrzeugen und Wasserbauwerke und der
den Beton gelangen, kann die Verarbeitbar- Betongüte C34/45.
20 2 Allgemeines

2.3 Brandschutz Beispiel: R90 Tragende Bauteile, wie Stützen


oder Unterzüge, außer Wände, werden aus-
Die Brandschutzanforderungen und Trag- schließlich mit R klassifiziert.
werksbemessung für den Brandfall sind in
den Eurocodes 1 bis 6 geregelt. Für die Stützen
Brandschutzbemessung von Betonbauteilen Die Mindestabmessung einer Stütze ist in der
ist die DIN EN 1991-1-2 mit den Grundlagen DIN EN 1992-1-1 mit einer Seitenlänge von
der DIN EN 1990 maßgebend. Zur Beton- 20,0 cm gefordert. Nach den Brandschutz-
deckung, die sich nach den Expositionsklas- anforderungen ist für Stützen eine Trag-
sen richtet und zur Wahl der Bauteilabmes- werksbemessung für den Brandfall erforder-
sungen ist der Brandschutz zu beachten. lich. Hier ist dann die erforderliche Beton-
Bauteile die den Brandschutzanforderungen deckung mir der Betondeckung aus der Ex-
unterliegen sind in der Norm beschrieben. Im positionsklasse zu vergleichen. Das Kürzel
Grundlagendokument 2 (GD2) werden die für die Betondeckung unter Brandeinwirkung
Symbole für die Brandschutzanforderungen ist dann „a“.
beschrieben.
Betone ab C55/67 neigen bei Brandeinwir-
R= für die Tragfähigkeit kung schnell in den Randbereichen zu Be-
E= für Raumabschluss tonabplatzungen. Um das zu verhindern, sind
I = für Wärmedämmung besondere betontechnologische Maßnahmen
erforderlich oder es ist mindestens eine
Brandwände z. B. werden bei einer mechani- Schutzbewehrung aus Betonstahlmatten mit
schen Einwirkung, Anprall, Stoßbeanspru- einer reduzierten Betondeckung einzubauen.
chung, zusätzlich mit einem M versehen. Diese Schutzbewehrung sollte die Form eines
Bügels erhalten.
Auch die Dauer des Feuerwiderstandes sind
wesentlich kürzer gestaffelt. 15, 20, 30, 45,
60, 90, 120, 180, 240, 360 Minuten. In der Wände (Brandwände)
DIN EN 13501 sind weitere Kennzeichnun- Wände aus Beton eignen sich besonders für
gen beschrieben. den Brandschutz als Brandwände. Brand-
Die Tragfähigkeit R gibt bei einer bestimm- wände bzw. Brandabschnitte sollten einen
ten Zeitdauer der Brandbeanspruchung, ohne Abstand von 40 m haben und durch alle Ge-
Verlust der Standsicherheit, die Tragfähigkeit schosse bis über das Dach geführt werden.
eines Bauteils an. Dieser Überstand muss mindestens 50 cm bis
zur Dachhaut betragen. Ist das nicht möglich
Der Raumabschluss E ist die Fähigkeit eines und die Wand endet unter oder in der Dach-
Bauteils, bei einer einseitigen Brandbean- haut, muss beidseitig ein 5 m breiter Streifen
spruchung eine Übertragung der Flammen aus harter Bedachung (Beton) eingebaut
oder heiße Gase zu widerstehen. werden. Öffnungen im Dach sollen 5 m von
Die Wärmedämmung I ist die Fähigkeit eines der Brandwand entfernt liegen. Ist die äußere
Bauteils, einer einseitigen Brandbeanspru- Wand nur 2,50 m oder weniger vom Nach-
chung zu widerstehen, ohne dass eine Wär- bargebäude entfernt, muss sie als Brandwand
meübertragung der Auslöser eines Brandes ausgeführt werden.
auf der dem Feuer abgewandten Seite ist.
Für tragende Stahlbetonwände sind bis zur
Nach GD2 ist dann die Klassifizierung für Feuerwiderstandsklasse REI90 die Exposi-
tragende Bauteile: REI, RE oder R. Jeweils tionsklassen zur Bestimmung der Beton-
ergänzt mit der Brandbeanspruchung. Zum deckung maßgebend.
2.3 Brandschutz 21

Feuerwiderstandsklassen von Bauteilen Die Expositionsklasse ist zur Bestimmung


der Betondeckung maßgebend. Bei einer
Anforderung Tragend Nicht- Breite von größer oder gleich 20 cm müssen
tragend
3 Stäbe eingebaut werden. Darunter reichen
Feuerhemmend R30, REI30 EI30 zwei Stäbe.
Noch feuerhemmend R60, REI60 EI60 Für die Feuerwiderstandsklasse R60 ist die
Mindestbreite b = 12 cm. Nicht unter 15 cm
Feuerbeständig R90, REI90 EI90
planen. Die Betondeckung ist nach der Expo-
Feuerwiderstands-
R150, REI120 –
sitionsklasse zu bestimmen. Bis zu einer
fähigkeit 120 Min. Unterzugbreite von 19 cm reichen in der
Brandwand REI90-M EI90-M unteren Lage zwei Stäbe. Ab 20 cm müssen
3 Stäbe eingebaut werden. Ist der Unterzug
größer oder gleich 30 cm müssen vier Be-
Tragende Wände mit der Feuerwiderstands- wehrungsstäbe eingelegt werden.
klasse REI120 und dem Ausnutzungsfaktor
1,0 müssen 22 cm stark ausgeführt werden. Für die Feuerwiderstandsklasse R90 muss die
Hierbei ist das Betondeckungsmaß a bis zum Bauteilbreite mindestens 15 cm sein. Hier
1. vertikalen Stab = 35 mm. Liegt die Quer- sollten zwei Stäbe in der unteren Lage einge-
bewehrung außen oder wird eine Beton- baut werden. Mit der hohen Betondeckung ist
stahlmatte eingebaut, ist das Maß a auch hier es unmöglich, zwei Stähle mit dem Durch-
bis zum vertikalen Stab = 35 mm. messer 20 mm einzubauen. Das Mindestmaß
b sollte bei einer Betondeckung von 3,5 cm
In der Feuerwiderstandsklasse REI180 muss
bis zum Bügel nicht unter 20 cm liegen. In
die Wand mindestens 30 cm stark und das
der unteren Lage müssen 3 Stäbe vorgesehen
Maß a = 55 mm sein. Das Maß a ist von der
werden.
Betonkante bis zur Mitte des 1. vertikalen
Stabes. Ab einer Breite b von 25 cm müssen 4 Stähle
Im Wangenbereich von Durchbrüchen, Türen eingebaut werden und über einer Breite von
und Fenstern muss ebenfalls auf die erhöhte 40 cm müssen 5 Stähle vorgesehen werden.
Betondeckung geachtet werden. Das Maß a Zu beachten ist hier und bei allen brandbean-
ist auch hier bei 1-seitiger Brandbeanspru- spruchten Unterzügen und Balken, dass die
chung gleich den obigen Maßen. angegebene Anzahl der Bewehrungsstäbe
durchlaufend über die Auflager geführt wird.
Die Betondeckung für Unterzüge finden wir
Unterzüge (Betonbalken) in der DIN EN 1992-1-2 Tab. 5.5 mit dem
Unterzüge mit Decken werden 3-seitig bean- Achsabstand a.
sprucht. Auch Betonbalken (Betonrähme) die
auf dem Mauerwerk vollflächig liegen haben
eine 3-seitige Brandbeanspruchung. Beton- Decken
balken sind von vier Seiten beflammbar. Liegt in der oberen Lage eine vollflächige
Die Mindestbreite b, das Betondeckungsmaß Bewehrung, braucht auf den Brandschutz
a und die Mindestanzahl der Bewehrungsstä- nicht geachtet werden. Eine Betondeckung
be in der unteren Lage bei 3-seitiger Bean- von 35 mm wird erforderlich, wenn keine
spruchung und statisch bestimmt gelagerten obere, vollflächige Bewehrung vorgesehen
Unterzügen betragen: wird. Ebenso ist in diesem Fall die Stützbe-
wehrung beidseitig um 25 % zu verlängern.
Für die Feuerwiderstandsklasse R30 ist die
Mindestbreite b 8 cm. Bemerkung: Unter Analog zu den Decken ist die Betondeckung
15 cm sollte kein Unterzug geplant werden. auch bei den Treppen vorzusehen.
22 2 Allgemeines

Verbundträger-Decken schnitten. Durchlaufplatten, Flachdecken,


Rippendecken. Ein- oder zweiachsig.
Dabei handelt es sich um Decken aus Stahl- Beton unter Brandbeanspruchung entspricht
trägern, im Verbund mit einer Betonplatte. der Baustoffklasse A mit der bauaufsichtli-
Diese Decken kommen in verschiedenen chen Zulassung nicht brennbarer Baustoffe.
Ausführungen zur Anwendung. Die Brand-
schutzanforderungen an die Betonplatte mit Das Tragverhalten und die Feuerwider-
der Betondeckung ist den Decken zu ent- standsdauer der Stahlbetonbauteile sind von
nehmen. Die Stahlträger müssen vor der der Art und Lage der Bauteile und Lage der
Brandeinwirkung geschützt werden. Hier Bewehrung anhängig. So können aus Grün-
kommen Materialien wie Mineralfaser, den des Brandschutzes größere Bauteilab-
Spritzputz, Brandschutzplatten aus Mineral- messungen und eine größere Betondeckung
faser oder auch ein feuerfester Anstrich zur erforderlich werden, als das nach der stati-
Anwendung. schen Berechnung und Tragverhalten erfor-
derlich währe.
Bei Kappendecken braucht nur die Unterseite
Temperaturänderungen durch Brandbeanpru-
der Stahlträger vor Brandbeanspruchung
chung auf die Stahlbetonbauteile bewirken
geschützt zu werden. Je nach Anforderung
Verformungen des Betons. Diese Betontrag-
reicht schon ein Brandschutzanstrich.
werke dehnen sich bei Erwärmung aus und
In Bauteilen aus hochfestem Beton ist eine verkürzen sich bei Abkühlung. Die Größe der
Schutzbewehrung mit einer Betondeckung Verformung ist von der Länge des Bauteils
von mindestens 1,5 cm vorzusehen. Diese und von den Baustoffen bedingt.
sollte aus einer Betonstahlmatte bestehen.
Stahlbetonbauteile können auch ungleichmä-
Auch bei dicken Bewehrungsstäben im Be-
ßigen Temperaturbeanspruchungen ausge-
tonbauteil ist für den Brandschutz eine dün-
setzt sein. Brandbeanspruchung von unter-
nere äußere Schutzbewehrung vorzusehen.
schiedlichen Seiten, z. B. eine Decke über
Hierbei darf das Größtkorn als Zuschlagstoff
einen Unterzug. Bei einer Decke werden die
16 mm nicht überschreiten.
Unter- und Oberseite durch Brandbeanspru-
Denn je höher die Betonfestigkeit gewählt chung unterschiedlich erwärmt. Die innerhalb
wird, besteht bei hohen Temperaturen sehr des Bauteils hierbei entstehenden Tempera-
schnell die Gefahr von Betonabplatzungen an turdifferenz bewirkt eine Verwölbung des
den Kanten. Der Stahl liegt dann frei, das Bauteils. Eine sogenannte wärmebedingte
Bauteil verliert seine statische Wiederstands- Verwölbung. Bei einer Decke von unten er-
kraft, sein Tragverhalten. wärmt und weiter nach oben abkühlend.
In der DIN EN 1992-1-2 finden wir Bemes- Der Zementmörtel für Fugen bei Brandwän-
sungstabellen für Stützen (Kreis- und Recht- den muss vollflächig die Fugenfläche ausfül-
eckquerschnitt. Tragende und nichttragende len und muss der Betongüte des Bauteils
Wände. Balken mit Rechteck- und I-Quer- entsprechen.
2.3 Brandschutz 23

Details zum Brandschutz

Überstand einer Brandwand bei einer weichen Brandwandabschluss mit harter Bedachung.
Bedachung. Trapezblech o. glw.

Trapezblech
Dachhaut Fertigteilplatten Fertigteilplatten
Dämmung
Dachhaut

Unterzug Unterzug
Auflagerkonsolen Brandwand
Brandwand

Betonbalken 4-seitig beflammbar. Betonbalken 3-seitig beflammbar.


Bei diesem Balken ist die Brandbeanspruchung Bei diesem Betonbalken ist die Brandbeanspruchung
von allen 4 Seiten möglich. von 3 Seiten möglich. Die Decke schützt die Oberseite.

a
a

a a

Brandschutz mit oberer durchlaufender Bewehrung. Brandschutz nur mit Stützbewehrung,


Bei dieser Bewehrungsführung ist in der unteren Hier muss die Stützbewehrung beidseitig um 1/4
Lage der Decke keine erhöhte Bewehrung vorzusehen. länger ins Feld geführt werden. Der Brandschutz für
Die Expositionsklasse ist hier zu beachten. Decken ist zu beachten,
a
a
a

a a

Der Unterzug ist 3-seitig beflammbar. Der Unterzug ist 3-seitig beflammbar.
Brandschutzanforderungen an Hochhäuser: Brandschutzbewehrung bei Stützen.
Hochhäuser mit Tragende aussteifen- Flurwände Treppen Nach den neuen Brandschutzrichtlinien sind erhöhte
einer Höhe de Wände, Stützen tragend nicht Anforderungen an die statischen Berechnung und
und Decken tragend Konstruktion gestellt.

Bis 60 m REI90 REI90 REI90 REI90


60 bis 200 m REI120 REI120 REI90 REI90
a

200 m REI180 REI120* REI90REI90


a
* = in besonderen Fällen können höhere Anforderungen
gestellt werden.
Die Stütze ist 4-seitig beflammbar.
24

3 Verankerung von Betonstahl

3.1 Grundmaß der oberen und unteren Lage der Bewehrung.


Verankerungslänge Alle Verankerungslängen werden von dem
Grundmaß der Verankerungslänge abgeleitet.
Mit Betonstahl ist hier der Einzelstab nach Das Kürzel für das Grundmaß ist ɩb,rqd und
DIN 488 und den Stabdurchmessern von errechnet sich aus dem Stabdurchmesser ge-
6 mm bis 40 mm gemeint. Die Stabdurch- teilt durch 4. Dieser Wert, multipliziert mit
messer über 40 mm werden nach allgemeiner dem Faktor aus der Streckgrenze des Beton-
bauaufsichtlicher Zulassung geregelt. stahles geteilt durch die Verbundspannung,
B500S(A) und B500S(B) ist die Abkürzung ist das Grundmaß der Verankerungslänge.
für Betonstahl, 500 ist der Wert für die Der Bemessungswert der Streckgrenze für
Streckgrenze des Stahls in N/mm2. Das Kür- Betonstahl wird mit fyd bezeichnet.
zel S ist als Einzelstab definiert.
Der Bemessungswert der Verbundspannung
Betonstahl B500S(B) wird in Deutschland wird mit fbd bezeichnet. In der Tabelle 3.2
nach DIN 488 mit hohen Duktilitätseigen- sind die Werte für das Grundmaß der Veran-
schaften hergestellt. Der Stahl ist warmge- kerung angegeben.
walzt und nachbehandelt und ist deshalb in
hochduktil (B) einzustufen. Das Grundmaß der Verankerung ist gleich-
zeitig die Verankerungslänge für Druckstüt-
Betonstahl ist in den Lagerlängen von 12 m zen. Für die Verankerungslänge über den
bis 16 m vorrätig. Bis zu einem Stabdurch-
Auflagern ist der Beiwert in der Tabelle 3.1
messer von 12 mm beträgt die Lagerlänge
zu beachten. Mit diesem Beiwert und der
12 m. Die lieferbare Lagerlänge ab dem
dargestellten Biegeform kann die Veranke-
Stabdurchmesser 14 mm beträgt 14 m bis
rungslänge multipliziert werden und wird
16 m. Es ist durchaus möglich, den Stabstahl
bis zu einer Länge von 31 m herzustellen. kürzer. Reicht die Verankerungslänge über
dem Endauflager nicht aus, ist eine Schlau-
Dieser Bewehrungsstab muss nun in einem fenform dem aufgebogenen Stab bei der
Biegebetrieb auf die gewünschte Länge und Verankerung vorzuziehen. Denn durch einen
Form gebracht werden. Die Angaben über aufgebogenen Bewehrungsstab, mit dem
Länge, Durchmesser der Bewehrung und die großen Biegerollendurchmesser, befände sich
Biegeform liefert der Konstrukteur mittels im unteren Bereich des Auflagers keine Be-
Stahl- und Biegelisten. wehrung. Schlaufenformen hingegen werden
Um nun die genaue Länge eines Beweh- als Zulagen liegend eingebaut. Ihre Anzahl
rungsstahls zu ermitteln, muss der Konstruk- errechnet sich aus der erforderlichen Beweh-
teur die Auflagerlänge, z. B. eines Unterzugs rung am Endauflager. Die verschiedenen Be-
kennen. Der Bewehrungsstab sollte 3 bis reiche der Endverankerung sind im Kapitel 3
4 cm kürzer als die Auflagerlänge sein. Das dargestellt. Es ist nicht erforderlich, alle Be-
ist die Verankerungslänge eines Betonstahles. wehrungsstäbe bis zum Endauflager zu füh-
Die Verankerungslängen werden nun in drei ren. Hier ist dann die Verankerung im Feld
Bereiche unterschieden. Das ist die Veranke- mit dem Grundmaß, dem Versatzmaß und
rung über dem Auflager, die Verankerung dem Beiwert aus Tabelle 3.1 zu ermitteln.
der Stähle im Feld und die Übergreifungslän- Die genauen Verankerungslängen sind in den
ge zweier Stäbe. Zu beachten ist hier die einzelnen Abschnitten, Erläuterungen und
unterschiedliche Verankerungslänge in der zeichnerischen Darstellungen angegeben.

© Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH, ein Teil von Springer Nature 2019
K. Beer, Bewehren nach DIN EN 1992-1-1 (EC2), https://doi.org/10.1007/978-3-658-27080-3_3
3.2 Zugkraftdeckungslinie 25

Bewehrungsstäbe oder Baustahlmatten, die in Ist aber eine Druckbewehrung einzulegen,


der oberen Lage nur aus konstruktiven Grün- müssen die Bewehrungsstäbe oben mit der
den durchlaufen, können mit dem Grundmaß erforderlichen Übergreifungslänge gestoßen
ɩb,rqd übergreifen. werden.

3.2 Zugkraftdeckungslinie

Bild 3.1 Stützbewehrung; obere Lage

bd

bd

E Zugkraftdeckungslinie

bd Versatzmaß
E
Umhüllende

Endauflager Mittelauflager
b,dir 6,7 ø s

Umhüllende

Versatzmaß al
E E

Zugkraftdeckungslinie
E E
bd bd

bd

Feldbewehrung; untere Lage


26 3 Verankerung von Betonstahl

3.3 Verankerung über eine Wand oder Stütze auf. Die erforderliche
den Auflagern Verankerungslänge sollte 6,7-mal Stabdurch-
messer betragen. Bei einem Bewehrungsstab
Lastabtragende Bauteile wie Decken oder von 6 mm führt das zu einer Verankerungslän-
Balken leiten ihre Last zu den Auflagern. ge von 4,0 cm. Auch bei diesem Auflager soll-
Hier finden wir drei Auflagersituationen vor, te der Bewehrungsstab mit 10-mal Stabdurch-
die eine unterschiedliche Endverankerung der messer über das Auflager geführt werden.
Bewehrungsstäbe erforderlich machen. Wir Im Bild 3.2e ist die Auflagersituation eines
unterscheiden zwischen einer direkten Lage- Mittelauflagers mit einer indirekten Lagerung
rung, einer indirekten Lagerung und das aus- dargestellt. Die Bauteilhöhe des gestützten
geklinkte Auflager. Schon bei der Planung Trägers ist größer als die halbe Höhe des
sollte der Konstrukteur auf die richtig dimen- stützenden Trägers. Die erforderliche Veran-
sionierten Bauteilabmessungen achten. Dann kerungslänge beträgt 10-mal Stabdurchmes-
dürfte es mit der Verankerung der Beweh- ser. Auch hier sollten die Bewehrungsstäbe
rungsstäbe nicht problematisch werden. so weit wie möglich in den Unterzug geführt
Im Bild 3.2a ist die direkte Lagerung eines werden. Eine Übergreifung der Stäbe im
Endauflagers dargestellt. Das Betonbauteil Auflagerbereich ist vorteilhaft.
liegt mit dem gesamten Querschnitt auf eine Im Bild 3.2f liegt das Betonbauteil mit sei-
Wand oder Stütze auf. Der Bewehrungstab, nem gesamten Querschnitt auf eine Konsole
sei es ein Stabstahl oder eine Betonstahlmat- bzw. auf eine Streifenkonsole auf. Die End-
te, sollte mit mindestens 6,7-mal Stabdurch- verankerung ist für ein direktes Auflager
messer auf das Auflager liegen. Das ist die gegeben. Ist es nicht möglich, den Beweh-
Endverankerung. rungsstab mit 6,7-mal Stabdurchmesser über
Im Bild 3.2b ist die direkte Lagerung eines das Auflager zu führen, sollten liegende
Endauflagers auf einen Betonbalken darge- Schlaufen zur Endverankerung genutzt wer-
stellt. Hier muss aber das aufliegende Bauteil, den. In diesem Fall kann dann die Endveran-
man spricht dann von einem gestützten Bau- kerungslänge nach Tabelle 3.1 mit dem Fak-
teil, in der Höhe kleiner als die halbe Höhe tor 0,7 gekürzt werden. Aufgebogene Stäbe
des Auflagerbalkens sein. Der Auflagerbal- sind durch ihren großen Biegerollendurch-
ken ist das stützende Bauteil. Der Beweh- messer nicht vorteilhaft, denn in den unteren
rungsstab ist mit mindestens 6,7-mal Stab- Auflagerbereichen können Betonabplatzun-
durchmesser in den Auflagerbalken einzu- gen und Risse entstehen. Maßgebend für die
binden. Übergreifungslänge der Zulageschlaufen mit
Im Bild 3.2c ist ein indirektes Endauflager dem zu verankernden Bewehrungsstab ist der
dargestellt, wobei das gestützte Bauteil in der Stabdurchmesser der Schlaufe und wird mit
Höhe größer als die halbe Höhe des Aufla- der Tabelle 3.3 bis 3.5 mit dem guten Ver-
gerbalkens ist. Hier sollte der Bewehrungs- bundbereich ermittelt.
stab so weit wie möglich in den Auflagerbal- Die erforderliche untere Tragbewehrung in
ken geführt werden. Die Endverankerungs- Deckenplatten muss mit 50 % über die Auf-
länge von 10-mal Stabdurchmesser muss aber lager geführt werden. Mit einem Drittel muss
eingehalten werden. bei Unterzügen die untere Tragbewehrung
Im Bild 3.2d ist das Mittelauflager eines über die Auflager geführt werden. Es ist aber
Betonbauteils mit einer direkten Lagerung dar- immer die erforderliche Mindestbewehrung
gestellt. Diese Art der Lagerung finden wir über die Auflager zu führen und dort zu ver-
bei Durchlaufbalken oder durchlaufenden De- ankern. Anhand dieser Werte ist der Beweh-
ckenplatten wieder. Das Betonbauteil liegt rungsquerschnitt der Schlaufen mit der Ta-
hier mit seinem gesamten Querschnitt auf belle 3.8 bzw. 3.9 zu ermitteln.
3.3 Verankerung über den Auflagern 27

Generell sollten alle Stäbe mit mindestens Berechnungen der erforderlichen Veranke-
10 s über die Auflager geführt werden. rungslänge:
Die hier angegebenen Verankerungslängen  bd = 1 · 2 · 3 · 4 · 5  b,min
sind Mindestlängen, eine Verankerungslänge  bd = 2/3 · 3 · b,rqd  b,min
von 10 S sollte vorgesehen werden.

Verankerung über den Auflagern

Bild 3.2a Bild 3.2b


Verankerungslänge
Endauflager direkt Verankerungslänge, Endauflager direkt
direktes Auflager wenn h 2 größer h 1
b,dir b, dir
oben, Abreißbewehrung

h 2 h1
h

Die obere Bewehrung


R muss 1/4 der Feldlänge sein
und einen Querschnitt von
25 % der unteren Bewehrung haben. obere Bewehrung wie links

b,dir = 32 . bd 6,7 øs b, dir =


2
3
. bd 6,7 ø s
Bild 3.2c Bild 3.2d
Verankerungslänge Verankerungslänge, Mittelauflager direkt
Endauflager indirekt 6 øs b,dir
indirektes Auflager wenn h 1 größer h 2
b,ind h
h2 h 1
h

Die obere erforderliche Bewehrung


muss mindestens beidseitig 1/4 der
R obere Bewehrung wie Bild 3.2a angrenzenden Feldlänge einbinden
b,ind = bd _> 10 ø s b, dir = _> 6,7 ø s
Bild 3.2e Bild 3.2f
Verankerungslänge Verankerungslänge
Mittelauflager indirekt Endauflager direkt
indirektes Auflager wenn h 1 größer h 2 b,dir
b,ind
h2 h 1
h

R
obere Bewehrung wie Bild 3.2a obere Bewehrung wie Bild 3.2a
2 .
b, dir = 3 bd 6,7 ø s
b, ind = bd 10 ø s
28 3 Verankerung von Betonstahl

3.3.1 Verankerung über den breite. Der Abstand der Bügel in diesen Be-
Auflagern und Stützen reichen sollte nicht größer als 8 cm gewählt
werden.
Im Bild 3.3a ist ein ausgeklinktes Auflager
auf eine Konsole dargestellt. Diese Ausfüh-  bd = α1 . α2 . α3 . α4 . α5 . b,rqd ≥ b,min
rung kommt sehr häufig in der Kombination Im Bild 3.3e werden die Stützenlängsstäbe in
mit Fertigteilen vor. Die Endverankerung der einen Unterzug verankert. Endet das Veran-
Bewehrungsstäbe ist in der unteren Lage der
kerungsmaß mit der halben kleinsten Stüt-
indirekten Lagerung zuzuordnen und die
zenbreite unterhalb des Unterzugs oder reicht
Bewehrungsstäbe über der Konsole sind nach
die Höhe des Unterzuges zur Endveranke-
der direkten Lagerung zu verankern. Durch
rung aus, sind keine zusätzlichen Maßnah-
die kurzen Auflagerbereiche sind die Beweh-
rungsstäbe in der unteren Lage durch Zulage- men erforderlich. Sollte die Endverankerung
schlaufen wie in der Erläuterung zu Bild 3.2f mit der Länge ɩbd aber bis zu der 2-fachen
beschrieben, zu verankern. Die Bewehrung kleinsten Stützenbreite unterhalb des Unter-
über der Konsole wird nur mit liegenden zuges reichen, muss eine engere Verbügelung
Schlaufen ausgeführt, die ausführlich in der unterhalb des Unterzuges bis zum Endveran-
Konsolbewehrungsführung erläutert wird. kerungsmaß vorgesehen werden. Der Bügel-
abstand sollte hierbei nicht kleiner als 8 cm
Im Bild 3.3b sehen wir die Bewehrungsfüh-
gewählt werden. Auch in diesem Fall ist die
rung für ein indirektes Auflager. Die Endver-
DIN EN 1992-1-1 zu beachten. Unterhalb
ankerung der Bewehrungsstäbe ist nach der
des Unterzuges muss eine engere Verbüge-
Erläuterung zu Bild 3.2e auszuführen. Zu
beachten ist hierbei die Zulagebewehrung, lung mit dem 0,6-fachen Wert des erforderli-
die bei zu erwartenden Auflagersetzungen chen Bügelabstandes auf die Höhe der größ-
oder Explosionsgefahr vorzusehen ist. Die ten Stützenbreite eingelegt werden. Die
Übergreifungslänge der Stäbe sollte mit ɩ0 Längsstäbe sollten generell mindestens 8 cm
nach Tabelle 3.3 oder 3.4 ausgeführt werden. ab der Oberkante der Decke enden. Bei ei-
nem geringeren Maß könnte es zu Betonab-
Die Endverankerung der Stützenlängsstäbe
platzungen kommen.
ist in den Bildern 3.3c bis3.3e dargestellt.
Die Verankerungslänge der Längsstäbe muss Die Verbundbedingungen nach den Bildern
mindestens ɩbd sein. 3.3f bis 3.3i regeln die Verankerungslänge
der Bewehrung nach ihrer Lage im Bauteil.
Im Bild 3.3c ist die Verankerungslänge der
Längsstäbe ausreichend. Denn das geforderte Alle vertikalen Bewehrungsstäbe sind dem
Längenmaß endet mit der 0,5-fachen kleins- guten Verbund zuzuordnen. Horizontal lie-
ten Stützenbreite unterhalb der Decke. Eine gende Wandbewehrung ist immer in den
zusätzliche Bewehrung bzw. eine engere guten Verbundbereich einzustufen. Der Un-
Verbügelung ist zur Endverankerung nicht terschied liegt in der liegenden Plattenbeweh-
erforderlich. Hier ist aber zu beachten: Nach rung wie z. B. Decken- und Bodenplatten
der DIN EN 1992-1-1 ist ab dem Stabdurch- und in der Unterzugbewehrung. Sind diese
messer 16 mm eine engere Verbügelung im Bauteile nicht höher als 30 cm, ist jeder Be-
Abstand des 0,6-fachen Bügelabstandes auf wehrungsstab dem guten Verbund zuzuord-
das Maß der größten Stützenbreite vorzu- nen. Hierzu gehört auch ein abgebogener Be-
sehen. wehrungsstab unter einem Winkel von 45°
Im Bild 3.3d müssen, um die Endveranke- bis 90°. Bewehrungsstäbe, die in Bauteilen
rung in die Deckenplatte zu erreichen, Zula- liegen, die höher als 60 cm sind, können bis
gebügel eingebaut werden. Die Endveranke- zu 30 cm unter Oberkante Beton dem guten
rungslänge ɩbd endet mit der kleinsten 2-fa- Verbund zugeordnet werden. Alle anderen
chen Stützenbreite unterhalb der Decke und Bewehrungsstäbe sind dem mäßigen Ver-
ist größer als die 0,5-fache kleinste Stützen- bund zuzuordnen.
3.3 Verankerung über den Auflagern 29

Verankerung über den Auflagern

Bild 3.3a Bild 3.3b


Verankerungslänge Verankerungslänge, Mittelauflager indirekt
Endauflager indirekt direktes Auflager wenn h 1 größer h 2
b,dir Zusätzliche untere Bewehrung
0 0 infolge außergewöhnlicher Beanspruchung,
z. B. Auflagersetzungen, Explosionen

h2 h 1
h
b, ind
Die obere erforderliche Bewehrung
obere Bewehrung wie Endfeld muss mindestens beidseitig 1/4 der
angrenzenden Feldlänge einbinden
b,dir =
2 . b d _> 10 ø s
3 b, ind = b d _> 10 ø s
Reicht die Verankerung für Stützenlängsstäbe in die Platte oder Unterzug nicht aus,
sind diese Bereiche enger zu verbügeln
Bild 3.3c Bild 3.3d Bild 3.3e
engere Verbügelung erforderlich engere Verbügelung erforderlich
bd

0,5 h

8,0 cm
0,5 h
Bügelabstand 8,0 cm

bd
bd

0,5 h
b Bügelabstand

h
h

Nach EC2-1-1 ist immer eine engere Verbügelung


ab einem Stabdurchmesser von 16 mm b b
auf das Maß der größten Stützenbreite erforderlich.
Oben u. unten jeweils der 0,6-fache Bügelabstand
Ist b d größer 0,5 h, muss der Bereich auf b d enger verbügelt werden.
Die Verankerung kann auch durch einen Endhaken erfolgen.

Verbundbedingungen zur Festlegung der Verankerungslängen


Bild 3.3f Bild 3.3h Bild 3.3i
Wenn h nicht größer 30 cm ist, Für aufgebogene Stäbe ist h größer 60 cm ist für
auch in der oberen Lage unter 45_ 90°
30 cm

alle Stäbe, die bis zu 30 cm


h beliebig

guter Verbund unter OK. Beton liegen,


60 cm
h

guter Verbund.
h

guter Verbund
h

guter Verbund
Bild 3.3g mäßiger Verbund
h

Wenn h größer 30 cm ist


30 cm

mäßiger Verbund guter Verbund


h
h

guter Verbund
h

guter Verbund
30 3 Verankerung von Betonstahl

3.3.2 Verankerung im Feld

Bild 3.2.p Verankerung im Feld bei Platten und Unterzügen

bd aI rechnerischer Endpunkt

d
h

bd = (2/3) . 3. b,rqd _> b,min

aI = Versatzmaß ; bei Stahlbetonplatten keine Querkraft = 1,0 d

z= 0,9 d
d = statische Höhe
Bild 3.2.q Beispiel: Bei einem Unterzug von h= 40 cm
Schubaufbiegungen 0,9x35
ist a I (Versatzmaß) = x 1,20 =
2
a I = 19 cm
Bei der Verankerung von Matten mit
Druckzone 4 = 0,6 ( 1 . 4) . b,rqd Doppelstäben und Rundeisen B500
ist der Ersatzdurchmesser mit der Formel
Bild 3.2.r
ø des Einzelstabes der Matte 2 .
zu ermitteln . Bei 8 mm Doppelstäben ist der
Ersatzdurchmesser = 12 mm
guter Verbund, wenn h <_ 30 cm
Zugzone 5 = 1,3 ( 1 . 4) . b,rqd oder h größer 30 cm dann die unteren 30 cm
oder h größer 60 cm dann Eisen unterhalb
der oberen 30 cm

Längsversatz zweier Stöße


_> 0,3 l 0 l
0
>_ 2 ø s

øs
<_ 4 ø s

l0
>_ 20
mm

_> 1,3 l 0
3.4 Übergreifungslängen von Betonstahl (500S) 31

3.4 Übergreifungslängen Bewehrung im Bauteil liegt. Hierzu sind die


von Betonstahl (500S) Verbundbereiche in den Bildern 3.2l bis 3.2o
dargestellt. Liegt die Bewehrung unten in der
Wie schon unter 3.1 beschrieben, werden die Schalung, ist stets ein guter Verbund anzu-
Rundstähle B500S (B) bis zum Durchmesser nehmen und aus den Tabellen 3.2 bis 3.5 die
12 mm mit 12 m Länge und ab dem Durch- Übergreifungslänge mit gutem Verbund ab-
messer 14 mm mit 14 bzw. 16,0 m Länge zulesen. Dem guten Verbund sind alle Be-
lagermäßig hergestellt. Ist nun ein Bauteil wehrungsstäbe zuzuordnen, die horizontal
länger als 12, 14 oder 16 m, müssen die Stäbe kleiner oder gleich 30 cm über dem Scha-
gestoßen werden. In diesem Stoßbereich lie- lungsboden liegen.
gen die Stäbe mit der Übergreifungslänge Alle Stähle unter einem Winkel von 45° bis
nebeneinander. 90° sind mit gutem Verbund zu verankern
Die Übergreifungslänge ist abhängig von der oder zu stoßen.
Betongüte, vom Stabdurchmesser und seiner
Ist das Bauteil höher als 60 cm, sind alle
Lage im Bauteil. Diese Übergreifungslänge
Bewehrungsstäbe, die 30 cm und mehr unter-
bzw. den Übergreifungsstoß benötigen wir
halb der Betonoberkante liegen, mit gutem
auch in der Geschossbauweise. Stützen oder
Verbund zu verankern. Der oben liegende
Wände werden fast immer bis zur Unterkante
Stahl ist mit mäßigen Verbund zu verankern
der Decke betoniert. Für das anschließende
bzw. zu stoßen. Ist nun das Bauteil höher
Bauteil benötigen wir als Anschlussbeweh-
30 cm und niedriger 60 cm, so ist die obere
rung die Übergreifungslänge. Wird das Bau-
Bewehrung mit mäßigen Verbund zu über-
teil nur mit Druck belastet, ist die lange
greifen oder zu verankern.
Übergreifungslänge nicht erforderlich. Hier
reicht dann das Grundmaß der Verankerung Alle vertikalen Bewehrungsstäbe sind mit
mit b,rqd . gutem Verbund zu verankern.
Wir können in der statischen Berechnung Liegen nun z. B. in einer Deckenplatte oder
nachlesen, ob Zug- oder Druckkräfte im Bau- einem Unterzug mehr als ein Eisen, so ist der
teil vorhanden sind. Die Übergreifungslänge Bewehrungsstoß zu versetzen. Der Versatz
ɩ0 wird nur bei Zugbeanspruchung benötigt. des Übergreifungsstoßes muss mindestens
das 0,3-fache der Übergreifungslänge sein.
Die Übergreifungslänge ɩ0 wird mit dem
Siehe hierzu die Zeichnung unter der Tabelle
Beiwerten, 1 bis 6 nach Tabelle 3.6 er-
3.3 und Bild 3.2s.
rechnet. Alle Übergreifungslängen dürfen
noch mit dem Faktor ɩ0 mal As,erf / As,vorh Die Übergreifungslänge ist auch bei der Be-
gekürzt werden. wehrung von Stützen zu beachten. Die
Längsstäbe dürfen in einem Schnitt gestoßen
Der Bewehrungsquerschnitt wird in cm2 für
werden, wenn der gesamte Bewehrungsquer-
Stabtragwerke und in cm2/m bei Flächen-
schnitt im Stoßbereich kleiner oder gleich
tragwerken zur Berechnung der Übergrei-
dem 0,09-fachen Wert des Stützenquerschnit-
fungslänge angegeben. Die statische Berech-
tes entspricht. Ist der gesamte Bewehrungs-
nung gibt immer bei Stabtragwerken den
querschnitt in cm2 aber größer als der 0,09-
gesamten Bewehrungsquerschnitt in cm2 an.
fache Wert des Stützenquerschnittes in cm2,
Die Anzahl der Stäbe und Durchmesser legt
so muss der Stoß der Übergreifungslänge
der Konstrukteur fest. Plattenartige Bauteile
mindestens um das Maß 0,3 mal der Über-
werden in der Statik für einen Meter Platten-
greifungslänge versetzt werden. Bei einer
breite berechnet.
Stütze von 30/30 cm dürfen 81 cm2 im Stoß-
Um die Übergreifungslänge zu bestimmen, bereich an gesamter Bewehrung vorhanden
müssen wir festlegen, in welcher Lage die sein.
32 3 Verankerung von Betonstahl

3.5 Biegen von Betonstählen chenden Kapiteln und Tabellen 3.10 bis 3.12
(B500S) erläutert.
Der Biegerollendurchmesser muss zur Rück-
Betonstahl wird für den Einbau in die Scha- verankerung der Ankerkörper mindestens
lung im Werk nach Listen oder Plänen gebo- 15 Øs betragen. Das sind bei einem Stab-
gen. Ist der Bewehrungsplan erstellt, wird durchmesser von 20 mm = 300 mm Innen-
hierzu eine Eisenliste mit Biegeliste gefertigt. durchmesser des gebogenen Stabes.
In der Eisenliste werden die Längen, Stück-
Oft werden an Betonierabschnitten die Be-
zahlen, Durchmesser und das Gewicht des
wehrungsstäbe, die zur Anschlussbewehrung
Stahls angegeben.
des anzuschließenden Bauteils dienen, hoch
In der Biegeliste wird die Eisenform mit den gebogen. Dieses Hin- und Zurückbiegen
Einzellängen dargestellt. Heute erledigen das stellt für den Betonstahl eine zusätzliche
die Computerprogramme. Beanspruchung dar. Beim Rückbiegeversuch
Betonstahl kann nicht einfach übers Knie auf der Baustelle werden und können die
gebogen werden. Es treten zu große Biege- Bedingungen für die exakte Rückbiegung
spannungen in der Krümmungsebene auf. In nicht eingehalten werden. Treten starke Kalt-
dem DBV-Merkblatt „Betondeckung und Be- verformungen auf sind sogar Anrisse am
wehrung“ ist das Biegen von Betonstählen Rippenfuß möglich. Knickstellen oder gar
geregelt. mechanische Verletzungen, wie das An-
schneiden oder Erhitzen, sind zu vermeiden.
Betonstähle der Güte 500 S dürfen bis zu
einem Durchmesser von 16 mm mit dem Die Begrenzung des Biegerollendurchmes-
sers ist erforderlich, um Betonabplatzungen
Biegerollendurchmesser 4  Øs gebogen wer-
oder Zerstörungen des Betongefüges im Be-
den. Der Durchmesser der Biegerolle hat das
reich der Biegung und Risse im Stab auszu-
Kürzel D (wie der Durchmesser der Biege- zuschließen. Die folgende Tabelle zeigt den
rolle) und Øs ist der Stabdurchmesser. Biegerollendurchmesser beim Rückbiegever-
Bei einem Stabdurchmesser von 10 mm ist such für den Nenndurchmesser Øs in mm.
der Biegerollendurchmesser 40 mm. Ab ei-
nem Stabdurchmesser von 20 mm muss der Tabelle
Biegerollendurchmesser 7 Øs betragen. Mit Øs Biegerollendurchmesser
dem Stabdurchmesser 20 mm muss der Bie-
gerollendurchmesser 140 mm betragen. 6–12 5 Øs
14–16 6 Øs
Diese beschriebenen Biegerollendurchmesser
sind für die konstruktive Biegung von Haken 20–25 8 Øs
und Schlaufen zur Endverankerung sowie zur 28–30 10 Øs
Eckumlenkung der Stäbe im Eckbereich,
Anschluss Wand an Bodenplatte usw. ge-
eignet. Anmerkung:
Bewehrungsstäbe sollten höchstens bis zu
Zur eigentlichen Kraftumlenkung des Beton- einem Stabdurchmesser von 14 mm, besser
stahls sind andere Biegerollendurchmesser von 12 mm, zurückgebogen werden. Bei grö-
erforderlich. Eine Kraftumlenkung ist bei ßeren Durchmessern sollten Bewehrungsan-
Rahmenecken, Abbiegungen der Stützenei- schlüsse verwendet werden. Die Bewehrung
sen, Rückverankerungen von Ankertöpfen darf in diesem Bereich nur zu 80 % ange-
vorhanden. Eine genaue Beschreibung dieser rechnet werden. Auch ist in diesem Bereich
Biegerollendurchmesser ist in den entspre- eine größere Querbewehrung vorzusehen.
3.5 Biegen von Betonstählen (B500S) 33

3.5.1 Verankerung von Bügeln und Querkraftbewehrung

Bild 3.4a Bügel u. Querkraftbewehrung müssen mit Haken, Winkelhaken oder


angeschweißten Querstäben verankert werden.
Haken Winkelhaken aufgeschweißte Querstäbe
10 ø s
s 2 øs

15 mm
15 mm
5øs
2,0 cm
5,0 cm

s
ø sq 1,4 0 s
ø sq 0,7 ø s

Bild 3.4b Bei Balken sind die Bügel wie folgt zu schließen:
Bügel verankert in der Zugzone
Bügel verankert z. B. bei indirekter Lagerung
mit Haken o. Winkelhaken. Zugstoß für Bügel vorsehen.
10 ø s 0
min. 10 ø s 0

10 ø s
min. 10 ø s

Druckzone
Zugzone Zugzone Zugzone
Druckzone Druckzone

Bild 3.4c Bild 3.4d


Bei Plattenbalken erfolgt das Schließen Bügelschlösser werden bei Stützen immer mit
der Bügel durch Querbewehrung. Haken versehen. Länge des Hakens bei
Nur wenn VEd 2/3 V Rd,max 6 = 9 cm; bei 8 = 12 cm; bei 10 = 15 cm;
VEd = einwirkende Querkraft bei 12 = 18 cm. Hakenlänge vom Biegeanfang
V Rd,max = Bemessungswert der durch die gemessen.
Druckstrebenfestigkeit begrenzten
aufnehmbaren Querkraft

Auf den Haken kann verzichtet werden, wenn


der abgebogene Schenkel 15ø s ist und der
des Stahls um einen erhöht wird.
34 3 Verankerung von Betonstahl

3.5.2 Querkraftbewehrung bewehrung erforderlich, ist die Regel SI,max ≤


0,7h einzuhalten.
Verankerung und schließen der Bügel. Bügel
oder Querkraftbewehrung sind mit Haken Der Mindestquerkraft-Bewehrungsgrad pw.min
oder Winkelhaken, bzw. durch angeschweiß- wird durch Grenzwerte nach Tabelle 3.14
te Querstäbe zu verankern. Innerhalb eines festgelegt. Die Mindestquerkraftbewehrung
Hakens oder Winkelhakens sollte ein Quer- errechnet sich mit:
stab eingelegt werden. Dieser Querstab wird Αsw,min = ρw,min · bw · sinα
durch die Längsbewehrung eingefügt. Wird
der Haken nur rechtwinklig abgebogen, muss Daraus folg die Mindestquerkraftbewehrung
die Schenkellänge mindestens ≥ 10 ds be- Ρw,min = 0,08Ѵƒck / ƒyk(9,5N)
tragen. Bei zu großem Bügelabstand oder Schrägauf-
Im Verankerungsbereich von Bewehrungs- biegungen kann sich der Querkraftriss über
stäben können durch Sprengwirkung örtliche die gesamte Trägerhöhe ausbreiten, ohne
Spaltzugspannungen im Beton auftreten. dass der Riss von einem Stab der Querkraft-
Auch diese Spaltzugspannungen bzw. Quer- bewehrung gekreuzt wird. Dies würde zum
zugspannungen sind durch Querbewehrung, sofortigen Versagen des Bauteils infolge
Bügel aufzunehmen. Schubbruch führen. Daher muss jeder unter
– Asw die Querschnittsfläche der Quer- 45° geneigte Schnitt von mindestens einem
kraftbewehrung in cm2 je Länge Querkraftstab gekreuzt werden.
in m Die Schubbewehrung sollte zur Bauteilachse
– αsw die Querkraftbewehrung je Län- zwischen 45° und 90° liegen. Dabei kann die
geneinheit in cm2/m Schubbewehrung aus einer Kombination fol-
– s der Abstand der Querkraftbeweh- gender Bewehrung bestehen:
rung entlang des Bauteils
– bw die minimale Stegbreite des Bau- – Bügel, die die Längszug-Bewehrung und
teils innerhalb der Zugzone die Druckzone umfassen
– α der Winkel zwischen Querkraft- – Schrägstäbe
bewehrung und der Bauteilachse – Schubzulagen als Körbe, Leitern usw.,
– VRd,c Bemessungswert der Querkraft- die die Längsbewehrung nicht umfassen,
tragfähigkeit ohne Querkraftbe- aber ausreichend im Zug- und Druck-
wehrung bereich verankert sind
– VRTd,cc Bemessungswert des Betontragan- – Bügel und Schubzulagen die die Längs-
teils eines Bauteils mit Querkraft bewehrung in der 2. Bewehrungslage um-
– VRd,s Bemessungswert der Querkraft- fassen, um die Betondeckung zu gewähr-
tragfähigkeit mit Querkraftbeweh- leisten
rung Mindestens 50 % der aufzunehmenden Quer-
Um die Rissbreite von Querkraftrissen zu kraft müssen durch Bügel abgedeckt sein.
begrenzen, muss neben einer Mindestquer- Bei Plattenbalken dürfen die für die Quer-
kraftbewehrung der größte Längs- und Quer- krafttragfähigkeit erforderlichen Bügel im
abstand von Bügeln und Schrägstäben nach Bereich der Platte mit durchgehenden Quer-
Tabelle 3.13 eingehalten werden. stäben geschlossen werden, wenn der Bemes-
Bei Balken mit geringer Nutzhöhe und h sungswert der Querkraft VEd höchstens 2/3
unter 200 mm die rechnerisch keine Quer- der maximalen Querkrafttragfähigkeit VRd,max
kraft benötigen (VEd ≤ VRd,c) braucht der beträgt. Die Bügelhaken müssen dann nach
Bügelabstand nicht kleiner als 150 mm sein. Bild 3.4c abgebogen sein und einen Längs-
Ist hier dann eine rechnerische Querkraft- stab umfassen.
3.5 Biegen von Betonstählen (B500S) 35

In Einzelfällen ist auch bei Decken eine Nicht angeschweißte Querbewehrung mit α3
Querkraftbewehrung unvermeidbar. Wenn Nach EC2-1-1 darf die günstige Wirkung
VEd > VRd,c kommen hierfür als Bewehrungs- nicht angeschweißter Querstäbe im Veranke-
formen Aufbiegungen. Bügel oder Schubzu- rungsbereich mit dem Beiwert α3 berücksich-
lagen nach Kapitel 16.4 in Frage. Für die tigt werden. Das setzt voraus, das die Plat-
bauliche Durchbildung schubbewehrter Plat- tenbewehrung oder die Bügel bei Balken bis
ten gelten die Regelungen für Balken mit über die Auflagerlinie hinaus im Veranke-
folgenden Ergänzungen: rungsbereich verlegt werden. Der Wirksam-
Die Schubbewehrung bei VEd ≤ (1/3) · VRd,max keitsfaktor k für die Querbewehrung. Diese
darf vollständig aus Schrästäben oder Schub- Querbewehrung muss aber zwischen den zu
zulagen bestehen. verankernden Stäben liegen. Im bauprakti-
schen Bereich wird die Auswirkung mit dem
Für den größten Längs- und Querabstand der
Beiwert α3 auf die Verankerungslänge sehr
Bügel und Schrägstäbe bei Platten gilt Tabel-
gering sein.
le 3.15.
Bügel müssen mindestens die Hälfte der Die Querkraftbewehrung darf bei der Veran-
Biegezugbewehrung umfassen und brauchen kerung der Durchstanzbewehrung auch allein
die Druckzone nicht umschließen. mit Schrägstäben ausgebildet werden. Erfor-
dert die Querkraftbeanspruchung einen grö-
Für die Mindestschubbewehrung muss Fol- ßeren durchstanzbewehrten Bereich, so ist
gendes beachtet werden: die Kombination von Bügeln und Schrägstä-
Bauteile mit b/h < 4 sind als Balken zu be- ben möglich, wenn die Durchstanzbeweh-
trachten rung in den Eckbereichen außerhalb der or-
Bei Platten mit 5 ≥ b/h ≥ 4 ohne rechnerisch thogonal verlegten Schrägstäbe sowie den
erforderliche Schubbewehrung gilt als Min- Bereich > 1,5d vom Rand der Lasteinlei-
destschubbewehrung der 0,0-fache bis 1,0- tungsfläche aus Bügeln besteht. Es müssen
fache Wert nach Tabelle 3.14. Bei rechne- mindestens 50 % der Längsbewehrung von
risch erforderlicher Schubbewehrung ist der den Durchstanzbügeln umschlossen werden.
0,6-fache bis 1,0-fache Wert nach Tabelle Eine Torsionsbemessung ist erforderlich,
3.14 maßgebend wenn das statische Gleichgewicht eines Trag-
Bei Platten mit b/h > 5 ohne rechnerisch werks von der Torsionstragfähigkeit seiner
erforderliche Schubbewehrung darf auf einzelnen Bauteile abhängt. Diese Bemes-
Querkraftbewehrung verzichtet werden. Bei sung ist für den Grenzzustand der Tragfähig-
rechnerisch erforderlicher Schubbewehrung keit und den Grenzzustand der Ge-
ist der 0,6-fache Wert nach Tabelle 3.14 als brauchstauglichkeit zu ermitteln.
Mindestbewehrung maßgebend. Bei der Torsionsbewehrung müssen die Bü-
Auf Querkraftbewehrung darf im Allgemei- gelformen geschlossen sein. Die Übergrei-
nen nur bei Platten verzichtet werden, da bei fung mit Haken ist vorzusehen. Die Haken-
diesen keine nennenswerten Zugspannungen länge muss nach der Biegung mit mindestens
senkrecht zur Plattenebene aus dem Abflie- 10 Ø ausgeführt werden. Die Übergreifungs-
ßen der Hydrationswärme oder dem Schwin- länge l0 muss konsequent nach Bild 3.4b
den zu erwarten sind. eingehalten werden.
Für die Querkraftbewehrung sollen in der
Regel die Plattendicken so gewählt, dass auf
die Querkraftbewehrung verzichtet werden
kann.
36 3 Verankerung von Betonstahl

3.6 Schweißen am Betonstahl sind in der DIN 4099-2 enthalten. Tragende


und nichttragende Verbindungen werden
Schweißverbindungen nicht rechnerisch bemessen. Die DIN 4099-1
Die Durchführung der Schweißarbeiten ist regelt die Dimensionierung der Schweißun-
durch die DIN 4099-1 geregelt. Die damit gen. Hier wird nur auf die für den Konstruk-
verbundenen Regeln für die Überwachung teur wichtigen Details eingegangen.
Alle Maße in mm
Bild 3.5a Bild 3.5b Bild 3.5c Bild 3.5d
Stumpfstoß D-V-Naht Stumpfstoß V-Naht Stumpfstoß D-HV-Naht Stumpfstoß mit Badsicherung
nur tragende Verbindung nur tragende Verbindung nur tragende Verbindung auch andere Badsicherungs-
2 bis 3 2 bis 3 2 bis 3 ausbildung ist möglich
4
1

_1
1

60° 60° 45° 45°


Bild 3.5e Überlappstoß; tragende Verbindung Bild 3.5f Laschenstoß; tragende Verbindung
ds 2d s d s 4d 2d s 4d s
4d s 4d s ~ 0,3 d s s ~ 0,3 d s

Verbindung mit anderen Stahlteilen

Bild 3.5g
Alle Maße in mm.
Verbindung mit einseitigen Flankennähten; tragende Verbindung
ds 4d s 2d s 4d s t 0,4d s
4 mm
Bild 3.5i

e d s + 2t Anschluss an Ankerplatten
t
1,2 d s

ds
Bild 3.5h

Verbindung mit beidseitigen Flankennähten; tragende Verbindung


ds t s
4d s t
n ah
d
0,4

1,2 d s

w eiß
a=

Sc h ds
0, 3
a~
°
45

ds
e d s + 2t

a= 0,4 d s t ds

Auszug aus Bewehren von Stahlbetontragwerken vom ISB e.V. Seite 100 - 102
37

4 Betonstahlmatten

4.1 Sorten und Einteilung Rastermaß der Stababstände ist mit 25 mm


festgelegt. Die Stababstände sind dann 50 /
Betonstahlmatten sind in der DIN 488 nach 75 / 100 mm usw. Listenmatten können nur
ihren Eigenschaften geregelt und werden aus in Längsrichtung mit Doppelstäben gefertigt
kaltgewalzten Rippenstählen hergestellt. Die werden.
Längs- und Querstäbe werden bei der Beton-
stahlmatte punktförmig verschweißt. Das Bei großen Bauvorhaben mit hohen Stück-
Kürzel für Betonstahlmatten ist B500M (A). zahlen werden auch Bügelkörbe, Randeinfas-
B bedeutet Betonstahl, das M steht für Matte sungen und U-Körbe aus Listenmatten ver-
und das A für normale Duktilität. Normal wendet. Hier werden der Stabdurchmesser,
duktil sind alle Matten aus kalt gewalzten Stababstand und Lage der Längsstäbe genau
Rippenstählen. nach Zeichnung festgelegt und gefertigt.
Durch längere Lieferzeiten und Kosten wer-
Vorwiegend werden Betonstahlmatten zur
den die Listenmatten nur bei größeren Bau-
Bewehrung von plattenartigen Bauteilen he-
vorhaben eingesetzt.
rangezogen. Die großflächige Bewehrung er-
möglicht einen zügigen Baufortschritt. Generell muss man bei allen Mattentypen be-
achten, dass Doppelstäbe nur in Längsrich-
Bei den Betonstahlmatten unterscheidet man
tung vorgesehen werden können. (In der
zwei Typen:
langen Richtung der Matte) Lagermatten
Lagermatten werden in Längen von 6 m und werden nur noch mit Einzelstäben hergestellt.
2,30 m Breite auf Vorrat gefertigt. Der Mat-
Die Querstäbe müssen mindestens 20 % des
tentyp Q636A wird mit einer Breite von
Bewehrungsquerschnittes der Längsbeweh-
2,35 m hergestellt. Der Mattenaufbau ist ge-
rung haben.
nau festgelegt. Lagermatten werden in zwei
Typen unterschieden. Zu den Listenmatten gehören noch die Grup-
Die R-Matte: Hier stehen die Matten R188A, pen der Sonderdynmatten und die Design-
R257A, R335A, R424A, R524A mit der matten.
Länge von 6 m und einer Breite von 2,30 m Sonderdynmatten mit der Bezeichnung B
zur Auswahl. 500 M-dyn, werden in Bauteilen mit nicht
Die Q-Matte ist eine Lagermatte, bei der die vorwiegend ruhender Belastung eingebaut. In
Längsstäbe und die Querstäbe den gleichen Bodenplatten mit schwerem Gabelstaplerver-
Bewehrungsquerschnitt haben. Die Q188A, kehr ist eine Bewehrung mit Betonstabstäh-
Q257A, Q335A, Q424A und die Q524A len vorgeschrieben. Als Ersatz können Son-
werden mit der Länge von 6 m und 2,30 m derdynmatten eingebaut werden. Die Rippen-
Breite hergestellt. Die Lagermatte Q636A stäbe der Sonderdynmatte werden nur nach
wird in der Länge von 6 m und der Breite statischen Erfordernissen verschweißt. Ver-
von 2,35 m gefertigt. wendet werden nur Einzelstäbe, deren An-
ordnung vom Konstrukteur festgelegt wird.
Listenmatten werden nach Angabe des Kon-
strukteurs nach einer Zeichnung und Liste Designmatten werden auf Vorrat gefertigt.
erstellt. Der Stabdurchmesser von 6 mm bis Der Aufbau der Matte entspricht der einer
12 mm ist bei Listenmatten frei wählbar, Listenmatte. Die Designmatte wird aber in
wobei der Durchmesser 12 mm nicht über- verschiedenen Mattengrößen, Stabdurchmes-
schritten werden darf. Listenmatten können sern und Stababständen vorgefertigt.
in den Längen 3 bis 12 m und einer Breite Der maximale Stahlquerschnitt einer Matten-
von 1,85 m bis zu 3 m gefertigt werden. Das lage ist 22,62 cm2/m.

© Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH, ein Teil von Springer Nature 2019
K. Beer, Bewehren nach DIN EN 1992-1-1 (EC2), https://doi.org/10.1007/978-3-658-27080-3_4
38 4 Betonstahlmatten

Die Stahlstreckgrenze von 500 N/mm2 ist bei Bewehrungsquerschnitt haben. Die Q188A,
allen Betonstahlmatten gleich. Q257A und die Q335A werden in der Länge
Die Querbewehrung ist nur als Einzelstab von 6 m und in der Breite von 2,30 m gefer-
möglich. Der Konstrukteur sollte bei der tigt. Diese drei Mattentypen werden ohne
Planung mit Betonstahlmatten auf viele glei- Randeinsparung hergestellt. Bei den Längs-
che Matten achten. Eine große Anzahl glei- und Querstäben ist der Durchmesser und der
cher Matten spart Baukosten. Abstand gleich.
Die Lagermatten Q424A und Q524A werden
in der Länge von 6 m gefertigt. Die Matten-
4.2 Lagermatten breite ist 2,30 m. Die Lagermatte Q636A
Lagermatten bestehen aus kalt gewalzten Be- wird in der Länge von 6 m und 2,35 m Breite
tonrippenstäben mit angeschweißten Quer- hergestellt. Alle drei Mattentypen werden als
stäben. Sie werden nach einem festgelegten Randsparmatten bezeichnet. Hierbei werden
Programm auf Vorrat gefertigt. In der DIN beidseitig, am Außenrand, vier einzelne Stä-
488 sind die Eigenschaften der Lagermatte be mit dem Durchmesser 7 mm angeordnet.
geregelt. Lagermatten werden in zwei Grup- Durch die Übergreifung mit der anschließen-
pen unterschieden. den Matte werden diese vier Stäbe zu Dop-
pelstäben und der erforderliche Bewehrungs-
Die R Matte: Hier stehen die Matten R188A, querschnitt der Matte wird eingehalten. Bei
R257A, R335A mit einer Länge von 6 m und den Q-Matten werden auch die Querstäbe zur
Breite von 2,30 m zur Auswahl. Diese Mat- Tragbewehrung herangezogen.
ten werden ohne Randeinsparung gefertigt.
R-Matten werden vorwiegend in Richtung
Mit Randeinsparung werden die Mattentypen der einachsigen Lastabtragung verwendet.
R424A und R524A hergestellt. Ihre Länge Hier weisen dann z. B die Raumlänge zur
beträgt 6 m, die Breite ist 2,30 m. Zur Rand- Breite große Unterschiede auf. Die R-Matte
einsparung werden beidseitig der Matte die wird mit ihren Tragstäben (die Längsstäbe)
ersten zwei Längsstäbe mit einem kleineren immer zur kurzen Spannrichtung verlegt. Die
Durchmesser angeschweißt. Der Abstand Querstäbe dienen nur zur Verteilerbeweh-
beträgt 150 mm. Der innere Bereich der Mat- rung. Die von der DIN EN 1992-1-1 gefor-
te besteht aus Einzelstäben mit dem Durch- derten 20 % der Tragbewehrung müssen als
messer 9 mm bzw. 10 mm im Abstand von Querbewehrung vorhanden sein. Diese sind
150 mm. Diese Randeinsparung dient zur bei den R-Matten immer eingehalten. Werden
Überlappung mit der anschließenden Matte. jedoch noch Rundstahlzulagen in Längsrich-
Durch diese Überlappung (Übergreifung) tung vorgesehen, ist die Querbewehrung zu
werden aus zwei einzelnen Stäben zwei Dop- überprüfen.
pelstäbe mit dem erforderlichen Beweh- Lagermatten als Q-Matten verlegt können in
rungsquerschnitt der Betonstahlmatte. beiden Richtungen lastabtragend wirken. Ihr
Die Tragstäbe bei den R-Matten sind die Bewehrungsquerschnitt (As je m2) ist in bei-
Längsstäbe (die langen Stäbe). Die Querstä- den Richtungen gleich. Durch die Wahl der
be, Einfachstäbe, dienen als Querbewehrung richtigen Übergreifungslänge erreicht man
nach den in der DIN EN 1992-1-1 gefor- ein vierseitiges Auflager.
derten 20 % Mindestquerbewehrung. Diese Bei der Q-Matte mit Randeinsparung sind
20 % sind bei den R-Matten eingehalten. vier Einfachstäbe je Seite vorhanden. Das
Wird der Mattenstoß der Querstäbe tragend sind drei Maschen Übergreifungslänge für
ausgebildet, können die Querstäbe auch rech- die Querstäbe. Die Maschengröße bzw. der
nerisch in Ansatz gebracht werden. Stababstand beträgt 15 cm und die Übergrei-
Die Q-Matte ist eine Lagermatte, bei der die fungslänge 50 cm. Das reicht zur Veranke-
Längsstäbe und die Querstäbe den gleichen rung in Querrichtung. Lagermatten können
4.2 Lagermatten 39

zu 100 % in einem Schnitt gestoßen werden. ginn ist das zu vermeiden. Die Matten wer-
Man sollte aber darauf achten, dass bei den den übereinander gelegt und nicht gedreht,
Mattenstößen nicht mehr als drei Matten sonst wird der Mattenstoß zum Ein-Ebenen-
übereinander liegen, da sonst die statische Stoß und muss, wie ein Einzelstab, verankert
Höhe (d) nicht eingehalten wird. Durch un- werden.
terschiedliche Mattenlängen, am Verlegebe-

4.2.1 Darstellung der Lagermatten

Bild 4.2a Lagermatte R188A bis R335A Bild 4.2b Lagermatte Q188A bis Q335A
2.30 2.30
2.5 2.25 2.5 2.5 2.25 2.5

alle Längsstäbe gleich


alle Längsstäbe gleich
6.00

6.00

Bild 4.2d
Bild 4.2c Lagermatte R424A und R524A Lagermatte Q424A und Q524A Bild 4.2e Lagermatte Q636A
2.30 2.30 2.35
2.5 2.25 2.5 2.5 2.25 2.5 2.5 2.30 2.5
4 dünnere Längsstäbe am Außenrand

4 dünnere Längsstäbe am Außenrand


4 dünnere Längsstäbe am Außenrand

4 dünnere Längsstäbe am Außenrand


2 dünnere Längsstäbe am Außenrand

2 dünnere Längsstäbe am Außenrand


6.00

6.00

Lagermatten bis 2008 siehe Anhang


40 4 Betonstahlmatten

4.2.2 Biegen von Lagermatten matte. Eine Übergreifung der Körbe ist nicht
möglich. Bei hohen Bügelschenkeln sollte im
Bei nicht sehr großen Stückzahlen ist es
Stoßbereich der Matten mit Zulagestäben
durchaus sinnvoll, Lagermatten zu biegen.
gearbeitet werden. Vorwiegend werden zum
Schon bei der Planung des Bügels oder der
Biegen R-Matten benutzt. Q-Matten bringen
Kappe ist auf die Schweißstellen bis zur
hier keine Vorteile. Eine Beanspruchung in
Krümmungsebene zu achten. s ist der Durch-
beiden Richtungen ist für die Bewehrungs-
messer des gebogenen Stabes der Matte.
führung nicht nötig. Der erforderliche Biege-
Lagermatten können nur auf die Breite der
rollendurchmesser ist in der Tabelle 4.6
Matte von 2,30 m gebogen werden. Gebogen
angegeben.
werden also die langen Tragstäbe der Lager-

Bild 4.2f 10 Bild 4.2g

a
a
Bügelbewehrung
Bügelbewehrung
für Betonbalken
für Betonbalken
a

a
a = von der Krümmung gemessen

Bild 4.2h

Bild 4.2i
Anschlussbewehrung für Wände

a
a

Kappen zur Randeinfassung


a

a
4.3 Abstandhalter und Unterstützungen 41

4.3 Abstandhalter und Unter- Bei den Instandsetzungsarbeiten wird die


stützungen Betonoberfläche gesandstrahlt und der Be-
wehrungsstahl muss blank und frei von jegli-
chen Unreinheiten sein. Anschließend wird
4.3.1 Auswahl der Abstandhalter der Stahl zweimal mit einem Oberflächen-
Abstandhalter werden bei plattenartigen Bau- schutz-System grundiert. Nach der Aushär-
teilen unter die untere Bewehrungslage ein- tung der Grundierung werden die Fehlflächen
gebaut und dort zur Abstandsicherung zum mit einem Oberflächenschutz verpresst und
Schalungsboden genutzt. Unterzüge erhalten gespachtelt. Dieser Oberflächenschutz muss
zusätzlich an den Seiten zur Abstandssiche- die Eigenschaften der erforderlichen Beton-
rung noch Abstandhalter. Die Höhe des Ab- deckung besitzen.
standhalters ist von der Expositionsklasse Abstandhalter und Unterstützungen sind in
und der damit verbundenen Betondeckung den DBV-Merkblättern geregelt und sind
abhängig. Abstandhalter sollen beim Beto- durch die Baufirma zu überwachen.
niervorgang die Betondeckung der unteren
und seitlichen Bewehrungslage einhalten.
4.3.2 Auswahl der Unter-
Anhand des Verlegemaßes, das wir auf dem stützungen
Bewehrungsplan und dem Konstruktionsplan
angeben, bestellt die Baufirma die Abstand- Nach dem DBV-Merkblatt „Unterstützun-
halter. In den verschiedenen Bauteilen wer- gen“ werden die Anforderungen an Unter-
den auch unterschiedliche Abstandhalter stützungen für Bauteildicken bis 50 cm gere-
vorgesehen. In liegenden flächenartigen Bau- gelt. In der DIN wird auf dieses Merkblatt
teilen werden großflächige runde oder linien- ,,Unterstützungen für die obere Bewehrung“
förmige Abstandhalter unter die Bewehrung Bezug genommen.
gebunden. Punktförmige Abstandhalter fin- Anforderungen an die Tragfähigkeit, die Ab-
den ihren Einsatz bei stabförmigen Bauteilen. messungen und Vorschriften für die Durch-
Abstandhalter in stabförmigen Bauteilen, für führung von Prüfungen mit der Verlegevor-
die 2. und jede weitere Bewehrungslage, schrift sind hier geregelt.
werden aus Stabstahl der Güte B500S (B) Es gibt Unterstützungen, die auf ihre Tragfä-
vorgesehen. Der Durchmesser sollte mindes- higkeit geprüft sind. Sie sind erkennbar durch
tens 20 mm bzw. den Durchmesser des stüt- den Hinweis auf das DBV-Merkblatt und die
zenden Stabes betragen. Die Länge dieser Herstellernummer auf den Etiketten. Die
Abstandhalter richtet sich nach der Bügel- Wahl der Unterstützungen für die obere Be-
breite des stabförmigen Bauteils und ist im wehrung richtet sich nach der Bauteildicke,
Abstand von ca. 1,00 m einzubauen. Die der Belastung im Bauzustand, dem Durch-
Auswahl der Abstandhalter findet sich in messer der oberen Bewehrung und den An-
Tabelle 4.14 wieder. forderungen an die Unterseite der Decken-
Durch falsch eingebaute Abstandhalter kann bzw. Bodenplatte.
sich die Bewehrung verschieben und die Sind keine größeren Anforderungen, wie
Betondeckung ist dann nicht mehr 3,5 cm, Sichtbetonfläche usw., gestellt, können die
sondern nur noch ca. 2 cm. Die Bauwerks- Unterstützungen direkt auf die Schalung
schäden sind vorprogrammiert und die an- gestellt werden. Auf ihrer Aufstandsfläche
schließenden Instandsetzungsarbeiten auf- sind aber Kunststoffkappen aufgesteckt, um
wendig und teuer. Rostflecken an der Unterseite zu vermeiden.
42 4 Betonstahlmatten

Es werden überwiegend Unterstützungen ein- Betondeckung unten ist bis zur Matte =
gebaut, die keinen Kontakt zur unteren Scha- 2,5 cm. Das Verlegemaß cv bzw. die Beton-
lung haben. Diese Unterstützungen werden deckung für die obere Bewehrung ist 2,0 cm.
auf die untere Bewehrungslage gestellt. Dann rechnen wir 16 – 2,5 – 2,0 = 11,5 cm.
Um unterschiedliche Durchbiegungen der Für die BStM Q 335 A ziehen wir 2  8 mm
unteren und oberen Bewehrungslage zu ver- Stab = 1,9 cm ab. Für die BStM Q 188 A
meiden, müssen Abstandhalter und Unter- ziehen wir 2  6 mm Stab = 1,5 cm ab. Nun
stützungen übereinander liegen. sind 11,5 cm minus 1,9 minus 1,5 = 8,1 cm.
In den Stoßbereichen der Matten- hier liegen
Werden in der oberen Lage dünne Beweh-
die Matten aufeinander müssen wir jeweils
rungsstäbe oder Matten eingebaut, müssen
1,0 cm für die untere und obere Bewehrungs-
die Unterstützungen enger gestellt werden.
lage abziehen. Es muss eine Unterstützung,
Größere Belastungen im Bauzustand und
die auf der Bewehrung steht, von 6 cm Höhe
größere Lasten aus der Bewehrungslage füh-
eingebaut werden.
ren zu einem engeren Abstand und eine der
Belastung entsprechenden Unterstützung. Andere Höhenangaben sind in den Beweh-
rungsbeispielen erläutert.
Unterstützungen, die auf der Schalung ste-
hen, dürfen nur für die Umgebungsklasse
XC1, XC2 und XC3 eingebaut werden.
Für die Umgebungsklassen XC4, XD1 bis 4.4 Listenmatten
XD4 und XS1 bis XS3 dürfen nur Unterstüt-
zungen eingesetzt werden, die auf der unte- Listenmatten (Zeichnungsmatten) sind Be-
ren Bewehrungslage stehen. tonstahlmatten, deren Aufbau vom Kontruk-
teur frei gewählt und an die Bewehrungsauf-
Probleme gibt es immer in der Bestimmung
gaben angepasst wird.
der Unterstützungshöhe. Berechnung für eine
Unterstützung, die auf der Schalung steht: Die Listenmatten können in den Lieferlängen
Bei einer Deckenstärke von 16 cm benötigt von 3 m bis 12 m und der Breite von 1,85 m
man für die obere Bewehrung eine Betonde- bis 3 m hergestellt werden. Die Durchmesser
ckung bzw. das Verlegemaß cv von 2 cm. So von 6 mm bis 12 mm sind frei wählbar.
bleibt ein Rest von 14 cm. Bei den Listenmatten ist der Einbau von
Die obere Bewehrung besteht aus Rundstäh- Doppelstäben nur in Längsrichtung möglich.
len mit einem Durchmesser von 8 mm B500S Diese Längsstäbe können in verschiedenen
(B) in beiden Richtungen. Nun kann man Längen (Staffelung), in zwei unterschiedli-
nicht einfach 2 × 8 mm abziehen, denn der chen Durchmessern und Abständen geplant
Außendurchmesser der Stäbe ist ja immer werden.
etwas größer als der Nenndurchmesser. Die Querstäbe bei der Listenmatte, immer die
kürzeren Stäbe, können nur als Einzelstab
Der Außendurchmesser beträgt dA = 1,15  und in einer Länge ausgeführt werden. Bei
Øs. Wir müssen 2  9,2 mm (aufgerundet der Listenmatte wird jeder Kreuzungspunkt
2 cm) abziehen. Ein Unterstützungskorb mit der Stäbe verschweißt. Das Verschweißbar-
der Höhe = 12 cm muss vorgesehen werden. keitsverhältnis der Querstäbe zu den Längs-
Bei einer Deckenstärke von 16 cm und einer stäben ist in Tabelle 4.12 angegeben.
Unterstützung, die auf der Bewehrung steht, Bei den Betonstahlmatten sollte man noch
gehen wir wie folgt vor. Die untere Beweh- beachten, dass der maximale Stahlquerschnitt
rungslage besteht aus einer Q 335 A, die in einer Mattenlage 22,62 cm2 nicht über-
obere Bewehrung aus einer Q 188 A. Die schreiten darf. Ist das nicht möglich, müssen
4.4 Listenmatten 43

Stabstahlzulagen vorgesehen werden und es Der Ersatzdurchmesser ist der Durchmesser


müssen mindestens 20 % der Längsbeweh- des Einzelstabes multipliziert mit der Wurzel
rung als Querbewehrung vorhanden sein. Die aus 2.
Längsstäbe als Einfachstäbe sind bei der
Werden Listenmatten gestoßen, sollte man
Planung den Doppelstäben vorzuziehen.
lange Überstände wählen. So vermeidet man
Durch ihre mögliche Länge von 12 m findet eine Doppellage der Matten im Stoßbereich.
die Listenmatte bei großflächigen Bauteilen Der erste Querstab oder auch Längsstab liegt
mit hohen Stückzahlen ihre Anwendung. hinter der Übergreifungslänge. Der Ein-Ebe-
Eine gut geplante Bewehrungsführung er- nen-Stoß ermöglicht nun eine geringere Be-
möglicht einen schnellen Bauablauf. Dabei tondeckung.
ist die Verwendung von möglichst vielen
Der kleinste Stabüberstand bis zum ersten
Matten mit gleichem Aufbau in der Kon-
kreuzenden Stab ist 25 mm. Der maximale,
struktion und Planung anzustreben.
größte Stabüberstand sollte 100 Øs nicht
Für größere Projekte eignet sich die Listen- überschreiten (Øs = Durchmesser des Einzel-
matte besonders zum Einbau von Bügelkör- stabes).
ben und Steckern als Anschlussbewehrung.
In hochbeanspruchten Bauteilen, in denen die
Die Listenmatte oder auch HS-Matte wird
statische Beanspruchung in beiden Richtun-
hier nach zeichnerischen Vorgaben gefertigt.
gen fast gleich ist, werden die Listenmatten
In den Durchdringungsbereichen mit anderen
kreuzweise verlegt. Die Matte wird hierbei
Bewehrungsstäben werden keine Querstäbe
mit den lastabtragenden Längsstäben und den
vorgesehen. Zur Stabilisierung der U-Körbe
Querstäben, diese sind hier im größeren Ab-
sollte aber im Stoßbereich, der ja nicht über-
stand von 1,00 m bis 1,40 m vorgesehen,
lappt, eine konstruktive Zulagebewehrung
hergestellt.
vorgesehen werden.
Für die Stoßüberdeckung von Listenmatten Listenmatten mit gestaffelter Bewehrung
gilt der Ein-Ebenen-Stoß. Die Stäbe liegen in werden meist in der oberen Bewehrungslage
einer Ebene, nicht wie bei der Lagermatte, zur Stützbewehrung herangezogen. Die Mat-
wo der kürzere Zwei-Ebenen-Stoß angewen- tenlängsstäbe werden hier nach der erforder-
det wird. Die Länge der Stoßüberdeckung ist lichen Stützbewehrung geplant. Im Versatz
aus der Tabelle 3.2 bis 3.5 zu ersehen. Die wird dann ein langer und ein kurzer Stab zur
Doppelstäbe werden zur Verankerung, bzw. Mattenherstellung verwendet. Die Querstäbe
Übergreifung nicht angerechnet. Für sie gilt werden im größeren Abstand von 1,00 m bis
der Ersatzdurchmesser. 1,40 m angeschweißt.
44 4 Betonstahlmatten

4.4.1 Beschreibung von Listenmatten

Beschreibung (Darstellung) der Listenmatten bei Bestellung

Beschreibung (Darstellung) der Listenmatten bei Bestellung


Mattenaufbau Umriss Überstände Feldspareffekt
Stab- Stabdurchmesser Stabanzahl am Rand Länge Anfang Ende Anfang Länge
abstand Innen Rand links rechts Breite links rechts der kurzen Stäbe der kurzen Stäbe
Längsrichtung a l . d s1 / d s2 _ n links / n rechts L ü1 ü2 AK LK
Querrichtung aQ . d s3 B ü3 ü4

Beispiel : Mattenaufbau für rechte Matte Umriss Überstände Feldspareffekt


Stab- Stabdurchmesser Stabanzahl am Rand Länge Anfang Ende Anfang Länge
abstand Innen Rand links rechts Breite links rechts der kurzen Stäbe der kurzen Stäbe
Längsrichtung 75 . 8,0 / _ _ / 5,45 25 500 1,475 2,50
Querrichtung 200 . 6,0 2,45 25 250
Bei dieser Matte liegt die Tragbewehrung
in X- und Y-Richtung. Ein-Ebenen-Stoß.
Übergreifungslänge 0 in beiden
Richtungen. Auch Doppelstäbe in
Längsrichtung möglich.
Längen u. Breiten nur Beispiele
d s2 a l d s1 = 9,0 a l = 100 a l d s2 = 7,0 a =100 d s1 = 9,0 a L= 100
100 100
ü 1 = 25

ü1
a Q = 150

L = 3,05
= 6,0

a Q = 150

L = 5,45
d s3

ü 2 = 25

d s3

ü 3 = 25 ü 4 = 25
B= 2,45
ü2

ü3 ü4
B = 2.30
4.4 Listenmatten 45

4.4.2 Darstellung von Listenmatten

Bei dieser Matte liegt die Tragbewehrung nur in einer


Richtung. Die Querstäbe sind konstruktiv.
Die Verwendung für große Spannweiten in beiden Matte für Stützbewehrung.
Richtungen kreuzend. Auch Doppelstäbe in
Auch Einzelstäbe in Längsrichtung sind möglich. Längsrichtung möglich.
d s1 = 8,0d a L= 100 d s1 = 8,0 a L= 100

ü1
ü1

AK

25
ü 1 + ü 2 sollten nicht größer 100 d s sein
a Q ~ 1000 - 1400 mm

ü
d s3
2,00 m

aQ
L
LK

25
d s3

ü
ü2
ü2

ü3 aL ü4
ü3 ü4
B

a L = Abstand der Längsstäbe in mm d = Doppelstäbe (nur in Längsrichtung) L = Mattenlänge in m


a Q = Abstand der Querstäbe in mm n links = Anzahl der Längs-Randstäbe B = Mattenbreite in m
d s1 = Durchmesser der Längsstäbe links in Fertigungsrichtung ü 1 / ü 2 = Längsstab-Über-
im Innenbreich stände am Matten-
d s2 = Durchmesser der Längsstäbe n rechts = Anzahl der Längs-Randstäbe anfang/-ende
im Randbereich rechts in Fertigungsrichtung
d s3 = Durchmesser der Querstäbe m Anfang = Anzahl der Quer-Randstäbe ü3 / ü 4 = Querstab-Über-
im Innenbreich am Anfang der Fertigungsrichtung stände am Matten-
rand links / rechts
d s4 = Durchmesser der Querstäbe m Ende = Anzahl der Quer-Randstäbe
im Randbereich am Ende der Fertigungsrichtung
46 4 Betonstahlmatten

4.4.3 Betonstahlmattenkörbe ten werden. Die Bügellängsstäbe sind auch


aus Listenmatten die Mattenlängsstäbe. Die Verteilerstäbe sind
gleich der Länge der Mattenbreite und dienen
Betonstahlmattenkörbe werden aus Listen-
nur zur konstruktiven Halterung. Sie können
matten nach Zeichnung gefertigt und gebo-
als Schubbewehrung bei Unterzügen, als
gen. Bei geringen Stückzahlen kann man
Bügelbewehrung bei Stützen, als Randeinfas-
auch Lagermatten verwenden. Bei beiden Ty-
sung Bügelbewehrung bei Stützen, als Rand-
pen ist aber auf den Verteiverlerstab (Quer-
einfassung von anderen Bauteilen verwendet
bewehrung) zu achten. Der Verteilerstab darf
werden.
nicht im Biegerollenbereich liegen. Die
Korblänge darf bei Listenmatten nicht über Die Körbe werden stumpf gestoßen. Eine
3,00 m liegen, bei Lagermatten nur 2,15 m. Überlappung ist nicht möglich. Bei langen
Der Vorteil bei der Planung mit Listenmat- Mattenschenkeln sollte man im Stoßbereich
tenkörben ist im schnelleren Bauablauf zu mit Zulagestählen arbeitend, diese stabilisie-
sehen. Es müssen keine Einzelstäbe gefloch- ren die Bewehrung.

Verankerungslängen der Endhaken und Lage der Verteilerbewehrung

10 ø s 10 ø s 10 ø s
10 ø s

Bügelbewehrungen 10 ø s

0 Randeinfassung
10 ø s
Wand

Decke
10 ø s

Bügelbewehrung Anschlussbewehrung für Wände


4.4 Listenmatten 47

4.4.4 Sonderdynmatten Bei stark schwingender Beanspruchung wird


Sonderdynmatten sind Listenmatten zur Be- empfohlen, Vorspannung, also Ausführung
wehrung von Bauteilen mit nicht vorwiegend mit Spannbeton, zu wählen. Dieser weist eine
ruhender Belastung. In diesen Matten gibt es gute Dauerschwingfestigkeit auf. Bei Dyn-
verschweißte und nicht verschweißte Berei- matten sollte man Einzelstäbe mit großem
che. Die Herstellung und Anwendung wird Durchmesser wählen. Bei großflächigen
durch bauaufsichtliche Zulassung geregelt. Bauteilen (Bodenplatte), die mit schwerem
Unter Dauerschwingbelastung (nicht vor- Gabelstapler befahren werden, lohnt der Ein-
wiegend ruhende Belastung) verhalten sich satz von Sonderdynmatten. Es ist sonst zwin-
Übergreifungsstöße mit übereinanderliegen gend vorgeschrieben, Rundstahlbewehrung
den Matten (Zwei-Ebenen-Stoß) ungünstig. (B500S)B einzubauen und sei es nur ein
Schwingend (dynamisch) beanspruchte Stahl- Durchmesser von 8 mm im Abstand von
betontragwerke müssen grundsätzlich mit 15 cm. Mit der Dynmatte und ihren wenigen
kleinen Stababständen für kleine Rissbreiten Schweißstellen, kann man sich diese Arbeit
bewehrt werden. sparen.

Beispiel: Alle Kreuzungsstellen Beispiel: Alle Kreuzungsstellen


Beispiel: Nicht alle verschweißt, an den Rändern verschweißt, an den Rändern
Kreuzungsstellen verschweißt. mind. je 3. mind. je 3, im Innenbereich mind. je 2.
ø s1 = 9,0 a L= 100 ø s1 = 9,0 a L= 100 ø s1 = 9,0 a L= 100
ü1

ü1
ü1

4,00
a
4,00
4,00

L
L

a
a

4,00
a
ü2
ü2

ü2

ü3 ü4
ü3 ü3 ü4
B 3,00 B 3,00 ü4 B 3,00

Der Bereich a sollte so klein wie möglich gehalten werden.


Längsstäbe s = 5,0 – 6,0 mm: a  2,00 m Montagestäbe s = 8,5 mm
Längsstäbe s = 6,5 – 9,0 mm: a  4,00 m Montagestäbe s = 9,0 – 12,0 mm
Längsstäbe s = 9,5 – 12,0 mm: a  6,00 m Montagestäbe s = 12,0 mm
48

5 Gründung

5.1 Gründungsarten Pfahlgründungen finden ihren Einsatz bei


schlechten Bodenverhältnissen, sehr hohen
Die Fundamente in verschiedenen Formen Gebäudelasten und zur Auftriebssicherung
und Arten haben die Aufgabe, die Gebäude- bei hohen Grundwasserständen. Pfahlgrün-
lasten sicher in den tragenden Baugrund zu dungen gehören zu den sogenannten Tiefen-
leiten. gründungen. Die Pfahllänge wird durch die
Vor der Planung des Bauwerks muss die Gebäudelast und die Bodenverhältnisse be-
Beschaffenheit und die Traglast des vorhan- stimmt. Die Pfähle binden zwischen 5 m und
denen Bodens bekannt sein. Geben die örtli- 10 m in den tragfähigen Boden ein.
chen Erfahrungen aus vorhandener Bebauung Tiefengründung. Bei der Tiefengründung
keinen Aufschluss über die Beschaffenheit wird die Gebäudelast über Pfähle und oder
des Baugrundes, muss ein Bodengutachten Schlitzwände in die tiefer liegende tragende
eingeholt werden. Erkundungen durch Gra- Schicht des Baugrundes geleitet.
bungen/Schürfe bzw. Bohrungen und Sondie- Das Bauwerk selbst wird dann auf Pfahl-
rungen an verschiedenen Stellen geben dem kopfbalken bzw. Pfahlkopfbalken-Roste ge-
Bodengutachter Aufschluss über die Beschaf- gründet, die wie Ortbetonfundamente bzw.
fenheit des Baugrundes. Unterzüge als Streifen oder Roste über den
Anhand der Berechnungen und Erläuterun- Pfählen ausgebildet werden. Als Ersatz ist es
gen des Bodengutachtens kann mit der Grün- durchaus möglich, eine Betonplatte auf die
dungsplanung begonnen werden. Die zuläs- Pfähle zu betonieren. Hier wird dann die
sigen Bodenpressungen und Bodenkennwerte Gebäudelast über Betonwandscheiben in die
für die verschiedenen Baugründe (Bodenar- Pfähle geleitet.
ten), findet man in der DIN 1054. Trifft man Es gibt verschiedene Möglichkeiten, tiefe
tragenden Baugrund (bindiger Boden) in Baugruben durch einen Baugrubenverbau vor
nicht all zu großer Tiefe an, kann ein Boden- einstürzendem Erdreich oder vorhandener
austausch vorsehen werden. Hierbei wird das Nachbarbebauung zu schützen. Hierzu kom-
vorhandene Erdreich bzw. der vorhandene men dann z. B. die Trägerbohlenwand, auch
Boden bis zum tragfähigem Baugrund ausge- Berliner Verbau genannt, die Bohrpfahlwand,
hoben und durch neuen Boden ersetzt. die überschnittene Bohrpfahlwand, die
Der Bodenaustausch kann, je nach Gebäude- Schlitzwand und die Spundwand zur Ausfüh-
last, durch neues Einbringen des vorhande- rung.
nen Bodens erfolgen. Dabei wird der Boden Spundwände werden bei sehr tiefen Baugru-
lagenweise ca. alle 50 cm eingebracht und ben mit einer zusätzlichen Gurtung, beste-
mit Rüttlern verdichtet. hend aus Stahlträgern, ausgesteift. Tief in das
Die andere Möglichkeit ist, den vorhandenen Erdreich gebohrte Erdanker, Verpressanker,
Boden mit Zusatzstoffen vermischt neu ein- verhindern das Ausweichen der Spundwand.
zubringen. Diese Zusatzstoffe erhöhen die Je nach Bauablauf und Geschosshöhe, kann
Tragfähigkeit des Baugrundes erheblich. die Spundwand wieder zurück gebaut bzw.
Auch der Einsatz bzw. Austausch durch gezogen werden.
Magerbeton (unbewehrt), ein Beton C8/10, Bei einer Bohrpfahlwand bzw. einer Schlitz-
ist möglich. Magerbeton wird oft bei Funda- wand ist das nicht möglich. Meist werden
mentversprüngen bzw. Abtreppungen einge- dann Bohrpfahlwand und Schlitzwand als
setzt. Gebäudeaußenwände genutzt. Spundwand,

© Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH, ein Teil von Springer Nature 2019
K. Beer, Bewehren nach DIN EN 1992-1-1 (EC2), https://doi.org/10.1007/978-3-658-27080-3_5
5.2 Die Flächengründung 49

Schlitzwand und Bohrpfahlwand sind sehr heit abhängig. Die Bewehrung der Einzel-
gut in Gebieten mit hohem Grundwasserstand fundamente liegt kreuzweise unten. Eine obe-
als Baugrubensicherung einzusetzen. Sie sind re Bewehrungslage kommt selten vor.
bei sachgemäßer Ausführung als wasserdicht Im Bild 5.2d ist ein Einzelfundament mit
zu bezeichnen. anschließender Stütze und einer höher lie-
genden Bodenplatte dargestellt. Die Beweh-
rung ist analog von Bild 5.2c auszuführen.
5.2 Die Flächengründung Hier ist auf die Anschlussbewehrung für die
aufgehende Stütze zu achten, denn die Über-
Die häufigsten Fundamentformen greifungslänge zur Ermittlung der Stablänge
bei der Flächengründung darf erst ab Oberkante der Bodenplatte be-
Im Bild 5.2a sehen wir eine Bodenplatte mit rechnet werden.
einer unteren und oberen Bewehrungslage.
Diese Fundamentplatte wird sehr häufig in Bild 5.2a
Bergbausenkungsgebieten zur Gründung des
aufgehenden Gebäudes vorgesehen. In der
Plattenstärke von 25 bis 30 cm bietet sie sehr
guten Schutz vor Feuchtigkeit und anstehen-
dem Wasser. Im Verbund mit den Beton-
außenwänden wird sie als Weiße Wanne Bild 5.2b
bezeichnet. Mit den entsprechenden Beton-
eigenschaften und einer fachgerechten Fu-
genausbildung ist sie als wasserdicht zu be-
zeichnen. Eine konstruktive Bewehrung zur
Randeinfassung sollte bei Bodenplatten im-
mer vorgesehen werden.
Streifenfundamente in den unterschiedlichen Bild 5.2c
Abmessungen werden am häufigsten zur
Gründung von Gebäuden genutzt. Strei-
fenfundamente wie im Bild 5.2b dargestellt,
werden durchgehend umlaufend unter den
Außenwänden und den tragenden Innenwän-
den betoniert. Sie können bei nicht sehr gro-
ßer Belastung unbewehrt ausgeführt werden. Bild 5.2d
Hier kommen dann die Betone nach EN 206-
1 und DIN 1045-2 der Güte C12/15, C16/20
und C20/25 zum Einsatz. Die anschließende
Bodenplatte, je nach Anforderung ca. 15 bis
20 cm stark, wird auf die Streifenfundamente
betoniert.
Im Bild 5.2c ist ein Einzelfundament mit Diese Form des Fundamentes mit den An-
anschließender Bodenplatte dargestellt. Ein- schlüssen findet man auch als Streifenfunda-
zelfundamente tragen die Last aus den Stüt- ment mit anschließender Betonwand und Bo-
zen oder Wandpfeilern in den Baugrund ab. denplatte wieder. In dieser Ausführung wird
Diese Fundamentform wird bei größeren Ein- die Bodenplatte vor der Wand oder Stütze
zellasten vorgesehen. Ihre Abmessungen sind betoniert. Die Anschlussbewehrung kann erst
von der Belastung und der Bodenbeschaffen- ab Oberkante Bodenplatte beginnen.
50 5 Gründung

Alle Außenfundamente müssen frostfrei min- maß ist das Maß von der Schalungskante
destens 80 cm tief ins Erdreich einbinden. gemessen bis zum ersten Stab. Das Vorhal-
Unter allen Fundamenten ist eine mindestens temaß regelt die Ungenauigkeiten, die beim
5 cm starke Sauberkeitsschicht aus Beton der Biegen des Betonstahls bzw. bei der Verle-
Güte C8/10 vorzusehen. gung der Bewehrung entstehen.
Die Bewehrung zu einem Einzelfundament
mit den Abmessungen b/d/h = 1,50/2,00/80
5.3 Das Einzelfundament ist im Kapitel 5.3.1 dargestellt. Beachten
Einzelfundamente tragen die Einzellast eines sollte man die Schreibweise. Schalungsmaße
Bauwerkes in den Baugrund ab. Diese Lasten unter 1,00 m werden in cm angegeben.
werden über Stahlbetonstützen, Stahlstützen, Vor der Bewehrungsplanung muss die Um-
auch Holzstützen und Wandpfeiler, ins Fun- gebungsbedingung bekannt sein und daraus
dament geleitet. Werden mehrere Einzellas- folgend die Expositionsklasse festgelegt wer-
ten in ein Fundament geleitet, steht also mehr den. Das Fundament ist in diesem Beispiel
als eine Stütze auf einem Fundament, so wird ein Innenbauteil ohne Frost, mit der Exposi-
es als Blockfundament bezeichnet. tionsklasse XC2 und einem Verlegemaß von
Fundamente sollten mit besonderer Sorgfalt 35 mm. Die Betongüte wird mit einem
geplant und ausgeführt werden. Andere Bau- C20/25 gewählt. Aus der Statik entnehmen
teile überdecken die Fundamente und nach- wir die Werte zur Fundamentbewehrung. Die
trägliche Schäden lassen sich nicht erkennen. erforderliche Bewehrung für das Fundament
Um einen direkten Kontakt mit dem Erdreich beträgt in X-Richtung 5,26 cm2/m und in Y-
zu verhindern, wird erst eine Sauberkeits- Richtung 4,98 cm2/m. Die Anschlussbeweh-
schicht von 5 bis 10 cm in die Baugrube rung der Stütze ist mit 7,8 cm2 angegeben.
eingebracht. Hier wird dann ein Beton C8/10 Zur Ermittlung der Fundamentbewehrung
verwendet. sehen wir in Tabelle 3.8 nach. Dort sind die
Fundamente müssen mindestens nach den Querschnitte in cm2/m angegeben. In der
Umgebungsbedingungen in die Expositions- Tabelle finden wir für 5,26 cm2/m die Be-
klasse XC2 als Gründungsbauteil eingestuft wehrung mit dem Durchmesser 10 mm im
werden. Diese Expositionsklassen sind in Abstand von 15 cm. Der geringe Unterschied
Tabelle 2.1 aufgeführt. Hiernach ist für Fun- von 5,26 zu 5,24 laut Tabelle ist in der stati-
damente mindestens ein Beton C16/20, bes- schen Berechnung bereits enthalten. Einzel-
ser ein C20/25 erforderlich. fundamente sollten nicht unter den Durch-
Um die Betondeckung zu bestimmen, sehen messer 10 mm im Abstand von 15 cm be-
wir in Tabelle 2.2 unter der Expositionsklas- wehrt werden. Diese Bewehrung ist dann
se XC2 ein Verlegemaß cv von 35 mm. Für auch in der Y-Richtung ausreichend.
den Stabdurchmesser 25 und 28 mm ist eine Die Länge der Bewehrungsstäbe wird mit
Betondeckung von 40 bzw. 43 mm einzuhal- dem Außenmaß des Fundaments abzüglich
ten. Zur Bestimmung des Verlegemaßes cv ist des zweifachen Verlegemaßes ermittelt. Die
folgendes zu beachten: Die Mindestbetonde- Bewehrungsstäbe sollten an den Enden mit
ckung, nach der Expositionsklasse XC2 ist einer Aufbiegung, einem Haken, versehen
20 mm. Das Vorhaltemaß ist 15 mm. Das werden. In den Ecken ist das nicht in beiden
Verlegemaß ist dann bis zu einem Stab- Richtungen erforderlich. In der Zeichnung ist
durchmesser 20 mm gleich 35 mm. Bis zu es die Stahl-Pos. 2, die gleichzeitig, wie
einem Stabdurchmesser 20 mm ist die Min- Stahl-Pos. 4, zur Montagebewehrung heran-
destbetondeckung maßgebend. Für den Stab- gezogen wird. Die Anschlussbewehrung für
durchmesser 25 mm bzw. 28 mm ist zur die aufgehende Stütze ermitteln wir mit Ta-
Bestimmung der Mindestbetondeckung der belle 3.9. Nach der Tabelle wählen wir 4 Stä-
Stabdurchmesser maßgebend. Das Verlege- be mit dem Durchmesser 16 mm und dem
5.3 Das Einzelfundament 51

Bewehrungsquerschnitt von 8,04 cm2. Die 1. Nach der statischen Berechnung in Y-


erforderliche Bewehrung war 7,8 cm2. Mit Richtung liegen die Stäbe in Y-Richtung
Hilfe von Tabelle 3.5 legen wir die Länge (Stahl-Pos. 3). Nach Tabelle 3.5 können wir
der Stahl-Pos. 6 fest. die Länge der Stahl-Pos. 6 bestimmen. Für
den Stabdurchmesser 16 mm, bei einem Be-
5.3.1 Bewehrung zum Einzel- ton C20/25, finden wir den Wert 151. Der
fundament Stahl muss 1,51 m aus dem Fundament ra-
Die Stahl-Pos. 2 muss nicht abgebogen wer- gen. Die Einbindetiefe von 75 cm addiert mit
den, in der Ecke liegt schon die Aufbiegung dem unteren Schenkel ergeben die Gesamt-
der Pos. 3. Um nun ein Umkippen der Be- länge der Stahl-Pos. 6.
wehrung zu verhindern, sollte an den Enden Nach EC2-1-1 sind Bügel mit dem Durch-
der Aufbiegungen eine Montagebewehrung, messer 6 mm bis zum Tragstabdurchmesser
wie Stahl-Pos. 2 und 4, vorgesehen werden. 20 mm erlaubt. Bügel im Bereich der Funda-
Vor dem Verlegen der Stahl-Pos.1 und 3 mente sollten einseitig schmaler werden. Die
sollte nach der statischen Berechnung die X- Tragstäbe der Stützenbewehrung, die eben-
und Y-Richtung festgelegt werden. Nach der falls in der Ecke liegen, können dann unge-
statischen Berechnung in X-Richtung liegen hindert auf das Fundament gestellt werden.
die Stäbe in X-Richtung, hier die Stahl-Pos. 4 ø 16 (2.65)

Bei sehr langen Stäben


einen Montagebügel vorsehen
s oder b

3ø6
1 1
5
2.25

1 ø 10 1 ø 10 1 ø 10 1 ø 10
6

4 4 2 2
80

40 1 ø 10
Sauberkeitsschicht Beton C8/10 min. 5,0 cm 2
5-10

2
30

30

14 ø 10/e = 15 unten 2.Lage 9 ø 10/e = 15


1.43 1 ø 10
3 1
2.00 3 14 ø 10 (2.03) 1.50
1.43 Schnitt 1 - 1
Grundriss
4 2 ø 10 (1.43) 2 ø 16
Y
6

X 3ø6
1.50

40

2 ø 16 6
30

30

unten 1.Lage 40
1.93
1 9 ø 10 (2.53) 27
33 8
33

1.93 8

2+2= 2 4 ø 10 (1.93) 27
5 3 ø 6 (1.36)
52 5 Gründung

5.3.2 Beschreibung zum Einzel- liegt in X-Richtung und deckt mit 13 Be-
fundament wehrungsstäben im Abstand von 10 cm die
Breite von 1,20 m ab. In den Randbereichen
Die Bewehrungsführung eines Einzelfunda-
werden Stahl-Pos. 2 und 4 als Zulagebeweh-
ments mit einem hoch bewehrtem Stützenan-
rung vorgesehen. Die erforderliche Beweh-
schluss ist im Kapitel 5.3.3 dargestellt. In der
rung in Y-Richtung mit 14,3 cm2/m wird
Zeichnung betragen die Fundamentabmes-
ebenfalls nach Tabelle 3.8 ermittelt. Hier
sungen: b/d/h = 2,00/2,00/80. Die Maßanga-
finden wir den Stabdurchmesser mit 14 mm
ben zu Fundamenten unter einem Meter wer-
im Abstand von 10 cm. Die vorhandene Be-
den immer in cm angegeben. Ebenso sollte
wehrung ist mit 15,3 cm2/m in der Tabelle
die Angabe der Oberkante des Fundaments
angegeben. In der Zeichnung liegt die Stahl-
mit dem Kürzel OKFDM und die Unterkante
Pos. 3 in Y-Richtung. Die Stahl-Pos. 2 bildet
des Fundaments mit UKFDM auf dem Plan
in den Randbereichen die Zulagebewehrung.
erfolgen. Bei unterschiedlichen Bewehrungs-
Ohne die Stahl-Pos. 4 an den Enden der Auf-
lagen darf die Angabe der Achsen bzw. Rei-
biegungen würden die Stäbe umkippen. Die
hen nicht fehlen.
Stahl-Pos. 4 unten in den Ecken wird nicht
Vor der eigentlichen Bewehrungsplanung aufgebogen, hier liegt schon der Schenkel der
muss die Umgebungsbedingung bekannt sein. Stahl-Pos. 2. Die Länge der Bewehrungsstä-
Nach Tabelle 2.1 kann dann die Expositi- be richtet sich nach der Schalungslänge ab-
onsklasse, hier ein XC3 und Frost mit XF1 züglich des zweifachen Verlegemaßes.
und einem Beton C25/30, gewählt werden. Zur Ermittlung der Stützenbewehrung benut-
Mit der Tabelle 2.2 wird dann die Betonde- zen wir Tabelle 3.9, die Tabelle zur Ermitt-
ckung mit 3,5 cm festgelegt. Zu beachten ist lung der Querschnitte von Balkenbewehrun-
noch die Betondeckung bzw. das Verlegemaß gen. In der Tabelle finden wir für die erfor-
für die Stütze. Die Betondeckungen können derliche Anschlussbewehrung von 56 cm2
unterschiedlich ausfallen. Das Verlegemaß den Durchmesser 25 mm mit 12 Längsstäben.
mit der Expositionsklasse XC3 und einer In der Zeichnung ist das im Grundriss die
Stützenbewehrung mit dem Durchmesser Stahl-Pos. 6. Die Übergreifungslänge mit der
25 mm ist nach Tabelle 2.2 mit 40 mm ange- anschließenden Stützenbewehrung ermitteln
geben. Hier kann dann der Bügeldurchmesser wir nach Tabelle 3.5. Hier finden wir für
abgezogen werden. Nach Tabelle 2.2 ist aber einen Beton C25/30 und den Stabdurch-
die Mindestbetondeckung von 35 mm bis messer 25 mm die Länge von 202 cm. Die
zum Bügel maßgebend. gesamte Länge der Stahl-Pos. 6 ergibt sich
Die Angaben aus der Statik stellen sich wie aus der Übergreifungslänge plus der Einbin-
folgt dar: Der Bewehrungsquerschnitt für die detiefe von 75 cm plus dem Endhaken von
Stütze ist mit 56 cm2 angegeben. In der Fun- 50 cm. Die gesamte Eisenlänge der Pos. 6 ist
damentbemessung finden wir die Angaben 3,30 m. Die Bügel-Pos. 5 muss einseitig
über die erforderliche Bewehrung in X- schmaler werden.
Richtung mit 10,9 cm2/m auf 1,20 m Breite Wichtig ist noch die Überprüfung der
und in Y-Richtung mit 14,3 cm2/m auf Höchstbewehrung in einem Schnitt. Sie darf
1,20 m Breite. bei Stützen den 0,09-fachen Wert des Stüt-
Nach Tabelle 3.8, Querschnitte von Flächen- zenquerschnittes nicht übersteigen. Mit der
bewehrungen, können wir die Fundamentbe- anschließenden Stützenbewehrung liegen in
wehrung ermitteln. In X-Richtung ist für die einem Schnitt = 2  12 Durchmesser 25 mm
erforderliche Bewehrung von 10,9 cm2/m und einem Bewehrungsquerschnitt As von
nach dieser Tabelle der Durchmesser 12 mm 118 cm2. Der Stützenquerschnitt ist 1600
im Abstand von 10 cm zu verlegen. In der cm2, 0,09 von 1600 = 144 cm2. Die Eisen
Zeichnung sehen wir die Stahl-Pos. 1. Sie dürfen in einem Schnitt gestoßen werden.
5.3 Das Einzelfundament 53

5.3.3 Bewehrung zum Einzelfundament

1. Schalmaße angeben.
2. Expositionsklasse festlegen (für Beton und Betondeckung).
Hier FDM mit Frost, also Expositionsklasse XC3 und XF1 mit einem Beton C 25/30
und Betondeckung cnom von 3,5 cm = Verlegemaß cv.
3. Bei der Bewehrungsführung auf X- und Y-Richtung achten.

1ø8 1ø8

12 ø 25 (3.30)
5 5 12 ø 25
12 ø 25
0 oder b,rqd

6 1 6
3ø8 1

2.80
3ø8
5 5
1 ø 10 1 ø 10
1 ø 10
6
1 ø 10
80

4 4
4 4
5-10

Sauberkeitsschicht Beton C8/10 50


13 ø 12/e = 10 4
2 ø 10/e = 20 13 ø 14/e=10 2 ø 10/e = 20 4
2 2 1 ø 10
2 2 1 ø 10
1
3 1 ø 10 1 ø 10
2.00 2.00
Grundriss Y Hier mindestens 4 ø 25 Schnitt 1 - 1
Bügel ø 8 vorsehen
Stützeneisen > ø 20 mm 6
26
6
X 33 12
2.00

6
40

33

2 ø 25 12
2 ø 25
26
4 ø 25 5 4 ø 8 (1.42)
6
1.93
40
30

30

4 6 ø 10 (1.93)
1.93
1 13 ø 12 (2.53)
30

30
30

30

1.93 1.93
2 4 ø 10 (2.53) 3 13 ø 14 (2.53)
54 5 Gründung

5.3.4 Beschreibung zum Strei- ist das Projekt eine Garage zu einem vorhan-
fenfundament denen Wohnhaus. Nach Tabelle 2.1 werden
die Expositionsklassen mit der Betongüte
Im Kapitel 5.3.5, Bild 5.3a ist ein Strei-
bestimmt.
fenfundament mit anschließender Bodenplat-
te dargestellt. Zu diesem Fundament sind die Das Fundament ist ein Gründungsbauteil mit
Umgebungsbedingungen mit einem Grün- der Expositionsklasse XC2 und XF1 für den
dungsbauteil und einem Frost gefährdeten Innenbereich. Außen müssen die Expositi-
Bauteil festgelegt. Nach Tabelle 2.1 ist die onsklassen XD1 und XF1 angenommen wer-
Expositionsklasse für Gründungsbauteile den. An der Unterseite des Fundaments ist
XC2 und für Frost gefährdete Bauteile XF1. die Expositionsklasse XC2 und XF1 und an
Die Betongüte ist in der Tabelle mit einem der Oberseite XD1 maßgebend. Die Boden-
C25/30 angegeben. In Tabelle 2.2 finden wir platte als tragendes Bauteil muss unten mit
die Betondeckung mit 3,5 cm. der Expositionsklasse XC2 und oben mit
Der Bügel im Bild 5.3a, die Stahl-Pos. 1, XD1 festgelegt werden. Wird ein Belag auf-
muss an den Seiten und unten jeweils 3,5 cm gebracht, ist sie in XC2 einzustufen. Als
kleiner werden. Oben sollten jedoch zu den nicht tragendes Bauteil, ist sie in XC1 einzu-
3,5 cm noch 2,0 cm abgezogen werden, denn stufen.
in diesem Bereich wird die obere Mattenlage Die Betonwand wird außen mit der Expositi-
auf den Bügel gelegt und es gibt noch Über- onsklasse XD1 und innen mit XC3 bestimmt.
lappungsbereiche der Matte, die noch zusätz-
lich auftragen. Aus diesem Grund ist der Die Betondeckung beträgt für das Fundament
Bügel nur 71 cm hoch. Die Stahl-Pos. 2 kann und die Wand außen 5,5 cm. Für die Boden-
bis zu dem Stabdurchmesser 12 mm in lau- platte, tragend, ist die Betondeckung oben
fende Meter ausgezogen werden. Die Angabe 5,5 cm. In den anderen Bereichen beträgt die
auf dem Plan ,,in der Schalung längen“ be- Betondeckung 3,5 cm. Der Beton wird mit
deutet, die Stäbe werden auf der Baustelle einem C30/37 gewählt.
nach Schalungslänge geschnitten. Strei- Der Bügel in 5.3b muss die Breite von
fenfundamente werden bis zur Unterkante der 50 cm – 3,5 cm – 5,5 cm = 41 cm haben.
Bodenplatte betoniert. Der Restbereich wird
Die Bügelhöhe wird mit
mit der Bodenplatte betoniert. Aus diesem
80 cm – 3,5 cm – 5,5 cm = 71,0 cm errechnet.
Grund ist für beide Bewehrungslagen der
gute Verbundbereich anzunehmen. Die Ober- Aber zusätzlich müssen noch 2,0 cm für die
fläche des 1. Betonierabschnittes muss aber obere Mattenlage abgezogen werden. Der
rau sein. Bügel Stahl-Pos. 3 muss mit 69 cm Höhe
Nach Tabelle 3.4 ist die Übergreifungslänge ausgeführt werden.
für einen Durchmesser 12 mm = 68 cm. Die Wandanschlussbewehrung: Die Beton-
Bild 5.3b stellt ein Streifenfundament mit wand ist 24 cm stark. Von diesen 24 cm
Bodenplatte und einer aufgehenden Beton- müssen wir außen 5,5 cm und innen 3,5 cm
wand dar. Zur Ermittlung der Stahllängen abziehen. Die Betonwand wird beidseitig mit
sind die Betonierabschnitte sehr wichtig. einer Betonstahlmatte bewehrt. Diese Beton-
Wird die Bodenplatte bei der Längenermitt- stahlmatte müssen wir beidseitig von der
lung nicht angerechnet, könnte der Stab zu Anschlussbewehrung abziehen. Die Stahl-
kurz sein. Liegt die Bodenplatte höher als das Pos. 5 in Bild 5.3b darf nur 13 cm breit sein.
Streifenfundament, muss man auch dieses Bild 5.3c und Bild 5.3d: Hier spielt es keine
Maß berücksichtigen. Rolle, welche Stahlform in der 1. oder 2. La-
Vor der Bewehrungsplanung müssen die Um- ge liegt. Auch hier ist erst die Expositions-
gebungsbedingungen bekannt sein. Hierbei klasse und daraus resultierend die Beton-
5.3 Das Einzelfundament 55

deckung zu bestimmen. Die Stahl-Pos. 8 und Unter allen Fundamenten ist eine mindestens
9 wird zur Montagehalterung vorgesehen. 5 cm dicke Sauberkeitsschicht vorzusehen.

5.3.5 Bewehrung zum Streifenfundament


24

2 ø 12 Bild 5.3a 4 ø 10 Bild 5.3b


2 4 5 160 ø 10/e = 15
80

1 80 3 120 ø 8/e = 20
90 ø 8/e = 20 cm
5
5

4 ø 10

160 ø 10 (2.83)
2 2 ø 12 4
40 50
33 41

1.35
1.35
69 12
71 12

12 12
69
71

5
33 41 13
1 90 ø 8 (2.32) 3 120 ø 8 (2.44)
Es kann auch eine BSt Matte verwendet werden

2 1 ø 12 (220.00) LFDM 4 1 ø 10 (200.00) LFDM


Stähle in der Schalung längen Stähle in der Schalung längen
Stoßüberdeckung 70 cm Stoßüberdeckung 60 cm

Bild 5.3c Bild 5.3d


1.25 1.00
1ø8
1ø8 1ø8
9
9 1ø8 8
8
60

9 ø 8/e = 15
7
9 ø 8/e = 15 6 7 ø 8/e = 15
7 6
7 ø 8/e=15
25

25

25

25

unten 1.Lage unten 2.Lage


1.18 93
6 7 ø 8 (1.68) 7 9 ø 8 (1.43)
1.18 93

8 2 ø 8 (1.18) 9 2 ø 8 (0.93)
Montageeisen Montageeisen
56 5 Gründung

5.3.6 Beschreibung zum Strei- Schnitt dargestellt. Die Belastung für die
fenfundament Streifenfundamente ist nicht sehr hoch. Hier
werden nun zur Bewehrung in der unteren
Die Bewehrungsführung von Streifenfunda-
Lage Matten verlegt. Werden R-Matten vor-
menten mit Mattenbewehrung ist im Kapitel
gesehen, müssen die dicken Stäbe, die Längs-
5.3.7 dargestellt. Diese dargestellten Funda-
stäbe quer zum Fundament angeordnet wer-
mente sind als Gründungsbauteil nur in die
den. Daraus ergibt sich die Mattenbreite von
Expositionsklasse XC2 einzustufen. Frost ist
2,30 m in der langen Richtung der Funda-
nicht vorhanden. Da die Fundamente mit der
mente.
Oberkante unterhalb der 80 cm Frostgrenze
liegen und vom Erdreich geschützt sind. Die Matten überlappen nicht, sondern werden
Somit entfällt die Expositionsklasse XF. in einem Abstand von ca. 5,0 cm verlegt. An
Nach Tabelle 2.1 ist die Expositionsklasse den Enden wird die Matte um 15 cm aufge-
für Gründungsbauteile XC2. Die Betongüte bogen. Die Biegung erfolgt über die Tragstä-
ist in der Tabelle mit einem C16/20 angege- be, über die Längsstäbe. Denn die Last von
ben. Gewählt wird ein Beton C20/25. In der oben und aus der Wand versuchen das Fun-
Tabelle 2.2 finden wir die Betondeckung mit dament auf ihrer Breite nach unten zu biegen.
3,5 cm. Dieser Belastung soll nun die Bewehrung
entgegenwirken. Deshalb die Tragstäbe, bei
Streifenfundamente, besser alle Fundamente R-Matten die langen Stäbe quer zum Funda-
sollten mittig zur aufgehenden Wand oder ment. Die Lage der Matten in der unteren
Stütze angeordnet werden. Ist diese Lage Lage. Da die vorgesehene Matte R257A nun
unterhalb des abzufangenden Bauteils nicht 2,30 m breit ist, wird sie in der langen Rich-
möglich, ist in der statischen Berechnung tung mit 2,30 m verlegt.
eine Außermitte einzurechnen. Zu beachten
ist auch, dass Fundamente die nicht frostge- Die Biegeform der Matte ergibt sich aus der
fährdet sind, nicht mindestens 80 cm hoch Expositionsklasse mit der Betondeckung von
werden müssen. Fundamente müssen mit 3,5 cm. Die Schenkellänge von 15 cm wird
ihren Abmessungen den Bodenpressungen konstruktiv gewählt und dient auch zur Riss-
entgegenwirken. breitenbeschränkung des Betons. Betonstahl-
Position 1 und 2 werden unten in die Ecken
Steht ein Bauteil, eine Wand, die 17,5 cm eingebaut und werden zur Stabilisierung der
breit ist z. B. auf einem 50 cm breiten Fun- Matten herangezogen. Die Länge der Stäbe
dament, so ist der beidseitige Überstand nicht errechnet sich aus der Länge der Fundamente
16,25 cm, sondern 16 cm und 16,5 cm. Es ist
minus 2  4,0 cm. Diese Stäbe werden mit
gleichgültig auf welcher Seite der 16 cm
dem sogenannten Rödeldraht an die Matten
breite Überstand liegt. Am Ende einer Wand
gebunden. Unter den Fundamenten ist eine
wird das Fundament um die Fundamenthöhe,
mindestens 5,0 cm dicke Sauberkeitsschicht
mindestens 50 cm, weiter geführt. Das Fun-
vorzusehen. Für diese Sauberkeitsschicht
dament wird länger.
wird der Beton C8/10 eingebaut.
Zum besseren Verständnis und zur Beweh-
Die Matten-Position 1 bis 5 könnten auch
rungsführung sollten die Fundamente und
durch Betonstabstahl ersetzt werden. Der
Bodenplatten in der Draufsicht dargestellt
Arbeitsaufwand ist aber wesentlich größer.
werden. Die Darstellung von Anschlussbe-
Durch die Angabe der Betondeckung auf
wehrungen, Versprüngen und Gruben ist we-
dem Bewehrungs- oder Schalplan kann der
sentlich einfacher.
Bauleiter die Abstandhalter bestimmen. Der
Im Kapitel 5.3.7 ist die Bewehrung von Abstand vom Schalungsboden, hier die Sau-
Streifenfundamenten im Grundriss und berkeitsschicht, bis zum 1. Bewehrungsstab.
5.3 Das Einzelfundament 57

5.3.7 Bewehrung zum Streifenfundament


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58 5 Gründung

5.3.8 Beschreibung zum Strei- Verteilerstäbe angerechnet werden. Siehe


fenfundament hierzu Kapitel 4.2 und 4.2.2. Anzugeben ist
immer das Maß a an der Biegeform. Das Maß
Im Kapitel 5.3.9 sind Streifenfundamente
a bestimmt den Abstand von der Krüm-
dargestellt, die mit Betonstahlmattenkörbe
mungsebene bis zum Verteilerstab. Zu beach-
bewehrt werden. Diese dargestellten Funda-
ten ist auch, dass die Lagermatten R424A
mente werden wegen der hohen Belastung
und R524A für Bügelformen durch ihre
und den schlechten Bodenverhältnissen als
Randeinsparungen nicht geeignet sind. Diese
Betonbalken ausgeführt. Die Streifenfunda-
Matten haben an den Enden auf 30 cm nicht
mente sind als Gründungsbauteil in die Ex-
den erforderlichen Bewehrungsquerschnitt.
positionsklasse XC2 und XF1 einzustufen.
Dieser wird erst durch die Überlappung her-
Nach Tabelle 2.1 ist die Expositionsklasse
gestellt. Mattenkörbe können nicht über-
für Gründungsbauteile XC2. Der Betonan-
lappen.
griff durch Frost ist hier mit der Expositions-
klasse XF1 festzulegen. Die Betongüte wird Die Biegeformen der Mattenkörbe ergeben
nach der höheren Betonfestigkeitsklasse be- sich aus der Schalung minus der Beton-
stimmt. Hier ist es die Expositionsklasse XF1 deckung aus der Expositionsklasse mit
mit der Betongüte C25/30. In der Tabelle 2.2 2  3,5 cm. Der Abstand der Körbe sollte
finden wir die Betondeckung bis zu einem 5,0 cm betragen. Die Tragstäbe in der unteren
Stabdurchmesser 20 mm mit 3,5 cm. Lage mit je 4 Durchmesser 20 mm ist mit der
In der statischen Berechnung finden wir Stahl-Pos. 1 und 3 angegeben. Die Stahl-Pos.
die Angaben für die untere Bewehrungslage 2 und 4 dienen zur Stabilisierung des Korbes
mit 11,5 cm2. Die Querkraftbewehrung, die und zum Anschluss der Pos. 6 in ihrer Lage.
Schubbewehrung ist mit 5,2 cm2/m ange- Diese Längsstäbe sollten jeweils 4,0 cm an
geben. den Enden kürzer werden. Die Stabstahl-
Pos. 5 wird vertikal eingebaut und dient der
Nach Tabelle 3.9 können wir für die untere Rissesicherung des Betons.
Bewehrungslage 4 Stäbe mit dem Durchmes-
ser 20 mm bestimmen. Für die Bügelbeweh- Die Anschlussbewehrung für die aufgehen-
rung müssen wir den Wert 5,2 durch zwei den Betonwände können hier nicht in einer
teilen. Denn für die Bügelbewehrung können U-Form ausgebildet werden. Die dargestellte
wir beide Bewehrungsschenkel anrechnen. Stahl-Pos. 6 lässt sich leicht in den Matten-
Nach Tabelle 3.8 müssten wir Bügel mit dem korb einführen. Der Stabdurchmesser 10 mm
Durchmesser 8 mm im Abstand von 19 cm sollte mindestens 60 cm aus dem Fundament
vorsehen. Vorgesehen sind Betonstahlmat- ragen. Hieraus ergibt sich die gesamte Länge
tenkörbe aus dem Lagermattenprogramm. der Stabstahl-Pos. 6. Bei der Lage der Pos. 6
Mit Tabelle 4.1 legen wir die Bügelform mit ist zu beachten, dass oberhalb des Funda-
einer Lagermatte R257A fest. Der Beweh- ments beidseitig eine Baustahlmatte zur
rungsquerschnitt ist mit 2  2,57 cm2/m Wandbewehrung eingebaut wird. Weitere
knapp unter den geforderten 5,2 cm2/m. Die- Anschlussbewehrung ist analog zu Pos. 6
ser geringe Wert kann vernachlässigt werden. auszuführen. Im Stoßbereich der Bügelmat-
Gebogen werden die Lagermatten über die ten können zur Aussteifung des Korbes beid-
langen Stäbe. Den Tragstäben. Über die Mat- seitig innen je zwei Stäbe mit dem Durch-
tenstäbe in Querrichtung können die Matten messer 8 mm und 1,00 m lang angebunden
nicht gebogen werden. Die Lagermatte werden. In der Höhe dann gleichmäßig ver-
R257A wird über die Tragstäbe von 7,0 mm teilt. Die Fundamentabtreppung ist mit einem
im Abstand von 150 mm gebogen. Der Mat- Beton C8/10 auszuführen. Die Abtreppung
tenkorb ist dann 2,30 m lang. Die Matten- muss mindestens 20 cm lang sein. Siehe
querstäbe mit 1,13 cm2/m können nur als Kapitel 5.3.11.
5.3 Das Einzelfundament 59

5.3.9 Bewehrung zum Streifenfundament


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60 5 Gründung

5.3.10 Beschreibung zum Strei- Problematisch ist immer der Bewehrungsan-


fenfundament schluss aus dem Einzelfundament ins Strei-
fenfundament. Werden die Einzelfundamente
Im Kapitel 5.3.11 Bild 5.3a sind Strei- vor den Streifenfundamenten betoniert, ist es
fenfundamente im Versatz, im Höhenver- zwingend erforderlich den Bewehrungsan-
sprung dargestellt. Diese Art der Fundament- schluss mit der Baufirma abzusprechen.
ausbildung wird vor allem bei Neubauten an
Der Schraubanschluss ist die einfachste und
vorhandenen Gebäuden oder bei Rampen und
sauberste Lösung. Hierbei werden Beweh-
Zufahrten zu Tiefgaragen ausgebildet. Hier
rungsstäbe mit einer Schraubmuffe an die
im Bild 5.3a sind die Versprünge zu beach-
Schalung des Einzelfundaments befestigt.
ten. Die untere Länge des Bodenaustauschs
Die Einbindelänge in das Einzelfundament
ist 1,50 m. Das entspricht der Höhe des Fun-
muss das Grundmaß der Verankerungslänge
damentversprungs. Die zweite Länge ist
nach Tabelle 3.2 sein. Zu beachten sind auch
1,20 m. Das entspricht wieder der Höhe des
hier die unterschiedlichen Längen in der
2. Fundamentversprung. Die Längen des Bo-
unteren und oberen Lage. Die Randabstände
denaustauschs müssen den Höhen entspre-
von der Außenkante des Betonbalkens müs-
chen. Im Beispiel mit 1,50 m und 1,20 m
sen mindestens 9,0 cm sein. Der Achsabstand
angegeben. Die Restbereiche werden gleich-
der Muffenstäbe sollte 9,0 cm nicht unter-
mäßig aufgeteilt und sollten ein Längen- zum
schreiten. Nach dem die Schalung des Einzel-
Höhenverhältnis von 50 cm/50 cm nicht
fundaments abgebaut wurde, können nun die
überschreiten. Ein durchgehender schräger
Gewindestäbe, oft auch nur die Bewehrungs-
Bodenaustausch sollte nur bis 50 cm vorge-
stäbe in die Muffen geschraubt werden. Die
sehen werden. Dieser Bodenaustausch mit
Länge dieser Stäbe muss l0 sein. Die Über-
Magerbeton wird unbewehrt ausgeführt.
greifungslänge für Zugstöße.
Wird in den angegebenen Bereichen unter
den Fundamenten kein Bodenaustausch vor- Auf der rechten Seite werden vor dem Einbau
genommen, würde bei Belastung der Boden, der Anschlussbewehrunglöcher durch ein
das Erdreich ausbrechen. Die Höhe der Sau- dünnes Blech gebohrt. Hier werden nun die
berkeitsschicht unter den Fundamenten rich- Stäbe der Anschlussbewehrung bis zum
tet sich nach der Belastung und Angabe des Grundmaß der Verankerung hineingesteckt.
Bodengutachters. Die Höhe sollte 5,0 cm Aus dem Einzelfundament muss die Beweh-
nicht unterschreiten. rung mindestens mit l0 herausragen. Ein län-
gerer Stab von jeweils 10,0 cm sollte vorge-
Die Bewehrung zu den Streifenfundamenten
sehen werden. Denn der anschließende Ein-
wird analog zu den Bewehrungsbeispielen im
bau der Längsstäbe zum Zerrbalken kann
Kapitel 5.3.5 bis 5.3.9 ausgeführt.
nicht passgenau sein. Auch hier ist auf die
Im Bild 5.3b wird ein Streifenfundament Verankerungslängen in der unteren und obe-
zwischen zwei Einzelfundamenten betoniert. ren Lage nach Tabelle 3.2 bis 3.5 zu achten.
5.3 Das Einzelfundament 61

5.3.11 Ausführung der Streifenfundamente

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(LQ]HOIXQGDPHQW (LQ]HOIXQGDPHQW
=HUUEDONHQ

62 5 Gründung

5.4 Blockfundament Die Bewehrung: Die Bügelabmessungen


mit zwei Stützen werden nach den Schalungsmaßen, abzüglich
zweimal 3,5 cm Verlegemaß bestimmt. Bei
Oft kann man aus Platzmangel die Stützen diesen Fundamentabmessungen sind zwei
nicht einzeln gründen. Hier kommt nun das Bügelformen erforderlich. Diese zwei Bügel-
Blockfundament zum Einsatz. Wird die formen ergeben vier vertikale Stäbe, die zur
Zeichnung im Kapitel 5.4.1 um 180° ge- Schubbewehrung herangezogen werden, denn
dreht, sieht man einen Unterzug auf zwei die erforderlichen 10 cm2/m Schubbeweh-
Stützen. Ein Blockfundament wird wie ein rung können nun durch vier vertikale Stäbe
Unterzug bewehrt. Nur die Bewehrung liegt geteilt werden. In Tabelle 3.8 finden wir den
entgegengesetzt, die Feldbewehrung liegt Durchmesser und den Abstand der Bügel. Die
oben, die Stützbewehrung liegt unten. erforderliche Bügelbewehrung ist mit dem
Stabdurchmesser 10 mm und dem Abstand
Vor der Bewehrungsführung noch ein Hin- von 25 cm angegeben. Kleinere Durchmesser
weis: Nach der DIN muss auf dem Plan die sollten bei diesen Schalungsabmessungen
zugehörige Plannummer stehen, die Beton- nicht gewählt werden. Diese zwei Bügelfor-
stahlgüte, die Expositionsklasse, das Verle- men werden nun im Abstand von 25 cm über
gemaß bzw. die Betondeckung und die letzte die Fundamentlänge eingetragen.
Eisenposition. Die Angabe über die Biegerol-
Die Stahl-Pos. 3 ist zur Abdeckung der erfor-
lendurchmesser darf auch nicht fehlen.
derlichen Stützbewehrung vorgesehen. Da
Zu dem Beispiel im Kapitel 5.4.1 finden wir die Verlegelänge unten von der Mitte der
in der Statik die Angaben zur Feldbewehrung Stütze bis zum Ende des Fundaments zu kurz
mit 24 cm2, die Stützbewehrung wurde mit ist, muss die Pos. 3 aufgebogen werden. Der
36 cm2 und die Schubbewehrung mit Durchmesser und die Stabanzahl der Stahl-
10 cm2/m ermittelt. Die Anschlussbewehrung Pos. 3 wird nach Tabelle 3.9 ermittelt. Die
je Stütze ergibt 36 cm2. Finden wir in der erforderliche Stützbewehrung mit 36,0 cm2
statischen Berechnung den Wert 24 cm2 und finden wir in der Tabelle mit dem Stab-
nicht 24 cm2/m, so bedeutet das, die 24,0 cm2 durchmesser 20 mm und die Anzahl mit
Bewehrungsquerschnitt sind auf die gesamte 12 Stäben angegeben. Der Haken oben ist
Fundamentbreite gleichmäßig zu verteilen. konstruktiv. Eine Verankerung mit Pos. 4
muss nicht erfolgen. Um den Durchmesser
Bei diesen Fundamentlängen lohnt eine Staf-
und die Anzahl der Stahl-Pos. 4 zu ermitteln,
felung der Bewehrung wegen der langen
wird wie bei Pos. 3 vorgegangen. Die Länge
Übergreifung nicht. der Stahl-Pos. 4 wird mit der Schalungslänge
Die Expositionsklassen müssen vor der Be- abzüglich des zweifachen Verlegemaßes von
wehrungsführung festgelegt werden. Das 7 cm ermittelt.
Fundament ist ein Gründungsbauteil ohne Die Stahl-Pos. 5 und 6 sind konstruktiv und
Frost und in die Expositionsklasse XC2 nach verhindern die Rissbildung. Der Bügel für
Tabelle 2.1 einzustufen. Die Betongüte ist die Stützenbewehrung wird einseitig schma-
ein C20/25. Die Stütze, ein Bauteil zu der die ler, da die anschließende Stützenbewehrung
Außenluft häufig Zugang hat, wird nach ab Oberkante der Bodenplatte in den Ecken
Tabelle 2.1 in die Expositionsklasse XC3 liegen muss. Den Durchmesser und die An-
und einem Beton C20/25 eingestuft. Die zahl der Stahl-Pos. 7 ermitteln wir nach Ta-
Betondeckung können wir erst mit der Wahl belle 3.9. Die Übergreifungslänge der Pos. 7,
der Bewehrungsdurchmesser bestimmen. In hier ein Druckstoß, bestimmen wir nach
der Expositionsklasse XC2 und XC3 ist nach Tabelle 3.2. Die Verankerungslänge ist ɩb,rqd.
Tabelle 2.2 das Verlegemaß bis zum Stab- Der Biegerollendurchmesser für den Stab mit
durchmesser 20 mm gleich 35 mm. 20 mm beträgt 7 Øs.
5.4 Blockfundament mit zwei Stützen 63

5.4.1 Bewehrung zum Blockfundament

Fundament-Pos. 5.01 Beton C20/25 XC2 M 1:50


5.80
80 50 3.20 50 80
4x3 ø 20

Druck-Stoß
7
3 ø 6/20 4x3 ø 20
7
3 ø 6/20

24 ø 20 (2.85)
8 12 ø 16
8

1
4
Bodenplatte

2.50
55
4 ø 10 4 ø 10

1.00

7
6 6

35
5-10 cm Sauberkeitsschicht Beton C8/10

5
3ø6 8 3 12 ø 20 8
5 2x2 ø 10
1

3ø6
1 24 ø 10/e = 25 2 24 ø 10/e = 25

50
8 ø 10 (2.40)

1.43
horizontal einbauen

Schnitt 1-1 M 1:50


15

15
93

93
1.40

12 ø 16/e = 13
1.43 4
1 24 ø 10 (5.02)
6

50 15 15
1.55

2 ø 10 2 ø 10
93

93

35
5
43 8

1.00

5
43

8 unten
60 2
35
2 24 ø 10 (2.76)
5

8 12 ø 6 (1.72) 1 12 ø 20/e = 13
3
zu einer Seite ist der Bügel schmaler
5.70 oben

60 oben 4 12 ø 16 (5.70) oben 60


konstruktiv konstruktiv
87

87

3 12 ø 20 (8.64)
unten
5.70
5.65
5 4 ø 10 (5.65) konstruktiv
64 5 Gründung

5.4.2 Blockfundament mit bei der der Biegerollendurchmesser mindes-


Ankerbarren tens 15 mal Øs (Stabdurchmesser) beträgt. In
diesem Beispiel ist der Biegerollendurchmes-
Werden in Fundamente Ankertöpfe oder ähn- ser etwas größer gewählt, denn die Stahl-Pos.
liche Verankerungen für den Anschluss von 7 darf keinen engen Kontakt zu den Ver-
z. B. Stahlstützen eingebaut, müssen diese ankerungselementen haben. Die Veranke-
rückverankert werden. Diese Verankerung, rungslänge der Schlaufe beginnt ab Oberkan-
bzw. der Durchmesser des Stabstahls, richtet te der U-Eisen. Aber die Schlaufenform
sich nach der Verankerungsschraube, die in selbst sollte bis ca. 5 cm unter die obere Be-
den Ankertopf eingebaut wird. Nach den wehrungslage geführt werden. Zur Rückver-
Umgebungsbedingungen reichen die Exposi- ankerung von Ankertöpfen ist die Stahl-Pos.
tionsklassen XC2 und XF1 und eine Beton-
7, wie sie im Kapitel 5.4.3 dargestellt ist, am
deckung von 3,5 cm mit einem Beton
besten geeignet, auch die Stellung der Abbie-
C25/30. Der Bauherr fordert aber eine Be-
gungen am unteren Schlaufenende. Haken,
tondeckung von 5 cm bis zum 1. Stab (hier
wie sie bei Unterstützungen angewendet wer-
der Bügel).
den, sind ungeeignet. Bildet man den unteren
Die großen Bauteilabmessungen machen es Schenkel wie bei den Unterstützungen aus,
unumgänglich, einen Bügeldurchmesser mit würden die unteren Schenkel übereinander
14 mm zu wählen. Eine zusätzliche Stahl- liegen. Die Biegeform der Stahl-Pos. 7 sollte
Pos. 2 wird zur Schubbewehrung und zur wie in der Zeichnung vermaßt werden, so
Unterstützung der oberen Bewehrungslage kann der Biegebetrieb sofort erkennen, wo
genutzt. Es reicht aus, wenn der äußere Bügel die Krümmung beginnt.
die Längsbewehrung umschließt, die Stahl-
Pos. 2 muss nicht als Bügel oder Bügelform Zur Aussteifung und zur Montagehalterung
ausgeführt werden. Sie muss nur mit einem der Stahl-Pos. 7 wird die Stahl-Pos. 8 vorge-
Haken die untere bzw. die obere Lage um- sehen.
schließen. Die Ankerbarren, bestehend aus Die Biegerollendurchmesser betragen hier bis
zwei U-Eisen, lassen sich so besser einbauen. zum Durchmesser 20 mm = 4 Øs, ab dem
Stahl-Pos. 3 in der unteren und oberen Be- Durchmesser 20 mm = 7 Øs.
wehrungslage wird gleich mit einem Haken Auch auf den Bewehrungsplan gehört die
ausgebildet. Der Stabstahl wird so besser Angabe der Achsen mit den Schalmaßen. Die
verankert und die Stahl-Pos. 4 benötigt dann Baufirma erkennt dann sofort, in welche
zur Übergreifung nicht mehr den langen Richtung die Bewehrung eingebaut werden
Schenkel. Zur Verankerung werden beide soll. Auf den Bewehrungsplan gehören wei-
Schenkellängen angerechnet, wobei die kurze ter die Angabe der Betongüte, die Stahlgüte
Stahllänge den Einbau des Verankerungstop- (hier Betonstahl 500S), die Expositionsklasse
fes nicht behindert. Bei der Längenermittlung mit der Betondeckung, die gleichzeitig die
der Stahl-Pos. 3 muss noch beidseitig der Höhe der Abstandhalter bestimmt, und die
Durchmesser der Stahl-Pos. 5 abgezogen Angaben über Unterstützungsform und Höhe.
werden. Um Maßungenauigkeiten auszu- Im Beispiel brauchen keine Unterstützungen
schließen, sollte man 4 cm abziehen. eingebaut werden. Der Bewehrungskorb ist
Damit bei Belastung die Anker nicht heraus- durch die Stähle mit dem Durchmesser
reißen, müssen sie rückverankert werden. 14 mm steif genug. Die Angabe der letzten
Diese Rückverankerung geschieht mit der Stahlposition und die Biegerollendurchmes-
Stahl Pos. 7. Diese Rückverankerungsbeweh- ser sowie die dazugehörigen Pläne müssen
rung muss immer eine Schlaufenform sein, ebenfalls auf dem Plankopf stehen.
5.4 Blockfundament mit zwei Stützen 65

5.4.3 Bewehrung zum Blockfundament mit Rückverankerung

oben 1.90

23
3 7 ø 20 23

1.97

1.97
A

1 24 ø 14/e = 20 2 2x24 ø 14/e = 20


1.90
1

2x5 ø 20 1 24 ø 14 (8.20)
7 ø 20 2x5 ø 20
4 11 ø 14/e = 20

7 3 7

4 11 ø 14/e = 20
25

48 ø 14 (2.52)
5 11 ø 14/e = 20
5 11 ø 14/e = 20

4 ø 12
8

2 x 24 =
8

1.97
4 ø 12

2
30
Sauberkeitsschicht Schnitt 1 - 1 3 7 ø 20
1

24 ø 14/20
5 ø 20
1
6 9 ø 14/e = 20

6 9 ø 14/e = 20
7
50

3 27 ø 20 (5.56)
50

5 ø 20
4.56 unten 20 ø 20 7
4.55
6 18 ø 14 (4.55)
2
1.83 24 ø 14/20
30

30

85 3 20 ø 20/e = 10
22 ø 14 (3.56)

8 8 ø 12 (2.43) 40
liegend einbauen

22 ø 14 (2.73)

63
1.86

oben oben 40
11 ø 14

außen
5

1.93

1.65

1.65

1.65
außen

85
2 x 11 =
4

unten unten
30 30
2 x 11 =

40 7 20 ø 20 (4.53)
d=0.4m
66 5 Gründung

5.4.4 Beschreibung zum Block- kann man zur Übergreifungslänge anrechnen.


fundament Die vertikalen Stäbe der Stahl-Pos. 1 und 2
werden 10 cm kürzer als die Fundamenthöhe.
Im Kapitel 5.4.5 ist ein Blockfundament
Zu beachten ist dann die Stahl-Pos. 4 und 5.
dargestellt, dass in seiner Form und Beweh-
Diese beiden Bewehrungsformen müssen in
rungsdarstellung einem Maschinenfundament
die Pos. 1 und 2 passen. Diese Positionen
entspricht. Maschinenfundamente sind große
haben einen Stabdurchmesser von 20 mm. Da
Blockfundamente mit einer einfachen aber
Bewehrungsstäbe einen größeren Außen-
starken Bewehrung. Die Mindestbewehrung
durchmesser gegenüber dem Nenndurchmes-
für Maschinenfundamente sollte mit einem
ser haben, müssen wir von den 2,10 m 5,0 cm
Durchmesser 16 mm im Abstand von 15 cm
abziehen. Die Höhe der Position 4 und 5
ausgeführt werden.
kann nur 2,05 m werden.
Das Fundament, ein Gründungsbauteil, ist in
Durch äußere Kräfte die auf das Fundament
die Expositionsklasse XC2 einzustufen. Mit
wirken, können Risse in der Betonplatte
den Umgebungsbedingungen wechselnd nass
entstehen. Die Kubische Bewehrung, eine
und trocken und mit mäßigem Verschleiß.
räumliche Bewehrung, eine Schutzbeweh-
Hier sind die Expositionsklassen XC4 und
rung ohne statische Bedeutung soll dem ent-
XM1 mit einem Beton C30/37 einzuhalten.
gegen wirken. Sie soll eine größere Rissbil-
Durch die Einordnung des Fundaments in die
dung verhindern und die Sicherung des ge-
Expositionsklasse XM1 ist die Mindestbe-
samten Bewehrungskorbes während des Be-
tondeckung um 5,0 mm zu erhöhen. Siehe
tonierens übernehmen. Wegen der meist gro-
Tabelle 2.1 und 2.2. Die erforderliche Be-
ßen Bauteildicken ist der Betoniervorgang
wehrung ist mit 20,5 cm2/m in der unteren
meist ziemlich rau. Diese räumliche Beweh-
und oberen Lage angegeben. Nach der Tabel-
rung in diesem Beispiel ist nicht mit der
le 3.8 sind Bewehrungsstäbe mit dem Durch- Braunschweiger Bewehrung zu vergleichen,
messer 20 mm und im Abstand von 15 cm die während des Krieges als Schutz vor Bom-
erforderlich. Anhand des Stabdurchmessers ben in den Betonbunkern zusätzlich einge-
können wir nun die Betondeckung mit Ta- baut wurde. Die kubische Bewehrung soll bei
belle 2.2 bestimmen. Für die Expositions- dynamischer Beanspruchung den Fundament-
klasse XC4 sind 40 mm erforderlich. Zusätz- körper als Einheit darstellen und beim rech-
lich muss die Betondeckung nach der Exposi- nerischen Nachweis als eine Masse wirken.
tionsklasse XM1 um 5,0 mm erhöht werden. Womit dann die Annahmen und Nachweise
Die Betondeckung wird mit 50 mm gewählt. zutreffender werden. Diese konstruktive Be-
Alle Bewehrungsstäbe müssen beidseitig um wehrung wird in drei Richtungen verlegt und
5,0 cm gegenüber den Fundamentabmessun- besteht meist aus Betonstählen mit dem
gen kürzer hergestellt werden. Es ist vorteil- Durchmesser 12 mm und kreuzweise im Ab-
haft keine sogenannten Passeisen vorzuse- stand von 50 cm. In der Zeichnung ist diese
hen. Siehe hierzu die Stahlformen 1 und bzw. Bewehrung als Kubische Bewehrung angege-
3 mit 4 und 5. Bei Maschinenfundamenten ist ben. Dieses Gitternetz wie im Schnitt darge-
eine beidseitig starke Bewehrung einzubauen. stellt, findet sich alle 50 cm wieder. Die Stahl-
Durch stetige Belastungen und Schwingun- Pos. 10 sind horizontale Bewehrungslagen im
gen sind Stäbe mit dem Durchmesser 16 mm Abstand von 50 cm in allen Richtungen. Die
im Abstand von 15 cm mindestens vorzuse- Pos. 12 liegt entgegengesetzt zur Pos. 10 im
hen. Da diese Stäbe innen liegen, sollten auch Abstand von 50 cm in allen Richtungen. Ver-
hier keine Passeisen vorgesehen werden. Die tikal ist die Pos. 11 vorzusehen. Auch diese
Aufbiegung der Pos. 3 ist nicht fest gebun- Form wird im Abstand von 50 cm eingebaut.
den. Die Biegung sollte aber nicht zu knapp Man kann diese Bewehrung gleich zur Unter-
gewählt werden. Die Länge der Aufbiegung stützung der oberen Bewehrung nutzen.
5.4 Blockfundament mit zwei Stützen 67

5.4.5 Blockfundament
 REHQ
6FKQLWW


  ¡ 


¡H 





 [¡H  


¡H 
¡H 


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3RVVFKZHQNHQ
XQWHQ 


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   [¡

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NXELVFKH%HZHKUXQJ

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REHQ

3RVVFKZHQNHQ XQWHQ
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NXELVFKH%HZHKUXQJ








 

 ¡
XQWHQ

REHQ

REHQ  ¡H 



 ¡   ¡ 



68 5 Gründung

5.5 Köcherfundament ausgeführt, so muss die Einbindetiefe der


Stütze mit dem Faktor 1,4 vergrößert werden.
Zur nachträglichen Montage und Einspan- Zu der errechneten Einbindetiefe der Stütze
nung von Fertigteilstützen, auch Stahlstützen, muss der Köcher um 5 cm tiefer ausgebildet
werden Köcherfundamente verwendet. Kö- werden. Diese 5 cm werden kurz vor der Stüt-
cherfundamente werden in Ortbeton und in zenmontage mit einer Ausgleichschicht auf-
Fertigteilbauweise hergestellt. Verbreitet ist gefüllt. Die Höhe ist dann die Stützenauf-
es auch, die Fundamentplatte mit der Fertig- standsfläche und wird mit SAF bezeichnet.
teilstütze im Fertigteilwerk zu betonieren. Die Stützen selbst werden bei der Montage
Die Abmessungen der unteren Platte beim oben am Köcherrand verkeilt und je nach
Köcherfundament sind abhängig von der Be- Stützenhöhe durch Montagestützen gegen Kip-
lastung, die auf das Fundament wirkt, und pen gesichert. Der Freiraum zwischen der
von der Beschaffenheit des Baugrundes. Stütze und der Köcherinnenwand (oben um-
laufend 10 cm, unten umlaufend 5 cm) wird
Der Köcher in seinen Abmessungen wird
mit einem Beton vergossen. Dieser Vergussbe-
stark von den Stützenabmessungen beein-
ton muss dem Fundamentbeton entsprechen.
flusst. Da nach der Stützenmontage der Frei-
raum des Köchers um die Fertigteilstütze mit Die Bezeichnung ,,Unterkante Fundament“
Beton vergossen wird, sollten die Köcherin- mit UKFDM, ,,Oberkante Fundament“ mit
nenwände mindestens rau sein. Je nach stati- OKFDM und ,,Stützenaufstandfläche“ mit
schen Erfordernissen, müssen die Köcherin- SAF dürfen auf dem Schalplan nicht fehlen.
nenwände auch nach DIN EN 1992-1-1 Bild Wichtig ist es auch, die Achsbezeichnungen
6.9 profiliert ausgeführt werden. Zu der Pro- und die Schalmaße im Bewehrungsplan an-
filierung ist die Zeichnung im Kapitel 5.5.1 zugeben. Die Betondeckung kann an der Kö-
zu beachten. Durch eine mindestens 1 cm cherinnenwand durch den Vergussbeton ver-
tiefe Profilierung wird ein guter Verbund ringert werden.
zwischen Stütze und Fundament hergestellt. Vor der Bewehrungsplanung ist immer die
Expositionsklasse und die Betongüte festzu-
Die Wanddicke des Köchers richtet sich nach legen. Hier beim Köcherfundament ist be-
den Stützenabmessungen und, daraus fol- sonders auf die Lage des Fundaments zur X-
gend, der Köcheröffnung am oberen Rand. bzw. Y-Achse des statischen Systems zu
Umlaufend sollte die Köcheröffnung unten achten. Die Berechnungswerte aus der Statik
5 cm größer, am oberen Rand 10 cm größer zur X-Achse werden in der Fundamentplatte
als die Stützenbreite sein. Aus diesem Öff- auch in X-Richtung auf die Plattenbreite
nungsmaß des Köchers ergibt sich die Wand- verteilt eingelegt. In der Zeichnung zum
dicke. Die Wanddicke des Köchers muss Kapitel 5.5.1 parallel zur Achse H. In Y-
mindestens 1/3 der kleineren Lochweite be- Richtung wird analog vorgegangen. Bei der
tragen. Eine Stütze mit den Seitenabmessun- Köcherbewehrung müssen wir die statischen
gen von 40 cm hat oben am Köcherrand eine Werte aus der X-Richtung in Y-Richtung
Lochweite von 60 cm. Daraus resultiert eine verlegen. Also parallel zur Reihe 23 im
Köcherwand von mindestens 20 cm. Das Grundriss zum Kapitel 5.5.1. Die statischen
Breitenmaß der Köcherwand sollte aber we- Werte zur Y-Richtung werden in X-Richtung
gen der starken Bewehrung, der damit ver- verlegt, denn in der statischen Berechnung
bundenen hohen Betondeckung und Biegera- dreht das Moment um die Y-Achse und wirkt
dien nicht unter 35 cm liegen. in X-Richtung.
Die Einbindetiefe der Stütze in den Köcher Die Fundamentplatte kann auch in der unte-
ist das Maß t. Dieses Maß sollte größer oder ren Lage mit einer Matte bewehrt werden. In
gleich dem 1,2-fachen Wert der Stützenbreite der oberen Lage ist selten eine Bewehrung
sein. Werden die Köcherinnenwände glatt erforderlich.
5.5 Köcherfundament 69

5.5.1 Köcherfundament (Schalung)

Schnitt
oben umlaufend
10 .
1/3 w
w = kleinste Lochweite
Stützenaufstandsfläche

OKFDM Köcher ohne Anschluss an Bodenplatte

Köcherwände und Stütze


profiliert bzw. rau

SAF
5

UKFDM
5 —10 cm Sauberkeitsschicht Beton C8/10

Angabe im Grundriss Grundriss


Köcher mit Anschluss an die Bodenplatte
Statik-Pos. 23
OKFDM= Hier kann die erforderliche
UKFDM= Achsbezeichnung Bewehrung in der Bodenplatte liegen.
SAF=
1/3 w.
5 5 w = kleinste Lochweite

X
H

Y Schnitt UKFDM
Einspannung in ein Blockfundament
5 5
Stützenaufstandsfläche

OKFDM
Köcherwände und Stütze
profiliert bzw. rau

SAF
5

5 — 10 cm Sauberkeitsschicht Beton C8/10


70 5 Gründung

5.5.2 Blockfundament mit Köcher zulegen. Zu beachten ist die Länge des verti-
kalen Schenkels der Stahl-Pos. 1. Durch die
Ausbildung als Blockfundament kreuzweise Verlegung und Biegeungenau-
Diese Art der Fundamente findet ihren Ein- igkeiten sollte dieser 5 cm kürzer ausgeführt
satz bei bindigen, tragfähigen Böden. Sie werden. Um eine Bündelung der Bewehrung
benötigen nicht die große Grundfläche (wie in den Ecken zu vermeiden, wird die Stahl-
im Kapitel 5.5 beschrieben) und werden Pos. 1 an zwei Seiten durch die Stahl-Pos. 3
auch zur zusätzlichen Gründung über dem ersetzt. Diese wird nicht aufgebogen.
Bohrpfahl genutzt. Im Verbund mit dem Die Köcherbewehrung ist in X- und Y-Rich-
Bohrpfahl dienen sie dann zur Einspannung tung für die vertikale Bewehrung mit 10 cm2
der Fertigteilstützen. und für die horizontale Bewehrung mit
Im Kapitel 5.5.3 ist die Bewehrungsführung 4,5 cm2 angegeben. In diesem Beispiel sind
eines Blockfundamentes mit Köcher darge- die Bewehrungsquerschnitte in beiden Rich-
stellt. Zur Bewehrung wählen wir die Umge- tungen gleich.
bungsbedingungen nach Tabelle 2.1 mit der Die vertikale Bewehrung wird immer an der
Expositionsklasse XD1 und XF2. Die Beton- Köcherinnenseite vorgesehen. Die Beweh-
güte ist ein C30/37 und das Verlegemaß nach rung mit 10 cm2 ermitteln wir anhand der
Tabelle 2.2 ist mit 55 mm angegeben. Die Tabelle 3.9 und finden unter Querschnitte
Betondeckung auf der Köcherinnenseite kann von Balkenbewehrungen 9 Stäbe mit dem
verringert werden, denn durch den nachträg- Durchmesser 12 mm. Diese sind auf je eine
lichen Vergussbeton erhöht sich die Betonde- Köcherwand zu verteilen und ab dem Kö-
ckung. Das Verlegemaß setzen wir an der cherboden nach Tabelle 3.4 nach unten zu
Köcherinnenwand mit 3,5 cm fest. verankern. Die oberen Abbiegungen der
Zur Längenermittlung der unteren Beweh- Stahl-Pos. 5 und 6 werden konstruktiv ausge-
rungslage müssen wir von dem Schalungs- führt. Zu beachten sind die unterschiedlichen
maß zweimal das Verlegemaß mit 5,5 cm ab- Längen der vertikalen Schenkel, denn Pos. 5
ziehen. Im Köcherbereich ziehen wir für die bzw. 6 werden auf die untere Bewehrungs-
obere Bewehrungslage außen 5,5 cm und lage gestellt, wobei Stahl-Pos. 6 in der oberen
innen 3,5 cm ab. Lage unter die kreuzende Pos. 2 abgebogen
Mit den Angaben aus der Statik für die untere werden muss.
Bewehrung mit 3,8 cm2/m in X- und Y-Rich- In der horizontalen Köcherbewehrung müs-
tung wählen wir mit Hilfe der Tabelle 3.8 sen je Seite 4,5 cm2 Bewehrung vorhanden
den Stabdurchmesser 10 mm im Abstand von sein. Nach Tabelle 3.9 wählen wir 3 Stäbe
20 cm. In der statischen Berechnung ist eine mit dem Durchmesser 14 mm. Diese Form
Zulagebewehrung auf 1,40 m Breite in der sollte, oben konzentriert, an der Köcherin-
unteren Bewehrungslage von 3,5 cm2/m un- nenseite im Abstand von 7 bis 8 cm verlegt
terhalb des Köchers angegeben. Diesen Be- werden. Die Verankerungslänge der Stahl-
reich decken wir mit der Stahl-Pos. 4 zusätz- Pos. 7 beginnt am Köcherrand und ist nach
lich zur Stahl-Pos. 1 mit dem Durchmesser Tabelle 3.3 mit 61 cm angegeben. Der untere
10 mm im Abstand von 20 cm ab. Fehlt die Köcherbereich wird in der horizontalen Rich-
Angabe der Verlegebreite in der statischen tung konstruktiv bewehrt, wobei die horizon-
Berechnung zur verstärkten Bewehrung, ist tale Bewehrung an den Enden zum besseren
dieser Bereich von der unteren Köcherwand- Anschluss abgebogen werden sollte. Die rest-
ecke beidseitig unter einem Winkel von 45° liche äußere Bewehrung wird konstruktiv
nach außen definiert. Dort, wo diese gedachte ausgeführt und wird zur Stabilisierung des
Linie auf die untere Bewehrungslage trifft, ist Bewehrungskorbes und zur Risssicherung
die Zulagebewehrung unter dem Köcher ein- herangezogen.
5.5 Köcherfundament 71

5.5.3 Bewehrung zum Blockfundament

4 ø 10/e=20 4 ø 10/e=20 4 ø 10/e=20 4 ø 10/e=20


2 2x3 ø 14 2 2 2x3 ø 14
2
5 7 5 6 7 6
9

9
6 ø 8/e = 25
6 ø 8/e = 25

6 ø 8/e = 25
6 ø 8/e = 25
8 8

1.75

5 ø 10
5 ø 10

8 8

1 ø 10

9
3 3 8 ø 10/e = 20
8 ø 10/e = 25
4 1 1 ø 10 4
11 ø 10/e = 20 13 ø 10/e = 20
1 1
2.53 unten
2.43 oben
3 2 ø 10 (2.53)
60

60

unten
30

30
2 16 ø 10 (3.63)
2.43
4 16 ø 10 (3.03)
oben 77 77 oben
35

35
unten
1.66
1.68

2.43 6 16 ø 12 (3.28)
1 24 ø 10 (5.73)
Draufsicht unten unten
6 8 ø 12/e = 12 50 50
4 ø 10/e = 20 5 18 ø 12 (3.30)
2
4 ø 10/e = 20

30 50
12 ø 14 (3.40)
20 ø 10 (3.00)
9 ø 12/e = 10

9 ø 12/e = 10

horizontal ligend

horizontal ligend
2.50

2.40
2.40
2
4 ø 10/e = 20
5

7
8
5

2.50 30 50
8 ø 12/e = 12 4 ø 10/e = 20
2

6 2
50

horizontal ligend
2.40
9 24 ø 8 (2.90)
72 5 Gründung

5.5.4 Bewehrung (Fundamentplatte) lich, er ist konstruktiv und wirkt stabilisie-


zum Köcherfundament rend auf den Bewehrungskorb. Nur wenn wir
die Stahl-Pos. 5/6/7/8 konstruieren, ist Vor-
Die Expositionsklassen, Beton und Betonde- sicht geboten.
ckung, sind mit Kapitel 5.5.2 identisch. Für In der Statik sind für die Berechnung des
die untere Bewehrungslage spielt es keine Köchers andere Einflüsse angegeben, man
Rolle, ob Pos. 1 oder 2 in der 1. Lage liegt. sagt, das Kraftmoment dreht um die X-Achse
Nur auf die X- und Y-Richtung muss bei der und in anderer Richtung dreht es um die Y-
Bewehrungsführung geachtet werden. Pos. 1 Achse. Das bedeutet, die Bewehrung, die in
liegt wie in der Statik berechnet in X-Rich- der Statik für den Köcher in X-Richtung
tung. Pos. 2 liegt in Y- Richtung. Die obere steht, muss in der Zeichnung in Y-Richtung
Fundamentplatte muss nicht bewehrt werden. gedreht werden. Die Berechnung in Y-Rich-
Der Bügel Pos. 4 ist statisch nicht erforder- tung muss in X-Richtung gezeichnet werden.

23 Schnitt 1 - 1
5
35 5 70 35
2x3 ø 14/e = 8 30 30 10 3 ø 12
10
6
5
3 ø 12 6
3 ø 14/e = 8
3 ø 14/e = 8 5 5
2ø8
4x5 ø 10/e = 20 4
1.25

8 2x3 ø 14
7
1.75

4
1ø8
50

3
5

15 ø 12/12 1 ø 10
1 ø 10 3 1
2 15 ø 10/e = 15

30 Draufsicht Platte
1 1
1 15 ø 12/e = 12
2 ø 10 (1.73)

17 ø 10 (2.33)
1.80

X
1.73
1.73
3

30

Y
2.50
30

30

1 15 ø 12 (3.03)
2.43
5.5 Köcherfundament 73

5.5.5 Köcherfundament Bewehrung (Köcherbewehrung)


Werden diese Eisenformen zu lang, sollte man sie trennen.
25 25 25 25

1.60
1.62

1.58
1.60

1.58
1.62

1.64
1.64

30 30 30 30
1.38 1.38
(2x3)+(4x3) = 6 18 ø 12 (9.00) 7 6 ø 14 (8.84)
4x3 ø 12 konstruktiv
Y 5 3 ø 14
3ø8 konstruktiv
3 ø 12 3 ø 12
6 3 ø 12
4 6 6
konstruktiv

3 ø 14
3 ø 12
15

konstruktiv
75

3 ø 12
6

X
1.50

8
3 ø 14
5

3 ø 14
75

5
15

3 ø 12 6 7 3 ø 14
konstruktiv 5 3 ø 14

Köcherdraufsicht 75 75

50 1.50 50

1.42 83 1.40
12

29

12
29

Ringbewehrung 1.42
konstruktiv
1.42

4x3 = 5 12 ø 14 (4.23)
1.42

Schloss schwenken
15 1.42
29

29
15

1.42 1.42
4 3 ø 8 (5.92) 4x5 = 8
20 ø 10 (3.72)
zur Stabilisierung der konstruktiv
Köcherbewehrung Der Biegerollendurchmesser ist 4 ø s
74 5 Gründung

5.6 Fundament, Sonderformen Stahl-Pos. 7 wird zur Rückverankerung von


Ankerbarren oder Ankertöpfen vorgesehen.
Fundamente in dieser Form sind sehr oft zur Der Durchmesser und die Anzahl der Stahl-
Gründung von Industrieanlagen gebaut wor- form richten sich nach der Größe der Anker-
den. Zum Beispiel zur Verankerung von Be- schraube.
hältern und Silobauten. Bei diesen Funda- Bei der Bewehrungsführung des runden Fun-
menten muss mit besonderer Sorgfalt auf die daments ist darauf zu achten, dass es in der
Betongüte und die Betondeckung geachtet Statik auch so gerechnet wurde, ansonsten ist
werden, denn sie sind den Umgebungsbedin- die Bewehrung um dem Faktor 1,4 zu er-
gungen voll ausgesetzt. Die Expositionsklas- höhen.
sen XD3, XA3 und XF2 mit der Betongüte
C35/45 treffen wir bei diesen Projekten im- Die Bewehrungsformen des runden Funda-
mer wieder an, hier ist dann die Betonde- ments, können analog zum achteckigen Fun-
ckung bzw. das Verlegemaß immer 5,5 cm dament ausgeführt werden. Auch hier sollten
bis zum ersten Stab. keine Passeisen verwendet werden. Die Stäbe
werden geschwenkt. Hierbei beginnt die
Für achteckige Fundamente mit hoher Belas- Bewehrungsform einmal von der linken Sei-
tung wird die Bewehrung jeweils unten und te, dann wieder von der rechten Seite. Auch
oben in vier Lagen verlegt. Um die Höhe der die Ringbewehrung sollte nicht in einer
Unterstützungen zu ermitteln, muss von der Kreisform ausgebildet werden, es ist besser 3
Bauteilhöhe das Verlegemaß mit zweimal bis 4 Formen zu wählen, die alle gleich mit
5,5 cm und zweimal 3 Bewehrungsstäben ab- Übergreifungslänge ausgebildet werden.
gezogen werden.
Die Unterstützungshöhe bestimmen wir
Für die Bewehrung an sich wird wohl die durch das jeweilige Abziehen des Verlege-
Rissbreitenbeschränkung maßgebend. Die maßes und der 2-fachen Bewehrungslage der
Bewehrungsstäbe werden mit dem Durch- oberen und unteren Bewehrung. Je Quadrat-
messer 16 mm im Abstand von 12,5 cm bis meter Fundamentplatte werden 4 Unterstüt-
15 cm verlegt. Um Maßungenauigkeiten zungsböcke vorgesehen. Bis zu einer Platten-
auszugleichen, werden die Bewehrungsstäbe dicke von 40 cm können Unterstützungs-
in der unteren und oberen Lage geteilt. Sie böcke mit dem Durchmesser 12 mm vorgese-
lassen sich dann leichter verlegen. Als Verle- hen werden. Bis zu einer Plattendicke von
geanweisung sollte der Vermerk ,,Eisen 60 cm sollte der Durchmesser 14 mm betra-
schwenken“ neben den Stahlpositionen auf gen. Ist die Platte 80 cm stark, wird der
dem Plan stehen. Der obere Schenkel der Durchmesser der Unterstützung 16 mm. Ab
Stahl-Pos. 1 und 2 sollte nicht zu lang ausge- einem Meter Plattenhöhe sollte die Unterstüt-
führt werden. Zur Verankerung kann man zung aus dem Durchmesser 20 mm herge-
besser die Pos. 3 und 4 abbiegen. stellt werden. Zur Aussteifung und Kipp-
Als Ringbewehrung werden Durchmesser stabilität werden ab einer Plattenhöhe von
von 12 mm im Abstand von 10 cm vorgese- 60 cm die Unterstützungen durch zwei
hen. Hier ist es unmöglich, die Stahlform als Längseisen am oberen Rand gehalten.
Achteck auszubilden. Besser ist es, kürzere Bis zu einem Stabdurchmesser von 20 mm
Formen zu bilden, die dann wesentlich einfa- beträgt der Biegerollendurchmesser 4 Øs. Ab
cher einzubauen sind. Mit der Stahl-Pos. 5 dem Stabdurchmesser 20 mm beträgt er 7 Øs.
werden 4 Stück je Umfang benötigt, wobei Zur Rückverankerung, wie z. B. Stahl-Pos. 7,
die langen Schenkel mit dem kurzen Schen- beträgt der Biegerollendurchmesser mindes-
kel übergreifen. tens 15 Øs.
5.6 Fundament, Sonderformen 75

5.6.1 Bewehrung der Sonderformen

4.80 oben oben 1.45

35

35
3 4x16 = 64 ø 16 L = 5,15 Stähle schwenken
4x16 ø 16/e = 12.5 4 4x16 = 64 ø 16 L = 1.80
3 4
30 11 ø 12/e = 10 11 ø 12/e = 10
97

5 5
97

30
30
1 2
6 24 ø 16 L = 2.84 11 ø 12/e =10
Unterstützungsböcke 5
räumlich dargestellt
Ringbewehrung
5 4x11 = 44 ø 12 L = 4.50

80 11 ø 12/e =10
11 ø 12/e =10 5
5
1.85

1 35 °

1.8 11 ø 12/e = 10
5
5 27
60 60
1.03

1.03

Stähle schwenken 1 4x16 = 64 ø 16 L = 6,43 42.5


unten
1.05 unten 4.80
90
90

2 4x16 = 64 ø 16 L = 2,68
30 30
7 d = 0.27m

Bewehrungsführung und Form analog zur oberen Bewehrung


76 5 Gründung

5.7 Durchstanzbewehrung Diese Stahlformen müssen so ausgebildet


für Fundamente werden, dass sie die untere Bewehrungslage
umschließen und nach oben im Fundament
Oft ist es nicht möglich, das Fundament den verankert sind. Oben müssen zur Kippstabili-
statischen Erfordernissen anzupassen, sei es tät Montagestähle vorgesehen werden. Um
durch Bauwerksbegrenzungen oder weil die sich diese aufwendige Bewehrungsführung
statische Höhe nicht eingehalten werden zu ersparen, gibt es noch andere Möglich-
kann. Die Gebäudelasten, die auf das Fun- keiten.
dament wirken, sind zu hoch. Diese Lasten, Der Einbau von Dübelleisten ist die einfachs-
über Stützen oder Wände ins Fundament te Lösung. Diese Dübelleisten bestehen aus
abgeleitet, versuchen über einen Kegel von den Montageblechen und den Dübeln (Bol-
45° den Beton herauszusprengen. Es entste- zenanker aus Stahl). Das Montageblech muss
hen Risse, durch die dann die Feuchtigkeit unter die untere Bewehrungslage greifen. Die
den Betonstahl angreifen kann. Die Zerstö- Bolzenanker reichen bis zur oberen Beweh-
rung des Fundaments und weitere Bauwerks- rung.
schäden sind dann nicht auszuschließen oder
Die Bewehrung eines Fundaments mit
werden erst nach Jahren durch Setzungsrisse
Durchstanzbewehrung ist im Kapitel 5.7.1
an anderen Bauteilen deutlich.
und im Kapitel 5.7.3 dargestellt. Die Beweh-
Der entstandene Durchstanzkegel, über einen rungsführung ist analog zu der eines Funda-
Winkel von 45° von der Bauteilkante des zu ments, wobei die Durchstanzbewehrung in
stützenden Bauteiles gemessen, muss durch beiden Richtungen gleich ausgeführt werden
Bewehrung verstärkt werden. Diese nennt sollte. Die Umgebungsbedingung, die Expo-
man die Durchstanzbewehrung. sitionsklasse, die Betongüte, das Verlegemaß
Oft reicht es, die erforderliche Grundbeweh- und der Betonstahl ändern sich gegenüber
rung einzulegen und im Bereich des Durch- einem Fundament mit Durchstanzbewehrung
stanzkegels die Bewehrung mit der gleichen nicht.
Stahlform als Zulagebewehrung zu verstärken.
In diesem Fall kann man die Grundbeweh- Einbau einer Dübelleiste ins Fundament
rung zur Durchstanzbewehrung anrechnen.
Ist die erforderliche Durchstanzbewehrung
aber höher, muss eine gesonderte Stahlform
im Bereich des Durchstanzkegels eingelegt
werden. Je nach der zur Verfügung stehenden
Verankerungslänge (vom Durchstanzkegel
gemessen) kann die Form gerade ausgebildet
werden.
Treten aber trotz der Zulagen immer noch
hohe Querkräfte im Fundament auf, muss Unterkante FDM
eine Querkraftbewehrung vorgesehen wer-
den. Zur Querkraftbewehrung werden Bügel,
aufgebogene Stäbe oder auch S-Haken her-
angezogen.
5.7 Durchstanzbewehrung für Fundamente 77

5.7.1 Durchstanzen, Bewehrung

Darstellung mit aufgebogenen Darstellung mit Bügeln


Stäben als Schubbewehrung als Schubbewehrung
Durchstanzbewehrung Durchstanzbewehrung

1,0 d 1,0 d 1,0 d 1,0 d


0,5 d 0,5 d 0,5 d 0,5 d 0,75 d
0,75 d

Montageeisen Montageeisen

75 = h
d
4 5° 4 5°

Aufgebogene Stähle Bügel oder Haarnadeln


zur Schubsicherung Immer, auch aus konstruktiven
Gründen, eine 2. Reihe vorsehen
Durchstanzkegel
Durchstanzbewehrung

innerer Schub-Kreis
Durchstanzbewehrung
meist in beiden Richtungen gleich äußerer Schub-Kreis
Durchstanzbewehrung liegt bei
Fundamenten immer unten
78 5 Gründung

5.7.2 Beschreibung zum Stahl-Pos. 5 nur bei großflächigen Funda-


Fundament menten eingebaut werden. Bei diesem Fun-
dament ist die Bügelform Pos. 6 vorteilhafter.
Im Kapitel 5.7.3 ist ein Fundament mit einer
Die Bügel werden im äußeren Kreis im Ab-
Durchstanzbewehrung dargestellt. Als Grün-
stand von 15 cm vorgesehen. Die Schenkel
dungsbauteil wird das Fundament in die
müssen die untere und obere Bewehrungslage
Expositionsklasse XC2 und mit Frost in die
umfassen. Erforderlich ist immer einen zwei-
Expositionsklasse XF1 eingestuft. Nach
ten Durchstanzkreis mit der Querkraftbeweh-
Tabelle 2.1 und Tabelle 2.2 muss ein Beton rung auszuführen. Es wird die Stahl-Pos. 7
C25/30 mit einer Betondeckung von 3,5 cm im Abstand von 15 cm und in der Btreite von
vorgesehen werden. Gewählt werden 5,0 cm. 20 cm. Diese S-Form kann immer analog als
Die erforderliche Bewehrung im Randbereich Ersatz zum Bügel vorgesehen werden. Der
ist mit 5,0 cm2 angegeben. Unter der Stütze innere Kreis ist von der aufgehenden Stütze
sind 6,0 cm2/m erforderlich. Die Durchstanz- gemessen 0,5 d. Die statische Höhe ist d. Die
bewehrung ist mit 26,2 cm2 angegeben. Die statische Höhe ist Bauteilhöhe minus Beton-
Querkraftbewehrung ist mit 6,2 cm2/m ange- deckung und einem halben Bewehrungsstab.
geben. Die S-Haken werden jeweils 10 cm nach
Die Stablänge der Pos. 1 errechnet sich aus innen und 10 cm nach außen vom inneren
der Fundamentlänge minus der zweifachen Durchstanzkreis verlegt. Zur Montagehalte-
Betondeckung. Hier mit 2,70 m angegeben. rung der Formen Position 6 und 7 wird die
Die beiden aufgebogenen Schenkel sollten Stahl-Pos. 4 eingebunden. Ihre Schenkel
ca. 1/3 der Fundamenthöhe sein. Stahl-Pos. 2 müssen zur Aussteifung des Korbes an die
wird unten an den Enden eingebaut. Diese Pos. 3 angebunden werden. Alle Längen,
brauchen nicht aufgebogen werden. In den Breiten und Höhen der Stahlformen errech-
Ecken liegt schon die aufgebogene Position nen sich aus den Außenmaßen des Bauteils
1. Um die Position 1 und 3 in ihrer Lage zu minus der zweifachen Betondeckung.
halten, werden die Stäbe Pos. 2 am oberen Werden Dübelleisten als Ersatz zur Quer-
Schenkel angebunden. Die Bewehrung unter kraftbewehrung herangezogen, entfallen die
der Stütze wird durch die Durchstanzbeweh- aufwendigen Einbauformen 5, 6 oder 7. Es
rung ersetzt. Diese 26,2 cm2 Durchstanz- gibt Statik-Programme, die Form, Länge und
bewehrung sind auf den Durchstanzkreis zu Lage der Dübelleisten vorgeben. Fundamente
verteilen. Die Stahlform wird wie Pos. 1 mit Durchstanzbewehrung sollten eine obere
gebogen und liegt kreuzweise, also in X-und Bewehrungslage erhalten. Die Anschlussbe-
Y-Richtung. Zur Querkraftbewehrung, zur wehrung für die Stütze ist hier nicht darge-
Schubbewehrung sollte die aufgebogene stellt. Siehe hierzu Kapitel 5.3.3.
5.7 Durchstanzbewehrung für Fundamente 79

5.7.3 Durchstanzbewehrung für ein Fundament

 
'XUFKVWDQ]NUHLV 'XUFKVWDQ]NUHLV
     

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80 5 Gründung

5.8 Die Fundamentplatte die Tragbewehrung bei Fundamentplatten mit


anschließender Stützwand an der belasteten
Fundamentplatten werden zur Gründung von Seite. Zur besseren Kraftumlenkung muss der
Wänden herangezogen, die einseitig z. B. untere Schenkel, wie im Bewehrungsbeispiel
durch Erddruck oder auch Wasserdruck be- dargestellt, zur nicht belasteten Seite zeigen.
lastet werden. Je höher die Wand und die Bei diesen Bauteilabmessungen können keine
Belastung werden, umso stärker und länger geschlossenen Bügelformen vorgesehen wer-
wird die Fundamentplatte auf der belasteten den. Nach dem Bauablauf, hier wird erst die
Seite. Die Last aus Erddruck, die auch unten Stahl-Pos. 1 verlegt, dann die Stahl Pos. 5
auf die Betonplatte drückt, und die Last aus eingelegt und teilweise angebunden, ist die
Eigengewicht sollen die Betonwand gegen Bügelform nicht möglich. Die Endhaken an
Kippen sichern. der Stahl-Pos. 1 und 2 sind nur aus konstruk-
Eine Fundamentplatte mit Stützwand muss tiven Gründen vorgesehen, denn nach der
nach den Umgebungsbedingungen in mehre- DIN EN 1992-1-1 ist eine Randeinfassung
re Bereiche aufgeteilt werden. für diese Bauteile erforderlich. Durch den
Haken ist diese zusätzliche Position gespart
Die Fundamentplatte ist ein Gründungsbau-
worden.
teil mit der Expositionsklasse XC2. Steht das
Bauwerk im Grundwasser, ist die Expositi- Bei der Ermittlung der Längsbewehrung ist
onsklasse nach Tabelle 2.1 in XC4 einzustu- wohl der Rissbreitennachweis maßgebend.
fen. Der Beton ist ein C25/30 WU nach DIN Die Stahl-Pos. 5 kann als laufende Meter aus-
1045-2 und DIN EN 206-1. Das Verlegemaß gezogen werden. Bis zu einem Stabdurch-
ist nach Tabelle 2.2 mit 4 cm angegeben. Für messer von 12 mm ist das durchaus üblich
den Innenbereich ist die Fundamentplatte ein und auch machbar.
Gründungsbauteil mit der Expositionsklasse Der vertikale Schenkel der Stahl-Pos. 4 muss
XC2 und einer Betondeckung von 3,5 cm. mit der Übergreifungslänge nach Tabelle 3.5
Die Stützwand ist an der Wandinnenseite mit aus dem Fundament ragen. Es ist durchaus
der Expositionsklasse XC1 und an der Wand- möglich, den vertikalen Schenkel so lang
außenseite mit der Expositionsklasse XC4 zu auszubilden, bis der Bewehrungsquerschnitt
bezeichnen. Das Verlegemaß ist innen mit der Pos. 4 z. B. verspringt bzw. abnimmt. An
2,5 cm und außen mit 4 cm einzuhalten. diesem errechneten Punkt greift dann mit
Übergreifungslänge der neue, geringere Stab-
Die Expositionsklassen zur Bodenplatte er- durchmesser an. Die Übergreifungslänge für
geben oben ein XC1 und unten ein XC4. Ein den Stabdurchmesser 20 mm beträgt 1,62 m.
Verlegemaß von 2,5 cm ist oben und 4 cm Mit dieser Verankerungslänge muss die
für unten nach Tabelle 2.2 angegeben. Der Pos. 4 aber nicht ins Fundament geführt wer-
Beton muss ein C25/30 sein. den. Nach Tabelle 3.1 kann die Länge mit
In der Zeichnung im Kapitel 5.8.1 sind die dem Faktor 0,7 gekürzt werden. Die Veran-
Bauteilabmessungen für die Bodenplatte mit kerung beginnt ab dem oberen Bewehrungs-
60 cm und für die Wand mit 30 cm angege- stab, der Stahl-Pos. 2. Analog zur Pos. 4 wird
ben. Die Höhe der Stahl-Pos. 1 und 2 errech- Stahl-Pos. 3 ausgeführt. Die Übergreifungs-
net sich aus der Fundamenthöhe, minus dem länge beträgt nach Tabelle 3.4 und der Be-
Verlegemaß aus der unteren und oberen Be- tongüte C25/30 gleich 68 cm. Die Unterstüt-
wehrungslage. Das Verlegemaß von der zungsböcke mit dem Durchmesser 14 mm
Oberkante des Fundaments bis zum oberen stehen auf der ersten Lage der unteren Be-
ersten Stahl war mit 3,5 cm angegeben. Hier wehrung und müssen unter der Stahl-Pos. 5
müssen wir dann Aufrunden, denn Beton- liegen. Zur Höhenermittlung ist zu beachten,
stahlabmessungen werden nicht in halben dass der Stabdurchmesser nicht gleich der
Zentimetern angegeben. Grundsätzlich liegt Nenndurchmesser ist.
5.8 Die Fundamentplatte 81

5.8.1 Bewehrung zur Fundamentplatte

Bewehrung für eine 5,00 m lange Platte


Erddruck

Die größte Bewehrung liegt


Abstand der Anschlussbewehrung haben

4 50 ø 20 (3.32)
29 ø 12 (2.07)

auf der belasteten Seite


Bewehrung kann den doppelten

5 25 ø 10/e = 15

29 ø 12/e = 18 50 ø 20/e = 10

2.35
3 35 ø 10/e = 15
4
1.62

2 6
3

5 60

45 97
1 35 ø 12/e = 15
5 25 ø 10/e = 15

4.30 oben 1.Lage

Der linke Schenkel sollte ins Feld

52
2 35 ø 10 (5.25)
geführt werden. So vermeidet man
eine Anhäufung von Stahl in diesem Bereich 43

45
52

unten 1.Lage
3.65
1 35 ø 12 (4.62)

30
47
47

30
30

6 50 ø 14 (1.84)
5 1 ø 10 (250.00) LFDM räumlich dargestellt
Hier reicht ein ø 14 als Unterstützung.
Die Übergreifungslänge 0 errechnet Der Abstandhalter kann auch zur
sich aus der unteren oder oberen Schubbewehrung herangezogen werden.
Bewehrungslage.
Unterstützungsböcke 4 Stück/ m 2
Ist aber VEd 0,30 V Rd,max müssen die
Schenkel die untere und obere 2. Lage umschließen.
Stahl-Pos. 3 + 4 können zur Schubbewehrung
herangezogen werden.
82 5 Gründung

5.8.2 Die Stützwand schmaler werden. Die Matte Q188 A baut


sich hier auf.
Die Stützwand wird zur Sicherung von Ge-
ländeversprüngen vorgesehen. Wände und Im Bild 5.8.3b ist diese Wand als Halbfertig-
Abschottungen, die einer einseitigen Belas- teil-Wand (auch 3-fach Wand genannt) dar-
tung ausgesetzt sind, sei es auch nur in unre- gestellt. Die Fundamentbewehrung ist analog
gelmäßigen Zeitabläufen, werden als Stütz- zu Bild 5.8.3a auszuführen. Nur die An-
wand ausgeführt. schlussbewehrung, Stahl-Pos. 3 sollte zum
Im Kapitel 5.8.3 sind Stützwände abgebildet leichteren Einbau aus Einzelstäben bestehen.
und die Bewehrungsführung dargestellt. In den meisten Fällen ist zum Zeitpunkt der
Bewehrungsplanung die Stärke der Filigran-
Die Darstellung und Ausführung wie im Bild platten nicht bekannt. Eine U-Form würde
5.8.3a ist nur möglich, wenn die Belastung hinderlich sein.
stets gleichmäßig auf die Wand und das Fun-
Die Bewehrung zu den Ortbetonbereichen
dament einwirkt. Eine Aufschüttung sollte
und Verbindungen der einzelnen Wandele-
beidseitig gleichmäßig lagenweise erfolgen.
mente wird von der Herstellerfirma geplant
Anstehender Boden sollte gut verdichtet wer-
und angeliefert. Die Baufirma baut dann
den. Die Abmessungen des Fundaments rich-
diese Bewehrung im Zuge der Plattenmonta-
ten sich nach den Kräften, die auf die Wand
ge mit ein.
einwirken.
Die Bewehrungsführung zu Bild 5.8.3c:
Im Bild 5.8.3c ist die typische Stützwand
Stahl-Pos. 1 ist die Tragbewehrung der
dargestellt. Der lange Schenkel der Funda-
Stützwand. Hier sollte der obere Schenkel bis
mentplatte zeigt immer zur belasteten Seite.
zum Ende des Fundaments geführt werden.
Hierbei sollte die Höhe der Fundamentplatte
Die Biegerollendurchmesser sollten mindes-
die 2-fache Wandstärke sein. Die Länge der
tens 15 Øs sein. Der vertikale Schenkel zur
Fundamentplatte sollte mindestens 1/3 der
Anschlussbewehrung ist an der Erdreichseite
Anschütthöhe betragen. Kommen Stützwän-
so weit ins Feld zu führen, bis der Anschluss-
de zur Ausführung, die länger 5,00 m sind,
stab, die Pos. 6, die Werte aus der Statik
ist eine Rücksprache mit dem Auftraggeber
aufnehmen kann. Die untere Fundamentbe-
erforderlich. Denn durch die zeitlich unter-
wehrung, die Stahl-Pos. 2 schließt an Pos. 1
schiedlichen Betonierabschnitte, hierbei wird
an und wird gleichzeitig zur Randeinfassung
erst die Fundamentplatte betoniert, treten in
genutzt.
der Wand schon bei der Aushärtung Risse
auf. Die Wand im oberen Bereich kann sich Stab-Pos. 4 dient als Anschlussbewehrung
frei bewegen, wobei im unteren Bereich die auf der dem Erdreich abgewandten Seite und
Wand durch das vorhandene Fundament an muss mit ɩ0 aus dem Fundament ragen. Hier
dieser freien Ausbreitung gehindert wird. Das schließt dann Pos. 5 an und wird ca. 5 cm bis
freie Abfließen der Hydrationswärme ist nur Oberkante Wand geführt. Die Stahl-Pos. 6
eingeschränkt möglich. Es muss eine hori- kann kürzer werden. Sie muss nur mit Über-
zontale engere Bewehrung vorgesehen wer- greifungslänge an Pos. 1 angebunden wer-
den. Die Rissbreitenbewehrung. den. Aus der Statik sind die Werte der Riss-
Die Bewehrungsführung zu Bild 5.8.3a ist breitenbemessung auf jede Wandseite einzu-
relativ einfach. Das Verlegemaß wurde bei legen. Beachte hierzu die Stahl-Pos. 3 und 7.
allen Stützwänden mit 4,0 cm angenommen. Die Randeinfassungen an den Kopfseiten der
Die Expositionsklassen sind XC2, XC3 und Wand, Stahl-Pos. 9 und 10, sollten mit dem
XF1 nach Tabelle 2.1. gleichen Abstand und Durchmesser wie die
Das Bügelschloss zur Pos. 1 sollte unten lie- horizontale Bewehrung ausgeführt werden.
gen. Die Anschlussbewehrung Pos. 3 und Zur Bewehrungsführung ist Tabelle 3.4, 3.5,
Kappe Pos. 4 müssen beidseitig 1,5 cm 3.8, und 3.9 zu beachten.
5.8 Die Fundamentplatte 83

5.8.3 Bewehrung der Stützwand


84 5 Gründung

5.9 Einbau einer Stahlstütze in ein Köcherfundament

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5.10 Flachgründung 85

5.10 Flachgründung

60 Arbeitsraum

1.50

3.00
Berme

60 Arbeitsraum

3.00
Sohle

Die oben dargestellte Baugrube gehört zur Besteht die Gefahr, dass bei starkem Regen
Flächengründung. Zur Ausführung ist ein mit Wassereinbrüchen zu rechnen ist, oder ist
großer Platzbedarf erforderlich. Ist dieser im Bereich der Grube mit einstürzenden Ge-
Raum nicht vorhanden, muss die Tiefengrün- bäuden, umfallenden Bäumen und Schlamm-
dung bei der Planung berücksichtigt werden. lawinen zu rechnen, muss die Baugrube gesi-
Der Böschungswinkel ist bei der Baugrube chert werden.
von der Bodenbeschaffenheit abhängig. So Vor der Planung des Gebäudes ist die Einho-
muss vor der eigentlichen Planung die Be- lung eines Bodengutachtens über die Be-
schaffenheit des Bodens bekannt sein. schaffenheit des Baugrundes unerlässlich.
Anhand dieses Bodengutachtens kann die
Bei nichtbindigen oder weichen bindigen Bö-
Gründung bestimmt werden.
den sollte der Böschungswinkel 45° sein.
In Bergbausenkungsgebieten und bei drü-
Bei steifen oder halbfesten bindigen Böden ckendem Wasser ist eine Bodenplatte von ca.
sollte der Winkel 60° sein. 25 bis 30 cm, je nach Gebäudelast, von Vor-
Bei Fels ist der Winkel 80°. teil.
Zur Beurteilung des Böschungswinkels muss Kommt, aus der Gebäudelast ermittelt, nur
ein Bodengutachten vorliegen oder aber eine Gründung mit Streifenfundamenten und
mindestens die Beschaffenheit des Bodens Einzelfundamenten in Betracht, können die
aus der Nachbarbebauung bekannt sein. Zur Abmessungen schon aus dem Bodengutach-
Planung der Baugrube ist die Kenntnis des ten ermittelt werden.
Grundwasserstandes unerlässlich. Es ist zu Sauberkeitsschichten mit einer Stärke von
prüfen, ob in der Bauzeit der Untergeschosse 5 cm, bei starkem chemischen Angriff auch
das Grundwasser durch Pumpen unterhalb 10 cm aus Beton C8/10, sind in jede Grün-
der Baugrubensohle gehalten werden kann. dung einzubeziehen.
86 5 Gründung

5.11 Tiefengründung gilt die DIN 4126-Schlitzwände. Für die


Stützflüssigkeit gilt die DIN 4127 – Schlitz-
Ist aus Platzmangel eine Baugrube mit wandtone.
Erdaushub und Abböschung nicht ausführbar
Bohrpfahlwand und Schlitzwand eignen sich
oder steht in der Baugrube Grundwasser an,
besonders zur Baugrubensicherung und sind
wird eine Tiefengründung vorgesehen. Bei
gleichzeitig als Gründungsbauteil geeignet.
der Tiefengründung wird ein Verbau zum
Die Spundwand ist durch Anordnung eines
Schutz vor einstürzendem Erdreich oder drü-
Kopfbalkens bedingt geeignet.
ckendem Wasser eingebracht. Dieser Verbau
wird sehr oft als Gebäudeaußenwand genutzt. Die direkte Belastungen nur aus einer Stütze
oder Wand können auch durch Injektions-
Guten Schutz bieten die Bohrpfahlwand, die
pfähle aufgenommen werden. Die Beweh-
Schlitzwand, die Spundwand und der Verbau
rung aus dem Injektionspfahl greift dann
mit Rammpfählen, auch Berliner Verbau,
sofort in das anschließende Bauteil. Hier
genannt. Letztgenannter ist aber nicht als
muss immer eine Spaltzugbewehrung einge-
wasserdicht zu bezeichnen. Alle Verbauarten
baut werden.
werden vor dem eigentlichen Erdaushub zur
Erstellung der Baugrube ausgeführt. Bohr- Spundwand mit Rückverankerung zur
pfähle werden gebohrt. Spundwände und Baugrubensicherung: Vor dem Aushub der
Pfähle werden gerammt. Baugrube wird die Spundwand in den Boden
Zur Herstellung von Schlitzwänden wird mit gerammt. Danach erfolgt der Aushub des
einem Spezialgreifer ein Schlitz in dem Bo- Bodens nur bis zur angegebenen Ankerhöhe.
den erstellt. Diese Schlitzwände, die auch Die Ankertiefe wird gebohrt und mit Kunst-
eine Bewehrung erhalten, wurden schon bis harzmörtel verpresst. Der Anker wird einge-
zu einer Tiefe von 50,0 m ausgeführt. trieben und die Gurtung aus Stahlprofilen mit
Um zu verhindern, dass der Boden ausbricht, Konsole an die Spundwand befestigt. Der
wird eine Stützflüssigkeit in den Schlitz ein- Anker wird mittels Mutter und U-Scheiben
gebracht. In einem Verfahren wird die stüt- angezogen. Je nach Gründungstiefe können
zende Flüssigkeit gegen einen Beton ausge- auch mehrere Anker in der Höhe eingebaut
tauscht. Die Wandstärke beträgt dann 80 cm werden.
bis 1,20 m und ist nicht unbedingt als was- Bohrpfahl: Vor dem Aushub wird ein Loch
serdicht zu bezeichnen. Nachbearbeitungen in den Boden gebohrt, wobei ein Nachläufer
sind erforderlich. Durch die zu hohe Mi- das Loch vor dem Einsturz des Bodens
schung des Betons mit der Stützflüssigkeit schützt. Der Bewehrungskorb wird einge-
müssen die oberen 30 bis 40 cm des Betons bracht und das Loch mit Beton verfüllt. Eine
abgebrochen werden. Rückverankerung mit Verpressankern ist
In dem anderen Verfahren wird erst eine möglich.
Leitwand zur Greiferführung eingebaut. Der Bohrpfahlwand mit Spritzbeton: Der Be-
Schlitz wird ausgehoben und eine Suspension ton wird nachträglich, meist mit einer Matte
(Betonit-Steinmehl-Zement-Suspension) wird bewehrt, aufgebracht. Er macht die Bohr-
eingefüllt. Anschließend wird eine Spund- pfahlwand wasserdicht. Bei der überschnitte-
wand eingebracht. Nun erfolgt der Aushub nen Bohrpfahlwand werden in Abständen
der Baugrube mit den jeweils statischen unbewehrte Bohrpfähle hergestellt. Nach der
Rückverankerungen. Die Suspension wird an Aushärtung des Betons werden neue Löcher
der Baugrubenseite entfernt. Auf der Erd- zur Aufnahme der bewehrten Bohrpfähle
reichseite verbleibt die Suspension im Boden gebohrt. Die Überschneidung der Pfähle
und bildet die wasserdichte Schicht. sollte mindestens 15 cm betragen. Diese Art
Diese Ausführung der Schlitzwand wird auch der Ausführung ist als wasserdicht zu be-
als Dichtwand bezeichnet. Für Schlitzwände zeichnen.
5.11 Tiefengründung 87

5.11.1 Tiefengründung, Details

Spundwand mit Verankerung Bohrpfahl mit Kopfbalken


Kopfbalken

Gurtung mit
Stahlkonsole
V er p Bohrpfahl
ress-
An k
er
Spundwand

Die Gurtung wird auf Stahlkonsolen


aufgelegt. Die Spundwand braucht nicht
tief unter die Gündungssohle gerammt werden.
Bohrpfahlwand mit Spritzbeton
Spritzbeton

Verpress-Anker
Bohrpfahlwand

Anker Verpress-
Gurtung mit Stahlkonsole

Bereich

Überschnittene Bohrpfahlwand
15

Der Mindestachsabstand der Verpresskörper bei Gebrauchskräften bis 700 kN muss 1 m und
bei Gebrauchskräften von 1300 kN muss er 1,50 m betragen. Gegebenenfalls sind die Ver-
pressanker zu fächern.
88 5 Gründung

5.11.2 Tiefengründung Verbau Der Essener Verbau


Hierbei handelt es sich um einen Verbau aus
Waagerechter Grabenverbau senkrechten Stahlträgern die mit einer Spritz-
Bei dieser Baugrube werden waagerecht betonschicht ausgefacht sind. Vorgesehen ist
eingebaute Bohlen durch vertikal angeordne- diese Verbauart für einen steilen Böschungs-
te Brusthölzer (Kanthölzer mindestens 8/16) winkel. Die Stahlträger werden mit Verpress-
und Stahlspindeln ausgesteift. Bei fortschrei- ankern ins Erdreich verankert. Durch diese
tendem Aushub kann der Verbau nach unten Verankerungsform ist der Einsatz von HE-B-
verlängert werden. Sind die Arbeiten abge- oder HE-A-Stahlprofilen nur unter erschwer-
schlossen kann der Verbau mit den Bohlen ten Bedingungen möglich. Der Einsatz von
und Brusthölzern von unten nach oben wie- zwei U-Profilen die miteinander über ange-
der entfernt werden. Die verwendeten Bohlen schweißte Stahllaschen verbunden sind ist
müssen mindestens 5,0 cm dick sein. Die wesentlich vorteilhafter. Hier kann der Ver-
Brusthölzer mindestens 16,0 cm breit und pressanker zwischen den beiden U-Profilen
8 cm hoch. Der Verbau muss mindestens geführt werden. Die Böschung wird mittels
5,0 cm über dem Gelände überstehen. Heute dieser U-Profile alle 1,50 m bis 2,00 m mit
werden bei den Aushubarbeiten Stahlelemen- den Verpressankern gesichert. Zwischen die-
te mit eingebauten aussteifenden Streben sen Stahlträgern wird eine Spritzbetonschicht
verwendet. Der waagerechte Verbau wird nur eingebaut. Diese Spritzbetonschicht sollte
bei Gräben für den Leitungsbau mit nicht mindestens 10,0 cm stark sein und wird mit
mehr als 1,80 m Breite eingesetzt. Der Ver- einer Betonstahlmatte (mit einer Q-Matte)
bau mit einzelnen Bohlen wird nur noch bei bewehrt. Vorteilhaft ist eine Wölbung der
Gräben verwendet, die von Hand ausge- Spritzbetonschicht in der kurzen Richtung
schachtet werden müssen. zum Erdreich hin. Die Stahlstützen müssen
unten ins Erdreich nach statischen Vorgaben
Senkrechter Grabenverbau einbinden oder müssen unten gegen auswei-
chen gesichert werden. Bei lockeren Böden
Beim senkrechten Grabenverbau werden die werden die Stahlträger meist eingerüttelt.
Holzdielen oder Kanaldielen (Spundwand-
profiel) aus Stahl eingerammt und mit hori- Die Spundwand
zontal liegenden Gurthölzern aus Holz und Die Spundwand wird bei senkrechten Bau-
Kanalspindeln ausgesteift. Die Gurthölzer gruben eingesetzt. Die Spundwandprofile
müssen mindestens 12 cm hoch und 16 cm nach Vorgabe der statischen Berechnung
breit sein. Diese Gurthölzer und Kanalspin- werden entweder durch Vibration oder Ram-
deln sind mittels Ketten vor dem Herabfallen men in den Baugrund eingetrieben. Je nach
zu sichern. Die senkrechten Holzbohlen bzw. Profilstärke und mögliche Einbindung in den
Stahlprofile müssen mindestens 30 cm in den Boden, können Spundwände auskragend,
Baugrund einbinden. Diese Verbauart wird ohne Rückverankerung, zur Baugrubensiche-
heute durch Stahlbauelemente, wie wir sie rung herangezogen werden. Eine Rückveran-
aus dem Kanal-und Leitungsbau kennen, kerung der Spundwände erfolgt über Ver-
ersetzt Diese Baugruben sollten nicht breiter pressanker. Zu beachten ist immer der Min-
als 1,80 m ausgeführt werden. Der senkrechte destabstand der Verpresskörper untereinan-
Grabenverbau wird vor allem in lockeren und der. Bei Gebrauchskräften bis 700 kN muss
schlammigen Böden eingesetzt. Nur wenn die der Achsabstand 1,0 m betragen. Bei Ge-
Baugrube durch viele Leitungen von Hand brauchskräften von 1300 kN muss der Achs-
ausgeschachtet werden muss, wird noch diese abstand 1,50 m betragen.
Verbauart eingesetzt.
5.11 Tiefengründung 89

5.11.3 Tiefengründung Verbau

6SDOW]XJ%HZHKUXQJ

9H U
SUH
VVDQ
NHU

NDQQGHU0LQGHVWDEVWDQGGHU9HUSUHVVDQNHU
QLFKWHLQJHKDOWHQZHUGHQN|QQHQGLHVH
JHIlFKHUWZHUGHQ

U
V V D QNH
9HU SU H

D QN H U
9H U SU H VV

9H USU HVV DQNHU

9HUSUHVVDQNHU

$XVIKUXQJ(VVHQHU9HUEDX
PLW6SULW]EHWRQVFKLFKW
9HUSUHVVDQNHU
9HUSUHVVDQNHU

%HWRQVWDKOPDWWH
(UGUHLFK

/XIWVHLWH

6WDKOSURILOH 6SULW]EHWRQ 6WDKOSURILOH


90 5 Gründung

5.11.4 Berliner Verbau Die Prüfung der vorhandenen Leitungen und


Rohre nach ihrer Lage und Höhe ist unerläss-
Für nicht allzu große Tiefen der Baugruben-
lich. Anhand der statischen Berechnung kann
sicherung wird der Berliner Verbau einge-
die Konstruktion erstellt werden.
setzt. Spundwände, Bohrpfähle usw. benöti-
gen eine große Einbindetiefe unterhalb der Auch hier werden vor dem Aushub der Bau-
Gründungssohle in den tragfähigen Boden. grube die Stahlprofile in den Boden gerammt.
Durch ihre große Fläche beim Eintreiben in Anschließend wird das Erdreich ca. 50 cm
den Baugrund muss die genaue Lage der abgetragen und die Holzbohlen werden zwi-
vorhandenen Rohre und Leitungen bekannt schen den Stützen eingebaut. An dieser Stelle
sein. Hier hat der Berliner Verbau durch müssen nun die Stahlprofile zu einem Rah-
seine geringe Einbindetiefe seine Vorteile. men an die vorhandenen Stahlstützen ange-
schweißt werden. Die Druckstreben, die
Stahlprofile, die von der Grubentiefe, den
diagonal genau auf der Stützenachse liegen
Abständen und dem statischen Nachweis
müssen, werden eingeschweißt. Mit dem
abhängig sind, werden vor dem Aushub der
Fortschritt des Erdaushubes, der noch einen
Baugrube in den Boden gerammt. Die Ein-
Meter betragen darf, werden die Holzbohlen
bindetiefe bis unterhalb der Grubensohle
von oben nachgeschoben.
muss nicht tief bzw. kann gleich null sein. Ist
die Möglichkeit gegeben, die Stahlträger Hier werden die rechtwinkelig zu den Wän-
tiefer in den Boden zu rammen, kann auch je den verlaufenden Druckstreben eingebaut.
nach statischen Erfordernissen auf die Ver- Druckstreben sind meist Baustützen, die mit
strebung verzichtet werden. einer Spindel auf die erforderliche Länge
gebracht werden. Der nächste Meter Erdreich
Der Berliner Verbau ohne Verstrebung und
wird ausgehoben und im weiteren Verlauf die
mit tiefem Eintrieb der Stahlprofile wird
Holzbohlen von oben aufgefüllt und nachge-
folgendermaßen ausgeführt: Nach statischen
drückt.
Erfordernissen werden die Stahlprofile in den
tragenden Baugrund gerammt. Anschließend Bevor der Erdaushub weiter fortgesetzt wer-
wird das Erdreich ca. 50 cm ausgehoben und den kann, müssen die Druckstreben einge-
die erforderlichen Holzbohlen (Kanthölzer) baut werden. Der zweite Stahlrahmen wird
werden zwischen den Stahlprofilen, meist ca. 30 cm über der Baugrubensole vorgese-
HE-B, eingeschoben. In dieser Ausführung hen. Durch den größeren Erddruck muss ein
wird nun lagenweise weitergearbeitet. Die stärkeres Profil vorgesehen werden.
Holzbohlen werden dabei von oben nachge- Ist der untere Stahlrahmen montiert, können
drückt. Gegen die Holzbohlen baut sich der die Druckstreben (Baustützen) entfernt wer-
Erddruck auf und presst diese an die Flan- den. In der Baugrube ist nun genügend Platz
sche der Stahlprofile. Baugruben bis 2 m vorhanden, um mit den Bauarbeiten beginnen
Tiefe kann man ohne zusätzliche Aussteifung zu können.
bei der entsprechenden Profilwahl ausbauen.
Nach Abschluss der Baumaßnahme kann der
Ist eine tiefere Baugrube erforderlich, muss Verbau wieder ausgebaut bzw. zurückgebaut
eine Druckstrebenaussteifung vorgesehen werden.
werden. In der Zeichnung im Kapitel 5.11.3
ist ein Berliner Verbau dargestellt. Hier ist es
nicht möglich, die Stahlstützen tief in den
Baugrund zu rammen, da die Bauteile dies
unmöglich machen.
5.11 Tiefengründung 91

5.11.5 Berliner Verbau, Darstellung

18 6.43 18

+8,935 = 65,595 ÜNN


20

HE-B180
HE-B180
1.00

Druckstreben nach Einbau des unteren Stahlrahmens wieder ausbauen


1.00

3.91
Druckstreben nach Einbau des unteren Stahlrahmens wieder ausbauen
91.5

HE-B240 HE-B240

+4,90

2.99

2.10 2.15 2.24

18
HE-B180 Kanthölzer 10/10 HE-B180 HE-B180 HE-B180
0
18

2.75

Druckstreben nach
-B

Einbau des unteren


HE
HE-B180

Kanthölzer 10/10 HE-B180

Stahlrahmens
wieder ausbauen
Druckstreben nach Einbau

Druckstreben nach Einbau


des unteren Stahlrahmens

des unteren Stahlrahmens


HE-B180 Kanthölzer 10/10

wieder ausbauen

wieder ausbauen
,99
0 /2

7.75
3 ,1

2.50
m
ch
0c
br u
=8
rc h
du
eh
en
ck
ck
De
De

HE-B180

Druckstreben nach
Einbau des unteren
Stahlrahmens
2.50

wieder ausbauen

HE-B180 Kanthölzer 10/10 HE-B180 HE-B180


18

HE-B180
6.00
92 5 Gründung

5.11.6 Die Bohrpfahlbewehrung Umschnürung (Länge des Bohrpfahls) minus


Ist die erforderliche Tiefe des Bohrloches 2  das Verlegemaß geteilt durch die Gang-
erreicht, wird der Bewehrungskorb mit der höhe.
Mindestbetondeckung von 6,0 cm für Bohr- n = 7,95 2  cv / sw
pfähle eingebracht. Der verwendete Beton n = 7,95 – 0,12 / 25 = 31,32 Windungen.
muss mindestens ein C25/30 sein. Die Länge einer Windung ist:
Bohrpfähle werden im Bauzustand immer (D + Øsw) 2 + sw2 und daraus die Wurzel =
20 cm über das erforderliche Höhenmaß be- (56,4 + 0,8) 3,142 + 252 und daraus die
toniert. Denn in diesem Bereich hat der Be- Wurzel = 181,3 cm für eine Windung.
ton nicht mehr die Eigenschaften der gefor- Die Länge des Wendels ist 56,78 m.
derten Betongüte. Hier stauen sich die Beton-
schlämpe und das Restwasser an. Der 20 cm Der Anfang eines Wendels ist unten gerade,
so kommen noch als Halbkreis ca. 85 cm hin-
Überstand wird später abgeschlagen. Der
zu. Die Formel der Wendelberechnung findet
Bohrpfahl sollte im Endzustand immer
sich im Kapitel 5.11.8 wieder.
5,0 cm länger als die Unterkante des an-
schließenden Bauteiles sein. Die Stahl-Pos. 3 dient als Abstandhalter und
wird an die Position A angeschweißt. Das
Die Mindestbewehrung für Bohrpfähle und
Außenmaß der Aussteifungsringe mit den
Rundstützen sind 6 Bewehrungsstäbe mit Abstandhaltern muss 1,0 cm kleiner als der
dem Ø 16,0 mm. Zu der eigentlichen Beton- Bohrpfahldurchmesser sein. Der Bewehrungs-
stahlbewehrung sind noch Elemente aus korb sollte gut an der Schalung hinunterglei-
Baustahl der Güte S 235 JR einzubauen. ten können. Der Aussteifungsring muss leicht
Die Bewehrungsführung Kapitel 5.11.7: zwischen die Stäbe passen und der Abstand
Gefordert sind nach der statischen Berech- sollte 2,50 bis 2,60 m nicht überschreiten. Als
nung 40,0 cm2 Längsbewehrung. Anhand Ersatz zur Stahl-Pos. 3 werden auch Flach-
Tabelle 3.9 finden wir für 40 cm2 = 13 Be- stähle zur Abstandssicherung verwendet.
wehrungsstäbe mit dem Durchmesser 20 mm. Das Fußkreuz dient zur unteren Aussteifung
Nun muss die Übergreifungslänge für das des Korbes und verhindert den Auftrieb der
anschließende Bauteil mit dem Stabdurch- Bewehrung beim Ziehen der Bohrpfahlscha-
messer 20 mm und einer Betongüte C25/30 lung. Zur besseren Auftriebssicherung wird
ermittelt werden. zu dem Fußkreuz auch eine Stahlplatte auf-
In diesem Beispiel haben wir eine Zugveran- geschweißt. Alle Längsstäbe werden an die
kerung. Bei einer Druckverankerung ist b,rqd Aussteifungsringe der Typen A und B ange-
maßgebend. In Tabelle 3.5 finden wir mit 6 schweißt.
= 2,0 die Übergreifungslänge 1,62 m. Ist die Zum Transport und zum Einbringen in das
Verankerungslänge für das anschließende Bohrloch werden oben zwei Traversen aus
Bauteil zu lang, muss eine Endverankerung Rundstahl an die Bewehrung geschweißt. Die
mit Haken vorgesehen werden. Bohrpfähle Enden der Wendel werden abgebogen oder
erhalten als Ersatz zur Bügelbewehrung eine verschweißt.
Wendelbewehrung. Die Länge der Wendel Eine genaue Vermaßung und die Angabe der
errechnet sich aus der Ganghöhe (sw) hier Bezugshöhen muss auch auf dem Beweh-
25 cm, dem Biegerollendurchmesser D = rungsplan stehen. Ebenso die Angaben über
Durchmesser des Bohrpfahles minus 2  Be- Beton, Betondeckung, Stahlgüte und Biege-
tondeckung (cv) minus 2  der Durchmesser rollendurchmesser. Auch die Plannummern
der Wendel (Øsw ). Das sind bei einem Pfahl- der Schalpläne sollten nicht fehlen. Der Achs-
durchmesser von 70 cm = 702  6,0 cm – 2  abstand der Bohrpfähle sollte nicht kleiner
0,8 cm = D = 56,4 cm. Die Anzahl der Win- als der 2,5-fache Durchmesser des Bohrpfals
dungen = n, errechnet sich aus der Länge der sein.
5.11 Tiefengründung 93

5.11.7 Bewehrung zum Bohrpfahl

Anmerkung:
Alle Bohrpfähle sind min. 20 cm über die angegebene
Oberkante zu betonieren und später auf die erforderliche
Höhe (5,0 cm über UK.-Fundament) abzuarbeiten.

Alle Längseisen an den Aussteifungsringen und dem Fußkreuz anheften


70
58
1.15

ø außen
2.05
1
13 ø 20
50

2 Wendelbewehrung L = 67,65 m
ø 8, AW= 25 cm, ls = 40 cm
Wendel werden an den Enden
2.50

690 mm abgebogen oder verschweißt


ø außen
8 ø 16
A Aussteifungsring
3 x je Pfahl
3 Stoß Stahl S235 JR

3x 1 2 Fl. 5/60...1632
A
3x 2 4 Fl. 5/60...300
13 ø 20 L= 9,05
9,05

1
7.95

2 Baustahlmaße in mm
60

6 30 9
2.50

190
60
1

3
520 mm 3 x 8 = 24 ø 16, L = 0,45 m
Alle Formen miteinander
verschweißen
A 520 mm
ø außen

Stoß
B Fußkreuz
( 1x herstellen)
2.45

Stahl S235 JR

4 3 1 Fl. 5/60...1632
3
60 mm

4 2 Fl. 5/60...515
10.00 B
94 5 Gründung

5.11.8 Wendelberechnung

50

Erläuterung zur Wendelberechnung

sw = Ganghöhe (Bügelabstand) nach statischer Berechnung


D = Durchmesser der Biegerolle = d – 2 (cv + sw)
sw = Stabdurchmesser Wendel; n = Anzahl der Windungen
ɩ = n  ɩ1 ; ɩ1 = Länge einer Windung

Berechnung, Länge einer Windung:


2
ɩ1 =  D  sw   π   s w 2 = Länge einer Windung

Länge der Stütze


Anzahl der Windungen n=
sw

Beispiel Wendelberechnung
38
Pfahl  50 cm; Länge = 8,00 m
ø außen
Wendel  10 mm; sw = 10,0 cm; cv = 6,0 cm
788
Anzahl der Windungen n = = 79
10
Schnittlänge:
2
ɩ = 40   D  sw   π   s w 2

2
 36  1, 0   3,14   10
2
Wendel werden an den Enden abgebogen
oder verschweißt.
13497,8 +100
79  116,60 = 9211,4 cm
Die Schnittlänge ist = 92,11 m.
5.11 Tiefengründung 95

5.11.9 Bohrpfahl mit Balken

45

3 ø 8/e = 10
2 28
11 ø 20
1.10

1 3 ø 8/e = 10
2

11 ø 20 (2.98)
2 ø 14 2 3 ø 8/e = 10

2.70
3

2 ø 14 2 2ø8
3

1
3 ø 8/e = 10
2 ø 14
3 2

66
25

25

3x2 ø 14 3 6 ø 14 (1.16)
3
11 ø 20
1 8
1. 0
80

2 14 ø 8 (1.08)
2 d = 0.28m

(Vgl. Beschreibung im Kapitel 5.11.8.)


96 5 Gründung

5.11.10 Kopfbalken Erläuterung zum Kopfbalken über


eine Spundwand im Kapitel 5.11.9
Erläuterung zum Kopfbalken Werden als oberer Abschluss über Spund-
im Kapitel 5.11.7 wänden Kopfbalken vorgesehen, ist mit einer
Zur besseren Verdeutlichung ist der Balken hohen Betondeckung zu rechnen. Die Expo-
über dem Bohrpfahl sehr schlank gewählt. sitionsklassen nach den Tabellen 2.1 und 2.2
Viele Baufirmen haben nicht die Möglichkeit sind dann XD1 bis XD3 und XF2 oder XF4.
oder den Willen, den Bewehrungskorb für Diese Bauteile werden sehr oft neben Straßen
den Bohrpfahl mit seinen Anschlusseisen so und Wege vorgesehen. Die Betondeckung
einzubringen, dass diese Stäbe aus der Bohr- oder das Verlegemaß cv ist immer 5,5 cm bis
pfahlbewehrung fluchtgerecht mit dem an- zum ersten Bewehrungsstab. Gewählt werden
schließenden Bauteil stehen. Es bleibt nur die dann Betone in der Güteklasse C30/37 bis
Möglichkeit, eine zusätzliche Bewehrung C35/45.
zum Anschluss an den Balken einzubinden. Die Bewehrungsführung ist relativ einfach.
Diese Anschlussbewehrung, aus der Statik Maßgebend für die Bewehrung ist die Riss-
entnommen, muss so eingebaut werden, dass breitenbeschränkung in Längsrichtung.
sie in jeder Stellung der Bohrpfahlbewehrung Abhängig von der Bauteillänge sind das in
fluchtgerecht ins anschließende Bauteil diesem Beispiel der Stabdurchmesser 14 mm
reicht. Eine Kreisform bietet sich hier an. im Abstand von 7,5 cm. Die Bügelbeweh-
Achten muss man auf die Betondeckung des rung ist mit dem Durchmesser 12 mm im
anschließenden Bauteiles. Hier ist es der Abstand von 20 cm vorgesehen. Sind die
Balken. Die Bügelstärke und die beiden äu- Querschnitte des Balkens geringer, können
ßeren Längsstäbe des Balkens müssen abge- auch Bügel mit dem Durchmesser 10 mm
zogen werden. Zu diesem Maß sollte noch verwendet werden.
ein Sicherheitswert von 1 bis 2 cm einge- Auf der Innenseite der Kopfbalken brauchen
rechnet werden. Denn durch den Biegerol- keine Längsstäbe vorgesehen werden, ledig-
lendurchmesser des Bügels wird kein Längs- lich die Stahl-Pos. 5 sollte in den Tälern der
stab genau in der Ecke liegen. Spundwände eingebaut werden. Die Stahl-
An den Enden der Zulagestäbe müssen je- Pos. 3 dient oben als Aussteifung und gleich-
weils mindestens drei Bügel, hier kreisrund, zeitig als Auflager auf die Abstandhalter.
eingebaut werden. Die Anschlussbewehrung Die Rissbreitenbewehrung wird durch die
Pos. 1 muss mit ɩ0 des größten Durchmessers Stahl-Pos. 6 abgedeckt.
der Stäbe verankert werden. Bei einem Beton Zum Verbund an die Spundwand und zur
C25/30 und einem Durchmesser von 20 mm Schubbewehrung wird die Pos. 4 in den Tä-
sind das nach Tabelle 3.5 = 1,62 m. Reicht lern der Spundwand eingeschweißt. Alterna-
die Verankerungslänge nicht aus, muss ein tiv zur Stahl-Pos. 4 können die Stäbe der Pos.
Haken vorgesehen werden. Der Hakenabzug 1 oder 2 direkt an die Spundwandgeschweißt
ist dann 1,62 m  0,7. Die Stahl-Pos. 3 dient werden. Die erforderliche Schweißnahtlänge
zur Montagehalterung, um den Bewehrungs- ist 50 mm.
korb stabil in seiner Lage zu halten.
Je nach statischen Erfordernissen werden zur
Kraftübertragung noch zusätzlich Kopfbol-
zenanker an die Spundwand geschweißt.
5.11 Tiefengründung 97

5.11.11 Bewehrung zum Kopfbalken

1.00 1.00

11 ø 14/e = 7.5 11 ø 14/e = 7.5


6 6 5 ø 14 6 3
3

10 ø 14/e = 7.5

6 10 ø 14/e = 7.5

80
24 ø 14/e = 7.5

24 ø 14/e = 7.5
1
2
1.80

2 ø 14
6

1.00
6
6
5 2 ø 14
1 ø 12 4
6

6
6 6 5 2 ø 14

2 ø 14 2 ø 14 1 ø 12
89
89
89
69
57

69
23

23

57
1.69

59 3 12 ø 12 (1.35)
1.69

1.56 22
1.56

22 18 42 59
30

30
18

1 12 ø 12 (6.21) 2 12 ø 12 (6.21)
42
4 8 ø 14 (1.80)
Wird an die Spundwand geschweißt

1 ø 12 1 ø 12 1 ø 12 1 ø 12
6 1 ø 14 (120.00) 5
5 5 5
LFDM

43.4
5 2 ø 14/e = 20 2 ø 14/e = 20 2 ø 14/e = 20 2 ø 14/e = 20 5
33 je 1 ø 12 4 4 4 4
3 ø 12/e = 20 3 ø 12/20 3 ø 12/20 3 ø 12/e = 20
64

64

2 2 2 2
3 ø 12/e = 20 3 ø 12/20 3 ø 12/20 3 ø 12/e = 20
5 8 ø 12 (1.61) 1 1 1 1

(Vgl. Beschreibung im Kapitel 5.11.8.)


98 5 Gründung

5.11.12 Bohrpfahlwand mit Kopfbalken


1.59

100 ø 20 (2.78)
11 ø 16/e = 12.5
aussen

9
100 ø 25 (3.79)

ø 25/e = 15
2.10 ø 20/e = 15
1
2
7 ø 10/e = 15 8
2.40

8
innen
2

100 ø 12 (1.60)
12 ø 28/e = 7

7 ø 10/e = 15
12 ø 14/e = 7 oben 15
aussen
50
1

92
18
unten

aussen 1.45
1.39

6
ø 12/15 5
5

3
ø 12/e = 15 3
12 ø 14/e = 15 ø 25/e = 15
7
35 aussen

1.46 oben

4 100 ø 25 (4.16)
innen

2.35
30

unten
75
innen

5 100 ø 12 (1.05)

Zur Zentrierung der Stahlbetonwände wird Die Stahl-Pos. 1 muss nach Tabelle 3.4 und
ein hochbewehrter Kopfbalken über eine der Betongüte C40/50 mit 1,47 m aus dem
Bohrpfahlwand gebaut. Die untere Wand Balken ragen. Die Stahl-Pos. 2 muss dem-
hängt sich in den Kopfbalken ein. Die obere nach mit 1,18 m aus dem Balken ragen.
Wand wird beidseitig mit Halbfertigteilen Um eine geschlossene Bügelform zu erhalten,
erstellt. Der mittlere Bereich wird mit Beton wird die Pos. 4 oben bis zur Wand geführt
vergossen. Die Bewehrung muss in den Be- und mit einem Haken versehen. Die Haken-
reich des Ortbetonkerns geführt werden. Die länge sollte mindestens 10 øs betragen. Die
tragende Bewehrung liegt immer auf der Stahl-Pos. 8 ist als Zulagestab zu sehen. Sie
belasteten Seite. Über dem Balken greifen soll die Betondeckung verringern.
von außen Erddruckkräfte an und an der
unteren Wand treten Zugkräfte auf.
5.11 Tiefengründung 99

5.11.13 Bohrpfahl mit Balkenrost

Bohrpfahl mit Fundament Bohrpfähle mit Balkenrost

Wand
Stütze

Wand
Bodenplatte
Bodenplatte

Fundament Balkenrost

h
h

OK
5

Sauberkeitsschicht 5 _ 10 cm
Länge Pfahl bis UK-Fundament + 5,0 cm

Länge nach Bodengutachten und Statik


Länge nach Bodengutachten und Statik

UK

Aufsicht Aufsicht

Die Bewehrungsführung der Bohrpfähle:


Siehe Bohrpfahlbewehrung.
Das Balkenrost wird wie ein Unterzug
bewehrt. Siehe Unterzüge.
100 5 Gründung

5.12 Die Deckelbauweise Durchbrüche werden Bewehrungsanschlüsse


vorgesehen. Diese Durchbrüche werden spä-
Diese aufwendige Bauweise lohnt sich nur ter, wenn das unterste Geschoss betoniert
zur Erstellung von größeren Bauobjekten mit wurde, je nach Bedarf wieder geschlossen.
mehreren Untergeschossen. Die Deckelbau-
weise wird z. B. bei enger Stadtbebauung Auflagertaschen für das Deckenauflager
vorgesehen, wenn die angrenzenden Gebäude müssen in die Schlitzwand oder Bohrpfahl-
es unmöglich machen, den Verbau mit wand hergestellt werden. Oberhalb und un-
Erdankern zu sichern. terhalb der Decke werden Aufkantungen er-
stellt, in denen die Fugenbänder und die
Der Verbau, meist aus Bohrpfahlwänden Anschlussbewehrungen eingebaut werden.
oder Schlitzwänden, auch die Kombination Als Ersatz für die Anschlussbewehrung ist es
ist möglich, wird mit bis zu zwei Unterge-
auch möglich, in den nicht stark bewehrten
schossen als Kragwand berechnet. Die später
Bereichen die Anschlussbewehrung für das
erstellten Decken dienen hier als aussteifende
Untergeschoss mit Bewehrungsanschlüssen
Scheibe. Die Verbauwände werden mindes-
auszuführen.
tens bis unter die Gründungssohle gebohrt,
bei Schlitzwänden mit einem Spezialgreifer Die Deckenbewehrung wird mit Listenmatten
geschlitzt. Ist der Verbau eingebracht, erfolgt und Stabstahlzulagen bewehrt. Im Kapitel
der Erdaushub meistens für zwei Unterge- 5.12.1 sind verschiedene Anschlüsse einer
schosse. Decke in der Deckelbauweise dargestellt.
Bevor nun die erste Decke, die Decke über Durch die hohe Belastung ist eine Stützen-
dem 3. Untergeschoss (im 1. Bauabschnitt kopfverstärkung mit einer hohen Durch-
die Bodenplatte des 2. Untergeschosses), be-
stanzbewehrung auch an den Enden der Un-
toniert wird, sind für den weiteren Bauablauf
terzüge unumgänglich. Die Durchstanzbe-
noch aufwendige Vorarbeiten zu erbringen.
wehrung in Decken liegt immer oben.
Es wird, wie bei einer Bodenplatte, eine Sau-
berkeitsschicht Beton C8/10 eingebaut. Auf Erst nach dem Betonieren der Decke, jetzt
diese Bodenplatte wird eine Folie ausge- noch Bodenplatte, und dem Geschoss darüber
bracht, um später die Sauberkeitsschicht von mit seinen aussteifenden Bauteilen wird das
der Betondecke besser trennen zu können. In Erdreich unter der Bodenplatte nur ab-
der geplanten Platte müssen große Öffnungen schnittsweise ausgehoben. Diese Bereiche
ausgespart werden, durch die später der werden nun betoniert. Natürlich ist es nicht
Bagger das Erdreich unter dem 2. Unterge- möglich, die Betonwände bis unter die Decke
schoss ausheben kann. Nach statischen Vor- zu betonieren, die oberen Restbereiche der
gaben werden weitere Bohrpfähle gesetzt, die Ortbetonwände werden von oben durch klei-
im weiteren Bauablauf als Stützen genutzt ne Kanäle (Öffnungen in der Decke) vergos-
werden. sen. In dieser Bauweise werden die weiteren
Die Anschlussbewehrung für die oberen und Untergeschosse hergestellt. Parallel zum
unteren Betonbauteile muss eingebaut wer- Baufortschritt der Untergeschosse werden die
den. In die Seitenschalungen der großen oberen Geschosse erstellt.
5.12 Die Deckelbauweise 101

5.12.1 Darstellung der Deckelbauweise

Endauflager
Endauflager

Anschlussbewehrung Anschlussbewehrung
für aufgehende Wand
für aufgehende Wand
Fugenband oder
Dichtschlauch

Bohrpfahlwand
Schlitzwand

Decke Decke
Sauberkeitsschicht Sauberkeitsschicht
mit Folie oben mit Folie oben
Anschlussbewehrung
Anschlussbewehrung für untere Wand
für untere Wand
Auflagerkonsole
bewehrt nach Statik

Mittelauflager Mittelauflager

Decke Decke
Sauberkeitsschicht
Unterzug mit Folie oben
Pilzkopf Sauberkeitsschicht
mit Folie oben
Sauberkeitsschicht
mit Folie oben

Große Deckenöffnung für den


Bodenaushub aus dem Untergeschoss

spätere Decke

Bewehrungsanschlüsse
mit Schraubmuffe
102 5 Gründung

5.13 Der Absenkkasten polster unter den Schneiden verhindern ein


vorzeitiges Absenken. Bei Bauteilen im Was-
In diesem Beispiel, im Kapitel 5.13.1, han- ser ist ein Unterwasserbeton vor dem Einbau
delt es sich um einen Betonschacht, der im der Sohle einzubringen. Anschließend kann
offenen Zustand ins Erdreich abgesenkt wird. das Wasser ausgepumpt werden. Dabei muss
Diese Art des Bauverfahrens wird in Berei- die Auftriebssicherheit stets gewährleistet sein.
chen wo eine Grundwasserabsenkung nicht Der Absenkvorgang beginnt mit der Frei-
möglich ist eingesetzt. In Gebieten mit enger legung der Schneiden an den Ecken. Die
Bebauung ist durch die Gefahr von Bodenab- unterstützenden Betonpolster werden an den
senkungen und Grundbrüchen von dieser Ecken gezogen. Anschließend werden zwei
Gründungsform abzuraten. Ein Senkkasten gegenüberliegende Schneiden freigelegt. Die
wird aus Stahl oder Stahlbeton hergestellt. Betonpolster werden gezogen. Der schrittwei-
Der Senkkasten aus Stahl wird oft als Grün- se Materialaushub im Inneren des Baukörpers
dungs- bzw. Schalungskörper für aufgehende und eine saubere glatte Betonoberfläche
Bauwerke hergestellt. Der Senkkasten er- unterstützen den Absenkvorgang erheblich.
weist sich als äußerst wirtschaftliche Ausfüh- Zu beachten ist auch, dass die Verwendung
rung, wenn die Grundwasserverhältnisse und von Bentonit zur Stützung der Mantelflächen
Nachbarbebauung dies zulassen. Besonders die Trichterbildung an der Oberfläche mil-
bei tiefen Baugruben, oder wenn die Nach- dert. Beim Absenkvorgang treten durch das
barbebauung durch eine Grundwasserabsen- hohe Gewicht des Baukörpers schon jetzt
kung gefährdet würde und sonst eine auf- kleine Grundbrüche ein, die den Kasten
wendige Baugrubensicherung notwendig ist, schrittweise einsinken lassen. Lockeres Erd-
bietet sich die Senkkastenlösung an. reich wird entfernt. Die Verwendung eines
Vor der Ausführung und Planung des Ab- thixotropen Mantels, eine unterstützende
senkvorgangs sind genaue Bodenuntersu- Bentonitschlämpe, zwischen den Außenflä-
chungen, Bohrungen und Bodenproben chen des Baukörpers und dem Erdreich führt
durchzuführen. Zusätzlich sollten alle mögli- noch zu einem besseren Absinken des Kas-
chen Unterlagen über eventuell vorhandene tens und verhindert größere Grundbrüche, die
Rohrleitungen, frühere Bebauung und Hin- zum Absenken der Erdoberfläche führen
dernisse innerhalb der Absenkfläche vorhan- könnten. Zum besseren Absinken wird auch
den und bekannt sein. durch die PVC-Rohre nach unten zu den
Aufgrund dieser Erkenntnisse und Boden- Schneiden immer eine Bentonitsuspension
proben kann die Größe des Absenkkastens geführt. Eine stetige Kontrolle über die Lage
und Schneideform festgelegt werden. Der des Bauteils ist unerlässlich.
erste Betonierabschnitt mit der Höhe des Die Ausführungsrisiken können heute durch
Bauteils und Gewicht müssen statisch genau die genauen Bodenuntersuchungen und tech-
ermittelt werden. Ein zu hoher Absenkkasten nischen Hilfsmitteln als gering eingestuft
beschleunigt den Absenkvorgang und kann werden. Bei tief gegründeten Bauwerken
zu unkontrollierter Schiefstellung des Bau- bieten Senkkästen eine gute Lösung an, da
teils führen. Der Baukörper muss so konstru- keine aufwendigen Verbaumaßnahmen not-
iert werden, dass ein Absenken während des wendig sind. Senkkästen sollten aber nicht in
Betonier- und Ausschalvorgangs nicht mög- unmittelbarer Nachbarschaft von setzungs-
lich ist. Bei der Planung und Konstruktion ist empfindlichen Gebäuden geplant und ausge-
zu berücksichtigen: Der Senkkasten bzw. der führt werden. Erfahrung beim Entwurf, Pla-
Baukörper ist beim Absenkvorgang nach nung und Ausführung sind bei der Herstel-
oben und unten hin offen. Der Senkkasten lung von Senkkästen unerlässlich. Alle Ein-
verbleibt im Erdreich oder als Unterwasser- bauten und Anschlüsse müssen vorab einge-
bauteil im Grundwasser. Zusätzliche Beton- plant werden.
5.13 Der Absenkkasten 103

5.13.1 Absenkkasten, Endzustand


6FKQLWW



%HWRQLHUDEVFKQLWW
'LH39&5RKUHVLQGHQWVSUHFKHQG]XYHUOlQJHUQ


6ROOWHGLH*UQGXQJVWLHIHQLFKWHUUHLFKWZHUGHQ
VLQGQHXH%HWRQLHUDEVFKQLWWHDXI]XEHWRQLHUHQ

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QXU%HWRQZlQGH


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7ULFRVDO)XJHQEDQG
8QWHUEHWRQXQG%RGHQSODWWHQDFKGHP
XPODXIHQG.$% %HWRQLHUDEVFKQLWWHLQEULQJHQ
E]ZQDFKHUUHLFKHQGHU*UQGXQJVWLHIH %HWRQLHUDEVFKQLWW

 
+(%XPODXIHQG +(%
%HWRQ&
    )X‰SXQNW'HWDLO
 7ULFRVDO)XJHQEDQGXPODXIHQG
.$%FPHLQELQGHQ
 
39&5RKU¡

6WE:DQGK FP 7ULFRVDO)XJHQEDQGXPODXIHQG




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39&5RKUH¡ 6FKUDXEDQVFKOXVV
¡H FP  
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6WE:DQGK FP

2.

%$








P






 +(%
 
XPODXIHQG
6FKUDXEDQVFKOXVV
¡H FP 
 
104 5 Gründung

5.13.2 Der Absenkkasten Höhe. Wird hierbei eine Gleitschalung ver-


wendet, ist die Übergreifungslänge immer
Nach den statischen Vorgaben ist im Kapitel
mit dem mäßigen Verbund zu ermitteln.
5.13.3 der 1. Hauptbetonierabschnitt darge-
Auch für die Längsstäbe der Bewehrung ist
stellt. Der Senkkasten aus Beton verbleibt im
die obere Lage mit dem mäßigen Verbund zu
Erdreich und der Baukörper ist nach oben
beachten. Ein Fugenband ist am oberen Ab-
und unten hin offen. Damit der Baukörper
schluss des Betonierabschnitts einzubauen. In
nicht schon vorher absinkt oder schief stellt,
Wandmitte werden im Abstand von 2,00 m
sind einige Vorarbeiten zu treffen. In diesem
PVC-Rohre mit ¾ “ eingebaut. Hier ist auf
Beispiel wurde eine Baugrube bis kurz über
den oberen Anschluss zu achten. Die Rohre
der Grundwasserlinie hergestellt. Anschlie-
werden bis nach oben geführt. Hierdurch
ßend werden nach den Bauwerksabmessun-
wird zu den Schneiden zum besseren Abglei-
gen Betonpolster in der Länge von 1,00 m
ten eine Bentonitsuspension geführt.
und im Abstand von 55 cm hergestellt. Diese
Betonpolster werden unbewehrt ausgeführt Der 3. kleine Betonierabschnitt mit 3,00 m
und haben eine Dreiecksform, analog zur Höhe wird analog zum 2. Betonierabschnitt
Schneide des Absenkkastens. Zur Demontage ausgeführt. Die Anschlussbewehrung für die
der Betonpolster werden noch Schlaufen aufgehenden Bauteile muss ausreichend nach
eingebaut. oben herausragen.
Die Schneiden werden aus einem Stahlrah- Ist der Betonkasten ausreichend erhärtet,
men bestehend aus einem 1/2 HE-B 200 kann mit dem Absenkvorgang begonnen
hergestellt. Eine Trennfolie muss auf die werden. Hierbei werden zuerst die Beton-
Schräge des Betonpolsters aufgebracht wer- polster an den Ecken zu Punkt 1 gezogen.
den. Da der Absenkkörper im Grundwasser Der weitere Ablauf ist mit Punkt 2, 3 und 4
verbleibt, ist unter der eigentlichen Boden-
nach Kapitel 5.13.3 gekennzeichnet. Nun
platte eine ca. 50 cm starke unbewehrte Platte
werden die mittleren Betonpolster gleichmä-
einzuplanen. Diese wird nach dem Absenk-
ßig herausgezogen. Das Erdreich wird nun
vorgang eingebracht. Anschließend kann das
Wasser aus dem Schacht abgepumpt werden. von der Mitte nach außen ausgehoben. An
Der Betonkörper und die Schneiden sollten den Randbereichen muss von Hand ausge-
unten umlaufend 10,0 cm überstehen. Dieser schachtet werden. Die hohe Schneidelast aus
Bereich wird dann beim Absenkvorgang mit dem Baukörper lässt die Vorschneide dem
einer unterstützenden Bentonitschlämpe Aushub deutlich vorauseilen und verhindert
gefüllt und führt zu einem besseren absinken. damit auch seitliche Bodeneinbrüche. Schon
Für den Anschluss der Bodenplatte werden nach dem Ziehen der Betonpolster unter der
nun die Bewehrungsanschlüsse für die untere Schneide wird sich der Baukörper ca. 30 cm
und obere Lage eingebaut. Umlaufend muss in den Boden absenken.
ein Fugenband vorgesehen werden. Dieses Umfangreiche Untersuchungen des Bau-
Fugenband muss, um den Absenkvorgang grunds im unmittelbaren Baustellenbereich
nicht zu behindern, in eine Vertiefung hoch sind eine entscheidende Vorbedingung für
geklappt werden. Auch im Anschluss der den Erfolg des Senkkastenverfahrens. Der
aufgehenden ist ein Fugenband einzubauen. Baugrund sollte homogen sein, annähernd
Wegen der hohen Wasserdrücke ist von ei- horizontal geschichtet und frei von Hinder-
nem Fugenblech abzuraten. Beachte hierzu nissen (z. B. Fundamentreste, Findlingen
auch Kapitel 5.13.5. Fußpunktdetail im Maß- usw.).
stab 1:25. Die Bewehrung wird nach Kapitel
5.13.7 mit der Anschlussbewehrung für die Wird die erforderliche Gründungstiefe nicht
aufgehenden Wände eingebaut. Anschließend erreicht, können weitere Betonierabschnitte
erfolgt der 2. Betonierabschnitt mit 2,67 m zur Lasterhöhung aufgebracht werden.
5.13 Der Absenkkasten 105

5.13.3 Absenkkasten 1. Bauabschnitt


+DXSWEHWRQLHUDEVFKQLWW %HWRQLHUDEVFKQLWW
QXU%HWRQZlQGH
%HWRQLHUDEVFKQLWW

39&5RKUH¡


39&5RKUH¡

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7ULFRVDO)XJHQEDQGXPODXIHQG 6HLOVFKODXIH]XU'HPRQWDJH GHU%HWRQSROVWHU 7UHQQIROLHXPODXIHQG
7ULFRPHU'RJOZKRFKNODSSHQ +(%XPODXIHQG

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%HWRQSROVWHUPEUHLWXQEHZHKUWPLW6HLOVFKODXIH
 
     

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%HWRQSROVWHUPEUHLWXQEHZHKUWPLW6HLOVFKODXIH
 

 


=XJULFKWXQJGHU%HWRQSROVWHU





=XJULFKWXQJGHU%HWRQSROVWHU

=XJULFKWXQJGHU%HWRQSROVWHU




















=XJULFKWXQJGHU%HWRQSROVWHU
 



 







        

%HWRQSROVWHUPEUHLWXQEHZHKUWPLW6HLOVFKODXIH
106 5 Gründung

5.13.4 Der Absenkkasten einzubauenden Gewindestäbe mit den


Schraubmuffen besitzen den gleichen Durch-
Im Kapitel 5.13.5 ist die Schneide größer im
messer und Bewehrungsquerschnitt. Beim
Maßstab 1:25 dargestellt. In diesem Bereich
Einbau der Bewehrungsanschlüsse ist darauf
muss mit besonderer Sorgfalt gearbeitet wer-
zu achten, dass die Stäbe in der Querrichtung
den. Die Abmessungen der Schneide mit der
von oben in der Bodenplatte mit 6,5 cm bis
Schräge werden nach den Angaben des Bo-
zur Achse und unten bei 8,5 cm bis zur Ach-
dengutachtens erstellt. Das Gewicht des Ab-
se eingebaut werden. Auf die Muffen muss
senkkastens und die Beschaffenheit des Bau-
eine Abschlusskappe gesteckt werden. Die
grunds bestimmen den Winkel der Schneide.
Vertiefung von 2,5 cm ist auch zur Aufnahme
Der Konstrukteur muss anhand der statischen
des hoch geklappten Fugenbandes vorgese-
Vorgaben die Ausführung der Bewehrung
hen. Deutlich ist auch die leichte Krümmung
planen. Die Lage und Form der Schrauban-
des PVC-Rohres zu sehen. Die Abknickung
schlüsse zum Anschluss der Bodenplatte
nach außen sollte nicht zu stark werden. Das
müssen bestimmt werden.
behindert den Fluss der Bentonitschlämpe.
Die Expositionsklassen werden bestimmt. Unten am Fuß der Schneide ist der Quer-
XC1, XC2, XD2 uns XF1. Hieraus ergibt schnitt des Stahlrahmens dargestellt. Die
sich ein Beton C 35/45 nach Tabelle 2.1 mit Vorschneide besteht aus einem halben HE-
einer Betondeckung nach Tabelle 2.2 von B200 Profil mit angeschweißten Stahllaschen
55 mm. Die Schraubanschlüsse müssen einen zur Verankerung in den Beton.
Randabstand von 6,5 cm haben. Der Durch-
Nach dem die unbewehrten Betonpolster er-
messer ergibt sich aus der Statik der Boden-
stellt und ausgehärtet sind, wird die Trennfo-
platte. Die Kräfte wirken bei dieser Platte
lie aufgebracht. Der Stahlrahmen wird ver-
von unten. Die Hauptbewehrung in den
legt und die Schalung für den 1. Betonier-
Ecken liegt also unten. Ein umgekehrter
vorgang gestellt. Die Löcher, an denen die
Wand-Deckenanschluss. Der vertikale
Schraubanschlüsse mit den Muffen befestigt
Schenkel wird gleich zum Anschluss der
werden, müssen durch die Schalung gebohrt
Wandbewehrung genutzt und dient gleich zur
werden. Es ist vorteilhaft, erst eine Seiten-
Eckbewehrung.
schalung als Anschlag der Bewehrung zu
Die erforderliche Bewehrung für die Boden- stellen. Ist die Bewehrung eingebaut, kann
platte sind 18,75 cm2/m. Nach Tabelle 3.8 die zweite Außenschalung gestellt werden.
sind das Bewehrungsstäbe mit dem Durch- Die Bewehrung zur Schneide ist im Kapitel
messer 16 mm im Abstand von 10 cm. Die 5.13.7 dargestellt.
5.13 Der Absenkkasten 107

5.13.5 Absenkkasten, die Schneide

)X‰SXQNW'HWDLO0
  

 

39&5RKU¡

)XJHQEDQGXPODXIHQG
(LQELQGHWLHIHFP
)XJHQEDQGXPODXIHQG
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XPODXIHQG6FKUDXEDQVFKOXVV
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XPODXIHQG6FKUDXEDQVFKOXVV
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XQEHZHKUWH%HWRQSROVWHUPLW )ODFKVWDKODQNHU[DXIJHVSOHLVW
LP$EVWDQGD PP
6HLOVFKODXIH 6FKZHL‰QlKWHXPODXIHQGD PP
108 5 Gründung

5.13.6 Absenkkasten, die Schneide anschluss wird der vertikale Stab der Position
14 herangezogen.
Die Bewehrungsführung zur Schneide ist im
Kapitel 5.13.7 dargestellt. Die Expositions- Die Ausführung der Bauwerksecken sollte
klassen wurden für einen Beton C35/45 mit immer stärker bewehrt werden. Hier wird die
einer Betondeckung von 55 mm festgelegt. Stahl-Pos. 4 und 5 mit dem Durchmesser
14 mm vorgesehen. Im inneren Eckbereich
Die Bewehrung der Schachtwände: Außen wird die Pos. 5 angebunden. Sie muss durch
mit 19,0 cm2/m und innen mit 18,0 cm2/m. die Schräge der Schneide kürzer werden.
Die Schubbewegrung für die Schneide mit
18,2 cm2/m. Hieraus ergibt sich die Bügel- Nun werden die Längsstäbe eingebaut. Die
form Pos. 1 mit dem Stabdurchmesser von ganze Kraft des Absenkvorgangs wird von
12 mm und dem Abstand von 12 cm. Der den Schneiden aufgenommen. Dementspre-
Bügel hat zwei vertikale Schenkel die zur chend muss auch die Bewehrung nach stati-
Schubbewehrung angerechnet werden. 18,2 schen Vorgaben ausgebildet werden. Innen
cm2/m geteilt durch zwei sind 9,1. In der liegt die Stabstahlform Pos. 8 und 11 mit dem
Tabelle 3.8 finden wir den Wert 9,42 cm2/m. Durchmesser 20 mm. Außen wird die Pos. 6
In der Tabelle ist dann der Durchmesser und bzw. 9 eingebunden. Diese Positionen über-
der Abstand angegeben. Die Bügelabmes- greifen mit dem Schenkel von 1,40 m und
sungen errechnen wir mit dem Außenmaß der liegen im Abstand von 10 cm.
Schalung minus der beidseitigen Betonde- Im Absenkvorgang ist der Kasten nach oben
ckung. Erforderliche Betondeckung 5,5 cm. und unten hin offen. Der ganze Erddruck
Das ergibt 60 minus 5,5 minus 2,5 cm Aus- drückt von außen mittig auf die Seitenwände
sparung und minus 3,0 cm Betondeckung und erzeugt so ein Stützmoment. Die Ecken
innen. Innen nur 3,0 cm weil ja hier die Bo- werden stärker belastet. Die Stahl-Pos. 13 wird
denplatte anschließt und der Kontakt zum als Stützbewehrung zusätzlich außen einge-
Erdreich oder Wasser nicht gegeben ist. Die baut. Mit den Zulagestählen Position 12 wird
Bügelposition 1 muss im Bereich des Fugen- eine biegesteife Eckbewehrung ausgeführt.
bandes nach innen abgebogen werden. Zur Zum Abschluss werden Abstandhalter zwi-
Auswechselbewehrung wird dann die Stahl- schen der Bewehrung und Schalung einge-
Position 2 vorgesehen. Das Fugenband wird klemmt. Außen und unten für 5,5 cm und
innen umlaufend eingebaut. Dementspre- innen für 3,0 cm. Diese Abstandhalter konnte
chend muss auch die Stahl-Pos. 2 innen um- die Bauleitung anhand der Angaben auf dem
laufend eingebaut werden. Die Längsstäbe Plan vorab bestellen.
Pos. 7 und 10 stabilisieren den Bewehrungs-
korb und das Fugenband wird hier angebun- Im Kapitel 5.13.8 sind die weiteren Beto-
den. Für den Bewehrungsanschluss der auf- nierabschnitte mit der vertikalen Bewehrung
gehenden Wand wird die Stahl-Pos. 3 nach dargestellt. Die vertikale Bewehrungsführung
Tabelle 3.8 mit dem Durchmesser 12 mm im in der Platte sind analog zur Eckbewehrung
Abstand von 6,0 cm innen eingebaut. Diese auszuführen. Man muss nur auf die Übergrei-
Stahl-Pos. 3 kann aber erst oberhalb des Fu- fungslänge achten. Bei einem größeren Stab-
genbandes angebunden werden. Zur Stabilisie- durchmesser wird die Übergreifungslänge
rung wird der untere Schenkel der Pos. 3 bis auch größer. Der Bewehrungsstab muss weiter
nach außen geführt und dort hoch gebogen. aus dem Betonierabschnitt herausragen. Auch
hier muss in den Ecken eine Zulagebewehrung
Die Gewindestäbe Position 14 und 15 werden eingebaut werden. Der Erddruck in Feldmitte
im Abstand von 10 cm an die Seitenschalung ist zu groß. Auf dem Bewehrungsplan muss
befestigt. Hier werden später die Gewinde- die Betongüte, die Expositionsklasse mit der
stäbe zur Anschlussbewehrung der Boden- Betondeckung, die letzten Stahlnummern und
platte eingeschraubt. Für den äußeren Wand- die zugehörigen Pläne stehen.
5.13 Der Absenkkasten 109

5.13.7 Bewehrung der Schneide

 

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110

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%HWRQLHUDEVFKQLWW PLQFP
PLQFP PLQFP
 


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5.13.8 Absenkkasten, Betonierabschnitte

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(FN]XODJHQ[$XVIKUHQ
 DX‰HQ




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5 Gründung
5.13 Der Absenkkasten 111

5.13.9 Der Absenkvorgang


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%DXJUXEHW P

+DXSWEHWRQLHUDEVFKQLWW %HWRQLHUDEVFKQLWW
QXU%HWRQZlQGH




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%DXJUXEHW P

+DXSWEHWRQLHUDEVFKQLWW %HWRQLHUDEVFKQLWW
QXU%HWRQZlQGH


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7HLODEVHQNXQJ


+DXSWEHWRQLHUDEVFKQLWW %$
 QXU%HWRQZlQGH



%HQWRQLWVXVSHQVLRQ
%HQWRQLWVXVSHQVLRQ
FDFP
112 5 Gründung

5.13.10 Absenkkasten, die Be- den 20 cm der Pos. 1 addiert und die Länge ist
wehrung zur Bodenplatte 1,25 m. Der nächste Stab ist nach 10 cm auf
der linken Seite die Pos. 2. Hier schließt nun
Im Kapitel 5.13.9 sind einzelne Absenkvor-
die Pos. 1 an. Dies geschieht immer im Wech-
gänge des Betonkastens dargestellt. Nach
sel, die Stäbe werden geschwenkt.
dem die unbewehrten Betonpolster gezogen
wurden, wird sich der Absenkkasten um ca. In der oberen Lage wird die Stabstahl-Pos. 3
30 cm in den Boden absenken. Anschließend und 4 ebenfalls versetzt eingebaut. Die Über-
werden in der Mitte des Kastens 50 cm Erd- greifungslänge der Position 4 wird nach Ta-
reich ausgehoben. Nach Bild 2 werden nun die belle 3.5 für die obere Lage ermittelt. Hier
Schneiden wegen des hohen Gewichts den sind es 1,45 m. Mit dem Zuschlag der kürze-
Boden nach innen drücken. Der lockere Boden ren Pos. 3 muss die Länge 1,75 m sein.
muss entfernt werden. Dieser Arbeitsablauf Es ist durchaus möglich, an beiden Seiten
wird immer wieder fortgesetzt. Wobei umlau- kürzere Gewindestäbe in der unteren und
fend in den 10 cm Freiraum eine Bentonit- oberen Lage einzuschrauben und den Restbe-
suspension eingefüllt wird. Hierdurch werden reich des Feldes mit einem Bewehrungsstab
seitliche Bodenabsenkungen und Grundbrüche mit beidseitiger Übergreifungslänge zu fül-
außerhalb des Senkkastens vermieden. len. Der Stahlverbrauch wäre aber wesentlich
Die Bodenplattenbewehrung zum Absenk- höher. In Querrichtung werden dann die
kasten ist im Kapitel 5.13.11 dargestellt. Bewehrungsstäbe Position 8 bis 11 analog
Hier wurden die Expositionsklassen für einen zur Position 1 bis 4 eingeschraubt. Die Stab-
Beton C35/45 mit einer Betondeckung von stahl-Pos. 12 ist eine Zulagebewehrung. Hier
55 mm festgelegt. Eine Anschlussbewehrung reichen die vorhandenen Durchmesser
aus Schraubanschlüssen mit Schraubmuffen 16 mm im Abstand von 10 cm nicht aus. Die
und dem Durchmesser 16 mm im Abstand Zulagestäbe Pos. 12 beginnen beidseitig
von 10 cm wurden vorgesehen. jeweils 50 cm von der Innenkante der Wand.
Wird das Bauteil im Grundwasser, wie in Die obere Bewehrung ist hier höher, da der
diesem Beispiel gegründet, muss unten eine Druck von unten kommt und die Platte ver-
ca. 50 cm starke unbewehrte Betonplatte bis sucht sich nach oben in Feldmitte zu wölben.
unter die neue bewehrte Bodenplatte gegos- Dort wo das Fugenband endet, wird im Ab-
sen werden. Anschließend wird das Restwas- stand von 2,0 cm die Stahl-Pos. 5 eingebaut.
ser ausgepumpt. Die langen Schenkel liegen oben und unten.
Die einfachste Lösung zum Bewehren der Diese Form hilft, das Fugenband in ihrer
Bodenplatte sind Gewindestäbe in die dafür Lage zu halten. 50 cm minus 9,0 cm Beton-
vorgesehenen Muffen zu schrauben. Hierbei deckung, Minus 2,0 cm der untere Stab, er-
sollte zum leichteren Einbau die Stablänge geben eine Schenkelhöhe von 39 cm. Stahl-
ca. 20 cm kürzer als die erforderliche Länge Pos. 5 wird im Abstand von 30 cm verlegt. Es
sein. Erforderlich ist eine Bewehrung mit ist eine konstruktive Bewegrung. Stabstahl-
dem Stabdurchmesser 16 mm im Abstand Pos. 13 und 14 halten die Position 5 und das
von 10 cm. Die Stahl-Pos. 1 wird nun alle Fugenband in ihrer Lage. Durch die verschie-
20 cm in die Schraubmuffen der linken Seite denen Höhenlagen der Stähle, kann die Positi-
eingeschraubt. Die Stahl-Pos. 2 wird nun in on 5 auch in Querrichtung eingebaut werden.
der unteren Lage als Verlängerung zu Pos. 1 Hätten wir in der Bodenplatte keine Schraub-
mit der Übergreifungslänge nach Tabelle 3.5 anschlussbewehrung, müsste die Stahl-Pos. 5
plus 20 cm rechts in die Muffen geschraubt. mit den Schenkeln in der unteren und oberen
Die Übergreifung muss für die untere Lage, Lage verankert werden. Die Stahlpositionen 6
dem Durchmesser 16 und dem Beton C35/45 und 7 sind konstruktiv einzubauen. Die Un-
nun 1,02 m sein. Hier werden noch die fehlen- terstützung ist 34 cm hoch.
5.13 Der Absenkkasten 113

5.13.11 Die Bodenplatte zum Absenken

Schnitt durch die Bodenplatte

12 35 ø 12/e=20 Zulagen oben


25 ø 12/30 25 ø 12/30
10 11 70 ø 16/e=10 6
6
25 ø 14/30
3 ø 12 25 ø 14/30 3 ø 12
5 2 ø 12 71 ø 16/10 2 ø 12 5
14 13 13 14
13 14 4 3 14 13 1. BA

8.5 35 6.5

50
10
49.5
7 7
25 ø 10/30 Beton C8/10 1 2 75 ø 16/10
25 ø 10/30

8 9 70 ø 16/e=10

7.00 oben

Gewinde 3 71 ø 16 (7,00)
Gewindestab Stabstahl-Pos. 3 u. 4 schwenken
oben 1,75
4 71 ø 16 (1,75) Gewinde
Gewindestab

7.00 unten
Gewinde 75 ø 16 (7,00) Stabstahl-Pos. 1 u. 2 schwenken
1
Gewindestab unten 1,25
2 75 ø 16 (1,25) Gewinde
Gewindestab

70
50
24

70
39

50 2x25= 6 50 ø 12 (1,64)

2x25= 5 50 ø 14 (1,39)

70
12

70
2x25= 7 50 ø 10 (1,52)
114

6 Bodenplatten

6.1 Die Bodenplatte bäudelast direkt auf die Bodenplatte abge-


geben. Sie ist 25 bis 30 cm stark und sollte 15
Die Bodenplatte mit den Fundamenten ist das bis 20 cm über die Gebäudeaußenwand ge-
abschließende Bauteil eines Gebäudes. Je plant werden. Sind in der Bodenplatte Ver-
nach Ausführung leiten sie die Lasten aus sprünge, die eine gleichmäßige Ausdehnung
dem Gebäude in den tragenden Baugrund ab der Platte behindern, ist die Bodenplatte ein
und sind wie ein Gründungsbauteil zu be- schwindbehindertes Bauteil. Durch diese Ab-
trachten. Die Bewehrungsführung ist anders sätze oder Versprünge, es können auch Strei-
wie bei den Fundamenten, sie ist großflächi- fenfundamente sein, kann sich die Bodenplat-
ger und der Beton ist anderen Bedingungen te nach dem Betonieren nicht frei bewegen.
unterworfen. Trocknet der Beton, bilden sich Risse, soge-
Gerade die Einführung der neuen DIN mit nannte Schwindrisse. Um diese Risse auf ein
den Expositionsklassen verleiht der Boden- geringes Maß zu reduzieren oder sie so klein
platte eine ganz neue Bedeutung. Eine Bo- wie möglich zu halten, ist die Rissbreiten-
denplatte in der Garage eines Einfamilien- bewehrung erforderlich.
hauses, früher gerade 15 cm stark im oberen Zu dieser Rissbreitenbewehrung wird ein sta-
Drittel mit einer Betonstahlmatte Q131 tischer Nachweis über die Rissbreitenbe-
(frühere Bezeichnung, wird nicht mehr her- schränkung erbracht. Diese Bewehrung kann
gestellt) ausgeführt, ist nach Einführung der wesentlich höher ausfallen als die erforder-
Expositionsklassen ganz neu zu betrachten. liche Tragbewehrung. Sinn der Rissbreiten-
bewehrung ist es, die Risse, die während der
Die Bodenplatte als tragendes Bauteil ist ein
Aushärtungszeit des Betons entstehen, von
Gründungsbauteil mit der Expositionsklasse
einigen größeren Rissen auf viele kleine zu
XC2. Bei umlaufenden Streifenfundamenten
beschränken. Eine Bewehrung mit engen Ab-
mit 80 cm Tiefe ist für die Bodenplatte kein
ständen und kleinen Durchmessern ist vor-
Frost vorhanden. Nur die Einstufung in die
teilhaft. In den meisten Fällen reicht eine
Expositionsklasse XD1, einer Betondeckung
Betonstahlmatte Q524A.
von 5,5 cm und einem Beton C30/37, machen
die Garage für ein Einfamilienhaus zum Für Bodenplatten, die sich nach allen Seiten
Industriebauwerk, also unnötig teuer. Die frei bewegen bzw. gleiten können, ist kein
Bodenplatte in einer Garage kann mit Be- Rissbreitennachweis erforderlich.
schichtung in die Expositionsklasse XC2 Die Bewehrung einer Bodenplatte besteht
eingestuft werden. meist aus einer unteren und oberen, vollflä-
chig verlegten Mattenbewehrung. Stehen auf
Bodenplatten als Abschluss von Kellerräu-
der Bodenplatte Wände oder Stützen, so ist
men werden in die Expositionsklasse XC1
die Stützbewehrung unten einzulegen. In der
eingestuft.
oberen Lage liegt die Feldbewehrung. Bei
Die Bodenplatte, ohne Streifenfundamente Decken und Unterzügen liegt die Feldbeweh-
als Gründungsbauteil genutzt, findet immer rung unten, die Stützbewehrung in der oberen
häufiger ihre Anwendung. Bei schlechten Lage. Eine konstruktive Randeinfassung aus
Bodenverhältnissen, oder in Bergbausen- Steckbügeln mit dem Durchmesser 8 mm
kungsgebieten hat diese Bodenplattengrün- Abstand von 15 + d/10, ca. 17 cm, ist immer
dung ihre Vorteile. Hier wird dann die Ge- vorzusehen.

© Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH, ein Teil von Springer Nature 2019
K. Beer, Bewehren nach DIN EN 1992-1-1 (EC2), https://doi.org/10.1007/978-3-658-27080-3_6
6.1 Die Bodenplatte 115

6.1.1 Die Bodenplattenversprünge

Bild 6.1a Bild 6.1c


Zugstäbe an einspringenden Ecken: Bei Winkeln 15° müssen sich kreuzende Zugstäbe
Bei Winkeln a 15° können die Bewehrungsstäbe gerade weitergeführt und mit b,rqd verankert werden.
mit nicht zu kleinem Biegerollendurchmesser b.rqd b,rqd
abgebogen werden. Die entstehende Umlenkkraft
ist an jedem Stab oder paarweise zurückzuverankern.

a
a a 15°
a 15°
Bild 6.1d
Bild 6.1b Auswechselbewehrung an stumpfen Ecken:
Stützbewehrung unter 90°: Auch für Treppen.
Auch für Bodenplatten. 0
oben 0 Bügel nicht 0
anrechenbar
0 oben
Bügel
konstruktiv unten 0
0
wegen Betonierabschnitt
Bei diesen Ausführungen der Bodenplatte ist ein Rissbreiten-Nachweis erforderlich. Auch bei
angeformten Fundamenten und Streifenfundamenten kann sich die Bodenplatte nicht ohne
Zwang beim Abfließen der Hydrationswärme verkürzen bzw. verformen.

Verankerungslängen aufgebogener Stäbe


Bild 6.1e Bild 6.1f 2.h
0,6 . b,rqd
Druckzone
Bei Einbau in Bodenplatte umdrehen.
h

1,3 . b,rqd 1,3 . b,rqd 1,3 . b,rqd


Zugzone
mäßiger Verbund
Verbundbedingungen
30 cm
30 cm

30 cm

a
h

h
h

45° a 90° guter Verbund guter Verbund


unten und oben mäßiger Verbund
guter Verbund unten u.
aufgebogener Stab
30 cm

60 cm

bei h bis 30 cm auch oben

guter Verbund
h
116 6 Bodenplatten

Die Mindestbewehrung wird auch bei Bo- Beispiel: Ist der Achsabstand der Wände
denplatten ohne Abminderung durchgehend 7,00 m, so tragen wir diese 7,00 m im Maß-
eingelegt. Die Höchstbewehrung ist das 0,08- stab 1:50 auf der horizontalen Linie ab. Auf
fache des Betonquerschnittes auf 1,0 m Län- der vertikalen Linie, der Wandachse, tragen
ge. Die Bewehrung wird immer in As cm2/m wir dann im Maßstab 1:50 die 5 m nach oben
angegeben. Bodenplatten für einen wasser- ab. Punkt oder kleiner Strich reichen aus. Zur
dichten Raum, eine Weiße Wanne, sind in Ermittlung der Feldbewehrung tragen wir
der DIN 1045-2, und DIN EN 206-1 geregelt. nun in der Mitte der horizontalen Linie zwi-
Der Mindestbeton ist ein C25/30 WU. Für schen den Wandachsen im gleichen Maßstab
wasserundurchlässige Betone sollte hinter der die As-Werte der Feldbewehrung nach unten
Bezeichnung C25/30 WU stehen. WU steht ab. Jetzt verbinden wir die Punkte der Stütz-
für wasserundurchlässigen Beton. Die Be- bewehrung mit denen der Feldbewehrung
wehrung ist immer mit Rissbreitenbewehrung durch einen Bogen, wobei der Bogen unter
einzulegen. der horizontalen Linie größer wird. Diese
horizontale Linie nennen wir die Null-Linie.
Sie trennt die Werte der Stützbewehrung von
6.1.2 Bewehrung der Bodenplatten der Feldbewehrung.
Im Kapitel 6.1.3 ist dargestellt, in welchen Wie auf Bild 6.1g zu ersehen, ist der Bogen
Ebenen und Bereichen die Bodenplattenbe- oberhalb der Horizontalen nur leicht gewölbt.
wehrung liegt. Die Feldbewehrung, die wir Dort wo der Bogen die horizontale Linie
aus der Statik entnehmen, liegt oben und die schneidet, haben wir den rechnerischen End-
Stützbewehrung unter Wänden, Stützen und punkt. Der rechnerische Endpunkt, das Ver-
Wandpfeilern muss in der unteren Lage ver- satzmaß und die Verankerungslänge ist im
legt werden. Die Bodenplatte ist ein großflä- Kapitel 3 zu finden.
chiges Bauteil und wird mit Betonstahlmatten
Um nun die Länge der Stützbewehrung zu er-
500 M bewehrt.
mitteln, müssen wir noch beidseitig das Ver-
Es gibt Sonderfälle im Industriebau, in denen satzmaß (Abschnitt 3.2) und die Veranke-
nur Rundstahl 500S verlegt oder Sonder- rungslänge ɩbd addieren. Vereinfacht kann
dynmatten in Bodenplatten eingebaut werden man sagen, bei einer Plattenstärke von 25 cm
dürfen. Das ist bei schwingender Belastung reicht beidseitig ein Zuschlag von 50 cm. Nun
oder schwerem Gabelstaplerverkehr der Fall. ist die Länge der Stützbewehrung ermittelt.
Die Stützbewehrung liegt in der unteren Lage Anhand dieser Kurve kann man jetzt jedes
der Bodenplattenbewehrung. Um die Länge beliebige Staffelmaß abgreifen. Liegt in der
der Stützbewehrung anzugeben, die oft aus Bodenplatte vollflächig eine Betonstahlmatte
der Statik nicht zu ermitteln ist, gehen wir Q257A, so fehlen an der erforderlichen
folgendermaßen vor. Stützbewehrung noch ca. 2,5 cm2/m. Diese
Auf einer DIN-A4-Seite zeichnet man eine 2,5 tragen wir in Metern, von der Spitze nach
horizontale Linie in Mitte des Blattes. Auf unten, ab und können in den Schnittpunkten
dieser Linie trägt man im Maßstab 1:50 oder die Länge der rechnerischen Endpunkte mes-
1:100 die Achsmaße der Wände durch lange sen. Auch hier müssen noch beidseitig das
vertikale Linien auf. Auf diesen vertikalen Versatzmaß und die Verankerungslänge ad-
Linien trägt man, von der horizontalen Linie diert werden.
gemessen, nach oben die As-Werte der Stütz- Diese Bewehrung von 2,5 cm2/m sollte aus
bewehrung in Metern auf. Der Maßstab sollte Stabstahlzulagen (B500S B) eingelegt wer-
nicht gewechselt werden, und 5 m auf dem den. Grundsätzlich kann man sagen, dass bei
Maßstab sind dann 5 cm2/m Stützbewehrung. Bodenplatten die untere und obere Beweh-
6.1 Die Bodenplatte 117

rungslage vollflächig mit Betonstahlmatten wenn sie größer als die erforderliche Min-
bewehrt wird. Die erforderliche Mehrbeweh- destbewehrung ist.
rung, z. B. über der Stützung, wird mit Stab-
stahlzulagen abgedeckt. 6.1.3 Bewehrungsanordnung
In der Längenermittlung zur Feldbewehrung Randeinfassung mit Stecker und zwei Längs-
mit einem erforderlichen Bewehrungsquer- stäben  10 bis  12. Die Schenkellänge des
schnitt von 5 cm2/m gehen wir wie folgt vor. Steckbügels mit 2  h kann man vernachläs-
Als Grundbewehrung ist eine Betonstahlmat- sigen. Bei einem  8 sind das 50 cm. Schen-
te Q335A eingelegt. Den fehlenden Rest- kellänge nur ɩ b,rqd.
querschnitt von 1,65 cm2/m tragen wir von Im obigen Beispiel tritt keine aufgezwungene
der unteren Kurve nach oben ab. Im Schnitt- Verformung auf. Die Gründungsplatte mit
punkt haben wir wieder die rechnerischen ebener Unterseite kann sich beim Abfließen
Endpunkte und addieren beidseitig 50 cm. der Abbindewärme verkürzen. Es ist keine
Diese Zulagen werden auf die untere Feld- Rissbreitenbewehrung erforderlich. Es sei
bewehrung gelegt. Die Ermittlung der Matten denn, es sind besondere Anforderungen an
oder Rundstahlbewehrung macht nur Sinn, den Beton gestellt.

Bild 6.1g Querschnitt durch eine Bodenplatte

Zur besseren Veranschaulichung ist die Kurve


entgegengesetzt dargestellt.
50 50 50

Feldbewehrung Feldbewehrung

Stützbewehrung Stützbewehrung

Bild 6.1h Bild 6.1i


Bewehrungsführung mit Anschluss Bewehrungsführung mit Anschluss
einer Außenwand einer Innenwand
20 Anschlussbewehrung in U-Form
Betonierabschnitt
mit Fugenblech kann
auf Bewehrung stehen
Anschlussbewehrung in U-Form
auch möglich
118

Feldbewehrung; untere Lage Feldbewehrung; untere Lage

Feldbewehrung; untere Lage Feldbewehrung; untere Lage


bd bd
Feldbewehrung; untere Lage Feldbewehrung; untere Lage

bd bd bd
bd
Zugkraftdeckungslinie E
E E E

a
E E E E

Versatzmaß
Umhüllende
Endauflager Mittelauflager Endauflager
b,dir Bodenplatte oben; Feldbewehrung 6d s b,dir
Zugkraftdeckungslinie zur Bodenplatte

E
Umhüllende

E
Versatzmaß bd

Zugkraftdeckungslinie
E
bd
Stützbewehrung; obere Lage
bd
Stützbewehrung; obere Lage

Stützbewehrung; obere Lage


6 Bodenplatten
6.1 Die Bodenplatte 119

6.1.4 Rissbreitenbewehrung

Schnitt durch eine Betonwand

Bild 6.1j

Rissbreitenbewehrung in einer
Betonwand. Im unteren Wandbereich
sind die engeren Abstände zu sehen.
Die vertikalen Stäbe liegen innen.

6
24 6
6

1 20 ø 6 (0.48)
S-Haken zur Wandbewehrung
umschließen die Tragstäbe.

21
25

25

2 20 ø 10 (0.71)
Abstandhalter zur Wandbewehrung
liegen zwischen den Bewehrungsstäben.

Schnitt durch eine Bodenplatte

Bild 6.1k
Auch im Bereich von Vesprüngen und
und Kanälen muss die Rissbreiten-
bewehrung eingelegt werden.
120 6 Bodenplatten

6.1.5 Rissbreitenbewehrung zur Der Statiker muss nun die geeignete Min-
Bodenplatte destbewehrung zur Vermeidung des einen
Risses bestimmen.
Folgendes ist bei der konstruktiven Beweh-
rung zur Begrenzung der Rissbreite zu be- Die Mindestbewehrung kann größer als die
achten: erforderliche Tragbewehrung sein. Bei den
statischen Nachweisen ist die Mindestbeweh-
1. Kleine Stabdurchmesser wählen.
2. Geringe Stababstände. rung aus der Rissbreitenbeschränkung meis-
3. Geringer Abstand zum Bauteilrand in der tens größer als die Berechnung zur Trag-
1. Lage. bewehrung.
4. Versetzte Bewehrungsstöße. Die Mindestbewehrung, auch hier die Be-
5. Eine außenliegende Bewehrung. wehrung zur Rissbreitenbeschränkung, muss
Die zu erwartende Rissbreite richtet sich durchlaufen und über die Auflager geführt
nach den Umgebungsbedingungen bzw. da- werden.
nach, welchen Anforderungen das Bauteil
ausgesetzt ist. In der Tabelle 4.10 finden Sie
die Werte zur Begrenzung der Rissbreite. 6.1.6 Rissbreitenbewehrung
Anhand der Expositionsklasse kann man in ƒck = die charakteristische Beton-
Tabelle 4.10 die Mindestanforderungsklasse festigkeit
und die zu erwartende Rissbreite finden. Mit
der Rissbreite kann man den Stabdurchmes- ƒct,eff = 50 der mittleren Betonzug-
ser und den Stababstand bestimmen. Bei festigkeit bei der Bemessung
Doppelstabmatten ist der Einzelstabdurch- ƒyk = der charakteristische Wert der
messer bei der Berechnung einzusetzen. Streckgrenze des Betonstahls
Liegen Bodenplatten ohne jegliche Formän- ƒtk,cal = der charakteristische Wert der
derung frei auf der Sauberkeitsschicht auf Zugfestigkeit des Betonstahls für
und werden beim Schwinden des Betons und die Bemessung
durch das Abfließen der Hydrationswärme,
der Abbindewärme, nicht an der Verformung Bei Platten, die nicht stärker als 200 mm sind
gehindert, kann auf den Rissbreitennachweis und in der Expositionsklasse XC1 ohne we-
verzichtet werden. Die Verformung durch die sentlichen zentrischen Zug, darf auf den
Reibung der Eigenlast ist gering und wird Rissbreitennachweis verzichtet werden (Duk-
durch die eingelegte Bewehrung aufge- tilitätskriterium).
nommen.
Die zulässige Spannung ds für eine gewählte
Sind jedoch Versprünge oder Fundamente rechnerische Rissbreite wk kann nach Tabel-
mit der Bodenplatte verbunden, treten auf- le 4.10 bestimmt werden. Ein Versagen des
gezwungende Verformungen auf. Die Bo-
Bauteils bei Erstrissbildung ohne Vorankün-
denplatte kann sich nicht frei ausbreiten bzw.
digung muss vermieden werden.
verkürzen. Beim Überschreiten der Zugfestig-
keit des Betons entsteht ein Riss. Durch Be- Werden Betonstahlmatten mit einem Quer-
wehrung kann man im Beton keine Risse schnitt AS  6,0 cm2 in zwei Ebenen gesto-
vermeiden. Aber durch eine geeignete Riss- ßen, ist im Stoßbereich der Nachweis der
breitenbewehrung kann man vermeiden, dass Rissbreitenbeschränkung mit einer um 25 %
sich die Längenänderung der Platte auf die- erhöhten Stahlspannung zu führen.
sen einen Riss konzentriert.
6.1 Die Bodenplatte 121

Die Rissbreitenbewehrung (horizontale) soll- dert diesen Vorgang und es entstehen vertika-
te außen liegen und aus dünnen Stäben mit le Risse an der Wandoberfläche. Ohne die
kleinem Abstand bestehen ( 12/e = 10 oder engmaschige Rissbreitenbewehrung würden
 14/e = 10). Die Bewehrung kann an beiden sie weit auseinanderklaffen. Deshalb sollte
Seiten unterschiedlich sein. Zum Beispiel auch bei Wänden ohne Rissbreiteneinschrän-
innen Wasserbehälter, außen Luftfeuchte und kungen eine Bewehrungszulage von je 2 ho-
Regen. rizontalen Längsstäben unten und oben vor-
gesehen werden.
Die kritischen Punkte, an denen sich Wand-
risse zeigen, sind auf einer Länge von ca. Die konstruktive Bewehrung:
2 Wandhöhe zu erwarten. Hier sollte man 1. Kleine Stabdurchmesser des Betonstahls
vorbeugen und wenigstens Sollbruchstellen wählen
durch Einlegen von Dreikantleisten planen. 2. Geringe Stababstände
Die Platte oder das Fundament sind schon 3. Geringer Abstand der Stäbe zum Bauteil-
betoniert. Der Beton ausgehärtet. Nun ver- rand
sucht sich der noch frische Beton in der 4. Versetzte Bewehrungsstöße
Wand auszubreiten. Das Fundament behin- 5. Die Bewehrung sollte außen liegen

ds . A s
d s = d s *.
4 ( h — d ) . b . ƒ ct,0
ƒ ct,eff
ds * .
ƒ ct,0
Wirkungsbereich und Fläche
für A c,ff

2,5d 1 h/2
12

2,5d 1 h/2
12

d1 d1
h
122 6 Bodenplatten

6.2 Erläuterung zu den Die Betondeckung und die Randeinfassung


Bewehrungsdetails sind nach Bild 6.2a auszuführen.
Im Bild 6.2c ist ein Wandanschluss mit Fu-
In der Beschreibung der Details wurde von genband dargestellt. Die Stahl-Pos. 1, 2, 3
einem Beton C20/25 und einem Verlegemaß sind in der Form und Lage wie in den Bil-
von 3,5 cm ausgegangen. dern 6.2a und 6.2b dargestellt. Zum leichte-
Bild 6.2a zeigt einen einfachen Außenwand- ren Einbau der Bewehrung und des Fugen-
anschluss. Die Wandanschlussbewehrung be- bandes wurde eine Aufkantung von 10 cm
steht hier aus einer U-Form. Um die Länge Höhe vorgesehen.
dieser Pos. 1 zu ermitteln, müssen wir wis- Um das Fugenband in seiner Lage zu halten,
sen, wie weit der Stahl aus der Bodenplatte ist eine zusätzliche Bewehrung erforderlich.
herausragen muss. In der Tabelle 3.4 ist die Die Stahl-Pos. 4 wird beidseitig des Fugen-
Länge zu dem Durchmesser 8 mm und einem bandes im Abstand von 30 cm eingebaut. Der
Beton C20/25 mit 53 cm angegeben. Abstand des Schenkels zum Fugenband sollte
Die Breite der Pos. 1 bestimmt sich aus dem 2 cm betragen. Diese Stahlform ist eine kon-
2-fachen Abzug der Betondeckung und der struktive Bewehrung und bedarf keiner Ver-
Wandbewehrung. Von einer 25 cm starken ankerungslänge. Das Verlegemaß, die Über-
Wand sind dann 2  3,5 cm Betondeckung greifungslänge und die Stahlformen sind dem
und 2  1,5 cm für die anschließende Matte Bild 6.2b zu entnehmen.
abzuziehen. Im Bild 6.2d ist ein biegesteifer Wandan-
Bodenplatten sollten immer eine Randeinfas- schluss an eine Bodenplatte dargestellt. Zur
sung erhalten. Der Steckbügel zur Randein- Abdichtung des Bauwerks ist hier ein spezi-
fassung, Stahl-Pos. 2, muss ɩb,rqd nach Ta- elles Fugenblech eingebaut worden. Dieses
belle 3.2 in die Platte einbinden. Die Höhe Blech wird nur auf die Bewehrung gestellt
des Steckbügels wird analog zur Stahl-Pos. 1 und hält dem Wasserdruck stand. Eine biege-
ermittelt. Achten sollte man auf die Eckbe- steife Ecke lässt sich nicht mit U-Formen
reiche der Bodenplatte. Hier kreuzen sich die herstellen. Die Verankerungslängen in der
Steckbügel und es muss eine neue Stahlform Bodenplatte sind bei der U-Form zu kurz.
gewählt werden. Dieser Steckbügel sollte in Die Stahl-Pos. 1 muss bei Belastung von au-
der Höhe 2 cm kleiner sein. ßen auch außen liegen. Tritt die Belastung
Die Stahl-Pos. 3 ist statisch nicht erforder- von innen auf, muss Pos. 1, die stärkere Be-
lich. Um aber Pos. 1 und 2 in ihrer Lage zu wehrung, auch innen liegen. In Tabelle 3.4
halten, sollte sie in den Eckbereichen vorge- ist die Übergreifungslänge für Pos. 1 mit dem
sehen werden. Stabdurchmesser 12 mm mit 79 cm angege-
ben. Die Stahl-Pos. 1 muss mindestens 79 cm
Im Bild 6.2b ist der Außenwandanschluss
aus der Bodenplatte ragen, sie muss aber
mit Fugenblech, einer Aufkantung zum leich-
auch in der Bodenplatte mit der Zugbean-
teren Einbau der Bewehrung und die Wand-
spruchung verankert werden. Diese Veranke-
anschlussbewehrung aus 10 mm Stäben dar-
rung beginnt ab der oberen Bewehrungslage
gestellt. Eine Wandanschlussbewehrung aus
in der Bodenplatte und kann mit dem Faktor
L-Formen findet man nur bei Rahmenecken,
0,7 nach Tabelle 3.1 abgemindert werden.
oder auskragenden Wänden. Wegen des
Die Pos. 4 wird statisch nicht so stark bean-
schnelleren Einbaus wird auch hier die U-
sprucht und muss mit dem Durchmesser
Form gewählt.
10 mm mindestens 66 cm aus der Bodenplat-
Nach Tabelle 3.4 muss der vertikale Schen- te ragen. Um die innere Ecke zu sichern, wird
kel der Stahl-Pos. 1 mindestens 66 cm über zusätzlich die Stahl-Pos. 5 eingebaut. Diese
die Aufkantung ragen. Das ist die Anschluss- Form liegt immer oben und schließt an die
bewehrung für die anschließende Betonwand. äußere Bewehrung an.
6.2 Erläuterung zu den Bewehrungsdetails 123

6.2.1 Bewehrungsdetails

Bild 6.2a Bild 6.2b


Anschluss Wand-Bodenplatte Anschluss Wand-Bodenplatte
25 25

ø 10/e = 15 (2,07)
BSt-Matte BSt-Matte BSt-Matte BSt-Matte
ø 8/15 ø 10/15 Betonierabschnitt
Betonierabschnitt
3 ø 10 1 3 ø 10 1 mit Fugenblech

96

96
3 BSt-Matte 3 BSt-Matte

25
15

1
2
2
73

73

3 3 ø 10 ø 8/17 3 3 ø 10
ø 8/17
50
15
15

50 1 ø 8/e = 15 (1,61) 6 ø 10 in laufende Meter


2 ø 8/e = 17 (1,15) 3

3 6 ø 10 in laufende Meter
Bild 6.2c Bild 6.2d
Anschluss Wand-Bodenplatte Anschluss Wand-Bodenplatte
25
BSt-Matte
ø 10/e = 15 (2,07)

BSt-Matte
ø 10/15 Betonierabschnitt BSt-Matte BSt-Matte
1 mit Fugenband
4 ø 10 ø 12/15 Betonierabschnitt
3 ø 6/30 1 mit Fugenblech
3 ø 10
BSt-Matte
96

BSt-Matte
96

4 3 4
4
25
2 15
1

2
ø 8/17 3 6 ø 10
ø 8/17 3 ø 10 3 5
50
ø 10/e = 15 /1,03)
15

50
aussen

innen

2 ø 8/e = 17 (1,15)
1,00

73

6
unten
unten
22

22

30
40
1 ø 12/e = 15 (1,40)
4

4 ø 6/e = 30 (0,50)
aussen

Für Fugenbandeinfassung
30

oben
3 10 ø 10 in laufende Meter 60
5 ø 10/e = 15 (0,90)
124 6 Bodenplatten

6.2.2 Erläuterung zu den Innen- mit dem Faktor 0,7 aus Tabelle 3.1 abge-
wandanschlüssen mindert werden. Beachten sollte man noch
die Lage der unteren Schenkel.
Die Bewehrung wurde für einen Beton Bild 6.2g stellt den Anschluss einer Mittel-
C20/25 und einer Betondeckung von 3,5 cm stütze an die Bodenplatte dar. Die Belastung
gewählt. aus der Stütze ist für die 25 cm starke Bo-
Bild 6.2e zeigt einen Wandanschluss für eine denplatte zu hoch. Alternativ zu einem Fun-
Mittelwand. Die Anschlussbewehrung zu der dament wird hier eine Bodenplattenverstär-
aufgehenden Wand wird mittels einer U- kung vorgesehen. Die Abmessungen betra-
Form hergestellt, denn einzelne Stäbe mit gen, b/d/h = 50/50/50 cm und die Abmessun-
einem Haken zu versehen, würde zu einem gen der Stütze sind 25/25 cm.
längeren Arbeitsaufwand und einer ungenau- Die Bewehrung: Die Überprüfung der
en Verlegung führen. Höchstbewehrung in einem Schnitt hat Vor-
Die U-Form oder Stahl-Pos. 1 muss mit der rang vor der Ermittlung der Übergreifungs-
anschließenden Mattenbewehrung übergrei- länge. Die Stütze wird mit vier Stäben vom
fen. Diese Übergreifungslänge können wir Durchmesser 16 mm bewehrt. Im Stoßbe-
aus Tabelle 3.4 mit dem Stabdurchmesser reich befinden sich 2  4 = 8 Stäbe, diese
und der Betongüte ablesen. Nach der Tabelle haben eine Querschnittsfläche von 16,1 cm2
muss die Stahl-Pos. 1 mindestens 53 cm aus nach Tabelle 3.9. Die Stütze hat einen Quer-
der Bodenplatte ragen. Diese Länge kann schnitt von 625 cm2. Dieser Wert multipli-
man mit dem Faktor As,erf /As,vorh kürzen. Zu ziert mit dem Faktor 0,09 ergibt die Höchst-
der Übergreifungslänge addieren wir noch bewehrung in einem Stützenquerschnitt. Sie
die Einbindetiefe von 20 cm bei einer Bo- beträgt 56,5 cm2. Längsstäbe dürfen in einem
denplattenstärke von 25 cm hinzu und das Schnitt gestoßen werden.
Schenkelmaß ist 73 cm.
Die Übergreifungslänge wird nach Tabelle
Zu bestimmen ist noch die Breite der U- 3.5 für Zugstöße bestimmt. Sie beträgt für
Form. Hier müssen beidseitig von der Wand- einen Stabdurchmesser 16 mm und bei einem
stärke die Betondeckung von 3,5 cm und die C20/25 mindestens 1,51 m. Der untere
Betonstahlmatte abgezogen werden. Dieses Schenkel kann mit dem Faktor 0,7 multipli-
Maß sollte man nicht zu knapp wählen, denn ziert werden, und die Verankerungslänge be-
im Stoßbereich der Wandbewehrung liegen ginnt ab der oberen Bewehrungslage. Der
2 Matten übereinander. Die Betondeckung Bügel Pos. 3 muss einseitig schmaler werden,
muss eingehalten werden. Die Längsstäbe, denn die Anschlussbewehrung muss vorbei-
Pos. 2, sichern die Lage der Stahl-Pos. 1. geführt werden.
Bild 6.2f zeigt einen Wandanschluss für eine Bild 6.2h zeigt einen Bodenplattenversprung.
Mittelwand mit starker Biegebeanspruchung Die Stahlform Pos. 1 wird bei Versprüngen
und wechselnder Belastung. Aus diesem
zur Weiterleitung der Stützbewehrung einge-
Grund werden zum Wandanschluss zwei L-
baut. Der Durchmesser und die Länge der
Formen gewählt.
oberen Schenkel sind der Statik zu entneh-
Die Übergreifungslänge der Stahl-Pos. 1 men. Die Stäbe der Pos. 1 müssen so weit ins
entnehmen wir aus der Tabelle 3.4 mit 79 cm Feld geführt werden, bis die anschließende
und addieren die Einbindetiefe hinzu. Die Matte den erforderlichen Bewehrungsquer-
Schenkellänge beträgt 1,00 m. schnitt aufnehmen kann. Von diesem Punkt
Auch die untere Schenkellänge wird nach wird der Stahl mit dem Versatzmaß und ɩbd
Tabelle 3.4 bestimmt. Die Verankerung verankert. Der Durchmesser sollte 14 mm
beginnt ab der oberen Mattenlage und kann nicht überschreiten.
6.2 Erläuterung zu den Bewehrungsdetails 125

6.2.3 Bewehrung zu den Innenwandanschlüssen

Bild 6.2e Bild 6.2f


Anschluss Wand-Bodenplatte Anschluss Wand-Bodenplatte
25 Stützenanschluß analog 25
BSt-Matte

1 2x ø 12/e = 15 (1,35)
BSt-Matte BSt-Matte BSt-Matte
ø 12/15
ø 8/15 ø 12/15 1
Betonierabschnitt Betonierabschnitt
2 ø 10 1 2 ø 10 1
BSt-Matte

1,00
2 2 BSt-Matte
25

25
35
2 2 ø 10 2 2 ø 10
2 4 ø 10 in laufende Meter
73

73

15
1 ø 8/e = 15 (1,61)

Bild 6.2g
Anschluss Stütze-Bodenplatte
25 Bild 6.2h
2 ø 16
Bewehrung Bodenplattenversprung
2 ø 16
2 ø 16
2 ø 16 2
Betonierabschnitt
3ø6 2
25
3 BSt-Matte BSt-Matte BSt-Matte

2
25

65

Bügel nicht
25

dargestellt
1 5 ø 10 1
2 4 ø 16 (2,60)

1 BSt-Matte 2
5 ø 10 liegt auf Pos. 2
18
2,00

13 9

80 oben
13

9
18
56

oben 98
3 3 ø 6 (0,80)
16

25 18 unten
35
1 ø 10/e = 15 (2,68)
38

54
54
61
1 10 ø 10 (1,69)
126 6 Bodenplatten

6.3 Bewehren einer Bodenplatte Ist die erste Mattenlage verlegt, werden nun
die Steckbügel Pos. 2 und 3 mit der Pos. 4
Nach den Umgebungsbedingungen ist die und den Längsstäben Pos. 6 eingebaut Um
Bodenplatte ein Gründungsbauteil und in die die Höhe der Pos. 2 zu ermitteln, müssen 2 
Expositionsklasse XC2 einzustufen. Als Be- das Verlegemaß und 2  die Matte abgezogen
ton sollte mindestens ein C20/25 verwendet werden. 25 – 7 – 3 = 15 cm. Die Länge der
werden. In Tabelle 2.1 findet man zwar einen Schenkel ist nach DIN ɩb,rqd . Die Pos. 3 im
Beton C16/20 in der Expositionsklasse XC2, Kreuzungsbereich der Steckbügel wird 2 cm
zur Anwendung sollte aber der Beton C20/25 niedriger gewählt.
kommen. Dieser C20/25 entspricht dem alten
B25 und dieser hatte nach jahrelanger Erfah- Die Stahl-Pos. 4 ist die Anschlussbewehrung
rung sehr gute Eigenschaften. Der Statiker für die aufgehenden Wände. Diese Form
rechnet immer mit den Werten eines C20/25. muss nach Tabelle 3.4 eine Übergreifungs-
länge von 66 cm haben. Die Schenkellänge
Die Betondeckung oder das Verlegemaß cv ist dann die Übergreifungslänge plus 20 cm
finden wir anhand der Expositionsklasse in Einbindetiefe. Die Breite der Stahl-Pos. 4
Tabelle 2.2. In dieser Tabelle ist die Beton-
ermitteln wir mit der Wandstärke minus 2 
deckung von 3,5 cm gleichbleibend bis zum
dem Verlegemaß, minus 2  der Matten-
Stabdurchmesser 20 mm. Mit der Angabe des
stärke. 25 – 7 – 3 = 15 cm.
Verlegemaßes werden die Höhen der Ab-
standhalter und Unterstützungen bestimmt. Grundsätzlich sollten in jeder Wandecke
Die Bodenplatte, ein großflächiges Bauteil, mindestens vier Längsstäbe mit dem Durch-
wird in der unteren und oberen Bewehrungs- messer 12 mm als Anschlussbewehrung vor-
lage mit Betonstahlmatten bewehrt. Im Kapi- gesehen werden. Die Stahl-Pos. 5 ist als An-
tel 6.3.1 wurde eine Betonstahlmatte Q524A schlussbewehrung bestimmt. Die Länge der
in der unteren und oberen Lage eingezeich- Schenkel richtet sich nach Tabelle 3.4 mit
net. Die Angaben über diese Matte finden der Übergreifungslänge von 79 cm und der
sich in Tabelle 4.1 wieder. Die Betonstahl- Einbindetiefe von 20 cm. Der horizontale
matte, 6 m lang und 2,30 m breit sowie mit Schenkel kann konstruktiv ausgeführt wer-
einem Bewehrungsquerschnitt von 5,24 cm2/m den.
in Längsrichtung und in Querrichtung, ist Als Stützbewehrung sind in der unteren Lage
eine Randsparmatte. Das bedeutet, dass die unter der Mittelwand 7,5 cm2/m Bewehrung
ersten drei Maschen in Querrichtung zur erforderlich. Die vorhandene Betonstahlmatte
Übergreifung genutzt werden. Die Übergrei- Q524A kann man von diesem Wert abziehen.
fungslänge in der Längsrichtung wird nach Der Restquerschnitt wird mit Stabstahlzula-
Tabelle 4.2 bestimmt. Hier muss man aber gen abgedeckt. Bevor die obere Mattenlage
Folgendes beachten: verlegt wird, müssen die Unterstützungs-
Die Bodenplatte ist 25 cm stark, dementspre- körbe eingebaut werden. Die U-Körbe stehen
chend sind die Verbundbereiche für die obere auf der Schalung, hier auf der Sauberkeits-
und untere Bewehrungslage dem guten Ver- schicht. Die Höhe errechnet sich mit der
bund zuzuordnen. In Tabelle 4.2 finden wir 25 cm starken Bodenplatte minus 1  die Be-
für eine Q524A und einen Beton C20/25 die tondeckung, minus die obere Mattenlage. Im
Übergreifungslänge mit 50 cm angegeben. Stoßbereich der Matten, können drei Matten
Anhand der Tabelle 4.4 können wir dieses übereinander liegen. 25 — 3,5 – 2,5 = 19 cm.
Maß überprüfen. 3 Maschen sind 3  der Ab- Gewählt wird ein Unterstützungskorb U19.
stand der Mattenstäbe gleich 45 cm. Addie- Die Anzahl errechnet sich aus der Grundflä-
ren können wir noch die Stabüberstände von che der Bodenplatte multipliziert mit dem
2,5 cm je Mattenende. Nach der Maschenre- Faktor 1,3 in Metern. Ein Korb ist 2 m lang
gel beträgt die Übergreifungslänge 50 cm. und liegt dann im Abstand von 70 cm.
6.3 Bewehren einer Bodenplatte 127

6.3.1 Bodenplattenbewehrung

50

13
50

15
50
3 3 ø 8 (1.13) 50
6 1 ø 10 (90.00) LFDM
2 85 ø 8 (1.15)
untere Lage 2 53 ø 8/e = 17
3 ø 8/e = 17

6 3 ø 10

4A A
Q 52 . 73 Q524 3
5
6x
1 6 x 1 .7
6.00
3

3 .7
32 ø 8/e = 17

3 ø 10 24A
6 524 A Q5
4 Q 3

24A
43 ø 8 (1.80)

Q5
3
2
1.80

.30 524A
2 4 Q 2 .3 0
6x 0x
6. 0
3.7
1

A
4A Q 524
1 Q52 2
93 ø 10 (1.87)

1 43 ø 8/e = 20 Bewehrungszulagen als Stützbewehrung

4 ø 12 obere Lage
86
86

4 57 ø 10/e = 15
5
15
4

4A A
Q 52 . 73 6 Q524 3
5
6x
1 6 x 1 .7
3 ø 10 6.00
36 ø 10/e = 15

3 .7

3 ø 10 A 24A
524 Q5
6 4 Q 3

24A
Q5
4
4 ø 12 (1.40)

524A
2 .30 4 Q 2 .3 0
6x 0x
6. 0
1,00

3.7 A
524
5

4A
1 Q52 2 Q
unten
40
128 6 Bodenplatten

6.3.2 Bewehren einer Bodenplatte Die Übergreifungslänge nach Tabelle 4.2


mit Versprung und der Mattenlage im guten Verbundbereich
ist mit dem Beton C30/37 gleich 33 cm. Die
Im Kapitel 6.3.3 sehen wir den Schnitt und Betonstahlmatte Q424A ist eine Randspar-
den Teilgrundriss einer Bodenplatte mit Ver- matte. Diese drei Maschen werden zur Über-
sprung. Die Außenwand wird von innen be- greifung in Querrichtung mit 50 cm genutzt.
lastet und es tritt eine Rahmenwirkung auf. Die Höhe der Unterstützungen errechnet sich
Anhand der Umgebungsbedingungen müssen aus der Plattenhöhe minus Verlegemaß und
erst die Expositionsklassen festgelegt wer- minus Betonstahlmatte. Beachten sollte man
den. In Tabelle 2.1 finden wir die Expositi- im Übergreifungsbereich der Betonstahl-
onsklassen mit der Betongüte und nach Ta- matten, dass drei Matten übereinander liegen.
belle 2.2 werden die Verlegemaße bestimmt. Gewählt wird bei einer Plattenhöhe von
30 cm ein Unterstützungskorb mit der Höhe
Eine Bodenplatte ist immer ein Gründungs- von 22 cm. Der Unterstützungskorb steht auf
bauteil mit der Expositionsklasse XC2. Wird der Sauberkeitsschicht.
dieses Bauteil zur Gründung einer Garage
genutzt, muss die Expositionsklasse XD1 In biegebeanspruchten Bauteilen muss die
berücksichtigt werden. Auf dem Grundriss ist Bewehrung bei Versprüngen umgelenkt wer-
die obere und linke Wand eine Betonaußen- den. Zu beachten ist hier, dass die Stütz-
wand mit direkter Beregnung. Die Expositi- bewehrung bei den Bodenplatten unten liegt.
onsklasse wird nach Tabelle 2.1 mit XC4 Die Schenkel müssen in der unteren Lage
angegeben, ist aber im Bereich des Gebäudes liegen. Nach Tabelle 3.8 müssen wir für die
mit Fahrzeugverkehr zu rechnen, muss das Stahl-Pos. 2 den Stabdurchmesser 12 mm mit
Bauwerk nach der Expositionsklasse XD3 dem Abstand von 15 cm wählen. Die Beton-
ausgeführt werden. In dem Beispiel wählen stahlmatte können wir hier nicht anrechnen,
wir die Expositionsklasse XD3 und XF1. denn sie ist in der vertikalen Richtung nicht
vorhanden. Die Schenkel der Stahl-Pos. 2
Nach Tabelle 2.1 und 2.2 muss für die Bo- müssen so weit ins Feld geführt werden, bis
denplatte ein Beton C30/37 verwendet wer- die erforderliche Stützbewehrung mit 3,77
den. Das Verlegemaß zur Betondeckung ist cm2/m ausreichend ist. Ab hier muss das
nach Tabelle 2.2 für die Bodenplatte und die
Eisen mit dem Versatzmaß und ɩbd verankert
Betonwände mit 55 mm angegeben. Der
werden. Die Bügel-Pos. 6 und Stahl-Pos. 7
Beton für die Außenwände muss ein C35/45
sind konstruktiv vorzusehen, sie sollten aber
sein.
immer eingebaut werden.
Die Bewehrung der Bodenplatte wird mit
Die Wandanschlussbewehrung wird nach
dem Querschnitt von 3,5 cm2/m in der unte-
Tabelle 3.8 mit dem Durchmesser 14 mm
ren und oberen Bewehrungslage angegeben.
und dem Abstand 15 cm gewählt. Durch das
Am Bodenplattenversprung tritt ein Stütz-
aufzunehmende Biegemoment müssen die
moment auf, das einen Bewehrungsquer-
Stahl-Pos. 1 und 3 von der Wandinnenseite
schnitt von 7 cm2/m. erfordert. Der Beweh-
zur oberen Lage der Bodenplatte umgelenkt
rungsquerschnitt für den Außenwandan-
werden. Die Schenkel müssen so weit ins
schluss ist mit 10 cm2/m angegeben. Diese
Feld oder in die Wand geführt werden, bis
hohe Bewehrung muss an der Wandinnensei-
der erforderliche Bewehrungsquerschnitt der
te liegen, denn hier treten durch die Innenbe-
Anschlussbewehrung erreicht ist. Die an-
lastung die Zugkräfte auf.
schließenden Stahlpositionen sind analog zu
Durch die Vorgaben aus der Statik wird die den Anschlussdetails auszuführen.
Bodenplatte in der unteren und oberen Lage
mit einer Betonstahlmatte Q424A bewehrt.
6.3 Bewehren einer Bodenplatte 129

6.3.3 Bewehrungsführung der Bodenplatte

30 30

aussen
Schnitt Bodenplatte

30
oben
BSt-Matte 75
Betonierabschnitt 7 24 ø 10 (1.05)
4 2
mit Fugenblech 10
3 BSt-Matte 7
1

8 30 10

6
57 ø 10 (1.15)

10 3 ø 10

4 ø 14 (1.55)
1.40 innen
95 aussen

innen

22
1.35 unten
1.40

14
1.25

58
oben oben unten
5
4

17
19

1.20 1.20 1.35


20 18 18 30 2 24 ø 12 (3.64)
1 51 ø 14 (2.97) 3 6 ø 14 (2.95) 50 oben
45 45 12

58

58
19

17

45 45 10 1 ø 10 (100.00) LFDM
8 52 ø 8 (1.09) 9 2 ø 8 (1.07) 22
6 30 ø 8 (2.00)
4 33 ø 10/e = 15

6 ø 14/e = 15 1 27 ø 14/e = 15
3
2ø8
2 ø 14 5 8 28 ø 8/e = 18
9
2 ø 14 5
4 24 ø 10/e = 15

42 4A
1 Q
4A
Q42
2
7 24 ø 10/e = 15
2 24 ø 12/e = 15

Grundriss Bodenplatte
6 30 ø 8/e = 15
24 ø 14/e = 15

424 A
1 Q
2 .3 0
2x 4A
5 . 5 Q42
2
8

4
1

Q 42
1
130 6 Bodenplatten

6.3.4 Bewehren einer Bodenplatte Mehrere dünne Stäbe in der unteren Lage
mit Verstärkung verringern die Rissegefahr im Beton.
Die Querkraftbewehrung ist mit 3 vertikalen
Im Kapitel 6.3.5 ist eine Bodenplatte mit Stäben mit dem Durchmesser 12 mm im Ab-
Verstärkungen im Schnitt dargestellt. Die stand von 10 cm und dem Bewehrungsquer-
Bodenplatte wird 35 cm stark ausgeführt. Die schnitt von 33,93 cm2/m wesentlich zu hoch.
Mindestbewehrung ist nach Statik mit Erforderlich sind 24,0 cm2/m. Da aber in die-
7,7 cm2/m angegeben. Die erforderliche Be- sem Beispiel die Anschlussbewehrung für die
wehrung für den Betonbalken unter der Mit- aufgehende Wand als Schubbewehrung ange-
telwand unten mit 13,0 cm2. Die Querkraft- rechnet wird, ist diese Bewehrungsform einfa-
bewehrung mit 24,0 cm2/m. Unten im Balken cher und bringt auch bei der Verlegung we-
am Endauflager sind 11,0 cm2 erforderlich. sentliche Vorteile. Die Stablängen der Position
Für die Schubbewehrung sind 24,0 cm2/m 3 und 4 errechnen sich aus der Schalung und
vorzusehen. Oben in der Platte sind 11 cm2/m dem Abzug der Betondeckung. Als An-
einzulegen. Nach der Wandstatik sind beidsei- schlussbewehrung für die anschließende Be-
tig 11,5 cm2/m zu verlegen. Die Bodenplatte tonwand muss die Position 3 und 4 mit dem
mit den Verstärkungen wird nach Tabelle 2.1 vertikalen Stab nach Tabelle 3.4 und dem
als Gründungsbauteil in die Expositionsklasse Beton C35/45 mindestens 54 cm ab Oberkante
XC2 eingestuft. Als Tiefgarage in XD3 und Beton herausragen.
befahrbar mit luftbereiften Fahrzeugen und Die aufgehende Betonwand steht außermittig
Gabelstablern in die Expositionsklasse XM2. auf dem Fundament. Für diese Außermittigkeit
Für die Betongüte ist die größte Festigkeits- ist die Stahlposition 7 vorgesehen. Sie liegt in
klasse maßgebend. Erforderlich ist ein C35/45 der oberen Lage und muss dementsprechend
mit einer Betondeckung nach Tabelle 2.2 von nach Tabelle 3.4 verankert werden. Der hori-
55 mm unten und 35 mm unten. Unten ist die zontale Stab muss so weit ins Feld geführt
Platte nur als Gründungsbauteil zu betrachten. werden, bis die Stab-Pos. 6 den erforderlichen
Unter der Bodenplatte wird eine 10,0 cm dicke Bewehrungsquerschnitt aufnimmt. Der verti-
Sauberkeitsschicht vorgesehen. kale Schenkel der Pos. 7 muss mit der Über-
Die Bügelposition 1 und 2 muss oben nicht greifungslänge l0 an Pos. 3 anschließen.
geschlossen werden. Der Betonbalken ist als Die Bodenplatte wird mit Gabelstablern befah-
Plattenbalken gerechnet. Die erforderliche ren. Der Einbau von Lagermatten und Listen-
Querbewehrung übernimmt die Plattenbeweh- matten ist dann wegen den Schweißver-
rung Stahl-Pos. 6. Der Endhaken oben bei der bindungen nicht zulässig. Hier kommen dann
Pos. 1 und 2 ist auch für eine eventuelle Ver- Einzelstäbe oder Sonderdynmatten nach Ka-
legung einer Betonstahlmatte wesentlich vor- pitel 4.4.4 zum Einsatz. Erforderlich sind in
teilhafter. Den erforderlichen Stabdurchmesser der oberen und unteren Bewehrungslage
und Bügelabstand ermitteln wir mit der Tabel- 7,7 cm2/m. Für Einzelstäbe sind das nach
le 3.8. Die erforderlichen 24,0 cm2/m geteilt Tabelle 3.8 Durchmesser 10 mm im Abstand
durch 4 vertikale Stäbe ergeben 6,0 cm2/m. von 10,0 cm. Eventuell erforderliche Zulagen
Nach der Tabelle sind das Bügel mit dem werden dann zusätzlich in den erforderlichen
Durchmesser 10 mm im Abstand von 12,5 cm. Bereichen verlegt. Die Anzahl der Stäbe ist auf
Die Anzahl im Bewehrungsbeispiel errechnet 5,00 m Bodenplatte errechnet. Stabstahl-Pos. 6
sich aus 5,0 m Balkenlänge. In der unteren wird bis zu einer Lagerlänge von 12,0 m gelie-
Lage des Mittelbalkens legen wir nach Tabelle fert. Hier erforderliche Stöße müssen nach
3.9 die Stahl-Pos. 5 mit 7 Durchmesser 16 mm Tabelle 3.4 mit dem anschließenden Stab
ein. Der vorhandene Bewehrungsquerschnitt übergreifen. Es ist noch auf die unterschiedli-
ist mit 14,1 cm2 größer als der erforderliche chen Längen der unteren und oberen Lage zu
nach der statischen Berechnung mit 13 cm2. achten.
6.3 Bewehren einer Bodenplatte 131

6.3.5 Bewehrung einer Bodenplatte mit Verstärkung

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132 6 Bodenplatten

6.3.6 Bewehren einer Bodenplatte rung aufgenommen wird, denn die untere
mit Versprung Mattenbewehrung kann nicht angerechnet
werden, sie läuft nicht durch.
Im Kapitel 6.3.7 ist eine Bodenplatte mit Konstruktiv werden die Steckbügel Pos. 3 und
einem Betonbalken und Versprung im Schnitt 5 eingebaut. Zu beachten sind die Längen der
dargestellt. Die Bodenplatte im linken Be- horizontalen Schenkel, denn die Matten kön-
reich trägt alle Lasten aus den Stützen und nen nicht in der oberen bzw. unteren Lage bis
Wänden in den Baugrund ab. Die Bodenplat- zum Ende des Balkens geführt werden.
te wird hier mit einer Höhe von 35 cm ausge-
Zur Deckung der Schubbewehrung wird die
führt. Im tiefer liegenden rechten Bereich
Position 2 herangezogen. Bei dieser Position
werden die Lasten über die Stützen und
wird zur Bestimmung der vertikalen Schen-
Wände über die Fundamente in den Bau-
kellängen die Betondeckung und noch oben
grund geleitet. Hier wird die Bodenplatte nur
und unten die Mattenstärke abgezogen. Diese
25 cm stark. Auch wenn dieser Bereich als
beiden vertikalen Schenkel sind Maßgebend
Tiefgarage genutzt wird, kann die Bodenplat-
um den Bewehrungsquerschnitt zur Schub-
te mit einer Beschichtung in die Expositions-
bewehrung zu bestimmen.
klasse XC1 und XC2 eingestuft werden. Die
Bodenplatte wird dann mit einem Beton Die aufgehende Wand wird aus einer Halb-
C20/25 und einer Betondeckung von 35 mm fertigteil-Wand hergestellt. Hier wird dann
ausgeführt. Mit der Beschichtung reicht hier beidseitig eine 6,0 bis 7,0 cm starke Filigran-
eine Betonstahlmatte (Lagermatte) Q335A in platte gestellt und der Zwischenraum mit
der unteren und oberen Lage. Die Übergrei- Beton ausgegossen. Zur Bewehrung in den
fungslänge ist nach Tabelle 4.2 und 4.3 mit Filigranplatten muss eine Anschlussbeweh-
38 cm angegeben. Lagermatten als Q-Matten rung aus den unteren Bauteilen in die Wand
sollten in beiden Richtungen mindestens mit Übergreifungslänge geführt werden.
3 Maschen übergreifen. Stabstahl-Position 4 ragt aus dem Betonbal-
ken in den Zwischenraum der aufgehenden
Die 35 cm starke Platte ist als Gründungsbau-
Wand. Eine U-Form sollte hier nicht vorge-
teil in die Expositionsklasse XC2 einzustu-
sehen werden, denn erst sehr spät ist die Stär-
fen. Da die Last aus den oberen Bauteilen auf
ke der Filigranplatten bekannt. Die dargestellte
die Bodenplatte drückt, ist die Bewehrung
Position 4 kann immer verschoben werden.
hier dementsprechend größer. Die Stützbe-
Nach Tabelle 3.4 mit dem Stabdurchmesser
wehrung in den Bodenplatten liegt unten. In
und der Betongüte kann die Einbindelänge des
dem Beispiel sind 6,0 cm2/m erforderlich.
vertikalen Schenkels der Position 4 in die
Nach Tabelle 3.8 sind das Durchmesser
Wand bestimmt werden. Für vertikale Stäbe
10 mm im Abstand von 12,5 cm. Dünne
ist immer der gute Verbund maßgebend. Die
Stäbe in einem engen Abstand sind für den
Einbindelänge in den Betonbalken ist schon
Einbau und der Rissesicherung immer güns-
fast ausreichend. Hier muss nur noch ein
tiger. Die Stützbewehrung muss in beiden
Haken vorgesehen werden. Zur richtigen
Bodenplatten unten liegen und sie muss
Aufstandsfläche sollte dieser aber nicht zu
durchlaufen. Stabstahl-Position 1 ist mit dem
kurz werden. Haken und Krümmungen wer-
Durchmesser 10 mm im Abstand von
den immer mindestens auf zwei querenden
12,5 cm einzubauen. Mit dieser Form wird
Stäben gestellt.
eine Durchlaufwirkung erzielt. Jeweils die
unteren Schenkel der Position 1 muss so lang In den Ecken wird dann die Position 6 einge-
ausgeführt werden, bis die erforderliche bunden. Die dargestellte Bewehrung ist für
Stützbewehrung von der Anschlussbeweh- eine Länge von 5,00 m vorgesehen.
6.3 Bewehren einer Bodenplatte 133

6.3.7 Bewehrung einer Bodenplatte mit Versprung

 

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134

7 Die Weiße Wanne

7.1 Erläuterung zur Weißen 2 cm Scheinfuge ist es, dort, wo der Kon-
Wanne strukteur eine Rissbildung vermutet, soge-
nannte Sollbruchstellen zu bestimmen. Diese
Bauwerke, die sich im Grundwasserbereich verhindern bei Rissbildung ein weiteres Auf-
befinden, werden als Weiße Wanne ausgebil- klaffen.
det. Eine Weiße Wanne besteht aus einer Fugenabdichtungen können mit Fugenbän-
Stahlbetonbodenplatte mit umschließenden dern, Fugenblechen und Injektionsschläuchen
Stahlbetonwänden. Gefordert ist bei dieser ausgeführt werden. Der Einbau von Dicht-
Ausführung, dass der Beton wasserdicht sein rohren ist im Bereich der Sollbruchstellen zu
muss. empfehlen. Alle Fugenbänder, Bleche und
Der Beton wird bei einer Weißen Wanne Dichtrohre müssen miteinander verschweißt
durch Zusatzstoffe wasserundurchlässig. An werden. Die Bewehrung zur Fugenausbil-
der Bezeichnung WU-Beton erkennt man dung ist im Kapitel 7.1.1 dargestellt.
sofort, dass ein wasserundurchlässiger Beton Zur Begrenzung der Rissbreite muss eine gut
gefordert ist. WU-Betone sind nach ihren durchdachte und geplante Rissbreitenbeweh-
Eigenschaften in der DIN EN 206-1 und rung vorgesehen werden. Die Stäbe zur Be-
DIN 1045-2 geregelt. Die DIN fordert für grenzung der Rissbreite werden in Wänden
WU-Betone, die Mindestbetongüte eines horizontal eingebaut und sollten außen lie-
C25/30. gen. Diese horizonzalen Bewehrungsstäbe
Zur Herstellung einer Schwarzen Wanne sind mit einem kleinen Durchmesser und
wird Normal-Beton verwendet und durch geringen Abständen, 10 bis 15 cm, die ideale
eine außenliegende Abdichtung vor Feuch- Bewehrung zur Begrenzung der Rissbreite.
tigkeit geschützt. Sie ist nicht als wasserdicht Der Einbau von Fertigteilelementen in Wän-
zu bezeichnen. Als Schwarze Wanne kennen den mit nachträglich einbetoniertem Ort-
wir jedes betonierte Kellergeschoss, dass betonkern findet immer mehr Anwendung in
nicht mit WU-Betonen hergestellt wurde. der Ortbetonbauweise. Diese Bauweise ist
aber nicht unbedingt vorteilhaft zur Ausbil-
Bei der Weißen Wanne ist besondere Sorgfalt
dung einer Weißen Wanne. In den Bereichen
auf die Ausführung der Fugen zu legen. Ver-
der Anschlussfugen zum Ortbeton und den
sprünge sollten, soweit möglich, vermieden
Stoßfugen der Fertigteile können Undichtig-
werden. In den Abständen von 5 m bis 7 m
keiten auftreten, die später nach dem Ein-
sollten Dehnfugen vorgesehen werden, die
dringen der Feuchtigkeit nicht mehr lokali-
eine ungehinderte Verformung des Bauteils
siert werden können. In den Stoßbereichen
ermöglichen.
der Fertigteilelemente ist auch der Einsatz
Arbeitsfugen unterteilen längere Bauteile in von Dichtrohren möglich. Diese Dichtrohre
einzelne Betonierabschnitte. Scheinfugen sind vertikal mittig zum Ortbetonkern zu
werden mit Dreikantleisten, die in die Scha- stellen und unten mit dem Fugenband zu ver-
lung eingebaut werden, hergestellt. Sinn der schweißen.

© Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH, ein Teil von Springer Nature 2019
K. Beer, Bewehren nach DIN EN 1992-1-1 (EC2), https://doi.org/10.1007/978-3-658-27080-3_7
7.1 Erläuterung zur Weißen Wanne 135

7.1.1 Bewehrungsdetails zur Weißen Wanne

Fugenband-Bewehrung

Schnitt Wand-Bodenplatte
1 ø 6/30
2 Fugenband
4 ø 10
ø 6/30
ø 6/30

30

30
1
1
8
1 ø 6 (0.68) e = 30 cm
ø 8/17 Stückzahl nach Länge des Bauwerks.

6 ø 10
50

19 50
Aufsicht auf die Wand 2 ø 10 (1.19) e = 15 cm
Stückzahl nach Länge des Bauwerks.

Dichtungsrohr
die Flansche werden
mit dem unteren
Fugenband verschweißt.

Dreikantleisten
mit Auswechselbewehrung
136

8 Stützen

8.1 Ortbetonstützen die Stöße der Längsbewehrung versetzt wer-


den. Liegen mehrere Stöße nahe beieinander,
Stützen leiten die vertikale Belastung aus  10  Durchmesser des Stabes, müssen die
dem Gebäude in die Fundamente weiter. Hier Stöße auch versetzt werden. Der Längs-
sollte der Konstrukteur ein genaues Augen- versatz solcher Stöße muss  1,3  ɩ0 sein.
merk auf die Querschnittsabmessungen und ɩ0 (Übergreifungslänge) nach Tabelle 3.3 bis
die Ausführung richten. Die Expositionsklas- 3.5. Der Stababstand der gestoßenen Stäbe
se, die Betondeckung, die Bewehrungswahl sollte gleich 0 bzw. kleiner gleich dem 4-fa-
und die Betongüte, wie Normalbeton bzw. chen Durchmesser des Längsstabes entspre-
hochfester Beton, müssen mit in die Planung chen.
einfließen. Anschlüsse an die anschließenden Ist ein Längsversatz nicht durchführbar, sind
Bauteile und Querschnittsabmessungen sind Muffenstäbe (Bewehrungsanschlüsse) vorzu-
zu beachten. sehen.
Nach dem EC2 ist die kleinste Seitenlänge
Die Längsstäbe der Stützen, die ins obere
einer Stütze 20 cm. Für waagerecht herge-
Geschoss geführt werden, sollten ab einem
stellte Fertigteilstützen ist sie 12 cm.
Stabdurchmesser 16 mm abgebogen werden.
Der kleinste Stabdurchmesser ist nach der Dieser Biegebeginn bei querenden Decken
DIN für Längsstäbe (Tragstäbe) bei Stützen und Unterzügen liegt 50 cm unterhalb des
mit 12 mm festgelegt. Der Abstand der Bauteiles. Die Länge der Biegung ab einem
Längsstäbe untereinander ist s  30 cm. In Stabdurchmesser von 20 mm ist 50 cm und
Stützen mit den Abmessungen b  40 cm und 5 cm tief. Für Stäbe mit dem Durchmesser
h  b genügt ein Stab je Ecke. Ist eine Seiten- 16 mm sind es nach den obigen Angaben nur
länge größer 40 cm, muss der Abstand der 30 cm und die Tiefe der Biegung ist 3 cm.
Längsstäbe kleiner gleich 30 cm sein und der Stäbe mit dem Durchmesser 12 und 14 mm
Abstand vom Eckstab zum letzten Stab in der brauchen nicht abgebogen werden.
betreffenden Ecke darf nicht größer als 15-
Die Querbewehrung (Bügel): Der Mindest-
mal der Bügeldurchmesser sein. Bei einem
durchmesser für Bügel ist Øs  Øsl,max/4;
Bügel von 8 mm Durchmesser ist der Ab-
 6 mm bei Stabstahl und  5 mm bei Beton-
stand der Stähle, 15  0,8 cm = 12 cm und
stahlmatten. Øsl,max ist der größte Durchmes-
die maximale Stabanzahl je Ecke darf 5 Be-
ser der Längsbewehrung.
wehrungsstäbe nicht überschreiten.
Stützen mit polygonalem Querschnitt müssen Die Bügelabstände (smax) smax  12 Øsl,min;
mit mindestens einem Stab je Ecke bewehrt  kleinste Seitenlänge oder Durchmesser
werden. Kreisförmige Stützenquerschnitte, einer Stütze;  300 mm.
werden mit mindestens 6 Längsstäben auf Hier ist Øsl,min der kleinste Durchmesser der
den Umfang verteilt bewehrt. Längsbewehrung. Einfacher gesagt, der größ-
Nach der DIN EN 1992-1-1 darf die Höchst- te Bügelabstand bei Stützen muss kleiner
bewehrung in einem Schnitt nicht größer als oder gleich dem 12-fachen kleinsten Stab-
das 0,09-fache des Stützenquerschnitts sein. durchmesser der Längsbewehrung sein. In
Die Formel lautet 0,09  Ac, wobei Ac die den Bereichen unter und über den Unterzü-
Gesamtfläche des Betonquerschnitts in einem gen oder Platten müssen die Bügelabstände
Schnitt ist. Ist der Bewehrungsquerschnitt auf einer Höhe der größten Seitenlänge des
größer 0,09 des Betonquerschnitts müssen Stützenquerschnitts enger verbügelt werden.

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8.1 Ortbetonstützen 137

Der normale Bügelabstand muss mit dem sen die Bügel auf 1/3 der Übergreifungslänge
Faktor 0,6 multipliziert werden. Auch an den enger verbügelt werden. Das ist aber erst ab
Endbereichen von Übergreifungsstößen müs- einem Durchmesser von 16 mm erforderlich.

8.1.1 Bewehrungsquerschnitte der Stützen

Bild 8.1a Bild 8.1b


Beispiel: Stütze 40 cm Beispiel: Nicht mehr als
1 Längsstab je Ecke 5 Längsstäbe je Ecke
30

15 ø Büg.
Bild 8.1.c Bild 8.1.d
30
30 30 30 15 ø büg.
30 30
15 ø büg.

30

30
30
30
30

15 ø büg.
Konstruktiv 2 ø 12 Bügel im doppelten Abstand
um Abstand 30 cm einzuhalten der Außenbügel, da die Trag-
stäbe größer 15-mal ø Bügel vom
Bügel im doppelten Abstand nächsten Stab liegen.
der Außenbügel, da die Trag-
stäbe größer 15-mal ø Bügel vom Bild 8.1.e
nächsten Stab liegen. 30 30 30
30

Konstruktiv 2 ø 12
um den Abstand 30 cm
einzuhalten
138 8 Stützen

8.1.2 Übergreifungslänge Übergreifungslänge die gleiche Bügelquer-


für Stützen schnittsfläche wie die Querschnittsfläche des
gestoßenen Stabes haben. Das bedeutet, bei
Die Übergreifungslängen für Stabstahl sind einem Stabdurchmesser 20 mm und einem
in den Tabellen 3.2 bis 3.5 angegeben. In Bewehrungsquerschnitt von 3,14 cm2 müssen
Tabelle 3.2 finden wir das Grundmaß der auf 1/3 der erforderlichen Verankerungslänge
Verankerung und gleichzeitig die Veranke- 7 Bügel mit dem Durchmesser 8 mm liegen.
rungslänge der Bewehrungsstäbe für Druck Die Verteilungslänge dieser 7 Bügel errech-
beanspruchte Stützen. nen wir mit Tabelle 3.5. In der Tabelle ist für
In Tabelle 3.3 ist die Übergreifungslänge für einen Stabdurchmesser 20 mm und einem
Stabstähle angegeben, deren Stoßanteil klei- Beton C20/25 die Übergreifungslänge mit
ner gleich 30 % ist. Nach Tabelle 3.6 müssen 1,89 m angegeben. 1/3 von 1,89 m = 0,63 m.
die Längen in Tabelle 3.3 nur bis zum Stab- Die 7 Bügel müssen im Abstand von 10 cm
durchmesser 14 mm angegeben werden. eingebaut werden.
In Tabelle 3.4 sind die Übergreifungslängen Ist der gegenseitige Abstand der gestoßenen
für den Vollstoß bis zum Stabdurchmesser Stäbe größer als der vierfache Stabdurchmes-
14 mm und ab dem Stabdurchmesser 16 mm ser, muss für jeden Stab die geforderte Quer-
mit dem Stoßanteil von kleiner gleich 30 % bewehrung vorhanden sein. Es müssen dann
angegeben. größere Bügeldurchmesser gewählt werden
oder der Abstand muss auf 5 cm verringert
In Tabelle 3.5 finden wir die Übergreifungs-
werden.
längen für Stäbe, deren Stoßanteil am gesam-
ten Bewehrungsquerschnitt größer 30 % ist. Es ist durchaus möglich, Stützen ohne Be-
Dieser Stoßanteil ist als Vollstoß zu betrach- wehrungsanschlüsse direkt auf den Beton zu
ten. Hier muss die Übergreifungslänge nach stellen. Diese Druckstützen werden dann
Tabelle 3.6 erst ab dem Stabdurchmesser unten mit einem Dorn zentriert. Dieser An-
16 mm tabellenmäßig erfasst werden. schluss ist aber nur bei Druckstützen möglich
Wie im Kapitel 8.1 beschrieben, richtet sich und unten am Fuß der Stütze müssen auf das
der Bügelabstand nach dem Stabdurchmesser Grundmaß der Verankerungslänge (ɩb,rqd) die
der Längsbewehrung oder der kleinsten Sei- gewählten, erforderlichen Bügelabstände mit
tenlänge bzw. dem Durchmesser der Stütze. dem Faktor 0,6 multipliziert werden.
Der Abstand der Bügel muss aber immer Probleme bereitet immer wieder der Kreu-
kleiner oder gleich 30 cm sein. zungspunkt Stütze-Unterzug. Hier muss der
Ein engerer Bügelabstand ist am Stützenfuß Konstrukteur auf die richtigen Bauteilabmes-
und unterhalb der Decke bzw. des Unterzu- sungen achten und auch den planenden Ar-
ges auf das Maß der größten Seitenlänge chitekten von der Notwendigkeit größerer
einer Stütze erforderlich. Nach der DIN ist in Bauteilabmessungen überzeugen. Zu schlan-
diesen Bereichen, der erforderliche Bügel- ke Bauteile erhöhen die Gefahr von Bau-
abstand mit dem Faktor 0,6 zu multiplizieren. werksschäden.
Ein Beispiel: Ist der Bügelabstand 20 cm und Im Kreuzungspunkt der Stütze mit dem Un-
die größte Seitenlänge der Stütze 50 cm, so terzug können aus Platzmangel die Unterzug-
muss auf diese 50 cm der Bügelabstand eisen nicht abgebogen werden. Die Längsstä-
20 mal 0,6 = 12 cm sein. Zusätzlich sind an be der Stütze müssen unterhalb des Bauteiles
den Stoßenden der Längsstäbe ab einem abgebogen werden. Nach der DIN ist das bis
Stabdurchmesser von 20 mm Zulagebügel zum Stabdurchmesser 14 mm nicht erforder-
erforderlich. Diese Zulagebügel müssen an lich. Im Bereich der Abbiegung sollten 3 Zu-
beiden Stoßenden auf einem Drittel der lagebügel vorgesehen werden.
8.1 Ortbetonstützen 139

8.1.3 Übergreifungslänge haben und eine Querschnittsfläche gleich der


des gestoßenen Stabes.
Ab einem  20 müssen die Bügel an den Mindestdurchmesser der Querbewehrung ds
Enden eines gestoßenen Stabes auf einer  6 mm bei Stabstahl
Länge von ɩ0/3 den 0,6-fachen Bügelabstand  5 mm bei Betonstahlmatten

0
Bügelquerschnittsfläche 0 /3 0 /3
wie der gestoßene Stab

4 øs
0 0,3 0
1,3 . 0

keine Anschlussbewehrung

min. Stützenbreite
Übergreifungslänge
Bügelabstand = 8 cm

Die Abbiegung der Längs-


b,rqd

stäbe sollte ab dem ø 20 mm


min. Stützenbreite

5,0 cm, für den ø 16 mm =


3,0 cm betragen. Die Durch-
messer 12 mm und 14 mm
müssen nicht abgebogen
werden.
Längsstäbe, die keine Anschlussbewehrung aus
dem Bauteil haben, also auf dem Beton stehen,
müssen auf das Maß der Verankerungslänge b,rqd
enger verbügelt werden. Mit dem 0,6-fachen Wert
des normalen Bügelabstandes.
140 8 Stützen

8.2 Aussteifstützen werden dann mittig zur Mauerwerksbreite


Löcher mit dem Durchmesser 10 mm und
Werden Betonstützen nur zur Aussteifung 15 cm tief in das Betonteil gebohrt. Der Ab-
einer Mauerwerkswand vorgesehen, die sonst stand beträgt je nach Ausführung des Mau-
zu lang würde, oder aus Brandschutzgründen, erwerks 25 bis 50 cm. In diese Löcher wird
dann werden diese konstruktiv bewehrt. In dann ein Bewehrungsstab mit dem Durch-
den Ecken jeweils einen Stabdurchmesser messer 10 mm und 350 mm lang eingeschla-
12 mm und Bügel mit dem Durchmesser gen. Der herausragende Bereich von 200 mm
6 mm im Abstand von 15 cm. wird dann in der Mauerwerksfuge vermörtelt
Aussteifstützen können das geforderte Maß und stellt eine kraftschlüssige Verbindung
einer Stütze von 20 cm unterschreiten. Bei dar. Der Bewehrungsstab hat einen größeren
einer 17,5 cm starken Mauerwerkswand wird Außendurchmesser als 10 mm Bohrerdurch-
diese dann in die 17,5 cm integriert. In der messer. Hier kann auch ein Epoxidharzmörtel
Breite sollte die Stütze aber nicht unter 20 cm eingesetzt werden. Dieser wird vor dem Ein-
liegen. Eine Stützenbreite von 24 cm ist hier schlagen der Ankerstange in das Bohrloch
zu empfehlen. gepresst.
Aussteifstützen können mit dem Mauerwerk
verzahnt werden. Hierbei wird erst die Mau- Ist keine Anschlussbewehrung für die Aus-
erwerkswand erstellt und im Bereich der steifstütze vorhanden, können diese An-
Stütze wird der Stein im Versatz nach Kapi- schlussstäbe auch in das vorhandene Beton-
tel 8.2.1 gemauert. Anschließend beim Beto- teil eingebohrt werden. Bis zu einer Stützen-
niervorgang der Stütze wird die Wand dann höhe von 2,50 m reichen zwei Bohrungen in
als seitliche Schalung genutzt. denen dann Kunstharzmörtel mit den zwei
Anschlussstäben eingesetzt wird. Die Bohr-
Aussteifstützen können auch vor der Mauer-
löcher sollten bei 12 mm Stäben den Durch-
werkswand hergestellt, bzw. betoniert wer-
messer von 14 mm nicht überschreiten. Die
den. Als Anschluss für das Mauerwerk wird
eine Maueranschlussschiene mit Ankern ein- Bohrlochtiefe ist mit 200 mm ausreichend,
betoniert. Passende Mauerwerksanker wer- wobei der Betonstahl mit dem Durchmesser
den dann beim erstellen der Wand in jede 12 mm eine gesamte Länge von 1,00 m ha-
zweite Mauerwerksfuge eingelegt. ben sollte.
Nachträglich kann auch für den Anschluss Im Kapitel 8.2.1 ist die Bewehrung für eine
des Mauerwerks an die Betonstütze eine Aussteifstütze dargestellt. Vier Betonstähle
Lochschiene an den Beton angedübelt wer- mit dem Durchmesser 12 mm müssen min-
den. Dübel M10 im Abstand von 30 cm sind destens 10 cm in das obere Bauteil einbinden.
angebracht. In die Lochschiene werden dann Die Bügel mit dem Durchmesser 6 mm und
die Mauerwerksanker in der Höhe jeder dem Abstand von 15 cm brauchen nicht mit
zweiten Mauerwerksfuge eingeführt. Wird einem engeren Abstand vorgesehen werden.
eine neue Mauerwerkswand an vorhandene Auf die Betondeckung braucht zu den Mau-
Betonbauteile angeschlossen, kann auch hier erwerksseiten nicht geachtet werden. Zu den
die Lochschiene mit den Mauerwerksankern freien sichtbaren Betonflächen sind die Um-
eine kraftschlüssige Verbindung bilden. gebungsbedingungen maßgebend. Diese bei-
Der nachträgliche Anschluss Mauerwerk an den Unterschiede in der Betondeckung sind
Beton kann auch gebohrt werden. Hierbei auch im Brandschutzfall zu beachten.
8.2 Aussteifstützen 141

8.2.1 Bewehrung der Aussteifstütze



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142 8 Stützen

8.3 Beschreibung zur Stütze Längsstäbe gerade an der Anschlussbeweh-


eingeschossig rung vorbeigeführt werden.
Der Bügeldurchmesser richtet sich nach den
Vor der Bewehrungsplanung werden anhand Durchmessern der Längsstäbe. Bis zu einem
der Umgebungsbedingungen die Expositi- Stabdurchmesser von 20 mm können für den
onsklasse, die Betongüte und das Verlege- Bügel Betonstähle mit dem Durchmesser
maß bestimmt. In Tabelle 2.1 ist zu einer 6 mm verwendet werden. Das Bügelmaß
Innenstütze ohne Frosteinwirkung die Expo- errechnet sich aus der Stützenbreite minus
sitionsklasse XC1 mit einem Beton der Güte dem zweifachen Verlegemaß. Das Bügelmaß
C16/20 angegeben. Dieser Beton ist nach ist 34 auf 34 cm.
DIN EN 1992-1-1 mindestens gefordert, es Bügelschlösser werden bei Stützen immer
ist aber möglich, für Bauteile eine größere mit einem Haken versehen. Von der Biegung
Betongüte zu wählen. In der statischen Be- ab sollte der Stahl noch 5Øs länger sein. Für
rechnung finden wir die Angabe eines einen Bügel mit dem Durchmesser 6 mm ver-
C20/25 und die erforderliche Stützenbeweh- maße man den Haken immer mit 9 cm, für
rung mit 12 cm2. einen Durchmesser 8 mm immer den Haken
Nach der Tabelle 3.9 sind für die erforderli- mit 12 cm und für einen Bügel mit dem
che Bewehrung von 12 cm2 vier Beweh- Durchmesser 10 mm ist der Haken 15 cm
rungsstäbe mit dem Durchmesser 20 mm lang.
einzubauen. Mit dem Stabdurchmesser und Der Biegerollendurchmesser nach Tabelle
der Expositionsklasse können wir nach Ta- 3.10 und 3.11 ist 4  der Stabdurchmesser.
belle 2.2 das Verlegemaß bestimmen. Der Abstand der Bügel ist mit der kleinsten
Stützenbreite oder dem 12-fachen kleinsten
Das Verlegemaß ist in Tabelle 2.2 für den
Stabdurchmesser zu wählen. Der kleinere
Stabdurchmesser 20 mm mit 30 mm angege-
Wert ist maßgebend. Der Bügelabstand ist
ben. Von diesen 30 mm kann man den Bü-
geldurchmesser mit 6 mm abziehen. Das 12  2,0 cm = 24 cm. Gewählt sind 20 cm.
gewählte Verlegemaß ist 25 mm und damit Unten am Stützenfuß und oben unterhalb der
größer als der Tabellenwert für den Durch- Decke müssen auf den Bereich der größten
messer 6 mm bzw. 8 mm. Ist die Stütze ein Stützenbreite die Bügelabstände mit dem
R90 Bauteil, muss das Verlegemaß nach Faktor 0,6 multipliziert werden. In den unte-
Kapitel 2.3 bestimmt werden. Hier ist das ren 40 cm ist der erforderliche Bügelabstand
Verlegemaß bis zum Bügel 30 mm. = 10 cm. An den Stoßenden der Übergreifung
wird ein Zwischenbügel vorgesehen. Unter-
Kapitel 8.2.1 zeigt die Bewehrung einer halb der Decke sollten nach der DIN EN
eingeschossigen Stütze. 1992-1-1 die obersten 40 cm enger verbügelt
Zur Längenermittlung der Stahl-Pos. 1 ist werden. Nun ist aber die Verankerungslänge
vom oberen Deckenrand ein Abstand von von 17 cm für den Stabdurchmesser 20 mm
mindestens 8 cm einzuhalten. Ein zu kleiner zu kurz. Das Grundmaß für einen Stab-
Abstand könnte zu Betonabplatzungen füh- durchmesser 20 mm ist nach Tabelle 3.2 mit
ren. Unten stehen die Längseisen auf der 94 cm angegeben. Die Verankerungslänge ist
Bodenplatte oder dem Fundament und über- ɩbd. Nach Kapitel 3.2.1 errechnet sich die
greifen mit den Bewehrungsstäben aus dem Verankerung aus ɩb,rqd  As,erf/As,vorh. Die
Fundament. Verfolgt man den Verlauf der Verankerungslänge ist größer als die 2-fache
Anschlussbewehrung, hier als gestrichelte Stützenbreite. Der Bereich von 2  h muss
Linie dargestellt, ist sofort klar, warum die enger verbügelt werden. Auf die Länge von
Bügel im Fundament einseitig schmaler wer- 80 cm müssen Bügel im Abstand von 8 cm
den sollten. In diesem Beispiel können die vorgesehen werden.
8.3 Beschreibung zur Stütze eingeschossig 143

8.3.1 Bewehrungsführung der Stütze

Stütze 40/ 40
Pos.ST1 1 herstellen M = 1:50
C v = 3,0 cm, XC1, Beton C20/25

+4.10
2
25

11 ø 6/e=8

80
2 ø 20

4 ø 20 (4.02)
1 2 ø 20
4.10

4.02
16 ø 6/e=20
3.85

2ø6
2

1
2

2ø6
2
± 0.00

Anschlussbewehrung

Schnitt, M = 1:25
øs 1 1

34
34 9

9
40

34

D 2

34
Ausführung von Bügel-
schlössern bei Stützen: 1 1 2 31 ø 6 (1.54)

40
144 8 Stützen

8.4 Erläuterung zur Stütze Die Bügel müssen unter dem Betonbalken und
über dem Fundament oder Platte auf der Höhe
Im Kapitel 8.4.1 ist eine Stütze mit der auf der größten Stützenbreite einen engeren Bü-
Druck beanspruchten Anschlussbewehrung gelabstand haben. Dieser Abstand muss dem
für die oberen Stützenbewehrung dargestellt. 0,6-fachen Wert des normalen Bügelabstandes
Der Betoniervorgang der Stütze endet an der entsprechen. Auf einer Höhe von 30 cm müs-
Unterkante Unterzug. Bis zur Unterkante sen die Bügel mit einem Abstand von 7,5 cm
müssen auch die Stützenbügel vorgesehen eingebaut werden. Engere Bügelabstände sind
werden. Anschließend wird der Betonbalken auch an den Übergreifungsenden, Stoßenden
über der Stütze betoniert. Ab Oberkante Be- und an den Knickpunkten der Betonstähle
tonbalken beginnt nun die Übergreifungslänge erforderlich. Im Beispiel werden die Bügel im
zum Anschluss der oberen Stützentragstäbe. Abstand von 15,0 cm verlegt. In den erforder-
In der Statik finden wir die Angaben ob es lichen engeren Bereichen werden die Zulage-
sich bei dem statischen System um eine bügel vorgesehen.
Druck- oder Zugstütze handelt. Ob überwie- Für die Anschlussbewehrung oder bei kreu-
gend die Stütze auf Druck beansprucht wird. zenden Betonbalken bzw. Unterzügen wer-
Hier handelt es sich um eine Druckstütze mit den die Längsstäbe der Stützenbewehrung
der erforderlichen Bewehrung von 14,0 cm2. abgebogen. Die Anschlussbewehrung der
Mit der Tabelle 3.9 legen wir die Bewehrung Stütze hätte sonst nicht die Möglichkeit in
fest. Erforderlich sind 4 Betonstähle mit dem der Ecke zu liegen. Bei den kreuzenden Be-
Durchmesser 16 mm und 4 Betonstähle mit tonbalken würden die Stäbe aneinander sto-
dem Durchmesser 14 mm. Die Bügel mit ßen. Den Unterzugstab oder den Stützen-
dem Durchmesser 6,0 mm können bis zu längsstab abbiegen? Es ist vorteilhafter, den
einem Längsstabdurchmesser 20 mm vorge- Stützenlängsstab abzubiegen.
sehen werden. In den Ecken werden jeweils Die Abbiegung sollte für den Stabdurchmes-
ein Stabdurchmesser 16 mm abgebogen ein- ser 16 mm 32 cm unter dem Betonbalken
gebaut. Die Stäbe mit dem Durchmesser beginnen und 30 cm lang sein. Die Tiefe der
14 mm werden an zwei Seiten zu je zwei Abbiegung ist 3,0 cm Eine Abbiegung inner-
Stück verteilt. Diese Stäbe mit dem Durch- halb des Betonbauteils führt nur zu Proble-
messer 14 mm bzw. 12 mm brauchen nicht men in der Bewehrungsführung. Die Stäbe
abgebogen werden. Sie dürfen aber nicht müssten weiter versetzt werden. Eine zu hohe
größer als 15 mal Bügeldurchmesser ab der Betondeckung wäre die Folge.
Bügelecke eingebaut werden. Mit dem Stab-
Die Übergreifungslänge für auf Druck be-
durchmesser 16 mm und den bekannten Um-
anspruchte Bauteile bestimmen wir mit der
gebungsbedingungen können wir die Exposi-
Tabelle 3.2. Mit der Betongüte C20/25 und
tionsklasse und die Betongüte nach Tabelle
dem Stabdurchmesser 16 mm lesen wir den
2.1 mit XC1 und einem Beton C20/25 be-
Wert 75 cm ab. Für den Stabdurchmesser
stimmen. Nach Tabelle 2.2 legen wir die Be- 14 mm den Wert mit 66 cm. Vertikale Be-
tondeckung (Verlegemaß cv) mit 2,5 cm fest. wehrungsstäbe sind immer dem guten Ver-
Die Bewehrungsführung: Von den Außenab- bund zuzuordnen. Die Stabstahl-Pos. 1 mit
messungen der Stütze ziehen wir beidseitig die dem Durchmesser 16 mm muss oben aus dem
Betondeckung mit 2  2,5 cm ab und erhalten Betonbauteil mindestens 75,0 cm herausra-
das Bügelaußenmaß mit 25,0 cm. Wir haben gen. Der Stabdurchmesser 14 mm muss oben
den Bügeldurchmesser mit 6 mm gewählt. Der aus dem Betonbalken mindestens 66,0 cm
erforderliche Bügelabstand ist 12-mal Längs- herausragen. Es sollte aber immer ein Zu-
stabdurchmesser. Mit 12  1,4 cm ist der Bü- schlag von 5,0 cm eingeplant werden.
gelabstand 16,8 cm gewählt 15 cm.
8.4 Erläuterung zur Stütze 145

8.4.1 Bewehrung einer Stütze mit einem Druckstoß

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146 8 Stützen

8.5 Erläuterung zur Stütze Unterzugs und über der Bodenplatte bzw.
über dem Fundament auf die Höhe der größ-
Die Bewehrungsführung einer Ortbetonstütze ten Stützenbreite einen engeren Abstand
mit dem Bewehrungsanschluss für die aufge- haben. Dieser Abstand muss dem 0,6-fachen
henden Bauteile ist im Kapitel 8.3.1 darge- Wert des normalen Bügelabstandes entspre-
stellt. Den ersten Betonierabschnitt bildet die chen. Auf eine Höhe von jeweils 40 cm müs-
Unterkante der Unterzüge. Anschließend sen die Bügel im Abstand von 12 cm vorge-
werden die Unterzüge betoniert und ab hier sehen werden. Engere Bügelabstände sind
beginnt die Übergreifungslänge zum An- auch an den Stoßenden der Übergreifungs-
schluss der oberen Bewehrungsstäbe. stäbe und an den Knickpunkten der Abbie-
In der Statik finden wir die Werte zur Ermitt- gungen erforderlich. Zuerst werden die Bügel
lung der Stützenbewehrung mit 25,7 cm2 im Abstand von 20 cm auf die Höhe der
angegeben. Die Bügelabstände und Durch- Stütze verteilt. Durch Zulagen in der Mitte
messer muss der Konstrukteur bestimmen. sind die geforderten Abstände eingehalten.
Die erforderliche Bewehrung, 8 Längsstäbe Im Bereich kreuzender Unterzüge, mit den
mit dem Durchmesser 20 mm, legen wir mit Außenmaßen der Stütze, müssen die Längs-
Hilfe der Tabelle 3.9 fest. Hier ist der erfor- stäbe abgebogen werden. Die Stützeneckstä-
derliche Bewehrungsquerschnitt mit 25,7 cm2 be würden sonst mit den waagerecht verlau-
zwar leicht unterschritten, ist aber noch im fenden Unterzugstählen aneinander stoßen.
Bereich des Erlaubten. Durch die Lage der enger liegenden Unter-
zugstähle würde eine Abbiegung zu einer
Die Bewehrung ist jetzt ermittelt, aber wie
geringen oder keiner Betondeckung führen.
werden die 8 Stäbe auf den Stützenquer-
Es ist vorteilhafter, den Längsstab der Stütze
schnitt verteilt? Ein Blick in die statische
abzubiegen. Auch innenliegende Stützen-
Berechnung der Unterzüge zeigt uns den
längsstähle müssen bei kreuzenden Unter-
Unterzug mit der größten Belastung bzw.
zügen abgebogen werden.
größten Bewehrung. Rechtwinklig zu diesem
Unterzug müssen je Seite 4  Durchmesser Die Abbiegung sollte für den Stabdurchmes-
20 mm eingebaut werden. ser 20 mm 50 cm unter dem Unterzug begin-
Mit dem gewählten Stabdurchmesser 20 mm nen. Die Länge der Abbiegung muss 50 cm
und den bekannten Umgebungsbedingungen sein und mit einer Tiefe von 5 cm ausgeführt
können wir die Expositionsklasse und Beton- werden. Befindet sich die Abbiegung inner-
güte nach Tabelle 2.1 und das Verlegemaß halb des Unterzugs, würde der Platz für den
nach Tabelle 2.2 bestimmen. Gewählt ist ein Unterzugstahl nicht ausreichen. Die Über-
Beton C25/30 und die Betondeckung (Verle- greifungslänge können wir für ein auf Zug
gemaß cv) mit 3 cm. beanspruchtes Bauteil nach Tabelle 3.5 be-
Die Bewehrungsführung: Von den Quer- stimmen. Mit der Betongüte C25/30 und dem
schnittsabmessungen der Stütze ziehen wir an Stabdurchmesser 20 mm müssen die Längs-
allen Seiten das Verlegemaß 3 cm ab und stäbe oben 1,62 m aus dem Unterzug ragen.
erhalten das Bügelaußenmaß mit 34 cm. Der Die Tabelle 3.5 ist maßgebend, weil alle
Bügeldurchmesser wird bis zum Längsstab- Stäbe in einem Schnitt gestoßen werden.
durchmesser 20 mm mit 6 mm gewählt und Aufgerundet ist die Länge 1,65 m.
der erforderliche Bügelabstand ist 12-mal Die Schalmaße sind nach DIN anzugeben.
Längsstabdurchmesser. Der erforderliche Bü- Die zugehörigen Zeichnungen, die Expositi-
gelabstand ist 24 cm, aber aus konstruktiven onsklasse, die Betondeckung, die Betongüte,
Gründen und um Betonabplatzungen zu ver- der Biegerollendurchmesser und die Stahl-
meiden, wählt man den Bügelabstand nicht güte mit der letzten Stahl-Pos. müssen auf
über 20 cm. Die Bügel müssen unterhalb des dem Plan stehen.
8.5 Erläuterung zur Stütze 147

8.5.1 Bewehrung einer Stütze mit einem Zugstoß

Stütze 40/40
Pos.ST1 1 herstellen M = 1:50
C v = 3,0 cm, XC3/XF1, Beton C25/30 5

1.65

1.80

1.80
+4.10
60

4 ø 6/e=20

50
50
2 ø 20
1 2 ø 20

4 ø 20 (5.30)

4 ø 20 (5.30)
1
3

2 ø 20

3 19 ø 6/e=20
4.10

2 2 ø 20

3.00
3.50

3.00
3 2 ø 6/e=20

2
3
2 ø 6/e=20

2
± 0.00

Schnitt, M = 1:25
øs
1 3 1

34
34 9
40

D 2 2
34

Ausführung von Bügel- 34


1 1
schlössern bei Stützen: 3 27 ø 6 (1.54)
40
148 8 Stützen

8.6 Erläuterung zur Stütze dem 0,6-fachen Wert der erforderlichen Bü-
20/70 cm gelabstände am Stützenanfang und oben
unterhalb der Decke bzw. des Unterzugs sind
Im Kapitel 8.4.1 ist eine Innenstütze ohne jeg- auf das Maß der größten Stützenbreite zu
liche Anforderungen an die Umgebungsbe- verlegen.
dingungen dargestellt. Die Stütze hat die
Auch ist die Verankerungslänge für den
nach der DIN geforderten 20 cm Mindestab-
Längsstabdurchmesser 20 mm zu kurz. Nach
messung und ist eingeschossig. Die Vorgabe
Kapitel 3.2.1 muss oben auf eine Länge von
ist ein Beton C20/25 und der Bewehrungs-
2  h eine engere Verbügelung vorgesehen
querschnitt ist mit 12,6 cm2 je Seite ange-
werden. Wobei die Verankerung mit ɩbd
geben. Um das Verlegemaß zu bestimmen,
bestimmt wird. Das Grundmaß der Veranke-
müssen wir erst die erforderliche Bewehrung
rungslänge ist in Tabelle 3.2 für einen
bzw. den Stabdurchmesser festlegen. Diese
Durchmesser 20 mm und den Beton C20/25
finden wir in Tabelle 3.9 unter ,,Querschnitte
mit 94 cm angegeben. Maßgebend für die
für Balkenbewehrungen“.
engere Verbügelung mit dem 0,6-fachen Ab-
Die erforderliche Bewehrung ist: Je Seite 4  stand ist das Maß der größten Stützenbreite.
der Durchmesser 20 mm. Mit dem Stab- Hier 70 cm. Unten am Stützenfuß sind die
durchmesser und der Betongüte können wir geforderten 0,6-fachen Abstände der Bügel
nun mit Tabelle 2.2 das Maß nomc für den auch auf die Höhe der größten Stützenbreite
Stabdurchmesser 20 mm und für den gewähl- einzubauen. Der erforderliche Mindestab-
ten Bügeldurchmesser 8 mm ablesen. Das stand der Bügel richtet sich in der DIN EN
Verlegemaß ist nomc Stabdurchmesser minus 1992-1-1 nach dem dünnsten Stabdurchmes-
Bügeldurchmesser. Diese 22 mm müssen ser oder der kleinsten Stützenbreite. Der
größer als das Maß nomc des 8 mm Bügels kleinere Wert ist maßgebend.
sein. Das gewählte Verlegemaß ist 25 mm bis
In diesem Beispiel ist der Stabdurchmesser
zum Bügel. Von den Stützenabmessungen
mit 12 mm vorgegeben. Der Durchmesser
ziehen wir nun beidseitig 2,5 cm ab und
des Stabes mit 12 multipliziert ergibt den
erhalten die Bügelabmessung.
erforderlichen Bügelabstand mit 14,4 cm.
Die Länge der Längsstäbe richtet sich hier Gewählt werden dann 15 cm.
nach der Geschosshöhe und der Deckenstär-
Zu dieser Stützenbreite wählen wir Bügel mit
ke. Um Betonabplatzungen oberhalb der
dem Durchmesser 8 mm und verlegen sie im
Decke zu vermeiden, muss das Eisen ca.
Abstand von 15 cm über die gesamte Stüt-
8 cm kürzer werden. Achten muss man auf
zenlänge. In den Bereichen der engeren Ver-
die Stababstände der Stahl-Pos. 1. Der zweite
bügelung ist der Abstand dann 7,5 cm. Auch
Bewehrungsstab darf nicht weiter als der 15-
an den Übergreifungsenden der Längsstäbe
fache Durchmesser des Bügels aus der Ecke
müssen die Bügel in einem engeren Abstand
liegen, denn sonst sind Zwischenbügel erfor-
verlegt werden. Hier reicht als erforderliche
derlich. Siehe hierzu auch die Beispiele und
Querbewehrung ein Zulagebügel an den
Erläuterungen im Kapitel 8.1. Der mögliche
Stoßenden aus.
Stababstand in diesem Beispiel ist 12 cm mit
einem Bügeldurchmesser 8 mm. Nun ist aber Diese Erläuterung ist nur ein Beispiel. Denn
der Zwischenabstand der Stäbe immer noch bei dieser Geschosshöhe und der großen
größer 30 cm. Hier können wir nun einen Übergreifungslänge muss die Längsbeweh-
konstruktiven Längsstab mit dem Durchmes- rung aus dem Fundament sofort bis in die
ser 12 mm vorsehen. Diese Möglichkeit ist Decke geführt werden.
aber nur gegeben, wenn der erforderliche Der Biegerollendurchmesser ist für den Bü-
Bewehrungsquerschnitt in der Stütze schon gel = 4  Stabdurchmesser. Ab einem Stab-
ausreichend ist. Die in der DIN EN 1992-1-1 durchmesser von 20 mm ist der Biegerollen-
geforderten Mindestabstände der Bügel mit durchmesser 7  Stabdurchmesser.
8.6 Erläuterung zur Stütze 20/70 cm 149

8.6.1 Bewehrung einer Stütze, 20/70 cm

Stütze 20/70
Statik-Pos. 4.08 Beton C20/25, XC1, Verlegemaß = 2,5 cm
9 ø 8/e=8

2x2 ø 20
1 2x2 ø 20
3

2 ø 12 (3.10)
8 ø 20 (3.11)
3.20

1ø8

3.11

3.10
12 ø 8/e=20

2
1
4 ø 8/e=20
2
3

3
1+1 ø 12

30 30
15 ø büg. 15 ø büg.
2 ø 20
2 1 ø 12
1
3
12
2 ø 20 65
20

15

15
12

1
65
2 ø 20 1
1 2 ø 20 3 26 ø 8 (1.84)
2
1 ø 12
konstruktiv 70
150 8 Stützen

8.7 Stütze rund Wert des erforderlichen Bügelabstandes ein-


zulegen. Oben und unten müssen auf 50 cm
In der DIN EN 1992-1-1 sind für Rundstüt- Höhe engere Bügel im Abstand von 25-mal
zen mindestens sechs Längsstäbe auf den 0,6 = 15 cm eingebaut werden. Gewählt
Umfang verteilt vorgeschrieben. Durch die haben wir zum leichteren Einbau, unten den
unterschiedlichen Bügelabstände verwenden mittleren Wert von 25 cm, also 12,5 cm. Un-
wir hier Ringbügel, keine Wendelbewehrung. terhalb des Unterzuges, im Bereich der Ab-
Bewehrt werden Stützen mit dem Betonstab- biegung des Längseisens, haben wir die Bü-
stahl der Güte 500S (A). gel im Abstand von 8 cm gewählt. Um eine
Sprengwirkung und eine eventuelle Auskni-
Im Kapitel 8.7.1 ist die Bewehrungsführung ckung der Längsstäbe an der Abbiegung zu
einer Rundstütze dargestellt. vermeiden, müssen hier mindestens drei Bü-
Vor der Bewehrungsplanung müssen die gel im Abstand von 8 cm eingelegt werden.
Umgebungsbedingungen bekannt sein. Diese An den Stoßenden der Übergreifungen muss
sind als Außenstütze eines Parkdecks nach nach DIN EN 1992-1-1 auf 1/3 der Übergrei-
der Tabelle 2.1 in die Expositionsklasse XC4 fungslänge die gleiche Bügelquerschnitts-
und XD3 mit einer Betongüte C35/45 einzu- fläche wie der gestoßene Stab vorhanden
stufen. sein. Das bedeutet: Die Übergreifungslänge
für den Längsstabdurchmesser 25 mm ist in
Mit Hilfe der Tabelle 3.9 können wir die
diesem Beispiel 1,60 m. Auf 1/3, also 53 cm,
erforderliche Bewehrung mit den Vorgaben
müssen 4,91 cm2 an Querbewehrung (Bügel)
aus der statischen Berechnung ermitteln. Für
vorhanden sein. Wir müssen 6 Bügel vom
den erforderlichen Bewehrungsquerschnitt
Durchmesser 10 mm im Abstand von 10 cm
von 45 cm2 wählen wir neun Stäbe mit dem
in diesem Stoßbereich von 53 cm einlegen.
Durchmesser 25 mm. Diese geringfügige Un-
terschreitung von 0,8 cm2 ist noch im Bereich Im Kreuzungsbereich von Unterzügen wer-
der erlaubten, 2 % Unterschreitung. den die Längsstäbe der Stütze unterhalb des
Unterzuges auf eine Länge von 50 cm und
Nun müssen wir das Verlegemaß cv mit der
5 cm Tiefe abgebogen. Werden keine Unter-
Betongüte C35/45 und dem Stabdurchmesser
züge vorgesehen, ist eine Abbiegung bei
25 mm festlegen. In Tabelle 2.2 finden wir
Rundstützen nicht erforderlich. Bei Rund-
für die Expositionsklasse XD3 den Wert
stützen können die Anschlussstähle daneben
nomc mit 55 mm angegeben. Das Verlege-
gestellt werden. Bei Eckstützen ist das nicht
maß bis zum Bügel ist 5,5 cm. Ziehen wir
möglich.
von dem Durchmesser der Stütze, hier 50 cm,
zweimal das Verlegemaß ab, erhalten wir den Die Übergreifungslängen finden wir in der
Außendurchmesser von 39 cm. Tabelle 3.5.
Die Bewehrungsführung: Der Abstand der Die Bewehrungsquerschnitte sind in der
Bügel ist 12  Stabdurchmesser. Das ist ein Tabelle 3.9 angegeben.
Bügelabstand von 30 cm. Um Betonabplat- Auch bei dieser Stütze sollte an die Bema-
zungen und Risse zu vermeiden hat man 25 ßung gedacht werden. Die Angaben über die
cm Bügelabstand gewählt. Nach der DIN EN Expositionsklasse, Beton, Betondeckung,
1992-1-1 ist unten am Stützenanfang und Biegerollendurchmesser, Stahlgüte und letzte
oben unter dem Unterzug oder der Decke Eisenposition mit den dazugehörigen Plänen
eine engere Verbügelung auf die Höhe des müssen auf dem Plankopf eingetragen wer-
Stützendurchmessers mit dem 0,6-fachen den.
8.7 Stütze rund 151

8.7.1 Bewehrung zur runden Stütze

5
Stütze rund ø 50 cm
Statik-Pos. 4.01 Beton C35/45 XC4/ XD3
0 = 1,60

Der Knickpunkt muss unterhalb des


Unterzuges liegen.
Die Abbiegung ab einem ø 20 ist

2.55
5,0 cm. ø 16 kann 3,0 cm abgebogen
werden.
ø 12 u. ø 14 brauchen nicht gebogen
werden.

6 ø 8/e=8
2 50
9 ø 25 (5.95)
3 ø 8/e=8
2

2 4 ø 8/e = 25
2.90
1

3 6 ø 10/e = 10
b,rqd = 81
0 = 1,60

25
2 1 ø 8/e = 25 1.4
D
3 6 ø 10/e = 10
Druckstoß
Zugstoß

2 14 ø 8 (1.425)
d = 0,39 m
50
05
9 ø 25 1.5
1

3 12 ø 10 (1.505)
2 3 d = 0.39 m
152 8 Stützen

8.8 Stütze hoch bewehrt greifungslänge nach Tabelle 3.5 mit 2,65 m
über den Unterzug ins Obergeschoss. Der
Im Kapitel 8.8.1 ist die Bewehrungsführung Bewehrungsquerschnitt liegt hier mit 32 Stä-
einer hoch bewehrten Stütze dargestellt. ben bei 203 cm2. Er liegt also unter dem Be-
Vorgegeben ist ein Stützenquerschnitt mit tonquerschnitt. Im Bereich des querenden
den Abmessungen 50/50 cm, der Beweh- Unterzugs müssen die Längsstäbe, hier die
rungsquerschnitt mit 122 cm2 und die Umge- Stahl-Pos. 1, abgebogen werden. Die restli-
bungsbedingungen. Die Stütze ist ein Außen- chen 8 Längsstäbe müssen nach der DIN EN
bauteil mit der Expositionsklasse XC3/XF1 1992-1-1 versetzt gestoßen werden, siehe auch
und einer Betongüte C20/25. Kapitel 8.1.3. Das Versatzmaß ist das 1,3-fa-
In Tabelle 3.9 finden wir die erforderliche che der Übergreifungslänge. 1,3  2,65 m =
Längsbewehrung für den Bewehrungsquer- 3,445 m. Die 8 Bewehrungsstäbe müssen von
schnitt von 122 cm2 mit 20 Bewehrungs- der Mitte des ersten Stoßes an 3,45 m länger
stäben und dem Durchmesser 28 mm. werden. Von diesen Stäben müssen vier
Stäbe, die Stahl-Pos. 2 unterhalb des Unter-
Mit dem Stabdurchmesser der Längsbeweh- zugs, abgebogen werden. Die Abbiegung
rung, dem Durchmesser des Bügels (hier beginnt 50 cm unterhalb des Unterzugs und
10 mm) und der Betongüte können wir an- muss 50 cm lang mit 5 cm Abbiegung sein.
hand der Expositionsklasse das Verlegemaß
mit Tabelle 2.2 bestimmen. Maßgebend ist Die Querbewehrung: Hoch bewehrte Stützen
hier die Betondeckung nomc des Bügels mit müssen mit Bügeln (Durchmesser 10 mm) im
35 mm. Würden wir nomc des Längsstabes Abstand von 15 cm verbügelt werden. In der
zum Ansatz bringen, müssten wir 43 mm DIN ist aber noch ein engerer Bügelabstand
minus 10 mm Bügelstärke rechnen. Dieser auf der Höhe der größten Stützenbreite, am
Wert liegt aber unter dem geforderten Verle- Stützenfuß und unterhalb des Unterzuges
gemaß des 10 mm Bügels mit 35 mm. Das oder der Decke gefordert. Diese Bereiche
einzuhaltende Verlegemaß ist 35 mm bis zum müssen, mit dem Faktor 0,6 multipliziert,
Bügel. Wichtig ist das Verlegemaß zur Be- enger verbügelt werden. In diesem Beispiel
stimmung der Bügelabmessungen, der erfor- müssen 50 cm mit dem Bügelabstand (15 
derlichen Betondeckung und zur Bestim- 0,6 = 9,0), gewählt 7,5 cm, verbügelt werden.
mung der Abstandhalterhöhe. Zu beachten ist der engere Bügelabstand an
Vor der eigentlichen Bewehrungsführung den Enden der Übergreifungsstöße. Hier ist
müssen wir noch die vorhandene Bewehrung nach der DIN gefordert, dass auf einem Drit-
in einem Schnitt prüfen. Nach DIN EN 1992- tel der Übergreifungslänge mindestens der
1-1 darf in einem Bewehrungsschnitt nur der Bewehrungsquerschnitt der Querbewehrung
0,09-fache Wert des Bewehrungsquerschnit- wie der Querschnitt des gestoßenen Stabes
tes gegenüber des Stützenquerschnittes lie- vorhanden ist. Bei einer Übergreifungslänge
gen. Im Übergreifungsbereich der Längsstäbe von 2,65 m, wie in diesem Beispiel, müssen
liegen 2  123,20 = 264,4 cm2 Bewehrungs- auf einem Drittel (= 88 cm) Bügel mit dem
querschnitt. Der Stützenquerschnitt beträgt Querschnitt von 6,16 cm2 vorhanden sein.
Nach Tabelle 3.9 müssen wir 8 Bügel an
50  50 cm = 2500 cm2. Dieser Wert mit
jedem Stoßende im Abstand von 12 cm vor-
0,09 multipliziert, ergibt die mögliche Be-
sehen. Als Querbewehrung kann man hier
wehrung in einem Schnitt. Die mögliche
nur einen Schenkel des Bügels anrechnen.
Bewehrung mit 225 cm2 liegt wesentlich
Trotz der vielen Bewehrungsstäbe sind keine
niedriger als die vorhandene Bewehrung. Die
Zwischenbügel erforderlich. Der dritte Stab
Längsstäbe müssen versetzt gestoßen werden.
aus der Ecke ist nur 15  Bügeldurchmesser
Die Bewehrungsführung: 12 Längsstäbe, die vom 1. Stab entfernt. Der Abstand zum
Stahl-Pos. 1 und 3, führen wir mit der Über- nächsten Stab ist unter 30 cm.
8.8 Stütze hoch bewehrt 153

8.8.1 Bewehrung der hoch bewehrten Stütze

Stütze 5
Statik-Pos. 4.08 Beton C20/25 XC3

Eisen-Pos. 3+4 können gerade eingebaut werden,


0 = 3,445

an dieser Seite quert kein Unterzugeisen.


b,rqd
5

Druckstoß

= 1,703
Zugstoß

Versatz 1,3
Versatz 1,3

b,rqd = 1,31
0 = 2,65

10.65

4 ø 28 (10.65)
4 ø 28 (10.65)

4 ø 28 (7.95)
50
50

5 ø 10/e = 15
8 ø 28 (7.95)

5
um die obere 50 cm
2 ø 28 enger zu verbügeln
4 plus 3 Bügel immer
21 ø 10/e = 15

am Knickpunkt
2 ø 28 2 ø 28
4
3
3

4
2

8 ø 10/e = 12
1
4.50

5 im Stoßbereich engere
4.50

2x2 ø 28
Verbügelung auf 84 cm
2
5

1 2x4 ø 28

3 2 ø 28
8 ø 10/e = 12
5 um die unteren 84 cm
enger zu verbügeln
2 ø 28 4 ø 28
2 1

1 ø 28 1 ø 28 43
15

4 Zwischenbügel nicht erforderlich.


15

4
5 Das 3. Eisen liegt 15 ø b aus der Ecke
43

43

2 ø 28 und der Abstand der Eisen ist kleiner


3 3 2 ø 28
30 cm.
1 ø 28
43
4 4
5 37 ø 10 (2.02)
2 ø 28 2 1 ø 28
1
4 ø 28
154 8 Stützen

8.9 Stütze mit Schrauben- Die Bewehrungsführung: Die Stützenlängs-


anschluss stäbe werden aus dem Fundament bis über
den Betonbalken bzw. Betonbauteil geführt.
Im Kapitel 8.9.1 ist die Stützenbewehrung Der Schraubanschluss mit Typ und Muffe
mit dem Anschluss für die Obergeschoss- gegebenenfalls mit Verschlusskappe müssen
stütze dargestellt. Die Stütze mit dem Quer- angegeben werden. Als Ergänzung kann noch
schnitt 80/80 cm wird nach Tabelle 2.1 in die angefügt werden, dass auch gleichwertige
Expositionsklasse XC3 und XD1 mit der Bewehrungsanschlüsse eingebaut werden
Betongüte C30/37 eingestuft. Die Betonde- können. In diesem Beispiel ist es die Beton-
ckung legen wir nach Tabelle 2.2 mit 5,5 cm stahl-Pos. 1 und 2. Die Bügelform mit der
fest. Schenkellänge wird mit dem Außenmaß der
Stütze minus 2x Betondeckung, hier 2 
Die Bewehrung: Erforderlich sind auf der
5,5 cm bestimmt. Eine ausreichende Über-
gesamten Stützenlänge 293.0 cm2. Für hoch
greifung der Haken ist mit 18 cm erreicht,
bewehrte Stützen sollte der Bügeldurchmes-
auch ist bei diesen hoch bewehrten Stützen
ser größer ausfallen. Für diesen Bewehrungs-
und den hohen Spannungen im Beton der
querschnitt und den Stützenabmessungen
Bügelabstand nicht größer als 15 cm zu wäh-
beträgt der Bügeldurchmesser 12 mm. Die
len. Die Zwischenbügel müssen vorgesehen
erforderlichen Zwischenbügel werden mit
werden und sind in beiden Richtungen erfor-
dem Durchmesser 10 mm gewählt.
derlich, weil Bewehrungslängsstäbe größer
Nach Tabelle 3.9 wird die Längsbewehrung als 15  Bügeldurchmesser aus der Ecke
gewählt. Dünne Stäbe in einem geeigneten eingebaut werden.
Abstand sind immer vorteilhafter. Hier müs-
sen aber 12 Stäbe mit dem Durchmesser Bei dicken Bewehrungsstäben und hoher
32 mm und 16 Stäbe mit dem Durchmesser Betongüte ist auch für den Brandschutz eine
40 mm vorgesehen werden. Bei diesen Stab- dünnere, äußere Schutzbewehrung vorzuse-
durchmessern ist ein Übergreifungsstoß nach hen. Das Größtkorn als Zuschlagstoff sollte
Tabelle 3.5 für den Stabdurchmesser 32 mm 16 mm nicht überschreiten und die Festig-
mit 2,32 m und dem Stabdurchmesser 40 mm keitsklasse des Betons sollte nicht zu hoch
mit 3,15 m nicht sinnvoll. Entweder wird der gewählt werden. Denn bei hohen Temperatu-
Bewehrungskorb zu lang, oder die Beweh- ren kommt es dann sehr schnell zu Abplat-
rungsstäbe erreichen fast das Stützenende im zungen des Betons an den Kanten. Der Stahl
Obergeschoss. Die Stäbe in einer Länge bis liegt frei, das Bauteil verliert sein statisches
ins Obergeschoss zu planen ist kaum aus- Tragverhalten.
führbar. Auf der Baustelle kann der vorgefer- Diese zusätzliche äußere Schutzbewehrung
tigte Bewehrungskorb gegen Kippen nicht wird aus konstruktiven Gründen vorgesehen
gesichert werden. Auch ist die Höchstbeweh- und verhindert Betonabplatzungen und grö-
rung in einem Schnitt zu prüfen. Die Beweh- ßere Risse. Eine Bewehrung aus zusätzlichen
rung darf nicht größer als das 0,09-fache des Bügeln mit Längsstäben bietet sich hier nicht
Stützenquerschnitts sein. In diesem Beispiel an. Der Einbau einer Lagermatte bringt hier
müsste die Bewehrung versetzt gestoßen Vorteile. Eine Q188A ersetzt die Quer- und
werden. Das ist nicht möglich. Machbar ist Längsbewehrung. Eine Überlappung der La-
die Ausführung mit Gewindestäben und germatte ist nicht möglich und auch nicht
Schraubmuffenanschluss. Um einen mög- erforderlich. Beim Biegen muss auf die
lichst großen Stababstand zwischen den Stä- Längsstäbe im Bereich der Krümmung ge-
ben zu erreichen, kann der Stoß noch im achtet werden.
Versatz ausgeführt werden.
8.9 Stütze mit Schraubenanschluss 155

8.9.1 Bewehrung einer Stütze mit Schraubanschluss

6WW]H
3RV67KHUVWHOOHQ0 
&
Y FPELV]XU0DWWH;&;'%HWRQ&







*HZLQGHVWDE7\SPLW0XIIH

*HZLQGHVWDE7\SPLW0XIIH



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156 8 Stützen

8.9.2 Stütze mit Schraubanschluss werden können. In diesem Beispiel ist es die
Betonstahl-Pos. 1 und 2. Die Bügelform mit
Im Kapitel 8.9.3 ist die weiterführende Stüt- der Schenkellänge wird mit dem Außenmaß
ze aus dem Kapitel 8.9.1 dargestellt. Die der Stütze minus 2  Betondeckung, hier 2 
Stütze mit dem Querschnitt 80/80 cm wird 5,5 cm bestimmt. Eine ausreichende Übergrei-
nach Tabelle 2.1 in die Expositionsklasse XC3 fung der Haken ist mit 18 cm erreicht, auch ist
mit der Betongüte nach statischer Berechnung bei diesen hoch bewehrten Stützen und den
C30/37 eingestuft. Die Betondeckung legen hohen Spannungen im Beton der Bügelabstand
wir nach Tabelle 2.2 mit 5,5 cm fest. Durch nicht größer als 15 cm zu wählen. Die Zwi-
die höhere Betongüte könnte die Beton- schenbügel müssen vorgesehen werden und
deckung abgemindert werden, die Schraub- sind in beiden Richtungen erforderlich, weil
anschlüsse lassen das aber nicht zu. Bewehrungslängsstäbe größer als 15  Bügel-
Die Bewehrung: Erforderlich sind auf der durchmesser aus der Ecke eingebaut werden.
gesamten Stützenlänge 293,0 cm2. Für hoch Oben am Stützenkopf ist eine Abschlussbe-
bewehrte Stützen sollte der Bügeldurchmes- wehrung in Form von U-Kappen vorzusehen.
ser größer ausfallen. Für diesen Bewehrungs- Stäbe mit dem Durchmesser 12 mm im Ab-
querschnitt und den Stützenabmessungen stand von 15,0 cm sind ausreichend. In diesem
beträgt der Bügeldurchmesser wie im Unter- Beispiel wird oben eine Stahlplatte eingebaut,
geschoss 12 mm. Die erforderlichen Zwi- deren Ankerkräfte in die Stütze verankert
schenbügel werden mit dem Durchmesser werden müssen. Die Schenkellänge der U-
10 mm gewählt. Formen wird nach Tabelle 3.4 und 3.5 be-
stimmt. Das Breitenmaß der U-Form richtet
Die Längsbewehrung wird aus der Unterge- sich nach dem Innendurchmesser des Bügels
schossstütze übernommen. Dünne Stäbe in minus dem Durchmesser der Längsstäbe. Das
einem geeigneten Abstand sind immer vorteil- Breitenmaß nur zwischen den Bügeln sollte
hafter. Hier müssen aber 12 Stäbe mit dem bei diesen geringen Abständen der Längsstäbe
Durchmesser 32 mm und 16 Stäbe mit dem nicht vorgesehen werden. Im oberen Bereich
Durchmesser 40 mm vorgesehen werden. der Kappen könnte dann der Beton die Stäbe
Diese Stäbe werden mit dem Gewinde in die nicht umhüllen. Auch ist bei der Breitenermitt-
Muffen eingeschraubt. Der Achsabstand dieser lung der Kappen auf den Bügelstabdurchmes-
Stäbe sollte nicht kleiner als 9,0 cm sein und ser zu achten. Der äußere Durchmesser ist
die Länge dieser Stäbe, die auch der Güte des größer als der Nenndurchmesser. Bei einem
Betonstahls entsprechen, richtet sich nach der Stabdurchmesser 12 mm sind vom Bügelau-
Einschraubtiefe in die Muffe minus 10,0 cm ßenmaß mindestens 3,0 cm abzuziehen.
vom oberen Schalungsrand. Die Länge der
Die zusätzliche äußere Schutzbewehrung
Stäbe sollte nicht zu knapp angenommen wer-
(Lagermatten-Pos. 1) wird aus konstruktiven
den. Diese Stäbe zu kürzen ist sehr aufwendig.
Gründen vorgesehen und ist statisch nicht
Schraubanschlüsse gibt es in den ver-
erforderlich. Diese Bewehrung verhindert
schiedensten Ausführungen und Varianten.
Betonabplatzungen und größere Risse. Eine
Schraubanschlüsse, Steckkupplungen und
Bewehrung aus zusätzlichen Bügeln mit
Anschlüsse mit verschiedenen Durchmessern.
Längsstäben bietet sich hier nicht an. Der
Die Bewehrungsführung: Die Stützenlängs- Einbau einer Lagermatte bringt hier Vorteile.
stäbe werden in die Muffen eingeschraubt und Eine Q188A ersetzt die Quer- und Längsbe-
enden ca. 10,0 cm unter der Oberkante Stützbe- wehrung. Eine Überlappung der Lagermatte ist
tonbauteil geführt. Die Gewindeseite mit Typ nicht möglich und auch nicht erforderlich.
müssen angegeben werden. Als Ergänzung Beim Biegen muss auf die Längsstäbe im Be-
kann noch angefügt werden, dass auch gleich- reich der Krümmung geachtet werden.
wertige Bewehrungsanschlüsse eingebaut
8.9 Stütze mit Schraubenanschluss 157

8.9.3 Bewehrung einer Stütze mit Schraubanschluss

6WW]H
3RV67KHUVWHOOHQ0 
&
Y FPELV]XU0DWWH;&;'%HWRQ&
¡
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=XODJHQ
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*HZLQGHVWDE7\S
*HZLQGHVWDE7\S
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*HZLQGH
*HZLQGH








 








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6FKQLWW0 

6FKORVVVFKZHQNHQ





 ¡  ¡  


¡






¡ 
¡
  ¡ 














¡ ¡ 
  ¡  ¡ 
 ¡ 
158 8 Stützen

8.10 Stützenanschlüsse vier Bügeln über die Abbiegung geführt wer-


den. Der obere Anschluss ist auf die Höhe des
Im Kapitel 8.10.1 sind verschiedene Stützen- größten Seitenmaßes der Stütze mit dem 0,6-
anschlüsse dargestellt. fachen Wert des erforderlichen Bügelabstan-
Bild 8.10a zeigt einen Bewehrungsanschluss des enger zu verbügeln. Auf 1/3 der Übergrei-
mit einer Längsstababbiegung für Stützen mit fungslänge muss die Querbewehrung dem
gleichen Querschnittsabmessungen. Diese Ab- Bewehrungsquerschnitt des gestoßenen Längs-
biegung sollte unterhalb der Decke bzw. der stabes entsprechen.
unteren Deckenbewehrung beginnen und Im Bild 8.10c ist ein Stützenanschluss darge-
50 cm lang und 5 cm tief sein. Für den Längs- stellt, der sehr große unterschiedliche Stützen-
stabdurchmesser 16 mm reicht eine Abbie- querschnitte aufweist. Hier ist der Versatz
gungslänge von 30 cm und 3 cm Tiefe. Die größer als die halbe Deckenstärke. Die Längs-
Längsstäbe mit dem Durchmesser 12 mm bzw. stäbe dürfen nicht durchgeführt werden. Es
14 mm brauchen nicht abgebogen werden. müssen zusätzliche Bewehrungsstäbe vorgese-
Diese Abbiegung dient als Platzhalter und als hen werden, die mit der Übergreifungslänge ɩ0
Anschlussbewehrung für die Stähle im Ober- des größten Stabdurchmessers, plus halbe
geschoss. Ohne diese Abbiegung könnte der Deckenstärke, in die untere Stütze einbinden.
Anschlussstab nicht in der Bügelecke liegen. Über der Decke ragen die Bewehrungsstäbe
Die Bügel sind nach DIN EN 1992-1-1 min-
mit der erforderlichen Übergreifungslänge
destens bis auf die Höhe der größten Stützen-
heraus. Die Abstände der Bügel müssen unter-
breite mit dem Faktor 0,6 enger zu verbügeln.
halb der Decke dem 0,6-fachen Abstand der
Diese engere Verbügelung sollte aber über die
erforderlichen Bügelabstände auf Höhe der
Abbiegung hinaus geführt werden. Mindestens
größten Stützenbreite oder dem Grundmaß der
drei Bügel im Abstand von 8 cm werden über
Verankerungslänge entsprechen. Der Beweh-
die Abbiegung geführt. Oberhalb der Decke ist
die engere Verbügelung für den Stützenfuß rungsquerschnitt der Querbewehrung sollte auf
dargestellt. Hier müssen auf Höhe der größten dieser Länge mindestens dem Bewehrungs-
Seitenlänge der Stütze die Bügel einen engeren querschnitt der gestoßenen Stäbe entsprechen.
Abstand haben. Dieser Abstand ist der 0,6- Am Stützenanschluss der oberen Bewehrung
fache Bügelabstand der erforderlichen Bügel- sind die Bügelabstände und Durchmesser nach
abstände. Größer als 10 cm sollte man die Ab- Bild 8.10b auszuführen.
stände für den engeren Bereich nicht wählen. Im Bild 8.10d und e sind Stützenanschlüsse
Im Bild 8.10b ist ein Stützenanschluss mit mit einbetonierten Stahlprofilen und Stahlplat-
unterschiedlichen Querschnittsabmessungen ten dargestellt. Diese Stützen finden ihre
dargestellt. Ist der Abstand von der Außen- Anwendung in der mehrgeschossigen Bau-
kante der oberen Stütze bis zur Außenkante weise. Für die Ausführung dieser Stützenver-
der unteren Stütze kleiner als die 1/2-fache stärkungen gibt es verschiedene Lösungen:
Deckenstärke, können die Längsstäbe der Stützen mit einem einbetonierten Stahlkern
Stütze durchgeführt werden. Natürlich müssen aus Vollquerschnitt-Rohren oder I-Profilen
sie abgebogen werden. Die Abbiegung sollte mit außenliegender Bewehrung, ge-bündelte
mindestens 50 cm unterhalb der Decke begin- an die Stahlplatte angeschweißte Bewehrung
nen und die Abbiegetiefe muss das Maß des aus Betonstahl B500S (A) oder Baustahl aus
Stützenversatzes plus die Stahlstärke des obe- BST S 235JR und höher. Hierbei ist immer
ren anzuschließenden Stabes haben. Sonst eine Zulagebewehrung aus Betonstahl 500S
kann der obere Längsstab nicht in der Bügel- (A) oder Betonstahlmatten zur Einhaltung der
ecke stehen. Die Bügelabstände sollten hier am Betondeckung erforderlich. Diese wird bei
Stützenkopf nicht über 8 cm liegen und mit der Bemessung mitgerechnet.
8.10 Stützenanschlüsse 159

8.10.1 Bewehrung der Stützenanschlüsse

Stützen-Anschlüsse
Bild 8.10a Bild 8.10b Bild 8.10c
Stützenabmessungen in den Stützenverjüngung Stützenverjüngung
Geschossen gleich kleiner h/2 größer oder gleich h/2
h/2 h/2

0
0

auf einer Höhe der größten Stützenbreite


4 ds
Stützenbreite engere Verbügelung

oder b,rqd engere Verbügelung


auf einer Höhe der größten

h
h

50
Verbügelung wie Bild 8.10a
50

+ h/2
0
Bügelabstand 0,6

Bügelabstand 0,6

Schlanke Stützen mit hoher Tragfähigkeit


Bild 8.10d Bild 8.10e
Stahlprofil
engere Verbügelung
Stahlplatte Stahlplatte

Stahlkern Stahlkern
Vollquerschnitt Vollquerschnitt
Stahlplatte
h

Stahlplatte
2

Stahlprofil
Stahlkern
Vollquerschnitt h

Stahlplatte
Stahlplatte
160 8 Stützen

8.11 Verbundstützen In der mehrgeschossigen Bauweise wird das


Stahlprofil mit Kopf- und Fußplatten verse-
Die Bemessung von Verbundstützen erfolgt hen bis zur Oberkante der Decke geführt. Die
nach DIN EN 1994-1-1. Verbundstützen sind Stahlstütze im Obergeschoss wird dann auf
Stützen, die mit dem Beton, den Stahleinla- diese aufgeschweißt.
gen und anderen Werkstoffen, z. B. Baustahl-
Verbundstützen aus Stahl und Beton werden
profilen aus den Stahlgüten S 235 JR (früher
im Brandfall in der DIN EN 1994-1-2 gere-
St 37-2) oder höher, im Verbund die Lasten
gelt. Vor allem werden hier dann die großen
aus dem Bauwerk in die Fundamente oder in
Vorzüge der Verbundkonstruktion aus Stahl
den Baugrund weiterleiten. In der statischen
und Beton ganz deutlich hervorgehoben. Die
Berechnung kann die Betonstahlbewehrung
hohe Steifigkeit und Festigkeit des Stahls,
mit herangezogen werden oder die Beton-
vereint mit der Brandschutzfunktion des Be-
stahlbewehrung be-steht nur aus dünnen
tons sind ausschlaggebend. Aus Brandschutz-
Längsstäben und dient nur dem Brandschutz.
gründen ist bei Verbundstützen ab einer Feu-
Die Vorteile der Verbundstützen gegenüber erwiderstandsklasse R30 eine zusätzliche
der herkömmlichen Bauweise: Sie können Längsbewehrung im Betonkern vorzusehen.
bei stetig gleichem Stützenquerschnitt in Sonst ist in der ausbetonierten Hohlkammer
allen Geschossen große Lasten abtragen. In keine konstruktive Bewehrung erforderlich.
den unteren Geschossen mit der größten
Verbundstützen sind wesentlich schlanker als
Belastung können Stahlprofile mit großem
reine Betonbauteile oder Stahlkonstruktio-
Querschnitt vorgesehen werden, die dann in
nen. Bei einbetonierten Stahlprofilen ist die
den oberen Geschossen abnehmen oder ganz
Betondeckung der Flansche mindestens
entfallen können.
40 mm oder 1/6 der Flanschbreite einzuhal-
Bei dieser Ausführung muss besonders auf ten. Die Bügelbewehrung ist bei einbetonier-
den Anschluss der Decke an die Stütze ge- ten Stahlprofilen im Beton an den Steg anzu-
achtet werden. Die obere Bewehrung der schweißen, oder mit Hilfe von Steckbügeln
Decke muss auch im Bereich der Stahlstützen oder Kopfbolzankern kraftschlüssig zu ver-
vorhanden sein. Dies erreicht man mit aufge- ankern.
schweißten Bewehrungsstäben oder es wer-
Für die Bewehrung bei einbetonierten Stahl-
den Löcher in den Stegen oder Flanschen
profilen im Beton gilt die DIN EN 1992-1-1.
vorgesehen, durch die dann die Bewehrung
geführt wird.
Bei sehr hohen Stützenlasten sollte man zu
einer Konstruktion mit Verbundstützen grei-
fen, denn hochfeste Betone eignen sich nicht
für das Brandschutzverhalten.
8.11 Verbundstützen 161

8.11.1 Querschnitte von Verbundstützen

%LOGD %LOGE
5XQGURKU
5XQGURKU
%UDPPH
9ROOTXHUVFKQLWWDXV
5XQGRGHU9LHUNDQWVWDKO

%HWRQ %HWRQ

%LOGF %LOGG
%HWRQ %HWRQ
%UDPPH
9ROOTXHUVFKQLWWDXV
5XQGRGHU9LHUNDQWVWDKO

%UHLWIODQVFKSURILO
%DXVWDKO6-5
RGHUK|KHU

%LOGH %LOGI
%HWRQ %HWRQ

6WDOKOSURILOH
%UHLWIODQVFKSURILO JHVFKZHL‰W
%DXVWDKO6-5
RGHUK|KHU
162 8 Stützen

8.12 Konsolbewehrung Im Anschluss an die Pos. 1 werden die verti-


kalen Bügel-Pos. 2 in verschiedenen Längen
Auf dieser Seite sind die verschiedenen For- und einem Abstand nicht größer 8,0 cm vor-
men und Möglichkeiten einer Konsolbeweh- gesehen. Diese Bügel haben keine tragende
rung zeichnerisch dargestellt. Funktion, sie sollen den Korb stabilisieren
Der Biegerollendurchmesser der Konsoltrag- und Risse im Beton vermeiden. Zum Einbau
bewehrung muss an der Biegung, die im In- der Konsolbewehrung ist die Stahl-Pos. 3
nenbereich der Stütze liegt, immer 15-mal oder 4 nach Bild 8.12a am besten geeignet.
der Stabdurchmesser sein. Alle anderen Die Stahlform Pos. 3 darunter in der Schlau-
Krümmungen können mit dem Biegerollen- fenform ist schwierig einzubauen, benötigt zu
durchmesser 4  Stabdurchmesser bis zum viel Platz und die statische Höhe ist dann
Durchmesser 16 mm und 7  Stabdurchmes- nicht mehr gegeben.
ser ab einen Durchmesser 20 mm gebogen Die Konsolbewehrung im Bild 8.12b ist
werden. analog zu Bild 8.12a auszuführen. Das Au-
Die einfachste und beste Lösung zur Beweh- ßenmaß der Konsole minus 2  Betonde-
rungsführung ist es, eine Konsole zu planen, ckung ergibt das Bügelmaß. Bügel-Pos. 2
die in der Breite beidseitig 5 cm schmaler als muss in diesen Bügel passen. Bei einem Bü-
das anschließende Bauteil ist. Hier lässt sich geldurchmesser der Pos. 1 von 10 mm müs-
dann die Konsolbewehrung leicht einbauen sen 3,0 cm für das Breitenmaß der Pos. 2
und durch diesen Absatz entsteht eine saube- abgezogen werden. Die Breite der Tragbe-
re Betonanschlussfläche. Kleine Risse und wehrung Position 3 bestimmt sich aus dem
Unebenheiten werden nicht sichtbar. Bügelinnenmaß der Pos. 1 in der Länge.
Auch hier müssen vom Bügelaußenmaß der
Zu beachten sind die Bügel der Stützenbe- Pos. 1 mindestens 3,0 cm abgezogen werden.
wehrung, die auch im Konsolbereich durch-
laufen müssen. Die horizontalen Bügel der Bei der im Bild 8.12c dargestellten Konsole
Konsole sollten außen liegen. Im Bild 8.12a ist auf die Bügelform Pos. 3 zu achten. Es
ist das die Betonstahl-Pos. 1 Die im oberen sind Lasteinhängebügel, die immer mit ɩ0
Viertel angeordnete horizontale Bügelbeweh- verankert werden.
rung der Konsole kann auf die Konsolbeweh-
rung angerechnet werden, wenn diese ausrei-
chend verankert sind. Der Bügel hat die Form
und die Ausführung des Bügelschlosses wie
Stahlposition 4 im Bild 8.12c.
8.12 Konsolbewehrung 163

8.12.1 Konsolbewehrung

%LOGE ¡
%HJLQQGHU9HUDQNHUXQJ
%LOGD REHQ

' ¡ V 
D
 ' ¡ V
'RUQIU E]Z¡ V
'RUQIU
8QWHU]XJ 8QWHU]XJ
 0|JOLFKH.RQVROEHZHKUXQJ
' ¡ V REHQ 





K

GLHREHUHQ GLHREHUHQ
]ZHLH FP ]ZHLH FP


H FP
H FP (LQH.RPELQDWLRQEHLGHU)RUPHQLVWP|JOLFK
0|JOLFKH.RQVROEHZHKUXQJ
)RUPLVWQLFKWOHLFKWHLQ]XEDXHQ
/LHJWDXFKLQPHKUHUHQ/DJHQ 
 XQGYHUULQJHUWGLHVWDWLVFKH+|KH
' ¡ V REHQ
 ' ¡ V 



UlXPOLFKGDUJHVWHOOW
 

.RQVROEHZHKUXQJPLWDQJHKlQJWHQ%DONHQ
%LOGF
EUTG


  NRQVWUXNWLY
 PLQ¡ REHQ

 XQWHQ
EUTG 




H FP
 %JHOVFKORVV
PLW 
 VFKOLH‰HQ
 EHLODQJHU$XVNUDJXQJ
164 8 Stützen

8.13 Stützanschlüsse
6WW]HQ$QVFKOVVH
%LOGD %LOGE
6WW]HQDEPHVVXQJHQLQGHQ 6WW]HQYHUMQJXQJ
*HVFKRVVHQJOHLFK NOHLQHUK

K


'HFNH 'HFNH
DXIHLQHU+|KHGHUJU|‰WHQ6WW]HQEUHLWH

8QWHU]XJ =XODJHQ
8QWHU]XJ
HQJHUH9HUEJHOXQJYRUVHKHQ

9HUEJHOXQJZLH%LOGD



%JHODEVWDQG

%LOGF
6WW]HQYHUMQJXQJ
JU|‰HURGHUJOHLFKK

K


'HFNH

8QWHU]XJ

DXIHLQHU+|KHGHUJU|‰WHQ6WW]HQEUHLWH


RGHUHQJHUH9HUEJHOXQJ
%JHODEVWDQG
8.14 Wendelberechnung 165

8.14 Wendelberechnung

Erläuterung zur Wendelberechnung

sw = Ganghöhe (Bügelabstand) nach statischer Berechnung


D = Durchmesser der Biegerolle = d – 2 (cv + sw)
sw = Stabdurchmesser Wendel; n = Anzahl der Windungen
ɩ = n  ɩ1; ɩ1 = Länge einer Windung

Berechnung, Länge einer Windung:


2
ɩ1 =  D  sw   π   s w 2 = Länge einer Windung

Länge der Stütze


Anzahl der Windungen n =
sw

Nach den Forderungen der DIN 1045-1 über


Bügelabstände, ist es ungünstig oder aufwen-
dig, Bügelwendel für Rundstützen zu ver-
wenden. Oben am Stützenanschnitt, unten
und an den Stoßenden der Längsstäbe müs-
sen engere Bügelabstände vorgesehen wer-
den. Es ist vorteilhafter, runde Bügel einzu-
bauen. Bügelabstand: 12 dsl,min oder kleinste
Stützenbreite.

Beispiel Wendelberechnung

Stütze  50 cm; Geschosshöhe = 4,00 m 43


Wendel  10 mm; sw = 10,0 cm; cv = 3,5 cm ø außen
400
sw

Anzahl der Windungen n = = 40


10
Schnittlänge:
2
ɩ = 40   D  sw   π   s w 2

2
 41  1, 0   3,14   10
2
Wendel werden an den Enden abgebogen
17392,33 +100 oder verschweißt.
40  132,25 = 5290 cm
Die Schnittlänge ist = 52,90 m.
166 8 Stützen

8.15 Stütze über zwei schlussbewehrung der oberen Bewehrungs-


Geschosse stäbe. Vier Bewehrungsstäbe, die Stahl-Pos.
2, sind ab der Höhe 2,50 m nicht mehr erfor-
Kapitel 8.15.1 zeigt die Bewehrungsführung derlich und müssen verankert werden. Die
einer Ortbetonstütze über zwei Geschosse. Verankerung richtet sich nach Tabelle 3.2,
Die Bewehrungsführung in der Ebene ±0,00 Verankerung im Feld. Hier müssen wir die
bis +4,10 ist analog zur Stütze im Kapitel Stahl-Pos. 2 mit 30 cm in den Unterzug ein-
8.5.1 auszuführen. Die Besonderheit bei die- binden. Die Aufteilung der Bügel entspre-
ser Stütze ist: Der Bewehrungsquerschnitt chend dem Kapitel 8.5.1.
ändert sich im Verlauf der unteren Stütze und Die Stahl-Pos. 4 übergreift mit der Stahl-Pos.
ist im oberen Geschoss geringer. 1 und muss oben mit der Endverankerung
Nach den statischen Vorgaben sind bis zu nach Kapitel 3.3 verankert werden. Eine
einer Höhe von 2,50 m 24,8 cm2 Längsbe- Verankerung mit einem Endhaken ist durch-
wehrung erforderlich. Im weiteren Verlauf aus möglich, behindert aber die nach folgen-
der Stütze ist eine erforderliche Bewehrung den Bewehrungsarbeiten erheblich und die
von 12,5 cm2 vorzusehen. Gefahr von Verletzungen ist nicht auszu-
schließen.
Die statischen Vorgaben beziehen sich nur
auf die Längsbewehrung, Die erforderlichen Um Betonabplatzungen zu vermeiden, muss
Bügel muss der Konstrukteur nach den Vor- bei der Längenermittlung der Längsstäbe ein
gaben der DIN EN 1992-1-1 ermitteln. Abstand von 8 cm zum oberen Deckenrand
eingehalten werden.
Die Bewehrungsführung: Die Abbiegung für den Längsstab unterhalb
Um den erforderlichen Bewehrungsquer- des Unterzugs ist auch bei der Stahl-Pos. 4
schnitt von 24,8 cm2 abzudecken, wählen wir erforderlich und richtet sich nach dem ge-
mit Hilfe der Tabelle 3.9 den Durchmesser wählten Durchmesser der Längsbewehrung.
20 mm und 8 Längsstäbe mit dem Quer- Die Abbiegung ist für den Stabdurchmesser
schnitt von 25,1 cm2. Im weiteren Verlauf 16 mm 30 cm lang und 3 cm tief und die
der Stütze müssen wir mit Tabelle 3.9 den Abbiegung für den Stabdurchmesser 20 mm
Bewehrungsquerschnitt von 12,5 cm2 mit ist 50 cm lang und 5,0 cm tief.
4 Längsstäben und den Durchmesser 20 mm Die Bügelabstände und Bereiche der engeren
abdecken. Verbügelung sind analog der unteren Stütze
Die Stahl-Pos. 1 wird mit der Übergreifungs- und nach Kapitel 8.5.1 auszuführen.
länge von 1,65 m nach Tabelle 3.5 über die
Ebene +4,10 geführt und dient zur An-
8.15 Stütze über zwei Geschosse 167

8.15.1 Bewehrung einer Stütze über zwei Geschosse


5
+7.60 Stütze 40/40

4 ø 20 (3.41)
40

36
4 ø 6/e = 20

50
16 ø 6/e = 20
2+2 ø 20
3.50

3 4
3.10

2.55

4
2 ø 6/e = 20
3

3
2 ø 6/e = 20

1.80
3

+4.10

50 30
4 ø 6/e = 20

50
2 ø 20
1 2 ø 20

4 ø 20 (3.80)
4 ø 20 (5.30)
1
3 19 ø 6/e = 20
3

2 ø 20
4.10

2 2 ø 20
3.00
3 2 ø 6/e = 20
3.50

3.00

2
3
2 ø 6/e = 20

± 0.00

Schnitt, M = 1:25
øs
1 3 1

34
34 9
40

D 2 2
34

Ausführung von Bügel- 34


1 1
schlössern bei Stützen: 3 51 ø 6 (1.54)
40
168

9 Unterzüge

9.1 Unterzüge, Einführung Breite Balken mit Rechteckquerschnitten b/h


> 5 dürfen wie Vollplatten behandelt werden.
Für Betonstahl B500S und M ist die DIN488 Dabei ist b die Breite und h die Höhe eines
maßgebend. Mit der charakteristischen Bauteiles.
Streckgrenze von yk = 500 N/mm2. Höhere Die größte Anzahl von Stäben in einer Lage
Stahlgüten sind in der allgemeinen bauauf- richtet sich nach dem Stabdurchmesser. Zu
sichtlichen Zulassung geregelt. Nach der DIN beachten ist hier, dass ein Stabdurchmesser
EN 1992-1-1 wird für die Statik und Beweh- immer größer als sein Nenndurchmesser ist.
rung öfter als früher nicht der Tragfähig- Der Stabdurchmesser ist dA ~ 1,15 Øs. Dem-
keitsnachweis maßgebend sein, sondern die entsprechend muss die Biegung des Bügels
Mindestbewehrung zur Beschränkung der mit dem Biegerollendurchmesser und der Au-
Rissbreite oder zur Sicherstellung duktilen ßendurchmesser des Längsstabes bei der Stab-
Bauteilverhaltens. aufteilung beachtet werden. Erst an der Bau-
stelle sieht man, welcher Schaden angerichtet
Die Mindestbewehrung, vom Statiker ange-
wurde. Der Mindestabstand der Beweh-
geben, soll verhindern, dass sich bei Span-
rungsstäbe ist 20 mm und ab dem Stabdurch-
nungen im Bauteil die ganze Zugkraft auf
messer 25 mm sollte er größer oder gleich
einen Riss konzentriert. Es soll eine Vertei-
dem Stabdurchmesser sein. Der Mindestab-
lung auf viele kleine, schmale Risse erreicht
stand muss aber immer dem Größtkorn des
werden. Kleine Stabdurchmesser sind zur
Zuschlages plus 5 mm entsprechen. Liegen
Rissevermeidung günstiger. Die Mindestbe-
Bewehrungsstäbe in mehreren Lagen, werden
wehrung muss über das ganze Feld durchlau-
sie übereinander liegend angeordnet und es
fen und darf nicht gestaffelt werden. Bei der
müssen Rüttellücken vorgesehen werden.
Stützbewehrung ist zu beachten, dass sie an
jeder Seite, mindestens 1/4 der benachbarten R90-Bauteile (Brandschutz) sollen bei einem
Feldlänge lang ist und bei Kragarmen bis 15 cm breiten Balken mit mindestens 2 Stä-
zum Ende durchgeführt wird. ben unten bewehrt werden. Bei einem Balken
von 20 cm Breite sollen 3 Stäbe, bei einem
Duktiles Bauteilverhalten: Ein Versagen 25 cm breiten Balken 4 Stäbe und bei einem
des Bauteils bei Erstrissbildung ohne Voran- Balken ab 40 cm Breite sollen unten 5 Stäbe
kündigung muss vermieden werden (Duktili- liegen. Diese erforderliche Bewehrung muss
tätskriterium). Dieses ist erfüllt, wenn die bei R90-Bauteilen durchlaufen und über die
Mindestbewehrung eingebaut ist. Diese gibt Auflager geführt werden. Die Balkenquer-
der Statiker an. schnittsfläche bei R90-Bauteilen darf nicht
Die Durchbiegung eines Balkens oder einer kleiner als 2  b2 sein. Dies ist auch bei den
Platte unter ständiger Last, soll L/250 der Restquerschnitten unter und über Durchbrü-
Stützweite bzw. L/100 der Kraglänge nicht chen zu beachten.
überschreiten. Eine Schalungsüberhöhung Die Feldbewehrung, die mit mindestens 25 %
zur Verminderung der Durchbiegung sollte über die Auflager geführt wird, liegt bei den
höchstens L/250 der Stützweite und nach Unterzügen unten, die Stützbewehrung oben.
dem Einbau angrenzender Bauteile nicht Zusätzlich ist an den Balkenenden oben auf
größer L/500 sein. Ein Beispiel: Der Beton- 1/4 der Feldlänge 25 % der Feldbewehrung
balken hat eine Länge von 6 m. Dann darf die vorzusehen. Bei der Schubbewehrung durch
Durchbiegung 600 cm geteilt durch 250 nur Bügel und Schrägstäbe, müssen 50 % durch
2,4 cm sein. Bügel aufgenommen werden.

© Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH, ein Teil von Springer Nature 2019
K. Beer, Bewehren nach DIN EN 1992-1-1 (EC2), https://doi.org/10.1007/978-3-658-27080-3_9
9.1 Unterzüge, Einführung 169

9.1.1 Abkürzungen nach EC2-1-1 und Tabellen

h = Balkenhöhe Jcd = Betonspannung


d = statische Höhe Jsd = Stahlspannung
bw = Stegbreite fcd = Rechenwert der Betondruckfestigkeit
As1 = Zugbewehrungsfläche fyd = Streckgrenze Bemessungswert
As2 = Druckbewehrungsfläche fbd = Verbundspannung
As,erf = erforderliche Bewehrung gut = guter Verbund (die unteren 30 cm)
As,vorh = vorhandene Bewehrung mäßig = schlechter Verbund (oberhalb 30 cm)
bd = erforderliche Verankerungslänge b,rqd = Grundmaß der Verankerungslänge
1 = Beiwert Verankerungsart 1 = Beiwert Übergreifungslänge Stab
0 = Übergreifungslänge 7 = Beiwert Übergreifungslänge Matten
s = Stabdurchmesser aI = Versatzmaß
cv = Verlegemaß cnom = Betondeckungsmaß
fck = charakteristische Festigkeit cmin = Mindestbetondeckungsmaß

B500 S (A) Betonstahl, normale Duktilität B500 S (B) Betonstahl, hohe Duktilität

Querschnitte von Balkenbewehrungen As (cm2)

Stab- Anzahl der Stäbe


durch-
messer
(mm) 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12
6 0,28 0,57 0,85 1,13 1,41 1,70 1,98 2,26 2,54 2,83 3,11 3,40
8 0,50 1,01 1,51 2,01 2,51 3,02 3,52 4,02 4,52 5,03 5,53 6,04
10 0,79 1,57 2,36 3,14 3,93 4,71 5,50 6,28 7,07 7,85 8,64 9,42
12 1,13 2,26 3,39 4,52 5,65 6,79 7,92 9,05 10,2 11,3 12,4 13,6
14 1,54 3,08 4,62 6,16 7,70 9,24 10,8 12,3 13,9 15,4 16,9 18,5
16 2,01 4,02 6,03 8,04 10,1 12,1 14,1 16,1 18,1 20,1 22,2 24,2
20 3,14 6,28 9,42 12,6 15,7 18,8 22,0 25,1 28,3 31,4 34,5 37,6
25 4,91 9,82 14,7 19,6 24,5 29,5 34,4 39,3 44,2 49,1 54,0 59,0
28 6,16 12,3 18,5 24,6 30,8 36,9 43,1 49,3 55,4 61,6 67,7 73,8
32 8,04 16,1 24,1 32,2 40,2 48,3 56,3 64,3 72,4 80,4 88,4 96,4
40 12,57 25,1 37,7 50,3 62,8 75,4 88,0 100,5 113,1 125,7 138,3 150,8
170 9 Unterzüge

9.1.2 Querschnitte der Unterzüge Versucht ein Betonbalken oder Unterzug,


sich durch äußere Einwirkung zu verdrehen,
Im Kapitel 9.1.3 sind verschiedene Quer-
so muss eine Torsionsbewehrung wie im Bild
schnitte von Unterzügen, bzw. Überzügen
9.1b vorgesehen werden. Die Längsstäbe
dargestellt. Alle Formen der Unterzüge sollen
werden in den Abständen von 10,0 bis
die Lasten aus dem Bauwerk auf die ausstei-
20,0 cm auf den Umfang verteilt. Die Bügel-
fenden Wände oder Stützen leiten.
bewehrung und Betondeckung ist gleich dem
Der Betonbalken, Bild 9.1a, findet seine An- Betonbalken auszuführen.
wendung als aussteifendes Rähm über Mau- Im Bild 9.1c ist der Querschnitt eines Unter-
erwerkswänden und als Abfangträger über zuges dargestellt. Die erforderlichen Beweh-
größeren Öffnungen. Die Bewehrungsfüh- rungsquerschnitte der Längs- und Bügelbe-
rung, je nach statischen Erfordernissen mit wehrung sind der Statik zu entnehmen. Um
mindestens zwei unten und oben liegenden hier die Bügelhöhe zu bestimmen, ist oben
Bewehrungsstäben, ist einfach. Balken über zum Verlegemaß noch die durchlaufende
eine Höhe von 30 cm sollten je Seite eine Stützbewehrung der Deckenplatte abzuzie-
Zulagebewehrung mit dem Stabdurchmesser hen. Bei aufliegender Mattenlage ist der Stoß-
8 mm bis 10 mm in der Mitte erhalten. Die bereich der Matten zu beachten, hier können
Bügel werden bei Unterzügen unter Quer- bis zu drei Matten übereinander liegen. Von
kraftbewehrung, Schubbewehrung statisch der Unterzughöhe sollten dann immer für das
nachgewiesen. Über den Auflagern sollten Bügelhöhenmaß 8 cm abgezogen werden.
immer drei engere Bügel im Abstand von 8 Sind Unterzüge wegen der Deckenfreiheit
bis 10 cm vorgesehen werden. nicht erwünscht, werden Überzüge nach Bild
Das Verlegemaß (die Betondeckung) richtet 9.1d verwendet. Auch bei den Überzügen
sich auch bei Unterzügen nach den Umge- liegt die erforderliche Feldbewehrung unten,
bungsbedingungen. In den Tabellen 2.1 und die Stützbewehrung liegt oben. Der Hinweis,
2.2 finden wir die zugehörigen Expositions- dass die untere Deckenbewehrung auf den
klassen zur Bestimmung der Betongüte und Tragstäben des Überzuges liegen muss, sollte
das Verlegemaß. Ist in der Tabelle für den auf dem Bewehrungsplan nicht fehlen. Durch
Längsstabdurchmesser 12 mm, die Betonde- die Aufbiegung entsteht zwar eine hohe Be-
ckung cnom mit 20 mm angegeben und für tondeckung, die aber mit Zulagebewehrung
den Bügel auch 20 mm, dann ist das Verle- ausgeglichen werden kann. Die untere De-
gemaß bis zum Bügel 20 mm. Ist in der Ta- ckenbewehrung muss auf den Tragstäben des
belle das Maß 25 mm für einen Stabdurch- Überzuges liegen und die Stützbewehrung
messer 12 angegeben und für den Bügel der Deckenplatte sollte mit Stabstahlbeweh-
20 mm, dann ist das Verlegemaß 20 mm bis rung ausgeführt werden.
zum Bügel. Denn 25 mm minus 8 mm Bügel Überzüge und Unterzüge, bei denen die Brei-
sind kleiner als 20 mm. Ist in der Tabelle für te des Bauteiles größer als die Höhe ist, müs-
einen Durchmesser 20 mm das Maß cnom mit sen wie im Bild 9.1e mit Zusatzbügeln verse-
35 mm angegeben und das Maß für den Bü- hen werden (siehe Tabelle 3.13). Diese Bü-
gel mit 20 mm, so ist das Verlegemaß 35 mm gel können der Schubbewehrung angerechnet
minus 8 mm = 27 mm. Denn 27 mm sind werden.
größer 20 mm. Eine Betondeckung von Nicht allzu große Wandöffnungen werden
27 mm wird nicht gewählt, es wird immer mit deckengleichen Balken (Unterzügen)
aufgerundet. Das Verlegemaß ist dann nach Bild 9.1f überbrückt. Die Feldbeweh-
30 mm bis zum Bügel. Ab der Expositions- rung der Decke liegt auf der Tragbewehrung
klasse XD1 ist immer ein Verlegemaß von des deckengleichen Unterzuges auf. Bei der
55 mm bis zum Bügel oder ersten Stab bei Bügelhöhe muss die obere Mattenlage beach-
Wänden und Decken einzuhalten. tet werden.
9.1 Unterzüge, Einführung 171

9.1.3 Bewehrung der Querschnitte von Unterzügen

Unterzughöhe = 1/12 bis 1/20 der Stützweite


Bild 9.1a Bild 9.1b
Betonbalken Betonbalken mit Torsionsbeanspruchung

Abstand 10 _ 20 cm
umlaufend
h
h

b
b
Bild 9.1d Überzug
Auf den Verbund zwischen Decke
und oberen Beton achten,
Bild 9.1c Unterzug

h
h

Zulagebewehrung b

Abstandhalter in der Zulageeisen um


b die Betondeckung
in der Form eines
geraden Stabes einzuhalten, Stab ø 10

Bild 9.1e Überzug Bild 9.1f


Zulagebewehrung bei Bauwerkssetzung Deckengleicher Balken
Übergreifung mit 0 obere Stützbewehrung
h

b
b
Stab ø 10, Zulageeisen, um
die Betondeckung einzuhalten
172 9 Unterzüge

9.1.4 Erläuterung zur Linie. Auf dieser Linie trägt man im Maßstab
Bewehrungsführung 1:100 bzw. 1:50 die Achsmaße der Wände
durch lange vertikale Linien auf. Auf diesen
Bei Unterzügen, Überzügen und Betonbalken Vertikalen trägt man nun, von der horizonta-
liegt die Feldbewehrung unten und wird mit len Linie gemessen, nach oben die As Werte
mindestens 25 % des erforderlichen Beweh- der Stützbewehrung im gleichen Maßstab
rungsquerschnittes über die Auflager geführt. auf. Punkt oder kleiner Strich reicht. Nun
Die Stützbewehrung über Stützen oder Wän- tragen wir in der Mitte der Felder im gleichen
den liegt oben und muss mit mindestens 1/4 Maßstab die As-Werte der Feldbewehrung
der benachbarten Feldlänge über die Stütze nach unten ab. As-Wert ist der Bewehrungs-
hinaus ins Feld geführt werden. Um unnötige querschnitt in cm2. Jetzt verbinden wir die
Stöße zu vermeiden, werden zwei Beweh- Punkte der Stützbewehrung mit dem der
rungsstäbe der Stützbewehrung bis zum Ende Feldbewehrung durch einen Bogen, wobei
des Unterzuges geführt. An den Enden des der Bogen unter der horizontalen Linie zur
Unterzuges sind oben mindestens 25 % der Feldbewehrung größer wird. Oberhalb dieser
Feldbewehrung über 1/4 der Feldlänge, vom Linie, der Null-Linie, ist es nur ein leichter
Ende gemessen, erforderlich. Die erforderli- Bogen. Nun können wir auf der horizontalen
che Mindestbewehrung, aus der Statik er- Linie die Länge der Stützbewehrung abgrei-
sichtlich, muss über das ganze Feld über die fen. Zu dieser Länge müssen wir nun das
Auflager ohne Abminderung geführt werden. Versatzmaß und die Verankerungslänge ɩb,d
Es gibt zwei Verankerungslängen. Die eine addieren. Bei einem 50 cm hohen Unterzug
ist die Endverankerung über dem Auflager, reichen 80 cm als Zuschlag je Seite. Diese
die noch mit dem Faktor aus Tabelle 3.1 80 cm müssen beidseitig zur gemessenen
gekürzt werden kann, und die zweite ist die Länge addiert werden. Die Feldbewehrung
Verankerungslänge im Feld. Hier wird ein muss mit 25 % von Auflager zu Auflager
Eisen verankert, das bis zu einer Stelle im durchgeführt werden und ist in diesem Bei-
Unterzug statisch erforderlich ist. Das ist der spiel mit 8 cm2 angegeben. Diesen Wert
rechnerische Endpunkt. Von diesem rechne- bezeichnen wir mit 100 % und haben ihn mit
rischen Endpunkt muss der Bewehrungsstab 8 cm nach unten abgetragen. 50 % der Be-
mit dem Versatzmaß und der erforderlichen wehrung (4,0 cm2) führen wir über die Auf-
Verankerungslänge bd verankert werden lager und den Restquerschnitt tragen wir mit
4 cm von der horizontalen Linie nach unten
(siehe hierzu Kapitel 3.2).
ab und zeichnen an diesem Punkt eine neue
Diese Verankerungslängen haben mit der waagerechte Linie. Dort, wo diese Linie die
Übergreifungslänge nichts gemeinsam. Die Kurve durchdringt, haben wir das Längen-
Übergreifungslänge ist die Länge, mit der maß der restlichen 50 % Feldbewehrung er-
zwei Bewehrungsstäbe kraftschlüssig mitei- mittelt. Zu dieser Länge müssen wir auch hier
nander verbunden werden. In den Tabellen beidseitig das Versatzmaß und die Veranke-
3.2 bis 3.5 sind die Übergreifungslängen rungslänge addieren. In dieser Art kann man
angegeben. Das wichtige Grundmaß der zeichnerisch für jeden Stab die Stahllänge
Verankerungslänge b,rqd findet sich in der ermitteln.
Tabelle 3.2 wieder. Alle Verankerungslän- Die Bügel bzw. Querkraftbereiche kann man
gen können mit dem Faktor aus der erforder- auch auf diese Weise ermitteln. Hier werden
lichen Bewehrung, geteilt durch die vorhan- dann die Bewehrungsangaben aber nur nach
dene Bewehrung, gekürzt werden. oben abgetragen und die Punkte miteinander
Ist die Länge der Stützbewehrung nicht aus verbunden. Auf den Verbund der Betondecke
der Statik zu erkennen oder zu ermitteln, gibt mit dem aufgehenden Betonteil bei Überzü-
es ein einfaches Hilfsmittel. Hier nimmt man gen ist zu achten. Eventuell ist eine Verzah-
nun ein Blatt und zeichnet eine horizontale nung vorzusehen.
9.1 Unterzüge, Einführung 173

9.1.5 Bewehrungsführung bei Unterzügen

Bild 9.1g mind. 1/4 Feldlänge


obere Lage
Versatzmaß
mind. 1/4 Feldlänge bd al rechnerischer
obere Lage Endpunkt
und 25 % der Feldbewehrung
Stützbewehrung

Feldbewehrung

b,dir b,dir
6,7 ø s 6,7 ø s
Stäbe mindestens über das rechnerische Auflager führen.
Grundmaß der Verankerungslänge:
(ø/4) . ( sd /f bd = (ø/4) . ( A s,erf / A s,vorh ) . ( f yd / f bd )
(
b,rqd =
0 = 1
. 2 . 3 . 5 . 6 . b,rqd 0,min
Alle Übergreifungslängen dürfen mit dem Faktor s A s, erf / A s, vorh gekürzt werden.
Erforderliche Verankerungslänge
. .
bd = 1 2 3
. 4
. 5 . b,rqd min

a l = Versatzmaß; bei Stahlbetonplatten keine Querkraft


_
= 1,0 d
z = 0,9 d bei Unterzügen = 2
z .
( 60° 90° )
( cot 0 _ cot ) = 0
Bei Schrägstäben kann zur Quer-
( 1,20 _ 0 ) =
d = statische Höhe schnittsermittlung der Stab ø . 2
Beispiel: Bei einem Unterzug von h = 40 cm angenommen werden.
ist a l (Versatzmaß) = 0,9 35 1,20 =
a l = 19 cm 2
174 9 Unterzüge

9.2 Bewehren eines Betonbalkens Die Bewehrungsführung: Zur Längener-


mittlung der Längsstäbe brauchen wir an den
Vor der Konstruktion muss sich der Kon- Kopfenden nur 3 cm abziehen, hier sind die
strukteur mit den Anforderungen an das Bewehrungsstäbe den Umgebungsbedingun-
Bauwerk auseinandersetzen. Sind größere gen nicht ausgesetzt. Die Bügelabmessungen
Durchbrüche bzw. Anforderungen aus der setzen sich aus der Balkenbreite bzw. der
Haustechnik zu erwarten, bietet sich eine Balkenhöhe minus dem 2-fachen Verlegemaß
Flachdecke (ohne Unterzüge) an. Hier ge- zusammen. Der Betonbalken ist 24 cm breit
winnt man dann zusätzlich Raum, in dem die und 40 cm hoch. Von diesen Maßen ziehen
Leitungen der Haustechnik ihren Platz fin- wir 2  4 = 8,0 cm ab. Der Bügel hat die Maße
den. Erfahrung sammelt der Konstrukteur vor 16 auf 32 cm. Um die Abstände und den
allem bei den vielen Baustellenbesuchen, aus Durchmesser des Bügels zu bestimmen, lesen
den Gesprächen mit den Bauarbeitern oder wir den Bewehrungsquerschnitt, 6,3 cm2/m, in
aus den Besuchen in Fertigteilwerken. Hier Tabelle 3.8 ab. Nun muss man aber beach-
lernt und erkennt er sehr schnell die Fehler, ten, dass Bügel zwei vertikale Schenkel ha-
die hauptsächlich aus zu schlanken Bauteilen, ben und diese immer für die Schubbeweh-
zu geringer Betondeckung und zu dicken rung maßgebend sind. Also können wir den
Bewehrungsstählen entstehen. Wert von 6,3 durch zwei teilen und finden
für 3,15 cm2/m in der Tabelle den Bügel-
Im Kapitel 9.2.1 ist ein einfacher Betonbal- durchmesser 8 mm im Abstand von 15 cm.
ken mit seiner Bewehrung dargestellt. Das Das sind 3,35 cm2/m Bewehrungsquerschnitt
Auflager sollte, wenn es möglich ist, immer für einen Bügelschenkel. Die vorhandene
mit mindestens 30 cm gewählt werden, denn Bügelbewehrung mit 2  3,35 ist größer als
durch Wandaussparungen unter dem Unter- die erforderliche mit 6,3 cm2/m. Das soll aber
zug für Rollladengurte und dergleichen ver- nicht heißen, dass der Wert pro Meter immer
ringert sich das Auflager immer. In der Statik auf 1 m eingelegt werden muss. Es können
finden wir die Bewehrungsangaben zur Bal- auch Bügelbereiche von 80 cm oder 1,50 m
kenbewehrung. Erforderlich sind As unten = mit dieser Bewehrungsangabe abgedeckt
3,9 cm2, die Schubbewehrung (Bügelbeweh- werden. Es soll nur heißen, dass dieser Wert
rung) als Querkraftbewehrung mit 6,3 cm2/m. auf der erforderlichen Länge konstant bleibt.
Die Umgebungsbedingungen sind bekannt Sehen wir zu dieser Bügelform noch einen
und werden nach Tabelle 2.1 mit der Exposi- Zwischenbügel vor, so sehen wir im Beton-
tionsklasse XC4/XF1 und der Betongüte querschnitt vier vertikale Bügelschenkel und
C25/30 festgelegt. Um das Verlegemaß zu können dann die erforderliche Schubbeweh-
bestimmen, müssen wir mit Tabelle 3.9 die rung durch 4 teilen. In den Auflagerbereichen
Tragbewehrung bzw. den Durchmesser er- sollten immer drei engere Bügel vorgesehen
mitteln. Gewählt werden 3 Stäbe mit dem werden. Biegt sich der Balken durch, verhin-
Durchmesser 14 mm. Anhand dieses Durch- dern diese engeren Bügelabstände ein Auf-
messers, der Betongüte und der Expositions- sprengen der oberen Bewehrungslage und ein
klasse lesen wir in Tabelle 2.2 das Verlege- Abplatzen des Betons.
maß mit 4 cm bis zum Bügel ab. Unter der Wir haben gelesen, dass die Bewehrung ge-
Expositionsklasse XC4 finden wir für alle staffelt werden kann. Mindestens 25 % der
Stäbe, außer für den Durchmesser 28 mm, Feldbewehrung, aber auch mindestens zwei
das Maß für c nom mit 40 mm. Hier können Stäbe, müssen über die Auflager geführt
wir nichts abziehen. Denn die 4,0 cm bezie- werden. Bei dieser Länge lohnt eine Staffe-
hen sich auch auf den Bügeldurchmesser von lung schon wegen der Verankerungslänge
8 mm. nicht. Stahl-Pos. 2 in der Mitte und Pos. 4
sind konstruktiv und sollten ab einer Balken-
höhe größer 30 cm eingebaut werden.
9.2 Bewehren eines Betonbalkens 175

9.2.1 Betonbalkenbewehrung

Betonbalken Pos. 1 M 1:50 Querschnitt M 1:25


24
1 27 ø 8/e = 15
1ø8 2 ø 10
1 2
1 1ø8 2 2+2 ø 10 1 ø 10
3ø8 3ø8
2 2
4 4

40
1 ø 10

3 3 ø 14
1
3
30 3.30 30 ø 8/e = 15
3 ø 14

16

32 12
3.84 12

32
2 4 ø 10 (3.84)
16
3.84 1 29 ø 8 (1.20)
3 3 ø 14 (3.84)
45
16

45
4 6 ø 8 (1.06)

Schubaufbiegungen am Auflager

50 % müssen durch Bügel aufgenommen werden. Zum Schubbewehrungsquerschnitt kann


man den Stabdurchmesser mit dem Faktor mal 2 erhöhen.
d

1,5 . d 0,5 . h (1+cot )


2.d
176 9 Unterzüge

9.2.2 Bewehren eines Beton- Stäbe, müssen über die Auflager geführt
balkens werden. Bei dieser Länge lohnt eine Staffe-
lung schon wegen der Verankerungslänge
Im Kapitel 9.2.3 ist ein einfacher Betonbal- nicht. Stahl-Pos. 2 in der Mitte und Pos. 4
ken mit seiner Bewehrung dargestellt. Das sind konstruktiv und sollten ab einer Balken-
Auflager ist von der Verankerungslänge des höhe größer 30 cm eingebaut werden. Die
Betonstahls abhängig. Wenn es die baulichen erforderliche Tragbewehrung Pos. 3 mit 4
Gegebenheiten zulassen, ist eine Auflager- Stäben Durchmesser 20 mm wird über die
länge von 30 cm vorteilhaft. Durch Wand- Auflager geführt. Zwei Stäbe müssen veran-
aussparungen unter dem Unterzug für Rol- kert werden.
ladengurte und dergleichen verringert sich Die Längsbewehrung As,erf = 2ø20= 6,28 cm2
die Auflagerlänge. Mindestquerbewehrung
Die Vorgaben: Nach der statischen Berech- ASt,min = 0,25  3,15 = 0,78 cm2
nung sind als Tragbewehrung in der unteren Verbundfestigkeit C20/25, VB gut
Lage (mit As unten) 11,9 cm2 erforderlich. ƒbd = 2,3 N/mm2
Die Schubbewehrung (Bügelbewehrung) als Grundwert der Verankerungslänge
Querkrafbewehrung wird nach der Beweh- Ɩb,rqd = (20/4) · (435/2,3) = 945 mm
rungsführung ermittelt.
Bemessungswert der Verankerungslänge
Die Umgebungsbedingungen sind bekannt
Hier direkte Lagerung α5 = 2/3
und werden nach Tabelle 2.1 mit der Expo-
sitionsklasse XC1/XF1 und der Betongüte Ɩbd = α1 · α3 · α5 · As,erf / As,vorh · Ɩb,rqd =
C20/25 festgelegt. Um das Verlegemaß zu As,erf / As,vorh = 6,28/12,6 = 0,50
bestimmen, müssen wir mit Tabelle 3.9 die Ɩbd = 1,0 · 1,0 · 2/3 · 0,50 · 945 =
Tragbewehrung bzw. den Stabdurchmesser Ɩbd = 315 mm > Ɩb,min
ermitteln. Gewählt werden 4 Stäbe mit dem Ɩb,min = 0,3 · 945 = 283 mm
Durchmesser 20 mm. Anhand dieses Durch-
messers, der Betongüte und der Expositions- Der Bewehrungsstab hat nun eine Länge von
klasse lesen wir in Tabelle 2.2 das Verlege- 4,00 m plus 2  Aussparung von 6,0 cm plus
maß mit 30 mm bis zum Bügel ab. 2  Verankerungslänge von 30 cm und an
den Stabenden eine Betondeckung von je-
Die Bewehrungsführung: Zur Längener- weils 3,0 cm. Die Stabstahl-Pos. 3 muss
mittlung der Längsstäbe benötigen wir die 4,72 m lang ausgeführt werden. Pos. 2 analog
Verankerungslänge der Bewehrung über den zu dieser Länge. Der Betonbalken wird dann
Auflagern. An den Kopfenden werden zu den über eine Länge von 4,70 mit Bügeln nach
Verankerungslängen noch 3,0 cm Betonde- Position 1 versehen. Diese Bügel umschlie-
ckung addiert. ßen die Längsbewehrung und der Enhaken
Die Bügelabmessungen setzen sich aus der wird dann 12,0 cm lang. Das Bauteil selbst
Balkenbreite bzw. der Balkenhöhe minus wird dann 4,78 m lang.
dem 2-fachen Verlegemaß zusammen. Der Um de Abstände und den Durchmesser des
Betonbalken ist 30 cm breit und 50 cm hoch. Bügels nach der Berechnung zu bestimmen,
Von diesen Maßen ziehen wir 2  3 = 6,0 cm lesen wir den Bewehrungsquerschnitt,
ab. Der Bügel hat die Maße 24 auf 44 cm. 6,3 cm2/m, in Tabelle 3.8 ab. Nun muss man
Wir haben gelesen, dass die Bewehrung ge- aber beachten, dass Bügel zwei vertikale
staffelt werden kann. Mindestens 25 % der Schenkel haben und diese immer für die
Feldbewehrung, aber auch mindestens zwei Schubbewehrung maßgebend sind. Also
9.2 Bewehren eines Betonbalkens 177

können wir den Wert von 6,3 durch zwei wehrungsquerschnitt für einen Bügelschen-
teilen und finden für 3,15 cm2/m in der Ta- kel. Die vorhandene Bügelbewehrung mit
belle den Bügeldurchmesser 8 mm im Ab- 2  3,35 ist größer als die erforderliche mit
stand von 15 cm. Das sind 3,35 cm2/m Be- 6,3 cm2/m.

9.2.3 Betonbalkenbewehrung

Betonbalken Pos. 1 M 1:50 Querschnitt M 1:25


30
1 33 ø 8/e = 15
2 ø 10
1ø8
1ø8 1 2
1 2 2+2 ø 10
1 ø 10
3ø8 3ø8
2 2

50
4 4
1 ø 10

3 4 ø 20
1
ø 8/e = 15
3
4 ø 20
33 6 4.00 6 33

24

12
4.72 12
44

44
2 4 ø 10 (4.72)
24
4.72 35 ø 8 (1.60)
1
3 4 ø 20 (4.72)
45
21

45
4 6 ø 8 (1.11)
178 9 Unterzüge

9.3 Unterzug (Einfeldbalken) messer 10 mm im Abstand von 13 cm. Ge-


fordert ist dieser Schubbereich auf einen
Die Bewehrungsführung für einen Unterzug Meter. Da der Querkraftverlauf nicht sofort
mit zwei unterschiedlichen Auflagersituatio- auf den nächsten Wert verspringt, sondern
nen ist im Kapitel 9.3.1 dargestellt. Vorge- langsam abnimmt, verlegen wir die Bügel auf
geben sind die Umgebungsbedingungen: 1,30 m. Zusätzlich sollte über den Auflagern
oben ein Parkdeck, unten Büroräume. Die noch ein Zwischenbügel vorgesehen werden.
Bewehrung unten mit As = 25 cm2 und die Durch die hohe obere Betondeckung müssen
Schubbewehrung mit 12 cm2/m an den Auf- wir, um die Bügelhöhe zu ermitteln, 10 cm
lagern auf 1 m Länge. Der Restbereich wird von der Balkenhöhe abziehen.
mit 6,2 cm2/m abgedeckt.
Die Verankerungslänge der Stahl-Pos. 4,
Die gewählte Bewehrung: Nach Tabelle 3.9, einem Stabdurchmesser von 20 mm, ist bei
sind unten für die Feldbewehrung acht Längs-
stäbe mit dem Durchmesser 20 mm erforder- direkter Lagerung: ɩb,dir = 2/3 mal ɩbd, gleich
lich. Die Schubbewehrung, mit Tabelle 3.8 oder größer 6 Øs
ermittelt, muss an den Endbereichen auf  b,min = 0,3  1,0  64 = 19,2 cm
einem Meter mit dem Bügeldurchmesser  b,dir = 2/3  19,2 = 12,8 cm
10 mm im Abstand von 13 cm vorgesehen
werden. Maßgebend sind hierbei die zwei Die Auflagerlänge ist 12,8 cm. Die Endver-
vertikalen Stäbe der Bügelform, die durch ankerung sollte immer mit 10 Øs = 20 cm
12 cm2/m geteilt den Tabellenwert von gewählt werden. Das Auflager von 11,5 cm
6 cm2/m für den erforderlichen Bügeldurch- Breite ist für die Endverankerung zu kurz. Es
messer, wie oben ermittelt, ergeben. Für den müssen Schlaufen vorgesehen werden, denn
restlichen Schubbereich sind dann 6,2 cm2/m eine Aufbiegung mit dem großen Biegerol-
geteilt durch zwei = 3,1 cm2 /m erforderlich. lendurchmesser von 7 Øs ist nicht auszufüh-
Mit der Tabelle 3.8 wählen wir den Durch- ren. Die Schlaufen werden liegend eingebaut
messer 8 mm, im Abstand von 16 cm, ge- und nach folgendem Schema ermittelt: Bei
wählt mit 15 cm. Unterzügen müssen 25 % der Bewehrung
Die Expositionsklassen für die oben be- über die Auflager geführt werden. 25 % von
schriebenen Umgebungsbedingungen legen 25 cm2 sind 6,25 cm2 und dieser Beweh-
wir mit der Tabelle 2.1 fest. rungsquerschnitt muss in Schlaufenform,
Stahl-Pos. 9, vorgesehen werden. In Tabelle
An der Oberseite des Unterzuges ist ein
3.9 finden wir 8 Stäbe, das sind 4 Schlaufen
Parkdeck geplant. Hier müssen wir die Expo-
sitionsklasse XD3/XF1 mit der Betongüte mit dem Durchmesser 12 mm.
C35/45 vorsehen. Unten und an den Seiten Die Stahl-Pos. 5 wird in die zweite Lage
wird der Unterzug in die Expositionsklasse verlegt und kann nach der aufgezeichneten,
XC1 eingestuft. Die Betongüte C35/45 muss gestrichelten Linie kürzer eingebaut werden.
beibehalten werden. Zu dem rechnerischen Endpunkt addieren wir
Mit Tabelle 2.2 legen wir das Verlegemaß an noch beidseitig das Versatzmaß und die Ver-
der Oberseite mit 5,5 cm bis zur oberen De- ankerungslänge ɩ bd. Oben an den Endberei-
ckenbewehrung fest. Der Unterzug, ein F90- chen müssen auf 1/4 der Feldlänge mindes-
Bauteil, muss an den Seiten und der Unter- tens 25 % der Feldbewehrung liegen. Das
seite ein höheres Verlegemaß als in der Ta- sind 6,25 cm2. Eingelegt sind mit der Pos. 2,
belle angegeben erhalten. Im Kapitel 2.3 ist 2 Durchmesser 14 mm, die über die ganze
das Verlegemaß bis zum Bügel für R90-Bau- Länge geführt werden und rechts über die
teile 3,5 cm. Wand als Stützbewehrung dienen. In Unter-
Die Bewehrung: Um die Schubbewehrung zügen muss der Bewehrungsquerschnitt klei-
an den Endbereichen abzudecken, verlegen ner 0,08 Ac sein. Ac ist der Betonquerschnitt
wir hier die gewählten Bügel mit dem Durch- in cm2.
9.3 Unterzug (Einfeldbalken) 179

9.3.1 Bewehrungsführung Nur bei Unterzügen bzw. Balken ohne Decke


des Unterzugs ist der Brandschutz auch oben zu beachten.

Muss der Brandschutz beachtet werden, ist in Am Endauflager beidseitig 25 % des Quer-
diesem Beispiel nur die Betondeckung unten schnittes der Feldbewehrung mit 1/4 der
und an den Seiten nach DIN 4102-2 auszu- Stützweite.
führen. Oben liegt die Decke mit Bewehrung.

11 ø 10/e = 13 6 24 ø 8/e = 15 11 ø 10/e = 13


1 1
1 ø 10 2 ø 10 2 ø 14 2 ø 14
1 7 2 ø 14 3 2 7 1 1 ø 10
2ø8
9 1ø8
9

5 4 6 ø 20 8
1+1 ø 20 2x2 ø 12
Versatzmaß Versatzmaß
25 60 60 25

24 5.802 11.5
7.20
2 2 ø 14 (7.20)
6.08
3 2 ø 10 (6.08) konstruktiv
6.08
50 4 6 ø 20 (6.08) Verankerung reicht nicht
4.80 90
30

22

50 5 2 ø 20 (4.80)
9 3 ø 8 (1.30) Querschnitt 90
konstruktiv 2x2= 8 2 ø 12 (2.02)
2 ø 14
1.80 1 ø 14 1 ø 14 liegend eingebaut
7
7 2 ø 14 (1.80) 2 2

33 33
50 12
20
15

15 12
50

1 ø 10
60

1 ø 10
50

50

40

3 3
33 33
1 22 ø 10 (1.96) 1 ø 20 5 5 1 ø 20 6 24 ø 8 (1.90)
4
6 ø 20
40
180 9 Unterzüge

9.4 Überzug den Bügeldurchmesser 8 mm im Abstand von


10 cm. So ermitteln wir auch die restlichen
Überzüge werden in gleicher Weise wie Schubbereiche.
Unterzüge bewehrt. Im Kapitel 9.4.1 ist ein Die Lasteinhängebügel, Stahl-Pos. 6, wer-
Überzug mit einem Konsolauflager darge- den nun festgelegt. 25 % der Feldbewehrung
stellt, ein ausgeklinktes Konsolauflager. müssen bis über das Auflager geführt werden
Aus der Statik entnehmen wir die Werte für und diese 25 % werden mit Bügeln nach
As unten mit 30 cm2 . Der Überzug wird mit oben verankert. 25 % von 30 cm2 sind
einer Druckbewehrung versehen. Diese Be- 7,5 cm2. Das sind nach Tabelle 3.9 7 Stäbe
wehrung wird in der oberen Lage eingelegt mit dem Durchmesser 12 mm. Gewählt wer-
und beträgt nach Statik 7,2 cm2. Die Schub- den 5 Bügel im Durchmesser von 12 mm.
bewehrung ist an der linken Seite auf 70 cm Lasteinhängebügel werden auf Zug bean-
Länge mit As = 10 cm2/m angegeben. Der sprucht und dementsprechend verankert. Die
Restbereich mit 6,72 cm2/m. Stäbe des Bügels müssen mit ɩ0 übergreifen.
Die Bewehrungsführung: Die untere Be- Nach Tabelle 3.4 ist die Übergreifungslänge
wehrungslage bestimmen wir mit Hilfe der für die Bügel-Pos. 6 mit 79 cm angegeben.
Tabelle 3.9. Hier finden wir für den Beweh- Diese Bügel sollten einen Abstand von 7 bis
rungsquerschnitt von 30 cm2 die Feldbeweh- 8 cm haben. Nicht enger, denn das doppelte
Bügelschloss braucht viel Platz.
rung mit 6 Stäben Durchmesser 20 mm und
6 Stäben mit dem Durchmesser 16 mm. Um Der Konsolbereich: Stahl-Pos. 4 ist am
eine richtige Verteilung des Betons zu ge- rechten Auflager nicht verankert, sie sollte
währleisten, ist auch hier der Abstand größer auch nicht mit einem Haken zur Verankerung
20 mm. Nun können wir anhand des Stab- ausgeführt werden. Hier müssen nun liegende
durchmessers und der Umgebungsbedingun- Schlaufen in einer U-Form vorgesehen wer-
gen die Expositionsklasse, die Betongüte und den. Diese müssen einen Querschnitt von
das Verlegemaß bestimmen. Der Überzug, 25 % der Feldbewehrung haben. Das sind
ein Innenbauteil, wird nach Tabelle 2.1 in die vier Schlaufen im Durchmesser von 12 mm.
Expositionsklasse XC1 mit der Betongüte Vier Schlaufen sind acht Stäbe mit 9,05 cm2
C16/20 eingestuft. Die Betondeckung ccom nach Tabelle 3.9. Diese 25 % der Beweh-
für einen Stabdurchmesser 20 mm ist nach rung müssen nun auf das Konsolauflager
gebracht werden. Hierzu ist die Stahl-Pos. 8
Tabelle 2.2 = 30 mm. Gehen wir von einem
zuständig. Es werden ebenfalls vier Schlau-
Bügeldurchmesser von 8 mm aus, ist cnom
fen mit 9,05 cm2 gewählt. Diese Formen lie-
Bügel = 20 mm. Für den Lastaufhängebügel
gen versetzt, zweifach übereinander. Von der
von 12 mm ist cnom = 22 mm. Ziehen wir nun
Unterkante des Überzuges unter einem Win-
von 30 mm die 12 mm ab, liegen wir bei
kel von 45° beginnt die Verankerungslänge
18 mm und das ist nach Tabelle 2.2 zu we-
mit ɩ0 nach Tabelle 3.4 mit 79 (80) cm. Die
nig. Ziehen wir aber von den 30 mm die
Bügel-Pos. 9 sollte in den Abständen von 7 cm
Bügelstärke von 8 mm ab, ist das Verlege- verlegt werden und das Bügelschloss wird
maß 22 mm und reicht für den Durchmesser normal mit 12 cm Schenkellänge ausgebildet.
8 mm bzw. 12 mm. Die geforderten 30 mm Um Risse in den Eckbereichen der Ausklin-
für den 20 mm Stahl bleiben erhalten. Wir kung zu vermeiden oder zur Lasteinhängung,
wählen das Verlegemaß cv mit 25 mm. Die sollte die Stahl-Pos. 10 immer vorgesehen
Bügel haben die Abmessungen 35/55 cm. werden. Pos. 4 wird über die ganze Länge bis
Die Schubbewehrung aus der Statik wird für über das Auflager geführt. Die Stahl-Pos. 5
den gesamten Bewehrungsquerschnitt ange- kann kürzer werden. Es gilt eine gestaffelte
geben. Da ein Bügel zwei vertikale Stäbe hat, Bewehrung. Die Übergreifungslänge der Pos.
können wir die 10 cm2/m durch zwei teilen 7 mit Stahl-Pos. 4 wird für den 12 mm Stab-
und finden in der Tabelle 3.8 für den Wert 5 durchmesser nach Tabelle 3.4 bestimmt.
9.4 Überzug 181

9.4.1 Überzugbewehrung

10 ø 8/e = 10 1 22 ø 8/e = 15 5 ø 12/e = 8


1 6
obere Lage, Ausführung wie links
l 0 = 80
obere Lage 3 ø 8/7
2 ø 10
mind. 1/4 Feldlänge 4 ø 16 4 5° 1 ø 14 9
2x2 ø 12
und 25 % der Feldbewehrung 3 2 10 8
2ø8

30 30
11

Feldbewehrung
6 ø 20 4 5 6 ø 16
7
Die Mindestbewehrung muss auch unten am hochgezogenen Auflager liegen. 2x2 ø 12
l b,dir Bei Überzügen wird der obere Bereich fast immer nach der Decke betoniert.
Ein guter Verbund zwischen den Betonbauteilen muss sichergestellt werden.
6,7 d s Die Oberfläche der Decke muss mindestens rau sein. Bei größeren Querkräften
ist die Fuge zu verzahnen oder im Deckenbereich muss das Korn mindestens 6,0 mm
frei sein. Die Verzahnung ist nach Bild 6.9 EC2-1-1 auszuführen.

24 4.46 20 40
4.84 oben
2 4 ø 16 (4.84)
4.84 35

25 12
25
3 2 ø 10 (4.84) konstruktiv 12
4.64 unten 1. Lage
35
50 4 6 ø 20 (4.64) 9 3 ø 8 (1.44)
3.90 unten 2. Lage
32

50 46 5 6 ø 16 (3.90) 80
11 2 ø 8 (1.32)
22

konstruktiv 30
80 liegend einbauen
46
62

2x2= 7 4 ø 12 (1.82)
62

40 40
10 1 ø 14 (2.34) 1.25
22

Querschnitt räumlich dargestellt


4 ø 16 liegend einbauen
2 1.25
1 ø 10 1 6
2x2= 8 4 ø 12 (2.72)
3 35 35
1 ø 10
12

3 12 30 Lasteinhängebügel
5 Vollen Tragstoß der
60

55

6 ø 16
50
55

55
55

Bügelschenkel
ausbilden
35 35
4 6 ø 20 1 32 ø 8 (2.04) 6 5 ø 12 (2.60)
Zulagebewehrung
40
182 9 Unterzüge

9.5 Unterzug (Zweifeldbalken) vorhanden, kann man alle Stäbe anrechnen.


Aber nur die Stäbe, die in einem Schnitt
Die Bewehrung eines Unterzuges über zwei liegen, also nebeneinander und nicht hinter-
Felder (Zweifeldbalken) ist im Kapitel 9.5.1 einander. In diesem Beispiel sind es zwei
dargestellt. Auch hier liegt die Feldbeweh- vertikale Stäbe, die wir durch 10 cm2/m tei-
rung in der unteren Lage und die Stützbeweh- len können. In Tabelle 3.8 finden wir für
rung in der oberen Lage. Die Bewehrungs- 5 cm2/m den Durchmesser 8 mm mit dem
führung dieses Zweifeldbalkens ist auch bei Abstand 10 cm. Die Verlegebereiche der
mehrfeldrigen Durchlaufbalken oder Unter- Bügel sollten sich nicht mit ihren Abständen
zügen gleich. Auffällig ist hier der Verlauf alle 50 cm ändern. Hier werden die Bügel mit
der Momentenlinie bzw. As-Linie. Der Bogen den 10 cm Abständen so weit geführt, bis sie
zeigt uns, dass die Stützbewehrung weiter ins den Querschnittsbereich der Bügel im Ab-
kleinere Feld geführt werden muss als ins stand von 20 cm erreicht haben. Aus den
längere Feld. Bei gleichen Stützweiten und oben genannten Gründen sind die Bügel nicht
Belastungen ist das nicht der Fall. auf 80 cm, sondern auf 120 cm mit dem Ab-
stand von 10 cm verlegt worden.
Die erforderlichen Werte zur Bewehrung des
Zweifeldbalkens: Der Unterzug hat die Ab- Zur Stützbewehrung sind 18 cm2 erforder-
messungen, b/h = 40/50 cm. Die Stützbeweh- lich. In der Tabelle 3.9 finden wir den Beweh-
rung ist mit 18 cm2 und die Feldbewehrung rungsquerschnitt von 18,8 cm2 mit 6 Stäben
des längeren Feldes mit 16 cm2 angegeben. und den Durchmesser 20 mm. Zwei Stäbe, die
Im kleineren Feld sind 4,8 cm2 erforderlich. Pos. 2, führen wir über die ganze Unter-
Die Schubbereiche sind am linken Auflager, zuglänge, denn über den Auflagern sind auf
auf eine Länge von 80 cm, mit 10 cm2/m, einem Drittel der Feldlänge 25 % der unteren
über der Stütze mit 9,5 cm2/m und am rech- Feldbewehrung erforderlich. Durch Stöße und
ten Rand mit 10 cm2/m angegeben. Die übri- die damit verbundene große Übergreifungs-
gen Bereiche sind mit 5 cm2/m Schubbeweh- länge hätten wir keine Ersparnis.
rung abzudecken. Nach den Umgebungsbe- Werden Bewehrungsstäbe in der oberen Lage
dingungen und der Tabelle 2.1 wird das außerhalb des Stützbereiches oder in Berei-
Bauteil in die Expositionsklasse XC1, mit der chen, an denen sie statisch nicht erforderlich
Betongüte C20/25, eingestuft. sind, gestoßen, so ist es gleichgültig, ob sie
Mit dem gewählten Stabdurchmesser, hier im mäßigen oder guten Verbund liegen. Die-
20 mm, können wir nach Tabelle 2.2 das se Stöße brauchen nur mit ɩb,rqd übergreifen.
Verlegemaß mit 25 mm bis zum Bügel fest- Die Stablängen der restlichen Stützbeweh-
legen. Die Bügelbreite ist 40 cm minus 2  rung können wir anhand der Kurve oder aus
Betondeckung = 35 cm. Zur Ermittlung der der Statik ermitteln. Zu dieser Längenangabe
Bügelhöhe müssen unten 2,5 cm, oben die muss noch beidseitig die Verankerungslänge
Betondeckung bis zur Betonstahlmatte und und das Versatzmaß addiert werden.
die Betonstahlmatte abgezogen werden. Ach- Die untere Lage können wir anhand des Bo-
tung, es können bis zu drei Matten überei- gens staffeln. Vier Stähle laufen bis über das
nander liegen! Man zieht in diesen Fällen Auflager und werden dort verankert. Die
immer 8 cm vom Gesamtmaß ab. Stahl-Pos. 8 muss zu ihrer rechnerischen Län-
Die Schubbewehrung: Der Bewehrungs- ge noch beidseitig um das Maß der Veranke-
querschnitt zur Angabe der Schubbewehrung rungslänge und des Versatzmaßes verlängert
erfolgt immer über den gesamten Bügelquer- werden.
schnitt. Das bedeutet, für einen Bügel sind Die Verankerungslänge der Stahl-Pos. 6
die beiden vertikalen Schenkel maßgebend. sollte an den Endauflagern mindestens 10 Øs
Sind mehrere vertikale Stäbe in einem Schnitt betragen.
9.5 Unterzug (Zweifeldbalken) 183

9.5.1 Bewehrung eines Zweifeldbalkens

1 13 ø 8/e = 10 1 19 ø 8/e = 20 1 11 ø 8/e = 10 14 ø 8/e = 20


1
13 ø 8/e = 10
Stützbewehrung 1

mind. 1/4 Feldlänge mind. 1/4 Feldlänge


obere Lage
obere Lage
Versatzmaß und 25 % der Feldbewehrung
mind. 1/4 Feldlänge al
bd al bd
2 ø 20 2 ø 20
obere Lage
2 ø 20 4
und 25 % der Feldbewehrung 2
3

2ø8 2ø8
9 9
Feldbewehrung
6 5 7
8
4 ø 20 2 ø 16 2 ø 10 4 ø 14

b,dir b,dir

24 5.00 17.5 3.00 24

8.655

8,59

2 2 ø 20 (8.59)
8.59
5 2 ø 10 (8.59) konstruktiv
5.70
3 2 ø 20 (5.70) Querschnitt M 1:25
5.34
1 ø 20 2 ø 20 1 ø 20
6 4 ø 20 (5.34) 5.00 3 3
4
4 2 ø 20 (5.00) 1 ø 20
1 ø 20 2 2
4.10
8 2 ø 16 (4.10)
3.30
35
50

7 4 ø 14 (3.30)
42 12

12 5 5
1 ø 10
42

50 1 ø 10
30

konstruktiv 1 6 8 6
35 liegend eingebaut
50 2 ø 20 2 ø 16
1 43 ø 8 (1.78) 2 ø 20
9 4 ø 8 (1.30) 40
184 9 Unterzüge

9.6 Unterzug-Auflager Übergreifungslänge für Zugbeanspruchung


auf eine Konsole nach Tabelle 3.4 geschlossen werden, nach
oben geführt werden. Die Lasteinhängebügel,
Ortbetonunterzüge im Verbund mit Fertig- die auch den Bewehrungsquerschnitt von
teilstützen finden immer öfter ihre Anwen- 9,75 cm2 haben, sollten auf einen Bereich,
dung im Industriebau. Das Auflager für den der maximal 30 cm breit ist, mit den Bügel-
Unterzug ist dann die Stützenkonsole. Um abständen von 7 bis 8 cm aufgeteilt werden.
eine ausreichende Raumhöhe zu gewinnen, In der Zeichnung reicht die Bügel-Pos. 2 zur
wird der Unterzug am Auflager ausgeklinkt. Verankerung nicht aus, es werden Zusatzbü-
Diese Art der Auflagerung wird auch bei gel erforderlich. Die Breite des Bügels sollte
Bauwerkstrennungen und zur Ausbildung sich nach der Stabaufteilung der Stahl-Pos. 1
von Dehnfugen genutzt. Je nach Bauhöhe des richten. Auch dieser Bügel muss mit der
Unterzuges wird die Ausklinkung zur Hälfte Übergreifungslänge für Zugbeanspruchung
ausgeführt und die Tiefe bzw. Auskragung geschlossen werden.
der Konsole sollte 25 cm sein. Die Bügelform Position 8 soll ein Abplatzen
Im Kapitel 9.6.1 ist die Bewehrung eines des Betons bei der Bauteildurchbiegung und
Unterzuges mit einem Konsolauflager darge- die Neigung zur Rissebildung verhindern.
stellt. Die erforderliche untere Bewehrungs- Das Bügelschloss kann mit normaler Über-
lage soll mit einen Querschnitt von 39 cm2 greifung von 12 cm ausgebildet werden und
abgedeckt werden. Die Betongüte ist ein der Abstand sollte 6,0 cm betragen.
C20/25 mit der Betondeckung bzw. dem Ver-
Die Stahl-Pos. 7 und 4 dienen zur Lastabtra-
legemaß von 3,5 cm bis zum Bügel.
gung aus dem Bauteil auf die Konsole. Um
Hier ist der Brandschutz, ein R90-Bauteil, zu eine gute Verankerung zu erreichen, wird
beachten. Nach der Expositionsklasse mit eine Schlaufenform vorgesehen, die auch den
dem Stabdurchmesser und den Brandschutz-
Bewehrungsquerschnitt von 9,75 cm2 haben
anforderungen ist das Verlegemaß ebenfalls
muss. Vier Schlaufen übereinander gelegt
3,5 cm. Unterzüge mit der Brandschutzklasse
würden zu hoch aufbauen. Wir teilen die
R90 müssen ab einer Balkenbreite über
innere Breite des Bügels durch drei, verdop-
40 cm mit mindestens 5 Stäben in der unteren
Lage bewehrt werden. Diese 5 Stäbe müssen peln diesen Wert und erhalten die Breite der
über die Auflager geführt werden, also über Schlaufe. Die Verankerungslänge der Schlau-
die gesamte Unterzuglänge. fe beginnt erst hinter dem Auflager. Gemes-
sen von der unteren Ecke des Betonbalkens,
Die erforderliche untere Bewehrung, die aus
unter einem Winkel von 45°, trifft die ge-
dem Tragverhalten bis zum Auflager geführt
dachte Linie auf die Stahl-Pos. 7. Ab hier
werden muss, ist 25 % und 25 % von 39 cm2
wird der Stab mit ɩ0 nach Tabelle 3.4 veran-
erforderliche Bewehrung sind 9,75 cm2 . Wir
haben in der unteren Lage ein indirektes kert. Die Verankerungslänge beträgt ab die-
Auflager und müssen den Stabdurchmesser sem Punkt 93 cm.
25 mm durch Zulagen in Schlaufenform Stahl-Pos. 4 trägt auch zur Lastabtragung bei
verankern. Hierzu sind die oben errechneten und verhindert die Rissbildung in der Aus-
9,75 cm2 erforderlich und werden nach Ta- klinkungsecke des Unterzugs. Diese Stahl-
belle 3.9 mit 8 Stäben, das sind 2  2 Schlau- form wird unter einem Winkel von 45 bis 60°
fen in zwei Lagen, ausgeführt. Die Übergrei- eingebaut. Die Verankerungslänge ist für den
fungslänge der Stahl-Pos. 6 mit der Stahl- unteren Schenkel ɩ0. Die Stahl-Pos. 5 ist
Pos. 1 entnehmen wir Tabelle 3.4 für den konstruktiv und wird nur zur Risssicherung
Stabdurchmesser 14 mm. vorgesehen. In der oberen Lage liegen an den
Die untere Bewehrungslage ist verankert und Enden 25 % der Feldbewehrung. Das sind
muss über Lasteinhängebügel, die mit der fünf Stäbe im Durchmesser von 16 mm.
9.6 Unterzug-Auflager auf eine Konsole 185

9.6.1 Bewehrungsführung des hochgezogenen Auflagers

auf L/4 mind. 25 % der Feldbewehrung


5 ø 16
Abstand 8 cm wegen dickem Bügelschloss Lasteinhängebügel
2 3 4 ø 10/ e = 8 cm Übergreifung mit
0 = 93 cm 0
Abstand 5-8 cm
Zugstoß
4ø8
8 45
2 ø 12 4 ø 12 4 ø 12
5 ø 16 5 ø 16
1 ø 10 4 3
2
5
2 ø 16 2 ø 16
2x2 ø 14
30

ZH 7 7
7
2 ø 16
ZS

4 ø 12 5
ZV
30

1 ø 10 5 ZA 6
6
1 5 ø 25 2 ø 16
6 2x2 ø 14 5 ø 25
1
Bügel normal geschlossen 38
25

30
25
50
5 ø 20 laufen wegen F90 durch.
53

53
unten 5 ø 25 + 3 ø 25
34

1
konstruktiv

50 93 38
2 4 ø 10 (2.37)
5 2 ø 10 (1.34)
26

23
38
23 12

30

93 20
12
23

53

6 4 ø 14 (2.12)
38
1/3 von 39,3 cm 2 verankern.
53

8 4 ø 8 (1.46)

30 23
1.50
3 4 ø 10 (2.02)
26

50

70
70

1.50
60
60
7 4 ø 14 (3.26)
1/3 von 39,3 cm 2 verankern 4 2 ø 12 (2.90)
räumlich dargestellt
186 9 Unterzüge

9.7 Betonbalken gebogen In der unteren und oberen Lage sollen jeweils
vier Bewehrungsstäbe mit dem Durchmesser
Die Darstellung eines gebogenen Betonbal- 14 mm eingebaut werden.
kens mit seiner Bewehrungsführung sehen In Tabelle 2.1 finden wir die Expositions-
wir im Kapitel 9.7.1. An der Oberfläche des klassen XC1 und XF1 mit der Betongüte
gebogenen Balkens treten Spannungen auf, C25/30 und mit Tabel