Sie sind auf Seite 1von 4

Handlungsanleitung

zur Umsetzung der


DGUV Vorschrift 1
Empfehlung der BG ETEM zur Ermittlung der
Anzahl der Sicherheits­beauftragten
Handlungsanleitung zur Umsetzung
der DGUV Vorschrift 1
Empfehlung der BG ETEM zur Ermittlung der Anzahl der Sicherheits­beauftragten

1. Kriterien für die Festlegung der Anzahl der Im Einzelnen:


Sicherheits­beauftragten • Konkretisierung durch die auf den ­Betrieb
bezogene Unfall- und Gesund­heitsgefahr:
Die DGUV Vorschrift 1 legt für die Festlegung Wenn sich aus der Gefährdungsbeurteilung
der Anzahl der ­Sicherheitsbeauftragten im ergibt, dass viele verhaltensbezogene Maß­
Einzelfall bestimmte Kriterien fest. nahmen erforderlich sind, z. B. Tragen von
PSA, Nutzung von Absaugeinrichtungen,
Darüber hinaus ist die Aufgabenbeschreibung Tragen von Schutzbrillen, Gehörschutz auf
des Sicherheitsbeauftragten (§ 20 Abs 2) Baustellen, Absturzsicherung beim Arbeiten
­heranzuziehen. auf Dächern, sollte dies zu einer Erhöhung
der Anzahl der Sicherheitsbeauftragten
„Die Sicherheitsbeauftragten haben den führen. Ziel ist es, die Umsetzung der Maß­
­Unternehmer bei der Durchführung der nahmen im Betrieb zu unterstützen.
­Maßnahmen zur Verhütung von Arbeits­ Im Übrigen soll sich die Anzahl der zu be­
unfällen und Berufskrankheiten zu unter­ stellenden Sicherheitsbeauftragten an
stützen, ­insbesondere sich den allgemeinen Gefährdungen im ­Betrieb
• von dem Vorhandensein und der ord­ orientieren (siehe dazu die Differenzierung
nungsgemäßen Benutzung der vorge­ nach Gefährdungsgruppen unter „Allge­
schriebenen Schutzeinrichtungen und meiner Richtwert“, S. 3).
persönlichen Schutzausrüstungen • Räumliche Nähe:
zu überzeugen und Um den Unternehmer im Arbeitsschutz in
• auf Unfall- und Gesundheitsgefahren allen Betriebsteilen unterstützen zu können,
für die Versicherten aufmerksam ist bei der Bestellung sicherzustellen, dass
zu machen. Sicherheitsbeauftragte auch vor Ort tätig
werden können.
Damit die Sicherheitsbeauftragten die Ver­ Unter der räumlichen Nähe ist z. B. auch
antwortlichen entsprechend ihrer ­Aufgabe die Tätigkeit eines Sicherheitsbeauftragten
unterstützen können, ist jede Orga­nisations­ in der gleichen Organisationseinheit (In­
einheit des Betriebes anhand der im Folgen­ standhaltung, Lager, Montage, Verwaltung)
den erläuterten Kriterien zu beurteilen und zu verstehen. Die Kontaktmöglichkeiten
festzulegen, ob und in welchem Umfang eine zwischen den ­Sicherheitsbeauftragten und
Bestellung von Sicherheitsbeauftragten für die den Kolleginnen und Kollegen und damit
jeweiligen Organisationseinheiten in Betracht die Möglichkeit, wirksam zu werden, ist
kommt. entscheidend. Filialen, aber auch Baustel­
len sind weitere Bereiche, die seitens des
Sicherheitsbeauftragten zumindest zeit­
weise abgedeckt werden sollten.

2


Auch ist die Größe des Betriebsgeländes lässt sich ein allgemeiner Richtwert ablei­
zu berücksichtigen. Sind Organisations­ ten (siehe unter 2.).
einheiten auf mehrere Gebäude verteilt, so
ist es u. U. zweckmäßig, in jedem Gebäude 2. Allgemeiner Richtwert:
einen Sicherheitsbeauftragten einzusetzen.
• Zeitliche Nähe: Die in drei Gruppen aufgegliederten Richt­
Arbeitet der Betrieb mehrschichtig, so ist werte orientieren sich an der Zuordnung von
es zweckmäßig, eine Verteilung der Sicher­ Betrieben entsprechend der drei Betreuungs­
heitsbeauftragten auf alle Schichten sicher­ gruppen nach DGUV Vorschrift 2:
zustellen.
Baustellen oder auch andere zeitlich • Gruppe 1 (hohe Gefährdung): z.  B. Gie­ße­
­begrenzte Projekte ­sollten zumindest zeit­ reien, Galvanik, Herstellung von (Groß-)
weise durch Sicherheitsbeauftragte betreut Elektromotoren, Herstellung von Schienen­
werden. fahrzeugen, Elektrotechnische Großinstalla­
• Fachliche Nähe: tion, Bahnverkehrsstreckenbau, Kabelnetz­
Der ­Sicherheitsbeauftragte muss auch leitungstiefbau
fachliche Zusammenhänge in den Organi­ • Gruppe 2 (mittlere Gefährdung): alle übrigen
sationseinheiten, z. B. Instandhaltung, Lager, Betriebe der BG ETEM, die nicht in die Grup­
Montage, Verwaltung, kennen, um kompe­ pen 1 oder 3 fallen, z. B. Webereien, Drucke­
tent auf Unfall- und Gesundheitsgefahren reien, Wasserversorgung, Elektro­installation
aufmerksam zu machen und von den Kolle­ • Gruppe 3 (niedrige Gefährdung): z ­ . B.
ginnen und Kollegen akzeptiert zu werden. Handel, Druckvorstufe, ­Verlage, Beklei­
• Anzahl der Beschäftigten: dungsherstellung, Dienstleistungsbereich
Die bisherigen Erfahrungen mit der Anzahl
der in den Betrieben bestellten Sicherheits­ Anders als in der DGUV Vorschrift 2 ist der Be­
beauftragten haben ergeben, dass sich reich der Verwaltung getrennt von den Ferti­
diese Anzahl sowohl an der jeweiligen gungs-/Gewerbebereichen zu beurteilen und
Gefährdung als auch an der Mitarbeiterzahl immer der Gruppe III zuzuordnen.
eines Betriebes orientieren soll. Daraus

Allgemeiner Richtwert für die Anzahl der zu bestellenden Sicherheitsbeauftragten (SB) pro Mitarbeiter(in) (MA)

1. SB ab 2. SB ab 3. SB ab 4. SB ab 5. SB ab 6. SB ab 7. SB ab 8. SB ab
… MA … MA … MA … MA … MA … MA … MA … MA
Gruppe 1 21 51 101 201 351 551 701 + 125
Gruppe 2 21 101 201 351 551 751 901 + 150
Gruppe 3 21 101 201 351 551 751 951 + 200

3
Berufsgenossenschaft
Energie Textil Elektro
Medienerzeugnisse

Gustav-Heinemann-Ufer 130
50968 Köln
Telefon 0221 3778-0
Telefax 0221 3778-1199
www.bgetem.de

Bestell-Nr. D 045

1 · 2 · 12 · 14 · 3 – Alle Rechte beim Herausgeber


Gedruckt auf Papier aus nachhaltiger Forstwirtschaft

Das könnte Ihnen auch gefallen