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DEUTSCHE NORM Dezember 2005

DIN EN 10246-7
X
ICS 23.040.10; 77.040.20 Ersatz für
DIN EN 10246-7:1996-04

Zerstörungsfreie Prüfung von Stahlrohren –


Teil 7: Automatische Ultraschallprüfung nahtloser und geschweißter
(ausgenommen unterpulvergeschweißter) Stahlrohre über den
gesamten Rohrumfang zum Nachweis von Längsfehlern;
Deutsche Fassung EN 10246-7:2005
Non-destructive testing of steel tubes –
Part 7: Automatic full peripheral ultrasonic testing of seamless and welded (except
submerged arc welded) tubes for the detection of longitudinal imperfections;
German version EN 10246-7:2005
Essais non destructifs des tubes en acier –
Partie 7 : Contrôle automatique par ultrasons sur toute la circonférence des tubes en acier
sans soudure et soudés (sauf à l’arc immergé sous flux en poudre) pour la détection des
imperfections longitudinales;
Version allemande EN 10246-7:2005

Gesamtumfang 12 Seiten
NormCD - Stand 2009-03

Normenausschuss Eisen und Stahl (FES) im DIN

© DIN Deutsches Institut für Normung e.V. • Jede Art der Vervielfältigung, auch auszugsweise, nur mit
Genehmigung des DIN Deutsches Institut für Normung e. V., Berlin, gestattet.
Alleinverkauf der Normen durch Beuth Verlag GmbH, 10772 Berlin
Preisgruppe 8
www.din.de
www.beuth.de
<
9541222
DIN EN 10246-7:2005-12

Nationales Vorwort
Die Europäische Norm EN 10246-7 wurde vom Technischen Komitee (TC) 29 „Stahlrohre und Fittings für
Stahlrohre“ (Sekretariat: Italien) des Europäischen Komitees für die Eisen- und Stahlnormung (ECISS)
ausgearbeitet.

Das zuständige deutsche Normungsgremium ist der Arbeitsausschuss 09/6 „Zerstörungsfreie Prüfung von
Stahlrohren“ des Normenausschusses Eisen und Stahl (FES).

Die Norm legt die Anforderungen an die automatische Ultraschallprüfung unter Anwendung von
Transversal- und Plattenwellen über den gesamten Umfang nahtloser und geschweißter Stahlrohre — mit
Ausnahme unterpulvergeschweißter (SAW)-Rohre — zum Nachweis von Längsfehlern fest.

Änderungen
Gegenüber DIN EN 10246-7:1996-04 wurden folgende Änderungen vorgenommen:
a) Neben Transversalwellen sind auch Plattenwellen für die Ultraschallprüfung zugelassen.
b) Für die Anwendung von Plattenwellen wurde ein Frequenzbereich festgelegt.
c) Der Hinweis auf die Qualifizierung des Prüfpersonals ist entfallen, da entsprechende Festlegungen in
der Erzeugnisnorm zu treffen sind.
d) Die Prüfempfindlichkeit darf zum Ausgleich der Systemdrift nur um höchstes 3 dB erhöht werden.
e) Redaktionelle Anpassung an die 2000-03 veröffentlichten Teile der EN 10246.

Frühere Ausgaben
DIN EN 10246-7: 1996-04
NormCD - Stand 2009-03

2
EUROPÄISCHE NORM EN 10246-7
EUROPEAN STANDARD
NORME EUROPÉENNE Oktober 2005

ICS 23.040.10; 77.040.20 Ersatz für EN 10246-7:1996

Deutsche Fassung

Zerstörungsfreie Prüfung von Stahlrohren —


Teil 7: Automatische Ultraschallprüfung nahtloser und
geschweißter (ausgenommen unterpulvergeschweißter)
Stahlrohre über den gesamten Rohrumfang zum Nachweis von
Längsfehlern

Non-destructive testing of steel tubes — Essais non destructifs des tubes en acier —
Part 7: Automatic full peripheral ultrasonic testing of Partie 7: Contrôle automatique par ultrasons sur toute la
seamless and welded (except submerged arc welded) tubes circonférence des tubes en acier sans soudure et soudés
for the detection of longitudinal imperfections (sauf à l'arc immergé sous flux en poudre) pour la détection
des imperfections longitudinales

Diese Europäische Norm wurde vom CEN am 26. August 2005 angenommen.

Die CEN-Mitglieder sind gehalten, die CEN/CENELEC-Geschäftsordnung zu erfüllen, in der die Bedingungen festgelegt sind, unter denen
dieser Europäischen Norm ohne jede Änderung der Status einer nationalen Norm zu geben ist. Auf dem letzten Stand befindliche Listen
dieser nationalen Normen mit ihren bibliographischen Angaben sind beim Management-Zentrum oder bei jedem CEN-Mitglied auf Anfrage
erhältlich.

Diese Europäische Norm besteht in drei offiziellen Fassungen (Deutsch, Englisch, Französisch). Eine Fassung in einer anderen Sprache,
die von einem CEN-Mitglied in eigener Verantwortung durch Übersetzung in seine Landessprache gemacht und dem Management-Zentrum
mitgeteilt worden ist, hat den gleichen Status wie die offiziellen Fassungen.

CEN-Mitglieder sind die nationalen Normungsinstitute von Belgien, Dänemark, Deutschland, Estland, Finnland, Frankreich, Griechenland,
Irland, Island, Italien, Lettland, Litauen, Luxemburg, Malta, den Niederlanden, Norwegen, Österreich, Polen, Portugal, Schweden, der
Schweiz, der Slowakei, Slowenien, Spanien, der Tschechischen Republik, Ungarn, dem Vereinigten Königreich und Zypern.

EUROPÄISCHES KOMITEE FÜR NORMUNG


EUROPEAN COMMITTEE FOR STANDARDIZATION
COMITÉ EUROPÉEN DE NORMALISATION

Management-Zentrum: rue de Stassart, 36 B-1050 Brüssel


NormCD - Stand 2009-03

© 2005 CEN Alle Rechte der Verwertung, gleich in welcher Form und in welchem Ref. Nr. EN 10246-7:2005 D
Verfahren, sind weltweit den nationalen Mitgliedern von CEN vorbehalten.
EN 10246-7:2005 (D)

Inhalt

Seite

Vorwort ........................................................................................................................................................................2
1 Anwendungsbereich .....................................................................................................................................3
2 Allgemeine Anforderungen...........................................................................................................................3
3 Prüfverfahren .................................................................................................................................................3
4 Bezugsstandards ...........................................................................................................................................4
4.1 Allgemeines....................................................................................................................................................4
4.2 Arten der Bezugsnuten .................................................................................................................................4
4.3 Maße der Bezugsnuten .................................................................................................................................5
4.4 Verifizierung der Bezugsnut .........................................................................................................................6
5 Einstellung und Überprüfung der Prüfanlage.............................................................................................6
6 Zulässigkeitsbedingungen ...........................................................................................................................7
7 Prüfbericht......................................................................................................................................................7
Anhang A (informativ) Teile der EN 10246 und entsprechende ISO-Normen......................................................8
Anhang B (normativ) Prüfung von Rohren mit einem Außendurchmesser-Wanddicken-Verhältnis
unter 5 .............................................................................................................................................................9
Anhang C (normativ) Manuelle/halbautomatische Ultraschallprüfung der ungeprüften
Enden/fehlerverdächtigen Bereiche ..........................................................................................................10

Vorwort
Dieses Europäische Norm (EN 10246-7:2005) wurde vom Technischen Komitee ECISS/TC 29 „Stahlrohre und
Fittings für Stahlrohre“ erarbeitet, dessen Sekretariat vom UNI gehalten wird.

Diese Europäische Norm muss den Status einer nationalen Norm erhalten, entweder durch Veröffentlichung eines
identischen Textes oder durch Anerkennung bis April 2006, und etwaige entgegenstehende nationale Normen
müssen bis April 2006 zurückgezogen werden.

Dieses Dokument ersetzt EN 10246-7:1996.

Entsprechend der CEN/CENELEC-Geschäftsordnung sind die nationalen Normungsinstitute der folgenden Länder
gehalten, diese Europäische Norm zu übernehmen: Belgien, Dänemark, Deutschland, Estland, Finnland,
Frankreich, Griechenland, Irland, Island, Italien, Lettland, Litauen, Luxemburg, Malta, Niederlande, Norwegen,
Österreich, Polen, Portugal, Schweden, Schweiz, Slowakei, Slowenien, Spanien, Tschechische Republik, Ungarn,
Vereinigtes Königreich und Zypern.
NormCD - Stand 2009-03

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EN 10246-7:2005 (D)

1 Anwendungsbereich
Dieser Teil der EN 10246 legt die Anforderungen an die automatische Ultraschallprüfung unter Anwendung von
Tranversalwellen (einschließlich Phased-Array-Technik) und Plattenwellen über den gesamten Umfang nahtloser
und geschweißter Stahlrohre — mit Ausnahme unterpulvergeschweißter (SAW)-Rohre — zum Nachweis von
Längsfehlern fest. Diese Europäische Norm enthält Festlegungen über Zulässigkeitsklassen und die Einstellung
der Prüfanlagen.

Dieser Teil der EN 10246 gilt für die Prüfung von Rohren mit einem Außendurchmesser > 10 mm und einem
Außendurchmesser-Wanddicken-Verhältnis ab 5.

Für Rohre mit einem Außendurchmesser-Wanddicken-Verhältnis unter 5 ist — nach Vereinbarung zwischen
Besteller und Hersteller — eine der in Anhang B festgelegten Optionen anzuwenden.

Die Europäische Norm EN 10246 „Zerstörungsfreie Prüfung von Stahlrohren“ besteht aus den im Anhang A
angegebenen Teilen.

2 Allgemeine Anforderungen
2.1 Die Ultraschallprüfung nach diesem Teil der EN 10246 wird üblicherweise an Rohren durchgeführt, nachdem
der Hauptfertigungsprozess abgeschlossen ist.

Die Prüfung muss durch entsprechend geübtes, qualifiziertes und kompetentes Personal, das vom Hersteller
bestätigt wurde, ausgeführt werden.

2.2 Die zu prüfenden Rohre müssen ausreichend gerade sein, um ein einwandfreies Ergebnis der Prüfung
sicherzustellen. Die Oberflächen müssen ausreichend frei sein von solchen Fremdstoffen, die ein einwandfreies
Ergebnis der Prüfung beeinträchtigen können.

3 Prüfverfahren
3.1 Die Rohre sind zum Nachweis der vorwiegend längsorientierten Unregelmäßigkeiten unter Anwendung einer
Ultraschall-Prüftechnik mit Transversal- oder Plattenwellen zu prüfen.

3.2 Bei der Prüfung müssen das Rohr und die Prüfkopfeinheit relativ zueinander so bewegt werden, dass die
gesamte Rohroberfläche abgetastet wird.

Anerkanntermaßen kann es an beiden Rohrenden einen kurzen Abschnitt geben, der bei dieser Prüfung nicht zu
erfassen ist. Alle ungeprüften Enden sind nach den Festlegungen der entsprechenden Produktnorm zu behandeln
(siehe auch Anhang C).

Die Relativgeschwindigkeit darf während der Prüfung um nicht mehr als ± 10 % schwanken.

3.3 Bei der Prüfung müssen die Rohre in zwei entgegengesetzten Umlaufrichtungen des Schallbündels
abgetastet werden, soweit zwischen dem Besteller und dem Hersteller nichts anderes vereinbart wurde.

3.4 Die Ultraschall-Prüffrequenz muss – in Abhängigkeit von der Wanddicke und dem Oberflächenzustand des
zu prüfenden Rohres – für Transversalwellen im Bereich von 1 MHz bis 15 MHz und für Plattenwellen im Bereich
von 0,3 MHz bis 1 MHz liegen.

3.5 Die Breite jedes einzelnen Prüfkopfes darf, parallel zur Rohrhauptachse gemessen, höchstens 25 mm für
Transversalwellen und höchstens 35 mm für Plattenwellen betragen.

Für Rohre der Klassen U1 und U2 mit einem Außendurchmesser bis 50 mm ist die Breite eines
NormCD - Stand 2009-03

Transversalwellenschwingers üblicherweise auf höchstens 12,5 mm begrenzt (siehe auch 4.3.4).

3.6 Die Prüfanlage muss mit Hilfe einer automatischen Signalgeber-Ansprechschwelle in Verbindung mit einem
Markierungs- und/oder Sortiersystem zwischen zulässigen und fehlerverdächtigen Rohren unterscheiden können.

3
EN 10246-7:2005 (D)

3.7 Wird eine manuelle Ultraschallprüfung der ungeprüften Rohrenden und/oder lokaler fehlerverdächtiger
Bereiche als notwendig erachtet, so ist diese nach Anhang C auszuführen.

4 Bezugsstandards

4.1 Allgemeines

4.1.1 Die in diesem Teil der EN 10246 festgelegten Bezugsstandards sind für die Einstellung von Anlagen für die
zerstörungsfreie Prüfung geeignet. Die Maße der Bezugsnuten sollten nicht als Mindestgröße der mit einer
derartigen Anlage nachweisbaren Unregelmäßigkeiten angesehen werden.

4.1.2 Die Ultraschallprüfanlage ist mit Hilfe einer Bezugsnut in Längsrichtung, die in die Außen- und
Innenoberfläche eines rohrförmigen Kontrollkörpers eingearbeitet wurde, einzustellen.

Die Innennut darf aber bei Rohrinnendurchmessern unter 20 mm nicht angewendet werden, soweit zwischen
Besteller und Hersteller nichts anderes vereinbart wurde.

4.1.3 Der Kontrollkörper muss denselben Nenndurchmesser, dieselbe Nennwanddicke und den gleichen
Oberflächen- und Wärmebehandlungszustand aufweisen wie das zu prüfende Rohr und ähnliche akustische
Eigenschaften (zum Beispiel Schallgeschwindigkeit, Schallschwächungskoeffizient usw.) besitzen.

4.1.4 Die Nut(en) muss (müssen) von den Enden des Kontrollkörpers und (wenn beide Nuten angewendet
werden) auch voneinander genügend Abstand haben, so dass klar unterscheidbare Signalanzeigen erhalten
werden.

4.2 Arten der Bezugsnuten

4.2.1 Die Bezugsnut oder -nuten müssen parallel zur Längsachse des Kontrollkörpers verlaufen.

Die Bezugsnut oder -nuten müssen der „N“-Ausführung entsprechen – mit der Ausnahme, dass nach Wahl des
Herstellers eine Nut der „V“-Ausführung angewendet werden darf, wenn die festgelegte Nuttiefe kleiner oder gleich
0,5 mm ist (siehe Bild 1). Bei der „N“-Nut müssen die Seiten nominell parallel und der Nutgrund muss nominell
rechtwinklig zu den Seiten sein.

a) Nut der Ausführung „V“ b) Nut der Ausführung „N“


(nur dann zu verwenden,
wenn d ≤ 0,5 mm)
Legende
w Breite
d Tiefe
α 60°

Bild 1 — Formen der Bezugsnuten

4.2.2 Die Bezugsnut ist durch spanende Bearbeitung, Funkenerosion oder andere Verfahren einzubringen.
NormCD - Stand 2009-03

ANMERKUNG Anerkanntermaßen dürfen der Nutgrund oder die Kanten im Nutgrund abgerundet sein.

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EN 10246-7:2005 (D)

4.3 Maße der Bezugsnuten

4.3.1 Breite w (siehe Bild 1)

Die Breite der Bezugsnut darf höchstens 1,0 mm betragen.

4.3.2 Tiefe d (siehe Bild 1)

Für die Tiefe der Bezugsnut gelten die Angaben in Tabelle 1.

Tabelle 1 — Zulässigkeitsklassen und entsprechende Nuttiefen

Zulässigkeitsklasse Nuttiefe in % der Nennwanddickea

U1b 3
c
U2 5
U3 10
U4 12,5
U5 15
U6 20
a Die in dieser Tabelle festgelegten Werte der Nuttiefe sind für die
entsprechenden Kategorien in allen Europäischen Normen für die
zerstörungsfreie Prüfung von Stahlrohren, in denen auf unterschiedliche
Zulässigkeitsklassen Bezug genommen wird, gleich. Es sollte jedoch beachtet
werden, dass die verschiedenen Prüfverfahren trotz Anwendung identischer
Bezugsstandards unterschiedliche Prüfergebnisse liefern können.
Dementsprechend wurde zur Bezeichnung der Zulässigkeitsklasse der
Kennbuchstabe U (Ultraschall) gewählt, um Rückschlüssen auf Gleichwertig-
keit mit anderen Prüfverfahren vorzubeugen.
b Die Zulässigkeitsklasse U1 ist für geschweißte oder warm streckreduzierte
Rohre nicht anwendbar.
c Für geschweißte Stahlrohre kann die Zulässigkeitsklasse U2 als Alternative zu
oder in Verbindung mit U3 nach Vereinbarung zwischen Besteller und
Hersteller angewendet werden.

4.3.2.1 Die kleinste Nuttiefe ist vom Rohrtyp, der für einen bestimmten Einsatzfall angewendet wird, abhängig
und ist durch eine Unterklasse — wie in Tabelle 2 angegeben — gekennzeichnet, soweit zwischen Besteller und
Hersteller nichts anderes vereinbart wurde.

Tabelle 2 — Einteilung in Unterklassen der kleinsten Nuttiefe

Kleinste
Unter- Nuttiefea Typischer
klasse Fertigungszustand des Rohres
mm
b
A 0,1 Kalt fertigumgeformte oder
b spanabhebend bearbeitete Rohre
B 0,2

C 0,3
Alle sonstigen Behandlungszustände
D 0,5
a Die kleinste anwendbare Nuttiefe ist von dem jeweiligen Rohrher-
stellungsverfahren abhängig, wobei die Oberfläche für die Mindestnuttiefe, die
für das Einstellen der Ultraschallprüfanlagen bei Sicherstellung eines
NormCD - Stand 2009-03

annehmbaren Signal/Rausch-Verhältnisses gewählt werden kann, eine


dominierende Rolle spielt.
b Die Unterklassen A und B gelten nicht für geschweißte oder warm
streckreduzierte geschweißte Rohre.

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EN 10246-7:2005 (D)

4.3.2.2 Die Nuttiefe darf für alle Zulässigkeitsklassen und Unterklassen höchstens 1,5 mm betragen, mit der
Ausnahme, dass die Nuttiefe bei Rohren mit einer Wanddicke über 50 mm auf höchstens 3,0 mm vergrößert
werden darf, soweit nichts anderes vereinbart wurde.

4.3.3 Grenzabmaße der Nuttiefe

Die Grenzabmaße der Nuttiefe betragen ± 15 % der Bezugsnuttiefe oder ± 0,05 mm, wobei jeweils die größeren
Grenzabmaße angewendet werden dürfen, mit der Ausnahme, dass für Nuttiefen unter 0,2 mm Grenzabmaße von
± 0,03 mm gelten.

4.3.4 Länge der Bezugsnut

Die Länge der Bezugsnut muss doppelt so groß wie die Prüfkopfbreite sein, darf höchstens aber 50 mm betragen –
mit der folgenden Ausnahme:

Bei Rohren der Klassen U1 und U2 mit einem Außendurchmesser bis 50 mm darf die Länge der Nut oder Nuten
12,5 mm (bei voller Nuttiefe) nicht überschreiten, wenn die Breite eines Schwingers größer als
12,5 mm ist.

4.4 Verifizierung der Bezugsnut

Maße und Form der Bezugsnut sind durch ein geeignetes Verfahren zu verifizieren.

5 Einstellung und Überprüfung der Prüfanlage


5.1 Die Prüfanlage muss – unabhängig vom Wellentyp – so eingestellt werden, dass reproduzierbar (z. B. wenn
der Kontrollkörper dreimal hintereinander durch die Prüfanlage bewegt wird) klar erkennbare Signale von den
Bezugsnuten (siehe 4.2) erzeugt werden. Die volle Amplitude dieser Signale ist für die Einstellung der Signalgeber-
Ansprechschwelle(n) der Prüfanlage zu benutzen.

Wird nur eine Signalgeber-Ansprechschwelle angewendet, müssen die Schwinger so eingestellt werden, dass die
Signale von der inneren und äußeren Bezugsnut möglichst gleich sind, wobei die volle Signalamplitude des
kleineren der beiden Signale für die Einstellung der Signalgeber-Ansprechschwelle der Prüfanlage zu benutzen ist.
Werden für die innere und äußere Bezugsnut getrennte Signalgeber-Ansprechschwellen angewendet, muss die
volle Signalamplitude von jeder der Nuten benutzt werden, um den jeweiligen Signalgeber-Ansprechschwellenwert
der Anlage einzustellen. Die Lage und Breite des Schallaustritts müssen so eingestellt werden, dass die volle
Wanddicke des Rohres geprüft wird.

5.2 Während der Überprüfung der Einstellung muss die relative Geschwindigkeit von Kontrollkörper und
Prüfkopfeinheit genau so groß sein wie während der Produktionsprüfung. Eine halbdynamische Einstellung darf
angewendet werden. Auf entsprechendes Verlangen hat der Hersteller nachzuweisen, dass die halbdynamische
Überprüfung der Einstellung die gleichen Ergebnisse liefert wie die dynamische Überprüfung der Einstellung.

5.3 Die Einstellung der Prüfanlage ist in regelmäßigen Zeitabständen während der Produktionsprüfung von
Rohren desselben Nenndurchmessers, derselben Nennwanddicke und derselben Stahlsorte zu überprüfen, indem
der Kontrollkörper durch die Prüfanlage bewegt wird.

Die Überprüfung der Einstellung muss mindestens einmal in 4 h erfolgen, aber auch immer dann, wenn die
Bedienungsmannschaft der Anlage wechselt, sowie bei Produktionsbeginn und -ende.

5.4 Die Prüfanlage muss neu eingestellt werden, wenn einer der Parameter der ursprünglichen Anlagenein-
stellung geändert wurde.

5.5 Werden bei der Überprüfung während der Produktionsprüfung die Anforderungen an die Einstellung selbst
nach einer Erhöhung der Prüfempfindlichkeit um 3 dB zum Ausgleich der Systemdrift nicht erfüllt, so müssen alle
NormCD - Stand 2009-03

nach der vorhergehenden Überprüfung geprüften Rohre nach Neueinstellung der Prüfanlage erneut geprüft
werden.

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EN 10246-7:2005 (D)

6 Zulässigkeitsbedingungen
6.1 Für jedes Rohr, das Anzeigen unterhalb des Signalgeber-Ansprechschwellenwertes liefert, gilt diese Prüfung
als bestanden.

6.2 Jedes Rohr mit Anzeigen, die die Signalgeber-Ansprechschwelle erreichen oder überschreiten, ist als
fehlerverdächtig einzustufen oder – nach Wahl des Herstellers – erneut, wie oben festgelegt, zu prüfen.

6.3 Wird bei der erneuten Prüfung die Signalgeber-Ansprechschwelle nicht erreicht oder überschritten, so gilt
für das Rohr diese Prüfung als bestanden.

Rohre, bei denen die Signalgeber-Ansprechschwelle erreicht oder überschritten wird, müssen als fehlerverdächtig
eingestuft werden.

6.4 Für ein fehlerverdächtiges Rohr gilt/gelten – in Abhängigkeit von den Anforderungen der Produktnorm – eine
oder mehrere der folgenden Festlegungen:

a) Der fehlerverdächtige Bereich ist mittels eines geeigneten Verfahrens nachzubearbeiten oder zu untersuchen.
Nach der Überprüfung, dass die Restwanddicke innerhalb der Grenzabmaße liegt, muss das Rohr erneut —
wie zuvor festgelegt — geprüft werden. Wird die Signalgeber-Ansprechschwelle nicht erreicht oder über-
schritten, so gilt für das Rohr diese Prüfung als bestanden. Der fehlerverdächtige Bereich darf nach
Vereinbarung zwischen Besteller und Hersteller mit anderen zerstörungsfreien Techniken und Prüfverfahren
mit vereinbarten Zulässigkeitsgrenzen erneut geprüft werden.

b) Der fehlerverdächtige Bereich ist abzutrennen. Der Hersteller muss sicherstellen, dass der gesamte
fehlerverdächtige Bereich abgetrennt wurde.

c) Für das Rohr gilt diese Prüfung als nicht bestanden.

7 Prüfbericht
Soweit dies festgelegt wurde, muss der Hersteller dem Besteller mindestens die folgenden Angaben machen:

a) Bezug auf diesen Teil der EN 10246;

b) Datum des Prüfberichts;

c) Zulässigkeitsklasse;

d) Bestätigung, dass die Anforderungen erfüllt werden;

e) Produktbezeichnung nach Stahlsorte und Maßen;

f) Art und Einzelheiten der Prüftechnik;

g) Beschreibung des Bezugsstandards;

h) Identifizierung des Prüfanlagenfahrers.


NormCD - Stand 2009-03

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EN 10246-7:2005 (D)

Anhang A
(informativ)

Teile der EN 10246 und entsprechende ISO-Normen

Tabelle A.1 — Tabellarische Übersicht über die Teile der EN 10246 — Zerstörungsfreie Prüfung von
Stahlrohren

Prüfung Entsprechende
Titel Teil
auf ISO-Norm
Automatische elektromagnetische Prüfung nahtloser und geschweißter
(ausgenommen unterpulvergeschweißter) ferromagnetischer Stahlrohre zum 1 9302
Nachweis der Dichtheit
Dichtheit
Automatische Wirbelstromprüfung nahtloser und geschweißter
(ausgenommen unterpulvergeschweißter) austenitischer und austenitisch- 2 —
ferritischer Stahlrohre zum Nachweis der Dichtheit
Automatische Wirbelstromprüfung nahtloser und geschweißter (ausge-
3 9304
nommen unterpulvergeschweißter) Stahlrohre zum Nachweis von Fehlern
Automatische Magnetfeldsonden-/Streuflussprüfung nahtloser
ferromagnetischer Stahlrohre über den gesamten Rohrumfang zum 4 9598
Nachweis von Querfehlern
Automatische Magnetfeldsonden-/Streuflussprüfung nahtloser und
geschweißter (ausgenommen unterpulvergeschweißter) ferromagnetischer 5 9402
Stahlrohre über den gesamten Rohrumfang zum Nachweis von Längsfehlern
Längs- Automatische Ultraschallprüfung nahtloser Stahlrohre über den gesamten
und/oder Rohrumfang zum Nachweis von Querfehlern 6 9305
Quer-
fehler Automatische Ultraschallprüfung nahtloser und geschweißter
(ausgenommen unterpulvergeschweißter) Stahlrohre über den gesamten 7 9303
Rohrumfang zum Nachweis von Längsfehlern
Automatische Ultraschallprüfung der Schweißnaht elektrisch geschweißter
8 9764
Stahlrohre zum Nachweis von Längsfehlern
Automatische Ultraschallprüfung der Schweißnaht unterpulvergeschweißter
9 9765
Stahlrohre zum Nachweis von Längs- und/oder Querfehlern
Durchstrahlungsprüfung der Schweißnaht automatisch
10 12096
lichtbogenschmelzgeschweißter Stahlrohre zum Nachweis von Fehlern
Eindringprüfung nahtloser und geschweißter Stahlrohre zum Nachweis von
Ober- 11 12095
Oberflächenfehlern
flächen- Magnetpulverprüfung nahtloser und geschweißter ferromagnetischer
fehler Stahlrohre zum Nachweis von Oberflächenfehlern 12 13665

Automatische Ultraschall-Dickenprüfung nahtloser und geschweißter


Wand-
(ausgenommen unterpulvergeschweißter) Stahlrohre über den gesamten 13 10543
dicke
Rohrumfang
Automatische Ultraschallprüfung nahtloser und geschweißter (ausge-
nommen unterpulvergeschweißter) Stahlrohre zum Nachweis von 14 10124
Dopplungen
Automatische Ultraschallprüfung von Band/Blech, das für die Herstellung
geschweißter Stahlrohre eingesetzt wird, zum Nachweis von Dopplungen 15 12094
Dopp-
lungen Automatische Ultraschallprüfung des an die Schweißnaht angrenzenden
16 13663
Bereiches geschweißter Stahlrohre zum Nachweis von Dopplungen
Ultraschallprüfung der Rohrenden nahtloser und geschweißter Stahlrohre
17 11496
NormCD - Stand 2009-03

zum Nachweis von Dopplungen


Magnetpulverprüfung der Rohrenden nahtloser und geschweißter
18 13664
ferromagnetischer Stahlrohre zum Nachweis von Dopplungen

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EN 10246-7:2005 (D)

Anhang B
(normativ)

Prüfung von Rohren mit einem Außendurchmesser-Wanddicken-Verhältnis


unter 5

B.1 Ist der Verhältniswert Außendurchmesser zu Wanddicke der Rohre kleiner als 5, so gelten nach
Vereinbarung zwischen dem Besteller und Hersteller die Festlegungen in B.2 oder B.3.

Unabhängig vom angewendeten Wellentyp sind Innennut und Außennut nachzuweisen.

ANMERKUNG Die Prüfung von Rohren mit einem Verhältniswert < 3 ist durch diese Europäische Norm nicht abgedeckt.
Prüftechniken für derartige Sonderfälle können Gegenstand von Vereinbarungen zwischen Besteller und Hersteller sein.

B.2 Ist der Verhältniswert Außendurchmesser zu Wanddicke der Rohre kleiner als 5, aber gleich oder größer
als 4, muss die Tiefe der Innennut im Verhältnis zur Tiefe der Außennut nach Tabelle B.1 vergrößert werden.

Tabelle B.1 — Verhältniswerte

Rohraußendurchmesser Innen-Bezugsnuttiefe
Rohrwanddicke Außen-Bezugsnuttiefe
(≥ 5,00) (1)
< 5,00 bis ≥ 4,75 1,6
< 4,75 bis ≥ 4,50 1,9
< 4,50 bis ≥ 4,25 2,2
< 4,25 bis ≥ 4,00 2,5

B.3 Ist der Verhältniswert Außendurchmesser zu Wanddicke der Rohre kleiner als 5, aber gleich oder größer als 3,
so ist die Winkeleinschallung mit Long-Trans-Modenumwandlung nach Bild B.1 anzuwenden. In diesem Fall muss
der Quotient aus Innen- und Außennuttiefe zwischen Besteller und Hersteller vereinbart werden; er darf aber unter
keinen Umständen kleiner als 1,0 und nicht größer als die entsprechenden Verhältniswerte nach Tabelle B.1 sein.

Legende
TR Einzelschwinger-Prüfkopf
oder
Prüfkopf mit getrennten Sender- bzw. Empfängerschwingern
L Longitudinalwelle
S Transversalwelle

Bild B.1 — Winkeleinschallung mit Long-Trans-Modenumwandlung bei der Tauchtechnik


NormCD - Stand 2009-03

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EN 10246-7:2005 (D)

Anhang C
(normativ)

Manuelle/halbautomatische Ultraschallprüfung der ungeprüften


Enden/fehlerverdächtigen Bereiche

C.1 Ungeprüfte Rohrenden


Soweit dies durch die entsprechende Produktnorm festgelegt ist, sind die Bereiche an den Rohrenden, die bei der
automatischen Ultraschallprüfung nicht geprüft werden können, einer manuellen/halbautomatischen
Ultraschallprüfung über den vollen Umfang des Rohres, beginnend vom Rohrende über die gesamte Länge der
ursprünglich nicht geprüften Zone plus 10 %, zu unterziehen.

Die manuelle/halbautomatische Ultraschallprüfung ist so durchzuführen, dass die gesamte Oberfläche der
ungeprüften Enden – unter Berücksichtigung der Breite der eingesetzten Ultraschallprüfköpfe – mit 10 %
Überlappung der aufeinanderfolgenden Abtastbahnen parallel zur Rohrachse geprüft wird.

Die manuelle/halbautomatische Ultraschallprüfung ist unter Einsatz der gleichen Ultraschall-Transversalwellen-


bzw. -Plattenwellen-Technik, Prüfempfindlichkeit (Bezugsnuttiefe) und allgemeinen Prüfparameter, wie sie
während der automatischen Originalprüfung des Rohres angewendet wurden, unter Beachtung der in C.3
gegebenen Einschränkungen durchzuführen.

C.2 Lokale fehlerverdächtige Bereiche


Wo dies angebracht ist, sind lokale Bereiche des Rohres, die durch die automatische Ultraschallprüfanlage als
fehlerverdächtig beurteilt wurden, einer manuellen Ultraschallprüfung unter Einsatz der gleichen Ultraschall-
Transversalwellen- bzw. -Plattenwellen-Technik, Prüfempfindlichkeit (Bezugsnuttiefe) und allgemeinen
Prüfparameter, wie sie während der automatischen Originalprüfung – mit den in C.3 angegebenen
Einschränkungen – angewendet wurde, in einer Weise zu unterziehen, dass der gesamte lokale fehlerverdächtige
Bereich abgetastet wird.

C.3 Einschränkungen bei der manuellen Ultraschallprüfung


Für die manuelle Ultraschallprüfung ungeprüfter Enden und/oder lokaler fehlerverdächtiger Bereiche gelten die
folgenden Einschränkungen:

a) Der Einschallwinkel im Stahl bei der manuellen Ultraschallprüfung mit Transversalwellen muss nominell mit
jenem der vorausgehenden automatischen Prüfung übereinstimmen.

b) Das Abtasten ist so durchzuführen, dass die Einschallung in beiden Umfangsrichtungen erfolgt.

c) Die Abtastgeschwindigkeit über die Rohroberfläche darf 150 mm/s nicht überschreiten.

d) Als Prüfkopftyp für die manuelle Ultraschallprüfung mit Transversalwellen sind ein Kontaktprüfkopf, ein
Prüfkopf für die Wasserspalt-Ankopplung oder ein Tauchtechnik-Prüfkopf einzusetzen. Es ist dafür zu sorgen,
dass der Schwinger in einer korrekten Position zur Rohroberfläche gehalten wird; das bedeutet für
Kontaktprüfköpfe, dass die Anschlifffläche auf der Vorderseite des Schwingers an den Krümmungsradius der
Rohroberfläche des zu prüfenden Rohres anzupassen ist.

e) Die Breite des bei der manuellen Ultraschallprüfung eingesetzten Schwingers, gemessen parallel zur Rohr-
achse, darf nicht größer sein als die entsprechende Schwingerbreite bei der automatischen Originalprüfung.

f) Der Nennwert der Ultraschallprüffrequenz des bei der manuellen Prüfung verwendeten Schwingers darf um
NormCD - Stand 2009-03

nicht mehr als ± 1 MHz von der Frequenz der vorausgehenden automatischen Prüfung abweichen. Wurden
bei der automatischen Originalprüfung Plattenwellen eingesetzt, so muss die Frequenz von Transversal-
wellenköpfen, wenn diese für die manuelle Nachprüfung verwendet werden, im Bereich von 4 MHz bis 5 MHz
liegen.

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