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ZUSAMMENFASSUNG GENETIK

SUBDISZIPLINEN DER GENETIK:

 Klassische Genetik
 Molekulare Genetik
 Populationsgenetik
 Entwicklungsgenetik
 Quantitative Genetik
o Polygenische Merkmale: Mehrere Genotypen spielen zusammen um ein Merkmal
auszuprägen
o QLT-Mapping: Kartierung von quantitativen trait loci)
 Identifikation von trait loci: Chromosomenregion mit einem oder mehreren Genen
die zu einem Merkmal beitragen

MODERNE PROBLEME UND ANWENDUNGEN DER GENETIK

 Humangenetische Diagnostik:
o Erkennen und Nachweisen von Erbkrankheiten
o Entwicklung von Nachweisverfahren
o Erfassen von genetischen Risikofaktoren
 Genomanalyse: Analyse von Genomen durch Sequenzanalyse
o Vorhersage der Genregulation
 Genom-wide association studies
o Erfassen von polygener Erbgänge
o Wechselspiel allelischer Varianten
o Erkennen der Risikofaktoren genetischer Erbkrankheiten

GENETIK IST EIN STUDIUM VON MODELLORGANISMEN

Anforderungen an Modellorganismen:

 Leichte Aufzucht im Labor


 Große Nachkommenschaf
 Gute Unterscheidbarkeit in Phänotypen
 Kleines Genom
 Mutierbarkeit
 Relevant für den Menschen

Woraus bestehen Gene?

Kriterien welche ein Gen erfüllen muss:

 Information muss stabil gespeichert werden


 Informationen muss genau replizierbar sein
 Information muss veränderbar sein (Mutation)
EXPERIMENT VON GRIFFIN

Er isolierte zwei Stämme von Streptococcus pneumoniae:

 S Stamm bildet glatte (smooth) Kolonien


 R Stamm bildet raue (rough) Kolonien

Der S Stamm ist virulent und führt zur Infektion (weil er eine Polysaccharidkapsel die Virulenz und glatte
Oberfläche verursacht trägt), der R Stamm hingegen ist nicht pathogen!

Verschiedene Arten von Polysaccharid Hüllen führen zu verschiedenen S Hüllen S I, S II, S III

S Stämme können in R Stämmen mutieren und auch wieder revidieren!

Mutiert ein S II Stamm in einen R Stamm, so kann dieser nur wieder zu einem S II Stamm revidieren.

Die Injektion von lebenden S Bakterien führt zum Tod. Mischen von lebenden RII Stämmen mit
hitzeinaktivierten IIIS-Stämmen führt scheinbar zur Transformation lebender IIR Bakterien in lebende IIIS
Bakterien. (genetisches Material wurde von den toten IIIS auf die lebenden IIR Bakterien übertragen) Griffith
hielt dieses genetische Material für Proteine, führte aber den Begriff der Transformation ein.

S Stämme wurden lysiert und verschiedenen Bestandteile enzymatisch zerstört, nach Verdauung mit DNAsen
war keine Transformation mehr möglich.
THE HERSHEY AND CHASE EXPERIMENT

Verwenden den T2 Bakteriophagen um Bakterien zu infizieren. Viren leben nicht und sind bei der Vermehrung
auf Wirtszellen angewiesen. Viren sind Vehikel für genetische Information.

Hypothese:
Genetisches Material ist die DNA

Möglicher Test:
Wird DNA oder Proteine von einer Generation auf die nächste weitergegeben?

Test der Hypothese:


Phagen werden in Bakterien, welche in Medien mit radioaktiven Protein- bzw. Nukleinsäurebestandteilen
gezogen werden, vermehrt. So entstehen Phagen deren Nukleinsäuren (32P) oder Aminosäuren (35S) markiert
sind.

Die radioaktiv markierten Phagen (Protein oder Nukleinsäure) werden für die Infektion neuer Bakterien und die
Erzeugung neuer Phagen verwendet. Nur die 32P-markierten Phagen hinterlassen Spuren in den Bakterien und
führen zur Produktion neuer Phagen, welche wiederum radioaktiv sind
BESTANDTEILE DES GENETISCHEN MATERIALS

RNA kann komplexe Faltungen eingehen und so enzymatische Aktivität erlangen (Ribozyme)

DNA und RNA sind Polymere welche über Phosphodiesterbrücken verbunden sind.

Chargaff Regel:

Es gibt in etwa gleich viele A und T bzw. G und C


Watson und Crick postulierten:

 Die DNA besteht aus zwei Polynukleotidketten welche sich rechtsdrehend umeinanderwinden
 Die zwei Polynukleotidketten verlaufen antiparallel
 Das Zucker-Phosphat Rückgrat befindet sich auf der Aussenseite der Helix,während die Basen in deren
Inneren übereinander gestapelt liegen.
 Die Basen der zwei Ketten sind durch schwache Wasserstoffbrücken miteinander verbunden. A-T
Basenpaare und G-C Basenpaare passen in die Dimension der Doppelhelix. Dies führt zur
Komplementarität der zwei Helices
 Einzelne Basenpaare in der Helix sind 0,34 nm voneinander entfernt. Eine Drehung der Helix nimmt
10bp oder 3,4 nm ein. Die Helix ist 2nm im Durchmesser.
 Das Rückgrat der DNA wird durch eine Phospho-desoxy-Ribose Kette aufgebaut, welche die Helix
asymetrisch umwinden. Dies führt zur Bildung der Minor und Major Groove (Grosse und kleine
Furche).

Wasserstoffbrücken stellen schwache Bindungen dar, welche durch Erhitzen leicht gelöst werden können. D.h.
Erhitzen denaturiert die DNA.

Basenkomplementarität ermöglicht die Herstellung zweier exakter Kopien bei der Replikation.

Verpackung von DNA

DNA ist eng verpackt in der Zelle


Viren: DNA oder RNA, linear oder zirkulär
Prokaryoten: zirkuläre DNA
Eukaryoten: lineare DNA Chromosomen
Organellen: zirkuläre DNA Genome

Bakterielle DNA ist stärker gepackt durch Supercoiling  Wird einer der beiden Stränge eines Supercoils
gebrochen, entsteht ein open circle

Supercoiling kann positiv (mehr Windungen) oder negativ (weniger Windungen) sein.
Supercoiling wird durch Topoisomerase herbeigeführt. Topoisomerasen spalten DNA winden oder entwinden
sie und verknüpfen sie wieder. Sie sind für alle Arten von DAN Kompaktierung essentiell.
Bsp: Topoisomerase I: schneidet einen Strang der Helix und führt den zweiten durch den geschnittenen Strang.
Zusätzlich sind bakterielle Chromosomen in loops organisiert.

Der C-Wert:
bezeichnet den haploiden, nicht replizierten DNA Gehalt einer Zelle in pg oder bp.

Im Zellkern von Eukaryoten ist DNA als Chromatin organisiert.


DNA komplexiert mit Histonen.
Histone sind Oktamere bestehend aus je 2x H2a, H2b, H3, H4
DNA ist 2x um das Histon Oktamer gewunden. Das Linker Histon H1, ermöglicht höhere Kompaktierung.

DNA REPLIKATION

Die Zentromere der Chromosomen stellen die Punkte des Spindelansatzes in der Mitose dar.

DNA Replikation ist semikonservativ.  Meselson und Stahl Experiment  Verschiedene Dichte der DNA
Stränge (Stickstoff , N14, N15)

DNA Polymerisation erfordert Desoxynucleotidtriphosphate (Bausteine), eine DNAPolymerase (Enzym), ein


freies 3’ OH Ende (Startpunkt) und ein Template (Vorlage) DNA-Replikation verläuf IMMER von 5’ nach 3’

Die Energie für die Neusynthese stammt aus der Hydrolyse eines dNTPs (desoxyncleotide-triphsophate) in ein
dNMP (…monophosphate).

DNA Replikation ist sehr schnell:

 Bakterien- 850 Nukleotide pro Sekunde


 Eukaryoten- 60 bis 100 nt pro Sekunde

DNA REPLIKATION IN BAKTERIEN

DNA Replikation beginnt an einem Origin of Replication.

Eine Helikase (entwindet die DNA) wird durch ein Ladeprotein DnaC auf die DNA geladen. DNA wird partiell
entwunden. An dieser Stelle kann Replikation beginnen.
Proteine und Faktoren welche an der DNA Replikation beteiligt sind:

1. DNA als Template (Vorlage)


2. DNA als Primer (freies OH-Ende)
3. dNTB
4. DNA-Polymerase 1
5. Magnesium
DNA Polymerasen und deren mögliche Aktivitäten:

 •5’-3’ Polymerase Aktivität (zur Neusynthese von DNA)


 •3’-5’ Exonuklease Aktivität (Entfernt gerade eingebaute Nukleotide vom 3’ Ende wenn diese nicht
korrekt zB falsche Basenpaarung eingebaut wurden) “Proofreading Aktivität”
 •5’-3’ Exonuklease Aktivität (Entfernt DNA oder RNA Stränge von deren 5’ Ende)
 Bakterielle DNA Pol I hat alle 3 Aktivitäten
 Bakterielle DNA Pol III hat nur 5’-3’ Polymerase und 3’-5’ Exonuklease Aktivität, jedoch keine 5’-3’
Exonuklease Aktivität

Da DNA Polymerase keine de novo DNA Synthese beginnen können bedarf es immer einer Primase, welche ein
kleines RNA Fragment zur Verfügung stellt (und somit ein 3’ OH Ende)

Das 3’ OH Ende des RNA Primers wird durch DNA Pol III verlängert.

Einer der beiden Stränge kann kontinuierlich verlängert werden (leading strand). Der andere Strang wird
diskontinuierlich verlängert (lagging strand): Hier müssen ständig neue RNA Primer und kurze DNA Fragmente
(Okazaki Fragmente) erzeugt werden, welche anschließend miteinander verknüpf werden (Ligiert).

Um den RNA-Primer der DNA Synthese wieder zu entfernen wird DNA Poll III durch DNA Poll I (welche 5 – 3
Exonuclease Aktivität besitzt) ersetzt.

Ligase verschließt verbleibenden Nick


DNA Synthese ist meistens bidirektional und bildet ein Auge. An jedere Replikationsgabel findet sich daher ein
leading und ein lagging strand: Semidiskontinuierliche DNA Synthese.

DNA REPLIKATION BEI EUKARIOTEN

Eukaryoten besitzen mehrere Replikons (Startpunkte der DNA Synthese) welche durch ARS (Autonomous
Replicating Sequences - ist eine Nukleotidsequenz auf der DNA, die als Replikationsursprung zur Einleitung der
Replikation dient.) definiert sind. ARSs werden durch ORCs (Origin Recognition Complexes – Protein Komplexe)
erkannt.

Jedes eukaryotische Chromosom besitzt mehrere ARS.


GENEXPRESSION

Was ist die Funktion von Genen?

 Gene kodieren für Proteine  Herstellung von Proteinen

ARCHIBALD GARROD EXPERIMENT

Der Arzt Archibald Garrod studierte 1902 Alkaptononurie Patienten. Er zeigte, dass Alkaptonurie eine rezessive
Erbkrankheit darstellt. Garrod zeigte, dass Alkaptonurie Patienten Homogentisinsäure ausscheiden. Er
postulierte daher, dass Alkaptonurie Patienten Homogentisinsäure nicht metabolisch abbauen können. Er
schloss, dass eine Blockade in einem metabolischen Prozess zur Anhäufung von Schadstoffen eines
Stoffwechselintermediats führt.

AUXOTROPHE MUTANTEN

Neurospora – (Gattung von Schimmelpilzen) verwendet man um Mutanten zu isolieren, welche in bestimmten
Stoffwechselwegen defekt sind.

Auxotrophe Mutanten sind auf zugegebene Aminosäuren angewiesen, da bestimmte Gene ausgefallen sind und
der Prozess nicht mehr funktioniert.

Beadle und Tatum isolierten a. M. aus N. crassa


Durch Analyse mehrerer met- Auxotrophie Mutanten gelang es, biochemische Pathways zu erstellen und die
daran beteiligten Enzyme zu bestimmen. Dies führte zur 1 Gen- 1 Enzym Hypothese. Da bald klar wurde, dass
manche Enzyme aus mehreren Proteinen bestehen, wurde die Hypothese als 1 Gen- 1 Polypeptid Hypothese
neu formuliert.

BEISPIELE NICHT KODIERENDER RNAS (WERDEN NICHT IN PROTEINE UMGESCHRIEBEN)


 Ribosomale RNA (rRNA): bildet den Grossteil des Ribosoms (Translation)
 Small nuclear RNA (snRNA): bildet den katalytischen Teil des spliceosoms (RNA splicing)
 Small interfering RNA (siRNA): essentieller Teil der RNA gesteuerten Interferenz (RNAi)
 Small nucleolar RNAs (snoRNAs): steuern Modifikationen in der rRNA
 Micro RNAs (miRNAs): regulieren die Translation und Stabilität von RNAs
 Short heterochromatic RNAs (shRNA): Kontrollieren die Stillegung von chromosomalen Regionen

TRANSKRIPTION

Wie wird die genetische Information in Polypeptidketten umgesetzt?

 1: Bei der Transkription wird DNA in RNA umgeschrieben.


 2: Bei der Translation wird die in RNA gespeicherte Information in Proteine übersetzt

Bei der Transkription wird ein DNA Strang in RNA umgeschrieben. Da RNA (wie DNA) nur in 5’ –> 3’ Richtung
synthetisiert werden kann, muss die DNA in 3’ – 5’ Richtung gelesen werden. D.h. der 3’-5’ Strang ist der
Template Strang! Der 5’-3’ Strang ist dem RNA Strang nahezu ident (Coding strand). Die Synthese neuer RNA
wird durch eine RNA Polymerase katalysiert. Um den Startpunkt der RNA Synthese zu definieren, werden
regulatorische Sequenzen benötigt.

TRANSKRIPTION IN BAKTERIEN

Transkription in Bakterien erfordert Initiation, Elongation und Termination der Transkription erfordert einen
Promoter. Der Promotor bestimmt ORT und RICHTUNG der RNA-Neusynthese. Der Promotor und die
kodierende Sequenz sind Teil eines Gens, d.h. bilden eine funktionelle Einheit. Promotor, Elongation und
Terminator bilden ein Gen!
Bestimmte Nukleotide kommen an bestimmten Positionen eines Genes (Pos. -10 und -35) auffällig häufig vor.
Grund dafür ist ein Faktor, welcher der Polymerase hilf den Start (Initiation) einzuleiten (Sigmafaktor ist eine
Proteingruppe). Er entwindet dieses RNA Stück.

Nach dem Entwinden der DNA fällt der Sigma Faktor herunter und die RNA Polymerase kann Transkription
beginnen. Während der Elongation verändert die Polymerase Ihre Form (wird kompakter). Bakterielle RNA
Polymerase hat eine eigene entwindungs Aktivität und kann den Strang im vortlauf selbst entwinden.

Termination der Transkription (Beendung von Transkript) auf 2 Wegen:

 Rho (=Helikase) abhängige Termination: Eine C Reiche Sequenz in der RNA erlaubt das Binden von Rho.
Rho ist eine Helikase und folgt der RNA Polymerase. Durch ATP-abhängiges Entwinden der RNA
dissoziiert (fällt herunter) die RNA.
 Durch terminale Hairpins (Haarnadeln) reguliert.  Einzelner RNA Strang möchte mit Basen paaren
und so entsteht diese Struktur eines Hairpins. Die Struktur verlangsamt die RNA Pol. Die folgenden U-
reichen Sequenzen destabilisieren die RNA Interaktion mit dem Template Strang und die Polymerase
dissoziiert (fällt herunter).

TRANSKRIPTION IN EUKARYOTEN

In Eukaryoten werden verschiedene RNAs durch verschiedene RNA Polymerasen gebildet:

 Ribosomale RNA (rRNA) macht den Großteil der zellulären RNA aus. Aus rRNA werden Ribosomen
gebildet. rRNA wird durch RNA-Polymerase Isynthetisiert.
 Messenger RNA (mRNA) kodiert für Proteine. Enthält die Information, die am Ribosom in ein Protein
übersetzt wird. mRNA wird von RNAPolymerase II synthetisiert.
 Kleine nicht kodierende RNAs (snRNAs, tRNAs, snoRNAs) haben regulatorische oder katalytische
Funktion. Werden von RNA-Polymerase III synthetisiert.
Regulation der Proteinkodierenden Gene:
Beginn der eukaryotischen Transkription ist bei der TATA-Box . Pol II wird an die TATA- Box Stelle
gebracht. Zusätzlich braucht Pol II Promotoren und Enhancer- Sequenzen ( sind aber weiter weg
auf dem RNA Strang).
TBP und TFIIs (Transkriptionsfaktor) assemblieren (= vereinigen, versammeln) an der TATA Box.
An die RNA Pol II lagern sich Schritt für Schritt immer mehr Transkriptionsfaktoren an. Zum Schluss
ist 1 Molekül dabei welches die Ladung des Phosphorrests der Pol II verändert, und ganz stark
negativ macht. Und dies führt dazu das die Polymerase von diesen Komplex losgelöst wird und mit
ihrer Transkription beginnen kann.
Wichtig ist der TFII H: Er hat sowohl Helikase und Kinase Aktivität (= hängt Phosphate dran). Die
Helikase entwindet die DNA. Die Kinase Phosphoryliert den C-Terminus von Pol II.

Transkribierte RNA besteht aus der proteinkodierten Sequenz und daneben hat man eine 3`untranslatierte und
eine 5`untranslatierte Region. 5’ und 3’ Untranslatierte Region bestimmen die Stabilität und Translatierbarkeit
einer RNA.

Wenn ein Stück RNA synthetisiert worden ist, wird ein methyl-Guanosin (= auch Cap genannt) an ein 5`Ende
gebunden. Bewerkstelligt wird das Ganze von dem „capping-Enzym. Jedes RNA Stück das dieses Cap hat, wird in
weiterer Folge in Proteine übersetzt.
Am 3´Ende werden Pol II Transkripte auch nochmal modifiziert. Ein langes Stück welches lauter As enthält wird
drangehängt. Wenn ein Transkript ins finish geht, gibt es Erkennungsproteine welche an die Sequenz binden
und einen Schnitt machen (RNA wird gespalten). Dann wir von PAP (Poly A Polymerase ) am 3`Ende viele A
Nukleotide drangehängt (=Polyadenylation).
Eukaryotische Gene sind immer von nicht kodierenden Sequenzen (Introns) unterbrochen. Diese Introns
werden durch prä-mRNA Spleissen entfernt. Exon = kodierene Sequenz.
Alternatives Spleissen ist eine Möglichkeit aus einem Gen mehrere verschiedene Proteine zu erzeugen.

Ein weiterer Unterschied zwischen Prokaryoten und Eukaryoten:


Prokaryotische RNA wird bereits kotranskriptionell translatiert.
Eukaryotische RNA wird modifiziert, prozessiert, aus dem Kern exportiert und erst im Zytoplasma translatiert.

TRANSLATION

Sie findet am Ribosom statt.

STRUKTUR EINER AMINOSÄURE


Einzelne Aminosäuren werden durch Peptidbindungen miteinander verknüpf. Diese Verknüpfung erfolgt am
Ribosom.

GENETISCHER CODE (TRIPLETT CODE)

Der Code ist redundant: Für eine bestimmte Aminosäure gibt es mehrere verschiedene Tripletts. Diese
unterscheiden sich meist in der dritten Base. Dies ist nur möglich, weil von den insgesamt 64 Kombinationen
nur 23 benötigt werden und 41 überzählig wären.

EXPERIMENT AN BAKTERIOPHAGEN T4 BESTÄTIGEN DEN TRIPLETTCODE


Proflavin (wurde den Stämmen hinzugefügt)  Hinzufügen oder Entfernen einzelner Basen; führt zur Mutation
und Bildung anderer Aminosäuren

Wenn eine Base hinzugefügt wird, wird nach zwei Falschproduktionen wieder die richtige Aminosäure gebildet.

Durch das Hinzufügen von 3x je einer Base an benachbarten Positionen kann die Proteinfunktion wieder
hergestellt werden.

WIE LAUTET DER GENETISCHE CODE?


Nieren und Khorana decodierten den genetischen Code indem sie
synthetische RNA (sie wussten genau wie der Code aussieht) in ein
zellfreies Translationssystem zufügten. So fanden sie heraus welcher
Code für welche AS kodiert.

Die dritte Position eines Tripletts kann eine ungenaue Basenpaarung


eingehen (Wobble Hypothese)

WOBBLE BASEPAIRING
Eine ungenaue Basenpaarung,
welche zur Diversität der AS
führt.

Neues Nucleotid in der tRNA


Inosin (I) ist dem Adosin sehr
ähnlich. Es fehlt eine
Aminogruppe.
Jede tRNA wird mit einer spezifischen Aminosäure beladen.

Das Anticodon der tRNA basenpaart mit dem Codon der mRNA.

tRNAs nehmen eine Kleeblattstruktur (durch Basenpaarungen) ein. (2 dimensional)

Alle tRNAs haben eine CCA Sequenz an deren 3’ Ende. Diese Sequenz wird post-
transkriptionell angefügt. Ermöglicht das Anhängen an das Ribosom durch
Aminoacyl-tRNA Synthethase (belädt tRNAs unter ATP Verbrauch) Die
Carboxylgruppe der As bindet an das 3`oder 2`Oh der tRNA.
tRNA ist mit AS beladen und mach sich auf dem Weg zum Ribosom. Dort
angekommen bindet Anticodon der tRNA mit mRNA Code. An P Side wird
Polypeptidkette ausgebildet. Leere tRNA wird durch E Side herausgeschleust.

In gefaltetem Zustand nimmt die tRNA eine L-Form ein.

RIBOSOMEN IN BAKTERIEN UND EUKARYOTEN


Prokaryoten: Eukaryoten:

rRNA zur Bildung von Ribosomen.

Translation wird in 3 Phasen reguliert: Initiation (Start), Elongation, Termination (Stop)


In Bakterien:
Shine-Dalgarno Sequenz definiert wo sich Start auf mRNA befindet. Erst dann kommt tRNA dazu.
In Bakterien ist das erste Methionin (AUG) modifiziert= Formylmethionin ):
TRANSLATION IN EUKARYOTEN

 Erfordert eIFs
 Benötigt keine Shine Dalgarno Sequenz weil Caps vorhanden sind
 mRNA muss ein Cap tragen (wenn RNA fertig synthetisiert wurde bekommt sie durch ein Capping-
Enzym ein Cap)

1. eIFs und eine mit met-tRNA beladene kleine Untereinheit der Ribosomen, scannt das 5‘ Ende der RNA
bis zum ersten AUG (Start).
2. Nach Erkennen des AUGs bindet die große Einheit des Ribosoms an die kleine Untereinheit und die
eIFs werden bis auf das eIF4E entlassen. Dieser erkennt die Cap Struktur.
3. Ef-TU (Elongationsfaktor) wird benötigt damit tRNA an die a-site binden kann (1. Station)
4. tRNA mit Aminosäure ist in a-site  die Peptidkette aus der p-Stelle wird an die neue AS von tRNA in
a-stelle geknüpf und alle tRNAs rutschen um eine Stelle weiter Richtung Exit.
5. Leere tRNA wird durch e-site herausgeschleust
6. Nächste tRNA mit Aminosäure kommt ins Ribosom, gibt AS wieder an p-site ab und p-site verknüpf AS
(Peptidyl-transferase Aktivität) durch Peptidbindung aneinander (Wiederholungsprozess)
7. Bis das tRNA Stopp Kodon gelesen wiederholt sich dieser Vorgang immer wieder

Sobald das Risosom einige codons vom Start-Codon entfernt ist, kommt es zu einer neuen Translationsinitiation.
Dieser Prozess wiederholt sich immer wieder, sodass ein Polysome (mRNA mit vielen Ribosomen) entsteht.

Der Vorgnag endet wenn Stopp-Kodon UAA, UGA, UAG) in mRNA erscheint. Es gibt keine tRNAs die an diese
Kodons andocken können. Statt einer tRNA bindet ein Releasefaktor (RF1 erknnet Stopp-Kodon) an Stopp-
Kodon. Daher zerfällt das Ribosom wieder in seine Einzelteile und die Peptidkette wird freigegeben. RF 3 initiiert
Termination/Zerfall des Ribosoms)
REGULATION DER GENEXPRESSION IN BAKTERIEN UND PHAGEN

Genexpression: Wie der Genotyp eines Organismus oder einer Zelle als Phänotyp ausgeprägt wird.

Inducers und Repressors kontrollieren die Genexpression. Inducers sind of kleine Moleküle (z.B. Metabolite).
Diese kleinen Moleküle werden of von DNA-bindenden Proteinen erkannt, welche als Aktivatoren oder
Repressoren der Transkription wirken.

Operon-Modell: Abschnitt der DNA Sequenz besteht aus Regulator und Operon (Operator, Gene und
Promotor)

Einfachste Form der Energiegewinnung für eine Zelle ist der Abbau von Glucose. Wenn Glucose nicht vorhanden
ist wird Lac-Operon angeschalten.

Lac-Operon ist ein Genabschnitt der für einige Gene kodiert um Energie zu gewinnen indem Laktose abgebaut
wird. Dieses kodiert für ß-Galactosidase (lacZ), Lactose permease (lacY), ß-Galactoside transacetylase (lacA).

Ist Laktose vorhanden, bindet sich das Laktose Molekül an den Repressor. (Schlüssel-Schloss-Prinzip) Deshalb
kann der Repressor nicht mehr an dem Gen binden. Aus diesem Grund setzt Polymerase fort und es werden
Enzyme zum Abbau von Laktose hergestellt. Ist keine Laktose vorhanden ist der Repressor wieder aktiv, bindet
am Gen und stoppt die Produktion.

 SUBSTRATINDUKTION: Kontrolle zum Abbau von Stoffen (Wenn Substrat (z.B.: Laktose) vorhanden ist,
wird der Form des passenden Repressor verändert und er kann nicht mehr binden. Danach werden Enzyme zum
Abbau des vorhandenen Substarts hergestellt.

Wenn keine Glukose aber Laktose vorhanden ist wird Laktose durch ß-Galactosidase in Allolaktose
umgewandelt. Die Anwesenheit von Lactose und die Abwesenheit von Glukose induziert die Expression dieser
Gene 1000x. Die RNA ist instabil. Abwesenheit von Lactose schaltet diese Gene sofort ab. ABER: Die Zelle
entscheidet sich immer zuerst für den Abbau von Glucose (wenn Glucose vorhanden ist), Lactose wird nur im
„Notfall“ abgebaut.

Negative Regulation = Repressor verhindert das Binden der RNA Polymerase


EXPERIMENT VON JACOB UND MONOD (BILDER SIEHE FOLIE)
Experimentierten an Lac-Operon.

Cis Aktivität des Operators:

Ausgangslage: 2 Gensequenzen; bei einer Sequenz wurde ein Gen und der Operator mutiert

 Repressor konnte nicht an den mutierten Operator binden, daher wurden


mutierte Enzyme hergestellt (synthetisch verkleinert)

Ausgangslage: 2 Gensequenzen, bei einer Sequenz wurde ein Gen und der Operator mutiert und anschließend
ein Inducer (Allaktose) hinzugefügt

 Repressor konnte nicht an den mutierten Operator binden, daher wurden


mutierte Enzyme hergestellt (synthetisch verkleinert) Zusätzlich fällt der
Repressor beim nicht mutierten Operator herunter, daher werden auch
normal große Enzyme hergestellt

Trans Aktivität des Repressors

Ausgangslage: Lac-Operon bei dem der Repressor mutiert ist

 Repressor kann nicht an Operator binden, daher werden Enzyme


durchgehend hergestellt

Ausgangslage: 2 Gensequenzen, bei einer Sequenz wurde ein Gen und der Repressor mutiert, sodass er nicht an
Operator binden kann

 Nicht mutierter Repressor von Sequenz 1 bindet sowohl an den eigenen


Operator als auch an den von Sequenz 2, Mutierter Repressor kann nicht
binden

Ausgangslage: 2 Gensequenzen, bei einer Sequenz wurde ein Gen und der Repressor mutiert, sodass er nicht an
Operator binden kann und anschließend ein Inducer (Allaktose) hinzugefügt

 Inducer löst nicht mutierten Repressor von beiden Sequenzen, daher


werden sowohl mutierte als auch nicht mutierte Enzyme hergestellt,
Inducer hat keinerlei Auswirkungen auf mutierten Repressor

Ausgangslage: 2 Gensequenzen, bei einer Sequenz der Repressor mutiert, aber er kann an Operator binden,
anschließend wurde ein Inducer (Allaktose) hinzugefügt

 Inducer kann nicht an mutierten Repressor binden, daher wird Polymerase


weiterhin unterbunden
 ENDPRODUKTREPRESSION: Kontrolle zum Aufbau von Stoffen (Wenn das Endprodukt (z.B.:
Tryptophan) in ausreichender Konzentration in der Zelle vorhanden ist, bindet sich das Endprodukt an den
Repressor, wird also zum Inducer und stoppt die Produktion, solange bis eine niedrige Konzentration herrscht
und Repressor wieder vom Operator fällt. In der Abwesenheit von Tryptophan bildet die DNA Sequenz eine
Sekundärstruktur aus, welche die Termination verhindert.

GENREGULATION BEI EUKARIOTEN

Genregulation auf verschiedenen Ebenen:

 Transkriptionskontrolle
 Regulation des RNA- Processing (Herausschneiden der Introns)
 RNA Stabilität (Poly A Tail – wird an RNA angefügt um zu
stabilisieren)
 Translationskontrolle
 Proteinstabilität (Unterschiedliche Halbwertszeiten)
 Protein Modifikation (Reste werden angesetzt um die Faltung eines
Proteins zu beeinflussen)

Es ist einfach ein bereits fertiges Protein zu modifizieren als eine ganz
neue Transkription für ein neues Protein zu starten  schnellere
Reaktion auf Umwelteinflüsse

TRANSKRIPTIONSKONTROLLE

1. Transkriptionsfaktoren binden am Start = TATA Box mit Promotor


(sind in der Nähe der Polymerase angesiedelt)
2. Kontrollsequenz (Enhancer) reguliert die Genaktivität (Häufig/nicht
häufig)
3. Enhancer ist auf weitere Transkriptionsfaktoren (Aktivatoren) angewiesen um Transkriptionsrate zu
steigern
4. Silencer reduzieren die Transkriptionsrate = Gegenstück zu Enhancer (Transkriptionsfaktoren von
Silencer heißen Repressoren)
5. Falls nötig binden sich Aktivator/Repressor an die Transkriptionsfaktoren vom Promotor (direkter
Kontakt, sofortige Einleitung)
6. Mediator Bindungsstelle zwischen Aktivatoren/Repressoren und Promotor samt
Transkriptionsfaktoren und TATA Box

Aktivatoren bzw. Repressoren arbeiten nach demselben Schema wie bei Prokaryoten

MÖGLICHE WIRKWEISEN VON HORMONEN AUF DIE TRANSKRIPTION


Hormonproduzierende Zelle kann Hormone auf zwei Wegen an Zellen
weiterleiten:

1. Polypetidhormon: An der Außenseite der Zellmembran ist ein


Repressor, welcher mit dem Hormon bindet  Startet
Informationsweitergabe an Zellkern
2. Steroidhormon: Diffundiert durch Zellmembran, bindet in der
Zelle an Rezeptor und dieser schleust Hormon in Zellkern 
HSP90 „Mantel“ um den Rezeptor (Heat shock protein)
verhindert die vorzeitige Aktivierung des Steroidhormon-
Rezeptors im Zytoplasma. Wenn Hormon in die Zelle eintritt
löst es den Mantel vom Rezeptor und bindet sich selbst an
diesen Rezeptor.  Weiterleitung in den Zellkern und
Aktivierung der Transkription

Umso mehr Aktivatoren vorhanden sind, desto weniger


Transkriptionsfaktoren werden benötigt und eine größere Anzahl von
Genen kann kontrolliert werden.

GLOBALE REGULATION
Histon Modifikationen können Transkription regulieren  Chromatin
wird gelockert um Transkription zu starten

Bei Eukaryoten werden teilweise die Basen der DNA selbst modifiziert.
Cytosin wird Methylgruppe angehängt  Führt zur dichteren Verpackung der DNA, dadurch kann Transkription
inhibiert werden.

MUTATION UND REPERATUR

Arten von Mutationen:

 Chromosomale Mutation: Betreffen ganze Chromosomen oder deren Teile. Führt so zum Fehlen
mehrerer Gene.
 Punktmutationen: Betreffen einzelne Gene
 Mutation durch transportable Elemente: Mobile DNA

Mutationen können, müssen aber nicht zur Veränderung eines Genprodukts führen.

Experiment von Luria und Delbrück:


Das Experiment bewies die Richtigkeit des Darwinismus. Adaption

Somatische (Zelle betreffende) Mutationen betreffen nur das Soma. Sind nicht vererbbar
Keimbahn Mutation Betreffe alle nachfolgenden Generationen (bringen aber für den Träger keine Veränderung
mit sich.)

PUNKTMUTATIONEN

1) Transition (Purin bzw Pyrimidendesaminierung)


Häufig durch Desaminierung, Identität der Base wird nicht verändert aber die Seitenkette

2) Transversion (Austausch von Purin und Pyrimidin)


Bsp: C-G wird zu G-C

3) Missens (Identität des Codes wird verändert)


Andere Aminosäure entsteht
4) Nonsense (Coding zu Stop)
Aus einem Code für Aminosäure, wird ein Stopcodon. Führt zur Bildung von verkürzten Proteinen

Supressor Mutation können dies wieder kompensieren  Sie können intra- oder extragenisch
aufreten (im selben oder in einem anderen Gen)
5) Neutrale (AS Charakter bleibt gleich)
Es kommt zum Einbau einer ähnlichen AS

6) Silent (Identität des Codes bleibt gleich)

7) Frameshift (Leserahmen wird verändert)


Durch Addition oder Deletion einer Basenpaarung

Mutationen werden in weiteren Replikationsschritten fixiert. (=tautomere Basenpaarung)

Replikationsfehler können zur Inkorporation (Einfügung) zusätzlicher Basenpaare führen (slippage)


Dies geschieht meistens, wenn viele gleiche Nucleotide hintereinander transkribiert werden müssen.

Depurinierung kann zum Verlust von Purin führen!

Desaminierung ist die häufigste Mutation (Cytosin wird durch Deamination zu Uracil)

UV-Strahlung führt zur Bildung von Nucleotid-Dimeren (aus zwei gleichen Molekülen aufgebaute chemische
Verbindung). Häufig bilden Thymine Thymin-Dimer aus, welche über kovalente Bindungen (teilen sich ein
Elektronenpaar) zusammenhalten.

Ionisierende Strahlung (Röntgen) oder Radioaktivität erzeugt Punktmutationen in niedriger Konzentration, hohe
Konzentrationen erzeugen Chromosomenbrüche.
CHEMIKALIEN UND DEREN MUTAGENE WIRKUNG:

Beispiel, das sie näher erklärt hat.

AMES TEST
Test auf mutagene Wirkung chemischer Komponenten. Nicht toxische Komponenten werden of erst durch
deren metabolische Veränderung toxisch.

Toxisches Mittel wird mit Rattenleber-Extrakt vermengt und danach wird untersucht ob die Substanz mutagene
Eigenschafen hat.

Da Bakterien haploid können Mutationen zur Ausprägung eines Phänotypen führen.

REPARATUR VON MUTATIONEN

NUKLEOTID EXICISON REPAIR


Existiert in fast allen Organismen. Thymin Dimere werden erkannt. Der defekte Strang wird geschnitten und
eine Helikase entwindet den Strang. Nach Reparatur durch Pol 1 wird die Stelle durch Ligation versiegelt.

MISMATCH REPAIR
In Bakterien:
Falsche Base wurde eingebaut. Enzym erkennt Mismatch (MutS). Alter Strang wird erkannt durch
Metyhlierungsreste am Adenin. MutH und MutL unterscheiden den methylierten vom unmethylierten Strang
und entscheiden welcher der neue ist welcher korrigiert werden muss. Exonuklease entfernt die falsch
eingebauten Nukleotide. Pol III repariert den Strang.

In Eukaryoten:
keine Methylierung am Strang. Vier Gene MSH2, MLH1, PMS1, PMS2 werden für mismatch repair benötigt.

Defekte in Reparaturmechanismen sind Auslöser für Erbkrankheiten und Tumoren.

MENDELSCHE GENETIK

Merkmale (traits) werden durch Gene und Umwelteinflüsse beeinflusst und ergeben so den Phänotyp!

Uniformitätsregel:
Werden reinerbige Linien, welche sich in einem Merkmal unterscheiden,
miteinander gekreuzt, so sind alle Nachkommen dieser Kreuzung in Bezug auf
dieses Merkmal uniform. (=reziprok, unabhängig welches Elternteil vererbt)
Spaltungsregel:
Wird die Monohybride F1 mit sich selbst gekreuzt (bei zweigeschlechtlichen
Organismen ge-selfed) so spaltet sich das Merkmal in der F2 in einem bestimmten
Verhältnis auf. Hier: 3:1 Da glatt über runzelig dominant ist.

Die verschiedenen Varianten eines Gens, werden als Allele bezeichnet.

Unabhängigkeitsregel:

Allele, welche unabhängige Merkmale beeinflussen, werden unabhängig


voneinander vererbt. Dies gilt natürlich nur, wenn diese auf
unterschiedlichen Chromosomen liegen. Die F1 einer solchen Dihybriden
Kreuzung ist wieder uniform.

Die F2 einer solchen Kreuzung erhält Merkmale im Verhältnis von 9:3:3:1


DOMINAT-REZESSIV: DIE URSACHEN

Albinismus = rezessiver Erbgang

Achondroplasie (Zwergwuchs) = dominante Mutation in FGFR3 (fibroblast growth factor receptor 3)

CHROMOSOMALE GRUNDLAGEN DER VERERBUNG

Die Position des Zentromeres (Spindelansatzpunkt) bestimmt den Typ des


Chromosoms.

FISH Fluoreszenzfärbung der Chromosomen und wird zum Erstellen eines


Karyogramms verwendet.

Im Zellzyklus wird die DNA in der S Phase verdoppelt, in der M Phase


(Mitose) wieder auf die zwei Tochterzellen aufgeteilt.

Mit C Wert wird der DNA Gehalt einer haploiden G1 Zelle


bezeichnet. Eine Diploide Zelle in G1 hat demnach einen 2C Wert,
während eine Zelle in G2 (nach der S Phase und vor der Mitose)
einen 4C Gehalt hat

Chromosomen welche in G1 aus einer Chromatide bestehen,


werden in der S Phase dupliziert sodass diese aus 2 Chromatiden
bestehen, welchen am Zentromer zusammengehalten sind.

MITOSE
In der Mitose werden homologe Chromatiden voneinander
getrennt und auf zwei Tochterzellen aufgeteilt.

 Prophase: Centriolen verdoppeln sich, die


Chromosomen Kondensieren, die Kernhülle
beginnt sich aufzulösen
 Prometaphase: Der Spindelapparat tritt mit den
Zentromeren der Schwesterchromatiden in Kontakt
 Metaphase: Die Chromosomen ordnen sich in der
Metaphaseplatte an, alle Kinetochoren sind mit
Spindeln versehen.
 Anaphase: die Chromatiden trennen sich und
werden an die gegenüber-liegenden Pole gezogen.
 Telophase: Die Chromosomen dekondensieren,
eine Kernhülle bildet sich wieder aus.
 Zytokinese: Eine neue Zellmembran wird zwischen
den Tochterzellen gebildet.
MEIOSE
Die Meiose ist eine spezialiserte Zellteilung welcher
zur Reduktion des diploiden Chromosomensatzes
auf einen Haploiden dient. Rekombination zwischen
homologen Chromosomen führt zur
Neukombination von paternalen und maternalen
Genen.

Die Meiose besteht aus zwei aufeinanderfolgenden


Teilungen.

Meiose I

Während Meiose I kommt es zur Rekombination


zwischen den Chromatiden der homologen
Chromosomen. Rekombinierte homologe
Chromosomen werden anschließend getrennt.

Meiose II

Während Meiose 2 werden die homologen


Chromatiden voneinander getrennt umso 4
Geschlechtszellen (Gameten) zu erzeugen.

Merkmale welche am gleichen Chromosom liegen


werden gekoppelt vererbt und durch
Rekombination können diese voneinander getrennt
werden.

Rekombination kann gekoppelte Gene neu kombinieren. Die Rekombinationshäufigkeit steigt mit der
Entfernung am Chromosom.

Durch Bestimmen der Rekombinationsraten (in einer großen Nachkommenschaft) kann die Anordnung und
Distanz von Genen am Chromosom bestimmt werden.

Fehlerhafes Aufrennen von Chromosomen (hier X-


Chromosomen) kann zu Trisomien oder Monosomien
führen.
GENOMANALYSE & REKOMBINANTE DNA-TECHNOLOGIE

Restriktions-Endonukleasen (sind Waffen der Bakterien, die fremdes DNA Material abwehren) sind meist
Prokaryotische Enzyme, welche Palindrome („regallager“) Sequenzen (DNA-Sequenzen) zerschneiden.

In der Mikrobiologie werden diese Enzyme dazu verwendet um DNA Sequenzen in weiterverwertbare
Sequenzen zu zerschneiden/zerkleinern. Diese Enzyme können eine ganz bestimmte Abfolge von Nucleotiden
der Sequenz erkennen. Für bestimmte DNA-Abschnitte gibt es spezifische Enzyme (Scheren) zum zerschneiden.

RE können blunt (gerade) oder sticky (klebrige) Enden Erzeugen. Nur sticky Ends mit gleichen Überhängen
können wieder verknüpf werden.

Bakterienplasmid (zirkuläre DNA) und ein Teil von einer


Fremden DNA (lacZ+) wurde eingefügt.

Ori: Origin of replication – Replikationsstart

Amp: Resistenz gegenüber Antibiotika Ampizillin

Dieses modifizierte Plasmid wurde dem Bakterium wieder


eingefügt und es konnte auf einer Ampizillin Platte wachsen

 Ampizillin
Resistenz
vorhanden

Vermehrung auf Ampizillin Boden möglich, ansonsten nicht

BAC (Bacterial Artificial Chromosom) Artifizielle Chromosomen erlauben das Klonieren großer (300kB)
Fragmente.

YAC (Yeast Artificial Chromosom) Erlauben die Klonierung von bis zu 2 Mb an DNA.

Ordnung von verschieden großen DNA Stücken:


DNA ich wegen Phosphatrückgrat negativ geladen und in einem Gel wandern sie zum Plus Pol (kleiner Stücke
schneller als größere Stücke)

DANN-SEQUENZIERUNG

Kettenabbruchverfahren nach Sanger (1977)


Man möchte die Sequenz eines DNA Stranges bestimmen:

1) Wasserstoffbrückenbindungen zwischen den Basen durch Hitze aufschmelzen.


2) Man bekommt Einzelstränge und auf Einzelstränge werden ein Primer gesetzt die einen Teil des
Stranges erkennen und dann kann eine DNA Synthese vollzogen werden.
3) Einbau von didesoxy-Nuklotid (ddNTP) führt zum Abbruch der Synthese führt (SANGER!)  so kann
mehrere Stücke eines DNA Stranges bekommen.
4) Verschiedene Didesoxy-Nuklotide sind mit Fluoreszierenden Farbstoff makiert. D.h sind alle Moleküle,
welche mit einem ddG enden z.B Grün oder mit ddC enden Blau, alles ddT rot und alle ddA Gelb.
5) Laser erkennt welche Farbe die einzelnen DNA Fragmente
haben.  Man ca 800 Nuklotide pro Lauf bestimmen.

Erstes Genom welches sequenziert worden ist: Haemphilus influenza


(1995)
Humanes Genom wurde 2004 entschlüsselt.
Alles mit Sanger Kettenabbruchsverfahren entschlüsselt worden. (Sehr sehr tolles verfahren mhmmm)

Next Generation Sequencing (NGS): (alternative zu elektrophoretischer Sequenzierung)


Misst biochemische Reaktion des Einbaus. (Nukleotideinbau wird gemessen)

 Pyrosequencing:
Reaktion an der man die Synthese der Nukleotide beobachtet und misst.
Nachteil: kurze Sequenzen, teuer pro Lauf
Vorteil: Millionen an Sequenzen gleichzeitig, billig pro Base
Man hat DNA wo man die Sequenz ermitteln möchte

1) DNA mobilisiert man auf einen Träger (Bead)


2) Primer wird gesetzt und erkennt die Sequenz
3) Der Reaktion wurde abwechselnd Gemische (dGTP, dCTP, dTTP, dATP) hinzugefügt. (Bsp in Bild: dCTP
wird mit C -komplementär zu G-eingebaut)
4) Durch Einbau wird Pyrophosphat frei welches Molekül
(im Bsp ATP) angeregt wird und man kann einen
Lichtblitz messen.
5) In der nächsten Runde wird dCTP „weggewaschen“ und
dATP wird der Reaktion hinzugefügt.  wird aber nichts
passieren, weil anhand dieses Bsp kein A eingebaut
wird.
6) Nächste Runde wird dATP wieder weggewaschen und
dGTP wird hinzugefügt und Gs werden eingebaut.

Illumnia Sequencing:
auch NGS
Man beobachtet auch hier den Einbau von fluresszierenden Nuklotiden.
Polymerasen wurden so optimiert das sie sehr strikt nur ein Nukleotid einbauen.

1) Library Preparation: DNA wird in kleine Fragmente zerstückelt und an Enden werden Adaptoren
drangehängt und Adapotoren tragen bekannte Sequenzen.
2) Cluster Generation: Reaktionen finden auf einem Objektträger statt. Und auf der Oberfläche gibt es
Primer die zu den DNA Stücken dazu passen und basenpaaren. Es kommt zu Bridgeaplifikation
(Brückenschlag). Man hat Molekül wo man Sequenz bestimmen möchte welches durch Adaptar an
Primer hybridisiert. Durch den Primer wird nächster Strang synthetisiert. Der erste Strang ist nicht
verankert und verliert man und so kommt es zu dem
Brückenschlag, weil der Strang an den nächsten Adapter bindet.

Dann wird wieder neuer Strang


hergestellt.Durch Erhitzen bricht die
Brücke auf und man hat wieder 2 einzelne Stränge
Brückamplifzierung kann man viele male wiederholen und hat dann am Ende
viele Stränge. Man hat dann jede Menge an Leading und Lagging Strängen und
einen Sorte von Strang kann man wegnehmen. Danach werden Enden von Strang blockiert damit es nicht mehr
zum Brückenschlag kommt und Primer sequenzieren.  Man kann Einbau von fluoreszierenden Nukleotiden
verfolgen durch Lichtblitz.

3) Sequencing: Einbau von fluoreszierenden Molekülen.  So kann Nukleotidabfolge von diesem DNA
Stück ermitteln.
4) Date analysis

Nukleotidabfolge von mRNA:


cDNA Banken:

1) mRNA wird mittels Hybridisierung an oligo dT Säulen gereinigt.


2) Von einem oligo dT Primer wird mittels reverser Transkriptase eine cDNA hergestellt.
3) DNA Pol stellt den zweiten Strang her
4) Die cDNA Fragmente werden mittels Linker in einen Vektor kloniert.

Variationen in Genomen können mit Signale nucleotide polymorphismus (SNPs) identifiziert werden.
SNP-maps können mittels Microarrays identifiziert werden. Auf einem Objektträger sind Oligonukleotide,
welche das gesamte Genom abdecken aufgebracht. An dieseSequenzen können markierte Sequenze
hybridisiert werden. SNP Variationen in einer isolierten Population(zBIsland) können gut zur Identifikation von
genetischen Risikofaktoren und Prädispositionen herangezogen werden.

Genanalyse im 21. Jahrhundert:

Vergleichende Genomik: Komplett sequenzierte Genome erlauben die


Identifikation homologer Gene mittels Bioinformatik. Bioinformatische Vergleiche
erlauben die funktionelle Zuordnung vieler Gene.
In der Abb.: 60% aller S. cerevisiae Gene kann einer Funktion aufgrund
bioinformatischer Ähnlichkeit zugeordnet werden.

Isolationvon homologen Genen mittels Komplementation:

In Abb.: Hefe DANN wird in einen Expressionsvektorkloniert. Alle Plasmide


werden in S. cervisiae Zellentransformiert welche kein Arginin synthetisieren können.
Die Rekombinanten Zellen werden auf Wachstum auf Medium ohne Arginin getestet. Nur
Zellen, welche das fehlende Gen am Plasmid enthalten können wieder wachsen und
Kolonien bilden.
Reverse Genetik:
Vom Gen zum Phän.
Erlaubt die Analyse von Gen-Funktionen aufgrund spezifischer Inhibitionen (Hemmungen) eines bestimmten
Genes.
Isolation eines bestimmten Gens mittels Polymerase Chain Reaction (PCR).

Voraussetzung für die erfolgreiche Anwendung der PCR war die Isolierung von thermostabilen DNA-
Polymerasen. Diese wurden in Thermophilen Prokaryoten gefunden (leben in
heißen Quellen).

Rekombinante Mäuse:
Um rekombinante Mäuse zu generieren, wird das Zielgen in Embryonalen
Stammzellen (ES) Zellen durch homologe Rekombination zerstört.
Rekombinante ES Zellen werden in Blastozysten injiziert, wo diese zum sich
entwickelnden Embryo beitragen. Die Blastozysten werden in scheinschwanger
Mäuse injiziert. Ist die Injektion erfolgreich entsteht eine chimäre Maus.
Haben die transgenen Zellen zur Keimbahn beigetragen, kann eine
heterozygote Maus entstehen, die anschließend homozygotisiert wird.

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