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Literaturverzeichnis

Dinner, D. m. (2010). Depression. Bern: Hans Huber, Hogrefe AG.

Hautzinger, M. (kein Datum). Depression. Seattle: Verlag für Psychologie Göttingen.

Julia Amherd, J.-M. P. (kein Datum). HK E und F. Careum Verlag.

Definition:
- Depressionen sind psychische Störungen, bei denen die Stimmung, Niedergeschlagenheit, Verlust der
Freude, emotionale Leere, Antriebslosigkeit, Interesseverlust und zahlreiche körperliche Beschwerden
wesentliche Merkmale sind.

Ursachen:

- Eine Depression entsteht in der Regel aus dem Zusammenwirken mehrerer Faktoren. Welche Rolle
erbliche und umweltbedingte Faktoren spielen, ist individuell unterschiedlich und im Einzelfall nicht
leicht zu beantworten. Eine genetische Veranlagung, neurobiologische Störungen sowie bestimmte
Entwicklungs- und Persönlichkeitsfaktoren (psychosoziale Faktoren) bilden die Basis der meisten
Depressions-Erklärungsmodelle. Die Betroffenen besitzen eine - durch verschiedene Faktoren bedingte -
geringere Toleranz gegenüber seelischen, körperlichen und biografischen Belastungsfaktoren als gesunde
Menschen. Diese besondere Verletzlichkeit (Vulnerabilität) spielt bei dem Ausbruch und der
Aufrechterhaltung einer Depression eine große Rolle. Als Auslöser (reaktive Faktoren) einer depressiven
Episode wirken meist persönlich belastende Ereignisse oder Überforderungssituationen.  Auf diese
reagieren mögliche Risikopersonen sensibler als andere Menschen

Risikofaktoren:
Im Grunde genommen kann jeder Mensch an einer Depression erkranken. Aber es gibt Faktoren,
welche eine Depression begünstigen:

- Geschlecht:
Frauen weisen bis in nahezu allen Untersuchungen, welche durchgeführt wurden ein doppelt so
hohes Erkrankungsrisiko für Depressionen wie Männer auf. Ebenfalls weisen Frauen eine höhere
Rückfallneigung für weitere depressive Phasen auf.

- Alter:
Neuere Studien zeigen, dass am meisten Menschen im alter von 18-25 an einer Depression
erkranken.

- Sozio-ökonomische Faktoren:
Kinder, welche bereits früh einen Elternteil verloren oder eine Scheidung der Eltern durchgemacht
haben, haben ein höheres Risiko an einer Depression zu erkranken. Eine Studie hat ergeben, dass
verheiratete Personen, mit höherer Bildung und beruflicher Anstellung sowie ein Wohn- und
Lebensraum in eher ländlich-kleinstädtischer Umgebung die niedrigsten Depressionsraten haben.

- Stressreiche Belastungen:
Dazu gehören belastenden Lebensereignisse. Diese unterscheidet man in personenabhängige und
unabhängige Ereignisse. Unabhängige Ereignisse sind nicht durch die Krankheit oder den Patienten
selbst herbeigeführt.

Symptome:

- Es wird davon ausgegangen, dass Menschen mit einer Depression oft an gedrückter Stimmung leiden.
Weitere Symptome sind, dass sie kein oder kaum mehr Interesse oder Freude an Aktivitäten haben,
unter Schlaflosigkeit leiden, oft müde und gleichzeitig innerlich unruhig sind, sich wertlos fühlen, an sich
selbst zweifeln, sich nicht konzentrieren und entscheiden können und sich nicht ausreichend ernähren.
Oft haben Personen mit Depressionen auch wiederkehrende Suizidgedanken.

Therapie:

- Depressive Episoden lassen sich mit modernen Behandlungsmethoden oft rasch heilen oder lindern
und die Lebensqualität der Betroffenen damit entscheidend verbessern. Trotzdem handelt es sich in
mehr als 50% der Fälle um eine wiederkehrende oder chronische Erkrankung, deren Ursachen sich bisher
nicht beseitigen lassen. Jede depressive Episode erhöht das Risiko für eine weitere Episode und das
Absetzen der Behandlung steigert die Wahrscheinlichkeit für eine solche Entwicklung. Wesentliche
Grundlage der Behandlung ist der Einsatz antidepressiver Medikamente, die Durchführung
einer Psychotherapie oder die Kombination beider Maßnahmen. Bei leichten und mittelschweren
depressiven Phasen ist Psychotherapie ebenso wirksam wie Medikamente. Psychotherapie benötigt
allerdings mehr Zeit als ein Antidepressivum, bis die Wirkung eintritt. Bei schweren depressiven Episoden
ist nach heutigen Erkenntnissen eine Kombinationstherapie wirksamer als Pharmako-
bzw. Psychotherapie alleine. Bei leichten Depressionen / leichte depressive Episoden, Dysthymien, sind
antidepressive Medikamente weniger gut wirksam als bei schweren Depressionen, weshalb
Psychotherapie bevorzugt werden soll.

Diagnostik:

- Zuerst sollte man wissen, dass man sich nicht selbst eine Diagnose erstellen sollte. Man sollte sich
schon Professionelle Hilfe holen. Aber um eine Depression zu erkennen können gezielte Fragen,
Fragebögen oder Gespräche mit einem/einer Psychologin helfen. Fragen wie zum Beispiel:
- Leidet man seit mindestens zwei Wochen an einer vorwiegend niedergeschlagenen
Stimmung?
- Kann man sich nicht mehr freuen?
- Kann man schlecht einschlafen oder wacht man nachts auf, ohne wieder einschlafen zu
können?
- Hat man grössere Mühe, Entscheidungen zu treffen?
- Haben sich mit der Stimmungsverschlechterung auch körperliche Beschwerden eingestellt?
- Verspürt man eine sonst nicht gekannte Ängstlichkeit?
- Besteht ein charakteristischer Tagesablauf, morgens ein Tief, gegen Abend eine Aufhellung?
- Haben schon früher Phasen von Niedergeschlagenheit und/oder auffälligem Glücksgefühl
bestanden?
- Finden sich Depressionen, Suchtkrankheiten oder Suizide in der Familie

Die Diagnose einer Depression ergibt sich auch aus einem Zusammenspiel von Symptomen, die sich
beobachten lassen, und von Beschwerden, die vom Patienten geschildert werden.

Pflegerische Interventionen:

- Geregelter Tagesablauf: 

Depressive Senioren ziehen sich gerne ins Bett zurück oder verbringen den Tag teilnahmslos vor dem
Fernseher. Um dieses Schema zu durchbrechen, hilft ein geregelter Tagesablauf. Dieser kann von
Pflegepersonen und Pflegebedürftigen gemeinsam besprochen und gestaltet werden. Dabei gilt:
Beschäftigung ist die beste Medizin.

- Gespräche: 

Gespräche geben dem Pflegebedürftigen Raum, über seine Sorgen und Ängste zu sprechen. Dabei
sollte die Pflegeperson ein aufmerksamer und einfühlsamer Zuhörer sein. Auch Körperkontakt kann
hilfreich sein. So ist eine Umarmung häufig tröstlicher als jedes Wort.

- Bewegung: 

Bewegung sowie andere aktivierende Tätigkeiten helfen dem Depressiven aus der Antriebslosigkeit
herauszukommen. Spaziergänge können die Stimmung heben und damit die Depressionen
reduzieren.

- Nahrungsaufnahme: 

Häufig gehen eine Appetitlosigkeit sowie eine Durstlosigkeit mit einer Depression einher. Um dem
entgegenzuwirken, kann das gemeinsame Zubereiten der Mahlzeiten helfen. Zudem sollten dem
Pflegebedürftigen erst einmal nur kleine Portionen beispielsweise in Form von Häppchen serviert
werden, da große Portionen abschreckend wirken können. Auch hübsches Geschirr kann helfen,
Hunger und Durst anzuregen.

Auswirkungen von Corona auf die Menschen:

- Im ersten Corona-Jahr soll es einen Viertel mehr Menschen geben, welche an Depressionen erkrankt
sind. In Zahlen bedeutet das ca. 52 Mio. Menschen. Der Grund warum diese Zahlen so anstiegen soll
hauptsächlich mit den Corona Fallzahlen und den Lockdowns zusammenhängen. Vorallem Menschen aus
Ländern mit strengeren Massnahmen und Vorschriften und Ländern, die besonders stark von Corona
betroffen waren, litten stark unter psychischen Folgen.
- Vorallem Frauen waren hinsichtlich der psychischen Folgen betroffen. Der Hauptgrund ist, da die
Corona Massnahmen die bereits vorhandenen Ungleichheiten zwischen den Geschlechtern verstärkte.
- Aber auch Studierende und Auszubildende litten stark unter Corona. Rund 2/5 aller Studenten und
Auszubildenden fühlen sich stark durch Corona gestresst. Eine Umfrage hat ergeben, dass rund 40 %
depressive Symptome Angaben.

Dies ist Eine Studie der medizinischen Fachzeitschrift The Lancet und wurde am 11.10.21
veröffentlicht.

Erklärvideo: Depressionen - Bing video