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PRÜFUNGSTHEMEN „GRUNDLEGUNG DER METAPHYSIK“

PROF. DR. GODEHARD BRÜNTRUP SJ

GRUNDLAGE DER PRÜFUNG:

Inhalt der gesprochenen Vorlesung und in der Vorlesung benutzte Lernhilfen (Folien, Tafelbil-
der). Als weitere Lernhilfe kann auch auf die anfangs angegebene Literatur zurückgegriffen wer-
den. Maßgeblich bleibt aber der Inhalt der Lehrveranstaltung.

PRÜFUNGSGEBIET 1: BESTIMMUNG VON METAPHYSIK

Setzen Sie die Metaphysik ab von empirischen Wissenschaften. Bestimmen Sie Philosophie als
Begriffsanalyse. Warum kann die Kritik Kants und die Kritik des Logischen Positivismus am me-
taphysischen Denken nicht überzeugen? Bestimmen Sie den Begriff „metaphysischer Realismus“
(im Gegensatz zu Anti-Realismus). Zeigen Sie auf, wie das metaphysisch-realistische Denken für
die Externalität und Objektivität der Welt argumentiert.

PRÜFUNGSGEBIET 2: DIE REALITÄT ABSTRAKTER ENTITÄTEN

Erläutern Sie das ontologische Problem der Existenz der Zahlen. Welche Positionen gibt es? Was
spricht für eine realistische Auffassung? Erweitern Sie diese Fragestellung auf abstrakte Entitäten
überhaupt, insbesondere Begriffe und Propositionen. Erläutern Sie die wesentlichen Alternativen
(Platonismus, Konzeptualismus und Nominalismus). Zeigen Sie Stärken und Grenzen der realis-
tischen Auffassung. Erläutern Sie die verschiedenen Spielarten des Nominalismus.

PRÜFUNGSGEBIET 3: DIE REALITÄT KONKRETER ENTITÄTEN

Erläutern Sie die Fragestellung der Natur des konkreten Einzeldings. Welche Probleme treten auf
(Veränderung, Identität durch die Zeit, akzidentelle und essentielle Eigenschaften, etc.). Stellen
Sie die verschiedenen Positionen dar (Bündeltheorie und Trope-Theorie, Reines-Substratum-
Theorie, Substanz-Theorie). Zeigen Sie Stärken und Schwächen der einzelnen Auffassungen. Ist
der klassische Substanzbegriff heute noch haltbar? Gibt es weitere Alternativen (z.B. Prozessonto-
logie)?

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PRÜFUNGSGEBIET 4: DIE IDENTITÄT VON PERSONEN

Erläutern Sie den strikten (metaphysischen) Identitätsbegriff. Setzen Sie ihn von schwächeren
Identitätsbegriffen ab. Erläutern Sie den Unterschied zwischen endurantistischen und perduran-
tistischen Konzeptionen der Identität in der Zeit. Wenden Sie diese Identitätsbegriffe auf Perso-
nen an. Erläutern Sie das Problem der personalen Identität. Legen Sie die grundlegenden Alterna-
tiven dar (körperliches, psychologisches, einfaches Kriterium). Erläutern Sie insbesondere die
Relevanz des Substanzbegriffes zur Lösung des Problems personaler Identität. Was sind weitere
Alternativen?

PRÜFUNGSGEBIET 5: FREIHEIT UND DETERMINISMUS

Erläutern Sie kurz den Kausalitätsbegriff (realistisch, anti-realistisch, etc.) und erläutern Sie, wa-
rum das Problem von Freiheit und Determinismus selbst in anti-realistischen Positionen von
Kausalität bestehen bleibt. Zeigen Sie auf, warum Willensfreiheit ein begriffliches Problem ist.
Entwickeln Sie das Problem von Freiheit und Determinismus. Stellen Sie die drei grundsätzlichen
Lösungsansätze dar (Libertarismus, Determinismus und Kompatibilismus). Erläutern Sie das
zentrale Argument gegen den Kompatibilismus (Konsequenzargument, das auf einer Variante des
Keine-Wahl-Prinzips, der Betaregel, beruht). Erläutern Sie das „Mind-Argument“. Erläutern Sie
den Begriff der Handlungsverursachung („Agent Causation“).

PRÜFUNGSGEBIET 6: MÖGLICHKEIT UND NOTWENDIGKEIT (MODALITÄTEN)

Erläutern Sie den metaphysischen Begriff von Möglichkeit und Notwendigkeit, insbesondere
seine Beziehung zum Wahrheitsbegriff. Unterscheiden Sie Modalitäten de re und de dicto (Essen-
tialismus). Begründen Sie, warum Notwendigkeit nicht mit Analytizität oder Apriori gleichgesetzt
werden kann, d.h. zeigen Sie, warum man die Modalitäten nicht rein epistemisch, sondern meta-
physisch auffassen sollte. Zeigen Sie die grundlegenden Alternativen auf, um Möglichkeit zu ver-
stehen. Was sind mögliche Welten? (Nominalistischer Possibilismus, platonistischer Aktualismus
und der konzeptualistische Idealismus Reschers).

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