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Wer

ist Gott?
Max Billeter
Beröa-Verlag, CH-8038 Zürich
Die Bibelzitate sind der überarbeiteten Elberfelder-Übersetzung (Edition CSV-Hückeswagen) entnommen.
© Beröa-Verlag Zürich 2014 www.beroea.ch
Titelbild: © fotolia.com – Liliia Rudchenko
ISBN 978-3-03811-744-5
Inhalt

Wer ist Gott?


Gott, der Vater
Gott, der Sohn
Gott, der Heilige Geist
Wer ist Gott?

Was können wir über Gott wissen? Diese Frage hat die Menschen aller Zeiten
beschäftigt. Je größer die Vielfalt der angebotenen Theorien und der damit
angerichteten Verwirrung, desto wertvoller sind die klaren Aussagen der Heiligen
Schrift, der Bibel. In diesem «Buch der Bücher» hat Gott uns Menschen ein
exaktes Porträt von sich gegeben.
Dieses Thema dürfen wir jedoch nicht nur mit unserem Verstand angehen.
Vielmehr ist unser Glaube gefragt, denn «ohne Glauben ist es unmöglich, Gott
wohlzugefallen; denn wer Gott naht, muss glauben, dass er ist und denen, die ihn
suchen, ein Belohner ist» (Hebräer 11,6).
Wenn wir uns mit diesem erhabenen Thema befassen, dann geziemt uns größte
Zurückhaltung und eine tiefe Ehrfurcht.
Machen wir es deshalb wie Mose, als er vor dem brennenden Dornbusch stand:
«Ich will doch hinzutreten und dieses große Gesicht sehen, warum der Dornbusch
nicht verbrennt. Und als der HERR sah, dass er herzutrat, um zu sehen, da rief
Gott ihm mitten aus dem Dornbusch zu und sprach …: Zieh deine Schuhe von
deinen Füßen aus, denn der Ort, auf dem du stehst, ist heiliger Boden» (2. Mose
3,3-5).
Gott ist ein Gott
«Gott ist einer» (1. Timotheus 2,5), also nicht zwei oder drei, sondern ein Gott.
Dieser eine Gott hat sich aber in drei Personen offenbart, nämlich als Vater, als
Sohn und als Heiliger Geist (vgl. 2. Korinther 13,13). So findet im Namen dieses
dreieinen Gottes die christliche Taufe statt: «Tauft sie auf den Namen des Vaters,
des Sohnes und des Heiligen Geistes» (Matthäus 28,19).
Diese drei Personen der Gottheit stehen auf gleicher Höhe, verfügen über die
gleiche Macht und besitzen die gleiche Ehre. Sie sind eins im Denken, eins im
Reden und eins im Handeln. Man beachte zum Beispiel Johannes 10,30, wo
Jesus ausdrücklich sagte: «Ich und der Vater sind eins.» Im Blick auf die an Ihn
Glaubenden bat Er den Vater: «… damit sie eins seien, wie wir eins sind»
(Johannes 17,22).
Die drei Personen der Gottheit
Vielleicht kann man sagen, dass
der Vater die Pläne macht,
der Sohn sie ausführt,
und das in der Kraft des Heiligen Geistes.

Einige Bibelstellen zu ihrem Wirken in der Schöpfung


Vater: «Als er die Grundfesten der Erde feststellte: Da war ich (der Sohn)
Werkmeister bei ihm», das heißt soviel wie: «an seiner Seite» (Sprüche
8,29.30).
Sohn: Gott hat in der Person seines Sohnes geredet, «durch den er auch die
Welten gemacht hat» (Hebräer 1,1.2). «Durch ihn (den Sohn) sind alle Dinge
geschaffen worden, die in den Himmeln und die auf der Erde» (Kolosser
1,16). Das zeigt klar, dass der Sohn der Ausführende war.
Heiliger Geist: «Der Geist Gottes schwebte über den Wassern» (1. Mose
1,2). «Der Geist Gottes hat mich gemacht» (Hiob 33,4).

Einige Bibelstellen zu ihrem Wirken im Erlösungswerk


Vater: «So hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab,
damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren gehe, sondern ewiges Leben
habe» (Johannes 3,16).
Sohn: «Gott hat seinen Sohn nicht in die Welt gesandt, damit er die Welt
richte, sondern damit die Welt durch ihn errettet werde» (Johannes 3,17).
Und: «Darum liebt mich der Vater, weil ich mein Leben lasse» (Johannes
10,17).
Heiliger Geist: Christus hat «sich selbst durch den ewigen Geist ohne
Flecken Gott geopfert» (Hebräer 9,14).

Einige Bibelstellen zu ihrem Wirken bei der Bekehrung eines Sünders


Vater: «Niemand kann zu mir kommen, wenn nicht der Vater … ihn zieht»
(Johannes 6,44).
Sohn: «Wer zu mir kommt, den werde ich nicht hinausstoßen» (Johannes
6,37).
Heiliger Geist: «Ihr seid, nachdem ihr geglaubt habt, mit dem Heiligen Geist
versiegelt worden» (Epheser 1,13).

Einige Bibelstellen zu ihrem Wirken im Gericht


Vater: «Gott, der Richter aller» (Hebräer 12,23).
Sohn: «Das ganze Gericht hat er (der Vater) dem Sohn gegeben» (Johannes
5,22).
Heiliger Geist: «Er wird die Welt vom Gericht überführen» (Johannes 16,8-
11).
Gott, der Vater

Der Vater liebt den Sohn von Ewigkeit zu Ewigkeit


«Niemand hat Gott jemals gesehen; der eingeborene Sohn, der im Schoß des
Vaters ist, der hat ihn kundgemacht» (Johannes 1,18).
Seit Ewigkeiten fließt aus dem Herzen des Vaters ein Strom der Liebe zum Sohn.
Deshalb konnte der Sohn beten: «Du hast mich vor Grundlegung der Welt
geliebt» (Johannes 1,1; 17,24).
Diese Liebe ist auch in den Bezeichnungen «Sohn des Vaters» (2. Johannes 3)
und «Sohn seiner Liebe» (Kolosser 1,13) enthalten.
Der Vater wirkt an den Herzen der Sünder
«Mein Vater wirkt bis jetzt, und ich wirke» (Johannes 5,17). Er nimmt zur Buße
bereite Sünder auf, Menschen also, die ihre Sünden einsehen, bereuen und
bekennen. Das kommt im Gleichnis vom verlorenen Sohn sehr schön zum
Ausdruck: «Als er aber noch fern war, sah ihn sein Vater und wurde innerlich
bewegt und lief hin und fiel ihm um den Hals und küsste ihn sehr» (Lukas 15,20-
24).
Der Vater übergab seine Kinder – das sind alle, die ihre Sünden eingesehen,
bekannt und an Jesus Christus geglaubt haben und von Gott, dem Vater,
aufgenommen sind – der Fürsorge des Sohnes. Das hören wir aus dem Gebet
des Sohnes zum Vater heraus: «Dein waren sie und mir hast du sie gegeben»
(Johannes 17,6).
Gott ist ein gerechter Vater
So wird Er vom Sohn angesprochen: «Gerechter Vater! – Die Welt hat dich nicht
erkannt; ich aber habe dich erkannt» (Johannes 17,25).
Es ist gerecht, wenn der Vater zwischen Gläubigen und Ungläubigen einen
Unterschied macht. Er beurteilt die Menschen entsprechend ihrer Einstellung zu
seinem geliebten Sohn: Nehmen sie den Sohn an oder lehnen sie Ihn ab? Das ist
die entscheidende Frage. Das geht aus Johannes 3,36 klar hervor: «Wer an den
Sohn glaubt, hat ewiges Leben; wer aber dem Sohn nicht glaubt, wird das Leben
nicht sehen, sondern der Zorn Gottes bleibt auf ihm.»
Gott ist ein suchender Vater
Der Sohn offenbart das Herz des Vaters, indem Er uns mitteilt: «Der Vater sucht
solche als seine Anbeter» (Johannes 4,23). Er führt uns an den Platz der
Anbetung: «Deshalb lasst uns zu ihm (zu Jesus Christus) hinausgehen,
außerhalb des Lagers, seine Schmach tragend» (Hebräer 13,13).
Dort zeigt Er uns, was christliche Anbetung ist: «Ihr werdet als lebendige Steine
aufgebaut, ein geistliches Haus, zu einer heiligen Priesterschaft, um darzubringen
geistliche Schlachtopfer, Gott wohlangenehm durch Jesus Christus» (1. Petrus
2,5). «Durch ihn nun lasst uns Gott stets ein Opfer des Lobes darbringen, das ist
die Frucht der Lippen, die seinen Namen bekennen» (Hebräer 13,15). Wenn wir
das erkannt haben, ist es uns eine Freude, dem Vater zu sagen, wie wertvoll uns
der Sohn ist!
Gott ist ein ehrender Vater
Der Sohn deutet auf den Vater hin mit den Worten: «Wenn mir jemand dient, so
folge er mir nach» und: «Wenn jemand mir dient, so wird der Vater ihn ehren»
(Johannes 12,26). Das Höchste, das der Vater hat, ist der Sohn seiner Liebe.
Mehrmals ließ Er seine Stimme vernehmen:
«Dieser ist mein geliebter Sohn, ihn hört» (Lukas 9,35). Wer dem Sohn nachfolgt
und Ihm dient, wird vom Vater geehrt (vgl. Markus 10,28-31).
Gott ist ein liebender Vater
Der Sohn eröffnete den Jüngern: «Der Vater selbst hat euch lieb», und fügte
folgende Begründung an: «weil ihr mich lieb gehabt und geglaubt habt, dass ich
von Gott ausgegangen bin» (Johannes 16,27). Das gibt uns Freimütigkeit beim
Beten, wie der Herr Jesus uns gelehrt hat: «Um was irgend ihr den Vater bitten
werdet in meinem Namen, das wird er euch geben» (Johannes 16,23).
Gott ist ein heiliger Vater
Der Sohn betete: «Heiliger Vater! Bewahre sie in deinem Namen» (Johannes
17,11). Er bewahrt uns in seiner Gemeinschaft und behütet uns vor den
Einflüssen der Welt: «Ich bitte nicht, dass du sie aus der Welt wegnehmest,
sondern dass du sie vor dem Bösen bewahrest» (Johannes 17,15).
Gott, der Sohn

Er ist der ewige Sohn – aber auch als Mensch ist Er Sohn Gottes,
weil Er durch den Heiligen Geist gezeugt wurde
Von Ihm – und nur von Ihm – konnte gesagt werden: «Der eingeborene Sohn, der
im Schoß des Vaters ist» (Johannes 1,18).
Sohn-sein bedeutet nicht, dass der ewige Sohn unter dem Vater steht. Paulus
schrieb von Jesus Christus: «Der, da er in Gestalt Gottes war, es nicht für einen
Raub achtete, Gott gleich zu sein» (Philipper 2,6), d.h. Er war bereit, als Mensch
auf diese Erde zu kommen.
Sohn-sein bedeutet, in einer Beziehung der Gemeinschaft mit dem Vater zu
stehen. So konnte der Sohn beten: «Alles, was mein ist, ist dein, und was dein ist,
mein» (Johannes 17,10). Der Vater liebte diesen seinen Sohn von Ewigkeit her:
«Du hast mich vor Grundlegung der Welt geliebt» (Johannes 17,24).
Bei der Menschwerdung Jesu erfüllte sich das prophetische Wort:
«Du bist mein Sohn, heute habe ich dich gezeugt» (Psalm 2,7). So konnte der
Engel Gabriel Maria, der Mutter Jesu, die Geburt ihres Erstgeborenen mit den
Worten ankündigen: «Der Heilige Geist wird auf dich kommen, und Kraft des
Höchsten wird dich überschatten; darum wird auch das Heilige, das geboren
werden wird, Sohn Gottes genannt werden» (Lukas 1,35).
Als von Gott, dem Heiligen Geist, gezeugt, ist Er der Sohn Gottes. Und als dieser
ist Er auch der König Israels. Nathanael hatte dies augenblicklich erkannt:
«Rabbi, du bist der Sohn Gottes, du bist der König Israels» (Johannes 1,49).
Er ist ewiger Gott und wahrer Mensch zugleich
Das Johannes-Evangelium wurde geschrieben, «damit ihr glaubt, dass Jesus der
Christus ist, der Sohn Gottes» (Johannes 20,31).
In Bethlehem wurde der ewige Sohn als Mensch geboren: «Als aber die Fülle der
Zeit gekommen war, sandte Gott seinen Sohn, geboren von einer Frau» (Galater
4,4).
Der große Unterschied zwischen Ihm und jedem anderen Menschen bestand
darin, dass Er ohne Sünde war. Johannes schrieb: «Sünde ist nicht in ihm» (1.
Johannes 3,5). Petrus bezeugte: «… der keine Sünde tat» (1. Petrus 2,22), und
Paulus fügte diesem Zeugnis hinzu: «Den, der Sünde nicht kannte» (2. Korinther
5,21).
Trotz seiner Menschwerdung blieb Er Gott, und als solcher allmächtig, allwissend,
allgegenwärtig. Als Mensch hingegen wusste Er nicht alles (Markus 13,32). Er
musste von einem Ort zum anderen gehen (Markus 4,35). Er ist in Schwachheit
gekreuzigt worden (2. Korinther 13,4).
Vom Volk Israel konnte mit Blick auf den Messias gesagt werden: «Aus denen der
Christus ist, der über allem ist, Gott, gepriesen in Ewigkeit» (Römer 9,5). Aber Er
entäußerte sich seiner göttlichen Herrlichkeit, wie wir aus Philipper 2,7 ersehen:
«Der sich selbst zu nichts machte und Knechtsgestalt annahm, indem er in
Gleichheit der Menschen geworden ist.»
Er offenbarte den unsichtbaren Gott und das Wesen des Vaters
Der Sohn ist «das Bild des unsichtbaren Gottes» (Kolosser 1,15), und zwar eines
Gottes, «der ein unzugängliches Licht bewohnt, den keiner der Menschen
gesehen hat noch sehen kann» (1. Timotheus 6,16). Aber im Menschen Jesus
Christus ist Gott vollkommen sichtbar geworden: «Denn der Gott, der sprach: Aus
Finsternis leuchte Licht, ist es, der in unsere Herzen geleuchtet hat zum
Lichtglanz der Erkenntnis der Herrlichkeit Gottes im Angesicht Jesu Christi»
(2. Korinther 4,6).
So konnte Jesus seinem Jünger Philippus sagen: «Wer mich gesehen hat, hat
den Vater gesehen» (Johannes 14,9).
Er kannte Ihn wie kein anderer, denn Er war von Ewigkeit her im «Schoß des
Vaters». Das ist der Inbegriff innigster Vertrautheit: «Niemand hat Gott jemals
gesehen; der eingeborene Sohn, der im Schoß des Vaters ist, der hat ihn
kundgemacht» (Johannes 1,18). Zu dieser verbalen Kundmachung gehört das
innerste Geheimnis der Gottheit, nämlich ewige Liebe: «Der Vater liebt den Sohn»
(Johannes 3,35).
Jesus Christus ist der wahre Israelit und «das Modell» jedes
Christen
Das ist wichtig für das Volk Israel, denn aus diesem Volk ist Er entsprossen: «Er
ist wie ein Reis vor Gott aufgeschossen und wie ein Wurzelspross aus dürrem
Erdreich» (Jesaja 53,2). «Das Heil ist aus den Juden» (Johannes 4,22). Aber
dieses Heil ist nicht nur für die Juden, sondern für alle Menschen! Gott sei Lob
und Dank!
Israel hat als das irdische Volk Gottes versagt. Es entpuppte sich als «dürres
Erdreich». Obwohl Gott sich dieses Volk als «Weinstock aus Ägypten» gezogen
hatte, brachte es keine Frucht für Ihn hervor. Deshalb ist Jesus Christus als «der
wahre Weinstock» an die Stelle Israels getreten. Und Er hat Frucht getragen: «Ich
bin der wahre Weinstock, und mein Vater ist der Weingärtner» (Johannes 15,1).
Es ist aber auch wichtig für jeden Christen, denn Er ist für uns «das Modell», das
vollkommene Beispiel, der verbindliche Maßstab. Das ist aus folgender Aussage
von Paulus ersichtlich: «Wie die Wahrheit in dem Jesus ist» (Epheser 4,21). So
wie Er dachte, wie Er redete und wie Er handelte, entsprach Er voll und ganz den
Vorstellungen Gottes. So stellte sich Gott das Leben eines Menschen vor. Das
Leben Jesu und sein Dienst sind uns deshalb Vorbild und Beispiel: «Christus hat
für euch gelitten, euch ein Beispiel hinterlassend» (1. Petrus 2,21).
Er ist die Lösung für das Problem «Sünde»
Durch den Sündenfall von Adam ist das böse Prinzip «Sünde» in die Welt
gekommen und hat sich von ihm auf alle Nachkommen vererbt: «Durch einen
Menschen (Adam) ist die Sünde in die Welt gekommen und durch die Sünde der
Tod, und so ist der Tod zu allen Menschen durchgedrungen, weil sie alle
gesündigt haben» (Römer 5,12).
Seit dem Sündenfall liegt auch auf der ganzen Schöpfung ein Fluch: «Wir wissen,
dass die ganze Schöpfung mitseufzt und mit in Geburtswehen liegt bis jetzt»
(Römer 8,22).
Das Problem «Sünde» löst keiner von uns Menschen, weil wir dazu völlig unfähig
sind, «denn alle haben gesündigt und erreichen nicht die Herrlichkeit Gottes»
(Römer 3,23). Und aus der «Sünde» entstehen Sünden – das sind unsere bösen
Gedanken, unsere schlimmen Worte, unsere schlechten Taten, unsere verkehrten
Wege: «Jeder, der die Sünde tut, tut auch die Gesetzlosigkeit, und die Sünde ist
die Gesetzlosigkeit» (1. Johannes 3,4).
Die «Ernte» unserer Sünden ist die ewige Gott-ferne, der Feuersee, denn «wenn
jemand nicht im Buch des Lebens geschrieben gefunden wurde, so wurde er in
den Feuersee geworfen» (Offenbarung 20,15).
Der einzige Ausweg für uns, um nicht dorthin zu kommen, besteht in einem
stellvertretenden Opfer. Gott selbst hat dieses Opfer gestellt und uns gegeben:
«Siehe, das Lamm Gottes, das die Sünde der Welt wegnimmt!» (Johannes 1,29).
Gott hat als Richter die Sünde an diesem Opferlamm verurteilt: «Den, der Sünde
nicht kannte (Jesus), hat er (Gott) für uns zur Sünde gemacht, damit wir in ihm
Gottes Gerechtigkeit würden» (2. Korinther 5,21).
Kein Mensch kann mit dem Problem «Sünde» selbst fertig werden – und würde er
noch so viele gute Werke tun. Gott allein hat das Problem «Sünde» abschließend
gelöst: «Das dem Gesetz Unmögliche, weil es durch das Fleisch kraftlos war, tat
Gott, indem er – seinen eigenen Sohn in Gleichgestalt des Fleisches der Sünde
und für die Sünde sendend – die Sünde im Fleisch verurteilte» (Römer 8,3).
Jesus wurde der stellvertretende Sündenträger: «Der selbst unsere Sünden an
seinem Leib auf dem Holz getragen hat» (1. Petrus 2,24).
Die Ergebnisse dieses Erlösungswerks gelten allen Menschen, die sie für sich
persönlich in Anspruch nehmen. Sie «werden durch seine Gnade, umsonst
gerechtfertigt durch die Erlösung, die in Christus Jesus ist … durch den Glauben
an sein Blut» (Römer 3,24.25). Gott hat das Opfer seines Sohnes angenommen,
und Er nimmt jeden an, der sich im Glauben auf dieses Opfer stützt.
Er ist sowohl die Grundlage als auch das Haupt des himmlischen
Volkes Gottes
Das himmlische Volk Gottes besteht aus allen Glaubenden der Gnadenzeit, das
heißt von Pfingsten an bis zur Entrückung der Gläubigen. Sie bilden «die
Versammlung des lebendigen Gottes», wovon Christus die Grundlage ist, sagte
Er doch: «Auf diesen Felsen werde ich meine Versammlung bauen» (Matthäus
16,18).
«Die Versammlung des lebendigen Gottes» ist zugleich «der Leib des Christus»
und Christus ist «das Haupt dieses Leibes» – eine untrennbare Einheit von
unschätzbarem Wert (Kolosser 1,18).
Er ist der König Israels
Nathanael erkannte voll Freude: «Du bist der Sohn Gottes, du bist der König
Israels» (Johannes 1,49). Als solcher wurde Er im Alten Testament angekündigt:
«Habe ich doch», sagt Gott «meinen König eingesetzt auf Zion, meinem heiligen
Berg» (Psalm 2,6).
Er ist – wie vorausgesagt – aus dem Stamm Juda und aus der
Nachkommenschaft von David: «Es ist offenbar, dass unser Herr aus Juda
entsprossen ist» (Hebräer 7,14); «Erbarme dich unser, Herr, Sohn Davids!»
(Matthäus 20,31).
Er wurde tragischerweise von den Führern des Volkes abgelehnt, verworfen und
gekreuzigt: «Ihr habt den Heiligen und Gerechten verleugnet; … den Urheber des
Lebens habt ihr getötet» (Apostelgeschichte 3,14.15).
Er ist aber «durch die Herrlichkeit des Vaters auferweckt worden» (Römer 6,4)
und bei seiner Himmelfahrt «in Herrlichkeit aufgenommen worden» (1. Timotheus
3,16).
Er wird wiederkommen, und zwar «in Macht und großer Herrlichkeit» (Lukas
21,17) um sein Königreich aufzurichten: «Von jetzt an werdet ihr den Sohn des
Menschen zur Rechten der Macht sitzen und auf den Wolken des Himmels
kommen sehen» (Matthäus 26,64).
Er ist der Sohn des Menschen
Was meint die Bibel mit diesem Titel? Er wurde vom Heiligen Geist, nicht von
einem Mann gezeugt: «Die Geburt Jesu Christi aber war so: Als Maria, seine
Mutter, mit Joseph verlobt war, fand es sich, ehe sie zusammengekommen waren,
dass sie vom Heiligen Geist schwanger war» (Matthäus 1,18). Daher «Sohn des
Menschen» nicht Sohn der Menschen.
Den Titel «Sohn des Menschen» findet man bereits im Alten Testament (Psalm
8,5; 80,18). Er deutet sowohl auf die Erniedrigung als auch auf die Erhöhung von
Jesus Christus hin (Matthäus 8,20; 26,63.64).
In dieser Eigenschaft als Sohn des Menschen wird Er einmal über das ganze
Universum herrschen: «Du», sagt David zu Gott, «hast ihn zum Herrscher über
die Werke deiner Hände gemacht; alles hast du unter seine Füße gestellt» (Psalm
8,7).
Gott, der Heilige Geist

Er ist eine göttliche Person wie der Vater und der Sohn
Das geht klar aus den Worten von Petrus an Ananias hervor: «Warum hat der
Satan dein Herz erfüllt, dass du den Heiligen Geist belogen … hast? Nicht
Menschen hast du belogen, sondern Gott» (Apostelgeschichte 5,3.4).
Er ist nicht bloß ein Einfluss oder eine Kraft, sondern Er ist eine göttliche Person
und trägt einen Namen. Das erfahren wir aus dem Taufauftrag des Herrn Jesus:
«Geht hin und macht alle Nationen zu Jüngern und tauft sie auf den Namen des
Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes» (Matthäus 28,19).
Er ist nach der Himmelfahrt von Jesus Christus herabgekommen (Johannes
16,8.13; Apostelgeschichte 1,4.5; 2,1-4).
Er verherrlicht Jesus Christus: «Er wird mich verherrlichen, denn von dem
Meinen wird er empfangen und euch verkündigen» (Johannes 16,14). Er
stellt nicht sich in den Vordergrund, sondern weist auf Jesus, den
verherrlichten Herrn auf dem Ehrenplatz zur Rechten des Vaters, hin.
Er liebt auch, wie Paulus schreibt: «Ich bitte euch aber, Brüder, … durch die
Liebe des Geistes» (Römer 15,30).
Er tröstet uns: «Ich werde den Vater bitten, und er wird euch einen anderen
Sachwalter (= Tröster) senden» (Johannes 14,16).
Er wurde für die Zeit der Gnade auf die Erde gesandt
Der Vater und der Sohn sandten den Heiligen Geist auf diese Erde: «Der
Sachwalter aber, der Heilige Geist, den der Vater in meinem Namen senden wird»
(Johannes 14,26) und: «Wenn aber der Sachwalter gekommen ist, den ich euch
von dem Vater senden werde, der Geist der Wahrheit …» (Johannes 15,26).
Er verherrlicht Christus
«Er wird mich verherrlichen, denn von dem Meinen wird er empfangen und euch
verkündigen» (Johannes 16,14). Dies ist seine eigentliche und vornehmste
Aufgabe: «Er wird von mir zeugen» (Johannes 15,26). Er tut das durch das
geschriebene Wort Gottes, die Bibel. Durch dieses Wort stellt Er in unseren
Herzen den Herrn Jesus Christus lebendig dar, damit «der Christus durch den
Glauben in unseren Herzen wohne» (Epheser 3,16.17).
So wird uns Christus, den wir noch nie gesehen haben, lebendige Realität. Das
meint Petrus, wenn er schreibt: «Den ihr, obgleich ihr ihn nicht gesehen habt,
liebt; an welchen glaubend, obgleich ihr ihn nicht seht, ihr mit unaussprechlicher
und verherrlichter Freude frohlockt» (1. Petrus 1,8).
Er wohnt jetzt in der Versammlung des lebendigen Gottes als
Gesamtheit
Der Heilige Geist fügt alle Glaubenden der Gnadenzeit zu dieser Versammlung
zusammen: «… in welchem (Christus) der ganze Bau, wohl zusammengefügt,
wächst zu einem heiligen Tempel im Herrn» (Epheser 2,21). Unter diesem
Blickwinkel ist die Versammlung ein im Bau befindlicher Tempel, der mit dem
Abschluss der Gnadenzeit vollendet wird.
Anderseits spricht die Bibel von der Versammlung als von einem Haus, in
dem Gott wohnt als «einer Behausung Gottes im Geist» (Epheser 2,22).
Wohlverstanden: Es ist ein geistliches Haus!
Er fügt die Erlösten der Gnadenzeit zu einem Leib, dem Leib des Christus,
zusammen: «In einem Geist sind wir alle zu einem Leib getauft worden» (1.
Korinther 12,13).
Er leitet die Braut Christi zum himmlischen Ziel und ruft mit ihr: «Komm, Herr
Jesus!» (Offenbarung 22,17.20).

Er bildet diese praktische Einheit der Erlösten, die Paulus die Einheit des Geistes
nennt: «… euch befleißigend, die Einheit des Geistes zu bewahren» (Epheser
4,3).
Er wohnt in jedem einzelnen Glaubenden der Gnadenzeit
«Wisst ihr nicht», fragt Paulus die Korinther, «dass euer Leib der Tempel des
Heiligen Geistes ist, der in euch wohnt?» (1. Korinther 6,19).
Er ist das Siegel auf das Werk Gottes in den Gläubigen: «… in dem
(Christus) ihr auch, nachdem ihr geglaubt habt, versiegelt worden seid mit
dem Heiligen Geist» (Epheser 1,13).
Durch die Salbung mit Heiligem Geist kann der Gläubige das Wort Gottes
von falschen Lehren unterscheiden: «Ihr habt die Salbung von dem Heiligen
und wisst alles» (1. Johannes 2,20).
Als Unterpfand ist Er die Garantie für das, was Gott dem Glaubenden für die
Zukunft versprochen hat: einen umgestalteten Körper und ein Erbe mit
Christus (2. Korinther 5,5; Epheser 1,14).
Er leitet die Kinder Gottes auf ihrem Glaubensweg
«So viele durch den Geist Gottes geleitet werden, diese sind Söhne Gottes»
(Römer 8,14). Es ist bezeichnend für «Söhne Gottes», dass sie Schritt für Schritt
durch den Heiligen Geist geleitet werden. Er leitet die Glaubenden im Leben mit
dem Herrn, das zugleich ein Dienst für den Herrn ist: «Während sie aber dem
Herrn dienten und fasteten, sprach der Heilige Geist: Sondert mir nun Barnabas
und Saulus zu dem Werk aus, zu dem ich sie berufen habe» (Apostelgeschichte
13,2; Römer 12,1).
Er wirkt gegen die in uns wohnende Sünde, gegen das Fleisch
Den Kampf gegen das Fleisch nimmt Er selbst auf. Diese Aufgabe überlässt Er
nicht uns. «Das Fleisch begehrt gegen den Geist, der Geist aber gegen das
Fleisch» (Galater 5,17).
Diesen Kampf muss Er deshalb führen, weil die Sünde noch im Erlösten ist und
während seines ganzen Lebens auf dieser Erde in ihm bleibt: «Wenn ich aber
das, was ich nicht will, ausübe, so vollbringe nicht mehr ich es, sondern die in mir
wohnende Sünde» (Römer 7,20).
Dieses böse Prinzip «Sünde» in uns will unseren Körper als Werkzeug
missbrauchen. Deshalb fordert Paulus die Gläubigen auf: «Also herrsche nicht die
Sünde in eurem sterblichen Leib, um seinen Begierden zu gehorchen; stellt auch
nicht eure Glieder der Sünde zu Werkzeugen dar …, denn die Sünde wird nicht
über euch herrschen» (Römer 6,12-14).
Der Geist stellt sich gegen «das Fleisch», um ein Sündigen von uns Gläubigen zu
verhindern. Deshalb ruft Er uns zu: «Wandelt im Geist, und ihr werdet die Lust
des Fleisches nicht vollbringen» (Galater 5,16) und: «Haltet dafür, dass ihr der
Sünde tot seid, Gott aber lebend in Christus Jesus» (Römer 6,11).
Schlusswort
Paulus fügte seinem zweiten Brief an die gläubigen Korinther folgenden
Segensgruß an: «Die Gnade des Herrn Jesus Christus und die Liebe Gottes und
die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit euch allen!» (2. Korinther 13,13).