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Fach: Interkulturelle

Kapitel 1: Einführung in die IK


Kommunikation

Unterkapitel 1.2: Kurzgeschichte der IK-Forschung

1.2 Kurzgeschichte der IK-Forschung


Die Forschungen im Bereich der IK-Forschung weisen grob zwei Ausrichtungen auf 1:
 den „Kulturellen Dialog“ und
 den „Kulturellen Kritizismus“.

Im Rahmen des Kulturelles Dialogs werden die Bedingungen erforscht, unter „denen
Mitglieder verschiedener Kulturen, ohne unkorrigierbares Missverstehen, miteinander
kommunizieren können. Dabei ist der Wille vorauszusetzen, überhaupt kommunizieren zu
wollen.“

„Der Kulturelle Kritizismus widmet sich Konflikt erzeugenden Elementen in Kulturen, um


diese im Vorfeld von Begegnungen zu analysieren und Möglichkeiten zur Beseitigung von
Dialogbarrieren aufzuzeigen.“

Kritische Betrachtung2:
 „Wenngleich beide Verfahren dazu geeignet sind, die Vorbedingungen für das
Gelingen interkultureller Kommunikation zu verbessern, wird der Suche nach
universellen Gemeinsamkeiten, insbesondere beim kulturellen Kritizismus, kaum
Bedeutung beigemessen.“

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Vgl. Yousefi, Hamid, Reza: Interkulturelle Kommunikation, S. 15f
http://static.onleihe.de/content/wbg/20140212/978-3-534-73843-4/v978-3-534-73843-4.pdf
2
Idem

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 „Außerdem gehen beide Ausrichtungen von einem essentialistischen
Kulturverständnis aus, das Kulturen als Gebilde ansieht, die a) in sich selbst homogen
sind und b) geschlossene Einheiten darstellen, die einander nicht durchdringen und
sich deswegen mit anderen Kulturen nicht vermischen können.“

Der wissenschaftliche Bereich IK, entstand in den 60er Jahren in den USA und Kanada, im
Kontext der Migrationsforschung, wobei der der Begriff „intercultural communication“ 1959
von Edward. T. Hall eingefü hrtwurde.

Hall untersuchte die Zusammenarbeit von US-amerikanischen Firmen mit auslä ndischen
Firmen, besonders in Japan und Hall endeckte die Bedeutung der „hidden Dimensions“:
Kulturelle Unterschiede in Zeitvorstellungen, in einem kulturell geprä gten Gefü hl fü r Nä he
und Distanz.

In Deutschland entwickelte sich der Bereich IK in den 80er Jahre, insbesondere unter dem
Aspekt der Zuwanderung (interkulturelle Pä dagogik, interkulturelle Psychologie,
interkulturelle Wirtschaftskommunikation usw.). Allen Ansä tzen haben gemeinsam, dass sie
von wahrgenommenen Konflikten und Missverstä ndnissen ausgehen.

Dabei waren erklä rte Ziele:


 interkulturelle Begenungen und Zusammenarbeit mit ihren Schwierigkeiten
transparent zu machen
 die Erkenntnis zu vermitteln, dass kulturelle Missverstä ndnisse normal sind
 die Erkenntnis zu vermitteln, dass der Umgang mit den kulturellen
Missverstä ndnissen erlernbar ist.

Heutzutage gelten im Bereich der IK-Forschung Interdisziplinäre Forschungsansätze, wie


z.B.:
 „Interkulturelle Psychologie“,
 „Interkulturelle Germanistik“

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 „Interkulturelles Management“
 „Diversity Management“

1. Welche sind die beiden Ausrichtungen der IK-Forschung?

2. Wer hat den Begriff IK eingeführt?

3. Welche Zielsetzungen hatte IK?


Kontroll-
fragen 4. Nennen Sie und definieren Sie 3 unterschiedliche Interdisziplinäre
Forschungsansätze der IK-Forschung.

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Kapitel 2: Kultur,
Fach: Interkulturelle
Multikulturalität und
Kommunikation
Interkulturalität

Unterkapitel 2.1: Kultur

2. Kultur, Multikulturalität und Interkulturalität


2.1 Kultur
2.2 Multikulturalität – Interkulturalität – Interkultur
2.3 Unterschiede zwischen Kulturen

2.1 Kultur
2.1.1 Der Kulturbegriff
2.1.2 Die kulturelle Standardisierung
2.1.3 Beobachtbare und unbeobachtbare Kultur
2.1.4 Conceptas und Perceptas in der interkulturellen Begenung
2.1.5 Zusammenfassung

2.1.1 Der Kulturbegriff


Um den Kulturbegriff zu erfassen, mü ssen zwei wichtige Fragen behandelt werden:

1. Was ist Kultur?


2. Wo gibt es Anhaltspunkte zur Berü cksichtigung kultureller Unterschiede, um die
Zusammenarbeit unterschiedlicher Kulturen zu fö rdern?

Uberlegen Sie sich bitte hier selbst mö gliche Antworten auf die beiden
Fragen, bevor Sie weiterlesen!

Denkpause

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1. Was ist Kultur?

In der Interkulturalitä tsforschung bezieht sich der Begriff NICHT auf „Kulturbetrieb“,
„Kulturgü ter“ → „Hochkultur“

Was bedeutet „Hochkultur“?

Denkpause

Im Sinne der modernen Kulturwissenschaften bezeichnet Kultur: „die soziale (‚kollektive‚)


Konstruktion der Wirklichkeit“.

Dabei wird die Frage gestellt: Wie richten sich bestimmte Gruppen von Menschen in ihrer
jeweiligen Welt ein?

Ausgewä hlte Definitionen von Kultur:


 Kulturanthropologische Definition von Kultur – Maletzke (1996:16) – Interkulturelle
Kommunikation: „Kultur ist die Art und Weise, wie die Menschen leben und was sie aus
sich selbst und ihrer Welt machen“

 Krö ber&Kluckhohn (1952) vergleichen 150/164/170 Definitionen und entwickeln


eigene Definition der Kultur: „Kultur besteht aus expliziten und impliziten
Verhaltensmustern, die durch Symbole erworben und vermittelt werden, die spezifische
Leistungen einer menschlichen Gruppe begründen, einschließlich ihrer Verkörperung in
Kulturprodukten“

 Boesch (1980): „Kultur ist ein Handlungsfeld, dessen Inhalte von Menschen geschaffen
oder genutzten Objekten bis zu Institutionen und Ideen und Mythen reichen“
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→ als Handlungsfeld bietet die Kultur:
 Handlungsmö glichkeiten, legt aber auch
 Handlungsbedingungen (Grenzen des mö glichenoderrichtigen
Handels fest)

 Triandis (1989) definiert Kultur wie folgt: „The human made part of the
environment“und unterscheidet zw.:
o objektiver Kultur (Straßen, Werkzeugen, Hä usern)
o subjektiver Kultur (Kategorisierungen, Assoziationen,
Uberzeugungen und Normen und Werten in Erscheinung
tritt)

 Hofstede (1997): Kultur ist die „mentale Software“, „mentale Programmierung“ der
Menschen in ihrem gesellschaftlichen Umfeld. Dieser sozialanthropologische Begriff der
Kultur umfasst:
o die Denk-, Fü hl- und Handlungsmuster der Menschen und somit sowohl
o Tä tigkeiten, die den Geist verfeinern als auch
o die alltä glichen Dinge des Lebens, wie grü ßen, essen, Gefü hle zeigen oder nicht,
das Wahren oder Aufheben physischer Distanzen zu anderen oder
Kö rperpflege

 Thomas (1993):„Kultur ist ein universelles, für eine Gesellschaft, Orgnisation und
Gruppe aber sehr typisches Orientierungssystems“. Dieses Orientierungssystems wird
aus spezifischen Symbolen gebildet und in der jeweiligen Gesellschaft usw. tradiert
und es beeinflusst das Wahrnehmen, Denken, Werten und Handeln aller ihren
Mitgliedern und definiert somit deren Zugehö rigkeit zur Gesellschaft

Wie kommt ein kulturelles „System“ zustande?

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