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Deutsch Grammatik

Rätselkiste
Unterstreiche die korrekte Antwort oder formuliere eine solche.

a. Heisst es „Tür“ oder „Türe“?


b. Welches ist korrekt: Neugier oder Neugierde?
c. Gibt es einen Unterschied zwischen „ändern“ und „verändern“?
Wenn ja; welchen?

d. Wann benutzt man „effektiv“ und wann „effizient“?

e. Welche(r) Begriff(e) finden wir im Duden?

„Duden“ „Cookie“ „cool“ „lol“ „hoppla“ „sitt“

f. Was bedeutet Hippopotomonstrosesquippedaliophobie?

g. Welche Schreibweise ist korrekt?

aggresiv / aggressiv Hobbies / Hobbys E-Mail / eMail / Email / e-Mail

Medallie / Medaille Standard / Standart Albtraum / Alptraum

h. „Herzlich Willkommen“ oder „Herzlich willkommen“?

i. Heisst es der / die / das Single?

j. Heisst es der / die / das Band?

k. Wie viele Worte stehen (circa) im Duden?

Lösungen
a. Wenn der Dezember kommt, dann steht Weihnachten vor der Tü r. Bei einigen steht Weihnachten
allerdings auch vor der Tü re. Das fü hrt bei vielen Deutschen zu Verwirrung. Vor allem, wenn sie zum
Beispiel an Bord derselben Lufthansa-Maschine ("Thü ringen") sowohl den Hinweis "Bitte Tü r schließen"
Deutsch Grammatik

beachten als auch der Aufforderung "Bitte Tü re vorsichtig ö ffnen" nachkommen sollen. Wie ist es denn
nun richtig? Tü re oder Tü r?1

Tatsä chlich gibt es beide Formen. Auf Hochdeutsch heißt es "Tü r", ohne "e", so ist es ü blich und gilt als
Standard. Die Form mit "e" existiert vor allem in Mitteldeutschland.

b. Zwischen "Neugier" und "Neugierde" besteht zwar ein klanglicher, aber kein qualitativer Unterschied.
Beide Formen sind standardsprachlich korrekt und als gleichwertig anzusehen.

c. verändern = etwas in seinem Wesen, seiner Erscheinung anders machen, umgestalten,


es bleibt aber dasselbe.

Er hat seine Stimme verä ndert, damit man ihn nicht erkennen sollte.
Er sieht verä ndert aus. Es liegt vielleicht an der Brille und dem Bart.
Er will die Welt verä ndern.
Dieser Stadtteil hat sich stark verä ndert.

ändern = wechseln; etwas durch etwas anderes ersetzen.

Meine Meinung hat sich geä ndert: Frü her war ich dagegen, heute bin ich dafü r.
Das Wetter ä ndert sich: Es regnet, doch bald scheint die Sonne.

... ä hnlich wie wechseln und verwechseln ;)

d. effektiv ist beispielsweise, wenn man ein Dorf mit 100 000 Soldaten einnimmt. Dieses Vorhaben ist
aber ü berhaupt nicht effizient.

e. „Duden“ – nein; Eigenname von Konrad Duden, dem Autor massgebender Rechtschreibbü cher (als
„Urduden“ gilt die Ausgabe von 1880) / „Cookie“ – ja / „cool“ – ja / „lol“ – Ja; duden.de / „hoppla“ – ja /
„sitt“ – nein [Gegenteil von Durst bzw. Vorschlag fü r Pendant zu „satt“]

f. Die Angst vor langen Wörtern (welch Ironie!)

g. aggressiv Hobbys E-Mail Medaille


Standard / Standart (nur als eine Art zu stehen) Albtraum / Alptraum (nur wenn man von einer Alp träumt)

h. „Herzlich willkommen“; willkommen ist ein Adjektiv - also klein.

i. Alle drei Formen korrekt: das Band (Gewebestreifen) / der Band (Buch) / die Band (Musikgruppe)

j. Alle drei Formen korrekt: das Single (Einzelspiel; z.B. im Tennis) / der Single (alleinstehender Mann) /
die Single (kleine Schallplatte)

k. Streng genommen besteht der Wortschatz der deutschen Sprache aus einer unendlichen Zahl von
Wö rtern. Allein die Menge der Kardinalzahlen ist unendlich; eins, zwei, drei ... [Stunden spä ter]
vierundreissigtausenddreihundertneun, usw.
Dazu kommt die dem Deutschen eigene Mö glichkeit, quasi unbegrenzt Zusammensetzungen (sog.
Komposita) zu bilden: Donaudampfschifffahrtsgesellschaftskapitänsmütze...
Eine solche Zä hlung ist natü rlich nicht sinnvoll, und daher legt man fü r den Wortschatz der deutschen
Gegenwartssprache, Fachbegriffe eingeschlossen, nur die Zahl der Grundformen zugrunde. Doch auch
damit kommt man immerhin auf 300 000 bis
500 000 Wö rter. (Im allerersten Duden von 1880 standen gerade mal 27.000 Stichwö rter.)

1
Diese Erklä rungen stammen aus den interessanten Spiegel-Kolumnen „Zwiebelfisch“ des Sprachwissenschaftlers Bastian Sick.

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