Sie sind auf Seite 1von 3

Laut Belz und Siegrist müssen aus psychotherapeutischen Perspektive nicht viele

Voraussetzungen erfüllt werden um ein Konglomerat von Personen zu einer Gruppe


zusammen fassen zu können. Verschiebt man diesen Blickwinkel ein wenig zugunsten der
schulspezifischen Situation entdeckt man einige übereinstimmende Parallelen. Die Autoren
deduzieren aus verschieden Definitionen die Aussage, eine Gruppe sei eine Anzahl von
Personen, die gemeinsam ein Ziel verfolgen (vgl. Belz, Siegrist, 2000, Kapitel 2, S.3).

Schäfers: Als Soziale Gruppe gilt in Soziologie und Psychologie eine Gruppe,


deren Mitglieder sich über einen längeren Zeitraum in regelmäßigem Kontakt miteinander
befinden, gemeinsame Zieleverfolgen und sich als zusammengehörig empfinden. Innerhalb
der Gruppe entwickelt sich dabei neben gemeinsamen Normen und Wertvorstellungen eine
gruppenspezifische Rollenverteilung.

Gruppenzwang (auch Gruppen- oder Konformitätsdruck, engl. unter anderem Peer pressure)
ist Auslöser für das Verhalten oder die Einstellung von Personen innerhalb einer Gruppe.
Häufig beeinflusst solcher Gruppenzwang nur Verhaltensweisen innerhalb einer begrenzten
Gruppe und bewirkt eine Anpassung des Verhaltens an die Gruppennormen, insbesondere
dann, wenn sie als Bedingung der Mitgliedschaft gilt. Die Wirksamkeit eines
Konformitätsdruckes zeigt sich aber nicht zuletzt auch in der Anpassung des Verhaltens an
die herrschende Sozialmoral und an die Öffentliche Meinung.

Einflussfaktoren
Normativer Einfluss[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Personen verhalten sich konform mit Gruppen, da sie bei anderen einen erwünschten
Eindruck hinterlassen wollen. Viele Menschen fühlen sich unwohl oder unsicher, wenn sie
andere Meinungen als die der Gruppenmehrheit vertreten. Sie meinen, damit bei anderen
Gruppenmitgliedern Antipathie und Abneigung hervorzurufen. Der normative Einfluss
bedeutet also, dass Personen sich konform verhalten, um von anderen Menschen als
sympathisch beurteilt zu werden. Auch die Gesellschaft kann man als Gruppe sehen, die
versucht, Abweicher zu integrieren, um sich nützliche Mitglieder zu formen
(siehe Normativer sozialer Einfluss).[1]
Informativer Einfluss[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Wenn Menschen in bestimmten Situationen keine vollständigen Informationen zur Verfügung
stehen, können andere Individuen als Informationsquelle dienen. Die Konformität kommt also
dadurch zustande, dass man eine persönliche Unsicherheit beseitigen möchte, indem man sich
auf die Meinung der Mehrheit verlässt und diese unter Umständen auch annimmt. Je
schwieriger (oder unklarer) eine Situation ist, desto stärker ist auch die gezeigte Konformität
(siehe Informativer sozialer Einfluss)
clique

Als informelle Gruppen werden in der Soziologie und anderen Sozialwissenschaften soziale


Gruppen bezeichnet, die sich mehr oder weniger spontan gebildet haben, und weder über
formale Strukturen noch über festgelegte Ziele (siehe formelle Gruppe) verfügen. Die
Abwesenheit von formellen Strukturen heißt aber nicht, dass in solchen Gruppen keine
klare Rollenverteilungexistiert beziehungsweise dass jeder einfach der Gruppe beitreten kann.
In eine informelle Gruppe bzw. Clique kann man nicht einfach eintreten, sondern wird
informell aufgenommen. Personen, die keine Mitglieder der informellen Gruppe sind,
bekommen die Grenzen schnell aufgezeigt.
Als typische informelle Gruppen werden die Cliquen bzw. Freundeskreise von
Heranwachsenden angesehen.

Als formelle Gruppen werden in der Soziologie und anderen Sozialwissenschaften soziale


Gruppen bezeichnet, deren Ziele, Normen und Rollen sowie Satzung, Verordnungen und
Richtlinien ausdrücklich vorgegeben sind, bzw. von der Gruppe selbst festgelegt wurden.
Formelle Gruppen sind in der Regel fest organisiert, zweckbewusst aufgebaut und werden
planmäßig geleitet. Die Mitgliedschaft in so einer Gemeinschaft beginnt und endet meist mit
einem formalen Akt.
Fast alle Jugendverbände, Jugendorganisationen, Vereine, Parteien sind im soziologischen
Sinne formelle Gruppen. Aber auch Klassenverbände und Arbeitsgemeinschaften zählen zu
diesem Gruppentypus.

Mobbing

Unter Mobbing in der Schule (auch: Bullying) versteht man ein gegen Schüler gerichtetes
Drangsalieren, Gemeinsein, Ärgern, Angreifen und Schikanieren.[1] Sind Lehrer Ziel solcher
Angriffe, so spricht man üblicherweise von Mobbing am Arbeitsplatz. Mobbing in der Schule
kann direkt (körperlich und verbal) oder auch indirekt (beispielsweise durch soziale
Isolierung) erfolgen.

Der US-amerikanische Psychologe Kenneth A. Dodge (Duke University) beschreibt


Schulhofbullys als emotional ungebildete Kinder, die eine Tendenz haben, das Verhalten
anderer Menschen als aggressiv und feindselig zu deuten. Sie nehmen andere spontan als
Widersacher wahr und springen ohne Realitätsprüfung zu Schlussfolgerungen, dass der
andere einem übel wolle. Infolgedessen schlagen sie beim geringsten Reiz „zurück“, ohne
weitere Informationen einzuholen und ohne zu überlegen, wie der Konflikt friedlich beigelegt
werden könnte. Während die meisten aggressiven Jungen bis zum Ende des zweiten
Schuljahres gelernt haben, ihre Rauflust zu bändigen und Interessenkonflikte durch
Verhandeln und Kompromisse beizulegen, sind Bullys im Gegenteil immer mehr auf Zwang
und Einschüchterung angewiesen.
Konformität oder Konformismus ist die Übereinstimmung einer Person mit den Normen
eines gesellschaftlichen, inhaltlichen oder ethischen Kontextes. Konformität kann im inneren
Bedürfnis nach einem Gefühl der Zugehörigkeit und der Sehnsucht nach Integration durch
Assimilation wurzeln oder ein Ergebnis des äußeren Konformitätsdrucks der umgebenden
Gesellschaft oder der Bezugsgruppe sein.

Das könnte Ihnen auch gefallen