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Spielregel Canasta

Canasta (span. Korb) ist ein populäres Anlegespiel. Es entstand 1948/1949


in Südamerika und hat über die USA in kurzer Zeitauch die europäischen
Kartenspielherzen erobert.
Man spielt meistens zu dritt oder zu viert; es geht auch zu zweit, zu fünft
oder zu sechst. Beim Spiel zu viert oder zu sechst bilden die Spieler zwei
oder drei Mannschaften. Von dem Spiel gibt es unzählige Varianten. Es wird
in fast jedem Land anders gespielt. Einheitliche Regeln hat der New York
Regency-Club aufgestellt. Im folgenden sind diese Regeln mit den in
Deutschland üblichen
Regeln für das Dreier- und Viererspiel kombiniert.

Man braucht ein Spiel mit 2 x 52 Karten und vier Jokern, insgesamt also 108
Karten. Das gesamte Spiel wird gut gemischt; jeder der vier Spieler erhält 11
Karten, beim Spiel zu dritt 13 Karten. Die Restkarten werden gestapelt in die
Tischmitte gelegt, Rückseite nach oben. Sie bilden den Stock, den
Abhebestoß. Die oberste Karte wird offen danebengelegt als Beginn des
“Posso”, des Ablegestoßes.

Ziel des Spiels: Der Spieler oder die Mannschaft versucht, mit den
Handkarten und den im Laufe des Spieles vom Abhebe- oder Ablegestoßes
genommenen Karten möglichst viele Canastas zu bilden, das sind
Kombinationen von sieben gleichwertigen Karten, und darüber hinaus
möglichst viele Sätze von mindestens drei
gleichen Karten aufzulegen. Um den Spielablauf richtig zu verstehen, muss
man die besondere Rolle der einzelnen Karten kennen.

Die rote Drei: Sie wird nicht in Kombinationen, sondern einzeln ausgelegt,
und zwar sofort, wenn man sie auf die Hand bekommt. Wer also beim Geben
eine rote Drei (Herz oder Karo) bekam, legt sie offen neben sich und erhält
dafür Ersatz vom Abhebestoß. Nimmt jemand während des Spiels eine rote
Drei auf, legt er sie
ebenfalls sofort offen aus und nimmt eine weitere Karte vom Stock. Jede rote
Drei wird mit 100 Punkten bewertet; wer alle vier zusammen hat, bekommt
800 Punkte; wer eine rote Drei aber noch auf der Hand hat, wenn ein anderer
Spieler Aus macht, bekommt 500 Minuspunkte. Hat jemand am Ende einer
Runde noch keinen
Canasta gemeldet, so werden ihm für jede Drei 100 Punkte, für alle 4 Dreier
800 Punkte abgezogen.

Die schwarze Drei: Sie wird als Stopp- oder Sperrkarte verwendet. Legt
man sie auf den Ablegestoß, den Posso, so darf der folgende Spieler keine
Karte von diesem Stoß nehmen, sondern muss sich mit einer verdeckten
Karte vom Ablegestoß bedienen. Man macht das vor allem dann, wenn im
Ablegestoß viele Karten liegen, die dem Nachbarn gut passen oder ihm
sogar zum Aus verhelfen könnten.
Die wilden Karten: Die vier Joker und alle acht Zweier sind wilde Karten,
das heißt, sie können an Stelle jeder beliebigen anderen Karte in den
Meldungen verwendet werden, nur eben nicht als rote Drei. Man kann mit
ihnen ähnlich wie mit den schwarzen Dreien den Abwurfstoß vorübergehend
einfrieren.

Der Spielablauf: Nach dem Geben und dem Ersetzen eventuell


vorhandener roter Dreien beginnt Vorhand, der Spieler links vom Geber; er
zieht vom Abhebestoß die oberste Karte und legt dafür eine unpassende
Karte auf den Posso. Das geht reihum so weiter. Hat ein Spieler einen Satz
von mindestens drei gleichwertigen Karten auf der Hand, also zum Beispiel
drei Könige oder drei Fünfer, so kann er sie auslegen, das heißt, offen vor
sich hinlegen. Die Farbe der Karten spielt dabei keine Rolle. Es können
dabei Karten auch mit wilden Karten kombiniert werden, jedoch müssen
die natürlichen Karten in der Mehrzahl sein. Man kann also beispielsweise
zwei Könige höchstens mit einem Joker oder drei Könige mit zwei Jokern
oder vier Könige mit drei Jokern kombinieren. Sequenzen, also
aufeinanderfolgende Karten, können bei Canasta nicht ausgelegt werden.
Für das erste Auslegen sind jedem Spieler oder jeder Mannschaft bestimmte
Mindestpunktzahlen vorgeschrieben: Ist man im Minus, so muss die erste
Auslage mindestens 15 Punkte betragen. Mit der Höhe der Pluspunkte steigt
auch die Punktzahl für das Erstauslegen, und zwar auf:

50, wenn man weniger als 1500 Pluspunkte hat,


90, wenn die Pluspunkte 1500 übersteigen,
120, wenn man mehr als 3000 Pluspunkte hat.

Beim Auslegen zählen:


Jedes As 20 Punkte, hohe Karten (vom König bis zur Acht) je 10 Punkte,
niedrige Karten (von der Sieben bis zur Vier) je fünf Punkte.

Wilde Karten zählen in den Meldungen nicht so viel wie die Karten, an deren
Stelle sie liegen; vielmehr zählt jede Zwei 20 Punkte und jeder Joker 50
Punkte. Nach dem Erstauslegen kann der Spieler an seine (oder beim
Viererspiel: an seines Partners) ausgelegte Karten beliebig weitere
gleichwertige Karten anlegen. Eine neue Reihe kann er aber immer nur mit
einem neuen Satz von drei gleichen Karten beginnnen. Sobald sieben Karten
angelegt sind, kann man einen Canasta melden, und zwar einen echten,
wenn er ohne wilde Karten gebildet wurde, einen unnatürlichen, wenn er mit
Hilfe von Jokern oder Zweien zustande kam. Man schiebt die sieben Karten
zusammen und legt beim echten Canasta eine rote, beim unechten eine
schwarze Karte obenauf. Man kann auch an einen gemeldeten Canasta noch
Karten anlegen; allerdings kann aus einem unechten Canasta nicht
nachträglich ein echter gemacht werden. Im Verlaufe des Spieles kann jeder
Spieler entweder eine Karte vom verdeckten Abhebestoß nehmen oder den
gesamten Posso seinen Karten einverleiben; dies aber nur, wenn er bereits
Sätze ausgelegt hat und gleichzeitig die oberste Karte des Abwurfstoßes
entweder an eine seiner Meldungen anlegen oder mit zwei Handkarten (ohne
wilde Karten) zu einem Satz als Erstauslage vereinen kann. Der Spieler kann
dann auch alle übrigen Karten des Abwurfstoßes an seine Meldungen
anlegen, wenn sie passen. Einzelne Karten dürfen vom Posso nicht
genommen werden, er muss stets komplett geraubt werden.
Liegt eine schwarze Drei (Stoppkarte) auf dem Abwurfstoß, so darf der
folgende Spieler den Stoß nicht aufnehmen. Liegt eine wilde Karte (quer) auf
dem Abwurfstoß, so ist dieser eingefroren; er darf später nur von dem Spieler
genommen werden, der zur obersten Karte ein natürliches Paar auf der Hand
hat und damit einen Satz
bilden kann.

Das Ausmachen: Wer wenigstens einen Canasta gemeldet und sämtliche


Handkarten in Sätzen auslegen kann bis auf eine, die er auf den Posso wirft,
kann ausmachen, also die Runde beenden. Beim Spiel zu viert fragt man
gewöhnlich seinen Partner, ob man ausmachen darf, damit dieser
Gelegenheit hat, eventuell noch hohe Karten in der Hand loszuwerden.
Dadurch sind natürlich auch die anderen Spieler gewarnt.

Das Ausmachen wird mit 100 Punkten belohnt. Wer auf einmal ausmacht,
ohne vorher ausgelegt zu haben, kann sich 200 Punkte gutschreiben, wenn
der Partner schon ausgelegt hatte. Voraussetzung natürlich: ein Canasta.
Man nennt das Blattausmachen.
Ausmachen ohne vorheriges Auslegen, der Handcanasta, wird sogar mit
1000 Punkten bewertet. Dabei brauchen die Mindestpunkte für das
Erstauslegen nicht beachtet zu werden. In jedem Falle muss aber eine letzte
Karte für den Abwurfstoß übrig bleiben. Ausnahme: Wer mit drei schwarzen
Dreien ausmacht, braucht keine Karte mehr auf den Posso zu werfen.
Schwarze Dreier dürfen als Satz aber nur zum Ausmachen, nicht während
des Spiels ausgelegt werden. Nach dem Ausmachen rechnet jeder Spieler
oder jede Mannschaft für sich die Punkte aus. Dabei gilt: Ausgelegte Karten
sind Pluspunkte, auf der Hand behaltene Karten sind Minuspunkte und
werden davon abgezogen. Auf der Hand behaltene Joker zählen
50 Minuspunkte, Zweier 20 und rote Dreier 500 Minuspunkte. Bei den
Pluspunkten für die Meldungen errechnet man zunächst den Wert aller
ausgelegten Karten (Asse und Zweier 20, hohe Karten 10, niedrige 5, Joker
50 Punkte), addiert dazu für jeden echten Canasta 500 Punkte, fügt Punkte
für rote Dreier, Ausmachen und so weiter hinzu. Beim Viererspiel zieht der
Ausmacher den Wert der noch vorhandenen Handkarten seines Partners ab
und notiert das Endergebnis. Die Gegenpartei verfährt ebenso. Hat die
Gegenpartei allerdings noch keinen Canasta gemeldet, so werden eventuell
ausgelegte rote Dreier ebenfalls als Handkarte gezählt,
also mit minus bewertet.
Zur besseren Übersicht finden Sie am Schluss der Anleitung noch einmal alle
Werte im Zusammenhang. Hat keiner der Spieler ausmachen können, bis
alle Karten vom
Stoß abgehoben sind, so ist die Runde beendet und es werden jedem
Spieler (jeder Partei) 100 Minuspunkte abgezogen.

Es kommt bei Canasta nicht darauf an, möglichst rasch auszumachen,


sondern möglichst viel auszulegen. Sieger des Spieles ist derjenige, der
zuerst 3000 Punkte (beim Viererspiel 5000 Punkte für die Mannschaft)
erreicht hat. Zusätzlich zu den hier genannten Regeln oder abweichend
davon werden bei Canasta mancherorts andere Regeln beachtet. So wird
zum Beispiel oft ein Joker-Canasta (sieben wilde Karten als Satz auslegen)
anerkannt und mit 1000 Punkten bewertet. Gelegentlich werden auch die
roten Dreier noch mit den 5 Punkten für niedere Karten bewertet. Oft wird der
Hand-Canasta geringer bewertet, zum Beispiel nur mit 200 Punkten; dann
zählt ein Ausmachen gleich zu Beginn 300 Punkte, wenn man höchstens
eine Karte vom
Abhebestoß gezogen hat. Man einige sich daher zweckmäßigerweise vor
dem Spiel über die Regeln, nach denen man spielen will.

ausgelegt auf der Hand


Karten plus minus
____________________________________________________________
4, 5, 6, 7 5 5
8, 9, 10, Bube, Dame, König 10 10
As 20 20
Joker 50 50
Zweier 20 20
Rote Dreier 100* 500
Vier rote Dreier 800*
Schwarze Dreier 5 5
Echter Canasta 500
Unechter Canasta 500
Ausmachen 100
Blatt ausmachen 200
Handcanasta 1.000
____________________________________________________________
*falls mit Canasta verbunden

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