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Holistisches Denken und Nachhaltigkeit

Baustoffe im Kontext – Prof. Dr.-Ing. Albrecht Gilka-Bötzow / Dr. Markus Schmidt

Prof. Dr.-Ing. Albrecht Gilka-Bötzow


h_da
Hochschule Darmstadt, University of Applied Sciences
Fachbereich Bauingenieurwesen, Department of Civil Engineering
Baustoffkunde, Baustofflabor
Raum A12/211, Haardtring 100, 64295 Darmstadt
albrecht.gilka-boetzow@h-da.de, www.fbb.h-da.de

Prof. Dr.-Ing. A. Gilka-Bötzow


Baustoffkunde, Baustofflabor
Fachbereich Bauingenieurwesen
Hochschule Darmstadt

1 Wintersemester | Architektur | Baustoffe im Kontext | Holistisches Denken und Nachhaltigkeit


Baustoffe im Kontext unserer Umwelt
Umwelt und Klimaschutz geht nicht ohne den Bausektor
Harald Lesch, youtube, 2017

Stahlproduktion in
Mitteleuropa „Rote
Wolken über Taranto“,
quotidianpost.it, 2012

Holzproduktion in der Taiga,


https://ecology.md, 2020

Wie Sand am Meer?, National Geographic


Prof. Dr.-Ing. A. Gilka-Bötzow
Rotschlamm aus der Aluminiumproduktion „Umweltkatastrophe in
Baustoffkunde, Baustofflabor Ungarn“, faz.net, 2010
Fachbereich Bauingenieurwesen
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2 Wintersemester | Architektur | Baustoffe im Kontext | Holistisches Denken und Nachhaltigkeit


Drei-“Säulen“-Modell
Holistisches Denken und Nachhaltigkeit

Soziale Nachhaltigkeit
Berücksichtigung sozialer Interessen kommender Generationen
Schaffung der Randbedingungen für eine gerechte, inklusive Gesellschaft
→ Ausreichender guter Wohnraum, Niederschwellige Nutzbarkeit, Berücksichtigung
sicher ändernder Altersstruktur, …

Ökologische Nachhaltigkeit
Erhaltung einer lebensfähigen Umwelt
Schonung endlicher Ressourcen
→ Verwendung erneuerbarer Energien, umwelt- und ressourcenschonendes Bauen,
Energieeffizienter Betrieb, Rezyklierbarkeit, …

Wirtschaftliche Nachhaltigkeit
Tragbares Schuldenniveau
Erhaltung von Werten
→ Tragfähige Finanzierung von Bauprojekten, Rechtzeitig Sanierung, anpasste
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Baustoffkunde, Baustofflabor Dimensionierung, …
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3 Wintersemester | Architektur | Baustoffe im Kontext | Holistisches Denken und Nachhaltigkeit


Nachhaltigkeit (engl. sustainability)
Ein Wort in aller Munde
Herkunft Warum pflanzt er
Bäume, die er selbst
Relative Einordnung von Baustoffen nicht mehr nutzen
kann?
Natürliche Materialien und Zusätze
Nachhaltige Materialien / Bauweisen

Rezyklate
Gott und den
Nachkommen
zum Gefallen.

Komposit-Zemente

Direkte
Frei nach Carlowitz, „Erfinder der Nachhaltigkeit“ (1713)
Verwertung
Japan (1666): Die Shogune der
Tokugawa-Zeit reagieren mit
UHPC Pflanzanordnungen auf die
HPC Totalabholzung
CNTs Nachhaltigkeit im Duden:
Normale Betone „längere Zeit anhaltende Wirkung“
Prof. Dr.-Ing. A. Gilka-Bötzow
Lebensdauer / Dauerhaftigkeit Sustainable ≙ tragfähig, trabgar
Baustoffkunde, Baustofflabor
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4 Wintersemester | Architektur | Baustoffe im Kontext | Holistisches Denken und Nachhaltigkeit


Rechtliche Rahmenbedingungen
Grundlage – Situation in Deutschland

Vier Regeln aufgestellt durch die Enquete-Kommission des 13. Deutschen


Bundestages „Schutz des Menschen und der Umwelt – Bewertungskriterien und
Perspektiven für umweltverträgliche Stoffkreisläufe in der Industriegesellschaft",
1998:
− Die Abbaurate sich erneuerbarer Ressourcen darf deren Regenerationsrate
nicht überschreiten.
− Die Nutzungsrate sich erschöpfender Ressourcen darf die Rate der
Erschließung regenerierbarer Rohstoffquellen nicht überschreiten.
− Die Rate der Schadstofffreisetzungen darf nicht die Aufnahmekapazität der
Senken überschreiten.
− Das Zeitmaß anthropogener (=> vom Menschen erzeugter) Einträge bzw.
Eingriffe in die Umwelt muss im ausgewogenen Verhältnis zum Zeitmaß der für
das Reaktionsvermögen der Umwelt relevanten natürlichen Prozesse stehen.

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Baustoffkunde, Baustofflabor
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5 Wintersemester | Architektur | Baustoffe im Kontext | Holistisches Denken und Nachhaltigkeit


Nachhaltigkeit
Ingenieurmäßige Grundprinzip

Umweltschutz in der Vergangenheit: Verändern nicht den Produktionsprozess selbst,


sondern verringern die Umweltbelastung durch
− Gesetze zur Einhaltung gewisser Umweltschutzauflagen nachgeschaltete Maßnahmen. Beispiele sind
− Reparatur von Umweltschäden mit staatlichen Mitteln Partikelfilter oder Entschwefelungsanlagen

− Umwelttechnologie als letztes Glied an eine Produktionskette => „End of pipe technology„
Nachhaltigkeit im Bauwesen:
− Weg vom erzwungenen, nachsorgenden Umweltschutz, hin zum präventiven,
vorausschauenden Umweltschutz („by design“).
− Schließen von Stoffstromkreisläufen → Ganzheitliche Bertrachtung
− Einsatz umweltgerechter Technologien bei gleichzeitiger Integration ökonomischer und
sozialer bzw. gesellschaftlicher Ziele.

Ein geeignetes Hilfsmittel ist u. a. die Lebenszyklusanalyse von Produkten:


Es wird nur dann von einer vollständigen Beurteilung des Beitrages zu einer nachhaltigen
Entwicklung (Nachhaltigkeitsbewertung) gesprochen, wenn die Wirkungen auf Umwelt,
Gesellschaft und Wirtschaft gleichzeitig und gleichberechtigt in der vollen Breite der Thematik
erfolgen.

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Baustoffkunde, Baustofflabor
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6 Wintersemester | Architektur | Baustoffe im Kontext | Holistisches Denken und Nachhaltigkeit


Bewertungssystem Nachhaltiges Bauen (BNB)
Lebenszyklus eines Gebäudes

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7 Wintersemester | Architektur | Baustoffe im Kontext | Holistisches Denken und Nachhaltigkeit


Zertifizierungssysteme
Der Versuch zur Schaffung von Vergleichbarkeit

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8 Wintersemester | Architektur | Baustoffe im Kontext | Holistisches Denken und Nachhaltigkeit


Normales Vorgehen Arbeitsprogramm von CEN/TC 350
Normierung (vs. Zertifizierung)
Nachhaltigkeit als Ingenieurmethode
1. Entwurf auf Grundlage
von Intuition,
Erfahrung,
Entwurfskriterien
2. Nachweisführung
Ökobilanzierung,
Nachhaltigkeitsbewertung
3. Iterative
Verbesserungen

Bewertung der
Umweltqualität von
− Gebäuden
− funktional äquivalente
Bauteile
Arbeitsrichtung

Instrumente
− Ökologische
Risikoanalyse
− Stoffstromanalyse
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− Ökobilanz
Baustoffkunde, Baustofflabor LFNB
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9 Wintersemester | Architektur | Baustoffe im Kontext | Holistisches Denken und Nachhaltigkeit


Umweltproblem Bauen?
Lösungsansätze

Vorschläge für ein Besseres Bauen


− Nachhaltige, umweltgerechte Produktion von Bauwerken, Bauteilen und
Baustoffen
− Materialeffizientes Bauen
− Materialgerechtes Bauen
− Energieeffizienz im Betrieb
− Instandsetzen, Erhalten
− Wiederverwendung, Recycling

Voraussetzung:
Wir müssen die Eigenschaften der Materialien kennen!

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10 Wintersemester | Architektur | Baustoffe im Kontext | Holistisches Denken und Nachhaltigkeit


Holistisches Denken und Nachhaltigkeit
Baustoffkunde 1 – Prof. Dr.-Ing. Albrecht Gilka-Bötzow / Dr. Markus Schmidt

Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit!

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