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h_da

Hochschule Darmstadt, University of Applied Sciences


Fachbereich Bauingenieurwesen, Department of Civil Engineering
Baustoffkunde, Baustofflabor
Raum A12/211, Haardtring 100, 64295 Darmstadt
albrecht.gilka-boetzow@h-da.de, www.fbb.h-da.de

Kupferdachrinne (https://www.haus.de)

Blechfassade (1)

Zinkornament (1) Turmspitze aus Kupfer (1) Aluminiumfassade (1)


Wikipedia

Element Anteil an
Erdkruste [%]
Sauerstoff 46
Silizium 28
Aluminium 8
Eisen 5
Magnesium 2

Kupfer 0,1
Zink 0,04
Zinn 0,04

(5)
Metall Charakteristische Verwendung Metall Charakteristische Verwendung
Eigenschaften Eigenschaften

Blei blaugrau Dachanschlüsse Aluminium silbrig, matt Dacheindeckung


ρ = 11,3 kg/dm³ weich, gut bearbeitbar Abdichtung Abwasser ρ = 2,7 kg/dm³ weich Fassadenverkleidung
oxidiert schnell Legierung mit Zinn → wärme-/ stromleitend Folie für Sperrschichten
korrosionsbeständig Weichlot korrosionsbeständig Legierungen mit
giftig schweißbar Magnesium
Kupfer rot glänzend Abdeckungen, Aluminium- silbrig-weiß, matt Fensterrahmen
ρ = 8,9 kg/dm³ weich, zäh, dehnbar Dachrinnen, Legierungen hohe Festigkeit Regenschutzschienen
wärme-/ stromleitend (Regen)rohre, … gut bearbeitbar Abdeckungen, Jalousien
korrosionsbeständig Legierungen mit Zink korrosionsbeständig Wandplatte
weich und hart lötbar → Messing gut gieß- und formbar Türdrücker
Nickel gelblich-weiß Legierungselement f.
ρ = 8,8 kg/dm³ nicht rostenden Stahl
Korrosionsüberzug
Leichtmetalle ρ ≤ 5 kg/dm³
→ galv. Vernickeln
Schwermetalle ρ ≥ 5 kg/dm³
Chrom bläulich-weiß Korrosionsüberzug
ρ = 7,2 kg/dm³ silber, glänzend → galv. Verchromen (Stahl: ρ = 7,85 kg/dm³)
hart
korrosionsbeständig Günstiges Korrosionsverhalten
Zink silber glänzend Abdeckungen, Nichteisenmetalle:
ρ = 7,1 kg/dm³ weich, gut bearbeitbar Dachrinnen,
große Wärmedehnung (Regen)rohre, … → Gute Dauerhaftigkeit durch Bildung von
korrosionsbeständig Korrosionsüberzug
gut weich lötbar von Stahl beständigen Oxidschichten auf der
Legierungen mit Zink Oberfläche (Passivierungsschicht)
→ Titanzink

Löten ist ein thermisches Verfahren bei dem


eine stoffschlüssige Verbindung zwischen
einem Grundwerkstoff und einem metallischen
Zusatzwerkstoff (Lot) oder zwischen zwei
Grundwerkstoffen hergestellt wird.
Es wird unterteilt in:
 bis 450 °C: Weichlöten (Lukas Birnstiel)
 ab 450 °C: Hartlöten
 über 900 °C: Hochtemperaturlöten (im
Vakuum oder unter Schutzgas
Beim Erhitzen wird eine Oberflächenlegierung
erzeugt, der Schmelzpunkt des
Grundwerkstoffen aber nicht erreicht.
Die chemischen Zusammensetzung der
Oberflächenlegierung bzw. der Verbindungstelle
unterscheidet sich je nach Lottyp.
Der Lötprozess kann nur stattfinden, wenn alle (https://www.hausjournal.net)
Metalloberflächen frei von Oxiden sind.
Beim Schweißen wird die Das eingesetzte Verfahren ist in erster Linie von
Schmelztemperatur der Materialien dem zu fügenden Werkstoff abhängig.
erheblich überschritten. Teilweise besteht die Notwendigkeit der
Schutzgasschweißen Wärmebehandlung nach dem Schweißen
 Metall-Aktivgasschweißen (MAG):
Schutzgas bewirkt chemische
Reaktionen zwischen Grund- und
Zusatzwerkstoff
 Metall-Inertgastschweißen (MIG):
Die verwendeten Edelgase reagieren

https://www.technotransgmbh.com/
nicht mit dem Grund- und
Zusatzwerkstoff
 Wolfram-Schutzgasschweißen
Elektrodenschweißen
 Elektrode ist gleichzeitig
Lichtbogenträger und Zusatzmaterial
(mit dem Elektrodenabstand ändert
sich auch die Lichtbogenlänge) https://www.tuvsud.com

Aluminium ist das am weitesten verbreitete Legierungskomponenten:


Metall der Erdkruste. → Cu, Mg, Mn, Si, Zn (Ni, Fe, Co, Ti, Cr)
Es ist im Allgemeinen stark chemisch Elastizitätsmodul:
gebunden.
→ 60.000 – 70.000 N/mm²
Häufigstes Erz: Bauxit mit einem Massegehalt Dichte:
an Al₂O₃ von 55 % bis 65 %.
→ 2,7 - 2,8 kg/dm³
Wärmeausdehnungskoeffizient:
→ 23 x 10-6 1/K bis 24 x 10-6 1/K
Schmelzpunkt von reinem Al: 660°C
Härte nach Mohs: 2,75

Rohaluminium (hydro.com) Aluminiumschmelze (https://lexikon.wohnen.de)


Aluminium-Gerüst Aluminium-Fassade (Fachmarktzentrum, Aluminium-Fensterrahmen
Baden-Baden)

Verwendung im Bauwesen: Fenster, Türen Dächer, Fassaden leichte Konstruktionen


(VO Schmidt)

Ausgangstoff: Bauxit(erde) (15 % bis 25 % Al)


Aufbereitung:
 Aufschluss mit Natronlauge → Tonerde (Al₂O₃)
 Bayer-Verfahren
 Entfernung von Verunreinigungen
Gewinnung Bauxit (Thomas Seilnacht)
 Verflüssigung der Tonerde im Elektrolyseofen
 Gewinnung Primärmetall im Verhältnis 2 : 1
Rotschlamm-Unglück in
(2 t Aluminiumoxid = 1 t Aluminium)
Ungarn (Rotes Kreuz)
Umweltwirkung
 Sehr hoher Elektro-Energiebedarf
 Nebenprodukt Rotschlamm
→ 1,6 t bis…3,8 t pro Tonne Al
→ Aufbereitung erfolgt nur begrenzt da sehr
aufwendig
 Recycling gut möglich, bei vorheriger Rotschlamm-Deponie des Aluminiumoxid-Werkes in Stade (D)
Trennung unterschiedlicher Legierungen (https://www.dw.com)
Strangpressen (warm geformte Profile und
Hohlprofile)

Strangpressprofile (asg-aluminium)
 Pressling wird bei einer Umformtemperatur
mit einem Stempel durch eine Matrize
gedrückt
 Herstellung von „Endlosmaterial“
 Stäbe, Drähte, Rohre, unregelmäßig
geformte prismatische Profilen
Ziehen (Rohre, Stäbe, Profile)
 Mehrfache Wdh. des Ziehvorgangs

Alu-Druckguss SCHUKO Steckdose


 Höher Maßgenauigkeit als beim Pressen

Walzen (Int. Aluminium Institute)


Walzen (kalt und warm, Folien)
Gießen (Legierungen, Sand-, Kokillen-,
Druckguss)

(Busch-Jaeger)
Schweißen, Weich- und Hartlöten
Treiben, Schmieden

Zugfestigkeit
 Reinstaluminium (99,99%)
von 40 bis 100 N/mm²
 Reinaluminiu (98…99,8%
bis 200 N/mm²
Dehngrenze: 0,2 %
Bruchdehnungen:
zwischen ca. 4 % und 50 %
E-Modul: 72.000 N/mm²
Härte nach Mohs: 3

(nach VO Schmidt)
Deutliche Verbesserung der
Festigkeitseigenschaften
durch Legierung möglich
(Zugfestigkeit ca. 600 N/mm²
Verringerung der Festigkeit
bei zunehmender Temperatur
(Brandverhalten)

(Wibnet)

Chuquicamata Kupfer-Mine (Carol Meneses / Fotolia)


Kupfer kommt elementar vor (oft auch als
schwefelhaltige Erz: Kupferkies (CuFeS2),
Kupferglanz (Cu2S))
Kupfergehalt in der Erdkruste beträgt im
Mittel etwa 0,006 %. Die äußeren 10 km
enthalten ca. 33 g Kupfer pro Tonne Gestein.
Kupferminen befinden sich häufig in
Gegenden mit prähistorischer vulkanischer
Aktivität.
Man unterscheidet nach Anforderung zwei
Kathodenarten
 Cu- CAT-1 („higher grade“ Kathode) und
 Cu-CAT-2 (Normalkathode).
Kupfererz (Dt. Kupferinstitut)

„Kupfer“ umfasst auch Sorten,


 die Kupfer(I)oxid enthalten, sowie
 desoxidiertes Kupfer
(+Desoxidationsmittel, Phosphor)
Kupferrohr Elektroleitung (sanier.de) Gaubenverkleidung mit Kupferblech

Die Verwendung von Kupfer im Bauwesen ist architektonischer oder baukonstruktiver Natur
(Abdeckungen). Außerdem findet Kupfer vor allem im Bereich der Hausinstallation
Anwendung (Elektro, Gas, Wasser)

Aufbereitung mittels Schwimmverfahren


(Flotation) → 20 % bis 30 % Cu

Kupfergewinnung (http://www.el-gor.at)
Rösten in Flammöfen zu „Kupferstein“ mit
30 % bis 50 % Cu (Oxidation)
Reduktion, meistens durch Einblasen von
Luft im Konverter zu
 Rohkupfer mit 97 bis 99% Cu
 Hüttenkupfer (Raffination + weitere
Reduktion 99,5 bis 99,9% Cu)
 Elektrolytkupfer Kupfergehalt in den Produktionsprozessen (Dt. Kupferinstitut)
Kupfersulfat (CuSO₄) löst sich leicht in Wasser.

(https://www.gab-neumann.com)
Da es ein Elektrolyt ist, spaltet es sich in Cu2+-Ionen
(Kation) und SO₄2--Ionen (Anion) auf und bewegt sich
frei in der Lösung.
Wenn zwei Kupferelektroden in diese Lösung

Kupferelektrolyse
eingetaucht werden, wird das Cu2+ (Kation) zur
Kathode hin angezogen.
Beim Erreichen der Kathode nimmt jedes Cu2+-Ion
Elektronen von der Kathode auf und wird zu
neutralen Kupferatomen.
Gleichzeitig bewegen sich die SO₄2--Ionen (Anionen)
in Richtung Anode, wo sie zwei Elektronen abgeben.

Elektrolytische Raffination
Mit der Kupferanode bildet sich gleichzeitig
Kupfersulfat CuSO₄.
Bei der Elektrolyse von CuSO₄ wird die Anode

(chemgapedia)
verbraucht.

Elastizitätsmodul:
100.000 … 130.000 N/mm²
Die Zugfestigkeit ist ca.
200 MPa (bis 350 MPa
kaltverformt)
Duktil
Dehngrenze von 40 MPa bis 80
MPa (320 MPa kaltverformt)
Bruchdehnung > 40 %
(5 % kaltverformt)
Hohe Wärmeleitfähigkeit
Hohe elektrische Leitfähigkeit
Schmelzpunkt von 1083 °C und
einem Siedepunkt von 2595 °C
Der Ausdehnungskoeffizient ist
Tensile Strength vs Electrical Conductivity (https://copperalliance.org.uk)
temperaturabhängig:
räumlich : linear – 3 : 1
Es gibt mehr als 400 Kupferlegierungen Messing Formteile (www.stabilo-sanitaer.de)

Legierung bewirkt Veränderungen von:


Festigkeit, Härte, Verarbeitbarkeit, Farbe,
Korrosionswiderstand

Legierungen
Kupfer-Zink (Messing)
Kupfer-Zinn (Bronze)
Kupfer-Nickel*
Kupfer-Aluminium*
Kupfer-Nickel-Zink*
Kupfer-Zinn-Zink*
Kupfer-Mangan*
Kupfer-Blei-Zinn*
*Niedriglegierte Kupfer-Legierungen Bronze („Leonardo Collection“)

Silbrig-weiß, bläulich Dichte ρ: 7,13 g/cm³ bis 7,14 kg/dm³


Größte Wärmedehnung aller Baumetalle Schmelzpunkt: 420 °C
→ Schiebenähte, Bewegungsausgleicher! Mechanische (Walzrichtung) und thermische
bei Normaltemperatur spröde, Einflüsse können im polykristallinen Material
bei 100 °C leicht zu walzen und zu ziehen Zink zu einer weitgehenden Verschiedenheit
der Korngrössen und Textur führen.
lässt sich hämmern, treiben, gießen, löten
Mechanische Eigenschaften:
Zugfestigkeit
→ gewalzt: 120 N/mm² bis 150 N/mm²
→ gegossen: 30 N/mm² bis 40 N/mm²
 Bruchdehnungen
→ gewalzt: 40 % bis 60 %
→ gegossen: 0,3 % bis 3 %
 E-Modul:
→ gewalzt: ca. 110 GPa bis 125 GPa
→ gegossen: ca. 95 GPa
 Härte nach Mohs: 2,5
(Quelle und mehr Informationen (2)
Vorkommen:
 meist als sulfidische Erze,
 teilweise auch als Carbonat (ZnCO₃), Smithsonit
Herstellung (in 2 Schritten):
 Rösten von gemahlenem Erz bei 1.000 °C zu Oxiden
→ 2 ZnS + 3 O₂ → 2 ZnO + 2 SO₂
 Reduktion in zwei möglichen Verfahren:
→ Trockene Reduktion mit CO bei 1.100 °C bis 1.300 °C
ZnO + CO → Zn + CO₂
Abscheiden des verdampften Zinks als „Hüttenzink“
(97,5 % bis 99,95 %)
→ Nasse Reduktion mit Schwefelsäure:
1) Auflösen von Zink in H2SO4
2) Es entsteht eine Lösung von ZnSO₄
3) Elektrolysieren der Lösung mit Bleianoden und
Aluminiumkathoden
4) Es entsteht 99,99 % reines Zink an der Kathode
Umschmelzzink

Zinkblende (1)
wird aus Zinkabfällen gewonnen → min. 96 % (Verzinkungen
und Zinkfarben)

Öse Zinkdruckguss (DIWARO) Vorbewittertes Entwässerungssys. (Rheinzink) Verzinkte Stahlträger (https://huisgen.de)

Verwendung:
Legierungselement (mit Kupfer → Messing), Korrosionsschutz (von Eisen und
Stahl), Bekleidungen, Leitungen, Rinnen, Bleche, Druckgussteile.
Titanzink
(0,06…0,2 M-% Titan sowie Kupfer)
bessere Verarbeitbarkeit,
geringere Kaltsprödigkeit, bessere
Dauerstandsfestigkeit
geringere Wärmedehnung

Blechdach aus Titanzink, Schulschwestern Graz


(Foto: Fa. Rheinzink)

Titanzink-Fassade, Jüdisches Museum, Berlin

Feuerverzinken
 Eintauchen von Stahlwerkstücken in
geschmolzenes Zink
 Temperaturen 440 °C bis 460 °C
 Dicke der Zinkschicht: 50 µm bis 150 µm
 Stahl und Zink reagieren
 bilden mehrere Eisen-Zink-
Legierungsschichten bis hin zur
Reinzinkschicht
Flammspritzen
 Aufspritzen von geschmolzenem Metall auf
ein Werkstück
 Metall wird in Pistole geschmolzen und mit
Druckluft zerstäubt.

Zinklegierungen nach dem Feuerverzinken (VO Schmidt)

Hochgeschwindigkeit-Flammspritzen (www.terolabsurface.com)
(https://www.youtube.com/watch?v=Gfnv_3EJoww)
Galvanische Verzinkung
 Eintauchen von Werkstücken in Zinklösungen
(Zinkchlorid oder Zinkcyanid)
 Potentialdifferenz → Strom fließt
 Anode wird oxidiert, also Metall+-Ionen gelöst
 Diese wandern an die Kathode und werden
dort reduziert, d. h. die Kathode gibt
Elektronen ab.
 Sie wird mit einer Schicht metallischem
Kupfer überzogen.

Prinzip Galvanisieren (http://www.genstr.com/)

Pluspol = Kathode = Reduktion


Galvanisieren (https://kostencheck.de) Minuspol = Anode = Oxidation

Dichte: 11,3 g/cm³


Schmelzpunkt: 327 °C
Schmelztemperatur ausgewählter

Verformungsverhalten, mechanische
Metalle und Legierungen (6)

Eigenschaften:
 weich und in kaltem Zustand
verformbar
 lässt sich ziehen, walzen, gießen, löten
 Kurzzeitzugfestigkeit beträgt 10 bis 20
N/mm²
 Ausgeprägtes Kriechverhalten,
begrenzte Zeitstandfestigkeit
Wärmeleitfähigkeit ausgewählter

 Härte nach Mohs: 1,2


Metalle und Legierungen (6)

Beachten:
 färbt ab
 giftig
 einige Bleiverbindungen → kanzerogen
Vorkommen:
 Meist als sulfidische Erze, häufig zusammen
mit Zink und Silber
Aufbereitung des Roherzes durch
Schwimmverfahren auf 40 bis 80% Pb
Bleiverhüttung
 Reduktionsverfahren in 2 Schritten:
→ Rösten von gemahlenem Erz bei 1000 °C Rohblei, Hütte Romplumb, Rumänien (Lausch)

→ 2 PbS + 3 O₂ → 2 PbO + 2 SO₂


Bleiglanz, Oberschlesien, Polen. (https://www.gimizu.de)
 Reduktion im Schachtofen mit Koks, bzw. mit
CO, Kalkzugabe als Flussmittel:
→ PbO + C → Pb + CO
→ PbO + CO → Pb + CO₂

Bleiabdichtung in der Denkmalpflege (1) Verbleiung (Erich Reichl GmbH) Tulpenförmige Verlötung ineinander
geschobener Bleirohrenden
(Niedersächsisches Landesgesundheitsamt)

Verwendung: schon in der Antike bekannt und verwendet aufgrund seines niedrigen
Schmelzpunkts und Legierbarkeit v. a. mit Zinn
Blei absorbiert durch seine große Dichte Schallwellen, Röntgenstrahlen, radioaktive Strahlen
Blei-Kupfer-Legierungen:

Mit Blei kaschierte Bauplatten (Anton


 Kabelummantelungen, Dichtungen, Isolierungen

Schneider Söhne GmbH & Co. KG)


und Rohrleitungen.
Bleiplatten
 Strahlenschutz, z. B. Röntgenstrahlung
Bleioxide:
 Bleimennige (Blei(II,IV)-oxid, Pb₃O₄) oder Bleiweiß
2PbCO3·Pb(OH)2)] werden als Pigmente für Farben
eingesetzt.
Sonstige Legierungen:

Bleisatzteile für den Buchdruck


 Hartblei (90 % Pb, 10 % Sb):
Akkumulatoren
 Bleilagermetall (98 % Pb, 2 % Na, Li, Ca):
Achsenlager von Eisenbahnzügen
 Schriftmetalle (80 % Pb, 12 % Sb, 5 % Sn,

(Wikipedia)
Rest Cu und Ni): Buchdruckplatten
(1)

Walzblei, Bleibleche (oft Kupferblei)


 Dacheindeckungen
Bleiblech, Frauenkirche, Dresden

 Kehlbleche
 Anschlüsse und Eindichtungen von
Kaminen und sonstigen Durchdringungen
 Fassadenverkleidungen
(VO Schmidt)

 Absperrung im Säureschutzbau
 Schall- und Strahlenschutz
Bleiwolle
 Abdichtungen von Fugen,
 Randanschlüssen
Fugenverschluss mit Bleiwolle
(Bamberger Natursteinwerk)

Bleiverguss:
 Verschließen von Öffnungen
 Eingießen von Ankern und Dübeln
Früher: Bleirohre
Allgemeines Korrosionsverhalten

Oxidiertes Motorenteil aus Aluminium


(https://forum.milwaukee-vtwin.de)
 gute Beständigkeit an Atmosphäre, gegen Luft, Wasser
und viele chemische Stoff
 bei Beschädigung der Deckschicht → selbsttätige
Ausheilung
Oxidation erzeugt eine passivierende Deckschicht
 4 Al + 3 O₂ → 2 Al₂O₃,
 transparent, fest anhaftend, wasserunlöslich,
selbstheilend
 künstliche Verstärkung möglich
→ „elektrolytisch oxidiertes Aluminium“ („Eloxal-Verfahren“

Oxidschicht auf einer Aluminium-


Verhalten gegenüber Säuren und Basen
 empfindlich
 Auflösung von Deckschicht und Metall
→ Schutz des Aluminiums vor Kontakt mit Beton, Zement-
(nach VO Schmidt) und Kalkmörtel sowie Holz und Holschutzmitteln

Probe (8)
 Chloride in O₂-haltigen Wässern fördern die Korrosion

Allgemeines Korrosionsverhalten
 Gute Beständigkeit
→ in natürlicher Atmosphäre
(auch Meeresluft, Industrieatmosphäre)
→ Wasserdampf, Trink- und Brauchwasser
→ alkalischen Lösungen (→ Zement, Kalk)
→ nichtoxidierenden Säuren*
* Säuren, die nur durch das im Rahmen der Dissoziation (z. B. Lösung in
Wasser) gebildete Proton H+ chemische Oxidationswirkungen
verursachen können, nicht jedoch durch den Säurerest bzw. durch
chemisch abspaltbaren Sauerstoff vom Säurerest (z. B. HCl).

Infolge Korrosion zerstörtes Kupferrohr (Schmidt)


Verhalten gegenüber (oxidierenden) Säuren
 Auflösung durch z. B. verdünnte
Salpetersäure, konzentrierte
Bei Kontakt mit Meerwasser bilden sich bei Schwefelsäure)
Kupferlegierungen (z. B. mit Bronze und  geringe Schutzschichtbildung bei schwach
Messing) Lösungen, die Cyanide, Halogenide saurem Wässer (insb. weiches, kaltes
bzw. Ammoniak enthalten. Wasser handelt) (VO Schmidt)
1) Zunächst Bildung von dunkelbraunem

Farbveränderungen bei der Patinabildung an


Kupferoxid
2) Cu2O verhindert weitere Korrosion
3) Nach mehreren Jahren (je nach
klimatischen Verhältnissen)
 durch Kohlendioxid und

der Außenluft (8)


Schwefeldioxid
 Bildung von Kupfercarbonat und
Kupfersulfat
 grünlich/bläuliche Färbung
festhaftend, witterungsbeständig,

unterschiedlichen Alters (Ortner Kofler GmbH)


selbstheilend, teilweise löslich (z.B.
visuelle Schäden durch Spritzwasser)

Kupferpatina an Kirchturmeindeckungen

Beachten:
Grünspan ≠ Patina
Grünspan = Kupferaccetat
→ Salz der Essigsäure (wasserlöslich, toxisch
(VO Schmidt)

Metalle besitzen ein elektrochemisches Potenzial:


 Abgaben oder Aufnahme von Elektronen gegenüber einer Normal-Wasserstoffelektrode
 Unedlere Metalle geben Elektronen leicht ab, während edlere Metalle diese weiterleiten.
 Passivierungsschichten von Aluminium, Zink (Al₂O₃, Zn(OH)₂) haben positives Potenzial

(8)
*
Elektrolyt bezeichnet
Ein unedles Metalls (z. B. Mg, Zn) leitend 1) Fe2+ treten in das Elektrolyt* über (Anode)
hier eine chemische verbunden mit einem edleren schützt 2) e- gelangen im Metall zu Bereichen des
Verbindung deren
Ionen in einem
dieses vor Korrosion: Elektrolyts, mit höherer O₂-Konzentration
Lösungsmittel
 Die Überschusselektronen vom 3) e- reagieren mit H₂O + O₂ zu Hydroxid-Ionen OH-
dissoziiert ist (gelöst
vorliegen) = unedleren Metall verhindern die (Kathode):
Ionenleiter.
Auflösung der edleren, positiven 2 e- + ½ O₂ + H₂O → 2 OH-
Metallionen. 4) Fe2+-Ionen werden durch O₂ zu Fe3+-Ionen
 Das unedlere Metall wird durch oxidiert, die dann mit den OH--Ionen zu
Reaktionen mit den Hydroxidionen Eisen(III)oxidhydroxid [FeO(OH; Rost] reagieren:
aufgelöst. Es wirkt als Opferanode. 2 Fe2+ + ½ O₂ + 4 OH- → FeO(OH) + H₂O
Eine
(8) fast verbrauchte Opferanode an einem Schiffskörper
(Von Zwergelstern, CC BY-SA 3.0)

Opferanode
https://www.youtube.
com/watch?v=gZXyx
VsYkYk

DBZ 04/2013 Herstellungs- oder Wartungsmangel: Korrosion an Doppelparkern

Zink bildet an Luft eine matte, graublaue


Schutzschicht
→ festanhaftend + „selbstheilend“
Zink
 ist empfindlich gegen Säuren und Basen
 wird in heißem Wasser (> 60 °C) stark korrodiert
 bildet Weißrost (Zinkhydroxid, Zn(OH)₂) später
Umsetzung in Zinkcarbonat (ZnCO₃)
 Hohe Luftfeuchtigkeit zusammen mit hohem Gehalt
Weißrost (https://www.hausjournal.net)

an Luftverunreinigungen (insbesondere SO₂, auch


Niederschlagwasser) behindern ZnCO₃-Bildung
→ zusätzliche Schutzmaßnahmen
Verzinken von Stahlblechen nützt einen
zweifachen Korrosionsschutz
1) Die Zink-Schicht bildet komplexe
Verbindungen an Luft, die eine
passivierende Wirkung haben
[vereinfacht mit Zn(OH)₂]
Rost und Rostschutz
https://youtu.be/34knG
2) Wenn Zink-Schicht durchbrochen
xalFAk?t=79 wird (Kratzer, Steinschlag), bilden
Fe2+-Ionen gehen in Lösung (8)
Zink und Eisen ein galvanisches
Element, wobei die Zink-Schicht als
Zweifacher Nutzen der Opferanode wirkt.
Verzinkung
https://www.youtube.c 3) Sobald jedoch größere Flächen
om/watch?v=cgcMk-
l9rBY verbraucht ist, korrodiert auch das
Metall.

Zn2+-Ionen gehen in Lösung

(8)

Metall Landluft Stadtluft Industrieluft


Stahl 4 – 60 30 – 70 40 – 160
Zink 1,0 – 3,4 1,0 – 6,0 3,8 – 19
Korrosionsgeschwindigkeiten [µm/Jahr] (VO Schmidt)
*
Elektrolyt bezeichnet
Alle Werkstoffe haben die Neigung in einen Gefahr der Kontaktkorrosion:
hier eine chemische energieärmeren (=stabileren) Zustand zu  Vermeidung Kontakt zweier unterschiedlich
Verbindung deren
Ionen in einem
wechseln. edler Metalle.
Lösungsmittel
dissoziiert ist (gelöst Durch den Kontakt zwischen edlen und  Bei vorhandenem Wasser unedles Metall in
vorliegen) = unedlen Metallen über einen Elektrolyten* Fließrichtung zuerst.
Ionenleiter.
werden elektrochemische Reaktionen  Aluminium besondere Korrosionsgefahr
hervorgerufen. durch gelöste Cu2+-Ionen (Lochkorrosion).
Die Metallen bilden im Ionenleiter eine  Kupfer stets in Fließrichtung nach
galvanische Zelle (→ Galvanisieren). unedleren Metallen anordnen.
Das unedlere Element löst sich in positive
Ionen im Elektrolyten bis es verbraucht ist.

Kontaktkorrosion (9)

Bildung einer Schutzschicht aus Bleikarbonat


(Bleiweiß, PbCO₃) an der Luft
→ beständig an der Luft
SO₂–Einwirkung
(z. B. Verbrennung von Öl und Kohle)
→ Bildung von schützendem, weil
schwerlöslichem Bleisulfat, auch bei
Kontakt mit Gips
Empfindlich gegen Löschkalk [Ca(OH)₂]
Weiches Wasser (wenig Calcium- und
Magnesiumionen) kann in
Trinkwasserleitungen aus Blei
gesundheitsschädliches Pb(OH)₂ lösen. Bleikorrosion in einer Orgelpfeife (http://www.terz.ch)

Bei hartem Wasser (viele Calcium- und


Magnesiumionen) bildet sich eine
Schutzschicht aus Blei-Calciumcarbonat Pb-
CaCO₃ (VO Schmidt)
Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit!

1) Institut für Baustoffuntersuchung und


Sanierungsplanung GmbH, Martin Sauder
2) https://www.galvaswiss.ch/de/planer/vorbereitun
g-und-konstruktion/wissenswertes-%C3%BCber-
metall/physikalische-eigenschaften-von-zink-und-
stahl.html
3) https://diecasting-de.zinc.org/
4) https://www.wotech-technical-
media.de/womag/ausgabe/2018/09/08_bissig_zin
k_09j2018/08_bissig_zink_09j2018.php
5) Das Element Sauerstoff Entstehung, Vorkommen,
Entdeckung, Bedeutung Nadine A. Tappe Fritz E.
Kühn
6) Fertigungstechnik für Führungskräfte, Roser
7) http://www.bosy-online.de/Korrosion.htm
8) Werner Skolaut Hrsg.: Maschinenbau
9) https://korrosion-online.de/
Teilweise mit Inhalten aus Vorlesungen von:
• Prof. Dr.-Ing. Harald Garrecht
• Dr. Markus Schmidt

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