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Buse Heberer Fromm

Rechtsanwalt Nezih Ülkekul


Vortrag am 05.05.2011 in Vilnius
Thema des Vortrags

Freier Arbeitsmarkt in Deutschland

– neue Möglichkeiten für die litauischen Exporteure

Rechtliche Rahmenbedingungen für Investitionen

in der Bundesrepublik Deutschland.


I. Investitionsvarianten:

1. Unternehmensgründung in Deutschland

2. Übernahme eines Unternehmens in Deutschland


- asset deal
- share deal

3. Kooperation / Joint Venture


mit deutschen Unternehmen

4. direkte Eigeninvestition
- Zweigniederlassung
(mit Handelsregistereintragung)
- Repräsentationsbüro
II. Unternehmensarten:

1. Kapitalgesellschaften

- Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH)


- Aktiengesellschaft (AG)

2. Personenhandelsgesellschaften
- Offenen Handelsgesellschaft (OHG)
- Kommanditgesellschaft (KG)

3. Sonderformen
- GmbH & Co. KG
- Kommanditgesellschaft auf Aktien (KGaA)
- Unternehmergesellschaft,
kurz: „UG (haftungsbeschränkt)“
III. Vor- und Nachteile der Unternehmensarten:

1. Kapitalgesellschaften
- Vorteil: Haftungsbegrenzung;
Geschäftsanteile veräußerbar
- Nachteil: Mindestkapital bei Gründung;
Pflicht zur Kapitalerhaltung

2. Personenhandelsgesellschaften
- Vorteil: geringe Gründungskosten,
- Nachteil: Keine Haftungsbegrenzung;
stark Personengebunden

3. Sonderformen
- Die Kombination von Kapital- und
Personenhandelsgesellschaft wird rechtlich
oft einer Kapitalgesellschaft gleichgestellt.
- Die Unternehmergesellschaft ist wegen des
geringen Stammkapitals kaum kreditwürdig.
IV. Kapitalgesellschaften:

1. Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH)


- im deutschen Rechts- und Wirtschaftsverkehr
anerkannt
- mindestens € 25.000,00 Stammkapital,
davon mindestens 50% bei Gründung
an Gesellschaft zu zahlen
- Unternehmensleitung:
mindestens ein Geschäftsführer
(geringer Verwaltungsaufwand)

2. Aktiengesellschaft (AG)
- Potential für Beteiligung vieler Kapitalanleger
- mindestens € 50.000,00 Grundkapital,
- Unternehmensleitung:
Vorstand und Aufsichtsrat
(hoher Verwaltungsaufwand)
V. Europäische Freiheiten:

1. Warenverkehrsfreiheit,
Art. 28. ff AEUV (früher Art. 23 EGV)
2. Dienstleistungsfreiheit,
Art. 56. ff AEUV (früher Art. 49 EGV)
3. Kapitalverkehrsfreiheit,
Art. 63. ff AEUV (früher Art. 56 EGV)
4. Niederlassungsfreiheit,
Art. 49. ff AEUV (früher Art. 43 EGV)
Recht zur Niederlassung sowie zur Gründung
von Unternehmen in einem anderen
Mitgliedsstaat der EU
5. Freizügigkeit für Arbeitnehmer,
Art. 45 ff. AEUV (früher Art. 39 EGV)
Seit 1. Mai 2011 auch für litauische
Arbeitnehmer in Deutschland
VI. Litauische Arbeitnehmer in Deutschland:

- Anwendung des deutschen Arbeitsrechts


- Beachtung des deutschen Steuerrechts
- Anwendung des deutschen Sozialrechts

Für Geschäftsführer:

- Geschäftsführer sind keine Arbeitnehmer, auch wenn sie


einen Anstellungsvertrag (hier bei der GmbH) haben,
sondern sind Organ der Gesellschaft

- Mit der Freizügigkeit ab dem 1. Mai 2011 gibt es keine


Probleme für die Anmeldung eines litauischen
Geschäftsführers beim deutschen Handelsregister
VII. Deutsches Individualarbeitsrecht:

Es gibt keine gesetzliche Zusammenfassung des


deutschen Arbeitsrechts. Das Arbeitsrecht ist geregelt z.B.
in folgenden Gesetzen:

- Bürgerliches Gesetzbuch (§§ 611 ff.);


- Gewerbeordnung;
- Kündigungsschutzgesetz;
- Teilzeit- und Befristungsgesetz;
- Bundesurlaubsgesetz;
- Arbeitszeitgesetz; Arbeitsschutzgesetz;
- Entgeltfortzahlungsgesetz;
- Mutterschutzgesetz;
- Nachweisgesetz;
- Sozialgesetzbücher III bis XI
VIII. Kollektives Individualarbeitsrecht

1. Tarifvertragsrecht
- Tarifverträge
- Arbeitskampf (Streik, Aussperrung)

2. Betriebsverfassungsrecht
- Betriebsrat, wählbar ab regelmäßig 5
Arbeitnehmern im Betrieb
- Betriebsrat hat diverse Beteiligungsrechte
- Betriebsvereinbarungen

3. Unternehmensmitbestimmung
- ab 500 Beschäftigten im Unternehmen ist ein
Aufsichtsrat zu bilden
- mindestens ein Drittel der Mitglieder des
Aufsichtsrats ist von der Arbeitnehmerschaft zu
bestimmen
IX. Kündigungsschutz:

1. Kündigungsschutzgesetz (KSchG)
- anwendbar, wenn regelmäßig mehr als 10
Arbeitnehmer beschäftigt werden
und das Beschäftigungsverhältnis mindestens
6 Monate bestanden hat
- Folge: Die Kündigung bedarf eines sachlichen
Grundes (nur personenbedingte, verhaltens-
bedingte oder betriebsbedingte Kündigung)
2. Betriebsrat ist vor Kündigung anzuhören
3. Besonderer Schutz für Schwangere, Schwerbehinderte,
Betriebsratsmitglieder
4. Kündigungsfrist beachten
- während der Probezeit: 14 Tage,
- sonst vier Wochen zur Monatsmitte oder
Monatsende,
- Verlängerung gestaffelt nach Dauer der
Beschäftigung (Frist: 1 Monat bis 7 Monate)
X. Rechtliche Unterstützung:

1. Rechtsanwalt
- Vertragsgestaltungen für Gesellschafts-
verträge, Anstellungsverträge,etc.
(Vergütung regelmäßig nach Honorar-
vereinbarung
- Forderungseintreibung, Rechtsstreitigkeiten
(Vergütung nach Honorarvereinbarung oder
Rechtsanwaltsvergütungsgesetz (RVG)

2. Notar
- Beurkundung der Gründungsverträge für das
Handelsregister
(Vergütung nach Kostenordnung)

3. Steuerberater:
- bei steuerlichen Angelegenheiten und Fragen
Kontaktdaten

Nezih Ülkekul
- Rechtsanwalt -
Kurfürstendamm 237
10719 Berlin

Assistentin: Irena Pasaric

E-Mail: uelkekul@buse.de
Telefon: +49-(0)30-3279420
Telefax: +49-(0)30-32794222

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