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Gangster- & Ganoventricks, 2. Auflage 2010

© Copyright 2004-2010: Roland Benn


Alle Rechte vorbehalten.

B/B/B
BIG BENN BOOKS
London N2 8BJ
United Kindgom
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Internet: www.benn-verlag.de

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Dieses Werk ist durch das Urheberrecht geschützt. Zuwiderhandlungen werden straf- und zivilrechtlich
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Sämtliche Angaben und Anschriften wurden sorgfältig und nach bestem Wissen und Gewissen
ermittelt. Trotzdem kann von Autor und Verlag keine Haftung übernommen werden, da (Wirtschafts-)
Daten in dieser schnelllebigen Zeit ständig Veränderungen ausgesetzt sind. Insbesondere muss
darauf hingewiesen werden, dass sämtliche Anbieter für ihre Angebote selbst verantwortlich sind. Eine
Haftung für fremde Angebote ist ausgeschlossen.
Gegebenenfalls ist angeraten, professionellen Rat bei einem Rechtsanwalt, Steuer- oder
Wirtschaftsberater einzuholen.

Lektorat, Textbearbeitung, Satz: Tim Ritter

SPRACHREGELUNG:
Zur Vereinfachung beim Schreiben und Lesen wird immer die männliche Form verwendet: z.B. der
Bürger, der Kriminelle usw. Dieser Artikel dient als allgemeiner Gattungsbegriff und schließt weibliche
Personen automatisch mit ein.

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eigen und haften somit auch nicht für die sich naturgemäß im Internet ständig ändernden Inhalte von
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Virenfreiheit wir trotz Überprüfung durch uns vor Aufnahme aufgrund von Updates etc. nicht
garantieren können.

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Inhaltsverzeichnis
Seite
Vorwort 7

Traumjobs (Jobs, die es nur im Traum gibt) 8


Tipps gegen unseriöse Jobangebote
Haken bei Kugelschreibern, Perlenketten
Ungewöhnliche Nebenjobs
Ahnungslose Komplizen
Hauptsache Abo
Modell-Agentur sucht...
Automaten, die Ihnen Geld verdienen

Internet – Tummelplatz für Gauner 13


Allgemeine Warnungen
Betrügertricks bei Auktionen
Online-Verzeichnisse
Dubiose Anwälte
Konkurs-Versicherung
Urlaubs-Schnäppchen
Auto-Schnäppchen
Passwort-Klau
Daten-Klau
Teurer Gratis-Sex
Die SMS-Falle
SMS vom BKA
Gefährliche Bekanntschaften
Online-Casinos
Der Spenden-Trick
US-Greencard-Abzocke
Luxusartikel-Fakes
Gefährliche Sicherheits-Software
Erst gratis, dann Abzocke
Der Nacktfoto-Trick
Wie Hacker Möchtegern-Hacker abzocken
Festplatten-Kidnapping
Internet-Telefonie kann gefährlich sein

Telefontricks 28
SMS-Abzocke
Hilfe, mein Handy ist weg!
Gratis telefonieren
Gewinnüberraschung
Autokäufer-Falle
Verschleierungs-Trick

3
Erben-Trick
Wie man Geld verdient ohne Kunden
„Bundesamt für Datenschutz“-Trick
Botschafts-Trick
Lotto-Trick
Paket-Trick
Fax-Tricks
Telefonsex-Trick
Handynummern-Diebstahl

Kapital-Betrügereien 37
Schwarzgeld-Trick
Wash-Wash-Trick
Münzen-Schummelei
Methoden der Kredithaie
Methoden der Firmenkredit-Vermittler
Leibrente ohne Wert
Weitere Immobilienbetrügereien
Denkmalschutz-Trick
Graue Kapitalanlagen
Aus 4.400 mach 995.040
Hilfsbereite Börsenmakler
Kursraketen, die nach hinten losgehen
Enkel-Trick
Nochmal Zielopfer alte Menschen
Wege, die Geheimzahl zu erschleichen
Attrappen-Trick
Fernbedienungs-Trick
Debitkarten-Betrug
Nationalbank-Trick
Scheck-Überzahlungstrick
Mandanten-Trick
Spendensammel-Tricks
Spendenkonto-Plünderung
Hotelwechsel-Trick
Pfandflaschentrick

Vorsicht an der Haustür 54


Wenn die AOK klingelt...
...oder das Wasserwerk
...oder ein Kranker
...oder die Störungsstelle
...oder die Polizei
Drücker-Tricks
Antiquitäten-Sammler
Falsche Polizei

4
Heizöl-Betrug
Toiletten-Trick
Noch ein Toiletten-Trick
Kühlwasser-Trick
Falsche Sänger
Apfel-Trick
Neumieter-Trick
Haustürverträge-Tricks

Ganoven machen keinen Urlaub 60


Verletzten-Trick
Auslandsimmobilien-Haie
So beugen Sie Diebstählen vor
Der bahnreisende Schauspieler-Trick
Timesharing-Tricks
Vorsicht vor Hotel-Schlüsselkarten
Handynummern-Diebstahl

Sonstige Gauner-Tricks 67
Einkaufswagen-Trick
Geschäftsmann-Trick
Ein Diplomatenpass gibt was her
Die geschenkte Reise
V-Scheck-Trick
Benzinklau-Tricks
Hütchenspieler-Tricks
Taxi-Trick
Umfrage-Trick
KO-Drogen
Betrügerische Amtsanmaßungen
Der trojanische Möbel-Trick
So werden Briefe unbemerkt geöffnet

Weitere Sicherheitstipps 77
Bankschließfach
Das sollte man über Einbrecher wissen
Geldtransport
Im Urlaub
Im Zug
Kindesmissbrauch
Stalking
Die Tricks der Taschendiebe
Vergewaltigung
Wertsachenpass

5
Straftaten, die nicht geahndet werden müssen 86
Was versteht man unter Täter-Opfer-Ausgleich?

Kriminalpolizeiliche Beratungsstellen 91
Verbraucherzentralen 92

Adressen von Opferhilfen und weiteren Verbraucherschützern 93


116 116
Weißer Ring
Schwarze Liste unseriöser Firmen
Internetbetrug
Spezialanwälte
Grauer Kapitalmarkt

Adressen von Lieferanten für Sicherheitseinrichtungen 96


Dialer-Schutzprogramme
Kostenlose Dialer-Schutzprogramme
Spenden-Sicherheit

Betrügeriche Wissenschaftler 101

Der GRATIS-Kredit
= das Darlehen, das sich selbst tilgt:
www.jeden-tag-reicher.com/gkeb/

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Vorwort

Ein Buch voll mit Tricks von Gangster, Ganoven, Gaunern und Gauklern? Aus dem
sich Nachwuchskriminelle nur noch das Passende aussuchen müssen?

Wer so argumentiert, hält auch Krimiserien wie den „Tatort“ für Mord-
Anleitungen...

Doch wo Kriminalfilme (anerkanntermaßen) nur unterhalten wollen, will dieser


Report mehr: er will dem guten Bürger helfen, sich zu schützen.

• Wie kann man vorsichtig sein, wenn man die Gefahr nicht kennt?
• Wie kann man argwöhnisch sein, wenn man ahnungslos ist?

„Gefahr erkannt – Gefahr gebannt“ weiß der Volksmund.

„Aktenzeichen XY“ ist ja auch nicht geschaffen worden, damit Verbrecher neue
Anregungen finden.

Ich bin daher sicher, dass dieses Werk viel mehr positive Auswirkungen hat als
missbräuchliche Verwendungen. Wer diesen Report gelesen hat, kann nicht mehr
so leicht aufs Kreuz gelegt werden.

Kriminelle sind nur so weit erfolgreich, wie SIE es zulassen.

ROLAND BENN

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Traumjobs
(Jobs, die es nur im Traum gibt)

Tipps gegen unseriöse Jobangebote

• Kleine Anzeigen – große Versprechungen. Je phantastischer der


Anzeigentext, desto unrealistischer ist das (Neben-)Jobangebot.
Beispiele: „20 Euro für jede E-Mail“ – „Reich werden im Internet“ – „8.000
Euro mtl. auf Ölbohrinseln“ – „KFZ-Überführer gesucht“ – „Nebenbei Geld
verdienen ohne Arbeit“ – „Mit Adressenarbeiten 1000 Euro“ –
„Pelztierzucht“ usw.
• Bei Nebenverdienstangeboten im Internet sollte man zunächst prüfen, ob
auf der Webseite der Firma ein Impressum vorhanden ist (was gesetzlich
vorgeschrieben ist) und ob sich darin eine genaue Hausanschrift (nicht
Postfachanschrift) findet. Überprüfen Sie die Angaben im Telefonbuch
oder in den Gelben Seiten.
• Auch sollte eine Festnetz-Telefonnummer vorhanden sein. Diese sollten
Sie auch anwählen, um sich in einem persönlichen Gespräch einen ersten
Eindruck zu verschaffen.
• Alle Vereinbarungen sollten schwarz auf weiß festgehalten werden.
Bestehen Sie auf einem schriftlichen Vertrag.
• Seien Sie vorsichtig, wenn von Ihnen Geld im Voraus verlangt wird – wie
auch immer die Begründung lautet (Kaution, Einstiegsgebühr,
Schutzgebühr, Arbeitsanleitung, Materialkosten, Seminargebühr etc.).
• Stellen Sie nie Ihr Privatkonto für Transaktionen des Auftraggebers zur
Verfügung. Sie könnten sonst haftbar gemacht werden.
• Eine teure Servicenummer (0900-Nummer) ist reihenweise ein Indiz für
ein unseriöses Jobangebot.
• Die Verdienstaussichten sind übertrieben („1.000 Euro/Monat für wenige
Stunden Arbeit“, „25 Euro pro Email“ etc.).
• Kommt ein Verdienst weniger durch Produktverkauf als vielmehr durch die
Anwerbung neuer Vermittler zustande, kann von einem illegalen
Schneeballsystem oder Kettenbrief ausgegangen werden.

Die Verbraucherzentrale Hamburg hat eine schwarze Liste unseriöser


Nebenverdienstanbieter zusammengestellt:
http://www.vzhh.de/
(in Suchfunktion „schwarze Liste“ eingeben)

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Die Haken bei Kugelschreibern und Perlenketten

Eigentlich wäre es ideal: Die handwerkliche Arbeit ist leicht, erfordert keine
Vorkenntnisse und kann zuhause bei freier Zeiteinteilung durchgeführt werden.
Die Rede ist vom Zusammenbau von Kugelschreibern und Perlenketten. Doch die
Sache hat zwei Haken: Erstens wird das Material nicht kostenlos zur Verfügung
gestellt, sondern muss mit bis zu 75 Euro angekauft werden und zweitens wird
die Bezahlung der fertigen Stücke regelmäßig abgelehnt. Mit der
fadenscheinigen Begründung, dass die Arbeit fehlerhaft ausgeführt worden sei.

Ungewöhnliche Nebenjobs

Geld verdienen als Sex-Tester? Ja, das gibt es. Und mit Samenspenden auch?
Das ist noch länger Realität. Auch Ihr Auto kann Geld verdienen, indem es
Werbung spazieren fährt. Ebenso können Sie Wundertüten füllen oder
Kugelschreiber zusammenbauen, aber sicherlich nur in einer entsprechenden
Fabrik. Selbst Nebenjobs als Testkäufer sind nichts Ungewöhnliches.

Die Stellenangebote sind voll mit kleinen Anzeigen, die das große Geld
versprechen. Diese und andere Offerten haben eines gemeinsam: Es gibt viele
Menschen, die sich auf nicht alltägliche Weise etwas dazu verdienen. Sie müssen
aber zweierlei wissen: Es sind nicht Tausende von Euro monatlich damit zu
machen, und solche Nebenverdienste werden nicht über 0900-Nummern
feilgeboten. Sparen Sie sich die teuren Telefonkosten (1,86 Euro pro Minute und
mehr!) und den Kaufpreis von Nachweislisten oder Bastel-Sets. Halten Sie
besser Augen und Ohren offen, wo solche Nebenjobs tatsächlich und von
Arbeitgebern direkt angeboten werden. Ein seriöses Angebot erkennen Sie
schon daran, dass Sie keine finanziellen Vorleistungen erbringen müssen.

Unschuldige Komplizen

Das Jobangebot war unwiderstehlich: die Arbeit war leicht, die Bezahlung
trotzdem gut und die Voraussetzungen gering.

Was war zu tun? Ganz einfach: Für einen ausländischen Reiseveranstalter sollten
Flugtickets an seine deutschen Kunden ausgeliefert werden. Jedoch war der
komplette Zahlungsverkehr über das Privatkonto des neuen Mitarbeiters
abzuwickeln. Er erhielt also Überweisungen von Personen, von denen er annahm,
dass es Kunden des Reiseveranstalters seien und leitete das Geld an das

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Unternehmen weiter. Doch statt der erwarteten Entlohnung kam eines Tages die
Kripo ins Haus.

Was war geschehen? Den Auftraggeber, also das ausländische


Reiseunternehmen, gab es gar nicht. Dahinter verbarg sich nur ein gerissener
Betrüger. Und die Überweisungen, die auf dem Konto des Mitarbeiters eingingen,
wurden nicht von Reisewilligen getätigt, sondern waren vom Betrüger gefälscht
worden. Dieser beschaffte sich zuvor Bankverbindungen von irgendwelchen
Privatpersonen und Firmen (ein Kinderspiel, da aus Geschäftspapieren,
Briefbögen, Homepages etc. ersichtlich) und füllte einen Überweisungsträger
aus. Die Unterschrift fälschte er oder unterschrieb nach Gutdünken,
wohlwissend, dass Banken in der täglichen Flut von Überweisungen
Unterschriften kaum überprüfen. Das Konto des Mitarbeiters benutzte er, um
die Gelder ins Ausland zu schaffen. Dort wurden sie nach Eingang sofort
abgehoben. Da der „Mitarbeiter“ nach kurzer Zeit nicht mehr brauchbar ist, weil
der Überweisungsschwindel auffliegen muss, sucht er sich bundesweit – auch
über das Internet – immer wieder neue Arbeitsuchende und missbraucht sie für
seine Machenschaften. Millionen sollen so bereits ins Ausland verschoben worden
sein.

Das Fatale an der Masche ist, dass die ahnungslosen „Mitarbeiter“ zunächst
selbst für Kriminelle gehalten werden. Wenn sich der wahre Sachverhalt auch
aufklären lässt, so sind doch die Regressansprüche der Banken viel schwieriger
abzuwehren. Oft muss man für die finanziellen Schäden aufkommen, obwohl die
überweisenden Banken selbst fahrlässig gehandelt haben, da sie die
Unterschrift nicht überprüften.

Nach solchen und ähnlichen Strickmustern locken nach wie vor Betrüger in
Anzeigen, ja sogar im Spam-Mails mit Provisionen für leichte
Vermittlertätigkeiten.. Die „Arbeit“, bei der man Finanztransaktionen für Dritte
durchführen soll, ist im Grunde nichts als Geldwäsche. Wer da mitmacht, macht
sich schnell strafbar und badet es alleine aus, denn die Hintermänner sind längst
spurlos untergetaucht.
Hohe Honorare für geringen Arbeitsaufwand sind genau so verdächtig wie die
Aufforderung, das eigene Konto für Geldtransfers zur Verfügung zu stellen.
Melden Sie solche Offerten schnellstmöglich der Kriminalpolizei.

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Hauptsache Abo

„Ihr Auto verdient Geld“ ist ein verlockender Werbespruch. Gemeint ist damit
das interessante Angebot, einen hübschen Nebenverdienst ohne Arbeit zu
erzielen, indem man Werbung auf dem eigenen Privatfahrzeug anbringen lässt –
was es in der Realität durchaus gibt. Manche Zeitschriftenwerber nehmen das
nun als Aufhänger, um gutgläubige Interessenten zu ködern. Da wird die
Aufnahme von Name, Adresse und Fahrzeugdaten in einer Internet-Datenbank
angeboten. Doch ganz selbstlos ist der Service nicht. Der Eintrag kostet eine
Gebühr von bis zu 50 Euro. Die kann man aber umgehen, wenn man ein
Zeitschriften-Abonnement eingeht (Laufzeit mitunter zwei Jahre!). Eine
Garantie, dass das Fahrzeug als Werbefläche gebucht wird, gibt es dennoch
nicht.
Dieselbe Masche wird auch mit dem Aufhänger „Testperson“ angeboten. Hier hat
man sogar schon unverschämte Datenbank-Eintragungsgebühren in Höhe von 200
Euro gesehen. Und wieder lässt sich die Gebühr durch ein Zeitschriften-Abo
„umgehen“. Doch kein Dienstleistungsunternehmen, das Testpersonen,
Testkäufer oder Probanden engagiert, rekrutiert diese aus obskuren Internet-
Webseiten. Wenn Sie auf diese Weise nebenbei Geld verdienen möchten,
bewerben Sie sich nur direkt bei den einschlägigen Unternehmen. Auf dem
Internetportal www.geld-als-tester.info beispielsweise sind die Adressen
zahlreicher Anbieter veröffentlicht.

Modell-Agentur sucht...

Seien Sie misstrauisch, wenn Sie Anzeigen lesen wie „Modell-Agentur sucht
Models“ oder ähnliches. Denn in den meisten Fällen werden nicht neue Gesichter
gesucht, sondern neue Dumme, die vor lauter Wunschvorstellungen keinen klaren
Blick mehr für die Realität haben.

Worin unterscheidet sich eine seriöse Agentur von einer unseriösen?


• Wichtigstes Kriterium: Eine seriöse Agentur besitzt eine Lizenz der
Bundesagentur für Arbeit (!).
• Eine seriöse Agentur ist Mitglied im VELMA-Verband (Verband
lizenzierter Modellagenturen).
• Eine seriöse Agentur macht nicht jeder Aspirantin oder jedem Aspiranten
Hoffnungen auf eine Model-Karriere, sondern erkennt, ob jemand in der
Branche eine Chance hat. Wo das nicht der Fall ist, wird es gleich zu
Anfang offen gesagt.

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• Eine seriöse Agentur verdient an der Vermittlung der Models, die sie
unter Vertrag hat. Eine unseriöse verdient an den Möchtegern-Models,
indem sie sie für Probefotos zur Kasse bittet.
• Eine seriöse Agentur investiert in seine Models und zahlt auch die
Aufnahmen eines professionellen Fotografen.
• Eine seriöse Agentur findet seine Models durch Empfehlungen,
Mundpropaganda und Scouts, nicht durch Kleinanzeigenwerbung.
• Eine seriöse Agentur macht keine leeren Versprechungen.

Auch wenn nur Models für einfache Mode- und Werbeaufnahmen gesucht werden
oder Allerweltsgesichter, weil die Werbebranche angeblich auch dafür immensen
Bedarf hat: es steckt in aller Regel kein ernsthaftes Jobangebot dahinter.

Oft gibt es nicht einmal ein Agenturbüro, sondern man soll eine teure
Servicenummer anrufen, um Einzelheiten zu erfahren. Zu hören ist dann aber ein
Band, das auch nach 20 oder 30 Minuten zu keinem konkreten Angebot führt.
Eventuell soll man gar noch eine weitere Infobroschüre bestellen...

Automaten, die Ihnen Geld verdienen

Auch Anzeigen, die Ihnen versprechen, dass Sie „automatisch“ Geld verdienen
können, sollten Sie misstrauisch machen. Und wenn Sie für den Zigaretten-,
Kaugummi-, Getränke- oder sonstigen Automaten Geld bezahlen oder gar einen
Kredit aufnehmen sollen, lassen Sie besser die Finger davon.

Die guten Plätze sind sowieso alle schon vergeben und darüber hinaus ist es
Usus, dass der Automatenaufsteller für Anschaffung, Wartung und Reparatur
aufkommt.

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Internet – Tummelplatz für Betrüger

Die vor der Jahrtausendwende entstandene neue Verbrechenssparte Computer-


Kriminalität umfasst folgende Delikte:
• Computerbetrug
• Ausspähen von Daten
• Identitätsdiebstahl
• Datenveränderung
• Computersabotage
• Software-Piraterie
• Betrug mit Debitkarten
• Betrug mit Zugangsberechtigungen zu Kommunikationsdiensten
• Verbotene Pornographie (z.B. Kinderpornographie)
• Cyber-Terrorismus

15-20% der Straftäter sind Jugendliche und Kinder.

80 Prozent aller Straftaten im Internet sind Betrugsdelikte. Die jährlichen


Zuwachsraten sind die höchsten überhaupt. Zwischen den Jahren 2000 und
2003 beispielsweise haben sich die Fälle versechsfacht!

Aber das Internet ist gar nicht so anonym, wie manche Betrüger glauben. Die
Polizei kommt ihnen mit Hilfe der Provider recht schnell auf die Schliche.

Vor allem versuchen Betrüger, mit immer neuen Methoden an Kontoinformationen


zu kommen. Ganz besondere Vorsicht deshalb, wenn es ans Bezahlen geht! Kaufen
Sie nur bei Ihnen wohlbekannten Shops bzw. solchen, die Vertrauensgütesiegel
aufweisen (z.B. „Trusted Shop“). Denn wenn Sie als User selbst die Tür öffnen,
haben sie schnell unerwünschte Eindringlinge. Mit anderen Worten: Behalten Sie
sensible Daten wie Benutzername und Passwort möglichst für sich.

Melden Sie verdächtige Internetseiten und zweifelhafte E-Mails der


Kriminalpolizei oder der Koordinationsstelle zur Bekämpfung der Internet-
Kriminalität:
http://www.kobik.ch/index.php?language=de
(eigentlich eine schweizer Einrichtung, die aber verdächtige Internet-Inhalte
und –Aktivitäten an die zuständigen Strafverfolgungsbehörden im Ausland
weiterleitet)
Zur Bekämpfung der Internetkriminalität hat das Bundeskriminalamt (BKA) das
so genannte TeSIT (Technische Servicezentrum Informations- und
Kommunikationstechnologien) eingerichtet.

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Allgemeine Warnungen

• Vorsicht bei Angeboten, die kostenlos sind oder extrem günstig. Es könnte
sich um ein Programm oder einen Download handeln, mit dem Spionage-
Software auf Ihren Rechner eingeschleust werden soll. Machen Sie nur
auf anerkannt seriösen Webseiten davon Gebrauch.
• Lockvogel-Angebote versprechen Gratis-Dienstleistungen wie Stadtpläne,
Routenplaner, Horoskope und vieles andere. Sobald Sie davon Gebrauch
machen, werden hohe Gebühren fällig, die in den AGBs (allgemeine
Geschäftsbedingungen) geschickt versteckt wurden.
• Verlockende Angebote, die unaufgefordert in Ihr E-Mail-Postfach
flattern, sind sehr mit Vorsicht zu genießen. Entweder droht Gefahr
durch Viren, Würmer und Trojaner oder es handelt sich um illegale
Raubkopien. Nutzen Sie letztere, machen Se sich selber strafbar.
• Gar nicht selten erhält man auch elektronische Post von seiner Bank,
seinem Auktionshaus, Buchhändler usw. Jedenfalls sieht es so aus, denn
manche Betrüger imitieren bekannte Firmen so gekonnt, dass auch
Experten den Unterschied nicht auf den ersten Blick erkennen. Das gilt
auch und vor allem für nachgeahmte Webseiten. Doch spätestens wenn Sie
vertrauliche Daten wie Passwort, PIN- oder TAN-Nummern bestätigen
sollen, wissen Sie, was wirklich gespielt wird.
• Entdecken Sie in der E-Mail schon haarsträubende Rechtschreib- und
Grammatikfehler, ist die kriminelle Post erheblich leichter zu erkennen.
Das liegt daran, dass ausländische Schattenmänner, die des Deutschen
nicht sehr mächtig sind, englischsprachige Skripte verwenden, die sie von
einer automatischen Software übersetzen lassen.
• Auch die fehlende persönliche Anrede kann ein Indiz für eine Betrugs-
Email sein.
• Drohungen in der Betreffzeile der E-Mail kommen auch nicht von seriösen
Absendern. Sie haben also nicht zu befürchten, dass z.B. Ihr Konto kurz
vor der Sperrung steht, wenn Sie auf die Email nicht reagieren. Sie
können sie sogar getrost ungeöffnet löschen.
• Unverlangte E-Mails von bis dato unbekannten Absendern, die Aktien von
Kleinstunternehmen als potentielle Kursraketen anpreisen, führen eher
zur Kapitalvernichtung (siehe Kapitel „Kursraketen, die nach hinten
losgehen“).
• Sind Sie in eine Kosten- oder Abofalle getreten und weigern sich zu
bezahlen, erhalten Sie meistens Schreiben von Anwälten und
Inkassobüros. Diese sind absichtlich sehr drastisch formuliert, um Sie
einzuschüchtern. Lassen Sie sich aber nicht verunsichern und warten Sie
ab, ob ein Mahnverfahren auch eröffnet wird. Bei Verbraucherschutz-
Zentralen können Sie sich kostenlos beraten lassen. Einen Anwalt schalten

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Sie besser erst im Mahnverfahren ein. Ist Ihr Fall spektakulär genug,
erhalten Sie können Sie durch die Verbraucherschützer Rechtsschutz
erhalten.

Lesenswert ist der Artikel „Die schlimmsten Tretminen im Internet“ (Spiegel


online: www.spiegel.de/netzwelt/tech/0,1518,472959,00.html), der eindringlich
über die Bedrohungen, die beim weltweiten Surfen lauern, aufklärt.

Betrügertricks bei Auktionen

1. Der Amerikaner Stewart Richardson aus Detroit produzierte einen Aufsehen


erregenden Betrugsfall beim weltgrößten Online-Versteigerer ebay. Dabei war
gar nicht mal die Methode neu, sondern die Dimension: Der Schaden belief sich
auf über eine Viertel Million Dollar. Längere Zeit schon versteigerte er
Sammelfiguren aus Porzellan und erhielt 99% positive Kritiken. Dann
versteigerte er eine größere Menge in einem kurzen Zeitraum, hob die vorab
überwiesenen Beträge auf einmal ab und tauchte unter. So einfach. Und kaum zu
verhindern.
2. Andere Betrüger versteigern zunächst beliebige Artikel preiswert, um gute
Kritikern zu kreieren. Danach stellen sie teure Sachen aus und kassieren, liefern
aber nicht.
3. Eine weitere (kaum nachweisbare) Betrugsform ist, den Preis mittels Freunde
und Bekannte in die Höhe zu treiben.
4. „Beliebt“ sind auch überhöhte Versandkosten, z.B. 1.000 Euro. Ist laut AGBs
der Online-Auktionatoren verboten.
5. Dort ist ebenfalls festgelegt, dass keine Mehrwertsteuer aufgeschlagen
werden darf. Ersteigerungspreise sind immer Bruttopreise, beinhalten also schon
die Mehrwertsteuer.
6. Dann gibt es da noch den Kartontrick: Ein beliebiger Artikel wird zur
Versteigerung angeboten. Es folgt ein riesenlanger Text, der technische
Einzelheiten beschreibt. Da das fast keiner liest, lässt sich dort am Ende sehr
gut der Hinweis unterbringen, dass nur der leere Karton versteigert wird (!). Der
Kauf lässt sich jedoch wegen arglistiger Täuschung anfechten.
7. Gefahr droht auch von der Programmiersprache JavaScript. Schon länger ist
bekannt, dass aktive Inhalte wie JavaScript, ActiveX und Java auf Webseiten
ein Sicherheitsrisiko darstellen. Microsoft hat mal wieder durch
Programmierfehler in den Web-Browsern „Internet Explorer“ und „Netscape“
generelle Sicherheitslücken entstehen lassen (z.B. Ausspionierung von
Passwörtern und Daten). Manche betrügerische Anbieter in Online-Auktionen

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nutzen die Programmierfehler nun zu ihrem Vorteil: Wie die Zeitschrift PC-Welt
berichtet, funktioniert der Trick so:
Beim Anschauen des Beschreibungstextes tausche das in JavaScript
geschriebene Programm automatisch die Daten im Verkaufsprofil des Anbieters
nach Belieben aus - ähnlich der Funktion Suchen und Ersetzen in der
Textverarbeitung. Auch würden nicht die Bewertungen des Online-
Auktionshauses geöffnet, sondern die Seiten eines anderen Servers mit
Bewertungstexten angeblich zufriedener Käufer. Der potenzielle Käufer merkt
davon meistens nichts.
Was kann man dagegen tun? Ganz einfach JavaScript deaktivieren, solange man
den Beschreibungstext des zu ersteigernden Artikels liest. Nur dann sieht man
das echte Profil. Eingehendere Informationen unter:
www.teltarif.de/s/s12583.html.
8. Das kann ja passieren, dass man einen Artikel zu ersteigern versucht, aber ein
anderer bekommt den Zuschlag. Die Enttäuschung ist groß, aber die
Überraschung ist größer wegen des unerwarteten E-Mails, das danach eintrifft
und besagt, dass der Schreiber beobachtet habe, wie man bei der Auktion
mitgeboten hatte. Glücklicherweise habe er den gleichen Artikel zuhause und
wäre bereit, ihn zu dem Preis zu verkaufen, den der Empfänger des E-Mails
zuletzt zu zahlen bereit war. Geht man auf das Angebot ein, hat man den
Kaufpreis auf ein angegebenes Konto zu überweisen. Den gekauften Artikel
allerdings erhält man nie. Tipp: Allenfalls per Nachnahme bestellen.

Tipps, das Risiko des Auktionsbetrugs zu minimieren:


Angeblich laufen nur 0,1 Promille aller Transaktionen unkorrekt ab. Dennoch
übernehmen die virtuellen Auktionshallen keine Verantwortung, wenn etwas
schief geht, auch nicht ebay, das dennoch eine kostenlose Betrugs-Versicherung
von 200 Euro offeriert. Deshalb muss man selber aktiv werden:
1. Alle Online-Auktionshäuser haben für jedermann einsehbare
Bewertungsprofile über jeden einzelnen Anbieter, die Aufschluss geben
über dessen Zuverlässigkeit. Sie sollten genau studiert werden.
2. Findet man die Adresse des Anbieters in Telefonbuch oder Gelben
Seiten?
3. Ist er telefonisch erreichbar? Und wenn ja, sollte man anrufen, um sich
einen persönlichen Eindruck zu verschaffen.
4. Ist Versand über einen Treuhänder möglich? Dies ist speziell bei
hochpreisigen Ersteigerungen angeraten.
5. Beim Betrachten von Beschreibungstexten JavaScript deaktivieren.

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Online-Verzeichnisse

Firmen, die Ihre Präsentation ins Netz gestellt haben, bekommen früher oder
später Post von „Dienstleistern“, die anbieten, die betreffende Website in ein
Online-Verzeichnis, ein Branchenbuch, eine Web-Datenbank o.ä. aufzunehmen.

Der Trick ist, dass solche Schreiben in Gestaltung und Form meist einen
amtlichen Eindruck erwecken, vor allem die damit verbundene
Zahlungsaufforderung, die mehrere Hundert Euro betragen kann.

Meine Tipps:
• Prüfen Sie genau, wer der Absender ist: eine autorisierte Institution (z.B.
DENIC oder die Telekom) oder nur eine Firma, mit der Sie bisher nichts
zu tun hatten.
• Überlegen Sie, welchen Nutzen Ihnen diese Eintragung bringen soll.
• Achtung: Wer gezahlt hat, ist ein reguläres Vertragsverhältnis
eingegangen, das sich um ein weiteres Jahr verlängert, wenn nicht
rechtzeitig gekündigt wird.
• Anregung: Wie die altbekannten privaten Branchen-Telefonverzeichnisse
gehören sollte Schreiben ins Altpapier.

Dubiose Anwälte

Zwielichtige Anwaltskanzleien und Abmahnvereine mahnen Domainbesitzer ab, in


deren Internet-Adressen Autokennzeichen-Kürzel vorkommen (z.B. BS für
Braunschweig). Das sei nach europäischem Patentrecht nicht erlaubt, und stellen
dann gleich mehrere Hundert Euro Schadenersatz plus Anwaltsgebühren in
Rechnung. 1.000 Euro sind da schnell zusammen. Der Vorwurf ist willkürlich
konstruiert. Die Polizei rät, derlei Abmahnungen nicht zu beachten oder sogar
anzuzeigen.

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Konkurs-Versicherung

Im Internet wird Selbstständigen und Freiberuflern eine neuartige


Versicherung angeboten: Sie soll finanzielle Absicherung bei Konkurs bieten. Für
Geschäftsleute ein sehr interessantes Angebot. Nur: Die
Versicherungsgesellschaft mit Namen „Gullwing“ hat ihren Sitz im
bürgerkriegserschütterten Liberia. Außerdem ist es fraglich, ob sie überhaupt
eine ordentliche Zulassung besitzt. Unsere Einschätzung: eine Einbahnstraßen-
Versicherung – kassiert nur, zahlt aber nie.

Auch Führerschein-Versicherungen und ähnliche Scherze von anderen Anbietern


sind nicht das Papier wert, auf dem sie gedruckt sind.

Urlaubs-Schnäppchen

Der Trick ist schon älter, aber im Internet sehr effektiv wegen seiner
weltweiten Verbreitung: Reisen werden super günstig angeboten. Eine Karibik-
Kreuzfahrt z.B. für nur 300 Euro (regulär: kaum unter 1.500 Euro). Die
Begründung für das günstige Angebot schwankt zwischen immensem Frühbucher-
Rabatt und Last-Minute-Preis. Letztendlich aber existiert gar kein
Reiseangebot. Der Kaufpreis bzw. die Anzahlung sind 100% futsch, die Firma hat
dicht gemacht, die Hintermänner gründen unter neuem Namen wieder einen
Reiseveranstalter und das Spiel beginnt von vorne...

Auto-Schnäppchen

Was bei Reisen geht, geht bei Gebrauchtwagen erst recht. Da werden gute
Fahrzeuge zu einem fast unwiderstehlichen Preis angeboten. Oft wird mit
„Notverkauf“ argumentiert. Doch das Geld soll dem Unbekannten per Vorkasse
über Western Union ausgezahlt werden. Doch eine Bargeldauszahlung lässt sich
kaum zurückverfolgen. Folge: Geld futsch – Auto nie bekommen. Selbst Western
Union rät, Bargeld nie an Fremde zu schicken.
Umgekehrt lässt sich aber auch Geld erschwindeln: Der Betrüger kauft online ein
Fahrzeug und bezahlt per Verrechnungsscheck im Voraus. Doch „versehentlich“
wurde dieser ein wenig zu hoch ausgestellt, z.B. um 1.000 Euro oder ein
Zahlendreher in dieser Größenordnung. Der vermeintliche Käufer bittet um
Rückerstattung der Differenz, was der Verkäufer tut, wenn der Scheckbetrag
scheinbar auf dem Konto erscheint. Doch dann platzt der Scheck, denn die
endgültige Gutschrift erfolgt erst ein paar Tage später, wenn die Bank die

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Rückmeldung der Scheck ausstellenden Bank hat. Das Geld für den überzahlten
Betrag ist somit verloren.

Passwort-Klau

Passwörter können auf vielfältige Art und Weise ausgespäht werden: durch
Trojaner, Viren oder Würmer – hier hilft recht wirksam eine gute Virenschutz-
Software (z.B. „Antivir“, www.antivir.de, Download und Updates gratis); durch E-
Mails, in denen Sie aufgefordert werden, zwecks Wartung o.ä. Ihr Passwort
einzuschicken (einfach nicht antworten); oder durch das Aufklappen eines Pop-
Up-Fensters, während Sie online sind („Connection error, please enter your
password“ – am besten sofort offline gehen).
Ein paar Tipps zum Umgang mit Passwörtern:
• verschiedene Passwörter benutzen, nicht ein einziges für alle
Anwendungen
• keine Geburtsdaten, Vornamen des Partners etc. und andere leicht zu
erratende Daten verwenden
• mindestens 12 Zeichen
• Groß- und Kleinschreibung immer bunt mischen
• Zahlen und Sonderzeichen einfügen
• Wichtige Passwörter regelmäßig ändern
• Passwörter gehören in keine Datei! Auch nicht auf ein Post-It Zettel am
Monitor. Oder unter die Tastatur bzw. unter den Tisch. Besser: Auf eine
kleine plastifizierte Kreditkarte (macht Ihnen jeder Copy Shop) kopieren
und immer bei sich tragen
• Windows 95 oder 98 speichert gesicherte Passwörter im Arbeitsspeicher.
Sie sehen zwar nur “*********”, aber ein Hacker verwendet ein Tool
(“Revelation”) und sieht jedes Ihrer Passwörter im Original. Abhilfe:
Passwörter nie speichern lassen, sondern immer jeweils neu eintippen!
Laut einer Statistik von T-Online folgt unten die Hitparade der 10 beliebtesten
Passwörter. Von einer Verwendung derselben muss unbedingt gewarnt werden,
denn sie erleichtern dem Datendieb die Arbeit erheblich. Besonders Schnüffler
im Büro, die den PC-Nutzer persönlich kennen, müssen jetzt nur noch ein
bisschen herumraten.
10. Der Vorname der Freundin/Partnerin/Ehefrau
9. Der Vorname des Freundes/Partners/Ehemannes
8. Der Name des Geburts- oder Wohnortes
7. „Hallo“ – ist nett, aber nicht sehr einfallsreich
6. An sechster Stelle stehen Jahreszeiten
5. Der Vorname des Kindes ist noch häufiger
4. Der Kosename des Partners

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3. „Passwort“ ist selbst das Passwort...
2. „ficken“, tja...
1. „1234567“ ist der Gipfel der Einfallslosigkeit

Daten-Klau

Leider werden nicht nur Passwörter geklaut, sondern oft auch ganze Datensätze,
Dokumente und Ordner. Je nach Sensibilität und Exklusivität der jeweiligen
Daten kann der Schaden für Firmen und Freiberufler sogar ruinös sein.
Dem Daten-Diebstahl lässt sich nun ganz einfach ein Riegel vorschieben: durch
das sog. BackStopp System der englischen Firma Virtuity. Sobald sich Computer
oder Laptop aus einem vorher definierten Bereich entfernen, löschen sich
nämlich alle wichtigen Daten von alleine.

Teurer Gratis-Sex

Welch ein starkes Grundbedürfnis Sex ist, macht einem der Blick ins Internet
klar: Da gibt es Milliarden Seiten, aber zwei Drittel davon beinhalten, Sex,
Erotik und Pornografie. Und es gibt nur deshalb so viele, weil die Nachfrage so
riesig ist. Der Missbrauch allerdings auch. Beliebte Lockvögel sind Gratis-Sex-
Angebote. Doch halt! Zutritt nur bei Volljährigkeits-Nachweis. Am besten durch
Eingabe der Kreditkartennummer... Anschließend wird abgebucht.
Manchmal werden unterschiedliche Leistungspakete angeboten (Silber – Gold –
Platin). Abgebucht wird aber grundsätzlich der Höchstpreis.

Die SMS-Falle

Aus Polen kursieren SMS Nachrichten auf deutschen Handys, in denen auf die
Nichtübermittlung eines Textes oder eines Fotos hingewiesen wird. Sobald man
das „GO“-Signal gibt, sitzt man in der Falle. Denn es erscheint eine Meldung wie
z.B. „Sie können nun Bilder, Videos und Webcams anschauen sowie SMS
schreiben“ – alles für einen Einmalbetrag von 79 Euro. Wird die Rechnung nicht
bezahlt, wird mit Mahnverfahren gedroht.
Solche Schreiben können Sie getrost ignorieren, denn es ist kein gültiger
Vertrag zustande gekommen. Melden Sie den Fall auch Ihrer nächsten
Verbraucherschutzzentrale.

20
SMS vom BKA

Eine SMS vom BKA, also vom Bundeskriminalamt, bekommen? Mit der Androhung
eines Strafbefehls für einen vermeintlichen versandten Bußgeldbescheid?
Wegen angeblich illegaler Musik-Downloads durch den Empfänger? Alles Humbug!
Auch hier wollen Gauner nur wieder an Ihr Geld und verschicken deshalb
massenhaft solche Nachrichten!! Das BKA warnt ausdrücklich und weist darauf
hin, dass es keine SMS versendet.

Gefährliche Bekanntschaften

Immer wieder kommt es vor, dass über das Internet virtuell neue
Bekanntschaften gemacht werden, die sich in der Wirklichkeit, also wenn man
sich real trifft, nicht nur nicht halten, was sie versprochen haben, sondern sogar
gefährlich werden können. Der bisher spektakulärste Fall war der des sog.
Kannibalen von Rotenburg, der im März 2001 einen Internet-Bekannten bei
lebendigem Leib verstümmelt, dann getötet und schließlich nach und nach
größtenteils aufgegessen hat (wegen Totschlags (!) bekam er übrigens nur
achteinhalb Jahre Haft).
Ein anderer Krimineller hatte über das Internet Bekanntschaften zu Männern
gesucht. Um Vertrauen zu erwecken und um sich interessant zu machen, hat sich
der Arbeitslose als Fluglotse ausgegeben. Wenn ihm das gelungen war, stahl er
später in den Wohnungen der Opfer EC- und Kreditkarten nebst PIN-Nummern
und plünderte die Konten rücksichtslos.

Online-Casinos

Wie sagte schon Bertold Brecht sinngemäß: Weitaus lukrativer als ein Bankraub
ist die Gründung einer Bank. Noch traumhafter fallen die Profite bei einer
Spielbank aus: Casinos gibt es seit geraumer Zeit auch im Netz der Netze, meist
mit Firmensitz in der schönen Karibik. Dort sind die Gewinne steuerfrei und die
Strafverfolgungsbehörden nicht so auf der Höhe. Gewinne bei Roulette, Black
Jack, Baccarat etc. können kaum eingetrieben werden.

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Der Spenden-Trick

Ende 2003 hat die Kripo Mönchengladbach einen Kaufmann festgenommen, der
wirklich dreist war: Er hatte einen bekannten Hersteller von Babynahrung um
Spenden für notleidende Kinder in Afghanistan und im Irak gebeten. Die Firma
willigte ein und stiftete Ware im Wert von immerhin 150.000 Euro. Der
Kaufmann holte die Spende selbst ab, ließ sie aber nicht in die Zielländer
weiterschaffen, sondern lagerte sie in seinen eigenen Hallen ein. Denn sein Plan
war, sie über ebay im Internet meistbietend zu versteigern. Das hätte auch fast
geklappt, wenn nicht zufällig Mitarbeiter desselben Babynahrungsherstellers,
die auch gerne bei ebay surfen, aufgefallen wäre, dass große Mengen ihrer
Produkte angeboten wurden.

US-Greencard-Abzocke

Im Internet gibt eine ganze Reihe von Vermittlern, die vorgeben, beim Erwerb
der begehrten Daueraufenthaltserlaubnis für die USA, der sog. Green Card,
behilflich sein zu können. Entgegen anders lautender Behauptungen sind die
Chancen mit Vermittler auch nicht größer als ohne. Die US-Botschaft erklärt:
„Die hohen Gebühren können Sie sich sparen. Die Karten werden per Computer
verlost.” Offizielle Vermittlung: US-Botschaft, Neustädtische Kirchstraße 4-5,
10117 Berlin.

Luxusartikel-Fakes

Aus dem Urlaub in Fernost kennt man sie schon und aus den Bahnhofvierteln
mancher Großstädte auch: Rolex-Uhren, Versace-Lederwaren oder Lacoste-
Bekleidung, die täuschend echt aussehen, aber nur einen Bruchteil des
Originalpreises kosten. Sie sind deshalb so billig, weil es Imitate sind.
Nun muss man auch beim Einkauf von Luxuswaren im Internet aufpassen, denn
nicht nur bei Online-Auktionen werden Plagiate als echt ausgegeben, sondern
auch 5-10% der Internetseiten, die derlei Artikel anbieten, scheren sich einen
Teufel um Copyright und Gebrauchsmusterschutz.

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Gefährliche Sicherheits-Software

Kein Zweifel, die Internet-User sind erheblich sicherheitsbewusster als noch


vor ein paar Jahren. Doch genau das machen sich gewisse Betrüger nun zu Nutze.
Auf Internetseiten wird vorgetäuscht, angebliche Sicherheitslücken zu
schließen; dies geschieht zum einen durch sog. Scareware. Diese kostet gutes
Geld, aber sie bietet keinerlei Sicherheitsfunktionen. Es ist, wie wenn Sie ein
Gerät kaufen, das wie ein Computer aussieht, aber überhaupt nicht funktioniert,
weil nichts drin ist...

Noch schlimmer ist Rogue Software. Sie ist keine Sicherheitssoftware, sondern
das genaue Gegenteil, denn damit werden nur heimlich schädliche Programme
installiert.

So fängt man sich die Schadsoftware meist ein: Auf dem Bildschirm erscheint
plötzlich ein Warnhinweis, dass der PC einem Virenangriff ausgesetzt sei. Durch
einen Klick, der auf eine angebliche Sicherheitssoftware-Seite führt, ließe sich
die Gefahr abwenden. Diese Webseiten sind seriös aufgemacht, oft imitieren sie
seriöse Dienstleister und/oder greifen aktuelle Virenwarnmeldungen aus der
Presse auf.

So schützen Sie sich:


1. Kaufen Sie nur Sicherheitssoftware bei einem vertrauenswürdigen
Händler vor Ort oder bei den bekannten Portalen, in die sich selber (!)
einloggen.
2. Suchen Sie sich Ihre Sicherheitssoftware selbst aus.
3. Aktualisieren Sie Ihre Sicherheitssoftware regelmäßig.
4. Eine englische Warnmeldung auf einem deutschen Betriebssystem ist ein
Kennzeichen, dass etwas faul ist.
5. Auch Windows-typische Meldungen auf MacOS (Macintosh Operating
System von Apple) passen nicht zusammen.
6. Schalten Sie Ihr Gerät bei verdächtigen Warnmeldungen sofort aus.

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Erst gratis, dann Abzocke

Eine Gratis-Software, die richtig Geld kostet, ist das irreführende Anti-
Virenprogramm „Win AntiVirus Pro“. Das Charakteristische an ihm ist, dass es
immer vor einem Virus warnt – auch wenn Sie gar keinen auf Ihrem Rechner
haben. Wenn Sie auf die Warnmeldung eingehen und ihn entfernen wollen,
werden Sie zur Kasse gebeten...

Generell sollten Sie extrem vorsichtig sein bei Software und Downloads, die
kostenlos angeboten werden. Häufig versteckt sich dahinter ein schädliches
Programm, das auf Ihren Rechner eingeschleust werden soll.

Soziale Netzwerke wie Facebook, Friendster, YouTube und andere sind der
Trend der Zeit. Manche Portale machen sich das zu Nutze um abzukassieren. So
gaukelt beispielsweise nachbarschaftspost.com vor, dass man freundliche
Mitteilungen aus seiner lokalen Umgebung erhalten habe. Glauben Sie es nicht –
es handelt sich nur um eine Abofalle.

Der Nacktfoto-Trick

„Sie wurden nackt fotografiert...“ – diese schockierende E-Mail erhalten immer


mehr entsetzte User. Die Verunsicherung ist groß, denn sogar der Vor- oder
Eigenname kommt in der Betreffzeile vor (den eine spezielle Software aber
einfach aus der Email-Adresse herausgelesen und an entsprechender Stelle
eingefügt hat).

Weitere geschickte, weil Aufmerksamkeit und vor allem Neugier erweckende


Aufhänger können sein: „Letzte Mahnung“, „Zeugenvorladung zum
Gerichtstermin“ oder „Sie sind geblitzt worden“. Allzu oft wird der Zweck
erreicht und der Adressat liest den Emailtext. Über einen darin enthaltenen
Link soll man sich das Beweisstück ansehen. Das scheint vielen Usern weniger
verdächtig und gefährlich, als eine angehängte Datei zu öffnen. Tut man dies,
infizieren sich ungeschützte Browser mit Schad-Software, werden ausspioniert
oder für den Versand von Spammails gekapert (auf diese Weise werden 60
Milliarden Spams versandt, täglich wohlgemerkt).

24
Wie Hacker Möchtegern-Hacker abzocken

Manche superleichten Nebenverdienstangebote richten sich gezielt an Internet-


User, die es mit der Anständigkeit nicht so genau nehmen. Da werden nämlich
auf Hackerseiten Schadware-Kits kostenlos zur Verfügung gestellt, mit denen
man andere Rechner infizieren, Adressen sammeln und an deren Verkauf gutes,
leichtes Geld verdienen kann.

Das Problem ist: Es ist alles zu schön, um wahr zu sein. Diese Baukästen, die sich
auch Anfänger ohne Kenntnisse über Sicherheitslücken und Programmierung
aneignen können, haben eine sog. Backdoor, mit der der Rechner des
Möchtegern-Phishers selbst ausgespäht wird und die gerade gestohlenen Daten
gestohlen werden...

Festplatten-Kidnapping

Der neueste Masche der Cyber-Piraten ist das Kidnapping von Festplatten, um
Lösegeld zu erpressen. Zunächst werden Rechner mit bestimmten Trojanern
(„Ransomware“, ransom = Lösegeld) infiziert. Diese verschlüsseln nun die
persönlichen Daten des Nutzers und fordern anschließend Lösegeld zur
Wiederfreigabe der Daten, andernfalls würden Daten und Dateien zerstört.

Verhältnismäßig oft zahlen die Opfer auch, zumal die Forderungen relativ gering
sind (niedriger 3-stelliger Bereich).

Internet-Telefonie kann gefährlich sein

Nach Angaben des Magazins „Datenschutz aktuell“1 aus dem VNR Verlag, Bonn,
birgt das Telefonieren über das Internet (Voice over IP) zunehmend Gefahren,
über die sich die meisten User und Firmen gar nicht im klaren sind.

Natürlich ist die Internettelefonie vom Standpunkt der Kosten aus sehr
attraktiv, aber unter gewissen Umständen kann auch der gesamte
Telefonverkehr eines Unternehmens lahm gelegt werden, eine Erfahrung, die
zum Beispiel am und nach dem 11. September gemacht wurde.

Doch noch größer ist die Gefahr, die durch kriminelle Absichten drohen. So wie
durch das Surfen im Internet und durch den E-Mail-Verkehr Rechnern Angriffe

1
http://tinyurl.com/ykyrn2b = http://www.vnr.de/shop/artikel-271663---
748.htm?&ML=VNR_TNL_2_20071018&NL=38&SC=2904308

25
durch Viren, Trojaner und ähnliche Schadprogramme drohten und weiterhin
drohen werden, so entstehen nun immer mehr Gefahren durch das Telefonieren
über das Internet. Denn Verbrecher nutzen immer öfter diesen „Eingang“.

Laut „Datenschutz aktuell“ hat „ein Gaunertrick bereits einen Namen: „Voice
Pishing“. Ähnlich wie bei E-Mails lassen sich bei „Voice over IP“ die
Anruferkennungen ausspähen und beliebig von außen fälschen.“

Sie müssen sich nur einmal vorstellen, dass Sie glauben, mit Ihrer Bank, Ihrem
Steuerberater oder Ihrem Finanzamt zu sprechen, weil das Telefondisplay die
entsprechende Nummer anzeigt, in Wirklichkeit aber haben Sie einen Kriminellen
oder einen Konkurrenten am Apparat, der Sie ausspäht, an sensible Daten
gelangt oder Informationen erhält, die Sie erpressbar machen...

Auch dem Fernmeldegeheimnis droht potenzielle Gefahr: Im Internet sind


Programme erhältlich, die Voice-over-IP-Daten abfangen und hörbar machen
können. Mit anderen Worten: Ihre Telefongespräche können relativ problemlos
von jedermann abgehört werden!

Dadurch wäre auch der Datenschutz in Gefahr: Kundendaten könnten von


Ungefugten mitgehört und abgefangen werden.

„Datenschutz aktuell“ empfiehlt dringend, eine VPN-Verbindung (VPN = Virtual


Privat Network) zu installieren, die das Abhörrisiko drastisch reduziert.

Im vorherigen Kapitel wurde vor Internet-Erpressern gewarnt, die ganze


Festplatten kidnappen und den Zugang zu den Daten erst nach Zahlung eines
Lösegeldes wieder freigeben. Ähnliches könnte auch ihm Telefonbereich
passieren:

So wie Hacker bereits öfter durch so genannte DoS-Attacken (DoS = Denial of


Service) Webseiten von Unternehmen und staatlichen Stellen angegriffen und
funktionsunfähig gemacht haben (teilweise wurde auch hier Lösegeld gefordert),
könnte genau dasselbe über die Internet-Telefonverbindung geschehen. Es ist
eigentlich nur eine Frage der Zeit...

Auch könnten Anrufbeantworter mit akustischem Werbespam zugemüllt werden


oder gar die ganze Telefonzentrale.

Auch könnten sich Betrüger Zugang zum „Voice over IP“-Telefonsystem eines
Unternehmens verschaffen und nun gratis auf dessen Kosten telefonieren.

26
Die Software könnte ebenso dergestalt manipuliert werden, dass die Gespräche
über teure 0900-Nummern laufen und das Unternehmen dadurch geschädigt
wird, während die Betrüger den Gewinn einstreichen.

Die Beweisführung, dass Betrug im Spiel ist, dürfte nach Einschätzung der
Experten des Magazins „Datenschutz aktuell“ wenig Aussichten auf Erfolg
haben, denn die Anrufe kamen ja nachweislich über die Telefonanlage des
geschädigten Unternehmens.

Quelle: Magazin „Datenschutz aktuell“ aus dem VNR Verlag, Bonn.


(Das Magazin ist eine unverzichtbare Informationsquelle für alle
Datenschutzbeauftragte in deutschen Betrieben.)

27
Telefontricks

SMS-Abzocke

Handy-Besitzer erhalten überraschend Benachrichtigungen wie diese: „Sie sind


in unserer Kundenkartei und erhalten in Zukunft Werbeinformationen. Wenn Sie
damit einverstanden sind, drücken Sie die 1. Wenn Sie aus der Serviceliste
gestrichen werden wollen, drücken Sie die 2.“

Die meisten drücken die 2 und erhalten die Rückmeldung: „Dieser Service
kostete Sie 3,85 Euro“ (beim Drücken der 1 wäre es auch nicht billiger
gekommen).

Bei diesen und ähnlichen SMS-Texten empfiehlt es sich, überhaupt nicht zu


reagieren und den Text zu löschen. Dann fallen auch keine überhöhten und
ungerechtfertigten Gebühren an.

Andere SMS-Nachrichten enthalten Botschaften wie "Wo bist Du? Bitte melde
Dich!" oder "Herzlichen Glückwunsch! Sie haben eine Reise gewonnen". Auch hier
die dringende Empfehlung nicht anzurufen, besonders wenn bei den Vorwahlen
09000, 09002 und 09003. Diese Tarife können nämlich vom Anbieter frei
gewählt werden; unter Umständen fallen dann Gebühren von mehreren Hundert
Euro auf einen Schlag an.

Kinder und Jugendliche werden mit der SMS „Ich mag dich“ in die Falle gelockt.
Dabei wird der Eindruck erweckt, es gebe da einen heimlichen oder
schüchternen Verehrer. Ein für junge Menschen fast unwiderstehlicher Anreiz.
Fatal: Wer eine Prepaid-Karte benutzt, hat nach dem Anruf nicht einmal einen
Beweis in der Hand.

Und schauen Sie genau hin: manchmal wird die teure Mehrwertnummer
verschleiert, indem 01033 vorangestellt wird, die Netzvorwahl der Deutschen
Telekom.

Übrigens: Jeden Monat werden Millionen solcher Werbe-SMS verschickt!

Betrügerische SMS sollten an die Verbraucherzentrale gemeldet werden.

Gut zu wissen: auch bei Handys kann man eine 0900-Sperre einrichten lassen.
Wie und wo es geht, erfahren sie unter folgender Website:
www.teltarif.de/s/s12314.html

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Hilfe, mein Handy ist weg!

Wenn ein Handy einmal abhanden gekommen ist, sehen die meisten es nie mehr
wieder. Dabei gibt es ein klein wenig Hoffnung.

Zunächst sollte man sich die Identitäts-Nummer (IMEI-Nr.) notieren (sie


befindet sich unter dem Akku). In Verbindung mit einer Diebstahlanzeige kann
die Polizei das Gerät später Ihnen zuordnen.

Dann sollte man sein eigenes Handy anrufen. Wenn Sie Ihr Handy nämlich nur
verloren haben, kann es der ehrliche Finder so zurückgeben. Ist sogar schon
vorgekommen, dass man das Fundbüro dran hatte...

Ebenfalls vorgekommen ist, dass sich der Dieb mit Namen gemeldet hat...

Falls das alles nichts nützt, sofort Handynummer sperren lassen.

Auch sollten Sie Ihr Handy stets mit einer PIN sichern. Dadurch wird die Beute
für den Dieb wenigstens wertlos. Da er Ihre PIN nicht kennt, kann er das Handy
auch nicht einschalten. Wurde es in eingeschaltetem Zustand gestohlen, ist
spätestens dann Schluss, wenn der Akku leer ist.

Ärgerlich ist auch immer der Verlust der gesammelten Telefonnummern. Man
sollte sie von Zeit zu Zeit mittels eines Datenkabels auf den PC speichern.

Handy-Ortung
Wo ist mein Handy? Wo ist mein Partner? Wo sind die Kinder gerade im
Augenblick? Mit der Handy-Ortung (bekannt aus Funk und Fernsehen), die ohne
Zusatzgeräte auskommt, wissen Sie es sofort – bequem per Mausklick vom PC
oder vom eigenen Handy aus zu lokalisieren. Es besteht auch die Möglichkeit,
sich rund um die Uhr über den Aufenthaltsort des zu ortenden Handys bzw. der
Rufnummer zu informieren. Hier geht’s zum Handy-Detektiv:
http://tinyurl.com/4bgu38

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Gratis telefonieren

“Pssst! Wanna lucky number?” Angedreht wird Ihnen meist in Internet-


Chatrooms eine “Gebührenfreie” Telefonnummer, mit der Sie weltweit absolut
umsonst telefonieren können. Meistens handelt es sich um MCI-Worldcom oder
AT&T-Calling Cards, gerade frisch “gezapft”. Probleme: Erstens ist die
Benutzung schlichtweg illegal und zweitens beträgt die “Halbwertzeit” solcher
Nummern oft nur Stunden. Danach erfolgt die Sperrung, oft bevor Sie auch nur
eine Minute telefonieren konnten!

Gewinnüberraschung

Vorsicht, wenn Sie überraschend eine Benachrichtigung (per Post, per E-Mail)
bekommen, die Sie als glücklichen Gewinner eines stolzen Preises ausweist, wo
Sie sich doch gar nicht erinnern können, in letzter Zeit an einem Gewinnspiel
teilgenommen zu haben. Nähere Informationen zu Ihrem Preis sollen Sie unter
einer bestimmten Telefonnummer erfahren. Und da liegt der Hase im Pfeffer:
Der Anruf kostet 1,86 Euro pro Minute und mehr, da es sich um eine 0900-
Nummer handelt. Das Telefonat dauert auch über Gebühr lange wegen
Warteschleifen oder zahlreicher Fragen...

In anderen Fällen könne man angeblich einen Großbild-Fernseher gratis erhalten,


wenn man seine TV-Gewohnheiten preisgab. Dazu war natürlich auch wieder eine
überteuerte Servicenummer anzurufen, wo zahllose Fragen gestellt wurden.
Auch schon vorgekommen ist, dass der vermeintliche Glückspilz wirklich glaubte,
gewonnen zu haben, da er in letzter Zeit an diversen Preisausschreiben
teilgenommen hatte. Und so zahlte er sogar 860 Euro nach Spanien, um
steuerrechtliche Angelegenheiten klären zu lassen, ohne die die Auszahlung des
760.000-Euro-Gewinns nicht möglich wäre. Als weitere 3.000 Euro für den
„sicheren“ Transfer des Geldes verlangt wurden, wurde der Mann misstrauisch
und schaltete die Polizei ein, die herausfand, dass er einem Betrügerring auf den
Leim gegangen war.

In anderen Fällen wird der überraschende Gewinn telefonisch bekannt geben.


Doch dafür soll man persönliche Daten preisgeben, vor allem die Bankverbindung.
Wer das tut, bekommt aber statt Bargeld hundert Lotterielose in Rechnung
gestellt, die man angeblich telefonisch bestellt habe.

Falls Ihnen dies passieren sollte, legen Sie erstens schriftlich Widerspruch ein
und verlangen zweitens einen Nachweis über die angebliche verbindliche

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Bestellung. Daraufhin dürften Sie in der Folge nie mehr etwas von diesen
Gauklern hören.

Autokäufer-Falle

Wer sein Auto verkaufen will, setzt oft eine Kleinanzeige in die Zeitung. Viele
Anzeigen enthalten eine Handynummer zur schnellen und bequemen
Kontaktaufnahme. Da kann es passieren, dass man eine SMS bekommt etwa wie
diese: „Ich würde gern Ihr Auto kaufen. Bitte rufen Sie mich zurück
0900XXXX."

Viele übersehen dann in der Vorfreude oder Hektik, dass es sich um eine 0900-
Nummer handelt. Ganz klar: der Absender ist gar nicht am Auto interessiert,
sondern an den Telefongebühren von 1,86 Euro und mehr pro Minute.

Verschleierungs-Trick

Da 0900-Nummern überaus bekannt bzw. berüchtigt sind, versuchen manche


Anbieter, die wahre Natur intelligent zu verschleiern, indem sie angeben:
010330900XXXXXX. Hier muss man wissen, dass „01033“ nur die Vor-Vorwahl
der Deutschen Telekom ist. An den hohen Gebühren ändert das nichts.

Erben-Trick

Das muss man zugeben: Manche Ganoven sind wirklich kreativ. Welcher
Telefonbesitzer kann widerstehen, wenn er unverhofft etwas erben kann?

Sie geben ihrer Briefkastenfirma einen wohlklingenden Namen wie z.B. „Pro
Media Erbenermittlung“ und schreiben Verbraucher an, um ihnen mitzuteilen,
dass man in einer Nachlassangelegenheit ermittle. Der/die Angeschriebene
gehöre eventuell zum Kreis der Begünstigten und könne 10.000 Euro und mehr
erben. Zu diesem Zweck soll man sich telefonisch an die Erbenermittlung
wenden. Dass es sich dabei um eine 0900 Nummer handelt, übersehen manche in
der Erregung vielleicht, anderen ist es egal wegen der hohen Erbschaft. Unter
dem Vorwand, die Erbberechtigung festzustellen, werden in dem Telefonat dann
alle möglichen Daten erfragt. So kommen schnell 50 Euro Kosten zusammen.
Diese werden mit der nächsten Telefonrechnung eingezogen, doch von den
Erbenforschern hört man nie wieder etwas.

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Wie man Geld verdient ohne Kunden

Manche Betrüger beantragen ganz legal bei der Telekom sog. Mehrwertnummern
(0137 / 0900). Es ist vertraglich festgelegt, dass der Betreiber 50-70% vom
erzielten Gebührenaufkommen ausgezahlt bekommt. Sodann rufen sie pausenlos
ihre eigenen Nummern an und produzieren damit ein hohes, oft sechsstelliges
Gebührenaufkommen. Davon erhalten sie ja ihren Anteil. Doch die eigene
Telefonrechnung begleichen sie nie...

„Bundesamt für Datenschutz“-Trick

Dreist ist auch der Versuch mancher Betrüger, sich eine amtliche Identität
zuzulegen. Hierbei erhalten Bürger einen Anruf eines Mitarbeiters des
Bundesamtes für Datenschutz.

Der Vorwand des freundlichen, um die Datensicherheit seiner Bürger besorgten


Beschützers ist folgender: Man habe im Internet Daten und Informationen
aufgespürt und biete hiermit an, diese für eine Gebühr von 59 Euro wieder
löschen zu lassen. Da im Laufe der Jahre viele User durchaus
Kompromittierendes im Netz veröffentlicht haben, die eines Tages unangenehm,
bei Bewerbungen sogar verhängnisvoll sein könnten, gibt es eine relativ hohe
Bereitschaft, den Betrag zu zahlen. Allein schon der Wunsch, wieder eine gute
Kredithistorie zu haben, lässt viele Angerufene schwach werden. Auch kleinere
Firmen und Freiberufler sind im Visier.

Nun müssen Sie aber wissen, dass es ein solches „Bundesamt für Datenschutz“
überhaupt nicht gibt, auch wenn das Thema stets aktuell ist. Lassen Sie sich vom
Anrufer dessen Namen, Dienstgrad und Abteilung nennen. Und vor allem seine
Durchwahl, um zurückrufen zu können. Sie werden sehen, wie schnell dann das
Gespräch beendet ist...

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Botschafts-Trick

Franz ist Deutscher und hat sich in der Dominikanischen Republik


niedergelassen, wo er eine kleine Bar betreibt. Dort hängt auch ein Schild mit
dem bekannten Spruch „Ruf doch mal an“. Franz offeriert Landsleuten, sich für
wenig Geld mal kurz in der Heimat zu melden.

Auch wenn die Gebühren für seinen Service wirklich niedrig sind, Franz verdient
gut daran: Er speichert nämlich die Nummer und ruft sie selbst an, kurz bevor
der Landsmann wieder zurückreist. Am anderen Ende der Leitung hat er dann in
der Regel Verwandte, Eltern oder Ehepartner des früheren Anrufers.

Gegenüber diesen gibt er sich als Mitarbeiter der deutschen Botschaft aus. Er
erzählt, dass Herr X oder Frau Y einen Verkehrsunfall verursacht habe. Da
Alkohol im Spiel war, sei eine Inhaftierung erfolgt. Zur Freilassung werde nun
dringend eine Kaution von z.B. 2.000 Euro benötigt. Eile ist geboten wegen der
bevorstehenden Rückreise. Die geschockten Verwandten schicken per
Blitzüberweisung das Geld zu seinen Händen...

Lotto-Trick

Hierbei werden Verbraucher angeblich von der Lotto-Zentrale des betreffenden


Bundeslandes angerufen, um ihnen Sonderspiele anzubieten („Lotto mit Geld-
zurück-Garantie“ oder „Lotto zum halben Preis“ etc.).

Diese Anrufe sind natürlich fingiert; keine Lotto-Gesellschaft bietet diese


Sonderspiele an oder verwendet das Marketinginstrument der direkten
Telefonanrufe. Die Ganoven haben es vielmehr auf die Bankverbindung der Opfer
abgesehen.

33
Paket-Trick

Man kommt nach Hause und findet eine Benachrichtigungskarte über den
Zustellversuch eines Päckchens. In Art und Aufmachung ähnelt sie sehr denen
der Deutschen Post, stammt aber von einem bis dato unbekannten privaten
Paketdienst, beispielsweise (wie tatsächlich vorgekommen):
CMS
11 Orchard Square
GB-London W14 9XE
Handelsregister Nr. 4.316.887 (soll wohl einen seriösen Eindruck erwecken)

Alles sieht recht amtlich aus, handschriftlich sind eine Paketnummer und ein
Firmen-Absendername eingetragen. Man findet einen Hinweis, dass die
Aufbewahrungsfrist nur 5 Tage beträgt und bittet um Kontaktaufnahme zur
Terminabstimmung. Zu diesem Zweck kann das Servicebüro rund um die Uhr
angerufen werden. Und dann folgt die Rufnummer: z.B. 090 08/123-45.

Was man oft nicht auf den ersten Blick erkennt: Hier wurde wieder eine teure
0900-Nummer verschleiert dargestellt. Zwar findet man auf der
Benachrichtigungskarte den gesetzlich vorgeschriebenen Gebührenhinweis (1,86
Euro/Min.), aber der ist so klein gedruckt, dass man ihn leicht übersieht oder
eine Lupe braucht, um ihn zu entziffern.

Viele rufen an, weil sie wissen wollen, wer der Absender ist – die
handschriftliche Eintragung ist wohl absichtlich etwas unleserlich. Oder der
Absender ist gut lesbar, z.B. ein allseits bekanntes Erotik-Versandhaus, so dass
man erst recht anruft. Weil es sich hier wohl um einen Irrtum handeln muss.
Weil man sich die Zustellung generell verbittet. Vor allem die Zustellung beim
Nachbarn, wie aus einem Hinweis auf der Benachrichtigungskarte hervorgeht.

Fax-Tricks

Immer wieder erhält man unerlaubte Fax-Werbung oder liest Kleinanzeigen,


worin die Rede von „schufa-freien Banken“ die Rede ist. Wer eine bestimmte
0900 Nummer wählt, erhält dann tatsächlich eine Liste mit Adressen von
deutschen Geldinstituten.

Doch: Auch Banken, die nicht der SCHUFA angeschlossen sind, prüfen die
Kreditwürdigkeit ihrer Kunden. Viele aufgeführte Geldhäuser vergeben
außerdem keine Kredite an Privatkunden. Die Listen bringen die – oft
verzweifelten – Kreditsuchenden keinen Schritt weiter. Im Gegenteil, müssen sie

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doch für die sich quälend langsam ausdruckenden Faxe bis zu 50 Euro und mehr
Gebühren bezahlen (1,86 Euro pro Minute).

Telefonsex-Trick

Telefonsex ist nicht ganz billig, darum ist ein erotisches Abenteuer auf einer
preiswerten Festnetznummer recht interessant. Viele riefen deshalb die in
Anzeigen der Tagespresse veröffentliche normale Telefonnummer an, und sei es
auch nur aus Neugier.

Der hinter diesem Angebot steckenden Hamburger Firma kam es aber in erster
Linie auf die Rufnummer des Anrufers an. Über sie wurde der Besitzer ermittelt
und eine Rechnung über rund 70 Euro in Rechnung gestellt, auch wenn Telefonsex
gar nicht stattgefunden hatte. Es wurde nämlich darauf spekuliert, dass der
Geprellte lieber zahlt, sei es aus Scham, sei es aus der Überlegung heraus, Ärger
mit seiner Partnerin oder mit einem Inkassounternehmen zu vermeiden.

Handynummern-Diebstahl

In Brasilien ist eine neue Art des organisierten Verbrechens zu beobachten:


Kriminelle Banden kopieren dort am Airport die Handynummern von
ankommenden Fluggästen und telefonieren dann über diese Nummern intensiv mit
zuvor angelegten Mehrwertanschlüssen, die nach einer gewissen Zeit wieder
stillgelegt werden.

Die Polizei vor Ort ist bisher machtlos, zeigt auch kein wirkliches Interesse am
Problem. Unbedachten Personen mit einem Mobilfunkgerät wurden auf diese
Weise schon Rechnungen bis zu US$ 2.500 „aufgebrummt“.

Das Problem ist: Man kann gegenüber seiner Telefongesellschaft den Missbrauch
gar nicht nachweisen und muss deshalb die überhöhten Rechnungen bezahlen.

Die Banden scannen die Handyfrequenzen mit teuren Geräten und können dann
die Nummern erkunden. Ein Flughafen eignet sich für solche Vorhaben ideal,
denn dort kommen viele Leute mit Handys an und schalten vor Ort ihr Gerät
wieder ein. Genau das ist aber eine grundfalsche Handlungsweise, weil beim
Einschalten das Erkennen der Frequenzen und Ausspionieren der Geräte erst
ermöglicht wird.

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Es ist zu befürchten, dass diese Banden bald auch in Europa tätig werden und
Handys praktisch „kapern“, damit teuer telefonieren und dann wieder
verschwinden. Besonders übel ist, dass der Besitzer des betroffenen Handys
nichts bemerkt. Er darf sich lediglich über die große Rechnung danach ärgern.

So schützen Sie sich:

Schalten Sie Ihr Mobilfunkgerät erst in einem Abstand von mindestens 6


Kilometern vom Flughafen wieder ein. Meiden Sie auch Gespräche in teuren
Hotels für Ausländer.

Meiden Sie große Menschenansammlungen, wenn Sie mit Ihrem Handy


telefonieren möchten. Führen Sie keine Gespräche an belebten Orten (Bahnhof,
Flughafen). Schalten Sie erweiterte Funktionen Ihres Gerätes für den
Datenverkehr unbedingt ab.

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Kapital-Betrügereien

Schwarzgeld-Trick

Aus Schwarzafrika stammt dieser Trick, den bevorzugt Nigerianer anwenden,


denen damit in Deutschland und im übrigen Europa immer wieder Betrügereien in
Millionenhöhe gelingen. Ihre Opfer suchen sie unter gut verdienenden
Angestellten, Selbstständigen, Freiberuflern usw. Sie stellen sich als
Geschäftsleute vor oder als Verwandte von einflussreichen Politikern.

Zunächst präsentieren Sie Aktenkoffer voller Papierbündel, die an Banknoten


erinnern. Diese Papierbündel sind aber komplett schwarz. Man erklärt nun, dass
es sich hierbei um echte Banknoten handele, die nur schwarz eingefärbt wurden,
um sie unbemerkt durch Gepäckkontrolle und Zoll zu bekommen. Zum Beweis
werden einzelne Geldscheine vor den staunenden Augen der Opfer mit einer
Spezialflüssigkeit gewaschen. Die Interessenten dürfen die Scheine sogar
behalten und bei einer Bank eigener Wahl auf Echtheit überprüfen lassen.

Die Opfer, die mit dem Waschtrick erst außerordentlich verblüfft, dann aber
durch die Echtheitsbestätigung der Bank in Sicherheit gewiegt wurden, erhalten
nun ein verlockendes Angebot: Das Schwarzgeld kann mit einem kräftigen
Abschlag gekauft werden – Waschflüssigkeit inklusive. Ist der potentielle
Investor am Ankauf interessiert, muss er eine Anzahlung leisten. Und das war
dann das letzte Mal, dass er die Schwarzmänner gesehen hat...

Manchmal bekommt man die Mitglieder der sog. Nigeria Connection gar nicht zu
Gesicht. Sie schreiben Geschäftsleute per Briefpost oder E-Mail an und machen
das Angebot, 20-30% Provision dafür zu zahlen, dass der Empfänger sein Konto
zur Verfügung stellt, um 10-50 Millionen Dollar aus Nigeria herauszuschaffen.
Vorab seien aber ein paar Tausend Euro nötig, um den Transfer in Gang zu
setzen. Man glaubt es kaum, immer wieder überweisen Opfer die geforderten
Beträge...

So Überhand hat das kriminelle Unwesen genommen und so stark hat das
internationale Ansehen gelitten, dass sich die nigerianische Regierung veranlasst
sah, eigens den § 419 ins Strafgesetzbuch aufzunehmen, um eine juristische
Handhabe gegen die „Nigeria Connection“ zu haben. Tatsächlich ist es in zwei
Jahrzehnten schon zu einer Handvoll Verurteilungen gekommen...

37
Doch nicht alle Bettelbriefe sind ärgerlich. Der Internetdienst Heise hat einmal
folgenden, durchaus komischen veröffentlicht, mit dem um Hilfe für einen
angeblich im Weltall vergessenen nigerianischen Kosmonauten gebeten wurde2.
Nicht immer sind die Vorwände für finanzielle Transaktionen so fantasievoll
ausgestaltet, wie im nachstehenden Beispiel.
Wie auch immer die Begründung lauten mag: Die Geschichte ist immer erstunken
und erlogen:

Dr. Bakare Tunde


Astronautics Project Manager
National Space Research and Development Agency (NASRDA)
Plot 555 Misau Street
PMB 437 Garki, Abuja, FCT
NIGERIA

Sehr geehrter Herr,


BITTE UM UNTERSTÜTZUNG - STRENG VERTRAULICH
Ich bin Dr. Bakare Tunde, der Vetter des nigerianischen Astronauten Air Force Major Abacha Tunde.
Er war der erste Afrikaner im All, als er einen geheimen Flug zur Salyut 6 Raumstation im Jahre 1979
machte. Dann war er 1989 auf einem späteren sowjetischen Raumflug, Soyuz T-16Z zu der
sowjetischen geheimen militärischen Raumstation Salyut 8T. Dort strandete er in 1990, als die
Sowjetunion aufgelöst wurde. Seine anderen sowjetischen Mannschaftsmitglieder kehrten mit der
Soyuz T-16Z zur Erde zurück, doch sein Platz wurde stattdessen für Fracht verwendet. Seitdem
wurde er von gelegentlichen Progrez-Versorgungsflügen am Leben erhalten. Er ist immer noch guter
Dinge, aber er möchte nun heimkommen.
In der 14 Jahren, die er auf der Station ist, hat er an Gehalt und Zinsen fast 15.000.000 amerikanische
Dollars angesammelt. Dieses Geld ist in einem Treuhandfond der Lagos National Savings and Trust
Association. Wenn wir Zugriff auf dieses Geld bekommen, können wir den russischen
Raumfahrtbehörden eine Anzahlung für einen Soyuz-Rückflug leisten, um ihn auf die Erde zurück zu
bringen. Man sagt mir, dies kostet 3.000.000 US-Dollars. Um auf seine Treuhandgelder zuzugreifen,
benötigen wir Ihre Unterstützung.
Meine Mitarbeiter und ich sind bereit, den Gesamtbetrag auf Ihr Konto zur Übergabe zu transferieren,
da wir als Staatsbeamte wegen der Beamtengesetze keine Auslandskonten in unseren Namen
eröffnen oder auf sie zugreifen dürfen.
Natürlich setzen wir dabei enormes Vertrauen in Sie. Im Gegenzug haben wir vereinbart, Ihnen 20
Prozent von der übertragenen Summe anzubieten. Hinzu kommen 10 Prozent für Nebenkosten (intern
und extern) zwischen den Parteien im Verlaufe der Transaktion. Die restlichen 70 Prozent werden Sie
dann bitte zu gegebener Zeit auf andere Konten überweisen.
Wir bitten freundlich um eine schnelle Antwort, da wir bereits hinter Plan liegen und die Anzahlung
noch in diesem finanziellen Quartal benötigen.
Bitte den Empfang dieser Nachricht nur über meine direkte Nummer 234 (0) 9-234-2220 zu
bestätigen.
Hochachtungsvoll,
Dr. Bakare Tunde

2
http://www.heise.de/tp/r4/artikel/17/17257/1.html

38
Wash-Wash-Trick

Von manchen Schwarzafrikanern wird auch dieser Trick angewendet, der –


obwohl er noch unglaublicher klingt – dennoch immer wieder seine gut betuchten
Opfer findet. Wegen ihrer Habgier werden sie selbst bei wundersamen
Geldvermehrungen unvorsichtig und fallen darauf hinein.

Beim Wash-Wash-Trick geben die Betrüger an, über ein neuartiges Kopier-
Verfahren zu verfügen. Hierbei wird je eine echte Banknote zwischen zwei genau
gleichgroße weiße Blätter gelegt. Das Ganze wird nun mit einer geheimnisvollen
Chemikalie behandelt. Dabei überträgt sich der Druck des Geldscheins auf die
unbedruckten Papierstücke. Die Opfer, die’s glauben, überlassen den
„Chemikern“ meist mehrere 10.000 Euro zur Vermehrung. Doch nach der
Übergabe machen sich die Betrüger mit dem echten Geld aus dem Staub.

Ganz Dreiste allerdings nutzen einen günstigen Augenblick, um unbemerkt das


echte Geld auszutauschen und präsentieren dann völlig schwarz eingefärbte
Papierbündel. Angeblich sei etwas schief gelaufen. Man könne das Geld aber
wieder reinwaschen. Doch dafür werden vom Opfer nochmals mehrere Tausend
Euro verlangt – und nicht selten auch bezahlt – um eine Spezial-Chemikalie zu
kaufen...

Jedes Jahr ergaunern westafrikanische Tätergruppen mit diesen und ähnlichen


Tricks Millionen.

Münzen-Schummelei

Andere Gauner geben sich mit Kleingeld zufrieden, sind dabei aber leider auch
recht erfolgreich. So sieht zum Beispiel die thailändische 10-Baht-Münze dem 2-
Euro-Geldstück zum Verwechseln ähnlich, hat auch die Maße und das Gewicht
dieser, aber nur einen Wert von umgerechnet 20 Cent.

Zwar greift hier der Geldfälscher-Paragraph nicht, da es sich um ein offizielles


Zahlungsmittel handelt, doch das betrügerische Bezahlen wird dennoch
strafrechtlich verfolgt.

Schützen können Sie sich recht einfach: Einfach die Münze umdrehen, dann
entlarvt ein buddhistischer Tempel diese exotische Münze.

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Die Methoden der Kredithaie

Mit der Armut lässt sich kein Geld verdienen? Ich höre förmlich, wie sich
Kreditvermittler halb tot lachen. Notlagen machen unvorsichtig. Man klammert
sich an jeden Strohhalm, auch wenn es irrational ist. Und finanzielle Notlagen
lassen sich relativ einfach ausnutzen, wenn man nur skrupellos genug ist.

Eine Tatsache zum Nachdenklich-Werden: Seit Anfang der 90er Jahre sind die
deutschen Banken immer restriktiver geworden bei der Vergabe von
Privatkrediten. Wie kann es dann aber sein, dass sich im selben Zeitraum die
Zahl der Kreditvermittler etwa verzehnfachte? (Ihre Zahl wird im Jahr 2009
auf rund 1.000 geschätzt, nur in Deutschland. Die Zahl steigt monatlich weiter.).
Wenn weniger Provisionen gezahlt werden, müsste es doch auch weniger
Vermittler geben, oder? Offensichtlich haben diese aber noch andere Einkünfte
als nur Vermittlungsprovisionen. Und genau hier liegen die Gefahren:

Zunächst werden verlockende (Klein-)Anzeigen geschaltet: Darin ist die Rede von
„Bargeld einfach per Post“, „zur freien Verfügung“ „auch ohne Ehepartner“,
„Altschulden kein Problem“ und Arbeitslosigkeit erst recht nicht...

Meldet sich ein Kreditsuchender, versuchen unseriöse Vermittler daraufhin,


einen Termin zu bekommen, bei dem der Eindruck vermittelt wird, dass der
Wunschkredit – dank guter Connections – nur noch eine Formalität sei.
Vorausgesetzt, es werden ein paar Maßnahmen zur „Bonitätsverbesserung“ oder
zur „Kreditabsicherung“ ergriffen, sprich: Bausparvertrag, Lebens- und/oder
Unfallversicherung sollen bitteschön abgeschlossen werden. Wenn’s sein muss,
wird Druck erzeugt: kein Vertrag – kein Kredit. Aber in vielleicht 80-90% der
Fälle gibt es trotz Verträgen keinen Kredit, weil sich keine Bank findet, die die
überschuldeten Kreditnehmer finanzieren will. Der Antragsteller hat
letztendlich kein frisches Geld bekommen, aber neue Zahlungsverpflichtungen
am Hals.

Andere Kredithaie vermitteln der Eindruck, sie hätten einen gesetzlichen


Anspruch auf einen Kostenersatz, quasi eine Beratungsgebühr. Sie wird gerne in
bar erhoben oder vom Konto abgebucht.

Oder es wird die Zahlung einer Express-Gebühr vorgeschlagen, die die


Antragsbearbeitung beschleunigen soll.

Wiederum andere Vermittler machen sich die Umstände mit dem Außendienst
gar nicht. Sie lassen Kreditinteressenten teure 0900-Nummern anrufen, halten
sie bis zu 30 Minuten mit banalen Fragen und Informationen in der Leitung. In

40
den seltensten Fällen kommt eine Kreditvermittlung zustande. Die Anrufer
haben aber pro Minute 1,86 Euro zu zahlen.

Teilweise werden Darlehensanträge oder Ablehnungsbescheide per Nachnahme


versendet und kosten bis zu 200 Euro.

Alle erwähnten Methoden sind nach dem Verbraucherkreditgesetz unzulässig!

Ganz Dreiste versprechen zins- und tilgungsfreie Darlehen. Das könne angeblich
dadurch gewährleistet werden, dass ein bestimmter Einmalbetrag vorab
eingezahlt werde. Das Geld sieht man nie mehr wieder und der Kredit war auch
nur eine Seifenblase.

Einige Kreditvermittler sind noch unverschämter: Wenn der Kunde die


Auslagenerstattung nicht freiwillig zahlen will, treiben sie sie per Inkasso-
Unternehmen ein! Und lässt sich der Verbraucher davon immer noch nicht
beeindrucken, wird der gerichtliche Mahnbescheid angestrebt. Da die
Amtsgerichte die Flut der täglichen Mahnbescheide kaum im Einzelnen prüfen,
kommt der Kredithai mit seiner Forderung meist durch und macht somit Gericht
und Gerichtsvollzieher zu seinen Helfershelfern.

Überhaupt ist das strafrechtliche Verfolgungsrisiko unseriöser Vermittler


relativ gering, obwohl der volkswirtschaftliche Schaden jährlich Milliarden Euro
beträgt!

Die neueste Masche sind sog. Wirtschaftsberatungsverträge oder der Verkauf


von Clubmitgliedschaften, die dem Verbraucher geldwerte Vorteile sichern
sollen. In Wirklichkeit steht auch hier der Wohlstand des Vermittlers im
Vordergrund. Mit diesen Mitteln sollen nur die Bestimmungen des
Verbraucherkreditgesetz elegant umgangen werden.

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Methoden der Firmenkredit-Vermittler

Der Unterschied zwischen Kleinkredit-Suchenden und Firmenkredit-Suchenden


ist gar nicht so groß, er beträgt nur ein paar Nullen. Beiden ist nämlich
gemeinsam, dass sie oft in einer verzweifelten Finanzlage sind, nach jedem
Strohhalm greifen und deshalb unvorsichtig werden.

Die Vermittler nutzen dies skrupellos aus. Aufmerksam wird man auf sie durch
Anzeigen in überregionalen Zeitungen wie FAZ, Süddeutsche und Die Welt. Was
dort an fantastischen, großzügigen und billigen Darlehen und Beteiligungskapital
angeboten wird, klingt wirklich verlockend. Nimmt man mit diesen Kontakt auf,
wird dies mit oft gefälschten Schriftstücken von bekannten Banken zu belegen
versucht.

Meist handelt es sich um ausländische Banken, aber alles klingt irgendwie


schlüssig. Das benötigte Geld steht praktisch zum Abruf bereit. Letztendlich
aber geht es jedem Vermittler nur um das Kassieren einer Gebühr (natürlich
vorab!) für das in Aussicht gestellte Kapital. Damit das nicht so auffällt, wird
Verschleierung betrieben: Da werden Pseudo-Garantien ausgestellt, komplizierte
(Vor-)Verträge geschlossen und andere Ablenkungsmanöver veranstaltet. Lassen
Sie sich davon nicht blenden. Fragen Sie sich lieber: Warum sollte eine Bank es
nötig haben, günstige Kredite wie Jogurt vor dem Verfallsdatum anzubieten?

Leibrente ohne Wert

Mit folgendem Inserat warb ein Ganove in verschiedenen Zeitungen: "Ruhig


gelegenes Haus, fünf Zimmer, 150 qm Wohnfläche, Ölzentralheizung, erbaut
1958, Grundstück 940 qm, gegen günstige Rente nur an Privat zu verkaufen...".
Auf dieses Inserat hin erhielt der Anbieter über 100 Zuschriften von
Interessenten. Den Bewerbern antwortete er, dass er erst Informationen über
ihre wirtschaftlichen Verhältnisse einholen müsse, wofür Kosten in Höhe von
17,25 € anfallen würden. Der Betrag sollte vorab auf ein bestimmtes Konto
eingezahlt werden. Die meisten der Bewerber zahlten diese "Gebühr"
anstandslos und hörten dann nichts mehr von dem unsauberen Gesellen. Dem ging
es nämlich um eben diese Vorauszahlungen. Ein Haus hatte weder er noch jemand
aus seinem Umkreis zu vergeben. Der Vorauszahlungstrick findet sich auch bei
günstigen Mietangeboten.

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Weitere Immobilienbetrügereien

Per Inserat werden Häuser zu äußerst günstigen Preisen angeboten, die einfach
auffallen müssen. Die Personen, die sich darauf melden, werden an eine feudale
Villa oder ein anderes tolles Anwesen geführt, von dem man weiß, dass der
Eigentümer gerade nicht anwesend ist. Die meisten Interessenten sind natürlich
hellauf begeistert, wollen aber doch auch einmal in die Räume hinein. Das wird
dann mit dem Hinweis aufgeschoben, dass der gegenwärtige Eigentümer alle
Verhandlungen in die Hände des Kontaktmannes gelegt habe und man lediglich
zur Unterzeichnung des Kaufvertrages zusammen zu kommen gedenke.
Zwischenzeitlich könne man jedoch die nötigen Grundbuchauszüge beschaffen
und auch ein Baugutachten erstellen lassen, das aber 500 Euro kosten würde, die
im Voraus zu entrichten seien. Sicherheitshalber wolle man einen Kontakt mit
dem Sachverständigen aufnehmen, der dann auch tatsächlich das Gutachten
erstellen kann. In Wahrheit ist der "Sachverständige" der Komplize des ersten
Anbieters. Er erstellt das Gutachten mit phantasievollen Angaben und auf
anscheinend echtem Briefbogen, mit einer notariellen Unterschrift und Stempel
bekräftigt. So ausgerüstet, glaubt der Interessent, einen Glücksgriff getan zu
haben und hofft auf den angesetzten Termin, an dem er den Hausbesitzer
treffen und dessen Besitz besichtigen kann. Tatsächlich ist das "Geschäft"
jedoch schon gelaufen. Den beiden Ganoven ging es nur um die 500 Euro
„Gutachtengebühr“.

Manche mit dieser Masche arbeitenden Zeitgenossen schießen vor der ersten
Kontaktaufnahme mit ihren Opfern von den Vorzeigehäusern hübsche Fotos, die
dann als Grundlage für die Verhandlungen dienen. Außerdem besorgen sie sich
Grundbuchauszüge, Lageskizzen und andere Unterlagen, die den Eindruck eines
seriösen Angebots erwecken. Sofern die "Hausverkäufer" 10 bis 20 Personen
ausgenommen haben, verlassen sie ihren Arbeitsbereich und suchen sich eine
andere Stadt mit neuen Interessenten.

Ebenfalls um die "Bearbeitungsgebühr" ging es Inserenten, die eine 80


Quadratmeter große Wohnung für nur 400 Euro Miete anboten. Andere Ganoven
vermieten Wohnungen, die ihnen gar nicht gehören. Wiederum andere vermieten
Wohnungen gleich mehrfach...

Was von Land zu halten ist, das zum Preis von 1 $ pro Morgen verhökert wird,
muss wohl nicht näher beschrieben werden.

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Denkmalschutz-Trick

Verbraucher erhalten aus heiterem Himmel einen Telefonanruf, bei dem


angeblich Umfragen zur Steuerbelastung durchgeführt werden (dies ist ein
erstes Alarmzeichen: solche „Kaltkontakte“ sind wettbewerbswidrig!). Ziel ist
eine Terminvereinbarung beim Verbraucher zuhause.

Dort werden dann aber Modelle vorgestellt, die wegen der


Denkmalschutzwürdigkeit der Immobilie hohe Steuerersparnis bringen sollen.
Die Objekte sind hoffnungslos überteuert, was der Kunde natürlich nicht weiß.
Vielmehr wird ihm vorgetäuscht, dass sich die Investition wegen günstiger
Vermietung fast selbst trage.

Die Investition ist in der Regel hoch (50.000 Euro und mehr), so dass ein Kredit
aufgenommen werden muss. Hier arbeiten die skrupellosen Kapitalvermittler mit
unseriösen Notaren, die jede Beurkundung vornehmen, zusammen sowie mit
Banken, die auch fünfe grade sein lassen. Derlei Angebote sind höchst
fragwürdig. In der Praxis scheitern meist die erhofften hohen Mieteinnahmen
und die Steuerentlastung. Vielmehr wird die Existenz des Verbrauchers riskiert.

Graue Kapitalanlagen

Man nennt ihn den Grauen Markt, weil er neben dem offiziellen Kapitalmarkt der
diversen Finanzinstitute existiert. Ich nenne ihn gern den grauenvollen Markt,
weil schätzungsweise 80% der Angebote nicht seriös sind.

Aktien-Geheimtipps mit 100% Kurspotenzial, geschlossene Immobilienfonds mit


sagenhaften Steuervorteilen, Unternehmensbeteiligungen, die echt risikolos sind
– je höher die Versprechungen, desto misstrauischer sollten Sie sein.

Was der normale Markt an Renditen nicht hergibt, kann der Graue Markt schon
gar nicht. Da ist nur der Wunsch der Vater des Gedankens. Mit Realität hat das
nichts zu tun.

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Aus 4.400 mach 995.040

Wie macht man aus 4.400 Euro 995.040 Euro? Mit der US
Versicherungsgesellschaft "International Insurance Holding Inc." soll das gehen.
Mittlerweile ködert sie auch in Deutschland Anleger mit dem Angebot, aus 20
Monatseinzahlungen von je 220 Euro (= 4.400 Euro) monatliche Ausschüttungen
von 6.910 Euro zu machen – und das 12 Jahre lang (= 995.040 Euro). Ein
Leistungsversprechen, das absolut unmöglich ist.

Das Bundesaufsichtsamt für das Versicherungswesen warnt dringend vor


derartigen Abschlüssen, zumal noch nicht einmal genau geklärt werden konnte,
ob dieses Unternehmen überhaupt existiert.

Hilfsbereite Börsenmakler

Gewisse Börsenmakler sind echt zuvorkommend. Sie warten nicht, bis Kunden
anrufen oder ins Büro kommen – nein, sie rufen selbst an. Und das ist schon der
erste Gesetzesverstoß: Privatpersonen, mit denen man in keiner
Geschäftsbeziehung steht, dürfen nicht unaufgefordert angerufen werden. Das
Ganze bleibt dubios, auch wenn der Makler sich auf Verwandte oder Bekannte
beruft.

Angeboten werden außerordentlich hohe Gewinne bei Warentermin- oder


anderen Geschäften. Dass diese risikoreich sind, wird nicht erwähnt oder
heruntergespielt.

Gerne werden die Angerufenen unter Zeitdruck gesetzt. Auch Tests mit kleinen
Summen sollten kritisch betrachtet werden. Natürlich läuft da alles perfekt –
keine Probleme, ordentliche Profite. Schließlich soll der Neukunde ja in
Sicherheit gewogen werden, um höhere Summen zu investieren. Aber dann löst
sich das Kapital in Luft auf oder verschwindet...

Kursraketen, die nach hinten losgehen

Es gibt Kleinstunternehmen, die trotzdem Aktiengesellschaften sind und deren


Anteile an Börsen offiziell gehandelt werden. Wenn der Aktienkurs z.B. auf 15
Cent steigt, kann das schon einen Gewinn von fast 100% bedeuten, wenn den alte
Aktienkurs bei 8 Cent lag...

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Um den Kurs zu puschen, werden Millionen Spam-Emails versandt, in der – nicht
unberechtigten – Hoffnung, dass sich ein paar dumme Anleger finden, die den
„1000-Prozent-Kursraketen“ Glauben schenken. Bisweilen können fünf bis sechs
Orders genügen, um 50-60% Kursgewinn innerhalb weniger Stunden zu erzielen.
Es wurde bereits beobachtet, dass Aktien im Wert von 100.000 Euro gehandelt
wurden, obwohl der Börsenwert des Unternehmens nur 500.00 Euro beträgt.
Gewinner sind aber stets die Initiatoren, also die Emailversender, die einen
satten Gewinn machen. Die neuen Aktienbesitzer bleiben meist auf ihren
Papieren sitzen, weil sich keine neuen Käufer mehr zu dem künstlich
aufgeblähten Kurs finden.

Enkel-Trick

Unglaublich – und doch passiert: eine 77-Jährige bekommt einen Anruf von einem
Mann, der sich als ihr Enkel ausgibt. Es gelingt ihm, die alte Frau am Telefon zu
überreden, ihm 18.000 Euro für einen Autokauf zu geben. Sie geht trotz
Behinderung auf die Bank und hebt das Geld ab. Und übergibt es an der Haustür
einem Unbekannten, der telefonisch avisiert war...

Wie ist das möglich? Die Betrüger suchen im Telefonbuch nach altmodischen,
weiblichen Vornamen (Wilhelmine, Hertha, Emma, Isolde etc.). Dabei können sie
davon ausgehen, dass es sich a) um ältere und b) um alleinstehende Frauen
handelt. Als Enkel geben sie sich dadurch aus, dass sie fragen: „Rate mal, wer
dran ist“. Oft meint die Angerufene, in der Stimme des jungen Mannes einen
ihrer Enkel oder Neffen zu erkennen und nennt dann dessen Namen. Darauf hat
der Betrüger nur gewartet und gibt sich als diese Person aus. Schnell kommt er
dann zum Thema und berichtet von einer finanziellen Notlage, aus der ihm nur
die liebe Oma helfen könne. Mal ist es ein Unfall, mal eine Krankheit, manchmal
auch ein günstiges Schnäppchen, das man sich nicht entgehen lassen könne.

Mit Beredsamkeit wird die alte Dame zur Bank geschickt, um das benötigte Geld
abzuheben. Wenn das geschehen ist, ruf der „Enkel“ wieder an und nennt
Gründe, warum er nicht selbst das Geld abholen kann. Aber er wird einen
vertrauenswürdigen Boten schicken. Zur Sicherheit wird auch ein Passwort
vereinbart.

Wie man sich denken kann, ist es schwierig, diese Täter zu ermitteln. Dennoch
ist es einer Sonderkommission des hessischen LKA gelungen, 18 Oma-Betrüger
festzunehmen. Überraschende Erkenntnis: es handelte sich fast ausschließlich
um Roma, früher Zigeuner genannt.

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Vor dieser Betrugsmasche können einfache, aber wirkungsvolle Maßnahmen
helfen:
1. Ablehnen, dass man psychologisch unter Druck gesetzt wird.
2. Ablehnen, dass man zeitlich unter Druck gesetzt wird.
3. Identität klären, indem Fragen nach Einzelheiten gestellt werden, die nur
Familienangehörigen bekannt sein können.
4. Wenn möglich, im regionalen Dialekt sprechen.
5. Vor allem: Geldübergabe nur an Enkel persönlich.

Nochmal Zielopfer alte Menschen

Alte Menschen sind oft einsam – das machen sich gewisse Betrüger zu Nutze.
Die Polizei nimmt vor allem immer wieder Betrügerinnen fest, die älteren
Männern schwere Schicksalsschläge vorspielen, um 4-bis 5-stellige Summen
Bargeld zu ergaunern. Die meist 30- bis 50-jährigen Frauen suchen sich gezielt
alte bis sehr alte, alleinstehende und alleinlebende Männer (70 Jahre und älter).
Im Laufe einer „Beziehung“, die sich durchaus auch über 1-3 Jahre erstrecken
kann, werden die Opfer oft mehrmals geschröpft. Sogar Geldzustellungen per
Kurier sind schon vorgekommen.

Wege, die Geheimnummer zu erschleichen

Wenn es darum geht, die PIN, also die Geheimnummer zu erschleichen, sind
Ganoven kreativ:

Da werden Apparate aus Kunststoff gebaut, die am Kassenautomat vor dem


eigentlichen Kartenschlitz installiert werden. Das Gerät schluckt dann die EC-
Karte und gibt sie nicht mehr frei. Zufällig ist dann jemand in der Nähe, der
Hilfe anbietet oder sich sogar als Bankmitarbeiter ausgibt. Auf alle Fälle geht es
darum, vom Karteninhaber die PIN zu erhalten.

Diese Vorgehensweise findet sich nicht nur in Deutschland, sondern auch z.B. in
der Schweiz, in Österreich, in Großbritannien, Frankreich und in vielen beliebten
Urlaubsgebieten.

Noch raffinierter ist folgender Trick: Der Kunde erhält einen Anruf von seiner
Bank, dass soeben jemand versucht habe, Schecks des Kunden einzulösen. Da der
Vorgang etwas mysteriös war, habe man die Polizei verständigt. Der Täter sei in
der Zwischenzeit aber misstrauisch geworden und unverrichteter Dinge
geflohen. Tatsächlich stellt der Bankkunde nun fest, dass ihm Schecks und

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Scheckkarte gestohlen wurden. Der Bankmitarbeiter erklärt nun, dass man die
Schecks sperren müsse. Dazu benötige man auch die Geheimzahl (PIN). Wenn
der Kunde nun zögert, wird das Gespräch an einen noch anwesenden
Kriminalbeamten weitergereicht, der die Angaben bestätigt. Viele Kunden geben
daraufhin ihren Widerstand auf und nennen die PIN. Ein großer Fehler: denn
weder Bankangestellter und Kriminalbeamter sind echt. Vielmehr können Sie nun
ungehindert alle Schecks einlösen.

Wichtigste Regel überhaupt: Geben Sie niemals Ihre Geheimzahl preis! Keine
Behörde muss sie wissen. Sie ist so geheim, dass nicht einmal die Bank selbst sie
kennt. Und es gibt keine Situation, wo die Bank sie kennen muss.

Attrappen-Trick

Ein anderer – sehr raffinierter – Trick, die Geheimzahl auszuspähen, geht


folgendermaßen: Sobald die Bank geschlossen ist, montieren Spezialisten einen
Aufsatz auf das eigentliche Karten-Lesegerät an der äußeren Eingangstür, die
zum Geldautomaten führt. Alles ist sehr professionell hergestellt. Der Apparat
ist silberfarben lackiert, hat ein beleuchtetes Display, eine Zahlentastatur und
einen Leseschlitz zum Durchziehen der Bankkarte.

Das Display fordert den Kunden auf „Karte durchziehen“. Ist das erfolgt,
kommt: „PIN Code eingeben, dann * drücken“. Auch das tun viele arglos. Doch nun
folgt eine angebliche Fehlermeldung: „Fehler. Außer Betrieb“. Tatsächlich kann
der Bankkunde auch nicht ins Foyer, da die Karte nicht vom eigentlichen
Lesegerät gelesen wurde. Die Ganoven haben aber ihr Ziel erreicht. Die
Attrappe hat alle Daten vom Magnetstreifen der Karte kopiert. Dazu hat der
Kunde seine PIN Nummer eingegeben. Das genügt, um die betreffenden Konten
zu plündern, obwohl der Kunde noch im Besitz seiner Karte ist. Die Daten werden
nämlich an IT-Spezialisten in Osteuropa weitergeleitet, welche sie auf
Kartenrohlinge übertragen. Nun kann man ohne Probleme und weltweit Geld
abheben.

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Fernbedienungs-Trick

Die Geheimnummern-Jäger werden immer besser. Nun haben Sie sich eine ganz
raffinierte Technik ausgedacht, die erstens noch erfolgreicher ist und zweitens
das eigene Entdeckungsrisiko erheblich senkt.

Hierbei wird der Geldautomat dergestalt manipuliert, dass am Kartenschlitz eine


kaum wahrnehmbare Schlinge mit Mikrochips angebracht wird. Die Kartendaten
und die Eingabe der PIN-Nummer wird nun mit einer doppelten Tastatur oder
mit einer Mikrokamera ausspioniert und mittels akustischer Signale bis zu 50
Meter weit übertragen. Die Daten werden dann auf Kartenrohlinge kopiert, so
dass wieder weltweit Geld abgehoben werden kann.

Durch diese Methode müssen die Ganoven nicht mehr wie früher zum
Geldautomaten zurückkehren und die Attrappe mit den gespeicherten Daten
abmontieren. Das erschwert der Polizei die Arbeit, sie dingfest zu machen.

Debitkarten-Betrug

Betrugsfälle mit EC- und anderen Debitkarten haben die größten Zuwachsraten
und das ist kein Zufall (in Nordrhein-Westfalen z.B. +90% im Jahre 2003). Denn
im Gegensatz zu anderen Karten, wo eine PIN-Nummer, also eine Geheimnummer
notwendig ist, um den Kauf zu tätigen, ist dies bei Debitkarten nicht der Fall.
Der Kunde unterschreibt einfach den Kassenbon und gibt damit dem
Einzelhändler die Erlaubnis, den Betrag vom Konto abzubuchen. Eine Kassiererin
hat kaum Möglichkeiten, eine gefälschte von einer echten Unterschrift zu
unterscheiden. Und der Ausweis wird in den seltensten Fällen verlangt.

Ist die Karte noch nicht als gestohlen gemeldet, geht das zu Lasten des
Karteninhabers; ist sie dagegen bei der ausgebenden Bank als abhanden
gekommen gemeldet, bleibt der Einzelhändler auf seinem Schaden sitzen. Und
mit einer Debitkarte kann mehrere Hundert Mal eingekauft werden... Die
Betrüger haben deshalb so leichtes Spiel, weil a) keine PIN-Nummer einzugeben
ist und weil es b) noch keine zentrale Erfassungsstelle für gestohlene
Debitkarten gibt.

Übrigens: Auch der legitime Kartenbesitzer selbst kann nur allzu leicht zum
Betrug verleitet werden. Denn das System – so wie es momentan ist, also offline
– erkennt auch nicht, ob das Konto gedeckt ist...

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Nationalbank-Trick

Wer Geld aus der Hand geben will, muss vorsichtig sein – auch wenn es sich um
Nationalbanken handelt. Die „First National Bank of South Amerika“ machte
interessante Anlageangebote in harten Währungen wie Euro und Schweizer
Franken. Auch die Adresse der Niederlassung schien seriös: Zürich. Doch eines
Tages erhielten Anleger die Mitteilung, dass die Bank nach Amerika verzogen
sei. Von da an scheiterten alle Versuche, wieder an die Guthaben zu kommen.
Wie sich herausstellte, existierte diese Bank überhaupt nie. Andere Institute
haben zwar eine Banklizenz und spiegeln Internationalität vor, aber sie wurden in
Panama oder auf einer karibischen Kleinstaat-Insel gegründet, wo dies für ein
paar Tausend Dollar für jedermann möglich ist.

Bevor Sie bei einer Ihnen bis dato unbekannten Bank Geld anlegen, informieren
Sie sich: Ist sie Ihrer Hausbank bekannt? Ist sie der nationalen
Aufsichtsbehörde bekannt, wo sie angeblich ihre europäische Zweigstelle hat?
Ist sie im internationalen Bankenverzeichnis aufgeführt (Infos unter:
www.aaadir.com/banks/)? Selbst die kleinste Bank im kleinsten Kleinstaat ist
dort gespeichert.

Noch eins muss Sie immer stutzig machen: je höher die Zinsversprechungen,
desto höher auch das Anlagerisiko.

Scheck-Überzahlungstrick

Opferzielgruppe dieses Tricks sind exportorientierte Firmen, wobei es


Produzenten wie Händler gleichermaßen treffen kann.

Eines Tages flattert einem erfreuten Unternehmen ein vermeintlich lukrativer


Auftrag ins Haus: Da wird z.B. bei einem Maschinenbauer eine teure
Kaffeeverpackungsmaschine bestellt. Auftraggeber ist ein ausländisches oder
gar außereuropäisches Unternehmen. Dieses bezahlt im Voraus per Scheck einer
ebenfalls dort ansässigen Bank. Doch statt des vereinbarten Kaufpreises von
beispielsweise 89.000 Euro lautet der Scheck über 98.000 Euro. Einen Tag
später erreicht den Hersteller ein zweiter Brief, in dem erklärt wird, dass der
Auftraggeber den Scheck zu hoch ausgestellt hat; irrtümlicherweise wurden
Transportkosten mit eingerechnet oder es handele sich um einen Zahlendreher.
Um umgehende Rücküberweisung auf ein angegebenes Konto wird gebeten.

Es ist tatsächlich schon vorgekommen, dass die Exportfirma den


Differenzbetrag ausbezahlt hat, bevor der Scheck gutgeschrieben war. Das

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passierte aber niemals, denn der Scheck platzte oder die ausländische Bank gab
es überhaupt nicht...

Gegen diesen Betrugsversuch schützt man sich ganz einfach, indem man erst
nach unwiderruflicher Gutschrift rückerstattet.

Mandanten-Trick

Nicht immer sind die Opferzielgruppen einfache Gemüter. Bisweilen haben es


Ganoven speziell auf gutsituierte Personen abgesehen. So haben es Teile der
russischen Mafia auf Steuerberater und Rechtsanwälte in Deutschland
abgesehen.

In Anschreiben geben sie sich als große Geschäftsleute aus, deuten ein
steuerliches oder juristisches Problem an und teilen mit, dass sie auf der Suche
nach einem kompetenten Partner sind. Egal ob die Antwort positiv oder negativ
ausfällt, sobald man zurückschreibt, ist man meist schon in die Falle getappt.
Denn den Gangstern geht es nur um die Ausspähung der Bankverbindung – und
die findet sich meist auf den Geschäftsbriefbögen.

Kurze Zeit später entdecken die Betroffenen dann mysteriöse Abbuchungen auf
ihren Konten zu Gunsten ihnen unbekannter Russen. Betreff: Steuererstattung,
Schadensregulierung etc. Die Summen sind beträchtlich – mehrere Tausend oder
gar Zehntausend Euro!

Was war passiert? Mit dem Schreiben des Steuerberaters oder Anwalts war die
Mafia nicht nur in den Besitz der betreffenden Bankverbindung gelangt, sondern
auch der Unterschrift. Somit war es ein Leichtes, eine Überweisung zu fingieren.

51
Spendensammel-Tricks

Die Vorwände für angeblich legale Spendensammel-Aktionen sind kaum zu zählen.


Lassen Sie sich – bevor Sie die Geldbörse zücken – den Spendenausweis zeigen.
Sammelaktionen müssen nämlich zuvor auf dem Ordnungsamt angemeldet und
genehmigt werden. Jeder Spendersammler hat demnach eine ID-Karte.
• So sind z.B. immer mal wieder Drücker unterwegs, die für eine
Flugrettungs-Organisation sammeln. Nur wer gespendet hat bzw. Mitglied
ist, könne auch einen Rettungshubschrauber beanspruchen. Völliger
Blödsinn: Die Leitstelle der Feuerwehr entscheidet über den Einsatz und
die Krankenkasse bezahlt ihn.
• Lassen Sie sich nicht von großen Namen blenden. Wer im Namen des
ADAC, des Roten Kreuzes, des Müttergenesungswerkes, von UNICEF oder
gar im Namen der Polizei sammelt, kann das auch beweisen.

Spendenkonto-Plünderung

Auf die Konten von real existierenden Spendenorganisationen haben es Betrüger


neuerdings abgesehen. Es gibt zweierlei Vorgehensweisen, mit denen sie deren
Konten erleichtern:

Da die Kontodaten eines gemeinnützigen Vereins von diesem selbst


veröffentlicht werden, sind sie somit allgemein bekannt. Mit diesen Daten, aber
mit falscher Adresse eröffnen Betrüger Kundenkonten bei Online Shops und
bestellen Waren für sich. Die Bezahlung erfolgt mittels Lastschrift vom Konto
des Vereins. Zwar kann dieser gegen die Lastschrift Widerspruch einlegen und
kommt somit wieder zu seinem Geld, aber die Ware ist an die fingierte Adresse
ausgeliefert worden und lässt nicht kaum mehr nachverfolgen.

Bei der zweiten Methode haben es die Kriminellen auf die Spendengelder selbst
abgesehen. Dazu eröffnen Sie bei einem Internet-Bezahlsystem einen Account
mit den Bankdaten der gemeinnützigen Organisation. Danach werden vom
Vereinskonto bevorzugt kleinere Beträge, die nicht so auffallen, abgebucht. Dies
sind die Anzeichen für unberechtigte Abbuchungen:
• Kleine Beträge, meist unter 50 Euro
• Lastschriften von unbekannten Unternehmen
• Fehlender Verwendungszweck oder nur eine Zahlenfolge
• Gutschriften im Cent-Bereich von Online-Bezahlsystemen
• Abbuchungen von Online-Bezahlsystemen

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Hotelwechsel-Trick

Schaden von mehreren Millionen Euro hat ein 31-jähriger Amerikaner irakischer
Abstammung in Deutschland, Frankreich, Belgien, Holland, Großbritannien,
Singapur und in den USA verursacht. So ging er vor:

Über das Internet hat er Zimmer in First Class Hotels für sich gebucht, wobei
er sich als Mitarbeiter renommierter Firmen oder Organisationen ausgab. Als
Bezahlungsart wählte er Daten von Gold- und Platin-Kreditkarten, die
bekanntlich kein Zahlungslimit haben.

An die Adresse des Hotels ließ er sich sodann bestellte Reiseschecks liefern.
Doch in dem reservierten Hotel stieg er nie ab, sondern ließ die Traveller
Cheques an ein anderes Hotel weiterleiten. Aber auch dort hatte er sich nicht
eingemietet, sondern wartete die Lieferung vor dem Eingang ab. Die Schecks
löste er schließlich selbst oder durch Mittelsmänner ein, ohne bezahlt zu haben.
Übernachtet wurde in wiederum anderen Hotels, wobei die Rechnungen meist
offen blieben.

Pfandflaschentrick

Manche Bürger wollen verzweifelt ihre Haushaltskasse aufbessern, indem sie


Strichcodes von Pfandflaschen kopieren und auf pfandlose Flasche kleben.
Achtung! Das ist strafbar und wird als Computerbetrug verfolgt. Einzelhändler
und deren Personal sollten überwachen, was Kunden in den Automaten stecken.

53
Vorsicht an der Haustür

Wenn die AOK klingelt...

Der Einfallsreichtum von Trickbetrügern scheint unbegrenzt zu sein. Und die


Dreistigkeit ebenfalls. Dass die Krankenkassen schon seit Jahren in finanziellen
Schwierigkeiten stecken, weiß mittlerweile jeder. Und so geben sich Gauner-
Pärchen bisweilen als AOK-Mitarbeiter aus und behaupten, Spenden für alte
Menschen zu sammeln. Sie können davon ausgehen, dass Spendenaktionen aller
Art nicht zu den Praktiken der Krankenkassen gehören. Fragen Sie doch mal
nach einem Identitätsnachweis und die Gauner werden schnell verschwinden.

...oder das Wasserwerk

...oder das Elektrizitätswerk und zwei freundliche „Mitarbeiter“ vorgeben, den


Zählerstand abzulesen, ist ebenfalls Vorsicht geboten: Warum kommen diese zu
zweit? Echte Stadtwerker kommen alleine (und melden sich vorher meist an).
Antwort: damit einer den Wohnungsinhaber ablenkt, indem er sich z.B. den
Zähler zeigen lässt, und der andere während dessen nach Bargeld, Schecks,
Wertgegenständen sucht. Bevorzugt werden alte und gebrechliche Menschen
heimgesucht. Andere Vorwände können auch die Heizung, die Fernsehantenne
oder das Telefon sein.

Das Landgericht Berlin hat einen 38-Jährigen zu vier Jahren und drei Monaten
Haft verurteilt, der mit dieser Masche, aber ohne Komplizen über 40 alte,
gebrechliche und wehrlose Opfer um insgesamt 50.000 Euro erleichtert hatte.
Entweder wies sich als Mitarbeiter eines Stromversorgers aus und gab vor,
Rechnungsbeträge kassieren oder Reparaturen durchführen zu müssen. Die
Opfer hatte auch er anhand altmodisch klingender Vornamen aus dem
Telefonbuch ermittelt (als er festgenommen wurde, fand man bei ihm eine Liste
mit rund 1.000 Namen!). Seine Tricks waren, die Opfer entweder in die Arbeiten
mit einzubeziehen oder die Behauptung, Geld nicht wechseln zu können. Auf
diese Weise lenkte er sie ab, so dass er Zeit zum Durchsuchen bekam oder die
Geldverwahrungsorte „gezeigt“ bekam.

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...oder ein Kranker

Es klingelt. Man öffnet und findet vor der Haustür einen Menschen liegen, dem
es scheinbar nicht gut geht. Um ihn kümmert sich gesorgt eine weitere Person,
die erklärt, dass es sich hier möglicherweise um einen Herzanfall oder etwas
ähnliches handle. Der Gesunde bittet um Hilfe und Einlass. Wenn Sie jedoch
erklären, dass Sie niemanden ins Haus lassen, sondern vielmehr Notarzt und
Polizei verständigen werden, sollen Sie mal sehen, wie schnell es dem Kranken
wieder besser geht. Tatsächlich ist das nur eine weitere Masche von
Trickdieben.

...oder die Störungsstelle

Ein Mann klingelt an der Tür und gibt sich als Mitarbeiter der Störungsstelle
aus. Er müsse den Telefonapparat überprüfen. Arglose Menschen lassen ihn rein,
so dass er einen kurzen Test durchführen kann. Was sie nicht wissen: er ruft
eine (seine eigene!) 0190-Nummer an. Und obwohl die Verbindung nur wenige
Sekunden besteht, werden Gebühren fällig, dass es einem schlecht wird: denn
Nummern, die mit 0190-0 oder 0190-3 beginnen, sind frei tarifierbar, d.h. der
Inhaber kann die Gebührenhöhe beliebig festsetzten. Pro Anruf können so
Kosten von 50, aber auch 100 Euro und mehr mit der nächsten Telefonrechnung
in Rechnung gestellt werden. Der bislang höchste Betrag lag bei 900 Euro!
Merke: Techniker der Störungsdienstes kommen nicht aus heiterem Himmel und
sie haben einen Firmen-Ausweis.

...oder die Polizei

Selbst bei der Polizei kann man sich nicht mehr sicher sein. Falsche Polizisten
klingeln bevorzugt bei Senioren z.B. unter dem Vorwand, Einbruch-Diebstähle in
der Nachbarschaft zu untersuchen. Dabei lassen sie sich die Geldverstecke
zeigen. Durch Ablenkungsmanöver räumen die Trickbetrüger diese dann leer,
wobei die Opfer das erst später bemerken.

Andere geben sich als Zivilfahnder aus, weisen sich mit einer Fantasie-
Polizeimarke aus und schüchtern junge Rucksackreisende damit ein. Unter
Vorwänden wie Drogen- oder Zollfahndung durchsucht der eine die
Gepäckstücke, während der andere ein kleines Verhör zur Ablenkung durchführt.
Am Ende fehlen Geld, Handy, Kamera usw.

55
Drücker-Tricks

Immer wieder sind Drücker-Kolonnen unterwegs, die sich mit hinterlistigen


Tricks Telefonverträge erschleichen. Wenn der Verbraucher die
Telefongesellschaft wechseln möchte und freiwillig unterschreibt, ist nichts
dagegen einzuwenden.

Wenn er aber ablehnt, notieren die Drücker dennoch Name und Adresse und
bitten um eine Unterschrift, angeblich um gegenüber dem Chef einen Nachweis
über das Beratungsgespräch zu haben. In Wirklichkeit unterschreibt man damit
nun doch einen Vertrag. Falls dies passiert ist, heißt es schnell handeln: innerhalb
von zwei Wochen kann solch ein Haustürgeschäft schriftlich widerrufen werden
(per Einschreiben mit Rückschein).

Auch Werbesendungen, deren Erhalt per Unterschrift bestätigt werden soll,


sind oft nur verschleierte Verträge.

Antiquitäten-Sammler

Für diesen Trick suchen sich die Ganoven ältere Menschen aus, denn sie bringen
beide notwendigen Voraussetzungen mit: Sie besitzen alte Sachen oder gar
Antiquitäten und sie lassen sich leichter überrumpeln.

Beispielsweise so: Man klingelt bei einer alten Frau und stellt sich als
Antiquitäten-Sammler vor. Mit Beredsamkeit erhält man Einlass in die Wohnung
und lässt sich die Stücke zeigen. Begeisterung wird vorgespielt. Die Erlaubnis
zum Fotografieren wird eingeholt. Die alte Dame ist geschmeichelt. Nur: die
Fotoausrüstung und die Vorrichtungen sind unten im Auto, außerdem ist das
Licht draußen besser. Man trägt die Sachen eben mal kurz runter – und fährt
davon...

Falsche Polizei

Wussten Sie, dass der Begriff „Polizei“ überhaupt nicht gesetzlich geschützt
ist? Doch, Tatsache! Jeder kann ihn praktisch benutzen. Gewisse dreiste
Betrüger tun es auch, so dass sie mit dem guten Namen der Polizei unsaubere
Geschäfte machen können. Und das quasi ungestraft:

Vertreter kontaktieren kleinere Gewerbetreibende und Ladenbesitzer und


bieten Anzeigenschaltungen in einer Zeitschrift an. Dabei erwecken sie den

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Eindruck, dass der Herausgeber die Polizei selbst ist. In Wirklichkeit ist es aber
nur ein dubioser Privatverlag, der eine Sicherheitsbroschüre in Miniauflage
herausgibt – wenn überhaupt. Die gebuchten Anzeigen werden dagegen mehrere
Hundert Euro teuer in Rechnung gestellt. Wer sich darauf eingelassen hat, muss
zahlen. Der Nachweis der arglistigen Täuschung gelingt selten. Und ein
Rücktrittsrecht gibt es nicht unter Geschäftsleuten...

Heizöl-Betrug

Immer wieder kontrollieren die staatlichen Eichämter Heizöltankwagen und


stellen gravierende Mängel fest. Bis zu 75% fehlerhaft funktionierende
Messanlagen wurden schon entdeckt – also bis zu 3 von 4 Tankwagen liefern
weniger als bestellt. Auch sollten Heizölbesteller kontrollieren, ob der
Zählerstand vor dem Befüllen der eigenen Tanks auch tatsächlich auf null steht.

Toiletten-Trick

„Kann ich mal Ihre Toilette benutzen? Ist ganz dringend...“ Wer kann dieses
Anliegen abschlagen? Doch Vorsicht! Gerade in Geschäften, Firmen und Büros
verschaffen sich Kriminelle auf diese simple Weise Zutritt. Sie hoffen, dass sie
für eine mehr oder weniger lange Zeit unbeaufsichtigt sind, so dass sie Taschen,
Kleidung, Möbel und Lager nach Wertgegenständen durchsuchen können. Der
uralte Trick klappt immer noch viel zu häufig, zumal wenn ein Komplize mithilft
und das Personal ablenkt.

Noch ein Toiletten-Trick

Auch dreist ist dieser Trick: Dabei geht man nicht selbst auf die Toilette,
sondern schickt das Personal...
Der Gauner erscheint in einem Geschäft oder Büro und erklärt, dass
Reparaturen durchzuführen sind, wodurch das Wasser für 2-3 Stunden
abgestellt werden muss. Aufmerksamerweise empfiehlt er, vorher noch die
Toiletten aufzusuchen. Dankbar nehmen viele den Tipp an und wundern sich
später, dass Geld und Wertgegenstände verschwunden sind.

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Kühlwasser-Trick

Funktioniert auch nur zu zweit. Komplize 1 geht in einen geeigneten Laden und
bittet um Hilfe – er braucht Kühlwasser für sein Auto. Während der
Ladenbesitzer oder die Kassiererin mit ihm kurz nach hinten geht, räumt
Komplize 2 die Kasse leer.

Falsche Sänger

Manche geben sich als Martinssänger oder die Heiligen Drei Könige aus. Sie
suchen sich dabei, wie zu erwarten ist, alleinstehende Senioren aus. Erst singen
sie vor der Haustür, aber wenn die alte Dame / der alte Herr die Belohnung
holen will, drängen sie mit in die Wohnung. In dem kurzen Durcheinander wird
dann gestohlen, was zu greifen ist: Wertsachen, Schmuck und Bargeld. Auffällig:
die Kinder sind oft von ein, zwei Erwachsenen begleitet.

Apfel-Trick

Opfer-Zielgruppe sind wieder ältere Menschen. Es klingelt ein Obsthändler, der


günstige Äpfel anbietet. Freundlicherweise bringt er die schwere Kiste sogar in
den Keller, falls gewünscht. Erst viel später fällt den Opfern auf, dass sich in
der Mitte ein leerer Karton befindet, der das Volumen mehr als halbiert.

Neumieter-Trick

Der Täter hält Ausschau nach leer stehenden bzw. zu vermietenden Wohnungen.
In größeren Wohnhäusern/Hochhäusern, wo nicht jeder jeden kennt, ist nicht
einmal das die Voraussetzung. Er klingt an der Tür eines Altmieters und gibt sich
als der neue Mieter von Stock XY aus. Ob man wohl kurzfristig mit einem Bohrer
(Staubsauger, Kaffeemaschine oder einem anderen Gerät aushelfen könne)? Nur
für ein, zwei Stunden, dann bringe man es wieder zurück. Viele Menschen wollen
sich als hilfsbereite Nachbarn darstellen und verleihen das Gewünschte.
Dem Gauner kommt es aber entweder darauf an, die Wohnung nach
lohnenswertem Inventar auszuspionieren oder mit dem geborgten Gegenstand
auf Nimmerwiedersehen zu verschwinden und ihn bei Hehlern zu Geld zu machen.
Gegenmaßnahmen: Keine Fremden in die Wohnung lassen. Anbieten, den
gewünschten Gegenstand persönlich in die Wohnung des „Neumieters“ zu bringen
oder ein Pfand verlangen, z.B. einen Personalausweis.

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Haustürverträge-Tricks

Ein Heer von Vertretern klingelt an Haustüren, um irgendetwas zu verkaufen.


Wenn es Sie hinterher gereut, einen Staubsauger gekauft, eine Versicherung
abgeschlossen oder ein Abonnement bestellt zu haben, haben Sie das Recht,
innerhalb von sieben Tagen (maßgebend ist der Absendetag Ihres Einschreibe-
Rückscheins) den Vertrag zu widerrufen.

Eine Begründung müssen Sie nicht mitliefern. Schreiben Sie ganz einfach:
„Ich widerrufe hiermit meine Bestellung vom ...“
Schreiben Sie nicht von Kündigung und auch nicht von Rücktritt, sondern
verwenden Sie den Ausdruck „widerrufen“, wie er im Gesetz auch verwendet
wird.

Manche Vertreter versuchen die für sie nachteilhafte Widerrufsfrist dadurch


zu verkürzen, dass sie den Vertrag unbemerkt zurückdatieren. Achten Sie also
auch darauf, ob das Datum aktuell ist.

Andere Vertreter glauben besonders schlau zu sein, indem sie dem Neukunden
keinen Vertragsdurchschlag aushändigen. Was diese offenbar nicht wissen: In
diesem Fall beginnt die Widerrufsfrist erst mit dem Tag, an dem der Kunde
Kenntnis von der Adresse des Unternehmens erhalten, also z.B. die erste
Rechnung oder die Police zugesandt bekommen hat.

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Ganoven machen keinen Urlaub

Verletzten-Trick

Die Vorgehensweise ist ganz einfach. In diese Falle kann man nur allzu leicht
tappen: Wenn ein sich näherndes, einzelnes Urlauberauto erspäht wird, legt sich
eine Person (oft eine Frau) auf die Straße und macht auf schwerverletzt.
Natürlich hält man an, steigt aus, will nachsehen und helfen. Eine zweite Person
fährt dann im ersten günstigen Augenblick mit dem Fahrzeug davon und der
Schwerverletzte flüchtet auch.

Auslandsimmobilien-Haie

Immer wieder werden gutgläubige Anleger, die sich ein Haus im Süden kaufen
wollen, von skrupellosen Vermittlern betrogen. Die Maschen sind fast immer die
gleichen:

Durch geschickte Werbung und billige "Verkaufsflüge" zur Besichtigung von


Musterhäusern verführt, leisten die Interessenten hohe Anzahlungen. Dabei
gehören die Musterhäuser oft nicht einmal zu dem Unternehmen und dienen nur
als Blendwerk. Zwar konnten die Vermittler in vielen Fällen notariell beglaubigte
Eigentumsnachweise für den billigen Baugrund an der sonnigen Küste vorweisen,
dass diese Papiere aber nicht für das Bauwerk selbst galten, erkannten viele
Käufer erst zu spät. Hinzu kam, dass der Bauunternehmer einen Teil der
Anzahlungen in vertragswidriger Weise nicht für die Bauten, sondern für andere
Zwecke verwendete. Dadurch mussten die Käufer hohe Nachzahlungen leisten.
Manchmal verteuerten sich die angegebenen Baukosten mehrmals, so dass die
Interessenten immer wieder zur Kasse gebeten wurden.

Doch auch bei der vom Unternehmer zugesagten gewinnträchtigen Vermietung


klappte es meistens aus irgendeinem Grund nicht. So blieben dann die Käufer auf
leerstehenden Wohnungen sitzen, für die sie teuren Unterhalt zu zahlen hatten,
und die sie schließlich erst mit hohem Verlust wieder abstoßen konnten.

Nutzen Sie Hotel-Safes!


Machen Sie immer von den Safes an der Hotel-Rezeption Gebrauch, um den
Wertsachen-Diebstahl in Ihrem Zimmer zu verhindern.

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So beugen Sie Diebstählen vor

• Legen Sie nichts Wertvolles ins Handschuhfach Ihres Autos. Lassen Sie
es vielmehr offen stehen, damit jeder sehen kann, dass nichts zu holen
ist.
• Lassen Sie nicht nur Geld, sondern auch Ausweise oder Tickets nicht
ungeschützt herumliegen. Für (Hotel-)Diebe ist das wie Bargeld, wenn sie
die richtigen Verbindungen haben.
• Lassen Sie Ihren Zimmerschlüssel nicht unbewacht, weder an der
Hotelbar, noch im Frühstückszimmer oder gar an der Rezeption). Ein Dieb
hat schnell zugegriffen.
• Posaunen Sie Ihre Zimmernummer an der Rezeption nicht heraus. Auf
diese Information haben Ganoven oft nur gewartet.
• Simpel, aber hochwirksam: nutzen Sie den Hotelsafe.
• Wenn Sie schon nicht den Hotelsafe benutzen wollen, dann verschließen
Sie Wertvolles im (Hartschalen-)Koffer. So haben Sie dann auch einen
Versicherungsschutz über Ihre Hausratversicherung bzw.
Reisegepäckversicherung. Machen ggf. Sie Fotos, die die Einbruch- bzw.
Aufbruchspuren belegen.

Der bahnreisende Schauspieler-Trick

Ein Betrüger mit beträchtlichem schauspielerischem Talent wurde am Pariser


Bahnhof Gare du Nord bei folgendem Trick beobachtet, wobei er gleich drei
Umstände zu seinem Vorteil ausnützt: die Hilfsbereitschaft, die Solidarität von
Landsleuten und den Zeitdruck.

Der gut gekleidete Mann im grauen Anzug mischt sich 15 Minuten vor der
Abfahrt eines Zuges, der nach Deutschland fährt, unter die einsteigenden
Fahrgäste und ruft aufgeregt, laut und auf Deutsch: „Man hat mir meine
Kameraausrüstung gestohlen. Jemand hatte mir beim Aussteigen Hilfe
angeboten, jetzt ist alles weg!“. Dies tut er in möglichst vielen Waggons, um
deutsche Reisende zu „informieren“.

In den letzten Minuten vor der Abfahrt ändert er seine Taktik. Scheinbar
immer nervöser und den Tränen nahe läuft er noch einmal von Abteil zu Abteil
und fragt: „Spricht hier jemand Deutsch? Meine Kamera-Ausrüstung ist
gestohlen worden. Ich habe kein Geld mehr. Mir fehlen noch 18 Euro, dann kann
ich mir ein Ticket nach Hause kaufen.“

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Scheinbar helfen ihm nicht wenige Landsleute spontan aus der Patsche. Etwa 100
Euro kann er auf diese Weise pro Zug einsammeln, wie beobachtet wurde. Und
vom Gare du Nord fahren viele Züge nach Deutschland... Tagesverdienste von
500-1.000 Euro sind nicht unrealistisch.

Timesharing-Tricks

Time Sharing ist von der Grundidee her eine feine Sache und 95% aller
Angebote sind auch seriös. Die restlichen 5% haben aber die Branche derart in
Verruf gebracht, dass sogar das Bundeskriminalamt immer mal wieder
Warnungen veröffentlicht.

In Urlaubsgebieten, bevorzugt in Spanien, verteilen Mitarbeiter von


Timesharing-Anlagen Rubbellose etc. an Touristen. Die Gewinnchancen sind
fantastisch, denn Leute, die etwas gewonnen haben, haben ein offeneres Ohr für
angeblich lukrative Angebote. Die Gewinner werden nun dadurch in die Anlagen
gelockt, dass die Preise nur eben dort eingelöst werden können. Und damit auch
wirklich keiner abspringt, steht nicht nur zufällig ein Taxi in der Nähe bereit,
nein, die Fahrtkosten werden sogar von der Anlage übernommen. Wer einmal in
der Anlage ist, wird in stundenlange Verkaufsgespräche verwickelt.

Wenn’s um Timesharing geht, wird gelogen, dass sich die Palmen biegen, aber bei
Cash-Back-Programmen kann auch Baron von Münchhausen nicht mehr mithalten.
Es werden hierbei Zertifikate, Garantien oder „Versicherungen“ abgeboten, die
man meist zum selben Preis erwirbt wie den Timesharing-Anteil. Es wird
versprochen, dass das eingezahlte Kapital in der Regel in 51 Monaten wieder
vollständig ausbezahlt wird. Gleichzeitig wird soviel Gewinn erwirtschaftet, dass
damit auch das Investment in das Timesharing-Modell neutralisiert wird.

Wer einen Anteil zweimal bezahlt und auch noch glaubt, dass er sein Kapital in 51
Monaten wiedersieht, steigt in die Bundesliga der Dummköpfe auf...

Wie kann man Leuten Timesharing verkaufen, die zu Hause bleiben oder
woanders hinfahren? Schade um das Potenzial, haben sich findige Anbieter
gedacht und einen Weg gefunden: Es werden Umfragen über das
Urlaubsverhalten veranstaltet (telefonisch, nachdem das auf der Straße nicht
mehr erlaubt ist). Als Dank für die Teilnahme darf man kostenlos an einer
Urlaubsverlosung teilnehmen. Und prompt gewinnt man auch. Natürlich eine Reise
in eine Timesharing-Region. Aber nur mit Ehepartner (denn man braucht ja beide
Unterschriften).

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Aus der Dominikanischen Republik wird von folgenden Betrugsmanövern
berichtet: Potenzielle Käufer haben meist auch eine Reisekranken-Versicherung.
Man bietet nun an, gefälschte Arztrechnungen und Atteste zu beschaffen, die
man zu Hause zwecks Kostenerstattung einreichen soll, um somit einen Teil des
Kaufpreises zu finanzieren.

Oder es wird Kreditkarten-Inhabern angeboten, das Timesharing-Eigentum auf


Teilzahlungsbasis zu erwerben. Zu diesem Zweck werden Kreditkarten-
Zahlungsbelege angefertigt, die der Käufer blanko unterschreiben soll. Diese
werden dann nicht bei jeweiliger Fälligkeit, sondern widerrechtlich sofort
eingelöst. Oft wird ein höherer Betrag als vereinbart eingesetzt.

Die Buy-Sell-Methode wird angewendet, wenn man einem Timesharing-Agenten


erklärt hat, dass man schon Anteilseigner einer anderen Timesharing-Anlage sei.
Der Agent macht nun deutlich, dass seine Anlage viel besser sei als die andere,
von der er übrigens schon gehört habe und wisse, dass sie bald in Konkurs gehe.
Das sei aber kein Problem. Er könne es arrangieren, dass der Anteil der alten
Anlage als Anzahlung für die neue angerechnet werde. Wer’s glaubt und wieder
unterschreibt, hat dann zwei verschiedene Timesharing-Anteile. Von der
Inzahlungnahme will keiner mehr was wissen.

Eigentümer, die ihre Timesharing-Anteile regulär verkaufen wollen, werden oft


folgendermaßen reingelegt: Der Vermittler lässt sich eine Vollmacht ausstellen,
um mit Kaufinteressenten verhandeln zu können. Er lässt sich auch die
Bankverbindung nennen, um den Kaufpreis ggf. zu überweisen. In Wirklichkeit
aber passiert genau das Gegenteil: Der Vermittler schreibt die Banken der
Eigentümer an und bittet – unter Vorlage der Vollmacht oder mittels gefälschter
Unterschrift – um die Überweisung eines größeren Betrages, was nicht immer,
aber häufig genug gelingt.

Time-Sharing-Geschädigte erhalten unaufgefordert von angeblichen


Anwaltsbüros Schreiben, in denen Hilfe angeboten wird, bereits verloren
geglaubte Investments wiederzuerlangen. Sie geben sich oft als juristische
Vertreter großer Tauschclubs aus oder stellen gute Aussichten dar, gezahlte
Kaufbeträge gerichtlich einzuklagen. Gegen Überweisung eines Anwalts-
Vorschusses (selten unter 3.000 Euro) werde man sich des Falles annehmen.
Wer’s tut, wird wieder Opfer und verliert noch einmal Geld. Denn eine
anwaltliche Vertretung findet nicht statt. Vielmehr handelt es sich bei den
Initiatoren um dieselben Betrüger oder deren Hintermänner.

Der neueste Trick der Betrüger setzt aber allem bisher Dagewesenen die Krone
auf: Erst müssen 1.000 Euro auf ein (angebliches?) Notaranderkonto überwiesen

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werden. Dann meldet sich aber der Notar mit dem Hinweis, dass er nicht
beurkunden könne, weil keine Grundbucheintragung vorläge. Das kostet weitere
1.500 Euro. Nun meldet sich eine Bank, die angeblich den Kaufbetrag auszahlen
wolle. Das ist aber so lange nicht möglich, wie die Grunderwerbssteuer nicht
bezahlt sei: kostet nochmals 1.800 Euro. Nach dieser Zahlung meldet sich keiner
mehr. Man hat wieder genug abgezockt.

Nach Angaben des Timesharemagazins erkennt man Betrüger an folgenden


Aussagen:
• Wir haben bereits einen Käufer für Ihren Anteil (der Klassiker!!!)
• Für einen Verkauf muss Ihr Anteil unbedingt im Grundbuch eingetragen
sein.
• Unser Anwaltsbüro vertritt Kunden von RCI (alternativ Interval
International)...
• Der Käufer möchte sich so schnell wie möglich mit Ihnen hier auf
Teneriffa treffen.
• Ihre Adresse haben wir von der Spanischen (alternativ: deutschen,
englischen usw.) Timeshare-Registratur.
• Diese Maßnahme ist laut EU-Recht (alternativ: spanischem Recht)
vorgeschrieben.
• Unser Käufer ist bereit, Ihnen xxx Euro für Ihr Nutzungsrecht zu zahlen.

Das Timesharemagazin ist ein informatives Forum zu allen Aspekten rund um das
gleichnamige Thema. Es bemüht sich um eine objektive Berichterstattung und
versucht, die Spreu vom Weizen zu trennen. Vorstellungen empfehlenswerter
Angebote gehören genau so dazu wie Warnungen vor betrügerischen
Machenschaften. Auszug aus dem Service-Angebot:

Timeshare-Lexikon, wichtige Adressen, Hinweise des Auswärtigen Amtes,


Empfehlungen, Preisvergleiche, Ferienanlage-Übersichten, Forum, Newsletter,
Rechtstipps u.v.a.m.:
www.timesharemagazin.de

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Vorsicht vor Hotel-Schlüsselkarten

Immer mehr Hotels geben statt Zimmerschlüssel Schlüsselkarten (Key Cards)


aus. Was modern und bequem erscheint, birgt aber Gefahren. Denn auf den Chips
sind persönliche Daten des Hotelgastes gespeichert:
• Name
• Adresse
• Zimmernummer
• Check-in / Check-out
• Kreditkartennummer
• Gültigkeitsdauer der Kreditkarte

Die Schlüsselkarten werden in der Regel mehrfach verwendet. Das Gefährliche


ist nun, dass alle Daten bis zum Einchecken des nächsten Gastes gespeichert
bleiben! Jeder; der Zugang zu einem Scanner oder Magnetstreifenlesegerät hat,
kann sich der Daten bemächtigen, was insbesondere bei Kreditkartennummern
sehr unheilvoll sein dürfte...

So kann man sich schützen:


Lassen Sie die Key Card nach den Auschecken nicht zurück, sondern sich
aushändigen. Bevor Sie die Karte entsorgen, sollten Sie sie in kleine Stücke
zerschneiden oder verbrennen oder die Daten mit einem Magnet unlesbar
machen.

Handynummern-Diebstahl

In Brasilien ist eine neue Art des organisierten Verbrechens zu beobachten:


Kriminelle Banden kopieren dort am Airport die Handynummern von
ankommenden Fluggästen und telefonieren dann über diese Nummern intensiv mit
zuvor angelegten Mehrwertanschlüssen, die nach einer gewissen Zeit wieder
stillgelegt werden. Die Polizei vor Ort ist bisher machtlos, zeigt auch kein
wirkliches Interesse am Problem. Unbedachten Personen mit einem
Mobilfunkgerät wurden auf diese Weise schon Rechnungen bis zu US$ 2.500
„aufgebrummt“.

Das Problem ist: Man kann gegenüber seiner Telefongesellschaft den Missbrauch
gar nicht nachweisen und muss deshalb die überhöhten Rechnungen bezahlen.

Die Banden scannen die Handyfrequenzen mit teuren Geräten und können dann
die Nummern erkunden. Ein Flughafen eignet sich für solche Vorhaben ideal,
denn dort kommen viele Leute mit Handys an und schalten vor Ort ihr Gerät

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wieder ein. Genau das ist aber eine grundfalsche Handlungsweise, weil beim
Einschalten das Erkennen der Frequenzen und Ausspionieren der Geräte erst
ermöglicht wird.

Es ist zu befürchten, dass diese Banden bald auch in Europa tätig werden und
Handys praktisch „kapern“, damit teuer telefonieren und dann wieder
verschwinden. Besonders übel ist, dass der Besitzer des betroffenen Handys
nichts bemerkt. Er darf sich lediglich über die große Rechnung danach ärgern.

So schützen Sie sich:


Schalten Sie Ihr Mobilfunkgerät erst in einem Abstand von mindestens 6
Kilometern vom Flughafen wieder ein. Meiden Sie auch Gespräche in teuren
Hotels für Ausländer.

Meiden Sie große Menschenansammlungen, wenn Sie mit Ihrem Handy


telefonieren möchten. Führen Sie keine Gespräche an belebten Orten (Bahnhof,
Flughafen). Schalten Sie erweiterte Funktionen Ihres Gerätes für den
Datenverkehr unbedingt ab.

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Sonstige Gauner-Tricks

Einkaufswagen-Trick

Es ist jedem schon einmal selbst passiert: keine Münze für den Einkaufswagen.
Statt im Markt an der Kasse wird dann kurzerhand beim nächstbesten Passanten
gewechselt. Das geben auch Räuber vor, doch die wollen gar nicht die Münze, die
nehmen gleich die ganze Geldbörse.

Geschäftsmann-Trick

Einfallsreich auch dieser Trick, sich Hunderte Euro zu erschwindeln: Ein seriös
gekleideter Mann betritt kurz vor Geschäftsschluss ein Geschäft und gibt vor,
dass er sich selbst aus seinem nahe gelegenen Laden ausgeschlossen habe, als
ihm die Tür zugefallen sei. Nun müsse er einen Schlüsseldienst beauftragen. Ob
man nicht mit 150 Euro aushelfen könne? Zur Unterstützung der Angaben wird
oft auch ein Mietvertrag vorgelegt(!). Viele Ladenbesitzer oder Angestellte sind
hilfsbereit und geben das Geld. Natürlich kommt der „Geschäftsmann“ nicht
wieder. Nachfragen im betreffenden Laden ergeben, dass die Person unbekannt
ist...

Ein Diplomatenpass gibt was her

Das wär’ doch was! Ein offizieller Diplomatenpass! Als Diplomat genießen Sie
Immunität, Prestige, agieren in höchsten Kreisen und können aus diesen
Verbindungen Kapital schlagen... Soweit die Theorie. Wahrheitsgehalt: 20%. Die
meisten Diplomatenpässe (Preise 4.000 bis 150.000 Euro) sind gefälscht. Ganz
dubios wird es, wenn Ihnen eine neue Identität gleich mitversprochen wird. Zur
Zeit bieten 7 Staaten “echte”, d.h. von der jeweiligen Regierung ausgestellte,
offizielle Diplomatenpositionen und damit die begehrten Pässe zum Kauf an. Doch
selbst dann gibt es noch ein paar Schönheitsfehler:

1.) Der Preis.


2.) Die Geltungsdauer beträgt oft nur 3-5 Jahre.
3.) Die Verlängerung ist ungewiss.
4.) Die meisten Staaten, die Diplomatenpässe verkaufen, liegen in Afrika.
Trotz Diplomatenpass benötigen Sie ein Visum zu fast jedem Land der
Welt.

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5.) Ein Diplomatenpass bietet Immunität nur dann, wenn Sie von dem Staat, in
dem Sie planen, als “Diplomat” aktiv zu werden, akkreditiert werden. Die
Chancen dazu sind bei einen gekauften Pass fast gleich null.

Auch die Vorteile von gekauften Doktortiteln oder Führerscheinen gehören eher
ins Reich der Fabeln.

Die geschenkte Reise

Manche Ganoven sind doch ganz nett: Die schenken Ihnen glatt eine Reise! Was
die Gauner davon haben? Ein Blick in das Kleingedruckte klärt uns auf, wie diese
dennoch auf ihre Kosten kommen: Da ist die Rede von Bearbeitungsgebühren,
Einzelzimmerzuschlag, Kosten für die Verpflegung usw.

Bei einer anderen Masche erhält man eine Gewinnbenachrichtigung:


<<Sie haben eine Bargeldpreis gewonnen (in Höhe von 5.000,-) !lit!>>

Die Sache hat drei Haken:


1. den Gewinn bekommt man nur auf einer Busreise ausbezahlt.
2. 5.000 !lit! sind 5.000 Lire, umgerechnet 2,58 Euro.
3. Die Busreise führt zu einer Werbeverkaufs-Veranstaltung.

V-Scheck-Trick

Das ist endlich mal angenehme Post: In dem Schreiben eines Touristik-
Unternehmens ist die Rede von einem Gewinn über 1,2 Millionen. Das Ganze wird
in einem noblen Restaurant gebührend gefeiert, wo auch der *V-Scheck
überreicht werden soll.

Bevor man glaubt, endlich mal Glück im Leben zu haben, sollte man das
beigefügte Kleingedruckte lesen. Dort findet man Informationen wie die, dass
*V-Scheck für Voucher-Scheck steht, also für einen Gutschein (es handelt sich
also um keinen Verrechnungsscheck, wie die meisten geglaubt haben). Genauer
gesagt ist es ein Reisegutschein für eine Person (will man den Partner
mitnehmen, muss dieser natürlich voll zahlen; oder der Reiseveranstalter kommt
dadurch auf seine Kosten, dass Mahlzeiten und/oder Veranstaltungen
überteuert bezahlt werden müssen).

Verdient hat aber der Veranstalter vorher schon durch die im Schreiben
angegebene 0900-Nummer, die viele „Gewinner“ zu 1,86 €/Minute anwählen, um

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Näheres über ihren Gewinn zu erfahren. Zu hören ist aber nur eine ewig lange
Bandansage, aus der man auch nicht viel schlauer wird.

Bleibt noch der Gewinn über 1,2 Millionen. Aber auch hier gibt das
Kleingedruckte Aufschluss: Er wird auf alle Angeschriebenen geteilt. Und das
können Hunderttausende sein...

Benzinklau-Tricks

Der Bundesverband Tankstellen schätzt, dass pro Jahr etwa 250.000 Mal Benzin
geklaut wird (!). Der Schaden dürfte deutlich über 10 Millionen Euro liegen.
Solange die Spritpreise so teuer sind, wird sich daran nicht viel ändern, es sei
denn es werden erfolgreich getestete Sicherheitsmaßnahmen bundesweit
eingeführt: zum Beispiel Schranken, die sich erst öffnen, wenn bezahlt wurde
oder Bezahlen per Kreditkarte vor dem Tanken.

So gehen die Benzin-Diebe vor:


1. Vorfahren – tanken – abhauen. Videoüberwachung ist sinnlos, wenn das
Nummernschild manipuliert, abgedeckt, verdreckt oder gestohlen ist.
2. Man bezahlt nur Zigaretten oder Cola, verschweigt aber, dass man
getankt hat.
3. Man tankt an zwei Zapfsäulen: an der ersten tankt man fast voll, an der
zweiten nur ein paar Liter, und nur die bezahlt man auch.

Fatal: Auch wenn mal ein Benzinklau geschnappt wird, stellt die überlastete
Justiz das Verfahren wegen Geringfügigkeit oft ein...

Hütchenspieler-Tricks

Man findet sie im Frankfurter Bahnhofsviertel ebenso wie an der Costa Brava
oder wo sonst viele Dumme zusammenkommen: die Hütchenspieler. Sie brauchen
nicht viel: einen Klapptisch oder einen Pappkarton auf der Parkbank oder einfach
nur so auf dem Gehweg, dazu drei umgedrehte Streichholzschuber o.ä. – und
schon kann das Spiel beginnen. Unter einer der drei Schachteln befindet sich ein
Steinchen. Wer richtig tippt, bekommt seinen Einsatz mit 100% Gewinn zurück.
Die Regeln sind simpel, der Hütchenspieler mischt zwar schnell, aber nicht zu
schnell, so dass man meist verfolgen kann, wo sich das Steinchen befindet und
außerdem gewinnen da immer welche.

69
Nachdem ich ein paar Minuten zugeschaut hatte, traute ich mir auch zu, mal
schnell Geld zu machen. Ich setzte 100 Mark – und verlor. Es war mir
unbegreiflich. Ich war so sicher. Also schaute ich den anderen noch mal zu. Was
die getippt haben, hätte ich auch getippt und viel Geld gewonnen. Also ein neuer
Versuch, schließlich musste ich ja den Verlust wieder ausgleichen... Aber wieder
nix. Ich war einer der Dummen, die auf die Hütchenspieler immer wieder
hereinfallen.

Damals war ich noch jung, hatte keine Ahnung von deren Tricks, verlor insgesamt
300 der guten alten D-Mark und war für den Rest der Woche pleite. Heute kann
mir das nicht mehr passieren, denn ich kenne nun die Tricks. Diese sind:
1. Der Hütchenspieler ist nicht allein. Unter den Zuschauern befinden sich
2-3 Komplizen (weitere 2-3 stehen Schmiere wegen der Polizei).
2. Die, die gewinnen, sind immer Komplizen.
3. Wenn Fremde setzen, verlieren sie immer.
4. Der Hütchenspieler und seine Komplizen kommunizieren ständig
miteinander, teils durch verabredete Zeichen, Gesten oder Codewörter,
teils durch eine Fremdsprache (in meinem Fall waren es wahrscheinlich
Jugoslawen).
5. Der Hütchenspieler macht beim Mischen scheinbar unbeabsichtigt Fehler,
indem er immer mal wieder das Steinchen etwas aufdeckt. Das ist Teil der
Taktik. Die Zuschauer sollen in Sicherheit gewogen werden bezüglich des
richtigen Hütchens, so dass sie Geld setzen.
6. Manchmal scheint der Hütchenspieler abgelenkt, weil er mit einem
Zuschauer diskutiert oder ihn animiert. Diese vorgetäuschte Ablenkung
nutzt ein Komplize, um ein oder zwei Hütchen blitzschnell aufzudecken, so
dass die Zuschauer im Bilde sind. Der Hütchenspieler tut so, als merke er
das nicht.
7. Gehen diese dann aber eine Wette ein, wird schnell noch mal die Position
des Steinchen vertauscht, ohne dass es der Wetter merkt, weil er durch
das Hervorholen seines Geldes oder die Übergabe desselben abgelenkt ist.
Manchmal wird einfach noch mal neu gemischt.
8. Hin und wieder will der Hütchenspieler den Einsatz nicht akzeptieren,
sondern den Wetter zu höherem Einsatz verleiten. Egal, wie dieser sich
entscheidet, er hat schon verloren. Denn mit diesem Manöver soll er nur
kurz von den Hütchen abgelenkt werden, so dass der Hütchenspieler noch
mal schnell die Positionen verändern kann.
9. Wenn der Fremde doch mal gewinnen sollte, ruft plötzlich einer „Die
Bullen kommen!“ und alle rennen in alle Richtungen davon, natürlich auch
mit dem Geld.
10. Bisweilen wird ein Wetter vom weiteren Spiel ausgeschlossen, weil er
angeblich zu gut ist. In Wirklichkeit ist er nur ein Komplize, der nun einem

70
Zuschauer einen Deal vorschlägt. Der soll auf Anweisung für ihn setzen.
Auch der Wetteinsatz kommt vom Ausgeschlossenen. Liegt man richtig,
wird der Gewinn geteilt. Kein Risiko also für den Zuschauer. Der erste
Versuch gelingt, Gewinn wird geteilt. Beim zweiten Mal läuft es genau so.
Vor dem nächsten Einsatz drängt der Ausgeschlossene den Zuschauer,
auch eigenes Geld zu setzen. Der fühlt sich sicher mit so einem
treffsicheren Partner und tut es. Aber diesmal war’s ein Griff ins Klo.
Auch der Versuch, das Verlorene wieder zurückzuholen, misslingt.
11. Misstrauische Spieler bekommen auch mal ein Gratisspiel angeboten. Klar,
dass sie natürlich gewinnen. Auch ein zweites Gratisspiel gelingt. Dann ist
man sich oft schon sehr sicher und setzt Geld. Der Ausgang ist klar:
verloren.

Hütchenspiel ist kein Glücksspiel, es ist lupenreine Abzocke, bei der man nicht
die geringste Chance hat. Hütchenspieler-Banden bringen es in wenigen Stunden
auf mehrere Tausend Euro.

Ähnlich funktioniert es auch mit „3-Karten-Monte“, wo eine bestimmte Karte,


z.B. das Ass, bestimmt werden soll.

Taxi-Trick

Hierbei gehen Trickbetrüger wie folgt vor: Sie suchen sich aus dem Telefonbuch
geeignete Namen und Adressen und bestellen ein Taxi dorthin. Sie beobachten
dann insgeheim den Fahrer, der aussteigen muss, um an der Haustür zu klingeln.
Während dieser Zeit stehlen sie aus dem meist unverschlossenen Taxi die
Geldbörse.

Umfrage-Trick

Immer wieder sind Gruppen unterwegs, die vermeintlich harmlose Umfragen


machen. Ein beliebter Aufhänger ist das Thema Fernsehgebühren. Am Ende des
Interviews sollen die Befragten das Gespräch bewerten. Dabei müssen sie eine
Ziffer ankreuzen und mit Unterschrift bestätigen. Ohne es zu merken, hat man
per Durchschlag mit der gewählten Ziffer eine Zeitschrift gewählt und mit der
Unterschrift ein Abo bestellt.

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KO-Drogen

KO-Tropfen wurden insbesondere im Rotlicht-Milieu schon immer angewendet,


um Gäste und Freier bewusstlos zu machen und anschließend auszurauben.
Heimlich in Getränke gemischt haben sie insbesondere im Zusammenwirken mit
Alkohol eine rasche Wirkung und führen zu kurzfristig anhaltender
Bewusstlosigkeit. Früher hat man Barbiturate oder Chloralhydrat benutzt, heute
dagegen eher Benzodiazepine, insbesondere Flunitrazepam.

In Discotheken, auf Tecno Partys, in der Faschingszeit usw. wird in letzter Zeit
bevorzugt „Liquid Ecstasy" eingesetzt (Gammahydroxybutyrat (GHB)). Es wird
auch „LXTC“, „Liquid X“ oder „G-Juice“ genannt. Es hat mit den herkömmlichen
Ecstacy-Pillen nichts gemeinsam, denn seine Wirkung ist nicht aufputschend,
sondern betäubend. Wie die Polizei berichtet, steht diese KO-Droge im
Zusammenhang mit so manchen Sexualdelikten. Da die Flüssigkeit leicht löslich
und farb- und geruchlos, sowie fast geschmacklos ist, kann sie leicht in
unbeaufsichtigte Getränke gemischt werden. Opfer werden schnell betäubt oder
gar bewusstlos; sie können sich später weder an die Tat noch an die Zeit davor
erinnern. Dazu kommt, dass der Stoff schon nach fünf Stunden nicht mehr im
Urin nachgewiesen werden kann, da er leicht vom Körper abgebaut wird.

Betrügerische Amtsanmaßungen

Betrüger geben sich gerne einen amtlichen Anstrich, um ihre Opfer


einzuschüchtern oder in Sicherheit zu wiegen. Mal sind sie Datenschützer (siehe
Kapitel „Bundesamt für Datenschutz“), mal schlüpfen sie in die Rolle von
Telekom, Wasserwerk oder gar der Polizei (siehe Abschnitt „Vorsicht an der
Haustür“).
Bisweilen werden beeindruckende staatliche Behörden sogar frei erfunden wie
im Beispiel des „Bundesfinanzdienstes, Dezernat Ertragsverfahrensermittlung“.
In dem amtlichen Schreiben wimmelt es nur so von Paragraphen und
amtsdeutschen Ausdrücke, die auch für Unternehmer nicht einfach zu verstehen
sind. Da ist die Rede von „Direktive § 14b Abs. ErtragsverfahrensG 2008,
BFDBl. 6190-4/1“ „Ertragsverfahrensermittlung“, „Bestätigung von
Ertragspotenzialen“ usw. Aber so viel wird spätestens bei den Informationen
über einen angeblichen „Auszahlungsstatus“ klar: Es bestehe die Möglichkeit
einer Antragstellung, um in den Genuss von mehreren Tausend bis Zehntausend
Euro zu kommen. Bei der Aussicht auf solch eine unerwartete
Unternehmensförderung wurde schon so mancher schwach, zumal die
Verwaltungsabgabe mit 40 Euro nun wirklich moderat zu sein scheint.

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Der trojanische Möbel-Trick

Die Griechen konnten einst die Festung Troja trotz jahrelanger Belagerung von
außen nicht erobern. Da wandten sie den berühmten Trick mit dem trojanischen
Pferd an, gelangten unbemerkt in die Stadt und besiegten sie von innen. Das
Prinzip machten sich Kriminelle wie folgt zu nutze:

Der Hausherr war ein vorsichtiger Mann und hatte sein Haus sehr
einbruchsicher gemacht. Und als er in Urlaub fuhr, hat er einen guten Nachbarn
gebeten, es wachsam im Auge zu behalten. Daher bemerkte dieser auch, dass
eines Tages ein Lieferwagen vorfuhr und vergeblich klingelte. Es stellte sich
heraus, dass ein größeres Möbelstück geliefert werden sollte. Der hilfsbereite
Nachbar, der auch die Schlüssel zu dem Haus hatte, öffnete freundlicherweise,
so dass der Schrank hineingetragen werden konnte.

Doch der Schrank hatte es in sich: Ein Komplize war darin versteckt, der sich
nun in aller Seelenruhe umsehen konnte. Hätte der Nachbar keinen Schlüssel
gehabt, aber angeboten, die Lieferung bei sich unterzustellen, wäre das den
Einbrechern auch recht gewesen...

Der Bautrupp-Trick

In der Regel vermeiden Einbrecher jeglichen Lärm, wenn sie in ein Gebäude
gelangen wollen. Bei diesen dagegen gehörte es zur Methode, besonders viel
Lärm zu machen, um keinen Verdacht zu erregen:

Eines Morgens fuhr ein LKW vor, Baustellenschilder und Baustellen-


Absperrungen wurden aufgestellt, Material und Gerät wurde abgeladen und dann
fingen Presslufthämmer an, die Garageneinfahrt aufzureißen. Die Anwohner
wunderten sich anfangs ein bisschen und dann beachteten sie den Bautrupp nicht
mehr. Dieser konnte somit ungestört von der Garage aus auch ein Loch in die
Hauswand schlagen und sich bedienen...

73
So werden Briefe unbemerkt geöffnet

Bleistift-Öffnungsmethode
Bei dieser Methode wird die verklebte Lasche gelöst. Ein stumpfes Instrument,
z. B. ein Bleistift, wird in die Öffnung, die bei fast jedem Umschlag an beiden
Seiten der Lasche vorhanden ist (dort wo die Klebstoffbeschichtung endet)
eingeführt.

Diese Öffnung ist die schwache Stelle des Kuverts und der Ausgangspunkt für
das Entfernen des Inhalts. Der Bleistift wird vorsichtig und langsam entlang des
Randes der Lasche in Richtung der Unterkante des Umschlags gedreht. In den
meisten Fällen lässt sich die Lasche so vorsichtig von ihrer Verklebung lösen.
Manchmal ist es sogar besser, an der Unterlasche zu beginnen, da diese im
Allgemeinen mit minderwertigem Klebstoff verklebt ist und sich daher leichter
lockern lässt. In diesem Falle wird wie oben verfahren, nur in umgekehrter
Richtung.

Diese Methode kann vom Berechtigten folgendermaßen erkannt werden: Weil bei
dieser Methode Papierfasern der Unter- und auch Oberseite des
Klebstoffbelages gelöst werden, manchmal sich sogar eine dünne Schicht von
Papier trennt, gibt es überhaupt keine Möglichkeit, diese Zeichen zu verdecken.
Da zum erneuten Verkleben des Kuverts ein unterschiedlicher Klebstoff zu dem
vorher verwendeten benutzt werden muss, ergibt sich notwendigerweise eine
doppelte Klebelinie, wenn die Lasche zum zweiten Mal gegen das Kuvert gepresst
wird.

Denn es ist fast unmöglich, den Rand der einstigen Klebelinie mit der neuen zu
treffen. Selbst wenn das bloße Auge dies manchmal nicht erkennen würde,
werden ein Vergrößerungsglas oder ein Mikroskop das unbefugte Öffnen immer
aufdecken.

Stricknadel-Methode
Wie schon gesagt, befindet sich fast immer eine Öffnung an beiden Seiten der
Lasche, wo der Klebstoff endet. Durch diese Öffnung könnte der Inhalt des
Kuverts entfernt werden, ohne entsiegelt zu werden. Zu diesem Zweck steckt
man zwei gerade, dünne Stricknadeln dergestalt, dass der im Umschlag
befindliche, gefaltete Brief, zwischen die beiden Stricknadeln gerät. Wenn man
nun den Korken dreht, rollt sich der Brief um die beiden Stricknadeln herum auf
und kann aus der Öffnung gezogen werden. Zurück gelangt er auf dieselbe
Weise.

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Um diese Methode des Brieföffnens zu entdecken, halten Sie das Kuvert vor ein
starkes Licht und betrachten es. Dort, wo sich Fasern oder dünne Papierpartikel
gelöst haben, wird das Licht stärker als auf dem übrigen geklebten Rand
durchscheinen. Diese Stellen werden dann mit einem dünnen Bleistift umkreist
und näher untersucht. Dann machen Sie zwei Einschnitte in den Rand der Lasche
mit einem scharfen Messer, so dass nur der Teil der Lasche, der sich zwischen
den beiden Einschnitten befindet, abgehoben werden kann. Dann tränken Sie ein
Stück Löschpapier mit Wasser und legen es auf die verdächtige Stelle.

Wenn der Klebstoff vollständig aufgelöst worden ist, können Sie die kleine
Lasche mit Hilfe einer Pinzette aufheben. Dabei ist größte Vorsicht geboten, um
nicht noch mehr Fasern zu lösen.

Mit einem Vergrößerungsglas können Sie nun die untere Oberfläche der Lasche
sowie des Kuverts untersuchen. Wenn Sie losgelöste Papierfasern oder -partikel
sehen können, so haben Sie ein sicheres Indiz für vorheriges Öffnen. Zwar ist
diese Untersuchung sehr einfach, doch ist ein erfahrenes Auge notwendig, um
dem Postöffner auf die Schliche zu kommen.

Geheimdienste und andere Profi-Schnüffler, die sich dieser Methode bedienen,


gehen mit größter Behutsamkeit vor und hinterlassen sehr wenige Spuren ihrer
Arbeit. Dennoch wird eine vorsichtige Untersuchung in den meisten Fällen zur
Entdeckung führen.

Beleuchtungs-Methode
Bei dieser Methode werden Briefe einfach mit einem starken Licht von hinten
beleuchtet in der Hoffnung, dass man den Inhalt durch das Papier hindurch lesen
kann. Natürlich ist das nicht möglich, wenn das Papier oder das Kuvert zu dick
sind.

Um einen Abdruck des Inhalts zu machen, legt man den Brief auf eine Platte in
einen Rahmen mit empfindlichem Brom-Silberpapier und durchleuchtet den Brief
mit einem kräftigen Licht. Der Inhalt wird weiß auf einem schwarzen
Hintergrund erscheinen. Falls der Brief gefaltet und eng beschrieben ist, wird
der Inhalt schwer zu entziffern sein. Dieselbe Schwierigkeit tritt auf, wenn man
Röntgenstrahlen benutzt, um einen Abdruck zu machen. Bei dieser Methode wird
statt des Brompapiers eine Fotoplatte in den Rahmen platziert und der Brief für
kurze Zeit mit weichen Röntgenstrahlen durchleuchtet.

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Diese Methode hinterlässt keinerlei Spuren, so dass Sie nachträglich unmöglich
feststellen können, ob sich jemand vom Inhalt Ihrer Post Kenntnis verschafft
hat. Daher sollten Sie, wenn Sie Ihre Post gegen solche Methoden schützen
möchten, immer dicke Kuverts und dickes Papier benutzen.

Wasserdampf-Methode
Bei dieser Methode wird das Kuvert über kochendes Wasser gehalten, so dass
der Dampf die verklebte Rückseite des Kuverts löst und man die Lasche anheben
kann.
Diese Methode hinterlässt unvermeidlich Spuren auf dem Papier, regelmäßig in
Art von Wellen. Ebenso werden Markierungen und Zeichen aus Geheimtinte oder
Bleistift aufgelöst, so dass zu einem gewissen Ausmaß Flecken entstehen.
Um sich gegen diese Methode zu schützen, schließen Sie Ihre Briefe nicht mit
der dafür vorgesehenen Gummierung, sondern verwenden Sie lieber farblosen
Nagellack als Klebstoff. Nagellack trocknet fast immer sofort und hinterlässt
keine Schmierflecken. Ein auf diese Weise versiegelter Brief kann nicht
geöffnet werden.

Löschpapier-Methode
Unauffälliger als mit Wasserdampf lässt sich ein Umschlag öffnen, wenn man
dünnes, mit Wasser getränktes Löschpapier über die verklebte Lasche zieht.
Diese Methode verletzt auch nur einen kleinen Teil der Lasche.
Doch auch hier kann man mit ultraviolettem Licht feststellen, ob anderer
Klebstoff als der ursprüngliche benutzt wurde.

Röntgenspray-Methode
Mittels eines neuentwickelten Spezialsprays mit der Bezeichnung "P21" kann man
Briefe lesen, auch ohne den Umschlag öffnen zu müssen! Es wird ganz einfach
auf das Kuvert gesprüht, wodurch der Inhalt sicht- und lesbar wird. Nach
mehreren Minuten trocknet die Flüssigkeit wieder spurlos weg.

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Weitere Sicherheitstipps

Bankschließfach

Ein Bankschließfach ist eine absolut sichere Sache und dabei gar nicht mal teuer.
Alles, was wertvoll und wichtig ist, kann dort deponiert werden: Schmuck,
Wertpapiere, Münzen, Briefmarken, Antikes, wichtige Papiere, Verträge usw.

Doch nicht jede Bank bietet Schließfächer an; bei Citibank, Postbank, ABC Bank,
Santander Consumer Bank und dergleichen fragen Sie vergebens danach. Und
Institute, die sie haben, vermieten sie oftmals nur an eigene Kunden. Man muss
also ein bisschen herumfragen.

Die Preise richten sich nach der Größe und schwanken zwischen 20 und 200 Euro
pro Jahr. Eine anonyme Anmietung ist gesetzlich nicht erlaubt, die Banken wollen
schon wissen, wer man ist. Dagegen interessieren sie sich für den Inhalt
überhaupt nicht. Bei Einlagen und Entnahmen bleibt man diskreterweise
unbehelligt. Dagegen kann kein Bankschließfach nur vom Inhaber oder nur von
der Bank geöffnet werden; es sind immer zwei Schlüssel notwendig.

Das sollte man über Einbrecher wissen

• In der dunklen Jahreszeit ist das Einbruchrisiko höher.


• Für Parterre-Wohnungen ist das Einbruchrisiko höher.
• Für Wohnungen in höher gelegenen Etagen liegt das größte Risiko in der
Zeit zwischen 11 und 12 Uhr.
• Laut Kriminalstatistik ist die Einbruchsgefahr in Mehrfamilienhäusern
tagsüber größer.
• Jedes Jahr finden circa 90.000 Einbrüche statt, d.h. alle 6 Minuten
irgendwo ein Einbruch. Dabei entstehen Schäden von über 290 Mio. Euro.
Da gewerbliche Objekte immer besser gesichert sind, verlagert sich das
Geschehen auf Privathaushalte.
• Die einen brechen auf (in den Urlaub), die anderen brechen ein (in das
Haus): Viele Langfinger auf Beutezug suchen sich den Ort für einen
Einbruch spontan aus; halten sie Ausschau nach verlassen aussehenden
Häusern und Wohnungen. Überquellende Briefkästen, nicht zur Leerung
bereitgestellte Mülltonnen, ungemähter Rasen oder unberührter
Neuschnee sind einige Indizien.
• Einbrecher können durch das Vortäuschen von Anwesenheit abgeschreckt
werden. Einfaches Mittel: Licht. Mit einer Zeitschaltuhr kann man Licht

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anmachen, auch wenn man nicht zuhause ist. Die Einschaltzeiten sollten
öfter (z.B. durch einen zuverlässigen Nachbarn) geändert werden.
• Türen sind Fenster (auch Kellerfenster) sind die größten Schwachpunkte.
• Einbrecher prüfen bei Türen zuerst die Schlösser. Ein Sicherheitsschloss
ist gut, aber wenn der Zylinder hervorsteht, kann Einbruchswerkzeug
angesetzt werden. Abhilfe: Sicherheitsbeschlag.
• Das beste Sicherheitsschloss ist nutzlos, wenn das Schließblech im
Türrahmen zu schwach ist. Der Fachhandel für Sicherheitseinrichtungen
bietet diverse spezielle Sicherheitsschließbleche.
• Einbrecher verzichten auf den Einbruch, wenn sie gute
Einbruchssicherung bemerken und versuchen es dann lieber beim nächsten
Objekt.
• Nur 16% aller Einbrüche werden aufgeklärt, weil die Täter kaum
verwertbare Spuren hinterlassen und weil viele Einbrecher ausländischen
Banden angehören.

Sicherheitsfragen an Eigentümer und Mieter:


• Gesetzt den Fall, sie hätten Ihren Hausschlüssel verloren oder vergessen.
Gäbe es für Sie eine Möglichkeit, trotzdem in Ihr Haus / Ihre Wohnung
zu gelangen? Wenn ja, gibt es sie auch für Einbrecher!
• Schwachpunkt Kellerfenster: Sind die Hebel der Gitteröffnungen gegen
Öffnen von außen (z.B. mittels eines Schraubenziehers) gesichert?
• Ist die Tür zwischen Keller und Wohnung abgeschlossen? Ist sie stabil
genug?
• Sind die Gitterroste zu Kelleröffnungen einbruchsicher?
• Lassen sich Ihre Rollläden von außen widerstandslos hochschieben?
Abhilfe: automatische Rollladensicherungen, spezielle Rollladenführungen.
• Sind Ihre Fenster und Terrassentüren abschließbar?
• Wissen Sie, dass es einbruchhemmende Fensterverglasung gibt?
• Sind Ihre Steckdosen auf Terrasse und Balkon von innen abschaltbar?
Andernfalls könnte der Einbrecher sie benutzen, um sich mit seinen
Elektrowerkzeugen Zugang zu verschaffen...
• Gibt es in Ihrem Viertel Nachbarschaftshilfe? Hierbei helfen sich die
Nachbarn unentgeltlich gegenseitig aus bei vorübergehender Abwesenheit.
Nachweislich weniger Einbrüche, weil jeder für jeden Augen und Ohren
offen hält.
Wo kein Nachbarschaftsclub vorhanden ist, kann man auf die, allerdings
kostenpflichtigen Dienstleistungen so genannter Haushüter-Agenturen
zurückgreifen (siehe Internet). Bei größeren Objekten kann auch ein
Sicherheitsdienst vorübergehend engagiert werden.

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• Haben Sie vor Ihrem Urlaubsantritt eine Telefonnummer hinterlassen,
unter der Sie auch am Ferienort erreichbar sind? Vielleicht haben
Nachbarn Rückfragen oder müssen Sie über etwas verständigen.
• Haben Sie abschließbare Möbel? Wenn möglich, sollten Sie sich nicht
verschließen, denn wenn Einbrecher einmal im Haus sind, brechen sie sie in
jedem Fall auf und der Vandalismusschaden ist umso größer. Sie müssen
aber eine Güterabwägung vornehmen, denn manchmal ist es besser
abzuschließen, dann nämlich, wenn Sie Wertsachen besitzen, für die die
Hausratversicherung sog. Möbelverschluss verlangt. Ist es möglich, diese
Wertsachen in einem Bankschließfach aufzubewahren?

Geldtransport

1. Anfang und Ende: Seien Sie sich bewusst, dass die meisten Überfälle am
Beginn und am Ende eines Geldtransports passieren. Darum:
2. Keine Routine: Gänge zum Nachttresor und sonstige Geldtransporte
sollten nie nach einem immer gleichen Schema ablaufen. Ändern Sie
ständig Zeitpunkt, Weg, Personen, Transportbehältnisse und Fahrzeuge.
3. Kein Stopp: Wählen Sie eine Fahrstrecke, auf der Sie nicht oder
zumindest möglichst wenig anhalten müssen. Ignorieren Sie auch
unvorhergesehene Zwischenfälle wie Reifenpannen, sie könnten provoziert
worden sein. Weiterfahren!
4. Tag statt Nacht: Kriminelle arbeiten nicht gerne im Hellen, weil sie
leichter erkannt und verfolgt werden können.
5. Masse statt alleine: Wenn sich der Geldbote unter viele Menschen mischt,
erschwert er es den Gangstern, an ihn heranzukommen, aber auch zu
fliehen. Alleine auf nächtlicher Straße dagegen ist er wie auf dem
Präsentierteller.
6. Hirn statt Held: Wer dennoch einem Räuber gegenüber steht, sollte nicht
den Helden spielen, sondern ruhig und besonnen bleiben. Denn der
Kriminelle ist immer bewaffnet und immer nervös. Das lässt ihn schnell
seine Drohung wahr machen lassen. Besser: Möglichst viele Merkmale
beobachten.

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Kindesmissbrauch

Jährlich kommt es in Deutschland zu rund 320.000 Fällen von Kindesmissbrauch.


Die Bandbreite reicht von leichtesten Fällen bis zu Mord.

Der beste Schutz ist die Aufklärung des Kindes, aber ohne Übertreibung.
Machen Sie dem Kind keine Angst, sondern sensibilisieren Sie es, vorsichtig zu
sein. Ein Totschweigen der Gefahr kommt einer Mitschuld der Eltern gleich,
wenn wirklich etwas passiert sein sollte.

Über die Motive von Sexualstraftätern muss gesprochen werden. Wenn Sie es
nicht selbst oder nicht allein machen wollen, können Sie sich auch an eine
Erziehungsberatung wenden. Die kriminalpolizeiliche Beratungsstellen haben
auch einschlägige Aufklärungsschriften.

Stellen Sie Regeln und Verbote auf, jedoch immer mit einer für das Kind
nachvollziehbaren Begründung. Beispiel: Sie stellen die Regel auf, dass Sie immer
über den Aufenthaltsort des Kindes informiert sein wollen, vor allem aber über
Verspätungen. Begründung anhand eines wahren Beispiels: Wenn ein Kind einen
Unfall hatte, kann unverzüglich nach ihm gesucht werden, nicht erst nach
Stunden oder am nächsten Morgen. Es ist schon vorgekommen, dass ein Kind
irgendwo verletzt lag und dann verstarb, weil es zu spät gefunden wurde.

Bis zu 80% der Täter stammen aus dem Verwandten-, Bekannten- und
Nachbarschaftskreis. Auch für bekannte Personen müssen Regeln aufgestellt
werden, die ein Alleinsein mit diesen verhindert. Merke: 70-80% der Taten
finden in geschlossenen Räumen (des Täters oder des Opfers!) statt.

Nicht nur Mädchen sind gefährdet. 20% der Opfer sind Jungen.

Im Urlaub

• Machen Sie immer von den Safes an der Hotel-Rezeption Gebrauch, um


den Wertsachen-Diebstahl in Ihrem Zimmer zu verhindern.
• Landsleute: Im Ausland kann man auch Deutsche treffen, die es auf
andere Deutsche abgesehen haben und sich damit ihren Lebensunterhalt
verdienen. Sie erzählen von irgendwelchen Missgeschicken mit dem Zweck,
sich Geld vom Landsmann zu borgen. So entlarven Sie potenzielle
Betrüger: Bieten Sie an, den Unglücklichen zur Botschaft oder zum
nächsten deutschen Konsulat zu fahren. Ist die Geschichte fabriziert,

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wird er sie nicht vor Beamten wiederholen wollen und Sie sind den
Schnorrer für immer los...
• Geldwechsel: Tauschen Sie kein Geld auf der Straße, auch wenn der Kurs
noch so verlockend ist. Wie leicht kann jemand mit Ihrem Bargeld bzw.
Ihrer ganzen Brieftasche verschwinden oder aber Ihnen Falschgeld
andrehen? Wechseln Sie nur in Banken und offiziellen Wechselstuben.
• Reiseschecks: Gestohlene Reiseschecks werden ersetzt. Aber wie weisen
Sie nach, wie viele Sie noch hatten? Durch das Reisescheck-Verzeichnis.
Führen Sie also immer genau Buch und verwahren Sie es getrennt von den
Reiseschecks auf.

Im Zug

Nehmen Sie auf längeren Zugreisen ein Fahrrad-Ringschloss mit. Wenn Sie auf
die Toilette oder ins Zugrestaurant gehen, können Sie damit Ihr Gepäck an die
Ablage anketten.

Stalking

Seit 2007 ist Stalking („Nachstellung“) ein offizielles Kriminaldelikt, das


geahndet werden kann. Tatsächlich wurden in den ersten 9 Monaten desselben
Jahres schon über 11.000 Fälle polizeilich erfasst.

Mit der endlich eingeführten Rechtsgrundlage hat sich die Situation drastisch
geändert. Einerseits konnten Polizei, Staatsanwaltschaften und Gerichte nun
gegen die Täter vorgehen, andererseits wurden die Opfer nachhaltig geschützt.
Stalkingopfer können bei Gericht Schutznordnungen gegen den Stalker erwirken,
die in 80% der Fälle zu raschem und wirkungsvollem Nachlassen der Belästigung
bzw. Bedrohung führen, in das meist schon innerhalb von 48 Stunden.

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Die Tricks der Taschendiebe

Allgemein:
Trickdiebe und Trickbetrüger variieren ständig ihre Vorgehensweisen. Aber
auch uralte Tricks finden immer wieder Opfer. Etwa ein Drittel aller Diebstähle
sind Trickdiebstähle. Besonders leicht reinzulegen sind offenbar Frauen und
ältere Menschen, das zeigen alle Polizeistatistiken. Hilfsbereite junge Menschen,
die Senioren die schwere Einkaufstasche tagen wollen oder junge Frauen, die
Schwangerschaftsprobleme vortäuschen, haben ziemlich gute Erfolgsaussichten,
denn wer kann schon Hilfsbereitschaft zurückweisen oder einer Schwangeren
Hilfe verwehren? Trickdiebe und Trickbetrüger haben Einfühlungsvermögen und
schauspielerisches Talent hoch entwickelt. Der beste Schutz sind ein gesundes
Misstrauen, erhöhte Aufmerksamkeit und das Erkennen von
Ablenkungsmanövern.

Taschendiebe brauchen Körpernähe, um an die Geldbörse etc. heranzukommen.


Sie bedienen sich dabei folgender Tricks:
• Ausnutzen von Menschenmassen und Gedränge (Bus, U-Bahn, Märkte...)
• „versehentliches“ Anrempeln
• „versehentliches“ Bekleckern der Kleidung
• Anstecken einer Blume
• plötzliches Umarmen (gespielte Wiedersehensfreude)
• Bitte, ein Foto zu machen

Oft sind sie dabei zu zweit und machen Arbeitsteilung: Komplize 1 lenkt die
Aufmerksamkeit auf sich (z.B. durch Verschütten eines Drinks auf die Kleidung
des Opfers), Komplize 2 begeht dann den eigentlichen Diebstahl. Manchmal ist
noch ein Dritter eingebunden: Dem reicht Komplize 2 blitzschnell die Beute zu,
der damit verschwindet, so dass man bei den beiden ersten Komplizen nichts
finden kann.

Taschendiebe beobachten sehr genau. Stellen Sie z.B. fest, dass die Geldbörse
nicht körpernah getragen wird, sondern in einer Umhängetasche, reißen sie die
Tasche entweder vom Arm oder schneiden blitzschnell die Trageriemen durch
oder schlitzen in einem geeigneten Moment (z.B. im Gedränge) die Tasche auf.

Taschendiebe können warten – auf den richtigen Zeitpunkt. Irgendwann legt man
schnell mal die Tasche, den Fotoapparat auf die Seite, z.B. wenn man etwas
begutachtet, etwas anprobieren will oder etwas ausfüllen muss. Besonders
sorglos sind oft Mütter mit Kinderwagen: beim Begutachten von Auslagen z.B. im
Kaufhaus vergessen sie ganz, dass sie die Handtasche im Kinderwagen
unbeaufsichtigt zurückgelassen haben.

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Manchmal sind auch bettelnde Kinder Komplizen. Sie beobachten, wie und wo
Geld aufbewahrt wird und melden das weiter. Manchmal schnappen sie sich auch
einfach die ganze Geldbörse, während man nach Münzen sucht.

So können Sie sich schützen:


• Vermeiden Sie Gedränge, auch auf Rolltreppen.
• Wehren Sie sich gegen Annäherungsversuche.
• Tragen Sie keine größeren Geldbeträge oder gar die ganze Urlaubskasse
mit sich herum.
• Lassen Sie beim Bezahlen niemand in Ihre Brieftasche schauen.
• Tragen Sie Geld, Reiseschecks etc. körpernah (z.B. Brustbeutel) oder in
Innentaschen oder in Geheimtaschen.
• Bauchtaschen eng umschnallen, da sie sonst zu leicht hinterrücks
durchgeschnitten werden können.
• Umhängetaschen auf der zur Straße abgewendeten Seite tragen oder –
wenn Sie mit einer 2. Person unterwegs sind – in die Mitte nehmen
• Taschen nicht vergessen zu schließen.
• Schecks und Scheckkarten getrennt aufbewahren. Geheimzahl nur im Kopf
behalten.
• Beschränken Sie die Zahl der Kreditkarten.

Auch das sollte man wissen:


• bis zu 80% aller Bestohlenen sind Frauen
• bis zu 80% aller Diebstähle werden von Ausländern begangen
• ein Drittel aller Diebe sind unter 21 Jahre
• Taschendiebstahlsdelikte nehmen jährlich um 5-10% zu

ACHTUNG! 10 Prozent aller Diebstähle von Geld-, Bank-, EC- und Kreditkarten
geschehen am Arbeitsplatz, weil sie in Taschen und Jacken unbeaufsichtigt
gelassen werden. Oft fällt den Dieben dabei auch die Geheimzahl in die Hände.
Das ist grob fahrlässig, was zur unangenehmen Folge hat, dass die Geldinstitute
keinen Ersatz leisten müssen.

83
Vergewaltigung

Wehren oder nicht wehren – das ist hier die Frage? Einen allgemein gültigen Rat
gibt es nicht, denn jeder Fall ist anders. Aber ein paar Zahlen sind in diesem
Zusammenhang recht interessant: Im Jahre 2007 angezeigte Vergewaltigungen
und sexuelle Nötigungen: rund 7.500. Nur gut 50% der Versuche führten zu
einer vollzogenen Vergewaltigung und davon nur wenige Fälle zum Tode.

Damit wird eine Tendenz klar: Wer sich wehrt, hat gute Chancen, halbwegs heil
davon zu kommen. Aber wie gesagt: Man kann das nicht verallgemeinern. Wenn
die Frau an einen zur äußersten Gewalt bereiten Täter oder an einen
Psychopathen gerät, kann Schlimmes möglich sein.

Der beste Schutz ist Vorbeugung, d.h. die Vermeidung von Situationen, die zu
Vergewaltigung führen können. Fast drei Viertel aller Taten passieren, wenn es
dunkel ist. Daher keine Spaziergänge ohne Begleitung durch unbeleuchtete
Parks; keine Abkürzungen; Meiden von menschenleeren Gegenden, auch
Parkplätzen; nicht in Autos von Fremden bzw. von flüchtigen
Spontanbekanntschaften einsteigen (auch tagsüber nicht!). Unbedingt
Frauenparkplätze in Parkhäusern benutzen.

Ein guter Schutz ist auch die Gruppe. Täter wollen mit dem Opfer allein sein,
darum suchen sie sich immer Frauen ohne Begleitung aus. Wenn die Frau aber
allein in einer Gruppe aus zwei oder mehreren, vielleicht kurz vorher kennen
gelernten Männern ist, kann sie sich nicht unbedingt sicher fühlen.

Wenn es doch passieren sollte: Versuchen Sie abzuchecken, ob Sie es als Frau
mit dem Täter aufnehmen können; vielleicht ist er körperlich gar nicht so
überlegen; vielleicht ist er sehr unsicher und nervös; vielleicht beherrschen Sie
Selbstverteidigung. Selbstsicheres Auftreten ist erfolgversprechender als
Beten und Hoffen.

Rechtzeitig(!) um Hilfe schreien kann den Täter schon in die Flucht schlagen
oder Menschen herbeiholen, die die Ausführung der Tat stören.

Wenn es doch zum Äußersten kommt, muss Deeskalation Ihr Ziel sein.
Vergewaltigt werden ist schlimm, aber getötet werden ist schlimmer. Niemals
mit Anzeige drohen, schon gar nicht, wenn Ihnen der Täter bekannt ist.
Versuchen Sie ihn durch Reden abzulenken und Zeit zu gewinnen. Wenn auch das
nicht funktioniert, Bereitschaft vortäuschen.

84
Wertsachenpass

Ist schon schlimm genug, wenn Diebe bei einem eingestiegen sind und alles
Wertvolle weggetragen haben. Ist noch schlimmer, wenn neben dem Verlust der
Wertsachen auch noch Tausende Euro Sachschaden entstanden ist. Am
schlimmsten aber ist, dass man gegenüber Polizei und Versicherung gar nicht
präzise auflisten kann, was gestohlen wurde, wie wertvoll es war und wie es
aussah.

Am allerschlimmsten ist jedoch, wenn die Polizei Einbrecher gefasst und Beute
sichergestellt hat, aber diese den Kriminellen wieder zurückgeben muss, weil
sich die Eigentümer nicht ermitteln lassen.

Dabei wäre es so einfach. Schon seit Jahrzehnten hat die Polizei nicht nur einen
Personen-, sondern auch einen Sachfahndungscomputer. Darin sind alle
Gegenstände gespeichert, die als gestohlen gemeldet bzw. von der Polizei
sichergestellt wurden. Doch der Computer kann nur dann helfen, Eigentum seinen
rechtmäßigen Eigentümern zurückzugeben, wenn er zuvor mit eindeutigen Daten
gefüttert wurde.

Hier hilft der Wertsachenpass. Ihn bekommen Sie kostenlos bei jeder
kriminalpolizeilichen Beratungsstelle. Aber auch private Aufzeichnungen in einem
simplen Schulheft mit genauen Angaben wie Hersteller, Typ, Gerätenummer,
Aussehen, Abmessungen, besondere Merkmale, Anschaffungspreis und
Anschaffungsdatum (am besten mit Originalbeleg) erfüllen voll und ganz den
Zweck. Und im digitalen Zeitalter, wo sogar Handys schon mit Kameras
ausgerüstet sind, sollte es ein Kinderspiel sein, Fotos zu machen.

Übrigens: Im Sicherheitsfachhandel gibt es auch unsichtbare Tinte, die nicht


auswaschbar und nur unter ultraviolettem Licht sichtbar ist. Damit können Sie
Gegenstände, die keine Fabriknummer haben (wie z.B. Teppiche, Pelze,
Antiquitäten) kennzeichnen.

85
Straftaten,
die nicht geahndet werden müssen

Ja, es gibt durchaus eine ganze Reihe von Straftaten, die nicht strafrechtlich
verfolgt werden müssen! Es gibt eine Alternative zur traditionellen
Strafrechtspraxis. Sie nennt sich Täter-Opfer-Ausgleich, und ist gar nicht mal
eine Erfindung des 21. Jahrhunderts, sondern hat eine Vorgeschichte, die uns
bis nach Preußen zurückführt. Richter Erhard Väth, Direktor des Amtsgerichts
Euskirchen a.D. und Bundesvorsitzender des Bundes Deutscher Schiedsmänner
und Schiedsfrauen e.V. (BDS), hat auf der Internetseite
www.schiedsamt.de/taeteropferausgleich.html
(Menüpunkt „Schiedsamt“)
ausführlich das so genannte Schiedsamt, den Täter-Opfer-Ausgleich und die
vorgerichtliche Streitschlichtung erklärt, das ich hier verkürzt sinngemäß
wiedergebe:

Geschichtliches:

Der Täter-Opfer-Ausgleich ist in der Bevölkerung wenig bekannt, dennoch ist er


ein klassisches Institut des Strafrechts und hat eine lange Tradition.
Er wurde bereits 1879 mit Inkrafttreten der Preußischen Schiedsmannsordnung
eingeführt.
Er betraf damals (und auch noch heute) folgende Delikte:
• Hausfriedensbruch (§ 123 StGB)
• Beleidigung (§ 185-189 StGB)
• Körperverletzung (§ 223, 229 StGB)
• Sachbeschädigung (§ 303 StGB)

Mit der Neufassung des § 380 der Strafprozessordnung im Jahre 1998 kann der
Täter-Opfer-Ausgleich zusätzlich auch bei folgenden Delikten durchgeführt
werden:
• Verletzung des Briefgeheimnisses (§ 202 StGB)
• Nötigung (§ 240 StGB)
• Bedrohung (§ 241 StGB)
• Diebstahl (§§ 242 ff StGB)
• Unterschlagung (§ 246 StGB)
• Unbefugter Gebrauch eines Fahrzeugs (§ 248b StGB)
• Betrug (§ 263 StGB)

86
Zweck des Täter-Opfer-Ausgleiches:

Zum einen natürlich die Entlastung der ordentlichen Gerichte von langwierigen
Prozessen.
Zum anderen soll zwischen Täter und Opfer eine Einigung, eine Art
Wiedergutmachung und, wenn möglich, auch eine Aussöhnung erzielt werden.
Der Täter-Opfer-Ausgleich ist nur möglich, wenn der Täter/Beschuldigte an
einer Einigung mit dem Opfer interessiert ist.
Kann eine Einigung erzielt werden, hat das für den Täter folgende entscheidende
Vorteile:
• Bei allen Privatklagedelikten ist die Strafsache erledigt und es kann keine
Bestrafung mehr erfolgen.
• In Ermittlungsverfahren kann die Staatsanwaltschaft das Verfahren
gegen den Täter endgültig einstellen.
• In Strafverfahren kann das Gericht eine geringere Bestrafung verhängen;
es kann u.U. auch überhaupt keine Bestrafung erfolgen.

Was sind die Voraussetzungen?

1. Der Täter muss erwachsen sein.


2. Der Täter ist durch eine unerlaubte Handlung zivilrechtlich zur Zahlung von
Schadensersatz bzw. Schmerzensgeld verpflichtet.

Die nächsten Schritte:

Die Staatsanwaltschaft prüft in einem frühen Stadium des


Ermittlungsverfahrens, ob der Beschuldigte an einen Täter-Opfer-Ausgleich
interessiert ist.

Hat der Beschuldigte einem Täter-Opfer-Ausgleich zugestimmt, stellt die


Staatsanwaltschaft das Ermittlungsverfahren vorläufig ein.

Der Täter wird an einen Schiedsmann bzw. eine Schiedsfrau verwiesen.

Der Täter hat in der Regel ein starkes Interesse daran, dass das
Schlichtungsverfahren positiv endet, weil dadurch das Ermittlungsverfahren
gegen ihn endgültig eingestellt werden kann.

87
Die Tätigkeit der Schiedsperson:

Nach der Zuweisung des Falles durch die Staatsanwaltschaft kontaktiert der
Schiedsmann bzw. die Schiedsfrau außer dem Täter auch unverzüglich das Opfer
und klärt ab, ob auch hier Interesse an der Durchführung eines Täter-Opfer-
Ausgleiches besteht.

Ist dies der Fall, wird ein vorläufiger Ausgleichsvorschlag erarbeitet. Ein
Bericht darüber geht an die Staatsanwaltschaft.

Im Anschluss entscheidet die Staatsanwaltschaft über die


Verfahrenseinstellung nach § 153a der Strafprozessordnung.

Die Durchführung des Ausgleichs:

Stellt die Staatsanwaltschaft das Ermittlungsverfahren vorläufig ein,


beauftragt sie die zuständige Ausgleichstelle, den Vorschlag zum Täter-Opfer-
Ausgleich umzusetzen.
Eine sog. Ausgleichstelle kann sein:
1. „die Schiedspersonen in den Ländern Nordrhein-Westfalen, Brandenburg
und Hessen,
2. die Gerichtshilfe,
3. die Bewährungshilfe bei unter Bewährungsaufsicht stehenden
Beschuldigten,
4. der soziale Dienst des Strafvollzugs bei Inhaftierten und
5. Einrichtungen von Trägern der freien Wohlfahrtspflege, die sich zur
Wahrnehmung der Aufgaben einer Ausgleichsstelle des Täter-Opfer-
Ausgleichs für Erwachsene bereit erklärt haben. Dabei handelt es sich
hauptsächlich um die so genannten medialen Täter-Opfer-
Ausgleichsstellen, die unter anderem von Landesjustizverwaltungen der
Länder mit erheblichen finanziellen Mitteln pro Jahr unterstützt werden.“

Der Vertreter der Ausgleichstelle lädt Täter und Opfer zu einer


Schlichtungsverhandlung ein, bei der der zivilrechtliche Ausgleich des Schadens
besprochen wird.

Bisweilen kann auch die Entschuldigung des Täters zur Verfahrenseinstellung


ausreichen, falls diese aufrichtig ist und dies dem Opfer genügt. Kommt
insbesondere bei zahlungsunfähigen Tätern vor.

88
Der Täter-Opfer-Ausgleich muss bis zu einer von der Staatsanwaltschaft
gesetzten Frist erledigt sein.
Die Ausgleichstelle berichtet der Staatsanwaltschaft schriftlich über den
Ausgang des Schlichtungsverfahrens, selbstverständlich auch dann, wenn die
Schlichtungsbemühungen gescheitert sind.

Endgültige Einstellung des Ermittlungsverfahrens:

Das Ermittlungsverfahren gegen den Täter wird durch die Staatsanwaltschaft


endgültig eingestellt, wenn
• ein Vergleich zustande gekommen ist,
• der Täter die vereinbarte Ausgleichsleistung erbracht,
• keine weitergehenden Maßnahmen gegen den Täter angezeigt sind.

Wiederaufnahme des Ermittlungsverfahrens:

• Wurde bei Täter-Opfer-Ausgleich kein Vergleich erzielt,


• hat der Täter die Ausgleichsleistung nicht erbracht
• oder sind nach Ansicht der Staatanwaltschaft weitergehende Maßnahmen
angezeigt,

wird das Ermittlungsverfahren wieder aufgenommen und mündet in der Regel in


ein Strafverfahren.

Der Täter-Opfer-Ausgleich beim Strafgericht:

Auch nachdem die Staatsanwaltschaft Anklage vor einem Strafgericht erhoben


hat, ist noch ein Täter-Opfer-Ausgleich möglich.

Denn auch das Gericht ist nach dem neuen § 155a der Strafprozessordnung nun
verpflichtet, in jedem Verfahrensstadium zu prüfen, ob zwischen Opfer und
Täter ein Ausgleich hergestellt werden kann.

89
Die Verfahrenskosten

Grundsätzlich ist der Täter vorschusspflichtig und hat grundsätzlich auch die
gesamten Kosten des Verfahrens zu tragen.

Weitere Interessante Informationen, News und Adressen auf:


www.toa-servicebuero.de

90
Kriminalpolizeiliche Beratungsstellen

In allen deutschen Großstädten hat die Kriminalpolizei für die Bürger


Beratungsstellen eingerichtet, in denen man sich zu jedem Sicherheitsthema
kostenlos beraten lassen und Informationsmaterial erhalten kann.

Beratung gibt es auch im Internet:


Polizeiliche Kriminalprävention der Länder und des Bundes
Taubenheimstraße 85
70372 Stuttgart
www.polizei-beratung.de
(hier finden Sie auch eine Liste der Internetseiten der einzelnen
Landespolizeien)

91
Verbraucherzentralen

Die Adressen der Beratungsstellen der Verbraucherzentralen in den 16


Bundesländern finden Sie mit wenigen Mausklicks auf der Internetseite der
gemeinsamen Dachorganisation, der Verbraucherzentrale Bundesverband:
www.verbraucherzentrale.de

Die einzelnen Landesverbände halten zahlreiche Info-Broschüren und


Beratungsangebote für jeden Verbraucheraspekt bereit.

Einige Angebote sind kostenlos, andere sind kostenpflichtig.

Die Phönizier
haben das Geld erfunden...
Aber warum so wenig?
www.nl.jeden-tag-reicher.com

92
Adressen von Opferhilfen
und weiteren Verbraucherschützern

116 116
Der Sperr-Notruf 116 116 ist die zentrale, gebührenfreie Notrufnummer zum
Sperren von gestohlenen Kredit- und ec-Karten, aber auch Handys und
Mitarbeiterausweisen. Die Nummer ist 24 Stunden am Tag erreichbar. Weitere
Informationen im Internet:
www.sperr-ev.de

WEISSER RING
Der Weiße Ring ist ein gemeinnütziger Verein, der von Aktenzeichen XY-
Erfinder Eduard Zimmermann gegründet wurde. Er widmet sich einerseits der
Kriminalitätsvorbeugung durch Informationen. Andererseits ist er auch die
einzige bundesweite Hilfsorganisation für Kriminalitätsopfer und ihre Familien.
WEISSER RING
Weberstr. 16
55130 Mainz
Tel. 06131 – 83 03-0
Opfer-Notruf: 0800 0800 343
E-Mail: info@weisser-ring.de
Internet: www.weisser-ring.de

Internetbetrug
Eine sehr gute Ressource rund um Straftaten im Internet ist das unten
genannte Portal. Ob Vandalismus durch Viren, Würmer und Trojaner, ob
Computerbetrug bei Homebanking, Kreditkarten oder Online-Auktionen, ob
Handy-Nepp oder Fax-Werbung – hier gibt es zu allem Hintergrundwissen, Infos
und Foren. Ein nützlicher Gratis-Newsletter ist auch erhältlich:
www.computerbetrug.de

93
Spezialanwälte
Opfer von Dialer-Betrügereien können sich hier über die aktuelle Rechtslage
informieren. Das Portal enthält auch eine einzigartige Datenbank, in der alle
relevanten Gerichtsurteile abgerufen werden können:
Rechtsanwalt Dr. Martin Bahr
Sierichstr. 35
22301 Hamburg
Tel. 040-35 01 77 66
Fax 040 – 35 01 77 68
E-Mail: bahr@dialerundrecht.de
Internet: www.dialerundrecht.de, www.Dr-Bahr.com

Grauer Kapitalmarkt
Die Tatsache ist so traurig wie die Summe gewaltig ist: nicht weniger als 30
Milliarden Euro verlieren Anleger jedes Jahr durch dubiose Kapitalanlagen. Die
STIFTUNG WARENTEST hat eine Warnliste zusammengestellt, die alle
Anlageangebote, Initiatoren, Anbieter, Vermittler benennt, die negativ
aufgefallen sind. Die Liste wird jeden Monat aktualisiert. Leider ist die z.Zt. 13-
seitige Information kostenpflichtig (3,00 Euro):
http://www.test.de/themen/geldanlage-banken/infodok/-
Geldanlageangebote/1131965/1131965/
Gute kostenlose Informationen gibt es auf diesem Anlegerschutz-Portal:
www.graumarktinfo.de
(siehe Menüleisten-Links „Warnungen“ und „Grauer Markt“)

Time Sharing
Schutzvereinigung
Für Time-Sharing und Ferienwohnrechts-Inhaber in Europa e.V.
Werner-Hilpert-Str. 201
65197 Wiesbaden
Tel. 0611 / 52 71 10 (Mo-Do 9-11 Uhr)
Fax 0611 / 599 07 58
E-Mail: info@time-sharing.com
Internet: www.time-sharing.com

94
Immobilienbetrug
Menschen, die glauben, Opfer von unseriösen Machenschaften von Bauträgern,
Strukturvertrieben, Banken, Notaren, Maklern usw. geworden zu sein, können
sich auf den nachfolgenden Seiten informieren und ggf. organisieren:
www.immobilienbetrug.de
www.immobilienopfer.de
www.bankopfer.de
www.immobetrug.de
www.immobilienbetrueger.de
www.immobilienbetrugsopfer.de
www.anti-banken.de
www.anti-bank.com

Spenden-Sicherheit
Nicht einfach ist es, sich gegen Spendenbetrug zu schützen, da Sie keinen
Einfluss mehr haben, wie Ihr Geld verwendet wird, sobald Sie einmal weggeben
haben. Recht zuverlässig kann man sich aber auf die Beurteilungen der
nachfolgend genannten Institutionen verlassen, die Spenden einsammelnde
Organisationen regelmäßig überprüfen.
Wenn Sie also nicht sicher sind, ob ein Spendensammelverein vertrauenswürdig
ist, lesen Sie nach, ob er Mitglied im Deutschen Spendenrat ist. Das kann man
nämlich nur werden, wenn es ein vernünftiges Verhältnis gibt zwischen
Verwaltungskosten und tatsächlich geleisteter Hilfe:
www.spendenrat.de

Oder Sie überprüfen, ob der betreffenden Organisation das sog. Spenden-


Siegel verliehen wurde, ein Qualitätsmerkmal, das das Deutsche Zentralinstitut
für soziale Fragen (DZI) eingeführt hat. Speziell unter:
www.dzi.de/bulletin.htm
findet Sie alle Organisationen aufgelistet.

Weitere Kontrollinstitute sind:


Deutsches Spendeninstitut Krefeld (DSK)
www.spenden.org
und
HelpDirect
www.helpdirect.org

95
Adressen von Lieferanten
von Sicherheitseinrichtungen

Dialerschutz-Programme
Welche Dialerschutz-Programme wirklich wirksam sind und welche nicht,
erfahren Sie bei:
www.trojaner-info.de
und:
www.teltarif.de/s/s7643.html
www.teltarif.de/i/dialer.html

Kostenlose Dialerschutz-Programme
0900 Warner überwacht den Aufbau von DFÜ-Netzwerk, CAPI 2.0-, TAPI-
Verbindungen sowie die serielle Schnittstelle. Dabei speichert es jeden
Verbindungsaufbau mit Angaben zu Datum, Zeit, Namen der Verbindung,
anwählende Anwendung und Rufnummer in eine Log-Datei. Die Software arbeitet
nach dem Firewall-Prinzip. Dies bedeutet, Sie müssen jede Verbindung im 0900
Warner erlauben, bevor Sie diese nutzen können, damit kann 0900 Warner keine
ungewollte Dialer-Einwahl entgehen. Zusätzlich ermöglicht das Tool den
anwählenden Dialer aus dem Speicher zu entfernen und anschließend von der
Festplatte zu löschen.
www.wt-rate.com

Dialerschutz-Hardware
Der Call-Blocker von Hama versperrt teuren Dialern alle Schlupflöcher. Man
steckt das kleine Gerät einfach zwischen Telefondose und Endgerät und schützt
so gleichzeitig bis zu zwei analoge Endgeräte wie etwa Telefon, Modem oder Fax.
Für 0900-Nummern ist das Gerät vorprogrammiert. Weitere 15 Vorwahlen
können hinzugefügt werden. Gegen den 40 Euro teuren Sperrschalter kommt
selbst trickreiche Hacker-Software nicht an:
www.hama.de

96
Sicherheitstechnik
Der Markt der Sicherheitstechnik ist in den letzten Jahrzehnten gewaltig
gewachsen, was bei den Jahr für Jahr steigenden Verbrechenszahlen auch kein
Wunder ist.
Für jedes Sicherheitsproblem gibt es eine Vielzahl von Lösungen. Wichtigstes
Kriterium beim Kauf: Achten Sie auf das Prädikat „VdS anerkannt“.
Der VdS ist der Verband der Sachversicherer. Da Versicherungen ein hohes
Interesse daran haben, dass die von ihnen versicherten Objekte möglichst
einbruch- und diebstahlsicher sind, untersuchen sie Alarmgeräte,
Überwachungssysteme, Tresore, Schlösser und so weiter im eigens
eingerichteten Prüflabor in Köln. Nur die besten Produkte erhalten das
Gütesiegel.
Kaufen Sie nur anerkannte Sicherheitsgeräte, auch, um Ihren
Versicherungsschutz nicht zu gefährden!
Das Prädikat „VdS anerkannt“ wird aber auch an Sicherheits-Fachbetriebe
vergeben, die z.B. Alarmanlagen einrichten. Denn Installation und Wartung sind
genau so wichtig wie die Funktionstüchtigkeit der Geräte selbst. Also achten Sie
auch bei der Auswahl der Sicherheitsfirma auf das Siegel, das nur bekommt, wer
die strengen Kriterien des VdS bestanden hat.

Auswahl an Sicherheits-Shops im Internet:

www.adt-deutschland.de
www.alarm-shop.com
www.topsicherheit.de
www.sicherheitssysteme24.de
www.alarm.de , www.alarm.de/security
www.sicherheitskaufhaus.net
www.wagner-sicherheit.de
www.securitytechnik.de
www.elv.de
www.alarmsysteme.com
www.obhut.net/
www.alerta.de
www.buettner-group.com

97
DACHORGANISATIONEN:

European Security Systems Association (ESSA) e.V.


Lyoner Str. 18
60528 Frankfurt am Main
Tel. 069 / 66 03-14 56
E-Mail: info@ecb-s.com
Internet: www.ecb-s.com
Die ASSA ging aus der 1967 gegründeten FuP Forschungs- und Prüfgemeinschaft
Geldschränke und Tresoranlagen e.V. hervor.
Die deutschen, europäischen und weltweiten Mitgliedsfirmen finden Sie unter:
www.fup-gut.de/mitglieder.htm

Fachverband Schloss- und Beschlagindustrie e.V.


Offerstr. 12
42551 Velbert
Tel. 02051 / 95 06-0
E-Mail: info@fvsb.de
Internet: www.schlossindustrie.de

Prüfinstitut Schlösser und Beschläge Velbert


Wallstr. 41
42551 Velbert
Tel. 02051 / 95 06-5
Internet: www.piv-velbert.de

ZVEI
Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronikindustrie e.V.
- Gefahrenmeldetechnik -
Lyoner Str. 9
60528 Frankfurt am Main
Tel. 069 / 63 02-0
E-Mail: zvei@zvei.org
Internet: www.zvei.org

98
BHE
Bundesverband der Hersteller- und Errichterfirmen
von Sicherheitssystemen e.V.
Feldstr. 28
66904 Brücken
Tel. 06386 / 92 14-0
E-Mail: info@bhe.de
Internet: www.bhe.de
Der BHE ist der übergreifende Fachverband für Unternehmen, die Produkte und
Anlagen der vorbeugenden Sicherungstechnik herstellen, planen und/oder
installieren.
Über dem Menüpunkt „Fachfirmen suchen“ können Sie mit wenigen Klicks
Fachfirmen für Alarmanlagen, Brandmeldeanlagen, Videoüberwachung,
Zutrittskontrolle, Rauch- und Wärmeabzug sowie mechanische Sicherung in
Ihrer Nähe ausfindig machen. Ebenso finden Sie auf diese Weise
Sachverständige und Ingenieurbüros.

BDGW
Bundesvereinigung Deutscher Geld- und Wertdienste e.V.
Norsk-Data-Str. 3
61352 Bad Homburg
Tel. 06172 / 9 48 05-0
E-Mail: mail@bdgw.de
Internet: www.bdgw.de
Die Internetseite des BDGW ist geeignet, aus ihren Verbandsmitgliedern
Dienstleister in Bereich Geld- und Werttransport ausfindig zu machen; darüber
hinaus auch Hersteller von GWT-Fahrzeugen sowie Versicherer.

VdS
Der VdS war der Verband der Sachversicherer e.V. mit Sitz in Köln, der 1997 als
VdS Schadenverhütung Teil im Gesamtverband der deutschen
Versicherungswirtschaft (GDV) wurde.
Die über 100jährige Tradition der Schadensverhütung wird in den Bereichen
Security, Brandschutz etc. unter dem neuen Dach weitergeführt. Somit ist VdS
ist nach wie vor anerkannte Prüf-, Überwachungs- und Zertifizierungsstelle für
Sicherheitssysteme aller Art.
VdS Schadenverhütung GmbH
Amsterdamer Str. 172-174
D-50735 Köln
Tel.: 0221-7766-0

99
E-Mail: info@vds.de
Internet: www.vds.de
Die Suche nach einem VdS-anerkannten Fachmann ist sehr einfach, da der VdS
auf seiner Webseite eine entsprechende Suchfunktion anbietet. Sie finden Sie
unter dem Menüpunkt „Verbraucher“ und dort unter der Rubrik „Fachfirmen in
Ihrer Nähe“.
Der Pool beinhaltet über 300 zertifizierte Fachbetriebe, die bequem nach
Postleitzahlengebiet sortiert sind. Direkt-Link:
www.vds-home.de/infopool/fachfirmen/

Notrufzentralen

Die Mehrzahl der Betriebe und viele Privateigentümer schützen Personen und
Werte mit Gefahrenmeldeanlagen.

Durch Aufschaltung auf eine private, VdS-anerkannte Wach- und Sicherheits-


Notrufzentrale können Schutz und Sicherheit weiter erhöht werden, weil
eingehende Alarme schnell und unverzüglich von ausgebildeten
Sicherheitsfachkräften bearbeitet werden können. Die Reaktionszeiten sind in
der Regel sehr kurz.

Bei besonders gefährdeten Objekten schreiben die Sachversicherer sogar eine


Aufschaltung auf eine VdS-anerkannte Notrufzentrale vor.

Anwendungsbeispiele von Gefahrenmeldeanlagen und Notrufzentralen:


• Einbruch
• Überfall
• Brandmeldung
• Aufzugnotruf
• Störmeldungen technischer Anlagen

100
Betrügerische Wissenschaftler

Wissenschaft und Betrug?


Wer an Wissenschaft und Forschung denkt, denkt an hochspezialisierte
Akademiker, präzises, analytisches Arbeiten, an Erfindungen und Erforschungen
zum Wohle der Menschheit, an Nobelpreise und Ruhm.

In diesem Report war viel von Betrug die Rede. Bei meinen Recherchen bin ich
eines Tages auf einen, für viele Leser sicherlich auch überraschenden Aspekt
gestoßen, den ich doch nicht unerwähnt lassen möchte. Denn zum einen rundet er
das Thema auf interessante Weise ab. Zum anderen macht er uns klar, dass auch
Wissenschaftler irren, ja sogar verschleiern und betrügen können.

Ausgerechnet Wissenschaftler, die die Theologen beerbt haben, welche alle


Weisheit und Wahrheit für sich in Anspruch genommen hatten? Ja! Lesen Sie,
was auf Wikipedia an Beispielen zusammengetragen wurde:

http://de.wikipedia.org/wiki/Betrug_und_Fälschung_in_der_Wissenschaft

***

Literaturliste

VNR Verlag, Bonn – Magazin „Datenschutz aktuell“, 2009: Die Gefahren der
Internet-Telefonie, http://www.vnr.de/shop/artikel-271663---
748.htm?&ML=VNR_TNL_2_20071018&NL=38&SC=2904308

Richter Erhard Väth, Direktor des Amtsgerichts Euskirchen a.D. und


Bundesvorsitzender des Bundes Deutscher Schiedsmänner und Schiedsfrauen
e.V. (BDS): www.schiedsamt.de/taeteropferausgleich.html , Menüpunkt
„Schiedsamt“, Stand 21.02.2010

101
BIG BENN BOOKS Bestseller
BIG BENN BOOKS ist einer der erfolgreichsten unter den
unabhängigen deutschsprachigen Verlagen der letzten Jahre. Die
vielseitige Palette an praktischen Ratgebern war schon für
Zehntausende Leser von großem Nutzen. Ob auch Sie hier fündig
werden? Nachfolgend eine kleine Auswahl. Das vollständige
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Gangster- und Ganoventricks
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Der sexte Report
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Geld aus dem Nichts
Kapitaltricks und wie sie funktionieren
Klasse Sachen zum Kasse machen
Nie mehr Probleme!
Scheidungs- und Heiratsparadiese
Aussteigen auf 7.107 Inseln
Die TOTALE Freiheit
Der finanzielle Überlebens-Kurs
Der GRATIS-Kredit
Die Master-Dax-Strategie
Der Goldene Report
Ich will mein Geld zurück !!
Geld im Ausland 1 – So spürt der Fiskus Auslandskonten aus
Geld im Ausland 2 – Transfer diskret und legal
Geld im Ausland 3 – So wird Schwarzgeld legal weiß

102
Die Vielfraß-Diät
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