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Ökosystem Meer

Welche Bedeutung haben die Meere für die Erde?


Eigentlich müsste die Erde „Wasser“ heißen: Meere bedecken mehr als
71 Prozent ihrer Oberfläche, machen sie zum „Blauen Planeten“.
Das Meer ist wesentlich am Erdklima beteiligt. Die Meere nehmen
Wasser langsamer auf und speichern die Sonnenstrahlen länger.
Durch die Temperaturunterschiede entstehen große Windsysteme und
hoch- und Tiefdruckgebiete. Das Verdunsten des Meerwassers sorgt für
Luftfeuchtigkeit und Regen.
Der Lebensraum Meer ist aufgrund der vielfältigen Wechselwirkungen
ein empfindliches Ökosystem.

Wie funktioniert die Nahrungskette im Meer?


"Fressen und gefressen werden" – so könnte die Nahrungskette auf den
Punkt gebracht werden. Doch die Sache ist komplexer.
Um einen besseren Überblick darüber zu bekommen, wie Ökosysteme
funktionieren, ordnet man die Tier- und Pflanzenarten verschiedenen
Nahrungsebenen zu: Produzenten, Konsumenten und Destruenten.
Als Plankton bezeichnet man kleine Lebewesen im Meer, die durch die
Strömung bewegt werden.
Planktonalgen bilden die Basis der Nahrungskette, sie betreiben
Fotosynthese und bauen dadurch Biomasse auf. Auch der Sauerstoff in
der Atmosphäre stammt zum größten Teil von diesen Lebewesen. Das
pflanzliche Plankton wird vom tierischen Plankton (zum Beispiel tierische
Einzeller gefressen. Tierische Plankton und der Krill sind die
Konsumenten erster Ordnung.
Krill wiederum wird von Fischen, Schnecken oder den Bartwalen
gefressen. Sie sind Konsumenten zweiter Ordnung.
Raubfische, Seevögel oder Robben bilden Konsumenten dritter
Ordnung. Auch der Mensch ernährt sich von den Lebewesen im Meer
und ist Teil der Nahrungskette.
Die Destruenten sind die Zersetzter, die die abgestorbenen
Meeresorganismen fressen und zersetzen (z.B. Destritusfresser)

Welche Gefahren bringt die Nutzung der Meere?


Verschmutzung,
Überfischung,
Erwärmung und Versauerung
sind nur einige der Aspekte, die dem Lebensraum Ozean zu schaffen
machen.
Vorsätzliche Meerwasserverschmutzung
Pro Quadratkilometer treiben etwa 18.000 Plastikteile im Meer.
Riesige Müllteppiche wirbeln im Karussell der Meeresströmungen durch
die Ozeane. Vögel verkleben zu schwarzen Ölklumpen. Meerestiere
knabbern sich an buntem Spielzeug in den Tod und reihen sich als
giftiges Glied in die Nahrungskette.
Pestizide, Herbizide, Kunstdünger, Reinigungsmittel, Abwasser, Öl und
Unmengen an Plastikteilchen und anderen Festkörpern machen unsere
Ozeane zur Sondermülldeponie. Pro Stunde landen schätzungsweise
rund 675 Tonnen Müll im Meer, die Hälfte davon ist Plastik.

Überfischung
Wenn wir so weiter fischen, wird das weltweite Geschäft mit dem Fisch
bis 2048 zusammenbrechen.
Jedes Jahr werden mehr als 91 Millionen Tonnen aus Meeren, Seen und
Flüssen gezogen
Dauerhaft werden mehr Meerestiere gefangen als sie nachwachsen
31% der weltweiten Fischbestände sind überfischt. AAL, Rotbarsch,
Seeteufel, Pangasius
58% der weltweiten Fischbestände sind bis an ihre Kapazität befischt
(Forelle, Shrimps, Zander)
11% der Weltweiten Fischbestände sind unterfischt (Karpfen, Hering,
Wels)
Einige Arten wie der Südliche Blauflossenthunfisch sind sogar vom
Aussterben bedroht.

Erhöhung der Wassertemperatur


Je wärmer das Meerwasser, desto schneller schmilzt das Polareis.
Innerhalb eines Jahrhunderts hat sich die globale Temperatur um etwa
0,6 Grad Celsius erhöht. In den Ozeanen betrug der Anstieg nur etwa
0,1 Grad Celsius.
Die gestiegene Wassertemperatur führt zur schnelleren Verbreitung von
Krankheiten. Zudem erobern fremde Arten einst in sich intakte
Ökosysteme, während angestammte Arten verdrängt werden oder sich
nicht an die veränderten Lebensbedingungen gewöhnen können.
Forscher wissen zum Beispiel, dass die Fortpflanzung von Krill mit
wärmer werdenden Wasser sinkt. Weniger Krill bedeutet weniger
Nahrung für Pinguine und Robben und so weiter - es droht eine
Kettenreaktion entlang der Nahrungskette.
Wärmeres Wasser bedeutet mehr Wasserdampf. Das Resultat - die
Verschärfung tropischer Stürme - ist bereits zu beobachten. Außerdem
kann die Erwärmung des Wassers Meeresströmungen, wie den
Golfstrom, umlenken. Das kann unser Klima auf den Kopf stellen.
Eine weitere Folge der Wassererwärmung ist der steigende
Meeresspiegel. Warmes Wasser dehnt sich aus - und es unterspült und
schmilzt das Polareis.
Versauerung der Meere
Über Millionen von Jahre erwies sich der Säuregehalt in den Ozeanen
relativ stabil, doch Studien jüngerer Zeit zeigen, dass der pH-Wert des
Meerwassers sinkt.
Durch die hohe CO2-Konzentration in der Atmosphäre wird das Meer
saurer und wärmer. Für die Tiere ist es eine Belastung, für manche
sogar eine existenzielle. Es zieht sie in kältere Gefilde, wo es weniger
Nahrung gib. Saures Wasser belastet vor allem Schalentiere.
Der Grund: In Kombination mit dem Meerwasser entwickelt sich das
aufgenommene CO2 zu Kohlensäure. Das saurer werdende Wasser
hemmt die Kalkbildung von Lebewesen - wie Korallen, Austern, Shrimp,
Hummer oder Plankton - und zerstört damit unmittelbar die Basis der
ozeanischen Nahrungskette.

Was kannst du tun um die Meere zu schützen?


Tipp 1. Reduziere deinen CO2-Abdruck.
Fahr mit dem Fahrrad oder mit den Öffis
Fliege so wenig möglich mit dem Flugzeug
Kauf regional,
iss weniger Fleisch
verzichte auf Produkte mit Palmöl (Keksen, Chips, Fertigpizzen, aber auch in
Waschmitteln, Cremes…. Achte beim Einkaufen auf palmölfreie Produkte. Lies dir die Zutatenliste auf
der Verpackungsrückseite gut durch)
Tipp 2. Vermeide Plastikmüll.
Verzichte auf Plastiksackerln, eingepacktes Gemüse, Einweggeschirr,
Plastikflaschen – jeder kommt ohne aus
Tipp 3. Nimm nicht nur deinen Müll mit.
Nichts ins Wasser werfen, nichts am Strand liegen lassen.
Wer cool ist, nimmt auch Müll von anderen mit und hört mit der Gehört-
mir-nicht-interessiert-mich-nicht-Einstellung auf.
Tipp 4. Fischkauf
Iss keinen Fisch, der durch Überfischung bedroht ist.
Meiden auch Fische, der per Treibnetz- oder Langleinen-Fischerei
gefangen wurden, denn diese Fangarten produzieren große Mengen an
Beifang. Verzichten Sie auf Produkte aus Aquakulturen wie Shrimps und
Lachs.
Achte beim Fischkauf auf das Logo Marine Stewardship Council. Das ist
ein Gütesiegel für Fisch, der unter Rücksichtnahme auf die Erhaltung der
weltweiten Fischbestände gefangen wird.
Tipp 5. Kaufe keine getrockneten Seesterne und Schwämme oder
Muscheln und Schneckenhäuser als Urlaubssouvenier. Dasselbe gilt für
Schmuck aus Korallen.
Abschluss Film; 8. Juni Tag der Ozeane
https://www.youtube.com/watch?v=e0tDB9MOs4Q