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Stahlbau Arbeitshilfe 23.

4 Schächte im Geschoßbau

Anschlüsse an den Schacht Die Verbindung ist nach der Montage so- Bewehrungsstäbe, die über die Wandfläche
fort tragfähig (Bild 15). vorstehen, verteuern eine Einzelschalung
Übertragene Kräfte (Bild 13) • Die Wandscheibe erhält Aussparungen, in und sind bei Kletter- und Gleitschalung nicht
Die kraftschlüssig mit dem Betonschacht ver- die die Träger eingreifen. Zum Toleranzaus- ausführbar. Stahlteile zur Befestigung der
bundene Geschoßdecke leitet folgende Kräfte gleich dienen Fugenverguß und/oder klei- Deckenträger sollten daher mit der Beton-
in den Schacht ein: ne Lagerkörper (Bild 16). fläche bündig sein.
• durch die Deckenplatte Die Betonschächte werden meist vor Beginn
– Horizontalkräfte parallel zur Unverschieblicher Anschluß der Decke der Stahlmontage fertiggestellt. Bei Hochhäu-
Wandscheibe (T) Bei Punkt A der Bilder 7 und 15 sind hori- sern erfordert der Vorlauf der Betonarbeiten
– Horizontalkräfte als Zug- oder Druck- zontale Kräfte, die senkrecht zur Wand- um einige Stockwerke vor der Stahlmontage
kräfte senkrecht zur Wandscheibe (H) scheibe wirken, einzuleiten. Der Träger liegt sorgfältige terminliche Abstimmung und
• durch die Deckenträger auf der angeschweißten Knagge und ist auf Koordinierung der Arbeiten. Betonschächte
– vertikale Auflagekräfte (V) Zug und Druck mit der in die Wand einbeto- haben als Ortbetonbauteile größere Toleran-
– und (selten) vertikale Biegemomente (M). nierten Stahlplatte verbunden. zen als die Stahlkonstruktion. Hierauf ist beim
Entwurf der Anschlußelemente besonders zu
Anschluß der Deckenplatte Verschieblicher Anschluß der Decke achten.
Aus der Wandscheibe herausragende Beweh- Bei Punkt B am zweiten Schacht (Bild 7 und
rungsstäbe greifen in die Deckenplatte ein 17) sind nur vertikale Kräfte einzuleiten. Literatur
(Bild 14). Die Wandscheibe erhält eine durch- Der Träger liegt auf einer Konsole. • Hart, Henn, Sontag – Stahlbauatlas
gehende Nut oder einzelne Aussparungen, Zwischen Platte und Scheibe bleibt eine hin- • Stahlbautaschenkalender,
in die die Deckenplatte mit ihrer Bewehrung reichend breite Fuge, die mit elastischem Ma- jährliche Neuausgabe
eingreift. terial geschlossen wird. Bei kleineren Ver- • Stahlbau Arbeitshilfen
schiebungen ist es im allgemeinen ausrei- – 23 Aussteifungen von Geschoßbauten
Anschluß der Deckenträger chend, den Träger über Langlöcher (siehe – 23.1 Rahmen im Geschoßbau
• In die Wandscheibe werden Anschlußble- Bild 17) anzuschließen. Für größere Verschie- – 23.2 Verbände im Geschoßbau
che einbetoniert, die durch Kopfbolzen- bungen empfiehlt sich die Anordnung ver- – 23.3 Scheiben im Geschoßbau
dübel oder angeschweißte Bewehrungsstä- schieblicher Lager.
be im Beton verankert sind. Die Anschluß- Sicherheit: Ausgereifte Technik und
elemente – Knaggen oder Konsolen – für Bauausführung qualifizierte Beratung
die Träger werden meist nach dem Beto- Niedrige Betonschächte werden in Einzel- Bei Errichtung von Geschoßbauten hat der
nieren auf der Baustelle angeschweißt. schalung, höhere Schächte in Kletter- oder Stahlbau in den letzten Jahren eine ständig
Gleitschalung ausgeführt. wachsende Bedeutung erlangt; die Mitglieds-
firmen des Deutschen Stahlbau-Verbandes
DSTV haben sich dabei aufgrund ihrer Leis-
Wandscheibe
Deckenplatte durchgehende Nut
tungsfähigkeit und Erfahrung als qualifizierte
des Schachtes Partner erwiesen. Viele dieser Unternehmer
errichten in Zusammenarbeit mit Planern und
herausragende Bewehrung
Bauherren auf Wunsch auch komplette
T T
schlüsselfertige Gebäude.

Rand beim Die Organisation BAUEN MIT STAHL steht


H Betonieren unterstützen
Ihnen mit ihren Ingenieuren ebenfalls gern
V H
M zur Verfügung
M • wenn Sie (z. B. im frühen Entwurfsstadium)
Deckenträger 14 Kraftschlüssiger Anschluß der eine firmenneutrale Beratung wünschen
Deckenplatte (z. B. Verbunddecke) oder
V • wenn Sie (auch im Gespräch mit den
Behörden) die erforderlichen und ange-
13 Übertragene Kräfte dauerelastischer messenen Maßnahmen bei einem kon-
Verschluß
kreten Stahlbauprojekt ermitteln wollen.

H V V
4. überarbeitete Auflage 7/02

Baustellen- V B
V A verschweißung Fugenverguß Sohnstraße 65 · 40237 Düsseldorf
bündig einbetoniertes und/oder Verschraubung Postfach 10 48 42 · 40039 Düsseldorf
Anschlußblech Langkörper V über Langlöcher Telefon (02 11) 67 07-828
15 Kraftschlüssiger 16 Auflagerung in 17 Verschieblicher Telefax (02 11) 67 07-829
Trägeranschluß einer Wandnische Anschluß
Internet: www.bauen-mit-stahl.de
E-Mail: zentrale@bauen-mit-stahl.de
Stahlbau Arbeitshilfe
23.4 Schächte im Geschoßbau
Eine Gemeinschaftsorganisation von
stahlerzeugenden Unternehmen und dem
Deutschen Stahlbau-Verband DSTV

Die Wände vertikaler Erschließungsschächte aus Stahlbeton eine beliebte Lösung. Bei erhalten in der anderen Richtung verschiebli-
(Treppenhäuser, Aufzugs- und Versorgungs- einem kompakten Grundriß läßt sich aber che Anschlüsse.
schächte) eignen sich zur Unterbringung der auch die Steifigkeit der Stützen und Träger
vertikalen Aussteifungsscheiben, weil sie (und evtl. Verbände), die an der Außenhaut Querschnitt der Schächte
nicht veränderbar sind. Wenn sie zur Bil- des Gebäudes liegen, zur Aussteifung nutzen. Der Querschnitt der Schächte ergibt sich aus
dung von Brandabschnitten feuerbeständig ihrer Funktion und den Auflagen der Bauauf-
sein müssen, kann eine Ausführung aus Stellung des Schachtes zum Gebäude sicht (z. B. Trennung von Aufzugs- und Trep-
Beton wirtschaftlich sein. Der Betonschacht kann im Gebäude oder penschächten). Statisch ist eine gedrungene,
Haben die Erschließungsschächte allseitig außen neben ihm stehen. rechteckige Form am günstigsten (Bild 8, 9).
Betonwände, so entstehen torsionssteife Ein Schacht im Gebäude (Kern) kann auch Versorgungsschächte müssen an mehreren
Betonschächte. bei exzentrischer Stellung durch seine Tor- Stellen zugänglich sein und eine bequeme
sionssteifigkeit alle Horizontalkräfte allein Leitungsführung in die Geschosse ermög-
Einfluß der Gebäudehöhe abtragen. Diese Anordnung ist bei Hochhäu- lichen.
Die Wahl der optimalen Aussteifungsart sern üblich (Bild 1, 2). Bei stark exzentrischer Zahlreiche Durchbrüche für Türen, Fenster
hängt von vielen Faktoren, besonders aber Stellung im oder neben dem Gebäude sind und Installationen erschweren die statische
von der Gebäudehöhe ab. Es empfiehlt sich, zusätzliche Wandscheiben (Fachwerkverbän- Berechnung des Betonschachtes und verteu-
niedrige Gebäude (bis etwa 4 Stockwerke) de oder Betonwände) erforderlich (Bild 3, 4). ern seine Ausführung (Bild 12).
durch Rahmenwirkung oder einzelne Wand- Hat das Gebäude mehr als einen Schacht, so Diese Durchbrüche lassen sich vermeiden,
scheiben (Fachwerke oder Betonfertigteil- ist beim Anschluß der Geschoßdecken darauf wenn die Installationsschächte außen den
scheiben) auszusteifen. zu achten, daß keine Zwängungen aus Tem- Aufzugsschächten angeglichen werden
Bei Gebäuden mittlerer Höhe (etwa 5 – 10 peraturänderungen der Deckenscheiben ent- (Bild 10).
Stockwerke) ist es meist am wirtschaftlichs- stehen (Bild 5, 6, 7), d.h., nur ein Schacht Wenn der Querschnitt der Erschließungs-
ten, die Erschließungsschächte zur Ausstei- darf mit den Deckenscheiben allseitig fest schächte statisch nicht ausreicht, können
fung zu nutzen. Bei Hochhäusern ist die Aus- verbunden werden, weitere Schächte dürfen Naßräume in den Betonschacht einbezogen
steifung durch einen oder mehrere Schächte nur Kräfte in einer Richtung aufnehmen und werden (Bild 11).

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