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Das Deuteronen Potential

N. Dorfinger, S. Gerber, G. Heinrich, O. Huber, N. Stevanecz, J. Weingrill


29. Mai 2004

Gesucht ist die Lösung des folgenden Potentials:

1 Aufgabenstellung

Abbildung 1: Das Potential eines Deuterons

Für die Energie wird V0 < E < 0 gewählt. Da Energie und Potential stets
kleiner Null sind, Wählen wir formal:

E = −|E| (1)
V0 = −|V0 | (2)

1
Abbildung 2: symmetrisches Potential

Zur Vereinfachung des Problems lösen wir zunächst ein symmetrisches Potential,
also ohne V (x = 0) = ∞
(
V0 für |x| < a
V (x) =
0 sonst

2 Lösung des symmetrischen Potentials


Die eindimensionale Schrödingergleichung lautet allgemein:
µ ¶
h̄2 d2
− + V (x) · φ(x) = E · φ(x) (3)
2m dx2
Wir gliedern nun in drei Bereiche.
• Bereich I: Aus x < −a, V = 0 folgt

h̄2 d2
· φ(x) = |E| · φ(x) (4)
2m dx2
h̄2
· φ00 (x) − |E| · φ(x) = 0 (5)
2m
2m|E|
φ00 (x) − · φ(x) = 0 (6)
h̄2

2
Wir substituieren
2m|E|
k :=
>0 (7)
h̄2
und lösen die Differentialgleichung
φ00 (x) − kφ(x) = 0 (8)
mit dem Ansatz φ = eλx :
λ2 eλx − k · eλx = 0 (9)
λ2 = k (10)
r
√ 2m|E|
λ = ± k=± (11)
h̄2
Die allgemeine Lösung der Differentialgleichung nach Rücksubstitution lau-
tet somit:
√ √ q q
2m|E| 2m|E|
kx − kx ·x − 2 ·x
φ(x) = A1 · e + A2 · e = A1 e h̄2 + A2 e h̄ (12)

• Bereich II: Für |x| < a, V (x) = V0 gilt:


µ ¶
h̄2 d2
− + V (x) · φ(x) = |E| · φ(x) (13)
2m dx2
h̄2
− · φ00 + V0 · φ = |E| · φ (14)
2m
h̄2
− · φ00 = (|V0 | − |E|) · φ (15)
2m
h̄2
− · φ00 − (|V0 | − |E|) · φ = 0 (16)
2m
2m(|V0 | − |E|)
φ00 + ·φ = 0 (17)
h̄2
Wir substituieren zur Vereinfachung
2m(|V0 | − |E|)
k := (18)
h̄2
Als Ansatz für diese Differentialgleichung wählen wir wieder φ = eλx :
λ2 eλx + keλx = 0 (19)
√ √
λ = ± −k = ∓i k ⇒ (20)
√ √
φ(x) = B1 · ei kx
+ B2 · e−i kx
= (21)
q q
2m(|V0 |−|E|) 2m(|V0 |−|E|)
= B1 · ei h̄2
x
+ B2 · e −i 2 h̄
x
(22)

3
• Der Bereich III der Wellengleichung für x > a und V = 0:
h̄2 d2
− · φ(x) = −|E| · φ(x) (23)
2m dx2
Die Lösung der Differentialgleichung erfolgt analog dem ersten Bereich
und ergibt q q
2m|E| 2m|E|
x
φ(x) = C1 · e h̄2 + C2 · e− h̄2
x
(24)
Die allgemeine Wellenfunktion über den gesamten Bereich unter Berücksichti-
gung der exponentiell ansteigendenden Teile für x → ∞ lautet somit
 q

 A · e
2m|E|
x
x < −a

 1
q
h̄2
q
2m(|V0 |−|E|) 2m(|V0 |−|E|)
φ(x) = B1 · ei h̄2
x
+ B2 · e−i h̄2
x
|x| < a

 q

C · e− h̄2 x 2m|E|
2 x>a
Das bisher betrachtete Problem ist spiegelsymmetrisch, das heißt, es ist invariant
unter der Transformation x → −x. Diese Symmetrie bedeutet, dass der Paritäts-
operator /it P mit der Hamiltonoperator kommutiert [H, P ] = 0. Dies wiederum
bedeutet, dass beide Operatoren das gleiche Eigensystem besitzen. Deshalb kann
man die allgemeine Wellenfunktion in einen symmetrischen φ+ und antisymme-
trischen φ− Anteil aufspalten:
 q

 A · e
2m|E|
h̄2
x
x < −a

 1
q
φ+ = B · cos 2m(|Vh̄02|−|E|) x |x| < a

 q

C · e− 2m|E| x
2 h̄2 x>a
und  q

 A · e
2m|E|
h̄2
x
x < −a

 2
q
φ− = B · sin 2m(|Vh̄02|−|E|) x |x| < a

 q

C · e− 2m|E| x
1 h̄2 x>a

3 Lösung des antisymmetrischen Potentials


Für das Deuteronen-Potential müssen wir nun V (x = 0) → ∞ gelten lassen, was
für unsere Wellenfunktion bedeutet, dass sie an diesem Punkt verschwinden muss.
Deswegen betrachten wir des weiteren nur mehr den antisymmetrischen Anteil.
 q
B · sin 2m(|V0 |−|E|) x 0 < x < a
h̄2
φ(x) = q
C · e− h̄2 x
2m|E|
x>a

4
Wir berücksichtigen nun die Übergangsbedingungen:

lim φ(a − ξ) = lim φ(a + ξ) (25)


ξ→0 ξ→0

lim φ0 (a − ξ) = lim φ0 (a + ξ) (26)


ξ→0 ξ→0
(27)

Wir
q berücksichtigenq nun die Stetigkeit der Wellenfunktion und substituieren ω :=
2m(|V0 |−|E|)
h̄2
, κ := 2m|E|/h̄2 :

lim φ− (a + ξ) = lim φ− (a − ξ) ⇒ B · sin ωa = Ce−κa (28)


ξ→0 ξ→0

lim φ0− (a + ξ) = lim φ0− (a − ξ) ⇒ Bω · cos ωa = −κCe−κa (29)


ξ→0 ξ→0
(30)

oder in Matrixdarstellung
µ ¶µ ¶
sin ωa −e−κa B
=0 (31)
ω cos ωa κe−κa C

Daraus folgt die Lösung1


κ
cot ωa = − (32)
ω
Nach Rücksubstitution ergibt sich
Ãr ! s
2m(|V0 | − |E|) |E|
cot 2 a =− (33)
h̄ (|V0 | − |E|)

Dies ist nur eine implizite Gleichung für E. Für ein gegebenes Potential, für be-
stimmtes a und V0 , ist sie nur für bestimmte Werte von E, eben für die gesuchte
Eigenwerte erfüllt. Es sein nun Ei ein Energieeigenwert, die die Gleichung (33)
ist somit erfüllt. Dann lautet die Lösung φi zu diesem Eigenwert
 q
B · sin 2m(|V0 |−|Ei |) x 0 < x < a
h̄2
φi (x) = q
C · e− h̄2 x
2m|Ei |
x>a

um die Konstante B zu eliminierten verwendet man Gleichung (28) und erhält


e−κ·a
B=C· (34)
sin ωa
1
physikalisch sinnvolle Lösungen für dieses lineare homogene Gleichungssystem existieren
nur, wenn det|A| = 0 gilt

5
Um die die Stetigkeit an der Stelle a zu überprüfen, setzt man x = a in beiden
Teilen der Wellenfunktion ein und erhält
e−κa
C· · sin ωa = C · e−κa (35)
sin ωa
Nun leitet man beide Teile der Wellenfunktion nach x ab und vergleicht wieder,
um die Stetigkeit der Ableitung an der Stelle a zu überprüfen. Man erhält wieder
die Gleichung (33). Dies bedeutet nun, daß die Stetigkeit der Ableitung nur für
Werte von E gewährleistet ist, die Gleichung (33) erfüllen. Verwendet man nur
die Bedingung V0 < E führt dies zur Unstetigkeit der ersten Ableitung.

4 Die grafische Lösung der Energieeigenwerte


Zum Auffinden der Energieeigenwerte betrachten wir wieder die Gleichung (33)
Es wird nur der positive Bereich der Funktion betrachtet, da sich für den Bereich
VHxL

20

10

x
Π 2Π 3Π 4Π 5Π

-10

-20

Abbildung 3: grafische Lösung der Energieeigenwerte

yp< 0 negative y ergeben würden. Die Nullstelle der Funktion im Bereich y > 0

1 − y 2 /y liegt bei y. Da die Schnittpunkte mit dem Kotangens gesucht wer-

den, gibt es keine Lösung für y < π/2. Die erste Lösung ergibt sich genau bei

y = π/2, weswegen sich für ein hinreichend schwaches Potential kein Energie-
eigenwert findet. Die Anzahl der Lösungen ergibt sich aus
$ r %
a 2m|E| 1
n= + (36)
π h̄ 2