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Bürgerversammlung Immensen

Biogasanlage Immensen

03.05.2011

Bürgerversammlung Immensen 03.05.2011

BI Immensen
Tagesordnungspunkte:

1. Geplanter Standort der Biogasanlage (BGA) Immensen – Bodo Kutzke 19:00 Uhr

2. Beschreibung und Funktionsweise der BGA Immensen – 19:15 Uhr


Dr. Hans-Jürgen Dankert

3. Darstellung der Probleme von Biogasanlagen – 19:30 Uhr


Dr. Hans-Jürgen Dankert

4. Darstellung des Ablaufes und Stand des Genehmigungsverfahrens der 20:00 Uhr
Biogasanlage Immensen –
Bodo Kutzke/Dr. Hans-Jürgen Dankert/Heiner Bühring

5. Was hat die Bürgerinitiative Immensen bisher gemacht? – 20:15 Uhr


Heiner Bühring

6. Wie sollen die nächste Schritte der Bürgerinitiative Immensen 20:30 Uhr
aussehen? –
Diskussion mit den Teilnehmern/Moderation Heiner Bühring

7. Festlegung der nächsten Schritte für die Bürgerinitiative Immensen 21:00 Uhr
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1. Geplanter Standort der Biogasanlage (BGA) Immensen – Bodo Kutzke

Anhand des Lageplans:

1. Darstellung der Lage der BGA mit technischer Installation:

1.1 Anfahrwege
1.2 Fahrzeugwaage
1.3 Maissilagelager 2 Kammern je 2.000 m² 74mx27m, Höhe 3,5m
1.4 Annahmebehälter für Gülle Durchmesser 10m, Höhe 6m
1.5 Feststoffbeschickung für Fermenter 8mx3mx2,5m
1.6 Fermenter Durchmesser 23m, Höhe 6m, mit Gasspeicherung
Gesamthöhe in der Spitze 10,5 m
1.7 Nachgärer Durchmesser 23m, Höhe 6m, mit Gasspeicherung
Gesamthöhe in der Spitze 10,5 m
1.8 Gärproduktlager Durchmesser 32m, Höhe 6m, mit Gasspeicherung
Gesamthöhe in der Spitze 14,6 m
1.9 Pumpengebäude
1.10 Blockheizkraftwerk (BHKW) 499 KW el, 1234 KW FWL

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Anhand des Lageplans: Legende:

Ausdehnung
Geruchsemissionen
4 1 Standort
Biogasanlage
3
2 Güllelieferant
Immensen
2 3 Standort
Antragsteller
1
1 4 Transportweg
Güllelieferant
Nord

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Geplante BGA Immensen – Bild 1:

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Geplante BGA Immensen – Bild 2:

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Geplante BGA Immensen – Bild 3:

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2. Beschreibung und Funktionsweise der BGA Immensen –
Dr. Hans-Jürgen Dankert
Eingangsstoffe und Logistik
Geplante Eingangsstoffe und Jahresmengen lt. Genehmigungsantrag:
9.120 t/a Mais und 4.198 t/a Rindergülle

Mais:
Geplante Anbaufläche Antragsteller: 100 ha
Ertrag: 50 t/ha
Ertragsmenge Antragsteller: 5.000 t/a
Erforderliche Anbaufläche anderer Lieferanten: 82,4 ha bei Ertrag 50 t/ha
Lage der Anbauflächen, Anfahrwege und –mengen für gesamte Anlieferung:
unbekannt
Geplanter Anlieferungszeitraum Woche: 5 – 7 Tage/Woche = montags bis sonntags
Geplante tägliche Anlieferungszeit: 06:00 – 22:00 Uhr, witterungsbedingt auch nach
22:00 Uhr möglich
Erntezeitraum: August
Erntemenge gesamt: 9.120 t/a
Anzahl Anfahrten/Tag: ca. 50 Anlieferungsfahrten/d
Erntedauer: ca. 9 Tage bei 20t Liefermenge/Fahrzeug
Gesamtzahl Anlieferungsfahrten: ca. 450 in 9 Tagen
Anzahl Voll- und Leerfahrten: ca. 900 zur/von BGA Immensen in ca. 9 Tagen!

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Eingangsstoffe und Logistik

Rindergülle:
Güllelieferant Immensen: ca. 30 Rinder
Gülleanfall: ca. 12 m³/a*Rind = ca. 13 t/a*Rind
Gülleanfall Lieferant Immensen: ca. 390 t/a
Erforderliche Güllemenge anderer Lieferanten: 3.808 t/a
Erforderliche fehlende Rinderzahl zur Güllelieferung: ca. 293
Lage der anderen Güllelieferanten, Anfahrmengen und -wege für Anlieferung:
nur teilweise bekannt, teilweise von Hofstelle zwischen Immensen und Burgdorf
Geplanter Anlieferungszeitraum: alle 25 Tage 11 Tankfahrzeuge/d
Geplante tägliche Anlieferungszeit: 06:00 – 22:00 Uhr
Anlieferungszeitraum: ganzjährig
Anlieferungsmenge gesamt: 4.198 t/a
Anzahl Anfahrten/Jahr: ca. 210 Anlieferungsfahrten/Jahr,
davon aus Immensen ca. 20/Jahr
Anzahl Anfahrten anderer Güllelieferanten: ca. 190 (20t Liefermenge/Fahrzeug)
Gesamtzahl Anlieferungsfahrten/Jahr: ca. 210
Anzahl Voll- und Leerfahrten: ca. 420/Jahr zur/von BGA Immensen

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Verfahrensablauf und Funktionsweise der Anlagenteile

Fahrzeugwaage:
• Erfassung der Eingangs- und Ausgangsmengen durch Voll- und Leerwägung
Maissilagelager:
• Lagerung und Verdichtung auf Betonsiloplatten, abgedeckt mit Silofolien
• Aufschluss der organischen Bestandteile durch Mikroorganismen (Prinzip und
Geruch Komposthaufen im eigenen Garten): Bildung von organischen Säuren
wie Milchsäure, Essigsäure und andere flüchtige geruchsintensive organische
Säuren
• Mais enthält ca. 800 mg Schwefel/kg
Annahmebehälter für Gülle (Betonrundbehälter, Abdeckung mit Druckausgleich):
• Lagerung der Gülle und Förderung in den Fermenter
• Gülle enthält ca. 0,4 kg Schwefel/t
Feststoffbeschickung für Fermenter(Metallbauweise, offen):
• Eintrag der Maissilage in Fermenter
Fermenter (Stahlbetonrundbehälter mit Tauchmotorrührwerken, wärmeisoliert) :
• Mikrobiologischer Abbau der organischen Bestandteile zu gasförmigem
Methan und Kohlendioxid und sehr stark riechendem gasförmigem Ammoniak
(Salmiakgeist) und insbesondere Schwefelwasserstoff (faule Eier) unter
Luftabschluss durch Folie mit Tragluftfolienabdeckung als Gasspeicher

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Verfahrensablauf und Funktionsweise der Anlagenteile

Nachgärer (Stahlbetonrundbehälter mit Tauchmotorrührwerken, wärmeisoliert) :


• Der Ablauf des Fermenters geht in den Nachgärer
• Nachträglicher mikrobiologischer Abbau von organischen Bestandteilen zu
Methan, Kohlendioxid und Ammoniak und Schwefelwasserstoff unter
Luftabschluss durch Folie mit Tragluftfolienabdeckung als Gasspeicher
Gärproduktlager (Stahlbetonrundbehälter mit Tauchmotorrührwerken,
wärmeisoliert) :
• Der Ablauf des Nachgärers geht in das Gärproduktlager
• enthält anorganische und schlecht abbaubare organische Bestandteile
• Abdeckung durch Doppelfolie als Gasspeicher
Pumpengebäude:
• Enthält einen Teil die relevanten Pumpen und Wärmetauscher
Blockheizkraftwerk (BHKW):
• Verbrennt das erzeugte Biogas, erzeugt dabei Strom durch einen Generator,
der über eine Trafo-Station ins Netz ausgespeist wird
• Die Abwärme wird zur Anwärmung der BGA genutzt
• Geplantes Wärmekonzept: Angabe von Überschusswärme zur Anwärmung von
Gebäuden in Immensen. Genaue Informationen liegen z. Z. nicht vor
• Einhausung in Containerbauweise mit Not- und Gemischkühler, Zu- und
Abluftventilation und 10m-Kamin
Notfackel: zur Verbrennung von Biogas bei Ausfall BHKW-nicht fest installiert!

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3. Darstellung der Probleme von Biogasanlagen –
Dr. Hans-Jürgen Dankert
Maissilagelager:
• Bei nicht ordnungsgemäßer Sickerwasserentsorgung Geruchsprobleme
• Hohe Lärmemissionen durch Transport (Voll- und Leerfahrten) und
Verdichtung der Maissilage
• Späte Ernte mit der Folge von Verholzung führt zu schwerer Abbaubarkeit der
Silage
• Schwerer Abbau hat Probleme in dem Fermenter und Nachgärer zur Folge
• Fehler bei der Entnahme der Silage aus dem Lager – mögliche Folgen:
– Entnahme von frischer Silage zur Befüllung des Fermenters führt zu einer
Verlagerung der Säurebildung in den Fermenter
– Abbauleistung fällt ab, Gasqualität sinkt, das Biogas wird nicht mehr
brennbar, das BHKW fällt aus, eine Notfackel ist nicht fest installiert
– das Biogas strömt unverbrannt ins Freie nach Erreichen Max Gasspeicher
– unter den Bedingungen wird vermehrt Schwefelwasserstoff in das Biogas
freigesetzt
– Sehr starke Geruchsemissionen sind die Folge!
• Bei nicht ordnungsgemäßer Abdichtung und Sauberhaltung nach Entnahme:
starke Geruchsprobleme mit Geruchsemissionen
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3. Darstellung der Probleme von Biogasanlagen –
Dr. Hans-Jürgen Dankert
Annahmebehälter für Gülle:
• Geruchsemissionen beim Abtanken der Güllefahrzeuge
• Lärmemissionen beim Transport (Voll- und Leerfahrten) und Abtanken
• Geruchsprobleme bei nicht ordnungsgemäßer Sauberhaltung der Abtankstelle

Feststoffbeschickung für Fermenter:


• Geruchsemissionen beim Befüllen des Schubbodendosierers
• Lärmemissionen beim Befüllen des Dosierers und beim Transport in den
Fermenter
• Geruchsemissionen bei nicht ordnungsgemäßer Sauberhaltung des Dosierers

Fermenter:
• Lärmemissionen durch die Tauchmotorrührwerke
• Bei nicht ordnungsgemäßem Betrieb/Störung der Vergärung:
– Säurebildung
– Abfall der Methankonzentration

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BI Immensen
– Biogas nicht mehr brennbar, BHKW fällt aus, Notfackel ist nicht installiert,
das Biogas wird unverbrannt freigesetzt und strömt mit hohem
Schwefelwasserstoffgehalt ins Freie – Folge: äußerst starke
Geruchsemissionen
– Die Foliengasmembran ist nicht vollständig gasdicht: Biogas diffundiert
durch die Folie in den Bereich unter die Tragluftfolie
– Unter die Tragluftfolie wird zur Aufrechterhaltung seiner Funktion Luft
eingeblasen, das diffundierte Biogas tritt mit der eingeblasenen Luft aus
– Bei Ausfall der Tauchmotorrührwerke Schaumbildung möglich, das durch
Gaspolsterbildung zur Störung des Abflusses in den Nächgärer führen
kann, wird Schaum mit dem Biogas Richtung BHKW mitgerissen, kann es
zu einem Ausfall des BHKWs kommen mit den beschriebenen Folgen
– Bei Versagen der Biogas-Druckregelung, z.B. durch Frost:
• Entweder kann der Gasdruck ansteigen, das Gas verdrängt die
Flüssigkeit Richtung Nachgärer, es kommt zu einem verstärkten
unkontrollierten Abfluss Richtung Nachgärer
• oder der Gasdruck bricht zusammen und das Gas kann im Extremfall
Flüssigkeit Richtung BHKW mitreißen, das BHKW fällt aus mit den
oben beschriebenen Folgen

Nachgärer:
• Vergleichbare Probleme wie beim Fermenter

Gärproduktlager:
• Geruchsemissionen beim Betanken der Transportfahrzeuge
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Gärproduktlager:
• Geruchsemissionen beim Betanken der Transportfahrzeuge
• Lärmemissionen durch den Transport und Tauchmotorrührwerke
• Bei nicht ordnungsgemäßer Sauberhaltung der Betankungsstelle
Geruchsemissionen

Pumpengebäude:
• Lärm- und Geruchsemissionen bei nicht ordnungsgemäß geschlossenem
Gebäude

Aggregate zwischen den Behältern:


• Lärmemissionen

Blockheizkraftwerk (BHKW):
• Hoher und schneller Verschleiß des Motors bei Schwefelwasserstoffgehalten
ab 500 ppm möglich – zu erwartender Schwefelwasserstoffgehalt im Biogas
der BGA Immensen ca. 1.200 – 1.300 ppm
• Geruchsemissionen durch den Verbrennungsprozess
• Lärmemissionen durch den Betrieb der Zu- und Abluftventilation sowie durch
Not- und Gemischkühler
• Bei nicht ordnungsgemäßer Dämmung und Verschluss des Containers hohe
Lärmemissionen zu erwarten

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Notfackel:
• fest installierte Notfackel nicht geplant, Transport- und Aufbaudauer lt.
Lieferant ca. 2 h
• Lt. Genehmigungantrag ca. 3.800 m³ Gasspeichervolumen. Gasproduktion im
Volllastbetrieb: ca. 200 m³/h. Theoretische Speicherdauer: ca. 19 h bis das Gas
durch Druckentlastungsventil freigesetzt wird
• Bei einer längeren Reparatur am BHKW oder bei längerem Aufbau der
Notfackel bleibt wahrscheinlich nur Einstellung des Betriebes, um Freisetzung
von geruchsintensivem Biogas zu vermeiden

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BI Immensen
Übersicht von Ursachen für Probleme an Biogasanlagen:

1. Planungs- und Baufehler:


• Falsche Dimensionierung und Auslegung der Gesamtanlage oder
Anlagenteilen
• Unvollständige oder falsche Verfahrensabläufe
• Einsatz von neuen noch nicht bewährten Technologien und Konstruktionen
• Baumängel

2. Betriebs- und Wartungsfehler:


• Wesentliche Änderung der Betriebsrahmendaten (Eingangsstoffe, -mengen)
• Anfahren von Betriebszuständen, für die die Anlagentechnik nicht ausgelegt ist
• Falsche oder mangelhaft durchgeführte Wartung
• Keine Wartung

3. Reaktion auf Ereignisse und Fehler


• Falsche oder mangelhafte Reaktion durch Betreiber oder Anlagentechnik
• Keine Reaktion

Fachkraft als verantwortliche Person notwendig, ein 1-


wöchiger Kurs reicht bei weitem nicht

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BI Immensen
Folgen für Immensen und seine Umgebung:
• Sinkende Immobilienwerte (ca. 40% nicht auszuschließen)
• Große Lärm- und Geruchsprobleme
• Erhöhtes Verkehrsaufkommen in den Straßen
• Entstehung von Monokulturen durch vermehrten Anbau von Mais mit
den Folgen eines vermehrten Auftretens von z. B.
Wildschweinbeständen und einer Auszehrung der
landwirtschaftlichen Anbauflächen
• Vermehrte Mais- und Gülletransporte durch das Dorf
• Verminderung der Lebensqualität für die Bewohner
• Erhöhung des Unfallrisikos im Straßenverkehr
• Geruchs- und Lärmbelästigungen auf den Sportanlagen, Sportheim
und den Spielplätzen, in den Klassenräumen der Grundschule, in
den Sporthallen
• Verschandelung des Landschaftsbildes am südlichen Ortsrand

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Störfälle/Unfälle an Biogasanlagen 2010/2011:

Microsoft
Word-Dokument

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BI Immensen
4. Darstellung des Ablaufes und Stand des Genehmigungsverfahrens der
Biogasanlage Immensen –
Bodo Kutzke/Dr. Hans-Jürgen Dankert/Heiner Bühring

Genehmigungsverfahren BGA Immensen – Rechtliche Grundlagen

Genehmigungsverfahren nach 4. BImSchVO Anhang Pkt. 1.4/1.5 b aa Spalte 2, da:

• Feuerungswärmeleistung BHKW > 1.000 KW

und nach 4. BImSchVO Anhang Pkt. 8.6 Spalte 2, da:

• da Anlage zur biologischen Behandlung nicht gefährlicher Abfälle (hier Gülle)


lt. Kreislaufwirtschafts- und Abfallgesetz mit Durchsatz 10 - < 50 t/d

Anforderung nach 4. BImSchVO Anhang Pkt. 9.36 Spalte 2 nicht relevant, da:

• die Anlage zur Lagerung von Gülle nicht >=6.500 m³

Wichtig: bei diesem vereinfachten Genehmigungsverfahren nach Spalte


2/ 4. BImSchVO ist die Beteiligung der Öffentlichkeit ausgeschlossen

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BI Immensen
4. Darstellung des Ablaufes und Stand des Genehmigungsverfahrens der
Biogasanlage Immensen – Bodo Kutzke/Dr. Hans-Jürgen Dankert

Genehmigungsverfahren BGA Immensen – Rechtliche Grundlagen

Im Rahmen des Genehmigungsverfahrens nach 4. BImSchVO Beurteilung der


Erfüllung des Privilegierungstatbestands der Biogasanlage im Außenbereich nach
BauGB § 35 Abs. 1 Nr. 6:
Im Außenbereich ist eine Biogasanlage gem. §35 Abs.1 Nr. 6 BauGB zulässig, wenn sie
der energetischen Nutzung von Biomasse im Rahmen eines Betriebes nach Nrn. 1 oder 2
oder eines Betriebes nach Nr. 4 der Tierhaltung betreibt, sowie dem Anschluss solcher
Anlagen an das öffentliche Versorgungsnetz dient und folgende Voraussetzungen erfüllt
sind:
a. das Vorhaben steht in einem räumlich- funktionalen Zusammenhang mit dem Betrieb,
b. die Biomasse stammt überwiegend aus dem Betrieb oder überwiegend aus diesem und
aus nahe gelegenen Betrieben nach den Nrn. 1, 2 oder 4, soweit letzterer Tierhaltung
betreibt,
c. es wird je Hofstelle oder Betriebsstandort nur eine Anlage betrieben und
d. die installierte elektrische Leistung der Anlage überschreitet nicht 0,5 MW.
Gem. BauGB § 36 Abs. 1: Einholung des gemeindlichen Einvernehmens erforderlich
Genehmigungsbehörde: GAA, kann trotz Nicht-Erteilung des gemeindlichen
Einvernehmens Genehmigung erteilen

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BI Immensen
Genehmigungsverfahren BGA Immensen – Ablauf
1. Einreichung Genehmigungsantrag mit Antrag auf vorzeitigem Baubeginn bei
GAA Hannover in 11/2010
2. Stellungnahmen der beteiligten Behörden/Ämter:
• Einteilung des gemeindlichen Einvernehmens Stadt Lehrte am 07.03.2011
• Stellungnahme der Landwirtschaftskammer Niedersachsen zur Erfüllung der
Privilegierung nach § 35 Abs.1 Nr.6 BauGB
• Stellungnahmen der anderen beteiligten Behörden
• Bodengutachten
• Gutachten Lärm und Geruch vom 24.03. und 31.03.2011
3. Erteilung der Genehmigung auf vorzeitigen Baubeginn durch GAA Hannover
vermutlich in der nächsten Woche
Widerspruch der BI Immensen gegen die Erteilung auf vorzeitigen Baubeginn durch
das GAA Hannover notwendig!
4. Erteilung der Genehmigung der BGA Immensen durch GAA Hannover

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BI Immensen
5. Was hat die Bürgerinitiative Immensen bisher gemacht? –
Heiner Bühring
Datum Tag Ereignis
21.02.2011 Mo Ortsratsitzung in Immensen: Vorstellung Biogasanlage in Immensen
28.02.2011 Mo Teilnahme an Sitzung des Bau- und Verkehrsplanungsausschuss [ 20 AG-BI-Immensen Teilnehmer]
05.03.2011 Sa Besichtigung der Biogasanlage in Thönse [ 4 Bi-Immensen Teilnehmer und 1 Bi-Thönse Sprecher ]
16.03.2011 Mi Bürgerversammlung im Gasthaus Scheuer
21.03.2011 Mo 1. Brief an die Stadt Lehrte - Die Bürgermeisterin - Antwort am 4.4.2011
23.03.2011 Mi 1. Brief an das Gewerbeaufsichtsamt Hannover (GAA) - Antwort am
24.03.2011 Do Ortsratsitzung in Immensen: [ 4 BI-Immensen Teilnehmer]
25.03.2011 Fr Gespräch zwischen Herrn Bühring (Bi-Immensen), Herrn Köhler (Investor) und Herrn Kruse (Investor)
28.03.2011 Mo BI-Immensen nimmt an Sitzung des Bau- und Verkehrsplanungsausschuss in Lehrte teil [ 6 BI-Immensen Teilnehmer]
29.03.2011 Di BI-Scheiben per Mail an Zeitung;
31.03.2011 Do 2. Brief an die Stadt Lehrte - Die Bürgermeisterin - Antwort am 20.4.2011
01.04.2011 Fr Brief an die Region Hannover Kommunalaufsicht - Antwort am 21.4.2011
04.04.2011 Mo Antwort von der Stadt Lehrte zum (ersten) Schreiben vom 21.3.2011
06.04.2011 Mi BI-Immensen nimmt an Ratssitzung in Steinwedel teil [ 1 BI-Immensen Teilnehmer]
09.04.2011 Sa BI-Immensen spricht mit Herrn Sidortschuk [SPD-Lehrte]
13.04.2011 Mi 3. Brief an die Stadt Lehrte - Die Bürgermeisterin - Antwort zum Schreiben vom 4.4.2011
13.04.2011 Mi 2. Brief an das Gewerbeaufsichtsamt Hannover - Anwort am
18.04.2011 Mo BI-Scheiben von Lehrte per Mail an Zeitung;
20.04.2011 Mi Antwort von der Stadt Lehrte zum (zweiten) Schreiben vom 31.3.2011
21.04.2011 Do Antwort von der Region Hannover zum Schreiben vom 1.4.2011 [Eingang: 28.04.2011]
1. Besuch beim GAA [1 Bi-Immensen Teilnehmer]
01.04.2011 Fr 2. Besuch beim GAA [mit 3 Bi-Immensen Teilnehmer + Rechtsbeistand]
21.04.2011 Do 3. Besuch beim GAA [1 BI-Immensen Teilnehmer]
21.04.2011 Do BI-Immensen spricht mit Frau Bleckwenn [Ortsbürgermeisterin]
29.04.2011 Fr 4. Besuch beim GAA [ 2 BI-Immensen Teilnehmer]
03.05.2011 Di Info-Versammlung der BI-Immensen im Gasthaus Scheuer
05.05.2011 Do Gespräch mit Rechtsanwalt [ 2 BI-Immensen Teilnehmer]

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BI Immensen
Informationen zur Überprüfung des Genehmigungsantrages und zu den
Gutachten Lärm und Geruch:
1. Genehmigungsantrag

Fehlendes schlüssiges Biomassenkonzept:

Mais:
• Anbaufläche Antragsteller: 100 ha
• Ertrag: ca. 5.000 t/a
• Geplant: 9.120 t/a Mais
• Keine Angaben zu übrigen Lieferanten, Lage, Transportwege, Mengen,
Lieferzeiten
Gülle:
• Güllelieferant Immensen: ca. 270 t/a
• Geplant: ca. 4.200 t/a
• Keine schlüssigen Angaben zu übrigen Lieferanten, Lage, Transportwege,
Mengen, Lieferzeiten
Gärreste:
• Geplant: 10.828 t/a
• Keine schlüssigen Angaben für die Aufbringung auf Anbauflächen, Lage,
Transportwege, Mengen, Transportzeiten

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BI Immensen
2. Lärmgutachten
• Fehlende konkrete Prognose zur zusätzlichen Verkehrs- und
Lärmbelastung für Immensen durch fehlendes Transportkonzept
• Lärm von Rührwerken und Technikraum und freistehenden Aggregaten nicht
berücksichtigt („nicht relevant“)
• Keine gute Nachvollziehbarkeit der Annahmedaten zur Berechnung durch
fehlende Quellenangaben und wenig Transparenz bei der Berechnung der
Geräuschimmissionen

3. Geruchsgutachten
• Keine gute Nachvollziehbarkeit der Annahmedaten zur Berechnung der
Geruchsimmissionen durch fehlende Quellenangaben
• Wenig Transparenz bei der Berechnung der Geruchsimmisionen
• Nicht nachvollziehbare Auswahl von Windstatistikdaten von Celle-
Wietzenbruch von 1995 – warum nicht aktuelle Werte von Hannover-
Langenhagen?
• Celle-Wietzenbruch hat niedrigere Windgeschwindigkeiten und geringere
Wahrscheinlichkeiten von Windstärken > 4
• Angenommener Geruchsemissionwert für BHKW statt 3.000 2.000 GE/m³
(höherer Wert vom Landesumweltamt Sachsen abgeleitet)
• Maissilagelager: der gleiche Gutachter nimmt für eine andere BGA 15.000
GE/m³ an, für Immensen 10.800 GE/m³
• Bei den Eingabedaten zur Berechnung fehlen die Angaben für den
Gülleannahmebehälter und den Abtankplatz für Gärreste
• Für das BHKW ist u.E. mit einem falschen Wert gerechnet worden
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BI Immensen
• Geruchsprobleme im Normalbetrieb:
– 1. Maissilagelager:
• Bei nicht konsequenter Abdeckung bei Befüllung und besonders nach
Entnahme (Geruch: stark säuerlich)
• Bei Nicht-Sauberhaltung der Arbeits- und Transportwege
– 2. Gülleannahmebehälter:
• durch Leckagen beim Abtanken
• Bei Nicht-Sauberhaltung der Arbeits- und Transportwege
– 3. Fermenter/Nachgärer:
• Durch Tragluftzu- und abfuhr durch diffundierendes Biogas durch
Gasspeicherfolien
– 4. Gärrestebehälter:
• Durch Leckagen beim Befüllen der Transportfahrzeuge
• Bei Nicht-Sauberhaltung der Arbeits- und Transportwege
– 5. BHKW:
• Ständige Emissionen von Schwefeldioxid und Formaldehyd durch
Verbrennungsprozess

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BI Immensen
• Geruchsprobleme bei Störfällen, Bedien- und Wartungsfehlern oder
extrem kalter Witterung:
– 1. Fermenter:
• Bei Zugabe von frischer Maissilage oder zu hoher Menge „Versäuerung“ :
Methangehalt kann abfallen, das BHKW fällt aus, eine Notfackel ist nicht
vorhanden, das Biogas wird bei Erreichen des max. Gasspeichervolumens
freigesetzt
• Unter diesen Bedingungen im Fermenter wird verstärkt Schwefelwasserstoff
freigesetzt, der mit dem Biogas freigesetzt wird
Folge: sehr starke Geruchsemissionen – Konzentration kann von ca. 1.300 ppm
auf über 2.500 ppm und mehr ansteigen (Faule Eier)!
• Bei extremer Kälte kann die Gasdruckregelung einfrieren – die Regelung
„schläft ein“ und kann max. Gasdruck annehmen, der zum Freisetzen des
Biogases führt
• Ausfall der Rührwerke kann zur Schaumbildung und zu einem unkontrollierten
Abfluss sowie zum Mitreißen von Schaum in den Gasweg zum BHKW führen
– 2. BHKW:
• Kann schon unter normalen Betriebsbedingungen ausfallen durch hohen
Verschleiß durch Schwefelwasserstoff im Biogas und beim
Verbrennungsprozess zu Schwefeldioxid und durch hohen Feuchtegehalt im
Biogas
• Lange Reparaturen führen zum Freisetzen von Biogas mit den bekannten
Folgen, da eine Notfackel nicht vorhanden ist!
– 3. Generelle Bedien- und Wartungsfehler können BGA außer Kontrolle
bringen, Unerfahrenheit kann zu Fehlentscheidungen führen
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BI Immensen
6. Wie sollen die nächste Schritte der Bürgerinitiative Immensen
aussehen?

• Einschätzung der BI Immensen

• Finanzierung der nächsten Maßnahmen

• Diskussion

7. Festlegung der nächsten Schritte für die Bürgerinitiative Immensen

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