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Landtagsklub.

Tirol, den 16. Dezember 2021.

Tagesordnung zum Haushaltsgesetz Nr. 101/21:

Kosteneinsparungen im Landeshaushalt durch Bürokratieabbau.

Die Ausgaben für das Gesundheitswesen machen einen beträchtlichen Teil des
Landeshaushaltes aus. Bedingt durch die zunehmende Alterung der Gesellschaft
sowie durch die zusätzlichen Kosten und Folgekosten der Corona-Pandemie,
werden diese Ausgaben in den kommenden Jahren weiter steigen. Um auch
zukünftig eine Finanzierung der Kosten des Gesundheitswesens sicherzustellen, gilt
es dort Kosten einzusparen, wo diese durch unnötige Bürokratie bedingt werden.

Bürokratie ist nicht nur ein Ärgernis für die Bevölkerung, sie kostet auch viel Geld,
sehr viel Geld.

Als ganz konkretes Beispiel sei die Stempelpflicht für ärztliche Verschreibungen
genannt. Bekommt ein Patient beispielsweise von seinem Hausarzt
Kompressionsstrümpfe verschrieben, kann er mit dieser Verschreibung nicht
einfach in die Apotheke gehen, sondern muss damit zunächst zum Sprengel des
Gesundheitsbezirkes fahren, um die Verschreibung abstempeln zu lassen. Erst mit
diesem Bestätigungs-Stempel können die Kompressionsstrümpfe dann in der
Apotheke bestellt werden.

Für ein paar einfache Kompressionsstrümpfe muss ein Patient somit mehrere
Gänge erledigen: Zunächst muss er zum Hausarzt, von dort zum Sprengel des
Gesundheitsbezirks und dann noch in die Apotheke, wo oftmals die
Kompressionsstrümpfe erst bestellt werden müssen, sodass ein weiterer Gang für
die Abholung notwendig wird.

Da gerade ältere Personen auf Kompressionsstrümpfe angewiesen sind, die


oftmals nicht mehr über ein eigenes Fahrzeug verfügen, sind diese mehrfachen
Fahrten ein enormes Problem, zumal Hausarzt, Gesundheitssprengel und Apotheke
nicht immer in unmittelbarer Nähe sind.

Dieser bürokratische Aufwand, der sehr viel Geld kostet, wäre vermeidbar, wenn
die Patienten die Verschreibung direkt einlösen könnten. In Corona-Zeiten sollte
zudem vermieden werden, dass gerade vulnerable Personen mehrfach
Verkehrsmittel benutzen und sich dann noch in einem vollen Wartesaal anstellen
müssen, nur um einen Stempel abzuholen. Auch die Mitarbeiter der

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Gesundheitssprengel drängen daher auf eine unbürokratische Lösung, die sehr viel
Arbeit und Kosten sparen würde.

Aus diesem Grunde stellen die Gefertigten den

Antrag:

Der Süd-Tiroler Landtag wolle beschließen:

Der Süd-Tiroler Landtag beauftragt die Landesregierung ─ im Sinne der


Kosteneinsparung, des Bürokratieabbaus und der Kundenfreundlichkeit ─ die
notwendigen Maßnahmen einzuleiten, damit die Stempelpflicht für ärztliche
Verschreibungen entfällt.

L.-Abg. Sven Knoll. L.-Abg. Myriam Atz-Tammerle.

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