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Ökologie RS – Alexandra Schröder

Definition der Ökologie


Die Ökologie beschäftigt sich mit den Wechselbeziehungen zwischen Organismen
und ihrer Umwelt. Sie ist ein Teilgebiet der Biologie.
Die Umwelt enthält alle belebten (biotischen) und unbelebten (abiotischen)
Faktoren, die in seiner Umgebung vorhanden sind und direkt oder indirekt auf
Organismen einwirken.

Forschungsgebiete
Autökologie:
Im Mittelpunkt stehen die Wechselwirkungen zwischen dem einzelnen Organismus
und der Umwelt.
Demökologie / Populationsökologie:
Im Mittelpunkt steht das Untersuchen der Population, zum Beispiel von welchen
biotischen und abiotischen Faktoren das Wachstum abhängt.
Synökologie:
Im Mittelpunkt stehen Beziehungen innerhalb von Lebensgemeinschaften.

Grafische Darstellung:
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Infotext Ökologie

Weltweit gibt es über 1,5 Millionen Tier und Pflanzenarten. Sie Leben in
unterschiedlichen Regionen wie Wüsten, Wäldern, Gebirgen und Gewässern. All
diese Organismen stehen mit ihrer Umwelt in Beziehung.

Die Beziehungen kann man vom Einfachen zum Komplizierten folgendermaßen


gliedern: die kleinste Einheit ist ein Einzellebewesen, das Individuum. Es könnte zum
Beispiel ein Bakterium, ein Pilz, eine Pflanze oder ein Tier sein.

Eine Gruppe von Individuen einer Art, die sich untereinander fortpflanzen, bildet eine
Population. Sie kommt in einem abgegrenzten Gebiet, dem Lebensraum vor.

Ein Lebensraum, auch Biotop genannt, ist durch charakteristische


Umweltbedingungen gekennzeichnet. Ein Trockenrasen ist sonnig und warm, ein
Buchenwald dagegen ist schattig und kühler. Solche Umwelteinflüsse, zu denen
außer Feuchtigkeit, Licht und Wärme auch Wind und Bodenbeschaffenheit gehören,
nennt man abiotische Faktoren. Die Böden eines Biotops unterscheiden sich zum
Beispiel in Struktur, Durchlüftung, Nährsalz- und Säuregehalt.

In einem Lebensraum wie dem Wald kommen Populationen verschiedener Tier- und
Pflanzenarten vor. Neben Waldmäusen leben dort Rehe, Füchse und verschiedene
Vogel-, Insekten- und Pflanzenarten. Sie alle bilden eine Lebensgemeinschaft die
Biozönose.

Die Beziehungen zwischen den Mitgliedern einer Biozönose sind vielfältig. Eine
Waldmaus ernährt sich unter anderem von Wurzeln und Beeren. Sie wird ihrerseits
vom Fuchs oder Sperber gefressen. Es ergeben sich also viele verschiedene
Nahrungsbeziehungen. Die Mitglieder einer Population konkurrieren in ihrem
Lebensraum um Nahrung und Wohnplätze. Solche Beziehungen der Mitglieder einer
Biozönose bezeichnet man als biotische Umweltfaktoren. Zu ihnen zählen neben
Nahrung Beziehungen und Konkurrenz auch Krankheitserreger und Parasiten. Auch
das Zusammenleben 2 Arten zu ihrem gegenseitigen Vorteil ist ein biotischer Faktor.
Hierzu gehören zum Beispiel Symbiosen zwischen Baumwurzeln und Pilzen.

Die Biozönose bildet zusammen mit den unbelebten Elementen, dem Biotop, ein
Ökosystem. Unsere bisherigen Beispiele ergeben als Ökosystem den
Laubmischwald.
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Ökosysteme unterscheiden sich in ihrer Größe Struktur und Artenvielfalt. Allein in


Europa findet man die verschiedenen Ökosysteme wie Nadelwälder, Wiesen, Seen,
Küstenregionen und Hochgebirge.

Die Biosphäre umfasst den gesamten mit Leben erfüllten Raum der Erde.

1. Arbeitsauftrag:

Erkläre anhand der Grafik und des Infotextes folgende Begriffe mit je 1 Bsp.:
Population:
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Biotop:
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Biozönose:
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Ökosystem:
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Biosphäre:
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biotische Umweltfaktoren:
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abiotische Umweltfaktoren:
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Infotext biotische und abiotische Umweltfaktoren: Die Feldmaus

Die Feldmaus bevorzugt trockene, sonnige Lagen der Feldfluren. Schwere Tonböden
und leichte Sandböden besiedelt sie weniger gern als mittelschwere Lehm- und
Lössböden. Stellen mit schwankendem oder dauernd hohem Grundwasserstand
werden ebenso gemieden wie kalte, schattige Lagen. Nasse Winter können
Feldmauspopulationen weit mehr gefährden als kalte schneereiche Winter, in denen
die Mäuse unterm Schnee nicht nur gegen Kälte und Nässe, sondern auch gegen
ihre vielen Feinde (Greifvögel, Wiesel, Fuchs, Hund und Katze) besser geschützt
sind. In regenreichen Jahren kommt oft nur die Nachzucht solcher Mäuse durch, die
in Böschungen oder im Schutz von Bäumen und Felsen nisten. In 3 - 5 Würfen kann
ein paar jährlich 20 - 30 Nachkommen haben, von denen ein Teil noch im selben
Jahr sich ebenfalls vermehrt. Unter günstigen sind Witterungsbedingungen, bei
entsprechendem Nahrungsangebot und bei geringem Feind- und Konkurrenzdruck,
kann es zu Massenvermehrungen der Feldmaus kommen, die zu hoher
Bevölkerungsdichte führen. Dann können innerartliche, dichteabhängige
Regulationsfaktoren, wie Stress, mit verminderter Geburten- und erhöhter Sterberate
oder Wanderungen wirksam werden, die zu einer starken Reduzierung oder gar zum
völligen Zusammenbruch der Population führen. Solche Populationsschwankungen
sind besonders stark in artenarmen und daher wenig stabilen biologischen Systemen
wie zum Beispiel der Tundra oder Steppe zu finden.
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2. Arbeitsauftrag:

Fülle die folgende Mindmap aus, indem du, aus dem Infotext, diejenigen
Umweltfaktoren herausstellst, die mit der Feldmaus in Wechselwirkung stehen.
Unterscheide hierbei zwischen biotische u. abiotische Umweltfaktoren.

Die Feldmaus

biotische abiotische
Umweltfaktoren Umweltfaktoren

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Einfluss des abiotischen Faktor Temperatur auf thermobiologische Typen

Wechselwarme (poikilotherme) Tiere:

Wechselwarm sind alle Tiere, die keine konstante und regulierte Körpertemperatur
aufweisen. Ihre Körpertemperatur richtet sich nach der Umgebungstemperatur, wenn
diese steigt, steigt auch die Körpertemperatur und damit die Bluttemperatur und die
physiologischen Aktivitäten des Körpers, das Tier wird agiler, das heißt steigt die
Temperatur um 10 Grad Celsius beschleunigen sich die Lebensvorgänge um das 2
bis 3fache. Im Winter verfallen wechselwarme Tiere in eine reversible Kältestarre,
wenn die Temperatur unter den kritischen Wert fällt. Steigt die Temperatur erwachen
sie wieder. Wenn die Temperatur über einen kritischen Wert steigt fallen die Tiere in
eine reversible Wärmestarre. In beiden Fällen werden die Lebensvorgänge auf ein
Minimum heruntergefahren. (siehe Schaubild unten)

Gleichwarme (homoiotherme) Tiere:

Gleichwarm sind alle Tiere, die eine konstante Körpertemperatur aufweisen, sie
können ihre Körpertemperatur selbst regulieren, was sie in ihren Aktivitäten
weitgehend unabhängig von der Umgebungstemperatur macht. Ihre
Körpertemperatur wird durch Temperaturregulierungsprozesse und – Vorkehrungen
(besonders Stoffwechsel Prozesse) konstant zwischen 36 Grad Celsius und 41 Grad
Celsius gehalten. Fällt die Umgebungstemperatur unter einen kritischen Wert kommt
es zur Unterkühlung. Steigt die Umgebungstemperatur über einen kritischen Wert
kommt es zum Hitzekollaps. (siehe Schaubild unten)

Fazit: Poikilotherme Tiere haben eine geringe Toleranzspanne in Bezug auf den
Faktor Temperatur, sie sind also stenök (stenotherm). Der Toleranzbereich bei
homoiothermen Tieren ist wesentlich grösser und effektiver nutzbar, daher sind sie in
Bezug auf den Faktor Temperatur euryök (eurytherm).
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Vergleichsüberblick thermobiologische Typen (Faktor Temperatur)


poikilotherm homoiotherm
Merkmal Geringe Benötigen großes
Wärmeproduktion durch Nahrungsangebot für
eigenen Stoffwechsel. Wärmeproduktion. Konstante
Körpertemperatur Körpertemperatur
ändert sich mit unabhängig von
Umgebungstemperatur. Umgebungstemperatur.
Arten Bsp.: Amphibien, Fische, Säugetiere, Vögel
Insekten, Kriechtiere,
Reptilien

Ist nur durch


Temperaturregulierun Verhalten möglich, da Mechanismen sind
g Bsp.: spezielle vorhanden!!!
physiologische - Erhöhung der Transpiration
Mechanismen zur Abkühlung des Körpers
fehlen!!! (Schwitzen beim Menschen)
- Reptilien suchen - zur Abkühlung des Körpers
gezielt sonnige oder hecheln beim Hund
schattige Plätze - Wärmeisolierung Federn
- Schlangenarten und Daunen bei Vögeln, Fell
verdichten sich zu bei Säugetieren, Fettschicht
Knäulen und wärmen bei Walen und Robben
sich so gegenseitig - Wärmeproduktion durch
-staatenbildende Erhöhung der
Insekten nutzen im Bau Muskelspannung und
zur Wärmebildung Muskelzittern, sowie die
kollektives Muskelzittern Steigerung der biologischen
oder zur Kühlung das Oxydation in den Zellen der
Schlagen mit den inneren Organe
Flügeln - Wärmesparung bzw. Abfuhr
durch Kontraktion bzw.
Relaxtion der Blutgefäße

Vergleichsüberblick thermobiologische Typen (Faktor Temperatur)


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poikilotherm homoiotherm
Vorteile - weniger - Aktivität auch bei kälteren
Energieaufnahme, da und wärmeren Temperaturen
geringer - können auch kalte und
Energieverbrauch wärmere Regionen besiedeln
- Tiere sind nur bei - breites Aktivitätsspektrum
idealen Temperaturen
aktiv
- keine Nahrungssuche
im Winter
- keine Reserven nötig
Nachteile - bei Kälte inaktiv - sehr hoher
- Tiere können nur Energieverbrauch
Gebiete besiedeln die - viele Überlebensstrategien
günstige sind notwendig um
Temperaturverhältnisse ungünstige Zeiten zu
zeigen überstehen (Zug der Vögel in
- leichte Beute bei warme Gebiete, Winterschlaf,
ungünstigen Winterruhe, Wärmeisolierung
Temperaturen ... )

Begrenzender Temperatur Nahrungsangebot


Umweltfaktor
Verhalten im Winter Kältestarre - immer aktiv, jedoch manche
Tiere Winterschlaf oder
Winterruhe Grund: fehlende
Nahrung
Toleranzspanne - gering / klein, eng = - groß und effiziente Nutzung
stenök = euryök
Aktivität nimmt vom Aktivität auch bei kalten u.
Optimum bis zu den warmen Temperaturen
Grenzen des Bereiches gegeben
stark ab
3. Arbeitsauftrag:

Beantwortet folgende Fragen:


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a. Welches ist der grundlegende Unterschied zwischen gleichwarmen und


wechselwarmen Tieren in Bezug auf die Lebensaktivität und worin hat er seine
Ursache?
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b. Gegen extreme Temperaturen haben sowohl Gleichwarme als auch


Wechselwarme Mechanismen entwickelt. Welche kennst du?

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c. Kann man sagen, dass die Gleichwarmen den Wechselwarmen gegenüber im


Vorteil sind? Gib Beispiele an!

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Klimaregeln bei Tieren

Große Tiere an den Polen – die Bergmann´sche Regel


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Diese besagt, dass das Verhältnis von Volumen zur Oberfläche eines Körpers bei
niedrigen Temperaturen für große Tiere vorteilhafter ist. Wer ein großes
Körpervolumen hat, kann viel Wärme erzeugen, bleibt die Oberfläche jedoch gering
ist die Wärmeabstrahlung auch geringer. Je kälter der Lebensraum, desto größer das
Tier.

Beispiele: Pinguine und Bären

Kurze Beine an den Polen – die Allen´sche Regel

Nach dieser Regel sind die Körperanhänge wie Ohren, Schwanz und Gliedmaßen
verhältnismäßig klein, dadurch wird in kälteren Regionen weniger Wärme
abgegeben. In warmen Klimazonen haben Tiere extra große Körperanhänge, um
Wärme an ihre Umgebung abzugeben. So sieht man zum Beispiel in der unteren
Grafik, dass der Wüstenfuchs im Verhältnis zu seinem Körper sehr große Ohren hat
und der Polarfuchs im Verhältnis zu seinem Körper sehr kleine Ohren hat.

Polarfuchs Rotfuchs Wüstenfuchs

Große Herzen an den Polen – die Hesse´sche Regel


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Diese Regel wird auch Herzgewichtsregel genannt, danach entwickeln


homoiotherme Tiere (Vögel und Säuger) in kälteren Regionen ein größeres
Herzgewicht und Volumen als Artgenossen oder verwandte Arten in wärmeren
Regionen. Ursache hierfür ist eine gesteigerte Stoffwechselleistung zur
Aufrechterhaltung der Körpertemperatur als Anpassung an eine kalte Umwelt.

Lange Haare an den Polen – die Rensch’sche Regel

Säugetiere in kälteren Regionen der Erde haben längere Deckhaare und ein
dichteres Unterhaar als verwandte Arten in wärmeren Lebensräumen. Das dichtere
bzw. längere Fell isoliert und reduziert somit den Wärmeverlust.

Dunklere Tiere in der Sonne – die Gloger’sche Regel

Leben verwandte Arten in verschiedenen Lebensräumen mit unterschiedlich starker


Sonneneinstrahlung, so sind Fell, Haut, Federn oder Schuppen bei der Art dunkler,
die größerer Sonneneinstrahlung ausgesetzt ist. Diese stärkere, dunklere
Pigmentierung schützt den Körper vor der ultravioletten Strahlung der Sonne.

4. Arbeitsauftrag:
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In einem Experiment wurden abgekochte, wie heiße Kartoffeln verschiedener Form


und Größe mit einem Thermometer versehen. Anschließend ließ man sie 15 Minuten
an der Luft bei Raumtemperatur stehen. Danach wurde die Temperaturdifferenz
notiert.

a. Erkläre die Ergebnisse aus dem Kartoffelversuchen.

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b. Welcher Zusammenhang besteht zwischen den Versuchsergebnissen und der


Bergmann´sche Regel?

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