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Lesetext 2: Aufgaben 11 – 20 ca. 20 Minuten

Gehirn-Doping

1 Der Traum eines jeden Studenten: Kurz vor der 47 mit Hilfe von Modafinil auf einem hohen Aufmerk­
2 Prüfung eine Pille schlucken und schon ist die 48 samkeitsniveau wach bleiben. Interessant ist es des­
3 Höchstpunktzahl in der Klausur garantiert. Ganz so 49 wegen insbesondere für Studierende und Akademiker,
4 einfach ist es zwar noch nicht, aber Pillen, die ein 50 die bei der Abfassung von Referaten oder Doktor­
5 besseres Gedächtnis und eine erhöhte Konzentrations­ 51 oder Examensarbeiten unter Zeitdruck geraten sind.
6 und Leistungsfähigkeit in Stresssituationen wie 52 Angeblich verbessert Modafinil auch die Leistungen
7 Prüfungen versprechen, werden schon lange von der 53 des Kurzzeitgedächtnisses. Untersuchungen dazu
8 Pharmaindustrie angeboten. Die Einnahme leistungs­ 54 brachten allerdings widersprüchliche und keine be­
9 steigernder Substanzen ist längst nicht mehr auf 55 weiskräftigen Ergebnisse. Das gilt für alle leistungs­
10 den Bereich der körperlichen Fitness beschränkt. 56 steigernden Substanzen: Der wachsenden Beliebtheit
11 Vor allem in den USA greifen auch Schüler und 57 solcher Mittel steht ein Mangel an wissenschaftlichen
12 Studierende zu Pillen, um in Ausbildung und Beruf 58 Fakten gegenüber.
13 voranzukommen. Es wird befürchtet, dass dieser
14 Trend auch auf Deutschland übergreift, weil auch hier 59 Ebenfalls mangelhaft sind die Kenntnisse über die
15 der Kampf um gute Noten und die Konkurrenz um 60 Nebenwirkungen der Medikamente. Bekannt sind
16 Arbeits­ und Ausbildungsplätze härter wird. 61 lediglich kurzfristig eintretende Folgen der Psycho­
62 pharmaka wie Bluthochdruck, Depressionen und sogar
17 Wissenschaftler bezeichnen den Versuch, die 63 Herzrhythmusstörungen. Weitgehend unerforscht
18 geistigen Fähigkeiten oder die psychische Situation 64 hingegen sind nicht nur die langfristigen Risiken für
19 von gesunden Menschen durch pharmazeutische 65 Gesundheit und Persönlichkeitsentwicklung, sondern
20 Produkte zu verbessern, als Neuro­Enhancement. Zu 66 auch die Suchtgefahr, die von Gehirnpillen ausgeht.
21 den vermeintlichen »Wundermitteln« gehören vor
22 allen Dingen die Medikamente Ritalin und Modafinil 67 Ungeachtet dieser Fragen wird in den Labors der
23 oder Anti­Depressiva. Alle eint die Tatsache, dass sie 68 Pharmaunternehmen intensiv an sogenannten
24 zur Behandlung von Krankheiten wie Hyperaktivität, 69 Intelligenz­ oder Gedächtnispillen geforscht. Bei den
25 Schlafstörungen und Alzheimer und nicht für gesunde 70 Forschungen ist man auf den Botenstoff Dopamin
26 Menschen gedacht sind. Aber sie wirken auch bei ge­ 71 gestoßen. Dopamin ist Teil des Belohnungssystems
27 sunden Menschen, allerdings anders als bei kranken. 72 im Gehirn und beeinflusst die Aufmerksamkeit und
73 das Gedächtnis. Wird der Dopamin­Spiegel künstlich
28 So werden Stimulanzien wie Ritalin Kindern ver­ 74 erhöht, war der Erfolg von Testpersonen beim Vokabel­
29 schrieben, die unter Hyperaktivität leiden und sich 75 lernen höher als in einer Kontrollgruppe. Von einem
30 nicht konzentrieren können. Bei ihnen wirkt das 76 genauen Verständnis dieser Leistungssteigerung ist
31 Mittel beruhigend, während es bei Gesunden die 77 man allerdings noch weit entfernt. Eine mögliche
32 Konzentrationskraft steigert und die Stimmung hebt. 78 Erklärung: Das langweilige Vokabellernen wird durch
33 Angeblich soll das Medikament auch das räumliche 79 einen erhöhten Dopamin­Spiegel so aufregend wie
34 Vorstellungs­ und das Lernvermögen verbessern. 80 das Lesen eines Liebesbriefes. Die Wörter werden
35 Aus diesem Grund ist es besonders vor Prüfungen 81 durch das größere emotionale Engagement beim
36 beliebt. In wissenschaftlichen Studien erwiesen sind 82 Lernen besser gespeichert.
37 allerdings nur leichte Verbesserungen des räumlichen
38 Arbeitsgedächtnisses und des Planens bei bestimmten 83 Falls tatsächlich irgendwann eine wirksame Gehirn­
39 Aufgaben. Bei Senioren hatte das Medikament über­ 84 pille entwickelt werden sollte, ergeben sich für den
40 haupt keinen Effekt. 85 gesamten Bildungsbereich ähnliche Probleme wie für
86 den Spitzensport. Jemand, der in einer Prüfung eine
41 Ebenso beliebt scheint das Medikament Modafinil 87 solche Pille einnimmt, handelt kaum anders als ein ge­
42 zu sein. Es dient zur Behandlung von Narkolepsie 88 dopter Sportler bei den Olympischen Spielen. Er ver­
43 (»Schlafkrankheit«). Es vermindert effektiv die 89 schafft sich heimlich einen Vorteil gegenüber anderen
44 Schläfrigkeit auch bei Gesunden und wurde angeblich 90 Prüfungskandidaten, die sich nicht dopen. Muss sich
45 von Bomberpiloten der US­Armee während des Irak­ 91 dann also jeder ausländische Studienbewerber vor
46 kriegs eingenommen. Bis zu 36 Stunden kann man 92 dem Deutschtest einem Doping­Test unterziehen?

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Sachtext aus einer Zeitung Üben und Trainieren S. 53 – 64

Bitte studieren Sie zunächst das Lösungsbeispiel und die Lösungswege auf S. 12 und 13.
Bearbeiten Sie danach diesen Text.

(0) Substanzen, die die Leistung steigern, 16. Die Einnahme von Modafinil führt
dazu, dass man
A ... vermindern den Stress.
B ... verbessern Prüfungsergebnisse. A ... sich besser konzentrieren kann.
C ... gibt es auch für intellektuelle Aufgaben. B ... nicht einschläft.
C ... sich besser erinnern kann.
11. Ein Motiv für die Einnahme leistungs-
steigernder Substanzen besteht darin, 17. Man weiß, dass die Gehirnpillen
A ... die Angst in Ausbildung und Beruf zu A ... schädliche Nebenwirkungen haben.
bekämpfen. B ... langfristig süchtig machen.
B ... im Beruf erfolgreich zu sein. C ... die Entwicklung der Persönlichkeit
C ... mit dem höheren Leistungsdruck fertig beeinflussen.
zu werden.
18. Forschungen mit dem Botenstoff
12. Neuro-Enhancement Dopamin zeigen, dass
A ... wird durch Medikamente erzeugt. A ... man langweilige Aufgaben interessanter
B ... ist ein Methode zur Behandlung von machen kann.
psychisch Kranken. B ... man schneller lernt, wenn man motiviert
C ... erhöht die Intelligenz. ist.
C ... sich beim Lernen die Dopamin-
Produktion im Gehirn erhöht.
13. Ritalin, Modafinil und Anti-Depressiva
haben gemeinsam, dass sie
19. Wer bei einer Prüfung wirksame
A ... nur bei psychisch Kranken wirksam
Gehirnpillen einnimmt,
helfen.
B ... der Gesundheit schaden. A ... kann nicht mit Sportlern, die sich
dopen, verglichen werden.
C ... bei Kranken und Gesunden
unterschiedlich wirken. B ... dopt sich wie ein Sportler.
C ... sollte von der Prüfung ausgeschlossen
werden.
14. Wenn gesunde Menschen Ritalin
einnehmen,
20. Substanzen, die die Gehirnleistung
A ... werden sie ruhiger.
angeblich verbessern,
B ... können sie sich besser konzentrieren.
A ... sind nur wenig erforscht.
C ... wird ihr Gedächtnis besser.
B ... sind sehr wirksam.
C ... steigern die Intelligenz.
15. Wissenschaftlich nachgewiesen ist,
dass Ritalin
A ... gute Wirkungen erzielt, wenn man es
vor Prüfungen einnimmt.
B ... Lernerfolge bei älteren Menschen bezieht sich immer auf den gesamten Text.
verhindert.
C ... keine großen Auswirkungen auf
geistige Leistungen hat.

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Lesetext 2: Fragen zum Text beantworten (Mehrfachauswahl) Kompletter Text S. 10, 11

Aufgabe Erklärung / Kommentar

Zu einem Text werden 10 Aufgaben gestellt: Bei Die Items 11 – 20 entsprechen dem Textverlauf, d.h., Item
jeder Aufgabe sollen Sie aus drei Antworten die 11 bezieht sich auf den Textanfang, Item 12 auf den dann
richtige ankreuzen. folgenden Abschnitt, Item 19 auf den letzten Textabschnitt.
Item 20 bezieht sich auf den gesamten Text.
Satzanfang / Frage ...
Zwei Antworten sind immer falsch. Um die Aufgabe zu er-
A ... oder
schweren, enthalten die falschen Antworten oft die gleichen
B ... oder T Schlüsselwörter oder deren Umschreibungen wie der Text.
C ... ?

Die Lösungswege werden Ihnen anhand des Textes »Unterschiedliche Wahrnehmungen« gezeigt.

Lösungswege

Schritt 1 Überfliegen Sie den ganzen Text (»globales Lesen«), damit Sie einen Überblick erhalten.

Schritt 2 Kreuzen Sie die Lösung des letzten Items an. Es bezieht sich immer auf den ganzen Text.

Schritt 3 Lesen Sie das erste Item. Markieren Sie bei der Frage oder im Satzanfang Schlüsselwörter. Was
unterscheidet die Mehrfachantworten A, B, C voneinander? Entsprechende Wörter markieren!

Schritt 4 Lesen Sie den ersten Abschnitt des Textes. Wo steht die Antwort für das Item? Markieren Sie
die Stelle. Schreiben Sie an den Rand die Ziffer des Items. Wenn Sie noch Zeit für eine Kontrolle
haben, finden Sie die Textstellen schneller.

Schritt 5 Vergleichen Sie die Textstelle mit den Mehrfachantworten. Streichen Sie Antworten, die Sie
sofort als falsch erkennen, durch. Kreuzen Sie den Buchstaben mit der richtigen Antwort an.
Denken Sie daran: Nur eine Antwort ist richtig. Verfahren Sie mit den nächsten Items ebenso.

Schritt 6 Sie kennen den Text jetzt genauer: Überprüfen Sie die Lösung des letzten Items.

4. Textstelle nummerieren
3. Item lesen, Schlüsselwörter im
Satzanfang oder Frage markieren,
5. Textabschnitt mit
unterschiedliche Informationen in
Mehrfachantworten markieren
Mehrfachantworten vergleichen

1 Die Studenten sollten die Aufmerksam beobachteten die Studenten den Bildschirm:
Aquarium-Szene Im Vordergrund schwammen große, bunte Fische.
Daneben waren auch viele kleine zu sehen, außerdem
Aufgabe

A beim Betrachten am Bildschirm Wasserpflanzen, Kieselsteine und Muscheln. Den


Text

beschreiben; Studierenden, die zur Hälfte aus Japan, zur anderen aus den
B aus der Erinnerung beschreiben; USA kamen, wurde eine nur wenige Sekunden dauernde
Aquarium­Szene vorgespielt. Anschließend sollten sie aus 1
C in kurzer Zeit möglichst genau dem Gedächtnis notieren, was sie gesehen hatten. Weitere
beschreiben. Vorgaben erhielten sie nicht.

Studieren Sie das Beispiel auf der nächsten Seite und bearbeiten Sie danach den Test auf S. 10, 11.

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Lesen Sie zuerst den Text » Unterschiedliche Wahrnehmungen« in der linken Spalte einmal ganz. Item 4 bezieht
sich auf den ganzen Text. Kreuzen Sie die Lösung von Item 4 nach dem ersten Lesen an.
Studieren Sie anschließend die anderen Items und die Kommentare. Kreuzen Sie die Lösung an.

Die Farben bedeuten:


Schlüsselwörter im Item und im Text Passt nicht zusammen 1 Passt nicht zusammen 2 Passt!

Text Item Kommentar zur Lösung


Unterschiedliche Wahrnehmungen
Aufmerksam beobachteten die Studenten den 1. Die Studenten sollten die Aquarium-Szene,
Bildschirm: Im Vordergrund schwammen
große, bunte Fische. Daneben waren auch viele beim Betrachten ≠ anschließend;
A ... beim Betrachten am
kleine zu sehen, außerdem Wasserpflanzen, ≠ eine nur wenige Sekunden
Bildschirm beschreiben
Kieselsteine und Muscheln. Den Studierenden, dauernde Szene
die zur Hälfte aus Japan, zur anderen aus den
B ... aus der Erinnerung Passt! aus der Erinnerung = aus
USA kamen, wurde eine nur wenige Sekunden
beschreiben dem Gedächtnis
dauernde Aquarium­Szene vorgespielt.
Anschließend sollten sie aus dem Gedächtnis Weitere Vorgaben (kurzer Zeit
notieren, was sie gesehen hatten. Weitere C ... in kurzer Zeit möglichst
genau beschreiben. etc.) gab es nicht.
Vorgaben erhielten sie nicht. Einzige Vorgabe: »...was sie
gesehen hatten«.
Bei dem Experiment zeigten sich erstaunliche
Unterschiede. Die Nordamerikaner beschrieben
fast nur die großen Fische. Die Japaner
2. Die japanischen Studenten
hingegen schilderten darüber hinaus auch A ... beschrieben nicht nicht ..., sondern ≠ darüber
die Form der Algen und Steine bis ins Detail. die Fische, sondern die hinaus. Also: große Fische und
Und während fast alle Nordamerikaner gleich Umgebung. Umgebung
im ersten Satz auf die Fische Bezug nahmen,
begannen viele Japaner mit einer Beschreibung B ... beschrieben nur die
beschrieben nicht die Umgebung
der Bodenbeschaffenheit oder Flora. Ihre Fische, nicht die Umge-
≠ bezogen gesamten Kontext ein
Aufmerksamkeit galt weit weniger stark den bung
großen bunten Fischen, als es bei ihren US­
amerikanischen Kommilitonen der Fall war.
C ... beschrieben mehr
Stattdessen bezogen die Asiaten den gesamten
Einzelheiten als die mehr Einzelheiten bis ins Detail
Kontext mit ein.
Nordamerikaner.

Das gleiche Experiment wurden mit


Versuchspersonen aus unterschiedlichen
3. Studierende aus den USA und Europa
Ländern durchgeführt. Dabei hat sich
herausgestellt, dass es einen kulturellen A ... achten nicht auf die achten nicht auf ≠ ignorieren sie
West­Ost­Gegensatz beim Sehen gibt. Die Umgebung nicht vollständig
Angehörigen westlicher Kulturen richten ihre
Aufmerksamkeit auf die dominanten Teile sehen vor allen Dingen richten
B ... sehen vor allen Dingen
eines Bildes oder einer Szene und halten sie Aufmerksamkeit auf; auffällige
auffällige Einzelheiten
für das Wesentliche. Zwar ignorieren sie nicht Einzelheiten dominante Teile
vollständig die Umgebung, betrachten aber
die Einzelheiten nicht im Kontext. Asiaten halten sie (= dominanten Teile
hingegen sehen das ganze Bild und nehmen die C ... halten den Kontext für eines Bildes und nicht den
Objekte in Beziehung zu ihrer Umgebung wahr. das Wichtigste. Kontext) für das Wesentliche /
Wichtige

4. Welche Schlussfolgerung kann man aus dem Experiment ziehen?


A Die Wahrnehmung hängt von der Kultur ab.
B Die Erziehung beeinflusst die Wahrnehmung.
C Der Zusammenhang zwischen den Dingen ist am wichtigsten.

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