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Klimawandel, ökologische Gerechtigkeit und gesellschaftliche Transformationsfähigkeit im

Kapitalismus

Julian Kuppe

Revolution als Simulation

Das Konzept der nachhaltigen Entwicklung ist ein äußerst zwiespältiges. So, wie es im Brundtland-
Bericht (1987) konzipiert wird, beinhaltet es, neben den unzulänglichen, wachstumsorientierten
Umsetzungsvorschlägen, in seinen grundlegenden Bestimmungen auch das Prinzip ökologischer
Gerechtigkeit. Dies sowohl auf die Gegenwart bezogen (intragenerative Gerechtigkeit), als auch in
Bezug auf zukünftige Generationen (intergenerative Gerechtigkeit) (Hauff 1987). In der
Grundbestimmung dieses Konzeptes sind mit dem Grundsatz der Aufrechterhaltung der natürlichen
Lebensgrundlagen und den damit verbundenen Gerechtigkeitsprinzipien Grundsätze enthalten, die
dem kapitalistischen Zwang zum fortwährendem wirtschaftlichen Wachstum konträr
entgegenstehen. Daher spricht z.B. Ingolfur Blühdorn von „Nichtnachhaltigkeit“ bzw. einer
„Politik der Nichtnachhaltigkeit“, die er als die dominierenden Strategien der gegenwärtigen
Gesellschaften im Umgang mit den ökologischen und sozialen Krisenerscheinungen ansieht
(Blühdorn 2007, 2008). Diese Zielvorstellung ist es auch, die dazu führt, dass der
Sachverständigenrat für Umweltfragen der Bundesregierung zur Einschätzung gelangt, dass die
Programmatik von sustainable development revolutionär sein kann (SRU 1994).

Der Diskurs um nachhaltige Entwicklung war zunächst eng mit dem Diskurs um Grenzen des
Wachstums (Meadows et al. 1972) verbunden. Das Auseinandertreten dieser Diskurse lässt sich mit
der UN-Konferenz über Umwelt und Entwicklung 1992 in Rio de Janeiro bestimmen. Dabei wurde
das, in sich widersprüchliche, Konzept der nachhaltigen Entwicklung diskursiv und institutionell
stark in Richtung einer ökologischen Modernisierung des Kapitalismus festgelegt. Die Aspekte der
Grenzen des Wachstums und der ökologischen Gerechtigkeit gerieten damit in einer sehr
marginalisierten Position, waren aber nie gänzlich verschwunden.

In der auf die Rio-Konferenz folgenden Phase, die aus heutiger Sicht als die Hochphase des
Neoliberalismus angesehen werden kann, folgte der akademische Nachhaltigkeitsdiskurs zum
großen Teil einem realitätsfernen und technokratischen Kurs. Obwohl die reale Entwicklung den
weiterhin vertretenen grundsätzlichen Zielen nachhaltiger Entwicklung völlig entgegenlief, wurden

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Operationalisierungskonzepte und Indikatorensysteme für Nachhaltigkeit entwickelt, ohne nach den
grundlegenden Ursachen für die immer größer werdenden sozialen und ökologischen
Krisenerscheinungen zu fragen. Diese Linie wurde auch politisch verfolgt, indem in Deutschland
ein Nachhaltigkeitsrat (seit 2001), eine nationale Nachhaltigkeitsstrategie (seit 2002) und ein
Forschungsprogramm für Nachhaltigkeit (seit 2004) installiert wurden. Diese Institutionen blieben
allesamt, ebenso wie die akademische Nachhaltigkeitsforschung, weitgehend wirkungslos. Selbst
die in diesen Bereichen ausgearbeiteten Strategien kamen kaum jemals zur Anwendung, weil an
tatsächlichen Schritten politisch kein Interesse bestand.

Dies entspricht weitgehend den Thesen des Konzept der simulativen Politik Blühdorns. Die Lösung
der sozialen und ökologischen Krisenerscheinungen und die Verwirklichung der Grundprinzipien
nachhaltiger Entwicklung, würden radikaler gesellschaftlicher Veränderungen bedürfen. Daran
besteht aber weder in der Politik noch in der Mehrheit der Bevölkerung der Industrieländer des
globalen Nordens ein Interesse (Blühdorn 2007, 2008, Blühdorn/Welsh 2007). Das Ziel besteht hier
vor allem darin, die bestehenden gesellschaftlichen Verhältnisse aufrecht zu erhalten. Eine
tatsächlich wirksame, d.h. authentische Politik der Nachhaltigkeit erscheint daher in den
industrialisierten, kapitalistischen Staaten gegenwärtig unmöglich. Dies ist der Grund dafür, dass
Blühdorn das Konzept der simulativen Politik unterscheidet von dem der symbolischen Politik. Das
analytische Konzept der symbolischen Politik bezieht sich auf die Möglichkeit authentischer
Politik. Da die Möglichkeit authentischer Nachhaltigkeitspolitik gegenwärtig nicht besteht, existiert
für das Konzept der symbolischen Politik kein Bezugspunkt mehr. Es kann daher in kritischer
Absicht gegenwärtig nicht mehr verwendet werden. An diese Stelle setzt Blühdorn das Konzept der
simulativen Politik. Demnach wird das Dilemma der gleichzeitigen Notwendigkeit und
Unmöglichkeit radikaler gesellschaftlicher Veränderungen durch die performative Simulation
authentischer Nachhaltigkeitspolitik gelöst (Blühdorn 2007).

Ökologische Modernisierung als postneoliberale Strategie

In den letzten Jahren hat es deutliche Veränderungen in den gesellschaftlichen Diskursen gegeben.
Seit dem Stern-Report (2007) und dem IPCC-Bericht 2007 wird die Existenz des anthropogen
induzierten Klimawandels politisch weitgehend anerkannt und auch in der Öffentlichkeit fand eine
breite Wahrnehmung dieses ökologischen Krisenphänomens statt. Gleichzeitig wiesen steigende Öl-
und Lebensmittelpreise auf die Möglichkeit der Begrenztheit von Ressourcen hin. Damit rückte
auch die Problematik eines möglicherweise bald erreichten Höhepunkts der Erdölförderung (peak

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oil) (Exner et al 2008) sowie der Bodennutzung (peak soil) (Fritz 2009, Radloff 2010) stärker in die
Aufmerksamkeit. Diese Entwicklungen wiesen aus zwei verschiedenen Richtungen klar auf die
zeitweise aus dem Blick geratene, aber noch immer bestehende Problematik der ökologischen
Grenzen des wirtschaftlichen Wachstums hin. Kurz darauf erreichte aber eine ganz andere Krise das
Zentrum der öffentlichen Aufmerksamkeit: die globale Finanzkrise. Damit rückten die
ökologischen Krisenerscheinungen zunächst wieder in den Hintergrund. Im Vordergrund stand nun
das bestehende Wirtschaftssystem um jeden Preis aufrecht zu erhalten. Dafür wurden staatliche
Finanzhilfen für den Finanzsektor und Konjunkturprogramme in bis dahin nicht vorstellbarem
finanziellem Ausmaß aufgelegt. Dies kann als ein Wendepunkt neoliberaler Politik und als
Verschiebung hin zu postneoliberalen Strategien betrachtet werden (Brand 2008). Zum Teil zeigte
sich dabei schon eine neue Tendenz zu Strategien der ökologischen Modernisierung. So sind in
verschiedenen Konjunkturprogrammen weltweit auch Investitionen in unterschiedlichem Maß in
sogenannte „grüne“ Bereiche vorgesehen. Ein Teil der Politik sieht nun in der Verbindung von
ökologischer Modernisierung und neuem wirtschaftlichen Wachstum in einem Green New Deal die
Lösung sowohl der ökologischen als auch der wirtschaftlichen Krisenerscheinungen.

Es kommt darin eine Strategie vollends zum Ausdruck, die sich schon seit einigen Jahren
abgezeichnet hat: es wird auf eine führende Stellung in der internationalen Konkurrenz im Bereich
der Umwelttechnologien gesetzt. Damit soll das bestehende kapitalistische Gesellschaftssystem
über die multiplen Krisen (Altvater 2009, Brand 2009) gerettet und aufrecht erhalten werden. In
dieser Strategie kommt das Prinzip der simulativen Politik sehr deutlich zum Ausdruck: Ohne
grundlegende Veränderungen des gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Systems sollen die
sozialen und ökologischen Krisen überwunden werden und es soll ökonomischer Gewinn aus den
Krisenbewältigungsstrategien hervorgehen. Der Widerspruch der Strategie des Green New Deal zu
den ökologischen Grenzen des Wachstums einerseits und zu ökologischer Gerechtigkeit andererseits
wird weitgehend ignoriert. Im bisherigen Verlauf sind die Treibhausgasemissionen nur in
wirtschaftlichen Krisen, bei stagnierendem Wachstum oder wirtschaftlichem Rückgang, gesunken.
Nun soll mit dem New Green Deal ein neuer Wachstumsschub bei gleichzeitiger ökologischer
Neutralität stattfinden (Müller/Kaufmann 2009). Dies würde bedeuten, den Ressourcenverbrauch
und damit zugleich die Emission von Treibhausgasen und anderen Schadstoffen vom
wirtschaftlichen Wachstum absolut zu entkoppeln.

Das Versagen von Effizienzrevolution und Entkopplung

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Die Strategie, mit der dieses Ziel erreicht werden soll, wird als Effizienzrevolution bezeichnet. Die
Dimensionen um die es dabei geht werden allerdings kaum ernsthaft diskutiert. Es wäre mindestens
eine Halbierung des globalen Ressourcen- und Energieumsatzes notwendig, um weltweit eine
ökologisch nachhaltige Entwicklung zu ermöglichen. Dem Prinzip globaler ökologischer
Gerechtigkeit folgend, nach dem alle Menschen das gleiche Recht auf Ressourcenverbrauch haben,
ist in den Industrieländern eine Reduzierung um 90 Prozent notwendig, da diese 80 Prozent des
globalen Stoff- und Energieumsatzes verursachen, aber nur etwa 20 Prozent der Weltbevölkerung in
diesen Ländern leben (Schmidt-Bleek 1993, Loske 1996, Hinterberger et al. 1996). Die
Größenordnung der dafür notwendigen Effizienzsteigerung wird dadurch deutlich, dass, bei dem
Ziel der Reduktion des Ressourcenverbrauchs um 90 Prozent und einem angenommenen
Wirtschaftswachstum von 2 Prozent pro Jahr in den nächsten 50 Jahren, die Ressourceneffizienz in
diesem Zeitraum um den Faktor 27 steigen müsste (Priewe 1999, Exner et al. 2008). Von einer
derartigen, absoluten Entkopplung von Ressourcenverbrauch und wirtschaftlichem Wachstum sind
die Industrieländer aber weit entfernt. Einen Eindruck davon, auf welches Niveau des
Ressourcenverbrauchs die notwendige Reduzierung hinauslaufen müsste vermitteln Wackernagel et
al (2007). Demnach würde Kuba gegenwärtig als einziges der 93 untersuchten Länder den
Anforderungen nachhaltiger Entwicklung in Bezug auf Ressourcenverbrauch und
Entwicklungsstand genügen.

Effizienzsteigerungen werden bisher regelmäßig von sogenannten Rebound-Effekten wieder


eingeholt, d.h. durch erweiterte Produktion und erweiterten Konsum und somit steigendem
Ressourceneinsatz weitgehend zunichte gemacht (Hinterberger et al. 1996, Wackernagel/Rees 1997,
Exner et al. 2008, Irrek/Kristof 2008). Technologische Effizienzverbesserungen sind grundsätzlich
normaler Bestandteil der wirtschaftlichen Entwicklung unter kapitalistischen
Konkurrenzbedingungen. Effizienzgewinne werden wieder investiert und führen damit, statt zur
Reduktion des Ressourcenverbrauchs, zu weiterem Wachstum. Das fortwährende Verfehlen der
Effizienz- und Reduktionsziele ist auf die Funktionsweise des kapitalistischen Wirtschaftssystems
zurückzuführen: Ziel und Antrieb kapitalistischer Ökonomie ist die „erweiterte Reproduktion des
Kapitals“ (Marx 1975). Dies wird über die Produktion und den Verkauf von Waren realisiert. Eine
inhärente Begrenzung gibt es in dieser Logik nicht. Die Produktion von Waren beinhaltet neben der
Verwendung von Arbeit, Geld und Wissen immer auch den Einsatz materieller Ressourcen (Exner et
al. 2008, Müller/Kaufmann 2009). Bisher nehmen mit wirtschaftlichem Wachstum der Verbrauch
von Ressourcen und Energie und damit zugleich die Emissionen von Treibhausgasen und andere
ökologische Risiken und Zerstörungen zu. Ein New Green Deal stellt daher keinen Bruch mit der

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fundamentalen Logik hinter den sozialen und ökologischen Krisen dar und folgt damit dem Prinzip
der simulativen Politik.

Notwendig, im Sinne von nachhaltiger Entwicklung und ökologischer Gerechtigkeit, wäre eine
drastische Reduzierung des Ressourcenverbrauchs in den Industrieländern des globalen Nordens
(Sarkar 2001, Exner et al. 2008). Nachhaltige Entwicklung und globale ökologische Gerechtigkeit
erfordern somit einen Bruch mit dem Prinzip quantitativen, wirtschaftlichen Wachstums. Dies wird
aber im öffentlichen und politischen Diskurs kaum diskutiert, denn damit ist der Kern des
kapitalistischen Gesellschaftssystems in Frage gestellt und damit das System als Ganzes.
Hinzuzufügen ist, dass diese Position nichts mit einer Verzichtsethik zu tun hat, sondern allein aus
dem Prinzip globaler ökologischer Gerechtigkeit resultiert.

Die multiple Krise des Neoliberalismus

Das Modell des Neoliberalismus ist in einer tiefgreifenden Krise. Es kommt in der gegenwärtigen
Situation zunehmend zur Überlagerung von sich gegenseitig verschärfenden Krisenerscheinungen
als multiple Krise. Mit voranschreitender Zeit nimmt dabei die Überlagerung und Verschärfung zu:
Es verstärken sich die ökologischen Krisenerscheinungen und der Klimawandel, wodurch die
Nahrungsmittelkrise verstärkt wird, die nicht-erneuerbaren materiellen und energetischen
Ressourcen werden knapper, womit eine Ressourcen- und Energiekrise verbunden ist, die
finanziellen und wirtschaftlichen Krisenerscheinungen können angesichts dessen und aufgrund
innerer Widersprüche der kapitalistischen Ökonomie auf längere Sicht kaum überwunden werden
und ausgelöst durch alle diese Krisen in ihrem Zusammenhang verschärfen sich soziale
Krisenerscheinungen weiter, was als Krise der sozialen Reproduktion oder Krise der sozialen
Integration zu beschreiben ist. Insgesamt bedeutet diese multiple Krise eine Krise des
fossilistischen, kapitalistischen Produktions- und Gesellschaftsmodells und damit eine Krise der
gesellschaftlichen Naturverhältnisse.
Damit einher gehen im gesellschaftlichen und politischen Bereich Entwicklungen die mit Begriffen
wie Postdemokratie (Crouch 2008), postdemokratische Wende (Blühdorn 2007), Post-politik oder
„Ende der Politik“ bezeichnet werden. Die Diskussion gesellschaftlicher Verhältnisse anhand
dieser Begriffe ist insbesondere auf die politische Passivität der Mehrheit der Bevölkerung und die
zunehmende Macht von Eliten und Experten gerichtet. Diese Erscheinungen sind als Krise
politischer Repräsentation und Legitimation sowie als Krise politischer Institutionen zu betrachten,
d.h. insgesamt als Krise der Demokratie. In engem Zusammenhang damit steht ein weiteres

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gesellschaftliches Phänomen, das von Blühdorn als Krise der Selbstreferentialität (2007) bezeichnet
wird. Diese drückt sich dadurch aus, dass in modernen Gesellschaften die, durch die Aufklärung
hervorgebrachte, Vorstellung des autonomen Subjekts als Bezugspunkt verschwindet und sich der
Gegensatz von Selbst und System auflöst.
Blühdorn (2007) fasst die multiple Krise des neoliberalen, kapitalistischen Gesellschaftsmodells als
dreifache Krise der Nichtnachhaltigkeit zusammen: ökologische Nichtnachhaltigkeit, soziale
Nichtnachhaltigkeit und normative oder kulturelle Nichtnachhaltigkeit.

Dimensionen gesellschaftlicher Konstitution

Um die Ursachen für die Unfähigkeit kapitalistischer Gesellschaften, diese multiplen


Krisenerscheinungen real zu bearbeiten, aufzudecken müssen grundlegende Dimensionen
gesellschaftlichen Konstitution betrachtet werden. Zuerst wird die Art der Subjektkonstitution im
Kapitalismus betrachtet.

Als wesentlich Ursache für die Krise der Selbstreferentialität betrachtet Blühdorn die Art der
spätmodernen Identitätskonstruktion, die innerhalb des kapitalistischen gesellschaftlichen Systems,
mit den durch dieses zur Verfügung gestellten Mitteln stattfindet, die vor allem Handlungen des
Konsums umfassen (Blühdorn/Welsh 2007). Dadurch kommt es zu einer Identifikation des Selbst
mit dem System (ebd., Blühdorn 2006). Dies entspricht der, von Foucault und im Anschluss an ihn
unter den Begriffen Gouvernementalität und „Techniken des Selbst“ analysierten, diskursiven
Konstitution der Subjekte (Bröckling et al. 2000, Lemke 2000). Die Konstitution der Subjekte
erfolgt im Neoliberalismus in einer Weise, die eine Subjektivierungsform des „unternehmerischen
Selbst“ (Bröckling 2007) hervorbringt, die auch als „neoliberales Selbst“ bezeichnet werden
könnte. Die umfassende Ökonomisierung des Selbst im Kapitalismus wurde bereits von der
kritischen Theorie kritisiert (Adorno 1995, Fromm 1976). Das neue an der, an Foucault
anschließenden Perspektive, ist der, schon von Althusser (1977) vollzogene, Wechsel von einem
Subjekt-Objekt-Paradigma zu einem diskursanalytischen (Böke 2001). Ein Hinweis darauf ist schon
bei Marx zu finden, der das „menschliche Wesen“ in den Feuerbachthesen von 1845 als „Ensemble
der gesellschaftlicher Verhältnisse“ bezeichnet (Marx 1959).

Die Grundlage für diese Art der Subjektkonstitution besteht darin, dass die soziale Reproduktion
und Integration in kapitalistischen Gesellschaftsverhältnissen den Prinzipien der Kapitalverwertung
unterworfen ist. Die Reproduktion des alltäglichen Lebens und die soziale Integration hängen davon

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ab, die zum Leben notwendigen Güter und das Selbst in Waren- und Wertform zu behandeln. Mit
der sozialen Reproduktion der Subjekte ist auf diese Weise die Reproduktion der kapitalistischen
Gesellschaftsverhältnisse verbunden. Dies wird aber nicht bewusst intendiert, sondern es vollzieht
sich quasi hinter dem Rücken der gesellschaftlich Handelnden. Die gesellschaftlichen Verhältnisse
im Kapitalismus verselbstständigen sich damit scheinbar gegenüber denen, die sie hervorbringen
und nehmen einen verdinglichten Charakter an, der sie als etwas gleichsam natürliches und
unveränderbares erscheinen lässt. Dieser Zusammenhang wird von Marx (1975) und an ihn
anschließend von Lukács (1970) und der kritischen Theorie (Sohn-Rethel 1972, Adorno 1992) als
Ideologie kritisiert. Damit wird auf die ideologische Form der Strukturierung der kapitalistischen
Gesellschaft hingewiesen.

Gramsci und Althusser haben eine Neuinterpretation des Begriffs der Ideologie vorgenommen, der
sich deutlich von dem kritischen Ideologiebegriff Lukács' und der kritischen Theorie unterscheidet
und eher als neutraler Ideologiebegriff aufgefasst werden kann (Elbe 2005). Gramsci fasst Ideologie
nicht als Bewusstseinsphänomen sondern als soziale Praxis auf, die Bewusstsein konstituiert
(Merkens 2003). Ideologiekritik wird im Sinne Gramscis zur Analyse gesellschaftlicher Hegemonie.
Althusser betrachtet Ideologie ebenfalls nicht primär als eine Tatsache des Bewusstseins, sondern
vor allem als eine gesellschaftliche Struktur (Brauk 2002). Ideologie wird damit als Denk-, Praxis-
und Handlungsform aufgefasst, die gesellschaftliche Handlungsfähigkeit ermöglicht. Dennoch
betrachtet Althusser das Ökonomische als determinierende Struktur gegenüber allen anderen
gesellschaftlichen Bereichen (Althusser/Balibar 1972, Althusser 1977). Das grundlegende Moment,
welches Gramsci und im Anschluß an ihn Althusser herausgestellt haben, ist die Vermittlung und
Reproduktion von gesellschaftlichen Strukturen durch die Aktivitäten der gesellschaftlichen
Subjekte (Haug 1995).

Im Anschluss und in Abgrenzung zum strukturalen Marxismus Althussers entwickelt Foucault die
Analyse von Diskursen und Dispositiven. Er gibt Ideologie als Begriff auf, da er sich auf eine
außerhalb liegende Wahrheit und ein ebensolches Subjekt beziehen würde, die aber beide selbst
durch Machtverhältnisse erst hervorgebracht würden (Foucault 1978) Diskursanalytische und
ideologiekritische Konzeptionen stimmen aber zumindest darin überein, dass Subjekte nicht
vorbestimmt und naturgegeben sind, sondern gesellschaftlich bestimmt werden.

Als grundlegende Problem gesellschaftlicher Transformationsfähigkeit ergibt sich aus der


Funktionsweise gesellschaftlicher Konstitution das Verhältnis von gesellschaftlichen Strukturen zu

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subjektiven und kollektiven Handlungsmöglichkeiten. Ein Beitrag zur Bestimmung dieses
Verhältnisses ist Giddens' Konzept der Dualität von Struktur. Es stellt dar, dass gesellschaftliche
Strukturen sowohl Handlungen ermöglichen, als auch das Ergebnis von Handlungen sind, d.h. sie
sind zugleich Medium und Resultat von Handlungen (Giddens 1997). Die gesellschaftlichen
Strukturen werden in gesellschaftlichen Institutionen, wie Organisationen, Wirtschaftsunternehmen,
staatlichen Einrichtungen und Rechtsordnungen institutionalisiert und entziehen sich dem Einfluss
individueller und kollektiver Handlungspotentiale soweit, dass daraus ein struktureller Zwang
resultiert (ebd.).

Notwendigkeit und Kontingenz

In Bezug auf die Frage, wie die destruktiven gesellschaftlichen Strukturen überwunden werden
können und ihre fortwährende Reproduktion unterbrochen werden kann, ist das Problem
struktureller Notwendigkeit und der Kontingenz sozialer Praxen mit den bisherigen Ausführungen
nicht geklärt. Es stehen sich dabei verschiedene Positionen gegenüber. Auf der einen Seite wird die
Dominanz gesellschaftlicher Strukturen hervorgehoben, insbesondere ökonomischer Prozesse, die
bis hin zu einer strukturellen Determination gesellschaftlicher Verhältnisse interpretiert werden. Auf
der anderen Seite wird die prinzipielle Möglichkeit gesellschaftlicher Veränderung betont, da die
gesellschaftlichen Strukturen als soziale Verhältnisse durch die Subjekte hervorgebracht und
reproduziert werden.

Eine nähere Bestimmung dieser Verhältnisse ermöglicht die diskursanalytische Hegemonietheorie,


die Laclau und Mouffe vorgelegt haben (Laclau/Mouffe 2000, Scherrer 1995, Habermann 2009,
Wullweber 2009). Das Ziel von Laclau und Mouffe ist die Überwindung von essentialistischen
Positionen. Sie sehen die Essentialisierung der Ökonomie als entscheidend für den Ökonomismus
an, d.h. für die Vorstellung der strukturellen Determination sozialer Prozesse durch die Ökonomie.
Für diese Überwindung verwenden sie das Konzept des Diskurses, welches für sie sowohl
sprachliche als auch nicht-sprachliche artikulatorische Praxis beinhaltet. Damit kommen sie zu einer
Bestimmung des Verhältnisses von Notwendigkeit und Kontingenz. Notwendigkeit wird demnach
durch inhärente Antagonismen immer wieder unterbrochen. Gesellschaftliche Strukturen sind
ständigen Brüchen und Verschiebungen ausgesetzt, wodurch diese keine vollständige
Geschlossenheit erreichen. Aus dieser nur unvollständig möglichen Konstituierung von Strukturen
ergibt sich die Möglichkeit partiell selbstbestimmter Subjektkonstitution. Subjekte erreichen aber
ebenso keine in sich geschlossene Identität, da diese aus dem Verhältnis zu anderen Identitäten

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resultiert, die selbst der Unterbrechung durch Antagonismen unterliegen. Gesellschaftliche
Strukturen sind wiederum das Ergebnis der Unfähigkeit der Subjekte, die gesamten
gesellschaftlichen Verhältnisse ständig im diskursiven Bewusstsein nachzuvollziehen. Daraus ergibt
sich die Notwendigkeit strukturierter sozialer Praxen, die nicht permanent diskursiv hinterfragt
werden müssen. Subjekte und gesellschaftliche Strukturen konstituieren sich in in einem Prozess
gegenseitiger Subversion, woraus sich eine gegenseitige Subversion von Notwendigkeit und
Kontingenz ergibt.

Hegemonie ist bei Laclau und Mouffe eine artikulatorische Praxis, die Verknüpfungen erzeugt, die
die Bedeutung des Sozialen in einem organisierten System von Differenzen teilweise fixieren
(Torfing 1999). Diese Fixierungen, die eine bestimmte Notwendigkeit sozialer Verhältnisse
implizieren, sind aber nicht permanent und können sich nicht zu einer umfassenden Totalität
schließen (Scherrer 1995) Eine hegemoniale Diskursorganisation wirkt aber dadurch, dass sie in der
soziale Struktur, in den Institutionen und täglichen Praktiken der Subjekte vorhanden ist,
strukturierend auf die Möglichkeiten neuer Relationen und Bedeutungen, d.h. sie wirkt rekursiv auf
die Konstituierung gesellschaftlicher Verhältnisse. Die Intentionen und Strategien gesellschaftlicher
Subjekte richten sich an den vorhandenen Dispositiven aus, wodurch diese reflexiv reorganisiert
werden. (Wullweber 2009). Mit dieser Konzeption ist die soziale Handlungsfähigkeit von Subjekten
nicht mehr als strukturell determiniert zu betrachten, aber sie unterliegt entscheidenden
Einschränkungen.

Indem sich Laclau und Mouffe gegen eine Essentialisierung des Ökonomischen wenden, verfolgen
sie ein Ziel, das prinzipiell auch bei Marx und an ihn anschließend bei Lukács und der kritischen
Theorie besteht. Die Kritik von Ideologie gründet sich bei diesen darauf, abstrakte gesellschaftliche
Verhältnisse auf soziale Verhältnisse und gesellschaftliche Strukturen auf die Beziehungen zwischen
Subjekten zurückzuführen. Mit Laclau und Mouffe gelingt es, durch ihren Bezug auf ständige
Brüche und Verschiebungen und die nie vollständig geschlossene Konstitution von Strukturen und
Identitäten, die prinzipielle Möglichkeit gesellschaftlicher Transformation zu denken. Dabei entfällt
aber weitgehend die materielle Seite, d.h. die strukturellen Zwänge die aus sozialer und
ökonomischer Reproduktion resultieren. Dies bezieht sich beispielsweise auf die Notwendigkeit
sich bestimmter kapitalistischer, ökonomischer Strukturen zu bedienen, um das individuelle Leben
zu reproduzieren.

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Aus der lebenswichtigen Bedeutung materieller Reproduktion resultiert eine Notwendigkeit die als
Schwerkraft der Materialität bezeichnet werden könnte. Dadurch ergibt sich ein hierarchisches
Verhältnis von Strukturen, indem ökonomische Praxen, insbesondere das Wert- und
Warenverhältnis, strukturierend auf andere soziale Praxen wirken (Scherrer 1995). Auf diese Weise
erlangen die sozialen Formen der kapitalistischen Vergesellschaftung eine, wenn auch immer
potentiell prekäre, so doch verhältnismäßig stabile, Fixierung als hegemoniale Strukturen. Zudem
wird die Essentialisierung der Ökonomie in gesellschaftlichen artikulatorischen und diskursiven
Praxen als hegemoniales Dispositiv hergestellt, was im Prinzip dem Ansatzpunkt der Kritik von
Ideologie entspricht.

Mit der diskursanalytischen Hegemonietheorie lässt sich sagen, dass die wesentlichen
kapitalistischen Vergesellschaftungsmodi zwar hegemoniale Strukturen, aber keine Totalität, deren
Strukturen geschlossen sind, darstellen. Damit sind kontingente Entwicklungsmöglichkeiten
prinzipiell latent offen. Andererseits stellen Krisen keine offenen Situationen dar, da Strukturbrüche
auch in Krisen nicht total sind, also nicht alle gesellschaftlichen Strukturen umfassen. So bleiben
bestimmte gesellschaftliche Strukturen auch in Krisen weiter wirksam oder verstärken sich sogar,
während andere durch Brüche und Verschiebungen modifiziert werden. Die Subjekte sind auch in
Krisen nicht der gesellschaftlichen Strukturierung entzogen. Handlungsmöglichkeiten sind somit
immer durch die gegenseitige Subversion von Notwendigkeit und Kontingenz bestimmt (Scherrer
1995).

Übergang

Bisher erweist sich das Prinzip der gesellschaftlichen Vermittlung durch Warenform und
Kapitalverwertung, trotz schwerwiegender Krisen, als sehr resistent gegenüber sozial und
ökologisch notwendigen gesellschaftlichen Transformationen. Im globalen Maßstab gerät das
kapitalistisch organisierte Gesellschaftssystem aber zunehmend an seine räumlichen, zeitlichen,
sozialen und ökologischen Grenzen. Ein anderes Prinzip der Vergesellschaftung, sowohl im
globalen als auch im regionalen Rahmen, ist notwendig um die soziale Exklusion von
Bevölkerungen und Bevölkerungsgruppen zu beenden und zugleich die ökologischen Krisen zu
bearbeiten.

Eine Politik die tatsächlich eine sozial-ökologische gesellschaftliche Transformation anstrebt,


müsste die gegenwärtig hegemonialen gesellschaftlichen Strukturen, im Sinne von einem radikalen

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Reformismus (Hirsch 1990) oder revolutionärer Realpolitik (Luxemburg 1988) überschreiten. Dabei
müssen alle genannten Dimensionen einbezogen werden. Für die Möglichkeit gesellschaftlicher
Transformation müssen sowohl die materiellen Verhältnisse als auch die damit verbundene
Subjektkonstitution berücksichtigt werden. Eine Veränderung der Subjektkonstitution ist
beispielsweise nicht allein durch Reflexion der gesellschaftlichen Verhältnisse möglich. Notwendig
wäre zugleich eine andere, nicht-waren- und wertförmige und damit nicht-kapitalistische Grundlage
der sozialen Reproduktion, damit das scheinbare bzw. hegemoniale Primat der Ökonomie durch
bewusstes, die strukturellen Formen überschreitendes Handeln überwunden werden kann.

Dies wären Voraussetzungen gesellschaftstransformierender bzw. strukturtransformierender, sozial-


ökologischer Politik, die sich den kapitalistischen Verhältnissen zumindest partiell entzieht und sie
dadurch tendenziell überschreitet (Esser et al. 1994). Dabei spielen Handlungspotentiale der
Subjekte im Sinne der Reflexionspotentiale, die in den routinisierten Praktiken nicht aufgehen, eine
entscheidende Rolle. Die besondere Schwierigkeit liegt darin, dass eine solche Politik innerhalb der
institutionellen Konfiguration der kapitalistischen Gesellschaft stattfinden muss und diese zugleich
überschreiten muss. Verändert werden können nur gesellschaftliche Strukturen, soziales Handeln,
Subjektkonstitution und soziale Reproduktion zugleich. Die gegenseitige Subversion von Subjekt
und Struktur sowie von Notwendigkeit und Kontingenz und der daraus folgende ambivalente
Charakter gesellschaftlicher Strukturen und Institutionen als Ermöglichung und Beschränkung von
subjektivem Handeln, führt dazu, dass gesellschaftstransformatorische Politik institutionalisiert
werden muss, um langfristig wirksam sein zu können. Damit ist die Entwicklung institutioneller
Formen, welche die hegemonialen ökonomischen und politischen Strukturen perspektivisch zu
überwinden in der Lage wären, von entscheidender Bedeutung.

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