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Stahlbau Arbeitshilfe

46 Sandwichelemente
Eine Gemeinschaftsorganisation von
stahlerzeugenden Unternehmen und dem
Deutschen Stahlbau-Verband DSTV

Allgemeines Elemente mit einer profilierten Deckschicht


Sandwichelemente sind leichte, industriell verwendet (Abb. 3), für Wandbauteile dage-
vorgefertigte Dach- und Wandbauteile, die gen häufiger Elemente mit zwei quasi-ebenen σ
auf der Baustelle einfach und schnell mon- Deckschichten (Abb. 4). 1,85 · σL + 1,3 · σT ≤ βk
s
tiert werden können. Sie bestehen in der
Regel aus zwei dünnen Deckblechen, die Montage und Verlegung Abb. 5
durch einen Kern aus Hartschaum (z. B. Dachbauteile werden in der Regel in Rich-
Polyurethan) oder Mineralwolle schubfest tung der Dachneigung angeordnet, Wand-
miteinander verbunden sind, so dass ein bauteile können sowohl vertikal (stoßfrei l
tragender Verbundquerschnitt entsteht. bis ca. 18 m) als auch horizontal eingesetzt Abb. 6
Ihre Hauptvorteile sind werden.
• hohe Tragfähigkeit bei geringem Gewicht, σ
1,1 · (σL + ψ · σT ) ≤ βk
• einfache, leichte, schnelle und kosten- Berechnung s
günstige Montage, Geschlossene Formeln zur Ermittlung der
• Innenverkleidung, Wärmedämmung anteiligen Schnittgrößen und Spannungen in Abb. 7
und Außenhaut in einem einzigen den Teilkomponenten der Elemente nach der
Arbeitsgang. Theorie des nachgiebigen Verbundes liegen B
zwar vor, sind jedoch nur für Standardfälle l l
Ausführungen handhabbar. Für verschiedene Grundfälle Abb. 8
Sandwichelemente gibt es mit profilierten und wurden Näherungslösungen entwickelt (siehe
quasi-ebenen Deckschichten (Abb. 1und 2). Literatur), für weitergehende Probleme sind
Für den Dachbereich werden hauptsächlich mittlerweile Softwarelösungen verfügbar. Nachweise
Sandwichelemente können nur auf der Basis
von allgemeinen bauaufsichtlichen Zulassun-
gen eingesetzt werden. In Anlehnung an das
Geometrie Sicherheitskonzept der Euronormen sind für
eben die Nachweise gammafache Spannungen und
liniert oder gesickt Schnittgrößen den Versagenswerten gegen-
0,5 – 3 mm überzustellen. Nachzuweisen sind insbeson-
0,5 – 8 mm
dere die Grenznormalspannungen (Knitter-
trapezprofiliert spannung σk bzw. Fließspannung βs) in den
20 - 50 mm Deckschichten und die Grenzschubspannun-
Abb. 2
gen im Kern sowie die Verbindungen mit der
Unterkonstruktion.
Abb. 3
Der Tragfähigkeitsnachweis für die Deck-
schicht-Druck- und -Zugspannungen ist
Abb. 1 unter der Annahme von Knittergelenken
über den Stützen am Einfeldträger zu führen.
Polyurethan (PUR) Hartschaum, Dichte ρ = 40 – 50 kg/m3 Die 1,85-fachen Spannungen aus äußeren
„FCKW“-freie Treibmittel: R141b, R22/142b, R134a, Lasten (σL) plus die 1,3-fachen Spannungen
Penthan, CO2 selbsthaftend
aus Temperaturdifferenzen zwischen den
Polystyrol (PS) Hartschaum, Dichte ρ ≥ 15 kg/m3 Deckschichten (σT) sind zu überlagern und
mit den Deckschichten verklebt
den Grenzwerten gegenüberzustellen (Abb.
Mineralwolle Dichte ρ = 90 – 150 kg/m3 5 und 6).
mit den Deckschichten verklebt

Beim Gebrauchsfähigkeitsnachweis der


Kern- Deck-
Deckschichtspannungen ist der Nachweis
schicht bleche am Gesamtsystem zu führen. Hier gilt sowohl
Abb. 4
für die Spannungen aus äußeren Lasten als
auch für diejenigen aus Temperatur ein γ M
Werkstoff von 1,1, wobei bei Gebäuden mit normalen
Stahlblech tN = 0,40 – 1,00 mm βs = 280 – 350 N/mm2 Innentemperaturen die Temperaturdifferenz-
Korrosionsschutz nach DIN 55028 spannungen mit dem ψ-Faktor 0,9 abgemin-
dert werden dürfen (Abb. 7 und 8).
Stahlbau Arbeitshilfe 46 Sandwichelemente

Konstruktionshinweise nen Raumes. Infolgedessen dehnen sich die werden können. Zusätzlich ergeben sich da-
Durch den (gewünschten) hohen Dämmwert Deckschichten unterschiedlich aus. Werden bei erhebliche abhebende Kräfte, die bei der
der Kernschicht erwärmen sich die Deck- die resultierenden Verformungen z. B. durch Bemessung der Verbindungsmittel zu berück-
schichten sehr unterschiedlich. Während die biegesteife Deckschichten oder mehrfeldrig sichtigen sind.
äußere Deckschicht Temperaturschwankun- gespannte Platten behindert, führt dies zu
gen zwischen + 80 °C im Sommer unter Zwängungen. Im Sommer entstehen dabei Die Befestigung der Sandwichelemente er-
direkter Sonneneinstrahlung und – 20 °C im z. B. bei Durchlaufträgern Beanspruchungen folgt meist über direkte Verschraubung auf
Winter ausgesetzt ist, behält die innere wei- im Bereich der Zwischenauflager, die doppelt der Unterkonstruktion, für den Wandbereich
testgehend die Temperatur des umschlosse- so groß wie diejenigen aus äußeren Lasten sind auch Systeme zur verdeckten Befesti-
gung verfügbar, so dass der Eindruck einer
ungestörten Fläche entsteht.

Die quasi-ebenen Deckschichten reagieren


empfindlich auf Störstellen wie Auflager und
First-
ausbildung Verschraubungen. Dies führt zu einer Abnah-
Satteldach me der aufnehmbaren Druckkräfte in diesen
First- Bereichen. Unter anderem können dadurch
ausbildung nicht unbeschränkt viele Verbindungsmittel
Pultdach
nebeneinander angeordnet werden.

Literatur
• K. Stamm, H. Witte: Sandwichkonstruk-
tionen. Springer Verlag, Wien/New York,
1974.
Attikaausbildung
• K. Schwarze: Numerische Methoden zur
Berechnung von Sandwichelementen.
Stahlbau 12/1984.
• O. Jungbluth: Verbund- u. Sandwichtrag-
werke. Springer Verlag, Berlin, Heidelberg,
Ortganganschluss
New York, Tokyo, 1986.
• E. Wölfel: Nachgiebiger Verbund.
Eine Näherungslösung und deren Anwen-
dungsmöglichkeiten. Stahlbau 6/1987.
K. Berner: Praxisgerechte Nachweise zur
Anschluss Dach an Trag- und Gebrauchsfähigkeit von Sand-
aufgehende Wand
wichbauteilen. Stahlbau 12/1998.
Längsstoß-
ausbildung
Wand

Verdeckt Befestigung

Eckstoß
Öffnung

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