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Berufliche Oberschule Memmingen SuR Datum:

Infoblatt
Angebotsorientierte vs. Nachfrageorientierte Wirtschaftspolitik

Angebotspolitik:
Angebotspolitik ist ein wirtschaftspolitisches Konzept, mit dem die Wachstumsschwäche und
Massenarbeitslosigkeit hoch entwickelter Marktwirtschaften durch verbesserte
Produktionsbedingungen und erhöhte Anpassungsfähigkeit des privatwirtschaftlichen
Sektors bekämpft und überwunden werden soll. Wirtschaftliches Wachstum und die
Schaffung von Arbeitsplätzen sollen über die Verbesserung der Bedingungen auf der
Angebotsseite erreicht werden. Die Angebotspolitik spiegelt die Abkehr vom
nachfrageorientierten Konzept des Keynesianismus hin zum Monetarismus wider.
Angebotspolitik ist auf die Produktion, d. h. auf die Unternehmen, gerichtet. Höhere Gewinne
sollen dabei die finanziellen Voraussetzungen für Investitionen der Unternehmen verbessern.
Höhere Investitionen verbessern die Produktionsbedingungen sowie die internationale
Wettbewerbsfähigkeit und bewirken eine Steigerung der Beschäftigung, was zu mehr
Einkommen bei den privaten Haushalten führt. Maßnahmen der Angebotspolitik sind deshalb
auf die Förderung der Investitionstätigkeit ausgerichtet, über die das Wirtschaftswachstum
verstärkt werden soll, um so die Schaffung von Arbeitsplätzen zu erreichen. Mittel der
Angebotspolitik sind z. B. Senkung von Unternehmenssteuern, die Verbesserung der
steuerlichen Abschreibungsmöglichkeiten, die Förderung von Forschung und Entwicklung,
die Förderung von Existenzgründungen und Maßnahmen der Deregulierung.

Weitere wichtige Programmpunkte sind: eine sich am Wachstum des Produktionspotenzials


orientierende, inflationsvermeidende Geldpolitik; eine Fiskalpolitik, die den Staatsanteil am
Sozialprodukt senkt, die Neuverschuldung verringert, die Investitionsausgaben zulasten der
konsumtiven Ausgaben erhöht, das Steuersystem leistungs- und investitionsfördernd
verändert, eine zurückhaltende, sich am Produktivitätsfortschritt orientierende Lohnpolitik,
verbunden mit einer Förderung der Mobilität der Erwerbspersonen und der Flexibilität von
Löhnen, Arbeitszeit und Beschäftigungsbedingungen.

Quelle: Duden Wirtschaft von A bis Z: Grundlagenwissen für Schule und Studium, Beruf und Alltag. 6. Aufl. Mannheim: Bibliographisches
Institut 2016. Lizenzausgabe Bonn: Bundeszentrale für politische Bildung 2016.
Berufliche Oberschule Memmingen SuR Datum:

Nachfragepolitik:

Nachfragepolitik ist der Einsatz konjunkturpolitischer Maßnahmen mit dem Ziel, die
gesamtwirtschaftliche Nachfrage so zu beeinflussen, dass konjunkturelle Schwankungen mit
negativen Auswirkungen auf die Beschäftigung und Preissteigerungen möglichst vermieden
werden. In einer Abschwungphase soll der Staat deshalb über höhere Ausgaben die
Nachfrage beleben, damit zu einer besseren Auslastung der Unternehmen beitragen und so
weitere Investitionen veranlassen. Die Nachfragepolitik ist eher kurzfristig orientiert.

Die Nachfragepolitik als antizyklische Wirtschaftspolitik ist aus dem Konzept des
Keynesianismus und der daraus entwickelten Fiskalpolitik entstanden. Sie wurde in
Deutschland vor allem in den 1970er-Jahren betrieben, als man hoffte, mithilfe staatlicher
Konjunkturprogramme die Wirtschaft aus der Krise führen zu können. Der Erfolg der
damaligen nachfrageorientierten Politik auf die Konjunktur war jedoch nicht wie gewünscht,
sondern verstärkte häufig die konjunkturellen Ausschläge mehr, als sie zu glätten.

Quelle:Duden Wirtschaft von A bis Z: Grundlagenwissen für Schule und Studium, Beruf und Alltag. 6. Aufl. Mannheim: Bibliographisches
Institut 2016. Lizenzausgabe Bonn: Bundeszentrale für politische Bildung 2016.

Arbeitsauftrag:

Recherchieren Sie aktuelle wirtschaftspolitische Maßnahmen der


Bundesregierung.

Ordnen Sie Ihre Ergebnisse den beiden wirtschaftspolitischen Konzepten zu.

Analysieren Sie die Maßnahmen und nehmen Sie kritisch Stellung.

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