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Quadragesima und Karwoche

Jerusalems im siebten
Jahrhundert und Oster- und
Pfingster Jerusalems im siebten
Jahrhundert
Quadragesima (prima duminica din Postul
Mare, care apare dupa Miercurea Cenusii)
si Saptamana Sfanta/Luminata din
Ierusalim în secolul al VII-lea si Pastele si
Rusaliile din Ierusalim în secolul al
VII-lea
Analecta Gorgiana

443

Series Editor
George Anton Kiraz

Analecta Gorgiana is a collection of long essays and short


monographs which are consistently cited by modern scholars but
previously difficult to find because of their original appearance in
obscure publications. Carefully selected by a team of scholars based
on their relevance to modern scholarship, these essays can now be
fully utilized by scholars and proudly owned by libraries.
Quadragesima und Karwoche
Jerusalems im siebten
Jahrhundert und Oster- und
Pfingster Jerusalems im siebten
Jahrhundert

Translated by

Theodor Kluge

Introduction by
Anton Baumstark

1
gorgias press
2010
Gorgias Press LLC, 180 Centennial Ave., Piscataway, NJ, 08854, USA
www.gorgiaspress.com
Copyright © 2010 by Gorgias Press LLC
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mechanical, photocopying, recording, scanning or otherwise without the
prior written permission of Gorgias Press LLC.
2010

1
ISBN 978-1-60724-851-4 ISSN 1935-6854
Extract from Oriens Christianus 13 (1915)

Printed in the United States of America


ERSTE ABTEILUNG:

TEXTE UND ÜBERSETZUNGEN.

Quadragesima und Karwoche Jerusalems im siebten


Jahrhundert.
Übersetzung nach K e k e l i d z e Iepyca.IHMCKÜI KaiioiiapL VII im;a. Tiflis 1912,
S. 56—88 von
Dr. Theodor Kluge
mit Einleitung und Anmerkungen von

Dr. Anton Baumstark.


I n meinem im vorigen Jahrgang dieser Zeitschrift 8. 39—58 ver-
öffentlichten Aufsatz über Das Leydener griechisch-arabisches Perikopen-
buch für die Kar- und Osterwoche hatte ich S. 49 ff. Veranlassung,
neben dem durch C o n y b e a r e , Rituale Armenorum. Oxford 1905,
S. 516—527 bekannt gemachten altarmenischen Lektionar und dem
von P a p a d o p u l o s - K e r a m e u s im I I . Bande seiner AvaXsxxa Ispo-
aoXofiiTix^c Sxa^uXoyiai veröffentlichten Tomxov xijs Avacjxocasu)? für die
Kär- : und Osterwoche ein drittes Dokument stadtliier osolymitanischer
Liturgie von höchster Bedeutung heranzuziehen. Es ist dies eine höchst
ausführliche, die biblischen Lesungen in extenso mitteilende Grottes-
dienstordnung „der orthodoxen Bischöfe, beobachtet in Jerusalem",
von welcher dem gelehrten russischen Erzpriester C. S. K e k e l i d z e
zwei, leider gleichmäßig lückenhafte, georgische Hss. vorlagen, nach
denen er mit der zwischen einem Lektionar und einem liturgischen
Typikon die Mitte haltenden Urkunde in einem 1912 in Tiflis er-
schienenen Buche bekannt machte.
Eine eingehende Besprechung seiner Publikation durch E. M. A b e l
0 . Pr.' hat KB. 2. X I 8. 459—462 das in diesem georgischen „Jerusa-
lemer Kanonarion" enthaltene Material zur Kenntnis der Hl. Stätten
und Kirchenbauten Jerusalems und seiner Umgebung vorläufig ge-
hoben. Auf Grund einer russischen Besprechung von Dimitriewskij
wurde durch den Archimandriten K a l l i s t o s NS. X I I I 541—552 in
griechischer Sprache über unser 'ApyaTov 'IspoaoXu|nxix6v Tu-i/ov xoö
IL Tacsou berichtet und zunächst probeweise die sv auxip ixsptXajißavo-
[jivYj xsXexrj xvjs eopx?ji x?j? Xpiotou ysvvyjosws Iv Birj&Xssp. vorgeführt.
Eine mir in Eolge der jetzigen kriegerischen Weltlage noch nicht zu-

ORIENS CHRISTIANÜS. Neue Serie Y. 14


202 Kluge-B aumstark

gänglich gewordene griechische Übersetzung des Ganzen, soweit es


durch Kekelidze selbst veröffentlicht wurde, dürfte in der gleichen
Zeitschrift unterdessen durch denselben Autor mindestens begonnen
worden sein. Eine von einem selbständigen Apparat liturgiegeschicht-
licher Fußnoten begleitete "Verdeutschung wird durch dieselbe aber
keinesfalls überflüssig gemacht. Während Herr Divisionspfarrer Dr.
H. G-oussen es ins Auge gefaßt hat, für das unbewegliche Kirchen-
jahr das Kekelidze'sche „Kanonarion" neben dem georgischen Lektionar
einer Hs. der Pariser Nationalbibliothek und anderen Quellen in einer
in dieser Zeitschrift zu veröffentlichenden Arbeit über das georgische
Heiligenkalendarium zu verwerten, habe ich mich daher an Herrn
Dr. Th. K l u g e mit der Bitte um eine Übersetzung der das bewegliche
Kirchenjahr betreffenden Partien gewandt, die, soweit derselbe von Keke-
lidze mitgeteilt wird, den georgischen Text zugrunde zu legen hätte.
Es ergab sich, daß dem verdienten Forscher auch das „Kano-
narion" oder wie unser Liturgiedenkmal ihm gegenüber im Lande
selbst von einheimischen Gelehrten bezeichnet wurde, der „Kanon"
schon auf seinen wissenschaftlichen Streifzügen in Georgien bekannt
geworden war. Er stellt mir hierüber und über den "Wert bezw. Un-
wert der Kekelidze'schen Veröffentlichung unter dem für ihn maß-
geblichen Gesichtspunkte der Erforschung der georgischen Bibeltexte
die folgenden Bemerkungen zur Verfügung:
„Im Jahre 1910 auf der .Rückkehr von meiner ersten Heise nach
Swanetien machte mir der um die Sammlung der letzten Reste alt-
georgischer Handschriftenherrlichkeit hochverdiente Z o r d a n i a in
Kutais Mitteilung von dem Vorhandensein des Kanons, der sich nach
seiner Angabe im Kwirion- und Jwlitha-Kloster in Swanetien be-
finden sollte, und in dem sich eine Menge historischer Notizen, als Bei-
schrift auf den unbeschriebenen Bändern befinden sollten, die sich auf
die Geschichte der georgischen Klostergründungen in Palästina und
Kleinasien bezögen, und etwa bis 1187 n. Chr. reichten. Im Jahre
1911 hatte ich anderes vor und kam nicht nach Swanetien. Im Jahre
1912 bewilligte mir der Herr Kultusminister einen größeren Reise-
beitrag, mit dessen Hilfe ich u. a. eine völlige photographische Auf-
nahme der Handschrift vornehmen wollte. Ich begann meine Arbeiten
in Mingrelien, und hörte dort von einem Bekannten, daß Kekelidze in
Tiflis bereits den „Kanon" herausgegeben habe. Damit war eigentlich
die Hauptsache schon erledigt, und ich hätte mir sein Buch von ihm
geben lassen können. Erfahrungen aber über derartige Publikationen
bewogen mich das nicht zu tun und trotzdem nach Swanetien zu reisen.
Ich kam nach vielen Verhandlungen mit der Bevölkerung der unt-
liegenden Gemeinde Kai in das Kloster, aber der Kasten, in dem die
Handschrift lag, wurde mir nicht aufgeschlossen und ich mußte un-
Quadragesima und Karwoche Jerusalems im siebten Jahrhundert. 203

verrichteter Dinge fort. Nach diesem unerfreulichen Anfang ritt ich


weiter,, um wenigstens die Reise nicht ganz vergeblich zu machen und
die Adiger Evangelienhandschrift zu photographieren, deren Aufnahme
mir 1910 verunglückt war.
Sie war nach Mestia zu B. Nizeradze überführt; der mir folgendes
dann mitteilte: Den Kanon von Kai habe Zordania nie gesehen; was
ihm zur Verfügung gestanden habe, sei der Kanon von Latal gewesen;
den habe er eingesehen. Im. weiteren Yerlaufe erzählte ich ihm von den
Randnotizen, wir sahen die Handschrift, die sich auch gerade in Mestia
befand, ein und konnten nur noch feststellen, daß alle Beischriften
herausgeschnitten waren. Wer es war, kann ich mir denke denn die
Schnitte waren alle frisch, aber die andere Tatsache ist nocl bedauer-
licher, daß die Abschnitte früher oder später definitiv verloren gehen.
Nun zur Arbeit Kekelidzes. Ein Abdruck der Handschrift
meinetwegen in Mchedruli, sowie sie da war, wäre meines Erachtens
das richtigste gewesen. Was der Verfasser über unerklärbare Wörter,
Personen, Daten sagt, bringt unsere Kenntnis nicht viel weiter, als
sie ist. Auch die Wörterliste könnte vollständiger sein. Was ich aber
der gutgemeinten Arbeit als schweren — aber unter den jetzigen Ver-
hältnissen verständlichen — Fehler anrechne, ist, daß er nur geringe
grusinische Textproben gegeben hat und alles andere kirchenslavisch1
übersetzt hat. Dadurch geht der Eindruck des Originals verloren;
und was bei weitem noch wichtiger, die Stellen des AT. und NT., die
der „Kanon" zitiert, sind verloren gegangen.
Das ist nämlich von größerer Wichtigkeit, als es im ersten Augen-
blick erscheint. Vom alten Testament besitzen wir bekanntlich nur
eine einzige vollständige Handschrift auf dem Athos; die im Jahre
978 n. Clir. geschrieben ist und zur Grundlage ein armenisches Original
hat. Nun habe ich immer die Ansicht vertreten, daß dies nicht die
einzige und älteste Handschrift sein kann, tatsächlich zeigte mir auch
N. in Mestia den Anfang der Genesis — leider nur ein einziges Blatt
unter einem großen Stapel von Handschriftenfetzen — mit einer Schrift
von sehr altem Duktus. Textstellen des „Kanon" zu haben, die
authentisch sind, wäre also für die Erage des AT. von großer Wichtig-
keit. Aber nicht nur hierfür, sondern erst recht für das NT. So
fehlt ein notwendiges und unbefangenes Kriterium für die Datierung
und Herkunft des „Kanons". Es handelt sich um drei Handschriften
desselben Inhalts: eine auf dem Sinai 982 n. Chr., eine in Kai und
eine in Latal. Über die Abhängigkeit der drei Handschriften unter-
einander ist nichts Sicheres auszumachen, die Handschrift von Kai ist
vielleicht nur 100 J a h r älter, die von Latal etwas jünger als 982 n. Chr.,
1 Und. zwar solches ICsl., das liier und da garnicht durcli das georg. Original

vertreten ist, (wo eine Kontrolle möglich istl)


14*
204 Kluge-Baumstark

da der Schreiber von Sinai in Latal zitiert wird; vom 7. oder 8. Jahrh.,
wie Zordania will, kann keine Rede sein. In jene Zeit (nach* 982 n.
Chr.) weisen auch die vielen Abkürzungen im Text der NT.-Stellen, die
Kek. S. 314 mitteilt. — Es ist zu wenig, um zu einem Urteil zu gelangen.
Die wichtigere Handschrift ist die von Kai, die stellenweise bedeutend
abweicht. Jedenfalls weist auch hier alles auf nur syrische Einflüsse hin."
Leider muß ich mich vom Standpunkte liturgiegeschichtlicher
Forschung dem ungünstigen Urteil Kluges aufs rückhaltloseste an-
schließen. Was von diesem Standpunkte aus hätte gewünscht werden
müssen, wäre eine Publikation gewesen, die, wenn schon unter Be-
schränkung auf eine bloße Angabe des Umfangs der einzelnen Peri-
kopen, wenigstens im übrigen gleichmäßig und unter Heranziehung
auch der _ Sinai-Handschrift und des Pariser Lektionars mit der geor-
gischen Überlieferung der Gottesdienst- und Schriftleseordnung Jeru-
salems bekannt gemacht hätte. Die geradezu wilde Art, in der Keke-
lidze bald die Hs. von Kai, bald diejenige von Latal zur Grundlage
des Textes bezw. zum Gegenstände in Fußnoten verwiesener Variänten-
angaben macht, bald das georgische Original mitteilt, bald nur eine
Übersetzung bietet und zu Übersetzungszwecken wieder bald das
Russische, bald das Kirchenslavische gebraucht, kann kaum lebhaft
genug beklagt werden. Naturgemäß läßt sich auf einer derartigen
Grundlage auch weiterhin nur durchaus vorläufige Arbeit tun. Aber
daß auch eine solche nach der liturgiegeschichtlichen Bedeutung des
Ganzen sich verlohne, war mir sofort klar, seit mir die Güte Herrn
Professor A. E h r h a r d s Einblick in die Notizen gewährte, die ersieh
über das georgische Dokument mit Unterstützung einer des Russischen
kundigen Dame gemacht hatte.
Wir bieten im Folgenden zunächst den Abschnitt über Quadra-
gesima und Karwoche, dem in gleicher Behandlung derjenige über
die österliche Pentekoste folgen soll. Durch Kursivdruck wird dabei
kenntlich gemacht, was von Kekelidze nicht im georgischen Original-
text aufgenommen wurde. I n Fußnoten ist wesentlich ein Vergleich
mit dem armenischen Lektionar Conybeares, dem ihm nächstverwandten
syro-palästinensischen der Studia Sinmtica FZ und dem Tuiuxov t^s 'Ava-
axaoews durchgeführt. Um Raum zu sparen, werden hier wie im Texte
für die immer wiederkehrenden liturgischen Termini Abkürzungen be-
nützt. Die von Kekelidze gemachten Angaben über den Umfang der
Schriftlesungen sind in Buch-, Kapitel- und Yerszählung unverändert
übernommen. Die Nachweise der Psalmenstellen werden, was schließ-
lich zur Vermeidung von Verwirrungen sich immer noch am meisten
empfiehlt, nach Psalmen- und Verszählung der Vulgata gegeben1, was
1
Bei Feststellung derselben bat mich teilweise Herr Professor M. H e e r unter-
stützt, wofür ich ihm hiermit auch öffentlich verbindlichst danke.
Quadragesima und Karwoche Jerusalems im siebten Jahrhundert. 205

bei einem Vergleiche mit den nach der Beviseä English Version ge-
machten Angaben Conybeares über das armenische Lektionar nicht
zu übersehen ist. Für den Palmsonntag und die Osterlichtfeier am
Karsamstagabend, für die Kekelidze, wenn auch nicht georgisch, die
Rubriken b e i d e r Hss. in extenso bietet, werden dieselben in Parallel-
kolumnen nebeneinander gestellt.
Was das Alter der griechischen Vorlage der georgischen Über-
lieferung anlangt, so hat Kekelidze sich sehr entschieden der Annahme
zugeneigt, daß der Redaktor derselben in dem hl. Sophronios zu er-
kennen sei, der in den J J . 634—638 an der Spitze der Kirche von
Jerusalem stand, eine Annahme, die auch S. S a l a v i l l e EO. X V I I I 1 0 8
als wahrscheinlich richtig einführt. Dagegen hat P. P e e t e r s S. J . in
einer Besprechung A ß . X X X I 8. 349 f. Bedenken erhoben, wobei er
vor allem auf das Erscheinen eines Andreas von Kreta gehörigen
Troparions am Palmsonntage Nachdruck legte. I n der Tat erscheint
im Kanonarion denn auch bereits die ¡j.vrj tj.7j des Sophronios als eines
schon in die Gefilde der Seligkeit Eingegangenen. Denn der rätsel-
hafte „Sop'onia, Bischof yon Jerusalem", der am 11. März, als unter
Benützung eines Commune für „alle Hohepriester" zu feiern, notiert
wird (ed. K e k e l i d z e S. 55), ist natürlich mit dem noch heute in der
griechischen Kirche an diesem Tage gefeierten und auf denselben auch
durch das Martyrologium Romanum angesetzten Sophronios identisch.
Gleichwohl möchte ich sehr entschieden D i m i t r i e w s k i j beipflichten,
der in seiner Rezension, Soboscenija der Kaiserl. russischen Palästina-
gesellschaft X X I V S. 34—48, zwar die Sophronios-Hypothese als nicht
hinreichend begründet erklärte, aber doch das 7. Jahrh. als Zeit der
Redaktion des im georgischen Kanonarion wiedergegebenen Typikons
festhalten zu sollen glaubte. Der Übergang der Hll. Stätten unter
die Herrschaft des Islams hat im Gegensatze zu der Perserkatastrophe
von 614 noch nicht die leiseste Spur zurückgelassen, und nichts
Sicheres weist auch noch auf die Kanones- und Triodiendichtung eines
Johannes von Damaskus und Kosmas von Jerusalem hin. Insbesondere
fehlt das Karfreitagstriodion des letzteren noch unter den Prozessions-
gesängen der axoXouöia T Ü J V 'Ayiiov Ilaötuv. Dies ist aber von ent-
scheidender Bedeutung. Denn man kann sich nicht etwa damit be-
ruhigen, seine Rezitierung könne in dem kurzen: „Hierauf endigen sie
den Morgen" (unten S. 225 Z. 3 f.) mit zu verstehen sein. Ursprünglich
wurde nämlich jedenfalls jenes Triodion nicht am Schlüsse der nächt-
lichen Akoluthie nach der Rückkehr zum Bezirke des Hl. Grabes,
sondern auf dem Prozessionswege selbst an den Hängen des Olberges
gesungen. Das sagt die zweite Strophe der cpS-Jj z mit dürren "Worten:
'Pucpösvxs; noSac xat Tcpoxa&otp&lvxes
[AUOTYjpioi» [xs&sSsv tou ösioo vöv, Xpioxs, aoö
206 Kluge-Baumstark

ol ÜTCTjpsTai Ix 2iu)V 'EXanövo; pi^a. npo? opo;


auvavfjXöov u[A'voüvxsi es, cpiXav Spams.
Allerdings findet sich andererseits bei der Osterlichtfeier zu Anfang
der Ostervigil (S. 232 Z. 3f.) das Initiinu eines Gesangstückes angegeben,
das mit demjenigen des Hirmos der cu&tj ö' des Osterkanons des
Damaszeners identisch ist. Aber einmal wäre immerhin mit der Mög-
lichkeit zu rechnen, daß jener Hirmos ursprünglich ein selbständiges
Stück älterer liturgischer Poesie gewesen wäre, das Johannes nur
seiner Kanondichtung einverleibt hätte. Sodann kann die Angabe des
Kanonarions ebensogut auf das gleichlautende Initium eines von dem
Hirmos verschiedenen Stückes bezogen werden. Tgl. S. 232, Anrn. 2.
Auch der Vergleich mit den verwandten Dokumenten läßt es als
geraten erscheinen, die Redigier,ung der Vorlage des georgischen Kano-
narions rund in die zweite Hälfte, genauer vielleicht eher noch in das
dritte, als schon in das letzte Viertel des 7. Jahrhs. anzusetzen. Dem
armenischen und dem syro-palästinensischen Lektionar steht es noch
ungleich näher als dem bereits stark den Einfluß Konstantinopels ver-
ratenden Typikon, dessen älteste Schichten, wie ich in der alten Serie
dieser Zeitschrift I V S. 282—289 ausgeführt habe, doch noch minde-
stens ins 9., höchst wahrscheinlich sogar bis ins frühe 8. Jahrh. hin-
aufführen. Es ist die hierosolymitanische Liturgie der durch die
Restaurationstätigkeit des Modestos eingeleiteten Periode unmittelbar
nach dem Persersturme, was uns hier greifbar wird.
Über den G-esamtaufbau des liturgischen Tagesdienstes ist nichts
Näheres zu gewinnen. Das liegt in der Natur einer eben nur die An-
weisungen für das Außerordentliche, das Proprium de tempore und
sanetorum, bietenden xuitwrj Staiai-is. Die Meßliturgie weist an
variabeln Stücken prinzipiell folgende auf: 1) eine Strophe liturgischer
Poesie wohl zur Prozession der sog. Meinen s'iooSo? (Jakobusliturgie
bei B r i g h t m a n , Liturgies Eastern and Western. I S. 33), der irpoe-
Xsoo'.;, wie im vatikanischen Rotulus der älteste erhaltene Text der
Jakobusliturgie {Nova Patrum Bibliotheca X S. 41—43) sie nennt,
2) Prokimenon und Stichos, von welchen der letztere noch ganz regel-
mäßig durch den Anfang des Psalms gebildet wird, dem das erstere ent-
nommen ist, 3) eine AT.liche und 4) eine apostolische Perikope, 5) einen
Psalmvers zum Alleluia, 6) das Evangelium und je ein Stück litur-
gischer Poesie 7) zur Händewaschung des Zelebraut.cn und 8) zur
Einholung der „Hl. Gaben" d. h. der eucharistischen Elemente bei der
sog. großen etao5o;, das letztere im vatikanischen Rotulus der Jakobus-
liturgie (a. a. O. S. 49) mit den Worten vorgesehen: xal oi tspoAotAxai
u.eXo)oo5oi oxi/eoov (sie!) xpoitaptöv aufj-eptovo? (sie!).1 Bemerkenswert ist
1
Eigene Gesänge zur Händewasctang werden dabei hier erstmals bekannt und
Quadragesima und Karwoche Jerusalems im siebten Jahrhundert. 207

hierbei besonders die in späterer Zeit nach Ausweis der Hss. der
Jakobusliturgie völlig verschwindende zeremoniöse Ausgestaltung der
Händewaschung. Man fühlt sich lebhaft an die Bedeutung erinnert,
die K-yrillos Kat. X X I I I 2 sichtlich dem Akte beimißt.
Die Quadragesima ist sechswöchentlich ohne die Karwoche, wäh-
rend das syro-palästinensische Lektionar, wie ich an anderer Stelle
zeigen werde, noch die deutlichsten Spuren der von Aetheria bezeugten
achtwöchentlichen Dauer mit Einschluß der Karwoche aufweist. Für
die zweite Hälfte des 7. Jahrhs. ist das selbstverständlich.
Was die Schriftlesung anlangt, so besteht bezüglich der Evangelien-
lesung der Karwoche weitestgehende Übereinstimmung mit dem arme-
nischen Lektionar. Für die in diesem ursprünglich nicht berück-
sichtigten Fastenso.nntage ergibt sich abgesehen von der aus der Berg-
predigt entnommenen Perikope Mt. 6, 34ff. des Sonntags in capite ieiunii
die gewiß uralte Reihe sämtlich Lk. entstammender Texte vom ver-
lorenen Schafe und der verlorenen Drachme, vom Verlorenen Sohn,
vom Zöllner und Pharisäer, vom Barmherzigen Samariter, vom armen
Lazarus und dem reichen Prasser. Abgesehen von der Berührung,
die sie in ihrem vorletzten Grliede mit syrisch-jakobitischem Brauche
verrät, ist es bemerkenswert, daß ein Nachhall von ihr auch in einem
in vielfacher Beziehung eigenartigen Sinai-Typikon (Dimitriewskij,
Oiiiicaiiie JUiTypriiiecKiixi. pyicoimccii. I. Ttmxa. Kiew 1895, S. 172—
221) auftritt, wo der Sonntag nach der zweiten Fastenwoche, ohne mehr
eine entsprechende Perikope zu haben, noch den Namen der Kopiaxi) xoö
otaeuToo (xou x&v spYaxwv) und der Sonntag vor Palmsonntag den-
jenigen der Kup'.axYj xoö nXouoiou xai xou Aa£apou führt, wobei auch noch
ein Lesen der betreffenden Lk.-Perikope wenigstens freigestellt wird.
Auf die nichtevangelische Schriftlesung unseres Dokuments möchte
ich hier nicht eingehen, da ich hoffe, alsbald nach Beendigung des
Krieges eine umfassende Studie über syrische nichtevangelische Peri-
kopenordnungen zu veröffentlichen, in der ich sie eingehend mit dem syro-
palästinensischen Lektionar zu vergleichen haben werde. Wie weit auch
hier wieder die Übereinstimmung mit dem armenischen Lektionar geht
und daß vereinzelt eine noch nähere Berührung mit dem syro-palä-
stinensischen sich bekundet, ist vorläufig aus den Anmerkungen hin-
reichend zu ersehen. Doch fehlt es auch hier nicht an einzelnem völlig
neuem und deshalb besonders interessantem Matei'ial.1

dürften eine Spezialität Jerusalems gewesen sein. Über die auoli in Antiocheia
(nach dem Kirchengesangbuch des Severus) zu "beobachtende und in der armenischen
Liturgie dauernd erhalten gebliebene Variabilität dessen, was im byzantinischen
Kitus den Namen des Xspoußtxöv oder uavo; Xepooßixot führt vgl. meinen Auf-
satz Der „Cherubhymnus" und seine Parallelen in der Gottesminne YI S. 10—22.
1
Speziell zu den AT.lichen Perikopen vgl. nunmehr auch die Studie von
208 Kluge-Baumstark

Sehr hohen "Wert hat endlich gerade die hiermit weiteren Kreisen
sich erschließende Partie des georgischen Kanonarions für die Ge-
schichte der liturgischen Poesie. Yon den einschlägigen Texten vor
der Karwoche vermag ich vorerst keinen mit Sicherheit im heutigen
griechischen Triodion nachzuweisen. Auch von den Troparien der
Karwoche sind viele diesem und damit auch dem Timxov x?j; 'Ava-
oxaogtu? fremd. Eine große Masse vor allem des hier in der ¿xoXooiKa
tcüv 'Ayim Oaöiuv und den MsyxXai <upai des Karfreitags fortlebenden
Schatzes heiliger Dichtung kehrt aber auch im Kanonarion wieder
und wird dadurch auf rund vor Mitte des 7. Jahrhs. sicher datiert..
Insbesondere gilt dies von den zwölf Troparien: S-jjfxepov xpeuätai i m
£uXou . . ,, 'Qc irpoßaxov IjiI otpafijv vjX^*!1* • • ••> -TäSs Xs^ei Kupto? xoi;
'IouSaiot; . . ., Aia xov <p6ßov xtuv 'IooSaicuv . , Tot; soXXaßouai ae itapa-
vojxoi; . . ., Ol vofAoMxai xou 'IopayjX . .., ©¿¡ißo? Sjv xaxiSetv . , "Oxs
x<p axauptp icpoo7]X(i)oav . . ,, lipo xou xijxtou oxaupoü oou . . ., Asuxs axaupo-
cpöpoi Xaoi . . Svjfxepov xoö vaoü xo xaxausxaojxa . . 'EXxo[iivo<; ItcI
xou axaupoö..., die, sämtlich im Typikon wiederkehrend, das poetische
Gerippe des in der Mittagsstunde des Karfreitags beginnenden Lese-
gottesdienstes darstellen. Genau ebensoviele Troparien erscheinen nun
auch in syrisch-jakobitischer Überlieferung als ein Zentralstück der
Karfreitagsliturgie und werden hier beispielsweise in der Hs. Brit.
Mus. Add. 14. 697 Kyrillos von Jerusalem zugeschrieben. Es wird
sich wohl gewiß herausstellen, daß es dieselben sind. I n jedem Falle
machen sie den ältesten Grundstock des poetischen Teiles der byzan-
tinischen MeyaXat eopoa aus und verdienten dringend eine nähere Unter-
suchung, der allerdings eine Veröffentlichung des eventuellen syrischen
Textes vorauszugehen hätte. Besonderer Beachtung wäre dabei der
Frage der ursprünglichen Reihenfolge zu schenken.
Geringer ist die Übereinstimmung des georgischen Kanonarions
mit dem griechischen Typikon bei den Troparien der 'Avxt©o>va der
axoXoodia xaiv 'Afioov IladÄv, Klar ist zunächst allerdings, daß das
erstere auch hier die noch einfachere ältere Entwicklungsstufe des im
letzteren vorliegenden Ritus kennen lehrt. Das gilt in jedem Falle
von dem A u f b a u des einzelnen 'Avxioidvov. Dieses umfaßt im Typikon
mindestens je zwei Troparien und zwei Theotokien mit mehreren
Psalmstichen und Aoäja ilaxpi und Kai vom. Im Kanonarion fehlen die
Theotokien noch. Der Troparien sind es prinzipiell gleichfalls zwei.
Denn wo ein drittes angegeben wird, ist, wie man gelegentlich einmal
ausdrücklich hört, nur die Wahl zwischen den Nrn. 2 und 3 frei-
gestellt. Dazu wird nur ein Stichos angegeben und dieser ist immer

A. llahli'a über Die alttestamenttichen Lektionen der griechischen Kirche. Ber-


lin 1915.
Quadragesima und K a r w o c h e J e r u s a l e m s im siebten J a h r h u n d e r t . 209

der Anfang eines Psalms. Ich. denke, daß ursprünglich jeweils der
ganze Psalm, mit antiphonischer Einschaltung des ganzen ersten Tro-
parions oder doch seiner Schlußzeilen nach jedem Verse1, und zur
kleinen trinitarischen Doxologie am Psalmende das zweite Troparion
gesungen wurde.
Schwieriger ist es, den sehr beträchtlichen Unterschied zu beurteilen,
der auch bezüglich der Zahl der 'Avxicptova zwischen der georgischen
und der griechischen Urkunde besteht. Das Typikon hat deren wie
noch der heutige griechische Eitus 15, das „Kanonarion" nur sieben
d. h. für jede von ebenso vielen Stationen des Prozessionsweges je eines
mit zugehörigem Evangelium. Der Gedanke liegt wohl entschieden
am nächsten, daß dieser streng symmetrische Aufbau des Ganzen ur-
sprünglich und, was das Typikon bietet, wieder eine reichere Aus-
gestaltung der älteren und schlichteren Weise ist. Die Zahl 15 könnte
dabei mit der gleichen Zahl von Ostervigil-Lesungen in Parallele ge-
stellt werden, die für den in Konstautinopel bodenständigen byzan-
tinischen Eitus dem altpalästinensischen gegenüber bezeichnend ist,
d. h. als ein Ergebnis byzantinischer Beeinflussung erscheinen. Es darf
indessen nicht übersehen werden, daß gerade auf dem Boden Jeru-
salems durch die Biographie der jüngeren Melania (AB. X X I I S. 33)
für deren Kommunität von 90 Nonnen ein vuxtspivo? xavtuv von Ttpo;
xoi? ¿p&pivoT? avtt<pu)va Sszarsvcs bezeugt wird. Ferner ist zu beachten,
daß nach dem Zeugnis der Aetheria 35 § 2f. der die nächtliche Leidens-
akoluthie einleitende Gottesdienst in der Eleona-Kirche von der „hora
prima noctis" mindestens „usque ad hora noctis forsitan quinta" dauerte,
ja mit Einschluß der Lesungen es sogar „iam hora noctis forsitan
sexta" wurde, bis man von dort aufbrach. Das nötigt aber für diesen
Einleitungsteil der Eeier ein ungleich größeres Pensum psalmodischen
Gesanges vorauszusetzen als für jede einzelne der folgenden Stationen
der Prozession, und so könnte sich doch die Annahme empfehlen, daß
hier einmal in der georgischen Überlieferung eine Kürzung vorläge
und von 15 'Aviicpwva, welche wirklich das Ursprüngliche darstellten,
in ältester Z§it der größte Teil in der Eleona-Kirche vorgetragen
worden und nur je eines der späteren für jede der folgenden Pro-
zessionsstationen aufgespart worden wäre. Eine endgültige Klärung
des Sachverhaltes wird indessen, wenn überhaupt, wohl nur im Bahmen
einer — dringend wünschenswerten — Gesamtuntersuchung der ge-

1 Die letztere Vortragsweise hätte noch heutigen Tages im Meyai 'Eairspivic

von Weihnachten und Epiphanie ein Seitenstück. Doch -weist nur eine einzige
sicher griechisch erhaltene Strophe ('Em lii) osirvtp xoui |xa&7iTas Staxpltpiov. Vgl.
S. 223, Anm. 6) eine Klausel auf die man als ¿^up-viov sich verselbständigt denken
könnte: Maxpöd|j,s Küpis, aoi.
210 Kluge-Baumstatk

schichtlichen Entwicklung der hierosolymitanischen Karfreitagsliturgie


möglich sein. Für den Augenblick kann es füglich nur darauf an-
kommen die Probleme aufzuzeigen.
Bleibt schließlich noch die Frage, wie über die im Typikon nicht
nachzuweisenden Troparien der ' Avxicpwva des „Kanonarions" und ent-
sprechend wohl auch über die Masse seiner poetischen Stücke außer-
halb der Karfreitagsliturgie zu urteilen sei. Sind da georgische Ori-
ginale statt der Übersetzungen griechischer Troparien Jerusalems in
die Überlieferung eingedrungen oder sind uns in georgischer Über-
tragung wenigstens die Initia zahlreicher im griechischen Original ver-
schollener, weil nicht in den endgültigen byzantinischen Ritus über-
gegangener Strophen altpalästinensischer Kirchendichtung erhalten? —
Ich möchte entschieden das Letztere für wahrscheinlicher halten. Schon
der Umstand, daß das Typikon in Übereinstimmung mit dem späteren
byzantinischen Ritus mehrfach schon in der axoXooöia t<öv Ayi<uv
Ilaöojv einzelne in den MeyctXai wpai wiederkehrende und nach Maß-
gabe der georgischen Überlieferung an der letzteren Stelle ursprüng-
liche Troparien bietet weist stark in diese Richtung. Denn, mindestens
die Ursprünglichkeit der Zahl von 15 'Avticptuva vorausgesetzt, können
diese Nummern im Rahmen der nächtlichen Feier nur an die Stelle
von Stücken getreten sein, die nunmehr dem Untergang verfielen. Ich
bin ferner in abendländischer Liturgie an verschiedenen Punkten auf
einen Nachhall derartiger verschollener vorbyzantinischer liturgischer
Dichtung des griechischen Ostens gestoßen. Vgl. meine Aufsätze über
Die Hodie-Antiphonen des römischen Breviers und der Kreis ihrer
griechischen Parallelen in Die Kirchenmusik X S. 153—160 und über
Übersetzungen aus dem Griechischen in den Responsorien des Triduum
Sacrum im Katholik 1913. I S. 209—220. Namentlich, was ich in
dem zweiten als hinter lateinischen Texten abendländischer Karwoche-
liturgie stehend nachgewiesen habe berührt sich in seiner Eigenart
selbst wie in der Natur seines Verhältnisses zu erhaltenen griechischen
Texten aufs nächste mit den dem Typikon fremden Karfreitagstroparien,
deren Initien das georgische „Kanonarion" gerettet hat. (B.)
Quadragesima und Karwoche Jerusalems im siebten Jahrhundert. 211

Abkürzungen: Ant. = Antiphon(on). — E v . = Evangelium. — Hai. = Halleluia


d. h. Psalmvers mit Alleluia vor dem Ev. — H1G. = Hl. Gaben d. h. Gesang zu deren
Einholung. — Hw. = <Gesang zur> Händewaschung. — Kg. = Kirchengesang. —
Lbg. = Lobgesang. — Les. = Lesen, Lesung. — Pk. = Prokimenon. —• St. = Stiellos.
— Stich. = Stichiron. — Trop. = Troparion.
Kömische Zahlen hinter Hai., H1G., Hw., Kg., Lbg. oder Pk. geben den Vermerk
des Kirchentons wieder, dem das betreffende Stück angehört.
L . Arm. = Lectionarium Armeniacum. — L . Syr.-Pal. = Lectionarium Syro-
Palaestinense. — Typ. = Toirixo'V TT}; 'AMcwcäascDi.
Zur Bezeichnung der biblischen Bücher sind die in der BbZ. üblichen Ab-
kürzungen verwandt.

(HS. YOH Latal). Am Fleischfastensonntag: Pk. V:


„Und es fülle sich mein Mund mit Lobpreisung.111 St.: „Aber
auf dich, Herr, vertraue ich und nicht werde ich es bereuen."2
Les.: Jer. 31,23—28. 2. Les.: Rom. 14,14-21.3 IM. II: „Die
ganze Erde, rufet aus dem Herrn."* Ev.: Mt. 6, 34 — ? Hw.
[Am Käsesonntag:] I I I : „Beginnen wir, Leute, ein sündenfreies
Fasten." HIG.: „Welche die Engel geheimnisvoll verbildlichen."5
Abends am Bonntag: Pk. III: „Die Zeit des Wohlwollens,
o Herr, in der Fülle deiner Gnade.1''" St.: „Höre mich, o Herr,
denn heilbringend ist deine Güte."1
A m 1. M o n t a g abends, Versammlung in der Anastasis8:
Lbg. V: vDen Geist, Brüder, lasset uns erheben." Les.: Spr. 17,1— ?
A m 1. Dienstag abends: Lbg. III: „Ein geistiges Fasten
einhaltend". Les.: Gn. 25,11—?
A m 1. M i t t w o c h abends9: Lbg.: „Dir gebührt das Lied.u
(Dies sprich Mittwoch und Freitag). Les.: Ex. 1,1—?10

1 Ps. 70, 8. 2 Ps, 70,1.


3 L . Syr.-Pal. hat Rom. 14, 14—15,16 für den „Sonntag der Anatheme"
d. h. die byzantinische xupiocxr) T Y ) ; ¿ P F } < J O O ; I A ; ( = Sonntag am Ende der
1. Pastenwoche). * Ps. 99, 2.
s Ol Ta Xepooßijj. ¡xuaxtxÄ; er/.o^i£<we;, das gewöhnliche Xspoußwiv
des byzantinischen Ritus. 8 p g . 68, 14. ' Ps. 68,17.
s Abendliche Stationsgottesdienste an anderen Wochentagen der Qua-
dragesima als Mittwoch und Freitag werden im L . Arm. (mit Ausnahme der
2. Woche) und L . Syr.-Pal. noch nicht berücksichtigt.
» L . A r m , wie immer am Mittwoch mit der Stationsangabe: „in Sion",
die für die Stationsgottesdienste der „quarta feria" und „sexta feria" jeder
Pastenwoche auch schon durch Aetheria 27 § 5 bezeugt ist.
io d. h. wohl Ex. 1, l — 2 , 1 0 wie im L . Arm. (gegen: Joel 1,14 — 2,11
im Syr.-Pal.).
212 Klage-Baumstark

Am D o n n e r s t a g abends: Lbg. VI: „Lasset uns das Fasten


in Reinheit üben." Les.: Qn. 18,10—?
Am 1. F r e i t a g abends, Versammlung in Sion: Les.: Dt.
6,4— ?1
Am 1. S o n n a b e n d , G e d e n k t a g des hl. T h e o d o r : Les.
aus Spr. und Is. zu finden Januar 22 2 ; alles Übrige für den
Heiligen. s
Am 2. S o n n t a g , Versammlung in Sion: Pk.: „Ich ging
•irre wie ein verlorenes Schaf."4 St.: „ Selig sind die Sündenfreien
auf der Lebensbahn."6 Les.: Jer. 10, 6—10.6 Les.: Rom.
11,1—5: Rai. II: „Hirt Israels höre.uS Ev.: Lh 15,1—10.»
Hw. II: „Meine Sünden vernichte.11 HIG.: „Welche die Engel.1110
S o n n t a g Abend: Pk. VI: „Er blickte auf das Gebet des
DemütigenSt.: „Herr, höre mein Gebet, und möge mein
Stöhnen dich erreichen."12
Am 2. M o n t a g abends, Versammlung in "der Anastasis13:
Lbg. VI: „Ich habe gesündigt, Herr." Les.: IKg. 1,1 ?14
Am 2. F r e i t a g abends, Versammlung in Sion: Les.:
Dt. 4,1 —?13
Am 2. S o n n a b e n d : Bei der Liturgie Pk. VIII: „Wunder-
voll ist Gott in seinen Heiligen."16 St.: „Auferstehe der Herr
und es mögen weichen17 Les.: Rom. 8,10—17. Ev.: Mt.
10,24-31.

' d. h. wohl Dt. 6 , 4 — 7,10 wie im L . A r m . (Syr.-Pal. bietet keine


Perikope).
2 Hier ist nur der Anfang einer Spr.-Perikope (29, 2ff.) erhalten. Eine
Is.-Perikope (66, 5—24) für das Theodorfest des 1. Fastensonntags bietet
auch eine jüngere Schicht des L. Arm.
3
d. h: wohl aus einem Commune hll. Blutzeugen. * Ps. 118, 176.
5
Ps. 118,1. 6 Mit der falschen Provenienzangabe Is.
7
Vermutlich ein Druckfehler Kekelidzes statt: 12, 1—5, was im L. Syr.-
Pal. auf den 3. von sieben Fastensonntagen angesetzt ist, als deren erster
die zuptax/j ttjc ¿pdoSoclai gezählt wird. s p s . 79) i,
» Vgl. Lk. 15, 1—32 als Ev.-Perikope des 2. Fastensonntags in der
jüngeren Schicht des L. Arm.
»o Wie am vorigen Sonntag. n Ps. 101, 18. 12 Ps. 101, 2.
13
Dieselbe Stationsangabe für Montag, Dienstag und Donnerstag der
2. Fastenwoche auch im L.Arm.
" d. h. wohl I K g . 1, 1—23 wie im L.Arm.
15
Gegen Dt. 7, 1—8, in L.Arm, und Joel 2, 12—20 im Syr.-Pal.
16 Ps. 67, 36. 17 Ps. 67, 2.
Quadragesima und Karwoche Jerusalems im siebten Jahrhundert. 213

Am 3, S o n n t a g , Versammlung in der Katholike 1 : Ps. 54,


IV. St.: „Ich rief zu Gott und der Herr erhörte mich."2 Les.:
Is. 45, 22—25. Les.: Rom. 12, 6—16.3 Hai: „Selig ist der
Mann, welcher nicht geht.ui Ev.: Lk. 15,11—32? Hw. II:
„Ich bereute meine Vermessenheit." HIG.: „Welche die Engel
geheimnisvoll.11
Abends am Sonntag: Pk. VII: „Ich demütigte durch Fasten
meine Seele.116 St.: „Richte, Herr, die mir Unrecht tun."7
Am 3. M o n t a g abends, Versammlung in der Anastasis:
Lbg. V: „Gar zahlreich sind deine Gnaden." Les.: Gn.27,2—?
Am D i e n s t a g abends, Versammlung in der Anastasis:
Lbg. VI: „Mich Sündigen rette, Erlöser,1' Les.: IKg.8,11—?
Am 3. M i t t w o c h abends, Versammlung in Sion: Les.:
Ex. 4,18— ?s
Am 3. D o n n e r s t a g abends, Versammlung in Sion: Lbg. II:
„Befreie mich, o Herr mein Gott.11 Les.: Gn.(?).
Am F r e i t a g , Versammlung in der Anastasis: Les.:
Dt.?—?"
Am 3. S o n n a b e n d , Gedenktag der hll. Apostel: Ps. 18,
II. St.: „Die Himmel werden den Ruhm verkünden."™ Les.:
IKor. 12,26—31. Hai. II: „Alle Zungen.1111 Ev.:Lk.l2,4—12.
Am 4. S o n n t a g der hl. Fasten; Versammlung in der
Katholike: Bei der Liturgie Pk. V: „Erlöse mich, Herr, denn
heilbringend ist deine Güte.1113 St.: „Da ich traure, erhöre mich
bald.1113 Les.: Ez. 39,25—29. Les.: Rom. 12,16— ?u Hai. II:
„Auf dich Herr vertraue ich: nie werde ich es bereuen."16
Ev.: Lk. 18,1—14. Hw. II: „Hoher, Herrscher, du weißt es."

1 d. h. in der Martyrions-Basilika. Vgl. B a u m s t a r k , Die Modestia-


nischen und die Konstantinischen Bauten am Hl. Grabe zu Jerusalem. Pader-
born 1915. S. 12 f.
3
2 Ps. 54,17. L.Syr.-Pal. an seinem 4. Sonntag. * Ps. 1,1.
" d. h. die zweite Hälfte der zum vorigen Sonntag erwähnten arme-
7
nischen Perikope. 6 Ps. 34,13 b. Ps. 34, 1.
s Gegen Ex. 2,23—3,15 im L.Armen. (Syr.-Pal. hat keine Perikope).
f L.Arm.: Dt. 8, 11—9,10, wie immer am Preitag mit der Stations-
angabe: „Sion". Syr.-Pal. hat eine Is.- und eine Joel-Perikope.
io Ps. 18,1. ii Ps. 18, 4(?). 12 Ps. 68,17. » p s . 68, 18b.
i* Vgl. Rom. 12,16b—13, 5 im L.Syr.-Pal. an seinem 5. Sonntag.
15 Ps. 30,2 oder 70,1.
214 Kluge-Baumstark

Am 4, M o n t a g , abends, Versammlung in Sion: Lbg. VI:


„Wer ein Sündiger undLes.: Gn. 27, 1—40. Les.: Es.
18,1-?
Am 4. D i e n s t a g abends, Versammlung in Sion: Lbg. VI:
„Ich SündigerLes.: Gn. 27, 41—46; 28, 1—5. Les.: Is. 5
56,1—?
Am 4. M i t t w o c h abends, Versammlung in Sion: Les.:
Ex. 6,29-?1
Am 4. D o n n e r s t a g abends, Versammlung in der Ana-
stasia: Lbg. VIII: „Dir dem Herrscher Gott, ein Engel."3 10
s
Am 4. F r e i t a g , Versammlung in Sion: Dt. 10,12— ?
Am 4. S o n n a b e n d , Gedenktag der 40 Heiligen 4 : Beider
Liturgie Lbg. VIII: „Einem von den Heiligen." Pk. VI: „Ge-
lobt sei Gott, der mein Gebet nicht liegen läßt."5 St.: „Hilfe
für uns."6 Les.: Is. (zu finden Januar 22). Les.: Hebr. „Ich 15
glaube(Alles findest du am Freitag der 5. Woche unter den
Lesungen der Katechumenen).'' Hai. I: „Alle diese kamen
auf uns und wir vergaßen dich nicht."8 Ev.: Jo. „Entsinnt
euch des Wortes — Als ich euch sagte."® (Du findest es im
Testament). Iltu.: „Geistige Gaben11. HIG.: „Dir werden wir 20
ein Opfer bringen
Am 5. S o n n t a g , Versammlung in der Katholike: Pk. II:
„Lenke meine Schritte."10 St.: „ Wende dein Gesicht auf deinen
Knecht.«11 Les.: Jer. 32,17-?™ Ev.: Lk. 10,25—37.™ Hw.
VII: „Da er zu den Räubern sich gesellte."

1 Gegen Ex. 3,16-22 im L.Arm. (Pal.-Syr. hat keine Perikope).


2
Perikopen fehlen infolge Defekts der hs liehen Überlieferung.
s d. h. wohl Dt. 10,12—11,28 wie im L.Syr.-Pal. (gegen 9,11-24 im
Arm.).
i Nämlich: Märtyrer von Sebaste. Über ihre im syrisch-jakobitischen
Eitus an diesem Tage übliche Feier, vgl. B a u m s t a r k , Festbrevier und
Kirchenjahr der syrischen JakoMten. Paderborn 1910, S. 242.
S Ps. 65, 20. 6 P s , 123,8. 7 Hebr. 11, 1 - 3 1 .
8 Ps. 43,18. ä Anscheinend Jo. 15,20—16,4. io Ps. 118,133.
»» PS. 118,135.
' 2 Das Ende der prophetischen und eine apostolische Perikope fehlen
infolge Defekts der hslichen Überlieferung; ebenso ein Hai.
13
Ist im syrisch-jakobitischen Eitus weit verbreitete Ev.-Perikope des
Tages. Ygl. B a u m s t a r k a. a. O. S. 223.
Quadragesima und Karwoche Jerusalems im siebten Jahrhundert. 215

Am Abend: Fk. VI: „Sei gütig, erhöre mich.1'1 St.: „Singet


dem, Herrn."2
Am 5. M o n t a g vor der 3. Stunde (zur Yesper) lesen sie
die belehrenden Lesungen für die Katechumenen; von der
5 fünften Woche beginnen sie innen bei den Türen der
Kirche 3 : 1. Les. von den belehrenden: Is.: „Waschet euch und
seid reinui (zu finden hei der Gotteserscheinung).6 2. Les.:
Rom. 11,13—?
Am 5. M o n t a g abends, Versammlung in Sion: Lbg. VIII:
10 „In die Hände der Räuber." 1. Les.: Gn. 38,12—?*
Am 5. D i e n s t a g in der 3, Stunde für die Katechumenen:
Les,: Ez. der Prophet 18,27— ? Les.: Paulus an die Galater7:
„Ich sage euch Brüder'' (zu finden am großen Sonnabend).
Dienstagabends, Versammlung in Sion: Lbg. VIII: „Von
ibmeinen GedankenLes.: IKg. 17,1—?
Am 5. M i t t w o c h in der 3. Stunde für die Katechumenen:
Les.: Ez.: „. . . und ich besprengte . . " (zu finden bei der Gottes-
erscheinung) .8 2. Les.: Rom. 6,39 (zu finden am 3. Tage der
Gotteserscheinung).
20 Abends am Mittwoch —10

1 Ps. 26,7. 2 Ps. 96,1, 97,1 od. 149,1.


3
Der Sinn der georgischen Rubrik ist nicht völlig klar. Es handelt sich
prinzipiell um die im L.Arm, an der Spitze der Perikopentexte für die
Quadragesima gegebenen Lektionen aus dem AT. und den Paulusbriefen,
die als Grundlage des Unterrichtes der Taufkandidaten schon in den Ky-
rillischen Katechesen kenntlich werden. Im einzelnen bietet unsere Urkunde
allerdings teilweise andere Texte als das L.Arm, und die ihm mit diesem
gemeinsamen in anderer Reihenfolge. Zu der für diese Perikopen gemachten
Stundenangabe ist zu vergleichen, daß nach Aetheria 46 § 3 die Katechese
der Taufkandidaten jeweils „ab hora prima usque ad höram tertiam" dauerte.
* d. h. gewiß Is. 1,16—20 (=Nr. 1 der genannten Lektionen des L.Arm.).
5
d. h. an Epiphanie.
e Eine zweite Perikope muß infolge Defekts der hslichen Uberlieferung
fehlen.
i Schon von Kekelidze zutreffend richtig gestellte Falschangabe statt:
IKor. Die Perikope, um welche es sich handelt, ist I Kor. 15, 1—28 (=
Nr. 14 der Taufkandidatentexte des L.Arm.).
s Die Lesungen' der Epiphaniezeit fehlen infolge Defekts der hslichen
Überlieferung.
9 d. h. wohl Rom. 6, 3—14 (= Nr. 3 der Taufkandidatentexte des L.Arm.).
10
Das weitere fehlt infolge Defekts der hslichen Überlieferung.
216 Kluge-Baumstark

Am D o n n e r s t a g in der 3. Stunde für die Katechumenen:


Les.: Ts. 7,10—?x Paulus an die Korinther'2: ,,Nehmet wahr"
(zu finden am 6. Tage der Epiphanie).
Am 5. F r e i t a g abends, Versammlung in Sion: Lbg.:
„Der uns bekämpfende Feind." Les.: Gn. 40,1—? 5
Am 5. F r e i t a g in der 3. Stunde für Katechumenen:
Les.: Is.: „Herr, wer" (zu finden am Großen Freitag in der
9. Les.)." 2. Les.: Hehr. 11,1—?"
Am 6. Sonntag: Bei der Liturgie Pk. VI: „Ich schrie auf
mit meinem ganzen Herzen und er hörte mich."6 St.: „Ich io
rief dich an."0 Les.: Is. 46,6—13. 2. Les.: Eph. 4.25—5,2.
Hol. I, Ev.: Lk. 16,19—30. Hw. VI: „Erwerbe Reichtum
Am S o n n t a g abends: Pk. V: „Beglücke, Herr, mit deiner
Güte Sion — Auf deinen Altar Rinder."1 St: „Erbarme dich
meiner Gott nach deiner großen Güte.ilS is
Am 6. M o n t a g in der 3. Stunde für die Katechumenen:
Les.: Is. 41,1—?
Am 6. M o n t a g abends Versammlung in Sion: Lbg. V:
„Wandelnd in der Finsternis." Les.: Rieht. 6,34—?
Am 6. D i e n s t a g in der 3. Stunde (zur Vesper), zur 20
Belehrung der Katecliumenen: Les.: JDn. 7,2—282. Les.:
Ez. 28, 25—26.
Am 6. M i t t w o c h . . . . . für die Katechumenen: Les.:
Jer. 32,19—23. 2. Les.: Hebr. „Vielteilig und vielbildrig" (zu
finden am Vorabend der Geburt Christi).11 25
Mittwoch abends: Les.: Ex. 10,1—?12
Am D o n n e r s t a g in der 3. Stunde für die Katechumenen:
Les.: ITim. 3,14—16.13
1
Ygl. Is. 7,11—8,10 als Nr. 12 der Taufkandidatentexte des L.Arm.
2
Falschangabe statt Kol. Die zitierte Stelle ist nämlich Kol. 2, 8,
womit im L.Arm. Nr. 4 der Taufkandidatentexte beginnt.
s Diese ist Is.. 52,13-53,10. Vgl. Is. 53,1—54,5 als Nr. 13 der Tauf-
kandidatentexte des L.Arm. Das angegebene Initium entspricht 53, 1.
1
d. h. wohl Hebr. 11,1—3, ( = N r . 5 der Taufkandidatentexte des L.Arm.).
« Es. 118, 145. , 6 Ps. 118, 146. 1 Ps. 58, '20f. 8 Ps. 50, 1.
9
Ygl. Dn. 7,13—27 als Nr. 15 der Taufkandidatentexte des L.Arm.
Ygl. Jer. 32, 19—44 ebenda als Nr. 8. n Hebr. 1,1—12 ( = N r . 11).
d. h. wohl Ex. 10, 1—11, 10 wie im L.Syr.-Pal. (gegen 4, 21—5,3
im Arm.).
13
Was Nr. 19 der Taufkandidatentexte des L.Arm, ist.
Quadragesima und Karwoche Jerusalems im siebten Jahrhundert. 217

Abends am Donnerstag Versammlung in der Anastasis:


Lbg. VIII: „Das Geheimnis des LeidensLes.: IKg. 23,25
bis 24,23. 2. Les.: Ez. 3,17—21. Pk.: „Herr, höre mein Ge-
bet."1 St.: „Erhöre mich bald, Herr. Mein Geist ist ent-
schwunden."2
Am F r e i t a g in der 3. Stunde (Vesperlesungen) für die*
Katechumenen: Les.: Es. (zu finden am Großen Sonntag in
der 9. Les.);3 IKor. 8,4-9.4
Abends am Freitag in der 9. Stunde, Versammlung in Sion,
Lobgesänge des Lazarus 6 : Lbg.: „Ehre, Ehre, dir Ehre."
1. Les.: Dt. 12,2—14,3.6 2. Job 21,2—25: Les.: Is. 48,103
a
(zu finden Woche der Gotteserscheinung). Pk.: „Laß mein
Gebet eingehen vor dir."9 St.; „Herr, Gott meiner Errettung.!tl0b
An eben demselben Palmfreitag, Versammlung in Sion,
Gedenktag des Erzbischofs Johannes und Modestos, des Er-
neuerers Jerusalems 0 : Bei der Liturgie Pk. II: „Der Gerechte
wird gleich einer Dattelpalme erblühen." 11 St.: „Heilsam ist es
dem Herrn zu bekennen."12d Les.: Eph. (zu finden in Mitten
der Les. am 6. nach dem Gotteserscheinungstage).13 e Hai. I:
„Freuet euch, Gerechte, über den Herrn.1114 Ev.: Jo. 10,11—16.
Hw. IV: „ Selig ist die Erinnerung." HIG.: „Den hl."
Am 6. Sonnabend, Versammlung in Bethania, Gedenk-
a b
HS. von Iial: Spr. 24, 2S—2B. Kai: Pk. und St. vor dem Trop.
0
Kai: An ebendemselben Palmfreitag Versammlung in Sion. Hierauf beginnt
der Dienst der Liturgie, denn es vollzieht sich der Dienst der hl. Hierarchen Jo-
hannes und Modestos, der Wiedererneuerer Jerusalems. Trop. der Uli.
a
Kai: „Die ihr steht ifn Hause des Herrn."
0
Iial: Bis zum Apostel. . . Les. Is. 61, 6 zu finden September 6.
Tpg. 142,1. 2 Ps. 142, 7.
3 Ez. 3 7 , 1 - 1 4 (= Nr. 18 der Taufkandidatentexte des L.Arm.).
* Vgl. IKor. 8, 5. 9,23 als Nr. 10 jener Texte.
s Vgl. Aetheria 29 § 2: „septima autem septimana, ii est sextaferia in
Syon fiunt vigiliae iuxta consuetuäinem eam, qua in Anastase fadae sunt per
sex septimanas. Dicuntur autem totis vigiliis apti psalmi Semper vel anti-
phonae tarn loco quam diei".
6 Wie im L.Syr.-Pal. (gegen: Dt. 11,10-25 im Arm.).
7 Gegen Job. 21, 1—34 im L.Arm, und Syr.-Pal.
s d. h. wohl Is. 43,10—21 wie im L.Syr.-Pal. (gegen: Is. 46, 3—47,4
im Arm.). 9 Ps. 87,3. Ps. 87,2.
ii Ps. 91,13. 12 Ps. 91,1.
is Über die Unmöglichkeit auf Grund dieser Verweisung die Perikope
14
zu bestimmen, vgl. oben S. 215 Anm. 8. Ps. 32, 1.

ORIENS CHRISTIANUS. Neue Serie V. 15


218 Kluge-Baumstark

tag des Lazarus 1 : Bei der Liturgie. Lbg. VIII: „ Gesegnet


seist du, Herr, der du kamst nach Bethania." PL VI: „Herr,
du hast meine Seele von der Hölle emporgehoben2 St.:
„Preisen werde ich dich, o Herr, weil du mich emporsogst "3
Les.: Spr. 10, 27—11, 4. Les.: Eph. 6, 13—17.* Hai II:
„Bekehre meine Seele." 5 Ev.. Jo. 11, 55—13,11.' Hw. I:
„Maria und MarthaHIG.: ,Menschen stehen im- Gebet."
Am 7. S o n n t a g (demjeni- (Iis. v o n Kai). Am Sonn-
gen) der Palmwoche, um die tag der Palmwoche um die
3. Stunde 7 Hinausgehen nach 3. Stunde geht man zur hl. Kirche 10
dem hl. Olberge 8 mit Gesang I : und singt Psalmen, bringt Zweige
„Es freut sich die Tochter" und legt sie beim Zugang zum
oder: „Gott in Knechtsgestalt." Altar nieder, räuchert Thymian,
Wenn man angekommen ist zündet Lichter an usw. Ektenie
auf dem hl. Olberge wird das und Gebet, und man spricht das 15
Re sp o n s or ium° vorgetragen und PL VI: „Gesegnet sei, der da
Gebet und man singt den Kg.: kommt im Namen des Herrn.a 13
„Es freuen sich die hohen St.: „Gott der Herr erschien
Berge." Dann wird ein Gebet auch uns."13 Der Priester seg-
vorgetragen und das Pk. ge- net die Palmen und verteilt sie 20
sprochen I: „Die Berge werden unter das Volk. Dabei singt
frohlocken vor dem Antlitz man Psalmen: „Die Berge wer-
des Herrn." 10 St.: „ Singet dem den frohlocken vor dem Antlitz
Herrn ein neues Lied."11 Hai. des Herrn." St.: „Singet dem

1 Schon durch Aetheria 29 § 3—6 bezeugt.


2
Ps. 29,4, in gleicher Punktion im L.Arm, und Syr.-Pal.
3
Ps. 29,2, in gleicher Punktion im L. Syr.-Pal.
4 Gegen I Thess. 4, 12—17. (13—18) im L.Arm, und Syr.-Pal.
6 6
Ps. 6, 5. Wie im L.Arm.
' Früher erst Nachmittags: „Jiora septima" nach Aetheria 30 § 2, um
die 9. Stunde nach dem L.Arm., im Typ. dagegen schon sofort nach der
Großen Doxologie des "OpOpoi.
s So bei Aetheria („in Eleona, in ecclesia") und im L.Arm. Im Typ.
geht man zuerst nach Bethania, wo die Palmen geweiht werden und hält
alsdann den ersten Stationsgottesdienst iv rjj 'Aylq 'AvaWj<psi, in der Himmel-
fahrtskirche auf dem Olberggipfel, ab.
» d. h. die diakonale Liturgie (Etpijvtxi, 'ExTSVrjc). Ygl. die Hs. von Kai.
io Ps. 97, 8b.. I n gleicher Punktion im Typ. " Ps. 97. Ebenso.
12 Ps. 117,26, als Gesang bei der Bückkehr der Palmenprozession vom
Ölberg zur Stadt schon durch Aetheria 31 § 2 bezeugt und in dieser Punk-
13
tion im L.Arm, wiederkehrend. Ps. 117,27a.
Quadragesima und Karwoche Jerusalems im siebten Jahrhundert. 219

respondiert man nicht bei den Herrn ein neues Lied.'1 Ev.:
drei Evangelien. Ev.: Jo. 12,12 Jo. 12,12—23. Bann Gemeinde-
bis 18.1 Nach dem Ev. wird gesang: „Es freut sich die Toch-
das Responsorium vorgetragen ter 8ion,u ebendasselbe Pk.,
und man macht sich fertig für Ev.: Lk. 19, 29—38. Darauf
Gethsemane 2 mit Lied IY: Ektenie und Gebet, und man
„Sitze auf dem Throne des macht sich fertig zur Probatike
Ruhmes zur Rechten des Tä- mit Gesang: „Nun erfüllt sich
ters" oder: „Nun erfüllt sich." das vom Propheten Zacharias
Hierauf gehen sie nach Geth- Gesagte." TJnd wenn man dort
semane 3 und sprechen den Kg.: ankommt, singt man den Ge-
„Die Berge werden frohlocken." meindegesang: „Es freuen sich
Es wird das Responsorium vor- die hohen Berge," spricht das-
getragen und Gebet, man singt selbe Pk. und liest das Ev.:
dasselbe Pk. und liest das Ev.: Mk. 11,1—10. Hierauf Ektenie
Lk. 19, 29—38. 6 Danach wird und Gebet, und man wendet
das Responsorium vorgetragen sich zurück mit Gesang: „Dir
und Gebet, und man geht zur gebührt, o Gott, ein Lied von
Probatike 6 mit Gesang. Hier- 8ion.u Wenn man in der
auf wird respondiert mit dem Kirche ankommt, beginnt die
Kg.: „Zur Rechten Hand des Liturgie: Lbg.: „Die allgemeine
Yaters sitze" oder: „Nun AuferstehungPk.: „BieBerge
kommt der Erlöser," „Es werden frohlocken." Soph, 18,
freuen sich die hohen Berge." 14—20; Is. 52,1—? Ev.: 31t.
Es wird dasselbe Pk. gesun- 20,17—28: Man singt: „0

1 Gegen Mk. 11,1—11 im Typ. Aetheria läßt nicht erkennen nach


welchem Evangelisten zu ihrer Zeit in der Eleona-Kirche „ille locus de evan-
gdio, ubi infantes cum ramis vel palmis occurrerunt Domino" gelesen wurde.
Das L.Arm, hat überhaupt kein Ev. auf dem Olberge.
2
Gegen Aetheria und L.Arm., die übereinstimmend noch keine Sta-
tionen auf dem Prozessionswege vom Olberge zur Stadt kennen.
s Dieselbe Ortsangabe im Typ.: ¿itl tijv re&<rr)[/,avijv xarcoSev. Ygl. in
der alten Serie dieser Zeitschrift IY S. 269—272 bezüglich der Frage, an
welche Kirche der Kedronschlucht zu denken ist.
4
G-egen Typ., wo die beiden Stationen eigene Pk.-Texte erhalten haben.
•> Wie im Typ.
s So auch die ältere Ortsangabe des Typ.: s'u; xrjv r i p o ß < m v u ] v , im Gegen-
satze zu der späteren Abhaltung der Station sU xa "A-yta töW 'A-yifuv. Ge-
meint ist die Kirche am Probatika-Teiehe an der Stelle des heutigen Ste. Anne.
? Gegen Mt. 21,1—11 im L.Arm, und Jo. 12,1-11 im Typ.
15*
220 Kluge - Baumstark

gen und man liest Mk. 11, sanftes Licht"9 und spricht:
1—10.J Hierauf wird ein Ge- „ Ich erhebe meine Augen "10
bet gesprochen und man geht Nach: „ O Herr, ich rief"11 singt
fort mit GesangIY: „Gepriesen man Stichirien und schließt den
sei der König des Ruhmes auf Äbenddienst.
dem Füllen", „Hosianna dem
Sohne Davids", und hierauf
kommt man an in der Katho-
like 2 und erfüllt denselben Ka-
non, Hierauf verrichtet man
den Kanon der Liturgie: Lbg. I:
„Die allgemeine Auferstehung
vor dem Leiden." 3 Pk. I: „Die
Berge werden frohlocken vor
dem Antlitz des Herrn." 4 St.:
„Singet dem Herrn ein neues die Dattelpalme von Engadi." 6
Lied." 6 Les.: Spr.: „Wie die 2. Les.: Soph. 3,14-17. 7 3. Is.
Zeder des Libanon usw., wie 52,1—? 8
1 Gegen Jo. 12, 12-18 des Typ.
2 Ein im Typ. den Abschluß der Palmenprozession bildender Stations-
gottesdienst Efjnrpoadsv toö 'Ayiou Kpavioo ist noch unbekannt. Doch war
derselbe nur die Wiederbelebung einer schon durch Aetheria 31 § 4 be-
zeugten „oratio aä Grucem" die ursprünglich hinter der an sie anschließenden
Yesper die noch abendliche Prozession beschloß.
3
Tt]m xoivtjv ävctaramv ~rjj roü aöS ra&ou;. das Palmsonntags-'AkqXu-
t!z!0'/ des endgültigen byzantinischen Ritus (im Typ. mit der gesamten äxo-
Xouöta t o S ' E a ~ £ p m 5 zu Anfang der Hs. verloren gegangen).
4 Ps. 97, 8b wie oben; hier in gleicher Punktion wie im L. Arm. und
Syr.-Pal., während das Typ. zur Liturgie Pk. und St. des endgültigen by-
zantinischen Ritus bietet.
5
Ps. 97,1, wie im L. Syr.-Pal. (Arm. notiert seiner Gewohnheit gemäß
den St. nicht besonders).
6
Sir. 24,13 (Yulg. 17) ff., von Kekelidze, der zu „Spr." nur ein ? setzt,
nicht erkannt. In L.Arm, und Syr.-Pal. fehlen wie im Typ. A T liehe Meß -
perikopen für Palmsonntag.
' Die 2. Les. des [J.e-fac, 'Earreptvö; im endgültigen byzantinischen Ritus
und gewiß auch schon in dem — jetzt zu Anfang defekten — Typ.
8
Der Rest der Angaben für Palmsonntag fehlt in der Hs. von Latal.
9
«freue iXapov, das bekannte uralte Abendlied des griechischen 'Eaicspivoi,
das Basileios der Gr. bereits als ein von einzelnen dem Märtyrer Athenogenes
beigelegtes Stück kennt (de Spir. S, 49).
Ps. 120, l.
11
Kipis ¿x4xpa£a r.pbi ae, das aus den Psalmen 140, 141 und 129 gebildete
Psalmencanticum des griechischen 'Eajrepivö;.
Quadragesima und Karwoche Jerusalems im siebten Jahrhundert. 221

(Iis. von Kai). Am K a r m o n t a g , Dienstag und Mitt-


woch nach dem Ev. sprich diesen Kg. Y : „Vor dem
Leiden sprach der Herr zu seinen Jüngern: Ich gehe hinauf
nach Jerusalem und des Menschen Sohn wird verraten." 1
Am hohen D i e n s t a g der Leidenswoche, Versammlung
auf dem Olberge.2 Lbg.: „Seltsam ist die Frage des Herrn."
Les.: Gn. 10,1 — 32.3 2. Les.: Spr. 11,1—11.* 3. Les.: Is.
40,10—17.8 Danach singt man den Lbg.: „Laßt uns beginnen,
Gläubige."6 Hiereuf geht man zum Altar und verrichtet das
Pk.: „Zu dir, Herr, erhob ich meine Seele" 7 und liest das
Ev. Mt., genannt Matfe k'ank'ari, 24,3—26,2.®
Am hohen Leidensmittwoch am morgen Mk. 14,1 — 11.
Abends am Mittwoch: Lbg. I : „Als die Sünderin heraus-
brachte." 9 Les.: Gn. 18,1—19,29. 2. Les.: Spr. 1,10—19.10
3. Les.: Zach. 11,1 (zu finden am hohen Freitag am Anfang
des Kanons der 12 Lobgesänge).11 Nach dem Lesen Lbg.:
„Als die Sünderin." Pk.: „Er ging heraus und sprach über
mich."12 St.: „Selig ist der wissende."13 Ev.: Mt. 26,3—16."

1 'Ep^ojxsvo? 6 Kupioi Trpöi tö ¿xoucriov nd&oi, im Typ. am Montag als

Stich, zum Ao£a irarpi am Schlüsse des Kupts ¿xexpa£a (im endgültigen
byzantinischen Ritus vielmehr erstes der 2ti/rjpa 'ISiojj.sXa et? too; Aivou;
des Montags).
2 Dieser Abendgottesdienst auf dem Olberg zur feierlichen Verlesung

der Parusie-Rede wird schon von Aetheria 38 § 2 f. bezeugt.


3 Gegen: Gn. 6, 9—9,17 (bezw. 19) im L . A r m , und Syr.-Pal., bezw.
7,6—8,21 im Typ.
4 Gegen: Ps. 9,1—11 in den drei anderen Quellen.
5 Alle drei anderen Quellen beginnen schon mit 40, 9.

6 Asöts, ttkjtoi', EirspYa<j(ü>[/.s9a im Typ. 1. Stich, zum KuptE lxExpa£a


(im endgültigen byzantinischen Ritus als solches zu den AIvoi).
i Ps. 24,1 wie im L. Syr.-Ps.
s "Wie im L. Arm. und Typ. Die georgische Bezeichnung des Textes
geht von dem Gleichnisse von den Talenten (k'ank'ari = armen. ^wb^mp) aus.
9 "Ots r] ¿¡/.apxtoXöi irpouEfpepe tö ¡j.upov im Typ. 1. Stich. deram"Ayiov

Kpaviov abgehaltenen Schlußandacht des "OpOpoi (im endgültigen byzantinischen


Ritus 3. Stich, zu den Amt).
10 Beide Perikopen auch im L.Arm, und Syr.-Pal. sowie im Typ. mit
dem Unterschiede, daß die erste hier überall erst mit 19,30 schließt.
11 Zach. 11,11—14 wie in den anderen Quellen.

• 2 Ps. 40,7, als Pk. vor der Zach.-Perikope auch im Typ.


is Ps. 40, 2.
ii Wie im Typ., während L. Arm. erst mit 26,14 beginnt. Die feierliche
Vorlesung derVerrats-Perikope für diesen Tag schon durch Aetheria 34 bezeugt.
222 Kluge-Baumstarfe

Am hohen D o n n e r s t a g abends Versammlung in der


Katholike. 'Nach: „ 0 sanftes Licht" 1 dauert das Lesen.
1. Les.: Gn. „Nach diesen Worten versuchte Gott Abraham"
(zu finden am hohen Sonnabend Abend).2 2. Les.: Spr. „Die
Weisheit schafft sich ein Haus" (zu finden am hohen Mitt-
woch).3 3. Les.: Is. „Der göttliche Geist in mir." 4 Pk.:
„Es wurden sanft ihre Worte." 5 St.: „Höre, Gott, mein Ge-
bet." 6 Darauf wird das Gebet verlesen und es (werden) ent-
lassen die Katechumenen und (wird) angefangen der Kanon
der Liturgie: Lbg.: „Die Langmut Gottes." 1. Les.: Apg.
1,15—26. 2. Les.: IKor. 11,23—32. 7 Hai. wird nicht ge-
sprochen und das Responsorium wird gesagt. Ev.: Mt. 26,20
bis 30.8 Hw.: „Prophetische Stimme vernommen in Aus-
sprüchen." Bei der Kommunion wird gesprochen das Kespon-
sorium und Gebet, und das Pk. wird gesungen: „Er bereitete
vor mir.® St.: „Der Herr wird mich weiden."10 • Ev.: Mk.
14, 12—38."

1 iXapov. Vgl. oben S. 220 Anm. 9.


2 Gn. 22, 1—18 wie im L. Arm., während L. Syr.-Pal. und Typ. erst mit
22, 19 schließen.
3 Spr. 9,1—11. Der Verweis ist falsch. E s müßte heißen: Dienstag.
4 Is. 61, 1—6, wie im L.Arm, und Typ., oder 61, l—11, wie im L.
Syr.-Pal.
s Ps. 54,22b. wie im L. Syr.-Pal. (und gewiß auch im Arm. für das
O o n y b e a r e nur den ganzen Vers angibt).
6 Ps. 54,1 wie im L. Syr.-Pal. Pk. und St. kommen gelegentlich außer-

dem auch in der Gründonnerstagsliturgie des Typ. vor (ed. P a p a d o p u l o s -


K e r a m e u s S. 94, Z. 13 f.).
? Beide Perikopen ebenso im L. Arm,, die zweite auch im Syr.-Pal.
und zur Messe im Typ., das außerdem Apg. 1,15—20 als eine Les. seines
Opöpoc aufweist.
8 Vgl. Mt. 26, 20—39 im L . A r m , und 2 6 , 1 — 2 7 , 2 nach der cPcu-

¡Accvtac Ta£tc im Typ.


s Ps. 22,5 wie im L.Arm, und Syr.-Pal.
10 P 8 . 22,1 wie im L. Syr.-Pal.
11 Vgl. Mk, 4,12—26 als Ev. einer um die 10. Stunde in Sion statt-
findenden Nachfeier der Liturgie im L. Arm. und als Meßperikope nach dem
xunroc TT); 'Ayiat 'AvacT<ücjEu>; im Typ. Auch hier scheinen Ps. 22, 5 bezw. 1
und Mk. 14,12—38 für eine auf die Kommunion folgende Nachfeier bestimmt
zu sein. In der Hs. folgt nunmehr eine Lücke. Nach Bruchstücken eines
1. und 4. Ev.s aus der Leidensgeschichte beginnt der zusammenhängende
Text wieder innerhalb der nächtlichen axoXouftta w ; 'Ayuov IlaftSv.
Quadragesima und Karwoche Jerusalems im siebten Jahrhundert. 22 3

_ _ _ _ _ Gebet mit Kniebeugen.


2. Ant. Y : ,,Man erhob gegen mich eine ungesetzliche
Anklage." St.: „Selig ist der Wissende."1 Kg. V: „David
5 weissagte." Ein anderer VII: „0 Tücke des Judas." Ev.:
Lk. 22, 31—54.2 Gebet mit Kniebeugen. Hierauf gehen sie
in die Stoa.3
3. Ant. (wird) gesprochen: „Der Schüler des Lehrers."4
St.: „Höre Gott mein Gebet."6 Kg.: „Der Lehrer rief laut."
io Ein anderer: „Welcher beim Abendbrot."8 Ev.: Mk. 14,33 —
42.7 Es wird das Eesponsorium gesprochen und Gebet, und
von dort macht man sich fertig nach Gethsemane.8
1 Ps. 40, 2 im Typ. als St. innerhalb des 1. Ant.
2 Ygl. Lk. 22, 39—46 als 2. Ev. im L. Arm. (gegen das Typ., das in
diesem Zusammenhang keinen Lk.-Text hat).
3 So Kekelidze, der darunter die Himmelfahrtskirehe auf dem Olberg-

gipfel versteht. In dieser dürfte man sich aber bisher befunden haben.
Schon bei Aetheria 35 § 4 findet nämlich die zweite Station der nächt-
lichen Prozession zwischen Gründonnerstag und Karfreitag statt: „in Im-
bomon . . . in eo loco, unde" ascendit Dominus in caelis", und ausdrücklich ver-
legt die Lesung des Lk.-Ev.s das L.Arm, auf „the Mllock" (= Imbomon;
cf. 6 ßouvii). Für die somit hier in Betracht kommende dritte Station
geben Aetheria 36 § 1 und Typ. übereinstimmend die Todesangstkirche in
der Talsohle der Kedronschlucht an: „eodem loco ubi oravit Dominus" usw.
(bereits mit einer „ecclesia elegans" bedeckt) bezw. iiri tt^ 'Afiav IIpoaxuv7]<nv,
L.Arm, „the room of the disciples" (?). A b e l ER. 2 XI S. 455 denkt viel-
leicht richtig an eine Säulenhalle, die nach den Plerophorien des Johannes
Eufus Kap. 80 (PO. VIII S. 536) vor der Himmelfahrtskirche gelegen zu
haben scheint und nach der Perserkatastrophe im J . 614 als Ort unserer
Station die Todesangstkirche solange ersetzt hätte, als diese noch nicht
wieder hergestellt war.
* ' 0 ¡xa&rjxi)! toü SiSacxäXoo im Typ. 1. Trop. des 5. Ant.
s Ps. 60.2 oder, wobei „Höre Gott" als Initium und „mein Gebet"
als Explicit zu fassen wäre, Ps. 16,1, was auch im Typ. der St. hinter dem
Trop. '0 [Jt.a9r)Tr]4 usw. ist.
6 'Em tu> oetirvip tou; [AafbjToti 8taTp£<piDV im Typ. Käöiajxa nach dem
3. Ant.
t "Wie im L. Arm. (gegen: Mt. 26, 57—75 im Typ.). Auch schon Aetheria
zitiert 36 § 1 Mk. 14,38 als in der „ecclesia elegans" der Todesangst ver-
lesen.
s Ebenso Aetheria 36 § 2ff.: „in Gessamani" und Typ.: ¿iri xrjv 'Affav
rsdsr)|Aav?iv. Im L. Arm. sind die Worte: „in the holy mount of Olives" vor
„in Gethsemane11 mithin wohl sicher falsches Glossem. Nach A b e l a. a. 0 .
wäre an die frühestens von Markianos (450—457) erbaute Mariengrabkircke
zu denken. Doch ist dies mindestens bei der Ende des 4. Jahrhs. schreibenden
Aetheria ausgeschlossen. Ygl. auch alte Serie dieser Zeitschrift IY S. 270ff.
224 Kluge-Baumstark

Man singt das 4. Ant. Y: „Nun vernahmen sie die Stimme


des Herrn." St.: „0 Gott, überhöre nicht mein Lob."1 Kg.:
„Was beabsichtigst du, o Judas." Ein anderer: „Als ich mich
verbeugte." Hierauf wird das Ev.: Mt. 26,36—562a gelesen.
Es wird das Eesponsorium gesprochen und Gebet, und dann
bereitet man sich vor zum hl. Petrus, wo das Haus des Kai-
phas war.3
Man singt das 5. Ant. Y: „Nun der Schöpfer." 4 St.:
„Erlöse mich o Gott." 5 " Kg. I: „Es begriff Petrus." 6 Ein
anderer VII: „Kaiphas hatte." Ev.: Mt. 26. 57—27,2.7 Gebet
mit Kniebeugen. Man macht sich auf zur hl. Sophia, wo
das Haus des Pilatus stand. 8
Sie singen das 6. Ant. Y: „Sagt zu Gott, o Juden." St.:
„Richte, o Gott, die mich bedrücken." 9 Kg.: „Dich Gottes
Soh».'; Ev.: Jo. 18, 28—19,2.10° Gebet mit Kniebeugen.
Man kommt an bei dem hl. Golgotha 11 und singt das

a
Hs. von Latal: 26,31—56. * Lat.: „Deine Gute, o Gott."
0
t a t . : 18, 3-19,2.

' Ps. 108, 2.


2 Wie im L.Arm, (gegen: Jo. 18,28—19,16 im Typ.). Ygl. Aetheria.
36 § 3 : „ille locus de evangelio, ubi comprehensus est Dominus.1'
3
Entsprechend das Typ.: eU t t j v Mexavoiav t o ü ayiov IleTpoo. TJber
das Problem der Identität oder Verschiedenheit der beiden Petruskirchen
vgl. A b e l a. a. 0 . 8. 456f. und alte Serie dieser Zeitschrift I Y S. 277—280.
Nach Aetheria 36 § 3 und L. Arm. geht man dagegen noch von der Geth-
semanekirche sogleich zum Bezirke der Bauten am Hl. Grabe und hier zur
Kreuzigungsstätte: „per totarn civitatem usque ad Grucem'1 bezw. „until they
come before Golgotha.11
* 2-^jj.spov <sXe7sv> 6 xTt<rrr)i <o5pavou y.a! im Typ. 2. Trop. des
5. Ant. s Ps. 68, 2 im Typ. ein St. des 9. Ant.
6
Vgl. Tpitov apVY)UajJ.£VOi 6 ÜSTpOi SD&£(«i TO aUTlp s u v ^ x s v ,
im Typ. 2 Str. des 7. Ant.
7
Wie im L . A r m , (gegen: Mt. 27,3—32 im Typ.).
8 Entsprechend das Typ.: eis tö At&ocrTpuvrov eis r-qv'kiiw Zotpiav. Auch
schon nach dem L. Arm. entfernt man sich sogar von der Kreuzigungsstätte
nochmals um „to the palace of the Judge" d. h. in die Prätoriumskirche zu
gehen, wo man Jo. 18,28—19,16 liest.
9 Ps. 34, 1, im Typ. 1. St. des 3. Ant.
10 Im L.Arm, und Typ. 18,28—19,16.
11
Ebenso das L.Arm. Im Typ. folgt nach einem zweiten in der Prä-
toriumskirche verlesenen Ev. (Mk. 14,53—15, 32) eine Station liti töv 'OjAtpaXöv
Quadragesima und Karwoche Jerusalems im siebten Jahrhundert. 225

7. Ant.: „Möge er gekreuzigt werden."1 St.: „Gott, mein


G-ott."2 Kg. II: „Als du dem Kaiphas vorgeführt (wurdest),
o Gott." 3 Ev.: Lk. 22, 54—23, 31.4 Hierauf endigen sie den
Morgen. 5
5 Nach dem Morgen spricht man das Ant. Y: „Nachdem
sie den Herrn mitten unter den Schülern ergriffen hatten."
St.: „Sie fangen eine gerechte Seele."6 „Ehre."7 Kg.: „Du
der mit Neid," Ein anderer: „Als du vorgeführt warst."
Sprich von den beiden, welchen du kennst. Les.: Ev. Lk.:
10 „Als man ihn herausgeführt hatte." 8 Du findest das oben.
Und entlasse das Volk.0,
Am hohen L e i d e n s t a g , F r e i t a g , von der 6. Stunde an
Versammlung vor dem hl. Golgotha, Vortragen des Bespon-
soriums und Gebet und Sprechen der zwölf Lobgesänge.9
a
L a t . : Nach dem, Ant.: „Nachdem sie den Herrn mitten unter den Schülern
ergriffen hatten" mit dem, St. lesen wir Ant.: „0 dem Gesetz zuwiderhandelnde Pha-
risäer" und: „Nun du, o Mensch, neige." Les.: Prophet Is. 5,1—?

¡ASAOV T O Ü ' A-"!ou KiQirou, wo mit Stichirien die Makarismen gesungen werden,

denen das Kontakion und die Ev.-Perikope Mt. 27,33—54 folgt. Und jetzt
erst schließt sich die Station E F M R P O S Ö S V T O Ö 'Ayioo Kpavt'OO an, die der älteren
Grolgotha-Station entspricht.
1
^Taupcoflrj-o) <ixpa£ov>, im Typ. 2 Trop. des 8. Ant.
2
Ps. 21,2, im Typ. 8t. des bei der Kranion-Station vor dem Ev. ge-
sungenen Pk.
3
OTE Trapea-CRJI toi KatoKpqt 6 0so;, im Typ. KäihajAa nach dem 12. Ant.
* Im L.Arm. Lk. 23,24—31, im Typ. 23, 32—49.
5
d. h. den "Op&pot; (die Matutin). Auch das L.Arm, schließt mit der
Lk.-Perikope das Nachtofficium ab. Im Typ. folgen das Triodion, die ATvoi
mit ihren Stichirien, kurz der gesamte Schlußteil des "Opilpo; nach end-
gültigem byzantinischem Ritus untermischt mit den in diesem bis heute
üblich gebliebenen weiteren Ev.-Perikopen der axoXou&ia r&v 'Ayitov llv.flwv.
6 Ps. 93, 21.
' Ao;a d. h. die sog. kleine Doxologie: Aocja IlaTpl xal Yup usw.
s 23,26ff. Diese dem L.Arm, noch unbekannte Nachfeier des "Op&poz
scheint mithin der Erinnerung an die Kreuztragung gewidmet zu sein, die
nach dem Typ. (ed. P a p a d o p u l o s - K e r a m e u s S. 146) späterhin durch den
Patriarchen dramatisch dargestellt wurde, der nach Schluß des "OpOpo;, vom
Archidiakon geführt, die auf seine Schulter gebundene Kreuzreliquie von
der Reliquienkapelle Nr/.7jTr;pio; rj 'A-F/E/.R/.R; zur 'Ajia <I>u),7./.r;, dem heutigen
„Gefängnis Christi" trug.
9 Wie im Typ. ist die von Aetheria 37 § 1—3 beschriebene und im
L. Arm. wiederkehrende Verehrung der Kreuzreliquie nicht mehr bekannt.
Für den folgenden Lesegottesdienst wird dieselbe Zeitangabe auch von
226 Kluge-Baumstark

1. Lbg. Y I : „Nun hängt er am Holze."1 St.: „Selig ist


der Mann, der nicht." 2 2. Lbg. Y I I I : „'Wie ein Lamm zum
Schlachten wurde er gerührt."3 St.: „Warum erdreisten sich
die Heiden."4 3. Lbg. Y I I I : „Diet. /erkündest du den Juden." ßa
St.: „0 Herr, warum vermehrten sich die, welche mich be- 5
drängen."8 4. Lbg. Y I I I : „Aus Furcht vor den Juden. i;7
St.: „Als wir anrufen." 8b Yortrag des Eesponsoriums und
Gebet mit Kniebeugen und Anfangen des Lesens:
1. L e s Z a c h . 11, 11 — 14.° 2. Les.: Gal. 6, 1 4 - 1 8 1 0 und
Sprechen des Pk.: „Warum erhoben sich gegen mich."11 St.: 10
„Eichte, Herr, die mich bedrücken."12 5. Lbg. YIH: „Den
Gottlosen, die dich ergriffen."13 St.: „Meine Wort erhöre, o
Herr." 14 Gebet mit Kniebeugen.
3. Les.: Is. 9, 9 —15.16 4. Les.: Phil. 2,5 — 11." Sprechen

a L a t . : „Ben Gottlosen, die dich, ergriffen." h L a t . : „Meine Worte."

Aetheria 36 § 4 und im L. Arm. gemacht. Die Ortsangabe lautet bei der


ersteren: „ante Grucem" d.h. in dem „atrium valäe grande et pulchrum satis,
quoä est inter Cruce et Anastaseim letzteren: „in holy Golgotha." Im Typ.
ist das Ganze zu den in der Folgezeit in den gemeinbyzantinischen Ritas
übergegangenen sog. MsyäXat 2>pai des Karfreitags ausgestaltet.
« ' 2vi[/.spov y.pE|jLÓaat etcì £óXou, im Typ. 1. Trop. des 15. Ant. = 3. Trop.
UoV Non. 2 p s . ]. 1.
3 Vgl. '(-h -irpoßa-rov acpa-'/jV v^ ik:, im Typ. 2. Trop. der Prim (in
den heutigen liturgischen Büchern des griechischen Kitus mit der Text-
variante: iy/)rj;).
* Ps. 2," 1, im Typ. 1. 8t. der Prim.
6 TäSe Xlyst Küptoi toìì 'IouSaioti, im Typ. 1. Trop. des 12. Ant. =
1. Trop. der Sext.
e Ps. 3, 2, im Typ. 2. St. der Prim.
7 Aia tòv tpißov t&v "IooSaicDV, im Typ. 1. Trop. der Terz.

s Ps. 4, 2.
9 Wie in L.Arm, und Syr.-Pal. (gegen: 13,4—8 als 1. Les. der Prim
im Typ.).
10 Wie im L.Arm, und Syr.-Pal. = 2. Les. der Prim im Typ.
11 Ps. 34,11 wie im L.Arm, und Syr.-Pal. v o r den beiden ersten Lesungen.

1 2 Ps. 34,1 wie im L. Syr.-Pal, a. a. 0 .


1 3 Tot; cuXXaßoöaE az irapavojjioii, im Typ. 1. Trop. des 4. Ant. =
3. Trop. der Prim.
" Ps. 5, 2, im Typ. 1. St. der Terz.
15 Wie im L.Arm, und Syr.-Pal. = 3. Les. ^ ^ m . im Typ.
Wie im L.Arm, und Syr.-Pal, = 4, Les. der Prim im Typ.
Quadragesima und Karwoche Jerusalems im siebten Jahrhundert. 227

des Pk.: „Sein Herz sammelte in sich die Gottlosigkeit."1


St.: „Selig ist der Wissende."2a Lbg. VIII: „Die Gesetzgeber
Israels."3 St.: „0 Herr laß nicht durch deinen Zorn."4 Ge-
bet mit Kniebeugen.
5. Les.: Is. 50, 4—9.6 6. Les.: Rom. 5, 6—II6 (zu finden in
Mitte der Sonntags-Les. in der 2. "Woche nach den 50 Tagen).
Pk.: „Da ich bereit bin für Wunden."7 St.: „0 Herr, laß
nicht durch deinen Zorn."8 Lbg. VII: „Ein Staunen war,
zu sehen."9 St.: „Herr, mein Gott, auf dich vertraue ich."10
Gebet mit Kniebeugen.
7. Les.: Am. 8, 9—12.11 8. Les.: IKor. 1, 18—25.12 Pk.:
„In deine Hand übergebe ich meinen Geist."13 St.: „Auf dich,
Herr, vertraue ich."14 8. Lbg. VI: „Als auf das Kreuz an-
genagelt hatten die Gottlosen."16 Gebet mit Kniebeugen.
9. Les.: Is. 52, 13—53,10. 16 10. Les.: Hebr. 2, 4—18.17
9. Lbg. VIII: „Vor deinem ehrwürdigen Kreuze."18 St.: „Ich
bekenne dir, o Herr."19 Man spricht das Pk.: „Sie verteilten

a Lat.: „Herr, schaffe mir den Weg der Wahrheit."

1 Ps. 40, 6 wie im L.Arm, und Syr.-Pal., im Typ. Pk. vor den Lesungen
der Prim.
2 Ps. 40,2 wie im L.Syr.-Pal.
3 01 voixoölrat toG 'Iapar^, im Typ. 3. Trop, des 12. Ant. = 3. Trop,
der Sext.
^ Ps. 6,2, im Typ. 2. St. der Terz.
s Wie im L.Arm, und Syr.-Pal. (im Typ. 50, 4—8 als 1. Les. der Terz).
« "Wie im L.Arm, und Syr.-Pal. = 2. Les. der Terz im Typ.
7 Ps. 37,17, im L.Arm, und Syr.-Pal. Pk. nach dem ersten Lektions-
paare, im Typ. nach den Lesungen der Prim.
s Ps. 37,2 wie im L. Syr.-Pal. und Typ. a. a. O.
s 0àu.,So; fjv xaxiäsTv, im Typ. 1. Trop, der Non.
10 Ps. 7,1, im Typ. 3. St. der Terz.
11 "Wie im L.Arm, und Syr.-Pal. = 3. Les. der Terz im Typ.
12 "Wie im L.Arm, und Syr.-Pal. (im Typ. 1,18 — 2, 2 als 4. Les. der Terz).
Ps. 30,6 wie im L.Arm, und Syr.-Pal. und vor den Lesungen der
Sext im Typ.
" Ps. 30, 2 wie im L.-Syr.-Pal.
is c'0te Tip axaupio npoaïjXfoaav irapâvo[J.oi, im Typ. 2. Trop, der Non.
is Im L.Arm, und Syr.-Pal.: 52,3 — 53,12 = 1. Les. der Sext im Typ.
i' Wie im L.Arm, und Syr.-Pal. = 2. Les. der Sext im Typ.
is lipo Toü Tijxioo aou crxaupou, im Typ. 2. Trop, der Terz.
19 Ps. 9, 2, im Typ. 3. St. der Sext.
228

meine Kleider unter sich."' St.: „Gott, mein Gott." 2 Ev.:


Mt. 27, 3—56.3 Gebet mit Kniebeugen.
10. Lbg. Y : „Kommet, kreuztragende Menschen."4 St.:
„Auf Gott vertraue ich. Wie sagt ihr?'*5 l l . L e s . : Is. 63,1—6.s
12. Les.: Hebr. 9,11 —15.7 Pk.: „Sie gaben als meine Speise."8 5
St.: „Erlöse mich, o Gott."0 Gebet mit Kniebeugen. Ev.:
Mk. 15,16—41.10 Gebet mit Kniebeugen.
11. Lbg. VIII: „Fun der Tempelvorhang."11 St.: „Erlöse
mich, o Gott, denn ich tötete das Heilige."12 13. Les.: Jer.
11, 18—20.13 14. Les.: Hebr. 10,19—25. 14 Pk.: „Ich war 10
wie ein Mensch."10 St.: „0 Herr, Gott meiner Erlösung."16
Gebete mit Kniebeugen. Ev.: Lk. 23, 32—55.17
12. Lbg.: „Geschleppt auf das Kreuz, riefest du in folgender
Weise aus."18 St.: „Auf wie lange, o Herr, wirst du mich ver-
gessen?"19 15. Les.: Zach. 14,5—9.20 16. Les.: ITim. 6,1—16.21 is
Pk.: „Herr, höre mein Gebet."22 St.: „Wende nicht dein Ant-

» Ps. 21,18, wie im L.Arm. und Syr.-Pal. hinter dem d r i t t e n Lek-


tionenpaare, im Typ. nach den Lesungen der Terz.
2 Ps. 21,2 wie im L.Syr.-Pal. und Typ. a. a. 0 .
s Im L.Arm. 27,3—53. Das Typ. hat Mt. 27,1—32 als Ev. der Prim.
4 AeüxsCTTaupotpopoiXao! <xcmoco[j,sv), im Typ. 2 Trop. der Sext (mit

der Textvariante: -/piarocpopoi). 6 Ps. 10, 2.

6 Wie im Typ. als 3. Lesung der Sext; im L.Arm. 6 1 , 1 - 3 , im Syr.-


Pal. 6 1 , 1 - 7 a.
i "Wie im L,Arm. und Syr.-Pal. (im Typ. 9,11—28 als 4. Les. der Sext).
8 Ps. 68, 22, wie im L.Arm, und Syr.-Pal. vor dem sechsten Lektionen-

paare und im Typ. nach den Lesungen der Sext.


s Ps. 68,1 wie im L. Syr.-Pal. und Typ. a. a. O.
10 "Wie im L.Arm. Das Typ. hat Mk. 15,1—31 als Ev. der Terz.
11 2^|j.EPOV TOÜ VAOU TO XARATCETAERP-a, im Typ. 2 Trop. des 12. Ant. =
I. Trop. der Prim. " Ps. 11,2, im Typ. 2 St. der Non.
13 "Wie im L.Syr.-Pal. und als 1. Les. der Non im Typ. (im L . A r m . :

I I , 18—21).
ii "Wie im L.Arm, und Syr.-Pal. (im Typ. als 2. Les. der Non: 10,19—31).
is Ps. 87, 5 wie im L.Arm, und Syr.-Pal. vor dem siebten Lektionen-
paare und im Typ. vor den Lesungen der Non.
i« Ps. 87, 2 wie im L. Syr.-Pal. und Typ. a. a. 0 .
i ' Im L. Arm. 23, 32—49. Das Typ. hat Lk. 22, 66—23,49 als Ev. der Non.
is 'EXxöiAevoi (rcaupoy OUTW; Ißooü; <K6pis>, im Typ. 3. Trop. der Terz.
19 Ps. 12, l, im Typ. 3. St. der Non.
so Im L . A r m . : 14,6—11, im Typ. (als 3. Les. der Non) 1 4 , 5 t — 1 2
Mitte. Im L. Syr.-Pal. fehlt diese und die folgende Les.
2i Im L.Arm, und im Typ. (als 4. Les. der Non) 6, 13—16.
52 Ps. 10t, 2, wie im Typ. hinter den Lesungen der Non.
Quadragesima und Karwoche Jerusalems im siebten Jahrhundert. 229

litz ab." 1 Gebet mit Kniebeugen. Ev.: Jo. 19,16—37.ä Gebet


mit Kniebeugen.
Hiernach, kommt der Frühgesang und das Übrige.8 Man
spricht den Lbg. YI: „Diese Freiheit ist unser." Pk.: „Sie
legten mich in einen Graben."4 St.: „Herr, Gott meiner Er-
lösung."6 Dann findet Lesen statt: Weish. 2,12—18. 2. Les.:
Is. 57,1—21. 3. Les.: Klgl. 3,52-66. Ev.: Jo. 19, 38—42.6a
Darauf spricht man: „ 0 sanftes Licht" und das katholische
Responsorium und hört auf am Abend.
Darauf: „Vater unser." Der Diakon spricht: „Lasset uns
mit der Gemeinde singen" und bespült das Kreuz. Kg. bei
der Kreuz Waschung: „Als aufgerichtet war das Holz deines
Kreuzes, Herr." Sie waschen das Kreuz und teilen die Eu-
charistie dem Volke aus und gehen fort. 7
Am g r o ß e n S o n n a b e n d am Morgen. Wenn am Mor-
gen die Stunde vollendet ist, beginnen sie mit dem ibakoi 8
a
Lat.: Ev.: Mt. 27, 57—60.

1 Ps. 101,3, wie im Typ. a. a. 0.


2 Im L. Arm. 19, 25—37. Das Typ. hat Jo. 18, 28-19, 37 als Ev. der Non.
s d. h. regelmäßige Bestandteile der Yesper. "Vgl. das auf die Perikopen
folgende $£5; iXap6v.
* Ps. 87,7, was als ein Pk. im 'EaitepiMo; des Karfreitags auch das
5
Typ. hat. Ps. 87,2, auch im Typ. St. zu obigem Pk.
ß L. Arm. verwendet bei einem Abendgottesdienst des Karfreitags um
die 10. Stunde Jer. 11,18—20 und Is. 53,1-12 nochmals und läßt als Ev.
Mt. 27, 57—61 folgen. Das Typ. hat im 'Eoitepivi« des Karfreitags die von
Hause aus byzantinischen Lektionen und als Ev. Mt. 27,1—61. Das Kano-
narion dürfte die einheimisch hierosolymitanische Karfreitagsvesper in ihrer
endgültigen Gestalt kennen lehren.
7 Die Zeremonie der Kreuzwaschung ist aus anderen Quellen nicht
bekannt. Eine dramatische Erinnerung an die Zubereitung des Leichnams
Christi zum Begräbnis darstellend ist sie mit dem späteren byzantinischen
Brauche der Ausstellung des 'E-irä'-pio; zu vergleichen. Auch der Kommu-
nionspendung am Karfreitag gedenken weder das L. Arm. noch das Typ.
Das letztere schließt sie sogar ausdrücklich aus und bietet statt ihrer die
"Weiliung einer ¿.jla Ciur, und ihre Verteilung an das Volk. Dagegen kennt
das alte Typikon von Konstantinopel ( D i m i t r i e w s k i j , Oiracame .HiTyp-
riiiecKlixt pyKomicei-i. I, S. 131) Feier der npov]Yiaa|Aew. und Kommunion
als Abschluß des Karfreitagsgottesdienstes.
8 d. h.: der öjiaxorj, wie im endgültigen byzantinischen Ritus eine kurze
Strophe liturgischer Poesie heißt, die im sonntäglichen "Opöpo; hinter Ps. 118
und an Hochfesten hinter der dritten Ode des Kanons und in der Messe
vor dem Kontakion gesungen wird.
230 Kluge-Baumstark

und gehen zum Altar. Lbg. YI: „Herr, als eine reine
erschien sie zwischen den Leuten." Man spricht das
Pk. YI: „Da du nicht lassest meine Seele in der Hölle."1
St.: „Erlöse mich, o Gott."2 Und man liest: Is. 53,1 (:zu
finden am Karfreitag in der 9. Les.). 2. Les.: Is. 33,2—17.3
Vorträgen des Responsoriums und Gebet und Lesen: Ev.:
Mt. 27, 62—66.4 a Man spricht den Kg.: „Die Seelen der
Könige bedrückten sie" und entläßt das Yolk.
(Hs. yon Kai). Am Kar- (Hs. YOU Latal). Am
Sonnabend-Abend6, wenn die Abend des großen Samstages io
Sonne untergeht, gehen Bischof, um 10 Uhr wird zum Abend-
Priester und Diakone hinein gottesdienst geläutet, und es tre-
in die hl. Anastasis und ver- ten in die Kirche der Bischof,
riegeln hinter sich die Türen. die Geistlichen und die Dia-
Sie bereiten drei Rauchfässer honen. Das Volk bleibt draußen 15
und sprechen Responsorium und die Kirchentüren werden
und Gebet. Der Bischof legt geschlossen, die Lichter werden
in das Rauchfaß Thymian und angezündet und man liest die
mit seinen Händen vollendet er Litanei und das Gebet Bischof \
das Räuchern und voran geht Geistliche und Diakonen neh- 20
der Bischof; hinter ihm folgen men die Weihrauchschalen und,
Priester und Diakone und mit indem der Psalm: „Dir gebühret
Singen des Psalms: „Singet das Lied, Gott"ß gesprochen

Latal: Mt. 27,61—66.

« P s . 15,10. 1 Pg. 1 5 , i .
3
L . A r m , und Syr.-Pal. kennen noch keine Lesetexte f ü r den Morgen
des Karsamstags. Das Typ. hat an Ez. 3 7 , 1 - 1 4 und I K o r . 5,6—8 zwei von
Hause aus byzantinische nichtevangelische Perikopen, denen es noch Gal.
3,13f. folgen läßt. 1 Im Typ. 27,62—65.
s Im Folgenden handelt es sich um die noch rein liturgische Vorstufe
des heutigen angeblichen österlichen Eeuerwunders in der Hl. Grabeskirche.
Vgl. dazu K l a m e t h , Das Karsamstagsfeuer-Wunder in der heiligen Grabes-
kirche. "Wien 1913, die Besprechungen dieser Schrift von B a u m s t a r k Literar.
Rundschau X L (1914) 8p. 476 ff. und R ü c k e r Theolog. Revue X I Y (1915)
Sp. 470 f., sowie B. S c h m i d t , Die Feier des heiligen Feuers in der Grabeskirche
im Palästinajahrbuch, J a h r g a n g 1915 S. 85—118. Dem L. Arm. gegenüber ist
eine schon weit reichere zeremoniöse Ausgestaltung zu beobachten. Im
Gegensatz zum Typ. geht aber die Entzündung des Osterlichtes noch wie in
der älteren Urkunde der Beihe der Ostervigil-Lesungen voran. <> Ps. 64.
Quadragesima und Karwoche Jerusalems im siebten Jahrhundert. 231.

dem Herrn ein neues Lied, wird, schreiten sie dreimal in der
singet dem Herrn die ganze Kirche herum, die Litanei und
Erde" 1 gehen sie ringsherum in das Gebet werden gesprochen,
der Kirche. Angekommen am und sprechend den Psalm: ..Lohe,
5 Aufgang zum Altar tragen sie Jerusalem, den Herrn,"7 schrei-
das Responsorium vor und Ge- ten sie in der Kirche herum
bet mit Kniebeugen. Während und kommen zum Altareingang.
der Bischof den Lbg. spricht: Sie sprechen die Litanei und
„Jetzt stehe ich auf, spricht der das Gebet wird gesprochen,
10 Herr, jetzt rühme ich, jetzt und sprechend den Psalm: „Sin-
erhebe ich,"2 St.: „Singet dem get dem Herrn ein neues Lied,"s
Herrn ein neues Lied,"3 gehen schreiten in der Kirche zum
sie in der Kirche herum, zum dritten mal herum. Der Bischof
zweiten Male singen sie den spricht das PJc. III: „Ich werde
15 Lbg.: „Der Name des Herrn heute auferstehen, sagt der Herr:"
sei gelobt,"4 St.: „Lobet, ihr St.: „Singet dem Herrn ein
Diener des Herrn, lobet den Na- neues Lied.11 Alle Diener der
men des Herrn." 8 Sie kommen Kirche küssen einander, so-
zum Zugang des Altars, sagen dann segnet man die Lichter,
20 das Responsorium auf und das entzündet die Lämpchen, die
Gebet, singen den Psalm: „Sin- Türen werden geöffnet und die
get dem Herrn ein neues Lied; Bußetuenden in die Kirche
sein Lob,"6 gehen zum dritten geführt. Man singt: „Zum
Male in der Kirche herum, wen- Herrn rief ich" mit dem Lied
25 den sich dann beim Zugang zum in Versen: „Leuchte, leuchte,
Altare, sagen dasResponsorium o Jerusalem, denn es kam";9
auf und das Gebet. Der Bischof nach „0 sanftes Licht11, spricht
gibt den Priestern und Diako- man im Wechselgesang in feier-
nen einen Kuß, segnet die Ker- täglicher Weise: „Lobe, o Jeru-
30 zen und zündet die Lampen an. salem, den Herrn.'1, Der Bischof
1 Ps. 95. 2 Ps. 11,6b. .3 Ps. 95,1, 97,1 oder 149,1.
4
Ps. 112,2, was im L.Arm, vor der Entzündung des Osterlichtes drei-
mal vom Bischof gesungen wird. » Ps. 112,1.
6
Ps. 149 gegen das Typ., wo die d r e i Psalmen 143ff. gesungen werden.
i Ps. 147.
s Gewiß auch hier wie nach der anderen Hs. Ps. 149.
9 Nach dieser Hs. also bestimmt nicht Hinweis auf den Anfang des
byzantinischen Osterkanons, sondern: <tumiou . . v/.ei -¡irj cot. Vgl. alsbald
S. 232 Anm. 2.
232 Kluge-Baumstark

Der Bischof beginnt: „O Herr, nimmt den Sitz auf dem Ka-
rief ich aus"1 mit dem Früh- theder und spricht das Pk.:
gesang YIII: „Leuchte, leuchte, „Auferstehe, o Herr, richte auf
o Jerusalem."2 Hierauf: „Sanf- der Erde,11 St.: „Gott stand
tes Licht." Man spricht das in der Gemeinde der Götter"
Pk.: „Lobe Jerusalem den und es werden 12 Texte ge-
Herrn." 3 Sie gehen zum Altar lesen.
und singen den Psalm: „Auf-
erstehe, o Gott, richte," 4 St.:
„Gott steht in der Gemeinde
der Götter." 6
Hierauf führt er die Katechumenen in die Kirche und sie
lesen dieses6: 1. Les.: Gn. 1, 1—3,24.7 (Hs. von Latal).
2. Les.: Ex. 12,1—24.8 3. Les.: Jon. 1,1—4, II.9 4. Les.: Ex.
14, 24—15, 21.10 5. Les.: Is. 60, 1—7.u 6. IYKg. 2,1-22. 1 2
7. Les.: Jer. 38, 31—34.13 8. Les.: Jos. 1, 1—9.14 9. Les. :
Ez. 37,1—14.15 10. Les.: Gn. 22,1—1816 (zu finden am Kar-
donnerstag)®. Gebet mit Kniebeugen.17 11. Les.: Job. 38,2—
39,2.18 Gebet mit Kniebeugen. 12. Les.: Dn. 3,1—97.19
a
Hs. von Kai läßt mit der 10. Les. abbrechen und sofort die Feier der Litur-
gie folgen.
1
Vielleicht: Kupts ixixpaia -npbz <ss. Ygl. oben. S. 220 Anm. 11.
2 <D(ot£Cou, cpum£ou, vsa> 'IspouaaX^p., Hirmos der 9. Ode des Oster-
kanons des hl. Johannes von Damaskus oder eine ebenso beginnende Lied-
strophe, die fortfährt: 7 , / s i -¡ip aoi t ö ffiöi. Zum Einzug des Osterlichtes
in den A'/irj; Ktuvaravtivo; werden beide Texte im Typ. gesungen.
3 Ps. 147,1, wie hinter <£>um£ou . . . ijxsi ^ap erot im Typ.
4
Ps. 81, 8, im Typ. dvTt tö 'AlXrjXouia nach der Epistel der Oster-
vigilmesse. » Ps. 81,1, im Typ. St. a. a. O.
6 Noch die zwölf althierosolymitanischen Ostervigil-Lesungen des L.Arm.
Das L.Syr.-Pal. weist von ihnen nurmehr einige wenige auf. Das Typ. hat
sie durch die fünfzehn des konstantinopolitanischen Ritus ersetzt.
i Wie im L . A r m . Auch im Syr.-Pal. erhalten.
s Im L . A r m , als Nr. 3.
s "Wie im L . A r m . Auch das L.Syr.-Pal. bietet noch das ganze Buch
für die Ostervigil. i» Wie im L . A r m .
11
Gegen 60,1—13 im L . A r m , und 60,1—22 im Syr.-Pal.
12
Im L . A r m , als Nr. 8. Im L . A r m , als Nr. 9.
i« Im L . A r m . als Nr. 10. >s Im L . A r m , als Nr. 11.
'8 Im. L . Arm. als Nr. 2.
17 Ein solches hat das L . A r m , noch vor j e d e r Les.
's Im L . A r m . als Nr. 7. n Im L.Arm, 3,1—90.
Quadragesima und Karwoche Jerusalems im siebten J a h r h u n d e r t . 233

Hierauf führen sie die Täuflinge in die Kirche hinein mit


dem ibakoi: „Die ihr diese Taufe empfangen werdet." 1
Hierauf beginnt der Dienst des Kanons der Liturgie.
Lbg.: „Christus ist auferstanden von den Toten." 2 Pk.: „Dir
5 gebührt das Lied, o Gott." 3 St.: „Höre mein Gebet." 4 Les.:
IKor. 15,1—II. 8 Hai. IV: „Du, o Herr, der Auferstandene,
bist gnädig Sion."8 Ev.: Mt. 28, 1 — 20.7 Hw.: „Die Auf-
erstehung des Herrn verkündige uns." H1G.: Hai. IV: „Von
den Toten Auferstandener."
10 Man geht hinein während der ganzen Nachtwache, der
Kanon wird nicht gesprochen, man liest nur aus dem Buche
oder freut sich, wie es sich gebührt in dieser Nacht. Am
Morgen Polyeleos8 V H I mit Hai. Ev.: Jo. 20,1—18.9 Beim
Gesang IV: „0 Herr, der tot im Grabe." Ein anderer: „Dein
15 Engel, o Herr."
1
Vgl. Typ.: YM avepyrsT.ai ev reo i'wacrTrjpup, 'Iva ßaimair).
2
Xo'.cttöi avEdfi) sx vsxpüiv, das u r a l t e in der griechischen Osterliturgie
immer und immer wieder erklingende Auferstehungstroparion.
3 Ps. 64, 2, im Typ. St. zum H i r m o s 3>uraCou bei der Osterlichtzeremonie.
« Ps. 64, 3.
s "Wie im L . A r m , und Syr.-Pal. gegen Rom. 6,3—11 im Typ. I n der
hslichen Überlieferung als Gal. bezeichnet!
6 1
Ps. 101,14. "Wie im L . A r m , gegen: 28,1-7 im Typ.
s D i e beiden Psalmen 134 und 135.
9
A u c h im L. Arm. zum Schlüsse der ganzen F e i e r der Osternacht ge-
lesen n a c h einer zweiten Eucharistiefeier, die hier der Bischof „in the holy
Anastasia before holy G-olgotha" (sie!) abhält, n a c h d e m e r die erste in der
Martyrions-Basilika abgehalten hat. I m Typ. ist das Stück zum Ev. dieser
zweiten Eucharistiefeier selbst geworden, die der P a t r i a r c h j e t z t d ; tüv
"A'jwV Tacpov Ict(u9ev Ith töv "A-yiov A!&ov vornimmt, w ä h r e n d der P r o t o -
p a p a s in der Basilika des 'Afios KoivaravTi-Jo; zelebriert.

O r i e n s CmuSTiANUS. Neue Serie ¥ 16


Oster- und Pfingstfeier Jerusalems im sie'-reu Jahr-
hundert.
Übersetzung nach K e k e l i d z e fepycajHMCKiä Kanonapb TII e u a . Tiflis 1912,
S. 94—110 von

Dr. T h e o d o r K l u g e
mit Einleitung und Anmerkungen von

Dr. A n t o n B a u m s t a r k .

Unser im letzten Jahrgang dieser Zeitschrift S. 201 — 232 ver-


öffentlichte Arbeit hat weiteren Kreisen denjenigen Teil des von
Kekelidze bekannt gemachten georgischen „Kanonarions" erschlossen,
welcher dem Triodion des endgültigen orthodoxen Ritus entspricht.
Es ist die dem Pentekostarion desselben entsprechende Partie der
wertvollen liturgiegeschichtlichen Urkunde, die im folgenden in ent-
sprechender Weise zur Behandlung kommen soll. Leider klaffen auch
liier sehr beträchtliche Lücken in der hslichen Grundlage der Publi-
kation Kekolidzes. Insbesondere sind die Angaben über den Donners-
tag der 5. Woche nach Ostern und die Zeit von Christi Himmelfahrt
bis zum Freitag vor Pfingsten vollständig verloren gegangen. Das
Yergleichungsmaterial ist ein weit beschränkteres Das griechische
Typ. steht zwar noch für die gesamte Osterwoche zugebote. Da es
aber von Montag ab eine Regelung wesentlich nur des " 0 p 9 p o ; und
'Eortsptvoc bietet, das Kanonarion dagegen nur die eucharistische Feier
ins Auge faßt, kommt für einen Vergleich heider Liturgiedenkmäler
nur der Ostersonntag in Betracht. Das L. Arm. bringt Material
gleichfalls für die Osterwoche, den sie abschließenden Sonntag, eine
Gedächtnisfeier der Unschuldigen Kinder im Mai und den Pfingst-
sonntag. Was das L. Syr.-Pal. bietet, betrifft sogar nur Ostersonntag,
Ostermontag, Osterdienstag, Christi Himmelfahrt und Pfingstsonntag.
Das Kanonarion hat mithin das Verdienst, erstmals einen Einblick
in den Gesamtorganismus der Oster- und Pfingstfeier des vorbyzanti-
nischen palästinensischen Ritus zu gewähren, der über die einschlägigen
Nachrichten der Aetheria hinausgeht.
Die Zeit zwischen dem Oster- und dem Pfingstsonntag bildet
224 Kluge-Baumstark

unter dem Namen der „50 (Tage)" eine geschlossene liturgische Größe,
für deren Perikopenordnung eine dreifache Lesung der Apg-, der ka-
tholischen Briefe und des vierten Evangeliums charakteristisch ist.
Die auch im byzantinischen Situs wiederkehrende Verwendung von
Apg. und Jo. als gottesdienstlicher Lektüre der österlichen Pentekoste
ist eine ebenso uralte als weitverbreitete Erscheinung. 1 Daß daneben
in Palästina eine solche der katholischen Briefe trat, konnte man
schon auf Grund der denselben im L. Arm. entnommenen Perikopen
der Osterwoche wenigstens vermuten. Bei allen drei Teilen dieser
österlichen Schriftlesung handelte es sich gewiß einmal um eine wesen-
hafte lectio continua. Noch läßt von einer solchen der Apg. das Ka-
nonarion den Schluß am Samstag vor Pfingsten deutlich erkennen.
Ihren Ausgangspunkt bildet in ihm wie im L. Arm. und Syr.-Pal. in
Ubereinstimmung mit dem byzantinischen Ritus der Ostersonntag
selbst. Dagegen hat die altpalästinensische lectio continua des Jo.-
Evangeliums im Gegensatze zur byzantinischen nicht an jenem, sondern
erst acht Tage später, am „Neuen", hezw. nach abendländischer Aus-
drucksweise „Weißen Sonntag" eingesetzt, an dem ihr Kopfstück im L.
Arm. und Kanonarion vorliegt. Die Osterwoche blieb so für evange-
lische Eklogadien frei, mit denen ich mich in einer seit J a h r e n vor-
bereiteten Monographie über die Evangelienlesung der Osteroktav zu
beschäftigen haben werde. Streng genommen freilich kann auch hier
von Eklogadien nur in sehr bedingtem Sinne die Rede sein. Eine
lectio continua von Lk. 24 und Jo. 21 wird durch ein einziges
reines Eklogadion getrennt, dessen Wahl nicht in der österlichen
Eestzeit, sondern in dem Stationsort des betreifenden Tages be-
gründet ist. Da Jo. 20, 19—31 schon zur Zeit der Aetheria auf zwei
lokale Gedächtnisfeiern der Sionkirche am Abend des Oster- und am
Abend des Weißen Sonntags verteilt war, bildet die Lk.- und Jo.-
Lesung der Osteroktav sichtlich die das gesamte Material evangelischer
Ostererzählungen erschöpfen sollende Ergänzung zu der Verwendung
von Mt. 28 in der Osternacht, Jo. 20, i—ls in der ersten Morgenfrühe
und Mk. 16,1—8 bei der eucliaristischen Hauptfeier des Ostersonntags.
Es ergibt sich also die bemerkenswerte Tatsache, daß der Mk.-Scliluß

1
Die Lesung der Apg. in der österlichen Pentekoste wird für Antioclieia be-
reits durch Chrysostomos ( M i g n e PGr. L I Sp. 12) und f ü r Afrika durch Augustinus
( M i g n e PL. X X X V Sp. 1100, 1426, 3019) bezeugt. Außer im byzantinischen Kitus
kehrt sie bei den Nestorianern in Syrien (neben Lektüre der Apok.) und in Mailand
wieder. Xu Bom sind wenigstens die Apg.-Perikopen der Osteroktav zu beachten.
Bezüglich der Jo.-Lesung ist mit dem byzantinischen Kitus vor allem die Bolle zu
vergleichen, die sie im Abendland fast allgemein an den Sonntagen zwischen Ostern
und Pfingsten spielt. Das Nähere bei St. B e i s s e l , Entstehung der Perikopen des
Römischen Messbuches. F r e i b u r g i. B. 1907.
Oster- und Pfmgstfeier Jerusalems im siebten Jahrhundert. 225

der Kirche von Jerusalem liturgisch unbekannt ist. Was ondlieh die
Lesung der katliolischcn Briefe betrifft, so erstreckt sie sich anscheinend
nur der Reihe nach auf Jak., I. und I I . Pctr. und I. Joli., was gleich-
falls kanongeschichtlicli Beachtung verdient. Einsetzen läßt sie das
L. Arm. erst mit dem Mittwoch der Osterwoclie, während das Kano-
narion eine Verschiebung des Einsatztermins um einen Tag nach vorn
bezeugen dürfte, was um so sicherer sekundär ist, weil auch das L.
Syr.-Pal. durch seine Berücksichtigung nur dieser zwei Tage eine
liturgische Sonderstellung des Ostermontags und O s t e r d i e n s t a g s zu
bezeugen scheint.
Davon, daß auch nur annähernd das Prinzip einer dreifach öster-
lichen lectio continua im Kanonarion tatsächlich noch durchgeführt
sei, kann allerdings nicht die Rede sein. Meist machen vielmehr die
Einzelansätzc aus den drei Quellen den Eindruck einer durchaus willkür-
lichen Freiheit, bei der leitende Prinzipien aufzuzeigen höchstens einer
sehr eindringenden Spezialuntersuchung allenfalls gelingen könnte.
Mehrfach schaltet auch an bestimmten Tagen eine der drei Quellen
überhaupt zu Gunsten einer Verwendung andersartigen liturgischen
Lesestoffes aus. Das Bemerkenswerteste stellt in dieser Beziehung die
deutlich einen Wiederhall auch in den psalmodischen Elementen ihrer
Liturgie findende Evangelienlesung des Dienstags, Mittwochs und
Donnerstags, der dritten Woche dar. Sie charakterisiert diese drei
Tage so unzweideutig als möglich im Sinne einer Art österlicher
'Weihnachtsfeier. Der Dienstag hat die im L. Arm. an dem älteren
Datum des 5./6. Januar, im Kanonarion an dem jüngeren dos 24./2S.
Dezember der nächtlichen Vigilienfeier der Geburt Christi zugewiesene
evangelische Perikope und verbindet mit ihr als Pk. und Hai. Psalm-
stellen, die in gleicher Funktion wiederum beide Urkunden bei jenem
Vigiliengottesdienste aufweisen. Wie der Dienstag zum 25., so ver-
hält sich der Mittwoch zum 26. Dezember. Ihre Evangelienperikope
ist wieder dieselbe und am 26. Dezember durch seinen Charakter als
Gedäclitnistag Davids (und des Herrenbruders Jakobus) bedingt.
Dazu gesellt sich ein gleichfalls auf David Bezug nehmendes Pk., das
denn auch in der Tat das L. Arm. für die in ihm noch auf den
25. Dezember gelegte gemeinsame Feier des ösoird-utDp und a&sXtpo&soi
bietet. Der Donnerstag endlich wird ausdrücklich als Gedenktag
der Unschuldigen Kinder bezeichnet und hat dementsprecliende Texte
als Pk. und Ev., wozu sich dann noch eine passende ATliche Perikope
gesellt. Zweifellos handelt es sich zunächst einmal bezüglich des Donners-
tags um die Einordnung einer ursprünglich an einem bestimmten
Monatsdatum haftenden Feier in den Rahmen des beweglichen Kir-
chenjahres. Das L. Arm. bietet nämlich den Gedenktag der Un-
schuldigen Kinder gleichfalls mit Statio in Bethlehem und textlich
226 KIuge-Baumstark

nächstverwandtor Tagesliturgie am 18. Mai, 1 womit weiterhin, wie ich


früher an anderer Stelle 2 ausführte, eine "Wertung zusammenhängt,
die in syrisch-jakobitischen Kalendarien usw. der 19. Mai als Tag der
Flucht nach Ägypten erfährt. Wie der Donnerstag, so werden dann
aber auch der Dienstag und der Mittwoch zu beurteilen sein. Sie
müssen die Einordnung ursprünglich am 16. und 17. Mai haftender
Gedächtnisfeiern in den Organismus des beweglichen Osterfestkreises
darstellen, d. h. aber nichts Geringeres als, daß die palästinensische
Kirche einmal am 16. Mai das Gedächtnis der Geburt Christi beging.
Höchst wahrscheinlich bedeutet sogar ihre Verlegung auf den 3. Diens-
tag nach Ostern nicht den ersten Versuch diese merkwürdige Ge-
dächtnisfeier, von ihrem Monatstag gelöst, in Verbindung mit dem
wechselnden Ostertermin zu setzen.
An einer der merkwürdigsten Stellen ihres Reiseberichtes 3 beschreibt
bekanntlich Aetheria eine Feier die „die quadragesimarum post pascha,
icl est quinta feria" in der Geburtskirche zu Bethlehem mit nächt-
lichem Vigiliengottesdienst, eucharistischer Tagesliturgie und Predigt
des Bischofs und der Presbyter begangen wurde. Am nächsten läge
es ja gewiß, hier an eine Himmelfahrtsfeier zu denken. Doch müßte
es schon Bedenken erwecken, daß den Charakter einer solchen bei der
abendländischen Pilgerin erst eine am Himmelfahrtsorte abgehaltene
Station des in der axoXou&ia yovuxXtaiac des orthodoxen Ritus
fortlebenden Prozessionsgottesdienstes am Nachmittag des Pfingst-
sonntags trägt. Nicht minder wäre für eine Himmelfahrtsfeier die
Wahl der Geburtkirche als Ort überraschend. Auch, was eine Nacht-
feier zum. Gedächtnis der Himmelfahrt Christi beitragen sollte, sieht
man schwer ab. Das Seltsamste ist aber vollends, daß Bischof und
Presbyter „dicentes a/pte diei et locou predigen sollen. Aetheria sagt das
mit einer Selbstverständlichkeit, die gewiß ist, richtig verstanden zu
werden, und doch haben ihre Worte einen Sinn nur, Avenn Ort und
Tag der Feier zu einander paßten d. h. entweder eine lokale Tradition
die Himmelfahrt mit Bethlehem, statt mit dem Olberg verknüpfte oder
am Donnerstag der 6. Woche nach Ostern das Gedächtnis nicht der
Himmelfahrt, sondern der Geburt Christi begangen wurde. Daß
die eine oder die andere Voraussetzung zutraf, m u ß t e Aetheria an
früherer Stelle gesagt haben, wenn sie des Verständnisses ihrer Worte
sicher sein wollte. Wo sie hätte gesagt haben sollen, daß die ersterc
zutreffe, wird sich schwer ausdenken lassen, ganz abgesehen von der
fast einer schlechthinigen Unmöglichkeit gleichkommenden IJnwalir-

1
C o n y b e a r e , tiitwale Armenormn S. 525.
5
Festbrevier und Kirchenjahr der syrischen Jakobiten. Paderborn 1910. S. 279.
3 A. G e y e r S. 93 Z. 8—15.
Oster- und Pfingstfeier Jerusalems im siebten Jahrhundert. 227

scheinlichkeit der Sache. Dagegen besitzen wir von ihrer Schilderung der
Epiplianiefeior nur noch don Schluß, und zu Anfang derselben hätte
sie wohl Gelegenheit gehabt, zu bemerken, daß man etwa als den
h i s t o r i s c h e n Geburtstag des Erlösers in Palästina im Gegensatze
zu der liturgischen Epiphanief'eier einen Tag des Frühjahrs betrachte
und das Gedächtnis der Geburt des Herrn deshalb auch noch am
vierzigsten Tage nach Ostern begehe. I n der Tat ist uns ja eine sehr
alte Berechnung des Geburtsdatums bekannt, vermöge deren dasselbe
meist in die österliche Pentekoste fallen würde. Klemens von Alexandreia
bezeugt sie Strom. I 21, wenn er sagt: e'iol Bs oi uspiepYoxepoi t-jj
veosi xou acuTYjpo? -/¡¡J-tüv ou (jlovov to exo? aWa xal T7]V ?][ilpav Ttpoaxiösvxe;,
yjv -j.7.3iv sxoo; v.fj' Auyoucsxou sv KSfiux^] ira^wv xal sixASi. Wie der
Zeuge und die Datierungsform dartun, handelt es sich um eine in
Ägypten heimische Bezeichnung. Daß dieselbe aber auch in Palästina
bekannt war, tut unabhängig von dem georgischen Kanonarion ein
Denkmal altchristlicher Kleinkunst dar. Ein von S t r z y g o w s k i 1 be-
kannt gemachtes und unstreitig dem palästinensischen Kunstkreise
der Monzeser Ampullen und ähnlicher Erscheinungen angehörendes
Goldonkolpium des Kaiserl. Ottomanischen Museums in Konstantinopel
zeigt unter der Darstellung der Krippe mit Jesuskind, Ochs und
Esel die Beischrift 1TA0NI, die wie B. K e i l 2 richtig erkannt hat,
eine Korruptel von IIAXONI ( = wzx®v0 darstellen und als Andeutung
des Datums des dargestellten Ereignisses zu deuten sein dürfte. Der
25. Pachon entspricht dem 20. Mai. Auf eine alte Bewertung des
16. Mai als Geburtsdatum Christi fuhrt im Zusammenhalt mit dem
L. Arm. das georgische Kanonarion. Es bleibt mithin allerdings
eine Differenz von einigen Tagen. Allein es ist sehr wohl denkbar,
daß man bei einer Berechnung des Geburtsdatums in wesentlich die-
selbe Jahreszeit in Ägypten und Palästina um eine Kleinigkeit von
einander abwich. Ich möchte mithin die Frage mindestens zur Er-
wägung stellen, ob es nicht letzten Endes wesenhaft die von Klemens
bezeugte Paclion-Datieruug der Geburt ist, was wir in der „quculra-
gesima"-Feier der Aetheria, dem Gedächnis der Unschuldigen Kinder
am 18. bezw. der Flucht nach Ägypten am 19. Mai und der durch
das Kanonarion bezeugten liturgischen Ausgestaltung dreier Tage der
37 Woche nach Ostern in verschiedener Weise liturgisch nachwirken
seilen.
Es war der auf den letzten jener drei Tage angesetzen Is.-Peri-
kope zu gedenken. Sie ist dem L. Arm. fremd. Ein Gleiches gilt

1 Das Etschniadzin-Evangeliar (Byzantinische Denkmäler. T). Wien 1891.


Taf. VII. Darnach nunmehr auch BZ. XIII Taf. S. 218. Fig. 3 (bei S m i t h , Ä lost
2
encolpkmi usw.). Bei S t r z y g o w s k i a. a. 0. S. l l l f .
228 Kluge-Baumstark

von ATlichen Perikopen auf Pfingsten. Es scheint demnach ursprüng-


lich Gesetz des altpalästinensischen Ritus gewesen zu sein, innerhalb
der österlichen Pentekoste nur aus dem NT. zu lesen. Man ist von
diesem Gesetze wohl erstmals abgewichen, als es die Tagesliturgie des
auch dem L. Arm. noch unbekannten Himmelfahrtsfestes am 40. Tage
vor Ostern zu schaffen galt. Die hier gemachte wird dann die wei-
teren Ausnahmen am Oster- und Pfingstsonntag und dem Gedächt-
nistage der Unschuldigen Kinder nach sich gezogen haben. Jedenfalls
sind alle ATlichen Perilcopen, die das Kanonarion für die Oster-
Pfingstzeit bietet, verhältnismäßig jung.
Einen jüngeren Eindruck macht im Vergleiche mit Quadragesima
und Karwoche hier auch ihre Psalmodie. 1 Die alte Regel, daß der
St. eines Pk. durch den Anfang des betreffenden Psalms gebildet wird,
klingt zwar noch immer deutlich genug an. Daneben bestehen aber
schon Fälle, in denen Pk. und St. überhaupt nicht einmal mehr dem
nämlichen Psalm entnommen werden. Anscheinend ist auch hier je-
weils ursprünglich ein dem gleichen Psalm entstammender St. mit dem
Pk. verbunden gewesen, dann aber durch eine inhaltlich verwandte
Stelle eines anderen Psalms ersetzt worden. Beachtung verdienen
auch vier Fälle, in denen als St. ein Stück liturgischer Poesie be-
zeichnet wird. 2 Sie gehören den nachmittäglichen Prozessionsgottes-
diensten des Oster- und Pfingstsonntags an. Jeweils wird dabei als
„Psalmengesang" vorher der A n f a n g eines Psalms genannt. Da es
sich um Gesang handelt, der ein Zurücklegen eines längeren "Weges
begleiten soll, hat man gewiß responsorischen oder antiphonischen
Vortrag des g a n z e n betreffenden Psalms mit Wiederholung des poe-
tischen „St." nach jedem Verse vorauszusetzen. Einmal ist 3 der
„St." dabei noch lediglich Paraphrase einer Stelle des Psalms selbst.
Man blickt hier in die allmähliche Entwicklung derartiger Verbin-
dungen von Psalmodie und liturgischer Dichtung hinein. Im end-
gültigen byzantinischen Ritus scheint übrigens von den so wenigen
in dieser Partie des Kanonarions zitierten altpalästmensischen Tro-
parien fast nichts eine bleibende Stelle behauptet zu haben. Nur ein
einziges poetisches Stück seiner Pfingstliturgie findet sich schon hier
bezeugt, das Idiomeion: Eioo[j.ev to tpeus xä aXvj&ivov, £Xaßo[i,ev IlvsS^a
l7toopavi(w, eupojxsv ittoxtv aöiaipsTov TpidiSa Trpo;y.uvo5vT£?-
au-crj yap yfjiac sotoss. Ferner erweist sich ein in jenem Ritus am

1
Trotz freundlicher Beihilfe die uns hier auch bei dieser Publikation w i e d e r u m
H e r r P f a r r e r Dr. G. G r a f geleistet hat, ist es mir übrigens nicht gelungen i m m e r
die in B e t r a c h t k o m m e n d e Ps.-Stelle zu ermitteln, besonders da, wo Kekelidze den
georgischen Originaltext nicht mitteilt.
2
S. 230 Z. 8f., Z. 13 f. und S. 239 Z. 5f., Z. 9 f. 3 s. 27 Z. 9 f. Vgl. Anm.
Oster- und Pfingstfeier Jerusalems im siebten Jahrhundert. 229

Himmelfahrtsfeste gebrauchtes Idiomeion. als ein Stück alter liiero-


solymitanischer Pfingstliturgie. Es ist ein Text dessen hohe Alter-
tümlichkeit jedem, der für derartige Imponderabilien einiges Empfinden
hat, ohne weiteres einleuchten müßte: 'Exs^&yjs, w? auxo; ?,iJiX^aa-•
IcpavYjS, <5>? aöxo? tj¡3ooAi)&•»]?• s u a ö e ; aapxi 6 öso? i]jJ.ü>V ex vsxpäiv avs-
axYj?, itairjoa? xov öavaxov äveX-/j<pÖ7j? Iv 6 xa aujj/itavxa itXYjptov, xal
aTrsaxsiXas ^¡xTv rivsü[i.oc dsiov xoö avuiiveiv x a l 6oE;aisiv aou xyjv &eoxt]xoi.
Man wird annehmen dürfen, daß man so in Jerusalem schon sang,
als noch, wie es Aetheria 1 voraussetzt, das Gedächnis an die Himmel-
fahrt des Herrn erst am Abend des Pfingstsonntags auf dem Olberge
liturgisch begangen wurde, und daß das Stück mit dieser Gedächtnis-
feier auf den Tag des späteren Himmelfahrtsfestes übertragen wurde-
(B-)
1
ed. G e y e r S. 94 Z. 15—24. Ygl. besonders: „Legitur etiam et ille locus de
evangelio, wM dicit de ascensu Domini; legitur et denuo de actus apostolorum, ubi
dicit de ascensu Domini in caelo post resurrectionem."

A b k ü r z u n g e n : Ev. = Evangelium. — Hai. = Halleluia d . h . Psalmvers mit


Alleluia vor dem Ev. — H1G. = Hl. Gaben d. h. Gesang zu deren Einholung. —
Hiv, = <Gesang zur> Händewaschung. — Lbg. = Lobgesang. — Les. = Lesen,
Lesung. — Pk. = Prokimenon. — St. = Stichos.
Römische Zahlen hinter Hai., H1G., IIw., Lbg. oder Pk. geben den Vermerk
des Kirchentons wieder, dem das betreffende Stück angehört.
L. Arm. = Lectionarium Aimeniacum. — L. Syr.-Pal. = Lectionarium Syro-
Palaestinense. — Typ. = TutuxÖm xrji 'AvaaziaEWi.
Zur Bezeichnung der biblischen Bücher sind die in der BbZ. üblichen Abkür-
zungen verwandt.

Am O s t e r t a g e , am heiligen F e i e r t a g , der Auferstehung


des Herrn, Versammlung in der Katholike Lbg. III: „O ein-
geborener Sohn und Wort." 1 Pk. IY: „Dies ist der Tag, den
schuf.«3 St.: „ 0 Herr, erlöse mich." 4 1. Les.: Os. 5, 13—6, 13.

i Etwa: '0 [AovofsvfjÇ oio; xat Xöyo; xoS tkoü, das nach Theophanes
XpovoYp. ed. de B o o r , a. 6028 von Justinian verfaßte ïroparion der byzan-
tinischen Vormesse ( B r i g h t m a n , Liturgies Eastern and Western S. 33,
365f.). Vgl. über dasselbe und die mögliche Autorschaft vielmehr des Se-
verus von Antiocheia P u y a d e , Le tropedre '0 Mopoysvys ROC. X V I I
2
S. 253—258. Ps. 117, 24 wie in Typ.
s Ps. 117, 25 gegen 117, 1 im Typ. * Ps. 117, 26.

Omens Cbexstiakus. Neue Serie "VI. 16


230

2. Les.: Sopli. S. 6—3.1 3. Les.: Apg.: „Zuerst machte ich das


Wort. 4,2 Du findest (es) an der Himmelfahrt. Hai. II: „Möge Gott
auferstehen und mögen sich zerstreuen."'" Ev.: Mk, 16, 1—8.i
Hw, IV: „Deinem Leben spendenden Kreuze." 6 Hill.: „Wer
ist wie der Herr."
Um die neunte Stunde 0 geht man hinauf nach dem hei-
ligen Olberg,7 spricht Psalmen IY: „Bekennt euch vor dem
Herrn, da er gut ist, da ewig." 8 St.: „Durch die Auferstehung
des Herrn wurde die Hölle erschüttert." Psalm II: „Dir ge-
bührt das Lied, o Gott, in Sion."8 St.: „Höre mein Gebet." 10
Les.: Ev. Lk. „Und siehe, zwei von ihnen", zu finden hinten
am Mittwoch.11 Und man geht nach Sion12 mit Psalmen-
gesang: „Dir gebührt das Lied, o Gott, in Sion."13 St.: „Ver-
sammlung der Apostel." Sie halten die Liturgie des Abends:
Lbg. IV: „ 0 Herr, der du erstandest, um aus dem versiegel-
ten Grabe hervorzugehen." 14 Pk.: „Singet dem Herrn ein
1
Allen übrigen Quellen sind ATliohe Perikopen für die Tagesmesse
des Ostersonntags fremd.
2
"Wohl 1, 1—14 wie im L. Arm. oder 1, 1—8 wie im L. Syro-Pal.
und Typ.
3 Ps, 67, 2; L. Arm. und Typ. anders.
* Im L. Arm.: Mk. 16, 2—8, gegen Jo. 1, 1—17 im Typ., was den end-
gültigen Sieg byzantinischer Weise bedeutet.
5
Vgl. Töv ítuoitoióv aoo ctaupov <dcTcaú<ji<u; jrpo;xuvoövt£j>, im Typ.
und im endgültigen byzantinischen Ritus erstes Stichiron zum Kúpts IxlxpaSa
am Osterdienstag. Schwerlich ist aber hier dieses Stück selbst, weit eher ein
älteres Denkmal liturgischer Poesie gemeint, das in demselben wie an anderen
inhaltlich verwandten Stellen griechischer Osterliturgie nachwirkt.
6 Dieselbe Angabe über die Zeit dieser Prozession auch im L. Arm.
Aetheria 39 § 4 sagt nur: „post missa lucernarii'1.
' So gleichfalls das L. Arm., während bei Aetheria die Prozession sofort
zur Sion-Kirche zieht. Das Typ. kennt auch wiederum nur eine crúvasis zlc
tyjv á.~¡la.v Sioav für die Ostervesper. 8 Ps. 117, 1.
•>
' Ps. 64, 3. io Ps. 64, 3.
n Lk. 24, 13—25. Durch diese dem L. Arm. fremde Perikope wird
die Olbergprozession deutlich als rememorative Nachbildung des Emmaus-
ganges charakterisiert.
Unbekannt ist also die Rückkehr der Prozession zur Anastasia, die
im L. Arm. dem abendlichen Stationsgottesdienste in der Sionkirche voran-
13
geht. Ps. 64, 2.
11
Ygl. Kúpie ¿(nspafiojAEVou toö Toicpoo <úírb tüív íTapavo¡Aü)v> nporjXösi,
im Typ. und im endgültigen byzantinischen Ritus erstes Stichiron zu den
ATvoi des Osterdonnerstags. Eine Gewähr für die Identität der Texte be-
steht aber nicht.
Oster- und Pfingstfeier Jerusalems im siebten Jahrhundert. 231

neues Lied." 1 St.: „Freue dich Jerusalem." 2 Ev.: Jo.


3
2 0 , 19—25.
Am 1. M o n t a g [Grares n o b a j d e r 50. Versammlung in
der Anastasis 5 : PL: „Dir gebührt das Lied.uli St,.: „Höre
mein Gebet."7 Les.; Apg. 2, S2—28.3 Hai. V: „Der Herr werde
Herrscher."9 Ev.: Lk. 23, o4—24,12.10
Am 1. M o n t a g der 50. Versammlung in Sion: Pk.: „ Lobe,
o Jerusalem, den Herrn.1111 St: „ Weil er festigte.'11'2
Am 1. D i e n s t a g der 50. Yersammlung in Sion: Pk.:
„Rühme, Jerusalem, den Herrn." 1S St.: — — —
Ua
Am 1. M i t t w o c h der 50. Yersammlung in Sion : PL:
„Auferstehe, o Gott, richte auf der Erde.'116 St.: „Gedenke, o
Herr, des David."1S 1. Les.: Apg. 3,1—19.17 2. Les.: Jak.
1, 12-16.™ Ilal: „Es sprach der Herr zu meinem Herrn.1119
Ev.: Lk. 24,13-3520.
Am 1. D o n n e r s t a g der 50: PL: „Erhebet den Herrn,
unsern Gott."21 St.: „Der Herr werde Herrscher; lasse die
Leute zürnen"22 Apg.: „Hierauf wandten sie sich nach Jeru-

a
Hs. YOa I i a l : Versammlung' in der neuen liirclie der Gottesmutter, erbaut
vom Kaiser Justinian.

» Ps. 149, 1 wie im L. Arm.


2
Wohl sicher Ps. 149, 2, und also „Israel" zu lesen.
3 Wie in L. Arm. Auch schon nach Aetheria 39 § 5 wird „ille locus
de evangelio" in der Sion-Kirche gelesen, „ubi eadem die Dominus in eodem
loeo, ubi ipsa ecclesia nunc in Syon est, clausis ostiis ingressus est discipulis" usw.
Entsprechend wird dann Jo. 20, 19—25 am Schluß der Ostervesper vom Proto-
papas auch noch im Typ. verlesen.
i d. h. „Innerlichkeit"(?).
5
Das L. Arm. verlegt den Gottesdienst dieses Tages „in the holy
shrine" d. h. wie Aetheria in die Martyrionsbasilika.
« Ps. 64, 2. 7 Ps. 64, 3.
s Wie im L. Syr.-Pal. gegen 2, 22—41 im Arm. ¡> Ps. 9, 37.
«o Im L. Arm. wohl 24, 1—12 (14, 1 - 1 2 bei Conybeare gewiß Druck-
fehler!). " Ps. 147, l wie im L. Arm. 12 Ps. 147, 2. " p g . 147, 1.
11 Wie im L.Arm, gegen „in, Eleonail der Aethex-ia. 15
Ps. 81, 8.
is Ps. 131, 1. ' ' Gegen 3, 22—4, 12 im L. Arm.
is Gegen 1, 1—12 im L. Arm., was wohl das georgische Kanonarion
10
für den Dienstag vorsah. Ps. 109, 1.
20 Wie im L. Arm. am Dienstag, während dort für den Mittwoch die
Fortsetzung 24, 36—40 vorgesehen ist.
22
21 Ps. 98, 5 wie im L. Arm. Ps. 98, 1.
16*
232 Klage-Baumstark

salem,11 zu finden: Les. Himmelfahrt,1 Jak.2,1—13.- Hol. VII:


„Die auf den Herrn Hoffenden.us Ev.: L'k. 5,1—16?
Am 1. F r e i t a g der 50. Versammlung in Golgotki"': l'k.:
„Singet dem Herrn ein neues Lied.UB St.: „Errette mich mit
deiner rechten Hand.111 Apg. 8, 26—40? Jak. 2,14—22? Hai:
„Die rechte Hand des Herrn."10 Ev.: Jo. 21,1—14.11
Arn 1. S o n n a b e n d der 50: Pk. I: „0 Gott, sei uns gnä-
dig und segne uns."12 St: „Blicke freundlich auf uns."13 Apg.
4, 23—31.u Jak. 1, 17—27. Hai. VII: „Singet dem gütigen
Gott." 16 Ev.: Jo. 11, 15—25.16
Am 1. h e i l i g e n S o n n t a g der 50; dies ist der neue
Sonntag. Bei der Liturgie Lbg. II: „Des vollkommenen
Wunderst Pk. V: „Er befestigte seinen Thron zum Gericht.111''
St.: „ Wir bekennen dir, o Herr?118 Apg. 5, 34—42.19 Jak.
1,1—2.20 Hai. V: „Lobe, Jerusalem, den Herrn21.11 Ev.: Jo.
1,1—17 P
Um die neunte Stunde gehen sie hinauf an den Ort der
Himmelfahrt und vollenden alle Riten des OsterabendsP Lbg.
IV: „ 0 des vollkommenen Wunders." Pk. VIII: „ Singet dem
Herrn ein neues Lied."24 St.: „Laß Israel sich freuen über den,
der es schuf"25 Ev.: Jo. 20, 26—31}16
1
1, 12—? gegen 4, 13—31 im L. Arm.
a
W i e im L . Arm. am Freitag. 3 p B . 124, 1.
4
Im L. Arm. 5, 1—12. Die W a h l der Perikope stellt zweifellos im
Zusammenhang mit der dort f ü r die Liturgie des Tages gemachten Stations-
angiibe „on Ute holy mount of Olives."
s "Wie L. Arm. („before holy Golgatha") gegen „in Syon" der Aetheria.
e Ps. 95,1, 97,1 oder 149,1. ' Ps. 59, 7. s Gegen 4, 32—5, 1 1 im L. Arm.
s Im L. A r m . 2, 14-26 am Samstag. m Ps. 117, 16.
ii Wie im L . A r m . « Ps. 66, 2 a.
i3 Ps. 66, 2b. F ü r das L . A r m . notiert Conybeare den ganzen Vers
als Pk. H Gegen 5, 12—33 im L . A r m .
is Ps. 105, 7, 106, l oder 117, 1 (?).
ls
is W i e im L . Arm, n P s . 9, 8b. Ps. 74, 2.
i9 Im L. Arm. 5, 3 4 - 6 , 7. so Gegen 3, 1 - 1 8 im L . Arm.
W i e im L. Arm. 22 I m L. Arm. 1, 1—11.
23
Diese Prozession wird auch schon durch Aetheria 40 geschildert,
jedoch mit der abweichenden Zeitangabe: „statim post Sexta" und einem
ersten Stationsgottesdienst in der Eleona-Kirche vor demjenigen am Himmel-
falirtsorte. D a s L. Arm. gibt bereits die neunte Stunde, aber nur allgemein
den Ölberg als Ziel an. 21 Ps. 149, 1 wie im L. Arm. 25 p g . ¡49. 2 .
26 W i e im L. Arm., wo die Perikope in der Anastasia nach der Kück-
Oster- und Pfmgstfeier Jerusalems im siebten Jahrhundert. 233

Am 2. M o n t a g der 50. Versammlung in der (Kirche


des) hl. Johannes l a : Pk.: „Über die ganze Erde ging die
Kunde«* St.: „Die Himmel werden verkünden."3 Apg. 8, 3—25.
Jak. 8.1—18. Hai.: „Alle Zungen11.* Er.: Jo., zu finden am Ende
des Dienstes der Gotteserscheinung, Mitternacht.6
Am 2. Dienstag der 50. Versammlung in (der Kirche der)
hl. Frauen: 6 Pk.: „Ich werde gedenken deines Namens."7 St.:
„ Und wird der König den Wunsch haben."6 Apg. 1,12—? Jak.
1, 3. 5—8. Ev.: Lk. 8, 1—3.9
Am 2. Mittwoch der 50: Pk: „Es werden gelobt bei dir."10
St.: „Es wird gepriesen bei dir."11 Apg. 6,1—7. Jak. 4,1—10.
Ev.: Jo. 12, 24 zu finden Dezember 27.12
Am 2. Donnerstag der 50: Pk.: „Heute werde ich auf-
erstehen, verkündet der Herr."13 St.: „Die Worte des Herrn
sind reine Worte."11 Apg. 9,1—22. Jak. 4,1—5, 3. Ev.: Jo.,
zu finden bei der Epiphanie.16
Am 2. Freitag cl. 50: Pk.: „Wer wird geben aus Sion
die Erlösung an Israel."™ St.: „Es wird fröhlich werden
Jakob und sich freuen Israel."17 Apg. 9, 23—31. Jak. 5, 7—11.
Hai.: „0 Herr, wer wohnt in deiner Behausung?"1* Ev.: Jo.
1, 43—45.
Am 2. Sonnabend der 50: Pk.: „Erbarme dich meiner,

a
HS. VOIl Kall In der Kirche des hl. Sfcephanus.

kehr vom Ölberg gelesen wird. Nach Aetheria 40 § 2 begibt man sich
nach Abhaltung des auf die Prozession folgenden „Vucernarium" in der
Anastasis „uscpie ad Syon", wo dann „ille locus de evangelio, ubi ocfavis Pa-
schae ingressus est Dominus ubi erant discipuli,11 usw. gelesen wird.
i Wohl des Täufers gegenüber derjenigen des Protomartyrs. Vgl. A b e l
R B . 2. X I 8. 4 5 7 f . 2 p s . i g , 5.
4
3 Ps. 18, 2. Ps. 18, 4(?).
5
D i e betreffende Stelle des Kanonarions ist nicht erhalten.
s cl. h. gewiß der Myrophoren und wohl eher als nur: (Gredächtnistag)
derselben. i Ps. 44, 1. s p s . 44, 12.
9 D i e Perikope (Namen der dem Herrn dienenden Frauen) ist mit
Bücksicht auf den Stationsort (oder den Heiligenfestcharakter des Tages)
gewählt. 10 Ps. ? n Ps. ?
>2 Der Text ist auch an dieser Stelle lückenhaft.
15
13 Ps. 11, 61). »« Ps. 11, 7. Ygl. oben Anm. 5.
!S
«6 Ps. 13, 7a. i7 Ps. 13, 7b. Ps. 14, 1.
234 Kluge-Baumstark

0 Herr, der ich schwach bin.111 St.: „Ich ermüdete in Seuf-


zern." * Hebr.12, 7—11. Hai.: „Wie auch durstet der Hirsch."3
Ev.: Jo. 5, 19—23.
Am 2. S o n n t a g der 50: Pk.: „Dir gebühret das Lied."'
St.: „Höre mein Gebet."5 I Jo. 4, 8—16. Ev..- Jo. 2,1—11.
Am 3. Montag der 50: „Bewahre mich, o Gott.11 fi St.:
„Neige zu mir dein Ohr herab."1 Apg.9,43—10,33. I Petr.
1,1—8. Hai.: „Mein Gott, fehlerfrei ist sein Weg."8 Ev.: Jo,
m finden am 2. Tage der Epiphanie."9
Am 3. Dienstag der 50: Pk.: „Der Herr hat mich erhört.1110 io
St.: „Auf einer Stelle reich an Weiden."11 A])g. 12, 25—13, 12.
1 Petr. 2,18—20. Hai: „Hirt Israels."12 Ev.: Lk.2,8, zu fin-
den am Geburtstage des Heilandes,13
Arn 8. Mittwoch der 50: Pk.: „Gedenke, o Herr, des
David." u St.: „Denn er schwört."16 Les.: III Kg. 2, 1—10. is
I Petr. 2,11—17. Hai. II: „Aus dem Munde des Kindes."
Ev.: Mt. 22, 41, zu finden Dezember 2613
Am 3, D o n n e r s t a g der 50 ist in Bethlehem Gedenktag
der kleinen Kinder, getötet vom König Herodes17: Pk. VII:
„Aus dem Munde des Kindes."™ St.: „Herr, unser Herr, wie 20
wundervoll." 19 Is. 8,16-9, 2.20 Apg. 12, l—24.n IJo.2,12—17.™
Hai.: ¡.Lobet, Diener, den Herrn."23 Ev.: Mt. 2,1, zu finden
in der Liturgie der Geburt Christi.24

1 Ps. 6, 3. 2 Ps. 6, 7. = Ps. 41, 2. * Ps. 64, 2.

s Ps. 64, 3. c p s - iß, 8. 7 Ps. 16, 6.


8 Ps. 17, 31. 8 Vgl. oben S. 233, Anm. 12.
io Ps. 22, 1. u Ps. 22, 2. 12 Ps. 79, 2.
13
Dort: 2, 8—20. Die "Wahl der Perikope muß in irgend einem Zu-
sammenhang mit der Feier des übernächsten Tages als Gedächtnistag der
Unschuldigen Kinder stehen. Vgl. oben 8. 225 ff.
14 Ps, 131, 1. 15 p B . 131, 2.
'8 Die Stelle ist wieder nicht erhalten. Die Wahl der Perikope für
d i e s e n Tag der österlichen Pentekoste ist ebenso zu beurteilen wie die-
jenige des Tages zuvor.
17 Im L. Arm. mit festem Monatsdatum am 18. Mai.
is Ps. 8, 3 wie im L. Arm. « Ps. 8, 2.
20
Gegen Hebr. 2, 11—18 als z w e i t e Perikope im L. Arm.
21 Im L. Arm. 12, 1—21 als erste Perikope.
22
Das L. Arm. hat am 18. Mai naturgemäß keine Perikope aus den
katholischen Briefen, da solche nur an den Tagen der österlichen Pentekoste
haften. 23 p g . H 2 , 1 . a Dort: 2 , 1 — 1 3 . Im L. Aim. am 18. Mai nur: 2,:iö- 18.
Oster- und Pfingstfeier Jerusalems im siebten Jahrhundert. 235

Am 3. Freitag der 50: Pk.: „In den wundertätigen Kräf-


ten ist die Erlösung durch seine rechte Hand."1 St.: „Laßt uns
uns freuen liier deine Erlösung."2 Apg. 11, 19 — 30. Petr., zu
finden am Dienstag der Karwoche.3 Hol,: „Schwebe auf, o Herr.,
mit Kraft.114 Ev.: Jo. 5, 31-47.
Am 3. Sonnabend der 50; PL: „Vor dir ist mein Lob."5
St.: „Meine Gelübde iverde ich erfüllen.'1* I Petr. 4, 7—II.1
Ev.: Jo. 6, 22—40.
Am 3. S o n n t a g der 50: P/r.: „Dir gehört das Lied."8
St.: „Höre, o Gott, mein Gebet.119 Apg. 5,17—32. I Petr. 1,
13—25. Ev.: Jo. 4, 4-42.
Am 4. Montag der 50: Pk.: „Ich werde mich nicht
fürchten."10 St.: „Er ändert meine Seele.1'11 Apg. 14, 8—15.
IPetr. 4, 12—19. Hai.: „Um mich anzusiedeln im Hause des
Herrn.1112
Am 4. Dienstag der 50: Pk.: „Die Sanftmütigen und die
Gerechten habe ich mir zugetan.'113 St.: „Meine Augen sind be-
ständig zum Herrn." u Apg. 14,11—22. I Petr. 5,1—4. Hai.:
„Eine Stärke ist Gott denen, die ihn fürchten."1* Ev.: Jo., zu
finden am 8. Tage nach der Epiphanie.16
Am 4. Mittwoch der 50: Pk.: „Lobe, o .Jerusalem, den
Herrn."11 St.: „Da der Herr festigte."1* Apg. 20, 7—21. I Petr.
2,1—10. Hai.: „Dir gebührt, o Gott, ein Lied in Sion."w Ev.:
Jo. 7, 14—28.
Am 4. Donnerstag der 50: Pk.: „0 Herr, ich gewann
lieb die Pracht deines Hauses."20 St.: „Mein Fuß steht auf der
Gerechtigkeit.'121 Apg. 14, 24—29. IPetr. 5, 5—7. Hai: „Daß
ich höre die Stimme deines Lobes."22 Ev.: Jo. 6, 50 — 59.

> Ps. 19, 7d. 2 Ps. 19, 6.


s
Stimmt nicht. Vgl. S. 221, Z, 5—11 des vorigen Jahrganges dieser
Zeitschrift. * Ps. 20, 14. 5 p 8 . 21, 26a.
c 7
Ps. 21, 26b. Fälschlich als Gal.-Perikope eingeführt,
s Ps. 64, 9. o Ps. 64, 3. in Ps. 22. 4b.
n Ps. 22, 3. 12 p g . 26, 4b oder 22, 6b.
Ps. 24, 21. H Ps. 24, 15. « Ps. 24, 14.
ic Vgl. oben S, 233, Anm. 12. n Ps. 147, l.
is Ps. 147, 2. i3 Ps. 64, 2. 20 p s . 25, 8.
'21 Ps. 25, 12. 22 p g . 25, 7.
236 Kluge-Baumstark

Am 4. Freitag der 50: Pk: „Der Herr ist die Stütze seiner
Leute.'11 St.: „Gepriesen sei Gott."* (I) Petr. 5, 8, zu finden am
Montag der Karwoche:' Hai.: „Ich bekenne, zu sehen die Wohl-
fahrt." 4 Ev.: Jo. 7,1—13.
Am 4. Sonnabend der 50: Pk.: „Geivinnet Gott lieb mit
ganzem Herzen."6 Apg.15,36—16,5. IPetr. 5,12—14. Hai:
„Freuet euch, Gerechte, über den HerrnEv.: Jo. 6, 41—?
Am 4. S o n n t a g der 50: Ev.: Jo. 4, 24, zu finden oben
im Evangelium der Auferstehung der dritten Woche.7
Am 5. Montag der 50: Pk.: „Liebet das Almosen und
das Gericht.118 St.: „Denn jener sprach und sie waren"9 Apg.
17,1—9. IL Petr. 1, 20—2, 8. Hai: „Selig ist er."10 Ev.: Jo-
7, 28—44.
Am 5. Dienstag der 50: „Es wird sich ivappnen der
1111
Engel des Herrn. St: „Ich werde preisen den Herrn in jeg-
licher Zeit."lä Apg. 18,13—18. II Petr. 9—21. Hai: „Laßt uns
bekennen dir, o Herr."13 Ev.: Jo. 7, 46—8,12.
Am 5. Mittwoch der 50: Pk: „0 Herr, im Himmel ist
deine Gnade." u St.: „Deine Rechtfertigungen suchte ich."™
Apg. 8, 1—5. II Petr. 3, 3—7. Ev.: Jo. 8, 21—16,10,16

Am 5. Freitag der 50: Pk der Apostel.17 Apg. 9, 36—42.


II Petr. 1,1—11. Hai: „Alle Zungen rufet aus."18 Ev.: Mt.
18, 21—35.19
Am 5. S o n n a b e n d der 50: Pk: „Da mein Geist ging.it20
St.: „Das Wort der Freude."21 Apg. 21. 15—26. II Petr. 3,
14—18. Hai: „Der Herr, der Starke, ist mit uns.£'22 Ev.: Jo.
8, 31—59.
' Ps. 27, 8. 2 Ps. 27, 6.
s Stimmt mindestens nicht nachweislich. Vgl. S. 221, Z. 1—4 des
vorigen Jahrgangs dieses Zeitschrift.
^ Ps. 26, 13. s p g . 30, 24(?). Vgl. Dt. 6, 4; Dt. 10, 27. 6 Ps. 32, I.
7
Die "Verweisung geht auf das Ey. des dritten Sonntags: Jo. 4, 4 - 42.
s Ps. 32, 5. 9 Ps. 32, 9. io Ps. 40, 2 .
Ps. 33, 8. 12 Pe. 33, 2 . 13 Ps, 74, 2 .
Ps. 35, 6. 15 Vgl. Ps. 118, 5fi und 94.
iß Folgt eine Lücke in der hslichen Überlieferung.
17 d. h. wohl „wie an Apostelfesten". is Pg. ?
19 Fälschlich als Jo.-Perikope bezeichnet.
2» Ps. 141, 4. 2' Ps. 117, 15. 22 Ps. 45, 1 2 .
Oster- und Piingstfeier Jerusalems im siebten Jahrhundert. 237

Heiliger 5. Sonntag der 50: Pk.: „Dir gebühret."1 St.:


„Erhöre."* Apg.l3,16—38.IPetr.3,17—22. Hai: „Lobe, o
Jerusalem, den Herrn." Ev.: Jo. 2,12—25.
3

Am 6. Montag der 60: Ph: „Freue dich, Berg Sions."* St.:


5 „Mächtig ist Gott und sehr gepriesen."B Apg. 21, 27—32. I Jo.
1, 8—2, 6. Hai.: ,,Dieser ist unser Gott für die Ewigkeit."*
Am 6. Dienstag der 50: PL: „Mein Mund wird Weis-
heit verkünden."7 St.: „Höret dies alle Geschlechter:1(8 Apg. 22,
23—33. I Jo. 2,18—27. Hai: „Vom Aufgang der Sonne."9
io Ev.: Jo. 10,17- 21.
Am 6. Mittwoch der 50. Versammlung in (der Kirche
des) hl. Zacharias10: Pk.: „Der Mund des Gerechten wird ver-
künden."u St.: „Ich werde mein Ohr zur Botschaft neigen.ul2
Jak. 5, 12—16. Hai.: welches du willst. Ev.: Jo. 14, 1—13, zu
15 finden im Testament.
6. Donnerstag der 50, Himmelfahrt unseres Herrn Jesus
Christus.18 Versammlung am Vorabend: Am Abend Lbg.: „ Auf
dem heiligen Berge1. Pk. V: „Erhebe dich Herr, rufet cms","
St.: „Gott begann zu herrschen über die Zungen " 16 Am Mittag
20 zur Liturgie versammeln sie sich am hl. Himmelfahrtsorte:
Lbg.: „Alles Verborgene.''' Pk.: dasselbe wie am Abend. Les.:
Am. 9, 5 — 6. Apg.: „Zuerst habe ich das Wort gemacht über
alles, o Gottgeliebter."18 — — — — — — — — — —

25 7. S o n n a b e n d der 50, am heiligen Schädel, Ort des

1 Ps. 64, 2. 2 Ps. 64, 3. 3 Ps. 147, 1.


i Ps. 47, 12. s Ps. 47, 2. e p g . 47, 15.
7 Ps. 48, 4. 8 Ps. 48, 2. 0 Ps. 112. 3.
10 Ygl. Abel RB. 2 X I S. 460.
n Ps. 36, 30. 12 p s . 48, 5.
13 Im L. Arm. noch unbekannt. Bei Aetheria 42 wird eine Feier in
Bethlehem „die quadragesimarum post pascha" beschrieben, die sich aber
wohl eher auf die Geburt Christi als auf die Himmelfahrt bezog. Ygl.
oben S. 225 ff.. u p s . 46, 6 und 7(?).
15 Ps. ?
'6 Im L. Syr.-Pal. nur 1, 9—14 und vorher keine ATliche Perikope.
Im Kanonarion klafft weiter eine große Liioke in der hslichen Über-
lieferung.
238 Kluge-Baumstark

Altares 1 : Pk.: „Dein Thron, o Herr Gott."2 St.: „Wie geliebt."8


Apg. 28,15—?*
Am heiligen S o n n t a g P e n t e k o s t e . Am Abend Lbg.
III: „Wir sahen das wahre Licht." 5 Pk. Y : „Dein guter Geist
wird mich lenken." 6 St.: „Höre, o Herr, mein Gott."7 Bei
der Liturgie Lbg. II: „Wurdest geboren, wie es dir recht." s
Pk. III: „Sende deinen Geist aus und es werden geschaffen.""
St.: „Benedeie den Herrn meine Seele. 0 Herr, Gott."10
Les.: Spr. 14, 27—P11 5. Les.: Des Paulus: „Aber den
geistigen Brüdern", zu finden 6. Fastenmontag. 12 H a i : „Du
hast Wohltat erwiesen, o Herr, deiner Erde." 13 Ev.: Jo. 14,
15—21,14 zu finden im Testament. Hw.: ,.Du bist aufgefahren
in dein Reich, o Herr." H1G.: „Halleluia".
Um die neunte Stunde steigt man auf den Olberg,15 geht
in die Kirche, 16 trägt Reponsorium vor und Gebet und spricht

1 Nach A b e l HB. 2. X I S. 459 wäre an den legendarischon Abrahams-


opferaltar am Fuße der Kreuzigungsstätte zu denken.
2 Ps. 44, 7. s p g . 83, 2.
4 Wohl bis zum Schlüsse des Buches. Die hsliche Uberlieferang ist
wieder defekt.
6 Eioojaev tö <f(7>; to aXyjihvov, im endgültigen byzantinischen Ritus eines
der ÜTi/_if)pa loidjAeXa zum Kupis ¿xexpa?« in der (Vor)vesper des Pfingst-
sonntags.
s Ps. 142,10 b. 7 p s . 142, i.
8 'Ets/Ok]? (Iii abxbi ^ös^c;«;, Idiomeion, das im endgültigen byzan-

tinischen Ritus in der (Vor)vesper des Christi Himmelfahrtß-Festes Ver-


wendung findet. Vgl. oben 8. 228f.
9 Ps. 103, 30, während das L. Arm. hier das im Kanonarion schon für
den Vorabend notierte Pk. bietet. »« Ps, 103, 1.
11 Lücke in der hslichen Überlieferung, in der das Ende dieser 1.,
eine 2., 3. und 4. Les. verloren gegangen ist. Das L. Arm. hat für Pfing-
sten erst e i n e nichtevangelische Perikope: Apg. 2, 1—21, das L. Syr-Pal.
davor noch Is. 25, 1—12 und Joel 2, 28—38. Es ist wahrscheinlich, daß dies
die drei hier fehlenden Stücke sind.
12 Eine Nachprüfung nicht möglich. Es dürfte sich nur um eine mit
I Kor. 3, l beginnende Perikope handeln können.
»3 Ps. 84, l. i4 Im L. Arm. 14, 15—24.
Diese Prozession wird von Aetheria 43 § 4—9 eingehend beschrieben,
wobei die Zeit ihres Anfangs auf „statim post sexta" bezw. „statim post
prandmmil angegeben wird. Im L. Arm. wird dieselbe vielmehr auf die
zehnte Stunde angesetzt.
" d. h. wohl in die von Aetheria gewöhnlich mit „Eleona" bezeichnete
konstantinische ülbergbasilika, Ob aber bei ihr 43 § 5 gleichfalls schon
ein erster Stationsgottesdienst in dieser vorgesehen sein kann, oder nicht
Oster- und Pfingstfeier Jerusalems im siebten Jahrhundert. 239

das Pk.: „Verstoße mich nicht von deinem Antlitz. 1 St.:


„Erweise mir Freude." 2 Hierauf macht man sich auf zum
Himmelfahrtsort 3 unter Psalmengesang und spricht das Pk,:
„Bekennet dem Herrn, denn er ist gut und seine Gnade ist
5 ewig." 4 St.: „Wir sahen das wahre Licht," und tritt ein in
die Anastasis 6 , wo man das Pk. singt IV: „Dein guter Geist." 0
Pk.: „ 0 Herr, höre mein Gebet." 7 Hierauf geht man hinauf
nach Sion8 unter Psalmengesang: „Dir gebühret das Lied, o
Herr, in Sion,"9 St.: „Das Singen in Sion, das Gebet in Je-
io rusalem wird dir erwiesen werden, o Christus."10 Man geht
nach Sion und hält die Liturgie des Abends ab: Lbg.:
„Wurdest geboren, wie es dir recht schien." Pk.: „Dein guter
Geist."11 Ev.: Jo. 1 6 , 5—15. 1 2 Du findest es im Testament.
Am M o n t a g n a c h P f i n g s t e n wenn sie die Litanei ab-
15 halten: Eph. 5, 6—12. Ev.: Mb. 13,1-9:13
die Himmelfahrtsstätte als Ort desselben vorausgesetzt wird, lassen die
"Worte: ,,Quemadmoäum ergo subitum fuerit in monte Oliveti, id est in Eleona,
primum üur in Imbomon" als höchst zweifelhaft erscheinen.
i Ps. 50, 13. 2 Ps. 50,14.
8
Das L. Arm. erwähnt diese Station im Gegensatze zu Aetheria nicht
ausdrücklich, spricht aber immerhin von einer Mehrzahl von „places", an
denen die Zeremonie der dreifachen Kniebeugung vorzunehmen sei.
i Wohl Ps. 117, l eher als 105, 1, 106, 1 oder 135, 1.
5 Einen Gesangs- und Gebetsgottesdienst in der Anastasis kennt als
Anhang eines solchen in der Martyrionsbasilika nach der Olbergprozession
auch Aetheria 43 § 7 f. Das L. Arm. erwähnt ihn wiederum mindestens
ausdrücklich nicht.
6 Ps. 142, 10b. i Ps. 142, 1.
8
Dieser abschließende Spätabendgottesdienst auf Sion wird auch von
Aetheria 43 § 8 f. und durch das L. Arm. übereinstimmend bezeugt.
9
Ps. 64, 2 bezw. wohl der ganze Psalm, »o Paraphrase von Ps. 64, 2.
Ps. 142, 10b, auch nach dem L. Arm. auf dem Sion gesungen.
12
Nach dem L. Arm. schon auf dem Olberg verlesen, während Jo. 14,
15—24 dem Abendgottesdienst in der Sionliirche zufällt.
« Aetheria wie dem L. Arm. fremd. Die Auswahl beider Perikopen
scheint auf einen mit der österlichen Tauffeier im Zusammenhang stehenden
Gottesdienst von paränetischem Charakter hinzuweisen, durch welchen die
Neugetauften nach Abschluß der Pestzeit der österlichen Pentekoste in
das Leben des Alltags mit seinen Gefahren übergeleitet wurden.

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