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Arbeitshilfe B.14.1.

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B BIM Abwicklungsplan - BIM Strategien,
Rollen und Verantwortlichkeiten

LPH LPH LPH LPH LPH LPH


BIM Abwicklungsplan 0-1 2 3-4 5 6-7 8-9
Modellbasiertes Arbeiten
Modellqualität
Das modellbasierte Arbeiten erfolgt durch die Planung anhand
3D-Koordination x x x x x
eines virtuellen Gebäudemodells des sogenannten digitalen
Zwillings. Zu Projektbeginn werden phasenabhängige Informa- Modellbasierte Funktionskontrolle

tionen zum Detaillierungsgrad sowie dem Umfang der Modelle,


Standards und Regeln
entsprechend der Projektanforderungen, festgelegt. Es handelt
Auswertungen
sich hierbei um den allgemeinen Detaillierungsgrad LoD – Level
of Detail und dem Informationsgehalt LoI – Level of Information. Bauablaufplan

Die ausführliche Beschreibung der LoD und LoI erfolgt in einem


Mengenermittlung
separaten Dokument, dem sogenannten LoD/LoI Definitionen.
Kostenermittlung
Die stahlbaubezogenen Definitionen finden Sie in einer weiteren
Arbeitshilfen. Modellbasierte LV
Die Verantwortung und detaillierte Verteilung aus den Phasen
Berechnungen und Simulationen
erfolgt durch eine Matrix, die Autor, Phase und Detailtief defi-
Sonnen- und Verschattungsstudien
niert. Die zugehörigen Prozesse werden in geeigneter Form mit-
tels Prozesskarten dargestellt. Tageslichtberechnung
BIM Modellanwendungen nach Phasen
Beleuchtungsanalyse
Durch die definierten Ziele und der BIM-Strategie ergeben sich
Energieanalyse
verschiedene Ansprüche an die Zielorientierung der digitalen
Projektabwicklung. Die im AIA geforderten projektspezifischen Berechnungen Haustechnik
Modellanwendungen sind, für die Übersicht des zeitlichen Ab-
Nachhaltigkeit (LEED)
laufs, in einem Balkendiagramm, Netzplan oder ganz einfach in
einer Tabelle. Energieeffizienz (EnEv)

Bauablaufsimulation
Die Phasen teilen sich in der Regel wie folgt:
Evakuierungsplan
• Modellqualitäten
• Auswertungen Prozesswegeermittlung

• Berechnungen und Simulationen Erdbebensimulation


• Prozessunterstützte Anwendungen
Lebenszykluskosten (LZK)
und werden in der ersten Spalte festgehalten.
Statische Berechnungen

Unter den Modellqualitäten gliedern sich die 3D-Koordination, Prozessunterstützende Anwendungen


die modellbasierte Funktionskontrolle sowie die Standards und
Facility-Management (CAFM-System)
Regelungen, sprich alles was die dritte Dimension des BIM-Mo-
Construction Information Management System
dells anspricht. (CIMS)
Die Rubrik Auswertung umfasst die vierte Dimension Zeit für Mängel-, Übergabe- und Garantiemanagement
den Bauablaufplan sowie die fünfte Dimension zur Ermittlung Sammlung und Plausibilisierung Zustand Bau-
der Kosten und die der darauf basierenden Massen und Mengen ausführung

und schlussendlich der modellbasierte LV-Erstellung. Tab. 1 BIM Modellanwendungen nach Phasen

Unter dem Punkt Berechnungen Simulationen finden sich bei-


spielsweise die Unterpunkte Sonnen- und Verschattungsstudien, Meilensteine für den Informationsaustausch
Energieanalyse, LEED-Analyse, Evakuierungspläne, Statische Die Meilensteine dienen als Übergabepunkte für den Informa-
Berechnungen etc. tionsaustausch. Eine ausführliche Beschreibung der Gesamtpro-
Die letzte Rubrik Prozessunterstützte Anwendungen umfasst zesse, wo die Meilensteine im Detail beschrieben sind, werden in
das Facility-Management (CAFM-System Computer Aided Fa- einem eigenständigen Dokument der BIM Gesamtprozessland-
cility Management), das Construction Information Management karte dokumentiert.
System (CIMS), Mängel-, Übergabe- und Garantiemanagement In Spalte 1 werden die Leistungsphase 0 - 10 dokumentiert, ge-
sowie die Sammlung und Plausibilisierung der Bauausführungs- folgt von Spalte 2 mit den Meilensteinen M1 – M13. Spalte 3
zustände. schließt die vordefinierte Hauptgruppe mit den Modellarten ab.
Arbeitshilfen B.14.1.3 | Modellbasiertes Arbeiten

Bei den Modellarten sprechen wir von:


LPH0 LPH1 LPH2 LPH3 ...
• Zielplanungsmodell
• Grundlagenmodell M1 M2 M3 M4 M5 M6 ...

• Vorentwurfsmodell

LOD

LOD

LOD

LOD

LOD

LOD
LOI

LOI

LOI

LOI

LOI

LOI
Teilmodell Abk. Autor ...
• Arbeitsmoral 1

300
Umgebungsmodell UMG A
• Entwurfsmodell

I
• Genehmigungsvoraussetzungen

300
300
Bestandsmodell BES A

• Arbeitsmoral

100
100

100
100

100
100
200
100
Architekturmodell ARC A
• Planungshoheit

100
100

100
100
200
200
Tragwerksmodell TWM TR
• Ausführungsmodell
• Bauausführungsmodell

100
100

100
100
200
100
Sanitärmodell SAN S

• Projektinformationsmodell

100
100

100
100
200
100
Raumlufttechnikmodell RLT L
• Liegenschaftsmodell Heizungs-,

100
100

100
100
200
100
HKM H
Die zweite Spaltengruppe umfasst die Übersicht über die unter- Kältemodell

schiedlichen Datenaustauschformate, in welcher die unterschied-

100
100
200
100
Elektromodell ELM TG

lichen Modellarten zur Verfügung gestellt werden. Um in Zukunft ... ... ...
möglichst produktiv zu Arbeiten empfiehlt der Verband das of- LOD - Level of Detail L - Fachplanung Lüftung E - Fachplanung Elektik A - Architekt

fene Datenaustauschformat IFC (Industry Foundation Classes). LOI - Level of Information TR - Tragwerksplaner TG - Fachplanung TGA

Ab der dritten Spaltengruppierung folgen weiter zusätzlich zu lie- Tab. 3 Detaillierung der Modelle nach Meilensteinen

fernde Dokumente und Objekte. Diese können entweder direkt


im Modell verknüpft oder in dem dafür vorgesehenen Bereich auf Modellstrukturen
der CDE-Kollaborations-Plattform (Common-Data-Environment) Die Übergabe der Modelle findet nicht als Gesamtmodell statt.
hinterlegt werden. Es herrscht eine Teilung der Modelle in das Architekturmodell,
das Tragwerkmodell und das Modell für die technische Gebäu-
Austausch-
Weitere Dokumente
formate deausrüstung (TGA-Modell). Wir sprechen in dem Fall von Fach-
Meilensteine

Modelltyp

modellen. Bei größeren Projekten ist es sinnvoll die einzelnen


Phasen

Dokumente

Raumbuch

Etagen oder Gebäudeabschnitte als eigene Datei zu modellieren


Variante
COBie

Pläne
Nativ

BIM
IFC

...

und anschließend alle Fachmodelle in einer Masterdatei zusam-


menzufügen. Die einzelnen Modelle, die zu einem Fachmodell
LPH 0 M1 Zielplanungsmodell
zusammengefasst werden, werden als Teilmodelle bezeichnet.
LPH 1 M1 Grundlagenmodell Hierzu sind entsprechende Konventionen festzulegen.
Beispiel:
LPH 2 M2 Vorentwurfsmodell
Fachmodelle
LPH 3 M3 Arbeitsmodell
• Architekturmodell
LPH 3 M4 Entwurfsmodell • Teilung nach Hülle und Kern
• Teilung nach Bauabschnitt
LPH 4 M5 Genehmigungsmodell
• Tragwerk
LPH 5 M6 Arbeitsmodell
• Teilung nach Bauabschnitt
LPH 6 M7 Planungsmodell • TGA
• Teilung nach Systemen und Bauabschnitten
LPH 7 M8 Ausführungsmodell
Teilmodelle
LPH 8 M9 Bauausführungsmodell
• Sind geschossweise gegliedert
LPH 9 M10 Projektinformationsmodell • Die Bezugsebene eines Geschosses ist OKFF-Höhe
der jeweiligen Geschosse
LPH 10 M11 Assetinformationsmodell
• Die Gesamtheit aller Modelle eines Geschosses bilden
Tab. 2 Meilensteine für Informationsaustausch ein Teilmodell. Die Summe aller Teilmodelle stellt das
Gesamtmodell einer Fachdisziplin = Fachmodell dar.
Detaillierung der Modelle nach Meilensteinen
In der folgenden Tabelle wie eine Modellierungstiefe der zu er- Modell- und Bauteileinheiten
bringenden Modelle in Abhängigkeit von der Leistungsphase Für eine übersichtliche eine einheitliche Modellierung und späte-
definiert. Die Ausarbeitung und Bereitstellung erfolgt durch den re Umsetzung ist es zwingend notwendig durchgängige Einhei-
jeweiligen Fachplaner, der als Autor genannt ist. Die Modellie- ten zu wählen. In Deutschland und vielen europäischen Ländern
rungstiefe ist abgestimmt auf die Anwendungen und soll die wird vorzugsweise das metrische System gewählt. Alle Bauteile
Nutzbarkeit der Modelle für den gewünschten Zweck sicherstel- sind demnach metrisch zu erstellen, im Projekt eingebettet und
len. Die Modellierungstiefe ist abgestimmt auf die Anwendungen auch in den benannten Einheiten modelliert werden. In einer Ta-
und soll die Nutzbarkeit der Modelle für den gewünschten Zweck belle werden die zu messenden Attribute, das Maßsystem sowie
sicherstellen. die entsprechende Einheit festgehalten.
Arbeitshilfen B.14.1.3 | Modellbasiertes Arbeiten

System Einheit M4

Flächen metrisch m² Element Informationsgehalt Datentyp Einheit LOD Autor Verm.

Volumen metrisch m³ ifcwall

Volumenströme metrisch m³/h identification text n/a 100 A

Temperaturen metrisch Grad Celsius contruction type text n/a S

Tabelle 4 – Modell- und Bauteileinheiten calssification - uniformat text n/a A

bolean
exterior / interior element n/a 100 A
0|1
Modell Element Matrix
fire rating text n/a TR
In der Modell Element Matrix werden die konkreten Inhalte der
ifc
Modelle geregelt und Modellierungs- uns Detaillierungstiefe defi- 3D geometry
geometry
varies 200 A

niert. Des Weiteren werden die Ersteller der Modelle zugewiesen length real mm 200 A
und bestimmt, wer, was wann an Modellinhalten zu liefern hat.
height real mm 200 A
Wichtig zu erwähnen ist, wie urheberrechtlichen Verantwortun-
gen zugeordnet werden. In der Regel werden diese Verantwor- thickness real mm 200 A

tungen dem Autor/Ersteller des Modells oder einzelner Modell- ...


inhalte zugeschrieben. Die grundlegende Modellverantwortung
LOD - Level of Detail TR - Tragwerksplaner A - Architekt
des Erstellers bleibt, trotz des allgemeinen Modellaustauschs,
der Modellprüfung und/oder das Einfügens des Fachmodells in Tabelle 6 - Modell Element Matrix nach IFC Elementstruktur (IFC 2x3)

ein gemeinsames Koordinationsmodells, bestehen.


Grundsätzlich sind folgende Verantwortlichkeiten den jeweiligen Projektkoordination und Nullpunkt
Disziplinen zugeordnet: Der Ursprung für das Koordinatensystem wird von der Objekt-
• Architekt: planung in Übereinstimmung mit der Vermessung fixiert. Der
• Alle Elemente der Ausbaubereiche definierte Projektnullpunkt bleibt während der gesamten Projekt-
• Die architektonisch- gestalterische Ausprägung phase unverändert.Dabei sind neben dem absoluten Nullpunkt,
von allen Modellelementen zusätzlich der relative Nullpunkt sowie die Nullpunkthöhe tabel-
• Tragwerk: larisch zu dokumentieren.
• Alle strukturellen Tragwerkselemente
• TGA: Nullpunkt X|Y, absolut

• Alle Elemente der haustechnischen Bereiche Nullpunkt Höhe (N.N.)


• Sonstige Fachplanung:
Nullpunkt X|Y, relativ
• Alle fachspezifischen Elemente
Die Modell Element Matrix ist eine sehr detaillierte Zuweisung Tabelle 7 - Projektkoordination und Nullpunkt

von Modellinhalten zu den jeweiligen Erstellern. Das ist vor allem


sinnvoll, wenn die Zuweisung für die erstellten Inhalte wechselt. Achsraster
(Z.B. Tragende Teile werden zuerst vom Architekten und zu spä- Das Achsraster wird von der Objektplanung in Übereinstimmung
terer Projektphase von Tragwerksplaner geführt.) Es besteht die mit der Vermessung festgelegt. Das Achsraster ist gebäudespe-
Möglichkeit. zifisch und kann demnach in unterschiedlichen Varianten nieder-
Die Ausführung des Modell Element Matrix kann in unterschied- geschrieben werden. In der Beschreibung ist das Achsmaß, die
lichen Varianten aufgesetzt werden. Kreuzpunkte der Achsen sowie die Ausrichtung der Bauelemen-
Hier folgen 2 Beispielvarianten: te genaustens zu definieren und zu dokumentieren.
Variante 1 orientiert sich die Modell Element Matrix nach der
Kostengruppe nach DIN 276: Literatur
BIM4Infra2020 - Leitfaden und Muster für den BIM-Abwicklungs-
M1 M2 plan (BAP) - Berlin - 04/2019
Modellelemente gem.
Kostengruppen DIN 276
LOD/LOI Autor Vermerk LOD/LOI Autor Vermerk
BIMpedia [Plandata GmbH] - BIM Abwicklungsplan - Wien - 2021
330 Außenwände

330.22 Stahlbauteile 100/200 A ... 200/100 A ... Drees&Sommer - BAP BIM Projektabwicklungsplan Version 1.0-
06/2016
...

Tabelle 5 - Modell Element Matrix nach Kostengruppe DIN 276 DIN EN ISO 19650 - Organisation von Daten zu Bauwerken -
Informationsmanagement mit BIM
In Variante 2 findet der Bezug beispielsweise auf Attributen Ebe-
ne nach der IFC Elementstruktur statt. VDI 2552 Blatt 10 - 2021-02
10 | 2021

Sohnstraße 65 | 40237 Düsseldorf


T: +49(0)211.54012.080 | F: +49(0)211.6707.829 | zentrale@bauforumstahl.de | www.bauforumstahl.de

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