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David Hume- Eine Untersuchung über den menschlichen Verstand

a) Rekonstruktion
In Abschnitt VI „Über Wahrscheinlichkeit“ geht es darum, dass es nach Hume keine
Zufälle in der Welt gibt. Unsere Unkenntnis der wirklichen Ursachen eines Ereignisses
würde jedoch denselben Einfluss auf den Verstand haben, wodurch eine Art von
Überzeugung erzeugt werde.1 Laut Hume werden wir durch die Gewohnheit bestimmt,
die Vergangenheit auf die Zukunft zu übertragen. Aus diesem Grund erwarten wir, dass
überall, wo die Vergangenheit sich regelmäßig verhalte, Ereignisse mit größter
Sicherheit auch künftig auftreten. Wir übertragen die verschiedenen Ereignisse aus der
Vergangenheit nach der Häufigkeit ihres Eintreffens auf die Zukunft.2

In Abschnitt VII „Über die Idee der notwendigen Verknüpfung“ erklärt Hume in Teil I,
dass die mathematischen Wissenschaften im Gegensatz zur Metaphysik in ihren Ideen
deutlich klarer seien. Ein Haupthindernis des Fortschritts der Metaphysik sei die
Dunkelheit der Ideen. Zu den dunkelsten Ideen der Metaphysik gehören laut Hume die
Macht, Kraft, Energie oder die notwendigen Verknüpfungen.3 Die Idee der Kraft könne
nicht aus der Betrachtung von Körpern stammen. So geht Hume auf den „Einfluss des
Wollens auf die Organe des Körpers“4 ein. Dieser könne nur durch Erfahrung erkannt
werden und niemals aus einer sichtbaren Energie oder Kraft in der Ursache. Die
Bewegung unseres Körpers folge dem Befehl unseres Willens. Allerdings seien die
Mittel, durch die sie bewirkt werde (die Energie), uns zu unbekannt. Dies begründet
Hume mit folgenden drei Argumenten. Erstens sei die Verbindung von Seele und
Körper eines der größten geheimnisvollen Prinzipien. Zweitens seien wir nicht in der
Lage, all die Organe unseres Körpers mit gleicher Macht zu bewegen. 5 Wir würden den
Einfluss des Willens allein aus der Erfahrung kennenlernen, da sie uns lehre, wie ein
Ereignis ständig einem anderen folge, ohne dass wir dabei über die geheime
Verknüpfung gelehrt werden, die sie verbinde und unzertrennlich mache. 6 Als drittes
Argument bezieht Hume sich auf die Anatomie. Der unmittelbare Gegenstand der Kraft
bei einer bewussten Bewegung sei nicht das bewegte Glied, sondern bestimmte
Muskeln und Nerven.7 Schließlich kommt Hume zu der Auffassung, dass unsere Idee

1
Hume, David: Eine Untersuchung über den menschlichen Verstand, Stuttgart, 2019, S.155
2
ebd. Fn.1, S.159
3
ebd., Fn.1, S.167
4
ebd., Fn.1, S.175
5
ebd., Fn.1, S.175
6
ebd., Fn.1, S.177
7
ebd., Fn.1, S.177
der Kraft nicht einem Gefühl oder innerem Bewusstsein nachgebildet sei, wenn wir
physische Bewegungen ausführen. Die Bewegung gehorche dem Befehl des Willens
und sei eine Erfahrungstatsache.8 In Teil II geht Hume auf die Einwirkungen des
Geistes auf den Körper ein. Wir seien nicht in der Lage, uns das Bindeglied, das
Bewegung und Wollen miteinander verknüpfe, vorzustellen. Ein Ereignis folge einem
anderen, aber wir könnten niemals irgendein Bindeglied zwischen ihnen beobachten.
Sie würden zwar verbunden scheinen, aber niemals verknüpft. Außerdem erklärt Hume,
dass das Auftreten einer Ursache den Geist durch einen gewohnheitsmäßigen Übergang
zur Idee der Wirkung führe. Wenn also beispielsweise viele gleichartige Fälle eintreten
und derselbe Gegenstand immer dasselbe Ereignis zur Folge habe, würden wir
beginnen, den Begriff von Ursache und Verknüpfung zu bilden.

In Abschnitt VIII „Über Freiheit und Notwendigkeit“ seien nach Hume alle Menschen
der gleichen Meinung bezüglich der Frage nach Freiheit und Notwendigkeit. In der
Notwendigkeit gehe es darum, dass die Materie durch notwendige Kraft in Gang gesetzt
werde und jede natürliche Wirkung durch die Energie ihrer Ursache genau bestimmt
werde, sodass keine andere Wirkung aus ihr entstanden sein könnte. Die menschliche
Natur bleibe bezüglich ihrer Prinzipien und Handlungsweisen wie Ruhmsucht, Habgier,
Selbstliebe etc. immer dieselbe. Diese seien in unterschiedlichen Stufen vermischt und
in der Gesellschaft verteilt.9 Wenn es keine Gleichförmigkeit im menschlichen Handeln
gäbe, wäre es unmöglich, irgendwelche allgemeinen Beobachtungen über die
Menschheit zu sammeln. Somit wäre keine Erfahrung nützlich. Der Begriff der Freiheit
sei das Gegenteil von Notwendigkeit. Freiheit sei eine Macht zu handeln oder nicht zu
handeln (entsprechend den Entschlüssen des Willens).10 Im zweiten Teil dieses
Abschnittes geht es darum, dass die Lehre von Notwendigkeit und Freiheit nicht nur mit
Moralität verträglich sei, sondern für sie auch eine wichtige Unterstützung sei. Die
Notwendigkeit könne auf zwei weisen definiert werden. Entweder in der Ableitung
eines Gegenstandes aus dem anderen durch den Verstand oder aber sie bestehe in der
beständigen Verbindung gleicher Gegenstände. Die Freiheit sei ebenso wichtig wie die
Notwendigkeit für die Moralität, denn da, wo sie fehle, hätten menschliche Handlungen
keine moralischen Eigenschaften. Der Mensch sei für seine negativen Handlungen
jedoch nicht verantwortlich und sein Charakter sei an seinen Handlungen nicht beteiligt.
Hume hat hierfür zwei Erklärungen: entweder sei das menschliche Handeln, selbst wenn
8
ebd., Fn.1, S.179
9
ebd., Fn.1, S.217
10
ebd., Fn.1, S.247
es negativ ist, nicht verbrecherisch oder Gott sei dafür verantwortlich. Nach Hume ist
ersteres plausibler.

In Abschnitt IX „Über die Vernunft der Tiere“ geht es darum, dass all unser Denken
über die Tatsachen in einer Art Analogie begründet sei, die uns veranlasse, aufgrund
einer Ursache dieselben Ereignisse zu erwarten. Die Tiere würden vieles aus der
Erfahrung lernen und könnten schließen, dass die gleichen Ereignisse aus den gleichen
Ursachen folgen würden. Die Tiere würden so wie die meisten Menschen nicht durch
das Denken gelenkt werden. Neben dem Wissen aus der Beobachtung gebe es einen
unbewusst gesteuerten natürlichen Antrieb, und zwar den Instinkt. Dieser sei durch
keine Untersuchung des menschlichen Verstandes erklärbar.

b) Fragen

zu Abschnitt VIII: gibt es nach Hume keine bösen/schlechten Menschen?

zu Abschnitt IX: Können Tiere denken?

zu Abschnitt IX: Was ist der Unterschied zwischen einem Instinkt und Denken?

Literaturverzeichnis
David Hume: An Enquiry Concerning Human Understanding. Eine Untersuchung über
den menschlichen Verstand, Reclam Verlag, hrsg. von Falk Wunderlich, übersetzt von
Herbert Herring, Stuttgart, 2019

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