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Hume- Eine Untersuchung über den Menschenverstand

Im X. Abschnitt „Über Wunder“ Teil I kritisiert Hume, warum wir Wundern nicht glauben dürfen.
Zunächst kritisiert Hume die Beweise für die Wahrheit der christlichen Religion. Diese sei schwächer
als die für unsere Sinne. Hume versucht Begründungen zu finden, den Aberglauben zum Schweigen
zu bringen1. Des Weiteren sagt Hume, dass unsere Erfahrung sowie Berichte von Augenzeugen eine
bedeutende Rolle für Beweise hätten. Er ergänzt hier, dass wir uns mit unseren Erfahrungen nie sicher
genug sein könnten. Unsere Erfahrung sei die einzige Führerin unseres Denkens in Bezug auf
Tatsachen2. In manchen Fällen könne sie uns sogar täuschen. Ein intelligenter Mensch bemesse seine
Überzeugung nach Beweisen. Er betrachte seine Erfahrung als Beweis für künftige Ereignisse. Eine
Übereinstimmung der Tatsachen mit Berichten der Zeugen hält Hume für wichtiger. Er ist der
Meinung, dass Wunder eine Verletzung der Naturgesetze darstellen. Nichts, was im gewöhnlichen
Lauf der Natur geschehe, gelte als Wunder. In Teil II kritisiert Hume hauptsächlich die religiösen
Wunder. Wenn man diesen glauben schenken würde, wäre der Menschenverstand am Ende 3,
schließlich könne man auch lügen. Die Menschen, die dem glauben schenken, seien seien gefangen
und hätten einen unterdrückten Verstand. Hume zählt in diesem Teil sehr viele Beispiele gegen
gefälschte Wunder auf. Viele Prophezeiungen seien durch Gegenbeweise aufgedeckt worden. Dies
sollte laut Hume bei den Menschen ein Misstrauen hervorrufen. Kein Mensch sollte so etwas
Beachtung schenken bis es durch stärkere Beweise bestätigt werde 4. Auch stellt sich die Frage, warum
solche übernatürlichen Ereignisse nicht in unserer Zeit geschehen seien. Dies seien nur Lügen. Die
Religion sei auf den Glauben und nicht auf die Vernunft gegründet. Abschnitt XI „Über eine
besondere Vorsehung und ein zukünftiges Leben“ basiert auf eine Unterhaltung zwischen Hume und
seinem Freund. Hierbei geht es darum, dass all unsere Argumente über die Eigenschaften einer
Gottheit völlig hypothetisch seien. Die Philosophen würden ihre Vorstellung aus ihrer eigenen
Einbildung und Phantasie ableiten5. Des Weiteren wird kritisiert, dass die angeblichen Eigenschaften
einer Gottheit bisher in ihren Auswirkungen nicht gesehen worden seien. Hier wird bspw. die
verteilende Gerechtigkeit in Frage gestellt. Letztendlich würden die Menschen selbst einer Gottheit
menschliche Eigenschaften übertragen. Dass Gott bspw. gütig und weise sei, sei kein vernünftiger
Beweis in der Natur. Hume bezweifelt zudem die Möglichkeit, eine Ursache nur aus ihrer Wirkung zu
erkennen bzw. dass sie so individuell sei, dass sie keine Ähnlichkeit mit einer anderen Ursache habe.
Nur wenn zwei Arten von Gegenständen als konstant miteinander verbunden angetroffen werden,
könnten wir den einen aus dem anderen herleiten. Bei menschlichen Handlungen könnten wir zwar
von der Wirkung auf die Ursache aus der Erfahrung ausgehen, bei einer göttlichen jedoch nur von

1
Hume, David: „Eine Untersuchung über den menschlichen Verstand“, hrsg. von Falk wunderlich, Reclam
Verlag, Ditzingen, 2019., S.279
2
Ebd.Fn.1, S. 281
3
Ebd. Fn.1, S.299
4
Ebd. Fn.1, S.303
5
Ebd. Fn.1, S.365
Vermutungen. Trotz allem besagt Hume, dass man eine religiöse Denkweise tolerieren müsse, solange
sie dem Staat oder der Wissenschaft nicht schade.

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