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Laborprotokoll ET/EWS M+P 3

Untersuchung eines
Elektromagneten

Anwesend:
Laborleiter: Prof. Dr.-Ing. J. Koeppen
Studenten: Andreas Dietze
Johannes Gürtler
Jörg Sandmann

Protokollführer: Andreas Dietze 1860343


Inhalt

1 Aufgabenstellung........................................................................................................2
2 Versuchsaufbau.........................................................................................................2
3 Einrichtung und Geräte..............................................................................................2
4 Versuchsdurchführung...............................................................................................3
5 Auswertung.................................................................................................................4
5.1 Vergleich der Messung mit der theoretischen Berechnung....................................4
5.1.1 Berechnungsgrundlage........................................................................................4
5.1.2 Zusammenhang von Fluss bzw. Flussdichte B und Strom If.....................5
5.1.2.1 Flussdichte B und Gleichstrom If.......................................................................5
5 1.2.2 Fluss und Erregerstrom If............................................................................6
5.1.3 Zusammenhang von Haltekraft und Flussdichte.................................................7
5.2 Bewertung der Kennlinien des Elektromagneten....................................................8
5.3 Zusammenhang Fluss bzw. Kraft von der Zahl der Permanentmagnete...............9
6 Fragen zur Anwendung des Schaltmagneten..........................................................10
6.1 Einsatz von Wechselstrom....................................................................................10
6.2 Magnetisches Spreizen.........................................................................................10
6.3 Kombinierter Einsatz von Permanent- und Elektromagneten...............................11
6.4 Schaltvorgänge am Elektromagneten...................................................................12
6.4 Schaltvorgänge am Elektromagneten

2
1 Aufgabenstellung
In dem Versuch sollen die Eigenschaften und Möglichkeiten des Magnetismus
untersucht werden. Bei einem mit Gleichstrom erregten Schaltmagnet wird
Flussdichte im Luftspalt und die Kraft auf den Anker als Funktion der Spaltweite
gemessen.
Im zweiten Versuchsabschnitt werden die Eigenschaften von Permanentmagneten
untersucht.

2 Versuchsaufbau

Abb.1: Versuchsaufbau

3 Einrichtung und Geräte


Für die benutzten Geräte wurden folgende Daten festgehalten:
➢ zur Erzeugung des Erregerstromes ein Netzgerät mit 30V
und 5A Gleichstrom
➢ zur Messung der Flussdichte ein Teslameter
➢ zwei Spulen, für die jeweils gilt:
• n = 250 Windungen
• R = ca. 0,6

• L = 0,0027 H
• I = max. 5A
➢ ein beweglicher Fe-Anker mit einer Masse von 1,770 kg
(FG=17,364 N)
➢ Al-Bleche unterschiedlicher Dicke zur Variierung des
Luftspaltes

3
4 Versuchsdurchführung

Zuerst wird das Teslameter für die verwendete Hallsonde kalibriert. Das
Erdmagnetfeld wird mit Hilfe von Mymetall abgeschirmt. Die geringen Störeinflüsse
nehmen wir als vernachlässigbar an.

Als erstes wird die Flussdichte B und die Haltekraft F bei Variation des
Erregerstromes und der Luftspaltdicke gemessen.

Luftspaltdicke s in
mm
Erregerstrom If in
A 3 4 6 9 13
0 0 0 0 0 0
1 100 75 50 30 20
2 200 140 100 60 45
3 300 210 150 100 70
4 400 300 200 130 90
5 500 380 250 160 120
Tab 1: Flussdichte B in mT

Luftspaltdicke s in
mm
Erregerstrom If in
A 3 4 6 9 13
0
1 29 24 21 20 19
2 65 42 31 24 21
3 >100 77 47 32 25
4 >100 72 44 33
5 101 58 39
Tab 2: Haltekraft F in N

4
5 Auswertung

5.1 Vergleich der Messung mit der theoretischen Berechnung

5.1.1 Berechnungsgrundlage

Aus dem beschriebenen Versuchsaufbau ergibt sich folgender Feldlinienverlauf.

Abb. 2: Feldlinienverlauf

Daraus folgt der quasi-elektrische Kreis:

Abb. 3: quasi-elektrischer Kreis

5
5.1.2 Zusammenhang von Flussdichte B und Strom If

5.1.2.1 Flussdichte B und Gleichstrom If

Der theoretische Wert der Flussdichte B berechnet sich durch:

µ∗µr ∗ N∗
I
B=
µ∗H =0
2∗ s

mit
µ
0 = π∗
0,4 ∗ 10−6

µ
r =1 für Luft

N = 500

Luftspaltdicke s in mm
Erregerstr
om If in A 3 4 6 9 13
Mess Theo Mess Theo Mess Theo Mess Theo Mess Theo
w. r. w. r. w. r. w. r. w. r.
0 0 0 0 0 0 0
104, 78,5 52,3 34,9 24,1
1 100 72 75 4 50 6 30 1 20 7
209, 157, 104, 69,8 48,3
2 200 44 140 08 100 72 60 1 45 3
314, 235, 157, 104, 72,5
3 300 16 210 62 150 08 100 72 70 0
418, 314, 209, 139, 96,6
4 400 88 300 16 200 44 130 63 90 6
523, 392, 261, 174, 120,
5 500 60 380 70 250 80 160 53 120 83

Tab 3: Vergleich zwischen theoretischer und gemessener Flussdichte

Diagramm 1: Vergleich zwischen theoretischer und gemessener Flussdichte

6
5 1.2.2 Fluss und Erregerstrom If

Die Induktivität berechnet sich wie folgt:

N ∗Φ
L=
I
mit N = 500

Φ
=B∗
A= 0,0016m 2
B∗

Fluss Luftspaltdicke s in mm

Erregerstr
om If in A 3 4 6 9 13
Mess Theo Mess Theo Mess Theo Mess Theo Mess Theo
w. r. w. r. w. r. w. r. w. r.
1 80 83,8 60 62,8 40 41,9 24 27,9 16 19,3
2 80 83,8 56 62,8 40 41,9 24 27,9 18 19,3
3 80 83,8 56 62,8 40 41,9 26,7 27,9 18,7 19,3
4 80 83,8 60 62,8 40 41,9 26 27,9 18 19,3
5 80 83,8 60,8 62,8 40 41,9 25,6 27,9 19,2 19,3

Tab. 4: Vergleich zwischen gemessener und berechneter Induktivität L in mH

Diagramm 2: Vergleich zwischen gemessener und berechneter Induktivität L in mH

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5.1.3 Zusammenhang von Haltekraft und Flussdichte

Die Formel zur Ermittlung der Haltekraft lautet:

1
F= B2 ∗
∗ A
2∗
µ0 ∗
µr

mit
µ
0 =
0,4 ∗
π∗10−
6
Vs / Am

µ
r =
1 für Alu min ium

A=
2∗( 40 mm )2 =
0,0032 m 2

Haltekraft Luftspaltdicke s in mm

Erregerstr
om If in A 3 4 6 9 13
Messw Theo Messw Theo Messw Theo Messw Theo Messw Theo
. r. . r. . r. . r. . r.
1 29 14,0 24 7,9 21 3,5 20 1,6 19 0,7
2 65 55,9 42 31,4 31 14,0 24 6,2 21 3,0
125,
3 >100 7 77 70,7 47 31,4 32 14,0 25 6,7
223, 125,
4 4 >100 7 72 55,9 44 24,8 33 11,9
349, 196,
5 1 3 101 87,3 58 38,8 39 18,6
Tab. 5 Zusammenhang von Haltekraft und Flussdichte

Diagramm 3: Haltekraft des Elektromagneten als Funktion der Flussdichte

8
Diagramm 4: Theoretische Haltekraft F = f(I,s)

5.2 Bewertung der Kennlinien des Elektromagneten

Aus Diagramm 1 wird deutlich, dass die Flussdichte mit steigendem Strom linear
ansteigt. Je geringer der Luftspalt ist, desto stärker steigt die Flussdichte an. Die
geringen Differenzen zwischen theoretischem und gemessen Wert, können daran
liegen, dass die Abstandshalter aus Aluminium, die den Luftspalt darstellen, nicht
exakt das Maß besitzen, welches angegeben ist. Weiterhin entspricht die reale
Leitfähigkeit des Eisens nicht dem theoretisch erreichbaren Wert.

Diagramm 2 zeigt, dass die Induktivität nicht vom Strom sondern von der
Luftspaltdicke abhängt. Je größer der Luftspalt, desto geringer die Induktivität. Die
Induktivität hängt von mehr Faktoren als dem Luftspalt ab, aber dieser Versuch zeigt,
dass bei gleichbleibender Geometrie des Elektromagneten die Stromstärke nicht die
Induktivität beeinflusst.

Wie Diagramm 3 zeigt hat die Stromstärke aber einen Einfluss auf die Haltekraft. Je
geringer der Luftspalt ist, umso größer ist der Einfluss der Stromstärke auf die
Haltekraft.

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5.3 Zusammenhang Fluss bzw. Kraft von der Zahl der
Permanentmagnete

Diagramm 5: Zusammenhang Flussdichte bzw. Kraft von Anzahl der Permanentmagnete

Anzahl Flussdichte Haltekraft Flussdichte B Haltekraft N


Magnete B N theo. theo.
0 0 0 0 0
1 1,4 31,392 1,5 11,4
2 1,45 34,335 2 20,28
3 1,6 37,278 2,3 25,9
4 1,5 37,278 2,4 29,5
5 1,6 40,221 2,5 31,7
6 1,7 43,164 2,6 34,3
Tab. 6 gemessene und theoretische Werte

Für die theoretischen Werte gelten die Formeln:

Φ= Σ Um,pmΣ Rm Rpm= lpmµ0*µr*Apm Um,pm= Hc* lpm

B= ΦApm F= 12* µ0*B²* Apm

Diagramm 5 zeigt, dass die Haltekraft N und die Flussdichte B mit steigender Anzahl
von Permanentmagneten nicht wesentlich ansteigt. Der Wirkungsgrad wird geringer.

6 Fragen zur Anwendung des Schaltmagneten

6.1 Einsatz von Wechselstrom

Um beim Wechselstrom die gleiche Kraft wie beim Gleichstrom zu erreichen, muss
eine höhere Spannung angelegt werden. Denn es kann nicht U-Dach zur
Berechnung der Haltekraft benutzt werden, sondern nur der Effektivwert der
Spannung, der U-Dach/2 beträgt.

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Da in massiven Eisenkernen Wirbelströme entstehen, die dem Magnetfeld
entgegenwirken würden, muss man den massiven Eisenkern ersetzen. Besser ist ein
Blechpaket aus voneinander isolierten Blechen zusammen zu setzen.

Abb. 4: Haltekraft bei Einsatz von Wechselspannung

6.2 Magnetisches Spreizen


Die Wirkung eines Spreizmagneten, sei es nach dem elektromagnetischen
oder dem permanentmagnetischen Prinzip, basiert darauf, dass ein
magnetischer Fluss in das Blech eingebracht wird, so dass im Blech
gleichnamige Magnetpole entstehen, die sich dann abstoßen, so wie sich zwei
magnetische Nord- oder Südpole ebenfalls abstoßen.

W=12*µ*B2*A*l = 12*µ* θ²*lh*b

-dWdh=F= 12*µ* θ²*lh²*b= 12*µ*B²*b*l

Mit V = A*l
Φ = B*A

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6.3 Kombinierter Einsatz von Permanent- und
Elektromagneten
Die Berechnung der Erregerstromstärke für den Schaltmagneten zur
Kompensation des Feldes zweier Permanentmagnete aus NdFeB sieht wie
folgt aus:

Br = 1,1 T ; µ0= 0,4 *π* 10-6 und H= Br/µ0

Mit
H∗s
I=
N

und

H = 875 kA / m

N = 500

s=2∗
10mm =0,02m

Ergibt sich die notwendige Erregerstromstärke

A
875000 ∗ 0,02m
I= m = 35 A
500

Für die Federkraft F gilt

1
F≥ ∗ B2 ∗ A
2 ∗ µ0 ∗ µ r
Mit µ0 * µr = 0,000001257
B = 1,1 T
A = 2* (40 mm )² = 0,0032m²

F ≥ 1540 N

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6.4 Schaltvorgänge am Elektromagneten
Da der Aufbau der Kraft der folgenden Formel entspricht:
τ=LR
Lässt sich der Aufbau des Magnetfeldes entweder durch vergrößern des
Widerstandes der Spule oder durch vergrößern der angelegten Spannung
schneller bewerkstelligen.
Beim Abschalten eines Elektromagneten versucht der Magnet, die Spannung
aufrecht zu erhalten. Hierbei kann es vorkommen, das bis zu ein Vielfaches
der vorher angelegten Spannung induziert wird. Dies kann durch einen parallel
zur Spule geschalteten Kondensator mit einem in Reihe geschalteten
Widerstand vermieden werden.

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