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JOBPROFI

Bewerbungstrainer
Fit für Stellensuche, Bewerbung, Vorstellungsgespräch ...
Inhalt
Jobsuche – Arbeitsmarkt – Ihr Marktwert. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 3
• Ein Motto für Ihre Jobsuche • Konzentration auf das Wesentliche
• Versetzen Sie sich doch mal in die Lage eines Arbeitgebers
• Mit Hintergrund-Wissen beeindrucken • Suchwege der Firmen
Wege der Stellensuche . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 6
• Zeitungen • Branchen- und Fachzeitschriften
• „Stellen-Informations-Service (SIS)“ des Arbeitsamtes
• „Stellensurfen“ im Internet • Stellen-Anforderungen
und persönliches Leistungsprofil • Stellenangebote richtig lesen – ein Beispiel
Selbst die Initiative ergreifen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 8
• Direktvermarktung ist zeitgemäß – auch für Ihre Arbeitskraft
• Exakte Zielbestimmung • Adressen recherchieren
• Telefonisch oder schriftlich • Informelle Wege nutzen
Private Arbeitsvermittlung – nutzen Sie auch diese Möglichkeit! . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 10
• Was kann der private Vermittler für Sie tun?
• Arbeitsämter arbeiten verstärkt mit privaten Vermittlern zusammen
• Vermittlungsgutschein
Personalberatung, Outplacementberatung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 11
Zeitarbeit – Sprungbrett oder alternative Beschäftigungsform? . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 11
• Der kleine Unterschied • Vorteile und Chancen
• Das sollten Sie unbedingt beachten
Last but not least – Alternativen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 12
• Befristete Arbeitsverträge, Teilzeitarbeit, flexible Arbeitszeitmodelle
• Werkverträge, Freiberufler (Freelancer), Selbständigkeit
Werbung in eigener Sache – mit Stellengesuchen starten Sie Ihre eigene Anzeigenkampagne13
• Kurz und knackig • Strukturhilfe • Zwei gelungene Beispiele
• Nach dem Erscheinen
Sonderformen der Bewerbung. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 15
• Kurzbewerbung • Die elektronische Bewerbung per E-Mail
• Die persönliche Bewerbung
Das Anschreiben – Ihre erste Arbeitsprobe . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 16
• Darauf kommt es an • Das soll rein • Den richtigen Ton treffen
• Technisch und formal alles in Ordnung?
Der Lebenslauf . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 19
• Checkliste Inhalt • Form und Aufbau • Besonders zu beachten, Tipps zum Inhalt
So wird Ihre Bewerbung komplett . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 22
• Das Bewerbungs-Foto – Zeigen Sie Ihre Schokoladenseite • Die Zeugnisse
• Das Deckblatt • Die Mappe • Qualitäts-Check und Versand
Das Vorstellungsgespräch . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 24
• Vor-Check • Das passende Outfit • Ein paar Verhaltenstipps
• Ein „typischer“ Gesprächsverlauf
• Konzentrations-Phase • „Aufwärm-Phase“
• Fragen, auf die Sie gefasst sein müssen • Unzulässige und kritische Fragen
• Noch Fragen Ihrerseits? • Ein starker Abgang • Die Nachbereitung
• Ein zweites Vorstellungsgespräch
Einstellungstest und Personalfragebogen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 28
• Das Wichtigste in Kürze
Nachfragen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 29
• Schriftlich anfragen • Telefonisch nachfassen
Mit Absagen richtig umgehen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 29
• Ein netter Brief • Telefonische Rückfrage
Gehaltsverhandlungen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 30
• Vorbereitung: sich selbst Klarheit verschaffen • Monats- oder Jahresgehalt
• Verhandlungsstrategie • Nicht zu vorsichtig agieren
BEWERBUNGSTRAINER

Jobsuche – Arbeitsmarkt – Tipp:


Wenn Sie an Ihre

Ihr Marktwert eigene Sache glauben und


daran arbeiten, werden Sie
auch leichter Menschen
Mit Anzeigenschaltungen, mit Ihren Bewerbungsunterlagen und anschließend finden, die Sie unterstützen.
im Vorstellungsgespräch vermarkten Sie Ihr Wissen und Können. Wenn Sie
über Gehalt und die Arbeitsbedingungen sprechen, treten Sie in Vertrags-
verhandlungen. Ihre Bewerbung ist ein normaler geschäftlicher Vorgang. Sie
bieten eine Leistung an und müssen jemanden finden, der diese benötigt.
Gehen Sie selbstbewusst an die Sache heran. Wenn Sie realistisch und ehr-
lich Ihre Position vertreten, sind Sie als gleichwertiger Gesprächspartner
schnell akzeptiert.

Ein Motto für Ihre Jobsuche

uIch weiß, dass ich eine harte Zeit vor mir habe, aber ich weiß auch, dass
ich mein Ziel erreichen werde.
uIch kann etwas leisten und habe einiges zu bieten. Es ist nur eine Frage
der Zeit, bis ich die passende Stelle gefunden habe.
uVon Misserfolgen lasse ich mich nicht unterkriegen. Misserfolge nutze
ich, um es beim nächsten Mal besser zu machen.
uBei manchmal über hundert Bewerbungen auf eine Stelle ist es nicht
immer leicht, in die engere Wahl zu kommen. Aber ich werde alles tun,
um die Firma zu überzeugen, dass ich der/die Beste für die Stelle bin.

3
Konzentration auf das Wesentliche
Eine Jobsuche kann je nach den Umständen auch eine langwierige Angele-
genheit sein. Lassen Sie sich nicht entmutigen. Bleiben Sie hartnäckig an
der
Umsetzung Ihrer Wünsche. Lassen Sie sich von Ihrem Ziel nicht abbringen.
Sie werden es erreichen.

Wichtig ist, dass Sie sich auf das Wesentliche konzentrieren:


u An welchen Tätigkeiten haben Sie das größte Interesse?
u Wo rechnen Sie sich die größten Chancen aus?
Versetzen Sie sich doch mal in die Lage eines Arbeitgebers
Was wünscht sich ein Arbeitgeber von Ihnen als Bewerber? Wenn Sie für ei-
nen Moment in die Rolle der anderen Seite schlüpfen, können Sie besser
verstehen, worauf es Ihrem Gegenüber ankommt:
Arbeitgeber suchen Bewerber mit bestimmten Fachkenntnissen. Sie suchen
aber vor allem Mitarbeiter/-innen, die diese Fachkenntnisse einsetzen wol-
len, motiviert sind und mit ihrem Einsatz bereit sind, die Firmenziele zu errei-
chen.
Es kommt deshalb in Ihrer Bewerbung nicht nur darauf an, Ihr Fachwissen
herauszustellen. Sie müssen auch deutlich machen, was Sie motiviert, speziell in dieser Firma arbeiten zu wollen.

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Mit Hintergrund-Wissen beeindrucken
Tipp:
Ihre Kenntnisse über seine Firma werden jeden Arbeitgeber positiv einstimmen. Überlegen Sie, wie Sie
Wenn Sie sich bewerben oder wenn Sie zu einem Vorstellungsgespräch ein- mit Ihrer Leistung zum
geladen werden, versuchen Sie möglichst viel über die jeweilige Firma und Firmenerfolg beitragen
Branche in Erfahrung zu bringen. Informationen finden Sie in: können. Formulieren Sie dies
in Ihrem Bewerbungsschreiben
u Firmen- oder Verkaufsprospekten oder lassen Sie es im
u Anzeigen (auch Stellenanzeigen) Vorstellungsgespräch
u Internet-Seiten (Internetadressen finden Sie in Anzeigen oder auch in einfließen.
den gelben Seiten; nutzen Sie die Suchmaschinen)
u Wirtschaftsinformationen in Nachschlagewerken des Hoppenstedt-
oder ABC-Verlages, Informationen über Verbände und Behörden im
„Oeckl“-Handbuch (diese Bücher sind teuer, können aber in öffentlichen
Büchereien oder im Berufsinformationszentrum (BIZ) des Arbeitsamtes
eingesehen werden)
u Bekannte, Freunde, Kollegen fragen, die die Firma kennen
Hier waren Firmen bei der Stellenbesetzung erfolgreich Verhältnis intern/extern
Extern Intern Ohne
40
35 interne
Besetzung
30 externe 34%
25 Besetzung
20 55%
15
11%
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Zahlenbasis: IAB Werkstattbericht Nr. 16/1998

Suchwege der Firmen


Arbeitgeber beschränken sich bei ihrer Bewerbersuche nicht auf ein Medium.
Sie sollten das auch nicht tun. In der Grafik können Sie erkennen, dass
interne Stellenbesetzungen fast genauso häufig erfolgen wie über Stellen-
angebote in Zeitungen oder über das Arbeitsamt. Von internen Besetzungen
sind Sie aber keinesfalls ausgeschlossen. Über Initiativbewerbungen (siehe
S. 8/9) oder persönliche Empfehlungen können Sie an Stellen kommen, die
nicht öffentlich ausgeschrieben wurden. Vorteil: Ihre Bewerbung steht nicht
im Wettbewerb mit zahlreichen Konkurrenten, die ebenfalls auf eine Stellen-
anzeige reagiert haben.

5
BEWERBUNGSTRAINER

Wege der Stellensuche


Stellenanzeigen: Wo Sie diese finden

Hin und wieder hört man die Meinung, Jobsuche über Stellenanzeigen wäre
ziemlich aussichtslos, weil zu viele Bewerber auf eine Stelle kämen. Das ist
Tipp: Unsinn, denn: In Stellenanzeigen melden Firmen ihren aktuellen Bedarf. Sie
Hin und wieder ein Blick in wissen damit genau, welche Stelle mit welchen Anforderungen wann zu be-
den Stellenmarkt kann sich
setzen ist. Es gibt Strategien, mit denen Sie sich aus der Masse – positiv –
jobsichernd auswirken,
absetzen können (siehe die folgenden Kapitel zu den verschiedenen Bewer-
weil Sie rechtzeitig Entwick-
lungen erkennen und darauf bungsverfahren). Darüber hinaus, darauf wurde bereits hingewiesen, können
reagieren können (z. B. durch Sie in Stellenanzeigen besser als irgendwo sonst erkennen, was von Ihnen am
eine Weiterbildung). Markt verlangt wird.

Stellen-Anforderungen und persönliches Leistungsprofil


Prüfen Sie, ob das Anforderungsprofil der interessierenden Stelle Ihrem Leistungs-
profil entspricht. Achten Sie darauf, ob die Muss-Kriterien erfüllt sind, da sonst in
der Regel eine Bewerbung nicht aussichtsreich ist. Bei den Kann-Kriterien formu-
liert der Arbeitgeber seine Wunschvorstellung. Hier können Sie Abstriche machen
und sich auch bewerben, wenn Sie dieser Vorstellung nicht zu 100 Prozent ent-
sprechen. Ihr persönliches Plus ist, wenn Sie darüber hinaus etwas bieten können,
was andere nicht haben (siehe individuelles Leistungsprofil im Heft STANDORT S.
13).
Tipp:
Tages- und Fachzeitungen Zeitungen
liegen auch in Büchereien
und im Berufsinformations- Lokale und überregionale Zeitungen sind wichtige Fundstellen für Stellen-
zentrum des Arbeitsamtes anzeigen, vor allem die Mittwochs- und Wochenendausgaben.
aus.
u Lokalzeitungen: Schwerpunkt regionale Stellenangebote.
u Überregionale Tageszeitungen: z. B. „Frankfurter Allgemeine Zeitung“,
Tipp: „Süddeutsche Zeitung“, „Die Welt“, „Handelsblatt“ oder die Wochen-
Lassen Sie sich von neuen, zeitung „Die Zeit“. Ein Muss für Führungspositionen, akademische
häufig englischen Stellen- Berufe und überregional gesuchte Spezialisten.
bezeichnungen nicht irritie-
ren. Oft verbergen sich dahin- Branchen- und Fachzeitschriften
ter bekannte Tätigkeiten, und
die Firma möchte nur ihren Ganz wichtig sind die Anzeigen in Fachzeitschriften. Firmen suchen darin
modernen Anspruch signa- Fachpersonal ihrer Branche. Welche Zeitschriften für Ihren Bereich von
lisieren. Ausschlaggebend Bedeutung sind, fragen Sie am besten Ihre Personalabteilung, den jeweiligen
ist, ob Sie die angegebenen Berufsverband oder im Fachhandel.
Voraussetzungen erfüllen.
Viele der neuen Berufs- „Stellen-Informations-Service (SIS)“ des Arbeitsamtes
bezeichnungen finden Sie
bereits im BERUFnet Der größte Stellenmarkt Deutschlands ist als Selbstinformationssystem im
(unter www.arbeitsamt.de). Arbeitsamt oder über das Internet (www.arbeitsamt.de) für jedermann zugäng-

6
lich. Im SIS sind Anfang 2002 über 330 000 Stellenangebote abrufbar. Dabei
helfen Suchmasken, mit denen eine Orts-, Berufs-, Berufsfeld-
Suche mit weiteren Einschränkungen wie Voll- oder Teilzeitarbeit
möglich sind. Wichtig: Hier kann zusätzlich zum Wunsch-Job auch nach
verwandten Berufen gesucht werden!
Tipp:
„Stellensurfen“ im Internet Zunehmend finden Sie Internet-
Cafés oder Multimedia-Zentren in
Die Suche über das Internet gewinnt zunehmend an Bedeutung – nicht nur in öffentlichen Einrichtungen wie
den IT-Berufen. Neben SIS (siehe oben) gibt es verschiedene Suchwege im z. B. Bildungszentren, Bibliotheken,
Internet: Stellenbörsen und Stellensuchmaschinen bieten ein umfangreiches mitunter auch als Einrichtung von
Jobangebot und gute Suchmöglichkeiten (unter www.arbeitsamt.de, Rubrik Arbeitslosen-Initiativen.
„Markt“/„Arbeitsmarktportal“ finden Sie eine Auflistung von Jobbörsen). Einige Arbeitsämter unterhalten
Firmen-Homepages: Firmen bieten häufig direkt offene Stellen an (Suchen ebenfalls Internet-Center oder
Sie nach Firmen, die Sie kennen. Gehen Sie über Suchmaschinen und suchen Bewerbungszentren.
Sie nach dem Firmennamen. Zunehmend finden Sie auch Links zu den Fir- Wenn Sie selbst keinen
men- Internetanschluss haben, nutzen
Homepages über www.gelbeseiten.de). Sie diese Möglichkeit. Auch in
Auch Zeitungen bringen ihre Stellenmärkte immer häufiger ins Internet. kommerziellen Internet-Cafes
„Zeitungen Online“ finden Sie unter www.bdzv.de. Auch einige Zeitschriften können Sie zu erschwinglichen
bieten Online-Stellenbörsen, in vielen Fällen finden Sie diese unter den Preisen „Jobsurfen“.
entsprechenden Domainnamen.

Stellenangebote richtig lesen –


ein Beispiel:
Firmenphilosophie

Mit diesen Produkten sollen Sie sich


identifizieren

Umfeld, in dem Sie sich wohl fühlen sollten

Position

Aufgaben

Ausbildung: Muss-Kriterium
Fachliches Kann-Kriterium
Zusatzqualifikation (Kann)
Zusatzqualifikation (Muss)
Persönliche und soziale Voraussetzungen

Rahmenbedingungen,
Entwicklungsmöglichkeiten

Weitere Infos

Anruf möglich, auch E-Mail-Bewerbung


(bei Internet-Stellenanzeigen sogar erwünscht,
Sie zeigen Medienkompetenz)

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BEWERBUNGSTRAINER

Selbst die Initiative


ergreifen
Wer nicht warten will, bis der Ideal-Job in einer Stellenanzeige
erscheint, kann sich auch auf gut Glück direkt an Firmen seiner Ziel-
branche wenden (Initiativbewerbung, auch „Blindbewerbung“ genannt).

Direktvermarktung ist zeitgemäß – auch für Ihre Arbeitskraft


Ihr Vorteil: Sie konkurrieren nicht mit vielen anderen Bewerbern und können
von daher mit einer größeren Aufmerksamkeit rechnen. Eigeninitiative bei
der Jobsuche wird grundsätzlich positiv bewertet. Im günstigsten Fall ist ge-
rade eine offene Stelle zu besetzen. Wenn Ihre Anfrage gut ankommt, können
Sie aber auch in eine interne Bewerberliste aufgenommen werden. Bei Be-
darf spricht die Firma Sie dann an, vielleicht ohne eine Stellenausschreibung
zu veröffentlichen.
Ihr Nachteil: Sie wissen nicht, ob die Firma tatsächlich gerade jetzt eine Ih-
nen entsprechende Stelle zu besetzen hat. Eine Initiativbewerbung kann
deshalb unter Umständen erst mit einer größeren Zeitverzögerung zum Ziel
führen. Streuen Sie Ihre Bewerbungen dafür breiter und sprechen mehrere
Firmen an.

Exakte Zielbestimmung
Da Sie bei einer Initiativbewerbung nicht auf eine konkret ausgeschriebene
Stelle antworten, müssen Sie sehr genau beschreiben, was Sie der Firma zu
bieten haben. Arbeiten Sie mit Ihrem persönlichen Leistungsprofil (siehe
STANDORT S. 9–13) und informieren Sie sich gründlich über die Firma, die Sie
ansprechen wollen (siehe S. 5 in diesem Heft).

Adressen recherchieren
Zuerst einmal müssen Sie Adressen von Firmen finden, die entsprechend Ih-
rer persönlichen Zielsetzung für eine Bewerbung in Frage kommen:

u Gelbe Seiten u Telefonbuch-CD-ROMs


u Internet u Wirtschafts-Nachschlagewerke (siehe S. 5)
u Industrie- und Handelskammer oder Handwerkskammer
u Messe-/Ausstellerkataloge (häufig im Internet bei den jeweiligen
Messeveranstaltern zu finden)
Tipp:
Erstellen Sie eine Übersicht
Telefonisch oder schriftlich
mit allen Firmen, die Sie
kontaktieren wollen. Notieren Sicher kostet es am Anfang Überwindung, zum Telefonhörer zu greifen. Aber
Sie zu jeder Adresse die Sie werden sehen, nach einigen Gesprächen gewinnen Sie an Sicherheit.
Ansprechpartner und wann Manchen liegt es gar nicht, dann sollten Sie sich auf die schriftliche Bewer-
Sie mit wem was besprochen bung beschränken, die Sie in Ruhe erstellen können. In manchen Bereichen,
und vereinbart haben z. B. im Vertrieb, kann ein telefonischer Erstkontakt günstig sein, weil Sie Ihre
(siehe PLANER S. 7). freundliche Überzeugungskraft gleich demonstrieren können.

8
Telefonische Kontaktaufnahme Schriftliche Kontaktaufnahme Wichtig:
q Gesprächsvorbereitung q Keine dicke Bewerbungsmappe Sie sind kein Bittsteller!
Beschreiben Sie auf einem Notizblatt in Bei einer Initiativbewerbung schicken Sie Seien Sie bei telefonischer
2 bis 3 knappen Sätzen, welche Tätigkeiten ausführliche Bewerbungsunterlagen nur, Kontaktaufnahme freundlich,
Sie ausüben wollen und was Sie der Firma wenn Sie sich gute Chancen ausrechnen aber bestimmt. Sie haben ein
zu bieten haben. Lebenslauf und persön- (z. B. weil Sie einen Tipp bekommen interessantes Angebot zu
liches Leistungsprofil halten Sie bereit. haben, dass demnächst eine Stelle frei
machen, und in diesem
Ansprechpartner/-in ermitteln wird).
q Gespräch klären Sie, ob die
Gehen Sie über die zentrale Rufnummer der q Kurzbewerbung (siehe S. 15) ist die Firma einen aktuellen Bedarf
Firma und fragen Sie, wer für den Personal- bessere Wahl hat.
bereich (bzw. die Produktion, den Verkauf …) Da Initiativbewerbungen meist breiter
verantwortlich ist. Bei Rückfragen antworten gestreut werden, bietet sich diese Form,
Sie: „Ich möchte einen Brief adressieren.“ auch als E-Mail, schon aus Kostengründen
Hürde Sekretariat nehmen an.
q
Sie verlangen Ihre/-n Ansprechpartner/-in. q Vorher telefonieren?
Bei Rückfragen antworten Sie: „Es handelt Auch bei der schriftlichen Bewerbung
sich um ein persönliches Anliegen“ oder kann sich ein telefonischer Erstkontakt
„Es geht um die Stelle als … (Bezeichnung günstig auswirken. Sie gehen vor wie
der Tätigkeit, für die Sie sich bewerben wol- oben beschrieben und schlagen anstelle
len).“ eines Termins vor: „Ich würde Ihnen
Ansprechpartner/-in kontaktieren gerne aussagekräftige Unterlagen
q zusenden, aus denen Sie erkennen
Tragen Sie Ihr vorher formuliertes Angebot
in wenigen Sätzen vor (siehe Gesprächs- können, was ich für … (die Firma beim
vorbereitung) und schlagen Sie einen Namen nennen) leisten kann.“
persönlichen Gesprächstermin vor. Tipp:
Keine Zeit Auch die schriftliche
q Bewerbung ist chancen-
Wenn Sie signalisiert bekommen, dass Ihr
Gesprächspartner unter Termindruck steht: reicher, wenn sie persönlich
Fragen Sie, wann der Zeitpunkt günstiger an den richtigen Ansprech-
ist. Rufen Sie pünktlich wieder an. partner adressiert ist. Diesen
Am Ende bedanken Sie sich für das können Sie vorher telefonisch
q ermitteln (siehe oben).
Gespräch und schicken geforderte

Informelle Wege nutzen


Tipp:
Wer schneller an Informationen über freie Stellen kommt, verschafft sich einen Informieren Sie gezielt und
Wettbewerbsvorteil. Besonders interessant sind in diesem Zusammenhang die in wenigen Sätzen über Ihre
intern vergebenen Jobs, also immerhin fast die Hälfte. Es ist nicht leicht, an diese Situation und welchen Job
Informationen zu kommen, und normalerweise erfahren Sie es nur durch Zufall. Sie suchen. Breiten Sie das
Aber Sie können Ihrem Glück auf die Sprünge helfen. Erinnern Sie sich: Laut Anga- Thema nicht abendfüllend
ben der Firmen selbst werden 15 % der Stellen durch Mitarbeiterhinweise vergeben. aus, Ihr Gegenüber könnte
Sie sollten deshalb anderen erzählen, dass Sie einen Job suchen. So erhalten Sie sich sonst bedrängt fühlen.
vielleicht den entscheidenden Tipp: Lassen Sie sich durch den Kopf gehen, wer in Haben Sie, wenn möglich,
Ihrem Bekanntenkreis oder in der Verwandtschaft in Firmen arbeitet, die für Sie in- auch Kärtchen oder zumin-
teressant sind. Gibt es jemand, der in Ihrer Ziel-Branche im Vertrieb arbeitet? dest Notizzettel mit Ihrer
Außendienstler haben Kontakt zu vielen Firmen. Vielleicht hat ein Firmeninhaber Telefonnummer (und ggf.
kürzlich erzählt, dass er dringend eine Kraft sucht. Bei der Standortbestimmung ha- E-Mail-Adresse) in der
ben Sie sich Tasche.
Namen von Kollegen/-innen oder Vorgesetzten in früheren Firmen notiert. Lassen
Sie alte Kontakte aufleben, die können Ihnen jetzt helfen.

9
BEWERBUNGSTRAINER

Private Arbeitsvermittlung –
nutzen Sie auch diese
Tipp:
Adressen von privaten
Möglichkeit!
Personalvermittlern erhalten
Sie beim Bundesverband
Seit 1994 sind private Personalvermittler in Deutschland zugelassen. Ab
Personalvermittlung e.V., 27. März 2002 ist die Erlaubnispflicht entfallen. Es wurde gesetzlich festgelegt,
Prinz-Albert-Straße 73, dass der private Arbeitsvermittler auch mit dem Arbeitssuchenden die Zahlung
53113 Bonn, Tel. 02 28/ einer Vergütung vereinbaren kann.
63 00 78 oder im Internet
unter www.bpv-info.de.
Was kann der private Vermittler für Sie tun?
Jeder Arbeitsuchende kann einen privaten Vermittler in Anspruch nehmen. Las-
sen Sie sich in die Bewerberdatenbank des Vermittlers aufnehmen. Viele Ver-
mittler sind im Internet vertreten, hier können Sie Bewerbungsdaten hinterlas-
sen.
Gehen Sie mit dem privaten Vermittler Ihr persönliches Leistungsprofil durch.
Fragen Sie, ob Firmen aus dem für Sie in Frage kommenden Bereichen zu sei-
nen Kunden gehören. Er kann Sie dann entsprechend Ihrem Leistungsprofil die-
sen Unternehmen vorschlagen.

Arbeitsämter arbeiten verstärkt mit privaten Vermittlern zusammen:


Aufgrund des JobAQTIV-Gesetzes (in Kraft ab 1. Januar 2002) arbeiten die
Arbeitsämter bei der Vermittlung Arbeitsloser verstärkt mit Dritten, d. h. auch
privaten Vermittlern, zusammen. Falls Ihr Arbeitsamt zu dem Ergebnis kommt,
dass für Ihre Vermittlung zusätzliche Maßnahmen der Betreuung oder Hilfen
erforderlich sind, kann es zu seiner Unterstützung einen Dritten mit Ihrer Ver-
mittlung oder mit Teilaufgaben der Vermittlung beauftragen. Dieser Beauftragung
können Sie nur aus wichtigem Grund widersprechen. Sie selbst können die
Beauftragung eines Dritten mit ihrer Vermittlung verlangen, wenn Sie schon
sechs Monate oder länger arbeitslos sind.

Vermittlungsgutschein
Seit 27. März 2002 können Bezieher von Arbeitslosengeld und Arbeitslosen-
hilfe sowie Beschäftigte in Arbeitsbeschaffungs- und Strukturanpassungsmaß-
nahmen auf Wunsch Vermittlungsgutscheine vom Arbeitsamt erhalten, wenn
sie mindestens 3 Monate arbeitslos und noch nicht vermittelt sind. Gehören
Sie zu diesem Personenkreis, können Sie den Vermittlungsgutschein beim Ar-
beitsamt anfordern. Mit dem Vermittlungsgutschein können Sie einen privaten
Arbeitsvermittler Ihrer Wahl bei der Stellensuche einschalten. Wenn der private
Tipp: Vermittler
Informationen zum Ihnen einen Arbeitsplatz vermittelt, erhält er die Vermittlungsvergütung – unter
Vermittlungsgutschein gibt bestimmten Voraussetzungen – vom Arbeitsamt ausgezahlt, das den Gutschein
es unter www.arbeitsamt.de/ ausgestellt hat. Die Vermittlungsgutscheine haben einen Wert von
Vermittlungsgutschein. u 1 500 Euro (nach einer Arbeitslosigkeit von bis zu sechs Monaten),
u 2 000 Euro (nach sechs bis zu neun Monaten),
u 2 500 Euro (nach mehr als neun Monaten).

10
Personalberatung,
Outplacementberatung
Personalberatung und Outplacementberatung sind eine Dienstleistung, die Be-
ratungsfirmen für die Unternehmerseite anbieten. Personalberater (auch als
Headhunter bekannt) suchen für Firmen Führungskräfte sowie Spezialisten. Für
diese Zielgruppe kann es interessant sein, bei Personalberatern anzuklopfen.
Grundsätzlich kann für alle Arbeitnehmer Outplacementberatung ein Thema
sein. In diesem Fall bezahlt die Firma (z. B. als Teil der Abfindung) einen Bera-
ter, der bei der Neuorientierung und Suche einer geeigneten Position zur Seite
steht. In beiden Fällen ist die Dienstleistung für den Arbeitnehmer kostenlos.

Zeitarbeit – Sprungbrett
oder alternative
Beschäftigungsform?
„Zeitarbeit? Da werde ich doch nur ausgebeutet“, „Hire and Fire“, „Arbeit zweiter
Klasse“. Solche Ansichten spiegelten lange Jahre das Image der Zeitarbeit wie-
der. Das hat sich gewandelt, und die Branche boomt.

Der kleine Unterschied


Die Zeitarbeit oder Arbeitnehmerüberlassung, wie sie offiziell heißt, ist in
Deutschland gesetzlich geregelt. Sie haben bei einem Zeitarbeitsunternehmen
die gleichen Rechte wie jeder Arbeitnehmer, d. h. die gesetzliche Absicherung
wie Lohnfortzahlung im Krankheitsfall, Urlaubsanspruch usw. Aber: Sie arbei-
ten nicht bei „Ihrem“ Unternehmen, sondern Ihr Arbeitgeber leiht Sie – von we-
nigen Tagen bis zu maximal 24 Monaten – an andere Firmen aus.

Vorteile und Chancen


Tipp:
Viele Unternehmen nutzen Zeitarbeit, um geeignete Mitarbeiter zu finden. Sie Fragen Sie bei
lernen viele Menschen, die unterschiedlichsten Tätigkeiten, Unternehmen und mehreren Zeitarbeitsfirmen
deren „Kultur“ kennen, kurz: Sie gewinnen an Berufserfahrung! Die Bewerbung an. Sie können so Gesprächs-
ist relativ unproblematisch und unbürokratisch. Sie bekommen, bei passender erfahrungen sammeln und
Qualifikation, schnell Arbeit! Zeitarbeit kann zum Dauerjob werden, wenn Ihnen Ihren Marktwert testen.
die Einsätze bei verschiedenen Arbeitgebern und Branchen liegen!

Das sollten Sie unbedingt beachten

Vergleichen Sie die Leistungen der einzelnen Zeitarbeitsfirmen. Die Bezahlung ist
oft sehr unterschiedlich!

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BEWERBUNGSTRAINER

Last but not least –


Alternativen
Befristete Arbeitsverträge, Teilzeitarbeit, flexible Arbeitszeitmodelle

u Befristete Arbeitsverträge werden von Firmen gerne dann vergeben, wenn


sie eine Stelle oder deren Besetzung nicht langfristig zusichern wollen
oder können. Wenn Sie sich sicher sind, dass Ihnen die Tätigkeit liegt, fällt
es Ihnen vielleicht leichter, einer Befristung zuzustimmen.

u Flexible Arbeitszeitmodelle sind dazu da, die Arbeitszeit an saisonbeding-


te oder auch an kurzfristige Schwankungen des Arbeitsanfalls anzupassen.

u Altersteilzeit ab 55 ist ein neuer Weg des gleitenden Übergangs in den


Ruhestand (fragen Sie Ihr Arbeitsamt).

u Im neuen Teilzeitgesetz hat die Bundesregierung den Firmen mehr


Flexibilität bei der Gestaltung von Arbeitszeiten gewährt und für
Arbeitnehmer gleichzeitig das Recht auf Teilzeit gesetzlich verankert.

u Ob Teilzeit für Sie eine alternative Beschäftigungsform darstellt, hängt


von Ihrer persönlichen Lebensplanung und den regionalen Möglichkeiten
ab.

u Ein Teilzeit-Job, der die Existenzgrundlage sichert, kann Ihnen auch


Chancen eröffnen: Sie können parallel an Ihrem Wunschziel arbeiten,
z. B. indem Sie eine selbständige Tätigkeit beginnen oder sich das Wissen
aneignen, das Ihnen für Ihren Wunschberuf noch fehlt.

u Zum neuen Teilzeitgesetz hat das Bundesministerium für Arbeit eine


Broschüre herausgegeben und unter der Internetadresse www.teilzeit-
info.de ein Angebot mit weitergehenden Informationen eingerichtet.
Unter dieser Adresse bietet das Bundesministerium für Arbeit auch eine
Neuauflage seines kostenlosen Teilzeit-Gehaltsrechners an. Die Broschüre
kann schriftlich beim Bundesministerium für Arbeit und Sozialordnung,
Referat LP3, Rochusstraße 1 in 53123 Bonn oder per Telefon 01 80/51 51 510
oder Fax 01 80/51 51 51 1 bestellt werden.

Wichtig: Werkverträge, Freiberufler (Freelancer), Selbständigkeit


Die Verdienstmöglichkeiten,
die Ihnen als Freiberufler Eine Vielzahl von Dienstleistungen können auch als Ein-Mann-/Eine-Frau-
oder über Werkverträge Unternehmen oder in einer freiberuflichen Tätigkeit angeboten werden.
geboten werden, erscheinen Häufig werden Arbeiten projektbezogen auch im Rahmen von Werkverträgen
im ersten Moment oft vergeben. Als Berater, Trainer, Dozent, IT-Experte beispielsweise können Sie
verlockend. Aber Vorsicht: Erfolg haben, wenn Sie für Ihr Fach über das nötige Spezialwissen verfügen.
Sie verlassen das Netz der Aber auch Party- oder Hausmeisterservice, Fensterreinigung oder Fahrdienste
sozialen Absicherung einer usw. sind mögliche Arbeitsfelder. Wichtig ist immer, dass Sie in Ihrem Bereich
Festanstellung. Prüfen Sie gut sind und eine Marktlücke finden, die Sie ausfüllen können (WEGWEISER
deshalb immer auch Ihre S. 10).
langfristigen Perspektiven.

12
Werbung in eigener Sache –
mit Stellengesuchen starten Sie
Ihre eigene Anzeigenkampagne
Stellengesuche sind besonders dann zu empfehlen, wenn Sie einen Beruf ausüben,
der selten oder aktuell besonders gefragt ist. In anderen Fällen sollten Sie abwägen,
ob Sie gleich zu Beginn der Stellensuche mit teuren Anzeigen in Zeitungen starten.
Stellenanzeigen können Ihre „Vermarktungsstrategie“ aber sinnvoll ergänzen. Insbe-
sondere die meist kostenlosen Jobbörsen im Internetm sollten Sie in jedem Fall nutzen.
Hinweis: m
Siehe Jobbörsen im
Internet und Hinweise zu
Kurz und knackig Zeitungen und Zeitschriften
(siehe S. 6/7).
Eine Anzeige, die nicht auffällt, den Leser nicht fesselt, ist ihr Geld – oder die
investierte Zeit – nicht wert. Denken Sie dabei an Ihre Zielgruppe (Arbeitgeber)
und was diese über Sie erfahren möchte. Eine Anzeige muss:

u Ihr Ziel deutlich machen (Was wollen Sie?).


u Dem Leser dazu alles von Ihnen Wissenswerte sagen.
u Ihn mit wichtigen Argumenten überzeugen.
… und das in aller Kürze!

Strukturhilfe
Folgende Elemente sollte Ihre Anzeige enthalten:

u Einen „Aufreißer“, der auf Sie oder die von Ihnen gesuchte Position
aufmerksam macht
u Ihre persönlichen Daten (bei Chiffreanzeigen ohne Name, Adresse, Telefon)
u Fachliche und persönliche Qualifikation (Leistungsprofil!)
u Ihre Zielvorstellungen
u Ihre Terminvorstellung
u Eine positive Abschlussformulierung
u Kontaktmöglichkeit (zum Beispiel Chiffrenummer)

13
BEWERBUNGSTRAINER

Tipp:
Wenn Sie von Arbeitslosigkeit
bedroht sind, handeln Sie
gleich. Es ist günstiger für
Sie, wenn in der Anzeige das
Wort „ungekündigt“ erscheint.
Falls Sie arbeitslos sind,
übernimmt das Arbeitsamt
unter Umständen die Kosten
für eine Anzeige. Erkundigen
Sie sich.

Drei gelungene Beispiele


In Internet-Stellenbörsen können Sie zwar umfangreichere Angaben machen,
da hier der Platz meist nichts kostet. Aber auch dann gilt: Beschränken Sie
sich auf das Wesentliche. Personalverantwortliche sind immer in Zeitnot und
müssen in aller Kürze das Wichtigste von Ihnen erfahren.

Nach dem Erscheinen


Wichtig:
Halten Sie ab dem In den Tagen nach der Anzeigenschaltung (Erscheinungstermin beachten!)
Erscheinungstag Ihrer müssen Sie erreichbar sein. Bei Chiffre-Anzeigen sollten Sie mindestens
Anzeige einige komplette 14 Tage einplanen. Wichtig ist, dass Sie bei einer Antwort auf Ihre Anzeige
Bewerbungsmappen bereit. umgehend reagieren. In der Regel werden Sie anrufen und direkt einen
Wenn kurzfristig ein Gesprächstermin vereinbaren.
Gesprächstermin vereinbart
werden kann, kommen Sie
nicht in Nöte.

14
Sonderformen der Bewerbung
Kurzbewerbung
Tipp:
Bei der Initiativbewerbung oder bei der Beantwortung von Chiffreanzeigen Vergessen Sie nicht, im
empfiehlt sich eine Bewerbung in abgespeckter Form. Mitunter wird dies Anschreiben darauf hinzu-
auch in einer Stellenanzeige ausdrücklich gefordert. Die Kurzbewerbung be- weisen, dass auf Wunsch
steht aus: gerne die vollständigen
Unterlagen mit allen Zeugnis-
u Anschreiben u Lebenslauf u Foto (wird empfohlen) kopien zugesandt werden.

Die elektronische Bewerbung per E-Mail


Die Bedeutung des Internet für den Stellenmarkt wächst rasant. In gleichem
Maß wächst seine Bedeutung als Kommunikationsmittel. Eine Bewerbung per
E-Mail entspricht in Umfang und Stil der Kurzbewerbung. Sie empfiehlt sich bei

u Stellenanzeigen in Internet-Jobbörsen (siehe S. 7)


u Stellenanzeigen, die zur E-Mail-Bewerbung auffordern
oder

u als Form der Initiativbewerbung (z. B. bei IT- und Internetfirmen).


Medienspezifische Besonderheiten

u Sie sollten eine eigene E-Mail-Adresse angeben. Tipp:


Es gibt eine Vielzahl von
u Die Gestaltungselemente sind gegenüber einem papierenen Schreiben Anbietern, die das Einrichten
eingeschränkt. Verfallen Sie aber nicht dem Irrglauben, dass
von E-Mail-Adressen als
Rechtschreibregeln bei E-Mails eine untergeordnete Rolle spielen.
kostenlosen Service anbieten
Alle Elemente des Anschreibens und des Lebenslaufs müssen enthalten
(z. B. www.web.de,
sein. Und bitte fehlerfrei!
www.gmx.de,
u Fügen Sie der Mail keine Dokumente, z. B. als WORD-Datei, bei (Attach- www.hotmail.com).
ment). Manche Firmen öffnen diese wegen der Gefahr von Wenn Sie keinen eigenen
Computerviren nicht. Schreiben oder kopieren Sie die Texte direkt in das Internetzugang haben, kann
Mail-Textfenster. vielleicht jemand aus der
u Für fortgeschrittene Internetnutzer: Sie präsentieren sich auf einer eigenen Familie oder aus dem
Homepage, möglicherweise in einem geschützten Verzeichnis. In Ihre E-Mail- Freundeskreis helfen.
Bewerbung wird ein entsprechender Link aufgenommen. Dies kann Sie von
anderen Bewerbern positiv abheben, muss aber professionell gemacht
sein.

Die persönliche Bewerbung


Einfach in der Tür zu stehen und seine Dienste anzubieten, birgt einen gewis-
sen Überraschungseffekt mit schwer kalkulierbarem Ausgang. In kleineren
Handwerks- und Gewerbebetrieben ist dies aber durchaus eine Möglichkeit. Wichtig:
Dass gute Beziehungen im
In anderen Bereichen ist dieser Weg weniger üblich. Die persönliche Vorspra-
Beruf hilfreich sind, ist keine
che kann aber, z. B. im Vertrieb oder Verkauf, auch Chancen eröffnen. Wenn
neue Erkenntnis. Nutzen Sie
Sie das nötige Selbstvertrauen und Auftreten haben, bieten dazu unter ande-
Ihre.
rem auch Messen eine Gelegenheit. Sie müssen darauf vorbereitet sein, dass
Ihnen direkt auf den Zahn gefühlt wird. Wenn das Gespräch positiv verläuft,
notieren Sie sich sofort Ansprechpartner, Ort und Zeitpunkt. Schicken Sie an-
geforderte Unterlagen umgehend zu und beziehen Sie sich auf das Gespräch.
15
BEWERBUNGSTRAINER

Das Anschreiben –
Ihre erste Arbeitsprobe
Der erste Eindruck entscheidet oft über die
Einladung zum Vorstellungsgespräch

Ihr Anschreiben ist das Erste, was Ihr möglicher Arbeitgeber von Ihnen zu se-
hen bekommt. Ein amerikanischer Psychologe hat herausgefunden, dass sich
die Entscheidung für oder gegen eine Bewerbung innerhalb der ersten 10 Se-
kunden abspielt. Sicher ist: Sie können mit einem perfekten Anschreiben
schon sehr viel gewinnen. Legen Sie größte Sorgfalt auf die inhaltliche und
formale Ausarbeitung Ihres Anschreibens (wie auch der übrigen Bewerbungs-
unterlagen). Kaffeeflecken und Eselsohren empfehlen Sie nicht unbedingt für
wichtige Aufgaben.

Darauf kommt es an
Versuchen Sie, den Empfänger Ihres Schreibens davon zu überzeugen, dass
Sie hoch motiviert sind, in dieser Firma auf der ausgeschriebenen Position zu
arbeiten und dass Sie genau die richtige Frau/der richtige Mann für diese
Stelle sind. Machen Sie den Personalverantwortlichen neugierig, so dass er
Sie persönlich kennen lernen will.

Das soll ’rein

u Bezug auf eine Anzeige, ein Gespräch oder eine persönliche


Empfehlung. Bei einer Initiativbewerbung können Sie auch gleich zur
Sache kommen: „Seit 4 Jahren arbeite ich im Vertrieb im KFZ-
Zubehörhandel … möchte Ihnen gerne meine Mitarbeit anbieten …“ usw.
Tipp:
Jede Bewerbung erfordert ein u Die 2–3 wichtigsten Argumente, warum gerade Sie für diese Stelle
individuelles Bewerbungs- die/der Richtige sind. Packen Sie nicht Details aus dem Lebenslauf in
schreiben. Überprüfen Sie, das Anschreiben. Hier können Sie herausstellen, was Sie besonders
ob das Argument für Ihre interessant macht und was Sie von anderen Bewerbern unterscheidet.
Bewerbung bei der Firma A
genauso zutrifft wie bei der
u Auch ein persönliches Interesse, das sich mit dem Job gut verbinden
lässt, kann für Sie sprechen.
Firma B. Sie erreichen so,
dass der Empfänger sich u Nennen Sie den möglichen Eintrittstermin.
persönlich angesprochen
fühlt.
u Gehaltswünsche geben Sie an, wenn dies ausdrücklich gefordert wurde.
Heben Sie sich dieses Thema für das Vorstellungsgespräch auf.

u Freundliche Schlussformulierung, die deutlich hervorhebt, dass Sie sich


über ein persönliches Gespräch sehr freuen würden.

u Sie erzeugen erhöhte Aufmerksamkeit, wenn Sie in einer freundlichen


Anmerkung (PS) einen zusätzlichen Aspekt aufgreifen, der für Sie
spricht.

16
Den richtigen Ton treffen

u Persönliche Anrede ist immer besser als „Sehr geehrte Damen und
Herren …“ Ein Muss ist sie, wenn ein Name in einer Anzeige genannt
wird! Bei Initiativbewerbungen können Sie einen Ansprechpartner auch
telefonisch ermitteln (siehe S. 9).

u Grundton: freundlich und aufgeschlossen


u Kurze und prägnante Sätze
u Möglichst 08/15-Formulierungen wie „Hiermit bewerbe ich mich …“
vermeiden. Besser ist, wenn Ihre persönliche Einstellung deutlich wird:
„In Ihrer Anzeige vom … beschreiben Sie eine berufliche Aufgabe, die
mich besonders interessiert …“ oder „Als (z. B.) gelernte Arzthelferin
interessiere ich mich für die von Ihnen ausgeschriebene Position …“
usw.

Das sollten Sie wissen:


q Ihr Anschreiben und Ihr Foto werden zuerst beurteilt.

q Ihr Anschreiben enthält die wichtigsten Argumente, warum Sie die/der


Richtige sind.

q Ihr Anschreiben muss neugierig auf Ihre Bewerbungsunterlagen und


auf Sie persönlich machen.

q Ziel ist ein Gesprächstermin für ein Vorstellungsgespräch.

17
BEWERBUNGSTRAINER

Tipp:
Ein gutes Anschreiben
braucht Zeit. Nehmen Sie
sich dafür mehrere Stunden,
schlafen Sie eine Nacht
darüber und gehen Sie es am
nächsten Tag noch einmal mit
kritischer Feder durch. Lassen
Sie es einen guten Freund/
eine gute Freundin lesen, von
dem/der Sie wissen, dass Sie
eine ehrliche Rückmeldung
bekommen.

Technisch und formal alles in Ordnung?

u Den richtigen formalen Aufbau beachten. Weil wir in Deutschland genau


sind, gibt es dafür auch eine Norm (DIN 5008). Siehe auch Muster oben.

u Unbedingt Rechtschreib- und Grammatikfehler vermeiden (Korrektur


lesen lassen!)

u Beschränken Sie sich auf eine Seite.


u Gutes, weißes Papier verwenden (mind. 80-g-, besser 120-g-Papier).
u Keine Miniaturbuchstaben, sondern gut lesbare Schriftgröße.
u Am besten am Computer schreiben (Sie können einzelne Elemente aus-
tauschen). Anschreiben immer auf die ausgeschriebene Stelle abstellen!
Wenn Sie selbst keinen PC haben, fragen Sie im Bekanntenkreis. In
vielen Arbeitsämtern gibt es auch Bewerbungsbüros oder Bewerbungs-
Zentren mit PC. Sonst mit Schreibmaschine mit sauberem Schriftbild
erstellen. Wenn beides nicht vorhanden oder erreichbar ist, gehen Sie
zu einem Schreibbüro (Kosten: circa 10 - 20 € für ein Schreiben).

18
Der Lebenslauf Tipp:
Schreiben Sie keinen
Fahrplan durch Ihre Berufsbiografie Standardlebenslauf. Wenn
Sie sich für verschiedene
Stellen mit unterschiedlichen
Zusammen mit dem Anschreiben ist dieses Dokument der wichtigste Teil Tätigkeiten bewerben,
Ihrer Bewerbung. Wenn mit dem Anschreiben (und dem Foto, siehe S. 22) können Sie andere
ersteinmal das Interesse des Personalchefs geweckt und damit die erste Schwerpunkte setzen.

Hürde genommen ist, wird im zweiten Schritt Ihr Lebenslauf geprüft. Hier
müssen Sie deutlich machen, dass Ihre Qualifikationen und Erfahrungen zur
ausgeschriebenen Stelle passen.

Checkliste Inhalt
q Aus Ihrem m persönlichen Leistungsprofil wählen Sie alle relevanten
Daten für Ihren Lebenslauf aus (siehe auch Muster-Lebenslauf S. 21).
Hinweis m
Persönliches Leistungsprofil
(siehe STANDORT S. 9–13)
q Persönliche Daten
Vor- und Familienname, Adresse, Bewerbungs-Foto (kann auch auf das
Deckblatt), Geburtsort, Geburtsdatum (bei Erwachsenen ohne Angabe
von Eltern!), Familienstand und Anzahl der Kinder, für nichtdeutsche
Mitbürger: Staatsangehörigkeit.

q Besuchte Schulen und Abschlüsse


Angabe in Jahren.

q Studium an Hochschulen
Abschluss und Besonderheiten wie Auslandspraktika angeben
(insbesondere in jüngeren Berufsjahren zusätzlich Fächer, Schwer- Wichtig:
punkte, Thema Examensarbeit). Angaben in Anschreiben,
Lebenslauf und Zeugnissen
q Berufsausbildung und -praxis – lückenlos
müssen übereinstimmen!
Ausbildungsberuf, Ausbildungsfirma, Abschluss, dann alle beruflichen
Stationen mit Position und Firma jeweils mit Angabe von Monat und
Jahr – hier darf es ein bisschen ausführlicher sein und
Bemerkenswertes wie übertragene Verantwortung, Projekterfahrung,
besondere Leistungen usw. stichpunktartig erwähnt werden.

q Wehr- und Ersatzdienst, freiwilliges soziales oder ökologisches Jahr

q Betreuungs- und Erziehungszeiten


Zeiten der beruflichen Weiterbildung – ohne Förderung durch die
Arbeitsämter – während des Erziehungsurlaubs/der Elternzeit.

q Berufliche Weiterbildung
Alles, was mit Ihrer beruflichen Tätigkeit zu tun hat, heute aktuell ist
und zu Ihrer Stelle passt.

q Außerberufliche Weiterbildung, spezielle Kenntnisse und Erfahrungen


EDV-Anwendungen, Sprachen, handwerkliche Fertigkeiten; treffen Sie
eine Auswahl, die mit dem angestrebten Job harmoniert – also nicht
einen Töpferkurs angeben, wenn Sie sich als Sekretärin bewerben.

q Hobbys, Interessen, ehrenamtliches und soziales Engagement


Wichtiges nennen, zusätzlich alles, was im Zusammenhang mit der
Stelle Sinn gibt.

19
BEWERBUNGSTRAINER

Form und Aufbau


Tipp:
Wenn Sie schon etliche Berufsjahre u Kurz gefasst und klar gegliedert
vorzuweisen haben, beginnen Sie
nach den persönlichen Daten mit
u Benutzen Sie weißes, nicht zu dünnes Papier (80–120 g)
Ihrer letzten beruflichen Position/ u Schreiben Sie auf Schreibmaschine oder PC (siehe auch Anschreiben)
1
Tätigkeit, dann rückwärts bis zu u Umfang 1 bis 1 / , nur in Ausnahmefällen bis 3 Seiten
2

Ihrer Berufs- und Schulbildung.


Die darf dann knapper ausgeführt
u Absolut fehlerfrei (von jemandem durchlesen lassen)
werden, wenn’s schon eine Weile
her ist. Jüngere Bewerber mit weni-
Chronologisch oder thematisch?
ger Praxis können chronologisch u Sie können den Lebenslauf chronologisch in der Reihenfolge der
aufbauen. Hier können besondere Ereignisse oder thematisch gliedern (siehe nebenstehendes Muster).
schulische Leistungen hervorge- Bei der thematischen Gliederung orientieren Sie sich an der Checkliste
hoben werden. auf S.19.

u Zum Schluss immer Ort, Datum, Unterschrift


Besonders zu beachten, Tipps zum Inhalt

u Religiöses, politisches oder gewerkschaftliches Engagement erwähnen


Sie nur, wenn es im Zusammenhang mit der Stelle steht (also z. B. nur,
wenn Sie sich bei einer kirchlichen Institution, Gewerkschaft usw. bewer-
ben).

u Lücken in Ihrer Biographie dürfen nicht sein, das erweckt Misstrauen.


Sie sollten sie nennen und möglichst plausibel darstellen.
„Dreimonatiger Aufenthalt in Italien mit Sprachkurs“ klingt besser als
„Ich wollte mal richtig ausspannen“ (der Sprachkurs muss natürlich
Tipp: belegt werden). Falls Sie einmal arbeitslos waren, weisen Sie darauf hin,
Frauen, die kleinere Kinder haben,
wenn Sie die Zeit genutzt haben, um sich fortzubilden.
können kurz darauf hinweisen,
dass während der Arbeitszeit eine u Besonders für Frauen: Familienphasen müssen Sie nicht erklären oder
Versorgung sichergestellt ist. verstecken. Betonen Sie, was Sie bezüglich Organisation, Belastbarkeit,
Flexibilität usw. in der Arbeit mit Kindern geleistet und gelernt haben.

20
21
BEWERBUNGSTRAINER

Viele Unternehmer wissen das durchaus zu schätzen.


Tipp:
Viele Fotografen liefern heute
Polaroid-Bilder mit vier
So wird Ihre Bewerbung
Ausdrucken von einer
Aufnahme. Herkömmliche
komplett
Verfahren – mit Negativ –
haben einen Vorteil. Bei Bedarf Das Bewerbungs-Foto – zeigen Sie Ihre Schokoladenseite
können Sie Abzüge nachbestel- „Bild schlägt Text“ sagen Zeitungsmacher. Unterschätzen Sie nicht die
len. Lassen Sie vier unter- Wirkung des Fotos in Ihrer Bewerbungsmappe. Ein Bild kann Sympathie, aber
schiedliche Aufnahmen machen auch Ablehnung erzeugen, ohne dass Sie durch Ihre persönliche Erscheinung
und davon jeweils einen diesen Eindruck korrigieren können. Deshalb:
Abzug. Wählen Sie mit
Freunden – sich selbst zu beur- uKeine billigen Automatenbilder, sondern Aufnahmen vom Fotografen. Sie
wollen sich doch schließlich ins rechte Licht rücken (ansprechende
teilen fällt oft schwer – das Bild
Kleidung!).
mit der sympathischsten
Ausstrahlung aus. Bestellen Sie uVollkommen unmöglich: aus dem Familienfoto zurechtgeschnitten.
von diesem die benötigten
Abzüge. Das Geld für gute
uGröße: Bewerbungsfoto in der Größe von ca. 5 x 7 cm, besser etwas
größer.
Fotos ist eine Investition, die
sich lohnt! uDas Foto können Sie auf das Deckblatt oder rechts oben in den Lebenslauf
kleben.
uAuf Rückseite vorher mit Bleistift Namen vermerken (falls es sich löst).
Tipp:
Haben Sie umfangreiche
Anlagen (Zeugnisse), so kön- Die Zeugnisse
nen Sie auf einem zusätzlichen
uZeugnisse fügen Sie als Anlage Ihrer Bewerbung bei. Keine Originale,
Deckblatt übersichtlich auf- Kopien – unbeglaubigt – werden akzeptiert. Sie müssen nicht jedes
listen, welche Kopien im Zeugnis und jede Teilnahmebescheinigung beilegen, die Sie in Ihrem
Folgenden beigelegt sind. Leben erhalten haben. Im Einzelnen zur Orientierung:
uSchulzeugnisse (einschl. Berufsausbildung und Hochschule): Nur den
höchsten Abschluss belegen. Bei Bewerbern ab Mitte 30 / Anfang 40 kann
– je nach Beruf – auf Schulzeugnisse verzichtet werden, da zählt mehr
Ihre berufliche Leistung.
uArbeitszeugnisse: Auf Zeugnisse, die älter als 10 Jahre sind und mit
dem jetzigen Job nichts mehr zu tun haben, kann verzichtet werden. Alle
anderen legen Sie bei.
uWeiterbildungszertifikate/Seminarbescheinigungen usw.: Wählen Sie die
Zeugnisse und Bescheinigungen aus, die im Zusammenhang mit der
Stelle, für die Sie sich bewerben, von Bedeutung sind (diese nennen Sie
auch im Lebenslauf).

Das Deckblatt
Wie das Titelblatt eines Buches kommt auf die Bewerbung ein überwiegend
weißes Blatt mit den wichtigsten Informationen über Inhalt und Bewerber,
z. B.:
u„Bewerbungsunterlagen“ oder „Bewerbung als …“

22
uName der Firma, bei der Sie sich bewerben Tipp:
Das Anschreiben wird lose
uIhr Name
oben in die Mappe gelegt,
uIhre Adresse (dann nicht bei den persönlichen Daten im Lebenslauf alle anderen Unterlagen
wiederholen)
werden eingeheftet oder
uIhr Foto (wenn Sie es nicht lieber auf den Lebenslauf oben rechts kleben eingeklemmt.
wollen)

Die Mappe
Zum Schluss kommen alle Unterlagen in eine ansprechende Verpackung.
Im Fachhandel bekommen Sie Bewerbungsmappen in den unterschiedlich-
Wichtig:
sten Aufmachungen. Einige Tipps zur Auswahl:
Machen Sie sich von jeder
uDie Blätter müssen zum Kopieren entnommen werden können. Bewerbung eine Kopie.
Heben Sie diese zusammen
uKeine einzelnen Klarsichthüllen pro Blatt verwenden. mit der Stellenanzeige und
uKlipphefter oder Kunststoffmappen mit transparenter Vorderseite sind den Infomaterialien über
gut geeignet (ggf. Hinweis in der Stellenanzeige beachten). die Firma auf. Sie brauchen
diese Unterlagen, wenn Sie
uMit der Höhe der Position steigen die Anforderungen an die Ausführung. zum Vorstellungsgespräch
uDie Farbwahl hängt von der Branche ab (Bankbereich eher dezenter, eingeladen werden. Mitunter
Werbebereich etwas farbiger), sollte aber nicht zu „knallig“ sein. gibt es auch telefonische
Rückfragen von Personal-
Qualitäts-Check und Versand abteilungen!

uAlle Unterlagen vorhanden?


(Anschreiben, Deckblatt, Foto, Lebenslauf, Zeugniskopien)
uFehlerprüfung durchgeführt?
uZeugniskopien gut lesbar?
uVersandtasche ausreichend groß?
(Empfehlung: weiß und kartonverstärkt)
uAdresse und Absender richtig angegeben, saubere Schrift?
uAdresse mit Anschreiben identisch, Ansprechpartner genannt?
uRichtig frankiert? (Keine Standardfrankierung durch die Post)
Das müssen Sie wissen:

q Ihre Bewerbungsunterlagen müssen für sich alleine sprechen, jeder


Teil hat seine Funktion und muss seine Wirkung erfüllen.

q Ihr Anschreiben und Ihr Foto werden zuerst beurteilt. Sie müssen
neugierig auf Ihre Bewerbungsunterlagen und Sie persönlich machen.

q Ihr Anschreiben enthält die wichtigsten Argumente, warum Sie die/der


Richtige für genau diese Stelle und diese Firma sind.

q Ihr Lebenslauf gibt in knapper Form eine Übersicht über Ihr Können.
Die Zeugniskopien sind beigefügte Belege Ihrer Kompetenz.

23
BEWERBUNGSTRAINER

Das Vorstellungsgespräch
Glückwunsch! Wenn Sie zum Vorstellungsgespräch gebeten werden, haben Sie
bereits eine erste große Hürde genommen: Sie sind in die engere Wahl gekommen.
Nun heißt es für Sie, sich gut zu präsentieren und das Unternehmen zu überzeugen.

Vor-Check

u Bewerbung noch einmal durchlesen (oft wird darauf Bezug genommen).


u Persönliches Leistungsprofil (STANDORT S. 9–13) durchgehen: Welche
Punkte sind für diese Firma interessant? Konzentrieren Sie sich auf Ihre
Stärken!
u Was hat Sie bewogen, sich genau bei dieser Firma zu bewerben?
u Welche Informationen haben Sie über die Firma? (Wo gibt’s Infos?
Siehe S. 5)
u Was haben Sie für die ausgeschriebene Stelle Besonderes zu bieten?
u Rahmenbedingungen: Stecken Sie für sich Ihre Grenzen ab! (Siehe
STANDORT S. 13)
u Gehalt: Wissen Sie, was Sie wollen und was marktüblich ist? (Siehe S. 30/31)
u Anreise und Timing planen: Sie sollten pünktlich und ausgeruht ankommen!
Das passende Outfit
In Ihrer Kleidung sollten Sie sich wohlfühlen und sie der Branche anpassen.
Der Monteur im Nadelstreifen-Zweireiher wirkt ebenso deplatziert wie der Justiziar
im Jogginganzug. Der Super-Mini, ein tiefes Dekolleté oder freie Sicht auf die
behaarte Männerbrust mögen bei anderen Gelegenheiten Pluspunkte bringen,
im Vorstellungsgespräch nicht! Im Zweifel lieber dezent und etwas „besser“ an-
gezogen sein. Von Kopf bis Fuß sollten alle Accessoires zum Gesamtbild passen.

Ein paar Verhaltenstipps

u Einer erfahrenen Personalleitung machen Sie nicht so leicht ein X für ein
U vor. Überzeugend wirken Sie, wenn Sie ehrlich zu sich selbst stehen.
u Freundlich und offen gewinnen Sie Menschen am ehesten für sich.
u Nehmen Sie Ihre Gesprächspartner ebenso ernst, wie Sie selbst behandelt
werden wollen.
u Ein gewisses Lampenfieber gehört dazu und gibt Ihnen, wie einem Sportler
oder Schauspieler, erst den nötigen „Drive“.
u Je besser vorbereitet Sie in das Gespräch gehen, um so gelassener können
Sie sein.
u Antworten Sie möglichst genau auf die Fragen. Holen Sie dabei nicht zu
weit aus oder schweifen Sie nicht in Randbereiche ab.
u Eines soll hier noch einmal betont werden: Sie verkaufen Ihre Arbeitskraft,
für den Unternehmer nichts Ungewohntes. Sie sind Verhandlungspartner,
nicht Bittsteller.

24
Ein „typischer“ Gesprächsverlauf
Konzentrations-Phase

q Nehmen Sie sich direkt vor dem Gespräch einige Minuten nur für sich.
Am besten sind Sie 20 Minuten vor dem Termin schon in der Nähe der
Firma und gehen einige Minuten an der frischen Luft spazieren. Gehen Sie
aufrecht, atmen Sie tief durch und konzentrieren Sie sich auf sich selbst
und Ihr Anliegen. Werden Sie sich Ihrer selbst bewusst. Gehen Sie optimi-
stisch in das Gespräch. Sie können nichts verlieren, nur etwas gewinnen.

„Aufwärm-Phase“

q Begrüßen Sie Ihren Gesprächspartner und andere anwesende Personen Tipp:


mit festem Händedruck und merken Sie sich vor allem den/die Namen. Auch ohne Worte sendet Ihr
Im Verlauf des Gespräches sollten Sie ihn/sie ruhig bei passender Gelegen- Körper Botschaften: Blicken
heit erwähnen. Wenn Ihnen ein Getränk angeboten wird, nehmen Sie es Sie Ihrem Gegenüber offen in
an. Alkoholisches lehnen Sie ab. Auch auf das Rauchen sollten Sie verzich- die Augen, ohne zu fixieren.
ten. Stehen und sitzen Sie auf-
recht. Sprechen Sie mit fester,
q Ihr Gastgeber wird zunächst versuchen, durch Smalltalk eine positive
deutlicher Stimme.
Gesprächsatmosphäre zu schaffen, z. B. mit folgenden Fragen:
Versuchen Sie locker und ent-
„Wie war die Anreise?“, „Sind Sie bei diesem Wetter gut durchgekom-
spannt zu sein und – bitte
men?“, „Kennen Sie X-Stadt?“, „Hatten Sie schon Urlaub?“ u. ä.
lächeln.
Antworten Sie locker, ohne das Thema zu sehr zu vertiefen.

Fragen, auf die Sie gefasst sein müssen


Manchmal wird auch direkt mit Fragen begonnen. Meist wird Ihr Gegenüber
anfangs aber etwas über das Unternehmen und die zu besetzende Stelle
sagen, bevor er Fragen an Sie stellt. Hören Sie genau zu, jetzt bekommen
Sie die Infos über Ihren zukünftigen Job. Sie können bereits hier Ihrem
Gesprächspartner zeigen, dass Sie sich vorab informiert haben.
Spätestens danach wird man Ihnen in einer Vertiefungsphase konkrete
Fragen stellen, dabei tauchen gewisse Fragen in abgewandelter Form immer
wieder auf.

25
BEWERBUNGSTRAINER

q Fragen zu Ihrer Persönlichkeit und Motivation: Wie q Warum wollen Sie Ihre derzeitige Firma verlassen?
würden Sie sich kurz charakterisieren? Warum wollen Sie Ihren Arbeitsplatz wechseln?
Man will abklären, ob Sie zur Firma, zum Team pas- Auch diese Frage zielt auf eine Analyse Ihrer
sen, wie Ihre Motivation und Ihr Arbeitsstil sind usw. Motivation ab. Sie sollten auf alle Fälle eine positive
Antwort
q Wo liegen Ihre Stärken und Schwächen? Wie würden finden (Sie möchten weiterkommen, suchen bessere
Sie sich kurz charakterisieren? Was waren Ihre größ-
ten Erfolge/Leistungen/Misserfolge? Entwicklungsmöglichkeiten). Hüten Sie sich davor,
Ihre Stärken präsentieren Sie, wie Sie es in Ihrem über Ihre(n) jetzigen/früheren Arbeitgeber schlecht zu
persönlichen Leistungsprofil (siehe STANDORT S. 9–13) reden, dies wird Ihnen negativ angerechnet.
vorbereitet haben. Bei den Schwächen wäre es unglaub- q Wie erläutere ich meine Kündigung?
würdig, keine zu haben. Überlegen Sie sich, welche Sie Vermeiden Sie Ausflüchte („Ich weiß nicht warum …“)
in Bezug auf die Stelle nennen wollen (Sie sind in kei- und erklären Sie möglichst plausibel den Grund der
nem Verhör!). Es gibt durchaus Schwächen, die auf Kündigung. Eine Entlassung aus betrieblichen
der anderen Seite auch Stärken sein können oder die Gründen, insbesondere, wenn mehrere Personen
Sie menschlich sympathisch machen. betroffen sind, kann prinzipiell leicht nachvollzogen
werden. Auch ein Zerwürfnis mit Ihrem Vorgesetzten
q Warum bewerben Sie sich bei unserer Firma? kann als Grund
Warum bewerben Sie sich auf diese Stelle?
Was reizt Sie an der Stelle? akzeptiert werden, wenn dies in Ihrer beruflichen
Diese Frage zielt auf Ihre Motivation. Bei der Antwort Laufbahn nicht wiederholt vorkommt. Auch hier üben
sollte unbedingt Ihr großes Interesse deutlich werden. Sie sich besser in vornehmer Zurückhaltung: „Mit
Niemand stellt jemanden gern ein, für den die meinen Vorgesetzten kam ich immer hervorragend
Position nur eine Verlegenheitslösung ist oder weil er aus, aber mit Frau/Herrn XY kam ich einfach nicht auf
nichts anderes bekommt. einen Nenner.“

q Warum sind Sie Ihrer Meinung nach für diese Stelle q Was machen Sie in Ihrer Freizeit? Welche Hobbys
geeignet? Fragen zu Ihrer fachlichen Qualifikation, haben Sie? Treiben Sie Sport?
beruflichem Werdegang, Aus- und Weiterbildung, Diese Fragen dienen dazu, Ihre gesamte Persönlich-
früheren Arbeitsverhältnissen keit kennen zu lernen, nicht nur die berufliche Seite.
Mit den Antworten haben Sie noch einmal die Möglich- Ihre Aktivitäten und Engagements können auch etwas
keit, Ihre Kompetenz darzustellen. Gehen Sie auch mal über Ihren Umgang mit anderen Menschen und Ihre
ins fachliche Detail, man will ja schließlich erkennen, Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen, aus-
wo Ihr Know-how liegt. Machen Sie deutlich, warum sagen.
gerade Sie für die Firma interessant sind. Haben Sie q Fragen zu Arbeitskonditionen
keine Scheu, gute Leistungen auch offensiv darzustellen. Wann könnten Sie bei uns anfangen? Klären Sie vor-
Es wird auch bewertet, ob Sie sich gut verkaufen können. her ab, wann Sie wechseln (Kündigungsfristen beach-

ten!) und ob Sie früher das Arbeitsverhältnis beenden könnten. Gehalt siehe
Tipp: „Gehaltsverhandlungen“ S. 30/31.
Wenn Ihnen „unzulässige“
Fragen gestellt werden, Unzulässige und kritische Fragen
gehen Sie souverän damit
um. Also antworten Sie Grundsätzlich darf ein potenzieller Arbeitgeber alles fragen, was für das
auf die Frage nach dem künftige Arbeitsverhältnis von Bedeutung ist, vor allem wenn es im
Kinderwunsch nicht „Darauf Zusammenhang mit der Stelle und den zu erbringenden Aufgaben steht.
muss ich nicht antworten“, Unzulässig sind Fragen nach:
sondern „Das ist für mich
kein Thema“.
u Schwangerschaft, auch Kinderwunsch oder Familienplanung
u Religions- oder Partei- und Gewerkschaftszugehörigkeit (nur zulässig in
sogenannten Tendenzbetrieben wie Kirchen, Parteien usw.)
u Vorstrafen: Fragen sind nur zulässig, wenn die zukünftige Aufgabe dies
erfordert (z. B. Frage an LKW-Fahrer wegen Verkehrsdelikten).
u Gesundheitszustand: Fragen hierzu sind nur erlaubt, soweit an ihrer
Beantwortung für die Arbeit, den Betrieb oder die übrigen Arbeitnehmer
ein berechtigtes Interesse besteht.
u Vermögensverhältnissen

26
Diese Fragen müssen Sie nicht beantworten, ohne dass Ihnen später
daraus ein Nachteil entstehen darf.

Noch Fragen Ihrerseits?


Mit Ihren Fragen zeigen Sie Ihr Interesse und können das Gespräch aktiv mitgestalten.
Grundsätzlich sollten Sie am Ende alles fragen, was für Ihre persönliche Entschei-
dungsfindung notwendig ist und im Laufe des Gesprächs nicht geklärt wurde. Fra-
gen können Sie z. B. nach Ihrem zukünftigen Arbeitsplatz, den Entwicklungsmöglich-
keiten oder mit wem Sie zusammenarbeiten werden. Fragen Sie aber nicht gleich als
erstes nach der Höhe Ihres Urlaubsgeldes und den Sozialleistungen. Notieren Sie Ihre
Fragen vorher auf einem Zettel, das ist durchaus professionell. Tipp:
Abhängig von der jeweiligen
Ein starker Abgang Situation und Position kann
ein kurzes Schreiben nach
Eine Nachlässigkeit zum Abschluss kann den guten Eindruck verwischen. Wenn es gut dem Treffen wirkungsvoll
gelaufen ist, kann auch ein Gefühl der Erleichterung aufkommen. Achten Sie darauf, sein, in dem Sie sich für das
dass Sie in so einem Fall nicht einen zu vertraulichen Ton anschlagen. Wenn Sie viel- interessante Gespräch
leicht bei der einen oder anderen Frage unsicher waren oder jetzt zum Schluss die bedanken. Bringen Sie Ihr
Konzentration nachlässt: Bewahren Sie Haltung und bleiben Sie gelassen. Verab- Interesse an der Stelle noch
schieden Sie sich freundlich von allen Beteiligten. Stellen Sie die Frage nach dem wei- einmal zum Ausdruck. So
teren Vorgehen, ohne auf eine Entscheidung zu drängen: Sollen Sie sich telefonisch bringen Sie sich positiv in
melden, oder gibt die Firma Ihnen Bescheid? Wann können Sie mit einer Nachricht Erinnerung.
rechnen?

Die Nachbereitung
Bereiten Sie jedes Bewerbungsgespräch sorgfältig nach. Notieren Sie Namen von
Ansprechpartnern, Ihre Eindrücke vom Unternehmen, welche Anforderungen wur-
den gestellt, mit welchen Fragen haben Sie nicht gerechnet, was können Sie künftig
besser machen usw. Dies wird Ihnen bei Ihrer Entscheidungsfindung und bei weiteren
Gesprächen helfen – und macht Ihr Auftreten professioneller.

Ein zweites Vorstellungsgespräch


Oftmals kommt es zu einer zweiten Vorstellungsrunde. Dann geht es in der Regel
„nur“ noch um zwei oder drei Bewerber. Was unterscheidet das zweite vom ersten Ge-
spräch? Im zweiten Gespräch werden Themen vertieft. Das bedeutet, dass Sie es ge-
nauso ernst nehmen und sich ebenso gründlich vorbereiten – auch zu den gleichen
Themen wie beim ersten Mal. Häufig treffen Sie beim zweiten Gespräch auf einen er-
weiterten Personenkreis. Besonders diesen Personen, z. B. der Fachabteilungsleitung,
müssen Sie dann Rede und Antwort stehen. Sie sollten dabei nicht von Angaben aus
Dasersten
dem müssen Sie abweichen
Gespräch wissen: müssen (umfallen). Die anderen haben Sie schon
beim Mit
ersten Mal überzeugt. Sonst würde
dem Vorstellungsgespräch sindes kein
Sie zweites
schon eineGespräch geben.
Runde weiter. Jetzt
q
möchte man Sie persönlich kennen lernen!
q Der erste Eindruck entscheidet, achten Sie auf Kleidung und gepflegtes Äußeres.
q Bleiben Sie natürlich, Ehrlichkeit überzeugt am besten.
q Offen und freundlich können Sie Leute für sich einnehmen.
q Bewerbungsunterlagen und persönliches Leistungsprofil vorher durchlesen.

27
BEWERBUNGSTRAINER

Einstellungstest und
Personalfragebogen
Zurück auf die Schulbank?

Tests und Auswahlverfahren gibt es wie Sand am Meer. Allgemeinwissen,


Konzentrationsfähigkeit, logisches Denken, Kreativität, Durchsetzungs-
vermögen oder gar Intelligenz sollen dabei festgestellt werden. Der Wunsch
hinter solchen Verfahren ist immer der gleiche: Ein scheinbar objektives,
wissenschaftlich begründetes Ergebnis soll Ihre Eignung für die Stelle fest-
stellen. Personalfragebögen werden verwendet, um Ihre Bewerberdaten in
der jeweiligen Firmenstruktur zu erfassen. Sie können manchmal aber auch
versteckte Persönlichkeitstests enthalten („Nennen Sie Ihre Vorbilder, Ihre
Lieblingsautoren, Ihre persönlichen Stärken und Schwächen“ usw.).

Das Wichtigste in Kürze

u Niemand kann Sie zu einem Test oder zum Ausfüllen eines Personal-
fragebogens zwingen.
u Wenn Sie nicht mitmachen, schwinden aber auch Ihre Chancen, die
Stelle bei der Firma zu bekommen.
u Wenn Ihnen unvorbereitet ein Test vorgelegt wird: Gehen Sie mit
gesundem Menschenverstand und konzentriert an die Aufgaben.
Andere kochen auch nur mit Wasser.
u Ratgeber zu den einzelnen Testverfahren können Ihnen helfen! (Siehe
Buchtipps PLANER S. 11.)

28
Nachfragen
Wenn Sie nach einer Bewerbung oder einem Vorstellungsgespräch längere
Zeit nichts mehr hören, können Sie beim Arbeitgeber nachfragen. Grundsätz-
lich gilt: nicht ärgerlich werden und höflich bleiben.

Schriftlich anfragen
Nutzen Sie einen kurzen Brief, um Ihr Interesse und Ihre Eignung für die
ausgeschriebene Stelle hervorzuheben. Falls Sie noch nicht zum Vorstel-
lungsgespräch eingeladen waren: Bieten Sie nochmals an, dass Sie gerne für
ein persönliches Gespräch zur Verfügung stehen.

Telefonisch nachfassen
Wichtig:
Wenn Sie sich entscheiden, telefonisch nachzufassen, sollten Sie sich auf Fragen Sie nicht zu früh nach.
das Gespräch gut vorbereiten. Unter Umständen nutzt die Personalleitung die Vier Wochen müssen Sie für
Situation, um eine offene Frage anzusprechen. Also: Bewerbungsunterlagen den Entscheidungsprozess
und persönliches Leistungsprofil durchlesen und neben das Telefon legen. innerhalb der Firma anset-
Versuchen Sie, direkt an die entscheidende Person für Ihre Angelegenheit zu zen. Vorher sollten Sie nicht
kommen (siehe S. 9). Beziehen Sie sich auf Ihre Bewerbung vom … als … anfragen. Beachten Sie, wenn
Fragen Sie nach, ob über die Besetzung der Stelle schon entschieden wurde Termine in der Anzeige oder
und bis wann mit einer Entscheidung zu rechnen sei. Bringen Sie Ihr Inter- einem Zwischenbescheid der
esse zum Ausdruck und bieten Sie ein persönliches Gespräch an. Firma genannt wurden.

Mit Absagen richtig umgehen


Bei einer Bewerbung einen negativen Bescheid zu bekommen, ist immer mit
Enttäuschung verbunden. Besonders, wenn Ihnen das Unternehmen gut
gefallen hätte. Die Frage ist, wie damit umgehen. Sie können jetzt zum
Telefonhörer greifen, bei der Firma anrufen und Ihrer Enttäuschung Luft
machen. Das würde Sie aber nicht weiterbringen.

Ein netter Brief


Je nach Situation können Sie einen kurzen Brief schreiben, in dem Sie Ihr Be-
dauern mitteilen, dass Sie die Stelle nicht erhalten haben. Betonen Sie, dass
Ihnen die Firma sehr gut gefällt und Sie weiter Interesse an einer Anstellung
haben. So landet Ihre Bewerbung vielleicht wieder auf dem Stoß: „Interes-
sant, bei Neueinstellungen beachten“.

Telefonische Rückfrage
Sie können Ihr Interesse auch telefonisch mitteilen. Ein Anruf bei der Personal-
leitung kann Ihnen zudem im Einzelfall Rückschlüsse geben, warum man sich
anders entschieden hat. Das kann Ihnen bei der nächsten Bewerbung weiterhel-
fen.

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BEWERBUNGSTRAINER

Gehaltsverhandlungen
Wer zu hoch pokert, ist schnell aus dem Rennen. Ins eigene Fleisch schneidet,
wer zu wenig verlangt. Die Gehaltsfrage ist knifflig. Sie möchten nichts ver-
schenken – Ihr zukünftiger Arbeitgeber auch nicht. Vorausgesetzt, beide sind
sich in dem Gespräch klar geworden, dass Sie und die Firma zusammenpas-
sen, werden sie ernsthaft nach einer Lösung suchen. In der Regel sitzt Ihnen
ein verhandlungssicherer Personalspezialist gegenüber. Sie sollten sich des-
halb gewissenhaft vorbereiten.

Vorbereitung: sich selbst Klarheit verschaffen

u Was haben Sie bisher verdient? (Alle Zusatzleistungen berücksichtigen)


u Was möchten Sie zukünftig verdienen?
u Was wird am Markt für diese Position durchschnittlich gezahlt?
Informationen dazu erhalten Sie bei Berufsverbänden, Gewerkschaften,
Vergleichslisten in Zeitungen und Zeitschriften (insbesondere
Wirtschaftspresse) oder im Internet (z. B. www.evita.de, Rubrik JOBworld
oder www.focus.de, Rubrik Jobs, Beruf und Karriere).

u Was haben Sie mehr zu bieten, um ein höheres Gehalt zu begründen?


u Prüfen Sie anhand dieser Fragen, wie Sie Ihren Marktwert einschätzen.
Legen Sie für sich eine Mindestsumme und eine Obergrenze fest. Prüfen
Sie, ob die Untergrenze für Ihre Lebenshaltungskosten ausreicht.

Monats- oder Jahresgehalt


Das Gehalt setzt sich aus dem Monatsgehalt und zusätzlichen Leistungen wie
13. und 14. Monatsgehalt, Firmenwagen oder -wohnung, bezuschusste Kinder-
gartenplätze usw. zusammen. Vor allem die Nebenleistungen sind von Branche
zu Branche und auch zwischen den einzelnen Firmen sehr unterschiedlich.
Rechnen Sie deshalb alles zusammen, was Sie an Leistungen während eines
Jahres bekommen, und definieren Sie für sich ein Jahresgehalt. Sie können
dann besser vergleichen. Ähnlich müssen Sie bei einem Angebot berücksichti-
gen, was die neue Firma Ihnen an Zusatzleistungen bietet, und diese mit einbe-
rechnen. Berücksichtigen Sie auch Zulagen für Wochenend-/Nacht-/Messe-Ar-
beit.

Verhandlungsstrategie
Die Gehaltsfrage sprechen Sie möglichst spät an. Es ist gut, wenn Sie sich
vorher eine Verhandlungsstrategie überlegen. Möglichkeiten sind z. B.:
uSie warten ab, was die Firma Ihnen für ein Angebot macht und entschei-
den dann, ob Ihnen dieses zusagt (das ist die schlechteste Variante, weil
Sie damit signalisieren, dass Sie nicht wissen, was Sie wollen. In der
Regel werden Sie nach Ihren Vorstellungen gefragt).
uSie gehen von Ihrem letzten Gehalt aus und signalisieren, dass Sie sich

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verbessern möchten oder nicht verschlechtern wollen.
Wichtig:
uSie wissen, was Sie wollen, und nennen auf die Frage nach Ihren Gehalts- Sehen Sie Ihr Gehalt immer in
vorstellungen eine konkrete Summe. Diese setzen Sie so an, dass für Verbindung mit den Sozial-
Sie ein Verhandlungsspielraum bleibt. Eine Mindestsumme, die Sie nicht leistungen des Unternehmens
unterschreiten wollen, haben Sie vorher festgelegt. und eventuellen Zusatz-
uSie nennen eine Gehaltsspanne von Euro xxx bis Euro yyy. Der leistungen. Sie schließen ein
Arbeitgeber wird voraussichtlich an der unteren Grenze ansetzen. Sie ver- Paket ab, das insgesamt Ihren
suchen dann, nach Probezeit, Einarbeitung etc. eine Aufstockung des Vorstellungen und Bedürfnissen
Gehalts zu vereinbaren (diese dann aber schriftlich fixieren, nicht entsprechen muss.
Formulierungen wie z. B. „… wird geprüft“).

Nicht zu vorsichtig agieren Tipp:


Wenn die Verhandlung an
Wenn Sie in allen Punkten der Vertragsverhandlung zu sehr auf Sicherheit be- einer bestimmten Summe fest-
dacht sind, können Sie auch den Eindruck entstehen lassen, dass Sie Ihren gefahren ist, können Sie versu-
Qualitäten nicht vertrauen. Also stimmen Sie getrost einer Probezeit (von ma- chen, mit Nebenleistungen
ximal 6 Monaten) zu. Wenn Sie sich sicher sind, dass Sie der/die Richtige für etwas Boden gut zu machen: z.
die Stelle sind, können Sie auch souverän mit einer Bewährungszeit umge- B. Umzugskosten, Fahrgeldzu-
hen. Auch bei befristeten Arbeitsverträgen sollten Sie nicht zögern, wenn der schuss, Erfolgsprämien, PC,
Job für Sie interessant ist. Befristete Einstellungen werden zunehmend üblich Laptop, Handy zur freien
und sind als Chance für einen Dauerarbeitsplatz zu sehen. Verfügung, Zusage für Weiter-
bildungen usw., immer abhän-
gig von der jeweiligen Position.

Das müssen Sie wissen:


q Überlegen Sie sich vor einer Verhandlung, was Sie wollen. Legen Sie
eine Unter- und Obergrenze für sich fest.
q Wenn Sie mehr als das Marktübliche verlangen, müssen Sie das
begründen können.
q Sie verhandeln immer über ein Paket, beziehen Sie Sozial- und
Zusatzleistungen in die Betrachtung mit ein.

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