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DEUTSCHE NORM August 1988

Akkumulatoren und Batterieanlagen ß


Einsatz von Gerätebatterien VDE 0510
Teil 7

Diese auch vom Vorstand des Verbandes Deutscher Elektrotechniker (VDE) e.V. genehmigte Norm ist damit zugleich
eine VDE-Bestimmung im Sinne von VDE 0022. Sie ist unter obenstehender Nummer in das VDE-Vorschriftenwerk auf-
genommen und in der etz Elektrotechnische Zeitschrift bekanntgegeben worden.

Batteries and battery installations;


Application of portable batteries for use in equipment

Für den Anwendungsbereich dieser Norm bestehen auch Festlegungen in IEC 86-1, Ausgabe 1987, die übersetzt als
DIN IEC 86 Teil 1 vorliegt.

Beginn der Gültigkeit


Diese Norm (VDE-Bestimmung) gilt ab 1. August 1988.
Entwürfe waren veröffentlicht als DIN VDE 0510 Teil 7/11.85 und als DIN VDE 0510 Teil 7 A 1/05.87.

Inhalt
Seite
1 Anwendungsbereich . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 2
2 Begriffe . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 2
3 Bedienungsanleitung/-anweisung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 2
4 Maße und Austauschbarkeit von Zellen und Batterien . . . . . . . 2
5 Sicherheit gegen Verpolen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 2
6 Schutz vor Fehlbehandlungen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 2
7 Batteriefächer . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 3
8 Maßnahmen bei Unfällen mit Batterien . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 3
9 Kennzeichnung und Entsorgung von Gerätebatterien . . . . . . . . 3

Fortsetzung Seite 2 bis 4

Deutsche Elektrotechnische Kommission im DIN und VDE (DKE)


Seite 2 DIN VDE 0510 Teil 7

1 Anwendungsbereich Der Ersatz von 1,5-V-Zellen durch Bleizellen oder Lithium-


Diese Norm gilt für die Unterbringung, die Schaltung und zellen mit höherer Spannung kann Gefahren für den Be-
den Betrieb von Primärbatterien und Akkumulatoren der nutzer und das Gerät in sich bergen.
verschiedensten elektrochemischen Systeme, wie sie zur 4.3 Batterien
Stromversorgung von elektrischen Geräten benutzt wer-
Batterieausführungen, insbesondere mehrzellige, die auf-
den. Sie enthält Festlegungen, die den Geräte- und Batte-
grund ihrer Nennspannung miteinander austauschbar
riekonstrukteur verpflichten, betriebsmäßige Fehlbehand-
sind, dürfen in ihren Maßen übereinstimmen.
lungen von Batterien zu verhindern, und die den Benutzer
ausreichend informieren sollen.
5 Sicherheit gegen Verpolen
2 Begriffe
5.1 Batteriefächer sind so zu gestalten, daß
Gerätebatterie
Die Gerätebatterie dient vorwiegend zur Energieversor- – falsches Einlegen der Batterie nicht möglich ist oder
gung von Geräten und Geräteteilen. Sie bildet mit diesen – ein Betreiben der Stromverbrauchs- und Ladegeräte
eine Funktionseinheit. Als Gerätebatterien werden mei- bei falsch eingelegter Batterie, auch bei der Reihen-
stens wartungsfreie Batterien verwendet (aus DIN 40729/ schaltung mehrerer Zellen,
05.85). sicher verhindert wird.
Weitere Begriffe siehe DIN 40729 sowie DIN IEC 86 Teil 1. 5.2 Die Lage der einzelnen Zellen oder Batterien ist
durch deutliche und dauerhafte Umrißzeichnungen und
3 Bedienungsanleitung/-anweisung Kennzeichnung der Polanordnung durch das Symbol „Bat-
terielage“ nach DIN 30600 Reg.-Nr 109 zu markieren.
Der Gerätebenutzer ist durch eine Bedienungsanleitung/-
anweisung in deutscher Sprache über folgende batterie-
spezifische Punkte zu informieren:
6 Schutz vor Fehlbehandlungen
a) Vorgesehene bzw. verwendbare Batteriesysteme und
Batteriemaße nach DIN-IEC-Normen 6.1 Primärbatterien
b) Polrichtiges Einsetzen der Batterien Primärbatterien dürfen nicht geladen werden. Der Geräte-
c) Ladevorschriften im Falle wiederaufladbarer Batterien hersteller muß dies
d) Verbot der Ladung von Primärbatterien – durch Gestaltung der Batteriefächer
e) Lager- und Temperaturbedingungen – die Geräteauslegung oder
f) Wartungsanleitung – zumindest eindeutige Bedienungsanleitung/-anwei-
g) Hinweise zur Gefahrenverhütung und Maßnahmen sung
nach Unfällen sicherstellen.
h) Entsorgungsvorschriften. Alle Primärbatterien, die aufgrund ihrer Kontaktgestaltung
Die Bedienungsanleitung/-anweisung für die Gerätebatte- ohne Werkzeug ausgetauscht werden, müssen den Hin-
rie darf Bestandteil der Gebrauchsanweisung des be- weis tragen: Nicht laden! Bei Knopfzellen muß dieser Hin-
stückten Gerätes sein. Besonders wichtige Hinweise müs- weis mindestens auf der Verpackung stehen.
sen im oder am Batteriefach wiederholt sein. 6.2 Akkumulatoren
Die für die Batterien geltenden Ladevorschriften sind ein-
4 Maße und Austauschbarkeit von Zellen und zuhalten. Der Geräte- und Ladegeräte-Hersteller muß den
Batterien vorgeschriebenen Ladebetrieb durch
– Gestaltung der Batteriefächer
4.1 Knopfzellen
Bei Verwendung von – Geräteauslegung oder
– alkalischen Primärzellen (Mangandioxid MnO2, Silber- – zumindest eindeutige Bedienungsanleitung/-anwei-
oxid Ag2O, Quecksilberoxid HgO, Luftsauerstoff O2 sung
und ähnliche) sicherstellen.
– 1,5-V-Lithiumzellen 6.3 Thermische Fehlbehandlung
– wiederaufladbaren Nickel-Cadmium-Zellen Alle Gerätebatteriesysteme dürfen nicht überhitzt werden.
führt ein Austauschen zu keiner Gefahr für den Benutzer. Überhitzung durch Wärmeentwicklung führt zur Zerstö-
Solche Zellen dürfen demzufolge maßgleich ausgeführt rung der Batterie und im Einzelfall auch des Gerätes. Je
sein. nach Batterietyp können ätzende und/oder giftige Flüssig-
Lithium-Knopfzellen mit höherer Spannung sollen sich in keiten oder Gase austreten. Batterien sind deshalb in Ge-
den Maßen von 1,5-V-Zellen unterscheiden, um ein Ver- räten so zu plazieren, daß ihr zulässiger Temperaturbe-
tauschen auszuschließen. reich nicht überschritten wird.
4.2 Rundzellen, Flachzellen und prismatische 6.4 Mechanische Einflüsse
Zellen Die Batterie ist vor mechanischen Beschädigungen zu
Diese Zellen sind mit allen 1,5-V-Ausführungen unterein- schützen. Diese können zum Austreten gefährlicher Che-
ander austauschbar. Nickel-Cadmium-Zellen sind in diese mikalien führen. Daraus können Kurzschlüsse entstehen,
Austauschbarkeit eingeschlossen, sofern der Geräteher- die eine Überhitzung und nachfolgende Öffnung weiterer
steller dies nicht untersagt. Zellen verursachen.
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6.5 Schutz vor Umpolung bei Tiefentladung 7.4 Bei der Dimensionierung der Batteriefächer sind
Batterien sind so zu laden bzw. zu verwenden, daß jede die zulässigen Maßtoleranzen für Batterien nach
Zelle den gleichen Lade- bzw. Entladezustand besitzt (Ab- DIN IEC 86 Teil 2 zu beachten. Es sind federnde Gegen-
griffe im Batterieverband führen zu unterschiedlicher Ent- kontakte vorzusehen.
ladung). Es dürfen nur Zellen bzw. Batterien gleichen Typs 7.5 In Batteriefächern, in denen Akkumulatoren gela-
und gleichen Alters in Reihenschaltung verwendet wer- den werden, dürfen keine funkenbildenden Bauelemente
den. angeordnet sein. Eine Zündung eventuell bei der Ladung
Die vom Batteriehersteller vorgegebene maximale Anzahl entstehender Gase ist zu verhindern. Die Gase müssen
der Zellen sowie eventuell notwendige Schutzmaßnah- nach außen entweichen können.
men für eine Reihenschaltung sind zu beachten, um die Wenn eine räumliche Trennung von Batteriefach und fun-
Umpolung einzelner Zellen bei Tiefentladung des Batterie- kenbildenden Bauelementen nicht möglich ist, ist für eine
verbandes zu vermeiden. Je nach Batteriesystem kann Lüftung des Batteriefaches Sorge zu tragen.
eine Umpolung zur Zerstörung der Batterie bzw. zu Be-
schädigungen des Gerätes, z.B. durch Auslaufen der Bat- 8 Maßnahmen bei Unfällen mit Batterien
terie, und zur Gefährdung des Benutzers führen. Geräte-
seitig darf durch einen Unterspannungsschutz für das 8.1 Verschlucken von Knopfzellen
Abschalten des Verbrauchers gesorgt werden. Gegeben durch die Maße kann es vorkommen, daß
Knopfzellen verschluckt werden. Durch die Magensäfte
6.6 Schutz vor elektrischer Überlastung
muß mit einem Undichtwerden der Zellen innerhalb weni-
Geräte und Batterien sind durch Schutzeinrichtungen ge- ger Stunden gerechnet werden, wodurch Verätzungen der
gen Kurzschluß und Überlastung zu schützen, sofern die Schleimhäute und gegebenenfalls eine Vergiftung auftre-
Energie der Batterie ausreicht, Personen- oder Geräte- ten können. In der Betriebsanleitung/-anweisung muß
schäden hervorzurufen. festgelegt sein, daß unverzüglich ärztliche Hilfe in An-
spruch genommen werden muß.
7 Batteriefächer Auf der Verpackung von Knopfzellen muß der Hinweis:
7.1 Batteriefächer zur Unterbringung der Batterien in „Von Kindern fernhalten“ aufgedruckt sein*).
elektrischen Geräten sind – wo eben möglich – so zu ge- 8.2 Verätzungen oder Vergiftung als Folge
stalten, daß sie gegenüber den funktionellen Geräteteilen undichter Batterien
abgetrennt und von außen zugänglich, aber geschlossen Sollten in Extremfällen Batterien undicht werden, muß mit
sind. dem Austritt von Elektrolyt oder Gasen gerechnet werden.
Anmerkung: Primärbatterien und Akkumulatoren können Um Verätzungen oder eventuell Vergiftungen zu verhin-
undicht werden. Sowohl verschlossene als auch dern, muß der Benutzer in der Bedienungsanleitung/-an-
gasdichte Akkumulatoren haben eine Sicherheits- weisung auf diese mögliche Gefahr hingewiesen werden.
einrichtung (Ventil), bei deren Ansprechen Gas
und/oder Elektrolyt austreten können. 9 Kennzeichnung und Entsorgung von
7.2 Die Batteriefächer müssen leicht zugänglich sein, Gerätebatterien
damit sowohl das Auswechseln von Batterien als auch das Alle Zellen, die Quecksilber, Cadmium oder Blei als elek-
Reinigen der Batteriefächer und der Kontaktierung mög- trochemisch aktive Substanzen enthalten, sollten als ent-
lich sind. sorgungspflichtig und eventuell auch verwertungswürdig
7.3 Die Kontakte in den Batteriefächern sollen aus kor- gekennzeichnet werden. Gesetzliche Vorschriften sind in
rosionsbeständigem Material bestehen. Vorbereitung.

*) Hierzu sind internationale Festlegungen im TC 35 in Vorbereitung (IEC 35(Sec)625, Juni 1986).


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Zitierte Normen
DIN 30600 Graphische Symbole; Registrierung, Bezeichnung
DIN 40729 Akkumulatoren; Galvanische Sekundärelemente; Grundbegriffe
DIN IEC 86 Teil 1 Primärbatterien; Allgemeines; Identisch mit IEC 86-1 Ausgabe 1987
DIN IEC 86 Teil 2 Primärbatterien; Spezifikationsblätter; Identisch mit IEC 86-2 Ausgabe 1982
IEC 35(Sec)625 Inclusion of a new clause on safety in Publ. 86-1

Weitere Normen
DIN 40765 Stahl-Akkumulatoren; Gasdichte Nickel-Cadmium-Akkumulatoren; Knopfzellen mit Masseplatten;
Kapazitäten, Hauptmaße, Technische Werte
DIN 40766 Nickel-Cadmium-Akkumulatoren; Gasdichte Nickel-Cadmium-Akkumulatoren in zylindrischen oder
prismatischen Gehäusen mit positiven Sinterplatten; Nennkapazitäten, Hauptmaße, Kennwerte
DIN 40768 Stahl-Akkumulatoren; Gasdichte Nickel-Cadmium-Akkumulatoren; Batterien 6 V und 12 V aus
Knopfzellen mit Masseplatten; Hauptmaße, Technische Werte
DIN 43534 Blei-Akkumulatoren; Wartungsfreie verschlossene Akkumulatoren mit Gitterplatten und festgeleg-
tem Elektrolyt; Kapazitäten, Spannungen, Hauptmaße, konstruktive Merkmale, Anforderungen
DIN VDE 0510 Bestimmung für Akkumulatoren und Batterie-Anlagen
IEC 285 Sealed nickel-cadmium cylindrical rechargeable single cells
IEC 509 Sealed nickel-cadmium button rechargeable single cells
IEC 622 Sealed nickel-cadmium prismatic rechargeable single cells

Erläuterungen
Diese Norm wurde vom Unterkomitee 371.2 „Sicherheitsbestimmungen für Batterien und Batterieanlagen“ der Deutschen
Elektrotechnischen Kommission im DIN und VDE (DKE) erarbeitet.

Internationale Patentklassifikation
H 01 M 10/00

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