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Unterrichtspräsentation zu:

Pflege Heute
Recht 7. Auflage

Unterrichtspräsentation zu:
Pflege Heute
7. Auflage

Erstellt von Jörg Schmal Erstellt durch Jörg Schmal © Elsevier GmbH, München
Gliederung

1. Grundgesetz
2. Strafrecht
3. Zivilrecht
4. Berufsbezogene Gesetze
5. Arbeitsrecht und Arbeitsschutzrecht

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Lernziele
• Die Lernenden können das Grundgesetz definieren und pflegerelevante Grundrechte
benennen
• Die Lernenden kennen die Grundlagen des Strafrechts und pflegerelevante
Straftatbestände
• Die Lernenden können die Begrifflichkeit des Behandlungsvertrags unter
haftungsrechtlichen Gesichtspunkten einordnen
• Die Lernenden können das Erbrecht beschreiben und die Unterschiede verschiedener
Testamentsformen benennen
• Die Lernenden kennen berufsbezogene Gesetze bezüglich ihrer Zielsetzung und ihres
Inhalts
• Die Lernenden können im Arbeitsvertrag Pflichten des Arbeitgebers und Arbeitgebers
benennen
• Die Lernenden kennen besondere Gesetze und Inhalte des Arbeitsschutzrechts

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1. Grundgesetz
• Definition
• Inhalt
• Grundrechte

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1. Grundgesetz - Definition
Frage

Was ist das Grundgesetz?

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1. Grundgesetz - Definition

• Das Grundgesetz kann mit der Verfassung verglichen werden


• Das Grundgesetz enthält Regelungen zur grundlegenden Ordnung eines
Staates und die grundsätzliche Zielsetzung
− Diese Grundlagen sollten allgemein gehalten sein und sich auf das Wesentliche
beschränken
− Diese Grundlagen sollten lange Bestand haben (unverändert bleiben) und nicht laufend
geändert oder angepasst werden
• Das Grundgesetz enthält Rechtsnormen, welche nicht für die Abwicklung
des Alltags benötigt werden

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1. Grundgesetz - Inhalt

• Abschnitt I: Darstellung der Grundrechte


• Abschnitt II: Regelung über die Staatsform und das Verhältnis zwischen Bund und
Ländern
• Abschnitt III-VI: Regelungen über die Bundesorgane (Bundestag, Bundesrat,
Bundespräsident, Bundesregierung)
• Abschnitt VII: Regelung zur Verteilung der Gesetzgebungskompetenzen zwischen
Bund und Länder, Details zu Gesetzgebungsverfahren
• Abschnitt VIII, VIIIa: Regelung zur Ausführung der Bundesgesetze,
Bundesverwaltung, Gemeinschaftsaufgaben
• Abschnitt IV: Regelungen zur Rechtsprechung
• Abschnitt X: Regelungen zum Finanzwesen
• Abschnitt Xa: Regelungen zum Verteidigungsfall

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1. Grundgesetz - Grundrechte

Grundrechte sind
Abwehrrechte des
einzelnen Menschen
gegenüber dem Staat

Staatliche Eingriffe in diese


Rechte der Menschen sind Beispiel
entweder Recht auf Leben und
• ganz ausgeschlossen oder nur körperliche Unversehrtheit
• unter bestimmten bedingt Verbot von Eingriffen
Voraussetzungen erlaubt in das Leben

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1. Grundgesetz - Grundrechte

Grundrechte
sind
Teilhaberechte

Einzelne Menschen Beispiel


haben Anspruch auf Schutz der Menschenwürde
• Leistungen des Staates oder bedingt Anspruch auf
• die Nutzung staatlicher Grundsicherung oder Recht
Angebote
auf freie Berufswahl

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1. Grundgesetz – Arbeitsauftrag zu den Grundrechten

Arbeitsauftrag
Recherchieren Sie die Inhalte zu den nachfolgenden
Grundrechten:
• Art. 1 GG
• Art. 2 GG
• Art. 3 GG
• Art. 5 GG
• Art. 12 GG

Diskutieren Sie anschließend die Relevanz für die pflegerische


Tätigkeit

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2. Strafrecht
• Definition
• Sterbehilfe
• Schweigepflicht
• Körperverletzung
• Urkundenfälschung
• Freiheitsberaubung
• Unterlassene Hilfeleistung und Aussetzung

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2. Strafrecht - Definition

Frage

Welche Aufgaben hat das Strafrecht?

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2. Strafrecht - Definition

Das Strafrecht als Teil des öffentlichen Rechts,


umfasst Gesetze, die es dem Staat ermögliche,
Verletzungen von Rechtsgütern durch Sanktionen
zu ahnden. Die entsprechenden Vorschriften sind
u.a. im Strafgesetzbuch zusammengefasst

Das Strafrecht schützt somit das Zusammenleben


der Menschen innerhalb des Staates

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2. Strafrecht – Definition (Aufgabe)

Verknüpfen Sie die Rechtsgüter mit den Straftatbeständen

Rechtsgut Strafbestand

Leben Diebstahl (§242 StGB)


Freiheit Vergewaltigung (§177 StGB)
Eigentum Mord, Totschlag (§211, 212 StGB)

Sexuelle Selbstbestimmung Körperverletzung (§223 StGB)

Persönliche Ehre Betrug (§263 StGB)


Vermögen Freiheitsberaubung (§239 StGB)

Körperliche Unversehrtheit Trunkenheit im Verkehr (§316 StGB)

Sicherheit im Straßenverkehr Beleidigung (§185StGB)

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2. Strafrecht – Definition (Lösung)

Lösung

Rechtsgut Strafbestand
Leben Mord, Totschlag (§211, 212 StGB)
Freiheit Freiheitsberaubung (§239 StGB)
Eigentum Diebstahl (§242 StGB)
Sexuelle Selbstbestimmung Vergewaltigung (§177 StGB)
Persönliche Ehre Beleidigung (§185StGB)
Vermögen Betrug (§263 StGB)
Körperverletzung (§223 StGB)
Körperliche Unversehrtheit

Sicherheit im Straßenverkehr Trunkenheit im Verkehr (§316 StGB)

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2. Strafrecht – Grundlagen der Strafbarkeit

Frage

Was ist der Unterschied zwischen einer


versuchten, einer fahrlässigen und einer
vorsätzlichen Straftat?

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2. Strafrecht – Grundlagen der Strafbarkeit

Vorsätzliche
Fahrlässige Strafe Versuchte Straftat
Straftat
• Sorgfalt wird • Von Tat wird • Tatbestand
außer Acht zurückgetreten • Rechtswidrigkeit
gelassen • Die Tat wird • Schuld
• Ergebnis einer verhindert
Handlung ist
nicht gewollt
• Ursache liegt in
vermeidbaren
Verhalten

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2. Strafrecht – Täter, Anstifter, Beihilfe

• Als Täter wird bestraft, wer die Straftat


Täter selbst oder durch einen anderen begeht
(§25 Abs. 1 StGB)

• Anstifter wird gleich Täter bestraft, wer

Anstifter vorsätzlich einen anderen zu dessen


vorsätzlich begangener rechtswidriger
Tat bestimmt hat (§26 StGB)

Beihilfe • Hilfe zu vorsätzlich begangener


rechtswidriger Tat (§27 Abs. 1 StGB)

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2. Strafrecht - Sterbehilfe

© mod. nach Siefarth, 2015

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2. Strafrecht – Verletzung der Schweigepflicht

Wer unbefugt ein fremdes Geheimnis (…) offenbart, das ihm als Arzt, (…)
oder Angehörigen eines anderen Heilberufes, der für die Berufsausübung
oder die Führung der Berufsbezeichnung eine staatlich geregelte Ausbildung
erfordert, (…) anvertraut worden war oder sonst bekannt geworden ist, wird
mit Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder mit Geldstrafe bestraft.
Den (…) Genannten stehen ihre berufsmäßig tätigen Gehilfen und die
Personen gleich, die bei ihnen zur Vorbereitung auf den Beruf tätig sind.
(Auszug aus §203 StGB)

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2. Strafrecht – Verletzung der Schweigepflicht

Pflegende erfahren viele private Pflegende zählen neben Ärzten,


und intime Details von ihren Physiotherapeuten und weiteren
Patienten. Pflegende und Heilberufen zu der Gruppe der
Geheimnisträger. Reinigungskräfte und
Patienten stehen hier in einem
der Hausmeisterservice zählen z.B. nicht
Vertrauensverhältnis. Ihnen dazu.
werden im Rahmen ihrer
Berufsausübung Geheimnisse
anvertraut.

Geheimnisträger dürfen die anvertrauten


oder sonstig bekannt gewordenen
Geheimisse nicht an unbefugte Dritte
offenbaren.
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2. Strafrecht – Verletzung der Schweigepflicht

Frage

In welchen Fällen liegt eine Befugnis zur


Offenbarung eines Geheimnisses vor?

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2. Strafrecht – Verletzung der Schweigepflicht

Eine Befugnis zur


Eine Offenbarung meint die Offenbarung liegt vor, wenn
schriftliche, mündliche oder • Zustimmung
sonstige Weitergabe eines • Mutmaßliche Einwilligung
• Notstand, Abwendung
Geheimnisses.
ernstlicher Gefahren
• Befugnis aufgrund
gesetzlicher Vorschriften
z.B. Infektionsschutz-
gesetz, Gesetz zur
Kooperation und
Information im
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Kinderschutz
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2. Strafrecht – Verletzung der Schweigepflicht

Berücksichtigung der Schweigepflicht u.a. bei:


• Pflegevisite
• Datenschutz; elektronische Datenverarbeitung
• Umgang mit Kurven
• Auskünfte am Telefon
• Information an mutmaßliche Angehörige oder
unbefugte Dritte

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2. Strafrecht - Körperverletzung

Wer eine andere Person körperlich misshandelt oder an der Gesundheit


schädigt, wird mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe
bestraft. Der Versuch ist strafbar.
(§223 StGB)
Wer durch Fahrlässigkeit die Körperverletzung einer anderen Person
verursacht, wird mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe
bestraft.
(§229 StGB)

Jeder Eingriff in die körperliche Unversehrtheit eines Menschen ist aus


juristischer Sicht eine Körperverletzung

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2. Strafrecht – Körperverletzung

Frage

Welche pflegerelevanten Beispiele für eine


Körperverletzung kennen Sie?

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2. Strafrecht – Körperverletzung (Beispiele)

Katheterisieren
Einläufe Rasur

Körper-
waschung Operation
Injektion

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2. Strafrecht - Körperverletzung

Die Strafbarkeit einer Körperverletzung entfällt nur bei einer


wirksamen Einwilligung:
• Einwilligungsfähigkeit (geistige Einschränkungen,
Volljährigkeit)
• Verfügungsbefugnis (keine bewusste Gefährdung des
eigenen Lebens)
• Aufklärung zur bewussten und freiwilligen Einwilligung
(Bewusstsein über Tragweite der Einwilligung, Information
zu alternativen Maßnahmen)
• Erkennbarkeit der Einwilligung (ausdrückliche oder
stillschweigende Einwilligung)

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2. Strafrecht - Urkundenfälschung

Wer zur Täuschung im Rechtsverkehr eine unechte Urkunde


herstellt, eine echte Urkunde verfälscht oder eine unechte oder
verfälschte Urkunde gebraucht, wird mit Freiheitsstrafe bis zu fünf
Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.
(§267 StGB)

Bereits der Fälschungsversuch ist strafbar!

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2. Strafrecht - Freiheitsberaubung

Wer einen Menschen einsperrt oder auf andere Weise der Freiheit
beraubt, wird mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit
Geldstrafe bestraft. Der Versuch ist strafbar.
(§239 StGB)

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2. Strafrecht – Freiheitsberaubung

Frage

Welche pflegerelevanten Beispiele für eine


Freiheitsberaubung kennen Sie?

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2. Strafrecht – Freiheitsberaubung (Beispiele)

Fuß-, Körper- Arm anbinden


und Handfesseln für Infusions-
Roll-, Nachtstuhl lösung
mittels Bremsen
fixieren

Narkose
Bettgitter
Medikamentöse
Sedierung

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2. Strafrecht – Freiheitsberaubung (gerechtfertigte)

Einwilligung • Bewusste und freiwillige Einwilligung

Notstand • Abwendung einer unmittelbaren,


gegenwärtigen und ernsthaften Gefahr
(§34 StGB)

Notwehr • Notwehr liegt z.B. dann vor, wenn ein


Patient aggressiv wird und Personal,
(§32 StGB) Mitpatienten oder Besucher angreift

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2. Strafrecht - Freiheitsberaubung

• Freiheitsbeschränkende Maßnahmen ohne Einwilligungen bedürfen zuvor einer


richterlichen Genehmigung
• Bei Notwehr oder Notstand kann ein Arzt oder eine Pflegedienstleitung eine
freiheitsbeschränkende Maßnahme zunächst ohne richterlichen Beschluss anordnen;
diesen gilt es umgehend nachzuholen
• Eine freiheitsbeschränkende Maßnahme muss unverzüglich mit Abklingen der Gefahr
aufgehoben werden

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2. Strafrecht – Unterlassene Hilfeleistung und Aussetzung

Wer bei Unglücksfällen oder gemeiner Gefahr oder Not nicht Hilfe leistet, obwohl dies
erforderlich und ihm den Umständen nach zuzumuten, insbesondere ohne erhebliche
eigene Gefahr und Verletzung anderer wichtiger Pflichten möglich ist, wird mit
Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder Geldstrafe bestraft.
(§323c StGB)

Wer einen Menschen in eine hilflose Lage versetzt oder in einer hilflosen Lage im Stich
lässt, obwohl er ihn in seiner Obhut hat oder ihm sonst beizustehen verpflichtet ist und
ihn dadurch der Gefahr des Todes oder einer schweren Gesundheitsschädigung
aussetzt, wird mit Freiheitsstrafe von 3 Monaten bis zu 5 Jahren bestraft.
(§221 StGB)

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2. Strafrecht – Unterlassene Hilfeleistung und Aussetzung

• Opfer ist in eine hilflose Lage versetzt und kann sich selber nicht
helfen
• Täter kommt nicht seiner Obhut- und Beistandspflicht nach
• Ein Schaden durch die Aussetzung muss nicht zustande kommen,
alleine die Gefahr eines Schadens reicht aus

Patientenrufanlage Neugeborenen
Verlassen der unbeaufsichtigt
außer Reichweite Sitzwache zurücklassen

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3. Zivilrecht
• Behandlungsvertrag
• Pflicht zum Schadensersatz
• Erbrecht
• Patientenverfügung

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3. Zivilrecht – Behandlungsvertrag

• Patient und Krankenhaus


gehen gegenseitige
Verpflichtung ein
• Schriftform nicht notwendig
 stillschweigende
Zustimmung z.B. beim
Erscheinen in der
Notaufnahme,
Geschäftsführung ohne
Auftrag
• Betrifft Pflegende zunächst
nicht  Rechtsstellung
ergibt sich aus den Pflichten
des Arbeitsvertrags

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3. Zivilrecht – Pflicht zum Schadensersatz

• Haftung nicht nur für das eigene


Verhalten, sondern auch für das
Wer schuldhaft Rechtsgüter Verhalten von Hilfspersonen
eines anderen verletzt, ist zum • Recht auf Entschädigung bei
Ersatz des Schadens schuldhafter Schädigung durch
verpflichtet, der dem Verletzten ärztliche Maßnahme gegenüber
dadurch entsteht
Krankenhaus und Arzt
• Recht auf Entschädigung bei
schuldhafter Schädigung durch
pflegerische Maßnahme
gegenüber Krankenhaus und
Pflegenden
• Schmerzensgeld bei erlittenem
Schaden

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3. Zivilrecht - Erbrecht

Kein Testament Testament

Gesetzliche Erbfolge Gewillkürte Erbfolge

Ehepartner und nächste


Testierfähigkeit,
Verwandte (i.d.R.
Erbvertrag, Testament,
Kinder); sonst
Nottestament
entferntere Verwandte

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3. Zivilrecht – Erbrecht

Frage

Worin liegt der Unterschied zwischen einem


eigenhändigen und einem notariellen
Testament?

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3. Zivilrecht - Erbrecht

Eigenhändiges Testament Notarielles Testament


• Wird selbständig verfasst und • Willen wird gegenüber dem
unterschrieben Notar erklärt
• Durch eigene Schrift soll eine • Alternativ Übergabe eines
Fälschung vermieden werden offenen oder verschlossenen
• Kann beim Erblasser Testaments
aufbewahrt werden • Notar beurkundet die
• Kann in amtliche Verwahrung Erklärung
gegeben werden

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3. Zivilrecht - Erbrecht
Voraussetzungen
Dreizeugentestament (Form des
Nottestaments)
• Drei volljährige Zeugen, die der Sprache des
Nottestament Testaments mächtig sind
• Niederschrift der mündlichen
• Bei bevorstehendem Tod Willenserklärung
oder Testierunfähigkeit • Keine Verwandtschaft in gerader Linie zum
• Bei bislang fehlendem Erblasser
Testament • Keine Vorteile der Zeugen durch
• Gelten nur für drei Monate Nottestament, kein Interessenskonflikt
• Wird ungültig, wenn der • Eigenhändige Unterzeichnung der Zeugen
Betroffene nach Ablauf der • Während Verfassung alle Zeugen permanent
Zeit noch lebt anwesend
• Erblasser ist bei Bewusstsein und
geschäftsfähig (Testierfähigkeit)

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3. Zivilrecht - Patientenverfügung

Patientenverfügung

• Festlegung, ob und wie man in einer bestimmten


Krankheitssituation behandelt werden möchte
• Wünsche sind vom Arzt und von Pflegenden zu respektieren
• Eine Zuwiderhandlung gilt als Körperverletzung
• Bevollmächtige oder Betreuer müssen den Wünschen
Geltung verschaffen
• Patientenverfügungen sind grundsätzlich gültig, müssen
aber auf den Einzelfall anwendbar sein
• Prüfung des konkreten Einzelfalls im Gespräch mit dem Arzt;
bei Problemen existiert eine Schiedsstelle der Deutschen
Hospizstiftung

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4. Berufsbezogene Gesetze
• Arznei- und Betäubungsmittelgesetz
• Infektionsschutzgesetz
• Medizinproduktegesetz
• Transplantationsgesetz

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4. Berufsbezogene Gesetze – Arznei- und Betäubungsmittelgesetz

Arzneimittelgesetz (AMG) Betäubungsmittelgesetz (BtMG)


• Richtet sich in erster Linie an Hersteller • Regelungen im Umgang mit
und Vertreiber von Arzneimitteln Substanzen, die Suchtpotential
• Definiert welche Substanzen als besitzen
Arzneimittel zu betrachten sind • Verschreibungsfähige Wirkstoffe
• Qualitätskriterien und Bestimmungen sind einzeln aufgeführt
für Herstellung, Zulassung, • Rechtliche Grundlage für
Registrierung, Kennzeichnung und Verwahrung, Dokumentation und
Abgabe Abgabe von Betäubungsmitteln in
• Regeln für Verpackung und Information Einrichtungen des
• Vorschriften zur Haftung bei Gesundheitswesens
unerwünschten Wirkungen

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4. Berufsbezogene Gesetze - Infektionsschutzgesetz

Infektionsschutzgesetz (IfSG)
Ziele Regelungen und Inhalte

• übertragbare Krankheiten • Allgemeine Aufklärungsarbeit


beim Menschen vorbeugen • Organisation von
• Infektionen frühzeitig Schutzimpfungen
erkennen • Meldepflicht bestimmter
• Weiterverbreitung verhindern Infektionskrankheiten
• Aufenthalts- und
Beschäftigungsverbote

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4. Berufsbezogene Gesetze - Medizinproduktegesetz

Medizinproduktegesetz (MPG)
Medizinprodukte sind… Regelungen und Inhalte
• …einzeln oder miteinander • Zielt auf europaweite Regelung
verbunden verwendete des Verkehrs und der Qualität
Instrumente, Apparate, von Medizinprodukten
Vorrichtungen, Stoffe, • CE-Zeichen
Zubereitungen aus Stoffen und • Regelungen zu Anforderungen an
andere Gegenstände den Betrieb
• …auch Software zur Erkennung, • Regelungen zur Qualifikation,
Behandlung, Überwachung und welche im Betrieb mit
Linderung von Krankheit, zur Medizinprodukten benötigt
Kompensation von Veränderung werden
und Empfängnisverhütung

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4. Berufsbezogene Gesetze - Transplantationsgesetz


Transplantationsgesetz (TPG)
• Auftrag zur Aufklärung der Bevölkerung über Organspenden und
Organtransplantationen
• Bestimmungen über die Abgabe der Erklärung zur Organspende
und zu den Spenderausweisen
• Voraussetzungen für die Entnahme von Geweben und Organen
bei toten und lebenden Spendern
• Regelungen über die Durchführung der Entnahmen und die
Verteilung der Spenderorgane sowie Dokumentationspflichten

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5. Arbeitsrecht und Arbeitsschutzrecht
• Arbeitsvertrag
• Gesetze zum Arbeitsschutzrecht

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5. Arbeitsrecht- und Arbeitsschutzrecht - Arbeitsvertrag

Frage

Welche Pflichten haben Arbeitgeber und


Arbeitnehmer gemäß einem Arbeitsvertrag?

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5. Arbeitsrecht und Arbeitsschutzrecht – Arbeitsvertrag

Pflichten des Arbeitgebers und Arbeitnehmers

Arbeitgeber Arbeitnehmer

● Pflicht zur Zahlung des ● Pflicht zur Arbeitsleistung

Arbeitsentgelts ● Pflicht zum Gehorsam

● Fürsorgepflicht ● Treuepflicht

● Gleichbehandlungsgrundsatz ● Verschwiegenheitspflicht

● Wettbewerbsverbot

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5. Arbeitsrecht und Arbeitsschutzrecht – Gesetze zum Arbeitsschutzrecht

• Verhinderung von Überforderungen und damit


verbundenen Gesundheitsschäden durch Festlegung
Arbeitszeitgesetz von täglichen und wöchentlichen Höchstarbeitszeiten,
Anspruch auf Pausen und Mindestruhezeiten

• Erhaltung der Gesundheit von Arbeitnehmern durch


Bundesurlaubsgesetz Festlegung eines jährlichen Mindesturlaubs

• Sicherstellung, dass im Falle einer Erkrankung zunächst


Entgeltfortzahlungs- für sechs Wochen Lohn oder Gehalt weiterhin bezahlt
gesetz wird, sodass eine Erkrankung für einen Arbeitnehmer
keine Bedrohung seiner Existenz darstellt

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5. Arbeitsrecht und Arbeitsschutzrecht – Gesetze zum Arbeitsschutzrecht

Jugendarbeits- • Sicherung der ungestörten Entwicklung von


Jugendlichen durch verschiedene
schutzgesetz Beschäftigungsverbote

• Schutz der Gesundheit von Mutter und


(ungeborenem) Kind und Sicherstellung eines
Mutterschutzgesetz ungestörten Verlaufs der Schwangerschaft durch
Beschäftigungs- und Kündigungsverbote

• Freistellung bei einer akuten Erkrankung eines


Pflegezeitgesetz nahen Angehörigen

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Wiederholungsfragen
• Wann sind Eingriffe des Staates in die Rechte des Menschen erlaubt?

• Nennen Sie 3 Beispiele für Grundrechte!

• Was bedeutet eine “Offenbarung” und unter welchen Umständen liegt eine Befugnis für eine
Offenbarung vor?

• Welche Bedingungen müssen gegeben sein, dass die Strafbarkeit einer Körperverletzung
entfällt?

• Eine Betreuerin verweigert die Fixierung ihres Patienten, obwohl dieser sich bereits zweimal in
der Nacht den ZVK gezogen hat. Dürfen die Pflegekräfte den Patienten trotzdem fixieren?
Begründen Sie Ihre Antwort!
• GKP Sara ist alleine im Nachtdienst. Sie hat eine Patientin, die andauernd klingelt und sich mit
Sara über Klatsch und Tratsch unterhalten will. Sara hat aber viel zu tun und kann aufgrund des
ständigen Klingelns ihre Aufgaben nicht gewissenhaft erledigen. Kurzerhand nimmt sie der
Patientin die Klingel fort. Ist Saras Handeln rechtsmäßig? Begründen Sie Ihre Antwort.
• Frau Mayer liegt auf der Palliativstation und befürchtet, dass die kommende Nacht ihre
letzte sein wird. Sie ruft ihren Pfleger und sagt ihm, dass sie ihren letzten Willen
verfassen möchte. Sie hat weder Kinder noch einen Mann und möchte, dass ihre beste
Freundin alles erbt. Frau Mayer ist vierfachorientiert und der Pfleger nimmt ihren
Wunsch Ernst. Er reicht ihr ein Papier, gleichzeitig holt er noch eine Physiotherapeutin
und einen Arzt hinzu, die beide zusätzlich zu ihm Zeugen sein sollen. Nachdem Frau
Mayer ihren Wunsch schriftlich formuliert hat, unterschreiben die drei Zeugen ebenfalls.
Ist das Nottestament gültig? Frau Mayer lebt vier Monate weiter, bevor sie eines Nachts
verstirbt. Hat das Testament dann noch Gültigkeit?

• Unterscheiden Sie das Arznei- und Betäubungsmittelgesetz!

• Nennen Sie Beispiele für eine Freiheitsberaubung in der Pflege!

• Nennen Sie Beispiele für Körperverletzung in der Pflege!

03.06.2021
• Frau Miller ist unheilbar krank und hat entschieden, dass sie nicht mehr länger leben
möchte. Sie bittet ihren Pfleger um Medikamente, die mit Sicherheit eine tödliche
Dosis haben. Der Pfleger serviert Frau Miller ihr Frühstück und vergisst absichtlich auf
dem Tablet eine große Menge an Tabletten. Leistet der Pfleger Beihilfe zur
Selbststötung? Wenn ja, ist dies strafbar?
• Herr Lutz ist dement und liegt nun auf der Palliativstation aufgrund eines fulminaten
Colon-Cas. Er redet immer wieder davon, dass er sterben möchte und es nicht mehr
aushält. Praktikantin Maya hat Mitleid mit ihm und muss immer an ihren eigenen Opa
denken, der jahrelang ein Pflegefall war und unter derselben Erkrankung stark gelitten
hat. Als Herr Lutz erneut den ganzen Frühdienst über wimmert und weint und endlich
um Erlösung bittet, trifft Maya eine Entscheidung. Sie möchte Herrn Lutz helfen! Zum
Mittagessen mischt sie ihm eine große Menge Kaliumtabletten ins Getränk. Als Maya
am nächsten Tag zum Dienst erscheint, erfährt sie, dass Herr Lutz gestern Abend einen
Herzstillstand erlitten hat und verstorben ist. Welche Art Sterbehilfe hat Maya
geleistet? Ist diese Art straffrei oder strafbar?

03.06.2021
58

Literaturverzeichnis
Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz (BMJV) (o.J): Gesetze im Internet. URL:
www.gesetze-im-internet.de
Mürbe, M.; Stadler, A. (2016) Berufs-, Gesetzes- und Staatsbürgerkunde: Kurzlehrbuch für Pflegeberufe.
12.A. Elsevier: München.
Menche, N.(Hrsg.): Pflege Heute, 7., vollständig überarbeitete Auflage, 2018; Elsevier GmbH, München

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