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Resonante Konverter höherer Ordnung für die

kontaktlose induktive Energieübertragung

Der Technischen Fakultät


der Friedrich-Alexander-Universität
Erlangen-Nürnberg
zur

Erlangung des Doktorgrades Dr.-Ing.

vorgelegt von
Dipl.-Ing. Alexander Bucher
aus Nürnberg
Als Dissertation genehmigt
von der Technischen Fakultät
der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg

Tag der mündlichen Prüfung: 27.06.2014

Vorsitzende des Promotionsorgans: Prof. Dr.-Ing. habil. Marion Merklein

Gutachter: Prof. Dr.-Ing. Thomas Dürbaum


Prof. Dr.-Ing. Matthias Luther
Zusammenfassung

Die kontakt- bzw. drahtlose Energieübertragung über kurze Distanzen basierend auf der induktiven
Kopplung zwischen zwei Stromkreisen stellt für ein sehr breit gefächertes Anwendungsspektrum eine
interessante Alternative gegenüber der drahtgebundenen Versorgung von elektrischen Verbrauchern
dar. Durch den vollständigen Verzicht auf galvanische Kontakte und der damit einhergehenden Mög-
lichkeit, Quelle und Verbraucher komplett mechanisch trennen zu können, ergeben sich vielfältige An-
wendungsszenarien. Dies macht diese Form der Energieübertragung insbesondere für spezielle Umge-
bungsbedingungen, bei denen eine komplette Verkapselung einzelner Systemabschnitte erforderlich ist,
sowie bei mobilen Verbrauchern sehr attraktiv. So wurde der Einsatz dieser Technik bereits in mannig-
faltigen Applikationen von der Kleinstleistungsversorgung von Implantaten im menschlichen Körper
bis zur induktiven Ladetechnik von Elektrobussen im hohen zweistelligen Kilowattbereich demons-
triert.

Mit dieser mechanischen Trennbarkeit gehen auf leistungselektronischer Ebene aber auch einige gravie-
rende Nachteile einher. So hat der resultierende Abstand zwischen den Spulen, die den elektrischen
Übertragungsweg für den Energietransfer bereitstellen, einen negativen Einfluss auf deren induktive
Kopplung. Die Betriebseigenschaften vieler klassischer Konvertertopologien mit galvanischer Tren-
nung leiden aber bereits bei nur geringen Abweichungen vom Idealzustand der perfekten Kopplung.
Zusätzlich kann es je nach Applikation aufgrund mechanischer Toleranzen zu ausgeprägten Abstands-
variationen und damit zu weiteren Beeinträchtigungen der induktiven Kopplung kommen. Dementspre-
chend sind für die Überwindung des Luftspalts Konvertertopologien erforderlich, die trotz der schlech-
ten Übertragungseigenschaften zwischen Primär- und Sekundärseite zufriedenstellend funktionieren.

Die Familie der resonanten Gleichspannungswandler ist eine solche Konvertergattung, welche auch
unter schlechteren Kopplungssituationen noch akzeptable Wirkungsgrade liefern kann. Als Basis für die
Auslegung dieser Konvertertypen werden in dieser Arbeit verschiedene Analyseverfahren angewendet
und diskutiert. Für drei resonante Topologien höherer Ordnung wird für die bekannte und weit verbrei-
tete Grundschwingungsanalyse eine Erweiterung präsentiert, mit dem Ziel, die Vorgänge innerhalb des
Konverters genauer vorhersagen zu können. Diese erweiterte Grundschwingungsanalyse ist in ihren
Grundzügen ebenfalls in der Literatur bekannt, in der vorliegenden Arbeit wurde sie erstmals in einer
einheitlichen und weitestgehend geschlossenen Form auf alle drei untersuchten Konverter angewandt.

Um einen gezielten Entwurf eines Systems zur induktiven Energieübertragung zu ermöglichen, bedarf
es eines möglichst genauen Modells der Koppelspulen. Hierzu wird auf Basis des Randelementverfah-
rens eine numerische Herangehensweise beschrieben, mit der die Analyse rotationssymmetrischer, kon-

i
Kurzfassung

zentrischer Spulen auf sehr recheneffiziente Weise durchführbar ist. Dieses Modell berücksichtigt den
Einfluss linearer permeabler Materialien zur gezielten Flussführung und liefert als Ergebnis neben der
induktiven Kopplung auch die frequenzabhängigen Wicklungswiderstände.

Das Koppelspulenmodell dient als Grundlage für die Auslegung der untersuchten resonanten Gleich-
spannungswandler für zwei gänzlich verschiedene Systemkonzepte. Zum einen wird die stationäre Aus-
legung eines Systems ohne direkte Signalrückführung und entsprechender Nachstabilisierungsstufe
untersucht, zum anderen erfolgt die Optimierung des Leistungsteils für ein System mit geregelter Aus-
gangsspannung. Anhand mehrerer Prototypen wird gezeigt, dass die erweiterte Grundschwingungsana-
lyse eine verlässliche Ausgangsbasis für die Optimierung resonanter Konverter höherer Ordnung dar-
stellt. So kann im ungeregelten Ansatz eine Ausgangsleistung von 75 W über einen Luftspalt von 6 mm
mit Wirkungsgraden im Bereich 95,1 % übertragen werden, für das geregelte System konnte ein Nenn-
wirkungsgrad von 88,2 % realisiert werden. Dabei zeigen die verwendeten Modelle eine für die Praxis
mehr als ausreichende Genauigkeit, wodurch Verbesserungspotentiale zur weiteren Effizienzsteigerung,
insbesondere im Bereich der Spulenverluste und der sekundärseitigen Gleichrichtung, aufgezeigt wer-
den können.

ii
Abstract

The contactless as well as wireless transmission of energy between two electric circuits based on induc-
tive coupling as an alternative to supplying electrical loads by means of wires is an attractive solution
for a wide range of applications. Omitting any kind of galvanic contacts, a multitude of options for the
mechanical design is enabled, since it is possible to separate load and source completely. Therefore, this
kind of energy transmission is highly suitable for applications requiring a complete encapsulation of
system parts as well as for powering mobile loads.

Due to this mechanical separability, several disadvantages arise with respect to power electronics. The
resulting gap between the coils used for energy transmission has a negative impact on their achievable
coupling. Unfortunately, the performance of many convential topologies with galvanic isolation suffers
severely even from minor deviations from the ideal situation of perfect coupling. Depending on the ac-
tual application, additional variations of the coil distance can occur, further deteriorating the inductive
path. Hence, it is beneficial to choose converter topologies that can cope with the poor inductive charac-
teristics between the primary and secondary winding.

The family of load resonant dc-dc converters represents a class of converters, which can yield accepta-
ble efficiencies even under poor coupling conditions. Different methods for their analysis are derived
and discussed in this thesis. An extension for the well-known first harmonic approximation is derived
for three resonant topologies, with the intention of predicting the converters‘ operation with higher ac-
curacy. While the basic concept of this extension is well known in the literature, a novel consistent and
closed-form solution for the investigated topologies is presented.

In order to facilitate the design of systems for contactless inductive energy transmission it is essential to
predict the behaviour of the coupled coils with high accuracy. For this purpose, a numerical approach
based on the boundary element method is described in this thesis, which is suited for the analysis of
axially symmetric coils in a concentric alignment. The influence of magnetic cores consisting of linear
permeable material, which serve as flux guides, is taken into account. In addition to the inductive cou-
pling this model also provides the frequency dependent winding resistances.

The investigated coil model is the starting point for the optimization of several prototypes for two sys-
tems with completely different architectures. Initially, an unregulated system with secondary side post-
regulation is investigated. Secondly, a resonant tank for a closed-loop system is designed. It is shown
for both system configurations that the extended first harmonic approximation is a reliable tool for the
design of higher order resonant converters. For the optimized unregulated prototypes a nominal effi-
ciency of 95.1 % was demonstrated delivering 75 W over an air gap of 6 mm, whereas the closed-loop

iii
Abstract

system achieved an efficiency of 88.2 %. The in-depth loss breakdown shows very good agreement
between the predicted and measured total losses, pinpointing the potentials for further improvements in
terms of efficiency, particularly with regard to secondary side rectification.

iv
Inhaltsverzeichnis
Zusammenfassung............................................................................................................................... i
Abstract ..............................................................................................................................................iii
Inhaltsverzeichnis............................................................................................................................... v
1 Einleitung ....................................................................................................................................... 1
1.1 Historische Anfänge ........................................................................................................................ 1
1.2 Anwendungsszenarien der kontaktlosen induktiven Energieübertragung ....................................... 3
1.3 Induktive Kopplung ......................................................................................................................... 6
1.4 Stand der Technik/Forschung .......................................................................................................... 9
1.5 Technische Herausforderungen ..................................................................................................... 11
1.6 Fokus und Aufbau der Arbeit ........................................................................................................ 13

2 Kontaktlose induktive Energieübertragung mittels resonanter Konverter .......................... 15


2.1 Grundlagen .................................................................................................................................... 16
2.2 Topologien..................................................................................................................................... 19
2.3 Regelstrategien .............................................................................................................................. 25
2.4 Modellbildung ............................................................................................................................... 28
2.5 Normierung.................................................................................................................................... 30
2.5.1 Normierung des LLC-Konverters......................................................................................... 33
2.5.2 Normierung des LLCCp-Konverters..................................................................................... 33
2.5.3 Normierung des LLCCs-Konverters ..................................................................................... 34

3 Verfahren zur Analyse resonanter Konverter .......................................................................... 35


3.1 Überblick zu den Analysemethoden .............................................................................................. 35
3.2 Zeitdiskrete Modellierung ............................................................................................................. 36
3.2.1 Zustandsraumdarstellung...................................................................................................... 37
3.2.2 Berechnung des eingeschwungenen Zustandes .................................................................... 39
3.2.3 Zeitdiskrete Modellierung des LLC-Konverters .................................................................. 46
3.2.4 Zeitdiskrete Modellierung des LLCCp-Konverters .............................................................. 52
3.2.5 Zeitdiskrete Modellierung des LLCCs-Konverters............................................................... 59
3.3 Grundschwingungsanalyse ............................................................................................................ 63
3.3.1 Grundgedanke ...................................................................................................................... 64
3.3.2 Grundschwingungsanalyse des LLC-Konverters ................................................................. 67
3.3.3 Grundschwingungsanalyse des LLCCp-Konverters ............................................................. 67
3.3.4 Grundschwingungsanalyse des LLCCs-Konverters ............................................................. 68
3.3.5 Unzulänglichkeiten der Grundschwingungsanalyse ............................................................. 69
3.4 Erweiterte Grundschwingungsanalyse .......................................................................................... 70
3.4.1 Von der regulären zur erweiterten Grundschwingungsanalyse ............................................ 71
3.4.2 Erweiterte Grundschwingungsanalyse des LLC-Konverters ............................................... 72
3.4.3 Erweiterte Grundschwingungsanalyse des LLCCp-Konverters............................................ 75
3.4.4 Erweiterte Grundschwingungsanalyse des LLCCs-Konverters ............................................ 80
3.5 Vergleich der vorgestellten Verfahren .......................................................................................... 83

v
Inhaltsverzeichnis

3.5.1 Genauigkeit der Ausgangscharakteristik .............................................................................. 83


3.5.2 Genauigkeit der Steuercharakteristik ................................................................................... 89
3.5.3 Genauigkeit der Strombelastungen....................................................................................... 92
3.6 Fazit ............................................................................................................................................... 95

4 Modellierung der Koppelspulen ................................................................................................ 97


4.1 Auswahl des Lösungsverfahrens ................................................................................................... 97
4.2 Grundlagen .................................................................................................................................... 99
4.3 Ansatz auf Basis der Methode der Randelemente ....................................................................... 102
4.4 Implementierung.......................................................................................................................... 104
4.4.1 Berechnung der Magnetisierungsströme ............................................................................ 105
4.4.2 Extraktion der magnetischen Parameter ............................................................................. 107
4.4.3 Extraktion der ohmschen Parameter ................................................................................... 109
4.5 Verifikation an ausgewählten Beispielen .................................................................................... 114
4.6 Fazit ............................................................................................................................................. 124

5 Systemauslegung........................................................................................................................ 125
5.1 Grundlegende Spezifikation ........................................................................................................ 125
5.2 Auslegungsaspekte der Koppelspulen ......................................................................................... 128
5.2.1 Verhalten der induktiven Kopplung bei Abstandsvariation ............................................... 128
5.2.2 Verhalten der Koppelspulenkenngrößen bei Variation der Wickelfensterbelegung .......... 133
5.2.3 Verhalten der ohmschen Verluste bei Variation der HF-Litze ........................................... 138
5.2.4 Verhalten der ohmschen Verluste bei Variation der Wicklungstemperatur ....................... 140
5.2.5 Fazit .................................................................................................................................... 141
5.3 Auslegung eines gesteuerten Systems ......................................................................................... 141
5.3.1 Arbeitsbereich .................................................................................................................... 142
5.3.2 Optimierungsstrategie ........................................................................................................ 142
5.3.3 Auslegung des LLC-Konverters ......................................................................................... 146
5.3.4 Auslegung des LLCCp-Konverters ..................................................................................... 154
5.3.5 Auslegung des LLCCs-Konverters ..................................................................................... 159
5.3.6 Messtechnische Verifikation .............................................................................................. 166
5.3.7 Fazit .................................................................................................................................... 179
5.4 Auslegung eines geregelten Systems ........................................................................................... 180
5.4.1 Arbeitsbereich und Wahl der Topologie ............................................................................ 180
5.4.2 Optimierungsstrategie ........................................................................................................ 181
5.4.3 Auslegung des LLCCp-Konverters ..................................................................................... 183
5.4.4 Messtechnische Verifikation .............................................................................................. 185
5.4.5 Fazit .................................................................................................................................... 188
5.5 Abschließender Vergleich der Systemkonzepte .......................................................................... 188

6 Zusammenfassung, Ergebnisse und Ausblick ........................................................................ 191


6.1 Zusammenfassung ....................................................................................................................... 191
6.2 Ergebnisse.................................................................................................................................... 192
6.3 Ausblick....................................................................................................................................... 194

Literatur .......................................................................................................................................... 197

vi
Inhaltsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis ................................................................................................................. 223


Symbolverzeichnis .......................................................................................................................... 225
Anhang A Literaturstudie ........................................................................................................... 257
Anhang B Ergänzungen zum LLC ............................................................................................ 259
B.1 Zeitdiskretes Modell .................................................................................................................. 259
B.1.1 Herleitung der entnormierten Zustandsraumbeschreibung ............................................... 259
B.1.2 Herleitung der Umschaltbedingung .................................................................................. 262
B.1.3 Spitzensperrspannung der Dioden .................................................................................... 264
B.2 FHA-Kenngrößen ...................................................................................................................... 264
B.3 Herleitung der eFHA.................................................................................................................. 266
B.3.1 Analyse im Zeitbereich ..................................................................................................... 266
B.3.2 Herleitung der Ersatzimpedanz Zac ................................................................................... 268
B.3.3 eFHA-Ausgangscharakteristik.......................................................................................... 270
B.3.4 Grenzbedingung CCM-DCM ........................................................................................... 272
B.3.5 eFHA-Steuercharakteristik ............................................................................................... 273

Anhang C Ergänzungen zum LLCCp ........................................................................................ 275


C.1 Zeitdiskretes Modell .................................................................................................................. 275
C.1.1 Herleitung der entnormierten Zustandsraumbeschreibung ............................................... 275
C.1.2 Herleitung der Umschaltbedingungen .............................................................................. 280
C.1.3 Spitzensperrspannung der Dioden .................................................................................... 281
C.2 FHA-Kenngrößen ...................................................................................................................... 281
C.3 Herleitung der eFHA.................................................................................................................. 283
C.3.1 Analyse im Zeitbereich ..................................................................................................... 283
C.3.2 Herleitung der Ersatzimpedanz Zac ................................................................................... 290
C.3.3 eFHA-Ausgangscharakteristik.......................................................................................... 294
C.3.4 eFHA-Steuercharakteristik ............................................................................................... 298
C.4 Resonanzfrequenzen .................................................................................................................. 299
C.5 Vom LLCCp zum LLC ............................................................................................................... 301

Anhang D Ergänzungen zum LLCCs......................................................................................... 305


D.1 Zeitdiskretes Modell .................................................................................................................. 305
D.1.1 Herleitung der entnormierten Zustandsraumbeschreibung ............................................... 305
D.1.2 Herleitung der Umschaltbedingung .................................................................................. 308
D.1.3 Spitzensperrspannung der Dioden .................................................................................... 309
D.2 FHA-Kenngrößen ...................................................................................................................... 309
D.3 Herleitung der eFHA.................................................................................................................. 311
D.3.1 Analyse im Zeitbereich ..................................................................................................... 311
D.3.2 Herleitung der Ersatzimpedanz Zac ................................................................................... 316
D.3.3 eFHA-Ausgangscharakteristik.......................................................................................... 320
D.3.4 Grenzbedingung CCM-DCM ........................................................................................... 321

vii
Inhaltsverzeichnis

D.4 Resonanzfrequenzen .................................................................................................................. 321


D.5 Vom LLCCs zum LLC ............................................................................................................... 322

Anhang E Ergänzungen zum Modell der Koppelspulen ......................................................... 323


E.1 Das Magnetfeld einer kreisrunden Stromschleife ...................................................................... 323
E.2 Das Feld eines kreisrunden, axial ausgedehnten Strombelags ................................................... 328
E.3 Das Feld eines kreisrunden, radial ausgedehnten Strombelags.................................................. 332
E.4 Richtung der Magnetisierungsströme ........................................................................................ 335
E.5 Detailergebnisse zu den Verifikationsbeispielen ....................................................................... 335
E.6 Korrekturrechnung zur Messung des Spulenwiderstands .......................................................... 337

Anhang F Ergänzungen zur Systemauslegung ......................................................................... 347


F.1 ZDM-Ergebnisse zum gesteuerten LLC-Konverter ................................................................... 347
F.2 ZDM-Ergebnisse zum gesteuerten LLCCp-Konverter ............................................................... 350
F.3 ZDM-Ergebnisse zum gesteuerten LLCCs-Konverter ............................................................... 353
F.4 Praktische Auslegungsaspekte des gesteuerten LLCCp-Konverter ............................................ 356
F.5 ZDM-Ergebnisse zum geregelten LLCCp-Konverter ................................................................ 359

viii
1 Einleitung
Mit der Erforschung des Elektromagnetismus vollzog sich eine der massivsten Umwälzungen der tech-
nischen Entwicklungsgeschichte. Seit jeher faszinieren dabei vor allem Anwendungen, bei denen die
Wechselwirkung zwischen zwei Systemen ohne galvanischen Kontakt, also „drahtlos“, erfolgt. Wäh-
rend sich die drahtlose Informationsübertragung unter Znutzemachung der Ausbreitung elektromagenti-
sche Wellen sehr zügig und auf breiter Front durchsetzen konnte, ermöglichte die Energieübertragung
mittels induktiver Kopplung in Form des Transformators der Wechselstromtechnik ihren Siegeszug im
Bereich der großflächigen elektrischen Energieversorgung [1]. Die „kontaktlose“ Form der induktiven
Energieübertragung, bei der zwei induktiv gekoppelte Stromkreise durch einen signifikanten Luftspalt
voneinander getrennt sind, ist zwar seit den Anfangstagen der Elektrotechnik Forschungsgegenstand,
ihr Einsatz ist bisher jedoch vor allem auf Nischenanwendungen beschränkt. Vor diesem Hintergrund
werden in diesem Abschnitt zunächst einige der frühesten Ideen zu Anwendungen und Konzepten der
drahtlosen Energieübertragung aufgeführt. Zur Überbrückung kürzerer Distanzen eignet sich das Prin-
zip der kontaktlosen induktiven Energieübertragung (im Rahmen dieser Arbeit abgekürzt als KIE), wel-
ches auf dem Faraday’schen Induktionsgesetz als physikalischer Grundlage beruht. Für diese Art der
drahtlosen Energieübertragung werden allgemeine Anwendungsszenarien, bei denen die KIE vorteilhaft
eingesetzt werden kann, identifiziert. Zur schaltungstechnischen Beschreibung der induktiv gekoppelten
Spulen werden Ersatzschaltbilder und grundlegende Begrifflichkeiten eingeführt. Anhand eines Litera-
turvergleichs werden einige Grenzen der Leistungsfähigkeit von Systemen zur KIE aufgezeigt und da-
mit zusammenhängende technische Herausforderungen herausgearbeitet. Abschließend werden die
zentralen Aspekte der vorliegenden Arbeit zusammengestellt.

1.1 Historische Anfänge


Bereits in den Pioniertagen der Elektrotechnik vor mehr als hundert Jahren war das Interesse an der
drahtlosen Energieübertragung als neuartiger Technik immens. So setzte Nikolai Tesla als einer der
damals aktivsten Erforscher des Elektromagnetismus große Hoffnungen in diese Form des Energie-
transfers. Abb. 1-1 [2, 3] zeigt exemplarisch zwei seiner Erfindungen, welche die mit dieser Technik
verknüpften hohen Erwartungen illustrieren. Das grundlegende Funktionsprinzip der KIE wird durch
die in Abb. 1-1 (a) gezeigte Patentanmeldung Teslas (angemeldet im Jahr 1897) plakativ dargestellt,
welche die Positionierung zweier Spulen unter Verwendung entsprechender Hilfsmittel (vorzugsweise
Ballons) auf geeigneter Höhe zur Überbrückung weiter Strecken beschreibt. Als zu versorgende Lasten
werden beispielsweise Lampen und Motoren, aber auch mobile Verbraucher genannt. Während die in
dieser Patentschrift angedachte Fernübertragung von Leistung letztendlich in dieser Form nicht reali-
siert wurde, mündeten die weltweiten Forschungsaktivitäten jener Zeit (siehe beispielsweise [4])
schließlich in der technischen Erschließung der drahtlosen Informationsübertragung.
Ein weiteres Anwendungsgebiet der KIE sah Tesla im medizintechnischen Bereich, siehe Abb. 1-1 (b).
Dabei konnte die dem „Patienten“ zugeführte HF-Spannung zwischen den Elektroden T in ihrer Intensi-
tät durch Variation des Abstandes zwischen Primärspule P und Sekundärspule S eingestellt werden.
Tesla lies zwar die medizinische Bewertung der durch seine Erfindungen hervorgerufenen Effekte im
menschlichen Körper offen.

1
1 Einleitung

(b)
(a)

(c)

Abb. 1-1: Frühe Beispiele der zahlreichen Erfindungen aus dem Bereich der KIE.
(a) Aus einer Patentschrift Teslas entnommene Zeichnung mit dem Titel „Apparatus for trans-
mission of electrical energy“, Ersteinreichung 1897 [2].
(b) Abbildung 2 eines 1898 erschienen Aufsatzes Teslas über den Einsatz der KIE zu „thera-
peutischen“ Zwecken im medizinischen Bereich (Nachdruck in [3]).
(c) Abbildung 3 eines Patents (eingereicht im Jahre 1892, Vorgängerpatent aus dem Jahre
1890) zur KIE von Schienenfahrzeugen. Der mit Wechselstrom beaufschlagte Primärlei-
ter E wird gemäß Patentschrift in einem isolierten Rohr unterhalb des Waggons geführt. Die
Sekundärspule G wird auf einer nichtleitenden Halterung A mit möglichst geringem Ab-
stand zum Boden aufgebracht.

Subjektiv empfand er diese Art der Behandlung als sehr anstrengend aber mit, aus seiner Sicht, positi-
ven Effekten1. Aus heutiger Sicht erscheinen Teslas Experimente gewiss skurril, die KIE fand Jahr-
zehnte später, wenn auch in gänzlich anderer Form, schließlich doch noch Einzug in die Medizintechnik
(siehe [5, 6]).
Weltweit beschäftigten sich Erfinder frühzeitig mit Ideen zur kontaktlosen Energieübertragung, unter
anderem mit der Versorgung von beweglichen Verbrauchern. So wurde bereits um das Jahr 1890 ein
System zur Versorgung von Schienenfahrzeugen zur Patentierung eingereicht [7], welches auf indukti-
ver Energieübertragung basierte, siehe Abb. 1-1 (c). Während sich für die bald darauf einsetzende
Elektrifizierung im Bahnbereich drahtgebundene niederfrequente Wechselstromsysteme durchsetzen

1
„I have repeatedly, in demonstrations to friends, exposed myself longer to the action of the oscillations, and each
time, after the lapse of an hour or so, an immense fatigue, of which it is difficult to give an idea, would take hold of
me. It was greater than I experienced on some occasions after the most straining and prolonged bodily exertion. I
could scarcely make a step and could keep the eyes open only with the greatest difficulty. I slept soundly afterward,
and the after-effect was certainly beneficial, but the medicine was manifestly too strong to be used frequently“ [3]

2
1.2 Anwendungsszenarien der kontaktlosen induktiven Energieübertragung

konnten, wurde diese Idee mit zunehmender Verfügbarkeit entsprechender leistungselektronischer


Komponenten Jahrzehnte später wieder aufgegriffen. So erfolgte 1974 die Demonstration eines induktiv
versorgten Förderfahrzeugs [8]. Auch der seit den 1970er Jahren entwickelte Transrapid wird zusätzlich
zur eigentlichen Antriebsleistung über KIE mit Hilfsleistung im unteren dreistelligen kW-Bereich ver-
sorgt [9].
Einzug in das alltägliche Leben fand die drahtlose Energieübertragung mit der Verbreitung der elektri-
schen Zahnbürste. Abb. 1-2 zeigt einen Vorläufer [10, 11] der modernen elektrischen Zahnbürste [12]
aus den 1960er Jahren, welche bereits mittels Induktion aufgeladen werden konnte. Insbesondere im
Bereich dieser Kleinleistungsapplikationen gab es in der jüngsten Vergangenheit verschiedenste Versu-
che, die KIE in weiteren Geräteklassen des Konsumgütersektors zu etablieren. Übersichten hierzu fin-
den sich beispielsweise in [8, 13-15].

(b)
(a)

Abb. 1-2: Vorläufer der modernen kabellosen Zahnbürste des Herstellers General Electric.
(a) Fotographie der „Trip-Mate Automatic Toothbrush“ aus dem Jahre 1961 [10].
(b) Fig. 1 (oben) und Fig. 9 (unten) der Schutzschrift [11] aus dem Jahre 1964.

1.2 Anwendungsszenarien der kontaktlosen induktiven Energieübertragung


Ziel der KIE ist die Versorgung von elektrischen Verbrauchern, wobei keinerlei galvanischer Kontakt
zwischen Energiequelle und -senke vorgesehen ist. Dieser Definition folgend wäre streng genommen
jeder gewöhnliche Transformator ein System zur KIE. Dabei sind aber die Wicklungen eines regulären
Transformators in Relation zueinander ortsfest und bilden mitsamt dem in aller Regel vorhandenen
magnetischen Kern eine nicht trennbare Einheit. Wird diese Einschränkung der Untrennbarkeit fallen
gelassen, so eröffnen sich durch den völligen Verzicht auf elektrische und mechanische Verbindungen
und durch die Möglichkeit der räumlichen Separation zwischen Quelle und Verbraucher eine immense
Anwendungsvielfalt der KIE sowohl in industriellen, medizintechnischen als auch in konsumgüterori-

3
1 Einleitung

entierten Applikationsszenarien. Abb. 1-3 gibt einen Überblick über die wichtigsten Vor- und Nachteile
der KIE gegenüber der Versorgung mittels galvanischem Kontakt.
Vor allem der vollständige Verzicht auf galvanische Verbindungen ist für eine Vielzahl von Anwen-
dungsszenarien von sehr großer Bedeutung. Bei Applikationen mit hohen Sicherheitsansprüchen (Be-
rührungsschutz) hat die Verwendung galvanischer Kontakte entsprechend komplexe (und teure) Steck-
verbindungen bzw. Kabel zur Folge. Darüber hinaus können Systeme basierend auf der KIE ver-
gleichsweise aufwandsarm vor externen Umwelteinflüssen geschützt werden, ohne dass herausgeführte
Steckverbinder den mechanischen Aufbau unnötig kompliziert machen. Damit ist eine komplette Ver-
kapselung der Primär- und Sekundärseite zur Herstellung wasserdichter Systemkomponenten ver-
gleichsweise einfach möglich. Dies ermöglicht beispielsweise die Versorgung von Implantaten durch
die geschlossene Hautdecke [16-20]. Zudem existieren Einsatzgebiete der KIE, für die der Einsatz gal-
vanischer Verbindungen von vornherein ausscheidet, z. B. in explosionsgefährdeten Umgebungen oder
beim Betrieb der Systemkomponenten in schwach leitfähigen und/oder aggressiven Medien. Ferner
kann der Einsatz der KIE die Zuverlässigkeit technischer Systeme erhöhen. Dies trifft zum einen auf
Systeme mit rotierenden oder beweglichen Teilen zu, da für deren Energieversorgung bei Anwendung
der KIE auf verschleißanfällige und damit wartungsintensive Schleifkontakte verzichtet werden kann.
Zum anderen entfällt bei Applikationen mit hohen Lebensdaueranforderungen und häufigen Anschluss-
vorgängen die Verwendung anfälliger Stecker, welche ansonsten für eine hohe Anzahl an Steckspielen
ausgelegt bzw. in regelmäßigen Abständen gewartet werden müssten.
Neben diesen technischen Gesichtspunkten muss im Zusammenhang mit Anwendungsszenarien der
KIE für den Konsumgütermarkt auch der Aspekt der Benutzerfreundlichkeit hervorgehoben werden.
Insbesondere für Systeme mit entfernbarer Sekundärseite wird dieser Mehrwert für den Anwender deut-
lich, da die Versorgung des Mobilteils einzig durch eine entsprechende Platzierung in räumlicher Nähe
zur Ladestation initiiert werden kann. Das zum Teil lästige Verbinden von Mobilgeräten mit Ladegerä-
ten kann hierdurch umgangen werden. Ein weiterer Vorteil im Bereich von Endkundenanwendungen
kann bei Systemen zur Versorgung unterschiedlicher Mobilgeräte identifiziert werden, für die nur eine
Primärseite als Ladestation zur Versorgung unterschiedlicher Sekundärseiten vorzuhalten ist [15, 21].
Trotz aller Vorteile muss im Zusammenhang mit der KIE klar konstatiert werden, dass deren Einsatz im
Vergleich zur direkten Versorgung mittels galvanischer Verbindung einen erhöhten technischen Auf-
wand und in aller Regel Wirkungsgradeinbußen mit sich bringt. Allein die Überwindung der elektri-
schen Isolation macht aus leistungselektronischer Sicht die Verwendung komplexerer Leistungskonver-
ter nötig. Durch die, im Vergleich zu herkömmlichen Applikationen mit galvanischer Trennung, in aller

Mechanische Trennbarkeit Elektrische Isolation

 Verkapselung  Komplexere Leistungskonverter  Sicherheit


 Bedienkomfort  Komplexerer Systemaufbau  Vermeidung
 Versorg. mobiler Verbr.  Geringe induktive Kopplung komplexer Stecker

 Versorg. rotierender Verbr.  Verringerte Effizienz  Verringerter


Wartungsaufwand
 Versorg. mehrerer Verbr.  Entwärmung aufwändiger
 Höhere Kosten
Abb. 1-3: Vor- und Nachteile der KIE.
4
1.2 Anwendungsszenarien der kontaktlosen induktiven Energieübertragung

Regel schlechtere induktive Kopplung ergibt sich die Notwendigkeit, geeignete Konvertertopologien zu
identifizieren und für die speziellen Einsatzbedingungen der KIE auszulegen. Zusätzlicher Entwick-
lungsaufwand kann zudem aus einem komplexeren Aufbau des galvanisch komplett isolierten Gesamt-
systems herrühren. Die im Vergleich zur galvanischen Übertragung zusätzlich anfallenden Verluste
müssen zudem in geeigneter Weise abgeführt werden, was auch den Aufwand im Hinblick auf die Ent-
wärmung der leistungselektronischen Systemkomponenten erhöht.
Eine Applikation, an der sich diese gegensätzliche Diskussion zwischen Sicherheitsanforderungen,
Nutzerkomfort und sinnvoller technischer Realisierbarkeit derzeit trefflich verfolgen lässt, ist das in-
duktive Laden von Elektrofahrzeugen [22]. Während auf der einen Seite technisch ausgereifte kabelge-
bundene Lösungen bereitstehen [23], welche vom Nutzer die Handhabung vergleichsweise schwerer
und starrer Kabel verlangen, werden auf breiter Front Forschungsmaßnahmen in Richtung kontaktloses
Laden von Elektrofahrzeugen unternommen [23-28]. Obwohl die Realisierung solcher Lösungen mit
hohem technischen Aufwand verbunden ist, könnte der Zugewinn an Sicherheit und Bedienkomfort
diesen Nachteil aufwiegen. Setzt man für diese Konzepte zur stationären Versorgung beweglicher Ver-
braucher, die nur im ruhenden Zustand induktiv Energie beziehen, eine entsprechend ausgebaute Infra-
struktur voraus, so ergeben sich zusätzliche Vorteile technischer Natur. So erfolgt die Initialisierung des
Ladevorgangs durch alleiniges Abstellen des Fahrzeugs, das Einstecken des Ladekabels kann nicht ver-
gessen werden. Zudem kann die im Fahrzeug mitzuführende Speichergröße drastisch reduziert werden,
da die zu überbrückende Distanz bis zur nächsten Ladestation in diesem Szenario vergleichsweise ge-
ring ausfällt. Die Anwendung dieses Konzepts erfolgt z. B. im innerstädtischen Nahverkehr der Stadt
Turin [29], wobei Elektrobusse an ausgewählten Haltestellen aufgeladen werden. Ferner bietet die KIE
im Zusammenhang mit der Ladeinfrastruktur von Elektrofahrzeugen gegenüber kabelgebundenen Lö-
sungen im öffentlichen Raum inhärent einen höheren Schutz vor Vandalismus.
Eine der grundlegendsten Systemstrukturen zum kontaktlosen Laden eines mobilen Verbrauchers ist in
Abb. 1-4 illustriert. Soll der mit Energiespeichern versehene mobile Verbraucher mit Energie versorgt
werden, wird dieser in die Nähe einer Basisstation gebracht und per Induktion aufgeladen. Ist der Lade-
vorgang abgeschlossen, kann der Verbraucher von der Basisstation entfernt werden. Die gespeicherte
Energie wird für den Betrieb des Mobilteils verwendet. Dieses Prinzip kann bei entsprechender Ausge-
staltung der induktiven Kopplung auf die Versorgung mehrerer Sekundärseiten erweitert werden [30].
Neben Ladeanwendungen für mobile Verbraucher mit entsprechenden Energiespeichern existieren auch
Anwendungsbereiche, bei denen der direkte Energieverbrauch ohne Zwischenspeicherung in der Se-

Energietransfer Energie-
(induktive Kopplung) umwandlung

„Basisteil“ „Mobilteil“ „Basisteil“ „Mobilteil“


Primärseite Sekundäreite Primärseite Sekundäreite

(a) (b)

Abb. 1-4: Unterteilung eines Systems zur KIE mit räumlich trennbarer Primär- und Sekundärseite.
(a) Übertragungsvorgang mit ausreichender indukt. Kopplung zwischen Basis- und Mobilteil.
(b) Energieumwandlung innerhalb des räumlich getrennten Mobilteils.
5
1 Einleitung

kundärseite vorgesehen ist, wie z. B. bei Induktionskochfeldern [31] oder rotierenden Verbrauchern
[32]. Der Einzelbetrieb des entfernten Mobilteils ist in diesen Anwendungen nicht vorgesehen, viel
wichtiger ist die Möglichkeit der Separation beider Systemkomponenten bzw. der Verzicht auf leitfähi-
ge Kontakte.
Ein vor allem industriell anzutreffender Anwendungsfall der KIE hingegen ist die Versorgung von be-
weglichen Verbrauchern auf fest vorgegebenen Routen [33]. Diese Transportsysteme decken ihren
elektrischen Energiebedarf über Induktionsschleifen, welche entlang des kompletten oder Teile des fest
vorgegebenen Fahrwegs verlegt sind. Dieser Ansatz reduziert die mitzuführende Energiespeichergröße
drastisch und erhöht im Vergleich zu anderen Versorgungsvarianten mittels Schleifkontakten oder
Schleppkabeln die Zuverlässigkeit erheblich. Solche Systeme zur KIE an sich bewegende Verbraucher
sind nicht Betrachtungsgegenstand dieser Dissertation.
Diese bei weitem nicht vollständige Übersicht über mögliche Anwendungsszenarien der KIE zeigt, wie
vielfältig und unterschiedlich diese grundlegende Technik eingesetzt werden kann. Dementsprechend
werden im Rahmen der vorliegenden Arbeit Vorgehensweisen und Methodiken untersucht, welche auf
eine möglichst hohe Zahl an Applikationen anwendbar sind. Dennoch ist es leicht einsehbar, dass es je
nach Anwendungsfall nötig sein kann, die vorgestellten Analyseverfahren an die spezifischen Anforde-
rungen zu adaptieren. Dennoch ist der Autor überzeugt, dass die im Rahmen dieser Arbeit vorgestellten
Ergebnisse dem Leser von Nutzen sind.
An dieser Stelle sei der Vollständigkeit halber erwähnt, dass neben der Ausnutzung der induktiven
Kopplung weitere Möglichkeiten zur kontaktlosen Energieübertragung existieren. Hierzu zählt im nied-
rigen Frequenzbereich die elektrische Kopplung per Influenz [34]. Höherfrequente Verfahren kommen
beispielsweise zur Versorgung von Funk-Transpondern (RFID, [35]) zum Einsatz. Von der Frequenz
her noch höher angesiedelte Verfahren basierend auf Mikrowellenstrahlung [36] oder Übertragungen
mittels Laserstrahlung [37, 38] sind ebenfalls selbstständige Forschungsgebiete2 und nicht Gegenstand
der vorliegenden Arbeit.

1.3 Induktive Kopplung


Der Dreh- und Angelpunkt bei der Auslegung von Systemen zur KIE ist die Überwindung der räumli-
chen Trennung zwischen Primär- und Sekundärseite anhand magnetischer Felder. Für den grundlegen-
den Fall der KIE zwischen zwei Koppelspulen ist diese Trennung am Beispiel zweier Drahtschleifen in
Abb. 1-5 angedeutet. Im Rahmen dieser Arbeit wird dabei ausschließlich die Kopplung im magneti-
schen Nahfeld betrachtet, Wellenausbreitungseffekte werden vernachlässigt [39, 40]. Das Faraday‘sche
Induktionsgesetz liefert hierfür die physikalische Grundlage für den Energietransport zwischen Pimär-
und Sekundärspule. Wird die von der sekundärseitigen
 Wicklung aufgespannte Fläche von einem mag-
netischen Wechselfeld mit der Flussdichte B durchsetzt, so hat dies zur Folge, dass entlang der zugehö-
rigen Berandung eine Spannung induziert wird, wobei der aufgrund dieser Spannung fließende Strom
gemäß der Lenz‘schen Regel seiner Ursache entgegenwirkt [41]. Mathematisch lässt sich das Indukti-
onsgesetz gemäß [42] darstellen als
  d   d
 E  ds  
Wicklung
 B
dt Wicklung
 dA  
dt
Wicklung , (1-1)

2
Alternativ zur elektromagnetischen Wechselwirkung können ferner auch Schallwellen zur Leistungsübertragung
verwendet werden, siehe beispielsweise [43, 44].
6
1.3 Induktive Kopplung

u2(t)
i1(t)

u1(t)


B

Abb. 1-5: Schematische Darstellung der magnetischen Kopplung zweier Spulen.

wobei gemäß der schematischen3 Darstellung aus Abb. 1-5 ersichtlich wird, dass der Fluss, der von der
Primärwicklung erzeugt wird, gedanklich in zwei Anteile separiert werden kann. Zum einen existieren
Feldlinien, die neben der betrachteten Primär- auch die Sekundärwicklung (bzw. falls vorhanden meh-
rere Sekundärwicklungen) durchsetzen. Zum anderen existieren Feldlinien, die von der Sekundärwick-
lung nicht umfasst werden. Dieser Sachverhalt wird im technischen Sprachgebrauch durch den Begriff
der induktiven Kopplung beschrieben. Für den Fall zweier gekoppelter Leiterschleifen ergibt sich aus
dem Induktionsgesetz ein 22-Gleichungssystem4,5
di1 t  di t 
u1 t   L11  L12 2
dt dt  u1 t   d  i t  
bzw.    L  1 
 u2 t  dt  i2 t 
(1-2)
di t  di t 
u2 t   L12 1  L22 2
dt dt
mit den Selbstinduktivitäten L11 und L22 der beiden Wicklungen sowie der Gegeninduktivität L12, für
eine ausführlichere Herleitung siehe [41]. Auf schaltungstechnischer Ebene kann die Modellierung der
induktiven Kopplung zweier Wicklungen durch verschiedene Ersatzschaltbilder erfolgen, die, bezogen
auf das Klemmenverhalten der beiden Wicklungen, identische Ergebnisse liefern. Geht man davon aus,
dass beide Wicklungen lineares Verhalten aufweisen, so ist die Modellierung als T-Ersatzschaltbild
gemäß [45] mittels dreier Impedanzen möglich. Beschränkt man die Betrachtung auf einen Frequenzbe-
reich, in dem die induktive Kopplung gegenüber den parasitären Eigenschaften der Wicklungen (ohm-
sche Verluste, Einfluss der Wicklungskapazitäten) überwiegt, so können diese Impedanzen durch In-
duktivitäten angenähert werden und man erhält das bekannte Transformatorersatzschaltbild aus
Abb. 1-6 (a). Dieses beinhaltet einen idealen Transformator zur Gewährleistung der galvanischen Tren-
nung der beiden Stromkreise. Dessen Übersetzungsverhältnis übel ist im Prinzip beliebig wählbar, da die
magnetische Kopplung durch die drei Werte der Induktivitätsmatrix aus (1-2) vollständig beschreibbar
ist. Im Rahmen der vorliegenden Arbeit erfolgt die Festlegung dieses Parameters in Anlehnung an den

3
In dieser schematischen Darstellung sind nur Feldlinien hervorgerufen durch den Strom i1(t) angedeutet; kommt es
sekundärseitig zu einem Stromfluss, kann der durch diesen Strom hervorgerufene Feldanteil mithilfe des Superposi-
tionsprinzips ergänzt werden, um das Gesamtfeld zu erhalten.
4
Dieser Übergang von der allgemeinen Form des Induktionsgesetzes aus (1-1) in das Gleichungssystem aus (1-2) ist
nur unter der Voraussetzung zeitinvarianter linearer Induktivitäten gültig.
5
Bei Vernachlässigung der ohmschen Anteile der Wicklungen und Annahme gleicher Zählrichtungen für den durch
die betrachtete Wicklung selbst erzeugten Fluss und den durch die andere Wicklung erzeugten Flussanteil, siehe [41]
S. 251 - 254.

7
1 Einleitung

Aufbau des Transformators mit N1 Primär- und N2 Sekundärwindungen zu übel = ü = N1/N2. Bei Vorga-
be eines Wertes für das Übersetzungsverhältniss übel sind somit die drei Bauelementwerte der Ersatzin-
duktivitäten Ls1, Ls2 und Lm festgelegt, für eine ausführlichere Herleitung sei auf [41] verwiesen. Auf
Basis des Gleichungssystems (1-2) folgt für die Berechnungsvorschrift dieser Ersatzelemente
Ls1  L11  übel L12 , Ls 2  übel
2
L22  übel L12 und Lm  übel L12 . (1-3)
Zur Charakterisierung der Kopplung zwischen beiden Wicklungen können noch Kennwerte definiert
werden, welche beschreiben, wie gut diese miteinander gekoppelt sind. Dabei bezeichnet k als Quotient
aus Gegeninduktivität und dem geometrischen Mittel der beiden Selbstinduktivitäten der Wicklungen
gemäß
L12
k (1-4)
L11L22
den Koppelfaktor der Anordnung. Eng verwandt mit diesem Parameter ist der Streugrad  gemäß
  1 k 2 . (1-5)
Für den Fall eines ideal gekoppelten Übertragers nimmt der Koppelfaktor k den Wert k = 1 an6, für den
anderen Extremfall zweier unverkoppelter Wicklungen wird die Gegeninduktivität L12 und mit ihr der
Koppelfaktor k null. Im schematischen Beispiel aus Abb. 1-5 kann der Fall perfekter Kopplung nur auf-
treten, wenn der Fluss beider Wicklungen vollständig miteinander verkettet ist. Sind die beiden Wick-
lungen hingegen räumlich voneinander getrennt, so existieren stets Pfade, an denen sich magnetische
Feldlinien ausprägen können, welche nur mit einer einzigen Wicklung verkettet sind. Anhand dieser
einfachen Überlegung wird ersichtlich, dass der Idealzustand einer perfekten Kopplung nur erreicht
werden kann, falls beide Wicklungen im Grenzübergang an der gleichen Position liegen. Im Umkehr-
schluss wird hieraus ersichtlich, dass der zu überbrückende Geräteabstand bei Anwendungen der KIE
ein extrem wichtiger Parameter ist, da er die Kopplung zwischen den am Leistungstransfer beteiligten
Spulen stark beeinflusst.
Alternativ zur Verwendung des T-Ersatzschaltbilds kann das in Abb. 1-6 (b) gezeigte -Ersatzschaltbild
für die Modellierung der induktiven Kopplung herangezogen werden. Dessen Parameteranzahl ist auf
das nötige Mindestmaß reduziert um eine schaltungstechnische Repräsentation der Koppelmatrix ge-
mäß (1-2) zu gewährleisten. Als Konsequenz dieser Reduktion kann das Übersetzungsverhältnis n des
im Ersatzschaltbild enthaltenen idealen Übertragers nicht mehr frei gewählt werden. Dessen Wert sowie
die Werte der zugehörigen Ersatzelemente Ls und Lh ergeben sich aus der Forderung nach Erfüllung des
Induktionsgesetzes mit

 
Ls  1  k 2 L11  L11 , Lh  k 2 L11  1   L11 und n
L12
L22
L
 k 11 
L22
1    L11
L22 .
(1-6)

Diese Darstellungsweise der induktiven Kopplung auf Netzwerkebene bietet insbesondere bei der Ap-
plikation der KIE mehrere Vorteile. Neben der Reduktion der Anzahl der enthaltenen induktiven Bau-
teile ist in dieser Darstellungsweise der Einfluss des Koppelfaktors auf die Bauteilwerte des Ersatz-
6
Dieser idealisierte Fall perfekt gekoppelter Wicklungen hat zur Konsequenz, dass der komplette von der Wicklung 1
erzeugte Fluss mit der Wicklung 2 verkettet ist. Daraus folgt, dass die Selbstinduktivitäten beider Wicklungen den
gleichen Proportionalitätsfaktor (AL-Wert) zum Quadrat ihrer Windungen aufweisen mit L11 N12  L22 N22  AL . Die
Gegeninduktivität L12 ist in diesem Idealfall ebenfalls zu diesem Faktor proportional, wobei beide Windungszahlen
gemäß L12 = N1N2AL in ihren Wert einfließen. Durch Substitution in (1-4) erhält man somit k = 1.

8
1.4 Stand der Technik/Forschung

Ls1 Ls2 übel Ls n

Lm Lh

(a) (b)

Abb. 1-6: Ersatzschaltbilder zur Modellierung eines Übertragers mit zwei Wicklungen.
(a) T-Ersatzschaltbild mit drei Induktivitäten und frei wählbarem Übersetzungsverhältnis übel.
Gebräuchlicherweise erfolgt die Einschränkung dieses Parameters mit Blick auf das tatsäch-
lich gewickelte Windungszahlenverhältnis zwischen primärseitiger Windungszahl N1 und
sekundärseitiger Windungszahl N2 mit ü = N1/N2.
(b) -Ersatzschaltbild mit alleiniger primärseitiger Streuinduktivität und zugehörigem Überset-
zungsverhältnis n.

netzwerkes direkt sichtbar. Ausgeprägte Abstände zwischen Primär- und Sekundärseite haben entspre-
chende Abstände zwischen beiden Wicklungen zur Folge und reduzieren somit den Koppelfaktor. Ge-
mäß (1-6) stellt sich im -Ersatzschaltbild bereits bei einem Koppelfaktor von k  0,7 primärseitig eine
paritätische Verteilung zwischen Streuinduktivität Ls und Hauptinduktivität Lh ein. Gleichzeitig wird
durch den Einfluss des Koppelfaktors die Reduktion des effektiven Übersetzungsverhältnisses n um
30 % gegenüber dem tatsächlich gewickelten Windungszahlenverhältnis ü direkt ersichtlich7. Solch ein,
verglichen mit Standard-Transformatoren, niedriger Wert des Kopplungsfaktors ist in praktischen Ap-
plikationen der KIE keine Besonderheit, gemäß [28] sind in aller Regel Werte deutlich unter k = 0,9
anzutreffen.

1.4 Stand der Technik/Forschung


Das Gebiet der KIE ist in jüngster Zeit Gegenstand einer Vielzahl wissenschaftlicher Forschungsaktivi-
täten [30, 46-113]. Nur in geringem Maße hat diese Form der Energieübertragung bisher Einzug in das
alltägliche Leben gehalten. Dabei sind Kleingeräte wie elektrische Zahnbürsten oder Rasierapparate
gleichzeitig als Paradebeispiele aber auch als einzig nennenswerte Vertreter im Konsumgütermarkt zu
erwähnen. Viele angedachte Anwendungen für die KIE im Bereich privater Endkunden zielen vor allem
auf einen Komfortgewinn, der sich durch den Verzicht auf Steckverbindungen und Ladekabel ergibt
[114].
Im industriellen Umfeld hingegen treten andere Anforderungen in den Vordergrund, welche die Ver-
wendung dieser Technik forcieren, z. B. im Falle beweglicher Verbraucher (Transportsysteme [33, 115-
133], Roboterarme [134], rotierende Maschinenteile [135-143] etc.) oder rauer Umgebungen [144-146]
(Feuchtigkeit [147], Verschmutzung [148], explosive Umgebungen [149], Vandalismus [150-152]). Bei
diesen Anwendungen steht die Vermeidung von komplizierten Steckverbindungen [153-158], von
Schleifkontakten [32, 159-161] oder Schleppkabeln [162-166]) im Vordergrund. Zusätzlich wird eine
skalierbare Versorgung multipler Lasten [167, 168] ermöglicht.
Im medizinischen Bereich existieren ebenfalls eine Reihe von Einsatzszenarien, die die Verbreitung
dieser Technik befördern (Versorgung von Implantaten durch die Haut [16-19, 169-174], Erfüllung von
strengen Anforderungen hinsichtlich Netztrennung [175]). Hierbei spielt insbesondere die Möglichkeit,

7
Streng genommen gilt diese Aussage nur unter der Voraussetzung symmetrischer Anordnungen der beiden Wicklun-
gen und daraus folgend identischen AL-Werten für beide Wicklungen.

9
1 Einleitung

die elektrische Quelle und den bzw. die Verbraucher komplett hermetisch verkapseln zu können, eine
entscheidende Rolle.
Eine Übersicht verschiedener publizierter Wirkungsgradwerte von Prototypen für unterschiedliche An-
wendungsszenarien ist in Abb. 1-7 dargestellt. Der erzielte Wirkungsgrad ist darin als Funktion des
Verhältnisses zwischen Spulenabstand lg und größter Spulenaußenabmessung do aufgetragen. Die Höhe
der übertragenen Nennleistung Po,nom ist farbig markiert. Beim Zusammentragen der gegenübergestell-
ten Literaturstellen wurde versucht, eine größtmögliche Vergleichbarkeit der Ergebnisse zu gewährleis-
ten. Dementsprechend wurden nur immobile Systeme (inklusive rotierender Spulen) berücksichtigt, da
bei Systemen zur Versorgung beweglicher Sekundärseiten meist räumlich weit ausgedehnte Primärsei-
ten zum Einsatz kommen, für weiterführende Angaben zu den aufgeführten Systemen siehe Anhang A.

105

104

103

102

101

100

Po,nom [W]
10-1

10-2

Abb. 1-7: Grafische Gegenüberstellung verschiedener Systeme zur KIE. Dargestellt ist der für verschiede-
ne Literaturstellen angegebene Prototypen-Wirkungsgrad  als Funktion des Spulenabstandes lg
bezogen auf die größte Außenabmessung do der Koppelspulen, s. auch Anhang A. Die übertra-
gene Leistung ist farblich markiert.

Vereinzelt wird in der einschlägigen Literatur nur der Wirkungsgrad zwischen Wechseleingangsleis-
tung auf der Primär- und Wechselausgangsleistung auf der Sekundärseite des Transformators angege-
ben. Je nach Frequenzlage und Oberschwingungsgehalt der Kurvenformen kann die Ermittlung dieser
Größen starken Messfehlern unterworfen sein. Darüber hinaus muss in aller Regel eine Umsetzung der
für die induktive Kopplung verwendeten Frequenz aus einer Quellenspannung anderer Amplitude und
Frequenz erfolgen. Da auch diese Umwandlung nicht verlustfrei erfolgen kann, wurden für den darge-
stellten Vergleich Kennwerte zwischen Gleichspannungsebenen an Ein- und Ausgang des für die Über-
brückung des Luftspalts verwendeten Konverters berücksichtigt. Die Werte der unterschiedlichen
Spannungsniveaus auf Primär- und Sekundärseite wurden im Rahmen dieses Vergleichs nicht berück-
sichtigt.
Technisch gesehen ist natürlich die Energieübertragung über einen möglichst großen Abstand bei
gleichzeitig möglichst kompakten Spulenabmessungen aufgrund der damit einhergehenden schlechten
magnetischen Kopplung am anspruchsvollsten. Demnach sind die fünf Literaturstellen mit Werten von

10
1.5 Technische Herausforderungen

lg/do unterhalb von 0,03 [32, 62, 123, 147, 155] in einem Wertebereich des zu überbrückenden Luft-
spalts angesiedelt, in dem auch „reguläre“ leistungselektronische Systeme mit Standard-
Transformatoren zur Energieübertragung anzutreffen sind. Dabei wird in [123] zwar ein, absolut gese-
hen großer, Luftspalt von lg = 11,5 cm bei einer sehr hohen Leistung von Po,nom = 110 kW überbrückt,
was aber beim untersuchten System mit Koppelspulen der Abmessung 4 m  2 m gelang. Im mittleren
relativen Abstandsbereich zwischen 0,03 < lg/do < 0,1 sind Literaturstellen mit unterschiedlichen Wir-
kungsgraden verzeichnet, wobei Ausgangsleistungen zwischen mehreren 100 mW und 2,5 kW be-
schrieben werden. Im oberen Wertebereich zwischen 0,1 < lg/do < 0,3 wurden vermehrt Systeme mit
niedrigerer Übertragungsleistung zwischen 10 W und 100 W beschrieben, die obere Grenze der über-
tragenen Leistung markiert ein System mit Po,nom = 5 kW. Zudem zeigt sich offenbar eine limitierende
Grenze im Bereich von lg/do  0,3, oberhalb derer keine Literaturstellen mit vollständigen Angaben zum
realisierten System ausfindig gemacht werden konnten, siehe Tabelle A-2. Ein vergleichbarer Grenz-
wert für die Machbarkeit von leistungselektronischen Systemen zur KIE wurde in [21, 176] hergeleitet,
wobei das für die Berechnungen verwendete Modell von konzentrisch angeordneten Luftspulen aus-
ging. Darin wurde eine Obergrenze von lg/do = 0,1 als Schwelle für Wirkungsgradwerte von 90 % und
größer identifiziert. Im Hinblick auf eine möglichst sparsame Verwendung elektrischer Energie als
wertvolle Ressource sollten solch hohe Wirkungsgradwerte angestrebt werden, insbesondere da die
Umsetzung der Energie bei Systemen zur KIE häufig mit mehreren verlustbehafteten Stufen erfolgt. Ist
diese galvanisch getrennte Stufe in einem Systemaufbau zwischen zusätzlichen Wandlern eingebettet,
so reduziert sich der Gesamtwirkungsgrad des Systems entsprechend.
Tendenziell kann aus Abb. 1-7 neben der Problematik der losen magnetischen Kopplung eine weitere
technische Schwierigkeit abgeleitet werden, die sich bei der Übertragung geringer Nennleistungen
stellt. Für Applikationen im unteren einstelligen Watt-Bereich und darunter wurden tendenziell niedri-
gere Wirkungsgradwerte erzielt, während bei Applikationen im kW-Bereich Werte bis oberhalb von
90 % verzeichnet wurden. Diese Tendenz lässt sich aufgrund unvermeidbarer, vom Arbeitspunkt unab-
hängiger Verluste (z. B. Ansteuer- und Logikverluste) erklären, welche bei geringen Nennleistungen
den Wirkungsgrad negativ beeinflussen [177].
Als Hemmschuh bei der Einführung einer neuen Technologie erweist sich häufig eine Diversifikation
der angebotenen Lösungen von unterschiedlichen Produzenten, die in aller Regel auch noch unterei-
nander inkompatibel sind. Um solchen Trends entgegenzuwirken, hat sich 2008 das „Wireless Power
Consortium“ [176] gegründet, welches einen für den Konsumgütermarkt angedachten Industriestandard
[178-180] herausgebracht hat. Dessen Anwendungsbereich ist zunächst auf eine Ladeleistung von 5 W
ausgerichtet und soll insbesondere bei mobilen Endgeräten wie Smartphones, Tablets und tragbaren
Spielkonsolen Einzug halten. Eine Erweiterung auf 10 W ist derzeit geplant [181]. Im Jahr 2012 wur-
den mit der „Alliance for Wireless Power“ [182] und der „Power Matters Alliance“ [183] weitere Ko-
operationsforen von Technologiefirmen mit ähnlichen Zielen gegründet.

1.5 Technische Herausforderungen


Neben der Sicherstellung der Leistungsübertragung über große Luftspaltlängen als Mindestanforderung
der KIE wird die Auslegung der zu verwendenden Leistungselektronik durch eine Vielzahl von weite-
ren applikationsspezifischen Randbedingungen beeinflusst. Insbesondere die Einschränkungen im Zu-
sammenhang mit der mechanischen Ausgestaltung der primär- und sekundärseitigen Spulen haben gro-
ßen Einfluss auf die erzielbare Kopplung und damit auf die Auslegung des Leistungskonverters. Neben
den Kosten sind in aller Regel auch das Volumen sowie die Maximalabmessungen der Koppelspulen

11
1 Einleitung

limitiert, bei Anwendungen mit mobiler Sekundärseite kann zudem das Gewicht der magnetischen
Komponente nach oben hin begrenzt sein. Zusätzliche Einschränkungen können sich aufgrund thermi-
scher Grenzen ergeben, falls die unvermeidbaren Spulenverluste in der vorliegenden Applikation nur
unzureichend abgeführt werden können. Somit ergeben sich insbesondere bei Verwendung von magne-
tischen Materialien zur gezielten Flussführung eine Vielzahl von Parametern (Spulendurchmesser,
Kernabmessungen, Wickelfensterbelegung, Drahttyp, Drahtdurchmesser), die im Rahmen einer Sys-
temauslegung beachtet werden müssen [28].
Zudem spielen mechanische Toleranzen bei der kontaktlosen Energieübertragung eine besonders große
Rolle [184]. Neben den Fertigungstoleranzen der Spulen selbst, kann es je nach Applikation zu einem
ausgeprägten vertikalen und horizontalen Versatz der Koppelspulen kommen. Diese können von Wand-
stärketoleranzen der beteiligten Gerätehälften, von Positionierungstoleranzen der Spulen innerhalb des
Geräts im Laufe der Fertigung oder von der Handhabung der fertigen Geräte seitens des Anwenders
herrühren. Dementsprechend muss durch das zu entwickelnde leistungselektronische System stets ein
gewisser Wertebereich der magnetischen Kopplung abgedeckt werden.
Die bisher angesprochene Parametervielfalt aufgrund mechanischer Randbedingungen erhöht sich bei
der detaillierten Betrachtung der elektrischen Auslegung des Leistungskonverters nochmals erheblich.
Die Erfüllung der elektrischen Spezifikation des Konverters wird dabei durch jedwede Variation der
magnetischen Kopplung beeinflusst, wobei mit einer starken Rückwirkung auf den Konverterarbeits-
punkt zu rechnen ist. Ist dabei die Gesamteffizienz des Konverters als zentrale Konverterkenngröße ein
Optimierungsziel, so trägt wiederum jedes an der Energieumwandlung beteiligte Bauteil zu den Ge-
samtverlusten der Schaltung bei. Diese Verlustmechanismen sind obendrein teilweise frequenz- bzw.
aussteuerungsabhängig. Die Auswirkungen und die Abhängigkeiten der unterschiedlichen Verlustme-
chanismen müssen bei der Wahl des Arbeitsbereiches berücksichtigt werden. Dadurch ergibt sich auch
auf elektrischer Ebene eine nur schwierig zu überblickende Vielzahl an Stellschrauben, anhand welcher
der Konverter optimiert werden kann. Die Schnittstelle zwischen der mechanischen und der elektri-
schen Auslegung ist dabei in der magnetischen Kopplung der Spulen zu finden, wodurch diese beiden
Auslegungsebenen eng miteinander verzahnt sind.
Aufgrund stark variierender Einsatzszenarien der KIE und einem allgemeinen Trend zu immer kürzeren
Produktzyklen ist es daher wünschenswert, über Simulationsmodelle zu verfügen, welche diese Para-
metervielfalt mit ausreichend hoher Genauigkeit aber innerhalb einer angemessenen Rechenzeit bewäl-
tigen. Trotz stetig wachsender Rechenleistung moderner Computersysteme eignen sich vorgefertigte
Simulationspakete häufig nicht direkt für solch multidimensionale Optimierungsprobleme. Daher ist die
Erarbeitung von geeigneten Modellen unerlässlich, um eine Optimierung überhaupt erst zu ermögli-
chen. Zudem erlauben diese Modelle in aller Regel die Darstellung grundlegender Zusammenhänge und
die Ableitung erster Optimierungsstrategien. Unter Einbeziehung praktischer Prototypen in Verbindung
mit solchen Modellen ist somit eine rasche iterative Annäherung an eine gültige und weitestmöglich
optimierte Konverterauslegung möglich.
Eine weitere technische Hürde besteht in der Informationsübertragung zwischen Primär- und Sekundär-
seite. Eine solche ist im Falle der direkten Regelung der sekundärseitigen Ausgangsspannung des für
die Überbrückung des Luftspalts verwendeten Konverters unerlässlich [185, 186]. Zur Realisierung
eines geschlossenen Regelkreises muss ein entsprechendes Rückführsignal generiert werden, welches
ebenfalls die räumliche Trennung zwischen Primär- und Sekundärseite überwinden muss. Dabei können
unterschiedlichste technische Ansätze gewählt werden, welche je nach zugrundeliegendem Übertra-
gungsweg (induktive bzw. kapazitive Kopplung, akustische Kopplung, Wellenausbreitung, optische

12
1.6 Fokus und Aufbau der Arbeit

Strecke) mehr oder weniger starken Einfluss auf den Leistungsteil selbst haben und unterschiedlich
hohen Zusatzaufwand mit sich bringen. Alternativ hierzu bieten sich Ansätze aus dem Bereich der Zu-
standsregelung an, die auf eine Signalrückführung der Regelgröße verzichten und versuchen, mithilfe
primärseitiger Messungen ein ausreichend genaues Abbild sekundärseitiger Größen zu erzeugen. Als
weitere Option besteht die Möglichkeit, das System derart geschickt auszulegen, dass ein gesteuerter
Betrieb ohne geschlossenen Regelkreis zu einer Erfüllung der Spezifikation selbst unter Einbeziehung
möglicher Kopplungs- und Bauteiltoleranzen führt [187].
Bei der Auslegung eines Systems zur KIE müssen im Vergleich zu regulären Netzteilen zusätzliche
Fehlerfälle abgefangen werden [180]. Je nach Applikation muss beispielsweise sichergestellt werden,
dass die Annäherung eines passenden Sekundärteils zuverlässig detektiert wird. Dies ist insbesondere
beim Nachladen batteriegestützter Mobilteile wichtig, da im Extremfall von einem vollständig entleer-
ten sekundärseitigen Energiespeicher ausgegangen werden muss. Dementsprechend kann bei Annähe-
rung des Mobilteils an die Ladestation zunächst keinerlei Informationsaustausch von der Sekundär- zur
Primärseite stattfinden. In diesem Szenario muss weitergehend gewährleistet werden, dass etwaige ver-
lustbehaftete Fremdkörper, welche (un)beabsichtigt an die Primärseite angenähert wurden, nicht fälsch-
licherweise für solch ein vollständig entladenes Mobilteil gehalten werden. Ein zusätzlicher Fehlerfall,
der bei Standardnetzteilen nicht auftreten kann, ist das Vorhandensein verlustbehafteter Fremdkörper
während des Vorgangs der Energieübertragung. Ist die Trennfläche, über die die magnetische Kopplung
zwischen beiden Gerätehälften hinweg realisiert wird, so ausgestaltet, dass sich darin Fremdkörper auf-
halten können, so muss sichergestellt werden, dass die Energieübertragung an die Sekundärseite und
damit auch das unerwünschte Einbringen von Energie in den Fremdkörper unterbleibt, falls sich
dadurch der Fremdkörper unzulässig stark erwärmt. Andernfalls droht eine Beschädigung der beiden
Gerätehälften selbst bzw. externer Gegenstände in der Umgebung des Systems zur KIE. Einige grund-
legende Abfangstrategien von Fehlerfällen bezüglich der Mobilteil- und Fremdkörperdetektion sind in
[178] beschrieben.
Weitere technische Einschränkungen ergeben sich durch Anforderungen, die seitens einzuhaltender
Normen gestellt werden. Aufgrund der in aller Regel losen magnetischen Kopplung kann es im Bereich
der Koppelspulen zu nennenswerten Amplituden der magnetischen Feldstärke kommen, welche in ein-
schlägigen Regelwerken und Normen limitiert sind. Übersichten zu anwendbaren EMV-Grenzwerten
im Zusammenhang mit der KIE sind beispielsweise in [46, 87, 188] aufgeführt.

1.6 Fokus und Aufbau der Arbeit


Die Auslegung eines Systems zur kontaktlosen Energieübertragung mittels Induktion im Nahfeld ist der
vorrangige Untersuchungsgegenstand der vorliegenden Arbeit. Dabei steht die unidirektionale Versor-
gung einer einzelnen immobilen Sekundärseite im Vordergrund. Neben dem Nennspulenabstand muss
hierbei aufgrund unvermeidbarer mechanischer Toleranzen ein gewisser Wertebereich des Spulenab-
standes durch das zu entwickelnde System abgedeckt werden. Sekundärseitig wird davon ausgegangen,
dass die Bereitstellung einer Gleichspannung für die Versorgung der Last nötig ist. Systeme mit direk-
ter Verwendung der sekundärseitigen Wechselspannung wie im Falle der induktiven Erwärmung (In-
duktionsofen, Induktionskochfelder etc.) werden nicht betrachtet.
Auf leistungselektronischer Seite werden in Kapitel 2 resonante Gleichspannungswandler als geeignete
Topologien für dieses Applikationsszenario identifiziert. Diese Konvertergattung umfasst eine Vielzahl
möglicher Topologien, von denen drei Vertreter näher untersucht werden. Diese Konverter erlauben,

13
1 Einleitung

trotz der losen magnetischen Kopplung zwischen Primär- und Sekundärseite, eine gegenüber anderen
Topologien vergleichsweise aufwandsarme elektrische Realisierung bei gleichzeitig akzeptablem Wir-
kungsgrad. Der Einfluss der applikationsbedingten schlechten induktiven Kopplung wirkt sich dabei
nicht schädlich auf die Kennwerte des Konverterbetriebs aus, vielmehr werden die bei Standardtopolo-
gien unerwünschten parasitären Eigenschaften des resultierenden Transformators vorteilhaft ausgenutzt.
In Kapitel 3 erfolgt die Diskussion möglicher Ansätze zur schaltungstechnischen Analyse resonanter
Konverter. Für die drei Topologien werden aus den zahlreichen in der Literatur beschriebenen Verfah-
ren drei Modellierungsansätze mit abgestuftem Abstraktionsgrad und unterschiedlich hoher Genauig-
keit präsentiert. Hierbei dient ein zeitdiskreter Lösungsansatz als Referenz zur Beurteilung zweier un-
tereinander eng verwandter Näherungsverfahren. Von den beiden vereinfachten Berechnungsverfahren
ist die grundlegende Variante innerhalb der einschlägigen Literatur zur Analyse und Auslegung reso-
nanter Konverter sehr häufig anzutreffen. Ihre Erweiterung hingegen ist aufgrund der aufwändigeren
Herleitung weniger stark verbreitet, für den dritten der analysierten Konverter konnte hierzu bisher
noch keine Literaturstelle identifiziert werden.
Der Auslegung der Koppelspulen kommt beim Entwurf eines Systems zur KIE zentrale Bedeutung zu.
Insbesondere für Applikationen mit Abstandstoleranzen ergeben sich merkliche Änderungen der mag-
netischen Kopplung für variierende Abstandsverhältnisse, mit entsprechenden Rückwirkungen auf die
zu entwickelnde Leistungselektronik. Zur Modellierung rotationssymmetrischer Koppelspulen wird in
Kapitel 4 ein numerisches Verfahren vorgestellt, welches sowohl die Analyse der magnetischen Kopp-
lung als auch der unvermeidbaren Spulenverluste ermöglicht. Dabei wird eine Implementierung dieses
Verfahrens gewählt, welche mit möglichst wenig Rechenzeit auskommt, um die Analyse eines weiten
Bereichs in Frage kommender Spulenkonfigurationen zu ermöglichen.
Mit dem Ziel der Effizienzoptimierung wird in Kapitel 5 die Verknüpfung der leistungselektronischen
und der magnetischen Modellierung vollzogen. Die vorgestellte zusammenhängende Betrachtungsweise
erlaubt eine umfassende Analyse sowie gezielte Auslegung von Systemen zur KIE. Am Beispiel eines
Systems zur Übertragung von 75 W über einen Luftspalt mit großem erlaubten Wertebereich
(lg = 3 mm … 9 mm) werden zunächst unterschiedliche Aspekte des Spulenaufbaus und deren Auswir-
kungen auf den Konverterentwurf diskutiert. Darauf aufbauend wird eine Optimierung zweier Leis-
tungsteile für unterschiedliche Systemarchitekturen mit bzw. ohne direkte Regelung der Ausgangsspan-
nung durchgeführt. Hierzu werden die drei untersuchten resonanten Wandlertopologien hinsichtlich
ihrer Einsatzeignung für eine vorgegebene Applikation evaluiert. Spezifische Vor- und Nachteile der
einzelnen Topologien werden erörtert und vielversprechende Konverterauslegungen identifiziert. Ab-
schließend erfolgt jeweils eine messtechnische Verifikation.

14
2 Kontaktlose induktive Energieübertragung mittels resonanter
Konverter
Mit dem Induktionsgesetz als physikalischer Grundlage der KIE ist es offensichtlich, dass aus leis-
tungselektronischer Sicht eine möglichst aufwandsarme Bereitstellung von Wechselspannung zur Ver-
sorgung der verwendeten Koppelspulen erfolgen muss. Hinsichtlich der Einbettung des leistungselek-
tronischen Schaltungsteils zur Überwindung des Luftspalts in ein Gesamtsystem zur KIE wird davon
ausgegangen, dass die zu versorgende Last die Umwandlung der sekundärseitigen Spulenspannung in
eine Gleichspannung erfordert. Dies trifft auf eine Vielzahl moderner Applikationen (Laden mobiler
Geräte, Versorgung von Sekundärseiten mit Digitalelektronik etc.) zu. Darüber hinaus wird davon aus-
gegangen, dass es die Einhaltung einschlägiger Normvorgaben (Limitierung der Netzstromoberschwin-
gungen, siehe hierzu insbesondere [189]) erforderlich macht, zum 50-Hz-Versorgungsnetz hin eine se-
parate leistungselektronische Stufe vorzusehen, welche ihrerseits für die Primärseite des Systems zur
KIE eine Gleichspannung bereitstellt8. Bei Versorgung aus einem Gleichspannungsnetz entfällt diese
Stufe entsprechend. Unter diesen Voraussetzungen gelangt man zu dem in Abb. 2-1 gezeigten grundle-
genden Systemaufbau.

DC AC
Ui RL UL
AC DC

Primärseite Sekundärseite
Abb. 2-1: Grundaufbau der leistungselektronischen Stufe zur Überwindung der räumlichen Trennung zwi-
schen Quelle Ui und Verbraucher RL.

Ausgehend von dieser Grundstruktur kommen prinzipiell mehrere galvanisch getrennte Topologien wie
beispielsweise der Sperr- und der Durchflusswandler sowie Halb- und Vollbrückentopologien in Be-
tracht [190]. All diesen Topologien ist aber gemein, dass ihre Betriebseigenschaften schon darunter
leiden, wenn die Kopplung der am Leistungstransfer beteiligten Spulen wenige Prozentpunkte vom
Idealfall abweicht (siehe z. B. [190, 191]). Bei diesen Konvertern kann durch zusätzliche schaltungs-
technische Maßnahmen in Form aktiver Klemmschaltungen versucht werden, mit der parasitären Ener-
giespeicherung eines nicht ganz perfekt gekoppelten Transformators zurechtzukommen [192]. Die
Nichtidealitäten der magnetischen Kopplung bei Anwendungen zur KIE sind aber in einer Größenord-
nung angesiedelt, die den sinnvollen Einsatz solcher Zusatzmaßnahmen fraglich erscheinen lässt9. Für
Anwendungen aus dem Bereich der KIE scheiden diese Topologien daher in aller Regel von vornherein
aus, es sei denn, dass eine vergleichsweise gute Kopplung durch entsprechende mechanische Maßnah-
men (sehr geringe Wandstärken zwischen den Gerätehälften, gezielte Führung des magnetischen Flus-

8
Alternativ ist auch eine primärseitige direkte Wandlung der Netzspannung in eine Wechselspannung denkbar. Solch
ein AC-AC-Ansatz wird jedoch im Rahmen dieser Arbeit nicht weiter betrachtet.
9
Im Allgemeinen kann davon ausgegangen werden, dass der Koppelfaktor der am Energietransport beteiligten Spulen
für Anwendungen zur KIE deutlich unter k = 0,9 liegt, siehe hierzu auch [28, 106].

15
2 Kontaktlose induktive Energieübertragung mittels resonanter Konverter

ses durch ineinandergreifende Koppelspulen bzw. Ferritabschnitte) realisiert werden kann 10. Ist dies
nicht der Fall, so bedarf es Gleichspannungswandlertopologien, welche selbst mit lose magnetisch ge-
koppelten Spulen auf schaltungstechnischer Ebene möglichst aufwandsarm realisiert werden können.
Eine Konvertergattung, die diese Voraussetzungen erfüllt, ist die Familie der resonanten Konverter11,12.

2.1 Grundlagen
Die Klasse der resonanten Konverter umfasst eine große Zahl unterschiedlicher Topologien. Dies be-
gründet sich in dem modularen Grundaufbau gemäß Abb. 2-2.

is(t)
DC AC
Ui us(t) ub(t) RL uo(t)
AC DC

Quelle Inverter Resonanzkreis Gleichrichter Filterstufe Last

Abb. 2-2: Grundlegender Aufbau eines spannungsgespeisten resonanten Gleichspannungswandlers.

Aus der eingangsseitigen Gleichspannungsquelle wird mittels einer Inverterstufe eine Wechselspan-
nung13 us(t) generiert, welche einen Resonanzkreis mit mehreren Blindelementen anregt. In der zugehö-
rigen Literatur hat es sich größtenteils durchgesetzt, den Konverter in Anlehnung an den Aufbau seines
Resonanzkreises zu benennen [196-198], im Fall eines einfachen Serienschwingkreises beispielsweise
als LC-Konverter [190, 199]. Je nach Applikation kann der Aufbau des Resonanzkreises variieren [190]
bzw. derart angepasst werden, dass ein bestimmtes Verhalten in Abhängigkeit der Schaltfrequenz er-
reicht wird [200]. Für die Applikation der KIE sind die beiden am Energietransport beteiligten Koppel-
spulen als lose gekoppelter Transformator zentraler Bestandteil des Resonanzkreises. Somit wirken sich
im Gegensatz zu klassischen hartschaltenden PWM-Konvertern die Nichtidealitäten des Transformators
nicht störend aus, vielmehr wird der Transformator mitsamt seinen parasitären Eigenschaften als Teil
des Resonanzkreises vorteilhaft genutzt. Diese Eigenschaft macht den Einsatz resonanter Konverter im
Bereich der KIE besonders interessant.
Zur Versorgung der Last wird die Ausgangsspannung ub(t) des Resonanzkreises gleichgerichtet und der
verbleibende Wechselanteil durch ein Filter bekämpft. Dabei werden im einschlägigen Sprachgebrauch
Filtertopologien mit Induktivität unmittelbar am Gleichrichter als „induktive Filter“, Filterauslegungen

10
Der eingangs erwähnte Literaturvergleich bestätigt für solche klassischen Topologien eine Tendenz zu vergleichs-
weise guten Kopplungswerten, siehe hierzu Tabelle A-2.
11
Im angelsächsischen Sprachgebrauch wird diese Konvertergattung auch als „load resonant“ bezeichnet, um sie von
der Klasse der quasi-resonanten Konverter („resonant switch converter“) abzugrenzen, siehe auch [193, 194].
12
Ausgehend von den klassischen hartschaltenden PWM-Konvertern kann zur Verringerung der Schaltverluste die Gat-
tung der quasi-resonanten Konverter abgeleitet werden. Vom Prinzip her könnte diese Konverterklasse auch für die
KIE eingesetzt werden. Es ergeben sich bei diesen Topologien aber vergleichsweise hohe Bauteilbelastungen sowie
Nachteile im Leerlauf- bzw. Kurzschlussfall, siehe hierzu insbesondere [193]. Diese Konvertergattung wird im Rah-
men dieser Arbeit nicht weiter behandelt.
13
Alternativ besteht die Möglichkeit, eine eingangsseitige Filterdrossel zwischen Quelle und Inverterstufe vorzusehen,
was einen blockförmigen Wechselstrom am Eingang des Resonanzkreises zur Folge hat, siehe z. B. [195]. Diese Un-
tergattung resonanter Konverter wird im Rahmen der vorliegenden Arbeit nicht weiter untersucht.

16
2.1 Grundlagen

ohne Induktivität als „kapazitive Filter“ bezeichnet. Ist eine Filterinduktivität vorhanden, so hat dies
entsprechende Rückwirkungen auf die Stromverläufe des Resonanzkreises, da der Eingangsstrom der
Gleichrichterstufe für große Induktivitätswerte der Filterspule blockförmig wird (für die Analyse dieser
Untergattung sei auf [201] verwiesen). Im Falle mobiler Sekundärseiten ist aber häufig das Erreichen
eines möglichst geringen Gewichts ein wichtiges Entwurfsziel. Die Realisierung eines ausreichend gro-
ßen Induktivitätswerts auf der Sekundärseite kann diesem Ziel je nach Applikation entgegenstehen und
demnach beschränken sich die Untersuchungen dieser Arbeit auf Konverter mit kapazitivem Ausgangs-
filter.
Ein entscheidendes Pro-Argument, welches im Zusammenhang mit der Diskussion um den Einsatz re-
sonanter Konverter angeführt wird, ist deren vorteilhaftes Schaltverhalten der Inverterbrücke. Je nach
Phasenlage zwischen dem Eingangsstrom is(t) des Resonanzkreises und der durch die Inverterbrücke
generierten Rechteckspannung us(t) kann die Eingangsimpedanz des Resonanzkreises salopp als induk-
tiv bzw. kapazitiv charakterisiert werden. Im Rahmen der vorliegenden Arbeit wird von der Verwen-
dung von MOSFETs als Schaltelemente ausgegangen, für deren Einsatz gemäß [190, 203] ein nachei-
lender Resonanzkreisstrom, also induktives Eingangsverhalten, zu bevorzugen ist 14. Zur Bestätigung
dieser Aussage kann dabei das vereinfachte Ersatzschaltbild einer Halbbrücke aus Abb. 2-3 herangezo-
gen werden. Der Kanal wird dabei durch das einfachstmögliche Modell eines idealen Schalters angenä-
hert, zusätzlich wird die MOSFET-interne Ausgangskapazität durch eine lineare Kapazität modelliert
und die intrinsische Inversdiode in idealisierter Form in die Betrachtung mit einbezogen. Ausgehend
von einem leitenden Schalter T1 und sperrendem Schalter T2 wird zum Zeitpunkt t0 davon ausgegangen,
dass der positive Kanalstrom des oberen Schalters instantan zu Null gebracht werden kann. Unter dieser
Annahme erfolgt der Ausschaltvorgang verlustlos und der zum Zeitpunkt positive Strom im Serien-
zweig is(t) hat zur Folge, dass aufgrund des in Ls gespeicherten magnetischen Flusses weiterhin ein po-
sitiver Strom gemäß der eingezeichneten Zählpfeilrichtung fließen muss. Die Drain-Source-Kapazität
des unteren Schalters ist zu diesem Zeitpunkt auf ihren Maximalwert Ui aufgeladen, demnach sind die
Leitbedingungen der beiden Inversdioden verletzt. Somit verbleibt als einziger Freilaufpfad die Paral-
lelschaltung der beiden Schalterkapazitäten. Zur Veranschaulichung wird der Spulenstrom für die Dau-
er dieses Umladevorgangs als nahezu konstant angesehen, was einen fast linearen Verlauf der Brücken-
spannung us(t) zur Folge hat. Die zu Beginn der Schalthandlung in der unteren Kapazität CDS gespei-
cherte Energie wird hierbei verlustlos an den Resonanzkreis abgegeben, während am Ende des Um-
ladevorgangs die gleiche Energiemenge im Kondensator des oberen Schalters gespeichert sein wird.
Zum Zeitpunkt t1 ist dieser Umladevorgang abgeschlossen, negative Werte für die Mittelpunktsspan-
nung us(t) werden durch die Rückwärtsdiode des Schalters T2 verhindert. Für positive Momentanwerte
des Stroms is(t) leitet ab diesem Zeitpunkt t1 diese Diode, was mit einer verschwindend kleinen Span-
nung über dem Kanal des Schalters T2 einhergeht. Dies ist der geeignete Zeitpunkt, um T2 mit einem
Minimum an Einschaltverlusten einzuschalten15. Diese Vorgehensweise wird als Nullspannungsschal-
ten bzw. „zero voltage switching“ (ZVS) bezeichnet. Die gleichen Einschaltverhältnisse stellen sich
beim entgegengesetzten Umladevorgang für den oberen Schalter ein.

14
Im Falle bipolarer Schalter wird gemäß Literatur eher ein kapazitives Eingangsverhalten in Verbindung mit „zero-
current switchting“ (ZCS) empfohlen [202].
15
Solange der Momentanwert des Stroms is(t) noch positiv ist, kann das Einschalten des Schalters auch nach t1 erfol-
gen. Im gezeigten Beispiel wechselt der Strom zu t2 die Polarität. Wird das Gate-Signal des einzuschaltenden Schal-
ters um eine Totzeit tdead verzögert, so fließt zwischen t1 und t1 + tdead der Strom über die Inversdiode von T 2.

17
2 Kontaktlose induktive Energieübertragung mittels resonanter Konverter

uGS1

T1 uGS2
CDS Ls
Ui us
is(t)
T2 us(t)
CDS is

t0 t1 t2 t
(a) (b)

Abb. 2-3: Umladevorgänge innerhalb der Halbbrücke eines resonanten Konverters. Die dargestellten
Rechtecksignale uGS repräsentieren die Ansteuersignale der Leistungsschalter.
(a) Ausschnitt der mittels Halbbrücke realisierten Inverterstufe. Es wird davon ausgegangen,
dass der durch die Halbbrücke generierte Gleichanteil der Spannung us(t) an einem Serien-
kondensator des nachfolgenden Resonanzkreises (nicht eingezeichnet) abfällt.
(b) Ansteuersignale der Leistungstransistoren.

Leider ist die eingangs getätigte Annahme einer nahezu verlustlosen Ausschalthandlung in der Praxis
nur unter Umständen gerechtfertigt. Die während dieses transienten Vorgangs auftretenden Zeitverläufe
sind im Detail betrachtet vergleichsweise komplex und die hervorgerufenen Kanalverluste hängen von
einer Vielzahl an Parametern ab. Ein grundlegender Modellierungsansatz zur Beschreibung des Aus-
schaltverhaltens eines Leistungs-MOSFETs beim Schalten induktiver Lasten ist in [204] dargestellt, die
Komplexität einer entsprechenden vollständigen Modellierung ist eindrucksvoll in [192] geschildert.
Zur vereinfachten groben Abschätzung, ob für eine gegebene Konfiguration überhaupt signifikante
Ausschaltverluste zu erwarten sind, kann das in [205] hergeleitete Modell gemäß Abb. 2-4 verwendet
werden. Innerhalb dieses Modells werden die eigentlich stark nichtlinearen Schalterkapazitäten durch
lineare Pendants ersetzt und der Kanalstrom je nach momentanem Arbeitspunkt im Ausgangskennlini-
enfeld abschnittsweise durch einfache Zusammenhänge approximiert.Über das Ausbleiben signifikanter
Schaltverluste entscheidet dabei der Schwellwert ID,th für den abzuschaltenden Drain-Strom mit
U GS ,th  U dr  C DS 
I D ,th  1   (2-1)
RG  C GD  .

D
C iD(t)
iG(t) G iGD(t) GD

RG ich(t)
Udr uGS(t) CGS CDS

iS(t)
S
Abb. 2-4: Stark vereinfachtes Ersatzschaltbild zur Modellierung des Ausschaltverhaltens eines Leistungs-
MOSFETs. Der Kanalstrom wird während der Ausschalthandlung als Funktion der Spannung
uGS(t) aufgefasst, weitere Abhängigkeiten werden nicht berücksichtigt.
18
2.2 Topologien

Ist der Momentanwert des Schaltstroms unter diesem Wert, so stellt sich während der Schalthandlung
eine Steuerspannung uGS ein, die unterhalb der Einschaltschwelle UGS,th liegt. Für diese Konstellation
wird zwar von außen betrachtet Energie in den MOSFET eingebracht, aufgrund des fehlenden Ka-
nalstroms geht aber kaum Energie verloren16. Bei Verwendung des MOSFETs in einer resonanten In-
verterbrücke wird diese dann unmittelbar vor dem nächsten Einschaltvorgang nahezu vollständig zu-
rückgewonnen [190, 206]. Für Arbeitspunkte, in denen der zu schaltende Strom hingegen größer als der
Schwellwert nach (2-8) ist, sollten detaillierte Betrachtungen des Ausschaltverhaltens erfolgen, da für
diesen Fall der Kanal u. U. während des Umladevorgangs teilweise leitet. Dadurch kommt es neben der
Energieeinspeicherung in die Transistorkapazitäten während des Umladevorgangs tatsächlich zu Ver-
lusten im Kanal. Im Gegensatz zu hartschaltenden Topologien kann aber diese Situation gemäß (2-8)
ohne zusätzliche Einschaltverluste durch externe Entlastungskondensatoren entschärft werden. Diese
verringern den über die Miller-Kapazität abfließenden Strom iGD und beeinflussen daher den sich ein-
stellenden Wert der Steuerspannung vorteilhaft. Die in diesen externen Kondensatoren zusätzlich zwi-
schengespeicherte Energie muss zwar in Form erhöhter Blindleistung durch den Resonanzkreis bereit-
gestellt werden, kann aber ohne weitere Zusatzmaßnahmen wiedergewonnen werden. Diese Aussage
trifft auf die grundlegenden hartschaltenden PWM-geregelten Gleichspannungswandler nicht direkt zu.
Alternativ hierzu kann eine Verringerung der Ausschaltverluste durch die Verwendung von MOSFETs
mit höherer Schwellspannung UGS,th bzw. niedrigerem Gate-Widerstand RG erzielt werden. Ein negati-
ver Wert Udr < 0 der Treiberschaltung im Ausschaltmoment ist in diesem Sinne ebenfalls hilfreich.
Im weiteren Verlauf dieser Arbeit wird als Unterscheidungskriterium bzgl. des Auftretens von ZVS-
Bedingungen das Vorzeichen des Spulenstromes iLs beim Wechsel des Pegels der Rechteckspannung
der Inverterbrücke herangezogen. Als Referenzzeitpunkt dient hierbei der Wechsel der Inverteraus-
gangsspannung us vom niedrigen zum hohen Pegel. Ist der zugehörige Momentanwert ILs,0 des Serien-
zweigsstromes negativ, eilt der Eingangsstrom iLs des Resonanzkreises der treibenden Rechteckspan-
nung us nach (induktives Verhalten am Eingang des Resonanzkreises). Dies stellt eine notwendige Be-
dingung für das Auftreten von ZVS dar.
Sollen die Schaltvorgänge der Inverterbrücke im Rahmen der Analyse und Auslegung resonanter Kon-
verter hingegen direkt berücksichtigt werden, so hat dies eine entsprechend erhöhte Komplexität des
Simulationsmodells zur Folge. Insbesondere die Charakterisierung und Einbindung der nichtlinearen
Schalterkapazitäten ist mit erheblichem Aufwand verbunden, siehe hierzu insbesondere [192]. Wird die
Rückwirkung der Umladevorgänge auf die Zeitverläufe des Resonanzkreises hingegen vernachlässigt,
so kann über die Erfüllung der Bedingungen zum Nullspannungsschalten und damit zur Rückgewin-
nung im Ausschaltvorgang gespeicherten Energie gemäß [191] bei resonanten Konvertern im Rahmen
nachgelagerter Simulationsschritte entschieden werden.

2.2 Topologien
Wie im vorangegangenen Abschnitt diskutiert, bilden die für die KIE genutzten lose gekoppelten Spu-
len zwischen Primär- und Sekundärseite die zentralen Bestandteile des jeweiligen Resonanzkreises der
in dieser Arbeit untersuchten resonanten Konverter. Dabei können die galvanisch getrennten Koppel-
spulen auf Ersatzschaltbildebene durch das in Abschnitt 1.3 diskutierte Transformatormodell beschrie-
ben werden. Allen untersuchten Konvertern dieser Arbeit ist mit Blick auf den Aufbau des Resonanz-

16
Der während des Umladevorgangs fließende Strom im Gate-Kreis ruft unabhängig davon, ob die Bedingung (2-8) er-
füllt ist, geringe Verluste hervor.

19
2 Kontaktlose induktive Energieübertragung mittels resonanter Konverter

kreises gemein, dass primärseitig ein Schwingkreiskondensator Cs eingesetzt wird, siehe Abb. 2-5. Die-
ser bildet zusammen mit den Induktivitäten des Transformators rechnerisch zwei Resonanzfrequenzen,
welche das Frequenzverhalten des Konverters prägen. Anhand der Anordnung der Resonanzelemente
wird diese Topologie als LLC-Konverter bezeichnet.

DC AC
Ui Cs Co RL uo(t)
AC DC

Abb. 2-5: Schematisches Blockschaltbild des LLC-Konverters mit kapazitivem Ausgangsfilter. Die zur
KIE genutzten lose gekoppelten Spulen sind Bestandteil des Resonanzkreises und werden auf
schaltungstechnischer Ebene durch das -Transformatorersatzschaltbild mit drei Elementen re-
präsentiert, siehe hierzu Abb. 1-6 (b).

Der Sekundärstrom des lose gekoppelten Transformators wird bei dieser Topologie direkt gleichgerich-
tet und dient der Versorgung der Ausgangslast. Weitere Blindelemente kommen beim LLC-Konverter
nicht zum Einsatz und demnach kommt diese Ausgestaltung des Resonanzkreises mit einem Minimum
an reaktiven Bauelementen aus. Beim Anwendungsszenario der KIE können sich aber insbesondere bei
Applikationen mit großen Spulenabständen hinsichtlich der primärseitigen Strombelastung dieses Kon-
verters Nachteile ausprägen, da die realisierbaren Werte der Hauptinduktivität klein ausfallen und dem-
entsprechend der Blindstrom im Querzweig des Transformators gemäß Abb. 1-6 große Werte anneh-
men kann. Zur Reduzierung dieser zusätzlichen Strombelastung wird in der Literatur die Verwendung
von sekundärseitigen Kompensationskondensatoren vorgeschlagen, mit denen die Eigenschaften des
Resonanzkreises dahingehend verändert werden sollen, dass die Blindstrombelastung innerhalb des
Konverters reduziert wird [16, 18, 20, 49, 57, 70, 77, 87, 102, 130, 138, 138, 142, 151, 152, 207]. Hier-
für bietet es sich einerseits an, einen Parallelkondensator Cp gemäß Abb. 2-6 (a) vorzusehen. Anderer-
seits kann auch ein sekundärseitiger Serienkondensator Ck, wie in Abb. 2-6 (b) gezeigt, zum Einsatz
kommen.
Angesichts der unterschiedlichen Positionierung der Kompensationskondensatoren Cp bzw. Ck auf der
Sekundärseite ist es offensichtlich, dass sich diese beiden weiterführenden Kompensationsmaßnahmen
in Abhängigkeit des Arbeitspunktes unterschiedlich auswirken. Während der Parallelkondensator Cp für
alle Lastsituationen von Volllast bis Leerlauf an den Oszillationen des Resonanzkreises beteiligt ist,
wird der Serienkondensator Ck bei Annäherung an Leerlaufarbeitspunkte nur noch für sehr kurze Zeitin-
tervalle umgeladen, aufgrund der sehr kurzen Leitphasen der Gleichrichterbrücke schwindet sein Ein-
fluss für Schwachlastfälle. Eine ähnliche Aussage gilt für die Parallelkompensation im Falle des Kurz-
schlusses, bei dem Cp nur noch für sehr kurze Zeitintervalle umgeladen wird. Der Serienkondensator Ck
ist im Kurzschlussfall hingegen vollständig an den Oszillationen des Resonanzkreises beteiligt. Somit
bieten diese beiden Kompensationsmöglichkeiten interessante Alternativen zur Grundkonfiguration des
LLC-Konverters17. Innerhalb der vorliegenden Arbeit werden diese Topologien zur besseren Unter-
scheidbarkeit als LLCCp- bzw. als LLCCs-Konverter (für Parallel- bzw. Serienkompensation) bezeich-
net.
17
Soll eine bidirektionale Leistungsübertragung über den Luftspalt hinweg realisiert werden, so bietet der LLCC s-
Konverter den Vorteil, dass prinzipbedingt weder primär- noch sekundärseitig Spannungsgleichanteile am Transfor-
mator auftreten können.

20
2.2 Topologien

DC AC
Ui Cs Cp Co RL uo
AC DC
(a)

DC AC
Ui Cs Ck Co RL uo
AC DC
(b)

Abb. 2-6: Schematische Blockschaltbilder sekundärseitig kompensierter resonanter Konverter mit kapazi-
tivem Ausgangsfilter.
(a) LLCCp-Konverter mit sekundärseitiger Parallelkompensation.
(b) LLCCs-Konverter mit sekundärseitiger Serienkompensation.

Während sich die Benennung des Konverters nach der Grundstruktur des Resonanzkreises richtet, erge-
ben sich hinsichtlich der Realisierung der Inverter- und Gleichrichterstufe einige unterschiedliche Ge-
staltungsmöglichkeiten, die meist nicht in die Konverterbezeichnung einfließen. So kann die Umrich-
tung der eingangsseitigen Gleichspannung mit einer einfachen Halbbrücke oder mit einer Vollbrücke
erfolgen. Bei beiden Varianten müssen die Schaltelemente mindestens mit dem Wert der Eingangs-
spannung belastbar sein. Im Falle der Halbbrücke mit einem Resonanzkondensator ist die Strombelas-
tung der Quelle lückend, im Falle der Vollbrücke fließt für die gesamte Dauer der Schaltperiode Strom
zwischen Quelle und Resonanzkreis. Aufgrund der vorteilhaften Verwendung von MOSFETs als Schal-
terelemente in Verbindung mit dem verlustlosen Einschalten im ZVS-Bereich und der Möglichkeit, den
Ausschaltvorgang durch Kapazitäten nahezu verlustlos gestalten zu können [191, 192, 203, 206], wird
im Rahmen dieser Arbeit nur vom Einsatz dieser Schaltelemente ausgegangen. Die Wahl der Inverter-
topologie hat ansonsten keine weiterführende Rückwirkung auf den strukturellen Aufbau des Konver-
ters. Die möglichen Varianten der Gleichrichtung hingegen müssen in enger Verbindung mit dem Auf-
bau der sekundärseitigen Koppelspule betrachtet werden [206, 208, 209]. Wird diese in Form einer ein-
zigen Wicklung ausgeführt und wird die Betrachtung auf die typischerweise genutzten Varianten be-
schränkt, so bieten sich die in Abb. 2-7 gezeigten Gleichrichtervarianten in Form des Brückengleich-
richters und der Spannungsverdopplerkonfiguration an.
Vergleicht man beide Gleichrichtervarianten für identische Ausgangsspannungs- und Ausgangsleis-
tungswerte, so zeigen sich direkt ihre diametralen Tendenzen hinsichtlich der Bauteilbelastungen
und -anzahl. Für die Realisierung der Vollweggleichrichtung mithilfe eines Brückengleichrichters be-
darf es vier Dioden, die Variante des Spannungsverdopplers hingegen kommt mit nur zwei Dioden aus,
benötigt aber dafür zwei Speicherkondensatoren, jedoch mit halber Spannungsfestigkeit. In beiden Va-
rianten müssen die Dioden der vollen Ausgangsspannung standhalten, die Strombelastung der Einzeldi-
ode der Verdopplerschaltung ist allerdings doppelt so hoch, da aus Sicht des Resonanzkreises die glei-
che Leistung an die halbe Ausgangsspannung des Einzelkondensators abgegeben wird. In puncto Wir-
kungsgrad wird der Wegfall einer Diodenvorwärtsspannung dabei durch die Verdopplung der Strombe-
lastung kompensiert. Überdies muss das Windungszahlenverhältnis des lose gekoppelten Transforma-
tors an die jeweils verwendete Variante angepasst werden, was wiederum Auswirkungen auf die Ver-
lustverteilung dieser Komponente hat. Somit ist die Entscheidung, welche Variante von Vorteil ist,

21
2 Kontaktlose induktive Energieübertragung mittels resonanter Konverter

Co

ub(t) Co RL Uo ub(t) RL Uo

Co
(a) (b)

Abb. 2-7: Ersatzschaltbild unterschiedlicher Vollweggleichrichterstufen auf Basis eines Zweiwicklungs-


transformators.
(a) Brückengleichrichter. (b) Spannungsverdopplerkonfiguration.

stark von den Arbeitspunktdaten der untersuchten Applikation abhängig und muss daher für jedes An-
wendungsszenario gesondert gefällt werden.
Wird die Sekundärspule alternativ als Mittelpunktanzapfung ausgeführt, so eröffnet sich die Möglich-
keit, die in Abb. 2-8 gezeigte Schaltungsvariante einzusetzen (Ersatzschaltbilder des Dreiwicklungs-
transformators sind beispielsweise in [210] aufgeführt). Die Berücksichtigung dieser Gleichrichtervari-
ante erfolgt im Rahmen dieser Arbeit nur unter stark vereinfachten Annahmen18. Die in der Realität
unvermeidbaren Diodenkapazitäten haben in realen Schaltungen in Verbindung mit den sekundärseiti-
gen Streuinduktivitäten des Dreiwicklungstransformators Oszillationen zur Folge [211], die im Rahmen
dieser Arbeit nicht weiter berücksichtigt werden. Vielmehr konzentrieren sich die dargestellten Ergeb-
nisse auf die prinzipiellen Unterschiede in den Strom- und Spannungsbelastungen der unterschiedlichen
Gleichrichtervarianten, parasitäre Effekte aufgrund dieser Oszillation werden nicht weiter untersucht19.
Zudem ist die Anwendbarkeit dieser Gleichrichtertopologie für den Fall der sekundärseitigen Serien-
kompensation gemäß Abb. 2-6 (b) prinzipbedingt nicht gegeben, da alle Zweige auf der Wechselspan-
nungsseite der Gleichrichterstufe des Netzwerks aus Abb. 2-8 mit einem Gleichstromanteil behaftet
sind.
Verglichen mit den beiden Gleichrichtervarianten auf Basis eines Zweiwicklungstransformators ist der
erhöhte Aufwand für die Mittelpunktanzapfung in puncto Spulenaufbau dabei offensichtlich. Hinsicht-
lich der Spannungsbelastung der Halbleiter müssen diese mindestens der doppelten Ausgangsspannung
standhalten. Mit Blick auf die Diodenverluste ergeben sich bei dieser Variante die geringsten Strombe-
lastungen sowie die Einsparung einer Diodenvorwärtsspannung. Dieser Vorteil wird mit einer schlech-
teren Ausnutzung der Koppelspule erkauft, da jeweils nur eine Hälfte der sekundärseitigen Windungen
Strom führt. Bei Anwendung dieser Variante muss dementsprechend die Verlustaufteilung dieser Kom-
ponente gesondert betrachtet werden. Für mobile Sekundärseiten muss zudem dem zusätzlichen Ge-
wicht aufgrund der größeren Gesamtwindungszahl Rechnung getragen werden. Die Anzahl der Bau-
elemente ist bei Anwendung dieser Gleichrichterausführung im Falle des LLC-Konverters minimal,
beim Einsatz des LLCCp-Konverters relativiert sich dieser Vorteil durch die notwendige Doppelung des
Kompensationskondensators. Darüber hinaus kommt es für diese Resonanzkreiskonfiguration zu einer
Oszillation der sekundärseitigen Streuinduktivitäten des Dreiwicklungstransformators mit den Kompen-
18
Im Zusammenhang mit dem für diese Gleichrichtervariante nötigen Dreiwicklungstrafo wird davon ausgegangen,
dass eine perfekte Symmetrie im Wicklungsaufbau, d. h. identische Gegeninduktivitäten zwischen Primär- und Se-
kundärwicklungen sowie zwischen den Sekundärwicklungen untereinander, erreicht wird. Dies ist in praktischen
Aufbauten i. a. R. nicht möglich [210] und kann zu unsymmetrischen Stromaufteilungen zwischen den beiden Se-
kundärwicklungen führen.
19
Hierzu zählen insbesondere die Störaussendung im Bereich der elektromagnetischen Verträglichkeit sowie zusätzli-
che Verluste aufgrund der Dämpfung dieser hochfrequenten Oszillation.

22
2.2 Topologien

ub1(t) Co RL Uo

ub2(t)

Abb. 2-8: Ersatzschaltbild der Vollweggleichrichtung mithilfe der Mittelpunktanzapfung.

sationskondensatoren innerhalb der Zeitintervalle, in denen die jeweilige Sekundärwicklung nicht am


Leistungstransfer beteiligt ist. Diese Oszillationen sind analog zur bereits erwähnten parasitären Oszil-
lation mit den Diodenkapazitäten des LLC-Konverters, wobei im Falle der Parallelkompensation die
Nutzelemente Cp an der Schwingung beteiligt sind.
Insgesamt sind allgemeingültige Aussagen zu den Vor- und Nachteilen bestimmter Schaltungsvarianten
nur sehr schwierig zu formulieren. Bei einer praxisnahen Auslegung eines Systems zur KIE ist die
Wahl der geeigneten Inverter- und Gleichrichterauslegung sehr stark von den Randbedingungen der
Applikation abhängig. So verbietet sich im niedrigen Leistungsbereich die Verwendung der Vollbrücke
meist schon aus ökonomischen Gründen. Auf der Ausgangsseite ist die Ausführung der Gleichrichter-
stufe ebenfalls von der Leistungsklasse sowie der Spannungsebene am Ausgang abhängig. Zusätzliche
Einschränkungen können sich aufgrund von Volumen- oder Gewichtseinschränkungen ergeben. Ent-
sprechend ist bereits der Vergleich des Spannungsverdopplers mit dem Vollbrückengleichrichter viel-
schichtig. So müssen zwei Filterkondensatoren für die Realisierung des Spannungsverdopplers vorge-
sehen werden (zus. Gewicht und Volumen), zum anderen ergibt sich die doppelte Effektivwertbelastung
der sekundärseitigen Koppelspule aufgrund der Leistungsabgabe an die halbe Ausgangsspannung. Dies
entspräche einer Vervierfachung der ohmschen Verluste aufgrund des Effektivwerts des Sekundär-
stroms gegenüber dem Brückengleichrichter (bei gleichbleibendem Wicklungswiderstand). Bei gleich-
bleibender Kupfermenge kann der Wicklungswiderstand durch Parallelschaltung aber um den Faktor
vier reduziert werden (doppelte Querschnittsfläche, halbe Länge). Dabei muss neben den ohmschen
Verlusten aufgrund der Stromleitung auch den zusätzlichen hochfrequenten Verlusten durch Skin- und
Proximityeffekt Rechnung getragen werden, die ihrerseits wiederum die Gesamtverluste dieser Kom-
ponente in die Höhe treiben können, siehe hierzu unter anderem [212-214]. Die Verwendung von HF-
Litze mit größerem Gesamtquerschnitt zur Bekämpfung dieses Effekts treibt einerseits die Kosten und
andererseits das Gewicht entsprechend in die Höhe. Wie bereits diskutiert, bleiben die Gesamtdioden-
verluste beim Übergang von der Vollbrücke zur Spannungsverdopplervariante gleich hoch, was wiede-
rum eine erhöhte Diodentemperatur und damit erhöhten Kühlungsaufwand (zus. Volumen und Ge-
wicht) zur Folge hat. Hinsichtlich eines Vergleich mit der Variante der Mittelpunktanzapfung ist ferner
anzumerken, dass diese nicht für alle der drei untersuchten resonanten Konverter anwendbar ist.
Unabhängig von der letztendlich zugrunde liegenden Applikation sind die vorgestellten Analyseverfah-
ren und Entwurfsmethodiken prinzipiell auf alle (zulässigen) Kombinationen zwischen Inverterstufe,
Resonanzkreis und Gleichrichterstufe anwendbar, um die Kennwerte der unterschiedlichen Konfigura-
tionen berechnen zu können. Die letztendliche Entscheidung, welcher Systemaufbau die Spezifikations-
anforderungen am besten erfüllt, muss vor dem Hintergrund der jeweiligen Anforderungen an Wir-
kungsgrad, Leistungsdichte, Gewicht und Kosten bei jeder Applikation aufs Neue getroffen werden.
Hierbei können die erarbeiteten Analyseverfahren eine wichtige Hilfestellung sein.

23
2 Kontaktlose induktive Energieübertragung mittels resonanter Konverter

Cs Ls n
ik
Ui
iLs
us Lh ub Co RL uo
iLh

Abb. 2-9: Ersatzschaltbild des verlustlosen LLC-Konverters mit eingangsseitiger Halb- und ausgangsseiti-
ger Vollbrücke.

Im Falle des Verzichts auf weitere Kompensationskondensatoren erhält man somit gemäß der festgeleg-
ten Nomenklatur den LLC-Konverter, welcher in Abb. 2-9 mit einer Halbbrücke als Inverter- und einer
Vollbrücke als Gleichrichterstufe dargestellt ist. Ersetzt man den in Abb. 2-9 gezeigten Zweiwicklungs-
transformator durch eine Variante mit Mittelpunktanzapfung, so ergibt diese Kombination das Mini-
mum der auf der Sekundärseite benötigten Bauelemente. Diese aufwandsarme Realisierung macht die-
sen Konverter insbesondere für Standardnetzteile in Massenanwendungen niedriger Ausgangsleistung
mit hohen Stückzahlen attraktiv [191].
Bei Hinzunahme eines sekundärseitigen Kompensationskondensators in Parallelschaltung ergibt sich
der LLCCp-Konverter gemäß Abb. 2-10. Gegenüber der unkompensierten Variante erhöht sich der Bau-
teilaufwand einzig durch die Einbringung des Kompensationskondensators Cp. Die minimale nötige
Spannungsbelastbarkeit dieses Bauelements ist aufgrund der Parallelschaltung zur Gleichrichterstufe in
erster Näherung direkt von der Ausgangsspannung abhängig.

Cs Ls n
ik ib
Ui
iLs
us Lh Cp ub Co RL uo
iLh

Abb. 2-10: Ersatzschaltbild des verlustlosen LLCCp-Konverters mit eingangsseitiger Halb- und ausgangs-
seitiger Vollbrücke.

Für die Ausführung der Serienkompensation des LLCCs-Konverters aus Abb. 2-11 muss ebenfalls nur
ein zusätzlicher Kondensator Ck auf der Sekundärseite vorgesehen werden. Die maximale Spannungs-
belastung dieses Bauteils hängt aber im Gegensatz zur Parallelkompensation direkt von der jeweiligen
Auslegung des Resonanzkreises und dem Wert des Laststroms ab und muss im Rahmen der Resonanz-
kreisauslegung berücksichtigt werden.

24
2.3 Regelstrategien

Cs Ls n Ck
ik ib
Ui
iLs
us Lh ub Co RL uo
iLh

Abb. 2-11: Ersatzschaltbild des verlustlosen LLCCs-Konverters mit eingangsseitiger Halb- und ausgangs-
seitiger Vollbrücke.

2.3 Regelstrategien
Für eine grobe Illustration der Funktionsweise eines resonanten Konverters kann zunächst gedanklich
davon ausgegangen werden, dass der Resonanzkreis wie im Falle des serienresonanten LC-Konverters
(vgl. Schaltbild des LLC-Konverters aus Abb. 2-9 mit Lh   bzw. [215]) nur eine Resonanzfrequenz
aufweist. Die Auslegung des resonanten Konverters erfolgt dann derart, dass die Schaltfrequenz so ge-
wählt wird, dass sie in die Nähe dieser Resonanzfrequenz fällt. In dieser vereinfachten Darstellung fun-
giert der Resonanzkreis als eine Art Bandpass. Ist eine Regelung für den resonanten Konverter vorge-
sehen, so kann durch Variation der Schaltfrequenz, die hierbei als Stellgröße dient, die Leistungsabgabe
an die Last beeinflusst und damit deren Störgrößeneinfluss auf die zu regelnde Ausgangsspannung aus-
geglichen werden20.
Neben der Auslegung der magnetischen Komponenten des Systems und der darauf aufbauenden Ausle-
gung des Resonanzkreises mit seiner Vielzahl von Parametern stellt sich dem Schaltungsentwickler
eines KIE-Systems im Zusammenhang mit der Regelung des Konverters ein weiteres gewichtiges Prob-
lem. Während die Inverterstufe als Stellglied des Regelkreises auf der Primärseite des Systems unterge-
bracht ist, befindet sich die Ausgangsspannung als Regelgröße auf der Sekundärseite. Soll ein geschlos-
sener Regelkreis zur direkten Regelung der Ausgangsspannung implementiert werden, so ist dies im
Vergleich zu Standard-Netzteilen bei Systemen zur KIE mit einem erhöhten Aufwand verbunden, da
das zugehörige Messsignal (Regler auf Primärseite) bzw. das Stellgrößensignal (Regler auf Sekundär-
seite) die räumliche Trennung zwischen den Gerätehäften überwinden muss [218]. Hierfür muss jeweils
ein geeigneter Übertragungskanal bereitgestellt werden. Bei Standard-Netzteilen auf Basis resonanter
Konverter kann dieser Übertragungskanal hingegen relativ simpel per Optokoppler als Standardbauteil
realisiert werden.
Die Adaption des Optokopplerprinzips, also die Bereitstellung eines optischen Übertragungskanals, für
Applikationen der KIE ist schematisch in Abb. 2-12 (a) dargestellt. Dabei treffen für diese optische
Strecke die gleichen Anforderungen wie an die lose gekoppelten Spulen für den Energietransport hin-
sichtlich der räumlichen Trennung zwischen Primär- und Sekundärseite zu. Zusätzlich ist das Heraus-

20
Alternativ hierzu kann eine fixe Schaltfrequenz in Verbindung mit einer Pulsweitenmodulation der Rechteckspan-
nung der Inverterstufe verwendet werden, siehe hierzu [216]. Diese Regelstrategie kann mit der Regelung per Schalt-
frequenz für resonante Konverter mit zwei Ausgängen zur unabhängigen Regelung zweier Ausgangsspannungen vor-
teilhalft kombiniert werden, siehe hierzu insbesondere [217]. Im Rahmen der vorliegenden Arbeit wird nur der idea-
lisierte Betrieb mit symmetrischem Tastgrad der Inverterstufe von 50 % betrachtet.

25
2 Kontaktlose induktive Energieübertragung mittels resonanter Konverter

führen von optischen Bauelementen oder Lichtleitern bzw. Verwendung transparenter Materialien er-
forderlich. Im Detail ist dieser Ansatz beispielsweise in [219-221] beschrieben.
Alternativ hierzu kann auch ein zweites Spulenpaar einen separaten Übertragungskanal bilden, wie in
Abb. 2-12 (b) illustriert. Diese Realisierungsvariante hat einen entsprechend erhöhten Platzbedarf und
Bauteilaufwand zur Folge. Dieser Zusatzaufwand kann in gewissem Maße abgemildert werden, indem
die für den Energietransport verwendeten Koppelspulen auch für die Signalrückführung genutzt werden
[222, 223]. Die Integration der Signalrückführung im Leistungsteil kann wiederum Einschränkungen im
Hinblick auf die Auslegung der primär- und sekundärseitigen Wicklungen (zusätzlicher Platzbedarf im
Wickelfenster) und damit des Resonanzkreises zur Folge haben. Zusätzlich muss sichergestellt werden,
dass eine ausreichende Störimmunität der Systemabschnitte zur Informationsübertragung gegenüber
denen der Leistungsübertragung erreicht wird [186].
In analoger Weise zur induktiven Kopplung ist zur Datenübertragung auch die Verwendung kapazitiver
Koppelflächen möglich [224], siehe Abb. 2-12 (c). Bei Verfolgung dieses Ansatzes muss dem zusätzli-
chen Flächenbedarf an der Berührungsfläche der beiden Gerätehälften Rechnung getragen werden.
Eine weitere Alternativlösung besteht in der Verwendung von funkgestützten Lösungen (z. B. [225])
basierend auf der Ausbreitung von elektromagnetischen Wellen, welche in Abb. 2-12 (d) angedeutet ist.
Diese Lösung erfordert zusätzlichen mechanisch-konstruktiven Aufwand in Form geeigneter Antennen-
strukturen und zusätzlicher elektrischer Komponenten. Hierbei ist auch der Entwicklungsaufwand der
zugehörigen HF-Schaltungen nicht zu vernachlässigen. Bei Applikationen, bei denen bereits das Gros
der verfügbaren Trennfläche zwischen Primär- und Sekundärseite durch die Koppelspulen für den
Energietransfer belegt ist, bietet dieser Ansatz aber die Möglichkeit, die zugehörigen Antennen auch
abseits der Trennfläche und damit vergleichsweise frei innerhalb der Geräte positionieren zu können.
Generell sind aus aufbautechnischen Gesichtspunkten heraus die aufgeführten Lösungsansätze mit Sig-
nalrückführung aufwändig, da sowohl zusätzlicher Bauteil- und Schaltungsaufwand entstehen als auch
konstruktive Einschränkungen in Kauf genommen werden müssen (Ausrichtung des Mobilteils zum
Basisteil kann nur sehr eingeschränkt erfolgen, erhöhter Platzbedarf im Bereich der Gerätetrennfläche
bzw. erhöhter Volumenbedarf innerhalb des Geräts).
Steht ein Kanal zum Informationsaustausch zwischen Basis- und Mobilteil bereit, so kommen in beste-
henden technischen Lösungen unterschiedliche Modulationsverfahren (FM, AM etc.) zum Einsatz. Die-
se nachrichtentechnische Aufbereitung hat unabhängig von der Art des verwendeten Kanals einen stark
erhöhten Anspruch an die technische Realisierung des Systems zur Folge. Dieser zusätzliche Entwick-
lungsaufwand bei Systemen zur KIE mit Signalrückführung sollte dabei sowohl vom Zeitbedarf als
auch von den Kosten her nicht unterschätzt werden.
Ein weiterführender Ansatz, welcher die Nachteile der beiden bisher vorgestellten Ansätze per Rück-
führung bzw. per Nachstabilisierung umgehen will, ist die primärseitige Regelung. Im Rahmen dieses
Ansatzes wird versucht, anhand primärseitiger Messgrößen Rückschlüsse auf die nicht direkt messbare
sekundärseitige Regelgröße zu ziehen. Im Falle resonanter Konverter höherer Ordnung zur KIE bietet
sich hierfür beispielsweise die Phasenlage zwischen der Ausgangsspannung der Inverterstufe und dem
Eingangsstrom des Resonanzkreises an, siehe beispielsweise [226]. Kann diese Art der Regelung er-
folgreich implementiert werden, so wird der Zusatzaufwand einer zusätzlichen Signalrückführung bzw.
einer zusätzlichen verlustbehafteten Energiekonversion vermieden. Voraussetzung hierfür ist aber eine
ausreichend genaue regelungstechnische Modellierung unter Berücksichtigung etwaiger Abstands- und

26
2.3 Regelstrategien

Bauteiltoleranzen und eine hierzu passende Implementierung der Regelung. Auch an dieser Stelle sei
darauf hingewiesen, dass der hierfür nötige Aufwand nicht zu unterschätzen ist.
Soll dieser Aufwand im Hinblick auf informationstechnische Problemstellungen vermieden werden,
kann alternativ auf das Schließen des Regelkreises der resonanten Konverterstufe verzichtet werden.
Die direkte Konsequenz dieses Systemaufbaus ist die Notwendigkeit einer sekundärseitigen Nachstabi-
lisierungsstufe welche die kopplungs- und arbeitspunktabhängigen Schwankungen der Ausgangsspan-
nung abfängt und die korrekte Versorgung der sekundärseitigen Verbraucher sicherstellt. Dabei muss
im Rahmen dieses Systemaufbaus darauf geachtet werden, dass der erzielbare Wirkungsgrad des Ge-
samtsystems aufgrund der zusätzlichen Energiewandlung nicht zu stark in Mitleidenschaft gerät [187].
Insbesondere bei Systemen mit nur kurzen Entwicklungszeitspannen kann dieser Ansatz aber aufgrund
des Verzichts der Signalrückführung Vorteile bieten. Zusätzliche Funktionalitäten wie sekundärseitige
Fehlerbehandlung und Lademanagement im Falle mobiler Verbraucher können dabei mit überschauba-
rem Aufwand direkt innerhalb der sekundärseitigen Wandlerstufe integriert werden.
Unabhängig von der Art der letztendlich eingesetzten Regelstrategie werden für die Konverterausle-
gung verlässliche Modelle benötigt, mit denen der stationäre Betrieb des verwendeten resonanten Kon-
verters ausreichend genau vorhergesagt werden kann. Für die Suche nach einer möglichst optimalen
Konverterauslegung ist es zunächst unerheblich, auf welche Art und Weise der stationäre Betrieb er-

Energie Energie
Sekundärseite

Sekundärseite
Primärseite

Primärseite

(a) (b)

Information Information

Energie Energie
Sekundärseite
Sekundärseite
Primärseite

Primärseite

(c) (d)

Information Information

Abb. 2-12: Signalrückführung an der Kontaktfläche zwischen Primär- und Sekundärseite zur Realisierung
eines Systems zur KIE mit geschlossenem Regelkreis.
(a) Mittels optischer Strecke. (b) Mittels induktiver Kopplung.
(c) Mittels kapazitiver Kopplung. (d) Mittels Funkübertragung.
27
2 Kontaktlose induktive Energieübertragung mittels resonanter Konverter

reicht wird, vielmehr müssen in der Entstehungsphase der Schaltung zur KIE entsprechende Analyse-
tools bereitstehen, welche die zu erwartenden Bauteilbelastungen innerhalb des abzudeckenden Ar-
beitsbereiches mit ausreichender Genauigkeit vorhersagen.

2.4 Modellbildung
Um von der realen Schaltung mit all ihren parasitären Eigenschaften und der damit verbundenen Para-
metervielfalt auf ein geeignetes Simulationsmodell zu kommen, muss ein Kompromiss zwischen Ge-
nauigkeit und Rechenzeit gefunden werden. Hierfür bedarf es einer ganzen Reihe von Vereinfachungen.
Angefangen bei der Quelle wird davon ausgegangen, dass diese keine Restwelligkeit aufweist und so-
mit einer idealen Gleichspannung entspricht. Für die eingangsseitige Inverterstufe wird angenommen,
dass deren Schalter mit einem 50-%-igen Tastgrad angesteuert werden, die kurzen, in der realen Schal-
tung einzuhaltenden Totzeiten zur Ausnutzung der ZVS-Übergänge gemäß Abschnitt 2.1 werden nicht
in die Analyse aufgenommen. Dementsprechend wird auch die Rückwirkung dieser kurzen Umladein-
tervalle auf die Zeitverläufe des Resonanzkreises vernachlässigt21. Die geschlossenen Schalter der In-
verterbrücke werden im leitenden Zustand durch einen ohmschen Widerstand RDSon angenähert, im
sperrenden Zustand werden sie als idealer Leerlauf betrachtet. Damit gelangt man zu dem in Abb. 2-13
gezeigten Ersatzschaltbild für die Inverterstufe in Form einer Halbbrücke.

RDSon

RDSges
Ui Ui
RDSon
us(t) us(t) ui(t) us(t)

Abb. 2-13: Modellierung der Inverterstufe durch eine Rechteckspannung in Verbindung mit den Widerstän-
den RDSon der MOSFETs im leitenden Zustand. Der Wert RDSges der wirksamen Schalterwider-
stände ist gemäß (2-3) zu berücksichtigen.

Die ideale Eingangsspannung Ui wird durch die Schalthandlungen der Inverterstufe in eine Wechsel-
spannung us(t) zerhackt, mit der der Resonanzkreis des Konverters angeregt wird. Im Falle vernachläs-
sigbarer Verluste entspricht diese einer Rechteckspannung. Aufgrund der endlichen Leitfähigkeit der
verwendeten MOSFETs ergibt sich jedoch ein Spannungsabfall an den Schaltelementen aufgrund des
Eingangsstroms, der in den Resonanzkreis hinein fließt. Je nach Momentanwert dieses Stroms erhöht
bzw. erniedrigt sich dadurch die Amplitude der treibenden Spannung us(t). Diese Effekte können durch
die dargestellte Verwendung einer idealen Rechteckspannung ui(t) in Verbindung mit einem zusam-

21
Auf Basis der ermittelten Kurvenverläufe des untersuchten Modells kann im Rahmen nachgelagerter Ladungsbe-
rechnungen über das Auftreten von ZVS-Übergängen unter Einbeziehung des für die Applikation verwendeten
Schaltertyps entschieden werden [191]. Eine Analyse des Standard-LLC-Konverters unter Berücksichtigung der
Rückwirkung der MOSFET-Ausgangskapazitäten findet sich beispielsweise in [227].

28
2.4 Modellbildung

mengefassten Ersatzwiderstand RDSges erfasst werden. Dabei unterscheidet sich der Verlauf dieser idea-
lisierten Ersatzquelle22 ui(t) durch die zum Einsatz kommende Invertertopologie mit
 0 im Falle einer Halbbrücke
max ui t   U ih  U i und min ui t   U il   (2-2)
 U i im Falle einer Vollbrücke .

Zusätzlich müssen für den Ersatzwiderstand RDSges unterschiedliche Werte gemäß


R im Falle einer Halbbrücke
RDSges   DSon (2-3)
2 RDSon im Falle einer Vollbrücke

berücksichtigt werden.
Für die Gleichrichterstufe lässt sich ein sehr ähnliches Ersatzmodell herleiten, wobei die Modellierung
der Durchlasscharakteristik der Gleichrichterdioden neben dem Bahnwiderstand RD zusätzlich die Vor-
wärtsspannung UD der Einzeldiode gemäß [228] beinhaltet. Unter der Voraussetzung, dass die Restwel-
ligkeit der Ausgangsspannung mit uo(t)  Uo vernachlässigt werden kann, gelangt man zu dem in
Abb. 2-14 gezeigten vereinfachten Ersatzschaltbild der Vollweggleichrichtung für Schaltungszustände,
in denen die Leitbedingung der hervorgehobenen Dioden erfüllt ist.

UD UD

RD RD ib RDges
ib ib > 0
ua

ub Uo ub Uo ub ua

RD RD

UD UD

Abb. 2-14: Modellierung der Gleichrichterstufe in Verbindung mit der Knickgeradenapproximation der
Gleichrichterdioden im leitenden Zustand. Der Wert UDges der wirksamen Diodenknickspannung
bzw. der Wert RDges des wirksamen Diodenwiderstands ist gemäß (2-5) zu berücksichtigen.

Schlägt man die für die Modellierung der Diodenkennlinie verwendeten Konstantspannungsquellen
dem Ausgang zu, so kann die auf den Resonanzkreis rückwirkende Spannung ub(t) gedanklich um den
Wert der wirksamen Knickspannung UDges erhöht werden. Zusätzlich wirken sich die an den Verlustwi-
derständen auftretenden Spannungen hervorgerufen durch den Stromfluss durch die Gleichrichterstufe
gemäß dem ohmschen Gesetz aus. Somit erhält man

22
Der im Falle der Halbbrücke generierte Gleichanteil fällt bei den untersuchten Topologien am Serienkondensator der
Primärseite ab. Betrachtet man für diese Inverterstufe nur den Wechselanteil der anregenden Rechteckspannung, so
beträgt dessen Amplitude Ui/2.

29
2 Kontaktlose induktive Energieübertragung mittels resonanter Konverter

 U o  U Dges i t   0
ua t    für b (2-4)
 U o  U Dges ib t   0 .

Je nach verwendeter Gleichrichtertopologie ergeben sich für die zusammengefassten Ersatzgrößen un-
terschiedliche Werte mit

2U 2 R im Falle des Brückengleichrichters


U Dges   D und RDges   D (2-5)
 UD  RD für Spannunsverdoppler u. Mittelpunktanzapf.

Wird von annähernd identischen Halbleitern ausgegangen, so können die Werte dieser Leitwiderstände
in guter Näherung als gleich angenommen werden. Für die Halbleiter sei angemerkt, dass deren Zu-
sammenfassung nur unter der Prämisse gleicher Gegebenheiten im Hinblick auf die Entwärmung und
damit auf die Sperrschichttemperatur erfolgen kann. Falls in der Applikation beispielsweise die Aus-
gangsdioden des Brückengleichrichters unterschiedlich gut entwärmt werden können, so hätten die Un-
terschiede ihrer Durchlasscharakteristika Asymmetrien in den Zeitverläufen des Resonanzkreises zur
Folge. Solche Unsymmetrien werden im weiteren Verlauf der Arbeit nicht berücksichtigt, gleiches gilt
für die Inverterstufe. Der prinzipielle Einfluss der Temperaturabhängigkeit der in der Applikation ver-
wendeten Halbleiter auf die auftretenden Gesamtverluste kann in späteren Entwurfsstadien durch tem-
peraturabhängige Vorwärtsspannungen und Durchlasswiderstände berücksichtigt werden.
Ist die Leitbedingung der Gleichrichterstufe verletzt, so wird von einem idealen Sperrverhalten mit
ib = 0 ausgegangen. Die in diesen Schaltungszuständen anfallenden Sperrverluste können im Rahmen
nachgelagerter Simulationsschritte abgeschätzt werden, die Rückwirkung des Diodensperrstroms auf
die Zeitverläufe des Resonanzkreises wird im Weiteren vernachlässigt.
Die passiven Bauelemente werden im Rahmen dieser Arbeit durch Serienwiderstände ergänzt, um die
intern auftretenden ohmschen Verluste zu modellieren [229]. Es wird davon ausgegangen, dass die
durch die internen parasitären Reaktanzen verursachten Resonanzfrequenzen ausreichend weit oberhalb
des für die Funktion der Konverter genutzten Frequenzbereichs liegen. Dementsprechend wird auf die
Berücksichtigung interner parasitärer Blindelemente für die Modellierung der passiven als auch der
aktiven Bauelemente23 verzichtet.

2.5 Normierung
Dem ungeübten Auge erscheint die Darstellung der Analyse und der Ergebnisse resonanter Konverter
in normierter Form auf den ersten Blick häufig befremdlich. Ist man als Schaltungsentwickler mit die-
ser Darstellungsform noch nicht vertraut, so bedarf es in aller Regel zunächst einer kurzen Eingewöh-
nungsphase, um entsprechende Schlüsse aus der normierten Darstellungsweise ziehen zu können. Den-
noch bietet die normierte Darstellung eine Vielzahl von Vorteilen. Zum einen reduziert sie die Parame-
tervielfalt des Konverters auf ein übersichtliches Maß, insbesondere für resonante Konverter höherer
Ordnung ein wichtiger Aspekt. Zum anderen sind die normierten Ergebnisse durch entsprechende
Adaption der Normierungsgrößen auf unterschiedliche Applikationen direkt übertragbar. Ferner kann es
bei der Zeitbereichssimulation und der zugehörigen numerischen Lösungssuche von Vorteil sein, die
auftretenden Zeitverläufe und die zugehörigen Zeitskalen normiert auszudrücken. Dadurch ergibt sich

23
Die für das Umladen der MOSFET-Kapazitäten nötige Ladungsmenge kann für die Abschätzung über das Eintreten
von ZVS-Bedingungen herangezogen werden [191]. Eine Berücksichtigung des Einflusses der stark nichtlinearen
Schalterkapazitäten auf die Kurvenform der Inverterausgangsspannung erfolgt nicht.

30
2.5 Normierung

eine Angleichung der Werteskalen der gesuchten Größen, die in entnormierter Darstellung ansonsten
mehrere Dekaden auseinander liegen können24.
Für den in dieser Arbeit durchgeführten Vergleich von Analyseverfahren werden daher vornehmlich
normierte Resultate präsentiert. Dabei kommt die in Tabelle 2-1 zusammengefasste Nomenklatur zum
Einsatz, wie sie in dieser Form auch in der einschlägigen Literatur vorgefunden wird, siehe z. B. [190,
215, 230]. Die Wahl der Normierungsspannungen und -ströme ist prinzipiell frei möglich, dennoch
existiert hierfür eine vorteilhafte Wertepaarung. Wird nämlich die DC-Eingangsspannung Ui als Nor-
mierungsgröße herangezogen mit
U norm  U i , (2-6)
so entspricht die normierte Ausgangsspannung mit
Uo
Mo  (2-7)
U norm
direkt dem Gleichspannungsübersetzungsverhältnis zwischen Ein- und Ausgang des Konverters. Der
Normierungsstrom Inorm wird über einen Normierungswiderstand Rnorm mit der Normierungsspannung
Unorm gemäß
U norm
I norm  (2-8)
Rnorm
verknüpft.

Netzwerkvariable Symbol Normierte Größe

fortlaufende Zeit t 
zeitabhängige Spannung u(t) m( )
Konstantspannung, Spannungskennwert bzw. -phasor U M
zeitabhängiger Strom i(t) j( )
Konstantstrom, Stromkennwert bzw. -phasor I J
Leistung P B
Widerstand R Q
Impedanz Z Q
Frequenz f F
Periodendauer Ts s

Tabelle 2-1: Verwendete Nomenklatur zw. entnormierten und normierten Größen resonanter Konverter.

24
Besonders deutlich wird dieser Effekt bei der Betrachtung von Arbeitspunkten, die Subintervalle mit sehr kurzer Gül-
tigkeitsdauer enthalten, siehe hierzu auch Anhang C.5. In entnormierter Darstellung können die Gültigkeitsdauern
dieser Subintervalle im Sub-Nanosekunden-Bereich liegen, während beispielsweise die Serienkondensatorspannung
im Umschaltzeitpunkt je nach Konverterkonfiguration im kV-Bereich liegen kann. Bei der direkten Suche nach einer
Lösung des zu solchen Arbeitspunkten zugehörigen nichtlinearen Gleichungssystems kann es aufgrund dieser Grö-
ßenunterschiede ohne Normierung zu numerischen Problemen kommen.

31
2 Kontaktlose induktive Energieübertragung mittels resonanter Konverter

Für den zugehörigen Normierungswiderstand Rnorm kann vorteilhafterweise die Kennimpedanz eines
Resonanzkreises gewählt werden, wodurch die Herleitung und die Darstellung analytischer Lösungen
vereinfacht wird. Die Normierungsleistung Pnorm resultiert ebenfalls aus der Verknüpfung zwischen
Normierungsspannung und -widerstand mit
2
U norm
Pnorm  U normI norm  . (2-9)
Rnorm
Zeitliche Vorgänge werden im Rahmen der normierten Darstellung zu der zur gewählten Kennimpe-
danz zugehörigen Resonanzfrequenz des jeweils betrachteten Konverters bezogen mit
  norm  t . (2-10)
Hierdurch ergeben sich übersichtliche Strom-Spannungsbeziehungen an den reaktiven Elementen des
Resonanzkreises25. Dementsprechend gilt für die Normierung der Periodendauer
Θs  norm  Ts . (2-11)
Zur Charakterisierung der Leistungsabgabe an den Ausgang wird häufig der für eine vorgegebene Aus-
gangsspannung erforderliche Lastwiderstand RL herangezogen. In der einschlägigen Literatur wird die-
ser entweder auf die Kennimpedanz des zur Normierung verwendeten Resonanzkreises bezogen [232]
oder aber der entsprechende Leitwert des Lastwiderstands auf den Kennleitwert des Normierungsreso-
nanzkreises [196]. Als Konsequenz dieser Festlegungen unterscheiden sich die Extremfälle des Leer-
laufs und des Kurzschlusses in beiden Betrachtungsweisen26. Im Falle der Widerstandsnormierung auf
die Kennimpedanz des Normierungsresonanzkreises resultiert der Leerlauf (idealisiert dargestellt durch
einen unendlich hohen Lastwiderstand) im Grenzübergang in einem unendlich hohen Wert des normier-
ten Widerstands. In der alternativen Darstellungsweise ergibt sich hingegen ein unendlich kleiner nor-
mierter Leitwert. Innerhalb der hier vorliegenden Arbeit werden Widerstände gemäß
R
Q (2-12)
Rnorm
normiert27.
25
An dieser Stelle sei erwähnt, dass eine Wahl der Schaltfrequenz s als Normierungskreisfrequenz ebenfalls möglich
ist und auch von einigen Autoren, z. B. [231], so praktiziert wird. Die Konsequenz dieser Festlegung ist aber das
Auftreten der normierten Schaltfrequenz in der normierten Strom-Spannungsbeziehung an allen reaktiven Bauteilen,
was dem Ziele einer übersichtlichen mathematischen Darstellungsweise zuwiderläuft.
26
Diese Unterschiede ergeben sich in analoger Weise bei der unterschiedlichen Definition der Güte eines Serien- ge-
genüber der Güte eines Parallelschwingkreises. In Anlehnung an diese bekannten Begrifflichkeiten wird in der Lite-
ratur zur Analyse resonanter Inverter und Konverter häufig der Begriff der Güte bei der Beschreibung des Lastwider-
stands herangezogen. Für die Schaltungsklasse resonanter Inverter erfolgt gemäß [190] im angelsächsischen Sprach-
gebrauch eine Unterteilung in „series loaded“ oder „parallel loaded“, je nachdem wie die Last an den Resonanzkreis
angekoppelt ist. Innerhalb der Klasse der resonanten Konverter wird bei der Benennung zusätzlich der Resonanz-
kreisstruktur Rechnung getragen und so wird der LLC-Konverter beispielsweise als „series-parallel resonant conver-
ter“ [196] bezeichnet. Je nach Topologie und Autor sind hierbei beide Definitionen des Güte-Begriffs im Umlauf;
dies muss beim Vergleich verschiedener Literaturstellen berücksichtigt werden.
27
Diese Festlegung der Widerstandsnormierung entspricht somit dem Gütebegriff eines Parallelschwingkreises. Ein
Vorteil im Hinblick auf die Übersichtlichkeit der Normierung gemäß der Parallelgüte eines Schwingkreises ist die
Beibehaltung des ohmschen Gesetzes in seiner gewohnten Form mit U = IR  M = JQ. Bei Anwendung der De-
finition der Seriengüte ergibt sich das ohmsche Gesetz in normierter Form hingegen zu M = J/Q. Zu beachten ist
hierbei, dass es sich bei Q in diesem Fall um einen normierten Leitwert handelt. Dieses behält natürlich auch im
Rahmen dieser Normierungsvariante seine Gültigkeit, die Betrachtung der Seriengüte zwingt aber ein Umdenken
durch die Betrachtung von Leitwerten auf.

32
2.5 Normierung

Trotz aller Vorteile der normierten Darstellungsweise bei der Analyse resonanter Konverter muss spä-
testens in der Entwurfsphase einer realen Schaltungsanordnung die normierte Betrachtungsweise einer
entnormierten Darstellung weichen. Zum einen ist die Vorhersage der Verluste der Einzelkomponenten
direkt an die tatsächlichen Werte der zur Verfügung stehenden Bauteile gebunden, zum anderen ist es
der Entwickler leistungselektronischer Schaltungen gewohnt, mit Verlustleistungen in Watt umzuge-
hen. Eine entsprechende Normierung der Bauteilparameter und anschließende Darstellung der Verluste
in normierter Form ist theoretisch möglich, aber aus Gründen der Übersichtlichkeit nicht zielführend.

2.5.1 Normierung des LLC-Konverters


Die Wahl möglicher Resonanzfrequenzen im Falle des LLC-Konverters ist verglichen zu den Konver-
tervarianten mit sekundärseitiger Kompensation eingeschränkt. Der einschlägigen Literatur [196, 198,
203] folgend wird die Resonanzfrequenz des Serienzweiges mit
1 1
norm  0 s  bzw. f norm  f 0 s  (2-13)
Ls Cs 2 Ls Cs

als Normierungsfrequenz festgelegt. Daraus folgt für den Normierungswiderstand


Ls
Rnorm  (2-14)
Cs .

Ein wesentlicher Parameter des Konverters stellt das Verhältnis zwischen Streu- und Hauptinduktivität
des verwendeten Transformatorersatzschaltbilds mit
Ls
 (2-15)
Lh
dar. Dieser Parameter legt implizit die Lage der niedrigeren Resonanzfrequenz bestimmt durch Ls + Lh
und Cs fest.

2.5.2 Normierung des LLCCp-Konverters


Im Falle der sekundärseitigen Parallelkompensation können mehrere Resonanzfrequenzen identifiziert
werden. Einerseits ergibt sich zwischen der Hauptinduktivität und dem auf die Primärseite transformier-
ten Kompensationskondensator28 ein Parallelschwingkreis mit
1 1 1 1
norm, p  0 p  ~  bzw. f norm, p  f 0 p  ~  (2-16)
Lh C p n 2 2 Lh C p 2 Lh C p n ,
2
Lh C p

andererseits verbleibt wie beim unkompensierten LLC die Serienresonanzfrequenz mit


1 1
norm,s  0 s  bzw. f norm,s  f 0 s  (2-17)
Ls Cs 2 Ls Cs .

Darüber hinaus existieren gemäß Anhang C.4 weitere Resonanzfrequenzen dieses Konverters, welche
aber nicht zu Normierungszwecken herangezogen werden. Zur Unterscheidung der angewendeten
Normierungsgrößen werden für die normierte Schaltfrequenz entsprechende Indizes eingeführt mit

28
Auf die Primärseite bezogene Größen sind mit einer Tilde gekennzeichnet.

33
2 Kontaktlose induktive Energieübertragung mittels resonanter Konverter

Fp  f s f 0 p (2-18)
und
Fs  f s f 0 s . (2-19)
Standardmäßig wird im Rahmen dieser Arbeit für die Bestimmung des Normierungsstroms der beiden
sekundärseitig kompensierten Konverter die Kennimpedanz des jeweiligen Schwingkreises gebildet aus
Hauptinduktivität Lh und Kompensationskondensator Ckomp herangezogen mit
Lh L Lh
R norm  ~  ~h  (2-20)
C komp Cp Cp n2 .

Wichtige Parameter des Netzwerks stellen überdies das Induktivitätsverhältnis λ gemäß Gleichung
(2-15) und das Kapazitätsverhältnis ζ zwischen dem Serien- und dem jeweiligen transformierten sekun-
därseitigen Kompensationskondensator Ckomp mit
C C Cs
  ~ s  ~s  2 (2-21)
Ckomp C p C p n

dar.

2.5.3 Normierung des LLCCs-Konverters


Bei Anwendung der Serienkompensation ergeben sich analog zur Parallelkompensation ebenfalls zwei
grundlegende Schwingkreise mit den zugehörigen Resonanzfrequenzen gemäß
1 1 1 1
norm,k  0 k  ~  bzw. f norm,k  ~  (2-22)
Lh Ck n 2 2 Lh Ck 2 Lh Ck n
2
Lh Ck

und Gleichung (2-17). Anhand des entsprechenden Index werden diese mit
Fk  f s f 0 k (2-23)
bzw. gemäß Gleichung (2-19) unterschieden. Die Herleitung weiterer Resonanzfrequenzen ist in An-
hang D.4 ausgeführt. Der für die Herleitung der präsentierten Lösungen im Zeit- und Frequenzbereich
verwendete Normierungswiderstand ist analog zum LLCCp-Konverter die Kennimpedanz des
Schwingkreises gebildet aus Kompensationskondensator Ck (auf die Primärseite bezogen) und Hauptin-
duktivität Lh mit
Lh Lh Lh
Rnorm  ~ ~  (2-24)
C komp Ck Ck n 2 .

Neben dem Induktivitätsverhältnis λ nach (2-15) wird die Beschreibung der Konverterauslegung durch
das Kapazitätsverhältnis ζ mit
C C Cs
  ~ s  ~s  2 (2-25)
Ckomp Ck Ck n
komplettiert.

34
3 Verfahren zur Analyse resonanter Konverter
Bei der Auslegung eines resonanten Konverters ergibt sich eine vergleichsweise große Parameterviel-
falt und je nach Applikation treten unterschiedliche Konvertereigenschaften in den Vordergrund. Dem-
entsprechend ist eine eingehende Analyse des jeweils betrachteten Konverters unabdingbar, um einer
optimalen Konverterauslegung möglichst nahe zu kommen. Nur durch Kenntnis der Funktionsweise
und der zugehörigen Zeitverläufe lassen sich die für die Auslegung der Schaltung nötigen Strom- und
Spannungsbelastungen der Bauelemente vorhersagen. Soll diese Vorhersage mit möglichst hoher Ge-
nauigkeit erfolgen, so kann es in Abhängigkeit der Applikation sogar nötig sein, die Rückwirkung der
für die eigentliche Funktionalität des Konverters unerwünschten Verlustmechanismen auf den Konver-
terbetrieb selbst mit zu berücksichtigen. Bedauerlicherweise weisen resonante Konverter aber schon bei
Vernachlässigung sämtlicher Verluste eine vergleichsweise hohe Anzahl an Bauelementen auf, was die
Herleitung einer geschlossenen analytischen Lösung in den allermeisten Fällen unmöglich macht. Dem-
entsprechend wichtig ist es, möglichst einfache Modelle für die Beschreibung des stationären Konver-
terbetriebs abzuleiten. Gleichzeitig muss das verwendete Modell angesichts der Parametervielfalt hohen
Geschwindigkeitsanforderungen genügen. Somit scheiden Simulationswerkzeuge im Zeitbereich (wie z.
B. SPICE) zur Optimierung resonanter Konverter aufgrund ihrer vergleichsweise langen Simulations-
dauer meist aus. Dennoch ist die Verwendung numerischer Lösungsverfahren bei gehobenen Ansprü-
chen an die Genauigkeit der Ergebnisse in aller Regel unabdingbar. Ein entsprechendes Modell mit
hoher Rechengeschwindigkeit bei gleichzeitiger Berücksichtigung von Verlustwiderständen und deren
Rückwirkung auf die Zeitverläufe des Konverters wird im Rahmen dieses Abschnitts vorgestellt.
Werden hingegen Abstriche im Genauigkeitsgrad der Ergebnisse hingenommen, so existieren mehrere
Näherungsverfahren, mit denen die Funktionsweise resonanter Konverter übersichtlich abgeleitet und
vor allem mit weniger Aufwand untersucht werden kann. Die Vorstellung zweier eng verwandter Me-
thoden mit deutlichen Unterschieden in der Vorhersagegenauigkeit rundet dieses Kapitel ab.
Die untersuchten Analyseverfahren werden im Rahmen dieser Arbeit zur Auslegung von Systemen zur
KIE angewandt. Darüber hinaus können Sie natürlich auch zur Auslegung von Netzteilen auf Basis der
untersuchten resonanten Topologien für klassische leistungselektronische Anwendungen herangezogen
werden. Dementsprechend wird der Herleitung dieser Verfahren ein separates Kapitel gewidmet.

3.1 Überblick zu den Analysemethoden


Die mathematische Beschreibung eines getakteten leistungselektronischen Systems birgt mehrere Her-
ausforderungen. Zum einen handelt es sich aus systemtheoretischer Sicht bei Schaltnetzteilen um zeit-
variante, nichtlineare Systeme [233, 234]. Zum anderen ergibt sich bei Berücksichtigung parasitärer
Elemente eine vergleichsweise große Parametervielfalt. Somit ist eine geschlossene mathematische Be-
schreibung und direkte Lösbarkeit des stationären Zustandes von Schaltnetzteilen nur bei Zugrundele-
gung sehr starker Vereinfachungen gegeben [190]. Um dennoch eine möglichst schnelle Berechnungs-
routine zu erhalten, ist es sinnvoll, von Zeitbereichssimulatoren, wie z. B. SPICE, Abstand zu nehmen.
Aufgrund der bei Schaltnetzteilen häufig anzutreffenden Dynamikunterschiede zwischen zeitlichen
Vorgängen mit sehr großer Zeitkonstante (z. B. Einschwingen des Ausgangskondensators, Abklingen
von Ausregelvorgängen) und extrem schnellen Transienten (Taktung des Systems mit hoher Schaltfre-
quenz, steile Flanken aufgrund von Schaltvorgängen, Anregung parasitärer Oszillationen) arbeiten diese
prinzipbedingt mit einer sehr feinen Zeitdiskretisierung. Dementsprechend vergeht eine erhebliche Si-
35
3 Verfahren zur Analyse resonanter Konverter

mulationsdauer, bis das Simulationsmodell beim betrachteten Arbeitspunkt für eine einzige Konfigura-
tion den eingeschwungenen Zustand erreicht hat. Dies macht umfassendere Parametervariationen sehr
zeitaufwändig. Eine gezielte Suche nach der optimalen Konverterauslegung wird sehr mühsam, wenn
nicht sogar unmöglich.
Als Ausweg aus dieser Misere wird in dieser Arbeit eine zeitdiskrete Modellierung (ZDM) der im Ab-
schnitt 2 vorgestellten Konverter untersucht, welche einerseits die Berücksichtigung parasitärer Verlus-
te ermöglicht und andererseits eine hohe Rechengeschwindigkeit erlaubt. Spezieller Vorteil dieses Ver-
fahrens ist die universelle Anwendbarkeit auf resonante Konverter unterschiedlicher Ordnung, da kei-
nerlei Vorabwissen über die charakteristischen Abläufe verschiedener Arbeitspunkte notwendig ist. Der
für die softwareseitige Implementierung dieser Lösungsstrategie nötige Zeitbedarf ist aber nicht zu un-
terschätzen.
Soll der für die Herleitung eines solchen exakten Modells notwendige Aufwand vermieden werden, so
bieten sich Näherungsverfahren für die Berechnung dieser Klasse resonanter Konverter an. Diese be-
trachten vorrangig die für den Leistungstransport ausschlaggebende Grundschwingung der auftretenden
Zeitverläufe und werden dementsprechend unter dem Begriff der Grundschwingungsanalyse (First
Harmonic Approximation, FHA) in der Literatur geführt [203]. Mit dieser doch starken Vereinfachung
gehen unvermeidbare Einbußen bei der Vorhersagegenauigkeit der erzielten Ergebnisse einher, da die
Zeitverläufe an den Bauelementen, insbesondere für resonante Konverter höherer Ordnung, häufig von
einer reinen Sinusform abweichen. Als Kompromiss verspricht hierbei die erweiterte Grundschwin-
gungsanalyse (extended First Harmonic Approximation, eFHA) eine erhöhte Genauigkeit bei der Be-
rechnung der innerhalb des Konverters auftretenden Signalverläufe und somit eine verbesserte Prädikti-
on der Strom- und Spannungskennwerte [207, 235, 236]. Durch zusätzliche Rechenschritte im Zeitbe-
reich werden für große Teile des Netzwerks die vollständigen Zeitverläufe hergeleitet, während im Fre-
quenzbereich einzig die betragsmäßige Berechnung des komplexen Grundschwingungsphasors erfolgt.
Vom Rechenaufwand her positioniert sich diese Methode zwischen der exakten Analyse im Zeitbereich
und der regulären Grundschwingungsanalyse.
In der Literatur sind zudem weitere Methoden beschrieben, welche versuchen, die exakte Lösung des
zyklischen Konverterbetriebs komplett im Frequenzbereich herzuleiten, siehe z. B. [237-242]. Diese
Herangehensweisen sind stark an die Methode der harmonischen Balance [243] angelehnt, welche sich
zur Berechnung von Netzwerken mit nichtlinearen Zweipolen eignet. Um im Rahmen dieser Ansätze
aber genaue Ergebnisse zu erzielen, ist es notwendig, eine vergleichsweise hohe Anzahl an Ober-
schwingungen zu berücksichtigen, was zu einem Gleichungssystem hoher Ordnung führt und den nu-
merischen Aufwand stark in die Höhe treibt. Eine kompakte Übersicht über diese und weitere Verfah-
ren ist in [244, 245] aufgeführt.

3.2 Zeitdiskrete Modellierung


Zur Berechnung der vollständigen Signalverläufe der untersuchten resonanten Konverter wird im Rah-
men dieser Arbeit auf ein zeitdiskretes Berechnungsverfahren zurückgegriffen. Basierend auf der Zu-
standsraumbeschreibung eines linearen zeitinvarianten Systems wird die Berechnung des eingeschwun-
genen Zustandes mit Hilfe dieser Methodik diskutiert.

36
3.2 Zeitdiskrete Modellierung

3.2.1 Zustandsraumdarstellung
Ansatzpunkt für die Herleitung der Lösung des stationären Zustandes der in dieser Arbeit betrachteten
Konverter ist eine zeitdiskrete Modellierung (ZDM). Im Rahmen dieser Herangehensweise wird davon
ausgegangen, dass sich der stationäre Zustand des Konverters aus einer Abfolge von Schaltungszustän-
den zusammensetzt, wobei jeder Einzelzustand für sich durch ein lineares, zeitinvariantes System (line-
ar time-invariant system, LTI-System) N-ter Ordnung repräsentiert werden kann. Deren Beschreibung
erfolgt im Zustandsraum durch die Angabe eines Systems von N Differentialgleichungen erster Ord-
nung. In aller Regel wird mit dem Zustand eines Systems der Energieinhalt von Energiespeichern asso-
ziiert. Alternativ können auch davon abhängige Größen, wie z. B. die Winkelgeschwindigkeit oder die
Position einer Motorwelle, als Zustandsgrößen aufgefasst werden [190, 233, 246]. In Anlehnung an die
Nomenklatur aus [45, 234] werden die einzelnen Zustandsgrößen zh( ) im Vektor z und die M Ein-
gangssignale29 mj( ) im Vektor m
zusammengefasst. Damit lässt sich das zum System zugehörige Dif-
ferentialgleichungssystem darstellen als
 z1     m1   
d         
z    Az    Bm  mit z       und m      (3-1)
d  z    m   .
 N   M 
Unter der Voraussetzung, dass das betrachtete System zeitinvariant ist, sind sowohl die Systemmatrix A
als auch die Eingangsmatrix B unabhängig von der Zeit. Neben den unabhängigen Eingangsgrößen
mj( ) können im Zustandsraum Ausgangsgrößen yk() definiert werden, welche nicht zwingenderweise
physikalischen Ausgangsgrößen des Systems entsprechen müssen. Mathematisch lassen sich die Aus-
gangsgrößen beschreiben als
 y1   
     
y    Cz    Dm  mit y       (3-2)
 y   .
 P 
Dabei wird die Matrix C häufig als Ausgangsmatrix, die Matrix D als Durchgriffsmatrix bezeichnet.
Das zur Beschreibung im Zustandsraum zugehörige allgemeine Blockschaltbild eines linearen zeitinva-
rianten Systems ist in Abb. 3-1 dargestellt. Auf Basis dieser Systembeschreibung bietet sich zur Be-
rechnung des stationären Konverterzustandes eine Herangehensweise in Anlehnung an die in [247-254]
beschriebenen Ansätze an. Diese machen sich die Eigenschaft zu Nutze, dass der stationäre zyklische
Betrieb des Konverters abschnittsweise durch entsprechende LTI-Systeme repräsentiert werden kann.
Beschränkt man wie in [255] die Klasse der Eingangssignale auf konstante Signale, so erhält man für
die Zustandsraumbeschreibung
d     
z   Az   b mit b  Bm  konstant (3-3)
d
und
    
y   Cz   d mit d  Dm  konstant . (3-4)

29
Hierbei ist anzumerken, dass der Begriff des Eingangssignals im Sinne der Zustandsraumbeschreibung nicht mit Ein-
gangssignalen auf schaltungstechnischer Ebene übereinstimmt.

37
3 Verfahren zur Analyse resonanter Konverter

D

dz  

 d z   
m  B   C  y  

Abb. 3-1: Allg. Blockschaltbild der normierten Zustandstraumbeschreibung eines LTI-Systems nach [233].

Die Ableitung30 des Ausgangssignalvektors lässt sich im Rahmen dieser Nomenklatur darstellen als
d  d   
y    C z   CAz   Cb (3-5)
d d .
Nach Erweiterung der Gleichung (3-3) mit der Matrixexponentialfunktion der zugehörigen Systemmat-
rix A folgt
d   
e A z ( )  e A Az   e A b (3-6)
d .
Diese Darstellung der Gleichung (3-6) kann umgeformt werden zu

 
d A  
e  z   e A b (3-7)
d .
Betrachtet man ein einzelnes Subintervall des stationären Konverterbetriebs mit bekannten Anfangs-

werten z ( 0 ) der Zustandsgrößen zum Zeitpunkt 0 = 0, so erhält man die Lösung des dem System
zugrunde liegenden Differentialgleichungssystems zum Zeitpunkt 1 zu
1
 A1 
  
z(1 )  e  z0   e A 1 d  b  e A1  z0  η1  (3-8)
0
.

Diese Lösung ist in allgemeinerer Form häufig in einschlägigen Mathematikwerken wie z. B. [256]
angegeben. Die Darstellungsweise der Gleichung (3-8) bietet im Hinblick auf eine Implementierung in
einem Lösungsalgorithmus die Möglichkeit, dass die aufwändig zu berechnende Matrixexponential-
funktion über eine Ähnlichkeitstransformation der Systemmatrix gemäß
A  VWV 1 (3-9)
umgangen werden kann. Dabei beinhaltet die Matrix V die Eigenvektoren der Matrix A, die Matrix W
ist die Diagonalmatrix der Eigenwerte von A. Ist diese Ähnlichkeitstransformation einmalig für eine
gegebene Systemmatrix gefunden, so verbleibt bei der Auswertung der Matrixexponentialfunktion als
zeitabhängige Größe einzig eine Diagonalmatrix mit elementaren Exponentialfunktionen auf der
Hauptdiagonalen. Der wiederholte Aufruf der rechenintensiven Matrixexponentialfunktion kann damit
umgangen werden.

30
Wie im Abschnitt 3.2.2 diskutiert wird, ist zur Detektion des eingeschwungenen Zustands des Konverterbetriebs die
Überwachung der Steigung der Ausgangssignale notwendig.

38
3.2 Zeitdiskrete Modellierung

Durch die Beschränkung auf konstante Eingangssignale ergibt sich im Hinblick auf die Auswertung des
Integrals des rechten Summanden aus (3-8) eine weitere Vereinfachung. Für eine effiziente rechnerge-
stützte Implementierung kann dieses Integral umgeformt werden zu
1 1
 
   
η1    e A 1 d  b  e A1  e A d  b  e A1 A 1 e A
1
b 
0
0 0 (3-10)
 
   
 e A1 A 1 e A1  E  b  A 1 e A1  E  b .
Voraussetzung für die Durchführbarkeit der Umformung aus (3-10) ist die Invertierbarkeit der System-
matrix A. Man erhält somit

 

z(1 )  e A1  z0  A 1 e A1  E  b 
falls A-1 existiert . (3-11)
Im Falle der Betrachtung resonanter Konverter höherer Ordnung ist die Voraussetzung der Invertierbar-
keit der Systemmatrix hingegen häufig nicht erfüllt31. Diese Fälle können durch Substitution von (3-9)
in (3-10) abgefangen werden mit
1 1 1
   
 
η 1  e   e d  b  e   e
A1  A A1 V   W  V 1
d  b  e  V   e W d  V 1  b
A1

0 0 0

1

 1 W pq 1
 W e 1  für p  q  W pq  0
(3-12)
 pq

e
 W
mit d   1 für p  q  W pq  0
0  0 für pq


W11  0  0 
 
    
und W 0 W pp 0 
 
    
 0  0  W .
 NN 

Ist die Gültigkeitsdauer 1 des betrachteten Subintervalls bekannt, so kann der Wert des Zustandsvek-

tors z (1 ) am Ende des Subintervalls anhand von Gleichung (3-8) direkt bestimmt werden, ohne dass
zusätzliche Zwischenwerte berechnet werden müssen.

3.2.2 Berechnung des eingeschwungenen Zustandes


Angesichts der Zielsetzung dieser Arbeit, mehrere verschiedene resonante Topologien vergleichen zu
können, wird ein Lösungsansatz zur Bestimmung des stationären Betriebs gewählt, welcher einerseits
flexibel an die verschiedenen Resonanzkreistopologien adaptierbar ist und andererseits möglichst zu-
verlässige Resultate liefert. Zur Berechnung der Konvertereigenschaften im stationären Betrieb muss
zunächst, unter den im Abschnitt 2.4 gemachten Vereinfachungen, der zur Schaltfrequenz periodische

31
Insbesondere bei Vernachlässigung aller Verluste im Resonanzkreis ergeben sich häufig nichtinvertierbare System-
matrizen. In diesem Fall können Schaltungszustände auftreten, für deren Dauer der Energieinhalt eines Resonan-
zelements auf einen festen Wert geklemmt wird. Aus systemtheoretischer Sicht ergibt sich für solche Zustände eine
entsprechende Reduktion der Ordnung des Systems, aus schaltungstechnischer Sicht ist dieser „geklemmte“ Energie-
speicher natürlich nach wie vor vorhanden.

39
3 Verfahren zur Analyse resonanter Konverter

Betrieb des Konverters berechnet werden. Hierzu wird, ausgehend von einem vorgegebenen Startwert

z (0 ) des
 Zustandsvektors, beispielsweise die Inbetriebnahme mit energielosen Speicherelementen mit

z(0 )  0 bis zum Erreichen des eingeschwungenen Betriebs auf Basis der Zustandsraumdarstellung
des vorangegangenen Abschnitts analysiert. Der eingeschwungene Betrieb des Konverters ist dadurch
gekennzeichnet, dass sich die Abfolge von Schaltzuständen pro Hochfrequenzperiode zyklisch wieder-
holt. Die zu einem Arbeitspunkt zugehörige charakteristische Abfolge von Schaltzuständen wird im
Folgenden als Mode bezeichnet.
Ist die Gültigkeitsdauer jedes Subintervalls bekannt, so kann der Hochlauf des Konverters allein durch
Berechnung der Werte des Zustandsvektors zu den Umschaltzeitpunkten erfolgen [257, 258]. Hat der
Konverter den eingeschwungenen Zustand erreicht, so muss für den Wert des Zustandsvektors zum
 
i-ten Umschaltzeitpunkt i allgemein z i   z i  Θs  gelten. Diese Forderung ist gleichbedeutend
damit, dass zu Beginn der Schaltperiode genauso viel Energie in den Speicherelementen enthalten ist
wie zum Ende der Schaltperiode. Abb. 3-2 verdeutlicht diesen Zusammenhang anhand einer schemati-
schen Trajektorie des Zustandsvektors im Falle eines Konverters mit drei Speicherelementen. Notwen-
diges Kriterium für den stationären Zustand ist das Zustandekommen einer geschlossenen Kurve. Unter
der Annahme einer symmetrischen Schaltung gemäß Abschnitt 2.3 bei perfekt symmetrischer Ansteue-
rung der Schalterbrücke ergeben sich dann zum Ursprung punktsymmetrische Kurvenformen. Die Zeit-
verläufe der Zustandsgrößen weisen unter diesen Voraussetzungen eine Symmetrie dritter Art bezüglich
 
der halben Schaltperiode auf mit z0  zΘs 2 32.
Diese elementaren Eigenschaften der Zustandsraumtrajektorien können bei einfachen Konvertern mit
wenigen Resonanzelementen direkt für die Herleitung des stationären Betriebs herangezogen werden
[215, 216, 259-275]. Dieses auf geometrischen Beziehungen basierende Verfahren wurde im Rahmen
von [276] und nachfolgender Arbeiten [277-281] im Falle des induktiven Ausgangsfilters auf Reso-
nanzkreise mit beliebig vielen Elementen erweitert. Im Falle des kapazitiven Ausgangsfilters wurde in
der Literatur bisher leider keine entsprechende Entkopplung des Differentialgleichungssystems be-
schrieben [227]. Für die Analyse eines resonanten Konverters höherer Ordnung wird dieses Verfahren
jedoch mühselig, falls im betrachteten Arbeitsbereich mehrere Moden auftreten können, denn für jede
Mode muss vorab der prinzipielle Verlauf der Zustandsraumtrajektorie konstruiert werden. Dieser An-
satz erfordert also a-priori-Wissen über die Konverterfunktion und die typischerweise anzutreffenden
Moden. Diese zeitaufwändigen Vorüberlegungen entfallen im Zusammenhang mit der in dieser Arbeit
beschriebenen Herangehensweise.
Alternativ zur Analyse der Zustandsraumtrajektorien können die analytischen Signalverläufe des Kon-
verters im Zeitbereich betrachtet werden, um durch Ausnutzung von Stetigkeitsbedingungen an den
Umschaltzeitpunkten die Lösung des stationären Betriebs herzuleiten, siehe z. B. [53, 64, 72, 108, 193,
194, 199, 230, 282-303]. Dieser Ansatz basiert auf der Grundlage, dass sich der Energieinhalt eines
Speicherelements nicht schlagartig beim Wechsel zwischen zwei Zuständen ändern kann [41, 190].
Voraussetzung für die Anwendbarkeit dieser Methoden ist wiederum die Vorab-Analyse der möglichen
Moden des zu untersuchenden Konverters. Zu jedem Arbeitspunkt des Konverters existiert nur genau
eine solche charakteristische Abfolge von Schaltungszuständen, über die sich bereits vor der eigentli-
chen Implementierung eines Lösungsalgorithmus ein Überblick verschafft werden muss. So existieren
beispielsweise im Falle des LLC-Konverters bereits für den Betrieb des Konverters oberhalb der halben
Serienresonanzfrequenz eine Vielzahl von zu unterscheidenden Moden, unterhalb dieser Grenzfrequenz

32
Bei Verwendung einer Halbbrücke als Inverterstufe muss die primärseitige Serienkondensatorspannung um ihren
Gleichanteil korrigiert werden, damit diese Forderung erfüllt wird.

40
3.2 Zeitdiskrete Modellierung

existieren prinzipiell unendlich viele Moden, vgl. hierzu auch [190, 302-304]. Insbesondere bei höherer
Ordnung des Konverters wie im Falle des untersuchten LLCCp-Konverters verstärkt sich diese Proble-
matik33. Dementsprechend sind Lösungsroutinen basierend auf diesen Herangehensweisen stets auf
einen gewissen Arbeitsbereich und eine feste Konverterkonfiguration beschränkt, eine Erweiterung des
Arbeitsbereichs oder gar des Resonanzkreises ist mit erheblichem Aufwand verbunden.


z1 
z3

z 2 


z0  zΘs 

0  Θ  
z3  s   z3  
 2 0 
z3 

 Θ  
z s   z0
 Θ    2
z 2  s   z 2 
 2
z2
 Θ  
0 z1  s   z1 
 2 z1
0

Abb. 3-2: Schematische Trajektorie des eingeschwungenen Betriebs im dreidimensionalen Zustandsraum.


 
Der zeitliche Verlauf des Zustandsvektors ergibt eine geschlossene Kurve mit z0  zΘs  . Bei
Annahme einer symmetrischen Schaltungsanordnung (inklusive symmetrischer Ansteuerung der
Leistungsschalter) ergeben sich im Falle resonanter Konverter zum Ursprung punktsymmetri-
sche Trajektorien, mit einer Symmetrie dritter Art bezüglich der halben Periodendauer Θs 2 mit
 
z0  zΘs 2 .

Doch auch bei der Betrachtung des Konverterhochlaufs sind zunächst einige Vorüberlegungen notwen-
dig. Insbesondere hinter der eingangs getroffenen Aussage, dass die Gültigkeitsdauern der unterschied-
lichen Subintervalle zur Berechnung des stationären Konverterbetriebs bekannt sein müssen, steckt der
zentrale Rechenaufwand bei der Analyse des Hochlaufs. Zwar kann versucht werden, die Gültigkeits-
dauern der einzelnen Subintervalle des stationären Zustands z. B. durch Näherungsverfahren abzuschät-
zen, wie in [245, 305] vorgeschlagen, um direkt eine angenäherte Lösung des stationären Betriebs zu
erhalten. Ohne nachträgliche Adaption der Ergebnisse kommt es aber zu Restfehlern, da die abge-
schätzten Werte der Subintervallspannen nicht mit den tatsächlichen Werten der exakten Lösung über-
33
Siehe hierzu auch Anhang C.5.

41
3 Verfahren zur Analyse resonanter Konverter

einstimmen. Darüber hinaus stößt dieses Verfahren bei Arbeitspunkten nahe einer Modengrenze an
seine Schranken, falls das zur Abschätzung der Gültigkeitsdauern verwendete Näherungsverfahren eine
andere Betriebsart vorhersagt als es im exakten Simulationsmodell der Fall wäre. Das Abfangen solcher
Grenzbetriebsarbeitspunkte ist dann in aller Regel nur schwierig möglich.
Diese Probleme hinsichtlich der Vorabkenntnisse über Moden und Zustandszeitdauern bei der direkten
Berechnung der stationären Lösung werden bei Betrachtung des Konverterhochlaufs umgangen. Einzig
die korrekte Berechnung des normierten Umschaltzeitpunkts i bzw. die normierte Gültigkeitsdauer i
des aktuell betrachteten Subintervalls ist nötig, um die Zeitverläufe des Hochlaufs zu berechnen. Ist der
 
Anfangswert z i  bekannt, so kann der Wert des Zustandsvektors zum Endzeitpunkt z i   i  des
aktuellen Subintervalls mit Hilfe von Gleichung (3-11) bzw. (3-12) direkt berechnet werden. Je nach-
dem, wie weit der Einschwingvorgang fortgeschritten ist, variiert dabei sowohl die Abfolge als auch die
Dauer der einzelnen Schaltzustände von einer zur anderen Schaltperiode. Die einzig vorweg bekannten
Umschaltzeitpunkte sind die durch die Flanken der eingangsseitigen Schalterbrücke bedingten Wechsel
der Polarität der Eingangsspannung zum Zeitpunkt i + i,ext. Die normierte Zeitspanne i,ext beschreibt
dabei die ab dem Eintreten des i-ten Schaltungszustand verbleibende Restdauer bis zum nächsten Um-
schalten der Schalterbrücke. Diese Zustandswechsel werden extern durch die Schalterbrücke als Stell-
glied des Systems vorgegeben. Die internen Umschaltbedingungen des Systems hingegen werden im
Falle der untersuchten resonanten Konverter einzig durch die Leitbedingungen der ausgangsseitigen
Diodenbrücke bestimmt. Fällt der i-te Umschaltzeitpunkt mit einem Wechsel der Polarität der Schalter-
brückenspannung zusammen, so kann der aktuelle Fehlerwert (i) in Anlehnung an die Periodizitäts-
bedingung aus Abb. 3-2 berechnet werden zu
  Θs
 i   zi   zi  Θs 2 für i  p mit p ∊ ℕ. (3-13)
2
Unterschreitet dieser Fehler eine zuvor festgelegte Schwelle S, so wird davon ausgegangen, dass die
Einschwingvorgänge des Konverters hinreichend genau abgeklungen sind und ein zyklischer Betrieb34
erreicht wurde. Abb. 3-3 zeigt die prinzipielle Ablaufsteuerung dieser Herangehensweise.
In Abhängigkeit der betrachteten Konvertertopologie sind bei der Berechnung der Gültigkeitsdauer des
aktuellen Zustands unterschiedliche Umschaltbedingungen zu berücksichtigen. Die Identifizierung
möglicher bzw. verbotener Übergänge und Systemzustände ist bei dieser Herangehensweise die einzig
notwendige Vorarbeit. Bezüglich möglicher Moden müssen keine Vorüberlegungen angestellt werden,
wodurch dieses Verfahren prinzipiell die Analyse beliebiger Arbeitspunkte zulässt. Eine Einschränkung
des untersuchbaren Arbeitsbereichs entfällt im Gegensatz zu alternativen Lösungsstrategien, die auf
a-priori-Wissen angewiesen sind. Ein ähnliches Verfahren wurde in [252, 254] für pulsweitenmodulier-
te Konverter präsentiert. Dabei erfolgte die Bestimmung der Umschaltbedingung mithilfe eines Suchal-
gorithmus mit fest vorgegebenen, binär gewichteten Zeitschritten.
Darüber hinaus kann die Resonanzkreisstruktur des Konverters bei Bedarf vergleichsweise aufwands-
arm erweitert werden. Die hierfür notwendige Vorarbeit beschränkt sich auf die Identifikation der mög-
lichen Übergänge zwischen den verschiedenen Zuständen des Systems und auf die mathematische Her-
leitung der zugehörigen Zustandsraumbeschreibung.

34
Für unsymmetrische Schaltungskonfigurationen muss die Periodizitätsbedingung am Ende der vollen Schaltperiode
erfüllt sein, bei der hier betrachteten Einschränkung auf symmetrische Konfigurationen (inklusive symmetrischer
Ansteuerung der Schalterbrücke) ist die Auswertung für s/2 gemäß Gleichung (3-13) ausreichend. Bei Verwendung
einer eingangsseitigen Halbbrücke ist bei der Auswertung der Gleichung (3-13) zusätzlich Fußnote 32 zu berücksich-
tigen.

42
3.2 Zeitdiskrete Modellierung

Für den Fall eines verlustlosen resonanten Konverters hingegen kann ein prinzipieller Nachteil dieser
„Brute-Force“-Methode zutage treten, falls Arbeitspunkte mit geringer ausgangsseitiger Leistungsabga-
be untersucht werden, also Arbeitspunkte nahe des Kurzschlusses oder Leerlaufs. Für diesen Fall fehlt
einerseits die Dämpfung aufgrund parasitärer Elemente des Resonanzkreises und andererseits findet
keine signifikante Leistungsabgabe an den Ausgang statt. Die zu Beginn der Schalthandlungen in den
Resonanzkreis eingebrachte überschüssige Energiemenge baut sich entsprechend nur langsam ab. Somit
kann eine alleinige Abfrage des Restfehlers aus (3-13) dazu führen, dass relativ viele Schaltvorgänge
simuliert werden müssen, bis der Konverter in den eingeschwungenen Zustand gefunden hat. Zur Ver-

i := 0
0 := 0 Detektion erstes
Beginn
Subintervall

Zustandsautomat
Überprüfe
Umschaltbedingungen

Ber. Gültigkeitsdauer i

i=i+ 1 i+1 = i + i

Berechne

nein ja
i+1 mods/2 = 0?

Modenwdh. detekt.?
ja
Löse NLGS
nein

Lösung gültig?
nein
ja
Ber. akt. Fehler

nein ja
(i+1) < S ? Ergebnis

Abb. 3-3: Prinzipielles Flussdiagramm zur Berechnung des eingeschwungenen Konverterzustands. Aus-
gehend von entladenen Energiespeichern dient der jeweilige Zustandsautomat des Konverters
zur Simulation des Hochlaufs in den eingeschwungenen Zustand. Werden dabei zyklische Mo-
denwiederholungen detektiert, so wird versucht, das nichtlineare Gleichungssystem (NLGS) des
eingeschwungenen Zustands mit numerischen Hilfsmitteln zu lösen. Wird dabei keine gültige
Lösung gefunden, so wird die Berechnung des Hochlaufvorgangs fortgesetzt. Ist der Fehler
(i+1) gemäß (3-13) kleiner als ein vorgegebener Schwellwert S, wird die Simulation beendet.
43
3 Verfahren zur Analyse resonanter Konverter

meidung der damit einhergehenden langen Simulationsdauer wird während der zeitdiskreten Analyse
des Hochlaufs protokolliert, ob sich zyklische Wiederholungen der beobachteten Moden ergeben. Wird
solch ein Zyklus detektiert, so wird versucht, das zur detektierten Mode passende nichtlineare Glei-
chungssystem der Form
   !
z i   z i  Θs 2  y int  0 (3-14)

zu lösen. Dabei repräsentiert der Vektor y int die Gleichungen der zur angenommenen Mode zugehöri-
gen internen Umschaltbedingungen pro Halbperiode.
Es existieren mehrere alternative Ansätze mit demselben Ziel der Verkürzung der Simulationsdauer für
hartschaltende PWM-Konverter [250, 251, 306], deren Anwendbarkeit auf die Klasse der resonanten
Konverter allerdings im Rahmen dieser Arbeit nicht weiter evaluiert wird. Schlägt die Lösungsbestim-
mung des nichtlinearen Gleichungssystems (3-14) fehl, weil z. B. zwar eine zyklische Modenwiederho-
lung detektiert wurde, der Konverter aber noch nicht seine finale Betriebsart erreicht hatte oder weil die
Schätzwerte des Zustandsvektors und der Gültigkeitsdauern nicht ausreichend genau vorlagen, so ist
durch die weiterführende Analyse des restlichen Hochlaufvorgangs stets sichergestellt, dass der erarbei-
tete Lösungsalgorithmus zu einer verlässlichen Lösung kommt.
Insbesondere für den Fall, dass durch das Simulationsmodell der komplette Hochlaufvorgang berechnet
wird, ist es zur Begrenzung der Gesamtrechenzeit wünschenswert, die Gültigkeitsdauer eines Zustands
möglichst effizient zu berechnen, da in diesem Fall eine hohe Zahl an Zustandswechseln untersucht
werden muss. Hierbei ist es gegenüber numerischen Schrittverfahren vorteilhaft, die Zeitverläufe der
Zustandsgrößen an möglichst wenigen Zeitpunkten auszuwerten, um den Geschwindigkeitsvorteil des
vorgestellten Simulationsansatzes zu maximieren. Trotz der Minimierung der berechneten Stützpunkte
muss die Entscheidung über das Vorhandensein einer Nullstelle möglichst zuverlässig erfolgen. Hierfür
spielt die schnellste Systemdynamik eine entscheidende Rolle. Ist der Kehrwert der höchsten Eigenfre-
quenz sehr klein im Vergleich zur verbleibenden Restdauer i,ext (externe Umschaltbedingung) des mo-
mentan betrachteten Subintervalls, so kann es zu Oszillationen und damit im Ausgangssignalverlauf zu
mehreren Nulldurchgängen kommen, wie in Abb. 3-4 (b) schematisch angedeutet. Von diesen mathe-
matisch korrekten Nulldurchgängen  i 1 ,  i1 und  i1 ist jedoch nur die erste Nullstelle physikalisch
sinnvoll, da diese bereits einen Wechsel des Systems in einen anderen Schaltzustand zur Folge hat.
Dementsprechend ist es notwendig, die Zeitverläufe der Zustandsgrößen an geeigneten Stützstellen in
Relation zur höchsten Eigenfrequenz des Systems zu berechnen. Bei Anwendung der Ähnlichkeitstrans-
formation gemäß (3-9) sind diese mit der Diagonalmatrix M aus (3-9) bereits bekannt und der maximal
mögliche Wertebereich der Gültigkeitsdauer i,ext des aktuellen Schaltungszustands kann passend dis-
kretisiert werden. Dabei bietet sich ausgehend vom Startzeitpunkt i ein sukzessives Vorgehen zur De-
tektion des ersten Nulldurchgangs an. Zunächst werden die Werte der Zustandsgrößen und damit die
Werte der Ausgangssignale an der ersten Stützstelle nach i + i,zero berechnet, vgl. Abb. 3-4 (c). In An-
lehnung an die Vorgehensweise aus [252] kann für den Wert von i,zero mit der Diagonalmatrix Mi der
Eigenwerte des i-ten Zustands ein Schätzwert gemäß
1 2
 i , zero  
4 max M i 
(3-15)

angegeben werden. Das Beispiel mehrdeutiger Nulldurchgänge aus Abb. 3-4 (b) kann durch diese Vor-
gehensweise direkt abgefangen werden, denn die Auswertung des Ausgangssignals liefert einen Vor-
zeichenwechsel für die beiden Auswertezeitpunkte  = i + i,zero und  = i + 2i,zero. Auch für den Fall

44
3.2 Zeitdiskrete Modellierung

eines tieferen Startwerts dieses oszillierenden Ausgangssignalverlaufs liefert der Suchalgorithmus zu-
verlässig die erste Nullstelle, die dann beispielsweise zwischen  = i + 2i,zero und  = i + 3i,zero liegt.
Beim Beispiel des flach ausgeprägten Maximums aus Abb. 3-4 (c) hingegen kann zunächst durch allei-
nige Auswertung des Zustandsvektors und des Ausgangssignals nicht auf das Vorhandensein oder Feh-
len einer Nullstelle geschlussfolgert werden. Die gleichzeitige Überwachung der Steigung an den bei-
den Auswertezeitpunkten zeigt jedoch, dass ein lokales Maximum auftreten muss. Ergibt sich bei die-
sem Maximum gegenüber dem Startzeitpunkt ein Vorzeichenwechsel, so kann der Suchbereich für die
Nullstellensuche direkt eingegrenzt werden. Dieser Vorzeichenwechsel im lokalen Maximum fehlt hin-
gegen beim Beispiel gemäß Abb. 3-4 (a). Somit ergibt sich dort ein zweiter Suchbereich für eine etwai-
ge Nullstelle zwischen  = i + i,zero und  = i + i,ext. Beim dargestellten exemplarischen Zeitverlauf
ergibt sich im zweiten Suchbereich hingegen ein lokales Minimum, welches ebenfalls keinen Vorzei-
chenwechsel gegenüber den Rändern des Suchbereichs aufweist. Dementsprechend wird im gezeigten
Beispiel keine interne Umschaltbedingung erfüllt und der Zustandswechsel erfolgt aufgrund externer
Umschaltbedingungen bei  = i + i,ext. Im allgemeinen Fall (bei längerer Restdauer i,ext bis zum Ein-
treten der externen Umschaltbedingung) erstreckt sich das zweite Suchintervall bis zum Zeitpunkt
 = i + 2i,zero.
Für alle untersuchten Konverter existiert mit dem ausgangsseitigen Leerlauf ein besonderer Arbeits-
punkt, bei dem sich die Vorhersage des eingeschwungenen Zustands erheblich vereinfacht. Aufgrund
des fehlenden Laststroms ist die Diodenbrücke im Leerlauffall vom Resonanzkreis entkoppelt. Somit
wird die verbleibende lineare Resonanzkreisstruktur einzig durch die eingangsseitige Rechteckspan-
nungsquelle angeregt, die sich einstellende Leerlaufspannung ergibt sich durch Spitzenwertgleichrich-
tung der Spannung mb( ) aus Abb. 2-7. Für diesen Sonderfall kann die Lösung des stationären Betriebs
direkt mit Hilfe der Zustandsraumbeschreibung angegeben werden, da nur externe Umschaltbedingun-

y( ) y( )
i+1 i + 2i,zero
i

i i + i,ext  
(a) i + i,zero (b)
θ*i+1 θ'i+1 i + i,ext

y( )
i i+1 i + i,zero i + i,ext

θ*i+1
(c)

Abb. 3-4: Schematische Ausgangssignalverläufe zur Detektion interner Umschaltbedingungen. Der Maxi-
malwert i,ext der Gültigkeitsdauer des i-ten Subintervalls ist durch den nächsten Umschaltzeit-
punkt der Schalterbrücke vorgegeben.
(a) Innerhalb i,ext erfolgt kein interner Zustandswechsel.
(b) Innerhalb i,ext ergeben sich mehrere Nullstellen, von denen die erste dem physikalisch sinn-
vollen Zeitpunkt des Zustandswechsels entspricht.
(c) Flach ausgeprägtes Maximum des Ausgangssignals mit Vorzeichenwechsel und zwei Null-
stellen bis zum Eintreten der externen Umschaltbedingung.
45
3 Verfahren zur Analyse resonanter Konverter

gen auftreten und damit die Gültigkeitsdauern der einzelnen Subintervalle vorab bekannt sind. Somit
lässt sich die Bestimmungsgleichung für den Zustandsvektor im Leerlauf direkt angeben als
Θ
  Θ  Asperr 2s   Θ  ! 
z LL  s   e  z LL 0  ηsperr  s   z LL 0 (3-16)
 2   2  ,

wobei Asperr und η sperr den Zustand mit sperrender Diodenbrücke des jeweiligen Konverters repräsen-
tieren35. Durch Umformung ergibt sich der gesuchte Wert des Zustandsvektors zu Beginn der Schaltper-
iode zu
1
  AsperrΘ2s   Θ 
z LL 0   e  E  ηsperr  s  (3-17)
   2 .

Der Sonderfall des kompletten ausgangsseitigen Kurzschlusses mit Mo,KS = 0 hingegen erfordert hin-
sichtlich der Berücksichtigung von Verlusten eine Fallunterscheidung, da es in Verbindung mit dem
gewählten Diodenmodell dazu kommen kann, dass sich Moden mit diskontinuierlichem Ausgangsstrom
einstellen können. Dementsprechend wird der Kurzschlussfall simulationstechnisch wie ein regulärer
Arbeitspunkt behandelt, jedoch mit einem Wert des Spannungsübersetzungsverhältnisses von Mo,KS = 0.

3.2.3 Zeitdiskrete Modellierung des LLC-Konverters


In diesem Abschnitt erfolgt die Herleitung der normierten Zustandsraumbeschreibung des LLC-
Konverters36. Diese dient als Grundlage für die Implementierung des Zustandsautomaten, mit dessen
Hilfe der Konverterhochlauf und damit letztendlich die Kenngrößen des stationären Betriebs gemäß der
im vorangegangenen Abschnitt diskutierten Herangehensweise ermittelt werden können. Das normierte
Ersatzschaltbild des LLC-Konverters im Zustand mit leitender Diodenbrücke ist in Abb. 3-5 dargestellt.
Für diesen Schaltzustand erhält man aus der äußeren Masche in Abb. 3-5 mit
dj Ls  
 mi    Qs j Ls    mCs    Qk  j Ls    jLh    m
~  
~
(3-18)
d
a

direkt die erste Bestimmungsgleichung der Zustandsraumbeschreibung. Die rechte Masche liefert die
zugehörige Gleichung des Stroms jLh( ) für die zweite Zustandsgröße des Systems mit
dj Lh   ~
 Qk   j Ls    j Lh    m
~   . (3-19)
d
a

Anhand der Strom-Spannungsbeziehungen am Serienkondensator wird die Systembeschreibung durch


dmCs  
 jLs   (3-20)
d
komplettiert37.

35
Im Falle der Halbbrücke muss der Gleichanteil der Serienkondensatorspannung mCs entsprechend korrigiert werden.
36
Die Herleitung der entnormierten Zustandsraumbeschreibung ist im Anhang B.1.1 näher ausgeführt.
37
Der im Abschnitt 2.5 eingeführten Normierung folgend, ergibt sich die normierte Strom-Spannungs-Beziehung am
Serienkondensator gemäß (3-20) aus der entnormierten Darstellung als
du t  dm t   1 dmCs  
C s Cs  iCs t  1  C s Rnorm Cs  norm  jCs t  
Ls
Inorm j j
 C s
Ls Cs
 j Ls  
dt dt  norm C s Ls C s d .

46
3.2 Zeitdiskrete Modellierung

~
Qs Qk
~ ~
QDSges QCs + Qprim Qsek QDges

jLs 1
1
mi ms 1
jLh

Abb. 3-5: Ersatzschaltbild des LLC-Konverters mit normierten Größen im Zustand mit leitender Dioden-
brücke, Ein- und Ausgang jeweils durch Rechteckspannungsquellen repräsentiert. Auf die Pri-
märseite bezogene Größen sind mit einer Tilde gekennzeichnet.


Wird für den Vektor z die Reihenfolge der Zustandsgrößen unter Beachtung der Nomenklatur der Zu-
standsraumbeschreibung zu

z   jLs jLh mCs 
T
(3-21)
festgelegt, so ergibt sich die Systemmatrix Aleit des Zustands mit leitender Diodenbrücke aus (3-18) bis
(3-20) zu
~ ~
  Q s  Qk Qk 1 
 ~ ~ 
A leit   Qk  Q k 0  (3-22)
 
 1 0 0 .
Die gemäß der Nomenklatur der Zustandsraumbeschreibung als Eingangssignale definierten Signale
mi( ) und ma( ) sind gemäß Abschnitt 2.4 für die Dauer eines Zustandes konstant. Diese Eigenschaft
kann entsprechend der in Abschnitt 3.2.1 diskutierten Herangehensweise verwendet werden, um die
Zeitbereichslösung der normierten Zustandsgrößen zu berechnen. Hierfür ergeben sich jeweils als resul-
tierende Vektoren der Eingangssignale
 M ih  nM o  M Dges    M ih  nM o  M Dges  
     
b hp     nM o  M Dges   , b hn      nM o  M Dges   ,
   
 0   0 
 M il  nM o  M Dges    M il  nM o  M Dges  
(3-23)
     
b lp     nM o  M Dges   , und b ln      nM o  M Dges  
   
 0   0 
für die vier möglichen Systemzustände mit leitender Diodenbrücke. Die Benennung der Zustände rich-
tet sich nach der Polarität der Brückenspannung mi (high/low) und dem Leitzustand der Diodenbrücke
bzw. dem Vorzeichen des Stroms jk (positiv/negativ/sperrend) in die Brücke gemäß der Zählpfeilrich-
tung aus Abb. 3-538. Für diesen Zustand wird als interessierende Ausgangsgröße des Systems der Aus-
gangsstrom jk( ) festgelegt mit

38
Die Benennung der einzelnen Subintervalle orientiert sich an der Polarität der idealisierten rechteckförmigen Ein-
gangsspannungsquelle und am Leitzustand der Gleichrichterbrücke. So bezeichnet das Kürzel „ln“ beispielsweise
den Schaltungszustand mit mi = Mil und jk < 0.

47
3 Verfahren zur Analyse resonanter Konverter


y leit    jk    n j Ls    j Lh    Cleit  n  n 0
     (3-24)
und d hp  d hn  d lp  d ln  0.

Im Falle der sperrenden Diodenbrücke hingegen vereinfacht sich das System zu einem Serienschwing-
kreis für dessen Gültigkeitsdauer der Strom durch die Serien- und die Hauptinduktivität identisch ist mit
jLs( ) = jLh( ). Die Auswertung der Masche dieses gedämpften Serienschwingkreises liefert
 1  dj Ls  
1    mi    Qs j Ls    mCs   (3-25)
   d
bzw.
 1  dj Lh  
1    mi    Qs j Lh    mCs   (3-26)
   d .
Unter Berücksichtigung der Beziehung (3-20) lautet die Zustandsraumbeschreibung im Falle der sper-
renden Diodenbrücke
 
  Qs 0  1
  
  Qs  1
1    1  
A sperr 0 (3-27)

 0 0
  
mit
 M ih   M il 
       
b hs   M ih  sowie b ls   M il  (3-28)
1    1   
 0   0 .
Als Ausgangsgrößen des Systemzustands mit diskontinuierlichem Ausgangsstrom werden die beiden
Vorwärtsspannungen39 mDp( ) und mDn( ) der Diodenbrücke betrachtet mit

mb     mi    Qs j Ls    mCs  
1 1
 (3-29)
n 1 
und

mDp    mb    M Dges  M o   mi    Qs j Ls    mCs    M Dges  M o


1 1
 (3-30)
n 1 
bzw.

mDn    mb    M Dges  M o     mi    Qs j Ls    mCs    M Dges  M o .


1 1
(3-31)
n 1 
Daraus folgt im Sinne der Zustandsraumbeschreibung für das Intervall mit sperrender Diodenbrücke

39
Gemäß der in Abschnitt 2.4 diskutierten Modellierung der realen Diodencharakteristik mit Hilfe einer Knickgeraden
entsprechen die Spannungen mDp und mDn nicht den am Bauteil messbaren Spannungen. Im verwendeten Modell
wurde der Vorwärtsspannungsabfall mithilfe der Knickspannung UD und dem differentiellen Bahnwiderstand RD se-
pariert. Somit entsprächen die Signale mDp bzw. mDn der Spannung über einer idealen Diode.

48
3.2 Zeitdiskrete Modellierung

 1 1 
 m Dp   1 1   Qs 0  1   M ih  M Dges  M o 
y hs           z     n 1   
 
m Dn    n 1    Qs 0 1   1 1 M  M  (3-32)
   Dges  M o 
   
ih
C sperr n 1
 
d hs

bzw.
 1 1 
 m Dp   1 1   Qs 0  1   M il  M Dges  M o 
y ls       n  1    Q   z     n 1   
m  
 Dn   s  0 1   1 1 M  M  (3-33)
  Dges  M o  .
   
il
C sperr n 1
 
d ls

Zur Berechnung der Kennwerte des stationären Konverterbetriebs gemäß der in Abschnitt 3.2.2 be-
schriebenen zeitdiskreten Analyse des Konverterhochlaufs müssen die möglichen Zustandswechsel des
Konverters identifiziert werden, vgl. [302]. Im Falle des LLC-Konverters ergibt sich das in Abb. 3-6
dargestellte Zustandsdiagramm. Basierend auf den Vorüberlegungen aus Abschnitt 2.4 ergeben sich
sechs mögliche Schaltzustände. Leitet im aktuell betrachteten Subintervall die Ausgangsbrücke, so
muss einerseits der Diodenstrom als Ausgangssignal gemäß (3-24) überwacht werden. Andererseits

h p h n h s
i

i
i

i
i

θ+i+1

θ+i+1

θ+i+1
θ+i+1

θ+i+1
θ+i+1

i
i

i
i

l p l n l s

Abb. 3-6: Zustandsdiagramm des LLC-Konverters. Der Konverter verbleibt für die Dauer i im i-ten Sub-
intervall bis die jeweilige Übergangsbedingung zum Zeitpunkt i+1 = i + i erfüllt ist. Während
die Wechsel der Polarität der Schalterbrücke durch die Vorgabe einer festen Schaltfrequenz als
Stellgröße fest vorgegeben sind, werden die Wechsel der Leitrichtung der ausgangsseitigen Dio-
denbrücke durch interne Systemgrößen diktiert.
49
3 Verfahren zur Analyse resonanter Konverter

kann vor dem Erlöschen der Ausgangsdioden aber die Eingangsrechteckspannung ihren Pegel ändern.
Je nachdem welches dieser Ereignisse im aktuellen Subintervall zuerst eintritt, ergibt sich der nächste
Systemzustand. Endet ein Zustand mit leitender Diodenbrücke aufgrund eines Nulldurchgangs des Dio-
denstroms, so muss entschieden werden, ob die Diodenbrücke im nächsten Zustand in Gegenrichtung
leitet oder ob sich ein Sperrintervall anschließt. Analoge Berechnungen müssen für Subintervalle mit
sperrender Diodenbrücke angestellt werden. Die Übergänge mit gleichzeitigem Wechsel beider Polari-
täten (Ein- und Ausgangsseite) sind aufgrund der Stetigkeitsbedingung der Spulenströme nicht mög-
lich40. Betrachtet man exemplarisch den verbotenen Übergang hp  ln, so wird ersichtlich, dass der
Strom jk in die Diodenbrücke gemäß Gleichung (3-24) als Linearkombination zweier Zustandsgrößen
stetig sein muss. Ist der Strom jk vor dem betrachteten Wechsel positiv und wechselt die Schalterbrücke
ihre Polarität, so kann sich das Vorzeichen des Stroms jk bei diesem Übergang nicht schlagartig ändern.
Für eine exemplarische Konfiguration des LLC-Konverters beim Betrieb oberhalb der Resonanzfre-
quenz f0s zeigt Abb. 3-7 einen Einschwingvorgang der Zustandsgrößen bei Vernachlässigung aller Ver-
luste.
Ausgehend von ungeladenen Energiespeichern kommt es im Bereich 2,5 <  < 10 zu einem Über-
schwingen der Zustandsgrößen, für  > 10 nähern sich die Zeitverläufe zügig ihrem zyklischen Endzu-
stand an. Für  > 50 ist der nach Gleichung (3-13) definierte Gesamtfehler der Periodizitätsbedingung
des normierten Zustandsvektors bereits auf unter ein Promille abgeklungen, wobei der Fehler der ein-
zelnen Zustandsgrößen definitionsgemäß nochmals kleiner ist. Im dargestellten Arbeitspunkt wird die
endgültige Mode bereits nach drei Schaltzuständen erreicht. Somit liegen zwar für diesen Arbeitspunkt
bereits nach wenigen Zustandsübergängen Schätzwerte für den Anfangswert des Zustandsvektors vor,
und es könnte vergleichsweise früh versucht werden, das zur Mode hn-hp zugehörige Gleichungssys-
tem zu lösen. Angesichts des schnellen Abklingens des Einschwingvorganges wäre dies aber nicht mit
einem signifikanten Geschwindigkeitsvorteil verbunden. Das schnelle Abklingen des Einschwingvor-
ganges ist beim gezeigten Beispiel mit der zugehörigen Wertepaarung (Fs, Mo, n, ) auf die hohe Leis-
tungsabgabe an den Ausgang zurückzuführen, wobei sich der Ausgangsstrom zu Jo = 0,632 und die
normierte Ausgangsleistung zu Bo = 0,312 einstellen. Dieser Arbeitspunkt ist nahe der für Fs = 1,5 ma-
ximal möglichen Leistung41 Bo,max = 0,314 und dementsprechend ist eine schnelle Detektion des einge-
schwungenen Zustands bei alleiniger Betrachtung des Hochlaufvorgangs möglich.

40
Der Sonderfall, dass der Nulldurchgang des Diodenstromes auf den Umschaltzteitpunkt der Diodenbrücke fällt, wird
hierbei nicht gesondert abgefangen. Bei Annäherung an diesen Spezialfall wird im vorgestellten Algorithmus ein ent-
sprechendes Sperrintervall eingefügt, dessen Dauer durch die im Rechner minimal darstellbare Zeitspanne vorgege-
ben ist.
41
Auf die Begrenzung der übertragbaren Leistung wird in Abschnitt 3.5.1 näher eingegangen.

50
3.2 Zeitdiskrete Modellierung

hs hn lp hn lp hn lp hn lp hn lp hn lp hn
hp ln hp ln hp ln hp ln hp ln hp ln hp ln

Abb. 3-7: Exemplarischer Einschwingvorgang im Falle des LLC-Konverters für Fs = 1,5, n = 1,  = 0,5
und Mo = 0,5 bei Vernachlässigung aller Verluste, d. h. Qs = Qk = 0 und MD = 0. Umschaltmo-
mente sind durch Punkte gekennzeichnet42. Der Konverter arbeitet im gezeigten Arbeitspunkt in
der kontinuierlichen Mode hn-hp unter ZVS-Bedingungen43.

Betrachtet man hingegen einen Arbeitspunkt mit Mo = 0,809, so ergibt sich der in Abb. 3-8 (a) darge-
stellte zeitliche Einschwingvorgang der Kondensatorspannung mCs. Zur Verdeutlichung sind nur die
Werte zu den Umschaltzeitpunkten des Konverters gezeichnet. Nach einem deutlichen Überschwingen
zu Beginn der Schalthandlungen strebt der Konverter nur sehr langsam dem zyklischen Betrieb entge-
gen. Dies hat eine hohe Anzahl zu berechnender Zustandswechsel und damit eine längere Simulations-
dauer zur Folge. Aus Abb. 3-8 (b) wird ersichtlich, dass dieser Arbeitspunkt mit Jo = 0,02 ‰ dem idea-
len Leerlauf sehr nahe kommt. Zur Verkürzung der Simulationsdauer an Arbeitspunkten mit langer Ein-
schwingdauer kann versucht werden, bei Detektion von Modenwiederholungen das Gleichungssystem
gemäß Gleichung (3-14) zu lösen, um schneller zur stationären Lösung aus Abb. 3-8 (b) und (c) zu ge-
langen. Dadurch kann im gezeigten Beispiel eine Reduktion der Simulationsdauer auf ein Drittel ge-
genüber der Simulationsdauer bei alleiniger Betrachtung des Einschwingvorgangs erreicht werden.

42
An den Schnittpunkten zwischen dem Serienzweigstrom jLs und dem Magnetisierungsstrom jLh sind in der dargestell-
ten Abildung nur die Punkte des Stroms jLh farblich (grün) erkennbar, die zugehörigen blau markierten Punkte des
Stroms jLs liegen darunter.
43
Aufgrund der im Abschnitt 2.4 festgelegten Vernachlässigung der Schalterkapazitäten wird im vorgestellten Modell
einzig anhand des Vorzeichens des Serienzweigstroms im Umschaltmoment der Inverterbrücke entschieden, ob prin-
zipiell ZVS eintreten kann. Ob der in diesem Moment zur Verfügung stehende Strom im Zusammenspiel mit den
Schalterkapazitäten des realen Aufbaus ausreicht, um ZVS zu gewährleisten, muss gesondert im Rahmen nachgela-
gerter Berechnungsschritte (s. hierzu [191]) überprüft werden. Für eine verallgemeinerte ZVS-Vorhersage der Halb-
brücke unter Berücksichitgung der nichtlinearen Schalterkapazitäten sei zudem auf [307] verwiesen.

51
3 Verfahren zur Analyse resonanter Konverter




a




b c

Abb. 3-8: Exemplarischer Einschwingvorgang des LLC-Konverters für Fs = 1,5, n = 1,  = 0,5 und
Mo = 0,809 bei Vernachlässigung aller Verluste mit Qs = Qk = 0 und MD = 0.
(a) Durch Punkte gekennzeichnete Umschaltmomente im Verlauf der Serienkondensatorspan-
nung mCs.
(b) Verlauf des sekundärseitigen Spulenstroms jk. Der Konverter arbeitet im gezeigten Arbeits-
punkt in der diskontinuierlichen Mode hs-hp-hs.
(c) Vergrößerter Verlauf der Serienkondensatorspannung nach Unterschreiten von S = 0,1 ‰.

3.2.4 Zeitdiskrete Modellierung des LLCCp-Konverters


Die Erweiterung des Resonanzkreises um einen sekundärseitigen Kondensator Cp führt zum LLCCp-
Konverter, mit dem Ziel, die im Resonanzkreis zirkulierende Blindenergie zu reduzieren. Dieser Kon-
densator bildet zusammen mit der Hauptinduktivität in Verbindung mit der transformatorischen Wir-
kung der gekoppelten Spulen einen Parallelschwingkreis in Reihe zum primärseitigen Serienschwing-

52
3.2 Zeitdiskrete Modellierung

kreis gebildet aus Ls und Cs, siehe Abb. 3-9. Die Ausgangsleistung wird bei dieser Konverterkonfigura-
tion parallel zu diesem Schwingkreis ausgekoppelt. Als Normierungsgrößen dienen bei diesem Konver-
ter die Kenngrößen des Parallelschwingkreises, siehe hierzu auch Abschnitt 2.5.2.
Bei Zugrundelegung der Vereinfachungen aus Kapitel 2.4 können die eingangsseitige Schalterbrücke
bzw. die ausgangsseitige Diodenbrücke in Schaltzuständen mit Leistungsabgabe an den Ausgang durch
einfache Gleichspannungsquellen repräsentiert werden. Im Hinblick auf die möglichen Betriebsarten
dieses Konverters bleibt festzuhalten, dass der LLCCp-Konverter aufgrund seiner Resonanzkreisstruktur
nur diskontinuierliche Betriebsarten aufweisen kann. Diese Eigenschaft begründet sich durch das Vor-
handensein des sekundärseitigen Parallelkondensators Cp. Vernachlässigt man alle Verlustmechanis-
men, so ist die Leitbedingung für die Diodenbrücke direkt ersichtlich – der Kompensationskondensator
muss sich unter idealen Bedingungen betragsmäßig auf den Wert der Ausgangsspannung aufgeladen
haben. Im eingeschwungenen Zustand muss die Diodenbrücke aber auch in der Gegenrichtung leiten
(Forderung nach Symmetrie dritter Art für die Zeitverläufe, siehe Abschnitt 3.2.2). Dies hat zur Folge,
dass sich der Kondensator auf den entgegengesetzten Wert der Ausgangsspannung umladen muss. Für
die Dauer dieses Umladevorgangs ist aber der Betrag der Kondensatorspannung mCp stets kleiner als der
Wert der Ausgangsspannung, demnach ist die Leitbedingung der Diodenbrücke für die Gültigkeitsdauer
eines solchen Subintervalls verletzt, die Brücke sperrt und der gesamte Sekundärstrom dient zur Umla-
dung des Kompensationskondensators Cp. Das zugehörige Ersatzschaltbild dieses Schaltungszustandes
ist in Abb. 3-10 dargestellt.
Die Pegel der angedeuteten Spannungsquellen am Ein- und Ausgang des Resonanzkreises richten sich
nach der jeweiligen Inverter- und Gleichrichtertopologie gemäß Abschnitt 2.2. Damit sind die für die
Beschreibung der Schaltungszustände mit leitender Diodenbrücke im Sinne der Zustandsraumbeschrei-
bung erforderlichen Eingangssignale beschrieben. Gemäß Abschnitt 3.2.1 müssen nun die entsprechen-
den Systemgleichungen für die vier beteiligten Energiespeicher aufgestellt werden. Die Herleitung der
entnormierten Zustandsraumbeschreibung ist im Anhang C aufgeführt. Die linke Masche aus Abb. 3-9
liefert mit
dj Ls   dj Lh  
 mi    Qs j Ls    mCs      0 (3-34)
d d
eine erste elementare Gleichung zur Herleitung der Zustandsraumbeschreibung. Der Maschenumlauf
über Lh und ma liefert einen weiteren Zusammenhang mit

Qs
 
~
Qsek
~
QDges
QDSges QCs + Qprim

jLs
~
mCs QCp
mi ms 1
1
jLh

Abb. 3-9: Normiertes Ersatzschaltbild des LLCCp-Konverters im Zustand mit leitender Diodenbrücke. Auf
die Primärseite bezogene Größen sind mit einer Tilde gekennzeichnet.
53
3 Verfahren zur Analyse resonanter Konverter

dj Lh   ~

d

 Qsek  j Ls    j Lh    QDges j Ls    j Lh    jCp    m
~ ~
a 
~    0 . (3-35)

Die Auswertung der rechten Masche ergibt


~    Q
mCp
~
 ~ ~ 
Cp jCp    QDges j Ls    j Lh    jCp    ma    0 .
~ ~
(3-36)
Anhand der Strom-Spannungsbeziehungen an Cs und Cp ergeben sich die fehlenden Bestimmungsglei-
chungen für die vier gesuchten Zustandsgrößen des Systems mit
dmCs  
  j Ls   (3-37)
d
und
~  
dm dmCp   jCp  
 jCp  
~

Cp
bzw. (3-38)
d d n2 .
Hierbei stellt Gleichung (3-37) bereits die erste Systemgleichung der Zustandsraumbeschreibung dar.
Die zur zweiten Kondensatorspannung zugehörige Gleichung folgt aus (3-36) mit
~
QDges ~  
m ~  
jCp    ~
~
~  j    j    ~
Cp
~  ~
ma
~ (3-39)
QCp  QDges QCp  QDges QCp  QDges
Ls Lh

bzw.
dmCp   m  
~
 j Ls    j Lh    ~ Cp ~  ~ ma ~
1 QDges
 ~ ~ (3-40)
d n QCp  QDges QCp  QDges QCp  QDges .

Durch Substitution von (3-39) in (3-35) folgt die dritte Systemgleichung mit
~
dj Lh   ~
d
 ~

 Qsek  QCp|| Dges   j Ls    j Lh    ~
QDges
~
QCp  QDges
~   
mCp

~ (3-41)
QCp ~   QCpQDges
 ~ ~ m mit QCp|| Dges 
QCp  QDges QCp  QDges .
a

Die fehlende Gleichung findet sich durch Elimination der zeitlichen Ableitung des Magnetisierungs-
stroms in (3-34) mit
dj Ls  

d
 ~ ~
 ~ ~
 
  Qs  Qsek  QCp|| Dges j Ls    Qsek  QCp|| Dges j Lh    mCs   
~ ~ (3-42)
QDges QCp
 ~ ~ mCp    mi    ~
~
~ m~  
a
QCp  QDges QCp  QDges .

Für den Vektor z wird die Reihenfolge der Zustandsgrößen zu
z   jLs mCp 
 T
jLh mCs (3-43)
festgelegt, womit sich die Systemmatrix Aleit des Zustands mit leitender Diodenbrücke aus (3-37) bis
(3-42) darstellen lässt als

54
3.2 Zeitdiskrete Modellierung

~ ~ ~ ~ ~
 Qs  Qsek  QCp|| Dges Qsek  QCp|| Dges 1 n QDges 
   ~ ~ 
     QCp  QDges 
 ~ 
 Q~ ~ ~ ~ QDges 
sek  QCp|| Dges  Qsek  QCp|| Dges 0 n~ ~
 QCp  QDges 
A leit   (3-44)
 1 
0 0 0
  
 ~ ~ 
 1 QDges 1 QDges 1 .
~ ~  ~ ~ 0  ~ ~
 n QCp  QDges n QCp  QDges QCp  QDges 

Die idealen Eingangssignale mi( ) und ma( ) sind für die Dauer eines Zustandes konstant. Diese Ei-
genschaft kann entsprechend der in Abschnitt 3.2.2 diskutierten Herangehensweise ausgenutzt werden,
um die Zeitbereichslösung der Zustandsgrößen zu berechnen. Hierfür ergeben sich jeweils als resultie-
rende Vektoren der Eingangssignale

   M  n M o  M Dges QCp      M  n M o  M Dges QCp  


1  ~ ~
 1  
   ih ~ ~ ~ ~
 QCp  QDges      ih
 QCp  QDges  
   
  M o  M Dges Q~Cp    M o  M Dges Q~Cp 
b hp   n ~ ~  , b hn   n ~ ~ ,
 QCp  QDges   QCp  QDges 
 0   0 
 M o  M Dges   M o  M Dges 
 ~ ~    ~ ~ 
 QCp  QDges   QCp  QDges 
(3-45)
   M  n M o  M Dges QCp    1   M  n M o  M Dges QCp  
1  ~   ~ 
  
~ ~   ~ ~
  QCp  QDges   QCp  QDges  
il il

     
  M o  M Dges Q~Cp    M o  M Dges Q~Cp 
b lp   n ~ ~  und b ln   n ~ ~ 
 QCp  QDges   QCp  QDges 
 0   0 
 M o  M Dges   M o  M Dges 
 ~ ~    ~ ~ 
 QCp  QDges   QCp  QDges 
für die vier möglichen Systemzustände mit leitender Diodenbrücke. Für diesen Zustand ist der Dioden-
strom jb() die für den internen Zustandswechsel entscheidende Größe mit
jb    j Ls    j Lh    jCp  
~ ~

 nQCp mCp   ma   (3-46)


 y leit    jb     j Ls    j Lh    
QCp  QDges QCp  QDges QCp  QDges .

Daraus folgt für die Formulierung des Ausgangssignals gemäß Zustandsraumbeschreibung

 nQCp 0 1 und
1
Cleit   nQCp (3-47)
QCp  QDges
  M  M Dges   M  M Dges
d hp  dlp   o bzw. d hn  dln  o (3-48)
QCp  QDges QCp  QDges .

55
3 Verfahren zur Analyse resonanter Konverter

ζ ~
jLs Qs λ Qsek

jLh
mCs 1
mi 1
~
QCp

Abb. 3-10: Normiertes Ersatzschaltbild des LLCCp-Konverters im Zustand mit sperrender Diodenbrücke,
die möglichen Werte der Eingangsspannungsquelle sind durch ein Rechtecksignal modelliert.
Auf die Primärseite bezogene Größen sind mit einer Tilde gekennzeichnet.

Findet hingegen kein Leistungstransfer zum Ausgang statt, so befindet sich der Konverter in einem Zu-
stand mit sperrender Diodenbrücke, siehe Abb. 3-10. Die Gleichungen (3-37) und (3-38) behalten wei-
terhin ihre Gültigkeit, wobei der gesamte sekundärseitige Strom durch den Schwingkreiskondensator Cp
fließt mit
dm~  
Cp
 jLs    jLh   (3-49)
d .
Durch Auswertung der äußeren Masche in Abb. 3-10 ergibt sich direkt eine weitere Gleichung der Zu-
standsraumbeschreibung mit
djLs  

d
 ~ ~

 Qs jLs     jLs    jLh   QCp  Qsek  mCs    m
~    m  
Cp i
.
(3-50)

Die rechte Masche liefert


djLh  
d
 ~

  jLs    jLh   QCp  Qsek  m
~ ~  
Cp
.
(3-51)

Damit lautet die Zustandsraumbeschreibung im Falle der sperrenden Diodenbrücke


~ ~ ~ ~
 Qs  QCp  Qsek QCp  Qsek 1 n
   
~ ~ ~  ~  

 QCp  Qsek  QCp  Qsek 0 n 
A sperr   1
 (3-52)
 0 0 0 
  
 1 1 
  0 0 
 n n 
mit
 M ih    M il  
   
  0    0 
b hs   sowie b ls  
0  0 
(3-53)
   
 0   0 .
   

56
3.2 Zeitdiskrete Modellierung

Die Diodenspannungen mDp bzw. mDn (siehe Anhang C.1.2) bestimmen die internen Umschaltzeitpunk-
te mit
mDp    QCpn jLs    jLh    mCp    M o  M Dges , (3-54)
mDn    QCpn jLs    jLh    mCp    M o  M Dges (3-55)
und
 m  
y sperr   Dp  (3-56)
m Dn   ,
wobei für die Zustandsraumbeschreibung gilt
 nQCp  nQCp 0 1     M o  M Dges 
Csperr    und d hs  dls    (3-57)
  nQCp nQCp 0  1   M o  M 
Dges  .

Damit sind die grundlegenden Beziehungen für die zeitdiskrete Modellierung des LLCCp-Konverters
gefunden. Für die Implementierung einer Routine zur Analyse des Einschwingverhaltens müssen noch
die physikalisch möglichen Systemübergänge identifiziert werden. Aufgrund des sekundärseitigen Pa-
rallelkondensators können keine direkten Übergänge zwischen zwei entgegengesetzten Leitrichtungen
der Ausgangsbrücke auftreten. Dementsprechend vereinfacht sich das in Abb. 3-11 dargestellte Zu-
standsdiagramm des LLCCp-Konverters gegenüber seinen Pendants mit serieller bzw. ohne Sekundär-

h p h n h s
i

i
i

i
i

θ+i+1

θ+i+1

θ+i+1
θ+i+1

θ+i+1
θ+i+1

i
i

i
i

l p l n l s

Abb. 3-11: Zustandsdiagramm des LLCCp-Konverters. Der Konverter verbleibt für die Dauer i im i-ten
Subintervall bis die jeweilige Übergangsbedingung erfüllt ist. Während die Wechsel der Polari-
tät der Schalterbrücke durch die Vorgabe einer festen Schaltfrequenz als Stellgröße fest vorge-
geben sind (externe Umschaltbedingungen), werden die Zustandswechsel der ausgangsseitigen
Diodenbrücke durch interne Systemgrößen diktiert.
57
3 Verfahren zur Analyse resonanter Konverter

kompensation.
Aufgrund dieser Eigenschaft der Parallelkompensation kann es beim LLCC p-Konverter nur zu Be-
triebsarten mit diskontinuierlichem Leistungstransfer kommen. Eine Unterscheidung in DCM- und
CCM-Arbeitspunkte ist somit bei diesem Konverter hinfällig. Ein exemplarischer Einschwingvorgang
ist in Abb. 3-12 dargestellt, bei dem sich im stationären Betrieb die Mode hs-hp-hs einstellt. Am Zeit-
verlauf des Magnetisierungsstroms jLh aus Abb. 3-12 (a) sind anhand der Geradenstücke deutlich die
Leitphasen der Ausgangsseite erkennbar, für deren Dauer Lh im Falle verschwindend kleiner Verluste

a

b

Abb. 3-12: Exemplarischer Einschwingvorgang im Falle des LLCCp-Konverters für Fp = 0,75 , Fs = 1,4 ,
n = 1 ,  = 0,5 ,  = 7 und Mo = 1 bei Vernachlässigung aller Verluste mit
Qs = QCp = Qsek = QDges = 0 und MD = 0. Umschaltmomente sind durch Punkte gekennzeichnet.
Der Konverter arbeitet im gezeigten Arbeitspunkt in der diskontinuierlichen Mode hs-hp-hs un-
ter (idealisierten) ZVS-Bedingungen, mit einem zu schaltenden Strom im Umschaltmoment der
Brücke von JLs,0 = -1,51 bei einem Spitzenwert von JLs,pk = 2,56.
(a) Spulenströme (b) Kondensatorspannungen
58
3.2 Zeitdiskrete Modellierung

linear auf- bzw. abmagnetisiert wird. Diese werden ebenfalls durch die entsprechenden Zeitabschnitte
der Kondensatorspannung mCp aus Abb. 3-12 (b) ersichtlich, bei denen diese bei Vernachlässigung der
Diodenverluste auf einem konstanten Wert verharrt. Dieses Aussehen der Kondensatorspannung ist
charakteristisch für resonante Konverter mit sekundärseitigem Parallelkondensator [227], analoge Zeit-
verläufe sind z. B. auch beim LCC-Konverter anzutreffen, siehe hierzu u. a. [157, 206, 207, 235, 261,
265, 297-301, 308-315]. In Zuständen mit sperrender Diodenbrücke kann der vollständige Resonanz-
kreis frei oszillieren, wobei der komplette sekundärseitige Transformatorstrom zur Umladung des Paral-
lelkondensators dient.

3.2.5 Zeitdiskrete Modellierung des LLCCs-Konverters


Kommt zur Blindleistungskompensation ein Serienkondensator Ck auf der Sekundärseite des Konver-
ters zum Einsatz, so ergibt sich das in Abb. 3-13 gezeigte Ersatzschaltbild. Dabei werden die Vereinfa-
chungen des Abschnitts 2.4 beibehalten. Prinzipiell können die möglichen Moden wiederum gemäß der
Leistungsabgabe an den Ausgang grob klassifiziert werden, wodurch es auch für diesen Konverter zu
einer kontinuierlichen Betriebsart bzw. zu einer diskontinuierlichen Betriebsart mit lückendem Leis-
tungstransport kommen kann. Für die Anwendbarkeit der zeitdiskreten Berechnungsmethode ist zu-
nächst die Herleitung der Zustandsraumbeschreibung inklusive sämtlicher möglicher Zustände nötig.
Die entnormierten Gleichungen finden sich der Vollständigkeit halber im Anhang D.

~
Qs Qk

QDSges QCs + Qprim  


1
n2Qsek n2(QCk + QDges)

jLs jLh
mCs
mi ms 1

Abb. 3-13: Normiertes Ersatzschaltbild des LLCCs-Konverters im Zustand mit leitender Diodenbrücke, Ein-
und Ausgang jeweils durch Rechteckspannungsquellen repräsentiert. Auf die Primärseite bezo-
gene Größen sind mit einer Tilde gekennzeichnet.

Für Zustände mit leitender Diodenbrücke ergibt sich aus der äußeren Masche aus Abb. 3-13 mit
djLs  
 mi    Qs jLs    mCs    m k  jLs    jLh    ma  
 ~    Q
~ ~ (3-58)
d
Ck

direkt die erste Bestimmungsgleichung der Zustandsraumbeschreibung. Entsprechend liefert die rechte
Masche die zugehörige Gleichung des Stroms jLh( ) als
dj Lh   ~
 mCk    Qk  j Ls    j Lh    m
~   .
~
(3-59)
d
a

Anhand der Strom-Spannungsbeziehungen an Cs und Ck wird die Systembeschreibung durch


dmCs   dmCk   jLs    jLh  
  jLs   und  (3-60)
d d n

59
3 Verfahren zur Analyse resonanter Konverter


komplettiert. Für den Vektor z der Zustandsgrößen wird in Anlehnung an Gleichung (3-21) und (3-43)
die Reihenfolge

z   jLs jLh mCs mCk 
T
(3-61)

festgelegt. Damit ergibt sich die Systemmatrix Aleit des Zustands mit leitender Diodenbrücke aus (3-58)
bis (3-60) zu


 ~ ~

  Q s  Qk  Qk   1   n  

~ ~
 Qk  Qk 0 n 
A leit    (3-62)
 1 0 0 0 
 1 n 0  .
 1n 0

Für die Werte der abschnittsweise konstanten Eingangssignale ergibt sich entsprechend

 ih 
 M  nM  M
Dges   
  
 M ih  n M o  M Dges
    

 
o
  nM o  M Dges      n M o  M Dges 
b hp   , b hn   ,
 0   0 
   
 0   0 
(3-63)

 M il  nM o  M Dges   
 
 
 M il  nM o  M Dges 

 
  nM o  M Dges      nM o  M Dges  
b lp    und b ln   
 0  0
 
   
 0   0 
für die vier möglichen Systemzustände mit leitender Diodenbrücke. Dabei bestimmt der sekundärseitige
Brückenstrom jk() die interne Umschaltbedingung mit

y leit    jk    n j Ls    j Lh    Cleit  n  1  1 0 0 und
     (3-64)
d hp  d hn  d lp  d ln  0.

Im Zustand mit sperrender Diodenbrücke gilt jk( ) = 0 und die Kondensatorspannung mCk( ) verharrt
somit für die Dauer dieser Subintervalle auf ihrem Anfangswert. Aufgrund des sekundärseitigen Leer-
laufs sind die Zustandsgrößen jLs( ) und jLh( ) identisch, das System kann für die Dauer dieses Zu-
stands durch einen gedämpften Serienschwingkreis beschrieben werden. Durch Auswertung der linken
Masche in Abb. 3-13 mit jk( ) = 0 ergibt sich
 
1    dj Ls   mi    Qs j Ls    mCs  
d
bzw. (3-65)
 
1    dj Lh   mi    Qs j Lh    mCs   .
d
Unter Berücksichtigung der Beziehung (3-60) lautet die Zustandsraumbeschreibung im Falle der sper-
renden Diodenbrücke

60
3.2 Zeitdiskrete Modellierung

  Qs 1    0  1 1    0
 
 0  Qs 1     1 1    0
A sperr  (3-66)
1 0 0 0
 
 0 
 0 0 0
mit
1 1
   
 M ih  1   M il  1 
b hs  sowie b ls  (3-67)
1   0 1   0
   
0 0 .
   
Die Einschaltzeitpunkte der Dioden werden durch interne Umschaltbedingungen vorgegeben, wobei als
Ausgangsgrößen des Systemzustands mit diskontinuierlichem Ausgangsstrom die beiden Vor-
wärtsspannungen mDp( ) und mDn( ) der Diodenbrücke betrachtet werden müssen mit

mb     mi    Qs jLs    mCs    n1   mCk  


1 1
 (3-68)
n 1 
und

mDp     mi    Qs jLs    mCs    n1   mCk    M Dges  M o


1 1
 (3-69)
n 1 
bzw.

mDn       mi    Qs jLs    mCs    n1   mCk    M Dges  M o .


1 1
(3-70)
n 1 
Daraus folgt im Sinne der Zustandsraumbeschreibung für Subintervalle mit sperrender Diodenbrücke
 m  
y hs     Dp  
mDn  
 1 1 
1 1   Qs 0  1  n1      M ih  M Dges  M o  (3-71)
     z     n 1   
n 1    Qs 0 1 n1       1 1 M  M 
 Dges  M o 
Csperr  n ih
1   

d hs

bzw.

 m  
y ls     Dp  
mDn  
 1 1 
1 1   Qs 0  1  n1      M il  M Dges  M o  (3-72)
     z     n 1   
n 1    Qs 0 1 n1       1 1 M  M 
 Dges  M o 
Csperr  n il
1    .

dls

61
3 Verfahren zur Analyse resonanter Konverter

Für den LLCCs-Konverter ergibt sich das identische Zustandsdiagramm wie im Falle des LLC-
Konverters aus Abb. 3-6. Die Umschaltbedingungen der nichtlinearen Diodenbrücke bleiben bei Hin-
zunahme des sekundärseitigen Kompensationskondensators erhalten und in Abhängigkeit der Konver-
terkonfiguration kann es auch bei diesem Konverter zu Betriebsmoden mit kontinuierlichem Ausgangs-
strom kommen. Abb. 3-14 zeigt einen exemplarischen Einschwingvorgang, welcher in eine kontinuier-
liche Betriebsart mündet.
Ausgehend von vollständig entladenen Energiespeichern kommt es zunächst zu einem deutlichen Un-

a

b

Abb. 3-14: Exemplarischer Einschwingvorgang der Zustandsgrößen im Falle des LLCCs-Konverters für
Fk = 1,5 , Fs = 0,53 , n = 1 ,  = 0,5 ,  = 0,25 und Mo = 0,5 bei Vernachlässigung aller Verluste
mit Qs = Qk = 0 und MD = 0. Umschaltmomente sind durch Punkte gekennzeichnet. Der Konver-
ter arbeitet im zugehörigen Arbeitspunkt in einer kontinuierlichen Mode unter ZCS-
Bedingungen, mit einem zu schaltenden Strom im Umschaltmoment der Brücke von JLs,0 = 0,068
bei einem Spitzenwert von JLs,pk = 0,921.
(a) Spulenströme (b) Kondensatorspannungen
62
3.3 Grundschwingungsanalyse

terschwingen des Stroms jLs auf der Primärseite. Gleichzeitig treten bis zu  < 14 kurze Subintervalle
auf, in denen die Diodenbrücke sperrt. Ab diesem Zeitpunkt treten dann nur noch Schaltzustände mit
leitender Gleichrichterbrücke auf, bis der Restfehler des Einschwingvorgangs nach Gleichung (3-14)
für Zeiten  > 110 auf unter 1 ‰ abgeklungen ist. Der dargestellte Zeitverlauf des Primärstroms lässt
bereits erkennen, dass der Konverter im gezeigten Arbeitspunkt unterhalb der Resonanzfrequenz des
primärseitigen Schwingkreises gebildet aus Ls und Cs betrieben wird, mit Fs = fs/f0s = 0,53. Erhöht man
im gezeigten Beispiel das Kapazitätsverhältnis von  = 0,25 auf  = 2, so wird der Konverter mit
Fs = Fk = 1,5 rechnerisch sowohl oberhalb der Serien- als auch oberhalb der Parallelresonanzfrequenz
betrieben. Im Gegensatz zu einfacheren resonanten Konvertern reicht der alleinige Betrieb des Konver-
ters oberhalb der jeweiligen Resonanzfrequenz [215, 230, 264, 266] bei diesem Konverter aber nicht
aus, um idealisierte ZVS-Bedingungen zu garantieren. Durch die Erhöhung der normierten Schaltfre-
quenz Fs kommt es sogar zu einer Verstärkung der ZCS-Bedingung mit einem auszuschaltenden Strom
von JLs,0 = 0,421 bei einem Spitzenwert von JLs,pk = 1,89. Dabei ist der Phasenversatz zwischen der In-
verterausgangsspannung und dem Serienzweigstrom lastabhängig. Abb. 3-15 zeigt in diesem Zusam-
menhang die stationären Verläufe für  = 2 mit Fs = Fk = 1,5 für ein erhöhtes Spannungsübersetzungs-
verhätlnis von Mo = 0,7. Wie hieraus ersichtlich wird, kommt es für diesen höheren Wert der normier-
ten Ausgangsspannung zur Ausprägung von ZVS-Bedingungen.

a

a b

Abb. 3-15: Exemplarischer stationärer Verlauf der Zustandsgrößen des idealen LLCCs-Konverters für
Fk = Fs = 1,5 , n = 1 ,  = 0,5 ,  = 2 und Mo = 0,7 mit Qs = Qk = 0 und MD = 0. Umschaltmo-
mente sind durch Punkte gekennzeichnet. Der Konverter arbeitet im zugehörigen Arbeitspunkt
in einer kontinuierlichen Mode unter ZVS-Bedingungen, mit einem zu schaltenden Strom im
Umschaltmoment der Brücke von JLs,0 = -0,316 bei einem Spitzenwert von JLs,pk = 0,983.
(a) Ströme. (b) Spannungen.

3.3 Grundschwingungsanalyse
Im vorhergehenden Abschnitt wurde auf Basis der Zustandsraumbeschreibung zwar eine Möglichkeit
zur zeitdiskreten Simulation der untersuchten Konverter aufgezeigt, welche unter den gemachten An-
nahmen in der Lage ist, die vollständigen Kurvenformen der Konverter samt der zugehörigen Kennwer-
63
3 Verfahren zur Analyse resonanter Konverter

te vorherzusagen. Die zugehörige Implementierung und Verifizierung eines solchen Simulationsmo-


dells stellt sich jedoch als relativ langwierig heraus. Für die Analyse resonanter Gleichspannungswand-
ler existiert alternativ ein grundlegendes Näherungsverfahren, die so genannte Grundschwingungsana-
lyse („First Harmonic Approximation“, FHA) [203], das geschlossen mathematisch gelöst werden kann
und somit deutlich weniger Aufwand bei seiner Herleitung und Implementierung nach sich zieht. Dem-
entsprechend wird diese Methode in der einschlägigen Literatur, welche sich mit der Auslegung reso-
nanter Konverter beschäftigt, auf breiter Front eingesetzt [52, 196-198, 270, 297, 298, 302, 316-322].
Im Rahmen der Entwicklung herkömmlicher Netzteile mit klassischem Transformator konzentriert sich
dabei das Gros der Autoren auf den LLC, dessen Berechnung mittels FHA als weitreichend bekannt
angesehen werden kann. Zur Beurteilung der Leistungsfähigkeit dieses Näherungsverfahren im Falle
des LLCCs- und des LLCCp-Konverters als Vertreter resonanter Konverter höherer Ordnung soll das
Verfahren im Rahmen dieser Arbeit im Hinblick auf seine Aussagekraft und Einsetzbarkeitsschranken
näher untersucht werden.

3.3.1 Grundgedanke
Der Kernpunkt dieses Verfahrens lässt sich anhand des charakteristischen Aufbaus resonanter Konver-
ter aus Abb. 3-16 und dem sich daraus ergebenden Verhalten im Frequenzbereich veranschaulichen.
Durch die Anregung des Resonanzkreises mit einer Rechteckspannung enthält die Quellspannung us(t)
neben der Grundschwingung spektrale Anteile bei Vielfachen der Schaltfrequenz. Je nach Lage der
Schaltfrequenz in Bezug auf die Resonanzfrequenzen des Resonanzkreises werden die Oberschwingun-
gen des Eingangsstroms is(t) fast vollständig bzw. teilweise unterdrückt, wobei die Eingangsimpedanz
des Resonanzkreises stark frequenzabhängig ist und in aller Regel mit steigender Frequenz zunimmt.
Dadurch werden Stromoberschwingungen höherer Ordnung für einen weiten Bereich der möglichen
Arbeitspunkte stark gedämpft. Dieser Gedankengang lässt sich auch anhand der Zeitverläufe im einge-
schwungenen Zustand aus Abb. 3-7, Abb. 3-12 und Abb. 3-14 nachvollziehen. Während die anregende
Quellspannung us(t) durch ihre Rechteckform entsprechende Oberschwingungsanteile aufweist, ist der
Strom des Serienschwingkreises in den dargestellten Arbeitspunkten nahezu sinusförmig. Somit trägt
fast nur noch die Grundschwingung dieses Stroms zum Wirkleistungstransport zur Last hin bei, die

us(t) ib(t) |ib(t)|

 ib(t)  |ib(t)|
DC AC
Ui us(t) ub(t) Co RL uo(t)
AC DC

Inverter Resonanzkreis Gleichrichter Filter Last


Rac

Abb. 3-16: Schematisches Ersatzschaltbild eines resonanten Konverters mit kapazitivem Ausgangsfilter zur
Herleitung der Grundschwingungsanalyse.
64
3.3 Grundschwingungsanalyse

Oberschwingungen führen lediglich zu einer erhöhten Blindleistung, die der Inverter bereitstellen muss.
Für die Anwendung der FHA bedarf es also zusätzlich zu den im Abschnitt 2.4 getroffenen Vereinfa-
chungen folgender Annahmen:
1. Es werden alle höheren Harmonischen der Schaltfrequenz vernachlässigt, d. h. sämtliche im be-
trachteten Netzwerk auftretenden Zeitverläufe werden mit der Schaltfrequenz als rein sinusför-
mig angenommen.
2. Eingangsseitig wird somit nur die Grundschwingung der von der Schalterbrücke generierten
Rechteckspannung in die Betrachtung miteinbezogen.
3. Ausgangsseitig wird je nach Auslegung des Ausgangsfilters ein konstanter Ausgangsstrom
( induktives Filter) oder eine konstante Ausgangsspannung ( kapazitives Filter) angenom-
men. Dadurch ergibt sich zwangsweise ein rechteckförmiger Strom- ib(t) bzw. Spannungsver-
lauf ub(t) vor dem Brückengleichrichter. Da angenommen wird, dass alle Zeitverläufe des Reso-
nanzkreises sinusförmig sind, wird nur die erste Harmonische dieses Rechteckverlaufes in die
Betrachtung der FHA mit einbezogen.
4. Der Gleichrichter zusammen mit dem Ausgangsfilter sowie die Inverterstufe werden als verlust-
frei angenommen.
5. Der Resonanzkreis wird als verlustfrei angenommen44.
Auf Basis dieser Annahmen ist es möglich, die nichtlineare Diodenbrücke mitsamt des Filters und der
Ausgangslast als einfachen Ersatzwiderstand Rac im Frequenzbereich zu modellieren. Diese Vorge-
hensweise wurde erstmals durch den Autor Steigerwald [203] vorgestellt.
Die in der Schaltungsebene  aufgenommene Leistung berechnet sich demnach zu:
P2  I oU o  U o2 RL . (3-73)
Da alle Halbleiterbauelemente eingangs als ideal angenommen wurden, kann zwischen Ebene  und 
keine Wirkleistung umgesetzt werden und somit muss, unter der Annahme eines sinusförmigen Stroms
ib(t), gelten:
2
1  ! U
P1  Uˆ b Iˆb  o (3-74)
2 RL .
Der Eingangsstrom der Gleichrichterbrücke ib(t) bestimmt im Rahmen der FHA-Annahmen mit seinen
Nulldurchgängen die Umschaltzeitpunkte des Brückengleichrichters im Falle des kapazitiven Aus-
gangsfilters und daher sind der Phasor des bei der FHA als rein sinusförmig angenommen Spulenstroms
ib(t) und der Phasor der ersten Harmonischen der Rechteckspannung ub(t) in Phase. Somit geht die Mul-
tiplikation aus (3-74) über in die Multiplikation der Beträge der beiden Phasoren:
1 ˆ ! U2
ˆ
Ub  Ib  o (3-75)
2 RL .
Der Betrag des komplexen Phasors Û b entspricht dabei dem Betrag der ersten Harmonischen der
Rechteckspannung mit Amplitude Uo vor dem Brückengleichrichter, welche sich mit der zugehörigen
Fourierentwicklung (siehe z. B. [256]) zu
4 4
Uˆ b  U o bzw. Mˆ b  M o (3-76)
 
44
Eine Erweiterung des Resonanzkreises um Verlustwiderstände im Rahmen der komplexen Wechselstromrechnung ist
aber mit vernachlässigbarem Aufwand möglich.

65
3 Verfahren zur Analyse resonanter Konverter

berechnet. Mit Hilfe dieser Überlegungen kann ein äquivalenter Ersatzwiderstand Rac in der Ebene 
definiert werden, welcher die gleiche Leistung wie RL in Ebene  aufnimmt, und somit die Last inklu-
sive des Brückengleichrichters repräsentiert mit
2
ˆ
1 Ub U2 16 U o2 U o2
 o  
2 Rac RL 2  2 Rac RL
8
Ausgangsfi
 
kapazitives
 Rac  RL (3-77)
lter
2 .
Analog zu Gleichung (3-76) berechnet sich auch der Betrag des komplexen Phasors Û s mit der
Amplitude der erregenden Rechteckeingangsspannung us(t) zu
4 4
Uˆ s  U s bzw. Mˆ s  M s (3-78)
  .
Somit können sowohl der Eingang als auch die nichtlineare Diodenbrücke mitsamt der Last im Fre-
quenzbereich anhand der entsprechenden Grundschwingung repräsentiert werden. Zusammen mit der
Struktur des Resonanzkreises erhält man das grundlegende FHA-Ersatzschaltbild aus Abb. 3-17.
An dieser Stelle zeigt sich der enorme Vorteil der FHA, denn zur Ableitung der Konvertercharakteristi-
ka kann nun die leicht handhabbare komplexe Wechselstromrechnung herangezogen werden. Lediglich
die Struktur des zum untersuchten Konverter gehörigen Resonanzkreises muss in Abb. 3-17 ergänzt und
das daraus resultierende einfache Netzwerk gelöst werden. Dies vermindert den mathematischen Auf-
wand im Gegensatz zu exakten Analyseverfahren zwar erheblich, bringt aber auch Einbußen in der Ge-
nauigkeit der berechneten Ergebnisse mit sich.

Îb
Rac Ûb

Abb. 3-17: Schematisches FHA-Ersatzschaltbild eines resonanten Konverters im Frequenzbereich.

Im Falle einer Halbbrücke als Inverterstufe ergibt sich unter idealer Betrachtungsweise eine Rechteck-
spannung mit Werten zwischen 0 und +Ui, im Falle einer Vollbrücke zwischen –Ui und Ui. Aufgrund
des konstanten Tastgrades von 50 % dieser erregenden Spannung folgt für den Mittelwert des Zeitver-
laufs von us(t) somit us  0,5  U i (Halbbrücke) bzw. us  0 (Vollbrücke). Im Falle der Halbbrücke fällt
dieser Mittelwert am Schwingkreiskondensator Cs ab. Dies vermindert wiederum die Amplitude der
Rechteckspannung, mit der der Resonanzkreis angeregt wird. Die erregende hochfrequente Rechteck-
spannung hat somit im Falle der Halbbrücke eine Amplitude von 0,5Ui. Dieser Vorfaktor ist bei der
FHA-Analyse entsprechend zu berücksichtigen mit
0,5 U i Halbbrücke 0,5 Halbbrücke
Us   bzw. Ms   (3-79)
 Ui Vollbrücke  1 Vollbrücke .

66
3.3 Grundschwingungsanalyse

3.3.2 Grundschwingungsanalyse des LLC-Konverters


Mit den Vorüberlegungen zur Herleitung des FHA-Ersatzwiderstands gelangt man im Falle des reso-
nanten LLC-Konverters zu dem in Abb. 3-18 gezeigten Ersatzschaltbild für die Grundschwingungsana-
lyse. Die eingangsseitige Rechteckspannung ms wird durch den Phasor der zugehörigen Grundschwin-
gung repräsentiert, die Struktur des Schwingkreises wird unverändert übernommen. Das Übersetzungs-
verhältnis n des Transformators wird durch die angedeutete Widerstandstransformation berücksichtigt,
die Gleichrichterbrücke ist in den äquivalenten Widerstand Qac eingeflossen.

1
1

Abb. 3-18: FHA-Ersatzschaltbild des LLC-Konverters. Auf die Primärseite bezogene Größen sind mit einer
Tilde gekennzeichnet.

Durch Anwendung der komplexen Wechselstromanalyse [323] erhält man für den Quotienten der bei-
den Spannungsphasoren am Ein- und Ausgang:
n Mˆ b 1

Mˆ s j  1   (3-80)
1    ~  Fs    2
Qac  Fs  Fs .

Unter Berücksichtigung von Gleichung (3-76) und (3-78) erhält man für den Betrag des Spannungs-
übertragungsfaktors
Ms 1
Mo 
n
1     Fs2 
2
 ~ 2  Fs  1 Fs 
1 2 (3-81)
Qac .
Die Herleitungen weiterer Kenngrößen auf Basis der FHA sind im Anhang B.2 ausgeführt. Durch Um-
formung von (3-81) erhält man für die Beziehung zwischen der normierten Ausgangsspannung Mo und
dem normierten Ausgangsstrom Jo mit
2 2 2 2
 n   2   1   1
M 
2
o  2

 1     Fs2  J o2       Fs    1 (3-82)
 Ms   8   nM s   Fs 

direkt eine Ellipsengleichung für die möglichen Wertepaarungen zwischen Ausgangsstrom


und -spannung des LLC-Konverters.

3.3.3 Grundschwingungsanalyse des LLCCp-Konverters


Das FHA-Ersatzschaltbild des LLCCp-Konverters ist in Abb. 3-19 (a) dargestellt. Zur Wahrung der
Übersichtlichkeit kann dieses Ersatzschaltbild gemäß Abb. 3-19 (b) zusammengefasst werden, wodurch
klar die Grundstruktur des Resonanzkreises bestehend aus dem aus der normierten Serienimpedanz Q s
und dem mit dem FHA-Ersatzwiderstand bedämpften Parallelschwingkreis Q p ersichtlich wird.

67
3 Verfahren zur Analyse resonanter Konverter

λ
ζ 1 1

(a) (b)

Abb. 3-19: FHA-Ersatzschaltbild des LLCCp-Konverters. Auf die Primärseite bezogene Größen sind mit
einer Tilde gekennzeichnet.
(a) Mit FHA-Ersatzwiderstand. (b) Schwingkreise zusammengefasst.

Die beiden Ersatzimpedanzen berechnen sich gemäß


~
1 1 jFp Qac
Q s  jFp   Qp   ~
 
und
jFp 1
 jFp  ~
1 Qac 1  Fp2  jFp (3-83)
jFp Qac .

Mit Hilfe der komplexen Wechselstromrechnung erhält man den FHA-Spannungsübertragungsfaktor zu

n Mˆ b Qp n Mˆ b M Qp Ms Qp
  n o   Mo 
Mˆ s Qs  Q p Mˆ s M s Qs  Q p n Qs  Q p

Ms 1
 Mo 
n 2 2
 1 Fp2  1   Fp2   1  
  
1  F 2
   1   ~  (3-84)
   Fp Qac  .
p
 
Die Herleitungen weiterer Kenngrößen auf Basis der FHA sind im Anhang C.2 ausgeführt. Für die Her-
leitung der FHA-Ausgangscharakteristik muss Gleichung (3-84) umgeformt werden mit
2 2
 1 Fp2  1   
2 2 2
2 n   2   1 
M o   
  1  Fp 
2


 1  J o2      Fp   1   1
 Fp 
(3-85)
 M s     8   nM s   .

Somit liegen auch im Falle des LLCCp-Konverters die möglichen Wertekombinationen zwischen Ein-
und Ausgangsstrom auf Ellipsen.

3.3.4 Grundschwingungsanalyse des LLCCs-Konverters


Abb. 3-20 (a) zeigt das grundlegende FHA-Ersatzschaltbild des LLCCs-Konverters. Für diesen Konver-
ter ist der Ausgangsstrom jb identisch zum Strom durch den sekundärseitigen Kondensator jk. Durch den
äquivalenten Lastwiderstand Qac wird die Leistungsentnahme aus dem Schwingkreis als Serienwider-
stand des Parallelschwingkreises bestehend aus der Hauptinduktivität und dem auf die Primärseite
transformierten Kompensationskondensators repräsentiert. In Abb. 3-20 (b) ist dieser Schwingkreis zur
Impedanz Q k zusammengefasst.

68
3.3 Grundschwingungsanalyse

ζ 1 1
(a) (b)

Abb. 3-20: FHA-Ersatzschaltbild des LLCCs-Konverters. Auf die Primärseite bezogene Größen sind mit
einer Tilde gekennzeichnet.
(a) Mit FHA-Ersatzwiderstand. (b) Schwingkreise zusammengefasst.

Dabei gilt
 1 ~ 
jFk   Qac  ~
1  jFk  jFk  Fk2 Qac
Q s  jFk   und Qk   ~ (3-86)
jFk 
 Qac 1  Fk  jFk Qac
1 ~ 2
jFk 
jFk .

Aus Abb. 3-20 (b) erhält man anhand des Spannungsteilers


~ ~
Mˆ Lh Qk Q Qk Q
  n Mˆ b  Mˆ Lh ac
 Mˆ s  ac
ˆ
M s Qs  Qk 1 ~ Qs  Qk 1 ~ (3-87)
 Qac  Qac
jFk jFk
und daraus mit (3-76)
~
 1 Qk Fk Qac
M o  Mˆ b  M s  
4 n Qs  Qk ~
1  Fk Qac 
2

Ms 1 (3-88)
 
n 2
1  1  1
2
 1   1
1    2   ~ 2  2  1 Fk     
 Fk   Qac  Fk  Fk   Fk  .
Die Herleitungen weiterer Kenngrößen auf Basis der FHA sind im Anhang D.2 ausgeführt.

3.3.5 Unzulänglichkeiten der Grundschwingungsanalyse


Bei Anwendung der regulären Grundschwingungsanalyse zur Vorhersage resonanter Konverter müssen
unweigerlich Kompromisse im Hinblick auf die Genauigkeit der damit berechneten Ergebnisse in Kauf
genommen werden. Dies trifft insbesondere auf die Prognose von Verlusten innerhalb des Konverters
zu, da diese auf akkurate Stromkenngrößen angewiesen ist. Die Vernachlässigung sämtlicher Verzer-
rungen in den Kurvenformen im Rahmen der FHA muss bei Arbeitspunkten, bei denen der Einfluss von
Harmonischen höherer Ordnung Bedeutung gewinnt, unweigerlich zu abweichenden Ergebnissen bei
der Bestimmung der Effektivwerte der Zeitsignale führen.
Dass bei allen drei Konvertern solche Verzerrungen auftreten müssen, lässt sich direkt bei Betrachtung
des Leerlaufs erkennen. Für Schwachlastarbeitspunkte muss die Leitzeit der Diodenbrücke klein wer-
den, es muss also zu Moden mit DCM-Subintervallen kommen. Ein exemplarischer DCM-Zeitverlauf
des LLC-Konverters ist in Abb. 3-21 dargestellt. Aufgrund der bei der FHA getroffenen Annahmen

69
3 Verfahren zur Analyse resonanter Konverter

werden selbst solche Arbeitspunkte aber als kontinuierlich angenähert. Beim LLCCp-Konverter tritt
diese Problematik zudem verschärft zutage, da bei diesem Konverter überhaupt keine kontinuierliche
Leistungsabgabe an den Ausgang auftreten kann.
Zusätzlich zur Diskrepanz bei der Bestimmung der Betriebsart zeigt Abb. 3-21 eine weitere Eigenschaft
resonanter Konverter höherer Ordnung, die durch die FHA ausgeblendet wird. So hat im gezeigten Bei-
spiel das Auftreten der diskontinuierlichen Subintervalle zur Folge, dass es zwischen den Grund-
schwingungsphasoren des Stroms jb und der Spannung mb zu einem Phasenversatz kommt. Im gezeig-
ten Beispiel beläuft sich dieser für die Grundschwingung bereits auf 25°. Die mit diesem Phasenversatz
einhergehende Verschiebungsblindleistung wird durch die FHA komplett vernachlässigt, da es auf-
grund der getroffenen Annahmen zu keinem Phasenversatz zwischen den FHA-Zeigern M̂ b und Ĵ b
kommen kann.

Abb. 3-21: Zeitbereichssimulation des LLC-Konverters für Mo = 1,25, Fs = 0,75, λ = 0,25, Qs = Qk = QD = 0


und MD = 0.

3.4 Erweiterte Grundschwingungsanalyse


Grundlage für die erweiterte Grundschwingungsanalyse („extended First Harmonic Approximation“,
eFHA) stellt die reguläre Vorgehensweise aus dem vorangegangenen Abschnitt dar. Zum Auffinden
einer möglichst optimalen Konverterauslegung bedarf es eines Modells, welches die im Betrieb auftre-
tenden Signalformen möglichst genau vorhersagt. Dies kann die reguläre FHA aber für einen großen
Arbeitsbereich nicht gewährleisten, wodurch insbesondere bei Konvertern mit einer hohen Anzahl an
Resonanzelementen die Prädiktion der Verluste ungenau werden kann. Ziel der eFHA ist es daher, vor
allem die Verzerrungen der Signalformen aufgrund des Zusammenspiels zwischen Gleichrichterbrücke
und Resonanzkreis gegenüber der FHA exakter zu modellieren. Grundlegende Arbeiten auf diesem Ge-
biet waren [207, 231, 235, 236, 308, 310, 314, 324, 325] für Konverter zweiter und dritter Ordnung
sowie für den LLCCp. Doch im Gegensatz zur regulären Grundschwingungsanalyse wurde die prinzipi-
elle Vorgehensweise bisher noch nicht in einheitlicher Form beschrieben. Für die sekundärseitige Seri-
enkompensation konnte überdies trotz sorgfältiger Literaturrecherche noch keine Literaturstelle aufge-
funden werden.

70
3.4 Erweiterte Grundschwingungsanalyse

3.4.1 Von der regulären zur erweiterten Grundschwingungsanalyse


Zur genaueren Berücksichtigung der Rückwirkung der nichtlinearen Diodenbrücke auf die Kurvenfor-
men eines resonanten Konverters muss von der Annahme, dass sämtliche Zustandsgrößen des Reso-
nanzkreises einen sinusförmigen Verlauf annehmen, abgesehen werden. Der Ansatzpunkt der eFHA ist
dabei, nur mehr den Strom des Serienzweigs als rein sinusförmig anzunehmen, siehe Abb. 3-22. Im
Gegensatz zur regulären FHA wird aber der lückende Ausgangsstrom für Betriebsarten mit sperrenden
Subintervallen berücksichtigt. Dies lässt auf eine bessere Genauigkeit für die Vorhersage der Strom-
und Spannungsbelastungen der beteiligten Bauelemente hoffen. Für den Wirkleistungstransport und
somit für die Berechnung der Ausgangsspannung wird wiederum von der Argumentation Gebrauch
gemacht, dass unter der Prämisse eines sinusförmigen Serienstroms nur durch die Grundschwingung
von is(t) Wirkleistung vom Ein- zum Ausgang transportiert werden kann. Zusammen mit der Grund-
schwingung des Zeitsignals u1(t) über den Parallelkomponenten des Resonanzkreises kann dann in
Ebene  eine Ersatzimpedanz Zac hergeleitet werden, welche den Querzweig des Resonanzkreises so-
wie die Diodenbrücke samt Ausgang modelliert. Somit ergibt sich abweichend zur einfachen FHA eine
komplexe Ersatzimpedanz im Frequenzbereich bei der Schaltfrequenz der Schalterbrücke. Mit Hilfe
dieses Ansatzes wird zudem der im Resonanzkreis auftretenden Verschiebungsblindleistung Rechnung
getragen.
Für die Anwendung der eFHA bedarf es also folgender Annahmen:
1. Eingangsseitig wird von einem quasi-sinusförmigen Verlauf des Stroms is im Serienzweig des
Konverters ausgegangen.
2. Der Gleichrichter zusammen mit dem Ausgangsfilter sowie die Inverterstufe werden als verlust-
frei angenommen.
3. Der Resonanzkreis wird als verlustfrei angenommen45.


us(t) is(t)
Zac

is(t)  ib(t) 
|ib(t)|
DC AC
Ui us(t) u1(t) Co RL uo(t)
AC DC
Inverter Serienkomponenten Querkomponenten Gleichrichter Filter Last
Abb. 3-22: Schematisches Ersatzschaltbild eines resonanten Konverters mit kapazitivem Ausgangsfilter zur
Herleitung der erweiterten Grundschwingungsanalyse.46

45
Im Gegensatz zur regulären FHA ist die einfache Berücksichtigung von Verlustwiderständen aller Resonanzkreise-
lemente innerhalb der eFHA nicht mehr möglich, da eine vorgeschaltete Analyse im Zeitbereich vonnöten ist.
46
Die dargestellte Zusammenfassung der Querkomponenten dient der Übersichtlichkeit und kann bei Anwendung auf
den LLC- und den LLCCp-Konverter direkt übernommen werden. Im Falle der sekundärseitigen Serienkompensation
wird Ck zur Impedanz der Querkomponenten zugezählt, siehe Abschnitt 3.4.4, obwohl es sich streng genommen um
eine Serienkomponente handelt.

71
3 Verfahren zur Analyse resonanter Konverter

Auf Grundlage dieser Annahmen nimmt die komplexe Ersatzimpedanz Zac in der Ebene  die identi-
sche Wirkleistung wie die Last in Ebene  auf. Nach erfolgreicher Herleitung dieser Impedanz erfolgt
der Wechsel in den Frequenzbereich analog zur Vorgehensweise der FHA. Das zu analysierende Wech-
selstromnetzwerk hingegen besteht innerhalb der eFHA gemäß Abb. 3-23 dann außerdem noch aus dem
Serienschwingkreis und der anregenden sinusförmigen Spannungsquelle Ûs, welche die Grundschwin-
gung der durch die Inverterstufe erzeugten Rechteckspannung repräsentiert.

Îs Ls
Ûs Cs Zac Û1

Abb. 3-23: Schematisches eFHA-Ersatzschaltbild eines resonanten Konverters im Frequenzbereich.

An dieser Stelle tritt auch deutlich die Erhöhung des mathematischen Aufwands gegenüber der regulä-
ren Grundschwingungsanalyse zutage. Während der Wert des FHA-Ersatzwiderstands Rac nur einmalig
(pro Ausgangsfiltertyp) hergeleitet werden muss und für alle Resonanzkreisstrukturen identisch ist,
muss die komplexe eFHA-Ersatzimpedanz für jeden der drei untersuchten Konverter separat berechnet
werden. Zudem kommt es im Rahmen der eFHA zur Ausprägung unterschiedlicher Betriebsarten, für
die Zac entsprechend hergeleitet werden muss. Darüber hinaus ist die mittels eFHA kompakte mathema-
tische Beschreibung in Abhängigkeit der sich einstellenden Betriebsart nicht mehr explizit analytisch
lösbar. Nichtsdestotrotz stellt die eFHA ein wichtiges Bindeglied zwischen der einfachen Grund-
schwingungsanalyse und der aufwändigen exakten Simulation der betrachteten resonanten Konverter
dar.

3.4.2 Erweiterte Grundschwingungsanalyse des LLC-Konverters


Die Anwendung der erweiterten Grundschwingungsanalyse auf den LLC-Konverter wurde erstmals in
[236] beschrieben. Während sich ein erklecklicher Anteil der Veröffentlichungen zum LLC-Konverter
auf die Ergebnisse der reinen Grundschwingungsanalyse stützt, wird in dieser Literaturstelle auch auf
die Genauigkeitseinbußen dieses Verfahren eingegangen und durch die Erweiterung versucht, eine hö-
here Vorhersagegenauigkeit bei der Berechnung wichtiger Kenngrößen des Konverters zu erzielen.
Das Ersatzschaltbild des LLC-Konverters zur Herleitung der eFHA-Zeitverläufe ist in Abb. 3-24 darge-
stellt. Unter den eingangs genannten Annahmen der eFHA wird der Serienzweig durch eine sinusförmi-
ge Stromquelle modelliert.
Hauptangriffspunkt der erweiterten Grundschwingungsanalyse ist die Miteinbeziehung des DCM-
Betriebs. Dessen schematische eFHA-Zeitverläufe sind in Abb. 3-25 dargestellt. Zur Herleitung der

AC

1/λ

DC

Abb. 3-24: eFHA-Ersatzschaltbild des LLC-Konverters im Zeitbereich.


72
3.4 Erweiterte Grundschwingungsanalyse

eFHA-Ersatzimpedanz müssen diese zunächst im Zeitbereich analysiert werden, wobei der Referenz-
zeitpunkt auf denjenigen Zeitpunkt gelegt wird, zu dem der negative Eingangsstrom jb der Diodenbrü-
cke erlischt. Ist die Leitbedingung der Diodenbrücke zu diesem Zeitpunkt verletzt, so sperrt diese für
die Dauer /Fs, die Hauptinduktivität übernimmt innerhalb der Annahmen der eFHA den vom Serien-
zweigstrom gelieferten Strom js. Ab dem Zeitpunkt /Fs ist die Leitbedingung erfüllt und es schließt
sich das zweite Subintervall des DCM-Betriebs an. Für die Dauer dieses Subintervalls liegt mit der
transformierten Ausgangsspannung eine konstante Spannung über der Hauptinduktivität an, was einen
linearen Anstieg des Magnetisierungsstroms jLh zur Folge hat.

js ( ) jb ( )

 

jLh ( ) mLh ( )
~
Mo

 ~ 
 Mo
0  Fs 2 Fs
0  Fs 2 Fs
 Fs  Fs  Fs  Fs

Abb. 3-25: Schematische eFHA-Zeitverläufe des LLC-Konverters im DCM-Betrieb.

Der Nulldurchgang des Quellstroms js ereignet sich zum Zeitpunkt s = /Fs, womit sich der zugehörige
Zeitverlauf darstellen lässt als
js    Jˆ s sin Fs   . (3-89)

Unter Berücksichtigung der Strom-Spannungsbeziehung an der Hauptinduktivität Lh lässt sich mit die-
sen Vorüberlegungen der DCM-Zeitverlauf des Stroms jLh direkt angeben mit
 Jˆ s sin Fs    0     Fs
j Lh     ~
für
im DCM . (3-90)
M o     Fs   J s sin     für  Fs     Fs
ˆ

Die zugehörigen Zeitverläufe der zweiten Hälfte der Schaltperiode zwischen /Fs <   2/Fs ergeben
sich durch die Forderung nach symmetrischen Zeitverläufen mit jLh( + /Fs) = –jLh(). Die für die Her-
leitung der eFHA-Impedanz nötige Querspannung m1 aus Abb. 3-22 entspricht in der Resonanzkreis-
struktur des LLC-Konverters der primärseitigen Spannung mLh über der Hauptinduktivität mit
 Jˆ s Fs
 cosFs    für 0     Fs
mLh      im DCM . (3-91)
 ~
 Mo für  Fs     Fs

Die Forderung nach periodischen und stetigen Zeitverläufen liefert Zusammenhänge zwischen der Dau-
er  des Resonanzintervalls und der Phasenverschiebung  mit

73
3 Verfahren zur Analyse resonanter Konverter

     cos   sin  
  arctan   im DCM ,
1  cos       sin  
(3-92)

und der normierten Ausgangsspannung und dem Quellstrom mit


Jˆ F
M o  s s cos   
~
im DCM , (3-93)

siehe hierzu auch Anhang B.3.1.
Im CCM ist die Leitbedingung der Diodenbrücke für die gesamte Dauer der halben Schaltperiode er-
füllt, das Resonanzintervall  aus Abb. 3-25 verschwindet. Dementsprechend ergibt sich über der
Hauptinduktivität eine Rechteckspannung, welche einen dreiecksförmigen Magnetisierungsstrom zur
Folge hat. Für Arbeitspunkte in dieser Betriebsart liefert die Zeitbereichsanalyse
~ Jˆ F
M o  2 s s sin  im CCM . (3-94)

Der Übergang vom Zeit- in den Frequenzbereich im Rahmen der eFHA-Analyse (siehe hierzu Anhang
B.3.2) ergibt dann den Wert der äquivalenten Ersatzimpedanz mit
 j 2  1   j   1 


je
1
Fs  e   e j e  j2  1  
  2 
 
cos      1  e  j    im DCM
Q ac  j2  j  (3-95)
 8
e j 2 Fs sin im CCM .

  
Die Ersatzimpedanz Q ac repräsentiert die Hauptinduktivität zusammen mit der nichtlinearen Dioden-
brücke und der Ausgangslast im Frequenzbereich. Zusammen mit dem Serienschwingkreis und dem
Grundschwingungsphasor der Inverterbrücke erhält man das in Abb. 3-26 dargestellte Ersatzschaltbild.

1
1

Abb. 3-26: eFHA-Ersatzschaltbild des LLC-Konverters im Frequenzbereich.

Hieraus kann ein letzter Zusammenhang für die Quellstromamplitude Ĵ s abgeleitet werden mit
Mˆ s 4M s 
Jˆ s   Jˆ s  Jˆ s  (3-96)
jFs  jFs1  Q ac jFs  jFs1  Q ac .

Bei Analyse eines Arbeitspunktes mit vorgegebenem Spannungsübersetzungsverhältnis folgt aus (3-96)
in Verbindung mit (3-92) und (3-93) bzw. (3-94) jeweils eine Bestimmungsgleichung für die letzte Un-
bekannte (Winkel  im DCM bzw. Phasenversatz  im CCM). Für den diskontinuierlichen Betrieb kann
diese nicht geschlossen analytisch gelöst werden, für den kontinuierlichen Betrieb ergibt sich

74
3.4 Erweiterte Grundschwingungsanalyse

ν  arcsin

  2 1  1 Fs2  
  im CCM . (3-97)


~ 2
  
 8 M s M o  1  1  Fs    4 
2 2

Der Ausgangsstrom Jo als abhängige Größe des Arbeitspunktes wird über die Integration des gleichge-
richteten Diodenstroms jb ermittelt mit
n  ~
M o 
  J s  cos     cos    
ˆ    2  Jˆ s sin        im DCM

Jo    
2 Fs
~ (3-98)
 n   M  2

2 Jˆ s cos   Jˆ s sin   
o
im CCM .
   2 F 
 s

Die übrigen Kenngrößen des Arbeitspunktes ergeben sich dann aus den eFHA-Zeitverläufen gemäß
(B-30), (3-90) und (3-91). Die Implementierung der eFHA in Form eines Lösungsalgorithmus auf Basis
dieser abgeleiteten Gleichungen erfordert zudem eine Grenzbedingung zur Identifikation der Betriebsart
des untersuchten Arbeitspunktes mit
Ms
M o ,Grenz 
2
 1 
 4 2 1  
 Fs2   2  1  (3-99)
n 1 1  2 
    4  Fs 
64 sin 2 arctan  
  2  .

Gemäß (3-99) existiert zu jeder Konverterkonfiguration bei Vorgabe einer Schaltfrequenz ein Grenz-
spannungsübersetzungsverhältnis Mo,Grenz oberhalb dessen der Konverter im DCM arbeitet. Die Berück-
sichtigung der diskontinuierlichen Betriebsart des LLC-Konverters zeigt direkt die Erhöhung des ma-
thematischen Aufwands im Vergleich zur klassischen Grundschwingungsanalyse, für die die Analyse
nur einer Betriebsart ausreicht. Neben dem erhöhten Aufwand für die Herleitung der Ersatzimpedanz ist
es für die Berechnung eines DCM-Arbeitspunktes zudem nötig, eine transzendente Gleichung auf nu-
merischem Wege zu lösen. Verglichen mit der zeitdiskreten Simulation des Konverters bleibt aber den-
noch ein enormer Geschwindigkeitsvorteil erhalten.

3.4.3 Erweiterte Grundschwingungsanalyse des LLCCp-Konverters


Die im Vergleich zur regulären Herangehensweise erweiterte Grundschwingungsanalyse für den
LLCCp-Konverter wurde bereits in [207, 231, 313, 325] andiskutiert, wobei die Herleitung einer ge-
schlossenen Lösung nicht im Vordergrund stand. Dementsprechend sperren sich die publizierten Er-
gebnisse aufgrund teils fehlender Übersichtlichkeit einer einfachen Implementierung. Darüber hinaus
fehlt es diesen Ansätzen an einer einheitlichen Vorgehensweise. Die hier vorgestellte Analyse folgt
hingegen der eingangs vorgestellten, leicht nachvollziehbaren Methodik und liefert leicht implemen-
tierbare Resultate. Dabei wird im Rahmen der hier dargestellten Herleitung der eFHA-Ersatzimpedanz
Zac für den serien-parallelresonanten LLCCp-Konverter davon ausgegangen, dass der zeitliche Verlauf
der Parallelkondensatorspannung durch zwei Subintervalle gebildet wird. Das für die Herleitung der
eFHA-Ersatzimpedanz verwendete Schaltbild im Zeitbereich ist in Abb. 3-27 dargestellt.

75
3 Verfahren zur Analyse resonanter Konverter

AC

1 1

DC

Abb. 3-27: eFHA-Ersatzschaltbild des LLCCp-Konverters im Zeitbereich.

Die zugehörigen Zeitverläufe zeigt Abb. 3-28. Der zeitliche Referenzzeitpunkt für die Phasenverschie-
bung mit 0 = 0 wird bewusst auf den Zeitpunkt gelegt, zu dem der Strom durch die Diodenbrücke er-
lischt und die Umladung des Kompensationskondensators Cp in negative Richtung einsetzt. Dement-
sprechend ist das erste Subintervall der analysierten eFHA-Mode diskontinuierlich, gefolgt von einem
Subintervall mit leitender Diodenbrücke.

   
Fp Fp Fp Fp
mCp( )
js( ) mCp( )
js( )

0 1 s  0 1 s 

Abb. 3-28: Erläuterung zur Wahl des eFHA-Referenzzeitpunkts. Würde der Nulldurchgang des Serien-
stroms als Phasenreferenz herangezogen werden, so bestünde der stationäre Zustand des Kon-
verters innerhalb der eFHA aus drei Subintervallen, zusätzlich müssten die beiden gezeigten Ar-
beitspunkte von ihrer Mode her getrennt voneinander behandelt werden.

Ist die Leitbedingung für die ausgangsseitige Diodenbrücke erfüllt, so wird die Spannung des Parallel-
kondensators auf den Wert der Ausgangsspannung geklemmt. Sobald der Nachladestrom jb seinen
Nulldurchgang erfährt, muss der Parallelkondensator zunächst umgeladen werden, damit die Leitbedin-
gung der Diodenbrücke in der jeweils anderen Richtung erfüllt wird. Somit besteht die betrachtete
eFHA-Mode aus zwei Subintervallen pro halber Schaltperiode. Wie im Anhang C.5 für das zeitdiskrete
Modell diskutiert, treten theoretisch in analoger Weise auch unter eFHA-Bedingungen mehrere Moden
im Falle des LLCCp-Konverters mit mehrfachen Zustandswechseln der Gleichrichterbrücke auf. Diese
Arbeitspunkte liegen aber abseits des für die Leistungsübertragung sinnvollen Bereichs und werden
dementsprechend nicht eingehender betrachtet.
Als zeitlicher Nullpunkt wird der Zeitpunkt 0 gewählt, zu dem die Diodenbrücke vom leitenden Zu-
stand in positiver Richtung in ein Resonanzintervall übergeht. Wird dieser Zeitpunkt als Referenz ge-
wählt, ergeben sich Vorteile im Hinblick auf die Anzahl der zu analysierenden Moden, welche dadurch
minimiert wird. Würde hingegen z. B. der Nulldurchgang des Stroms js( ) als Referenzzeitpunkt her-
angezogen, so müssten die beiden in Abb. 3-28 dargestellten Arbeitspunkte gesondert analysiert wer-
den, da beide Arbeitspunkte in dieser Betrachtungsweise drei Subintervalle pro halber Schaltperiode
beinhalten würde.

76
3.4 Erweiterte Grundschwingungsanalyse

Der Phasenversatz zwischen dem Nulldurchgang des Serienzweigstroms js und dem Referenzzeitpunkt
0 wird durch den Winkel  repräsentiert und mit der Annahme eines Sinusverlaufes für js( ) erhält
man als Ansatz
j s    Jˆ s sin F p   . (3-100)

Sperrt zu Beginn eines Subintervalls die ausgangsseitige Diodenbrücke, so kann für die Dauer dieses
Zeitabschnitts kein Strom vom Resonanzkreis zum Ausgang hin fließen. Durch die Wahl des Referenz-
zeitpunktes 0 aus Abb. 3-28 beginnt die Modenanalyse mit einem Resonanzintervall und endet mit
einem Klemmintervall. Die zugehörigen Kurvenformen der gesamten eFHA-Periode aus Abb. 3-29
ergeben sich aus der Forderung nach symmetrischen Kurvenformen bezüglich der halben Periodendau-
er.
Dementsprechend enthalten diese ersten zwei Subintervalle alle Informationen, welche für die vollstän-
dige Beschreibung der Zeitverläufe notwendig sind. Zum Zeitpunkt 0 = 0 erlischt der zuvor positive
Nachladestrom jb( ). Der nunmehr negative Strom jk( ) hat zur Folge, dass der Parallelkondensator im
anschließenden Resonanzintervall umgeladen wird. Dabei fließt der ab dem Zeitpunkt 0 negative
Strom jk( ) komplett durch den Kondensator und lädt diesen um. Für die Dauer dieses Resonanzinter-
valls sperrt die Gleichrichterbrücke. Der Parallelschwingkreis wird eingangsseitig von der speisenden
Stromquelle getrieben und kann aufgrund des Leerlaufs der Diodenbrücke frei schwingen. Zum Zeit-
punkt  = 1 erreicht die Kondensatorspannung den negativen Wert der Ausgangsspannung und somit
leitet die Diodenbrücke ab diesem Zeitpunkt in negativer Richtung. Für die Dauer dieses Klemminter-

 
Fp Fp

js( )
jLh( )


jk( )
mb( )

jb( )

0 = 0 1 s/2 s
Abb. 3-29: Signalformen der untersuchten eFHA-Mode.
77
3 Verfahren zur Analyse resonanter Konverter

valls liegt über der Hauptinduktivität die negative transformierte Ausgangsspannung an, was einen line-
ar abfallenden Stromverlauf jLh( ) zwischen 1 <  < s/2 zur Folge hat. Zum Zeitpunkt  = s/2 er-
reicht der Nachladestrom den Wert jb(s/2) = 0 und die Diodenbrücke geht wieder in den sperrenden
Zustand über.
Durch Auswertung der Stetigkeitsbedingungen der Zustandsgrößen des eFHA-Ersatznetzwerkes lassen
sich die Kennwerte des untersuchten Arbeitspunktes herleiten, siehe hierzu Anhang C.3. Die eFHA-
Zeitverläufe der Zustandsgrößen des Parallelschwingkreises sind hierbei durch

 A sin      B cos Fp  


~     0    1 Fp
m  ~ für mit B  Jˆ s (3-101)
Cp

  Mo 1     s 2 1  Fp2

und

 J s 1  F 2 sin Fp    A cos   


ˆ 1
0    1

j Lh     p
für (3-102)
j Lh 1   M o     Fp 
~
 1     s 2


mit

1  (3-103)
Fp

gegeben. Die Parameter A und  repräsentieren die Koeffizienten des homogenen Lösungsanteils der
Zeitfunktionen, welche anhand der Stetigkeitsbedingungen des Konverters ermittelt werden müssen.
Dies ist im Anhang C.3 ausführlicher dargestellt. Hierbei kommt der normierten Dauer der Sperrphase 
der Diodenbrücke eine entscheidende Rolle zu, da die Zeitverläufe des Konverters in der Betrach-
tungsweise der eFHA einzig in Abhängigkeit dieses Parameters beschreibbar sind. Dabei lassen sich die
Winkel  und  darstellen als

  1  cos   tan  F sin  F   sin  


  arctan  p p
 (3-104)
 Fp cos  Fp   1 

und

 cos  Fp   cos  
 sin   Fp sin  Fp   
    Fp sin  Fp   

  arctan 

1  cos  Fp  
(3-105)


     
 

1  Fp 1  cos  Fp   cos       Fp sin  Fp   .
2 F p sin F p sin
 1  cos  Fp  

Bei Vorgabe einer Kombination aus Sperrzeit und Schaltfrequenz sind diese beiden eFHA-Größen
demnach direkt berechenbar. Gleiches gilt für den Wert der normierten eFHA-Ersatzimpedanz mit

78
3.4 Erweiterte Grundschwingungsanalyse

2 Fp  Fp2 sin   j      
Q ac  je j  e cos   1  Fp e  j j sin   
 1  Fp2  1  Fp2   Fp   Fp 

1  cos   tan  Fp sin  Fp   sin    j        
j 1  e  j  sin    cos    
1  cos  Fp    Fp  Fp 
  
 F   
 p    (3-106)
 
 e  j  2  je j e  j2  1 4 

1 Fp sin sin  Fp   cos  Fp cos  cos   


 
 1  e  j 
j cos  Fp   1  .

Es ist leicht ersichtlich, dass die Dauer des Sperrintervalls direkt den Wert der Leistungsübertragung
bestimmt und dementsprechend kann der Winkel  bei Vorgabe eines Arbeitspunktes mit gegebenem
Spannungsübersetzungsverhältnis Mo nur unter Einbeziehung der eingangsseitigen Quelle berechnet
werden. Hierfür dient das in Abb. 3-30 dargestellte eFHA-Ersatzschaltbild im Frequenzbereich. Mittels
komplexer Wechselstromrechnung folgt für die Amplitude des Eingangsstromes der Zusammenhang
Mˆ s
Jˆs  Jˆ s 
jFp    jFp   Q ac
1 (3-107)
.

λ
ζ Q ac

Abb. 3-30: eFHA-Ersatzschaltbild des LLCCp-Konverters im Frequenzbereich.

Aus (3-107) ist somit die entsprechende Bestimmungsgleichung für  gefunden. Nach erfolgter Berech-
nung von  kann dann die mittels eFHA vorhergesagte Ausgangsleistung über den Ausgangsstrom des
Konverters gemäß
~
n  ˆ 
J o   J s    sin  cos  cos   
Mo
   2  (3-108)
  2 Fp 

berechnet werden. Die übrigen Kenngrößen des Arbeitspunktes ergeben sich dann aus den eFHA-
Zeitverläufen gemäß (3-101) und (3-102).
Verglichen mit der regulären Grundschwingungsanalyse wird anhand dieser Ergebnisse schnell deut-
lich, dass die Erweiterung mit einem erhöhten mathematischen Aufwand bei ihrer Herleitung einher-
geht. Verglichen mit der zeitdiskreten Simulation zeigt sich aber ein enormer Geschwindigkeitsvorteil,
da zur Bestimmung eines vorgegebenen Arbeitspunktes nur eine einzige transzendente Gleichung ge-
löst werden muss. Darüber hinaus deckt die analysierte Betriebsart einen sehr großen Bereich möglicher
Arbeitspunkte ab, bei gleichzeitiger Einbeziehung der diskontinuierlichen Kurvenformen mit entspre-
chend genauerer Vorhersage der zugehörigen Kennwerte.

79
3 Verfahren zur Analyse resonanter Konverter

3.4.4 Erweiterte Grundschwingungsanalyse des LLCCs-Konverters


Die eFHA-Analyse des LLCCs-Konverters mit dem zugehörigen Ersatzschaltbild aus Abb. 3-31 folgt in
analoger Weise den Schritten der vorangegangenen Abschnitte. Aufgrund des Auftretens kontinuierli-
cher Moden ist im Falle der eFHA-Herleitung des LLCCs-Konverters eine Fallunterscheidung zwischen
DCM- und CCM-Arbeitspunkten notwendig. Ein schematischer DCM-Signalverlauf ist in Abb. 3-32
dargestellt.

AC
1
1
DC

Abb. 3-31: eFHA-Ersatzschaltbild des LLCCs-Konverters im Zeitbereich.

In Anlehnung an die eFHA-Herleitung für den LLCCp-Konverter wird als zeitlicher Nullpunkt derjeni-
ge Umschaltpunkt gewählt, ab dem die Spannung mCk über dem Kompensationskondensator ausgehend
vom positiven geklemmten Wert zu negativen Werten hin abfällt. Somit durchläuft der sekundärseitige
Spulenstrom jb( ) zum Zeitpunkt  = 0 einen Nulldurchgang und weist mit der gewählten Zählpfeil-
richtung in der ersten Halbperiode negative Werte auf. Die Zeitverläufe der eFHA-Zustandsgrößen
können mit dieser Festlegung beschrieben werden als
 Jˆ s
 A cos      sin Fk   0    1
 1  Fk2
j Lh     für im DCM (3-109)
 Jˆ s sin Fk   1     s 2


und

 A sin      J s 1  F 2 cosFk    M o
ˆ Fk ~
0    1
~   

k
mCk für im DCM (3-110)
 ~  
m 1     s 2
 Ck 1

mit

1  (3-111)
Fk ,
siehe hierzu auch Anhang D.3.1. Im CCM verschwindet das zweite Subintervall aus Abb. 3-32 und der
Wert des Phasenwinkels  = Fk1 beträgt für diese Arbeitspunkte .
Für die Amplitude A des homogenen Lösungsanteils aus (3-109) und (3-110) folgt

80
3.4 Erweiterte Grundschwingungsanalyse

 ˆ Fk2 sin
J s im DCM
 1  Fk cos 
2


A M ~ (3-112)

o
im CCM
 cos  
  2 Fk 

mit dem Phasenwinkeln  und  als
  cos   cos  Fk  
 arctan  Fk  im DCM
  sin   F k sin  Fk  
  (3-113)
    
 arctan cot  2 F  im CCM
   k 
und
 sin   Fk sin  Fk  
  arctan  im DCM. (3-114)
 cos   cos Fk  

 Fk

 Fk
jLh( )


js( )

mCs( )


mCk( )

jb( )


0=0 1 s/2 s

Abb. 3-32: Signalformen der untersuchten eFHA-DCM-Mode des LLCCs-Konverters.

81
3 Verfahren zur Analyse resonanter Konverter

Der DCM-Betrieb kann mathematisch einzig in Abhängigkeit der Resonanzdauer  beschrieben wer-
den, welche die Leitdauer der Diodenbrücke repräsentiert, im CCM bestimmt der Phasenversatz  zwi-
schen Quellstrom und Kondensatorspannung den Leistungstransfer. Aus der Zeitbereichsanalyse folgt
aus Periodizitätsbedingungen ein wichtiger Zusammenhang zwischen der Amplitude des Quellstroms
und der Ausgangsspannung mit
  sin   Fk sin  Fk  
2
 ~

M o Fk  Fk 1  
1
 
  cos   cos Fk  
 im DCM
  F 2 cos 2     cos 2     1  Fk sin  Fk   sin  
2
ˆ
Js   k  
 2F  2 2 cos   cos Fk 
(3-115)
  k

 1  Fk2 ~   
 F 2 sin  M o tan 2 F  im CCM .
 k  k
Für den Übergang in den Frequenzbereich ist im nächsten Schritt die Herleitung der eFHA Ersatzimpe-
danz Zac vonnöten, welche sich mittels Fourier-Entwicklung der Spannung über der Hauptinduktivität
zu
   j  1 1     1  
 j   1   
 1 F 3 
 sin   e 
  Fk  
 e  j 
e   Fk  
 e j 
 je j k
   
  1  Fk2  cos   1  Fk 1  Fk 
   

 
 1  Fk  j 
 
2
  j 1 j  j 2
Q ac   e   e 1  e  e  im DCM (3-116)
j2 Fk2 

 

   j     

 j  
   j 
 j Fk 1  e Fk2

sin  e  k 
e  
e  k 
 e 
j F j F

   im CCM
 1  Fk 2
 sin  2 Fk   1  Fk 1  Fk 
    

ergibt. Die anschließende Betrachtung im Frequenzbereich liefert für den LLCCs-Konverter das identi-
sche Ersatzschaltbild wie im Falle des LLCCp-Konverters aus Abb. 3-30. Auf Basis der komplexen
Wechselstromrechnung lässt sich dann die Verknüpfung zwischen Eingangsseite und eFHA-
Ersatzimpedanz herstellen mit
Mˆ s
Jˆ s  Jˆ s  (3-117)
jFk    jFk    Q ac .
1

Durch Gleichsetzen von (3-115) und (3-117) kann die letzte unbekannte Größe, im DCM der Winkel 
und im CCM der Phasenversatz  numerisch ermittelt werden. Im Gegensatz zur Parallelkompensation
ist der Aufwand für die Herleitung einer komplett geschlossenen CCM-Lösung hier unverhältnismäßig
hoch. Nach erfolgreicher Iteration der Lösung des Arbeitspunktes folgt der zum Arbeitspunkt zugehöri-
ge Ausgangsstrom aus

82
3.5 Vergleich der vorgestellten Verfahren

 nF       
 k   
A sin    
  sin  
 s ˆ
J
Fk
 cos      cos 
   im DCM
     Fk   1  Fk2 
Jo   (3-118)
 nFk       Fk 
   Asin      sin    2 Jˆ s cos   im CCM .
   Fk   1  Fk2 

Die Grenze zwischen beiden Betriebsarten lässt sich aus der Forderung eines verschwindenden Klemm-
intervalls aus (3-114) ableiten mit
   
 Grenz     Grenz  arctan  Fk tan  (3-119)
  2 Fk  .
Damit ist der Wert des Phasenversatzes für Grenzarbeitspunkte direkt bestimmbar, die restlichen Kenn-
größen dieser speziellen Arbeitspunkte lassen sich anhand der hergeleiteten Gleichungen des CCMs
berechnen, welche direkt an der Grenze ihre Gültigkeit behalten.

3.5 Vergleich der vorgestellten Verfahren


Bei der Anwendung der Grundschwingungsanalyse und ihrer Erweiterung zur Analyse resonanter Kon-
verter kommt es unweigerlich zu Abweichungen der mit diesen Verfahren gewonnenen Ergebnisse im
Vergleich zur exakten Analyse. Um einen groben Eindruck für die Größenordnung dieser Abweichun-
gen zu vermitteln, werden in diesem Abschnitt die Ergebnisse bei der Herleitung einiger Kenngrößen
der untersuchten Konverter gegenübergestellt. Dabei spielt die Ausgangs- und die Steuercharakteristik
des Konverters für die Beurteilung der Erfüllbarkeit einer vorgegebenen Spezifikation eine wichtige
Rolle. Steht hingegen die Optimierung des Wirkungsgrades im Vordergrund, so sollten die Strombelas-
tungen der Bauteile möglichst akkurat vorhergesagt werden. Für einen gerechten Vergleich der drei
Verfahren wird dabei von idealen Konvertern ausgegangen, deren Strombelastungswerte in Verbindung
mit ohmschen Verlustwiderständen die Basis einer nachgelagerten Verlustberechnung darstellen.

3.5.1 Genauigkeit der Ausgangscharakteristik


Die Ausgangscharakteristik eines resonanten Konverters erlaubt einen schnellen Überblick über die
Gesamtheit der möglichen Arbeitspunkte bei Vorgabe der Schaltfrequenz als Stellgröße des Konverters.
Im Gegensatz zu klassischen pulsweitenmodulierten Konvertern ist es bei resonanten Konvertern selbst
unter idealen Annahmen nicht möglich, bei fixer Schaltfrequenz47 und Variation des Spannungsüberset-
zungsverhältnis beliebig viel Leistung zu übertragen [190]. Als Mindestanforderung an die untersuchten
Näherungsverfahren sollte diese wichtige Eigenschaft des Konverters zumindest prinzipiell wiederge-
geben werden. Darüber hinaus sollten die für die Optimierung des Konverters heranzuziehenden Kenn-
größen in Form von Strom- und Spannungsbelastungen möglichst gut vorhergesagt werden.
Im Falle des idealen LLC-Konverters zeigt Abb. 3-33 einen exemplarischen Vergleich der Ausgangs-
charakteristiken der drei untersuchten Berechnungsmethoden. Insbesondere für Frequenzen unterhalb
der halben Serienresonanzfrequenz zeigen die Kurven auf Basis des zeitdiskreten Modells mehrere
Krümmungsänderungen. Beim Überstreichen des gesamten möglichen Wertebereichs des Spannungs-
47
Diese Aussage gilt nur abseits der Resonanzfrequenz(en) eines resonanten Konverters. So ist beispielsweise die Aus-
gangsleistung des verlustlosen LLC-Konverters bei fs = f0s theoretisch unbegrenzt. Im realen Konverter wird die über-
tragbare Leistung auch an diesen Frequenzen durch unvermeidbare parasitäre ohmsche Widerstände begrenzt.

83
3 Verfahren zur Analyse resonanter Konverter

übersetzungsverhältnisbereichs kommt es im ZDM-Modell zur Ausprägung unterschiedlicher Moden,


wobei sich bei deren Übergängen mehr oder weniger stark geformte Knicke in der Ausgangsstromcha-
rakteristik ergeben.
So fällt beispielsweise der Ausgangsstrom für Fs = 0,4 ausgehend von seinem Kurzschlusswert zu-
nächst bis zum Übergang vom CCM- zum DCM-Arbeitsbereich vergleichsweise steil ab. An diesen
Übergang knüpfen sich drei DCM-Moden mit einer schwachen Abnahme in Jo an, gefolgt von zwei
weiteren DCM-Moden mit einer steilen Abnahme von Jo über Mo oberhalb von Mo = 1,7. Dieser Knick
markiert gleichzeitig die prinzipielle ZVS-Grenze.

ZDM

FHA
   eFHA


eFHA-
BCM- 
Grenze 

(a) (b)

Abb. 3-33: Vergleich der Ausgangsstromcharakteristiken des idealen LLC-Konverters für λ = 0,1 und n = 1.
ZDM-Arbeitspunkte im DCM sind mit Kreuzen gekennzeichnet, entsprechende eFHA-
Arbeitspunkte mit Punkten.
(a) Gesamter Ausgangsstrombereich.
(b) Vergrößerte Darstellung des Bereichs bis Jo = 0,6. Die unterschiedlichen Moden für
Fs = 0,4 sind in Magenta gekennzeichnet mit:  hn-hp-hn-hp  hp-hn-hs  hp-hs-hn-hs
 hp-hs-hn  hp-hs  hs-hp-hs.

Aufgrund der Vielzahl der unterschiedlichen Moden des LLC-Konverters wird ersichtlich, dass deren
Vernachlässigung bei Anwendung der Grundschwingungsanalyse zu abweichenden Ergebnissen führen
muss. So wurde im Abschnitt 3.3.2 gezeigt, dass die Ausgangscharakteristik der FHA stets ellipsenför-
mig ist und dementsprechend keinen Vorzeichenwechsel der Kurvenkrümmung hervorbringen kann.
Dies wird auch durch einen Vergleich mit Abb. 3-33 ersichtlich. Die erweiterte Grundschwingungsana-
lyse hingegen unterscheidet zumindest einen Wechsel zwischen DCM und CCM und die zugehörigen
eFHA-Kurven weisen bei Annäherung an den Leerlauffall einen entsprechenden Krümmungswechsel
auf. Dabei zeigt sich, dass die eFHA-Leerlaufspannung zu hoch vorhergesagt wird. Ansonsten ergibt
sich ein uneinheitliches Bild bei der Vorhersage der Ausgangscharakteristik, je nach Lage der Schalt-
frequenz liegen die Ergebnisse der Grundschwingungsanalysen über oder unter den exakten Werten.
Somit ergeben sich für beide Näherungsverfahren in Abhängigkeit des untersuchten Arbeitspunkts un-
terschiedliche Genauigkeitsvorteile.

84
3.5 Vergleich der vorgestellten Verfahren

Dieses Verhalten spiegelt sich auch in der übertragbaren Ausgangsleistung aus Abb. 3-34 wieder. Für
Fs oberhalb der Serienresonanzfrequenz liegt das per (e)FHA berechnete Leistungsmaximum bei einem
höheren Mo-Wert und gleichzeitig oberhalb des exakten Wertes. Für Fs = 0,8 ergeben sich entgegenge-
setzte Verhältnisse, wobei für Frequenzen unterhalb der halben Resonanzfrequenz die Ergebnisse der
einfachen und der erweiterten Grundschwingungsanalyse auseinanderdriften. Für Schaltfrequenzen
oberhalb der halben Resonanzfrequenz liegen die mittels Näherungsverfahren berechneten Leistungs-
maxima dicht beieinander, für Fs = 0,8 sagen beide Verfahren einen zu niedrigen Wert, für Fs = 1,6
einen zu hohen Wert der übertragbaren Leistung voraus. Für Fs = 0,4 divergieren die Ergebnisse beider
Verfahren, wobei sowohl der Wert des Spannungsübersetzungsverhältnisses, bei dem das Leistungsma-
ximum auftritt, als auch dessen Wert deutliche Unterschiede untereinander aufweisen. Aufgrund der
Berücksichtigung des DCM-Betriebs im Falle der eFHA ergibt sich ein Krümmungswechsel im
Bo-Verlauf, der von der regulären FHA nicht vorhergesagt werden kann.

Fs = 0,8 ZDM
Fs
FHA
Fs eFHA

Fs = 0,4

Fs = 1,6

Abb. 3-34: Vergleich der Leistungscharakteristiken des idealen LLC-Konverters für λ = 0,1 und n = 1. Der
Verlauf der Leistungsmaxima über Mo (parametrisiert mit Fs) des zeitdiskreten Modells zwi-
schen 0,4  Fs  1,6 ist in Magenta eingezeichnet.

Korreliert man die Ergebnisse aus Abb. 3-34 mit den Kurven aus Abb. 3-33, so kann festgehalten wer-
den, dass das Maximum der übertragbaren Leistung für  = 0,1 mit Fs = 0,4 in einer Betriebsart auftritt,
welche stark diskontinuierlich ist. Bei Erhöhung der Schaltfrequenz wandert das Leistungsmaximum
näher an die CCM-DCM-Grenze. Die Polstelle der Leistungsmaxima ergibt sich bei Annäherung an die
Serienresonanzfrequenz mit Fs = 1. Wie im Anhang B.2 hergeleitet, wird der zu dieser Polstelle zuge-
hörige Wert des Spannungsübersetzungsverhältnisses von M o  1 2 durch die reguläre FHA richtig
vorhergesagt. Für diesen besonderen Frequenzpunkt ergibt sich bei der Betrachtung des idealen Kon-
verters zwangsweise eine Polstelle, da sich die Blindanteile der Serienzweigimpedanz kompensieren.
Dementsprechend kann die Amplitude des Stroms der Grundschwingung unbegrenzt sein. Im realen
Konverter hingegen limitieren für diesen Frequenzpunkt die ohmschen Anteile des Konverters den sich
einstellenden Strom auf einen endlichen Wert.
Die bisher dargestellten Kurven für ein Induktivitätsverhältnis von  = 0,1 repräsentieren Spulenkonfi-
gurationen mit vergleichsweiser guter Kopplung. Konverterauslegungen mit Werten dieser Größenord-
nung werden vor allem bei Schaltungsauslegungen im Bereich von Standard-Netzteilen angetroffen,
85
3 Verfahren zur Analyse resonanter Konverter

siehe beispielsweise [191]. Wie bereits in Abschnitt 1.3 angeklungen, sind bei Applikationen der KIE
mit signifikantem Abstand zwischen den Koppelspulen -Werte deutlich oberhalb dieses Werts zu er-
warten. Dementsprechend liegt den folgenden Auswertungen ein um den Faktor 10 erhöhter Wert die-
ses Parameters mit  = 1 zugrunde. Abb. 3-35 zeigt den Vergleich der Ausgangscharakteristiken der
untersuchten Berechnungsmethoden im Falle des LLC-Konverters.

ZDM
FHA
eFHA

eFHA-
BCM-
Grenze

Abb. 3-35: Vergleich der Ausgangsstromcharakteristiken des idealen LLC-Konverters für λ = 1 und n = 1.
ZDM-Arbeitspunkte im DCM sind mit Kreuzen gekennzeichnet, entsprechende eFHA-
Arbeitspunkte mit Punkten.

Für die drei dargestellten Frequenzen oberhalb der halben Serienresonanzfrequenz ergeben sich tenden-
ziell Genauigkeitsvorteile bei Verwendung der eFHA gegenüber ihrem vereinfachten Pendant. Insbe-
sondere die eFHA-Kurvenverläufe für DCM-Arbeitspunkte liegen näher an den mittels ZDM berechne-
ten Kurven. Eine ähnliche Tendenz lässt sich für den Verlauf der Ausgangsleistung als Funktion der
normierten Ausgangsspannung aus Abb. 3-36 ableiten. Vor allem in Spannungsbereichen nahe der
Leerlaufspannung ist die Vorhersage der übertragbaren Leistung durch die eFHA näher an den ZDM-
Werten. Auch die Unterschiede der eFHA-Maxima fallen im Vergleich zur ZDM-Maximalleistung ge-
ringer aus.
Wie bereits aus Abb. 3-34 ersichtlich, kommt es bei Annäherung an die Serienresonanzfrequenz mit
Fs = 1 wiederum zu einer Polstelle der übertragbaren Leistung. Im Zusammenspiel zwischen der Streu-
und Hauptinduktivität kommt es überdies zur Ausprägung einer weiteren Resonanzfrequenz, welche
sich für den Fall des Leerlaufs mit Jo = 0 durch die Serienschaltung der Streu- und Hauptinduktivität
mit
s , pol,LL LsCs 
Fpol,LLC    (3-120)
0 s Ls  Lh Cs 1 

86
3.5 Vergleich der vorgestellten Verfahren

Fs  1
Fs = 0,8
Fs

Fs

Fs = 1,2
ZDM
Fs = 0,6 FHA
Fs
eFHA

Abb. 3-36: Vergleich der Leistungscharakteristiken des idealen LLC-Konverters für λ = 1 und n = 1. Der
Verlauf der ZDM-Leistungsmaxima zwischen 0,6  Fs  1,2 ist in Magenta eingezeichnet.

direkt angeben lässt. Im gezeigten Beispiel liegt diese für  = 1 bei Fpol,LLC  1 2 . Im vorangegange-
nen Auswertungsbeispiel mit  = 0,1 lag diese weit unterhalb des ausgewerteten Frequenzbereichs und
wurde dementsprechend nicht dargestellt.
Für die Ausgangscharakteristik des LLCCp-Konverters aus Abb. 3-37 zeigt sich bzgl. der Vorhersage-
genauigkeit der beiden Näherungsverfahren ein deutlicherer Trend. Tendenziell liegen die eFHA-
Ergebnisse bei diesem Konverter über dem gesamten Arbeitsbereich deutlich näher an den exakten Er-
gebnissen. Insbesondere für die beiden Frequenzen nahe Fp = 1 weichen die FHA-Ergebnisse stark ab.
Diese Tendenz zwischen der Genauigkeit der FHA und der eFHA setzt sich bei der Berechnung der
Ausgangsleistung des LLCCp-Konverters aus Abb. 3-38 entsprechend fort.

ZDM
FHA
eFHA

Abb. 3-37: Ausgangscharakteristik des idealen LLCCp-Konverters für λ = 1, ζ = 1 und n = 1. Für diese Wahl
der Parameter λ und ζ gilt Fs = Fp.
87
3 Verfahren zur Analyse resonanter Konverter

ZDM
FHA
eFHA

Abb. 3-38: Vergleich der Leistungscharakteristiken des idealen LLCCp-Konverters für λ = 1, ζ = 1 und
n = 1. Für diese Wahl der Parameter λ und ζ gilt Fs = Fp.

Ein insgesamt sehr ähnliches Bild erbringt der Vergleich der Analyseverfahren für die Ausgangscharak-
teristik der sekundärseitigen Serienkompensation aus Abb. 3-39. Auch für diesen Konverter tendieren
die Ergebnisse der erweiterten Grundschwingungsanalyse zu einer höheren Genauigkeit im Vergleich
zum regulären Verfahren. Im Vergleich zum LLC-Konverter mit niedrigem -Wert zeigt sich für die
Wertekombination aus Abb. 3-39 eine gute Vorhersagegenauigkeit für den Wert des Grenzüberset-
zungsverhältnisses zwischen kontinuierlichem und diskontinuierlichem Betrieb. Für niedrige Werte der
normierten Schaltfrequenz Fk kommt es dann zu signifikanten Abweichungen zwischen eFHA und dem
zeitdiskreten Modell, die aber im Vergleich zur FHA-Vorhersage immer noch niedriger ausfallen.
Entsprechende Trends können bei der Vorhersage der übertragbaren Leistung aus Abb. 3-40 ausge-
macht werden.

ZDM
FHA
eFHA

eFHA-
BCM-
Grenze

Abb. 3-39: Ausgangscharakteristik des idealen LLCCs-Konverters für λ = 1, ζ = 1 und n = 1. Für diese Wahl
der Parameter λ und ζ gilt Fs = Fk. ZDM-Arbeitspunkte im DCM sind mit Kreuzen gekennzeich-
net, entsprechende eFHA-Arbeitspunkte mit Punkten.
88
3.5 Vergleich der vorgestellten Verfahren

ZDM
FHA
eFHA

Abb. 3-40: Vergleich der Leistungscharakteristiken des idealen LLCCs-Konverters für λ = 1, ζ = 1 und
n = 1. Für diese Wahl der Parameter λ und ζ gilt Fs = Fk.

3.5.2 Genauigkeit der Steuercharakteristik


Der Zusammenhang zwischen der Schaltfrequenz als Stellgröße des Konverters und der Ausgangsspan-
nung bei Vorgabe eines Lastwiderstands wird im Rahmen dieser Arbeit in Anlehnung an die einschlä-
gige englischsprachige Literatur als Steuercharakteristik bezeichnet [190]. An dieser Stelle sei darauf
hingewiesen, dass es sich hierbei nicht um Bode-Kurven zur kleinsignalmäßigen Beschreibung des
Streckenverhaltens im Sinne eines Regelkreises handelt. Die Herleitung dieser charakteristischen Kur-
ven bedarf weiterführender Simulationen, siehe hierzu beispielsweise [326]. Für den LLC-Konverter ist
die Steuercharakteristik exemplarisch in Abb. 3-41 dargestellt.
In dieser Darstellungsweise wird die Lage der Polstelle im Leerlauf nach Gleichung (3-120) deutlicher
ersichtlich als in der Darstellungsweise der Ausgangscharakteristik. Im gezeigten Beispiel ergibt sich
deren Wert für  = 0,1 zu Fpol,LLC = 0,302. Aufgrund der Vernachlässigung aller Verluste ist der Serien-
zweigstrom im Leerlauffall nicht limitiert, was theoretisch zu einer unendlich hohen Ausgangsspannung
führt. Für endliche Werte des Lastwiderstands ist der Maximalwert der Ausgangsspannung hingegen
begrenzt und der Punkt der maximalen Ausgangsspannung wandert unter Belastung des Ausgangs zu
höheren Frequenzen. Für Fs = 1 durchlaufen alle FHA-Kurven den Punkt Mo = 1, weswegen dieser
Punkt auch als lastunabhängiger Punkt bezeichnet wird [198]. Die Verläufe der eFHA- und ZDM-
Kurven weisen demgegenüber in diesem Bereich eine geringe Spreizung auf. Für kleine normierte Wi-
derstandswerte schwindet der Einfluss der Hauptinduktivität durch das teilweise Überbrücken der
Hauptinduktivität. Für Frequenzen gegen Null kommt es dabei zum wiederholten Auftreten von Span-
nungsüberhöhungen. Dieses Verhalten ist typisch für die Steuercharakteristik resonanter Konverter und
kann in analoger Weise beim einfachsten Vertreter dieser Konvertergattung, dem LC-Konverter, beob-
achtet werden [190, 215].

89
3 Verfahren zur Analyse resonanter Konverter

ZDM
FHA
eFHA

Abb. 3-41: Vergleich der Steuercharakteristiken des idealen LLC-Konverters für λ = 0,1 und n = 1. Der
Verlauf der Leerlaufspannung ist in Magenta eingezeichnet.

Das Auftreten von Moden mit einer Vielzahl von Subintervallen für Fs  0 können die Näherungsver-
fahren naturgemäß nicht liefern. Dennoch geben beide Verfahren den prinzipiellen Verlauf der Steu-
ercharakteristik sehr gut wieder. Insbesondere für Spannungsübersetzungsverhältnisse oberhalb von
Mo = 1 sind die eFHA-Vorhersagen im Bereich der Spannungsüberhöhung näher an den Ergebnissen
des zeitdiskreten Modells.
Wird von für die KIE praxisnäheren Werten der Kopplung zwischen Primär- und Sekundärspule ausge-
gangen, so gelangt man für  = 1 zur in Abb. 3-42 gezeigten Steuercharakteristik. Die Lage der unteren
Leerlaufpolstelle verschiebt sich hierbei nach oben auf einen Wert von Fpol,LLC = 0,707. Auch für diesen
Fall liegen die eFHA-Ergebnisse für Mo-Werte oberhalb von Mo = 1 näher an den Werten des ZDM-
Modells.

ZDM
FHA
eFHA

Abb. 3-42: Vergleich der Steuercharakteristiken des idealen LLC-Konverters für λ = 1 und n = 1. Der Ver-
lauf der Leerlaufspannung ist in Magenta eingezeichnet.

90
3.5 Vergleich der vorgestellten Verfahren

Eine noch bessere Übereinstimmung zwischen der eFHA als Näherungsverfahren und den Ergebnissen
der zeitdiskreten Berechnung lässt sich bei der Steuercharakteristik des LLCC p-Konverters aus
Abb. 3-43 beobachten. Diese liefert im gezeigten Beispiel für Frequenzwerte oberhalb von Fp = 1 nahe-
zu deckungsgleiche Werte, wohingegen es bei der regulären FHA zu deutlichen Abweichungen insbe-
sondere im Bereich der Resonanzüberhöhungen kommt. In diesem Bereich wirkt sich die Spannungs-
überhöhung aufgrund des Zusammenspiels zwischen Serien- und Parallelschwingkreis aus, mit entspre-
chenden Umladeintervallen des Parallelkondensators. Die Annahme reiner CCM-Arbeitspunkte inner-
halb der FHA führt dementsprechend zu Diskrepanzen. Für den Sonderfall des Leerlaufs kann die Lage
der beiden markierten Resonanzstellen gemäß Anhang C.4 direkt berechnet werden. Wird der Konver-
ter hingegen belastet, so verringert sich der Einfluss des Parallelkondensators und es kommt für Fs = 1
zur Ausprägung einer weiteren Resonanzstelle für sehr kleine Lastwiderstände. Für niedrige Frequen-
zen treten wiederum mehrfache Resonanzstellen auf, die von den Näherungsverfahren nicht vorherge-
sagt werden können.

ZDM
FHA
eFHA

Abb. 3-43: Vergleich der Steuercharakteristiken des idealen LLCCp-Konverters für λ = 1, ζ = 1 und n = 1.
Der Verlauf der Leerlaufspannung zwischen 0,5  Fs  2 ist in Magenta eingezeichnet. Für die-
se Wahl der Parameter λ und ζ gilt Fs = Fp.

Auf den ersten Blick ähnelt die Steuercharakteristik des LLCCs-Konverters aus Abb. 3-44 stark derje-
nigen des LLC-Konverters, mit dem Unterschied, dass der lastunabhängige Punkt nicht mehr bei Fs = 1
liegt. Dieser spezifische Punkt liegt nun bei der oberen der beiden gemäß (D-65) bzw. (D-66) zu be-
rechnenden Frequenzen. Bei der unteren dieser beiden Resonanzüberhöhungen kommt es zur Ausprä-
gung eines weiteren lastunabhängigen Punktes, im gezeigten Beispiel bei Fk = 0,618. Ähnlich wie im
Falle der Parallelkompensation wird die Steuercharakteristik mit Hilfe der eFHA für weite Arbeitsbe-
reiche nahezu deckungsgleich zur zeitdiskreten Modellierung vorhergesagt. Lediglich die Leer-
laufspannung wird wiederum als Artefakt der eFHA-Annahmen zu hoch angesetzt.

91
3 Verfahren zur Analyse resonanter Konverter

ZDM
FHA
eFHA

Abb. 3-44: Vergleich der Steuercharakteristiken des idealen LLCCs-Konverters für λ = 1, ζ = 1 und n = 1.
Der Verlauf der Leerlaufspannung zwischen 0,5  Fk  2,5 ist in Magenta eingezeichnet. Für
diese Wahl der Parameter λ und ζ gilt Fs = Fk.

3.5.3 Genauigkeit der Strombelastungen


Bei Zugrundelegung einer komplett symmetrischen Schaltungsauslegung können alle Verlustmecha-
nismen des LLC-Konverters gemäß den Vereinfachungen aus Abschnitt 2.4 anhand zweier Strom-
kennwerte berechnet werden. Beispielsweise können hierfür mit js und jk der primär- und sekundärseiti-
ge Transformatorstrom herangezogen werden, exemplarische Verläufe der zugehörigen Effektivwerte
sind in Abb. 3-45 dargestellt.
Beide Näherungsverfahren liefern oberhalb der halben Schaltfrequenz nahezu identische Verläufe der
Effektivwerte, lediglich bei Annäherung an den Leerlauffall ergeben sich aufgrund des eFHA-
Krümmungswechsels nennenswerte Abweichungen. Im Vergleich zur exakten Lösung treten deutliche
Diskrepanzen auf. Nur bei sehr niedrigen Frequenzen im Bereich der halben Schaltfrequenz kann die
Genauigkeit der eFHA leicht von der Berücksichtigung des DCMs profitieren, dies aber nur für Mo > 1.
Für den in Abb. 3-46 zugrunde liegenden höheren -Wert von  = 1 ergeben sich bei den dargestellten
Schaltfrequenzen größere Unterschiede zwischen den Ergebnissen der beiden Grundschwingungsanaly-
severfahren. Vor allem für den Frequenzwert leicht unterhalb der Resonanzfrequenz mit Fs = 0,8 erzielt
die Vorhersage per eFHA deutlich genauere Ergebnisse.

92
3.5 Vergleich der vorgestellten Verfahren

ZDM
FHA
eFHA

(a) (b)

Abb. 3-45: Vergleich der primär- und sekundärseitigen Strombelastungen des idealen LLC-Konverters für
λ = 0,1 und n = 1.
(a) Effektivwert des primärseitigen Transformatorstroms.
(b) Effektivwert des sekundärseitigen Transformatorstroms.

ZDM
FHA
eFHA

(a) (b)

Abb. 3-46: Vergleich der primär- und sekundärseitigen Strombelastungen des idealen LLC-Konverters für
λ = 1 und n = 1.
(a) Effektivwert des primärseitigen Transformatorstroms.
(b) Effektivwert des sekundärseitigen Transformatorstroms.

Ein noch deutlicheres Bild ergibt sich bei der Vorhersage der Strombelastungen des LLCCp-Konverters
aus Abb. 3-47 und Abb. 3-48.

93
3 Verfahren zur Analyse resonanter Konverter

ZDM
FHA
eFHA

(a) (b)

Abb. 3-47: Vergleich der primär- und sekundärseitigen Strombelastungen des idealen LLCCp-Konverters
für λ = 1, ζ = 1 und n = 1. Für diese Wahl der Parameter λ und ζ gilt Fs = Fp.
(a) Effektivwert des primärseitigen Transformatorstroms.
(b) Effektivwert des sekundärseitigen Transformatorstroms.

ZDM
FHA
eFHA

(a) (b)

Abb. 3-48: Vergleich der Strombelastungen des Kompensationskondensators und der Ausgangsbrücke im
Falle des idealen LLCCp-Konverters für λ = 1, ζ = 1 und n = 1. Für diese Wahl der Parameter λ
und ζ gilt Fs = Fp.
(a) Effektivwert der Strombelastung des sekundärseitigen Kompensationskondensators.
(b) Effektivwert des Eingangsstroms der Gleichrichterstufe.

Für diesen Konverter liefern die beiden Varianten der Grundschwingungsanalyse stark unterschiedliche
Ergebnisse. Im Vergleich zum zeitdiskreten Modell fällt auf, dass die eFHA-Resultate dabei für weite
Bereiche signifikant geringere Abweichungen aufweisen. Insbesondere die sekundärseitigen Strom-
kennwerte werden innerhalb der erweiterten Grundschwingungsanalyse genauer vorhergesagt, wovon
94
3.6 Fazit

die Genauigkeit der Verlustprognose bei Verwendung der eFHA gegenüber der regulären FHA profi-
tiert.
Abschließend zeigt Abb. 3-49 die Gegenüberstellung der simulierten Strombelastungen im Falle des
LLCCs-Konverters. Hierbei ergeben sich tendenzielle Ähnlichkeiten der Prognose-Genauigkeiten wie
im Falle des LLC-Konverters. Aufgrund der Berücksichtigung des DCM-Betriebs liegen die eFHA-
Ergebnisse näher an den Ergebnissen des ZDM-Verfahrens.

ZDM
FHA
eFHA

(a) (b)

Abb. 3-49: Vergleich der primär- und sekundärseitigen Strombelastungen des idealen LLCCs-Konverters
für λ = 1,  = 1 und n = 1. Für diese Wahl der Parameter λ und ζ gilt Fs = Fk.
(a) Effektivwert des primärseitigen Transformatorstroms.
(b) Effektivwert des sekundärseitigen Transformatorstroms.

3.6 Fazit
Wie im Verlauf dieses Kapitels diskutiert, wirft die Analyse des stationären Betriebs resonanter Kon-
verter einige nicht zu unterschätzende Fragestellungen auf. Insbesondere bei Konvertern höherer Ord-
nung bereitet die auftretende Modenvielfalt für klassische Lösungsverfahren im Zeitbereich Probleme
hinsichtlich des damit verbundenen Zeitaufwands bei deren Herleitung. Aus diesem Grunde wurde im
Rahmen dieser Arbeit ein möglicher Lösungsansatz auf Basis der Zustandsraumbeschreibung aufge-
zeigt, welcher mit einem Minimum an Vorüberlegungen hinsichtlich möglicher Moden auskommt.
Dadurch kann dieser Ansatz, innerhalb der getroffenen Annahmen, prinzipiell für die Analyse aller er-
denklichen Arbeitspunkte eingesetzt werden. Gleichzeitig erlaubt es diese Art der Modellierung, die
Rückwirkung ohmscher Verluste auf den Arbeitspunkt mit zu berücksichtigen. Diese positiven Eigen-
schaften der ZDM-Herangehensweise gehen aber einher mit einer erhöhten Rechendauer sowie einem
nicht unerheblichem Aufwand bei der softwareseitigen Implementierung.
Soll dieser Aufwand umgangen werden, so bietet sich die Verwendung der Grundschwingungsanalyse
und ihrer Erweiterung an. Während innerhalb der Betrachtungsweise der regulären FHA die Abläufe
innerhalb eines resonanten Konverters auf eine einzige Betriebsart reduziert werden, unterscheidet die
95
3 Verfahren zur Analyse resonanter Konverter

eFHA zumindest zwei Betriebsarten mit kontinuierlichem und diskontinuierlichem Gleichrichterstrom.


Die grundlegenden Konvertercharakteristiken werden von beiden Verfahren richtig vorhergesagt. Die-
ser Aspekt ist im Hinblick auf die Verwendung dieser Methoden im Rahmen einer Konverteroptimie-
rung wichtig. Im Detail ergeben sich jedoch insbesondere bei der Vorhersage der übertragbaren Leis-
tung sowie der Strombelastungen Unterschiede bei der Vorhersagegenauigkeit. Je nach Resonanzkreis-
struktur und betrachtetem Arbeitspunkt fallen diese Unterschiede mehr oder weniger stark ins Gewicht.
Im Falle des LLCCp-Konverters zeigt die eFHA in diesem Zusammenhang klar erkennbare Genauig-
keitsvorteile, im Falle der unkompensierten Variante und des LLCCs-Konverters bringt die Verwen-
dung der eFHA für weite Bereiche Vorteile. Bei Anwendung beider Varianten der Grundschwingungs-
analyse sollte daher stets beachtet werden, dass es sich bei dieser Art der Modellierung um Näherungs-
verfahren handelt.
Aus mathematischer Sicht bildet die eFHA ein wichtiges Bindeglied zwischen der sehr einfach gehalte-
nen regulären FHA und der aufwändigeren ZDM. Während die Herleitung des FHA-Ersatzwiderstands
für das kapazitive Ausgangsfilter nur einmalig und damit unabhängig von der Resonanzkreisstruktur
erfolgen muss, bedarf es im Rahmen der eFHA-Herleitung zusätzlicher Herleitungsschritte, die sich von
Konverter zu Konverter unterscheiden. Die in der vorliegenden Arbeit aufgezeigte prinzipielle und sehr
strukturierte Herangehensweise an die Herleitung der eFHA-Ersatzimpedanz hat verglichen mit klassi-
schen Zeitbereichsansätzen aber einen deutlich reduzierten Aufwand zur Folge. Die resultierenden
Konverterbeschreibungen sind zudem im Falle der eFHA geschlossen formulierbar, nicht immer aber
geschlossen lösbar. Die softwareseitige Implementierung der Grundschwingungsanalyse und ihrer Er-
weiterung ist im Vergleich zur ZDM mit deutlich niedrigerem Aufwand verbunden.

96
4 Modellierung der Koppelspulen
Unabhängig von der im Leistungsteil verwendeten Schaltungstopologie stellen die verwendeten Kop-
pelspulen die zentralen Komponenten eines Systems zur KIE dar. Während die magnetische Kopplung
zwischen Primär- und Sekundärseite den Arbeitspunkt und damit die Betriebsbedingungen für die übri-
gen aktiven und passiven Komponenten in signifikanter Weise bestimmt, spielen die Verluste innerhalb
der Koppelspulen eine wichtige Rolle bei der Optimierung des Systemwirkungsgrads. Die dabei in Be-
tracht kommenden Geometrieparameter (Kernabmessungen, Spulenradien, Positionierung der Windun-
gen im Wickelfenster, Drahtdurchmesser, unterschiedliche Sorten von HF-Litzen) sind äußerst zahl-
reich und müssen unter Beachtung der jeweiligen mechanischen, thermischen und ökonomischen
Randbedingungen variiert werden. Für eine gezielte Optimierung der Spulenkonfiguration bedarf es
somit angesichts dieser Parametervielfalt recheneffizienter Modelle, welche sowohl die induktive
Kopplung als auch die Verluste berücksichtigen.
Um hinsichtlich der Magnetfeldverteilung überhaupt per Simulation - innerhalb einer annehmbaren
Zeitdauer - Aussagen machen zu können, ist eine Vielzahl von Vereinfachungen nötig. Dabei ist es
wichtig, die Leistungsfähigkeit als auch die Grenzen eines entsprechenden Simulationsmodells zu veri-
fizieren. Im Rahmen dieser Arbeit erfolgt eine exemplarische Betrachtung der wichtigen Klasse rotati-
onssymmetrischer Koppelspulen, wodurch eine Reduktion der räumlichen Dimension auf ein zweidi-
mensionales feldtheoretisches Problem erzielt werden kann. Das zur Flussführung vorgesehene Ferrit-
material wird dabei als homogen und isotrop vorausgesetzt. Zur Berücksichtigung des Einflusses von
hochpermeablem Material wird ein Ansatz auf Basis äquivalenter Magnetisierungsströme erarbeitet.
Als mögliche Drahtsorten für die Realisierung der Wicklungen werden Runddrähte und HF-Litzen in
die Modellierung einbezogen. Anhand unterschiedlicher Beispiele wird gezeigt, dass der gewählte An-
satz mit diesen weitreichenden, aber nötigen, Einschränkungen eine schnelle und trotzdem ausreichend
genaue Vorhersage für ein breites Spektrum praxisrelevanter Spulenkonfigurationen erlaubt.

4.1 Auswahl des Lösungsverfahrens


Aus feldtheoretischer Sicht sind die Anforderungen an das zu verwendende Lösungsverfahren klar um-
rissen. Zum einen muss die ermittelte Lösung die Maxwell’schen Gleichungen in jedem Raumpunkt des
betrachteten Volumens möglichst exakt erfüllen, zum anderen müssen die zugehörigen Randbedingun-
gen an Übergängen zwischen Bereichen mit unterschiedlichen Materialeigenschaften korrekt beschrie-
ben werden. Übersichten unterschiedlicher Lösungsverfahren sind z. B. in [327, 328] aufgeführt.
Wie in [329] diskutiert, kommen die meisten analytischen Herangehensweisen nur für sehr einfache
geometrische Anordnungen in Betracht. Meistens handelt es sich hierbei um Geometrien mit hochgra-
diger Symmetrie und nur wenigen, einfach gehaltenen Bereichsübergängen. Betrachtet man beispiels-
weise die im Falle der KIE wichtige Berechnung der Magnetfeldverteilung einer Leiterschleife bei An-
wesenheit von permeablem Material, so kann dieses Problem bereits nicht mehr direkt über das bekann-
te Gesetz von Biot-Savart allein berechnet werden. Das zu verwendende Lösungsverfahren sollte ange-
sichts dieser Problemstellung dazu in der Lage sein, den Einfluss von Ferritmaterial auf die Feldvertei-
lung zu berücksichtigen.
Aus mathematischer Sicht können elektromagnetische Felder anhand von Potentialen beschrieben wer-
den. Wie in [39, 42] detailliert beschrieben, führt die Verwendung dieser Größen auf partielle Differen-

97
4 Modellierung der Koppelspulen

tialgleichungen in mehreren Variablen, welche bei Vorgabe von Randbedingungen anhand der Methode
der Separation der Variablen gelöst werden können. Die daraus resultierende Lösung auf Basis von
Orthogonalreihen liefert die analytische Beschreibung der Feldverteilung. Aufgrund der hierbei not-
wendigen Vorgabe von Randbedingungen muss bei diesem Verfahren auch bei eigentlich unbegrenzten
Gebieten eine Berandung eingeführt werden. Darüber hinaus erfordern kompliziertere Geometrien die
Unterteilung in mehrere Unterbereiche, wobei die Sprungstellen der Materialeigenschaften als Be-
reichsgrenzen dienen. Damit ist die Berücksichtigung von Ferritmaterialien im Rahmen dieses Ansatzes
möglich und die Verwendung dieses analytischen Verfahrens zwar prinzipiell denkbar, die Formulie-
rung und Lösung komplexerer Problemstellungen bringt aber einen erheblichen Aufwand mit sich [330,
331]. Zudem ist das mit diesem Verfahren abgeleitete Modell sehr inflexibel im Hinblick auf Modifika-
tionen der zu analysierenden Kerngeometrie.
Größere Flexibilität im Hinblick auf die Geometrie des Ferritkerns bieten numerische Lösungsverfah-
ren. Auf diesem Gebiet kann auf eine große Vielzahl von unterschiedlichen Verfahren zurückgegriffen
werden, siehe beispielsweise [327] Kapitel 8. Das wohl bekannteste unter ihnen ist die Finite-Elemente-
Methode (FEM). Im Rahmen dieses Lösungsverfahrens wird die Lösung der Maxwell’schen Gleichun-
gen angenähert. Dabei wird das zu analysierende Volumen anhand sogenannter Knotenpunkte, welche
auf einem Gitter liegen, diskretisiert. Im zweidimensionalen Fall wird der Raumbereich in Teilflächen,
häufig Dreiecke, unterteilt, wobei an Bereichsgrenzen Knotenpunkte liegen müssen. Theoretisch kön-
nen mit diesem Verfahren beliebig komplexe Geometrien untersucht werden. Prinzipbedingt muss das
zu untersuchende Volumen aber begrenzt sein, d. h. im Falle der KIE müssen Außengrenzen eingeführt
werden. An diesen Außengrenzen müssen Randbedingungen vorgegeben werden, die nicht notwendi-
gerweise die gleiche Feldverteilung wie im Falle des unbeschränkten Raumes zur Folge haben. Dem-
entsprechend muss der Abstand dieser Außengrenzen zum eigentlich zu analysierenden Objekt (im Fal-
le der KIE die Koppelspulen) ausreichend groß gewählt werden, damit deren Rückwirkung auf das
Feldbild ausreichend gering ausfällt. Dies hat wiederum eine vergleichsweise hohe Zahl an Knoten-
punkten zur Folge, welche auf mathematischer Ebene für die Ordnung des zu lösenden linearen Glei-
chungssystems verantwortlich ist. Die Koeffizientenmatrix dieses Gleichungssystems ist zwar nur
schwach besetzt, dennoch kann die Berechnung der Lösung solch großer Gleichungssysteme eine sehr
lange Zeit in Anspruch nehmen.
Hinsichtlich einer gezielten Optimierung der Koppelspulen sollte das zu wählende Lösungsverfahren
also die Möglichkeit bieten, möglichst frei wählbare Kerngeometrien analysieren zu können. In Verbin-
dung mit einer Variation der Kernparameter müssen auch unterschiedlichste Anordnungen der Win-
dungen im Wickelfenster bei Berücksichtigung unterschiedlicher Drahtsorten analysiert werden kön-
nen. Bei Anwendung der FEM ergibt sich dabei ein erhöhter Aufwand, da bei Änderung des Drahttyps
bzw. der Drahtposition zunächst ein entsprechend geändertes Gitter erzeugt, das zugehörige Glei-
chungssystem neu aufgestellt und das vergleichsweise große lineare Gleichungssystem letztendlich neu
gelöst werden muss. Im Hinblick auf breit angelegte Parametervariationen steht man somit bei Verwen-
dung der FEM vor dem Problem, dass die Simulationsdauer sehr schnell den zur Verfügung stehenden
Zeitrahmen sprengt.
Zur Lösung dieser Problematik wurde für die Untersuchungen der vorliegenden Arbeit ein alternatives
numerisches Lösungsverfahren implementiert. Dieses stellt basierend auf [332-334] von der Vorge-
hensweise her ein zur allgemeineren „Boundary Element Method“ (BEM, Randelementverfahren) ähn-
liches Verfahren dar [329, 335]. Dieses eignet sich zur Analyse komplexerer Strukturen, wobei nur die

98
4.2 Grundlagen

relevanten Materialsprungstellen48 diskretisiert werden müssen (und nicht wie im Falle der FEM der
gesamte betrachtete Raum). Dabei muss keinerlei künstliche Berandung eingeführt werden, wodurch
sich dieses Verfahren unmittelbar für räumlich unbegrenzte Problemstellungen einsetzen lässt. Das re-
sultierende Gleichungssystem ist im Vergleich zur FEM entsprechend kleiner, dafür aber fast vollstän-
dig besetzt [336]. Wie im Folgenden gezeigt wird, können mit Hilfe dieses Verfahrens für Applikatio-
nen der KIE auch große Parameterstudien bewältigt werden, da die Variation von Drahtposition
und -stärke keine neuerliche Diskretisierung der Bereichsgrenzen zur Folge hat. Zudem lässt sich eine
weitere Beschleunigung dieses Verfahrens erreichen, indem die Diskretisierung und Berechnung der
Koppelmatrizen häufig betrachteter Kernkonfigurationen vorab erfolgt, da dieser Simulationsschritt
vergleichsweise rechenintensiv ist. Die zugehörigen Matrizen, welche die Verkopplung der einzelnen
Randelemente untereinander beschreiben, können dann für nachgelagerte Berechnungen in Form von
Bibliotheken vorrätig gehalten werden.

4.2 Grundlagen

Die Maxwell-Gleichungen stellendas elektrische Feld (beschrieben durch die elektrische Feldstärke E
bzw. die elektrische
 Flussdichte D ) und das magnetische
 Feld (repräsentiert durch die magnetische
Feldstärke H bzw. die magnetische Flussdichte B ) über ein System linearer partieller Differentialglei-
chungen erster Ordnung zueinander in Relation. Ausgehend von den allgemeingültigen Gesetzen des
elektromagnetischen Felds nach Maxwell [39, 337] mit

 B
rotE   (Induktionsgesetz) (4-1)
t

  D
und rot H  J frei  (Durchflutungsgesetz49) (4-2)
t

können je nach zu untersuchender Problemstellung Einschränkungen hinsichtlich der feldtheoretischen


Aufgabenstellung getroffen werden, auf deren Basis sich vereinfachte Lösungen ableiten lassen. Im
Falle der in dieser Arbeit betrachteten Applikationen der KIE wird davon ausgegangen, dass die Lei-
tungsstromdichte J frei gegenüber der Verschiebungsstromdichte D t dominiert. Dies setzt voraus,
dass die zeitlichen Änderungen der Feldgrößen hinreichend langsam erfolgen. Die auf Basis dieser Ver-
einfachung abgeleiteten Ergebnisse sind also nur bis zu einer gewissen, i. A. sehr hohen, Frequenzober-
grenze ausreichend genau. Diese vereinfachten Feldgleichungen werden in Verbindung mit der La-
dungsdichte der freien Ladungen frei und den Nebenbedingungen

48
Im Rahmen dieser Arbeit werden nur Sprungstellen zwischen Luft und hochpermeablem Material berücksichtigt.
49
Für die in dieser Arbeit untersuchten Problemstellungen von Systemen zur KIE mit Ferritmaterialien zur gezielten
Flussführung ist die Rückwirkung dieser Materialien auf den Feldverlauf von Interesse. In der zugehörigen Literatur
(siehe z. B. [338]) ist auch eine alternative Formulierung des Durchflutungsgesetzes (4-2) gebräuchlich, falls die de-
taillierte („mikroskopische“) Feldverteilung innerhalb des Materials von Interesse ist. Das Durchflutungsgesetz
nimmt dann die Form rot ⃗⃗ 0 ⃗ + 0 0 ⃗E ⃗ ⁄ an. Die Gesamtstromdichte ⃗ setzt sich in diesem Fall mit
⃗ ⃗ i+⃗ + ⃗ aus einem Anteil ⃗ i der freien Leitungsströme, einem Anteil ⃗ aufgrund der Magneti-
sierung des Materials und einem Anteil ⃗ aufgrund der elektrischen Polarisation des Materials zusammen (vgl.
[339]). Zur Beschreibung des Gesamtfelds ist dann die alleinige Betrachtung der Flussdichte ⃗⃗ ausreichend. In tech-
nischen Anwendungen hingegen wird alternativ zu dieser Formulierung die Rückwirkung des magnetisierten bzw.
polarisierten Materials auf die resultierende Feldverteilung mit Hilfe der magnetischen Feldstärke ⃗⃗⃗ bzw. der elektri-
schen Flussdichte ⃗⃗ berücksichtigt. Unter diesem Blickwinkel erhält man für das Durchflutungsgesetz die in (4-2)
gezeigte Darstellung.

99
4 Modellierung der Koppelspulen


divD   frei (4-3)

und divB  0 (4-4)
sowie den Materialgleichungen für isotrope Materialien (repräsentiert durch die Permittivität , die
Permeabilität  und die Leitfähigkeit ) mit
     
D   E, B  H und J frei   E (4-5)
unter dem Begriff der quasistationären Felder zusammengefasst [39, 327, 339].
Bereits für sehr einfache Quellanordnungen können die Lösungen der Feldgleichungen nicht mehr ex-
plizit angegeben werden. Schon im Falle kreisrunder Leiterschleifen ist die Lösung der zugehörigen
Magnetfeldverteilung nur mit Hilfe elliptischer Integrale darstellbar (siehe Anhang E.1). Sind im be-
trachteten Modell zusätzliche Strombeläge oder Volumenleiter enthalten, bedarf es ohnehin weiterer
numerischer Methoden, um einer Lösung der Aufgabenstellung näherzukommen (siehe hierzu Anhang
E.2 sowie [340-345]).
Eine weitere enorme Anhebung des Schwierigkeitsgrades für die Herleitung von Feldverteilungen
ergibt sich durch die Hinzunahme dielektrischer, leitfähiger bzw. permeabler Materialien. Diese haben
entsprechend der in (4-5) aufgeführten Materialgleichungen eine Rückwirkung auf die sich einstellende
Feldverteilung zur Folge, welche durch die zu findende Lösung korrekt erfasst werden muss. Im Falle
der KIE ist es naheliegend, permeable Materialien zur gezielten Flussführung zwischen den am Ener-
gieaustausch beteiligten Wicklungen einzusetzen, um verbesserte Verhältnisse im Hinblick auf die
Flussverkettung beider Wicklungen zu erhalten. Diese Materialien ändern aber den Verlauf der magne-
tischen Flussdichte im Vergleich zur Situation ohne Ferritmaterial. Vergleicht man die magnetische
Flussdichte in Raumbereich mit und ohne Ferritmaterial der ortsabhängigen Permeabilität
  
 r   0  r r  (zusammengesetzt aus der ortsabhängigen relativen Permeabilität  r r  und der Per-
meabilität des Vakuums  0 ) bei identischer
 magnetischer Feldstärke, so gelangt man gemäß [39] zum
Begriff der magnetischen Polarisation P mit
     
B   H  0 H    0 H  B0  P .
  (4-6)
B0

Diese Größe beschreibt direkt die Erhöhung50 der Flussdichte im Material gegenüber den Verhältnissen
im Vakuum. Durch Umformung der Darstellungsweise aus (4-6) wird aus
  
P    0 H  0 r  1H (4-7)
ersichtlich, dass diese Erhöhung einerseits proportional zur magnetischen Feldstärke und andererseits
proportional zur magnetischen Suszeptibilität  = r – 1 des Materials
 ist. Eine alternative Größe zur
Beschreibung des Materialzustandes ist die Magnetisierung M des Materials mit
 
      
B  0H  0 H  0 H  M mit M  H . (4-8)
Betrachtet man ein endliches Volumen V1 mit der zugehörigen Permeabilität 1 > 0, welches an einen
Bereich mit davon verschiedener Permeabilität  2 angrenzt, wie in Abb. 4-1 angedeutet, so liefert die
Auswertung des Durchflutungsgesetzes in Verbindung mit (4-8) innerhalb des Volumens V1

50
Im Weiteren werden nur ferromagnetische Materialien mit r >> 1 zum Zwecke der gezielten Flussführung zwischen
den Koppelspulen betrachtet. Im Falle diamagnetischer Materialien würde es zu einer Abschwächung des magneti-
schen Feldes im Inneren des Materials kommen.

100
4.2 Grundlagen

V2 2

 dh
n

V1 1 
n
V2 2 V1 1 ds

Abb. 4-1: Feldstärken am Übergang zwischen zwei Bereichen unterschiedlicher Permeabilität.

 
  B1     B1   
rot H1  rot  M1   J1, frei  rot   J1, frei  rot M1 .
 0   0 
   
       
 rot B1  0 J1, frei  J1,mag mit J1,mag  rot M1  rot 1H1  1rot H1  H1  grad 1 . (4-9)

Demnach kann die räumliche Ableitung (Rotation) der Flussdichte 


im Inneren des Volumens V1 aufge-
teilt werden in einen Anteil, der proportional zur Stromdichte
 J1, frei der freien Ströme ist, und in einen
zweiten Anteil, die Magnetisierungsstromdichte J1,mag , welcher die zusätzlichen Wirbel aufgrund der
Magnetisierung M1 des Materials repräsentiert. Realistischerweise treten aber bei Verwendung von
Ferritmaterialien im Rahmen der KIE keine freien Leitungsströme im permeablen Material auf51. Dar-
über hinaus ist die Magnetisierung nach Gleichung (4-8) nur dann wirbelbehaftet, falls die relative
 

Permeabilität des Materials ortsabhängig ist52. Ist diese hingegen homogen, so verschwindet rot 1H1
und es gilt unter dieser Einschränkung J1,mag  0 .

Betrachtet man hingegen die Grenzfläche zwischen beiden Gebieten, so muss die Feldverteilung an
jedem Punkt der Grenzfläche der Bedingung
 
 
 
n  H 2  H1  K frei (4-10)

gehorchen [39]53, wobei die Stromdichte K frei den freien Strombelag entlang der Grenzschicht reprä-
sentiert. Wendet man wieder die gedankliche Zerlegung der Feldstärke im Bereich des Ferritmaterials
in die Komponente der Vakuumverhältnisse und die Erhöhung aufgrund der Suszeptibilität an, so ge-
langt man über Substitution von (4-8) in (4-10) zu
 
  B2  B1   
n    M2   M1   K frei (4-11)
 0 0  .

51
Induzierte Wirbelströme im Ferritmaterial tragen zwar zu den Gesamtverlusten einer magnetischen Komponente bei.
Sie haben aber auf die Feldverteilung bei den betrachteten Frequenzen nur einen vernachlässigbaren Einfluss.
52
Streng genommen hat eine bereichsweise Sättigung bzw. eine unterschiedlich starke Aussteuerung der Magnetisie-
rungskurve des Materials ein oprtsabhängiges r zur Folge. Die Modellierung dieser Effekte ist mit sehr hohem Auf-
wand verbunden und kann, wie im Verlauf der Arbeit gezeigt, vernachlässigt werden. Im Rahmen dieser Arbeit wird
somit lineares r vorausgesetzt.
53
Diese Grenzbedingung lässt sich leicht anhand der in Abb. 4-1 angedeuteten Umlaufkontur in Verbindung mit dem
Durchflutungsgesetz in integraler Form und den Grenzübergängen dh  0 und ds  0 herleiten, siehe [39].

101
4 Modellierung der Koppelspulen

 den Sonderfall von Vakuum im Außenbereich V2 mit r2 = 1 existiert keine Magnetisierung
Für
M 2  0 und durch Umsortieren

erhält man einen von der Magnetisierung des Materials abhängigen
Magnetisierungsstrombelag K mag mit
 
  B 2 B1         
n      K frei  n  M1  K frei  M1  n  K frei  K mag (4-12)
 0 0  .

Für typische Applikationen aus dem Bereich der kontaktlosen Energieübertragung kann hierbei wiede-
rum davon ausgegangenwerden, dass an der Grenzfläche zwischen Ferritmaterial und dem Außenraum
kein freier Strombelag K frei auftritt. Die Ergebnisse aus den Gleichungen (4-9) und (4-12) können nun
dahingehend interpretiert werden, dass sich ein lineares, isotropes, homogenes Material der Permeabili-
tät  > 0, welches einem externen Feld ausgesetztund dadurch magnetisiert wird, genauso verhält wie
Vakuum mit einem Magnetisierungsstrombelag K mag an der Sprungstelle der Permeabilität. Dieser
Strombelag ist dabei über
  
K mag  M1  n. (4-13)

mit der Magnetisierung M des Materials und der Flächennormale der betrachteten Trennfläche ver-
knüpft. Ist der Wert dieses Magnetisierungsstrombelags bekannt, so kann die Anordnung im gesamten
Raum durch Vakuum ersetzt werden, und durch Überlagerung der Feldanteile, welche durch die Mag-
netisierungsströme hervorgerufen werden, zu den Feldanteilen aufgrund der freien Leitungsströme
ergibt sich der gesuchte Gesamtfeldverlauf.

4.3 Ansatz auf Basis der Methode der Randelemente


Der im vorangegangenen Abschnitt diskutierte Begriff der Magnetisierung legt nahe, die Rückwirkung
von Ferritmaterial anhand eines ortsabhängigen Magnetisierungsstrombelags zu modellieren. Unglück-
licherweise ist der Wert dieses Magnetisierungsstrombelags aber vorab nicht bekannt. Dementspre-
chend muss zunächst ein Ansatz hergeleitet werden, welcher den Verlauf des Magnetisierungsstroms
entlang der in der untersuchten Anordnung enthaltenen Permeabilitätssprungstellen ausreichend genau
approximiert. Ausgangspunkt hierfür ist der Vergleich der Grenzbedingungen im Falle der realen An-
ordnung mit permeablem Material 1 ausAbb. 4-2 (a) und der Ersatzanordnung mit dem zunächst un-
bekannten Magnetisierungsstrombelag K mag ohne Ferritmaterial aus Abb. 4-2 (b).
Bei Auswertung der Randbedingung gemäß (4-10) innerhalb der Originalanordnung folgt
   
  B 2 B1   B 2  B1
n      n  n  0 mit 1   r10 , (4-14)
 0 1  0 1
für die Ersatzanordnung hingegen ergibt sich nach (4-12)
   
  B 2 B1   B 2  B 1 
n      n  n  K mag (4-15)
  0  0   0  0 .

Dabei bezeichnen die Indizes 1 bzw. 2 die Flussdichte an einem Punkt der Grenzschicht bei infinitesi-
maler Annäherung an diese Schicht aus dem Volumen 1 bzw. 2 kommend. Aus (4-14) folgt

 B1   r1 
n  n B (4-16)
0 0 2 .

102
4.3 Ansatz auf Basis der Methode der Randelemente

V2  0  V2  0 
n n
V1  0

(a) (b)

Abb. 4-2: Vergleich der Grenzbedingungen zwischen den zur Berechnung des Magnetisierungsstroms
verwendeten Anordnungen.
(a) Originalanordnung mit permeablem Material im Bereich

1 mit 1 = r10 > 0.
(b) Ersatzanordnung mit Magnetisierungsstrombelag K mag und 1 = 0.

Die Flussdichteverteilung muss in beiden Fällen identisch sein (die magnetische Feldstärke im Volu-
men 2 ebenso), daher kann (4-16) in (4-15) substituiert werden mit

  B 2   r1     1      1   r1   
K mag  n  n B 2  n  B 2   r1   n  B 2    1  r1   n  H 2 (4-17)
0 0  0 0   0  .

Die Feldstärke H 2 setzt sich bei Betrachtung 
der Ersatzanordnung aus mehreren Anteilen zusammen.
Zum einen ergibt sich ein Feldstärkeanteil H 2,err aufgrund der externen Erregerwindungen, welche das
Ferritmaterial polarisieren, zum anderen hat die Magnetisierungsstromverteilung

der Grenzschicht am
Ort des betrachteten Aufpunkts selbst eine Feldkomponente H 2,mag zur Folge mit
  
H 2  H 2,err  H 2,mag (4-18)
und
  

H 2, mag rP  
1

 r
 K mag rQ  r 3 dAB mit
 
r  rP  rQ (4-19)
4 Ferritrand
.

Hierbei ist festzuhalten, dass der Verlauf der Magnetisierungsstromdichte entlang der Berandung zwi-
schen beiden Gebieten unbekannt ist und dementsprechend die Bestimmungsgleichung (4-17) unter
Zuhilfenahme von (4-18) und (4-19) nicht explizit gelöst werden kann.
Um die Problemstellung der Magnetisierungsstromberechnung numerisch erfassbar zu machen, muss
die Oberfläche des betrachteten Gebiets diskretisiert werden. Im Rahmen dieser Arbeit wird dabei von
rotationssymmetrischen Ferrit- und Leiteranordnungen ausgegangen, deren Feldverteilungen von der
Koordinate  des Zylinderkoordinatensystems unabhängig sind. Aus Symmetriegründen können auf-
grund dieser Einschränkung nur -gerichtete Elemente des diskretisierten Magnetisierungsstrombelags
auftreten54. Die in (4-19) enthaltene Integration über die Grenzfläche geht am i-ten Punkt Pi entlang der
Kontur über in eine Summation über M Strombelagselemente. Aus (4-17) wird

54
Gemäß Gleichung (4-13) entsteht der Magnetisierungsstrombelag aus dem Kreuzprodukt zwischen der Magnetisie-
rung des Materials und dem Flächennormalenvektor der betrachteten Trennfläche. Die Betrachtung dieser Arbeit be-
schränkt sich auf rotationssymmetrische, -gerichtete Erregerströme, welche nur eine von  unabhängige Feldkom-
ponente der Magnetisierung in - und z-Richtung erzeugen, siehe hierzu Anhang E.1. Aus Gleichung (4-13) folgt un-
ter diesen Einschränkungen, dass alle Magnetisierungsstrombeläge ebenfalls -gerichtet sein müssen, siehe auch An-
hang E.4. In z-Richtung orientierte Ströme mit -Komponente des Magnetfelds sind hierbei explizit ausgenommen.

103
4 Modellierung der Koppelspulen

 
     
 
   
   
M
K mag,i rPi  K mag,i e  1   r1   n i  H 2,err rPi   H 2,mag,k rPi  (4-20)
 k 1
    .

 H 2 , mag rPi 
  
 
Im Rahmen dieses Ansatzes wird davon ausgegangen, dass das k-te Magnetisierungsstromelement auf
seinem Gebiet einen konstanten Wert K aufweist, womit für dessen Einzelbeitrag

H 
r  zum
Gesamtwert von H 2,mag rPi  folgt
  mag,k 2, mag , k Pi

   
 rik  rPi  rQk

 
H 2, mag, k rPi  K mag, k 
1
4 A
 rik
e  3 dAB , k
rik
mit 
rik  rik . (4-21)
 B ,k

 
g ik


Der dimensionslose Vektor g ik hängt einzig von den geometrischen Abmessungen der betrachteten
Magnetisierungsströme ab und kann als Maß für die Verkopplung zwischen dem betrachteten i-ten
Magnetisierungsstromelement und dem k-ten Nachbarelement interpretiert werden. Durch Substitution
von (4-21) in (4-20) erhält man die Bestimmungsgleichung für das i-te Stromelement als
 
  
     
M
K mag,i  1   r1   e  n i  H 2,err   K mag,k e  n i  g ik 
 (4-22)
   k 1    .
 H 2 ,err ,i Gik 
Durch Übergang zu einer vektoriellen Schreibweise lässt sich die Abhängigkeit der M Magnetisierungs-
stromelemente untereinander darstellen als
K mag  1  r1   Herr  GK mag , (4-23)
wobei die gesuchte Magnetisierungsstromverteilung im Vektor Kmag enthalten ist. Dieses lineare Glei-
chungssystem ist nahezu55 vollständig besetzt, da jedes Magnetisierungsstromelement am Ort der übri-
gen Elemente eine Feldkomponente hervorruft. Die Lösung dieses Gleichungssystems lässt sich darstel-
len als
K mag  E  1  r1 G  1  r1 H err .
1
(4-24)
Wie aus den grundsätzlichen Überlegungen des vorangegangenen Abschnitts bereits hervorgegangen
ist, hängt die Amplitude des Magnetisierungsstrombelags nach (4-24) und damit die Magnetisierung
des Kernmaterials einerseits von der externen Erregerfeldstärke und andererseits vom Wert der relati-
ven Permeabilität des Materials selbst ab.

4.4 Implementierung
Das numerische Modell zur Berechnung der Koppelspulen gliedert sich in drei Abschritte, welche im
Folgenden näher beschrieben werden. Startpunkt ist die Ermittlung der Magnetisierungsströme, mit
deren Hilfe anschließend die induktive Kopplung und die Wicklungsverluste berechnet werden können.

55
Radial ausgedehnte Strombelagselemente gemäß Anhang E.3 rufen bei Nachbarelementen, welche in der gleichen
z-Ebene liegen, keine tangentiale Feldkomponente hervor. Dementsprechend ergeben sich die zugehörigen Einträge
der G-Matrix für diese Konstellationen zu Null.

104
4.4 Implementierung

4.4.1 Berechnung der Magnetisierungsströme


Die Implementierung des im vorangegangenen Abschnitts diskutierten Ansatzes erfolgt gemäß des in
Abb. 4-3 dargestellten Ablaufdiagramms. Zunächst werden die Abmessungen des Ferritmaterials einge-
lesen. Hierbei können Standardkernformen als Vorlage dienen. Alternativ können im Rahmen der ge-
troffenen Einschränkungen auch nicht standardisierte Kerngeometrien untersucht werden. Im nächsten
Schritt wird die Position der bestromten Erregerwindungen festgelegt. Erfolgt die Untersuchung der
vorliegenden Ferritkonfiguration erstmalig, so werden die Bereichsränder in diskrete Abschnitte unter-
teilt. Dieser Schritt ist durch den Übergang von Abb. 4-4 (a) nach (b) anhand einer Stabkernspule als
einfachstmögliche rotationssymmetrische Anordnung illustriert. Die räumlich ausgedehnten Erreger-
windungen werden durch entsprechend positionierte linienförmige Stromschleifen ersetzt. Für die an-
schließende Berechnung der Koppelmatrix G aus Gleichung (4-22) werden die zugehörigen räumlich
ausgedehnten Magnetisierungsstrombeläge für weit entfernte Aufpunkte ebenfalls durch Linienströme
ersetzt. Wie in den Anhängen E.2 und E.3 diskutiert, ergibt diese Approximation eine gute Überein-
stimmung mit dem exakten Feldverlauf bei Berücksichtigung der geometrischen Ausdehnung. Die Posi-
tion dieser Ersatzlinienströme zur Repräsentation von radial ausgedehnten Strombelägen wird in diesem

Festlegung Ferritkanten

Festlegung Ferrit bereits nein Diskretisierung der


Erregerwindungen diskretisiert? Ferritgrenzen

ja Berechnung G

Berechnung Herr

Modifiziere Erreger- Lösung LGS


bestromung
Kmag

Berechne ESB-
Parameter

nein ESB ja
Ersatzschaltbild
komplett?

Abb. 4-3: Prinzipielles Flussdiagramm zur Berechnung der Elemente des Ersatzschaltbilds (ESB) der
Koppelspulen. Ausgehend von einer vorgegebenen Ferrit- und Wicklungsanordnung wird der
Einfluss des Ferritmaterials anhand von Magnetisierungsströmen beschrieben. Deren Wert wird
durch Lösung des linearen Gleichungssystems (LGS) gemäß (4-24) ermittelt.
105
4 Modellierung der Koppelspulen

Berechnungsschritt gemäß Gleichung (E-32) korrigiert (siehe hierzu Anhang E.3), für axial ausgedehn-
te Strombeläge liegt sie mittig, siehe Abb. 4-4 (c) und (d). Zur Vermeidung zu großer Abweichungen
bei der Erstellung der Matrix G erfolgt ab einer gewissen Annäherung des Aufpunkts an den aktuell
betrachteten Magnetisierungsstrombelag die Berücksichtigung der flächigen Ausdehnung des Strombe-
lagselements. Wurde die vorliegende Kerngeometrie hingegen bereits in vorangegangenen Durchläufen
analysiert, so kann die Berechnung von G zugunsten der Simulationsgeschwindigkeit entfallen. Wird
bei gleichbleibender Ferritgeometrie nur der Parameter r des Materials variiert, so hat dies ebenfalls
keine Neuberechnung von G zur Folge.
Ist die Koppelmatrix G bekannt, muss die Erregerfeldstärke Herr entlang der diskretisierten Kernkontur
berechnet werden. Dieser Feldstärkeanteil wird von allen bestromten Windungen der aktuell analysier-
ten Erregerkonfiguration hervorgerufen. Damit ist die rechte Seite der Bestimmungsgleichung (4-24)
bekannt und die zur vorliegenden Erregung zugehörige Magnetisierungsstromverteilung Kmag entlang
der Kernkontur kann berechnet werden. Diese dient in einem letzten Schritt dazu, die zur aktuell unter-
suchten Konfiguration gehörigen Parameter des Transformator-Ersatzschaltbilds zu berechnen. Ist die-
ses noch nicht vollständig, so wird im nächsten Schritt die Bestromung der Erregerwindungen variiert,
um weitere Ersatzelemente zu extrahieren.
Diese Ersatzelemente zur Modellierung der Koppelspulen auf schaltungstechnischer Ebene umfassen
die Induktivitätsmatrix gemäß (1-2) und daraus resultierend das in Abb. 1-6 (b) gezeigte

z [mm] z [mm] z [mm]


15 15 15

10 10 10

5 5 5

0 0 0

-5 -5 -5

-10 1 -10 0 -10 0


0 0 0
-15 -15 -15
 [mm]  [mm] 10 15  [mm]
(a) (b) (c) 0 5

(d)

Abb. 4-4: Illustration der Ersatzanordnungsgenerierung zur Berechnung der Matrix G. Zur Veranschauli-
chung wurde die Gesamtzahl der Magnetisierungsstromelemente niedrig gewählt. Als Beispiel
dient eine Stabkernspule mit den Abmessungen der Konfiguration 1 aus [346].
(a) Originalanordnung mit permeablem Material 1 > 0 und 125 Erregerwindungen.
(b) Diskretisierte Magnetisierungsströme entlang der Kontur der Stabkernspule (blau markierte
Abschnitte). Innerhalb der Ersatzanordnung gilt 1 = 0, die ausgedehnten Runddrähte wer-
den durch Linienströme (rote x-Symbole) an den zugehörigen Mittelpunkten ersetzt.
(c) Für weit entfernte Aufpunkte wird der Feldbeitrag der axial ausgedehnten Magnetisierungs-
strombelagselemente durch entsprechende Linienströme approximiert (blaue x-Symbole),
siehe Anhang E.2 und E.3.
(d) Im Falle radial ausgedehnter Magnetisierungsstrombeläge auf der Boden- und Deckelfläche
wird die Position der Ersatzlinienströme gemäß Gleichung (E-32) korrigiert (grüne Sterne).
106
4.4 Implementierung

-Ersatzschaltbild sowie die Wicklungswiderstände der beiden Koppelspulen. Auf deren Extraktion
wird in den folgenden Abschnitten eingegangen. Auf die Vorhersage der Wicklungskapazitäten wird
verzichtet, da davon ausgegangen wird, dass die Koppelspulen unterhalb ihrer jeweiligen ersten Eigen-
resonanzfrequenz betrieben werden. Für eine Vorhersage dieses Ersatzschaltbildelements sei auf [347,
348] verwiesen. Darüber hinaus wird auf eine Vorhersage der Kernverluste verzichtet, da für Applikati-
onen der KIE typischerweise große Luftspaltlängen zu überbrücken sind. Diese haben zur Folge, dass
das Kernmaterial nur schwach ausgesteuert wird und somit nur vergleichsweise geringe Kernverluste
entstehen. Prinzipiell wäre die berechnete Flussdichteverteilung dazu geeignet, die lokal im Kernmate-
rial auftretenden Verluste vorherzusagen. Typischerweise treten aber in leistungselektronischen Appli-
kationen keine rein sinusförmigen Spulenströme auf, weswegen die direkte Anwendbarkeit der klassi-
schen Steinmetz-Formel [349] häufig nicht gegeben ist. Dementsprechend erfordert die Behandlung
nicht sinusförmiger Stromformen eine modifzierte Herangehensweise, siehe hierzu [350].

4.4.2 Extraktion der magnetischen Parameter


Primäres Ziel der magnetischen Modellierung ist die Extraktion der Induktivitätsmatrix gemäß Ab-
schnitt 1.3. Diese dient als Grundlage für Ersatznetzwerke, mit denen die Koppelspulen auf schaltungs-
technischer Ebene repräsentiert werden können, siehe Abb. 1-6.
Für die Berechnung der Selbstinduktivitäten kann die jeweils bestromte Erregerwicklung als einfache
Spule für sich selbst betrachtet werden. Durch die Bestromung der Erregerwindungen kommt es zur
Ausprägung eines magnetischen Felds. Dies geht einher mit der Einspeicherung von Energie, wobei in
jedem Raumpunkt die räumliche Energiedichte wm mit
1 
wm  H  B (4-25)
2
vorliegt [327]. Als Maß für die Fähigkeit einer induktiven Komponente, Energie zu speichern, dient der
Induktivitätsbegriff. Mithilfe dieser Ersatzgröße wird die oftmals komplizierte Feldverteilung innerhalb
eines induktiven Bauteils auf ein konzentriertes Ersatzelement zurückgeführt. Ist die Wicklung einer
induktiven Komponente mit dem Strom IW beaufschlagt, so beläuft sich die Selbstinduktivität LWick die-
ser Wicklung auf
LWick  2Wm IW2 . (4-26)
Die Berechnung der im Feld gespeicherten Energie über die räumlich verteilte Energiedichte nach
(4-25) führt mit
Wm   wm dV (4-27)
V

allerdings auf eine Berechnungsvorschrift, deren Integration sich über den gesamten felderfüllten
Raumbereich erstreckt. In [39] ist gezeigt, dass diese Integration unter Zuhilfenahme des magnetischen
Vektorpotentials über den Raumbereich VQ der stromführenden Leiterschleifen begrenzt werden kann
mit
1   1  
Wm   wm dV   H  B dV   A  J frei dV . (4-28)
V
2 V
2
VQ

Diese Umformung beschränkt das bei der Integralauswertung zu berücksichtigende Volumen bereits
beträchtlich. Im Rahmen des hier vorgestellten Ansatzes muss dabei beachtet werden, dass das Vektor-
107
4 Modellierung der Koppelspulen

potential am Ort der aktuell betrachteten Windungen aus mehreren Anteilen besteht. Zum einen ruft der
Erregerstrom selbst einen Anteil hervor, zum anderen müssen die Beiträge der zuvor ermittelten Mag-
netisierungsströme berücksichtigt werden. Dennoch ist für eine direkte Auswertung der Berechnungs-
vorschrift (4-28) eine numerische Integration über die Leiterquerschnittsfläche notwendig.
Um diesen numerischen Aufwand zu umgehen, wird von einer im Bereich der Feldtheorie häufig an-
gewendeten Vorgehensweise Gebrauch gemacht [229, 339]. Hierbei wird die Feldverzerrung aufgrund
der Krümmung der Windungen vernachlässigt und die durch den Erregerstrom in einer Windung ge-
speicherte Energie WWind in zwei Anteile inner- und außerhalb des Drahtquerschnitts unterteilt mit
WWind  Waußen  Winnen . (4-29)
Dem Energieanteil im Inneren des Querschnitts wird in der Literatur [351] häufig ein Anteil an der
Selbstinduktivität der Windung zugeschrieben und daher als innere Induktivität Linnen bezeichnet. Der
Wert dieses inneren Anteils der Selbstinduktivität einer Leiterschleife der Länge l beläuft sich auf
 0l
Linnen  (4-30)
8 .
Damit ist Linnen unabhängig vom Drahtdurchmesser, lediglich der Umfang der Leiterschleife fließt über
l in diesen Wert ein. Der im Außenbereich eines Massivleiters gespeicherte Energieanteil kann dann
über den verketteten Flussanteil durch die innere Berandung der Windung berechnet werden. Dieser
Flussanteil außen berechnet sich für eine Windung des Radius aP mit dem Leiterdurchmesser dP, wel-
che den Strom IW führt, bei den hier untersuchten Anordnungen gemäß
   d  
außen    d A Rand 
B
AWind

CWind
A aP  P , z P   drRand .
 2 
(4-31)

Aufgrund der eingangs geforderten Rotationssymmetrie vereinfacht sich dieses geschlossene Weginteg-
ral zu
 d   d 
außen  2   aP  P   A  aP  P , zP  (4-32)
 2   2 .
Der Gesamtwert LWick der Selbstinduktivität einer bestromten Wicklung ergibt sich dann durch Summa-
tion der einzelnen Flussanteile außen und innen über alle Windungen, dividiert durch den Strom der
Wicklung. Die Berücksichtigung der Flussverkettung der einzelnen Windungen untereinander sowie
mit den Magnetisierungsströmen erfolgt in (4-32) durch deren Beiträge bei der Berechnung des Vektor-
potentials.
Für die Berechnung der Gegeninduktivitäten müssen ebenfalls geeignete Vereinfachungen getroffen
werden. Prinzipiell ist die Gegeninduktivität Lpq zwischen der unbestromten p-ten und der bestromten
q-ten Windung ein Maß dafür, welcher Anteil des von der q-ten Windung erzeugten magnetischen
Flusses mit der p-ten Windung verkettet ist [229]. Dabei wird die räumliche Ausdehnung der p-ten
Windung vernachlässigt, bzw. vorausgesetzt, dass sich das von der q-ten Windung erzeugte Vektorpo-
tential über dem Querschnitt der p-ten Windung nicht merklich ändert. Damit gilt
    2a P
p-te  drp  I q A aP, z P  .
1 1
L pq 
Iq 
p - te
B  dA p 
Iq
A (4-33)
Windung Windung

108
4.4 Implementierung

Bei der Auswertung der Berechnungsvorschrift (4-33) muss neben der betrachteten q-ten Erregerwin-
dung der Einfluss des magnetisierten Kerns berücksichtigt werden. Die gesamte Gegeninduktivität zwi-
schen zwei Wicklungen kann dann durch Summation über alle Windungen der nicht bestromten Wick-
lung erfolgen, mit anschließender Summation der so gewonnenen Werte über alle bestromten Windun-
gen. Eine vergleichbare Vorgehensweise zur Induktivitätsberechnung für Luftspulen ist beispielsweise
in [352] beschrieben.

4.4.3 Extraktion der ohmschen Parameter


Die Vorhersage der Verluste innerhalb einer induktiven Komponente ist ein vergleichsweise schwieri-
ges Unterfangen, denn für zeitabhängige Ströme kommt es innerhalb von Leitern zur Ausprägung von
Stromverteilungen, welche drastisch vom Gleichstromfall abweichen. Deren mathematische Beschrei-
bung ist in aller Regel sehr aufwändig, insbesondere falls unterschiedliche Drahttypen (Runddraht, HF-
Litze, Folien) miteinander kombiniert werden. Um überhaupt Vorhersagen bezüglich der in einer induk-
tiven Komponente auftretenden Verluste machen zu können, bedarf es einiger Vereinfachungen, die im
Folgenden vorgestellt werden. Eine vergleichbare Vorgehensweise findet sich in [353-356]. Im Weite-
ren werden ausschließlich rotationssymmetrische Wicklungen auf Basis von Runddraht und HF-Litzen
berücksichtigt, für die Verlustvorhersage von Folienleitern sei auf [351] verwiesen.
Das Auftreten von Wirbelströmen innerhalb eines Runddrahts hat mehrere Ursachen. Betrachtet man
zunächst einen einzelnen Leiter, so hat ein zeitabhängiger Strom durch den Leiter gemäß des Indukti-
onsgesetzes Wirbelströme im Inneren des Leiters zur Folge, die der zugehörigen Flussänderung entge-
genwirken. Für die Stromverteilung innerhalb des Leiters kommt es zu einer Verdrängung des Stroms
nach außen, die Stromamplitude im Leiterinneren nimmt ab. Im Extremfall fließt der Strom nur noch
auf der Außenhaut des Leiters, weswegen dieser Effekt gemeinhin als Skineffekt bezeichnet wird [354,
357]. Wichtiger Parameter bei der Beschreibung dieses Verlustmechanismus ist die Skintiefe  mit
[351]
2 1
  (4-34)
 f .
Eine exemplarische Auswertung für einen Runddraht des Durchmessers d bei einem Verhältnis des
Drahtradius zur Skintiefe von (d/2)/ = 5 zeigt Abb. 4-5. Bei sehr hohen Frequenzen und der daraus
resultierenden geringen Skintiefe im Vergleich zum Leiterradius fließen im Drahtinneren Ströme, die
dem eingeprägten Strom entgegengesetzt sind. Es kommt lokal zu einer Abnahme der Stromdichte auf
Werte unterhalb des Gleichstromfalls. Erst für -Werte oberhalb von 0,7d/2 steigt im dargestellten Bei-
spiel die lokale Stromdichte auf höhere Werte. Auf den äußeren 30 % des Drahtradius kommt es zu ei-
ner starken Überhöhung der Stromdichte. Die mit dieser Ungleichverteilung einhergehende Erhöhung
der Verluste ist dabei offensichtlich. Als zusätzliche Auswirkung dieser Feldverdrängung kommt es zu
einer Abnahme der inneren Induktivität, die Berechnungsvorschrift (4-30) gilt dann streng genommen
nicht mehr. Für eine genauere Auswertung dieses Effekts siehe [42]. Diese Rückwirkung der induzier-
ten Wirbelströme auf die Selbstinduktivität wird im Weiteren vernachlässigt, da der Beitrag der inneren
Induktivität zur Selbstinduktivität bei Spulen mit vielen Windungen im Zusammenspiel mit permeab-
lem Kernmaterial gering ausfällt.
Makroskopisch betrachtet können die in einem Runddraht durch den Skineffekt verursachten Verluste
anhand eines zusätzlichen Widerstands Rs berücksichtigt werden. Nach [351] berechnet sich dieser zu

109
4 Modellierung der Koppelspulen

Jˆ z 4 y Jˆ z
J z  f  0
d
J z  f  0
a
3

2
x
1 a x
(a) (b) d 2
0
Abb. 4-5: Mittels COMSOL Multiphysics [358] berechnete exemplarische Stromdichteverteilung aufgrund
des Skineffekts innerhalb eines Runddrahts für (d/2)/ = 5.
(a) Farblich markierter Betragsverlauf der z-Komponente der Stromdichte in Relation zum
Gleichstromfall.
(b) Betragsverlauf der z-Komponente in Relation zum Gleichstromfall entlang der x-Achse.

 1  I a   d 1 j
Rs  R0  Rea 0   1 mit a und  (4-35)
 2  I1 a    2  .

Die Funktionen I0 und I1 repräsentieren in dieser Berechnungsvorschrift die modifizierten Bessel-


Funktionen nullter bzw. erster Ordnung. Beim Grenzübergang f  0 liefert die Realteilbildung den
Wert 2, womit die Widerstandserhöhung nach (4-35) im Gleichstromfall erwartungsgemäß ausbleibt.
Während innerhalb einer Wicklung der Drahtradius a und damit der Erhöhungsfaktor bzgl. R0 konstant
bleibt, müssen die aufgrund der verschiedenen Drahtlängen unterschiedlichen Gleichstromwiderstände
R0 der Einzelwindungen entsprechend aufsummiert werden.
Demgegenüber kann die zweite Ursache für die Abweichung der Wechselstromverteilung eines Rund-
drahts vom Gleichstromfall nicht mehr unabhängig von der Umgebung des Drahts behandelt werden.
Befinden sich in der Umgebung weitere stromführende Leiter, so induzieren diese im betrachteten Lei-
ter Wirbelströme. Dementsprechend werden die von externen Wechselfeldern erzeugten Wirbelströme
innerhalb eines Leiters unter dem Begriff des Proximityeffekts (der englische Begriff proximity lässt
sich mit „U un “ bzw. „Nachbarschaft“ übersetzen) zusammengefasst. Zur Veranschaulichung
dieses Verlustmechanismus zeigt Abb. 4-6 die Stromverteilung eines unbestromten Runddrahts, wel-
cher einem homogenen externen Feld56 ausgesetzt ist. Aufgrund der Leitfähigkeit des Drahts kommt es
zur Ausprägung von Wirbelströmen, die so gerichtet sind, dass sie der zeitlichen Änderung des externen
Felds als ihrer Ursache entgegengerichtet sind. In Abb. 4-6 (a) kommt es dementsprechend zu einer
ortsabhängigen Stromverteilung deren Verlauf bzgl. der y-Achse antisymmetrisch ausfällt.
Diese Wirbelströme überlagern sich den bereits diskutierten Wirbelströmen aufgrund des Skineffekts.
Wie in [42, 354] hergeleitet, haben diese beiden Verlustmechanismen Stromdichteverteilungen zur Fol-
ge, welche im Falle von Rundleitern räumlich gesehen zueinander orthogonal sind. Dementsprechend
dürfen beide Verlusttypen getrennt voneinander betrachtet bzw. berechnet werden. Gemäß [351] belau-
fen sich die Proximityverluste eines langgestreckten Runddrahts, der einem homogenen externen
Wechselfeld ausgesetzt ist, auf

56
Der Zusatz „externes“ Feld soll in diesem Zusammenhang verdeutlichen, dass das im Draht Verluste hervorrufende
Feld von benachbarten Leitern oder auch von magnetisierten Materialien herrührt.

110
4.4 Implementierung

l  2 a I1 a 
Pp  H ext  Fp mit Fp  2 Re  (4-36)
  I 0 a   .
Durch den Proximityeffekt ergibt sich innerhalb des Drahts ein induzierter Strom, welcher zu den Rän-
dern des Drahts hin betragsmäßig ansteigt, siehe Abb. 4-6 (a). Diese Stromverteilung hat zur Folge,
dass es in der unmittelbaren äußeren Umgebung des Drahts zu einer Veränderung der Feldamplitude
gegenüber dem ungestörten Fall eines homogenen externen Felds kommt. Diese Rückwirkung des in-
duzierten Stroms auf das Feldbild ist im betrachteten Fall identisch zu einem Liniendipolfeld [359],
welches mit zunehmendem Abstand sehr rasch abnimmt. So unterscheidet sich die in Abb. 4-6 (b) ge-
zeigte Feldverteilung nur für Abstände kleiner als der Drahtradius signifikant vom Wert der externen
Feldamplitude. Bereits im Abstand eines Drahtradius ist die Feldstärke auf den ungestörten Wert abge-
klungen. Ein entsprechender analytisch-iterativer Ansatz zur Erfassung dieses Effekts auf Basis von
Orthogonalentwicklungen ist in [212, 346, 351] beschrieben. Je nach Wicklungskonfiguration und Ein-
fluss des Luftspaltfelds kann dieser Effekt signifikant werden [214, 360].
Die Hauptursache für die durch den Proximityeffekt verursachte Verlusterhöhung ist insbesondere bei
mehrlagigen Wickelaufbauten das Feld der benachbarten Leiter, welches durch den Strom der Wick-
lung hervorgerufen wird. Abb. 4-7 illustriert diesen Effekt anhand einer mehrlagigen Luftspule. Die
gezeigte Auswertung gilt für ein Verhältnis des Drahtradius zur Skintiefe von (d/2)/ = 1,7, wobei die
Amplitude des Stroms im Gleichstromfall eine homogene Stromdichte von 1,3 MA/m2 zur Folge hätte.
Während es im Bereich der äußeren Lagen nur zu einer geringen Ausprägung von Proximityströmen
kommt, ergeben sich für die inneren Lagen zunehmend die für den Proximityeffekt typischen Stromver-
teilungen. Diese sind so gerichtet, dass sie im Inneren der Drähte das externe, von den Nutzströmen der
Nachbardrähte erzeugte H-Feld merklich kompensieren, wie in Abb. 4-7 (b) gezeigt. Für Wicklungspa-
kete mit mehreren Lagen relativiert sich aber der Einfluss des innerhalb des Drahts induzierten Proximi-
tystroms auf die Gesamtverluste der Wicklung, da es entlang einer Lage zu einer Abschwächung, auf-

y
a
x d
z a
a

Ĵ z
Hˆ Hˆ ext
-5 -4 -2 0 2 4 5 MA m 2
0,6 0,8 1 1,2 1,4
(a) (b)

Abb. 4-6: Mittels COMSOL Multiphysics [358] berechneter Feldverlauf aufgrund des Proximityeffekts
innerhalb eines Runddrahts mit (d/2)/ = 1,7 mit homogenem externen Magnetfeld der Stärke
Ĥ ext = 1000 A/m. Der betrachtete Leiter ist insgesamt stromlos.
(a) Farblich markierter Verlauf der z-Komponente der induzierten Wirbelstromdichte.
(b) Feldlinien- und Betragsverlauf der magnetischen Feldstärke in unmittelbarer Umgebung des
betrachteten Runddrahts in Relation zur externen Feldstärke.
111
4 Modellierung der Koppelspulen


H kA m

Ĵ  MA m2  (a) (b)
40 5,5

34 4,7

28 3,9

22 3,1

16 5 mm 2,3

10 1,5
z y 0,7
4 a a x
a
Abb. 4-7: Mittels FEMM [361] berechneter Feldverlauf einer bzgl. der z-Achse rotationssymmetrischen
Luftspule aus Runddraht mit (d/2)/ = 1,7. Die Wicklung führt einen Strom mit einer mittleren
Stromdichte von Ĵ  = 1,3 MA/m2.
(a) Farblich markierter Betragsverlauf der ortsabhängigen, -gerichteten Stromdichte.
(b) Verlauf des Betrags der magnetischen Feldstärke in unmittelbarer Umgebung der betrachte-
ten Wicklung.

grund der Nachbarlagen dagegen zu einer Erhöhung der lokalen Feldstärkeamplitude kommt (vgl. auch
Abb. 4-6 (b) ). Im Rahmen der hier vorliegenden Arbeit wird die Rückwirkung der induzierten Proximi-
tyströme auf die Umgebung nicht weiter berücksichtigt.
Für Applikationen der KIE verstärkt sich der Verlusteffekt aufgrund externer Magnetfelder bei Hinzu-
nahme von Ferritmaterialien. Diese erfüllen zwar vorrangig den Zweck, die Kopplung zwischen den
Koppelspulen zu erhöhen. Angesichts des starken Einflusses permeabler Kernmaterialien auf das resul-
tierende Feldbild müssen sie aber auch in puncto hochfrequente Wicklungsverluste berücksichtigt wer-
den [28, 362]. Insbesondere Windungen in der Nähe von Ferritkanten, an denen sich der austretende
Fluss konzentriert, leiden unter erhöhten Wirbelstromverlusten, analog zu den erhöhten Verlusten im
Bereich von Luftspalten (insbesondere am Innenschenkel) von Standardtransformatoren [351, 363,
364].
Die größte Hürde bei der Vorhersage des Wicklungswiderstands mit steigender Frequenz ist somit die
akkurate Vorhersage der Feldverteilung innerhalb der beiden Koppelspulen. Diese wird vor allem von
der komplexen Feldverteilung innerhalb des Wickelfensters erschwert, welche insbesondere bei großen
Luftspalten kaum direkt abschätzbar ist. Sonst übliche Vereinfachungen [351, 365, 366] aus dem Be-
reich der Auslegung von induktiven Komponenten sind für Anwendungen aus dem Bereich der KIE
häufig nicht gerechtfertigt. Dagegen kann im Rahmen des hier verwendeten Ansatzes auf Basis äquiva-
lenter Magnetisierungsströme die Feldverteilung auch bei vorhandenem Ferritmaterial sehr genau vor-
hergesagt werden. So können mit Hilfe von (4-35) und (4-36) die Wicklungsverluste für Koppelspulen
aus Runddraht abgeschätzt werden.
Hinsichtlich der Reduktion der Wicklungsverluste bei höheren Frequenzen ergeben sich zwei Ansatz-
punkte. Zum einen kann versucht werden, die Position der Windungen so zu wählen, dass sie einer
möglichst niedrigen externen Feldstärke ausgesetzt sind [346]. Ist dies beispielsweise aus aufbautechni-

112
4.4 Implementierung

schen Gründen nicht möglich, so verbleibt als zweite Alternative die Verwendung von HF-Litze57. Die-
se spezielle Drahtsorte besteht aus kleinen, elektrisch isolierten Äderchen, welche entlang der Drahtlän-
ge miteinander verdrillt werden. Auf diesem Gebiet wird ein nahezu unerschöpfliches Spektrum ver-
schiedener Drahttypen angeboten (Kombination der Aderzahl, des Aderdurchmessers, der Verseilung,
der Isolationsdicken und des Außenprofils). In dickeren HF-Litzen werden die Einzeladern zudem ge-
bündelt und auf unterschiedlichste Arten miteinander verflochten. Abb. 4-8 zeigt einige Beispiele dieses
Drahttyps verschiedenster Bauarten.

(e)
(d)
(c)
(b)
(a)

Abb. 4-8: Auswahl unterschiedlicher Drähte aus HF-Litze.


(a) 3000,05 mm dreifach isoliert (b) 10000,05 mm dreifach isoliert
(c) 5400,15 mm unumsponnen (d) 14000,10 mm umsponnen
(d) 2400,20 mm unumsponnene Profillitze

Durch den Einsatz von HF-Litze können sich hinsichtlich der hochfrequenten Wirbelstromverluste
mehrere positive Effekte ergeben [367]. Durch das Verdrillen der Äderchen verändert sich die Position
der Einzelader im Querschnittbild, idealerweise nimmt jedes Äderchen entlang der Leiterlänge jede
Position gleich häufig ein. Dadurch wird, im Vergleich zu einem Volldraht gleichen Gesamtquer-
schnitts, dem Skineffekt entgegengewirkt. Der Strom kann nicht mehr allein auf der Außenhaut fließen,
durch die Verdrillung wird eine gleichmäßigere Ausnutzung der Querschnittsfläche erzwungen. Gleich-
zeitig wird der Ausprägung von extern hervorgerufenen Proximityströmen vorgebeugt, da das von den
Nachbarwindungen und dem magnetisierten Kern hervorgerufene Magnetfeld auf die Einzeläderchen
mit entsprechend kleinerem Durchmesser einwirkt. Allerdings liegen die Adern innerhalb des Drahts im
Feld der Nachbaradern, weshalb es innerhalb des Litze-Drahts zu zusätzlichen Verlusten kommt. In der
Literatur wird dieser Effekt als interner Proximityeffekt beschrieben, während der Wirbelstromanteil
aufgrund externer Magnetfelder als externer Proximityeffekt bezeichnet wird [212, 213].
Für die Abschätzung der Widerstandserhöhung aufgrund des Skineffekts wird Gleichung (4-35) heran-
gezogen, wobei für den Drahtdurchmesser im Argument der Realteilbildung der Drahtdurchmesser der
Einzelader berücksichtigt werden muss [351]. Für die Berechnung der internen Proximityverluste wird
vorausgesetzt, dass die Anzahl der Einzeladern so groß ist, dass die vom Nutzstrom hervorgerufene
Magnetfeldstärke bis zum Außendurchmesser des Litzebündels praktisch linear ansteigt. Unter diesen
57
Dieser Drahttyp darf nicht mit regulären Litzeleitungen, wie sie z. B. im Bereich der Lautsprechertechnik Verwen-
dung finden, verwechselt werden. Bei diesen Leitungen steht nicht die Vermeidung von hochfrequenten Wir-
belstromverlusten, sondern die leichtere Verarbeitbarkeit/Verlegbarkeit gegenüber starren Leitungen aus Volldraht
im Vordergrund. Dementsprechend sind die Einzeladern dieses Leitungstyps nicht gegeneinander isoliert.

113
4 Modellierung der Koppelspulen

Voraussetzungen kann die in [351, 368] beschriebene Vorgehensweise zur Berechnung der internen
Proximityverluste angewandt werden. Für die Berechnung des externen Anteils muss die Anzahl der
Adern sowie der Drahtradius der Einzelader in (4-36) berücksichtigt werden. Obwohl die Vorgänge
innerhalb einer realen Litze sehr kompliziert sind und bei praktischen Drahtaufbauten einige Nichtidea-
litäten auftreten, siehe [9, 368, 369], wird im Rahmen des hier angewandten Ansatzes von einer idealen
Litze ausgegangen.

4.5 Verifikation an ausgewählten Beispielen


Zur Beurteilung der Leistungsfähigkeit des in dieser Arbeit ausgearbeiteten Modells zur Vorhersage der
magnetischen Komponente erfolgt zunächst eine Verifikation anhand der einfachstmöglichen rotations-
symmetrischen Geometrie mit Ferritkern, der Stabkernspule. Als Vergleichsreferenz dienen hierzu die
in [346] veröffentlichten Simulationsergebnisse. Abb. 4-9 zeigt die analysierten Wicklungskonfigurati-
onen mit unterschiedlich ausgestalteter Drahtpositionierung.
Prinzipiell wäre die Verwendung dieser einfachen Kerngeometrie im Rahmen der KIE möglich, wobei
im Gegensatz zur gezeigten konventionellen Bauform eher kürzere Zylinder mit größerem Durchmesser
zu bevorzugen wären. Unabhängig vom Einsatzzweck lässt sich diese vergleichsweise einfache Struktur
gemäß [346] anhand von Orthogonalentwicklungen vorteilhaft lösen, da für die Anwendung dieser Me-
thodik nur eine Raumunterteilung in zwei Teilbereiche nötig ist. Die Modellierung der Komponente
erfolgt dabei zweistufig. Zunächst wird auf Basis dieser Orthogonalentwicklung die von den Quell-
strömen in Verbindung mit dem magnetisierten Ferritstab hervorgerufene Feldverteilung berechnet, was
zur Induktivität der Anordnung führt. Anschließend wird in einem zweiten Schritt die Erhöhung des
Wicklungswiderstands über der Frequenz berechnet. Im Gegensatz zum vorgestellten Ansatz der vor-
liegenden Arbeit wird dabei die inhomogene Magnetfeldverteilung entlang des Leiterquerschnitts be-
rücksichtigt. Zusätzlich wird der Einfluss der in den Leitern induzierten Wirbelströme auf die Umge-

z [mm] 1 mm z [mm] 3 mm z [mm] 1 mm


15 15 15

10 10 10

5 5 5

0 0 0

-5 -5 -5

-10 1 -10 1 -10 1


0 0 0
-15 -15 -15
 [mm]  [mm]  [mm]
(a) (b) (c)

Abb. 4-9: Konfigurationen der in [346] beschriebenen Stabkernspulen (Kerndurchmesser 10 mm, Kernhö-
he 26 mm, 1 = 20000, Drahtdurchmesser d = 1 mm).
(a) Konfiguration 1 mit 125 Erregerwindungen und R(f = 0 Hz) = 161,4 m.
(b) Konfiguration 2 mit 125 Erregerwindungen und R(f = 0 Hz) = 199,6 m.
(c) Konfiguration 3 mit 116 Erregerwindungen und R(f = 0 Hz) = 162,3 m.
114
4.5 Verifikation an ausgewählten Beispielen

bung anhand einer nachgelagerten Iteration erfasst. Somit ermöglicht dieser Vergleich einerseits die
Evaluation der Genauigkeit hinsichtlich der Vorhersage der Magnetfeldverteilung, andererseits können
die Auswirkungen dieser beiden Vernachlässigungen beurteilt werden. Zusammenfassend enthält Ta-
belle 4-1 die Ergebnisse der beiden Verfahren. Die anhand äquivalenter Magnetisierungsströme berech-
neten Induktivitätswerte zeigen dabei nur Abweichungen im Promille-Bereich gegenüber den per Or-
thogonalentwicklung berechneten Werten. Die Vorhersagen der Verlustwiderstände beider Verfahren
für eine Frequenz von f = 200 kHz weisen sehr geringe Unterschiede auf. Der drastische Anstieg des
ohmschen Widerstands zu hohen Frequenzen hin wird von beiden Verfahren von der Tendenz her rich-
tig vorhergesagt. Je nach Positionierung der Einzeldrähte kommt es jedoch zu einer mehr oder weniger
stark ausgeprägten Rückwirkung der Proximityströme auf das Gesamtfeldbild. Zusammen mit der An-
nahme einer homogenen Feldstärke am Ort der Leiter haben diese Vernachlässigungen im untersuchten
Beispiel lediglich Abweichungen des vorhergesagten ohmschen Widerstands im einstelligen Prozentbe-
reich zur Folge. Trotz des in diesem Beispiel hohen Verhältnisses zwischen Drahtstärke und Skintiefe
von (d/2)/ = 3,44 kann der aufgrund der Proximityströme auftretende Feldanteil somit im Hinblick auf
die Verlustberechnung für die gezeigten Anordnungen in erster Näherung vernachlässigt werden.

L [H] L [H] Abweichung R(f = 200 kHz) R(f = 200 kHz) Abweichung
Konfig.
(Simulation) (aus [346]) [%] [] (Sim.) [] (aus [346]) [%]

1 460,7 461 -0,07 48,1 47,4 +1,5


2 461,4 462 -0,13 32,3 30,4 +6,3
3 458,4 459 -0,13 32,5 30,2 +7,6

Tabelle 4-1: Vergleich der Simulationsergebnisse zur Abb. 4-9 anhand äquivalenter Magnetisierungsströme
mit den entsprechenden Ergebnissen aus [346]. Bei der untersuchten Auswertefrequenz von
f = 200 kHz beträgt das Verhältnis zwischen Leiterradius und Skintiefe bereits (d/2)/ = 3,44.

Zur weiteren Evaluation der Auswirkung dieser Vereinfachung wurde die in Abb. 4-10 (a) dargestellte
Geometrie eines Standard-Kerns vom Typ P42/29 untersucht. Diese Kernform eignet sich insbesondere
für Anwendungen der KIE mit Gerätehälften, die konzentrisch, aber ohne Vorzugswinkel bzgl. der Ko-
ordinate  zueinander ausgerichtet werden. Damit bietet diese Kerngeometrie bei ruhenden Systemen
ein Höchstmaß an Positionierungsfreiheit hinsichtlich der Ausrichtung der beiden Gerätehälften unter-
einander. Gleichzeitig eignet sie sich zum Einsatz in rotierenden Transformatoren und kommt bei-
spielsweise in [32, 161] zum Einsatz.
Zunächst dienen mittels FEMM [361] berechnete Simulationsergebnisse als Vergleichsreferenz. Die per
Randelementmethode berechneten Flussröhren bei Bestromung der unteren Wicklung zeigt
Abb. 4-10 (a). Angesichts dieser Verteilung ist es leicht einzusehen, dass die Vorhersage der induktiven
Kopplung zwischen der oberen und unteren Wicklung anhand von Näherungsverfahren wie Re-
luktanzmodellen nur Resultate mit sehr eingeschränkter Gültigkeit hervorbringen kann. Insbesondere
die hierfür nötigen Verläufe der Streupfade bei gleichzeitig vorhandenem Innen- und Außenluftspalt
können im Rahmen solcher Abschätzungen nur sehr unbefriedigend vorhergesagt werden. Gleichzeitig
ist eine akkurate Vorhersage der Feldverteilung innerhalb des Wickelfensters hinsichtlich der Vorher-
sage der Proximityverluste unerlässlich. Den eingefärbten Verlauf der Feldstärke gemäß FEM-
Simulation zeigt Abb. 4-10 (b). Vor allem innerhalb des inneren Luftspalts und in der näheren Umge-
bung derjenigen Ecken, an denen viel magnetischer Fluss austritt, kommt es lokal zu hohen Feldstär-

115
4 Modellierung der Koppelspulen

ken. Im unteren Wickelpaket liegen insbesondere die oberen linken Windungen in einem solchen Be-
reich mit hoher Feldstärke. Diese hohen Feldamplituden rufen entsprechend hohe Wirbelstromverluste
in ungünstig platzierten Windungen hervor. Die Gegenüberstellung der Simulationsergebnisse für allei-
nige Bestromung der Primär- bzw. der Sekundärwicklung ist in Tabelle 4-2 bzw. Tabelle 4-3 aufge-
führt.

z [mm]

40

30 lg

20

10

(b)
0
(a) 0 5 10 15 20 25  [mm]

Abb. 4-10: P42/29-Kern mit r = 1000, N1 = 88 Windungen (unten) und N2 = 44 (oben), Drahtdurchmesser
jeweils d = 0,6 mm. Die untere Wicklung führt im dargestellten Fall einen Strom von I1 = 1 A.
Der Abstand zwischen den beiden konzentrisch angeordneten Ferritkernen beträgt lg = 8 mm.
(a) Mittels Randelementmethode berechneter Verlauf der Flussröhren.
(b) Mittels FEMM [361] berechneter Verlauf der Feldstärke im Bereich des Luftspalts.

Erwartungsgemäß zeigen beide Simulationen eine sehr starke Abhängigkeit der Induktivitätswerte vom
Abstand lg der beiden Kernhälften. Wie im Falle einer regulären Spule ergibt sich bei Vergrößerung des
Luftspalts eine Verringerung der erzielbaren Induktivität. Gleichzeitig sinkt die Gegeninduktivität der
Anordnung mit zunehmendem Luftspalt drastisch, da die Streupfade radial bzw. schräg durch das Wi-
ckelfenster im Vergleich zu den Pfaden durch den Kern und den anwachsenden Luftspalt attraktiver
werden. Ein gänzlich anderes Verhalten zeigen die simulierten Werte der Wicklungswiderstände bei
höheren Frequenzen. Diese zeigen sich von der Variation der Luftspaltlänge nahezu unabhängig, in
beiden Simulationsverfahren ist nur ein geringer Anstieg um wenige Prozentpunkte zu verzeichnen.
Verglichen mit den Werten der Gleichstromwiderstände sagen beide Verfahren einen um den Faktor
24,0 (Primärseite) bzw. 10,4 (Sekundärseite) erhöhten Widerstand für f = 50 kHz voraus. Demnach
wird dieser Parameter der Koppelspulen vor allem von der Position der Windungen im Wickelfenster
sowie über Gleichung (4-36) durch das Verhältnis zwischen Skintiefe und Drahtdurchmesser beein-
flusst.

116
4.5 Verifikation an ausgewählten Beispielen

Abstand L11 [H] L11 [H] Abw. L21 [H] L21 [H] Abw. R11 [] R11 [] Abw.
lg [mm] (Sim.) (FEM) [%] (Sim.) (FEM) [%] (Sim.) (FEM) [%]

1 1991 2075 -4,0 834,5 865,8 -3,6 10,04 10,18 -1,4


3 1084 1104 -1,8 345,4 350,1 -1,3 10,62 10,47 +1,4
6 835,5 846,3 -1,3 179,7 181,2 -0,8 10,71 10,46 +2,4
8 779,8 788,8 -1,1 130,1 131,1 -0,8 10,70 10,44 +2,5

Tabelle 4-2: Simulationsergebnisse zur Anordnung aus Abb. 4-10 für unterschiedliche Luftspaltlängen lg
bei primärseitiger Bestromung. Der Gleichstromwiderstand dieser Drahtkonfiguration beträgt
R11(f = 0 Hz) = 431 m, die Auswertung des Wicklungswiderstands erfolgte bei f = 50 kHz
mit (d/2)/ = 1,03.

Abstand L22 [H] L22 [H] Abw. L12 [H] L12 [H] Abw. R22 [] R22 [] Abw.
lg [mm] (Sim.) (FEM) [%] (Sim.) (FEM) [%] (Sim.) (FEM) [%]

1 499,9 521,1 -4,1 834,5 865,8 -3,6 1,93 1,98 -2,5


3 272,7 277,8 -1,8 345,4 350,1 -1,3 1,99 1,99 0,0
6 211,2 213,8 -1,2 179,7 181,2 -0,8 1,97 1,97 0,0
8 197,5 199,7 -1,1 130,1 131,1 -0,8 1,96 1,95 +0,5

Tabelle 4-3: Simulationsergebnisse zur Anordnung aus Abb. 4-10 für unterschiedliche Luftspaltlängen lg
bei sekundärseitiger Bestromung. Der Gleichstromwiderstand dieser Drahtkonfiguration be-
trägt R22(f = 0 Hz) = 189 m, die Auswertung des Wicklungswiderstands erfolgte bei
f = 50 kHz mit (d/2)/ = 1,03.

Vergleicht man die Ergebnisse beider Simulationsverfahren untereinander, so ergeben sich sehr niedri-
ge Abweichungen im unteren Prozentbereich. Deren Ursache kann in der bei beiden Verfahren nur end-
lich genauen Diskretisierung des untersuchten Volumens bzw. der Ferritoberfläche gesucht werden.
Zudem wird die Krümmung der Drähte im Falle der Simulation per Randelementmethode sowohl bei
der Berechnung der Selbstinduktivität (innere Induktivität), als auch bei der Berechnung der Wick-
lungswiderstände vernachlässigt. Zusätzlich trägt die Simulation per FEM der kompletten Wir-
belstromverteilung sowie dem inhomogenen Verlauf des Magnetfelds über dem Leiterquerschnitt
Rechnung.
Abschließend zeigt Tabelle 4-4 für dieses Beispiel die Simulationsergebnisse der gleichsinnigen
Bestromung beider Wicklungen. Diese Konfiguration kann zur Plausibilitätsüberprüfung der obigen
Simulationsergebnisse herangezogen werden. Im Falle der gleichsinnigen Bestromung beider Wicklun-
gen kann der Erwartungswert L der Gesamtinduktivität der Serienschaltung gemäß
L  L11  L22  2L12 (4-37)
berechnet werden. Der Erwartungswert R des ohmschen Anteils der Serienschaltung wird in diesem
Zusammenhang als
R  R11  R22 (4-38)
definiert. Während im Falle der Randelementmethode die simulierten Werte LSer der gleichsinnigen
Reihenschaltung bis auf Rundungsfehler sehr gut mit den Erwartungswerten L übereinstimmen,
117
4 Modellierung der Koppelspulen

kommt es innerhalb der FEM-Simulation zu Restabweichungen. Diese widersprechen der Theorie eines
linearen Übertragers und sind wohl auf Diskretisierungsfehler des Gitters zurückzuführen. Im Falle des
Serienwiderstands kommt es hingegen bei beiden Berechnungsverfahren zu merklichen Abweichungen
des Simulationswertes gegenüber dem gemäß (4-38) definierten Erwartungswert R. Demnach können
die ohmschen Wicklungsverluste je nach Drahtkonfiguration bei gleichzeitigem Stromfluss in Primär-
und Sekundärseite gegenüber der Einzelbestromung zu- oder auch abnehmen. In der einschlägigen Lite-
ratur wird vorgeschlagen, diesen Effekt in Analogie zur Definition der Gegeninduktivität anhand eines
„Gegenwiderstands“ R12 zu modellieren, siehe hierzu [370-372]. Wie in [370] exemplarisch illustriert,
kann dieses Ersatzelement unter bestimmten Voraussetzungen auch negative Werte annehmen. Dem-
nach kann die Abnahme der simulierten Widerstandswerte bei lg = 1 mm gegenüber der Summe aus R11
und R22 aus Tabelle 4-4 anhand eines solchen Effekts erklärt werden. In dieser Literaturstelle wird aber
vor dem Einfluss weiterer parasitärer Effekte (Kernverluste, verteilte kapazitive Blindströme innerhalb
der magnetischen Komponente) gewarnt, welche die Übertragbarkeit von simulierten R12-Werten auf
reale Wicklungsaufbauten zunichtemachen. Zudem fällt dieser Effekt der gegenseitigen Beeinflussung
der Wicklungen untereinander im dargestellten Beispiel räumlich getrennter Koppelspulen nur schwach
aus. Dementsprechend wird im Rahmen dieser Arbeit auf eine eingehendere Modellierung dieses Ef-
fekts verzichtet.

lg LSer [H] LSer [H] Abw. L [H] L [H] RSer [] RSer [] Abw. R [] R []
[mm] (Sim.) (FEM) [%] (Sim.) (FEM) (Sim.) (FEM) [%] (Sim.) (FEM)

1 4160 4348 -4,3 4159,9 4327,4 11,22 11,87 -5,5 11,97 12,16
3 2047 2090 -2,1 2047,5 2082,0 12,51 12,59 -0,6 12,61 12,46
6 1406 1427 -1,5 1406,1 1422,2 12,78 12,66 +0,9 12,68 12,43
8 1238 1254 -1,3 1237,5 1250,7 12,79 12,61 +1,4 12,66 12,39

Tabelle 4-4: Simulationsergebnisse zur Anordnung aus Abb. 4-10 für unterschiedliche Luftspaltlängen lg
bei gleichsinniger primär- und sekundärseitiger Bestromung. Der Gleichstromwiderstand die-
ser Drahtkonfiguration beträgt RSer(f = 0 Hz) = 620 m, die Auswertung des Wicklungswider-
stands erfolgte bei f = 50 kHz mit (d/2)/ = 1,03.

Im nächsten Verifikationsschritt dient ein realer Spulenaufbau auf Basis eines P42/29-Kerns als Ver-
gleichsreferenz, der zugehörige Aufbau ist in Abb. 4-11 dargestellt. Der Lagenaufbau mit Volldraht
wurde so gewählt, dass das untere Wickelfenster mit 5 Lagen nahezu vollständig belegt wurde, während
das obere Wickelfenster mit 2 Lagen nicht ganz bis zur Hälfte bewickelt wurde. Es ist leicht einzuse-
hen, dass das erarbeitete BEM-Modell zur Vorhersage der magnetischen Komponente einer Vielzahl
von Eigenschaften des realen Aufbaus aus Abb. 4-11 (a) keine Beachtung schenken kann. So werden
im Rahmen der Simulation die unvermeidbaren Zuleitungen, die Steigung des Drahts entlang der Wick-
lungsrichtung, die Deformation des Drahts aufgrund von Zugkräften während des Wickelvorgangs so-
wie die Aussparungen des Außenschenkels vernachlässigt.
Mit Blick auf die Vorhersage der Wicklungsverluste ist eine möglichst genaue Vorhersage der Feldver-
teilung innerhalb des Wickelfensters entscheidend. In diesem Zusammenhang zeigt Abb. 4-11 (b) die
Verteilung der Proximityverluste auf die einzelnen Drähte der beiden Wicklungen bei alleiniger
Bestromung der unteren Wicklung. Hieraus wird ersichtlich, dass in der dargestellten Konfiguration die

118
4.5 Verifikation an ausgewählten Beispielen

Feldstärkeüberhöhung im Bereich des Innenluftspalts die Entstehung der Proximityverluste maßgeblich


bestimmt.

z [mm] Pprox [mW]

120

30 100

80

60
20
40

20
10

(a)

0
(b) 10 20  [mm]

Abb. 4-11: Koppelspulen basierend auf einem Standard-Topfkern des Typs P42/29 aus dem Material 3B7
mit N1 = 23, N2 = 9 und ü = 2,56, Kupferdurchmesser jeweils d = 0,8 mm, Isolationsdicke
diso = 0,4 mm.
(a) Foto der Prototypen.
(b) Mittels Randelementmethode berechnete Proximityverluste gemäß Gleichung (4-36) bei
Bestromung der unteren Wicklung mit I1 = 1 A.

Für die Vorhersage der magnetischen Kopplung zeigt Abb. 4-12 den Vergleich der per Simulation vor-
hergesagten Induktivitätsverläufe mit einzelnen Messwerten über einen weiten Wertebereich der Luft-
spaltlänge lg. Bezogen auf den Außendurchmesser der Ferritkerne variiert dabei das Verhältnis von lg/do
zwischen 2 % und 21 %. Insgesamt zeigt sich eine bestechende Übereinstimmung zwischen Messung
und Simulation. Der stark variierende Verlauf sowohl der Selbstinduktivitäten als auch der Gegenin-
duktivität wird korrekt vorhergesagt. Tendenziell liegen zwar alle Messpunkte marginal unter den Wer-
ten der Simulation, dieser Effekt ist aber dem geringeren magnetischen Kernvolumen im praktischen
Aufbau zuzurechnen (Einbuchtungen im Außenschenkel für die Zuführung der Drähte). Bezieht man
die Messunsicherheiten in die Betrachtung mit ein, so sind die Abweichungen im Falle von L22 und L12
sogar kleiner als die Messunsicherheiten des verwendeten Impedanzanalysators. Demnach ist es anhand
des vorgestellten Simulationsmodells möglich, die sehr komplexen Magnetfeldverteilungen und damit
die Kopplung der beiden Spulen innerhalb des P-Kerns mit einer für die Praxis mehr als ausreichenden
Genauigkeit vorherzusagen.

119
4 Modellierung der Koppelspulen

L11 L22
L12

Messpunkte
Messpunkte

(a) (b)

Abb. 4-12: Vergleich der simulierten und gemessenen Induktivitätsverläufe als Funktion der Luftspaltlänge
lg für einen mit Volldraht bewickelten P42/29-Kern (siehe Abb. 4-11) bestehend aus dem Mate-
rial 3B7 mit N1 = 23 und N2 = 9, Kupferdurchmesser jeweils d = 0,8 mm (Impedanzanalysator
HP 4294 A, Auswertefrequenz fmess = 1 kHz).
(a) Verlauf L11 (Max. Abw. Vorhersage vs. Messung +2,0 %).
(b) Verlauf L22 und L12 (Max. Abw. Vorhersage vs. Messung für L22 +1,0 %, für L12 +3,0 %).

Den Vergleich zwischen berechneten und simulierten Widerstandsverläufen über der Frequenz enthält
Abb. 4-13. Insgesamt zeigt sich auch bei der Vorhersage dieser Parameter eine sehr gute Übereinstim-
mung für einen weiten Frequenzbereich. Insbesondere der starke Widerstandsanstieg zwischen
f = 1 kHz und f = 100 kHz wird mit hoher Genauigkeit vorhergesagt. Für noch höhere Frequenzen im
Bereich f  1 MHz ergeben sich zunehmende Abweichungen der gemessenen Spulenverluste, auf de-
ren Gründe wird in Anhang E.6 näher eingegangen. Diese Diskrepanzen treten jedoch in einem Fre-
quenzbereich auf, in dem ein Betrieb der Koppelspulen aufgrund der stark angestiegenen Verluste oh-
nehin nicht mehr sinnvoll erfolgen kann.
Vergleicht man die Verläufe des frequenzabhängigen Wicklungswiderstands aus Abb. 4-13 (a) und (b)
für die beiden Extremwerte der Luftspaltlänge untereinander, so erkennt man die Bestätigung der aus
Tabelle 4-2 und Tabelle 4-3 gewonnenen Erkenntnis bezüglich des Verhaltens der Wicklungswider-
stände in Abhängigkeit von der Luftspaltlänge. Bis zu einer Frequenz von f = 100 kHz zeigen diese
kaum Abweichungen voneinander und können in erster Näherung als gleich angesehen werden.
Zur Reduktion der stark frequenzabhängigen Wicklungswiderstände bietet sich die Verwendung von
HF-Litze an. Wie im Abschnitt 4.4.3 diskutiert, ist die Modellierung dieses Drahttyps mit zusätzlichen
vereinfachenden Annahmen verbunden. Zur Verifikation der erzielbaren Vorhersagegenauigkeit wurde
der Lagenaufbau aus Abb. 4-11 mit HF-Litze bestehend aus 20 Adern mit einem Einzeldurchmesser
von 0,2 mm nachempfunden. Es wurde versucht, das Windungszahlenverhältnis von
ü = N1/N2 = 13/9 = 2,56 beizubehalten und gleichzeitig identische Gleichstromwiderstände zu erhalten.
Hierfür wurden die Windungszahlen auf N1 = 33 und N2 = 13 erhöht, was in einem Übersetzungsver-
hältnis von ü = 2,54 resultierte. Den Vergleich der gemessenen und simulierten Verläufe der Selbst-
und Gegeninduktivitäten zeigt Abb. 4-14.

120
4.5 Verifikation an ausgewählten Beispielen

Messung Messung

Simulation Simulation

(a) (b)

Abb. 4-13: Vergleich der simulierten und gemessenen Widerstandsverläufe als Funktion der Frequenz für
einen mit Volldraht bewickelten P42/29-Kern (siehe Abb. 4-11) bestehend aus dem Material
3B7 mit N1 = 23 und N2 = 9, Kupferdurchmesser jeweils d = 0,8 mm, diso = 0,4 mm. Die Verläu-
fe der relativen Abweichungen zwischen Messung und Simulation sind im Anhang E.5 aufge-
führt (Impedanzanalysator HP 4294 A).
(a) Luftspaltlänge lg = 1,2 mm. (b) Luftspaltlänge lg = 8,1 mm.

Messpunkte
Messpunkte

(a) (b)

Abb. 4-14: Vergleich der simulierten und gemessenen Induktivitätsverläufe als Funktion der Luftspaltlänge
lg für einen mit HF-Litze bewickelten P42/29-Kern (vergleichbarer Lagenaufbau zu Abb. 4-11)
bestehend aus dem Material 3B7 mit N1 = 33 und N2 = 13, Drahttyp jeweils 200,2 mm (Impe-
danzanalysator HP 4294 A, Auswertefrequenz fmess = 1 kHz).
(a) Verlauf L11 (Max. Abw. Vorhersage vs. Messung +2,6 %, Referenz Messwerte).
(b) Verlauf L22 und L12 (Max. Abw. Vorhersage vs. Messung für L22 +1,5 %, für L12 +2,9 %,
Referenz Messwerte).
121
4 Modellierung der Koppelspulen

Aufgrund der gestiegenen Windungszahlen ergeben sich entsprechend höhere Induktivitätswerte als im
Falle der Bewicklung mit Volldraht. Die Vorhersage durch das vorgestellte Modell ergibt wiederum
eine sehr gute Übereinstimmung mit den gemessenen Werten. Die ermittelten Abweichungen waren für
alle Messpunkte kleiner 3 %, wobei von der Tendenz wiederum marginal erhöhte Simulationswerte be-
obachtet wurden. Eine signifikante Rückwirkung des Drahttyps auf die erzielbare Induktivität wurde
nicht beobachtet und ist auch aus theoretischer Sicht nicht zu erwarten.
Demgegenüber ist bei Verwendung von HF-Litze aufgrund der besonderen Hochfrequenzeigenschaften
dieser Drahtart von einer entsprechend veränderten Widerstandscharakteristik auszugehen. In diesem
Zusammenhang zeigt Abb. 4-15 den Verlauf der simulierten und gemessenen Widerstandsverläufe als
Funktion der Frequenz bei den beiden Extremwerten der untersuchten Abstandswerte für den Fall der
Litzen-Wicklung. Trotz der komplizierten Vorgänge im Inneren der Litzedrähte liefert die aus [212]
übernommene Modellierung sehr genaue Vorhersagen. Im dargestellten Frequenzbereich sind Simulati-
ons- und Messergebnisse nahezu deckungsgleich, lediglich für den geringsten Abstand kommt es bei
Annäherung an f  1 MHz zu erkennbaren Abweichungen. Auf deren Zustandekommen wird im An-
hang E.6 näher eingegangen. Auch für diesen Drahttyp ist die Abhängigkeit des Wicklungswiderstands
vom Abstand der beiden Ferrithälften vernachlässigbar.
Durch die Verwendung von HF-Litze zur Bekämpfung der hochfrequenten Spulenverluste eröffnet sich
neben den Abmessungen der Kerngeometrie ein weites Parameter-Feld hinsichtlich der Optimierung
der Koppelspulen. Wie Abb. 4-16 (a) zeigt, ergeben sich drastische Unterschiede im Widerstandsver-
lauf beim Einsatz von HF-Litze gegenüber der Verwendung von Volldraht. Im untersuchten (syntheti-
schen) Beispiel wurde der Wickelaufbau so gewählt, dass identische Gleichstromwiderstände erzielt
wurden. Der vorrangig durch die externen Felder verursachte Widerstandsanstieg setzt im Falle des
Volldrahts aufgrund des ungünstigeren Verhältnisses zwischen Drahtradius und Skintiefe früher ein.

Messung Messung

Simulation Simulation

(a) (b)

Abb. 4-15: Vergleich des simulierten und des gemessenen Widerstandsverlaufs über der Frequenz für einen
mit HF-Litze bewickelten P42/29-Kern (vergleichbarer Lagenaufbau zu Abb. 4-11) bestehend
aus Material des Typs 3B7 mit N1 = 33 und N2 = 13, Drahttyp jeweils 200,2 mm. Die Verläufe
der relativen Abweichungen zwischen Messung und Simulation sind im Anhang E.5 aufgeführt
(Impedanzanalysator HP 4294 A).
(a) Luftspaltlänge lg = 1,2 mm. (b) Luftspaltlänge lg = 8,1 mm.
122
4.5 Verifikation an ausgewählten Beispielen

Somit existiert ein Frequenzbereich, in welchem die Wicklung auf Basis von HF-Litze niedrigere Ver-
luste aufweist. Dabei muss beachtet werden, dass die im Demonstrator realisierten Wicklungen mit
(33/23)2 = 2 doppelt so hohe Induktivitätswerte aufweisen. Zum Vergleich zeigt Abb. 4-16 (a) die Si-
mulationsergebnisse einer Wicklung der gleichen Litze mit den Windungszahlen der Volldrahtwick-
lung. Für diese Drahtkonfigurationen bliebe der Induktivitätswert zwischen Volldraht- und Litzenwick-
lung nahezu erhalten, der Widerstandsverlauf erfährt aber in entsprechender Weise eine weitere Reduk-
tion. Damit erweitert sich der Frequenzbereich, in dem die Litzenwicklung Vorteile aufweist. Aufgrund
der reduzierten Drahtlänge sinkt der Wicklungswiderstand und der Frequenzpunkt, an dem beide Wick-
lungen einen gleich hohen Widerstand aufweisen, wandert nach rechts.
Den Grund für das schlechtere Abschneiden der Wicklung auf Basis von HF-Litze bei sehr hohen Fre-
quenzen zeigt Abb. 4-16 (b). Die darin gezeigte Aufteilung der unterschiedlichen Verlustmechnismen
für den Fall der Litzewicklung mit N1 = 33 zeigt deutlich den dominierenden Einfluss der externen Pro-
ximityverluste auf die Gesamtverlustbilanz. Während die Skinverluste der Einzeladern im relevanten
Frequenzbereich keinen Einfluss auf den Gesamtwiderstand des Litzedrahts ausüben, sind auch die
Auswirkungen des inneren Proximityeffekts sehr begrenzt. Hauptursache für die stark steigenden Wick-
lungswiderstände im höheren Frequenzbereich ist wie im Falle der Volldrahtwicklung die hohe Feld-
stärkeamplitude innerhalb des Wickelfensters. Eine weitere Reduktion der externen Proximityverluste
bzw. eine Erweiterung des Frequenzbereichs, in dem die Verwendung von Litze Vorteile bietet, ist
demnach nur durch eine Veränderung der Wickelfensterbelegung sowie durch die Verwendung von
Litze mit kleinerem Aderdurchmesser möglich.

Litze

Volldraht

(a) (b)

Abb. 4-16: Vergleich des mit Volldraht bewickelten P42/29-Kerns (siehe Abb. 4-11) bestehend aus Material
des Typs 3B7 mit N1 = 23, N2 = 9 mit einem vergleichbaren Lagenaufbau mit HF-Litze des
Drahttyps 200,2 mm für lg = 3 mm.
(a) Simulierte Widerstandsverläufe als Funktion der Frequenz (gestrichelt: Litze mit N1 = 33,
N2 = 13; punktiert N1 = 23, N2 = 9).
(b) Aufteilung der Verlustmechanismen im Falle der Litzen-Wicklung für den Wicklungswi-
derstand R11 mit N1 = 33.
123
4 Modellierung der Koppelspulen

4.6 Fazit
Die Koppelspulen eines Systems zur KIE stellen aus leistungselektronischer Sicht mithin die zentralen
Komponenten dar. Dementsprechend wichtig ist eine möglichst gute Vorhersage sowohl der induktiven
Kopplung als auch der unvermeidbaren Spulenverluste. Wie anhand mehrerer Beispiele gezeigt, erfüllt
der diskutierte Ansatz beide Anforderungen mit hoher Genauigkeit. Für die Simulation kann, unter den
getroffenen Einschränkungen, sowohl die Kerngeometrie als auch die Wicklungskonfiguration prinzipi-
ell beliebig gewählt werden. Bei alleiniger Betrachtung der Drahtpositionierung kann die Diskretisie-
rung des Kerns von der Berechnung der Ersatzschaltbildparameter entkoppelt werden, was in einer ho-
hen Rechengeschwindigkeit mündet.
Die dargestellte nachgelagerte Berechnung der Wicklungsverluste anhand von Besselfunktionen liefert
zudem direkt eine Vorhersage des Frequenzverhaltens der Wicklungsverluste. Die dabei erhaltene Auf-
schlüsselung der unterschiedlichen Verlustmechanismen im Wickelpaket erlaubt den Einblick in die
Ursachen für die Verlustleistungsentwicklung und zeigt Optimierungsansätze auf. Die in diesem Zu-
sammenhang naheliegende Verwendung von HF-Litze kann ebenfalls mit praxisgerechter Genauigkeit
anhand des Modells untersucht werden.
Die extrem hohe Parametervielfalt im Zusammenhang mit der Auslegung der Koppelspulen wird in der
Praxis durch die mechanischen und ökonomischen Randbedingungen eingeschränkt. So ist die Verwen-
dung proprietärer Kernformen in aller Regel erst ab einer höheren Stückzahl gerechtfertigt. Für Kleinse-
rien und Prototypen stellen hingegen Standardkernformen eine Ausgangsbasis dar. Die Wahl geeigneter
Litzen hängt von vielen Parametern, allen voran den Fertigungs- [368] und Verarbeitungsmöglichkeiten
sowie den mit diesem Drahttyp verbundenen Kosten [373] ab. Unabhängig vom Einsatzzweck und den
damit verbundenen Einschränkungen bietet der vorgestellte Ansatz die Möglichkeit, unterschiedlichste
Kerngeometrien und Drahtkonfigurationen zu untersuchen, um somit einer optimalen Spulenauslegung
möglichst nahe zu kommen.

124
5 Systemauslegung
In diesem Abschnitt werden die beiden bisher getrennt voneinander betrachteten Modelle der reso-
nanten Konverter und der Koppelspulen zusammengeführt. Aufgrund der elementaren Bedeutung der
magnetischen Kopplung für den Betrieb des Gesamtsystems darf die Auslegung der Leistungsstufe,
welche zur Überwindung des Luftspalts dient, nicht unabhängig von der Auslegung der Koppelspulen
erfolgen. Insbesondere für den Fall, dass die Effizienz dieser Stufe das primäre Optimierungsziel dar-
stellt, muss eine möglichst gute Vorhersage der kopplungsabhängigen Strombelastungen und den damit
einhergehenden Verlustleistungen erfolgen.
Anhand einer Spezifikation mit vergleichsweise großem relativen Abstandsbereich der Koppelspulen
wird demonstriert, wie auf Grundlage der erarbeiteten Modelle eine solche, möglichst optimale Ge-
samtsystemauslegung identifiziert werden kann. Dabei wird aufgezeigt, inwieweit sich diese Ab-
standstoleranz konkret auf das Transformator-Ersatzschaltbild und damit auf die Auslegung des reso-
nanten Konverters auswirkt und welche Resonanzkreistopologie Vorteile im Hinblick auf die Erfüllung
dieser Anforderung bietet.
Als Ausgangsbasis für diese Optimierung dient das Modell der Koppelspulen, mit dessen Hilfe ein sehr
weites Feld in Betracht kommender Spulenkonfigurationen untersucht werden kann. Für konzentrisch
angeordnete Spulen mit gleich großen Ferritkernhälften werden dabei zwei verschiedene Wickel-
schemata in die Betrachtung mit einbezogen, welche unterschiedlich hohen Fertigungsaufwand zur Fol-
ge haben. Als Kerngeometrie kommen standardisierte P-Kerne zum Einsatz.
Hinsichtlich der Funktionsweise des Gesamtsystems werden zwei Konzepte analysiert. Zum einen wird
die Dimensionierung einer gesteuerten resonanten Stufe ohne Signalrückführung untersucht, zum ande-
ren erfolgt die Auslegung der leistungselektronischen Stufe für ein geregeltes System mit ent-
sprechendem Rückkanal, siehe hierzu auch Abschnitt 2.3. In beiden Fällen steht dabei die möglichst
optimale Auslegung im Hinblick auf den stationären Betrieb im Vordergrund. Hierbei dient eine praxis-
nahe Spezifikation als Illustrationsbeispiel. Bei geänderten Randbedingungen seitens der Applikation
hinsichtlich der Spannungs- und Leistungsanforderungen können die dargestellten Optimierungsstra-
tegien direkt angewendet bzw. entsprechend adaptiert und ergänzt werden. Weiterführende Aspekte,
wie die sekundärseitige Wandlerstufe im Falle des gesteuerten Systems bzw. die Implementierung des
Rückkanals im Falle des geregelten Systems sind nicht Gegenstand dieser Untersuchung. Unabhängig
von der letztendlich verwendeten Regelstrategie des Konverters können mit Hilfe der diskutierten Op-
timierungsstrategien gezielt Auslegungen der resonanten Topologien miteinander verglichen und die
vielversprechendste der untersuchten Topologien in Bezug auf den stationären Betrieb identifiziert
werden.

5.1 Grundlegende Spezifikation


Bei jedem realen Systemaufbau zur KIE kommt es zu unvermeidbaren Abmessungstoleranzen des me-
chanischen Aufbaus. Insbesondere Wandstärketoleranzen des primär- und sekundärseitigen Gehäuses
sind in diesem Zusammenhang für die Auslegung der leistungselektronischen Stufe zur KIE zu berück-
sichtigen. Zusätzliche Abstandstoleranzen ergeben sich durch die Positionierung im Falle trennbarer
Gerätehälften, wobei diese durch nicht sachgemäße Benutzung seitens des Benutzers oder durch
Fremdkörper (beispielsweise Verschmutzung) verursacht werden können. Die Berücksichtigung sehr

125
5 Systemauslegung

großer Wertebereiche der mechanischen Parameter und damit sehr großer Wertebereiche der magneti-
schen Kopplung stellt dabei aus leistungselektronischer Sicht eine nicht zu unterschätzende Hürde
dar58.
Tabelle 5-1 enthält die Eckdaten der in dieser Arbeit untersuchten Spezifikation. Hinsichtlich des me-
chanischen Spulenabstands ist die Überbrückung eines Luftwegs zwischen 3 mm und 9 mm Länge das
vorrangige Ziel, mit einer Mindestwandstärke der beiden Gerätehälften von jeweils 2 mm. Aufgrund
mechanischer Toleranzen (Wandstärkeschwankungen, Wölbung, Positionierung der Ferritkernhälften
innerhalb der Gerätehälften) wird davon ausgegangen, dass der Idealfall von lg = 4 mm nur mit geringer
Wahrscheinlichkeit erreicht wird. Daher wird als Nennwert der Luftspaltlänge ein Wert von
lg,nom = 6 mm festgelegt. Als ungünstigster Wert wird eine Gesamtluftspaltlänge von lg,max = 9 mm an-
genommen, für Kopplungssituationen mit idealer Platzierung bei gleichzeitiger Wandstärke unter dem
Nennwert wird ein Minimalwert von lg,min = 3 mm angenommen.

Parameter Symbol Wertebereich (Nennwert)

Luftspaltlänge lg 3 … 9 mm (6 mm)

Ausgangsleistung Po 0 … 75 W (75 W)

Lastspannung UL 12 V

Maximale Spulenverluste P11,max, P22,max 5W

Tabelle 5-1: Grundlegende Eckdaten der untersuchten Spezifikation.

Mit den Ergebnissen aus Abschnitt 4.5 ist es leicht einzusehen, dass Kopplungssituationen abseits des
Nennabstands deutlich geänderte Strombelastungen des Konverters zur Folge haben. Als kritischer Ar-
beitspunkt ist hierbei die maximale Luftspaltlänge lg,max = 9 mm anzusehen, da hierfür die schlechtesten
Kopplungswerte zu erwarten sind. Zur Begrenzung der Temperaturentwicklung innerhalb der Geräte-
hälften wird ein Maximalwert der Verlustleistung beider Koppelspulen für die Gesamtheit der mögli-
chen Arbeitspunkte von jeweils P11,max = P22,max = 5 W festgelegt. Gleichzeitig muss sichergestellt wer-
den, dass auch unter günstigeren Abstandsverhältnisses alle Anforderungen der Spezifikation eingehal-
ten. Der Minimalwert des zu erwartenden Abstands zwischen den beiden Ferritkernhälften (vgl.
Abb. 4-10) wird hierbei auf einen Wert von lg,min = 3 mm festgelegt. Damit wird auch dem Fall dünne-
rer Gehäusewandstärken Rechnung getragen.
Hinsichtlich der mechanischen Applikationsanforderungen wird davon ausgegangen, dass die Kontakt-
fläche der beiden Gerätehälften plan sein soll. Somit scheiden Kerngeometrien, bei denen die primär-
und sekundärseitigen Koppelspulen koaxial59 zusammengeführt werden (vergleichbar zum Tauchspu-
lenprinzip) bzw. Kerngeometrien, bei denen Ferritabschnitte für Erhebungen und Einbuchtungen an den
Kontaktflächen sorgen, aus. Zudem wird zur Gewährleistung eines Systems mit größtmöglicher Positi-

58
Bei der Verwendung von Ferritkernen zum Zwecke der Flussführung ergeben sich ferner fertigungsbedingte Abmes-
sungstoleranzen, welche im Bereich mehrerer Prozent liegen können [374]. Diese Toleranzen können prinzipiell mit
Hilfe des untersuchten Koppelspulenmodells untersucht werden, im Weiteren werden diese aber nicht berücksichtigt.
59
Solche rotationssymmetrische Kerngeometrien, wie sie beispielsweise bei elektrischen Zahnbürsten häufig anzutref-
fen sind, können mit Hilfe der vorgestellten Verfahren in analoger Weise untersucht und ausgelegt werden. Dabei
kann für diese Kerngeometrie von einer vergleichsweise guten Kopplung und damit einhergehend von einer einfa-
cheren Realisierbarkeit ausgegangen werden.

126
5.1 Grundlegende Spezifikation

onierungsfreiheit im Rahmen der vorliegenden Arbeit eine Einschränkung möglicher Kerngeometrien


auf rotationssymmetrische Kernformen vorgenommen. Dadurch kann das Auftreten eines Vorzugswin-
kels bezüglich der gegenseitigen Ausrichtung der beiden Gerätehälften, wie im Falle der Verwendung
nicht rotationssymmetrischer Kernformen, vermieden werden. Als Standard-Kernform bieten sich somit
Topfkerne zur Gewährleistung dieser geforderten Rotationssymmetrie an. Mit den Ergebnissen des Li-
teraturvergleichs aus Abb. 1-7 folgt aus der Festlegung der Luftspaltlänge direkt die in Frage kommen-
de Kerngröße. Um eine gute Ausgangsbasis hinsichtlich der Effizienz des zur Überbrückung des Luft-
spalts verwendeten Konverters zu schaffen, muss die Auswahl der Kerngröße, welche die Außenabmes-
sung do festlegt, unter Berücksichtigung des Parameters lg/do erfolgen (siehe hierzu auch [28, 65]).
Demnach sollte dieser Parameter nicht zu groß gewählt werden, um eine ausreichend gute magnetische
Kopplung zu gewährleisten60. Somit wird für den weiteren Verlauf der vorliegenden Arbeit ein Stan-
dard-P-Kern des Typs P42/29 gewählt. Mit dessen Außenabmessung von do = 42 mm ergibt sich somit
für das Verhältnis von lg/do ein Wertebereich von 7,1 % … 21,4 %. Die nächstgrößere Standardgröße
P66/56 überdeckt für diese Kenngröße einen Wertebereich zwischen 4,6 % und 13,6 %, scheidet aber
aufgrund ihres um den Faktor 5 höheren Gewichts aus. Für den nächstkleineren Kern der Größe P36/22
variiert der Quotient lg/do zwischen 8,3 % und 25 %, weswegen die Verwendung dieses Kerns für hohe
Abstandssituationen aus thermischen Gesichtspunkten (schlechtere Kopplung, höhere Strombelastung,
schlechtere Entwärmung aufgrund geringerer Oberfläche) nicht weiter verfolgt wird. [-]
Hinsichtlich der zu übertragenden Leistung soll ein Nennwert von Po,nom = 75 W am Ausgang des reso-
nanten Konverters realisiert werden. Beispielanwendungen hierzu sind in der Versorgung von Werk-
zeugmaschinen oder dem Aufladen transportabler Energiespeicher zu finden. Es wird davon ausgegan-
gen, dass der Betrieb unter Volllast für die Wärmeentwicklung im Gerät den ungünstigsten Arbeits-
punkt darstellt, weswegen dies das zu optimierende Betriebsszenario darstellt. Dabei soll die letztend-
liche Leistungsversorgung bei einer Lastspannung von UL = 12 V erfolgen. Diese Spannungsebene ist
vor allem im industriellen Umfeld weit verbreitet.
Aus der angestrebten Höhe der Ausgangsleistung folgen auf der Primärseite weitreichende Konsequen-
zen für den dortigen Systemaufbau. Soll die Versorgung des Gesamtsystems aus dem öffentlichen Nie-
derspannungsnetz erfolgen, so müssen die für diesen Bereich anwendbaren Normen beachtet werden. In
diesem Zusammenhang ist vor allem die DIN EN 61000-3-2 [189] zu nennen, welche die Oberschwin-
gungsströme (bezogen auf die Netzfrequenz) in das Versorgungsnetz limitiert. Zur Erfüllung dieser
Grenzwerte ist der Einsatz einer aktiven Leistungsfaktorkorrekturschaltung sinnvoll, wobei im ange-
strebten Leistungsbereich vorteilhafterweise ein Hochsetzsteller zum Einsatz kommt, siehe hierzu vor
allem [192]. Dadurch ergibt sich als Eingangsspannung des resonanten Konverters ein Spannungsni-
veau, welches über dem Spitzenwert der maximal zu erwartenden Wechselspannung liegen muss. Ein

60
Weitere Verschlechterungen der magnetischen Kopplung können sich durch nicht konzentrische Positionierungen
und Verkippungen der beiden Kernhälften ergeben. Für geringe Abweichungen vom Idealfall der Rotationssymmet-
rie können diese Fälle in erster Näherung wie die konzentrische Anordnung mit erhöhter Luftspaltlänge betrachtet
werden [28]. Weicht die Positionierung der Koppelspulen zu stark vom Idealfall ab, so bringt deren Vorhersage einen
erheblichen Simulationsaufwand mit sich. Alternativ müssten solche Kopplungssituationen im Experiment weiter un-
tersucht werden. Es wird davon ausgegangen, dass zu extreme Verschlechterungen der Kopplung im Betrieb abge-
fangen werden [95, 98] bzw. durch den mechanischen Aufbau Sorge getragen wird, dass diese nicht auftreten kön-
nen. Darüber hinaus ergeben sich veränderte Kopplungsverhältnisse im Falle unerwünschter Fremdkörper (Ferrit,
Metall) im magnetischen Feld. Für das Eintreten solcher Fehlerfälle wird ebenfalls davon ausgegangen, dass der sta-
tionäre Konverterbetrieb durch entsprechende Detektionsmechanismen verhindert wird [179, 375-377].

127
5 Systemauslegung

typischer Wert hierfür ist in diesem Zusammenhang eine Eingangsspannung des resonanten Konverters
von Ui = 390 V, welcher als Grundlage für die weiteren Betrachtungen dient61.
Ein bei der Auslegung getakteter Netzteile essentieller Parameter ist die Schaltfrequenz. Insbesondere
bei den hier betrachteten resonanten Konvertern kommt dieser eine besondere Rolle zu. Für den zuläs-
sigen Wertebereich dieser Größe ergeben sich jedoch Einschränkungen. Zum einen kann es für sehr
niedrige Schaltfrequenzen zu hörbarer Geräuschentwicklung kommen [378, 379]. Soll dies vermieden
werden, so muss die Schaltfrequenz über der Hörschwelle liegen, woraus für den Minimalwert der
Schaltfrequenz ein Wert von fs,min = 20 kHz folgt. Zum anderen existieren Normen, für deren Einhal-
tung es vorteilhaft ist, bestimmte Frequenzbereiche zu meiden. Im betreffenden Frequenzbereich sei in
diesem Zusammenhang insbesondere auf die Vorschriften aus [380, 381] verwiesen. In [192] wurde im
Zusammenhang mit den Vorgaben der DIN EN 55022 [381] gezeigt, dass es im Falle aktiver Leistungs-
faktorkorrekturschaltungen von Vorteil ist, die maximale Schaltfrequenz auf einen Wert von
fs,max = 150 kHz zu limitieren. Zur Gewährleistung, dass auch die Grundschwingung der resonanten
Stufe unterhalb dieser Schwelle bleibt, wird dieser Wert für die Systemauslegung des gesteuerten Sys-
tems übernommen.

5.2 Auslegungsaspekte der Koppelspulen


Bevor mit der eigentlichen Auslegung der leistungselektronischen Stufe begonnen wird, erfolgt die in-
dividuelle Betrachtung wichtiger Eigenschaften der Koppelspulen. Insbesondere die Auswirkung der
Luftspaltlänge ist essentiell für die später vorgestellte Auslegung des Konverters. Zudem werden die
Einflüsse der Wickelfensterbelegung sowohl auf die induktive Kopplung als auch auf die Spulenver-
luste diskutiert. Durch Verwendung geeigneter HF-Litze können diese Verluste reduziert werden. Die
Bedeutung des Aderdurchmessers für die Spulenwiderstände wird ebenfalls aufgezeigt. Abschließend
wird auf die Temperaturabhängigkeit der Spulenverluste näher eingegangen.

5.2.1 Verhalten der induktiven Kopplung bei Abstandsvariation


Besteht für ein System zur KIE die Anforderung, dass im Betrieb ein gewisser Abstandsbereich der
Koppelspulen abgedeckt werden muss, so hat dies einen grundlegenden Einfluss auf die leistungselek-
tronische Auslegung des zugehörigen resonanten Konverters. Abb. 5-1 zeigt hierzu die Variation wich-
tiger elektrischer Kenngrößen der in Abschnitt 4 zu Verifikationszwecken analysierten Koppelspulen
(siehe Abb. 4-11; Volldraht, N1 = 23, N2 = 9) in Abhängigkeit des Abstands lg. Für die drei Transforma-
torparameter des -Ersatzschaltbilds ergeben sich dabei sehr unterschiedliche Verläufe. Während sich
die primärseitige Streuinduktivität Ls nur marginal erhöht (+7,6 % @ lg = 9 mm bezogen auf den Wert
bei lg = 1 mm), erfährt die Hauptinduktivität Lh eine Reduktion um mehr als einen Faktor 22. Das effek-
tive Übersetzungsverhältnis n ist bereits bei lg = 1 mm mit n = 2,07 gegenüber dem gewickelten Wert
von ü = N1/N2 = 2,56 merklich reduziert und verringert sich mit zunehmendem Abstand auf einen Wert
von nur noch n = 0,68 bei lg = 9 mm. Dieses Verhalten ist auf die direkte Abhängigkeit der beiden Pa-
rameter vom Koppelfaktor k der beiden Spulen zurückzuführen (siehe Gleichung (1-6) ). Dieser Para-
meter nimmt im dargestellten Abstandsbereich Werte zwischen k = 0,81 und k = 0,27 an. Das für die
Auslegung des resonanten Konverters wichtige Verhältnis  von Ls zu Lh ist über

61
Weiterführende Aspekte dieser aktiven PFC-Stufe wie die unvermeidbare Restwelligkeit bzw. das dynamische Ver-
halten der Zwischenkreisspannung bei Netzeinbrüchen werden nicht weiter berücksichtigt. Bei Vernachlässigung
dieser Aspekte kann die Zwischenkreisspannung in guter Näherung als konstant angenommen werden.

128
5.2 Auslegungsaspekte der Koppelspulen

 
 
Ls 1  k 2 L11 1
 2 1 (5-1)
Lh k 2 L11 k
ebenfalls mit dem Koppelfaktor verknüpft. Der in Abb. 5-1 (b) dargestellte Verlauf beginnt ohnehin bei
einem, verglichen mit Auslegungen resonanter Konverter für konventionelle Schaltnetzteile [191], ho-
hen Wert von  = 0,51 und steigt mit zunehmendem Abstand auf einen Wert von  = 12,6.
Beim Vergleich der entsprechenden Verläufe der Ersatzschaltbildparameter des zweiten Verifikations-
beispiels aus Abschnitt 4.5 basierend auf HF-Litze (200,2 mm), siehe Abb. 5-2, ergeben sich beste-
chende Ähnlichkeiten im Vergleich zur Spulenkonfiguration mit Volldraht. Zwar wurden die absoluten
Windungszahlen auf N1 = 33 und N2 = 13 angehoben und dementsprechend unterscheiden sich die ab-
soluten Werte der Induktivitäten Ls und Lh. Die Verläufe des Koppelfaktors k und damit der Paramater n
und  sind in Abb. 5-1 (b) und Abb. 5-2 (b) jedoch nahezu gleich. Gleiches gilt für die Verläufe des
effektiven Windungszahlenverhältnisses, wobei zu berücksichtigen ist, dass beide Spulenkonfiguratio-
nen ein nahezu identisches Windungszahlenverhältnis sowie Wickelfensterbelegung aufweisen. Somit
ist der Koppelfaktor k der beiden Koppelspulen einerseits vom Abstand der beiden Spulen abhängig,
andererseits lässt sich dieser Parameter durch die Wickelfensterbelegung beeinflussen. Identische Bele-
gungen des Wickelfenster ergeben demnach identische Verläufe des Koppelfaktors und damit des Pa-
rameters . In [197] wird diese Eigenschaft in analoger Weise ausgenutzt, um mit Hilfe äquivalenter
AL-Werte (in Anlehnung an den Entwurf von Induktivitäten) eine gezielte Auslegung der Streuindukti-
vität zu ermöglichen. Für das in dieser Arbeit verwendete -Transformatorersatzschaltbild lassen sich
die Werte der primärseitigen Induktivitäten Ls und Lh bei gleichbleibender Fensterbelegung durch die
primärseitige Windungszahl N1 beeinflussen. In das effektive Windungszahlenverhältnis fließen beide
Windungszahlen N1 und N2 ein.

(a) (b)

Abb. 5-1: Simulationsergebnisse der exemplarischen Spulenkonfiguration aus Abb. 4-11 basierend auf
Volldraht mit N1 = 23 und N2 = 9 in Abhängigkeit des Abstandes lg der Koppelspulen.
(a) Induktivitätsverläufe des -Ersatzschaltbilds gemäß Abb. 1-6 (b).
(b) Verläufe des Koppelfaktors k, des effektiven Übersetzungsverhältnisses n gemäß
Abb. 1-6 (b) und des Parameters  = Ls/Lh. Das gewickelte Windungszahlenverhältnis be-
trägt für dieses Beispiel ü = 2,56.
129
5 Systemauslegung

(a) (b)

Abb. 5-2: Simulation der induktiven Kopplung der exemplarischen Spulenkonfiguration aus Abb. 4-14 ba-
sierend auf HF-Litze (200,2 mm) mit N1 = 33 und N2 = 13 in Abhängigkeit des Abstandes lg
der Koppelspulen.
(a) Induktivitätsverläufe des -Ersatzschaltbilds aus Abb. 1-6 (b).
(b) Verläufe des Koppelfaktors k, des effektiven Übersetzungsverhältnisses n aus Abb. 1-6 (b)
und des Parameters  = Ls/Lh. Das gewickelte Windungszahlenverhältnis beträgt für dieses
Beispiel ü = 2,54.

Für die Auslegung des resonanten Konverters hat dieses abstandsabhängige Verhalten des Transforma-
tors unterschiedliche Konsequenzen. Für die folgenden Abbildungen wird zur Verdeutlichung diverser
Einflüsse die relative Änderungen  einer Kenngröße X gemäß
X X
 X   Bezug
(5-2)
X Bezug

definiert. Abb. 5-3 (a) zeigt die relative Änderung für den Koppelfaktor k und die primärseitigen Selbst-
induktivität L11 für einen Bezugsabstand von lg,Bezug = 1 mm. Obwohl sich diese beiden Größen, bezo-
gen auf den minimalen Abstandswert deutlich ändern, kommt es gemäß (1-6) und (2-13) nur zu sehr
geringen Änderungen der Serienresonanzfrequenz f0s bzw. der auf diesen Wert normierten Schaltfre-
quenz Fs, wie in Abb. 5-3 (b) gezeigt. Angesichts des mit dem Abstand leicht anwachsenden Wertes der
primärseitigen Streuinduktivität Ls kommt es zu einer Verringerung der Resonanzfrequenz f0s von nur
wenigen Prozentpunkten. Aufgrund der nahezu identischen Wickelfensterbelegung der beiden simulier-
ten Spulenkonfigurationen sind die zugehörigen Verläufe der relativen Änderungen für die unterschied-
lichen Spulenauslegungen nahezu gleich.
Die relative Änderung des effektiven Übersetzungsverhältnisses n und der sekundärseitigen Selbstin-
duktivität L22 ist in Abb. 5-4 (a) über dem Spulenabstand aufgetragen. Wie zu erwarten, ähneln diese
Ergebnisse stark den Verläufen der Abb. 5-3 (a), siehe hierzu auch Gleichung (1-6). Die entsprechen-
den Auswirkungen auf die zweite Resonanzfrequenz f0p bzw. f0k aus Abb. 5-4 (b), gebildet aus Lh und
dem sekundärseitig angekoppelten Kompensationskondensator Cp bzw. Ck für die beiden sekundärseitig
kompensierten Konvertervarianten fallen hingegen gravierender aus als für die primärseitige Resonanz-

130
5.2 Auslegungsaspekte der Koppelspulen

frequenz aus Abb. 5-3 (b). Dieser Effekt kommt durch den Einfluss des stark variierenden Überset-
zungsverhältnisses n aus Abb. 5-4 (a) und der Hauptinduktivität Lh aus Abb. 5-2 (a) zustande, welche
über Gl. (2-16) bzw. (2-22) in die Lage dieser Resonanzfrequenzen einfliest.
Abschließend zeigt Abb. 5-5 den Änderungsverlauf der für die Leistungsteilauslegung wichtigen Para-
meter  und  welche die Verhältnisse der induktiven bzw. der (transformierten) kapazitiven Blindele-
mente repräsentierenAufgrund der Variation dieser beiden Parameter bei Vergrößerung des Spulenab-
standes lg ergibt sich eine entsprechende Änderung der Konvertercharakteristik. So ändert sich das In-
duktivitätsverhältnis  aus Abb. 5-5 (a) im gezeigten Wertebereich für lg um mehr als einen Faktor von
22. Gemäß Gleichung (3-120) resultiert dies in einer Änderung der Lage der niederfrequenten Polstelle
in der Steuercharakteristik des LLC-Konverters, weswegen sich diese Polstelle für wachsende -Werte
dem normierten Wert eins nähert. Für die beiden sekundärseitig kompensierten Konvertervarianten er-
geben sich den Ergebnissen aus Abb. 5-5 (b) zufolge, aufgrund der geänderten Verhältnisse hinsichtlich
des wirksamen Übersetzungsverhältnisses, zusätzlich drastische Änderungen für den Parameter . Die-
ser nimmt um ca. 60 % ab, wodurch es nach Gleichung (2-8) zusammen mit (2-20) bzw. (2-24) zu dras-
tischen Änderungen bei der für die Normierung verwendeten Bezugsgröße Inorm kommt. Diese Bezugs-
größe ändert sich mit zunehmendem Abstand nahezu um den Faktor 14.
Hinsichtlich der Auslegung eines abstandstoleranten Systems zur KIE müssen diese gravierenden Än-
derungen in den Übertragungseigenschaften der Leistungsstufe berücksichtigt werden. Dadurch ergibt
sich die Notwendigkeit, die Schaltungsauslegung möglichst nah in Verbindung mit der Auslegung der
Koppelspulen zu betrachten.

Volldr.
Volldr. Litze
Litze

(a) (b)

Abb. 5-3: Simulationsergebnisse der exemplarischen Spulenkonfiguration aus Abb. 4-11 basierend auf
Volldraht mit N1 = 23 und N2 = 9 und der Konfiguration aus Abb. 4-14 basierend auf HF-Litze
(200,2 mm) mit N1 = 33 und N2 = 13 in Abhängigkeit des Abstandes lg der Koppelspulen.
(a) Relative Änderung des Koppelfaktors k und der primärseitigen Selbstinduktivität L11.
(b) Relative Änderung der Serienresonanzfrequenz f0s und der zugehörigen normierten Schalt-
frequenz Fs für fixe Werte der Schaltfrequenz fs.
131
5 Systemauslegung

Volldr.
Volldr. Litze
Litze

(a) (b)

Abb. 5-4: Simulationsergebnisse der exemplarischen Spulenkonfiguration aus Abb. 4-11 basierend auf
Volldraht mit N1 = 23 und N2 = 9 und der Konfiguration aus Abb. 4-14 basierend auf HF-Litze
(200,2 mm) mit N1 = 33 und N2 = 13 in Abhängigkeit des Abstandes lg der Koppelspulen.
(a) Relative Änderung des effektiven Übersetzungsverhältnisses n und der sekundärseitigen
Selbstinduktivität L22.
(b) Relative Änderung der Serienresonanzfrequenz f0p und der zugehörigen normierten Schalt-
frequenz Fp für fixe Werte der Schaltfrequenz fs. Hierbei gilt (f0p) = (f0k) bzw.
(Fp) = (Fk), siehe hierzu Gleichung (5-2) zusammen mit (2-16) bzw. (2-22).

Volldr. Volldr.
Litze Litze

(a) (b)
Abb. 5-5: Simulationsergebnisse der exemplarischen Spulenkonfiguration aus Abb. 4-11 basierend auf
Volldraht mit N1 = 23 und N2 = 9 und der Konfiguration aus Abb. 4-14 basierend auf HF-Litze
(200,2 mm) mit N1 = 33 und N2 = 13 in Abhängigkeit des Abstandes lg der Koppelspulen.
(a) Relative Änderung des Induktivitätsverhältnisses  und der niederfrequenten Polstelle
Fpol,LLC in der Steuercharakteristik des LLC-Konverters, siehe hierzu auch Abschnitt 3.5.2 .
(b) Relative Änderung des Kapazitätsverhältnisses  und des Normierungsstroms Inorm der se-
kundärseitig kompensierten Konvertervarianten.

132
5.2 Auslegungsaspekte der Koppelspulen

5.2.2 Verhalten der Koppelspulenkenngrößen bei Variation der Wickelfensterbelegung


Neben den Kernabmessungen existiert bei der mechanischen Ausgestaltung der Koppelspulen eine
Vielzahl weiterer Parameter, welche die elektrischen Eigenschaften dieser Bauteile prägen. Diese wei-
teren Freiheitsgrade werden insbesondere bei Wicklungen ersichtlich, welche nur einen Teil des Wi-
ckelfensters belegen, siehe beispielsweise Abb. 4-11. Lässt es der zur Verfügung stehende Platz einer
Wickelkammer zu, dass die Position der Windungen variiert werden kann, so hat eine Veränderung der
Drahtpositionen entsprechende Auswirkungen auf die Flussverteilung und damit auf die Parameter des
zugehörigen Ersatzschaltbilds [212, 382].
Abb. 5-6 illustriert in diesem Zusammenhang zwei mögliche Wickelstrategien für Wicklungen mit
teilweise belegtem Wickelfenster. Erfolgt die Bewicklung der oberen Kammer über der gesamten zur
Verfügung stehenden Kammerhöhe, so gelangt man gemäß Abb. 5-6 (a) und (b) zu einem Wickelauf-
bau mit minimaler Lagenzahl und maximaler vertikaler Ausdehnung. Wird die Windungszahl erhöht,
werden weitere Windungen entlang der Wickelrichtung angefügt und es ergibt sich eine nahezu konti-
nuierlich anwachsende Fensterbelegung.
Wird die Höhe des zur Verfügung stehenden Wickelbereichs hingegen eingeschränkt, wie in Abb. 5-6
(c) und (d) angedeutet, so erstreckt sich der Wickelaufbau bei kleinen Windungszahlen vorrangig in

z [mm]

30 (b)

20

10 (c) (d)

0
(a) 10 20  [mm]

Abb. 5-6: Mögliche Wickelschemata bei Spulenkonfigurationen mit teilweiser Ausnutzung der zur Verfü-
gung stehenden Wickelfensterhöhe.
(a) P42/29-Kern mit lg = 3 mm. Das blau markierte Wickelfenster markiert den für die untere
Wicklung zur Verfügung stehenden Bereich.
(b) Bewicklung entlang der gesamten Höhe des oberen Wickelfensters. Bei zunehmender Win-
dungszahl bleibt die Höhe (Ausdehnung des grün markierten Bereichs in z-Richtung) des
Wickelfensters konstant.
(c) „Horizontale“ Bewicklung entlang der Kontaktseite der Koppelspulen. Für sehr geringe
Windungszahlen ergibt sich eine Spiralspule.
(d) Einschränkung des Wickelfensters mit der für die angestrebte Windungszahl nötigen Min-
desthöhe. Muss die Windungszahl erhöht werden, so hat dies u. U. eine Anpassung der Hö-
he des Wickelfensters zur Folge.
133
5 Systemauslegung

horizontaler Richtung. Ist die Windungszahl sehr gering, so ergibt sich der in Abb. 5-6 (c) angedeutete
Sonderfall einer Spiralwicklung. Müssen mehr Windungen im Wickelfenster untergebracht werden, so
muss die für die Bewicklung vorgesehene Fläche im Wickelfenster um einen Drahtdurchmesser erhöht
werden. Dadurch ergeben sich sprunghafte Änderungen der Wickelfensterbelegungen bei Erhöhung der
Windungszahl. Vergleicht man die Lagenzahl dieses Wickelschemas mit horizontaler Ausdehnung ge-
genüber dem Schema mit vertikaler Ausdehnung, so ergibt sich bei gleicher Windungszahl für erstere
die maximale Lagenanzahl.
Mit dem exemplarischen Flussverlauf aus Abb. 4-10 (a) wird klar, dass der Übergang vom vertikalen
zum horizontalen Wickelschema Änderungen im Transformator-Ersatzschaltbild zur Folge haben wird.
So ändert sich einerseits der Anteil an verkettetem magnetischen Fluss zwischen beiden Wicklungen
beim Übergang von der Windungsanordnung aus Abb. 5-6 (b) nach (d). Gleichzeitig ändern sich auch
die Abstände der Drähte zum Ferrit und damit die Verhältnisse des magnetischen Kreises im Hinblick
auf die Selbstinduktivität der teilweise belegten Wicklung. Zusätzlich weisen die äußeren Windungen
des horizontal ausgedehnten Wickelschemas höhere Gleichstromwiderstände auf. Zudem sind diese
Windungen anderen externen Feldstärkeamplituden ausgesetzt als im Falle der vertikal ausgedehnten
Fensterbelegung. Beide Effekte führen gemäß Abschnitt 4.4.3 zu geänderten Verläufen des Wick-
lungswiderstandes über der Frequenz.
In diesem Zusammenhang ergibt sich für die Positionierung der horizontal ausgedehnten Wicklung un-
ter Beibehaltung der Gesamtdrahtlänge ein weiterer mechanischer Freiheitsgrad. Abb. 5-7 (a) und (b)

z [mm]

30 (b)

zW = 0
20

10
(c)

zW > 0
0
10 20  [mm]
(a)

Abb. 5-7: Übergang von der Lagenwicklung mit kompletter vertikaler Ausnutzung des sekundärseitigen
Wickelfensters (oben) zur horizontal ausgedehnten Wicklung mit eingeschränkter Höhe bei fixer
Windungszahl.
(a) Beispiel des P42/29-Kerns mit lg = 3 mm mit N1 = 33 und N2 = 13 bestehend aus HF-Litze
mit 200,2 mm. Primärseitiges Wicklungsfenster blau eingefärbt, sekundärseitiges Wick-
lungsfenster grün eingefärbt.
(b) Positionierung des eingeschränkten sekundärseitigen Wickelfensters an der Unterkante der
sekundärseitigen Kernhälfte.
(c) Verschiebung des eingeschränkten sekundärseitigen Wickelfensters um einen Versatz zW.
134
5.2 Auslegungsaspekte der Koppelspulen

zeigen einen exemplarischen Übergang vom Wickelschema mit voller Ausnutzung der Fensterhöhe
zum Schema mit eingeschränkter Höhe. Bei letzterem kann die Position des Wickelpakets innerhalb des
Wickelfensters in z-Richtung variiert werden, siehe Abb. 5-7 (c), ohne dass dies Änderungen im
Gleichstromwiderstand zur Folge hat. Lediglich die Position der Windungen und damit die externe
Feldstärkeamplitude ändern sich bei dieser Variation. Dementsprechend sind Änderungen des Wick-
lungswiderstandes für höhere Frequenzen in Abhängigkeit der Verschiebung zW entlang der z-Achse
zu erwarten.
Abb. 5-8 illustriert den Einfluss des Wickelschemas auf die Ersatzparameter der magnetischen Kopp-
lung für die exemplarische Spulenkonfiguration aus Abschnitt 4.5 (P42/29-Kern mit N1 = 33, N2 = 13
bestehend aus HF-Litze mit 200,2 mm) für zwei unterschiedliche Abstandswerte. Für die dargestellten
Verläufe dienen einerseits die Verhältnisse des vertikalen Wickelschemas (durchgezogene Kurven),
andererseits die Verhältnisse des horizontalen Wickelschemas für zW = 0 als Referenz (gestrichelte
Kurven). Aus den Verläufen der relativen Änderung der Gegeninduktivität L12 wird schnell ersichtlich,
dass der Wechsel des Wickelschemas für diese Kenngröße der magnetischen Kopplung kaum Vorteile
bringt (für zW = 0 lediglich (L12) = +1,9 % bei lg = 3 mm bzw. (L12) = +1,8 % bei lg = 9 mm). Dieser
nur schwach ausgeprägte Effekt ist darauf zurückzuführen, dass der Hauptanteil des verketteten Flusses
durch das Kernmaterial geführt wird, siehe hierzu auch Abb. 4-10 (a). Der Flussanteil, welcher das obe-
re Wickelfenster in passender Richtung durchsetzt, ist sehr gering. Somit fällt der Zuwachs an verkette-
tem Fluss bei einer Verlagerung der Windungen von der oberen linken Ecke des Wickelfensters an die
Kontaktfläche der Koppelspulen nur sehr gering aus. Wird die horizontal ausgedehnte Kammerwick-
lung zusätzlich um einen Versatz zW nach oben verschoben, so ändert sich L12 bezogen auf die Ver-
hältnisse bei zW = 0 nicht merklich. Dies ist in gleicher Weise auf die Führung des verketteten Flussan-
teils im Kern zurückzuführen. Der Spulenabstand lg zeigt dabei keinen signifikanten zusätzlichen Ein-

Ref. vert.
Ref. hor.

Ref. vert.
Ref. hor.

(a) (b)

Abb. 5-8: Relative Änderungen der sekundärseitigen Selbstinduktivität L22 und der Gegeninduktivität L12
der exemplarischen Spulenkonfiguration aus Abb. 5-7 in Abhängigkeit des Abstandes zW des
Wickelfensters von der Unterkante der sekundärseitigen Ferritkernhälfte, siehe Abb. 5-7 (c). Die
primärseitige Windungskonfiguration bleibt im Rahmen dieser Simulation unverändert (durch-
gezogen: vertikal ausgedehnter Lagenaufbau als Referenzgröße, siehe Abb. 5-7 (a); gestrichelt:
horizontal ausgedehnter Lagenaufbau als Referenzgröße mit zW = 0, siehe Abb. 5-7 (b)).
(a) Spulenabstand lg = 3 mm. (b) Spulenabstand lg = 9 mm.
135
5 Systemauslegung

fluss auf die relativen Änderungen der Gegeninduktivität im Zusammenhang mit der Modifikation der
Wickelfensterbelegung.
Demgegenüber zeigt die sekundärseitige Selbstinduktivität sowohl eine starke Abhängigkeit vom Wi-
ckelschema als auch von der Verschiebung des Wickelpakets entlang der z-Achse. Beim Übergang vom
vertikalen zum horizontalen Wickelschema verringert sich der Wert dieser Kenngröße um 19 % (für
lg = 3 mm) bzw. um 24 % (für lg = 9 mm). Wird die horizontal ausgedehnte Kammerwicklung um zW
verschoben, so vergrößert sich der Wert der Selbstinduktivität bis zum Maximalwert bei Positionierung
am oberen Ende des Wickelfensters. Bezogen auf den Spulenabstand fallen die relativen Änderungen
von L22 für größere lg-Werte größer aus. Für einen vertikalen Versatz des horizontal ausgedehnten Wi-
ckelpakets von zW = 3 mm ergeben sich für beide Wickelschemata nahezu identische Spulenparame-
ter, unabhängig vom Spulenabstand.
Wie bereits bei der Auswertung des Einflusses des Spulenabstands aus dem vorangegangenen Abschnitt
diskutiert, schlagen sich geänderte Verhältnisse im Bereich der magnetischen Feldverteilung in den
Kenngrößen des -Transformatorersatzschaltbilds nieder. Hierzu zeigt Abb. 5-9 die Verläufe der rela-
tiven Änderungen des Koppelfaktors k, des effektiven Übersetzungsverhältnisses n und des Induktivi-
tätsverhältnisses  zwischen Streu- und Hauptinduktivität für die beiden untersuchten Wickelschemata.
Für diese drei Parameter ergeben sich beim Wechsel des Wickelschemas signifikante Änderungen, wel-
che für die Auslegung einer Leistungsstufe entsprechend berücksichtigt werden müssen. Insbesondere
erhöht sich das effektive Übersetzungsverhältnis n um +26 % (für lg = 3 mm) bzw. um +40 % (für
lg = 9 mm) beim Wechsel vom vertikalen zum horizontalen Wickelaufbau (für zW = 0). Zusätzlich
vermindert sich der für resonante Konverter essentielle Parameter  für beide Abstandswerte um ca. ein

Ref. vert. Ref. vert.


Ref. hor. Ref. hor.

(a) (b)

Abb. 5-9: Relative Änderungen des Koppelfaktors k, des effektiven Übersetzungsverhältnisses n des
-Ersatzschaltbilds und des Induktivitätsverhältnisses  der exemplarischen Spulenkonfigurati-
on aus Abb. 5-7 in Abhängigkeit des Abstandes zW des Wickelfensters von der Unterkante der
sekundärseitigen Ferritkernhälfte, siehe Abb. 5-7 (c). Die primärseitige Windungskonfiguration
bleibt im Rahmen dieser Simulation unverändert (durchgezogen: vertikal ausgedehnter Lagen-
aufbau als Referenzgröße, siehe Abb. 5-7 (a); gestrichelt: horizontaler Kammeraufbau als Refe-
renzgröße mit zW = 0, siehe Abb. 5-7 (b)).
(a) Spulenabstand lg = 3 mm. (b) Spulenabstand lg = 9 mm.
136
5.2 Auslegungsaspekte der Koppelspulen

Drittel (bei zW = 0). Diese Variationen sind gemäß Gleichung (5-1) auf die Variation des Koppelfak-
tors zurückzuführen. Für diese Veränderungen ist den Erkenntnissen aus Abb. 5-8 nach vorrangig die
Abnahme der sekundärseitigen Selbstinduktivität verantwortlich. Wird das horizontal ausgedehnte Wi-
ckelpaket innerhalb des Wickelfensters nach oben verschoben, nähern sich diese drei Parameter im Be-
reich zW  3 mm den Werten des vertikalen Wickelschemas an. Für größere zW-Werte fallen die
Kenngrößen n und k weiter ab, während  anwächst.
Zur Beurteilung der Variation des frequenzabhängigen sekundärseitigen Wicklungswiderstands aus
Abb. 5-10 dient der Widerstandsverlauf der vertikal ausgedehnten Wicklungskonfiguration aus
Abb. 5-7 (a) als Referenzgröße. Wie zu erwarten, fällt der Wicklungswiderstand R22 der in der Höhe
eingeschränkten Wicklung für niedrige Frequenzen aufgrund der insgesamt größeren Drahtlänge ca.
14 % größer aus. Mit zunehmender Frequenz dominiert der Proximityeffekt den Wert des Gesamtwider-
stands, wobei der Widerstandszuwachs der vertikal ausgedehnten Wicklung stärker ausfällt und sich der
Widerstandswert beider Wicklungsschemata mit zunehmender Frequenz angleicht. Im Frequenzbereich
um f  40 kHz ist der Wicklungswiderstand beider Wickelvarianten identisch. Für Frequenzen oberhalb
dieses Werts ist die Verwendung der horizontal ausgedehnten Wicklung neben der induktiven Kopp-
lung auch im Hinblick auf den Wicklungswiderstand vorteilhaft. Für f = 100 kHz ist der Wicklungswi-
derstand der horizontalen Wicklungsanordnung um ca. 15 % gegenüber der vertikalen Anordnung redu-
ziert.
Hinsichtlich der optimalen Positionierung der horizontal ausgedehnten Wicklung entlang der z-Achse
zeigt Abb. 5-11 den Verlauf des frequenzabhängigen Wicklungswiderstands als Funktion der Verschie-
bung zW. Dabei dient der Verlauf mit zW = 0 als Referenzgröße. Im unteren Frequenzbereich ergeben
sich aufgrund vernachlässigbarer Wirbelstromentwicklung keine signifikanten Abweichungen. Erst ab

Abb. 5-10: Relative Änderung des frequenzabhängigen Wicklungswiderstands R22 der horizontalen zur ver-
tikalen Wickelanordnung für die exemplarische Spulenkonfiguration aus Abb. 5-7 mit lg = 3 mm
in Abhängigkeit des Abstandes zW des Wickelfensters von der Unterkante der sekundärseitigen
Ferritkernhälfte, siehe Abb. 5-7 (c). Die primärseitige Wicklungskonfiguration bleibt im Rah-
men dieser Simulation unverändert. Bezugsreferenz ist der sekundärseitige Lagenaufbau bei
vollständiger Ausnutzung der zur Verfügung stehenden vertikalen Höhe des Wickelfensters aus
Abb. 5-7 (a).
137
5 Systemauslegung

Abb. 5-11: Relative Änderung des frequenzabhängigen Wicklungswiderstands R22 der exemplarischen Spu-
lenkonfiguration aus Abb. 5-7 in Abhängigkeit des Abstandes zW des Wickelfensters von der
Unterkante der sekundärseitigen Ferritkernhälfte, siehe Abb. 5-7 (c). Die primärseitige Win-
dungskonfiguration bleibt im Rahmen dieser Simulation unverändert. Bezugsreferenz ist der se-
kundärseitige Kammeraufbau mit eingeschränkter vertikaler Höhe des Wickelfensters aus
Abb. 5-7 (b) mit zW = 0.

einer Frequenz von f  20 … 30 kHz ergeben sich zum Referenzverlauf Unterschiede, welche aber sehr
gering ausfallen. Für den mittleren Wert des Versatzes von zW = 3 mm ergeben sich dabei für sehr
hohe Frequenzen nur um ca. zwei Prozent reduzierte Werte des Wicklungswiderstands. Wird die Wick-
lung hingegen über diesen Wert hinaus in Richtung der z-Achse verschoben, so kommt es zu einer Er-
höhung des Widerstandswerts gegenüber der vis-à-vis gelegenen Position direkt an der Kontaktfläche
der Koppelspulen. Doch auch dieser relative Zuwachs fällt mit unter drei Prozent nur sehr schwach aus.
Damit bleibt festzuhalten, dass sich für eine Verteilung der Windungen entlang der Kontaktfläche der
Koppelspulen gegenüber der Verteilung entlang der gesamten Fensterhöhe Vorteile hinsichtlich der
magnetischen Kopplung ergeben. Gleichzeitig können sich durch die Höhenbeschränkung des Wickel-
fensters, je nach Lage der Schaltfrequenz, zusätzliche Vorteile hinsichtlich des Wicklungswiderstands
ergeben. Darüber hinaus zeigt sich, dass das Verschieben einer horizontal ausgedehnten Wicklung von
der Kontaktfläche weg keinerlei nennenswerte Vorteile erbringt.

5.2.3 Verhalten der ohmschen Verluste bei Variation der HF-Litze


Die Vermeidung hochfrequenter Wicklungsverluste durch Verwendung von HF-Litze stellt häufig ei-
nen Kompromiss zwischen Effizienz- und Kostenanforderungen dar. Durch Verwendung von HF-Litze
mit kleinerem Aderdurchmesser verbessern sich zwar einerseits die HF-Eigenschaften, andererseits
erfordern dünnere Adern bei gleichbleibendem Gesamtquerschnitt eine höhere Anzahl von Adern. Die
Fertigung feinerer Litze-Drähte mit hoher Aderzahl ist aufwändiger und dementsprechend steigen in
aller Regel die Kosten mit abnehmendem Aderdurchmesser und zunehmender Aderzahl. Gleichzeitig
stellen solche Litze-Drähte höhere Ansprüche an die Verarbeitung während der Produktion, da sicher-
gestellt werden muss, dass während des Lötvorgangs alle Adern kontaktiert werden.
138
5.2 Auslegungsaspekte der Koppelspulen

Abb. 5-12: Relative Änderung des frequenzabhängigen Wicklungswiderstands R22 der exemplarischen Spu-
lenkonfiguration aus Abb. 5-7 für lg = 3 mm basierend auf HF-Litze des Typs 200,2 mm in
Abhängigkeit des Abstandes zW des Wickelfensters von der Unterkante der sekundärseitigen
Ferritkernhälfte, siehe Abb. 5-7 (c). Die primärseitige Windungskonfiguration bleibt im Rahmen
dieser Simulation unverändert. Bezugsreferenz ist der entsprechende Wicklungswiderstand einer
HF-Litze gleicher Gesamtquerschnittsfläche mit 800,1 mm.

Mit Blick auf die möglichen Effizienz-Vorteile durch die Verwendung feinerer Litze zeigt Abb. 5-12
die relative Änderung des Wicklungswiderstandes der in Abb. 5-7 (b) dargestellten Sekundärseite auf
Basis von HF-Litze des Typs 200,2 mm in Relation zu einer HF-Litze mit gleichem Kupferquerschnitt
aber dünnerem Aderdurchmesser mit 800,1 mm.
Ausgehend von sehr niedrigen Frequenzen ergeben sich keine Unterschiede zwischen diesen beiden
Wicklungsvarianten, da im Rahmen der Simulation für die Außendurchmesser der verschiedenen Litze-
Drähte identische Werte angenommen wurden. Bei einer Frequenz von f = 20 kHz ist der Wicklungs-
widerstand der „groben“ Litze bereits um 7 % gegenüber der „feineren“ Version erhöht. Diese Diskre-
panz erhöht sich im Frequenzbereich bis f = 100 kHz auf einen Wert von 108 %, für f = 150 kHz erge-
ben sich sogar um 164 % erhöhte Werte. Somit muss der realisierbare Effizienzvorteil bei einem Wech-
sel des Litze-Typs stets in Kombination mit der angestrebten Schaltfrequenz des Leistungsteils betrach-
tet werden.
Hinsichtlich der Verschiebung zW entlang der z-Achse ergibt die in Abb. 5-12 gezeigte Auswertung
keine Unterschiede. Eine solche Abhängigkeit wäre im verwendeten Modell auch nicht erklärbar, da im
verwendeten Simulationsmodell die unterschiedliche Rückwirkung der beiden Drahtvarianten auf die
Feldverteilung nach Abschnitt 4.4.3 vernachlässigt wurde. Somit müssen beide Wicklungsvarianten,
unter der Annahme identischer Bündeldurchmesser, in der Simulation die gleiche Feldverteilung erzeu-
gen. Einzig die unterschiedlichen Aderdurchmesser sorgen für den unterschiedlichen Widerstandsver-
lauf über der Frequenz. Die Berücksichtigung der Rückwirkung der induzierten Wirbelströme würde
eine ausgefeiltere Modellierung des Verhaltens von Litze-Draht im Zusammenspiel mit der externen
Feldverteilung erfordern, siehe hierzu beispielsweise [359, 383, 384]. Der nötige Zusatzaufwand würde
aber den erzielbaren Genauigkeitsgewinn nicht rechtfertigen.

139
5 Systemauslegung

5.2.4 Verhalten der ohmschen Verluste bei Variation der Wicklungstemperatur


Mit Blick auf den Betrieb der Koppelspulen ist zu berücksichtigen, dass sich diese aufgrund der unver-
meidbaren Eigenverluste erwärmen. Diese Erwärmung hat, in Abhängigkeit des verwendeten Leiterma-
terials, Auswirkung auf die Leitfähigkeit der Windungen. Gemäß (4-34) nimmt die Leitfähigkeit wiede-
rum Einfluss auf die Eindringtiefe im Leiter und damit über (4-35) und (4-36) auf die frequenzabhängi-
gen Wicklungsverluste. Dabei ist die sich einstellende Wicklungstemperatur von einer Vielzahl von
Parametern abhängig. Zum einen wird sie stark von der arbeitspunktabhängigen Strombelastung des
Konverters bestimmt, zum anderen spielen die mechanischen Gegebenheiten hinsichtlich der ther-
mischen Abführbarkeit der Verlustleistung eine entscheidende Rolle. In Abhängigkeit dieser ther-
mischen Randbedingungen (Umgebungstemperatur, thermische Ankopplung der Spulen an das Gehäu-
se) stellen sich für eine bestimmte Spulenverlustleistung unterschiedliche Spulentemperaturen ein. Eine
gemeinsame Modellierung dieser Effekte ist aufwändig [385] und erfordert entsprechende iterative
Vorgehensweisen. Für die folgenden Auswertungen wird von einer einheitlichen Temperatur TW des
Wickelpakets ausgegangen.
Hierzu zeigt Abb. 5-13 die relativen Änderungen der Wicklungswiderstände zweier Spulenauslegungen
mit gleichen Windungszahlen aber verschiedenen Litze-Typen aus Kupfer (in der Simulation ange-
nommener Temperaturkoeffizient von 3,9 ‰/K). Für niedrige Frequenzen ohne merklichen Einfluss
des Proximityeffekts schlägt sich die Erhöhung des spezifischen Materialwiderstands direkt im Wick-
lungswiderstand nieder. Für den Litze-Draht mit 200,2 mm aus Abb. 5-13 (a) reduziert sich die Erhö-
hung des Widerstands der wärmeren Wicklung ab einer Frequenz von f > 5 kHz. Ab f = 40 kHz (für
R11) bzw. ab f = 70 kHz (für R22) sind die Widerstände der erwärmten Wicklungen sogar geringer als
für die Bezugsbedingung bei TW = 20 °C. Bei einer Frequenz von ca. f = 200 kHz sorgt der Einfluss der
gesunkenen Leitfähigkeit dafür, dass der hochfrequente Wicklungswiderstand sogar um ca. 20 % nied-
riger gegenüber der Situation bei Raumtemperatur ausfällt. Erst im Frequenzbereich oberhalb 1 MHz

(a) (b)

Abb. 5-13: Relative Änderungen der Koppelspulenwiderstände bei einer Wicklungstemperatur von
TW = 100 °C bezogen auf die jeweiligen Widerstände bei Zimmertemperatur mit TW = 20 °C. Als
Illustrationsbeispiel dient die exemplarische Spulenkonfiguration zu Abb. 4-14 (mit gleichem
Lagenaufbau wie aus Abb. 4-11) basierend auf HF-Litze mit N1 = 33 und N2 = 13 für lg = 3 mm.
(a) HF-Litze mit 200,2 mm. (b) HF-Litze mit 800,1 mm.
140
5.3 Auslegung eines gesteuerten Systems

ergeben sich wieder erhöhte Widerstandswerte der erwärmten Wicklung.


Ein prinzipiell sehr ähnliches Bild ergibt sich für die identische Wickelfensterbelegung bei Verwendung
der feineren Litze aus Abb. 5-13 (b) auf Sekundär- und Primärseite. Im dargestellten Maßstab sind die
zugehörigen Kurven gegenüber ihren Pendants aus Abb. 5-13 (a) zu höheren Frequenzen verschoben.
So stellen sich erst ab einer Frequenz von f = 80 kHz (R11) bzw. f = 140 kHz (R22) identische Werte
zwischen der erwärmten und der nicht erwärmten Wicklung ein. Die Minima der relativen Änderung
treten mit f  700 kHz ebenfalls erst in einem höheren Frequenzbereich auf.

5.2.5 Fazit
Die dargestellten Abhängigkeiten, welche es bei der Auslegung der Koppelspulen zu berücksichtigen
gilt, legen den Schluss nahe, dass eine getrennte Optimierung der leistungselektronischen Konverterstu-
fe zur Überwindung des Luftspalts und der Koppelspulen nicht zielführend ist. Alleine die drastische
Variation der induktiven Transformator-Parameter in Abhängigkeit der Luftspaltlänge zeigt, dass die
Vorhersage des abstandsabhängigen Verhaltens der Koppelspulen von essentieller Bedeutung für die
Auslegung des Resonanzkreises ist.
Die Ausnutzung zusätzlicher mechanischer Freiheitsgrade im Bereich der Wickelfensterbelegung kann
sich dabei vorteilhaft auf die Auslegung der untersuchten resonanten Konverter auswirken. Je nach Ver-
fügbarkeit von Standard-Spulenkörpern ist die Realisierung einer solchen Wicklung mit eingeschränk-
ter Wickelfensterhöhe bzw. mit verschobenem Wickelfenster aber aufwändig. Stehen beispielsweise
Standard-Spulenkörper gemäß Abb. 5-7 (a) zur Verfügung, so erfordert die Realisierung eines einge-
schränkten Wickelfensters die Verwendung von Kantenband. Alternativ müssen proprietäre Spulenkör-
per verwendet werden. Beide Alternativen können sich unter Umständen kostentreibend auswirken.
Die Verwendung von HF-Litze als probates Mittel zur Bekämpfung der hochfrequenten Spulenverluste
muss ebenfalls einem erhöhten Fertigungs- und Kostenaufwand gegenübergestellt werden. Wie disku-
tiert, ermöglicht die Verwendung feinerer Litzeadern eine Reduktion der frequenzabhängigen Wick-
lungsverluste. Diese Widerstandsreduktion unterliegt aber ökonomischen Zwängen aufgrund des höhe-
ren Preises entsprechend feiner Litze–Typen sowie fertigungsbedingten (Löt- und Verarbeitbarkeit)
Randbedingungen. Als Kompromiss zwischen diesen Anforderungen wird im weiteren Verlauf der Ar-
beit nunmehr Litzedraht mit einem Aderdurchmesser von 0,1 mm betrachtet.
Im Betrieb kommt es überdies zu einer Verlustleistungsentwicklung innerhalb der Koppelspulen,
wodurch sich hauptsächlich eine temperaturabhängige Variation des Spulenwiderstandes ergibt. Zu-
sammen mit den thermischen Umgebungsbedingungen stellt sich dabei ein Gleichgewichtszustand ein,
der simulationstechnisch nur sehr aufwändig vorherzusagen ist. Die dabei auftretende Widerstandsän-
derung kann sich je nach Frequenzlage und Drahttyp positiv oder negativ auf die Verlustleistungsbilanz
auswirken. Im weiteren Verlauf dieser Arbeit wird für die Konverteroptimierung daher von einer ho-
mogenen Erwärmung der Koppelspulen auf eine Temperatur von TW = 100°C ausgegangen.

5.3 Auslegung eines gesteuerten Systems


Auf den grundlegenden Spezifikationsanforderungen aus Abschnitt 5.1 aufbauend werden zunächst die
Besonderheiten eines gesteuerten Systems diskutiert. Zusammen mit den in Abschnitt 5.2 andiskutier-
ten Facetten bezüglich der Ausgestaltung der Koppelspulen wird versucht, eine jeweils möglichst opti-
male Konverterauslegung für die drei untersuchten resonanten Topologien zu finden.

141
5 Systemauslegung

5.3.1 Arbeitsbereich
Der Verzicht auf eine direkte Informationsübertragung zwischen der Primär- und Sekundärseite hat
weitreichenden Einfluss auf die sekundärseitige Auslegung eines Systems zur KIE. Zwar wird gemäß
den Vorüberlegungen aus Abschnitt 2.3 der informationstechnische Schaltungsaufwand durch diese
Einschränkung reduziert, Abstandstoleranzen und variable Lasten haben aber unweigerlich eine Aus-
gangsspannungsvariation der resonanten Stufe zur Folge. Dementsprechend erfordert die Realisierung
eines gesteuerten Systems in aller Regel die Implementierung einer sekundärseitigen leistungselektroni-
schen Stufe, welche diese Schwankungen ausregelt [187]. Diese Konversion zwischen der ungeregelten
Ausgangsspannung des resonanten Konverters und der zu stabilisierenden Lastspannung muss durch
eine entsprechende Konverterstufe möglichst effizient erfolgen, um die Gesamteffizienz des Systems
nicht allzu stark zu beeinträchtigen. Zu diesem Zwecke ist die Verwendung einer nicht galvanisch ge-
trennten Konvertertopologie naheliegend, je nach applikationsspezifischen Anforderungen können aber
galvanisch isolierte Topologien hierfür ebenso eingesetzt werden. Als naheliegende Vertreter klassi-
scher PWM-Konverter sind in diesem Rahmen der Hoch-, der Tief- sowie der Hoch-Tief-Setzsteller zu
nennen (im englischen Sprachgebrauch als „boost“, „buck“ bzw. „buck-boost converter“ bezeichnet).
Im Folgenden wird davon ausgegangen, dass das ungeregelte Spannungsniveau Uo der resonanten Stufe
über der letztendlichen Lastspannung UL liegt. Um die Strombelastung der resonanten Stufe niedrig zu
halten, ist es wünschenswert, dass der resonante Konverter seine Leistung an eine möglichst hohe Aus-
gangsspannung abgeben kann. Dabei muss diese Forderung gegen die Spannungsfestigkeit der Sekun-
därseite und der Nachstabilisierungsstufe abgewägt werden. Im Weiteren wird davon ausgegangen, dass
auf der Sekundärseite keine Gleichspannung größer als 60 V auftreten soll (in Anlehnung an SELV
[386]). Für dieses Spannungsniveau existiert zudem eine breite Palette verfügbarer Gleichrichterdioden.
Damit wird als Maximalwert Uo,max der Ausgangsspannung des Resonanzwandlers ein Wert von
Uo,max = 60 V festgelegt.
Demnach soll das Ausgangsspannungsniveau Uo sekundärseitig mit einer tiefsetzenden Topologie an
die Lastspannung UL angepasst werden. Soll dabei der Bauteilaufwand für die Nachstabilisierungsstufe
gering gehalten werden, bietet sich der Tiefsetzsteller als geeignete Topologie an62. Durch Wahl dieser
Topologie ist der Ausgangsspannungsbereich der resonanten Wandlerstufe nach unten hin begrenzt, da
für die Aufrechterhaltung der Betriebsfähigkeit des Tiefsetzstellers dessen Eingangsspannung einige
Volt über der Lastspannung liegen muss. Damit wird als Minimalwert für Uo ein Wert von
Uo,min = 20 V festgelegt.

5.3.2 Optimierungsstrategie
Für die Suche nach der optimalen Konverterauslegung gilt es zunächst, für jeden der drei untersuchten
Konverter Resonanzkreiskonfigurationen zu finden, welche im gesteuerten Betrieb, d. h. bei fester
Schaltfrequenz, alle Anforderungen der Spezifikation aus Tabelle 5-2 erfüllen.
Aufseiten der Resonanzkreisauslegung stellen die Resonanzkreiskondensatoren wichtige Stellschrauben
zur Systemoptimierung dar. Zusammen mit den Induktivitäten des -Ersatzschaltbilds des Transforma-
tors (siehe Abb. 1-6) bilden sie Resonanzfrequenzen (siehe Abschnitte 3.5.2, C.4 und D.4), durch wel-
62
Der Buck-Boost-Konverter erfüllt hierbei aus Sicht der Systemauslegung zwar die gleichen Voraussetzungen. Im De-
tail bringt diese Topologie jedoch einige Einschränkungen mit sich. So wäre die Lastspannung bei Verwendung die-
ser Topologie als Nachstabilisierungsstufe gegenüber der Ausgangsspannung der resonanten Konverterstufe von der
Polarität her invertiert. Zudem weist diese Topologie einen lückenden Ausgangsstrom auf, was erhöhten Filterauf-
wand mit Blick auf die Restwelligkeit der Lastspannung mit sich bringt.

142
5.3 Auslegung eines gesteuerten Systems

che der Arbeitsfrequenzbereich des Konverters festgelegt wird. Da diese Komponenten in aller Regel
zugekauft werden, richten sich die untersuchten Werte dieser Bauteile nach den einschlägigen Norm-
reihen. Durch Kombination von Serien- und Parallelschaltungen können auf Basis dieser Grundwerte
zwar nahezu beliebige Werte realisiert werden. Dies treibt aber den Bauteilaufwand und damit die Kos-
ten (Materialkosten, Platinenplatz, Bestückung etc.) in die Höhe. Daher werden für den Serienkonden-
sator im Weiteren nur die in Tabelle 5-3 angegebenen Werte berücksichtigt.
Die für die Optimierung der Koppelspulen zur Verfügung stehenden Parameter sind dabei die Position
und die Anzahl der Windungen sowie die Drahtsorte (Außendurchmesser bzw. Anzahl und Durchmes-
ser der Litzeadern). Wie im Abschnitt 4.5 diskutiert, bietet die Verwendung von HF-Litze Vorteile im
Hinblick auf die hochfrequenten Spulenverluste. Je nach Applikation sowie Verfügbarkeit, Kosten und
Verarbeitbarkeit können unterschiedlichste Litze-Drähte eingesetzt werden. Im Weiteren wird eine
Vorauswahl der in die Betrachtung einbezogenen Litze-Drähte gemäß Tabelle 5-4 getroffen.
Angesichts des typischen Frequenzbereichs für die hier untersuchte Applikation (siehe Kapitel 5.1)
werden nur Litze-Drähte mit einem Aderdurchmesser von dS = 0,1 mm berücksichtigt, siehe hierzu
auch Abschnitt 5.2.3. Aufgrund der zu erwartenden Unterschiede in der Strombelastung werden für die
Sekundärseite Litze-Drähte mit einer höheren Aderzahl nS2 als für die Primärseite mit der zugehörigen
Aderzahl nS1 vorgesehen.
Zusammen mit der Festlegung der Kerngröße aus Abschnitt 5.1 wird in einem ersten Schritt ein Daten-
feld generiert (siehe hierzu auch Abschnitt 4), welches für sehr weite Bereiche der Windungszahlen N1
und N2 (beginnend bei einer jeweils geringen Wickelfensterbelegung bis hin zur vollständigen Bele-
gung) einerseits die Kopplungsparameter (Ls, Lh, n) und andererseits die frequenzabhängigen Wider-
standsverläufe (R11, R22) der Koppelspulen beinhaltet. Diese Berechnung erfolgt für Luftspaltlängen
von lg,min = 3 mm, lg,nom = 6 mm, lg,ver = 8 mm und lg,max = 9 mm (lg,ver dient zu Verifikationszwecken).
Zusammen mit den beiden in Abschnitt 5.2.2 diskutierten Wickelstrategien fällt dieses Datenfeld ver-
gleichsweise groß aus (das jeweils untersuchte Wickelschema wird stets auf beiden Kernhälften ange-
wandt). Bei der Erstellung dieses Datenfelds kommen die in Abschnitt 4.1 und 4.3 beschriebenen Vor-
teile des verwendeten Lösungsverfahrens zum Tragen, welches bei Änderungen der Wickelfensterbele-

Parameter Symbol Wertebereich (Nennwert)

Luftspaltlänge lg 3 … 9 mm (6 mm)

Eingangsspannung Ui 390 V

Ausgangsleistung Po 0 … 75 W (75 W)

Ausgangsspannung Uo 20 … 60 V

Schaltfrequenz fs 20 … 150 kHz

Tabelle 5-2: Spezifikation des gesteuerten Systems.

Cs Nennwert [nF]

Primärseite 2,2 4,7 6,8 10

Tabelle 5-3: Für die Optimierung berücksichtigte Nennwerte des primärseitigen Serienkondensators.

143
5 Systemauslegung

dS = 0,1 mm Aderzahl nS

Primärseite nS1 12 20 25 35

Sekundärseite nS2 35 60 90 -

Tabelle 5-4: Parameter der für die Optimierung berücksichtigten Litze-Drähte.

gung keine neuerliche Diskretisierung des Ferritbereichs erfordert.


Basierend auf diesen Daten wird mit Hilfe der eFHA63 zunächst überprüft, für welche Frequenzen die
unbelastete Leerlaufspannung des resonanten Konverters innerhalb des erlaubten Wertebereichs für Uo
bleibt. Für Frequenzen, bei denen diese Bedingung erfüllt ist, wird kontrolliert, ob es überhaupt möglich
ist, die erforderliche Ausgangsleistung für die jeweilige Spulenkonfiguration (in Abhängigkeit von N1,
nS1, N2, nS2 und des Wickelschemas) im gesamten Abstandsbereich zu übertragen. Wird hierbei ein Fre-
quenzbereich, in welchem sowohl die Leerlaufspannung als auch die Spannung unter maximaler Leis-
tungsabgabe im erlaubten Wertebereich bleibt, identifiziert, so wird im nächsten Schritt diejenige Fre-
quenz als Optimum ausgewählt, an der die jeweilige Kostenfunktion fKost minimal wird.
Die Wahl einer geeigneten Kostenfunktion kann auf Basis einer Vielfalt von Parametern erfolgen. Je
nach Applikation ist eine ganze Fülle unterschiedlicher Kriterien denkbar, welche in die Erstellung der
Kostenfunktion einfließen können (Bauteilkosten, Teillasteffizienz, kombinierter Wirkungsgrad für
unterschiedliche Luftspaltlängen etc.). Für die vorliegende Arbeit wird davon ausgegangen, dass die
überwiegende Mehrzahl der gefertigten Geräte mit geringen Abmessungstoleranzen hergestellt werden
kann. Für Geräte mit vom Nennzustand abweichenden Abmessungen soll aber in einem gewissen Rah-
men zumindest gewährleistet werden, dass die geforderte Nennausgangsleistung von Po,nom an allen
Abständen übertragen werden kann und die Ausgangsspannung innerhalb ihres Toleranzbereichs bleibt.
Gemäß Tabelle 5-1 wird also davon ausgegangen, dass der Nennabstand lg,nom = 6 mm bei voller Leis-
tungsabgabe den zu optimierenden Arbeitspunkt darstellt. Für Kopplungssituationen mit niedrigerem
bzw. höherem Abstand werden für den Wirkungsgrad hingegen Abstriche in Kauf genommen, in An-
lehnung an die Definition eines Nenngebrauchsbereichs [387].
Für die Optimierung des Wirkungsgrades ist die Auslegung der Koppelspulen der Dreh- und Angel-
punkt [388]. Einerseits beeinflussen diese die induktive Kopplung und damit das resultierende Trans-
formatorersatzschaltbild (siehe Abschnitt 5.2). Andererseits tragen sie einen großen Anteil zu den Ge-
samtverlusten des Systems bei. Somit stellen die Koppelspulen in aller Regel Komponenten dar, welche
für jede Applikation jeweils neu dimensioniert werden müssen und in aller Regel nicht zugekauft wer-
63
Prinzipiell wäre im Rahmen der Optimierung auch die Verwendung des rechenintensiven ZDM-Modells gemäß Ka-
pitel 3.2 möglich. Aufgrund der sehr hohen Anzahl zu überprüfender Konverterkonfigurationen und -arbeitspunkte
hätte dies eine extrem lange Simulationsdauer zur Folge. Wie im Abschnitt 3.5 diskutiert, stellt die erweiterte Grund-
schwingungsanalyse einen Kompromiss zwischen numerischem Aufwand und Genauigkeit dar, wodurch sie für die
Verwendung innerhalb der Systemoptimierung geradezu prädestiniert ist. Im Anhang F wird der Frage nachgegan-
gen, inwieweit sich die Konverterkennwerte der mittels eFHA als optimal ermittelten Konverterkonfigurationen von
den Kennwerten der ZDM-Simulation unterscheiden. Dabei stellt sich heraus, dass auf Basis der eFHA-Vorhersagen
funktionierende Konverterauslegungen identifiziert werden können. Zwar kommt es je nach Konverter und Lage des
Optimums zu gewissen Abweichungen im Absolutwert des Minimums der zu optimierenden Kostenfunktion, doch
auch mit Berücksichtigung der vollständigen Signalformen und der Rückwirkung von Verlustwiderständen behalten
die mittels eFHA ermittelten Tendenzen ihre Gültigkeit. Dementsprechend ist der überschaubare Genauigkeitsge-
winn bei Verwendung des ZDM-Modells im Rahmen der Optimierung angesichts des enormen Aufwands (Imple-
mentierung und Simulationsdauer) nicht zu rechtfertigen. Vielmehr bietet sich die Verwendung der ZDM-Analyse in
Form einer nachgelagerten Feinoptimierung an.

144
5.3 Auslegung eines gesteuerten Systems

den können. Die übrigen passiven und die aktiven Bauelemente des Konverters werden im Gegensatz
hierzu von entsprechenden Herstellern bezogen. Das Optimierungspotential hinsichtlich der Verluste
dieser Komponenten im Verlauf der Schaltungsentwicklung besteht somit in der Auswahl geeigneter
Bauelemente. Im weiteren Verlauf der vorliegenden Arbeit wird davon ausgegangen, dass deren Beiträ-
ge zu den Gesamtverlusten durch Auswahl der jeweils besten verfügbaren Bauelemente minimiert
wird64. Somit dienen die Koppelspulen als Grundlage für die Optimierung mittels eFHA und die zuge-
hörige Kostenfunktion65,66 wird festgelegt zu
f Kost  P11l g ,nom, Po,nom, f s   P22 l g ,nom, Po,nom, f s  mit P11  I s2,rms  R11 und P22  I k2,rms  R22 . (5-3)

Wie im Abschnitt 5.2.1 diskutiert, verschlechtert sich die Kopplung mit zunehmendem Abstand dras-
tisch. Die sich hierdurch ergebenden Änderungen der Parameter des Transformator-Ersatznetzwerks
lassen Änderungen in den Strombelastungen der Komponenten erwarten. Es ist absehbar, dass sich
kopplungsbedingte Erhöhungen der Strombelastungen im Rahmen des gesteuerten Betriebs in einer
verminderten Konvertereffizienz niederschlagen. Dabei sind die bei Abstandssituationen mit erhöhter
Luftspaltlänge auftretenden Verluste gemäß (5-3) zwar nicht direktes Optimierungsziel, aufgrund der
praktischen Realisierbarkeit (Temperaturentwicklung der Koppelspulen) werden die Spulenverluste
aber als Nebenbedingung bei der Optimierung berücksichtigt. In diesem Zusammenhang wird davon
ausgegangen, dass eine maximale Verlustleistungsentwicklung von

64
Es ist leicht einsehbar, dass diese Vorgehensweise vermutlich keine kostenoptimalen Konverterauslegungen hervor-
bringen wird, da die besten verfügbaren Bauelemente oft auch auf den zugehörigen Preislisten führend sind. Eine
Kostenbeurteilung einzelner Bauteile hängt aber wiederum von einer Vielzahl von Faktoren (zu erwartende Stück-
zahl, Einkaufspreis, etwaige Rabatte, Verfügbarkeit, Wechselkurse etc.) ab, die im Rahmen dieser Arbeit nicht sinn-
voll abgeschätzt werden können.
65
Wird davon ausgegangen, dass die Überprüfung einer Spezifikation erstmalig erfolgt und somit nicht auf Erfah-
rungswerte hinsichtlich der Erfüllbarkeit der Spezifikation zurückgegriffen werden kann, so gilt es zunächst zu klä-
ren, inwieweit ein ordnungsgemäßer Betrieb unter Nennbedingungen möglich ist. Dementsprechend bevorzugt die
gewählte Formulierung der Kostenfunktion zunächst den Nennbetrieb. Stellt sich bei der Überprüfung von Arbeits-
punkten innerhalb des Nenngebrauchsbereichs heraus, dass die abseits des Nennbetriebs in Kauf zu nehmenden Ein-
bußen bestimmter Betriebseigenschaften zu groß sind, so können diese kritischen Arbeitspunkte in Form einer geän-
derten Kostenfunktion im Rahmen eines weiteren Optimierungsdurchlaufs berücksichtigt werden. Als Konsequenz
dieser Einbeziehung weiterer Arbeitspunkte ist zu erwarten, dass sich die Kennwerte des Nennbetriebs in gewissem
Umfang verschlechtern werden.
66
Anschaulich wird davon ausgegangen, dass alle anderen Systemkomponenten nur einen geringen Beitrag zu den Ge-
samtverlusten liefern. Dies ist je nach Konvertertopologie und Arbeitspunkt streng genommen nicht ganz richtig. So
erhöhen sich beispielsweise die Diodenverluste bei geringen Ausgangsspannungen. Dieser Verlustbeitrag wird aber
bei Bildung der Kostenfunktion gemäß (5-3) nicht vollwertig berücksichtigt. Im verwendeten Diodenmodell mit
Knickspannung UD und diff. Widerstand RD werden nur die rms-Verluste (in gewichteter Weise) an RD berücksich-
tigt, der Verlustanteil aufgrund der Knickspannung bleibt außen vor (für den Fall eines Synchron-Gleichrichters wür-
de letzterer entfallen). Selbstverständlich könnten diese, sowie die Verluste der übrigen Komponenten des Gesamt-
systems, in Form einer entsprechenden alternativen Kostenfunktion berücksichtigt werden. Dies würde aber eine ent-
sprechende Vorabeingrenzung der in Frage kommenden Bauteile, welche in aller Regel ökonomischen Aspekten
folgt (siehe auch Fußnote 64), erfordern. Für zuverlässige Aussagen im Rahmen solch einer Eingrenzung ist eine aus-
reichend gute Datenbasis der in Frage kommenden Bauteile zwingend erforderlich. Diese Informationen sind häufig
nicht frei zugänglich bzw. nur durch zusätzliche Messungen zu erlangen. Des Weiteren erfordert die Einbeziehung
weiterer Verlustbeiträge auch die Berücksichtigung der zu erwartenden Temperaturentwicklung der entsprechenden
Komponenten (insbesondere der Halbleiter). Die sich einstellende Temperatur innerhalb der Schaltung hängt aber
wiederum von einer Vielzahl von Parametern (Größe und Beschaffenheit der Kühlkörper, freie oder erzwungene
Konvektion, etwaiger Verguss), die erst in einem fortgeschrittenen Entwurfsstadium einer Schaltung sinnvoll abge-
schätzt werden können. Die Berücksichtigung weiterer Verlustbeiträge innerhalb der Kostenfunktion lässt somit die
ohnehin schon hohe Anzahl der zu berücksichtigenden Parameter in die Höhe schnellen.

145
5 Systemauslegung

 
max P11l g , Po,nom   5 W  
max P22 l g , Po,nom   5 W
! !
 (5-4)

für jede der gewählten P42-Kernhälften noch tolerabel ist. Zur Verdeutlichung der drastischen Auswir-
kung der Luftspaltlänge wird ein Zwischenwert der Luftspaltlänge von lg,ver = 8 mm in die Betrachtung
miteinbezogen der verdeutlicht, wie stark sich die Betriebseigenschaften bei Vergrößerung der Luft-
spaltlänge, insbesondere im hohen Abstandsbereich, verschlechtern.

5.3.3 Auslegung des LLC-Konverters


Durch Anwendung der im vorangegangenen Abschnitt erläuterten Optimierungsstrategie wurde zu-
nächst versucht, eine Auslegung des LLC-Konverters zu finden, welche alle zugehörigen Kriterien er-
füllt. Abb. 5-14 zeigt die ersten Optimierungsschritte für eine exemplarisch gewählte Kondensator- und
Drahtkonfiguration.

Leerlauf

Volllast

Abb. 5-14: Verlauf der Ausgangsspannung für eine exemplarische Konfiguration von Cs = 6,8 nF, N1 = 169,
nS1 = 25, dS1 = 0,1 mm, N2 = 22, nS2 = 60, dS2 = 0,1 mm bei Anwendung des vertikalen Wickel-
schemas. Der als gültig identifizierte Frequenzbereich ist markiert.

Ausgehend von den Simulationsdaten des magnetischen Modells für die in Abschnitt 5.2.2 beschriebe-
nen Wickelstrategien wird im zulässigen Frequenzbereich gemäß Tabelle 5-2 zunächst nach einem Fre-
quenzbereich gesucht, in dem die Leerlaufspannung für alle untersuchten Abstände im erlaubten Be-
reich zwischen Uo,min = 20 V und Uo,max = 60 V bleibt67. Innerhalb des resultierenden Frequenzbereichs
(im gezeigten Beispiel zwischen fs > 38 kHz und fs < 48 kHz) wird im nächsten Schritt untersucht, an
welchen Frequenzpunkten die geforderte Ausgangsleistung übertragbar ist. Dabei ist in aller Regel der
größte Abstand lg,max derjenige Arbeitspunkt, der den erlaubten Frequenzbereich nach oben hin ein-
grenzt (in Abb. 5-14 erkennbar am steilen Abfallen der Ausgangsspannung bei lg = 9 mm für
fs  39 kHz). Als Resultat verbleibt im gezeigten Beispiel ein vergleichsweise schmaler Frequenzbe-

67
Wie im Abschnitt 3.5.2 gezeigt, neigt die Vorhersage der eFHA zu höheren Werten der Leerlaufspannung verglichen
zur zeitdiskreten Modellierung. Daher wurde für die Simulation aus Abb. 5-14 ein um 5 % erhöhter Maximalwert der
Leerlaufspannung angenommen und die zugehörigen Leerlaufkurven beginnen leicht oberhalb von Uo,max = 60 V.

146
5.3 Auslegung eines gesteuerten Systems

reich zwischen fs = 38,2 kHz und fs = 39 kHz, in welchem ein gesteuerter Konverterbetrieb aus Sicht
der Leistungsübertragung möglich ist.
Im nächsten Schritt wird für die untersuchte Drahtkonfiguration innerhalb des gültigen Frequenzbe-
reichs untersucht, für welche Frequenz die Kostenfunktion nach (5-3) minimal wird. Dieses Ergebnis
repräsentiert dann für die vorgegebene Drahtsortenkombination in Verbindung mit dem angewendeten
Wickelschema und den untersuchten Windungszahlen den optimalen Arbeitspunkt. Werden die beiden
Windungszahlen variiert, so erhält man für diese Vorgehensweise das in Abb. 5-15 gezeigte zweidi-
[W]

(a)

(b)

Abb. 5-15: Ergebnisse der optimierten Windungskonfigurationen für Cs = 6,8 nF, nS1 = 25, dS1 = 0,1 mm
und nS2 = 60, dS2 = 0,1 mm bei vertikalem Wickelschema.
(a) Verlauf des Minimums der Kostenfunktion gemäß (5-1) als Funktion der Windungszahlen
N1 und N2. Für diese Windungszahlenkombinationen ist die Leistung an allen Abständen
(lg,min, lg,nom, lg,ver, lg,max) übertragbar und die Ausgangsspannung hält den erlaubten Wer-
tebereich ein. Das Optimum für diese Konstellation der Drahttypen liegt bei N1 = 169 und
N2 = 22 mit fKost = 4,07 W.
(b) Verlauf der Schaltfrequenz bei minimaler Kostenfunktion in Abhängigkeit der Windungs-
zahlen N1 und N2. Für das markierte Optimum bei N1 = 169 und N2 = 22 ergibt sich eine
zugehörige Schaltfrequenz von fs = 39,0 kHz (siehe auch Abb. 5-14).
147
5 Systemauslegung

mensionales Datenfeld. Dabei ist das auf die beschriebene Art identifizierte Minimum in Abb. 5-15 (a)
aufgetragen und die jeweils zugehörige optimale Schaltfrequenz ist in Abb. 5-15 (b) auf der z-Achse
aufgetragen. Wie direkt anhand des Maximalwerts der abgebildeten Kostenfunktion geschlussfolgert
werden kann, wurde für die gezeigte Simulation die Nebenbedingung gemäß (5-4) noch nicht berück-
sichtigt. Unter dieser Vernachlässigung repräsentieren diese Konfigurationen zunächst allesamt mögli-
che Konverterauslegungen für einen gesteuerten Betrieb zur Erfüllung der Spezifikationsanforderungen
aus Tabelle 5-2. Ausgeblendete N1-N2-Tupel hingegen erfüllen diese nicht (bei sehr kleinen Windungs-
zahlen kommen nur niedrige Induktivitätswerte zustande, weswegen die Resonanzfrequenzen sehr hoch
und damit die Arbeitsfrequenzbereiche außerhalb des erlaubten Bereichs liegen; für sehr kleine Über-
setzungsverhältnisse ergeben sich hohe Leerlaufspannungen und das Einhalten des erlaubten Ausgangs-
spannungsbereichs kann nicht gewährleistet werden; für sehr hohe ü-Werte ergeben sich sehr bzw. zu
niedrige Ausgangsspannungen mit entsprechend hohen Strombelastungen). Bezüglich der Kostenfunk-
tion sind jedoch nicht alle Windungszahlenkombinationen gleichwertig. So tendieren Spulenauslegun-
gen mit niedrigen Windungszahlen N1 zu höheren Strombelastungen und damit zu hohen Werten der
Kostenfunktion (geringe Windungszahlen N1 führen zu geringen Ls-Werten und damit gemäß (2-14)
und (2-8) zu großen Normierungsströmen, mit denen die Strombelastungen des Konverters skalieren).
Für höhere Windungszahlen N1 tritt bei gleichzeitiger Minimierung des Windungszahlenverhältnisses
ein Optimum der Kostenfunktion (markierter Punkt in Abb. 5-15) auf. Dieses stellt die optimale Spu-
lenauslegung in Verbindung mit dem gewählten Kondensatorwert und den angenommenen Drahttypen
dar.
Wird diese optimale Windungszahlenkombination für alle untersuchten Cs-Werte und Drahttypen er-
mittelt, so gelangt man zur Darstellung aus Abb. 5-16. Die dargestellten Punkte repräsentieren die je-
weils als optimal ermittelten N1-N2-Tupel zusammen mit der jeweiligen Schaltfrequenz, bei der die
Kostenfunktion minimiert wird.
Bezüglich der Abhängigkeit der Kostenfunktion von den Kondensatorwerten kann konstatiert werden,
dass sich niedrigere Cs-Wert positiv auswirken (vgl. wiederum (2-14) und (2-8)). Mit höheren
Cs-Werten steigt tendenziell die Strombelastung. Aufgrund der in der Simulation als konstant ange-
nommenen Leistungsabgabe an den Ausgang schlägt sich dies vor allem in einer höheren primärseiti-
gen Strombelastung nieder. Somit verschiebt sich das Optimum der Drahtsortenkombination für höhere
Cs-Werte zu HF-Litzen mit höherer Aderzahl auf der Primärseite. Für die Auslegung der sekundärseiti-
gen Spule existiert ein klarer Trend zur Verwendung von Litze mit möglichst großer Aderzahl (bei
gleichbleibendem Aderdurchmesser). Dabei wirkt sich einerseits die Erhöhung des wirksamen Kupfer-
querschnitts als auch die geänderte Wickelfensterbelegung auf die erzielbaren minimalen Verluste aus.
Die bezüglich der Kostenfunktion als optimal identifizierten Auslegungen des LLC-Konverters mit
vertikalem Wickelschema haben hinsichtlich der praktischen Realisierbarkeit allesamt mit mehreren
Problemen zu kämpfen. Abb. 5-17 verdeutlicht diesen Sachverhalt anhand einer der vielversprechends-
ten Konfigurationen68 aus Abb. 5-16. Wie aus dem Vergleich der primär- und sekundärseitigen Spulen-
verluste zwischen Abb. 5-17 (a) und Abb. 5-17 (b) hervorgeht, schlagen sich die aufgrund der Ab-
standsvariation auftretenden Stromvariationen fast ausschließlich auf die Spulenverluste der Primärseite
durch. Bereits bei einer Luftspaltlänge von lg,ver = 8 mm überschreiten diese den festgelegten Schwell-
wert von P11,max = 5 W deutlich. Für den Maximalabstand von lg,max = 9 mm werden sogar Verluste von
P11 = 7,36 W vorhergesagt.

68
Die beste Konfiguration aus Abb. 5-16 (a) mit Cs = 2,2 nF, nS1 = 20 und nS2 = 90 weist einen noch schmaleren Fre-
quenzbereich als die nächstbessere Konfiguration mit nS2 = 60 aus Abb. 5-17 auf.

148
5.3 Auslegung eines gesteuerten Systems

(a) (b)

(c) (d)

Abb. 5-16: Optimierungsergebnisse des vertikalen Wickelschemas. Die dargestellten Punkte repräsentieren
das erzielbare Minimum der Kostenfunktion mit den jeweils optimierten Windungszahlen
(N1, N2) pro Drahtstärke. Die Optimierung liefert als beste Konverterauslegung die Werte
Cs = 2,2 nF, N1 = 232, nS1 = 20, N2 = 28 und nS2 = 90 für dS1 = dS2 = 0,1 mm mit
opt(fKost) = 3,42 W bei fs = 48,6 kHz.
(a) Cs = 2,2 nF (b) Cs = 4,7 nF (c) Cs = 6,8 nF (d) Cs = 10 nF

Neben dieser thermischen Problemstellung ergeben sich für die Auslegung der primärseitigen Geräte-
hälfte weitere Realisierungsschwierigkeiten. So resultieren aus den Ergebnissen der Abb. 5-17 (c) er-
höhte Anforderungen an die Isolationsfestigkeit des primärseitigen Aufbaus. Der Serienkondensator
muss zudem für entsprechend hohe Effektivwerte der Kondensatorspannung bei gleichzeitig ver-
gleichsweise hohen Frequenzen geeignet sein. Durch Vergrößern des Nennwerts des Serienkondensa-
tors kann dieser Spannungsbelastung zwar in gewissem Maße begegnet werden; dies geht aber gemäß

149
5 Systemauslegung

(a) (b)

(c) (d)
Abb. 5-17: Kenngrößen der optimalen Windungszahlenkonfiguration mit N1 = 208, N2 = 22 für nS1 = 20,
nS2 = 60 und dS1 = dS2 = 0,1 mm für Cs = 2,2 nF bei Verwendung des vertikalen Wickelschemas.
Als Schaltfrequenz im Minimum der Kostenfunktion wurde ein Wert von fs = 54,14 kHz identi-
fiziert. Entsprechende Verlustleistungssimulationen für diese Konverterkonfiguration auf Basis
des ZDM-Modells finden sich in Abb. F-1 im Anhang F.1.
(a) Primärseitige Spulenverluste (b) Sekundärseitige Spulenverluste
(c) Spitzenwert Serienkondensatorsp. (d) Wechseleffektivwert Serienkondensatorsp.

Abb. 5-16 mit einer Erhöhung der Spulenverluste sowie mit einer höheren Strombelastung des übrigen
Resonanzkreises einher.
Wie im Abschnitt 5.2.2 ausgeführt, beeinflusst die Art der Wickelfensterbelegung einerseits die induk-
tive Kopplung zwischen den Koppelspulen als auch die internen Spulenverluste. Dementsprechend wird
das horizontale Wickelschema gemäß Abb. 5-6 mit in den Optimierungsprozess aufgenommen.
Abb. 5-18 zeigt ein zugehöriges zweidimensionales Datenfeld für einen Serienkondensatorwert von

150
5.3 Auslegung eines gesteuerten Systems

Cs = 2,2 nF und HF-Litze mit nS1 = 20, nS2 = 60 und dS1 = dS2 = 0,1 mm. Im Vergleich zu dem mittels
vertikaler Wickelrichtung erzeugten Datenfeld aus Abb. 5-15 wird deutlich sichtbar, dass das horizonta-
le Wickelschema dem Verlauf des Minimums der Kostenfunktion seinen Stempel aufprägt. Der zwi-
schen N2 = 15 und N2 = 16 deutlich sichtbare Knick ist auf die Vergrößerung des Wickelfensters zu-
rückzuführen, durch welche es zu einer merklichen Änderung der Wickelfensterbelegung und damit vor
allem zu Änderungen der induktiven Kopplung kommt. Hieraus resultiert eine Verschiebung der opti-
malen Konverterkonfiguration mit der gleichzeitig eine Erhöhung des Minimums der Kostenfunktion
einhergeht.
Der prinzipielle Trend bezüglich der Wahl der Windungszahlen bleibt auch beim zweiten untersuchten
Wickelschema erhalten. Für sehr hohe Windungszahlenverhältnisse ergeben sich sehr hohe Werte der
Kostenfunktion, für sehr niedrige Werte des Windungszahlenverhältnisses kann in Verbindung mit dem
zulässigen Wertebereich der Ausgangsspannung keine zulässige Konverterauslegung gefunden werden.
Für die vier betrachteten Werte des Serienkondensators zeigt Abb. 5-19 die jeweiligen Ergebnisse der
optimalen Konverterauslegungen in Abhängigkeit der Aderzahl der HF-Litze für das horizontale Wi-
ckelschema. Auch bei dieser Auswertung bestätigt sich der bereits beim vertikalen Wickelschema beo-
bachtete Trend hinsichtlich der Abhängigkeit des Optimums vom Kondensatorwert. Dieses stellt sich
wiederum bei einem Wert von Cs = 2,2 nF ein. Verglichen mit der besten Konverterauslegung auf Basis
des vertikalen Wickelschemas kann bei Anwendung des horizontalen Wickelschemas eine merkliche
Reduktion des Optimums der Kostenfunktion (Verringerung von min(fKost) = 3,42 W @ vertikal auf
min(fKost) = 2,96 W @ horizontal) erzielt werden.
Insgesamt nivelliert sich der Einfluss des Parameters nS2 im Falle des horizontalen Wickelschemas im
Gegensatz zum vertikalen Schema nahezu vollständig. Hierbei erscheint die Verwendung der Litze mit
nS2 = 35 als Kompromiss zwischen Kosten und Verlustminimierung am vielversprechendsten.

(a)

Abb. 5-18: Verlauf des Minimums der Kostenfunktion gemäß (5-1) für Cs = 2,2 nF, nS1 = 20,
dS1 = dS2 = 0,1 mm und nS2 = 60 als Funktion der Windungszahlen N1 und N2 bei Anwendung des
horizontalen Wickelschemas. Das Optimum für diese Konstellation der Drahttypen liegt bei
N1 = 118 und N2 = 15 mit min(fKost) = 2,96 W bei einer Schaltfrequenz von fs = 107,3 kHz.
151
5 Systemauslegung

(a) (b)

(c) (d)

Abb. 5-19: Optimierungsergebnisse des horizontalen Wickelschemas. Die dargestellten Punkte repräsentie-
ren das erzielbare Minimum der Kostenfunktion mit den jeweils optimierten Windungszahlen
(N1, N2) pro Drahtstärke. Die Optimierung liefert als beste Konverterauslegung die Werte
Cs = 2,2 nF, N1 = 118, nS1 = 20, N2 = 15 und nS2 = 60 für dS1 = dS2 = 0,1 mm mit
opt(fKost) = 2,96 W bei fs = 107,3 kHz.
(a) Cs = 2,2 nF (b) Cs = 4,7 nF (c) Cs = 6,8 nF (d) Cs = 10 nF

Hinsichtlich der Erfüllung der Nebenbedingung (5-4) zeigt Abb. 5-20 die Kennwerte der optimalen
Konfiguration mit horizontaler Fensterbelegung gemäß Abb. 5-19. Im direkten Vergleich zu den ent-
sprechenden Ergebnissen aus Abb. 5-17 für die vertikale Fensterbelegung wird deutlich, dass sich die
verbesserten Kopplungsverhältnisse des horizontalen Wickelschemas positiv auf die Strombelastung
des Konverters (vgl. Abb. 5-20 (c) mit Abb. 5-17 (c) ) und damit auf die Spulenverluste auswirken.
Während die primärseitigen Spulenverluste bei der optimalen Schaltfrequenz von fs = 107,3 kHz bei
einer Luftspaltlänge von lg,ver = 8 mm noch deutlich unter der erlaubten Schwelle von P11,max = 5 W
bleiben, kommt es zu einer ebenso deutlichen Überschreitung bei lg,max = 9 mm. Insgesamt konnte im

152
5.3 Auslegung eines gesteuerten Systems

Rahmen der dargestellten Optimierung des LLC-Konverters weder für das horizontale noch für das
vertikale Wickelschema eine zulässige Konverterkonfiguration identifiziert werden.
Damit ergibt sich für den LLC-Konverter die Situation, dass für die Gesamtheit der analysierten Kon-
verter- und Spulenauslegungen nicht sämtliche Aspekte der Spezifikation erfüllt werden können. Insbe-
sondere die hohe primärseitige Strombelastung bei erhöhtem Spulenabstand bereitet hinsichtlich der

(a) (b)

(c) (d)

Abb. 5-20: Kenngrößen der optimalen Windungszahlenkonfiguration mit N1 = 118, N2 = 15 für nS1 = 20,
nS2 = 60 und dS1 = dS2 = 0,1 mm für Cs = 2,2 nF bei Verwendung des horizontalen Wickelsche-
mas. Als Schaltfrequenz im Minimum der Kostenfunktion wurde der rechte Rand des als gültig
identifizierten Wertebereichs der Schaltfrequenz mit fs = 107,3 kHz identifiziert. Entsprechende
Verlustleistungssimulationen für diese Konverterkonfiguration auf Basis des ZDM-Modells fin-
den sich in Abb. F-2 im Anhang F.1.
(a) Primärseitige Spulenverluste (b) Sekundärseitige Spulenverluste
(c) Spitzenwert Serienkondensatorsp. (d) Wechseleffektivwert Serienkondensatorsp.
153
5 Systemauslegung

Verwendung des LLC-Konverters Probleme. Einserseits leidet die Konvertereffizienz für zunehmenden
Abstand drastisch, andererseits können sehr hohe Spulenverluste zu unzulässig hohen Temperaturen
führen. Zusätzliche Schwierigkeiten praktischer Natur ergeben sich durch die hohe Spannungsbelastung
des Schwingkreiskondensators Cs, da im untersuchten Frequenzbereich für solch hohe Effektivspan-
nungen kaum geeignete Bauteile zur Verfügung stehen. Die Realisierung per Serien- und Parallelschal-
tung mehrerer Einzelkondensatoren treibt entsprechend den Bauteilaufwand und die Kosten nach oben.
Zudem fällt der nutzbare Frequenzbereich, insbesondere bei Verwendung des vertikalen Wickelsche-
mas, nur sehr schmal aus, was hinsichtlich der praktischen Realisierung (genaue Frequenzeinstellung)
erhöhte Ansprüche mit sich bringt.

5.3.4 Auslegung des LLCCp-Konverters


Mit der Hinzunahme eines sekundärseitigen Kompensationskondensators steht ein weiterer Freiheits-
grad zur Verfügung, mit dessen Hilfe die Optimierung der Leistungsteilauslegung erweitert werden
kann. Für den LLCCp-Konverter wurden für den Kompensationskondensator Cp die in Tabelle 5-5 auf-
geführten Kapazitätswerte berücksichtigt.

Cp Nennwert [nF]

Sekundärseite 22 47 68 100

Tabelle 5-5: Im Rahmen der Optimierung berücksichtigte Nennwerte des sekundärseitigen Parallelkon-
densators.

Abb. 5-21 zeigt einen für den LLCCp-Konverter typischen Verlauf des als gültig identifizierten Fre-
quenzbereichs. Der für den gesteuerten Betrieb durch die Optimierungsstrategie als günstig identifizier-
te Bereich liegt zwischen den beiden Polstellen der Steuerübertragungsfunktion, siehe Gleichung (C-96)
im Anhang C.4. Aufgrund der starken Variation des effektiven Übersetzungsverhältnisses n und des

Volllast Leerlauf

Abb. 5-21: Verlauf der Ausgangsspannung für eine exemplarische Konfiguration von Cs = 4,7 nF,
Cp = 100 nF, N1 = 115, nS1 = 35, dS1 = 0,1 mm, N2 = 16, nS2 = 90, dS2 = 0,1 mm bei Anwendung
des vertikalen Wickelschemas. Der als gültig identifizierte Frequenzbereich ist markiert.
154
5.3 Auslegung eines gesteuerten Systems

Parameters  mit zunehmender Luftspaltlänge (siehe Abb. 5-1 (b) ) ändern sich die Lagen dieser Fre-
quenzen in Abhängigkeit des Spulenabstandes. Beim niedrigsten Abstandswert von lg = 3 mm fällt die
Frequenzspanne zwischen den Resonanzstellen sowie das effektive Übersetzungsverhältnis n am größ-
ten aus, gleichzeitig ergibt sich verglichen zum Nennbetrieb eine niedrige Ausgangsspannung bei Be-
lastung mit der Nennausgangsleistung. Mit zunehmender Distanz zwischen den Koppelspulen ergibt
sich eine Annäherung der beiden Frequenzen mit einer entsprechenden Anhebung der Ausgangsspan-
nung sowohl im Leerlauf als auch unter Nennlast. Für den größten der gezeigten Luftspaltwerte kommt
es zu einem starken Einbruch der Ausgangsspannung zu höheren Schaltfrequenzen hin. Ursächlich für
diesen starken Einbruch ist die Annäherung an die dort befindliche Grenze der übertragbaren Leistung.
Für den gesteuerten Betrieb mit vertikalem Wickelschema zeigt Abb. 5-22 die Ergebnisse der gemäß
Abschnitt 5.3.2 optimierten Konfiguration. Verglichen mit den Ergebnissen des LLC-Konverters erge-
ben sich Ähnlichkeiten bezüglich des Einflusses des primärseitigen Kondensators Cs. Mit zunehmen-
dem Kapazitätswert Cs ergibt sich eine Erweiterung des Wertebereichs der Optimierungsergebnisse in
Abhängigkeit des Kondensatorwerts Cp und gleichzeitig erfolgt eine Verschiebung des minimal erziel-
baren Werts der Kostenfunktion. Diese erhöhte Strombelastung kann durch Verwendung dickerer Litze
auf der Primärseite teilweise kompensiert werden. Für hohe Cs-Werte ist hinsichtlich der drei unter-
suchten Cp-Werte die Verwendung des Kompensationskondensators mit dem größten Kapazitätswert
klar von Vorteil.
Das Optimum der untersuchten Konfigurationen für das vertikale Wickelschema wurde bei Cs = 4,7 nF,
Cp = 100 nF, N1 = 115, nS1 = 25, N2 = 16 und nS2 = 90 detektiert, die zugehörigen eFHA-Kennwerte der
zweitbesten Auslegung69 sind in Abb. 5-23 dargestellt. Im direkten Vergleich mit den Kennwerten der
optimalen Auslegung des LLC-Konverters aus Abb. 5-17 stechen die reduzierten Wicklungsverluste
hervor. Zwar kommt es aufgrund der Verschlechterung der Kopplungsverhältnisse auch beim LLCCp-
Konverter zu einer Vervielfachung der Spulenverluste zwischen lg = 3 mm und lg = 9 mm, absolut ge-
sehen bleiben insbesondere die primärseitigen Spulenverluste aber deutlich unter dem gemäß (5-4) ma-
ximal zulässigen Wert von 5 W. Auch die Anforderungen an den primärseitigen Schwingkreiskonden-
sator sind im Vergleich zur unkompensierten Konvertervariante massiv reduziert. Dieser Effekt ist auf
die Reduktion der im Resonanzkreis zirkulierenden Blindenergie zurückzuführen, welche durch den
sekundärseitigen Kompensationskondensator erzielt wird.
Im Hinblick auf den nutzbaren Frequenzbereich des gesteuerten Betriebs zeigt das vertikale Wickel-
schema eine deutliche Tendenz zu stark eingegrenzten Bereichen der möglichen Schaltfrequenz. Wie
im Anhang F.2 diskutiert, stellt sich die dargestellte Konfiguration bei Berücksichtigung aller Ober-
schwingungen durch Anwendung der ZDM-Analyse als zu kritisch heraus. Während es innerhalb der
eFHA-Vorhersage zur Detektion eines sehr schmalen gültigen Frequenzbereichs kommt, ergibt die Be-
trachtung der ZDM-Ergebnisse keine Überlappung erlaubter Frequenzpunkte für alle vier untersuchten
Abstandswerte. Demgegenüber wird der Wert der Kostenfunktion durch Verwendung der erweiterten
Grundschwingungsanalyse mit sehr hoher Genauigkeit vorhergesagt. Zur Vermeidung der fälschlichen

69
Für diese Auswertung wurde der nächste Nachbar der optimalen Konfiguration aus Abb. 5-22 mit nS1 = 35 anstatt
nS1 = 25 gewählt, da der Arbeitsfrequenzbereich für nS1 = 25 noch schmaler ausfällt als in Abb. 5-23 gezeigt. Der er-
zielbare Minimalwert der Kostenfunktion erhöht sich dabei von min(fKost) = 1,26 W (nS1 = 25) auf min(fKost) = 1,27 W
(nS1 = 35). Zu schmale Wertebereiche der erlaubten Schaltfrequenz können im Hinblick auf die praktische Realisier-
barkeit der gesteuerten Systemauslegung unter Umständen problematisch sein (Genauigkeit der Frequenzeinstellung,
Bauteiltoleranzen der Schwingkreiskondensatoren). Im Rahmen des dargestellten Optimierungsprozesses wäre aber
die Berücksichtigung der Breite des möglichen Arbeitsbereichs als weitere Nebenbedingung ohne Weiteres möglich.

155
5 Systemauslegung

Cp = 22 nF
Cp = 22 nF Cp = 68 nF
Cp = 100 nF
Cp = 47 nF
Cp = 100 nF Cp = 68 nF

Cp = 47 nF

(a) (b)

Cp = 22 nF

Cp = 22 nF
Cp = 47 nF

Cp = 68 nF
Cp = 100 nF

Cp = 47 nF Cp = 68 nF
Cp = 100 nF

(c) (d)

Abb. 5-22: Optimierungsergebnisse des vertikalen Wickelschemas. Die dargestellten Punkte repräsentieren
das erzielbare Minimum der Kostenfunktion mit den jeweils optimierten Windungszahlen
(N1, N2) pro Drahtstärke. Die Optimierung liefert als beste Konverterauslegung die Werte
Cs = 4,7 nF, Cp = 100 nF, N1 = 115, nS1 = 25, N2 = 16 und nS2 = 90 für dS1 = dS2 = 0,1 mm mit
opt(fKost) = 1,26 W bei fs = 72,7 kHz.
(a) Cs = 2,2 nF (b) Cs = 4,7 nF (c) Cs = 6,8 nF (d) Cs = 10 nF

Identifikation solch kritischer Resonanzkreisauslegungen seitens der eFHA könnte im Rahmen der Op-
timierung eine weitere Nebenbedingung zur Mindestbreite des gültigen Frequenzbereichs dienen.
Für die horizontale Wickelfensterbelegung zeigt Abb. 5-24 die Ergebnisse der durchgeführten Optimie-
rung auf Basis der eFHA. Analog zum vertikalen Wickelschema ergibt sich für zunehmende Cs-Werte
ein größerer Wertebereich der Minima in Abhängigkeit des Cp-Werts. Die optimale Konfiguration wur-
de bei Cs = 4,7 nF, Cp = 68 nF, N1 = 74, nS1 = 25, N2 = 11 und nS2 = 90 verzeichnet. Die eFHA-
Vorhersage fällt dabei mit min(fKost) = 1,15 W gegenüber dem Optimalwert des vertikalen Wickelsche-

156
5.3 Auslegung eines gesteuerten Systems

(a) (b)

(c) (d)
Abb. 5-23: Kenngrößen der optimalen Windungszahlenkonfiguration mit N1 = 115, N2 = 16 für nS1 = 35,
nS2 = 90 und dS1 = dS2 = 0,1 mm für Cs = 4,7 nF und Cp = 100 nF bei Verwendung des vertikalen
Wickelschemas. Als Schaltfrequenz im Minimum der Kostenfunktion wurde der linke Rand des
als gültig identifizierten Wertebereichs der Schaltfrequenz mit fs = 72,7 kHz identifiziert. Ent-
sprechende Verlustleistungssimulationen für diese Konverterkonfiguration auf Basis des ZDM-
Modells finden sich in Abb. F-3 im Anhang F.2.
(a) Primärseitige Spulenverluste (b) Sekundärseitige Spulenverluste
(c) Effektivw. Serienkondensatorsp. (d) Effektivw. Parallelkondensatorsp.

mas von min(fKost) = 1,26 W nochmals geringer aus. Zudem ergibt sich für den gesteuerten Betrieb ein
deutlich breiterer Frequenzbereich.
Somit zeigen sich auch beim LLCCp-Konverter klare Vorteile bei Anwendung des horizontalen Wi-
ckelschemas. Bei Betrachtung der ZDM-Analyse ergibt sich dieser Vorteil des horizontalen Wickel-
schemas in nahezu identischer Größenordnung, siehe Anhang F.2. Der durch die ZDM-Analyse als
157
5 Systemauslegung

Cp = 22 nF Cp = 68 nF Cp = 22 nF Cp = 68 nF
Cp = 100 nF Cp = 47 nF
Cp = 47 nF Cp = 100 nF

(a) (b)

Cp = 22 nF

Cp = 47 nF
Cp = 22 nF

Cp = 47 nF Cp = 68 nF
Cp = 68 nF
Cp = 100 nF

Cp = 100 nF

(c) (d)

Abb. 5-24: Optimierungsergebnisse des horizontalen Wickelschemas. Die dargestellten Punkte repräsentie-
ren das erzielbare Minimum der Kostenfunktion mit den jeweils optimierten Windungszahlen
(N1, N2) pro Drahtstärke. Die Optimierung liefert als beste Konverterauslegung die Werte
Cs = 4,7 nF, Cp = 68 nF, N1 = 74, nS1 = 25, N2 = 11 und nS2 = 90 für dS1 = dS2 = 0,1 mm mit
opt(fKost) = 1,15 W bei fs = 136,8 kHz.
(a) Cs = 2,2 nF (b) Cs = 4,7 nF (c) Cs = 6,8 nF (d) Cs = 10 nF

nutzbar prognostizierte Frequenzbereich erweitert sich sogar gegenüber dem in Abb. 5-25 dargestellten
Bereich durch Verschiebung der unteren Frequenzgrenze auf fs = 126,2 kHz.

158
5.3 Auslegung eines gesteuerten Systems

(a) (b)

(c) (d)
Abb. 5-25: Kenngrößen der optimalen Windungszahlenkonfiguration mit N1 = 74, N2 = 11 für nS1 = 25,
nS2 = 90 und dS1 = dS2 = 0,1 mm für Cs = 4,7 nF und Cp = 68 nF bei Verwendung des horizonta-
len Wickelschemas. Als Schaltfrequenz im Minimum der Kostenfunktion wurde die Mitte des
als gültig identifizierten Wertebereichs der Schaltfrequenz mit fs = 136,8 kHz identifiziert. Ent-
sprechende Verlustleistungssimulationen für diese Konverterkonfiguration auf Basis des ZDM-
Modells finden sich in Abb. F-4 im Anhang F.2.
(a) Primärseitige Spulenverluste (b) Sekundärseitige Spulenverluste
(c) Effektivw. Serienkondensatorsp. (d) Effektivw. Parallelkondensatorsp.

5.3.5 Auslegung des LLCCs-Konverters


Durch die Erweiterung des unkompensierten LLC-Konverters mit einem sekundärseitigen Serienkon-
densator Ck ergibt sich in analoger Weise zum LLCCp-Konverter ebenfalls ein weiterer Freiheitsgrad
zur Optimierung der Konverterauslegung für den gesteuerten Betrieb. Für die gemäß Abschnitt 5.3.2

159
5 Systemauslegung

beschriebene Optimierungsstrategie wurden die in Tabelle 5-6 aufgeführten Nennwerte des Kondensa-
tors Ck berücksichtigt.

Ck Nennwert [nF]

Sekundärseite 22 47 68 100

Tabelle 5-6: Im Rahmen der Optimierung berücksichtigte Nennwerte des sekundärseitigen Se-
rienkondensators.

Typische Verläufe der Ausgangsspannung im Leerlauf und im möglichen Arbeitsfrequenzbereich unter


Volllast sind in Abb. 5-26 dargestellt. Im Vergleich zur unkompensierten Resonanzkreisvariante fällt
auf, dass die optimale Schaltfrequenz nicht mehr im Bereich des Schnittpunkts der Leerlaufspannungen
liegt. Des Weiteren kommt es für mittlere Frequenzen des gültigen Frequenzbereichs zur nahezu voll-
ständigen Ausschöpfung des erlaubten Ausgangsspannungsbereichs, die abstandsabhängige Variation
der sekundärseitigen Ausgangsspannung zwischen Leerlauf und Volllast variiert dort fast vollständig
zwischen den möglichen Grenzen von 20 V bis 60 V.
Die optimalen Auslegungen des vertikalen Wickelschemas zeigt Abb. 5-27. Wie bei den entsprechen-
den Ergebnissen des LLCCp-Konverters nimmt die Spreizung der Kurven für verschiedene Ck-Werte
mit höheren Cs-Werten zu. Für die Kombination Cs = 2,2 nF und Ck = 22 nF konnten nur für die dünns-
te sekundärseitige Litze gültige Konfigurationen detektiert werden. Für die übrigen Ck-Werte ist jeweils
die Verwendung der sekundärseitigen Litze mit nS2 = 90 bei allen vier abgebildeten Cs-Werten vorteil-
haft. Auf der Primärseite verschiebt sich der erzielbare Minimalwert der optimalen Konfigurationen mit
zunehmendem Cs-Wert in Richtung höherer nS1-Werte.

Volllast
Leerlauf

Abb. 5-26: Verlauf der Ausgangsspannung für eine exemplarische Konfiguration von Cs = 10 nF,
Ck = 100 nF, N1 = 112, nS1 = 35, dS1 = 0,1 mm, N2 = 26, nS2 = 90, dS2 = 0,1 mm bei Anwendung
des vertikalen Wickelschemas. Der als gültig identifizierte Frequenzbereich ist markiert.
160
5.3 Auslegung eines gesteuerten Systems

Ck = 22 nF

Ck = 68 nF
Ck = 22 nF
Ck = 68 nF

Ck = 47 nF
Ck = 100 nF

Ck = 47 nF Ck = 100 nF

(a) (b)

Ck = 22 nF
Ck = 22 nF

Ck = 47 nF
Ck = 47 nF

Ck = 68 nF Ck = 100 nF

Ck = 100 nF Ck = 68 nF

(c) (d)

Abb. 5-27: Optimierungsergebnisse des vertikalen Wickelschemas. Die dargestellten Punkte repräsentieren
das erzielbare Minimum der Kostenfunktion mit den jeweils optimierten Windungszahlen
(N1, N2) pro Drahtstärke. Die Optimierung liefert als beste Konverterauslegung die Werte
Cs = 10 nF, Ck = 100 nF, N1 = 112, nS1 = 35, N2 = 26 und nS2 = 90 für dS1 = dS2 = 0,1 mm mit
opt(fKost) = 1,20 W bei fs = 59,9 kHz.
(a) Cs = 2,2 nF (b) Cs = 4,7 nF (c) Cs = 6,8 nF (d) Cs = 10 nF

161
5 Systemauslegung

Im Vergleich zu seinem parallelkompensierten Pendant schlägt sich der LLCCs-Konverter bei Anwen-
dung des vertikalen Wickelschemas in puncto Kostenfunktion mit einem Optimalwert von
min(fKost) = 1,20 W marginal besser (LLCCp vertikal: min(fKost) = 1,26 W). Im Anhang F.3 wird gezeigt,
in welcher Weise sich Gesamtverluste des LLCCs-Konverters auf die unterschiedlichen Systemkompo-
nenten aufteilen.
Für die optimale Konverterkonfiguration aus Abb. 5-27 sind die zugehörigen eFHA-Kennwerte in
Abb. 5-28 aufgetragen. Im Vergleich zum unkompensierten LLC-Konverter tritt auch bei diesem Kon-
verter deutlich der positive Einfluss der sekundärseitigen Kompensation zutage. Dies zeigt sich insbe-
sondere bei der für die Minimierung der Kostenfunktion identifizierten Schaltfrequenz (linker Rand des
dargestellten Bereichs). Hier kommt es zu einer nahezu paritätischen Aufteilung der Spulenverluste,
siehe Abb. 5-28 (a) und (b). Für Abstände über dem Nennabstand übersteigen die Verluste der sekun-
därseitigen Koppelspule sogar diejenigen der Primärseite. Zusätzlich ergeben sich niedrige Spannungs-
belastungen des primärseitigen Serienkondensators Cs, siehe Abb. 5-28 (c). Die Spannungsbelastung
des Kompensationskondensators Ck gemäß Abb. 5-28 (d) lässt im Hinblick auf die Belastung dieses
Bauteils keine gravierenden Probleme erwarten.
Die Optimierungsergebnisse des horizontalen Wickelschemas sind in Abb. 5-29 dargestellt. Für dieses
Wickelschema konnten für die Kombination Cs = 2,2 nF und Ck = 22 nF gar keine gültigen Konfigura-
tionen identifiziert werden, für Cs = 4,7 nF nur für hohe Werte von nS1. Auch bei diesem Wickelschema
bestätigt sich der deutliche Trend zur Verwendung einer hohen sekundärseitigen Aderzahl nS2. Vergli-
chen mit dem Optimum der vertikalen Auslegung tritt das Optimum bei einem nur leicht reduzierten
Windungszahlenverhältnis auf. Der Gewinn in Form einer reduzierten Kostenfunktion fällt mit einem
Wert von min(fKost) = 1,12 W beim horizontalen Wickelschema gegenüber dem Optimum des vertikalen
Wickelschemas mit min(fKost) = 1,20 W eher gering aus.
Abschließend zeigt Abb. 5-30 die zum Optimum der horizontalen Wickelfensterbelegung zugehörigen
Kennwerte. Diese Verläufe weisen sehr große Ähnlichkeiten mit den Ergebnissen der optimalen Ausle-
gung der vertikalen Wickelfensterbelegung auf.

162
5.3 Auslegung eines gesteuerten Systems

(a) (b)

(c) (d)

Abb. 5-28: Kenngrößen der optimalen Windungszahlenkonfiguration mit N1 = 112, N2 = 26 für nS1 = 35,
nS2 = 90 und dS1 = dS2 = 0,1 mm mit Cs = 10 nF und Ck = 100 nF bei Verwendung des vertikalen
Wickelschemas. Als Schaltfrequenz im Minimum der Kostenfunktion wurde der linke Rand des
als gültig identifizierten Wertebereichs der Schaltfrequenz mit fs = 59,9 kHz identifiziert. Ent-
sprechende Verlustleistungssimulationen für diese Konverterkonfiguration auf Basis des ZDM-
Modells finden sich in Abb. F-5 im Anhang F.3.
(a) Primärseitige Spulenverluste (b) Sekundärseitige Spulenverluste
(c) Effektivw. Serienkondensatorsp. (d) Effektivw. Sekundärkondensatorsp.70

70
Gemäß Abschnitt 5.1 erfolgte die Festlegung der maximal zulässigen Ausgangsspannung in Anlehnung an die Defi-
nition der Schutzkleinspannung SELV. Für die übrigen sekundärseitigen Spannungswerte wurde keine Obergrenze
festgelegt, weswegen die am Kompensationskondensator auftretenden Spannungen die zugehörigen Grenzwerte nicht
mehr einhalten. Soll die strikte Einhaltung einer Obergrenze für alle sekundärseitigen Spannungen gewährleistet
werden, so müsste dies als weitere Nebenbedingung bei der Suche nach gültigen Resonanzkreiskonfigurationen be-
rücksichtigt werden.

163
5 Systemauslegung

Ck = 22 nF

Ck = 47 nF
Ck = 68 nF

Ck = 68 nF Ck = 47 nF

Ck = 100 nF

Ck = 100 nF

(a) (b)

Ck = 22 nF

Ck = 22 nF

Ck = 47 nF Ck = 68 nF
Ck = 68 nF
Ck = 100 nF

Ck = 100 nF Ck = 47 nF

(c) (d)

Abb. 5-29: Optimierungsergebnisse des horizontalen Wickelschemas. Die dargestellten Punkte repräsentie-
ren das erzielbare Minimum der Kostenfunktion mit den jeweils optimierten Windungszahlen
(N1, N2) pro Drahtstärke. Die Optimierung liefert als beste Konverterauslegung die Werte
Cs = 10 nF, Ck = 68 nF, N1 = 74, nS1 = 35, N2 = 18 und nS2 = 90 für dS1 = dS2 = 0,1 mm mit
opt(fKost) = 1,12 W bei fs = 113,1 kHz.
(a) Cs = 2,2 nF (b) Cs = 4,7 nF (c) Cs = 6,8 nF (d) Cs = 10 nF71

71
Eine weitere Erhöhung des Nennwertes von Cs bringt keinen weiteren Gewinn mehr. Für eine Kondensatorpaarung
von Cs =12 nF und Ck = 68 nF ergibt die eFHA-Optimierung einen minimal erzielbaren Wert der Kostenfunktion von
opt(fKost) = 1,13 (für N1 = 84, nS1 = 35, N2 = 22 und nS2 = 90). Eine gleichzeitige Erhöhung des sekundärseitigen
Kompensationskondensatorwerts mit Cs = 12 nF und Ck = 100 nF liefert opt(fKost) = 1,14 (für N1 = 96, nS1 = 35,
N2 = 23 und nS2 = 90).

164
5.3 Auslegung eines gesteuerten Systems

(a) (b)

(c) (d)

Abb. 5-30: Kenngrößen der optimalen Windungszahlenkonfiguration mit N1 = 74, N2 = 18 für nS1 = 35,
nS2 = 90 und dS1 = dS2 = 0,1 mm mit Cs = 10 nF und Ck = 68 nF für das horizontale Wickelsche-
ma. Als Schaltfrequenz im Minimum der Kostenfunktion wurde der linke Rand des als gültig
identifizierten Wertebereichs der Schaltfrequenz mit fs = 113,1 kHz identifiziert. Entsprechende
Verlustleistungssimulationen für diese Konverterkonfiguration auf Basis des ZDM-Modells fin-
den sich in Abb. F-6 im Anhang F.3.
(a) Primärseitige Spulenverluste (b) Sekundärseitige Spulenverluste
(c) Effektivw. Serienkondensatorsp. (d) Effektivw. Sekundärkondensatorsp.72

72
Siehe Fußnote 70 auf S. 163.

165
5 Systemauslegung

5.3.6 Messtechnische Verifikation


Zur Überprüfung der mittels eFHA optimierten Konverterauslegungen wurde eine zur Spezifikation
passende Messschaltung erstellt. Abb. 5-31 zeigt ein Foto der erstellten Schaltung. Zur Pegelumsetzung
der Ansteuersignale kam ein integrierter Schaltkreis des Typs ADuM6132 [389] zum Einsatz. Dieser
übernimmt zusätzlich die Versorgung des oberen Halbbrücken-Treibers, welche gegenüber der Versor-
gung des unteren Treibers entsprechend isoliert sein muss. Aufgrund dieser hoch liegenden Versorgung
kommt es gemäß den Angaben des Datenblatts zu Leerlaufverlusten innerhalb des ICs von typischer-
weise 1 Watt73. Im Hinblick auf eine höchstmögliche Effizienz des Gesamtsystems wären alternative
Versorgungsvarianten vorzuziehen. Für die Erstellung einer Experimentierplattform bzw. für die Ver-
wendung bei Applikationen, bei denen sich diese Verluste im Ansteuerkreis nicht allzu negativ im Wir-
kungsgrad niederschlagen, ist das verwendete IC hingegen bestens geeignet.

Abb. 5-31: Foto Prototyp; Eingangskond.: B43501 (EPCOS); MOSFETs: IPP60R299 (INFINEON), Dio-
den: VFT3080S (VISHAY); Ausgangskond.: UPJ1K471MHD6 (NICHICON); Schwingkreis-
kondensatoren: MKP10 / FKP1 / FKP4 (WIMA)

Die gemessenen Konverterkennwerte des realisierten LLCCp-Konverters unter Volllast für die vier un-
tersuchten Luftspaltlängen sind in Abb. 5-32 dargestellt. Den Optimierungsergebnissen der eFHA ge-
mäß Abschnitt 5.3.4 folgend, wurden zunächst Nennwerte der Schwingkreiskondensatoren von
Cs = 4,7 nF und Cp = 68 nF untersucht. Wie anhand der Verläufe der belasteten und der unbelasteten
Ausgangsspannung aus Abb. 5-32 (a) ersichtlich wird, ist der gesteuerte Betrieb des LLCCp-Konverters
im realen Aufbau möglich. Es ergibt sich ein ausreichend breiter Frequenzbereich zwischen
116 kHz < fs < 127 kHz, innerhalb dessen sowohl die Ausgangsspannung im erlaubten Bereich bleibt,
als auch die Leistung für alle Abstandswerte übertragbar ist. Die erzielten Wirkungsgradwerte aus
Abb. 5-32 (b) liegen dabei für alle Abstände merklich über 90 %, mit einem Spitzenwert für Nennbe-
trieb bei lg = 6 mm von  = 95,2 % bei fs = 123 kHz. Für diesen Frequenzwert reduziert sich der Wir-
kungsgrad bei höheren Abständen auf Werte von  = 93,9 % (lg = 8 mm) bzw.  = 93,2 % (lg = 9 mm).
73
Alle im Folgenden präsentierten Messergebnisse zum Wirkungsgrad beziehen sich nur auf das Leistungsteil unter
Vernachlässigung der Ansteuerverluste. Gemäß den Angaben des Datenblatts der verwendeten MOSFETs benötigen
diese unter hartschaltenden Bedingungen zusammen eine typische Treiberleistung zwischen 106 mW (@
fs = 110 kHz) und 140 mW (@ fs = 145 kHz) bei einer Gate-Source-Spannung von 15 V bzw. zwischen 73 mW (@
fs = 110 kHz) und 96 mW (@ fs = 145 kHz) bei einer Gate-Source-Spannung von 10 V.

166
5.3 Auslegung eines gesteuerten Systems

Leerlauf
Volllast

(a) (b)

Abb. 5-32: Messergebnisse des LLCCp-Prototypen (Messpunkte sind durch Rauten gekennzeichnet). Als
Spulenkonfiguration wurde das Optimum gemäß Abb. 5-24 verwendet. Die Nennwerte der
Kondensatoren wurden gemäß der eFHA-Optimierung zu Cs = 4,7 nF und Cp = 68 nF gewählt.
(a) Ausgangsspannung (b) Wirkungsgrad

Die Abnahme des Wirkungsgrades bei Reduktion des Abstandes für lg = 3 mm mit einem Wert von
 = 94,7 % ist auf den ersten Blick verwunderlich und nicht mit den Prognosen der eFHA aus Abschnitt
5.3.4 (s. Abb. 5-25) in Einklang zu bringen.
Zur Berücksichtigung der vollständigen Signalformen und parasitärer Widerstände gemäß Abschnitt 2.4
wird daher zur Klärung dieser Diskrepanzen das ZDM-Modell herangezogen. Hierbei wurden die an
einem Impedanzanalysator (HP 4294 A) vermessenen realen Bauelemente in der Simulation berück-
sichtigt. Die Halbleiter wurden mit Hilfe eines Kennlinienschreibers (Tektronix 370 Curve Tracer) bei
unterschiedlichen Gehäusetemperaturen hinsichtlich ihrer Durchlasscharakteristik vermessen. Die beim
Betrieb des Prototypen gemessene Kühlkörpertemperatur diente dann als Anhaltspunkt für die ZDM-
Modellierung. Abb. 5-33 zeigt eine Gegenüberstellung der per ZDM prognostizierten Verlustverteilung
und den gemessenen Gesamtverlusten für die mittels eFHA optimierte Auslegung des LLCCp-
Konverters. Die Messunsicherheit des verwendeten Leistungsmessgeräts (N4L PPA5530 Precision
Power Analyzer) beträgt für die Gesamtverlustleistung zwischen Ein- und Ausgang ca. 400 mW.
Demnach deutet die merkliche Abweichung der gemessenen Verlustleistung aus Abb. 5-33 (a) gegen-
über den Simulationswerten auf einen Verlustmechanismus hin, der nicht im verwendeten Simulati-
onsmodell berücksichtigt wurde.
Für den rechten Rand des betrachteten Frequenzbereichs mit fs = 140 kHz, zu welchem die Abweichung
für lg = 3 mm hin tendenziell am größten wird, zeigt Abb. 5-34 die Zeitverläufe der Spannung und des
Stromes am Eingang des Resonanzkreises. Im Leerlauffall aus Abb. 5-34 (a) steht im Ausschaltmoment
zunächst nur ein sehr geringer Resonanzkreisstrom von ca. 50 mA zur Verfügung. Dieser erhöht sich
aufgrund der charakteristischen Stromform des LLCCp-Konverters in diesem Arbeitsbereich während
des Ausschaltvorgangs auf einen Wert oberhalb von 200 mA. Durch geeignete Adaption der Totzeit der
Halbbrückenansteuerung kann damit im Leerlauffall ZVS nahezu gewährleistet werden.

167
5 Systemauslegung

(a) (b)

(c) (d)

Abb. 5-33: Gegenüberstellung der per ZDM simulierten Verlustverteilung und der gemessenen Gesamtver-
luste des LLCCp-Prototypen (Messpunkte sind durch Rauten gekennzeichnet). Als Spulenkonfi-
guration wurde das Optimum gemäß Abb. 5-24 verwendet. Die Nennwerte der Kondensatoren
betrugen Cs = 4,7 nF und Cp = 68 nF.
(a) lg = 3 mm (b) lg = 6 mm (c) lg = 8 mm (d) lg = 9 mm

Im Volllastfall aus Abb. 5-34 (b) tritt im Ausschaltmoment zwar ein höherer Strommomentanwert von
etwas über 200 mA auf. Der Zeitverlauf des Resonanzkreisstromes ist aber derart geformt, dass dieser
im Verlauf des Ausschaltvorgangs rapide abnimmt und zunehmend weniger Ladung transportiert wird.
Im dargestellten Arbeitspunkt wurde die Totzeit dahingehend maximiert, dass erst im folgenden Null-
durchgang des Stromes is(t) wieder eingeschaltet wurde. Wie aus den zugehörigen Verläufen der Span-
nung us(t) hervorgeht, reicht die in diesem Arbeitspunkt zur Verfügung stehende Ladungsmenge aber
nicht aus, um vollständige ZVS-Verhältnisse herzustellen. Gemäß Datenblattangaben der verwendeten

168
5.3 Auslegung eines gesteuerten Systems

(a) (b)

Abb. 5-34: Gemessene Zeitverläufe des LLCCp-Prototypen der Inverterausgangsspannung us(t) und des Re-
sonanzkreisstromes is(t) für lg = 3 mm bei fs = 140 kHz. Als Spulenkonfiguration wurde das Op-
timum gemäß Abb. 5-24 verwendet. Die Nennwerte der Kondensatoren betrugen Cs = 4,7 nF
und Cp = 68 nF. (a) Leerlauf (b) Volllast

MOSFETs [390] beläuft sich dabei die in den MOSFET-Kapazitäten gespeicherte Energie auf jeweils
2 J pro Schalter. Diese Energiemenge entspräche im gezeigten Arbeitspunkt einer Verlustleistung von
ca. 600 mW, welche nicht in der Vorhersage aus Abb. 5-33 (a) berücksichtigt wurde. Zusätzliche Un-
terschiede der Kennwerte zwischen Simulation und realem Messaufbau können sich durch die Rück-
wirkung der nicht mehr ideal rechteckförmigen Inverterspannung us(t) ergeben, da die Umladeintervalle
bereits ca. 20 % der Periodendauer einnehmen. Die Modellierung dieses Effekts ist aufgrund der nicht-
linearen Verläufe der MOSFET-Kapazitäten entsprechend aufwändig, unter der Annahme linearer Ka-
pazitäten müssten innerhalb der ZDM-Modellierung entsprechende Zustände eingeführt werden (siehe
hierzu beispielsweise [227, 391]).
Soll zur Reduktion der zusätzlichen Einschaltverluste aufgrund des teilweise auftretenden ZVS-Verlusts
keine Änderung der Spulenkonfiguration erfolgen, so bieten sich hierfür zunächst zwei Optionen an.
Zum ersten kann auf MOSFETs ausgewichen werden, welche eine kleinere Ladungsmenge zum Umla-
den ihrer Ausgangskapazitäten erfordern. Dies geht aber in aller Regel mit erhöhten RDSon-Werten und
damit erhöhten Leitverlusten der Inverterbrücke einher. Zum zweiten kann der Einfluss der sekundär-
seitigen Kompensation durch Verringerung des Nennwerts von Cp reduziert werden, wodurch mehr
zirkulierender Blindstrom und damit mehr Ladung zum Umladen der MOSFET-Kapazitäten zur Verfü-
gung steht. Gleichzeitig erhöhen sich die Strombelastungen des Resonanzkreises entsprechend.
Abb. 5-35 zeigt die gemessenen Zeitverläufe mit reduziertem Nennwert des Parallelkondensators von
Cp = 57 nF (Parallelschaltung von 47 nF und 10 nF). Für den Minimalabstand der beiden Kernhälften
aus Abb. 5-35 (a) ist gegenüber den Verläufen aus Abb. 5-34 (b) deutlich die Verminderung der im
Umschaltmoment verbleibenden Spannungsdifferenz zu erkennen. Somit treten durch diese Maßnahme
bei lg = 3 mm verbesserte ZVS-Verhältnisse auf. Die Totzeit wurde wiederum derart justiert, dass mög-
lichst im Nulldurchgang des Spulenstromes wieder eingeschaltet wird. Wie aus Abb. 5-35 (b) hervor-
geht, ist das Erreichen von ZVS für den Nennabstand von lg = 6 mm aufgrund der vermehrt zirkulieren-
den Blindenergie problemlos möglich. Im direkten Vergleich der beiden Arbeitspunkte ist deutlich die
169
5 Systemauslegung

(a) (b)
Abb. 5-35: Gemessene Zeitverläufe des LLCCp-Prototypen der Inverterausgangsspannung us(t) und des Re-
sonanzkreisstromes is(t) unter Volllast für fs = 122 kHz. Als Spulenkonfiguration wurde das Op-
timum gemäß Abb. 5-24 verwendet. Die Nennwerte der Kondensatoren betrugen Cs = 4,7 nF
und Cp = 57 nF. (a) lg = 3 mm (b) lg = 6 mm

starke Zunahme der Verschiebungsblindleistung der Grundschwingung ersichtlich. Für die beiden hö-
heren Abstände steht im Umschaltmoment nochmals mehr Ladung zum kompletten Umladen der
MOSFET-Kapazitäten zur Verfügung.
Für die Vorhersage der Gesamtverluste zeigt Abb. 5-36 die Gegenüberstellung der Messergebnisse mit
reduziertem Cp-Wert und den zugehörigen ZDM-Vorhersagen. Für die kleinste Luftspaltlänge zeigt der
Vergleich zwischen Abb. 5-36 (a) und Abb. 5-33 (a) insgesamt einen deutlichen Rückgang der Diskre-
panz zwischen Vorhersage und Messung. Dies ist auf die verbesserten ZVS-Verhältnisse bei vermin-
derter Sekundärkompensation zurückzuführen. Am linken Rand des dargestellten Frequenzbereichs für
fs = 110 kHz wird ZVS dabei nahezu vollständig erreicht, für steigende Frequenzen verringert sich der
im Schaltmoment verfügbare Spulenstrom (siehe Abb. 5-35 (a) für die Zeitverläufe bei fs = 122 kHz),
weswegen die hart umzuladende Restspannung und damit der Abstand zwischen Messung und ZDM-
Vorhersage wieder leicht ansteigt.
Die Vergleiche bei den übrigen drei Abstandswerten aus Abb. 5-36 (b) – (d) zeigen wiederum eine sehr
hohe Übereinstimmung zwischen Messung und ZDM-Modellierung. Trotz der deutlichen Verschiebun-
gen der einzelnen Verlustanteile mit der Frequenz ergeben sich vergleichsweise flache Verläufe der
Gesamtverluste. Im gültigen Frequenzbereich zwischen 116 kHz < fs < 126 kHz ergibt sich somit für
den Nennbetrieb ein sehr flaches Optimum der Schaltfrequenz, welches für den festfrequenten Konver-
terbetrieb genutzt werden kann. Abb. 5-37 zeigt die zugehörigen Messkurven der Ausgangsspannung
und des Wirkungsgrades. Wie aus Abb. 5-37 (a) hervorgeht, bleibt die Ausgangsspannung im darge-
stellten Frequenzbereich für fs > 116 kHz für alle Last- und Abstandssituationen im erlaubten Wertebe-
reich. Verglichen mit der stärker kompensierten Variante aus Abb. 5-32 (a) sinkt die belastete Aus-
gangsspannung insbesondere bei höheren Abständen und bei Annäherung an die rechte Frequenzgrenze
stärker ab. Anhand der Messergebnisse aus Abb. 5-37 (b) ergibt sich für den Nennbetrieb eine optimale
Schaltfrequenz von fs = 122 kHz, womit diese dem Wert der optimalen Schaltfrequenz der stärker kom-
pensierten Variante sehr nahe kommt. Aufgrund der Reduktion des Nennwerts von Cp steigt zwar die

170
5.3 Auslegung eines gesteuerten Systems

(a) (b)

(c) (d)
Abb. 5-36: Gegenüberstellung der per ZDM simulierten Verlustverteilung und der gemessenen Gesamtver-
luste des LLCCp-Prototypen (Messpunkte sind durch Rauten gekennzeichnet). Als Spulenkonfi-
guration wurde das Optimum gemäß Abb. 5-24 verwendet. Die Nennwerte der Kondensatoren
betrugen Cs = 4,7 nF und Cp = 57 nF.
(a) lg = 3 mm (b) lg = 6 mm (c) lg = 8 mm (d) lg = 9 mm

Konvertereffizienz bei niedrigem Abstand, für die beiden größeren Abstandswerte von lg = 8 mm bzw.
lg = 9 mm leidet diese hingegen mit Werten von  = 93,6 % bzw.  = 92,7 % leicht gegenüber der Ver-
sion mit höherem Cp-Wert. Der Wert für Nennabstand nimmt kaum ab, für lg = 6 mm ergibt sich ein
Wert von  = 95,1 %. Im Anhang F.4 wird dieser positive Einfluss des Kompensationskondensators auf
die Konvertereffizienz bei höheren Abständen anhand einer Konfiguration mit einem erhöhten sekun-
därseitigen Kondensatorwert von Cp = 94 nF eingehender diskutiert.

171
5 Systemauslegung

Leerlauf
Volllast

(a) (b)

Abb. 5-37: Messergebnisse des LLCCp-Prototypen (Messpunkte sind durch Rauten gekennzeichnet). Als
Spulenkonfiguration diente das Optimum gemäß Abb. 5-24 mit Cs = 4,7 nF und Cp = 57 nF.
(a) Ausgangsspannung (b) Wirkungsgrad

Für die optimale eFHA-Auslegung des LLCCs-Konverters zeigt Abb. 5-38 die entscheidenden Kenn-
werte. Der sprunghafte Verlauf der in Abb. 5-38 (a) dargestellten Leerlaufausgangsspannung sticht
hierbei besonders ins Auge. Der durch die eFHA prognostizierte Verlauf der Ausgangsspannung ist
eigentlich sowohl für den belasteten als auch den unbelasteten Ausgang glatt (vgl. Abb. 5-26). Zudem
liegen die gemessenen Werte der Ausgangsspannung im Leerlauffall für lg = 3 mm einige Volt über der
spezifizierten Grenze von Uo,max = 60 V. Demnach hält diese Konverterauslegung streng genommen die
vorgegebene Spezifikation des gesteuerten Betriebs nicht ein. Abgesehen von dieser Übertretung zeigen
die Messwerte aber, dass die durch die eFHA vorgeschlagene Auslegung prinzipiell durchaus brauchbar
ist. So ergibt sich unter Vernachlässigung des Leerlauffalls für lg = 3 mm ein nutzbarer Frequenzbereich
für den festfrequenten Betrieb zwischen 118 kHz < fs < 125 kHz. Auch die in Abb. 5-38 (b) verzeichne-
ten Messwerte der Konvertereffizienz zeigen, dass die durch die eFHA identifizierte Konverterausle-
gung sehr gute Betriebseigenschaften aufweist.
Ursache für die Abweichung der Leerlaufspannung von der eFHA-Vorhersage sind parasitäre Eigen-
schaften des Resonanzkreises, welche im Rahmen der eFHA-Analyse aus Abschnitt 3.4.4 nicht berück-
sichtigt wurden. So weisen die Gleichrichterdioden unvermeidbare Kapazitäten auf, welche für den
Betrieb des LLCCs-Konverters als zusätzliche Schwingkreiselemente wirksam sind. Stellvertretend
zeigt Abb. 5-39 den Vergleich mehrerer Zeitverläufe für einen Wert der Schaltfrequenz von
fs = 120 kHz. Die in Abb. 5-39 (a) gezeigten SPICE-Verläufe im Leerlauffall entsprechen denen des im
Abschnitt 3.2.5 diskutierten ZDM-Modells, wobei die gemessenen Verlustwiderstände74 des realen

74
Für die frequenzabhängigen Widerstände der Koppelspulen wurden für die Zeitbereichssimulationen die Werte bei
der jeweiligen Schaltfrequenz zugrunde gelegt. Eine Repräsentation des Frequenzverlaufs der Spulenwiderstände
könnte durch verlustbehaftete Foster-Netzwerke (in Anlehnung an [392]) erfolgen. Dies hat sowohl bei der Ermitt-
lung dieses Netzwerks sowie bei der Berücksichtigung innerhalb der zeitdiskreten Simulationen einen entsprechend
erhöhten Aufwand zur Folge.

172
5.3 Auslegung eines gesteuerten Systems

Leerlauf
Volllast

(a) (b)
Abb. 5-38: Messergebnisse des LLCCs-Prototypen (Messpunkte sind durch Rauten gekennzeichnet). Als
Spulenkonfiguration wurde das Optimum gemäß Abb. 5-29 verwendet. Die Nennwerte der
Kondensatoren betrugen Cs = 10 nF und Ck = 68 nF.
(a) Ausgangsspannung (b) Wirkungsgrad
Konverters innerhalb der Simulation berücksichtigt wurden. Deutlich zu erkennen ist der dreieckförmi-
ge Zeitverlauf der Ströme is(t) und iLh(t). Diese unterscheiden sich zwar von der Grundannahme der
eFHA und könnten damit eine mögliche Ursache für die beobachteten Abweichungen darstellen. Wie
jedoch aus dem Spitzenwert des simulierten Zeitverlaufs der sekundärseitigen Spulenspannung hervor-
geht, liegt die Leerlaufspannung auch innerhalb der SPICE-Simulation deutlich unter 60 V. Vergleicht
man in einem nächsten Schritt den gemessenen primärseitigen Spulenstrom aus Abb. 5-39 (b) mit dem
simulierten Dreiecksverlauf aus Abb. 5-39 (a), so kann zwar vom grundlegenden Aussehen her eine
gute Übereinstimmung konstatiert werden, auffällig ist aber eine dem Dreieck überlagerte hochfrequen-
te Oszillation im Spulenstrom.
Wird für die SPICE-Simulation zur Berücksichtigung der Diodenkapazitäten ein zusätzlicher Konden-
sator CD auf der Wechselseite der Gleichrichterbrücke vorgesehen, so gelangt man zu den simulierten
Leerlaufzeitverläufen aus Abb. 5-39 (c). Die Wahl des in der Simulation angenommenen Wertes von
CD = 1,7 nF erfolgt in Anlehnung an den Maximalwert der Sperrschichtkapazität der verwendeten Dio-
den aus dem Datenblatt von ca. 2,1 nF. Bei Hinzunahme dieses zusätzlichen Elements kommt es auch
in der Simulation zur Überlagerung einer hochfrequenten Schwingung im primärseitigen Spulenstrom.
Im Gegensatz zu den realen Zeitverläufen ist diese Schwingung aber von der Amplitude stärker ausge-
prägt und schwächer bedämpft. Diese Effekte sind auf die Spannungsabhängigkeit der realen Dioden-
kapazitäten und die starke Frequenzabhängigkeit der Spulenwiderstände zurückzuführen. Im Frequenz-
bereich der überlagerten Oszillation sind die realen Spulenwiderstände auf einen deutlich höheren Wert
als bei der Grundschwingung angestiegen (dieser wurde innerhalb der SPICE-Simulation berücksich-
tigt). Dementsprechend ist die gemessene Oszillation stärker bedämpft. Zusätzlich zum Primärstrom
tritt diese hochfrequente Schwingung auch in der sekundärseitigen Spulenspannung auf. Für Po = 0
wird der Spitzenwert dieser parasitären Oszillation gleichgerichtet. Wie aus der Gegenüberstellung zwi-
schen Abb. 5-39 (a) und (c) hervorgeht, ist dieser Spitzenwert in der Simulation um einen Faktor von
nahezu drei größer als im Falle verschwindend kleiner Diodenkapazitäten. Der sich in Realität einstel-
173
5 Systemauslegung

lende Wert der Leerlaufspannung hingegen wird durch mehrere Faktoren beeinflusst. Zum einen spielt
es eine Rolle, in welcher Phasenlage die hoch- und niederfrequente Oszillation zueinander stehen. Im
ungünstigsten Fall stellt sich der stationäre Betrieb derart ein, dass eines der Maxima der hochfrequen-
ten Oszillation und das Maximum des niederfrequenten Verlaufs (vgl. Abb. 5-39 (a) ) aufeinander fal-
len. Zum anderen tragen auch die mit der Frequenz ansteigenden Spulenwiderstände dazu bei, dass die
Leerlaufspannung in Realität niedriger ausfällt als in Abb. 5-39 (c) dargestellt.

is(t), iLh(t)

uLh(t)/n

(a) (b)

iLh(t)
is(t)

uLh(t)/n

(c) (d)

Abb. 5-39: Vergleich von Zeitverläufen des LLCCs-Prototypen für Cs = 10 nF und Ck = 68 nF mit der opti-
malen Spulenkonfiguration gemäß Abb. 5-29 verwendet für fs = 120 kHz und lg = 3 mm.
(a) SPICE-Simulation mit CD = 0 im Leerlauffall.
(b) Gemessener Zeitverlauf im Leerlauffall.
(c) SPICE-Simulation mit CD = 1,7 nF im Leerlauffall.
(d) Vergleich zwischen Messung und SPICE-Simulation für verschiedene Werte der linearen
Ersatzkapazität CD bei Po = 75 W.
174
5.3 Auslegung eines gesteuerten Systems

Doch nicht nur im Leerlauffall macht sich der Einfluss der Diodenkapazitäten beim untersuchten Proto-
typen bemerkbar. Auch der gemessene Spulenstrom des Volllastfalls aus Abb. 5-39 (d) zeigt gegenüber
der SPICE-Simulation mit CD = 0 merkliche Abweichungen. Bei Hinzunahme der linearen Ersatzkapa-
zität CD gelingt es innerhalb der Zeitsimulation, eine bessere Übereinstimmung herzustellen. Bei An-
nahme von CD = 1,7 nF ergibt sich hierbei für den Spitzenwert des Spulenstromes eine sehr gute Über-
einstimmung, der Momentanwert im Umschaltaugenblick wird in diesem Fall aber als zu niedrig vo-
rausgesagt. Wird CD auf einen Wert von CD = 1 nF reduziert, so wird zwar der Spitzenwert marginal
schlechter vorhergesagt, für den Gesamtverlauf ergibt sich jedoch eine bessere Übereinstimmung. Aus
diesen Ergebnissen kann gefolgert werden, dass die unvermeidbaren Diodenkapazitäten auch auf die
Kurvenformen unter Volllast und damit auf die zugehörigen Kennwerte des Arbeitspunktes Einfluss
nehmen. Für den Effektivwert des Primärstroms belaufen sich diese Abweichungen im näher untersuch-
ten Beispiel auf bis zu 10 % (Referenz Messung). Gleichzeitig zirkuliert auf der Sekundärseite zusätzli-
cher Blindstrom zum Umladen der Diodenkapazitäten, welcher die Kennwerte der Strombelastung der
zugehörigen Spule und des dortigen Kompensationskondensators in die Höhe treiben. Analog zur Funk-
tionsweise der Parallelkompensation hat das Zusammenspiel zwischen den Diodenkapazitäten und dem
Resonanzkreis zur Folge, dass kein reiner CCM-Betrieb mehr auftreten kann. Während der Umladein-
tervalle der Gleichrichterdioden ist der Stromfluss zum Ausgang hin unterbrochen. Dies hat zur Folge,
dass sich die Leitzeiten der Gleichrichter, verglichen mit den Verhältnissen ohne Diodenkapazitäten,
entsprechend verringern und es zu höheren Effektivwerten des Diodenstroms kommt. In Abhängigkeit
der Lage der Schaltfrequenz kann dies zur Folge haben, dass die Ausgangsspannung im Vergleich zur
ZDM-Simulation niedriger (reduzierte Leitzeit) oder auch höher (Anhebung der Ausgangsspannung
durch zusätzliche Resonanzüberhöhung) ausfällt.
Somit ist mit Blick auf die ZDM-Verlustvorhersage mit Diskrepanzen zu rechnen, welche nicht nur
durch vernachlässigte Verlustmechnismen, sondern auch durch die geänderten Strombelastungen im
realen Schaltungsaufbau zurückzuführen sind. Für die durch die eFHA als optimal identifizierte Schal-
tungsauslegung zeigt Abb. 5-40 die Gegenüberstellung der ZDM-Verlustprognose und der gemessenen
Gesamtverluste. Trotz des vernachlässigten Einflusses der Diodenkapazitäten zeigt sich eine sehr gute
Übereinstimmung zwischen Messung und Simulation. Nur zu den Rändern der als gültig identifizierten
Frequenzbereiche hin kommt es zu geringen Abweichungen, wobei teils auch zu hohe Verluste prog-
nostiziert werden. Zudem verschieben sich die Frequenzgrenzen, zwischen denen ein festfrequenter
Betrieb möglich ist, leicht. Beide Effekte sind auf den Einfluss der Diodenkapazität zurückzuführen.
Im Vergleich zum LLCCp-Konverter, bei dem es nahezu zu einer paritätischen Aufteilung zwischen
primär- und sekundärseitigen Verlusten kommt, dominieren gemäß ZDM-Vorhersage innerhalb der
mittels eFHA optimierten LLCCs-Auslegung die Verluste auf der Sekundärseite. Der relative Verlust-
anteil der Gleichrichterdioden ist für den LLCCs-Konverter nochmals größer als im Falle des LLCCp-
Konverters. Hieraus ergibt sich auch ein erster Anknüpfungspunkt im Hinblick auf die Verbesserung
der Gesamteffizienz – die im Falle des LLCCs niedrige belastete Ausgangsspannung. Unter Beibehal-
tung der durch die eFHA als optimal identifizierten Spulenauslegung kann durch Verkleinerung des
primärseitigen Serienkondensators eine Verschiebung der Lage der Resonanzfrequenzen der Steu-
erübertragungsfunktion erreicht werden (vgl. Anhang D.4). Damit geht eine Anhebung der Ausgangs-
spannung einher.

175
5 Systemauslegung

(a) (b)

(c) (d)
Abb. 5-40: Gegenüberstellung der mittels ZDM simulierten Verlustverteilung und der gemessenen Gesamt-
verluste des LLCCs-Prototypen (Messpunkte sind durch Rauten gekennzeichnet). Als Spulen-
konfiguration wurde das Optimum gemäß Abb. 5-29 verwendet. Die Nennwerte der Kondensa-
toren betrugen Cs = 10 nF und Ck = 68 nF.
(a) lg = 3 mm (b) lg = 6 mm (c) lg = 8 mm (d) lg = 9 mm

Abb. 5-41 zeigt die Kennwerte für einen reduzierten Wert des primärseitigen Serienkondensators von
Cs = 6,7 nF75. Der Vergleich zwischen den Messergebnissen der belasteten Ausgangsspannung von
Abb. 5-41 (a) und Abb. 5-38 (a) zeigt direkt die Wirksamkeit dieser Maßnahme. Unglücklicherweise
wirkt sich diese nicht nur auf die unbelastete Ausgangsspannung aus, sondern auch die Leerlaufaus-
gangsspannung erfährt eine Anhebung, weshalb es für den Fall der besten Kopplung mit lg = 3 mm zu

75
Aus Gründen der Verfügbarkeit wurde anstatt eines einzelnen Kondensators mit einem Nennwert von Cs = 6,8 nF ei-
ne Serienschaltung von 20 nF und 10 nF verwendet.

176
5.3 Auslegung eines gesteuerten Systems

einer massiven Überschreitung des zulässigen Maximalwerts der Ausgangsspannung von Uo,max = 60 V
kommt. Für ideale, kapazitätsfreie Dioden bliebe gemäß Simulation auch die unbelastete Ausgangs-
spannung im erlaubten Bereich der Spezifikation. Der Vergleich zwischen Abb. 5-41 (b) und
Abb. 5-38 (b) zeigt dabei den Gewinn hinsichtlich der Konvertereffizienz. Die Messwerte bei der je-
weils optimalen Frequenz verschieben sich von 96,0 % auf 96,3 % (lg = 3 mm), von 94,6 % auf 95,1 %
(lg = 6 mm), von 93,1 % auf 94,0 % (lg = 8 mm) und von 92,2 % auf 93,5 % (lg = 9 mm). Gleichzeitig
zeigt die Gegenüberstellung zwischen Abb. 5-40 und Abb. 5-42, dass diese Maßnahme merkliche Ver-
schiebungen der Verlustaufteilung zur Folge hat. So kommt es für den reduzierten Cs-Wert zu einer
gleichmäßigeren Aufteilung der Gesamtverluste zwischen Primär- und Sekundärseite. Wie erhofft,
werden die Dioden in geringem Umfang entlastet.
Trotz dieses guten Abschneidens des LLCCs-Konverters in puncto Volllasteffizienz ist die Einsetzbar-
keit dieser Konvertervariante für den festfrequenten gesteuerten Betrieb durch die angesprochene Prob-
lematik der Spitzenwertgleichrichtung beeinträchtigt. Ist der absolute Leerlauffall, wie in der untersuch-
ten Spezifikation der Fall, Bestandteil der zu erfüllenden Arbeitspunkte, so könnte durch Erhöhung des
Serienkondensators auch ein Absenken der Ausgangsspannung im Leerlauffall erreicht werden. Dies
hätte aber entsprechende negative Auswirkungen auf die Konvertereffizienz zur Folge. Alternativ kann
im Zuge der Entwicklung der Nachstabilisierungsstufe deren Spannungsfestigkeit angehoben werden –
für die beiden untersuchten Auslegungen wäre eine Anhebung der Spannungsbelastbarkeit der nachfol-
genden Stufe von 60 V auf 80 V ausreichend. Dies könnte sich u. U. in erhöhten Kosten dieses System-
abschnitts niederschlagen.
Ist hingegen davon auszugehen, dass die Leistungsabnahme auf der Sekundärseite einen gewissen
Schwellwert nicht unterschreitet, so ist dies für die Einsetzbarkeit des LLCCs-Konverters positiv. Denn
bereits bei einer Belastung von wenigen Hundert mW kann die parasitäre Spitzenwertgleichrichtung die
Ausgangsspannung nicht mehr auf Werte oberhalb des zulässigen Maximalwerts bringen. Abb. 5-43

Leerlauf
Volllast
Leerlauf

(a) (b)

Abb. 5-41: Messergebnisse des LLCCs-Prototypen (Messpunkte sind gekennzeichnet). Als Spulenkonfigu-
ration wurde das Optimum gemäß Abb. 5-29 verwendet mit Cs = 6,7 nF und Ck = 68 nF.
(a) Ausgangsspannung (b) Wirkungsgrad
177
5 Systemauslegung

zeigt in diesem Zusammenhang die Messkurven der Ausgangsspannung für eine Mindestlast von
500 mW bzw. 1 W für den kritischsten Abstandswert von lg = 3 mm. Bereits bei einer sekundärseitigen
Belastung von nur 500 mW sind die Auswirkungen der Spitzenwertgleichrichtung drastisch reduziert
und die Spezifikationsgrenzen werden eingehalten. Je nach Ausgestaltung der Nachstabilisierungsstufe
kann also schon deren Standby-Energiebedarf ausreichend groß sein, so dass die Problematik unzuläs-
sig hoher Ausgangsspannungen umgangen werden kann. Alternativ müssten weitere schaltungstechni-
sche Maßnahmen ergriffen werden, um unzulässig hohe Ausgangsspannungen durch eine sekundärsei-
tige Minimalbelastung zu verhindern.

(a) (b)

(c) (d)
Abb. 5-42: Gegenüberstellung der mittels ZDM simulierten Verlustverteilung und der gemessenen Gesamt-
verluste des LLCCs-Prototypen (Messpunkte sind durch Rauten gekennzeichnet). Als Spulen-
konfiguration wurde das Optimum gemäß Abb. 5-29 verwendet mit Cs = 6,7 nF und Ck = 68 nF.
(a) lg = 3 mm (b) lg = 6 mm (c) lg = 8 mm (d) lg = 9 mm

178
5.3 Auslegung eines gesteuerten Systems

(a) (b)

Abb. 5-43: Messkurven der Ausgangsspannung der beiden LLCCs-Prototypen mit Ck = 68 nF für lg = 3 mm
bei Belastung mit sehr niedrigen Ausgangsleistungen. Als Spulenkonfiguration wurde das Opti-
mum gemäß Abb. 5-29 verwendet. (a) Cs = 10 nF (b) Cs = 6,7 nF

5.3.7 Fazit
Für die im Abschnitt 5.1 eingangs festgelegte Spezifikation konnte die Machbarkeit eines gesteuerten
Systems zur induktiven Energieübertragung anhand realer Prototypen demonstriert werden. Die hierfür
notwendige Festlegung eines Ausgangsspannungsbereichs der resonanten Stufe, welche den Luftspalt
überbrückt, wurde im Zusammenspiel mit einem sekundärseitigen Tiefsetzsteller zum Zwecke der
Nachstabilisierung untersucht. Unter Berücksichtigung des durch die Applikation vorgegebenen Ab-
standsbereichs wurden anhand der erweiterten Grundschwingungsanalyse für alle drei untersuchten
Konvertervarianten mehrere Schaltungsauslegungen identifiziert, die im Rahmen eines festfrequenten
Betriebs sowohl die Übertragbarkeit der geforderten Ausgangsleistung als auch die Einhaltung der
Ausgangsspannungsgrenzen gewährleisten. Diese Auslegungen wurden anhand des zeitdiskreten Re-
chenmodells überprüft, wobei eine mehr als ausreichend gute Übereinstimmung zwischen der eFHA als
Näherungsverfahren und dem ZDM-Modell mit den vollständigen Signalformen beobachtet wurde.
Hinsichtlich der praktischen Realisierbarkeit der drei untersuchten Varianten zeigen sich beim LLC-
Konverter gravierende Probleme. Zum einen ergaben sich im Rahmen der untersuchten Optimierungs-
strategie, welche vorrangig den Betrieb unter Nennbedingungen berücksichtigt, unzulässig hohe Verlus-
te der Primärspule für erhöhte Abstandswerte. Die damit einhergehende thermische Belastung steht
einer aufwandsarmen Realisierung dieses Konverters für die untersuchte Leistungsklasse entgegen.
Zum anderen ergeben sich vergleichsweise hohe Spannungsbelastungen der primärseitigen Resonanz-
elemente, was die Auswahl geeigneter Kondensatoren erschwert und den Isolationsaufwand in die Hö-
he treibt.
Die beiden sekundärseitig kompensierten Topologien hingegen leiden nicht unter diesen Defiziten des
LLC-Konverters. Die Reduktion des im Resonanzkreis zirkulierenden Blindstroms bewirkt bei beiden

179
5 Systemauslegung

Topologievarianten einen drastischen Rückgang der primärseitigen Strombelastungen und der damit
einhergehenden Systemverluste. Sowohl der LLCCp- als auch der LLCCs-Konverter konnten unter
Nennbedingungen so optimiert werden, dass für den nominalen Abstand Wirkungsgradwerte über 95 %
verzeichnet wurden. Dabei zeigen sich für erhöhte Abstandswerte leichte Vorteile hinsichtlich der er-
zielbaren Effizienz für den LLCCs-Konverter.
Hinsichtlich der Ausnutzung des im gesteuerten Betriebs zur Verfügung stehenden Spannungsbereichs
ergeben sich für diese beiden Konverter jedoch gewichtige Unterschiede. Während es beim LLCCp-
Konverter mit seiner charakteristischen Steuerübertragungsfunktion nur zu einer teilweisen Ausnutzung
des möglichen Wertebereichs der Ausgangsspannung kommt, variieren die entsprechenden Werte des
LLCCs-Konverters deutlich. Für letzteren ist diese Eigenschaft bei Applikationen mit sehr eng tolerier-
tem Ausgangsspannungsbereich hinderlich. Zusätzlich wird die Einsetzbarkeit des gesteuerten LLCCs-
Konverters durch den beschriebenen Effekt der Spitzenwertgleichrichtung der Spannung über den un-
vermeidlichen Diodenkapazitäten im Leerlauffall erschwert. Umfasst die Applikation hingegen eine
Mindestlast, so kann sich dieser Effekt nicht in seinem vollen Umfang ausprägen und die Einhaltung
der Spannungsgrenzen ist einfacher zu gewährleisten. Für den LLCCp-Konverter wirken sich diese pa-
rasitären Kapazitäten nicht negativ aus, da sie mitsamt dem sekundärseitigen Parallelkondensator als
vorgesehenes Resonanzkreiselement wirksam sind.
Ist hingegen der Leerlauffall ein zu erfüllender Arbeitspunkt, so ist die vorgestellte Auslegung des
LLCCp-Konverters die einzige Konvertervariante, welche alle Spezifikationsanforderungen erfüllt. Wie
anhand mehrerer Messungen verifiziert, kann es bei dieser Topologie für gute Kopplungssituationen
zum teilweisen Verlust der ZVS-Bedingung kommen. Dies ist bei der Auswahl der Schaltelemente der
Inverterbrücke und beim Feinjustieren der Kondensatorwerte des Resonanzkreises zu berücksichtigen.
Dieser Effekt zeigt auch die enorme Bedeutung belastbarer Informationen über die zu erwartenden me-
chanischen Abmessungsvariationen für die leistungselektronische Auslegung.

5.4 Auslegung eines geregelten Systems


Zur Gewährleistung der Vergleichbarkeit beider Systemkonzepte gelten für die Auslegung des geregel-
ten Systems ebenfalls die grundlegenden Spezifikationsanforderungen aus Abschnitt 5.1. Der durchge-
führte Entwurf erstreckt sich hierfür nicht mehr über alle drei untersuchten Topologievarianten, viel-
mehr erfolgt dieser exemplarisch anhand des, für die Erfüllung aller Anforderungen, vielversprechends-
ten Kandidaten. Grundlegende Bedeutung für diese Optimierung haben wiederum die in Abschnitt 5.2
andiskutierten Freiheitsgrade bezüglich der Ausgestaltung der Koppelspulen. Der Konverterentwurf für
den stationären Betrieb und damit die Frage nach der leistungselektronischen Realisierbarkeit steht da-
bei im Vordergrund. Aspekte hinsichtlich der Signalrückführung und deren Anforderungen an den Sys-
tementwurf werden nicht berücksichtigt. In gleicher Weise werden keine Anforderungen an dynamische
Konvertereigenschaften wie Hochlauf- und Ausregelverhalten in die Betrachtungen aufgenommen.

5.4.1 Arbeitsbereich und Wahl der Topologie


Für die Auslegung des geregelten Systems gelten die Anforderungen der Tabelle 5-2, mit Ausnahme
der Ausgangsspannung der resonanten Stufe. Diese entspricht im Falle eines geregelten Betriebs direkt

180
5.4 Auslegung eines geregelten Systems

der Lastspannung von UL = 12 V 76. Des Weiteren wird von einer klassischen Regelung mit der Schalt-
frequenz der Inverterbrücke als Stellgröße ausgegangen, Regelansätze mit variablem Tastgrad [217]
werden nicht berücksichtigt. Für den Arbeitsfrequenzbereich soll, wie für die gesteuerte Systemausle-
gung, ebenfalls eine Beschränkung auf einen Maximalwert von fs,max = 150 kHz gelten77. Diese Ober-
grenze ist für den Leerlauf zu beachten, da für diesen Lastfall die Schaltfrequenz als Stellgröße ihren
höchsten zulässigen Wert annimmt78. Wie im Abschnitt 5.3.6 gezeigt, kommt es für die sekundärseitige
Serienkompensation aber zu einer Rückwirkung der Diodenkapazitäten auf die Kennwerte des Arbeits-
punktes. Insbesondere die Leerlaufspannung ist gegenüber der Vorhersage der Simulation zum Teil
deutlich erhöht. Für eine praktische Realisierung des LLCCs-Konverters im geregelten Betrieb hat dies
zur Folge, dass der mittels eFHA oder ZDM (ohne Berücksichtigung dieses Effekts) bestimmte Arbeits-
frequenzbereich im praktischen Aufbau mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht eingehalten werden kann.
Durch Implementierung eines geeigneten Schutzmechanismus in Form einer Überspannungsdetektion
können zwar Schäden am Konverter verhindert werden, die Vermeidung anderweitiger negativer Effek-
te (EMV, etwaige Geräuschentwicklung) aufgrund des repetierenden Ansprechens dieses Schutzme-
chanismus hätte aber zusätzlichen Entwicklungsaufwand zur Folge.
Bezüglich der zu erzielenden Dynamik des resonanten Konverters im geregelten Betrieb werden im
Rahmen dieser Arbeit keine Vorgaben gemacht. Solche Anforderungen sind sehr stark von den spezifi-
schen Eigenschaften der zu versorgenden Last abhängig und müssen im Zusammenhang mit der jewei-
ligen Applikation formuliert werden. Ob hier durch die Verwendung des LLC-Konverters mit nur drei
Energiespeichern im Resonanzkreis gegenüber dem LLCCp- oder LLCCs-Konverter mit jeweils vier
Energiespeichern Vorteile erzielt werden könnten, bleibt an dieser Stelle offen. Eine belastbare Beurtei-
lung, ob eine Topologie Vorteile im Hinblick auf das Ausregelverhalten von Großsignalstörungen bie-
tet, kann Grundlage weiterführender Untersuchungen sein. Für eine entsprechende Modellierung basie-
rend auf der ZDM-Herangehensweise sei auf [393] verwiesen.
Mit Blick auf den erzielbaren Wirkungsgrad ergab der Vergleich der gesteuerten Konverterauslegungen
ein klares Bild. Die beiden sekundärseitig kompensierten Konvertervarianten profitieren von der redu-
zierten Blindstrombelastung, vorrangig bei erhöhten Abstandswerten. Somit wird die Auslegung eines
geregelten LLC-Konverters nicht weiter verfolgt. Hinsichtlich der problematischen Vorhersage der
LLCCs-Leerlaufspannung wird im Folgenden daher stellvertretend der LLCCp-Konverter betrachtet.

5.4.2 Optimierungsstrategie
Für den Entwurf der resonanten Stufe in Form des LLCCp-Konverters gilt es, eine Schaltungsauslegung
zu finden, welche alle Spezifikationsanforderungen erfüllt. Dabei muss stets garantiert werden, dass die

76
Soll im Falle eines geregelten Systemaufbaus auf eine sekundärseitige Nachstabilisierungsstufe verzichtet werden,
müsste für Batterieanwendungen genau genommen ein Ausgangsspannungsbereich definiert werden, da die sich ein-
stellende Lastspannung vom Ladezustand der Batterien abhängig ist. Dabei müssten weiterführende Funktionen (La-
destrategie, Batterieüberwachung, Schutzfunktionen etc.) ebenfalls durch die resonante Stufe abgedeckt werden. Ne-
ben der in Abschnitt 2.3 diskutierten Problematik der Signalrückführung zum Zwecke der Regelung erhöhen diese
Aspekte den Entwurfsaufwand der resonanten Stufe nochmals erheblich. Bei Vorhandensein einer Nachstabilisie-
rungsstufe hingegen können diese Anforderungen vergleichsweise aufwandsarm sekundärseitig realisiert werden.
77
Im Weiteren werden nur die vier bisher betrachteten Abstandswerte lg,min, lg,nom, lg,ver und lg,max in die Betrachtung ein-
bezogen. Bei sehr kritischen Resonanzkreisauslegungen muss die Einhaltung der oberen Schaltfrequenzgrenze für
Schwachlastfälle u. U. auch bei weiteren Zwischenwerten des Spulenabstandes detaillierter untersucht werden.
78
Für den LLCCp-Konverter gilt diese Aussage streng genommen nur für den Betrieb zwischen den Resonanzfrequen-
zen Fp1 und Fp2 bei Annäherung an Fp1, vgl. Gl. (C-96) und Abb. 3-43.

181
5 Systemauslegung

vorgegebene Ausgangsspannung für alle Last- und Abstandssituationen durch Variation der Schaltfre-
quenz auf dem vorgegebenen Sollwert gehalten werden kann. Hierfür ist die Übertragbarkeit der gefor-
derten Maximalleistung notwendig. Zusätzlich ist der zulässige Wertebereich der Schaltfrequenz zu
berücksichtigen. Die Suche nach gültigen Auslegungen wird durch den spezifischen Verlauf der Steu-
erübertragungscharakteristik des LLCCp-Konverters erschwert, vgl. Abb. 3-43. Prinzipiell ist der gere-
gelte Betrieb zwischen den beiden Polstellen der Leerlauf-Steuercharakteristik an zwei Flanken (Annä-
herung an Fp1 von rechts, Annäherung an Fp2 von links, siehe auch (C-96) ) möglich. Dabei muss si-
chergestellt werden, dass für alle Abstände ein Arbeitsbereich existiert, der nur Arbeitspunkte auf ei-
nem dieser beiden Äste beinhaltet.
Zur Modellierung des untersuchten LLCCp-Konverters wird das zugehörige eFHA-Modell herangezo-
gen. Die damit ermittelten Kennwerte in Verbindung mit dem Modell der Koppelspulen bilden die
Grundlage für die Kostenfunktion, welche aus Gründen der Vergleichbarkeit mit der gesteuerten Sys-
temauslegung identisch zu (5-3) formuliert wird. Es wird in diesem Zusammenhang weiterhin davon
ausgegangen, dass die Koppelspulen den Hauptanteil zu den im Entwurfsprozess gezielt beeinflussba-
ren Verlusten beitragen und ihre Wärmeentwicklung aufgrund ihrer Lage an der Kontaktfläche mög-
lichst gering ausfallen sollte. Die Nebenbedingung gemäß (5-4) wird ebenso beibehalten.
Aufgrund des vorteilhaften Abschneidens des horizontalen Wickelschemas bei der Optimierung des
gesteuerten Systems wird im Folgenden für den Aufbau der Koppelspulen nur dieses berücksichtigt.
Die für den Entwurf berücksichtigten Litzedrähte basieren jeweils auf Adern mit einem Durchmesser
von dS = 0,1 mm mit den in Tabelle 5-7 aufgeführten Aderzahlen. Für die Sekundärseite werden nur
zwei verschiedene Litzedrähte mit möglichst hoher Aderzahl berücksichtigt, da aufgrund der niedrigen
Lastspannung sekundärseitig eine höhere Strombelastung als im Falle des gesteuerten Systems zu er-
warten ist.

dS = 0,1 mm Aderzahl nS

Primärseite nS1 12 20 25 35 60

Sekundärseite nS2 60 90 - - -

Tabelle 5-7: Parameter der für die Optimierung berücksichtigten Litze-Drähte.

Für die Sicherstellung der eindeutigen Regelbarkeit des LLCCp-Konverters ist die Wahl der Schwing-
kreiskondensatoren entscheidend, da diese maßgeblich den Verlauf der Steuercharakteristik beeinflus-
sen. Für die Nennwerte der beiden Kondensatoren Cs und Cp wurden die in Tabelle 5-8 aufgeführten
Werte berücksichtigt. Entscheidend für die praktische Realisierbarkeit ist die Verfügbarkeit geeigneter
Bauelemente. Da aufwändige Serien-Parallelschaltungen (zur Aufteilung der Spannungsbelastung) für
den primärseitigen Resonanzkondensator vermieden werden sollten, wurde im Rahmen der Optimie-
rung ein oberer Grenzwert von UCs,rms < 700 V berücksichtigt79.

79
Dieser Wert stellt eine typische Obergrenze für die maximal zulässige Wechselstrombelastung von Folienkondensa-
toren dar, siehe beispielsweise [394]. Mit höheren Frequenzen ist eine zusätzliche Herabsenkung der Spannungsbe-
lastbarkeit zu berücksichtigen.

182
5.4 Auslegung eines geregelten Systems

Nennwert [nF]

Cs 1,0 1,5 2,2 3,3 4,7 6,8 10 - -

Cp 47 68 100 220 330 470 680 1000 1200

Tabelle 5-8: Im Rahmen der Optimierung berücksichtigte Kondensatornennwerte.

Da sich bei der Auslegung des gesteuerten Betriebs die für niedrige Abstandswerte verringerte zirkulie-
rende Blindleistung hinsichtlich der Erfüllung der ZVS-Bedingung als problematisch herausgestellt hat,
wurde zur Detektion gültiger Resonanzkreisauslegungen zusätzlich überprüft, ob die Eingangsimpedanz
des Schwingkreises unter eFHA-Annahmen induktives Verhalten aufweist.

5.4.3 Auslegung des LLCCp-Konverters

Im Gegensatz zu den Resultaten des gesteuerten Betriebs aus Abschnitt 5.3.4 liefert die Optimierung im
Falle des geregelten Betriebs eine deutlich kleinere Zahl gültiger Resonanzkreisauslegungen. Abb. 5-44
zeigt die als gültig identifizierten Windungszahlenkonfigurationen für eine exemplarisch gewählte
Kondensator- und Litzekombination mit Cs = 3,3 nF, Cp = 1,2 F, nS1 = 35 und nS2 = 90. Der dargestell-
te Wertebereich der Windungszahlen zeigt nur Regionen mit gültigen Auslegungen, im Rahmen der
Optimierung wurde ein deutlich größerer Wertebereich abgedeckt. Auf der Sekundärseite zeigt sich
dabei, dass nur ein sehr kleiner Bereich von Windungszahlen mit N2  [2,3,4] für die Realisierung des
fs @ Po,nom [kHz]

(a)  (b) 
N1 N1

Abb. 5-44: Optimierungsergebnisse des LLCCp-Konverters für Cs = 3,3 nF, Cp = 1,2 F, nS1 = 35 und
nS2 = 90. Die dargestellten Punkte repräsentieren Spulenauslegungen, welche die Spezifikations-
anforderungen des geregelten Betriebs erfüllen. Das rot markierte Minimum der Kostenfunktion
für diese Konverterauslegungen ergibt sich für N1 = 94 und N2 = 3 mit min(fKost) = 2,23 W.
(a) Verlauf der Kostenfunktion für Nennabstand und Nennleistung.
(b) Verlauf der Schaltfrequenz für Nennabstand und Nennleistung.
183
5 Systemauslegung

Konverters in Frage kommt 80. Dabei stellt sich für die exemplarisch gewählte Draht- und Kondensator-
konfiguration aus Abb. 5-44 ein Wert von N2 = 3 in Verbindung mit N1 = 94 für den Verlauf der Kos-
tenfunktion als vorteilhaft heraus. Der primärseitige Windungszahlenwert liegt im Optimum nahe der
minimal möglichen Windungszahl von 92 Windungen. Im Zuge der Optimierung wird für alle Cs-Cp-
und nS1-nS2-Tupel das jeweilige Optimum des Windungszahlenverhältnisses bestimmt. Die resultieren-
den Ergebnisse in Form der minimal erzielbaren Kostenfunktion sind in Abb. 5-45 dargestellt.

Cp = 1,2 F

Cp = 1,2 F

Cp = 1,0 F
Cp = 1,0 F

Cp = 0,68 F

(a) (b)

Abb. 5-45: Optimierungsergebnisse für die Kon-


densatorpaarungen gemäß Tabel-
le 5-8. Die dargestellten Punkte reprä-
sentieren das erzielbare Minimum der
Kostenfunktion mit den jeweils opti-
mierten Windungszahlen (N1, N2) pro
Drahtstärke. Die Optimierung liefert
Cp = 1,2 F als beste Konverterauslegung die
Cp = 1,0 F Werte Cs = 2,2 nF, Cp = 680 nF,
N1 = 93, nS1 = 20, N2 = 3 und nS2 = 90
für dS1 = dS2 = 0,1 mm mit
opt(fKost) = 1,89 W. Nicht dargestellte
Kondensatorpaarungen ergaben keine
gültigen Konverterauslegungen.
(a) Cs = 2,2 nF (b) Cs = 3,3 nF
(c) (c) Cs = 4,7 nF

Für die beiden niedrigsten und beiden höchsten Cs-Werte konnten dabei keine gültigen Auslegungen
identifiziert werden. Deutlich zu erkennen ist die hohe sekundärseitige Strombelastung mit entspre-
chenden Vorteilen bei Verwendung der höheren Aderzahl von nS2 = 90. Die Spezifikationsanforderun-

80
Für das dargestellte Beispiel ist die Anzahl der Sekundärwindungen nach oben hin auf Werte von N2 < 5 limitiert, da
für sehr hohe Windungszahlen die geforderte Ausgangsleistung nicht an allen Abständen übertragen werden kann.
Der kleinstmögliche N2-Wert von N2 = 1 scheidet aufgrund der maximalen Schaltfrequenz von fs,max = 150 kHz aus.

184
5.4 Auslegung eines geregelten Systems

gen können pro Cs-Wert nur mit einer geringen Zahl an Cp-Werten erfüllt werden. Hinsichtlich der
Wahl des Cs-Werts ist die Wahl eines möglichst kleinen Werts vorteilhaft, wobei die Verfügbarkeit
geeigneter Komponenten hinsichtlich der Spannungsbelastung bei der jeweils resultierenden Schaltfre-
quenz (insbesondere bei kleinen Kapazitätsnennwerten) überprüft werden muss, bzw. alternativ auf
entsprechende Serien-Parallelschaltungen ausgewichen werden müsste. Das Optimum der gültigen
Konfigurationen wird durch die eFHA bei Cs = 2,2 nF, Cp = 680 nF mit N1 = 93, nS1 = 20, N2 = 3 und
nS2 = 90 vorausgesagt. Die zugehörigen ZDM-Ergebnisse dieser Auslegung finden sich in Anhang F.5.
Diese belegen, dass die mittels eFHA gefundene Auslegung die Spezifikationskriterien erfüllt.
Gleichermaßen bestätigt diese Verifikation, dass die Vorhersage mittels eFHA auch für den geregelten
Betrieb nur sehr geringe Abweichungen gegenüber der Modellierung per ZDM aufweist.

5.4.4 Messtechnische Verifikation


Abb. 5-46 zeigt die Messergebnisse des LLCCp-Konverters unter Leerlauf und bei Belastung mit einer
elektronischen Last (GW Instek PEL-2040) im Konstantspannungsbetrieb. Die jeweiligen Volllastar-
beitspunkte mit Po = 75 W für die vier untersuchten Abstandswerte sind mit Kreisen markiert und wer-
den bei der Sollausgangsspannung von UL = 12 V mit nur sehr geringer Abweichung getroffen.
Die in die Optimierung per eFHA eingeflossenen Forderungen nach eindeutiger Regelbarkeit im unter-
suchten Abstandsbereich und Übertragbarkeit der Leistung werden durch den realisierten Prototypen
eingehalten. Der für die Ausregelung des Laststroms notwendige Frequenzhub fällt für den niedrigsten
Abstandswert am höchsten aus. Mit zunehmendem Abstand fällt die nötige Frequenzvariation geringer
aus. Als mögliche Hochlaufstrategie für die dargestellte Steuercharakteristik wäre die analoge Vorge-
hensweise wie in Regelbausteinen für resonante Konverter bei Standardanwendungen (siehe z. B.
[395]) denkbar. Dabei wird die Schaltfrequenz ausgehend von einem einstellbaren Maximalwert bis
zum Erreichen des jeweiligen Arbeitspunkts reduziert.
Die am Prototypen gemessene Verlustleistung und die zugehörige Verlustleistungsaufteilung gemäß
ZDM sind in Abb. 5-47 aufgetragen. Dieser Vergleich zeigt deutlich, dass die Verluste auf der Sekun-
därseite aufgrund der niedrigen Ausgangsspannung und der hohen sekundärseitigen Strombelastung
überwiegen. Wie im Anhang F.5 gezeigt, hat die für die eFHA-Optimierung verwendete Kostenfunkti-
on in Form der Gesamtspulenverluste (ermittelt mit Hilfe des Koppelspulenmodells) unter Nennbedin-
gungen eigentlich eine paritätische Aufteilung der Spulenverluste zur Folge. Aufgrund der geringen
sekundärseitigen Windungszahl und der hohen Strombelastung machen sich im realen Aufbau aber Ein-
flüsse bemerkbar, die im Rahmen der Koppelspulenmodellierung vernachlässigt wurden. Hierunter fal-
len insbesondere die Zuleitungen der Koppelspulen, welche einerseits die Länge und damit den Gleich-
stromwiderstand erhöhen. Andererseits liegen diese zusätzlichen Drahtlängen teilweise auch innerhalb
des felderfüllten Wickelraums und führen so zu erhöhten Wirbelstromverlusten. Diese Effekte führen
insbesondere bei der niedrigen Windungszahl der Sekundärseite und der damit einhergehenden kurzen
Drahtlänge zu größeren relativen Abweichungen zwischen Simulation und Praxis. Zusätzlich wirken
sich die Abweichungen des Litzeverhaltens vom Idealfall negativ auf die in der Praxis erzielbaren
Wicklungsverluste aus [369]. Daher fallen die Spulenverluste für lg = 6 mm auf der Sekundärseite
merklich höher aus als unter den idealen Annahmen des verwendeten Koppelspulenmodells und somit
dominieren die sekundärseitigen Wicklungsverluste die Kostenfunktion fKost bei Zugrundlegung der
Widerstandsverläufe der realen Koppelspulen.

185
5 Systemauslegung

Leerlauf
Volllast

(a) (b)

Abb. 5-46: Messergebnisse der Konfiguration gemäß Abb. 5-45 mit Cs = 2,2 nF, Cp = 660 nF81. Die Voll-
lastarbeitspunkte an denen die geforderte Ausgangsleistung von Po,nom = 75 W für Uo = 12 V im
Messaufbau übertragen werden konnte, sind jeweils durch Kreise gekennzeichnet.
(a) Verlauf der Ausgangsleistung bei Variation der Schaltfrequenz.
(b) Verlauf der Ausgangsspannung des resonanten Konverters. Zur Vermeidung systematischer
Messfehler wurde der Messabgriff der elektronischen Last nicht direkt am Ausgang des re-
sonanten Konverters angeschlossen. Daraus resultiert eine Variation der Ausgangsspannung
hervorgerufen durch den Spannungsabfall des ausgangsseitigen Strommesswiderstands in
Verbindung mit der Belastung durch die elektronische Last im Konstantspannungsbetrieb.

Insgesamt zeigt sich eine gute Übereinstimmgun zwischen der ZDM-Vorhersage und den Messergeb-
nissen, die relative Abweichung bleibt insgesamt unter 8 %. Die konservativ abgeschätzte Messunsi-
cherheit beträgt für die in Abb. 5-47 dargestellten Messungen ca. 400 mW. Demnach sind vor allem die
Abweichungen für die beiden erhöhten Abstandswerte von lg = 8 mm und lg = 9 mm aus Abb. 5-47 (c)
und in Abb. 5-47 (d) signifikant. Während die Verlustleistungsentwicklung und damit die thermische
Belastung der Dioden aufgrund des geregelten Betriebs für alle Abstandssituationen so gut wie konstant
bleibt, ändert sich die thermische Belastung der Koppelspulen für die vier untersuchten Abstände merk-
lich. Zur Berücksichtigung des thermischen Verhaltens der Koppelspulenwiderstände wurden in
Abb. 5-47 die bei Zimmertemperatur am Impedanz-Analysator gemessenen Widerstandsverläufe gemäß
der Ergebnisse der BEM-Simulationen bei erhöhten Temperaturen gewichtet82. Trotz dieser Korrektur
und der Berücksichtigung der temperaturabhängigen Diodenvorwärtscharaktersistik bleibt bisher au-
genscheinlich ein Verlustmechanismus außer Acht, welcher mit steigendem Abstand erhöhte Verlust-
beiträge liefert. Hierbei handelt es sich mit großer Wahrscheinlichkeit um Kernverluste, da die Spitzen-
aussteuerung des Kernmaterials für den untersuchten Prototypen mit zunehmendem Abstand stark an-

81
Aus Gründen der Bauteilverfügbarkeit wurde der angestrebte Kapazitätsnennwert von Cp = 680 nF durch eine Paral-
lelschaltung zweier Kondensatoren mit jeweils 330 nF realisiert.
82
Die Auswertung dieser frequenzabhängigen Gewichtungsfaktoren (vgl. Abb. 5-13) erfolgte anhand der in der Schal-
tung gemessenen Oberflächentemperatur der Wicklung. Für eine detaillierte Betrachtung wäre eine genauere Tempe-
raturcharakterisierung der Spulentemperatur im Inneren der Wicklung nötig.

186
5.4 Auslegung eines geregelten Systems

(a) (b) (c) (d)


Abb. 5-47: Zu Abb. 5-46 zugehörige Aufteilung der Verlustleistung. Die für die ZDM-Berechnung verwen-
deten Widerstandswerte der Bauelemente wurden am Impedanzanalysator (HP 4294 A) ermit-
telt. Die am Prototypen gemessene Verlustleistung ist in Magenta eingezeichnet.
(a) lg = 3 mm (b) lg = 6 mm (c) lg = 8 mm (d) lg = 9 mm

steigt. Eine Vergleichssimulation auf FEM-Basis mit den Materialdaten des relativ gut vergleichbaren
Materialtyps N2783 liefert für die vier dargestellten Arbeitspunkte Kernverluste in Höhe von
PKern(lg = 3 mm) = 0,27 W, PKern(lg = 6 mm) = 0,28 W, PKern(lg = 8 mm) = 0,42 W und
PKern(lg = 9 mm) = 0,52 W. Schlägt man als Anhaltspunkte diese Vergleichswerte den ZDM-Verlusten
zu, so verringert sich die maximale Abweichung zwischen Simulation und Messung auf 5 %. Auch oh-
ne Berücksichtigung dieses zusätzlichen Verlustmechanismus kann angesichts der niedrigen relativen
Abweichung der Verlustprognose zwischen ZDM und Messung von maximal 8 % bei lg = 8 mm aber
festgehalten werden, dass die durchgeführte Modellierung für die Praxis ausreichend genaue Aussagen
zulässt.
Verglichen mit der Auslegung des gesteuerten Systems zeigt die Verlustleistungsaufteilung direkt die
durch die Spezifikation bedingte Problematik der hohen Verlustleistungsbelastung der sekundärseitigen
Dioden bei niedrigen Ausgangsspannungen. Geht man überschlägig von einem Spannungsabfall über
einer Diode von 400 mV aus, so ergibt sich alleine aufgrund der beim LLCCp-Konverter notwendigen
Gleichrichterbrücke ein maximal erreichbarer Wirkungsgrad von 93,8 %. Wie aus Tabelle 5-9 hervor-
geht, erreicht die erarbeitete Konverterauslegung angesichts dieser Problematik hohe Wirkungsgrad-
werte.
Zur weiteren Effizienzsteigerung fällt das mögliche Optimierungspotential durch den Einsatz von Syn-
chrongleichrichtern zur Verminderung des Verlustbeitrags der Gleichrichterstufe demnach nochmals
größer aus als im Falle der gesteuerten Systemauslegung. Des Weiteren muss auch den praktischen As-

83
Für das verwendete Kernmaterial 3B7 liegen in der Literatur leider keine Daten bzgl. Großsignalaussteuerungen vor.
Eine entsprechende messtechnische Charakterisierung von Ferriten zur Extraktion dieser Materialparameter ist mit
hohem Aufwand verbunden, vgl. [396].

187
5 Systemauslegung

pekten des sekundärseitigen Schaltungsaufbaus (Zuleitung der sekundärseitigen Koppelspule, Leiter-


bahnwiderstände) im Rahmen weiterführender Optimierungsschritte Rechnung getragen werden.

lg [mm] 3 6 8 9

 [%] 90,9 88,2 86,7 85,8

Tabelle 5-9: Gemessene Wirkungsgradwerte des geregelten LLCCp-Konverters für Nenn-


last mit Po,nom = 75 W und UL = 12 V.

5.4.5 Fazit
Wie anhand der durchgeführten Optimierung des geregelten LLCCp-Konverters demonstriert werden
konnte, stellt die erweiterte Grundschwingungsanalyse in Verbindung mit dem erarbeiteten Modell der
Koppelspulen auch für den geregelten Betrieb ein verlässliches Entwurfswerkzeug dar. Bei Einbezie-
hung von mechanischen Toleranzen und der Forderung nach eindeutigen Steuercharakteristiken über
dem möglichen Wertebereich des Spulenabstands ergibt sich nur eine vergleichsweise geringe Anzahl
von möglichen Windungszahlenverhältnissen. Auch der Wertebereich der in Frage kommenden Kapa-
zitätsverhältnisse ist stark eingeschränkt.
Die von der Spezifikation geforderte vergleichsweise niedrige Lastspannung von UL = 12 V hat einer-
seits einen hohen Verlustbeitrag durch die Gleichrichterdioden, andererseits eine erhöhte Strombelas-
tung der Sekundärseite zur Folge. Hierunter leidet die Effizienz des direkt geregelten Systems massiv.
Insgesamt sind die im Messaufbau erzielten Wirkungsgradwerte für Anwendungen der KIE zwar in
einem hohen Bereich angesiedelt. Die insgesamt erhöhte Verlustleistungsentwicklung erfordert letzt-
endlich aber eine detailliertere Beurteilung der thermischen Belastungen der einzelnen Komponenten
im zu entwickelnden System.

5.5 Abschließender Vergleich der Systemkonzepte


Die beiden untersuchten Systemarchitekturen basieren auf fundamental verschiedenen Ansätzen. In
gleichem Maße unterschiedlich sind ihre individuellen Vor- und Nachteile. Je nach Anwendungsfall
und zugehöriger Spezifikation kann der eine oder andere Aspekt bei der Suche nach dem optimalen
Systemkonzept überwiegen, weswegen an dieser Stelle die jeweiligen Pros und Kontras der untersuch-
ten Konzepte nochmals zusammengefasst wird.
Gesteuertes System:
 Spürbar verringerter Schaltungsaufwand durch Verzicht auf Signalrückführung.
 Zusätzlich verringerter Entwicklungsaufwand, da regelungstechnische Modellbildung und Reg-
lerauslegung entfällt, welche sich für resonante Konverter höherer Ordnung in aller Regel sehr
aufwändig gestaltet.
 Erfüllung von Dynamikanforderungen der Last erfolgt durch Nachstabilisierungsstufe.
 Im Fall von Ladeanwendungen einfache Implementierung von Lade- und Schutzmechanismen
innerhalb sekundärseitiger Nachstabilisierungsstufe möglich.
 Hohe Störimmunität gegenüber externen Einflussgrößen.
 Bessere Entwärmung möglich, da Verlustleistung auf mehrere Einzelkomponenten verteilt.

188
5.5 Abschließender Vergleich der Systemkonzepte

 Höherer leistungselektronischer Entwicklungs- und Bauteilaufwand aufgrund sekundärseitiger


Nachstabilisierungsstufe.
 Höherer sekundärseitiger Platzbedarf.

Geregeltes System:
 Geringerer sekundärseitiger Platzbedarf.
 Geringerer leistungselektronischer Entwicklungs- und Bauteilaufwand, da nur einmalige Leis-
tungsumsetzung.

 Deutlich erhöhter Entwicklungsaufwand für Reglerauslegung sowie Signalrückführung.


 Deutlich erhöhter Bauteilaufwand auf Primär- und Sekundärseite (Regelung + Rückkanal).
 Gewährleistung der Störfestigkeit zwischen Systemabschnitten zur Leistungsübertragung und
zur Signalrückführung bzw. zur Regelung.

Der in dieser Aufzählung fehlende Aspekt des erzielbaren Wirkungsgrades beider Systemkonzepte ist
sehr vielschichtig und nur schwierig in allgemeingültiger Weise zu klären. Die Beantwortung dieser
Frage hängt in entscheidendem Maße von der zu erfüllenden Spezifikation ab. Für die in dieser Arbeit
zugrunde gelegten Spezifikationsdaten konnte gezeigt werden, dass die zweifache Leistungsumsetzung
im Falle des gesteuerten Systemansatzes nicht per se zu niedrigen Wirkungsgraden führen muss. Geht
man für die Nachstabilisierungsstufe von einem eher niedrig abgeschätzten Wirkungsgrad von 95 %
aus, so ergibt sich der in Tabelle 5-10 gezeigte Vergleich der Systemwirkungsgrade zwischen primär-
und sekundärseitiger Gleichspannungsebene.

lg [mm]
3 6 8 9

LLCCp * 91,0 90,3 88,9 88,0


gesteuert
91,2 89,8 88,4 87,6
ges [%] LLCCs **
(91,5) (90,4) (89,4) (88,8)

geregelt 90,9 88,2 86,7 85,8

Tabelle 5-10: Vergleich der Gesamtwirkungsgrade zwischen gesteuerter und geregelter Systemausle-
gung basierend auf den Messdaten der untersuchten Prototypen. Für die Nachstabilisie-
rungsstufe des gesteuerten Systems wurde ein Wirkungsgrad von 95 % angenommen.
*
Festfrequenter Betrieb des Prototypen aus Abb. 5-37 bei fs = 122 kHz.
**
Bei Wahl dieser Topologie ist die besprochene Problematik der Spitzenwertgleichrich-
tung im Leerlauffall, verursacht durch die parasitären Diodenkapazitäten, zu berücksich-
tigen. Erfolgt die Auslegung des Resonanzkreises für den Prototypen mit den Daten aus
Abb. 5-38, so können die Spezifikationsdaten für fs = 119 kHz knapp eingehalten wer-
den. Die in Klammern angegebenen Gesamtwirkungsgradwerte beziehen sich auf die
geänderte Resonanzkreisauslegung aus Abb. 5-41, welche zusätzliche Schaltungsmaß-
nahmen zur Begrenzung der Leerlaufausgangsspannung erfordert.

189
5 Systemauslegung

Trotz der zweifachen Leistungsumsetzung zeigen sich für den erzielbaren Wirkungsgrad spürbare Vor-
teile für die gesteuerte Systemvariante. Diese Verhältnisse können sich jedoch je nach Anwendungsfall,
insbesondere in Abhängigkeit der Ausgangsspannung, verschieben.

190
6 Zusammenfassung, Ergebnisse und Ausblick
Die Analyse und allem voran die Auslegung eines Systems zur kontaktlosen induktiven Energieüber-
tragung (KIE) stellt eine vergleichsweise komplexe Problemstellung dar. Angefangen bei der Ausle-
gung der Koppelspulen sowie der Variation des Spulenabstandes bis hin zur Dimensionierung der für
die Leistungsübertragung notwendigen Elektronik existiert eine sehr große Parametervielfalt, die für
einen zielführenden Systementwurf zu berücksichtigen ist. Die vorliegende Arbeit stellt hierfür Verfah-
ren zur Analyse und zum gezielten Entwurf solcher Systeme auf Basis resonanter Konverter vor. Ange-
sichts der vielfältigen Einsatzmöglichkeiten der KIE liegt dabei der Fokus auf der Entwicklung von
Simulationsmodellen, welche nicht nur bestimmte Applikationsszenarien erfassen sondern möglichst
universell einsetzbar sind.

6.1 Zusammenfassung
Angesichts der im Vergleich zu Standardanwendungen schwächer ausgeprägten induktiven Kopplung
wird zunächst der Einsatz resonanter Gleichspannungswandler für Applikationen der KIE diskutiert.
Für das angestrebte Leistungsniveau werden drei resonante Konverter mit kapazitivem Ausgangsfilter
in die Betrachtungen aufgenommen. Zur Analyse dieser Konverter erfolgt die Beschreibung dreier Be-
rechnungsverfahren des stationären Betriebs mit unterschiedlichem Abstraktionsgrad.
Ausgangspunkt für die schaltungstechnische Beschreibung dieser Konverter ist ein zeitdiskreter Ansatz,
der die Untersuchung der vollständigen Zeitverläufe sowie die Rückwirkung der ohmschen Verluste auf
den Arbeitspunkt selbst ermöglicht. Es wird gezeigt, dass dieser Ansatz ohne aufwändige Vorabüberle-
gungen hinsichtlich der konverterspezifischen Abläufe auskommt und sich relativ problemlos an die
jeweilige Schaltungsstruktur der unterschiedlichen Konverter adaptieren lässt. Durch Ausnutzung einer
systematischen Beschreibung der Konverter im Zustandsraum und einiger grundlegender Vereinfa-
chungen kann mit vergleichsweise wenig Rechenzeit das stationäre Konverterverhalten für eine gege-
bene Konverterkonfiguration ermittelt werden. Im Weiteren werden Näherungsverfahren präsentiert,
welche die Zeitverläufe der Konverter auf Basis unterschiedlich starker Vereinfachungen approximie-
ren. Beide Näherungsverfahren werden im Hinblick auf ihre Genauigkeit bei der Vorhersage wichtiger
Kennwerte der vollständigen zeitdiskreten Lösung gegenüber gestellt. Es wird exemplarisch gezeigt,
dass sich je nach Resonanzkreisstruktur und Näherungsverfahren unterschiedlich hohe Abweichungen
gegenüber der exakten Lösung ergeben.
Basierend auf der Randelementmethode erfolgte die Herleitung eines numerischen Modells zur Vorher-
sage der induktiven Kopplung für konzentrische Anordnungen von rotationssymmetrischen Koppelspu-
len beliebiger Geometrie. Dieses Verfahren erfasst den Einfluss linearer Materialien mit Hilfe von
Magnetisierungsstromverteilungen, wodurch der Einfluss von permeablen Kernen zur verbesserten
Flussführung berücksichtigt werden kann. Die Ermittlung elektrischer Ersatzparameter in Form eines
Transformatorersatzschaltbilds mit zusätzlichen Wicklungswiderständen erfolgt hierbei in nachgelager-
ten Berechnungsschritten.
Für die Realisierung der Testaufbauten kommen standardisierte Kerngeometrien in Form von P-Kernen
zum Einsatz. Für diese festgelegte Kerngeometrie werden wichtige Einflussfaktoren auf die Spulenaus-
legung wie Spulenabstand, Wickelstrategie, Art der verwendeten HF-Litze und Wicklungstemperatur
diskutiert. Neben der induktiven Kopplung beeinflussen die unvermeidbaren Spulenverluste die Opti-

191
6 Zusammenfassung, Ergebnisse und Ausblick

mierung der untersuchten resonanten Konverter in entscheidendem Maße. Für die Einbettung der reso-
nanten Konverter in einem Gesamtsystem zur KIE erfolgt die Betrachtung zweier grundlegend ver-
schiedener Systemarchitekturen. Zum einen wird ein gesteuertes System mit ungeregelter Ausgangs-
spannung, welches eine sekundärseitige Nachstabilisierungsstufe benötigt, analysiert. Zum anderen
wird die stationäre Auslegung eines Systems unter der Voraussetzung einer direkten Regelung der Last-
spannung durchgeführt. Die Zusammenführung der Modelle der resonanten Konverter und der Kop-
pelspulenmodelle ermöglicht schließlich die gezielte Auslegung mehrerer Schaltungsvarianten anhand
der aufgezeigten Optimierungsstrategien.

6.2 Ergebnisse
Wie im Verlauf der vorliegenden Arbeit gezeigt werden konnte, unterscheiden sich die vorgestellten
Berechnungsverfahren zur Analyse resonanter Konverter auf mehreren Ebenen. Tabelle 6-1 zeigt hierzu
einen Vergleich hinsichtlich verschiedener Aspekte. Bereits bei der Herleitung dieser drei Verfahren
treten deutliche Abstufungen im mathematischen Aufwand zu Tage. Während die Analyse mittels
Grundschwingunsanalyse (First Harmonic Approximation, FHA) einzig auf einfache Methoden der
komplexen Wechselstromrechnung angewiesen ist, bringt die erweiterte Grundschwingungsanalyse
(extended First Harmonic Approximation, eFHA) durch eine erhöhte Modenanzahl und der aufwändi-
geren Herleitung der zugehörigen Ersatzimpedanz einen spürbaren Mehraufwand mit sich. Die Analyse
per zeitdiskreter Modellierung (ZDM) bedarf im Zuge ihrer Herleitung aufgrund der übersichtlichen
Anwendung der Zustandsraumbeschreibung zwar nur die systematische Analyse der möglichen Schalt-
zustände und der Übergangsbedingungen. Hinsichtlich der Rechenzeit ist dieses Verfahren aber mit
Abstand das rechenintensivste. So ist im ZDM zur Bestimmung jedes Umschaltzeitpunkts der Dioden-
brücke eine numerische Nullstellensuche notwendig und je nach Arbeitspunkt kann der Einschwing-
vorgang vergleichsweise lange dauern, was entsprechend viele zu berechnende Umschaltzeitpunkte zur
Folge hat. Durch die diskutierte direkte Bestimmung des Arbeitspunkts im ZDM kann versucht werden,
die Rechendauer zu verkürzen. Hierfür ist aber die Kenntnis über die sich für den Arbeitspunkt einstel-
lende Mode erforderlich. Die Berechnung per eFHA ist in dieser Hinsicht deutlich schneller durchführ-
bar, da die Anzahl der in Frage kommenden Moden deutlich reduziert ist. Zudem genügt eine einzige
Nullstellensuche zur Bestimmung des Arbeitspunktes und der zugehörigen Kennwerte. Das aus numeri-
scher Sicht schnellste Verfahren ist die reguläre FHA, welche gänzlich ohne Nullstellenbestimmung
auskommt.
Mit diesem Geschwindigkeitsvorteil sind aber auch deutliche Einbußen mit Blick auf die Genauigkeit
der anhand der FHA ermittelten Ergebnisse verknüpft. Da innerhalb der FHA nur Arbeitspunkte der
kontinuierlichen Betriebsart (Continuous Conduction Mode, CCM) angenommen werden, kommt es
insbesondere beim LLCCp-Konverter mit reinem DCM-Betrieb (Discontinuous Conduction Mode) zu
merklichen Vorhersagefehlern. Die für die Optimierung verwendete eFHA hingegen zeigt eine sehr
hohe Vorhersagegenauigkeit für alle drei untersuchten Konverter, wie anhand eines Vergleichs der mit-
tels eFHA optimierten und im Nachgang per ZDM analysierten Konverterauslegungen verifiziert wer-
den konnte. Da der im Rahmen einer gezielten Optimierung zu durchsuchende Parameterraum sehr
groß werden kann, ist die eFHA für diese Aufgabe durch ihre Vorteile in Sachen Rechengeschwindig-
keit und Genauigkeit hervorragend geeignet. Die messtechnische Verifikation der optimierten Konver-
terauslegungen hat darüber hinaus deutlich gezeigt, dass das für die Analyse per ZDM zugrunde gelegte
Modell die Vorgänge innerhalb der Konverter mit hoher Genauigkeit vorhersagt. Einzig für den
LLCCs-Konverter konnte ein merklicher Einfluss der unberücksichtigten Diodenkapazitäten festgestellt

192
6.2 Ergebnisse

werden. Die Rückwirkung von Verlusten auf die Kennwerte des Arbeitspunktes lässt sich mit Hilfe des
zeitdiskreten Modells untersuchen. Für die Grundschwingungsanalyse lassen sich zwar Verlustwider-
stände ohne gravierenden Mehraufwand im Rahmen der komplexen Wechselstromrechnung berück-
sichtigen, aufgrund der Ungenauigkeiten bei der Vorhersage der Stromkennwerte ist die Vorhersage der
Verluste nur von eingeschränkter Aussagekraft. Im Rahmen der eFHA liegen zwar tendenziell genauere
Stromkennwerte vor, die Berücksichtigung ohmscher Widerstände erhöht aber den Aufwand bei den
entsprechenden Herleitungsschritten im Zeitbereich spürbar. Wird auf die Berücksichtigung der Ar-
beitspunktverschiebung bedingt durch ohmsche Anteile verzichtet, so bietet die eFHA eine verlässliche
Ausgangsbasis für die Berechnung der Verlustaufteilung innerhalb des Konverters.
Grundvoraussetzung für die Durchführbarkeit einer gezielten Optimierung ist die Verfügbarkeit eines
geeigneten Modells zur Vorhersage der induktiven Kopplung, wodurch erst die Identifikation gültiger
Konverterauslegungen ermöglicht wird. Zusätzlich ist die Vorhersage der unausweichlichen Spulenver-
luste notwendig, um über die zu erwartende Effizienz des resonanten Konverters Aussagen treffen zu
können. Wie anhand mehrerer Verifikationsbeispiele und im Rahmen der durchgeführten Optimierung
demonstriert werden konnte, erfüllt das verwendete Randelementverfahren beide Forderungen. Dabei
profitiert das erarbeitete Modell im Rahmen großer Parameterstudien von seiner hohen Rechenge-
schwindigkeit und guten Genauigkeit, insbesondere bei der Berücksichtigung verschiedener Drahttypen
und Wickelfensterbelegungen.
Hinsichtlich der Leistungsfähigkeit der drei untersuchten Topologien kristallisierten sich im Zuge der
Optimierung klare Vorteile für die beiden sekundärseitig kompensierten Topologien im Vergleich zum
unkompensierten LLC-Konverter heraus. Da für letzteren Konverter die Strombelastungen höher aus-
fallen, ergeben sich Nachteile mit Blick auf Entwärmung und Wirkungsgrad. Prinzipiell steht dem Ein-
satz dieser Topologie bei Applikationen mit engerem Abstandstoleranzbereich bzw. niedrigeren Strom-
niveaus nichts entgegen. Für die untersuchte Spezifikation hingegen zeigten die spezifischen Charakte-
ristika des LLCCp- und des LLCCs-Konverters Vorteile.
Hinsichtlich der Einbettung der resonanten Wandlerstufe innerhalb eines leistungselektronischen Ge-
samtsystems sind vielfältige Szenarien denkbar. Für die Untersuchungen dieser Arbeit wurden zwei
exemplarische Systemstrukturen herangezogen. Zum einen erfolgte die Auslegung eines gesteuerten
Systems, bei dem der resonante Konverter mit fixer Frequenz betrieben wird und zur Ausregelung der
variierenden Kopplung auf eine Nachstabilisierungsstufe angewiesen ist. Zum anderen wurde ein gere-
gelter Ansatz mit variabler Schaltfrequenz zur Ausregelung von Störgrößeneinflüssen untersucht. Für
die zwei untersuchten Systemarchitekturen konnte jeweils gezeigt werden, dass die KIE trotz der ver-
gleichsweise schlechten Kopplungsverhältnisse und der in der untersuchten Applikation hohen Ab-
standstoleranzen mit gutem Wirkungsgrad realisierbar ist. Dabei wird im Anwendungsszenario ohne
Signalrückführung ein signifikanter Teil des Entwicklungsaufwands von der resonanten Stufe hin zur
sekundärseitigen Nachstabilisierungsstufe verlagert. Dies kann insbesondere bei kurzen Entwicklungs-
zeiträumen ein entscheidender Vorteil sein, da für die zur Lastversorgung genutzte Wandlerstufe unter
Umständen auf Standardschaltungen zurückgegriffen werden kann. Ist hingegen die Realisierung einer
geeigneten Signalrückführung zum Zwecke der direkten Regelung der Lastspannung durch die resonan-
te Stufe vorgesehen, so kann diese Nachstabilisierungsstufe entfallen. Bei diesem Ansatz entsteht zu-
sätzlicher Aufwand im Hinblick auf die Realisierung der Signalrückführung und des geschlossenen
Regelkreises. Für beide Systemvarianten konnten resonante Stufen auf Basis des LLCCp-Konverters
mit hohen Nennwirkungsgraden von 90,3 % (gesteuerter LLCCp mit Nachstabilisierung) bzw. 88,2 %
(geregelter LLCCp) realisiert werden. Für beide Systemvarianten gelang die Überbrückung von Luft-
spaltlängen in einem Wertebereich zwischen 3 mm bis 9 mm anhand eines P42-Kerns mit einer sekun-
193
6 Zusammenfassung, Ergebnisse und Ausblick

FHA eFHA ZDM

Herleitung ++ - ○

Implementierung ++ + --

Numerik ++ ○ --

Rechendauer ++ + --

Verlustvorhersage -- + ++

Genauigkeit - + ++

Tabelle 6-1: Schematischer Vergleich der untersuchten Berechnungsverfahren.

därseitigen Leistungsabgabe von 75 W. Für die praktische Anwendung kämen beispielsweise die Ver-
sorgung von tragbaren Geräten (Ladeanwendungen) oder die Versorgung rotierender Verbraucher in
Frage.

6.3 Ausblick
Auf den Ergebnissen der vorliegenden Arbeit aufbauend, bieten sich vielfältige Erweiterungen der vor-
gestellten Methoden an. Einige denkbare weiterführende Schritte aufseiten der Netzwerkanalyse umfas-
sen:
 Erstellung von Modenbibliotheken zur schnelleren Vorabdetektion des eingeschwungenen Zu-
stands zur Vermeidung der vergleichsweise langen ZDM-Hochlaufzeit.
 Implementierung unsymmetrischer Ansteuersignale und Schaltungsauslegungen im ZDM zur
Modellierung ungleichmäßiger Stromaufteilungen [393], insbesondere in Verbindung mit un-
symmetrischen Dreiwicklungstransformatoren.
 Kleinsignalmäßige Modellbildung im ZDM zur Bereitstellung einer regelungstechnischen Be-
schreibung des resonanten Konverters zum Zwecke der Reglerauslegung [397].
 Untersuchung versch. Regelstrategien hinsichtlich spezifischer Vor- und Nachteile, vgl. [398].
 Berücksichtigung der Rückwirkung der Verluste im Rahmen der eFHA (analog zu [399]) zur
weiteren Verbesserung der darauf basierenden Optimierung.
 Herleitung der eFHA des LLCCs-Konverters unter Einbeziehung der Diodenkapazitäten.
 Herleitung der eFHA für Konvertertopologien mit induktivem Ausgangsfilter analog zu [310].
Für die Erweiterung der Koppelspulenmodellierung kommen die folgenden Gesichtspunkte in Betracht:
 Implementierung eines Fehlermaßes zur automatischen Optimierung der Diskretisierung in An-
lehnung an [335, 400, 401].
 Verbesserte Berücksichtigung der Ausdehnung der Magnetisierungsströme, siehe [340, 342].
 Vorhersage der Spulenkapazitäten gemäß [347, 348].
 Prognose der Kernverluste basierend auf der Erweiterung der Steinmetz-Gleichung gemäß [355,
402].
 Erweiterung auf dreidimensionale Geometrien zur Modellierung von Koppelspulen mit horizon-
talem Versatz.

194
6.3 Ausblick

 Miteinbeziehung der parasitären Eigenschaften realer HF-Litze gemäß [369]; Berücksichtigung


der Rückwirkung der Verluste in Wickelpaketen aus HF-Litze auf das Feldbild gemäß [359,
384, 403]
 Modellierung der Wicklungstemperatur, siehe beispielsweise [355, 385]
Hinsichtlich der praktischen Aspekte der untersuchten Systemkonzepte ergeben sich mannigfaltige An-
knüpfungspunkte für Folgearbeiten. Hierzu zählen:
 Implementierung von Synchron-Gleichrichtern zur weiteren Effizienzsteigerung.
 Evaluation des Kosten-Nutzen-Verhältnisses von Synchron-Gleichrichtern für die drei unter-
suchten Topologien.
 Berücksichtigung von Nennwerttoleranzen der Schwingkreiskondensatoren [83, 404].
 Optimierung der Kerngeometrie im Hinblick auf überbrückbare Luftspaltlänge und Effizienz
[404] bzw. Größe und Gewicht [90].
 Möglichkeiten zur Erweiterung des gültigen Frequenzbereichs im gesteuerten Betrieb durch
Absenken der spezifikationsmäßig geforderten Ausgangsleistung für erhöhte Abstandssituatio-
nen.
 Stationärer Entwurf des LLC- und LLCCs-Konverters für den geregelten Betrieb hinsichtlich
spezifischer Vor- und Nachteile.
 Implementierung von Schutzmechanismen zum Abfangen von Fehlerfällen (fehlende Sekundär-
seite, Fremdkörper) [218].
 Untersuchungen zum dynamischen Verhalten der verschiedenen Topologien.
 Erweiterung der Spezifikation für höheren Frequenzhub im geregelten Betrieb bzw. Zulassen
von Burst-Betrieb im Teillastbereich.
Ein weiterer wichtiger Aspekt im Zusammenhang mit der Auslegung von Systemen zur KIE ist die
elektromagnetische Verträglichkeit. Prinzipbedingt kommt es bei der KIE zu ausgeprägten magneti-
schen Streufeldern, die in ihrer Amplitude bestimmte Grenzwerte nicht überschreiten dürfen. Für diesen
Themenkomplex existiert je nach Anwendungsfall eine Vielzahl in Betracht kommender Vorschriften
und Normen, siehe beispielsweise [46]. In [21, 185] wurde gezeigt, dass solch einschlägige Grenzwerte
sowohl für kleine (0,4 W) als auch für große übertragene Leistungen (5 kW) eingehalten werden kön-
nen. Für die Berücksichtigung von EMV-Aspekten im Zuge weiterführender Arbeiten ergeben sich
beispielsweise die folgenden Aspekte:
 Miteinbeziehung der Störaussendung im Rahmen der Auslegung der Koppelspulen.
 Ausarbeitung von Simulationsmodellen zur Beurteilung von Expositionsszenarien für verschie-
dene Anwendungsfälle, vgl. [188].
 Ausarbeitung eines experimentellen Messaufbaus zur reproduzierbaren Charakterisierung der
Störaussendung von Systemen zur KIE, vgl. [31].
Es existiert eine Vielzahl von Anwendungsszenarien, bei denen über einen Einsatz der KIE diskutiert
wird, sich diese aber (bisher) nicht durchsetzen konnte. Ein eindringliches Beispiel zur Pro- und Contra-
Diskussion über den Einsatz der KIE stellt das Aufladen von Elektrofahrzeugen dar. Während in den
1990er Jahren umfangreiche Forschungs- und Entwicklungsanstrengungen in dieser Richtung unter-
nommen wurden [157, 324, 405] ging der Trend in den Folgejahren eher zu kabelgebundenen Lösun-
gen. Jüngere Diskussionsbeiträge sehen einen Trend hin zu einem vollautomatischen Einsatz der KIE in
diesem Bereich [28]. Es bleibt letztendlich abzuwarten, ob sich der Einsatz der KIE in diesen bzw. an-
deren Anwendungsszenarien durchsetzen kann. Unabhängig vom letztendlichen Einsatzzweck der KIE

195
6 Zusammenfassung, Ergebnisse und Ausblick

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221
Literatur

222
Abkürzungsverzeichnis
AC .................. Alternating Current
AM .................. Amplitudenmodulation
BCM .................. Boundary Conduction Mode
BEM .................. Boundary Element Method
CCM .................. Continuous Current Mode
DC .................. Direct Current
DCM .................. Discontinuous Current Mode
eFHA .................. Extended First Harmonic Approximation
ESB .................. Ersatzschaltbild
FEM .................. Finite-Elemente-Methode
FEMM .................. Finite Element Method Magnetics
FHA .................. First Harmonic Approximation
FM .................. Frequenzmodulation
HF .................. Hochfrequenz
KIE .................. Kontaktlose induktive Energieübertragung
LGS .................. Lineares Gleichungssystem
LC .................. Resonanter Konverter mit zwei Resonanzelementen
LL .................. Leerlauf
LLC .................. Resonanter Konverter mit drei Resonanzelementen
LLCC .................. Resonanter Konverter mit vier Resonanzelementen
LLCCp .................. Resonanter Konverter mit sekundärseitiger Parallelkompensation
LLCCs .................. Resonanter Konverter mit sekundärseitiger Serienkompensation
LTI .................. Linear time-invariant
MOSFET ............. Metall-Oxid-Halbleiter-Feldeffekttransistor
NLGS .................. Nichtlineares Gleichungssystem
PWM .................. Pulsweitenmodulation
PFC .................. Power Factor Correction
RFID .................. Radio-Frequency Identification
SELV .................. Safety Extra Low Voltage
SPICE .................. Simulation Program with Integrated Circuit Emphasis
TL .................. Teilllast
ZCS .................. Zero-Current Switching
ZDM .................. Zeitdiskretes Modell
ZVS .................. Zero-Voltage Switching

223
224
Symbolverzeichnis

Allgemein
j Imaginäre Einheit
x(t) Zeitabhängige Größe
~x t  Auf die Primärseite bezogene zeitabhängige Größe
X Zeitunabhängige Größe, Kennwert
X Mehrdimensionale Größe
X̂ Amplitudenwert
X̂ Komplexer Spitzenwertzeiger
~ Auf die Primärseite bezogene zeitunabhängige Größe
X

Kapitel 1
 Systemwirkungsgrad (vom Gleichspannungseingang zum Gleichspannungsaus-
gang) der im Anhang A untersuchten Literaturstellen
 Streugrad
Wicklung Mit einer Wicklung verketteter Gesamtfluss

dA Vektorielles Flächenelement zur Auswertung des Faraday’schen Induktionsge-
setzes
do Größte Außenabmessung der Koppelspulen der im Anhang A untersuchten Lite-
raturstellen

ds Infinitesimales gerichtetes Wegelement entlang der Kontur zur Auswertung des
Faraday’schen Induktionsgesetzes
i1(t) Zeitabhängiger Strom der Wicklung 1
i2(t) Zeitabhängiger Strom der Wicklung 2
k Koppelfaktor
lg Abstand der Koppelspulen
n Effektives Übersetzungsverhältnis des Transformatorersatzschaltbilds aus
Abb. 1-6 (b)
t Fortlaufende Zeit
ü Gewickeltes Windungszahlenverhältnis
übel Frei wählbares Übersetzungsverhältnis des überbestimmten Transformatorersatz-
schaltbilds aus Abb. 1-6 (a)
u1(t) Zeitabhängige Spannung der Wicklung 1
u2(t) Zeitabhängige Spannung der Wicklung 2
AL Magnetischer Gesamtleitwert eines magnetischen Kerns

B Vektor der magnetischen Flussdichte
E Vektor der elektrischen Feldstärke

225
Symbolverzeichnis

L Induktivitätsmatrix
L11 Selbstinduktivität der Wicklung 1
L12 Gegeninduktivität zwischen Wicklung 1 und 2
L22 Selbstinduktivität der Wicklung 2
Lh Hauptinduktivität des Transformatorersatzschaltbilds aus Abb. 1-6 (b)
Lm Hauptinduktivität des überbestimmten Transformatorersatzschaltbilds aus
Abb. 1-6 (a)
Ls Primärseitige Streuinduktivität des Transformatorersatzschaltbilds aus Abb. 1-6
(b)
Ls1 Primärseitige Streuinduktivität des überbestimmten Transformatorersatzschalt-
bilds aus Abb. 1-6 (a)
Ls2 Sekundärseitige Streuinduktivität des überbestimmten Transformatorersatz-
schaltbilds aus Abb. 1-6 (a)
N1 Windungszahl der Wicklung 1 (Primärwicklung)
N2 Windungszahl der Wicklung 2 (Sekundärwicklung)
Po,nom Nennausgangsleistung der im Anhang A untersuchten Literaturstellen

Kapitel 2
 Induktivitätsverhältnis des Ersatzschaltbilds aus Abb. 1-6 (b)
0k Resonanzkreisfrequenz des Parallelschwingkreises des LLCCs-Konverters
0p Resonanzkreisfrequenz des Parallelschwingkreises des LLCCp-Konverters
0s Resonanzkreisfrequenz des Serienschwingkreises
norm Normierungskreisfrequenz (Bezugsgröße)
norm,k Normierungskreisfrequenz (mit Parallelschwingkreis des LLCCs-Konverters als
Bezugsgröße)
norm,p Normierungskreisfrequenz (mit Parallelschwingkreis des LLCCp-Konverters als
Bezugsgröße)
norm,s Normierungskreisfrequenz (mit primärseitigem Serienschwingkreis als Bezugs-
größe)
s Zur Schaltfrequenz zugehörige Kreisfrequenz
 Normierte fortlaufende Zeit
 Verhältnis zwischen Serienkondensator und auf die Primärseite bezogenen
Kompensationskondensator
s Norm. Periodendauer der Schaltfrequenz
f Frequenz
f0k Resonanzfrequenz des Parallelschwingkreises des LLCCs-Konverters
f0p Resonanzfrequenz des Parallelschwingkreises des LLCCp-Konverters
f0s Resonanzfrequenz des primärseitigen Serienschwingkreises
fnorm Normierungsfrequenz (Bezugsgröße)
fnorm,k Normierungsfrequenz (mit Parallelschwingkreis des LLCCs-Konverters als Be-
zugsgröße)
fnorm,p Normierungsfrequenz (mit Parallelschwingkreis des LLCCp-Konverters als Be-

226
Symbolverzeichnis

zugsgröße)
fnorm,s Normierungsfrequenz (mit primärseitigem Serienschwingkreis als Bezugsgröße)
i(t) Zeitabhängiger entnorm. Strom
ib(t) Zeitabhängiger Eingangsstrom der Gleichrichterstufe
ich(t) Zeitabhängiger Kanalstrom
iD(t) Zeitabhängiger Eingangsstrom des Drain-Knotens
iG(t) Zeitabhängiger Eingangsstrom des Gate-Treibers
iGD(t) Zeitabhängiger Strom durch Miller-Kapazität
ik(t) Zeitabhängiger Spulenstrom der Sekundärseite
iLh(t) Zeitabhängiger Strom durch Hauptinduktivität Lh
iLs(t) Zeitabhängiger Strom durch primärseitige Streuinduktivität Ls
is(t) Zeitabhängiger Eingangsstrom des Resonanzkreises
iS(t) Zeitabhängiger Ausgangsstrom des Source-Knotens
j() Zeitabhängiger norm. Strom
m( ) Zeitabhängige norm. Spannung
n Effektives Übersetzungsverhältnis des Ersatzschaltbilds aus Abb. 1-6 (b)
t Fortlaufende Zeit
t0 Startzeitpunkt der Schalthandlung
t1 Endzeitpunkt des Umladevorgangs zur Erklärung des ZVS-Übergangs
t2 Nulldurchgang des Stroms is(t)
tdead Verzögerungszeit nach t1 in der verlustlose ZVS-Bedingungen herrschen
u(t) Zeitabhängige entnorm. Spannung
ua(t) Idealisierte Rechteckspannungsquelle am Ausgang des Resonanzkreises
ub(t) Zeitabhängige Eingangsspannung der Gleichrichterstufe
ub1(t) Zeitabhängige Ausgangsspannung der ersten Sekundärwicklung des Dreiwick-
lungstransformators
ub2(t) Zeitabhängige Ausgangsspannung der zweiten Sekundärwicklung des Dreiwick-
lungstransformators
uGS(t) Zeitabhängige Gate-Source-Spannung
uGS1(t) Ansteuersignal des oberen Halbbrückenschalters T1
uGS2(t) Ansteuersignal des unteren Halbbrückenschalters T2
ui(t) Idealisierte Rechteckspannungsquelle am Eingang des Resonanzkreises
uo(t) Zeitabhängige Ausgangsspannung
us(t) Zeitabhängige Eingangsspannung des Resonanzkreises
B Norm. Leistung
Bo Norm. Ausgangsleistung
CDS Drain-Source-Kapazität
CGD Gate-Drain-Kapazität / Miller-Kapazität
CGS Gate-Source-Kapazität
Ck Sekundärseitiger Kompensationskondensator des LLCCs-Konverters
Ckomp Sekundärseitiger Kompensationskondensator

227
Symbolverzeichnis

~ Auf die Primärseite bezogener Kompensationskondensator des LLCCs-Konv.


Ck
Co Ausgangskondensator
Cp Sekundärseitiger Kompensationskondensator des LLCCp-Konverters
~
Cp Auf die Primärseite bezogener Kompensationskondensator des LLCCp-Konv.
Cs Serienkondensator
~
Ckomp Auf die Primärseite bezogener Kompensationskondensator
D Drain-Knoten
F Norm. Frequenz
Fk Norm. Schaltfrequenz des LLCCs-Konverters (bezogen auf die Resonanzfre-
quenz des Parallelschwingkreises)
Fp Norm. Schaltfrequenz des LLCCp-Konverters (bezogen auf die Resonanzfre-
quenz des Parallelschwingkreises)
Fs Norm. Schaltfrequenz (bezogen auf die Resonanzfrequenz des Serienschwing-
kreises)
G Gate-Knoten
I Stromkennwert
ID,th Schwellwert für den abzuschaltenden Laststrom unterhalb dessen kaum Aus-
schaltverluste auftreten
ILs,0 Momentanwert des Serienzweigstroms im Umschaltmoment der Inverteraus-
gangsspannung (von low nach high)
Inorm Normierungsstrom
J Norm. Stromkennwert
Lh Hauptinduktivität des Transformatorersatzschaltbilds aus Abb. 1-6 (b)
Ls Primärseitige Streuinduktivität des Transformatorersatzschaltbilds aus
Abb. 1-6 (b)
M Norm. Spannungskennwert
Mo Norm. Ausgangsspannung
P Leistung
Pnorm Normierungsleistung (Bezugsgröße)
Q Norm. Widerstand
Q Norm. Impedanz
R Widerstand
RD Bahnwiderstand einer Diode
RDges Wirksame Gesamtwiderstände der Gleichrichterioden
RDSges Ersatzwiderstand zur Repräsentation der insgesamt wirksamen Kanalwiderstände
RDSon Ohmscher Kanalwiderstand im eingeschalteten Zustand eines MOSFETs
RG Gesamtwiderstand des Gate-Kreises
RL Lastwiderstand
Rnorm Normierungswiderstand (Bezugsgröße)
S Source-Knoten
T1 Oberer Schalter der Halbbrücke

228
Symbolverzeichnis

T2 Unterer Schalter der Halbbrücke


Ts Periodendauer der Schaltfrequenz
U Spannungskennwert
UD Vorwärtsspannung einer Diode
UDges Wirksame Gesamtvorwärtsspannung der Gleichrichterioden
Udr Treiberspannung während der Ausschalthandlung des MOSFETs
Ui Eingangsspannung
Uih Maximalwert der idealisierten Eingangsspannung ui(t)
Uil Minimalwert der idealisierten Eingangsspannung ui(t)
Unorm Normierungsspannung (Bezugswert)
Uo Gleichanteil der Ausgangsspannung
Z Impedanz

Kapitel 3
Grenz Wert des Winkels  an der eFHA-Grenze zwischen DCM- und CCM-Betrieb
 Norm. Dauer des Resonanzintervalls der eFHA-Querspannung

η Partikulärer Lösungsanteil

ηsperr Partikulärer Lösungsanteil im Zustand mit sperrender Diodenbrücke
 Induktivitätsverhältnis des Ersatzschaltbilds aus Abb. 1-6 (b)
 Phasenversatz zwischen eFHA-Quellstrom js und Querspannung m1
Grenz Wert des Winkels  an der eFHA-Grenze zwischen DCM- und CCM-Betrieb
s,pol,LL Schaltfrequenz, an der sich eine Polstelle der Spannungsübertragungsfunktion
unter Leerlaufbedingungen ergibt
norm Normierungskreisfrequenz (Bezugsgröße)
 Phasenversatz
(i) Fehler der Periodizitätsbedingung zum i-ten Umschaltzeitpunkt
S Abbruchkriterium zur Detektion des zyklischen Betriebs (Fehlerschwelle)
i Norm. Gültigkeitsdauer des i-ten Subintervalls
i,ext Norm. Restdauer des i-ten Subintervalls bis zum Eintreten der externen Um-
schaltbedingung
i,zero Norm. Schätzwert zur Intervalleingrenzung des nächsten Nulldurchgangs des
Signals zur Berechnung der internen Umschaltbedingung
 Norm. fortlaufende Zeit
0 Norm. Startzeitpunkt des aktuell betrachteten Subintervalls
1 Norm. Endzeitpunkt des ersten betrachteten Subintervalls
i Norm. Anfangszeitpunkt des aktuell betrachteten i-ten Subintervalls
i1 Übernächster Nulldurchgang des Ausgangssignals zur Berechnung der internen
Umschaltbedingung
 i1 Überübernächster Nulldurchgang des Ausgangssignals zur Berechnung der in-
ternen Umschaltbedingung
 Verhältnis zwischen Serienkondensator und auf die Primärseite bezogenen

229
Symbolverzeichnis

Kompensationskondensator
 Zeitschritt bei Grenzwertbildung
s Norm. Periodendauer der Schaltfrequenz

b Zusammengefasster Vektor der zeitlich konstanten norm. Eingangssignale

b hn Zusammengefasster Vektor der zeitlich konstanten norm. Eingangssignale im
Zustand hn

b hp Zusammengefasster Vektor der zeitlich konstanten norm. Eingangssignale im
Zustand hp

b hs Zusammengefasster Vektor der zeitlich konstanten norm. Eingangssignale im
Zustand hs

b ln Zusammengefasster Vektor der zeitlich konstanten norm. Eingangssignale im
Zustand ln

b lp Zusammengefasster Vektor der zeitlich konstanten norm. Eingangssignale im
Zustand lp

b ls Zusammengefasster Vektor der zeitlich konstanten norm. Eingangssignale im
Zustand ls

d Zusammengefasster Vektor der zeitlich konstanten norm. Durchgriffssignale

d hn Zusammengefasster Vektor der zeitlich konstanten norm. Durchgriffssignale im
Zustand hn

d hp Zusammengefasster Vektor der zeitlich konstanten norm. Durchgriffssignale im
Zustand hp

d hs Zusammengefasster Vektor der zeitlich konstanten norm. Durchgriffssignale im
Zustand hs

d ln Zusammengefasster Vektor der zeitlich konstanten norm. Durchgriffssignale im
Zustand ln

d lp Zusammengefasster Vektor der zeitlich konstanten norm. Durchgriffssignale im
Zustand lp

d ls Zusammengefasster Vektor der zeitlich konstanten norm. Durchgriffssignale im
Zustand ls
f0s Resonanzfrequenz des primärseitigen Serienschwingkreises
fs Schaltfrequenz
i (Index) Laufindex zur Nummerierung der Subintervalle
ib() Eingangsstrom der Gleichrichterstufe
iCs(t) Zeitabhängige Strom durch primärseitigen Serienkondensator
j (Index) Laufindex zur Nummerierung der Eigenwerte der Systemmatrix
jb() Norm. Eingangsstrom der Gleichrichterstufe
jb  
~ Auf die Primärseite bezogener norm. Eingangsstrom der Gleichrichterstufe
jCp( ) Norm. Strom des Kompensationskondensators Cp
jCp  
~
Auf die Primärseite bezogener norm. Strom d. Kompensationskondensators Cp
jk() Norm. sekundärseitiger Spulenstrom
jk  
~ Auf die Primärseite bezogener sekundärseitiger Spulenstrom
jLh() Norm. Strom durch Hauptinduktivität Lh
jLs() Norm. Strom durch Serieninduktivität Ls
230
Symbolverzeichnis

js() Norm. eFHA-Quellstrom


k (Index) Laufindex zur der Ausgangssignale
m1() Norm. eFHA-Querspannung
ma() Norm. idealisierte Rechteckspannung
m~   Auf die Primärseite bezogene norm. idealisierte Rechteckspannung
a

mb() Norm. Eingangsspannung der Gleichrichterstufe


m~   Auf die Primärseite bezogene norm. Eingangsspannung der Gleichrichterstufe
b

mCk() Norm. Kompensationskondensatorspannung des LLCCs-Konverters


m~   Auf die Primärseite bezogene norm. Kompensationskondensatorspannung des
Ck
LLCCp-Konverters
mCp() Norm. Kompensationskondensatorspannung des LLCCp-Konverters
~  
m Auf die Primärseite bezogene norm. Kompensationskondensatorspannung des
Cp
LLCCs-Konverters
mCs() Norm. Serienkondensatorspannung
mDp( ) Norm. Vorwärtsspannung der Dioden für positive Polarität der Spannung mb( )
mDn( ) Norm. Vorwärtsspannung der Dioden für negative Polarität der Spannung mb( )
mi() Norm. idealisierte Rechteckspannungsquelle am Eingang des Resonanzkreises
mj( ) Norm. j-tes Eingangssignal
mLh() Norm. Spannung über der Hauptinduktivität Lh
ms() Norm. zeitabhängige Eingangsspannung des Schwingkreises

m  Vektor der norm. Eingangssignale
n Effektives Übersetzungsverhältnis des Transformatorersatzschaltbilds aus
Abb. 1-6 (b)
p Ganzzahliger Faktor
p (Index) Index zur Nummerierung der transformierten Systemmatrix
q (Index) Index zur Nummerierung der transformierten Systemmatrix
u1(t) Zeitabhängiger Verlauf der Querspannung für die Herleitung der eFHA-
Ersatzimpedanz
uCs(t) Zeitabhängige Spannung des primärseitigen Serienkondensators
uo(t) Zeitabhängiger Verlauf der Ausgangsspannung des resonanten Konverters
us(t) Eingangsspannung des Schwingkreises
yk( ) Norm. k-tes Ausgangssignal

y   Vektor der norm. Ausgangssignale

y hs Vektor der norm. Ausgangssignale im Zustand hs

y ls Vektor der norm. Ausgangssignale im Zustand ls

y int Vektor der norm. Ausgangssignale zur Berechnung der internen Umschaltbedin-
gung

y leit Vektor des norm. Ausgangssignals in Zuständen mit leitender Diodenbrücke
zh( ) Norm. h-te Zustandsgröße

z  Norm. Vektor der Zustandsgrößen

z LL 0 Anfangswert des norm. Vektors der Zustandsgrößen unter idealen Leerlaufbe-

231
Symbolverzeichnis

dingungen
A Norm. Systemmatrix
A Koeffizient der eFHA-Zeitbereichslösung
Aleit Norm. Systemmatrix des Zustands mit leitender Gleichrichterstufe
Asperr Norm. Systemmatrix des Zustands mit sperrender Gleichrichterstufe
B Norm. Eingangsmatrix
B Koeffizient
Bo Norm. Ausgangsleistung
o,max Norm. Maximalwert der übertragbaren Ausgangsleistung
Ck Sekundärseitiger Kompensationskondensator des LLCCs-Konverters
Co Ausgangskondensator des resonanten Konverters
Cp Sekundärseitiger Kompensationskondensator des LLCCp-Konverters
Cs Serienkondensator
C Norm. Ausgangsmatrix
Cleit Norm. Ausgangsmatrix des Zustands mit leitender Gleichrichterstufe
Csperr Norm. Ausgangsmatrix des Zustands mit sperrender Gleichrichterstufe
D Norm. Durchgriffsmatrix
E Einheitsmatrix
Fk Norm. Schaltfrequenz des LLCCs-Konverters (bezogen auf die Resonanzfre-
quenz des Parallelschwingkreises)
Fp Norm. Schaltfrequenz des LLCCp-Konverters (bezogen auf die Resonanzfre-
quenz des Parallelschwingkreises)
Fpol,LL Norm. Schaltfrequenz an der sich eine Polstelle der Spannungsübertragungsfunk-
tion unter Leerlaufbedingungen ergibt
Fs Norm. Schaltfrequenz (bezogen auf die Resonanzfrequenz des Serienschwing-
kreises)
Iˆb Grundschwingungsphasor des Eingangswechselstroms der Gleichrichterstufe
Io Ausgangsstrom des resonanten Konverters
JLs,pk Spitzenwert des primärseitigen Spulenstroms
Ĵ b Norm. Grundschwingungsphasor des Eingangsstroms der Gleichrichterstufe
Jb,rms Effektivwert des Eingangsstroms der Gleichrichterstufe
JCp,rms Effektivwert des Stroms durch sekundärseitigen Kompensationskondensators des
LLCCp-Konverters
Ĵ k Norm. Grundschwingungsphasor des sekundärseitigen Spulenstroms
Jk,rms Effektivwert des sekundärseitigen Spulenstroms
JLs,0 Momentanwert des Eingangsstroms des Resonanzkreises beim Wechsel der Po-
larität der Inverterspannung von Minimal- zum Maximalwert
Jo Norm. Ausgangsstrom
Ĵ s Norm. Amplitude des Grundschwingungsphasors des Resonanzkreis-
Eingangsstroms
Ĵ s Norm. Grundschwingungsphasor des Resonanzkreiseingangsstroms

232
Symbolverzeichnis

JLs,rms Effektivwert des primärseitigen Spulenstroms


Ls Primärseitige Streuinduktivität des Transformatorersatzschaltbilds aus
Abb. 1-6 (b)
M Anzahl der Eingangssignale
M̂ b Norm. Betrag des Grundschwingungsphasors der Eingangswechselspannung der
Gleichrichterstufe
M̂ Cp Norm. Grundschwingungsphasor der Kompensationskondensatorspannung des
LLCCp-Konverters
M̂ Cs Norm. Grundschwingungsphasor der Serienkondensatorspannung
MD Norm. Vorwärtsspannung einer Diode
MDges Norm. wirksame Gesamtvorwärtsspannung der Gleichrichterioden
Mih Norm. Maximalwert der idealisierten Eingangsspannung mi( )
Mil Norm. Minimalwert der idealisierten Eingangsspannung mi()
M̂ Lh Norm. Grundschwingungsphasor der Spannung über der Hauptinduktivität
Mo Norm. Ausgangsspannung
M o,Grenz Norm. eFHA-Grenzausgangsspannung zwischen DCM- und CCM-Betrieb
~ Norm. auf die Primärseite bezogene eFHA-Grenzausgangsspannung zwischen
M o,Grenz
DCM- und CCM-Betrieb
Mo,KS Norm. Ausgangsspannung im Kurzschlussfall
~ Norm. auf die Primärseite bezogene Ausgangsspannung
Mo
Ms Norm. Pegel der wirksamen Inverterwechselspannung
M̂ s Norm. Grundschwingungsphasor der Inverterwechselspannung
N Ordnung des LTI-Systems
P Anzahl der Ausgangssignale
P1 Von der Gleichrichterstufe aufgenommene Leistung
P2 Von der Gleichrichterstufe abgegebene Leistung
Qac Norm. FHA-Ersatzwiderstand
Q ac Norm. eFHA-Ersatzimpedanz
~ Auf die Primärseite bezogener FHA-Ersatzwiderstand
Qac
QCk Norm. Serienwiderstand des sekundärseitigen Serienkondensators
QCp||Dges Parallelschaltung von QCp und QDges
~ Auf die Primärseite bezogener Serienwiderstand des Kompensationskondensa-
QCp
tors Cp
QCs Norm. Serienwiderstand des primärseitigen Serienkondensators
~
QDges Auf die Primärseite bezogener Gesamtwiderstand der Gleichrichterdioden
QDSges Norm. Ersatzwiderstand zur Repräsentation der insgesamt wirksamen Kanalwi-
derstände
Qk Ersatzimpedanz des FHA-Querzweigs des LLCCs-Konverters
Qk Norm. Gesamtwiderstand des sekundärseitigen Serienzweiges
~ Auf die Primärseite bezogener norm. Gesamtwiderstand des sekundärseitigen
Qk
Serienzweiges

233
Symbolverzeichnis

QL Norm. Lastwiderstand
Qp Ersatzimpedanz des FHA-Querzweigs des LLCCp-Konverters
Qprim Norm. primärseitiger Wicklungswiderstand
Qs Norm. Gesamtwiderstand des primärseitigen Serienzweigs
Qs Ersatzimpedanz des Serienschwingkreises
~ Auf die Primärseite bezogener Wicklungswiderstand der Sekundärwicklung
Qsek
Rac FHA-Ersatzwiderstand
RD Bahnwiderstand einer Diode
RL Lastwiderstand
Rnorm Normierungswiderstand (Bezugsgröße)
Û b Grundschwingungsphasor der Eingangswechselspannung der Gleichrichterstufe
UD Vorwärtsspannung einer Diode
Uo Ausgangsspannung des resonanten Konverters
Û s Grundschwingungsphasor der Inverterwechselspannung
V Matrix der Eigenvektoren der Systemmatrix A
Wpp Hauptdiagonalelemente der Matrix W
W Norm. Diagonalmatrix der Eigenwerte der Systemmatrix A
Z ac eFHA-Ersatzimpedanz

Kapitel 4
 Komplexwertiger Koeffizient
 Magnetische Suszeptibilität
 Magnetische Suszeptibilität im Bereich 1
 Skintiefe
 Permittivität
0 Vakuumpermittivität
 Leitfähigkeit
 Permeabilität
0 Vakuumpermeabilität
1 Permeabilität des Materials im Bereich 1
2 Permeabilität des Materials im Bereich 2
r Relative Permeabilität
r1 Relative Permeabilität des Materials im Bereich 1
r2 Relative Permeabilität des Materials im Bereich 2
 Polarwinkel des Zylinderkoordinatensystems
 r-Koordinate des Zylinderkoordinatensystems
frei Raumladungsdichte der freien Ladungen
 Kreisfrequenz
außen Durch die Berandung einer Windung hindurchtretender Fluss

234
Symbolverzeichnis

a Drahtradius
aP Leiterschleifenradius im Rahmen der Induktivitätsberechnung
d Drahtdurchmesser
dh Infinitesimale Höhe des Kontrollkörpers aus Abb. 4-1
diso Isolationsdicke
do Größte Außenabmessung der Koppelspulen der im Anhang A untersuchten Lite-
raturstellen
dP Leiterdurchmesser im Rahmen der Induktivitätsberechnung
ds Infinitesimale Breite des Kontrollkörpers aus Abb. 4-1
dV Volumenelement

dA p Vektorielles Flächenelement zur Berechnung der Gegeninduktivität zwischen der
p-ten und q-ten Windung

dA Rand Vektorielles Flächenelement zur Berechnung der äußeren Induktivität einer Lei-
terschleife

dA B Vektorielles Flächenelement der Ferritberandung
dAB Betrag des Flächenelements der Ferritberandung

dA B,k Vektorielles Flächenelement des k-ten diskretisierten Teilstücks der Ferritberan-
dung
dAB,k Betrag des Flächenelements des k-ten diskretisierten Teilstücks der Ferritberan-
dung

drp Vektorielles Wegelement zur Berechnung der Gegeninduktivität zwischen der p-
ten und q-ten Windung

drRand Vektorielles Wegelement zur Berechnung der äußeren Induktivität einer Leiter-
schleife

e -gerichteter Einheitsvektor des Zylinderkoordinatensystems
f Frequenz
fmess Auswertefrequenz

g ik Gerichtetes Element der G-Matrix zugehörig zum i-ten Aufpunkt und k-ten
Quellpunkt der diskretisierten Grenzfläche zwischen Ferritmaterial und Umge-
bung
i Laufindex i der Aufpunkte Pi entlang der diskretisierten Grenzfläche zwischen
Ferritmaterial und Umgebung
k Laufindex k der Elemente Kmag,k des diskretisierten Magnetisierungsstrombelags
entlang der diskretisierten Grenzfläche zwischen Ferritmaterial und Umgebung
l Länge einer Leiterschleife
lg Abstand der Ferritkernhälften

n Flächennormalenvektor

ni Flächennormalenvektor am i-ten Aufpunkt Pi entlang der diskretisierten Grenz-
fläche zwischen Ferritmaterial und Umgebung (Orientierung: vom Ferrit weg)
p Laufindex p bei der Berechnung der Gegeninduktivitäten zwischen zwei Win-
dungen
q Laufindex q bei der Berechnung der Gegeninduktivitäten zwischen zwei Win-
dungen

235
Symbolverzeichnis

rik Betrag des Abstandsvektors zwischen i-tem Aufpunkt und k-tem Quellpunkt der
diskretisierten Grenzfläche zwischen Ferritmaterial und Umgebung

r Abstandsvektor
r Betrag des Abstandsvektors

rik Abstandsvektor zwischen i-tem Aufpunkt und k-ten Quellpunkt der diskretisier-
ten Grenzfläche zwischen Ferritmaterial und Umgebung

rP Ortsvektor zum Aufpunkt P

rPi Ortsvektor zum i-ten Aufpunkt der diskretisierten Grenzfläche zwischen Ferrit-
material und Umgebung

rQ Ortsvektor zum Quellpunkt Q

rQk Ortsvektor zum k-ten Quellpunkt der diskretisierten Grenzfläche zwischen Fer-
ritmaterial und Umgebung
ü Gewickeltes Windungszahlenverhältnis
wm Energiedichte des magnetischen Felds
t Zeit
x x-Koordinate des kartesischen Koordinatensystems
y y-Koordinate des kartesischen Koordinatensystems
z z-Koordinate des kartesischen Koordinatensystems
zP z-Koordinate der Leiterschleife im Rahmen der Induktivitätsberechnung
A -Komponente des Vektorpotentials

A Magnetisches Vektorpotential
AWind Durch die Berandung einer Windung aufgespannte Fläche
AB,k k-tes Flächenlement der Ferritberandung

B Magnetische Flussdichte
B0 Magnetische Flussdichte bei Abwesenheit von permeablem Material

B1 Magnetische Flussdichte im Bereich 1

B2 Magnetische Flussdichte im Bereich 2
Cwind Kontur entlang der Berandung einer Windung

D Elektrische Flussdichte

E Elektrische Feldstärke
E Einheitsmatrix
Fp Frequenzabhängiger Koeffizient zur Berechnung der Proximityverluste
Gik Element der G-Matrix zugehörig zum i-ten Aufpunkt und k-ten Quellpunkt der
diskretisierten Grenzfläche zwischen Ferritmaterial und Umgebung
G G-Matrix zur Beschreibung der Verkopplung zwischen den zum i-ten Aufpunkt
zugehörigen Magnetisierungsstromelement und dem am k-ten Quellpunkt be-
findlichen Element der diskretisierten Grenzfläche zwischen Ferritmaterial und
Umgebung

H Magnetische Feldstärke
H1 Magnetische Feldstärke im Bereich 1

H 2,err Von Erregerströmen hervorgerufene magnetische Feldstärke bei Annäherung an
die Grenzschicht des Ferritmaterials (aus dem Bereich 2 kommend)
236
Symbolverzeichnis


H 2,err,i Von Erregerströmen hervorgerufene magnetische Feldstärke bei Annäherung an
die Grenzschicht des Ferritmaterials (aus dem Bereich 2 kommend) am i-ten Flä-
chenelement der Ferritberandung

H 2,mag Von sämtlichen Magnetisierungsströmen hervorgerufene magnetische Feldstärke
bei Annäherung an die Grenzschicht des Ferritmaterials (aus dem Bereich 2
kommend)

H 2,mag,k Vom k-ten Magnetisierungsstromelement hervorgerufene magnetische Feldstär-
ke bei Annäherung an die Grenzschicht des Ferritmaterials (aus dem Bereich 2
kommend)

H2 Magnetische Feldstärke im Bereich 2
Herr Diskretisierte Feldstärke entlang der Grenzfläche (bei infinitesimaler Annähe-
rung aus dem Bereich 2 kommend) zwischen Ferritmaterial und Umgebung in
Matrixschreibweise

H ext Externe magnetische Feldstärke am Ort einer Leiterschleife
Ĥ ext Amplitude der externen magnetische Feldstärke am Ort einer Leiterschleife
I0 Modifizierte Bessel-Funktion nullter Ordnung
I1 Modifizierte Bessel-Funktion erster Ordnung
I1 Strom durch Wicklung 1
I2 Strom durch Wicklung 2
Iq Strom der q-ten Windung
IW Strom einer Wicklung
Ĵ  Spitzenwertzeiger der -Komponente der frequenzabhängigen Gesamtstrom-
dichte
Ĵ  Amplitude des Spitzenwertzeigers der -Komponente der frequenzabhängigen
Gesamtstromdichte

J frei Stromdichte der freien Ströme

J1, frei Stromdichte der freien Ströme im Bereich 1

J ges Gesamtstromdichte

J mag Stromdichte der Magnetisierungsströme

J1,mag Stromdichte der Magnetisierungsströme im Bereich 1

J pol Stromdichte der elektrischen Polarisationsströme
Ĵ z Spitzenwertzeiger der z-Komponente der frequenzabhängigen Gesamtstromdich-
te
Jz Betrag der z-Komponente der Stromdichte
Ĥ ext Spitzenwertzeiger der externen magnetischen Feldstärke zur Berechnung der
Proximityverluste
K mag,i Betrag des Strombelags am i-ten Aufpunkt Pi entlang der diskretisierten Grenz-
fläche zwischen Ferritmaterial und Umgebung
K mag,k Betrag des k-ten Strombelagselements entlang der diskretisierten Grenzfläche
zwischen Ferritmaterial und Umgebung

K frei Strombelag der freien Ströme

237
Symbolverzeichnis


K mag Ortsabhängige Verteilung des Magnetisierungsstrombelags
Kmag Diskretisierter Betrag des Magnetisierungsstroms entlang der Grenzfläche zwi-
schen Ferritmaterial und Umgebung in Matrixschreibweise

K mag,i Strombelag am i-tenAufpunkt Pi entlang der diskretisierten Grenzfläche zwi-
schen Ferritmaterial und Umgebung
L11 Selbstinduktivität der Wicklung 1
L Induktivität
L12 Gegeninduktivität zwischen Wicklung 1 und 2
L21 Gegeninduktivität zwischen Wicklung 2 und 1
L22 Selbstinduktivität der Wicklung 2
Linnen Innere Induktivität
Lpq Gegeninduktivität zwischen der p-ten und q-ten Windung
Lselbst Selbstinduktivität
LSer Simulationswert der Gesamtinduktivität bei gleichsinniger Serienschaltung der
Wicklung 1 und 2
L Erwartungswert der Gesamtinduktivität bei gleichsinniger Serienschaltung der
Wicklung 1 und 2
LWick Selbstinduktivität einer Wicklung
M Anzahl der Magnetisierungsstrombelagselemente

M Magnetisierung

M1 Magnetisierung im Bereich 1

M2 Magnetisierung im Bereich 2
N1 Windungszahl der Wicklung 1 (Primärwicklung)
N2 Windungszahl der Wicklung 2 (Sekundärwicklung)
P Aufpunkt P
Pi i-ter Aufpunkt entlang der diskretisierten Grenzfläche zwischen Ferritmaterial
und Umgebung
Pp Verluste innerhalb einer Leiterschleife aufgrund des Proximityeffekts

P Magnetische Polarisation
Q Quellpunkt Q
R0 Gleichstromwiderstand einer Windung
R11 Wicklungswiderstand bei alleiniger Bestromung der Wicklung 1
R12 „Gegenwiderstand“ zwischen Wicklung 1 und 2
R22 Wicklungswiderstand bei alleiniger Bestromung der Wicklung 2
Rs Frequenzabhängiger Anteil am Widerstand einer Windung bei Berücksichtigung
des Skineffekts
RSer Simulationswert des Gesamtwiderstands bei gleichsinniger Serienschaltung der
Wicklung 1 und 2
R Erwartungswert des Gesamtwiderstands bei gleichsinniger Serienschaltung der
Wicklung 1 und 2
R Widerstand
V1 Volumen des Bereichs 1

238
Symbolverzeichnis

VQ Volumen mit Stromquellen


V2 Volumen des Bereichs 2
V Volumen des gesamten felderfüllten Raums
Waußen Im Außenbereich einer Windung gespeicherte Energie
Winnen Im Drahtinneren einer Windung gespeicherte Energie
Wm Magnetische Gesamtenergie des felderfüllten Raums
WWind In einer Windung gespeicherte Energie

Kapitel 5
 Relative Abweichung einer Kenngröße gegenüber ihrem Wert unter Bezugsbe-
dingungen
 Wirkungsgrad des resonanten Konverters
ges Gesamtwirkungsgrad zwischen Eingang und Last
 Induktivitätsverhältnis des Ersatzschaltbilds aus Abb. 1-6 (b)
 Koordinate des Zylinderkoordinatensystems
 Verhältnis zwischen Serienkondensator und auf die Primärseite bezogenen
Kompensationskondensator
zW Abstand des Wickelpakets zur Ferritkernkante
do Außenabmessung der Koppelspulen inkl. Ferrit
dS Aderdurchmesser der HF-Litze
dS1 Aderdurchmesser der primärseitigen HF-Litze
dS2 Aderdurchmesser der sekundärseitigen HF-Litze
f Frequenz
f0k Resonanzfrequenz des Parallelschwingkreises des LLCCs-Konverters
f0p Resonanzfrequenz des Parallelschwingkreises des LLCCp-Konverters
f0s Resonanzfrequenz des primärseitigen Serienschwingkreises
fKost Kostenfunktion
fs Schaltfrequenz
fs,max Maximalwert der Schaltfrequenz
fs,min Minimalwert der Schaltfrequenz
iLh(t) Zeitabhängiger Strom durch Hauptinduktivität Lh des Transformatorersatzschalt-
bilds aus Abb. 1-6 (b)
is(t) Zeitverlauf des primärseitigen Spulenstroms
k Koppelfaktor
lg Luftspaltlänge (Abstand zwischen Ferritkernen)
lg,Bezug Bezugsabstand
lg,max Maximalwert der Luftspaltlänge
lg,min Minimalwert der Luftspaltlänge
lg,nom Nennwert der Luftspaltlänge
lg,ver Zu Verifikationszwecken berücksichtigter Zwischenwert der Luftspaltlänge
n Effektives Übersetzungsverhältnis des Ersatzschaltbilds aus Abb. 1-6 (b)

239
Symbolverzeichnis

nS Aderzahl
nS1 Aderzahl der primärseitigen HF-Litze
nS2 Aderzahl der sekundärseitigen HF-Litze
ü Gewickeltes Windungszahlenverhältnis
uLh(t) Spannungsverlauf der Hauptinduktivität des -Transformatorersatzschaltbilds
us(t) Zeitverlauf der Inverterausgangsspannung
z Koordinate des kartesischen Koordinatensystems
AL Magnetischer Gesamtleitwert eines magnetischen Kerns
CD Parasitäre Diodenkapazität
Ck Sekundärseitiger Kompensationskondensator des LLCCs-Konverters
Cp Sekundärseitiger Kompensationskondensator des LLCCp-Konverters
Cs Primärseitiger Serienkondensator
Fk Norm. Schaltfrequenz des LLCCs-Konverters (bezogen auf die Resonanzfre-
quenz des Parallelschwingkreises)
Fp Norm. Schaltfrequenz des LLCCp-Konverters (bezogen auf die Resonanzfre-
quenz des Parallelschwingkreises)
Fp1,2 Polstellen der Steuerübertragungsfunktion des LLCCp-Konverters im Leerlauf-
fall
Fpol,LLC Norm. Polstelle der LLC-Steuerübertragungsfunktion s. Gl. (3-120)
Fs Norm. Schaltfrequenz (bezogen auf die Resonanzfrequenz des primärseitigen
Serienschwingkreises)
Ik,rms Stromeffektivwert der sekundärseitigen Koppelspule
Inorm Normierungsstrom
Is,rms Stromeffektivwert der primärseitigen Koppelspule
L11 Selbstinduktivität der Primärwicklung
L12 Gegeninduktivität zwischen Primär- und Sekundärwicklung
L22 Selbstinduktivität der Sekundärwicklung
Lh Hauptinduktivität des Transformatorersatzschaltbilds aus Abb. 1-6 (b)
Ls Primärseitige Streuinduktivität des Transformatorersatzschaltbilds aus Abb. 1-6
(b)
N1 Windungszahl der Primärseite
N2 Windungszahl der Sekundärseite
P11 Verlustleistung der primärseitigen Koppelspule
P11,max Maximal zulässige Verlustleistung der primärseitigen Koppelspule
P22 Verlustleistung der sekundärseitigen Koppelspule
P22,max Maximal zulässige Verlustleistung der sekundärseitigen Koppelspule
PKern Mittels FEM berechnete Kernverluste
Po Ausgangsleistung des resonanten Konverters
Po,nom Nennwert der Ausgangsleistung der resonanten Stufe
R11 Wicklungswiderstand bei alleiniger Bestromung der Primärwicklung
R22 Wicklungswiderstand bei alleiniger Bestromung der Sekundärwicklung
RCi Serienwiderstand des eingangsseitigen Speicherkondensators

240
Symbolverzeichnis

RCk Äquivalenter Serienwiderstand des sekundärseitigen Schwingkreiskondensators


des LLCCs-Konverters
RCo Serienwiderstand des ausgangsseitigen Speicherkondensators
RCs Äquivalenter Serienwiderstand des primärseitigen Schwingkreiskondensators
RCp Äquivalenter Serienwiderstand des sekundärseitigen Schwingkreiskondensators
des LLCCp-Konverters
RD Differentieller Bahnwiderstands RD des verwendeten Diodenmodells, siehe
Abb. 2-14
RDSon MOSFET-Widerstand im eingeschalteten Zustand
TW Wicklungstemperatur
UCk,rms Effektivwert der sekundärseitigen Kondensatorspannung des LLCCk-Konverters
UCp,rms Effektivwert der sekundärseitigen Kondensatorspannung des LLCCp-Konverters
UCs,pk Spitzenwert der primärseitigen Kondensatorspannung
UCs,rms Effektivwert der primärseitigen Kondensatorspannung
UD Knickspannung UD des verwendeten Diodenmodells, siehe Abb. 2-14
Ui Eingangsspannung
UL Lastspannung
Uo Ausgangsspannung des resonanten Konverters
Uo,max Maximalwert der Ausgangsspannung des resonanten Konverters
Uo,min Minimalwert der Ausgangsspannung des resonanten Konverters
X Kenngröße
X|Bezug Kenngröße unter Bezugsbedingungen

Anhang A
nom In der Literaturstelle angegebener Nennwirkungsgrad
do Größte Außenabmessung der in der Literaturstelle angegebenen Koppelspulen
lg Abstand zwischen den Koppelspulen
Po,nom Übertragene Nennleistung

Anhang B
 Norm. Dauer des Resonanzintervalls der eFHA-Querspannung
 Induktivitätsverhältnis des Ersatzschaltbilds aus Abb. 1-6 (b)
 Phasenversatz zwischen eFHA-Quellstrom js und Querspannung m1
 Norm. fortlaufende Zeit
1 1. Teilintegral zur Berechnung der Grundschwingung der eFHA-Querspannung
2 2. Teilintegral zur Berechnung der Grundschwingung der eFHA-Querspannung
s Norm. Periodendauer der Schaltfrequenz

g Zusammengefasster Vektor der zeitlich konstanten Eingangssignale

g hn Zusammengefasster Vektor der zeitlich konstanten Eingangssignale im Zustand
hn

241
Symbolverzeichnis


g hp Zusammengefasster Vektor der zeitlich konstanten Eingangssignale im Zustand
hp

g hs Zusammengefasster Vektor der zeitlich konstanten Eingangssignale im Zustand
hs

g ln Zusammengefasster Vektor der zeitlich konstanten Eingangssignale im Zustand
ln

g lp Zusammengefasster Vektor der zeitlich konstanten Eingangssignale im Zustand
lp

g ls Zusammengefasster Vektor der zeitlich konstanten Eingangssignale im Zustand
ls
ik(t) Sekundärseitiger Spulenstrom
ik t 
~ Auf die Primärseite bezogener sekundärseitiger Spulenstrom
iLh(t) Zeitabhängiger Strom durch Hauptinduktivität Lh
iLs(t) Zeitabhängiger Strom durch Serieninduktivität Ls
jLh() Norm. Strom durch Hauptinduktivität Lh
js() Norm. eFHA-Quellstrom

Zusammengefasster Vektor der zeitlich konstanten Durchgriffssignale
l
lhn Zusammengefasster Vektor der zeitlich konstanten Durchgriffssignale im Zu-
stand hn

lhp Zusammengefasster Vektor der zeitlich konstanten Durchgriffssignale im Zu-
stand hp

lhs Zusammengefasster Vektor der zeitlich konstanten Durchgriffssignale im Zu-
stand hs

lln Zusammengefasster Vektor der zeitlich konstanten Durchgriffssignale im Zu-
stand ln

llp Zusammengefasster Vektor der zeitlich konstanten Durchgriffssignale im Zu-
stand lp

lls Zusammengefasster Vektor der zeitlich konstanten Durchgriffssignale im Zu-
stand ls
m1() Norm. eFHA-Querspannung
mLh() Norm. Spannung über der Hauptinduktivität Lh
mo() Zeitabhängige Ausgangsspannung
n Effektives Übersetzungsverhältnis des Transformatorersatzschaltbilds aus
Abb. 1-6 (b)
t Fortlaufende Zeit
ua(t) Idealisierte Rechteckspannungsquelle am Ausgang des Resonanzkreises
u~a t  Auf die Primärseite bezogene idealisierte Rechteckspannungsquelle am Ausgang
des Resonanzkreises
ub(t) Zeitabhängige Eingangsspannung der Gleichrichterstufe
uCs(t) Serienkondensatorspannung
uDn(t) Vorwärtsspannung der Dioden für negative Polarität der Spannung ub(t)
u~ t 
Dn
Auf die Primärseite bezogene Vorwärtsspannung der Dioden für negative Polari-
tät der Spannung ub(t)

242
Symbolverzeichnis

uDp(t) Vorwärtsspannung der Dioden für positive Polarität der Spannung ub(t)
u~ t 
Dp
Auf die Primärseite bezogene Vorwärtsspannung der Dioden für positive Polari-
tät der Spannung ub(t)
ui(t) Idealisierte Rechteckspannungsquelle am Eingang des Resonanzkreises
uo(t) Zeitverlauf der Ausgangsspannung
us(t) Zeitabhängige Eingangsspannung des Schwingkreises

ut  Vektor der Eingangssignale

wt  Vektor der Ausgangssignale

xt  Vektor der Zustandsgrößen
Co Ausgangskondensator
Cs Serienkondensator
Fs Norm. Schaltfrequenz (bezogen auf die Resonanzfrequenz des Serienschwing-
kreises)
F Systemmatrix
Fleit Systemmatrix im Zustand mit leitender Gleichrichterstufe
Fsperr Systemmatrix im Zustand mit sperrender Gleichrichterstufe
G Eingangsmatrix
H Ausgangsmatrix
Hleit Ausgangsmatrix im Zustand mit leitender Gleichrichterstufe
Hsperr Ausgangsmatrix im Zustand mit sperrender Gleichrichterstufe
Ĵ b Norm. Grundschwingungsphasor des Eingangsstroms der Gleichrichterstufe
Jo Norm. Ausgangsstrom
Ĵ s Norm. Amplitude des Grundschwingungsphasors des Resonanzkreis-
Eingangsstroms
Ĵ s Norm. Grundschwingungsphasor des Resonanzkreiseingangsstroms
Lh Hauptinduktivität des Transformatorersatzschaltbilds aus Abb. 1-6 (b)
Ls Primärseitige Streuinduktivität des Transformatorersatzschaltbilds aus
Abb. 1-6 (b)
L Durchgriffsmatrix
M̂ Cp Norm. Grundschwingungsphasor der Kompensationskondensatorspannung des
LLCCp-Konverters
M̂ Cs Norm. Grundschwingungsphasor der Serienkondensatorspannung
M̂ Lh Norm. Grundschwingungsphasor der Spannung über der Hauptinduktivität
Mo Norm. Ausgangsspannung
~ Norm. auf die Primärseite bezogene Ausgangsspannung
Mo
~ Norm. auf die Primärseite bezogene BCM-Ausgangsspannung
M o,Grenz
Ms Norm. Pegel der wirksamen Inverterwechselspannung
M̂ s Norm. Grundschwingungsphasor der Inverterwechselspannung
Q ac Norm. eFHA-Ersatzimpedanz
CCM
Q ac Norm. eFHA-Ersatzimpedanz für CCM-Arbeitspunkte

243
Symbolverzeichnis

DCM
Q ac Norm. eFHA-Ersatzimpedanz für DCM-Arbeitspunkte
~ Auf die Primärseite bezogener norm. FHA-Ersatzwiderstand
Qac
QL Norm. Lastwiderstand
~ Auf die Primärseite bezogener norm. Lastwiderstand
QL
RCs Serienwiderstand des Serienkondensators
RD Bahnwiderstand einer Gleichrichterdiode
RDges Wirksamer Gesamtwiderstand der Gleichrichterdioden
RDSges Ersatzwiderstand zur Repräsentation der insgesamt wirksamen Kanalwiderstände
RDSon Ohmscher Kanalwiderstand im eingeschalteten Zustand eines MOSFETs
Rk Gesamtwiderstand des sekundärseitigen Serienzweigs
~ Auf die Primärseite bezogener Gesamtwid.des sekundärseitigen Serienzweigs
Rk
RL Lastwiderstand
Rprim Primärseitiger Wicklungswiderstand
Rs Gesamtwiderstand des primärseitigen Serienzweigs
Rsek Sekundärseitiger Wicklungswiderstand
UD Knickspannung einer Einzeldiode, siehe Abb. 2-14
UDges Wirksame Gesamtvorwärtsspannung der Gleichrichterioden
~ Auf die Primärseite bezogene wirksame Gesamtvorwärtsspannung der Gleich-
U Dges
richterioden
UDpk Spitzenwert der Diodensperrspannung
Ui Eingangsspannung
Uih Maximalwert der idealisierten Eingangsspannung ui(t)
Uil Minimalwert der idealisierten Eingangsspannung ui(t)
Uo Ausgangsspannung
~ Auf die Primärseite bezogene Ausgangsspannung
Uo
Z ac eFHA-Ersatzimpedanz

Anhang C
 Norm. Dauer des Resonanzintervalls der eFHA-Querspannung
KS Norm. Dauer des Resonanzintervalls der eFHA-Querspannung im Kurzschluss-
fall
LL Norm. Dauer des Resonanzintervalls der eFHA-Querspannung im Leerlauffall
 Induktivitätsverhältnis des Ersatzschaltbilds aus Abb. 1-6 (b)
 Phasenversatz zwischen eFHA-Quellstrom js und Querspannung m1
LL Phasenversatz zwischen eFHA-Quellstrom js und Querspannung m1 im Leerlauf
0p Resonanzkreisfrequenz des Parallelschwingkreises
0s Resonanzkreisfrequenz des Serienschwingkreises
s Schaltkreisfrequenz
 Phasenversatz des homogenen Lösungsanteils

244
Symbolverzeichnis

 Norm. fortlaufende Zeit


0 Normierter Referenzzeitpunkt
1 Normierter Endzeitpunkt des Umladeintervalls
1 1. Teilintegral zur Berechnung der Grundschwingung der eFHA-Querspannung
2 2. Teilintegral zur Berechnung der Grundschwingung der eFHA-Querspannung
3 3. Teilintegral zur Berechnung der Grundschwingung der eFHA-Querspannung
s Norm. Periodendauer der Schaltfrequenz

g Zusammengefasster Vektor der zeitlich konstanten Eingangssignale

g hn Zusammengefasster Vektor der zeitlich konstanten Eingangssignale im Zustand
hn

g hp Zusammengefasster Vektor der zeitlich konstanten Eingangssignale im Zustand
hp

g hs Zusammengefasster Vektor der zeitlich konstanten Eingangssignale im Zustand
hs

g ln Zusammengefasster Vektor der zeitlich konstanten Eingangssignale im Zustand
ln

g lp Zusammengefasster Vektor der zeitlich konstanten Eingangssignale im Zustand
lp

g ls Zusammengefasster Vektor der zeitlich konstanten Eingangssignale im Zustand
ls
ib(t) Eingangsstrom der Gleichrichterstufe
ib t 
~ Auf die Primärseite bezogener Eingangsstrom der Gleichrichterstufe
ik(t) Sekundärseitiger Spulenstrom
iCp(t) Sekundärseitiger Kondensatorstrom
ik t 
~ Auf die Primärseite bezogener sekundärseitiger Spulenstrom
iLh(t) Zeitabhängiger Strom durch Hauptinduktivität Lh
iLs(t) Zeitabhängiger Strom durch Serieninduktivität Ls
jb(t) Norm. Eingangsstrom der Gleichrichterstufe
jk t 
~ Normierter auf die Primärseite bezogener sekundärseitiger Spulenstrom
jLh() Norm. Strom durch Hauptinduktivität Lh
js() Norm. eFHA-Quellstrom

Zusammengefasster Vektor der zeitlich konstanten Durchgriffssignale
l
lhn Zusammengefasster Vektor der zeitlich konstanten Durchgriffssignale im Zu-
stand hn

lhp Zusammengefasster Vektor der zeitlich konstanten Durchgriffssignale im Zu-
stand hp

lhs Zusammengefasster Vektor der zeitlich konstanten Durchgriffssignale im Zu-
stand hs

lln Zusammengefasster Vektor der zeitlich konstanten Durchgriffssignale im Zu-
stand ln

llp Zusammengefasster Vektor der zeitlich konstanten Durchgriffssignale im Zu-
stand lp

245
Symbolverzeichnis


lls Zusammengefasster Vektor der zeitlich konstanten Durchgriffssignale im Zu-
stand ls
mCp,hom() Homogener Lösungsanteil der normierten Kondensatorspannung an Cp
mCp,part() Partikulärer Lösungsanteil der normierten Kondensatorspannung an Cp
~ t 
m Normierte auf die Primärseite bezogene Spannung des sekundärseitigen Kom-
Cp
pensationskondensators
mLh() Norm. Spannung über der Hauptinduktivität Lh
n Effektives Übersetzungsverhältnis des Transformatorersatzschaltbilds aus
Abb. 1-6 (b)
t Fortlaufende Zeit
ua(t) Idealisierte Rechteckspannungsquelle am Ausgang des Resonanzkreises
u~a t  Auf die Primärseite bezogene idealisierte Rechteckspannungsquelle am Ausgang
des Resonanzkreises
ub(t) Zeitabhängige Eingangsspannung der Gleichrichterstufe
uCp(t) Spannung des sekundärseitigen Kompensationskondensators
u~Cp t  Auf die Primärseite bezogene Spannung des sekundärseitigen Kompensations-
kondensators
uCs(t) Serienkondensatorspannung
uDn(t) Vorwärtsspannung der Dioden für negative Polarität der Spannung ub(t)
u~Dn t  Auf die Primärseite bezogene Vorwärtsspannung der Dioden für negative Polari-
tät der Spannung ub(t)
uDp(t) Vorwärtsspannung der Dioden für positive Polarität der Spannung ub(t)
u~Dp t  Auf die Primärseite bezogene Vorwärtsspannung der Dioden für positive Polari-
tät der Spannung ub(t)
ui(t) Idealisierte Rechteckspannungsquelle am Eingang des Resonanzkreises
uo(t) Zeitverlauf der Ausgangsspannung
us(t) Zeitabhängige Eingangsspannung des Schwingkreises

ut  Vektor der Eingangssignale

wt  Vektor der Ausgangssignale

w sperr t  Vektor der Ausgangssignale in Zuständen mit sperrenden Dioden

w leit t  Vektor der Ausgangssignale in Zuständen mit leitenden Dioden

xt  Vektor der Zustandsgrößen
A Amplitude des homogenen Lösungsanteils
B Amplitude des partikulären Lösungsanteils
Bo Norm. Ausgangsleistung (bezogen auf Parallelschwingkreis)

Bo Norm. Ausgangsleistung (bezogen auf Serienschwingkreis)
Co Ausgangskondensator
Cp Sekundärseitiger Parallelkondensator
~
Cp Auf die Primärseite bezogener Wert des sekundärseitigen Parallelkondensators
Cs Primärseitiger Serienkondensator
Fp Norm. Schaltfrequenz (bezogen auf die Resonanzfrequenz des Parallelschwing-
kreises)

246
Symbolverzeichnis

Fp1,2 Polstellen der Steuerübertragungsfunktion im Leerlauffall


Fs Norm. Schaltfrequenz (bezogen auf die Resonanzfrequenz des Serienschwing-
kreises)
Fleit Systemmatrix im Zustand mit leitender Gleichrichterstufe
Fsperr Systemmatrix im Zustand mit sperrender Gleichrichterstufe
H Ausgangsmatrix
Hleit Ausgangsmatrix im Zustand mit leitender Gleichrichterstufe
Hsperr Ausgangsmatrix im Zustand mit sperrender Gleichrichterstufe
Inorm Normierungsstrom (bezogen auf Parallelschwingkreis)

I norm Normierungsstrom (bezogen auf Serienschwingkreis)
Io Ausgangsstrom
Ĵ b Norm. Grundschwingungsphasor des Eingangsstroms der Gleichrichterstufe
Ĵ Cp Norm. Grundschwingungsphasor des Stroms durch Cp
Ĵ k Norm. Grundschwingungsphasor des sekundärseitigen Spulenstroms
Jo Norm. Ausgangsstrom (bezogen auf Parallelschwingkreis)
Jo,KS Norm. Ausgangsstrom im Kurzschlussfall
J o Norm. Ausgangsstrom (bezogen auf Serienschwingkreis)
Ĵ s Norm. Amplitude des Grundschwingungsphasors des Resonanzkreiseingangs-
stroms
Ĵ s Norm. Grundschwingungsphasor des Resonanzkreiseingangsstroms
Lh Hauptinduktivität des Transformatorersatzschaltbilds aus Abb. 1-6 (b)
Ls Primärseitige Streuinduktivität des Transformatorersatzschaltbilds aus
Abb. 1-6 (b)
M̂ b Norm. Grundschwingungsphasor der Gleichrichtereingangsspannung
M̂ Cp Norm. Grundschwingungsphasor der Kompensationskondensatorspannung des
LLCCp-Konverters
Mˆ Cp,LL Norm. Grundschwingungsphasor der Kompensationskondensatorspannung des
LLCCp-Konverters im Leerlauffall
M̂ Cs Norm. Grundschwingungsphasor der Serienkondensatorspannung
M̂ Lh Norm. Grundschwingungsphasor der Spannung über der Hauptinduktivität
Mo Norm. Ausgangsspannung
Mo,LL Norm. Ausgangsspannung im Leerlauffall
~ Norm. auf die Primärseite bezogene Ausgangsspannung
Mo
Ms Norm. Pegel der wirksamen Inverterwechselspannung
M̂ s Norm. Grundschwingungsphasor der Inverterwechselspannung
Pnorm Normierungsleistung
Po Ausgangsleistung
Q ac Norm. eFHA-Ersatzimpedanz
Q ac,LL Norm. eFHA-Ersatzimpedanz im Leerlauffall
~ Auf die Primärseite bezogener norm. FHA-Ersatzwiderstand
Qac

247
Symbolverzeichnis

Q in Eingangsimpedanz des Resonanzkreises


QL Norm. Lastwiderstand
~ Auf die Primärseite bezogener norm. Lastwiderstand
QL
Qp Norm. Impedanz des Parallelschwingkreises
Qs Norm. Impedanz des Serienschwingkreises
RCp Serienwiderstand des sekundärseitigen Parallelkondensators
RCp|| Dges Auf die Primärseite bezogener Widerstand der Parallelschaltung zwischen RCp
und RDges
~ Auf die Primärseite bezogener Serienwiderstand des sekundärseitigen Parallel-
RCp
kondensators
RCs Serienwiderstand des primärseitigen Serienkondensators
RD Bahnwiderstand einer Gleichrichterdiode
RDges Wirksamer Gesamtwiderstand der Gleichrichterdioden
~
RDges Auf die Primärseite bezogener Gesamtwiderstand der Gleichrichterdioden
RDSges Ersatzwiderstand zur Repräsentation der insgesamt wirksamen Kanalwiderstände
RDSon Ohmscher Kanalwiderstand im eingeschalteten Zustand eines MOSFETs
RL Lastwiderstand
Rprim Primärseitiger Wicklungswiderstand
Rs Gesamtwiderstand des primärseitigen Serienzweigs
Rsek Sekundärseitiger Wicklungswiderstand
~ Auf die Primärseite bezogener Wicklungswiderstand der Sekundärseite
Rsek
UD Knickspannung einer Einzeldiode, siehe Abb. 2-14
UDges Wirksame Gesamtvorwärtsspannung der Gleichrichterioden
~ Auf die Primärseite bezogene wirksame Gesamtvorwärtsspannung der Gleich-
U Dges
richterioden
Ui Eingangsspannung
Uih Maximalwert der idealisierten Eingangsspannung ui(t)
Uil Minimalwert der idealisierten Eingangsspannung ui(t)
Unorm Normierungsspannung
Uo Ausgangsspannung
~ Auf die Primärseite bezogene Ausgangsspannung
Uo
Z ac eFHA-Ersatzimpedanz

Anhang D
 Norm. Dauer des Resonanzintervalls der eFHA-Querspannung
 Induktivitätsverhältnis des Ersatzschaltbilds aus Abb. 1-6 (b)
 Phasenversatz zwischen eFHA-Quellstrom js und Querspannung m1
Grenz Phasenversatz zwischen eFHA-Quellstrom js und Querspannung für Arbeits-
punkte an der Grenze zwischen DCM und CCM
 Phasenversatz des homogenen Lösungsanteils

248
Symbolverzeichnis

 Norm. fortlaufende Zeit


1 Normierter Endzeitpunkt des Umladeintervalls
 Kapazitätsverhältnis gemäß Gl. (2-24)
1 1. Teilintegral zur Berechnung der Grundschwingung der eFHA-Querspannung
2 2. Teilintegral zur Berechnung der Grundschwingung der eFHA-Querspannung
3 3. Teilintegral zur Berechnung der Grundschwingung der eFHA-Querspannung
4 4. Teilintegral zur Berechnung der Grundschwingung der eFHA-Querspannung
5 5. Teilintegral zur Berechnung der Grundschwingung der eFHA-Querspannung
s Norm. Periodendauer der Schaltfrequenz

g Zusammengefasster Vektor der zeitlich konstanten Eingangssignale

g hn Zusammengefasster Vektor der zeitlich konstanten Eingangssignale im Zustand
hn

g hp Zusammengefasster Vektor der zeitlich konstanten Eingangssignale im Zustand
hp

g hs Zusammengefasster Vektor der zeitlich konstanten Eingangssignale im Zustand
hs

g ln Zusammengefasster Vektor der zeitlich konstanten Eingangssignale im Zustand
ln

g lp Zusammengefasster Vektor der zeitlich konstanten Eingangssignale im Zustand
lp

g ls Zusammengefasster Vektor der zeitlich konstanten Eingangssignale im Zustand
ls
ib(t) Eingangsstrom der Gleichrichterstufe
ib t 
~ Auf die Primärseite bezogener Eingangsstrom der Gleichrichterstufe
ik(t) Sekundärseitiger Spulenstrom
ik t 
~ Auf die Primärseite bezogener sekundärseitiger Spulenstrom
iLh(t) Zeitabhängiger Strom durch Hauptinduktivität Lh
iLs(t) Zeitabhängiger Strom durch Serieninduktivität Ls
jk(t) Norm. Eingangsstrom der Gleichrichterstufe
jk t 
~ Normierter auf die Primärseite bezogener sekundärseitiger Spulenstrom
jLh() Norm. Strom durch Hauptinduktivität Lh
js() Norm. eFHA-Quellstrom

Zusammengefasster Vektor der zeitlich konstanten Durchgriffssignale
l
lhn Zusammengefasster Vektor der zeitlich konstanten Durchgriffssignale im Zu-
stand hn

lhp Zusammengefasster Vektor der zeitlich konstanten Durchgriffssignale im Zu-
stand hp

lhs Zusammengefasster Vektor der zeitlich konstanten Durchgriffssignale im Zu-
stand hs

lln Zusammengefasster Vektor der zeitlich konstanten Durchgriffssignale im Zu-
stand ln

llp Zusammengefasster Vektor der zeitlich konstanten Durchgriffssignale im Zu-
stand lp

249
Symbolverzeichnis


lls Zusammengefasster Vektor der zeitlich konstanten Durchgriffssignale im Zu-
stand ls
~ t 
m Normierte auf die Primärseite bezogene Spannung des sekundärseitigen Kom-
Ck
pensationskondensators
mLh() Norm. Spannung über der Hauptinduktivität Lh
n Effektives Übersetzungsverhältnis des Transformatorersatzschaltbilds aus
Abb. 1-6 (b)
t Fortlaufende Zeit
ua(t) Idealisierte Rechteckspannungsquelle am Ausgang des Resonanzkreises
u~a t  Auf die Primärseite bezogene idealisierte Rechteckspannungsquelle am Ausgang
des Resonanzkreises
ub(t) Zeitabhängige Eingangsspannung der Gleichrichterstufe
uCk(t) Spannung des sekundärseitigen Kompensationskondensators
u~Ck t  Auf die Primärseite bezogene Spannung des sekundärseitigen Kompensations-
kondensators
uCs(t) Serienkondensatorspannung
uDn(t) Vorwärtsspannung der Dioden für negative Polarität der Spannung ub(t)
u~Dn t  Auf die Primärseite bezogene Vorwärtsspannung der Dioden für negative Polari-
tät der Spannung ub(t)
uDp(t) Vorwärtsspannung der Dioden für positive Polarität der Spannung ub(t)
u~Dp t  Auf die Primärseite bezogene Vorwärtsspannung der Dioden für positive Polari-
tät der Spannung ub(t)
ui(t) Idealisierte Rechteckspannungsquelle am Eingang des Resonanzkreises
uo(t) Zeitverlauf der Ausgangsspannung
us(t) Zeitabhängige Eingangsspannung des Schwingkreises

xt  Vektor der Zustandsgrößen
A Amplitude des homogenen Lösungsanteils
B Amplitude des partikulären Lösungsanteils
Ck Sekundärseitiger Serienkondensator
~ Auf die Primärseite bezogener Wert des sekundärseitigen Serienkondensators
Ck
Co Ausgangskondensator
Cs Primärseitiger Serienkondensator
Fk Norm. Schaltfrequenz (bezogen auf die Resonanzfrequenz des Parallelschwing-
kreises)
Fk1,2 Nullstellen der Eingangsimpedanz im Kurzschlussfall
Fk,pol,LLC Norm. Polstelle der LLC-Steuercharakteristik (bezogen auf die Resonanzfre-
quenz des Parallelschwingkreises)
Fs,pol,LLC Norm. Polstelle der LLC-Steuercharakteristik (bezogen auf die Resonanzfre-
quenz des Serienschwingkreises)
Fleit Systemmatrix im Zustand mit leitender Gleichrichterstufe
Fsperr Systemmatrix im Zustand mit sperrender Gleichrichterstufe
H Ausgangsmatrix

250
Symbolverzeichnis

Hleit Ausgangsmatrix im Zustand mit leitender Gleichrichterstufe


Hsperr Ausgangsmatrix im Zustand mit sperrender Gleichrichterstufe
Io Ausgangsstrom
DCM Norm. Amplitude des Grundschwingungsphasors des Resonanzkreiseingangs-
Ĵ s
stroms für DCM-Arbeitspunkte
CCM Norm. Amplitude des Grundschwingungsphasors des Resonanzkreiseingangs-
Ĵ s
stroms für CCM-Arbeitspunkte
Jo Norm. Ausgangsstrom (bezogen auf Parallelschwingkreis)
J o Norm. Ausgangsstrom (bezogen auf Serienschwingkreis)
Ĵ s Norm. Amplitude des Grundschwingungsphasors des Resonanzkreiseingangs-
stroms
Ĵ s Norm. Grundschwingungsphasor des Resonanzkreiseingangsstroms
L11 Primärseitige Selbstinduktivität
Lh Hauptinduktivität des Transformatorersatzschaltbilds aus Abb. 1-6 (b)
Ls Primärseitige Streuinduktivität des Transformatorersatzschaltbilds aus
Abb. 1-6 (b)
M̂ 1 Normierter Grundschwingungsphasor der eFHA-Querspannung
M̂ b Norm. Grundschwingungsphasor der Gleichrichtereingangsspannung
M̂ Cs Norm. Grundschwingungsphasor der Serienkondensatorspannung
M̂ Lh Norm. Grundschwingungsphasor der Spannung über der Hauptinduktivität
Mˆ Lh, LL Norm. Grundschwingungsphasor der Spannung über der Hauptinduktivität im
Leerlauffall
Mo Norm. Ausgangsspannung
Mo,LL Norm. Ausgangsspannung im Leerlauffall
~ Norm. auf die Primärseite bezogene Ausgangsspannung
Mo
Ms Norm. Pegel der wirksamen Inverterwechselspannung
M̂ s Norm. Grundschwingungsphasor der Inverterwechselspannung
CCM
Q ac Norm. eFHA-Ersatzimpedanz für CCM-Arbeitspunkte
DCM
Q ac Norm. eFHA-Ersatzimpedanz für DCM-Arbeitspunkte
~ Auf die Primärseite bezogener norm. FHA-Ersatzwiderstand
Qac
Qk Norm. Impedanz des Parallelschwingkreises
QL Norm. Lastwiderstand
~ Auf die Primärseite bezogener norm. Lastwiderstand
QL
Qs Norm. Impedanz des Serienschwingkreises
RCk Serienwiderstand des sekundärseitigen Serienkondensators
~ Auf die Primärseite bezogener Serienwiderstand des sekundärseitigen Parallel-
RCk
kondensators
RCs Serienwiderstand des primärseitigen Serienkondensators
RD Bahnwiderstand einer Gleichrichterdiode
RDges Wirksamer Gesamtwiderstand der Gleichrichterdioden

251
Symbolverzeichnis

~
RDges Auf die Primärseite bezogener Gesamtwiderstand der Gleichrichterdioden
RDSges Ersatzwiderstand zur Repräsentation der insgesamt wirksamen Kanalwiderstände
RDSon Ohmscher Kanalwiderstand im eingeschalteten Zustand eines MOSFETs
Rk Gesamtwiderstand des sekundärseitigen Serienzweigs
~ Auf die Primärseite bezogener Gesamtwiderstand des sekundärseitigen Serien-
Rk
zweigs
RL Lastwiderstand
Rprim Primärseitiger Wicklungswiderstand
Rs Gesamtwiderstand des primärseitigen Serienzweigs
Rsek Sekundärseitiger Wicklungswiderstand
~ Auf die Primärseite bezogener Wicklungswiderstand der Sekundärseite
Rsek
UD Knickspannung einer Einzeldiode, siehe Abb. 2-14
UDges Wirksame Gesamtvorwärtsspannung der Gleichrichterioden
~ Auf die Primärseite bezogene wirksame Gesamtvorwärtsspannung der Gleich-
U Dges
richterioden
Ui Eingangsspannung
Uih Maximalwert der idealisierten Eingangsspannung ui(t)
Uil Minimalwert der idealisierten Eingangsspannung ui(t)
Uo Ausgangsspannung
~ Auf die Primärseite bezogene Ausgangsspannung
Uo
Z ac eFHA-Ersatzimpedanz

Anhang E
 Substitutionsvariable
 Substitutionsvariable
 Substitutionsvariable
0 Vakuumpermeabilität
s Komplexe Kleinsignalpermeabilität (Seriendarstellung)

 p Realteil der komplexen Kleinsignalpermeabilität (Paralleldarstellung)

 p Imaginärteil der komplexen Kleinsignalpermeabilität (Paralleldarstellung)

 s  Realteil der komplexen Kleinsignalpermeabilität (Seriendarstellung)
 s  Imaginärteil der komplexen Kleinsignalpermeabilität (Seriendarstellung)
 Aufteilungsfaktor zwischen dielektrischen und Ferritverlusten
P Polarwinkel des Zylinderkoordinatensystems bezogen auf Aufpunktskoordinaten
Q Polarwinkel des Zylinderkoordinatensystems bezogen auf Quellkoordinaten
P -Komponente des Ortsvektors zum betrachteten Aufpunkt
Q -Komponente des Ortsvektors zum betrachteten Quellpunkt
Schleife Radius einer äquivalenten Leiterschleife als Ersatzanordnung zur Berechnung
des Außenfeldes eines radial ausgedehnten Strombelags
 Abstand in -Richtung zur Unterschreitung einer gewissen Fehlerschwelle im
252
Symbolverzeichnis

Rahmen der Außenfeldberechnung eines ausgedehnten Strombelags, wenn dieser


durch eine äquivalente Stromschleife ersetzt wird.
z Abstand in z-Richtung zur Unterschreitung einer gewissen Fehlerschwelle im
Rahmen der Außenfeldberechnung eines ausgedehnten Strombelags, wenn dieser
durch eine äquivalente Stromschleife ersetzt wird.
a Leiterschleifenradius
a Mittelwert zwischen Innen- und Außenradius eines radial ausgedehnten Strom-
belags
b Breite eines radial ausgedehnten Strombelags
d Drahtdurchmesser
diso Isolationsdicke
dVQ Volumenelement zur Berechnung des magnetischen Vektorpotentials eines Mas-
sivleiters

d sQ Vektorielles Wegelement zur Berechnung des magnetischen Vektorpotentials
einer Leiterschleife

e Q -gerichteter Einheitsvektor am Ort der Quelle Q

e Q -gerichteter Einheitsvektor am Ort der Quelle Q

e P -gerichteter Einheitsvektor am Ort des Aufpunkts P

ex x-gerichteter Einheitsvektor des kartesischen Koordinatensystems

ey y-gerichteter Einheitsvektor des kartesischen Koordinatensystems

ez z-gerichteter Einheitsvektor des kartesischen Koordinatensystems
f Frequenz
f Erste Resonanzfrequenz der Wicklungsimpedanz
g1 Zusammengefasste Funktion
g2 Zusammengefasste Funktion
h Höhe eines axial ausgedehnten Strombelags
k Modulus der vollständigen elliptischen Integrale erster und zweiter Art
lg Abstand der Ferritkernhälften
ra Außenradius eines axial ausgedehnten Strombelags
ri Innenradius eines axial ausgedehnten Strombelags
rP Betrag des Ortsvektors zum Aufpunkt P

r Abstandsvektor
r Betrag des Abstandsvektors

rP Ortsvektor zum Aufpunkt P

rQ Ortsvektor zum Quellpunkt Q
 Kreisfrequenz
 Erste Resonanzkreisfrequenz der Wicklungsimpedanz
x x-Koordinate des kartesischen Koordinatensystems
y y-Koordinate des kartesischen Koordinatensystems
z z-Koordinate des kartesischen Koordinatensystems
z P z-Komponente des Ortsvektors zum betrachteten Aufpunkt

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Symbolverzeichnis

zQ z-Komponente des Ortsvektors zum betrachteten Quellpunkt


A -Komponente des Vektorpotentials
A -Komponente des Vektorpotentials

A Magnetisches Vektorpotential
Az z-Komponente des Vektorpotentials
B -Komponente der Flussdichte
Bz z-Komponente des Vektorpotentials
Cw Wicklungskapazität des ersten Ersatznetzwerks zur Repräsentation einer Wick-
lungsimpedanz, siehe Abb. E-12 (a)
Cw Wicklungskapazität des zweiten Ersatznetzwerks zur Repräsentation einer Wick-
lungsimpedanz, siehe Abb. E-12 (b)
Cw3 Wicklungskapazität des dritten Ersatznetzwerks zur Repräsentation einer Wick-
lungsimpedanz, siehe Abb. E-12 (c)
Cw Wicklungskapazität des vierten Ersatznetzwerks zur Repräsentation einer Wick-
lungsimpedanz, siehe Abb. E-12 (d)
 Vollständiges elliptisches Integral zweiter Art
H -Komponente der Feldstärke
Hz z-Komponente der Feldstärke
I Gesamtstrom
 Substitutionsvariable

J Stromdichte
 Vollständiges elliptisches Integral erster Art
 Betrag des Strombelags

K Strombelag
Mmag,Belag Magnetisches Gesamtdipolmoment eines radial ausgedehnten Strombelags
Mmag,Schleife Magnetisches Dipolmoment einer Leiterschleife
N1 Windungszahl der Wicklung 1 (Primärwicklung)
N2 Windungszahl der Wicklung 2 (Sekundärwicklung)
P Aufpunkt P
Rmess Gemessener Realteil der Wicklungsimpedanz
Rp Verlauf des Parallelwiderstands des dritten Ersatznetzwerks zur Repräsentation
einer Wicklungsimpedanz, siehe Abb. E-12 (c)
Rp0 Wert des Parallelwiderstands des zweiten Ersatznetzwerks zur Repräsentation
einer Wicklungsimpedanz bei der Resonanzfrequenz, siehe Abb. E-12 (b)
RpD Anteil der dielektrischen Verluste am Parallelwiderstand des vierten Ersatznetz-
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