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*DE102004044410B420070920*

(19)
Bundesrepublik Deutschland
(10) DE 10 2004 044 410 B4 2007.09.20
Deutsches Patent- und Markenamt

(12) Patentschrift

(21) Aktenzeichen: 10 2004 044 410.2 (51) Int Cl.8: E04B 1/80 (2006.01)
(22) Anmeldetag: 14.09.2004 F16L 59/06 (2006.01)
(43) Offenlegungstag: 06.04.2006
(45) Veröffentlichungstag
der Patenterteilung: 20.09.2007

Innerhalb von drei Monaten nach Veröffentlichung der Patenterteilung kann nach § 59 Patentgesetz gegen das Patent Ein-
spruch erhoben werden. Der Einspruch ist schriftlich zu erklären und zu begründen. Innerhalb der Einspruchsfrist ist eine
Einspruchsgebühr in Höhe von 200 Euro zu entrichten(§ 6 Patentkostengesetz in Verbindung mit der Anlage zu § 2 Abs. 2
Patentkostengesetz).

(73) Patentinhaber: (56) Für die Beurteilung der Patentfähigkeit in Betracht


Fraunhofer-Gesellschaft zur Förderung der gezogene Druckschriften:
angewandten Forschung e.V., 80686 München, DE DE 198 33 566 A1
DE 44 43 082 A1
(72) Erfinder: EP 01 28 235 A1
Hauser, Gerd, Prof. Dr.-Ing., 80805 München, DE

(54) Bezeichnung: Wärmedämmtapete


(57) Hauptanspruch: Wärmedämmtapete zur Wärmedäm-
mung von Gebäuden, insbesondere zur nachträglichen
Wärmedämmung durch Aufbringen auf der Innenseite von
Wand- und/oder Deckenflächen, mit einer ersten Schicht
(1) und einer zweiten Schicht (2) und einem zwischen den
Schichten (1, 2) angeordneten isolierenden Material (3, 4),
dadurch gekennzeichnet, dass die Schichten (1, 2) eine
erste luftundurchlässige Schicht (1) und eine zweite luftun-
durchlässige Schicht (2) umfassen, und dass zwischen den
luftundurchlässigen Schichten (1, 2) und von diesen be-
grenzt eine Anzahl von in der Fläche der Wärmedämmta-
pete (10) liegende, mit einem Abstandshaltermaterial (4)
gefüllte und evakuierte Kammern (3) vorgesehen sind, die
voneinander durch außerhalb der Kammern (3) befindliche
Stegflächen (5) beabstandet sind, an denen die Wärme-
dämmtapete (10) ohne Verletzung der die Kammern (3) be-
grenzenden luftundurchlässigen Schichten (1, 2) zerteilbar
ist.

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Beschreibung solator umfasst nur eine Kammer.

[0001] Die Erfindung betrifft eine Wärmedämmtape- [0006] Schließlich ist aus der DE 198 33 566 A1 ein
te zur Wärmedämmung von Gebäuden, insbesonde- ebenfalls mit einem Abstandshaltermaterial gefüllter,
re zur nachträglichen Wärmedämmung durch Auf- evakuierter Wärmedämmkörper bekannt, der durch
bringen auf der Innenseite von Wand- und/oder De- eine Metall- oder Kunststoffolie begrenzt ist. Auch
ckenflächen, mit einer ersten Schicht und einer zwei- dieser Wärmedämmkörper umfasst nur eine Kam-
ten Schicht und einem zwischen den Schichten ange- mer. An einer umlaufenden Verbindungsstelle sind
ordneten isolierenden Material. die beiden Folienlagen durch ein gasdichtes Forme-
lement, das aus einem gering wärmeleitenden, gas-
[0002] Die Transmissionswärmeströme durch Bau- dichten Material besteht, voneinander thermisch ent-
teile, insbesondere durch Wände oder Decken von koppelt.
Bauwerken, werden üblicherweise durch Dämmstof-
fe gemindert, die eine geringe Wärmeleitfähigkeit be- [0007] Die Aufgabe der Erfindung ist es, eine Wär-
sitzen, wobei die Grenzwerte im Bereich von medämmtapete schaffen, welche eine hohe Wärme-
0,02W/(mK) liegen. Bei Vakuum-Dämmpaneelen der dämmfähigkeit aufweist und über einen weiten An-
oben genannten Art kann die Wärmeleitfähigkeit wendungsbereich einsetzbar ist.
noch um eine Zehnerpotenz gesenkt werden. Die
derzeit zur Verfügung stehende Technik strebt groß- [0008] Diese Aufgabe wird durch eine flächiges
formatige Paneele an, um Wärmebrückenwirkungen Wärmedämmtapete mit den Merkmalen des An-
im Randverbund zu mindern. Hierdurch entstehen spruchs 1 gelöst.
starre Elemente, die bei Neubauten problemlos
durch Rastermaße Einsatz finden können, sich im [0009] Vorteilhafte Ausführungsformen, Weiterbil-
Gebäudebestand jedoch nur schwer anpassen las- dungen und Anwendungen der erfindungsgemäßen
sen. Die Kosten derartiger Produkte sind relativ hoch Wärmedämmtapete sind in den Unteransprüchen an-
und die Dauerhaftigkeit des Unterdrucks ist nicht be- gegeben.
legt. Für eine im Falle von Modernisierung oder Sa-
nierung häufig notwendige Innendämmung kommen [0010] Durch die Erfindung wird eine Wärmedämm-
herkömmliche Paneele der genannten Art nicht zum tapete zur Wärmedämmung von Gebäuden, insbe-
Einsatz, sowohl aus den genannten Gründen, wie sondere zur nachträglichen Wärmedämmung durch
auch aus Praktikabilitätsgründen wie dem erforderli- Aufbringen auf der Innenseite von Wand- und/oder
chen Anbringen mit Dübeln oder Nagelsystemen. Deckenflächen, mit einer ersten Schicht und einer
zweiten Schicht und einem zwischen den Schichten
[0003] Bei den üblichen Dämmstoffen entstehen in angeordneten isolierenden Material geschaffen. Er-
den Anschlußbereichen der Innenwände und Ge- findungsgemäß ist es vorgesehen, dass die Schich-
schoßdecken hohe Wärmebrückenwirkungen mit im ten eine erste luftundurchlässige Schicht und eine
Winter tiefen raumseitigen Oberflächentemperatu- zweite luftundurchlässige Schicht umfassen, und
ren, die ein partielles Dämmen dieser Bauteile eben- dass zwischen den luftundurchlässigen Schichten
falls notwendig machen, was jedoch aufgrund der und von diesen begrenzt eine Anzahl von in der Flä-
Schichtdicken konstruktiv kaum realisierbar ist. Die che der Wärmedämmtapete liegende, mit einem Ab-
mit einer Innendämmung einhergehenden Flächen- standshaltermaterial gefüllte und evakuierte Kam-
minderungen führen zu Mietwertminderungen bzw. mern vorgesehen sind, die voneinander durch außer-
zu Gebrauchsminderungen oder aber zu einer Redu- halb der Kammern befindliche Stegflächen beabstan-
zierung der gewählten Schichtdicken und damit aber det sind, an denen die Wärmedämmtapete ohne Ver-
zu einer Verminderung der Effizienz der Wärmedäm- letzung der die Kammern begrenzenden luftundurch-
mung. lässigen Schichten zerteilbar ist.

[0004] Aus der DE 44 43 082 A1 ist eine Wärme- [0011] Ein wesentlicher Vorteil der erfindungsgemä-
dämmung für Behälter, Rohrleitungen und Apparate ßen Wärmedämmtapete ist es, dass durch die klein-
bekannt, bei der durch eine polymere Außenhaut fle- formatige Segmentierung, die sich aus der Untertei-
xible Beutel gebildet sind, die gegebenenfalls durch lung der Fläche in die Anzahl von evakuierten Kam-
Stege voneinander getrennt sind. Die Beutel sind mern ergibt, die Möglichkeit einer Anpassung an
nicht evakuiert, um deren Flexibilität zu gewährleis- Bauteile nahezu beliebiger Abmessungen und Geo-
ten; gegebenenefalls sind sie mit einem wärmeisolie- metrien besteht. Ebenso wie ebene Wand- oder De-
renden Schutzgas gefüllt. ckenflächen können einbindende Bauteile partiell
oder ganz mit gedämmt werden. Auch bei ungünsti-
[0005] Aus der EP 0 128 235 A1 ist ein durch tiefge- gen geometrischen Anordnungen ist die Minderung
zogene Metallplatten begrenzter evakuierter Wär- der Effizienz der Wärmedämmung relativ gering.
meisolator bekannt, der mit einem als Abstandshalter Durch die Möglichkeit einer doppellagigen Anord-
fungierenden Fasermaterial gefüllt ist. Der Wärmei- nung lassen sich im Randverbund entstehende Ver-

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luste gering halten. winkeliges Gitter.

[0012] Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform [0019] Gemäß bevorzugten Ausführungsformen der
der erfindungsgemäßen Wärmedämmtapete ist es erfindungsgemäßen Wärmedämmtapete ist es vor-
vorgesehen, daß die Stegflächen, durch die die eva- gesehen, daß die Seitenlänge der evakuierten Kam-
kuierten Kammern beabstandet sind, durch mindes- mern zwischen 2 und 20 cm, vorzugsweise zwischen
tens eine der luftundurchlässigen Schichten gebildet 5 und 10 cm beträgt.
sind.
[0020] Insbesondere kann es vorgesehen sein, daß
[0013] Hierbei kann es insbesondere vorteilhafter- die luftdichten Kammern im wesentlichen quadra-
weise vorgesehen sein, daß die Stegflächen durch tisch sind, und daß die Stegflächen ein quadratisches
die erste luftundurchlässige Schicht gebildet sind, Gitter mit einem Mittenabstand von 5 mal 5 cm bis 20
und daß die evakuierten Kammern durch luftun- mal 20 cm, vorzugsweise von 10 mal 10 cm bilden.
durchlässige Verbindung der zweiten luftundurchläs- Hierdurch ergibt sich ein Raster vorgegebener, be-
sigen Schicht mit der ersten luftundurchlässigen kannter Größe, durch welches die erfindungsgemä-
Schicht verschlossen sind. ße Wärmedämmtapete in praktikabler Weise an be-
stehende Bauelemente angepasst werden kann.
[0014] Alternativ kann es vorgesehen sein, daß die Dies gilt insbesondere bei einem Raster mit 10 mal
Stegflächen durch die luftundurchlässig miteinander 10 cm.
verbundenen ersten und zweiten luftundurchlässigen
Schichten gebildet sind, wobei die evakuierten Kam- [0021] Die Dicke der evakuierten Kammern kann
mern durch die luftundurchlässige Verbindung der bei vorteilhaften Ausführungsformen der Erfindung
ersten und zweiten luftundurchlässigen Schichten zwischen 1 und 10 mm, vorzugsweise zwischen 2
verschlossen sind. Hier werden in vorteilhafter Weise und 4 mm betragen. Hierbei ergibt sich eine ausrei-
durch die beiden die evakuierten Kammern begrenz- chende bis sehr gute Wärmedämmwirkung bei
enden Schichten gleichzeitig die zwischen den Kam- gleichzeitig geringem Verlust an Raumfläche bzw.
mern befindlichen Stegflächen gebildet. -höhe.

[0015] Gemäß einer anderen bevorzugten Ausfüh- [0022] Gemäß einer vorteilhaften Weiterbildung der
rungsform der Erfindung ist es vorgesehen, daß die erfindungsgemäßen Wärmedämmtapete ist es vor-
Stegflächen, durch die die evakuierten Kammern be- gesehen, daß zumindest eine der luftundurchlässi-
abstandet sind, durch ein mit den evakuierten Kam- gen Schichten mit einer infrarotreflektierenden Be-
mern verbundenes flächiges Trägermaterial gebildet schichtung versehen ist. Die zumindest eine infrarot-
sind. Bei dieser Ausführungsform werden also die reflektierende Schicht ist auf der im angebrachten
zwischen den evakuierten Kammern befindlichen Zustand der Rauminnenseite zugewandten Fläche
Stegflächen durch ein extra vorgesehenes Träger- vorgesehen und trägt zu einer weiteren Verminde-
material gebildet. Der Vorteil hiervon ist es, daß für rung des Wärmedurchgangs der erfindungsgemäßen
die luftundurchlässigen Schichten und für die Träger- Wärmedämmtapete bei.
schicht für den jeweiligen Zweck besonders geeigne-
te Materialien gewählt werden können. Für die luftun- [0023] Vorzugsweise ist die infrarotreflektiernde Be-
durchlässigen Schichten also eines, das besonders schichtung an der Rückseite der die Stegflächen bil-
geeignet ist, den Unterdruck in den evakuierten Kam- denden Schicht vorgesehen ist. Im angebrachten Zu-
mern zu halten, für die Trägerschicht eines, das bei- stand der erfindungsgemäßen Wärmedämmtapete
spielsweise besonderen Anforderungen hinsichtlich ist die infrarotreflektierende Schicht dann der
der Ästhetik der Wärmedämmtapete genügt. Rauminnenseite zugewandt.

[0016] Dabei kann es insbesondere vorgesehen [0024] Gemäß einer anderen vorteilhaften Weiter-
sein, daß das flächige Trägermaterial auf die Kam- bildung der Erfindung kann auf einer Seite des Wär-
mern auf kaschiert ist. medämm-Elements, insbesondere auf der Rückseite
der die Stegflächen bildenden Schicht, eine die Äs-
[0017] Vorzugsweise ist die Rückseite der die Steg- thetik des Wärmedämm-Elements fördernde Oberflä-
flächen bildenden Schicht im wesentlichen eben. Die chenschicht vorgesehen sein. Im angebrachten Zu-
Rückseite der die Stegflächen bildenden Schicht ist stand des erfindungsgemäßen Wärmedämm-Ele-
bei auf eine Wand- oder Deckenfläche aufgebrachter ments ist dann die dem Raum zugewandte Seite be-
Wärmedämmtapete die dem Raum zugewandte Sei- sonders ansehnlich.
te, diese ist dann durch die im wesentlichen ebene
Ausführung besonders ansehnlich. [0025] Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform
des erfindungsgemäßen flächigen Wärmedämm-Ele-
[0018] Vorzugsweise bilden die Stegflächen ein in ments sind in den Stegflächen Bohrungen oder Öff-
der Fläche der Wärmedämmtapete liegendes recht- nungen zum Durchtritt von der Befestigung des flä-

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chigen Wärmedämm-Elements dienenden Befesti- es ein pyrogenes Kieselsäure-Aerogel, welches eie
gungsmitteln, insbesondere von Stiften, Nägeln, Dü- hohe Festigkeit bei gleichzeitig sehr kleiner Wärme-
beln oder Schrauben vorgesehen. Damit ist eine ein- leitfähigkeit aufgrund hoher Porosität aufweist. Es ist
fache und zuverlässige Befestigung des erfindungs- eine Anzahl von evakuierten Kammern 3 in der Flä-
gemäßen Wärmedämm-Elements auf beliebigen Un- che des Wärmedämm-Elements 10 liegend vorgese-
tergründen möglich. hen. Diese sind voneinander durch außerhalb der
Kammern 3 befindliche Stegflächen 5 beabstandet.
[0026] Das erfindungsgemäße flächige Wärme- An den Stegflächen 5 ist die Wärmedämmtapete 10
dämm-Element ist besonders von Vorteil bei der Ver- ohne Verletzung der die Kammern 3 begrenzenden
wendung zur Wärmedämmung von Gebäuden, ins- luftundurchlässigen Schichten 1, 2 zerteilbar.
besondere zur nachträglichen Wärmedämmung
durch Aufbringen auf der Innenseite von Wand- [0036] Die Stegflächen 5 können auf unterschiedli-
und/oder Deckenflächen nach Art eine Tapete. che Weise ausgebildet bzw. hergestellt sein. Drei
Ausführungsbeispiele sind in den Fig. 3a) bis c) dar-
[0027] Das erfindungsgemäße Wärmedämm-Ele- gestellt. Gemäß einer Ausführungsform der Erfin-
ment kann wie eine Tapete geklebt oder mittels ei- dung können die Stegflächen 5, durch die die evaku-
gens dazu vorgesehenen Befestigungsmitteln ent- ierten Kammern 3 beabstandet sind, durch mindes-
sprechend der zuletzt genannten Ausführungsform tens eine der luftundurchlässigen Schichten 1, 2 ge-
befestigt werden bildet sein:
Bei dem in Fig. 3a) gezeigten Ausführungsbeispiel
[0028] Im folgenden werden Ausführungsbeispiele sind die Stegflächen 5 durch die erste luftundurchläs-
der erfindungsgemäßen Wärmedämmtapete anhand sige Schicht 1 gebildet, und die evakuierten Kam-
der Zeichnung erläutert. mern 3 sind durch luftundurchlässige Verbindung der
zweiten luftundurchlässigen Schicht 2 mit der ersten
[0029] Es zeigt: luftundurchlässigen Schicht 1 verschlossen.

[0030] Fig. 1 eine etwas vereinfachte Draufsicht auf [0037] Bei dem in Fig. 3c) gezeigten Ausführungs-
eine Wärmedämmtapete gemäß einem Ausfüh- beispiel sind die Stegflächen 5 durch die beiden
rungsbeispiel der Erfindung; luftundurchlässig miteinander verbundenen ersten
und zweiten luftundurchlässigen Schichten 1, 2 gebil-
[0031] Fig. 2 eine Querschnittsansicht der Wärme- det, wobei die evakuierten Kammern 3 ebenfalls
dämmtapete des in Fig. 1 gezeigten Ausführungsbei- durch die luftundurchlässige Verbindung der ersten
spiels; und zweiten luftundurchlässigen Schichten 1, 2 ver-
schlossen sind. Zusätzlich ist bei diesem Ausfüh-
[0032] Fig. 3 vergrößerte Querschnittsansichten rungsbeispiel auf einer Seite der Wärmedämmtapete
von drei verschiedenen Ausführungsformen 10, nämlich auf der bei der späteren Anbringung dem
(Fig. 3a), b) und c)) der erfindungsgemäßen Wärme- Raum zugewandten Rückseite der die Stegflächen 5
dämmtapete; bildenden Schicht 1, eine die Ästhetik der Wärme-
dämmtapete 10 fördernde Oberflächenschicht 8 vor-
[0033] Fig. 4 eine vergrößerte Draufsicht auf die gesehen.
Wärmedämmtapete gemäß einer Ausführungsform
der Erfindung, bei der Löcher oder Öffnungen zum [0038] Bei dem in Fig. 3b) gezeigten Ausführungs-
Durchtritt von Befestigungsmitteln vorgesehen sind; beispiel dagegen sind die Stegflächen 5, durch die
und die evakuierten Kammern 3 beabstandet sind, durch
ein mit den evakuierten Kammern 3 verbundenes,
[0034] Fig. 5 nochmals vergrößerte Schnittansich- extra vorgesehenes flächiges Trägermaterial 6 gebil-
ten zur Darstellung des Aufbaus der Wärmedämmta- det. Die evakuierten Kammern 3 sind wiederum
pete gemäß zwei Ausführungsbeispielen der Erfin- durch eine luftundurchlässige Verbindung der ersten
dung (Fig. 5a) und b)). und zweiten luftundurchlässigen Schichten 1, 2 ver-
schlossen. Das flächige Trägermaterial 6 ist auf die
[0035] In Fig. 1 und Fig. 2, in der ersteren in der Kammern 3 auf kaschiert.
Draufsicht und in der zweiteren im Querschnitt, ist
eine insgesamt mit dem Bezugszeichen 10 identifi- [0039] Bei allen drei in den Fig. 3a) bis c) gezeigten
zierte Wärmedämmtapete dargestellt. Diese enthält Ausführungsbeispielen ist die später dem Raum zu-
eine erste luftundurchlässige Schicht 1 und eine gewandte Rückseite der die Stegflächen 5 bildenden
zweite luftundurchlässige Schicht 2. Von den luftun- Schicht 1 bzw. 6 im wesentlichen eben.
durchlässigen Schichten 1, 2 sind mit einem Ab-
standshaltermaterial 4 gefüllte, evakuierte Kammern [0040] Fig. 4 zeigt eine vergrößerte Draufsicht auf
3 begrenzt. Das Abstandshaltermaterial 4 hat eine einen Ausschnitt der in den Fig. 3a) bis c) dargestell-
sehr geringe Wärmeleitfähigkeit, beispielsweise ist ten Ausführungsbeispiele.

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[0041] Weiterhin sind in den Stegflächen 5 Bohrun- Bezugszeichenliste
gen oder Öffnungen 9 zum Durchtritt von der Befesti-
gung der Wärmedämmtapete 10 dienenden Befesti- 1 erste Schicht
gungsmitteln, insbesondere von Stiften, Nägeln, Dü- 2 zweite Schicht
beln oder Schrauben 11 vorgesehen. Alternatv kann 3 Kammer
die Wärmedämmtapete 10 durch Kleben nach Art ei- 4 Abstandshaltermaterial
ner herkömmlichen Tapete auf dem Untergrund be- 5 Steg
festigt werden. 6 flächiges Trägermaterial
7 IR-Beschichtung
[0042] Vorzugsweise ist die Wärmedämmtapete 10 8 Oberflächenschicht
so ausgebildet, daß die Stegflächen 5 ein in der Flä- 9 Befestigungsbohrung
che der Wärmedämmtapete 10 liegendes rechtwin- 10 Wärmedämmtapete
keliges Gitter bilden. Bei bevorzugten Ausführungen 11 Befestigungsmittel
beträgt die Seitenlänge der evakuierten Kammern 3
zwischen 2 und 20 cm, vorzugsweise zwischen 5 und Patentansprüche
10 cm. Bei den beschriebenen Ausführungsbeispie-
len sind die luftdichten Kammern 3 im wesentlichen 1. Wärmedämmtapete zur Wärmedämmung von
quadratisch, wobei die Stegflächen 5 ein ebenfalls Gebäuden, insbesondere zur nachträglichen Wärme-
quadratisches Gitter mit einem Mittenabstand von 5 dämmung durch Aufbringen auf der Innenseite von
mal 5 cm bis 20 mal 20 cm, vorzugsweise von 10 mal Wand- und/oder Deckenflächen, mit einer ersten
10 cm bilden. Ein quadratisches Gitter von 10 mal 10 Schicht (1) und einer zweiten Schicht (2) und einem
cm ist für die Anwendung besonders praktisch. zwischen den Schichten (1, 2) angeordneten isolie-
renden Material (3, 4), dadurch gekennzeichnet,
[0043] Die Dicke der evakuierten Kammern 3 be- dass die Schichten (1, 2) eine erste luftundurchlässi-
trägt zwischen 1 und 10 mm, vorzugsweise zwischen ge Schicht (1) und eine zweite luftundurchlässige
2 und 4 mm. Schicht (2) umfassen, und dass zwischen den luftun-
durchlässigen Schichten (1, 2) und von diesen be-
[0044] Fig. 5a) und Fig. 5b) zeigt zwei nochmals grenzt eine Anzahl von in der Fläche der Wärme-
vergrößerte Querschnitte durch Ausführungsbeispie- dämmtapete (10) liegende, mit einem Abstandshal-
le der Erfindung. Wiederum sind eine erste luftun- termaterial (4) gefüllte und evakuierte Kammern (3)
durchlässige Schicht 1 und eine zweite luftundurch- vorgesehen sind, die voneinander durch außerhalb
lässige Schicht 2 vorgesehen. Von den luftundurch- der Kammern (3) befindliche Stegflächen (5) beab-
lässigen Schichten 1, 2 sind mit einem Abstandshal- standet sind, an denen die Wärmedämmtapete (10)
termaterial 4 gefüllte, evakuierte Kammern 3 be- ohne Verletzung der die Kammern (3) begrenzenden
grenzt. luftundurchlässigen Schichten (1, 2) zerteilbar ist.

[0045] Bei dem in Fig. 5a) gezeigten Ausführungs- 2. Wärmedämmtapete nach Anspruch 1, da-
beispiel ist die erste luftundurchlässige Schicht 1 mit durch gekennzeichnet, dass die Stegflächen (5),
einer infrarotreflektierenden Beschichtung 7 verse- durch die die evakuierten Kammern (3) beabstandet
hen. Durch eine solche sogenannte low-e-Schicht sind, durch mindestens eine der luftundurchlässigen
wird die Absorption der aus dem zu dämmenden Schichten (1, 2) gebildet sind.
Raum kommende Infrarot-Strahlung und damit der
Wärmedurchgang durch die Wärmedämmtapete 10 3. Wärmedämmtapete nach Anspruch 2, da-
vermindert. durch gekennzeichnet, dass die Stegflächen (5)
durch die erste luftundurchlässige Schicht (1) gebil-
[0046] Bei dem in Fig. 5b) dargestellten Ausfüh- det sind, und dass die evakuierten Kammern (3)
rungsbeispiel ist auf einer Seite der Wärmedämmta- durch luftundurchlässige Verbindung der zweiten
pete 10, nämlich auf der dem Raum zugewandten luftundurchlässigen Schicht (2) mit der ersten luftun-
Rückseite der ersten Schicht 1, eine die Ästhetik der durchlässigen Schicht (1) verschlossen sind.
Wärmedämmtapete 10 fördernde Oberflächen-
schicht 8 vorgesehen. 4. Wärmedämmtapete nach Anspruch 2, da-
durch gekennzeichnet, dass die Stegflächen (5)
[0047] Die erfindungsgemäße Wärmedämmtapete durch die luftundurchlässig miteinander verbundenen
10 ist mit großem Vorteil zur Wärmedämmung von ersten und zweiten luftundurchlässigen Schichten (1,
Gebäuden, insbesondere zur nachträglichen Wärme- 2) gebildet sind, wobei die evakuierten Kammern (3)
dämmung durch Aufbringen auf der Innenseite von durch die luftundurchlässige Verbindung der ersten
Wand- und/oder Deckenflächen geeignet. und zweiten luftundurchlässigen Schichten (1, 2) ver-
schlossen sind.

5. Wärmedämmtapete nach Anspruch 1, da-

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durch gekennzeichnet, dass die Stegflächen (5), te (10) dienenden Befestigungsmitteln, insbesondere
durch die die evakuierten Kammern (3) beabstandet von Stiften, Nägeln, Dübeln oder Schrauben (11) vor-
sind, durch ein mit den evakuierten Kammern (3) ver- gesehen sind.
bundenes flächiges Trägermaterial (6) gebildet sind.
Es folgen 3 Blatt Zeichnungen
6. Wärmedämmtapete nach Anspruch 3, da-
durch gekennzeichnet, dass das flächige Trägerma-
terial (6) auf die Kammern (3) auf kaschiert ist.

7. Wärmedämmtapete nach einem der Ansprü-


che 2 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Rück-
seite der die Stegflächen (5) bildenden Schicht (1; 6)
im wesentlichen eben ist.

8. Wärmedämmtapete nach einem der Ansprü-


che 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Steg-
flächen (5) ein in der Fläche der Wärmedämmtapete
(10) liegendes rechtwinkeliges Gitter bilden.

9. Wärmedämmtapete nach einem der Ansprü-


che 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Sei-
tenlänge der evakuierten Kammern (3) zwischen 2
und 20 cm, vorzugsweise zwischen 5 und 10 cm be-
trägt.

10. Wärmedämmtapete nach Anspruch 8 und 9,


dadurch gekennzeichnet, dass die luftdichten Kam-
mern (3) im wesentlichen quadratisch sind, und dass
die Stegflächen (5) ein quadratisches Gitter mit ei-
nem Mittenabstand von 5 mal 5 cm bis 20 mal 20 cm,
vorzugsweise von 10 mal 10 cm bilden.

11. Wärmedämmtapete nach einem der Ansprü-


che 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass die Di-
cke der evakuierten Kammern (3) zwischen 1 und 10
mm, vorzugsweise zwischen 2 und 4 mm beträgt.

12. Wärmedämmtapete nach einem der Ansprü-


che 1 bis 11, dadurch gekennzeichnet, dass zumin-
dest eine der luftundurchlässigen Schichten (1, 2) mit
einer infrarotreflektierenden Beschichtung (7) verse-
hen ist

13. Wärmedämmtapete nach Anspruch 12, da-


durch gekennzeichnet, dass die infrarotreflektiernde
Beschichtung (7) an der Rückseite der die Stegflä-
chen (5) bildenden Schicht (1; 6) vorgesehen ist.

14. Wärmedämmtapete nach einem der Ansprü-


che 1 bis 13, dadurch gekennzeichnet, dass auf einer
Seite de Wärmedämmtapete (10), insbesondere auf
der Rückseite der die Stegflächen (5) bildenden
Schicht (1; 6), eine die Ästhetik der Wärmedämmta-
pete (10) fördernde Oberflächenschicht (8) vorgese-
hen ist.

15. Wärmedämmtapete nach einem der Ansprü-


che 1 bis 14, dadurch gekennzeichnet, dass in den
Stegflächen (5) Bohrungen oder Öffnungen (9) zum
Durchtritt von der Befestigung der Wärmedämmtape-

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Anhängende Zeichnungen

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