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Datum: ________________ Gegenwartssprache G3

Minimalismus

1 Minimalismus ist in den letzten Jahren zunehmend in den öffentlichen Fokus gerückt. Die
2 Gründe, weshalb sich Menschen für Minimalismus interessieren sind sehr vielfältig und
3 höchst unterschiedlich. Persönliche, berufliche oder gesellschaftliche Gründe können eine
4 Rolle spielen. Ich habe nachfolgend einige Aspekte hierzu aufgeführt.
5 1. Minimalismus zur Veränderung des persönlichen Kaufverhaltens
6 Manche Menschen kaufen halt gerne ein – warum auch immer. Wer sein Shoppingfieber
7 endlich besser in den Griff bekommen will, hat mit dem Minimalismus eine Möglichkeit, sein
8 Konsumverhalten nachhaltiger zu verändern. Eine Konsumauszeit nehmen, die 30-Tage-Kauf-
9 Warteliste oder auch das befreiende Glücksgefühl beim Entrümpeln sind hier eine
10 Alternative, um einen anderen Zugang zum Konsumieren und Kaufen zu finden.
11 2. Minimalismus zur Steigerung von Klicks und Likes

12 Minimalismus ist derzeit ein angesagtes Thema. Mit diesem Thema lassen sich nicht nur
13 journalistische Beiträge, sondern hin und wieder auch Videos, Podcasts und Posts in den
14 verschiedenen Sozialen Netzwerken zum Thema erstellen, um damit eine höhere Klickzahl
15 und somit mehr Aufmerksamkeit zu erreichen.
16 3. Minimalismus als Grundlage fürs Nomadentum

17 Manche Menschen reisen gerne und viel, manchmal nur einige Wochen, manchmal auch
18 jahrelang. Zum Teil wird dann sogar unterwegs, ortsunabhängig gearbeitet. Es ist klar, dass
19 man da nicht jeweils seinen ganzen Hausstand mitnehmen kann. Also bleiben nur die absolut
20 nötigsten Dinge im Besitz, ohne die es nicht geht. Statt dessen greift man auf die bestehenden
21 Ressourcen vor Ort zurück, wie z.B. Übernachtungs- und Essensmöglichkeiten, etc.
22 4. Minimalismus für einen nachhaltigeren Lebensstil
23 Weniger Dinge zu besitzen, weniger neue Dinge zu kaufen, ist auch eine Möglichkeit, um so
24 weniger wertvolle Ressourcen zu verbrauchen und die Umwelt zu schonen. Mehr
25 Secondhand-Käufe, die Reduzierung von Müll, Dinge länger nutzen, der Verzicht auf den
26 Privat-PKW sind einige der Möglichkeiten, durch weniger Dinge zu einem
27 umweltschonenderen Verhalten zu finden.
28 5. Minimalismus zur Reizreduzierung
29 Gerade Menschen, die hochsensibel oder einfach auch durch unsere oft sehr hektische
30 Gesellschaft reizüberflutet sind, können sich mit Minimalismus freie und optisch ruhige
31 Räume schaffen, in denen die Sinne wieder zur Ruhe kommen können.
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Minimalismus

32 6. Minimalismus um die Arbeit im Haushalt zu reduzieren


33 Weniger Kram bedeutet, auch weniger Arbeit damit zu haben. Wo keine Stehrümchen sind,
34 müssen auch keine Stehrümchen abgestaubt werden. Mit einem minimalistischen
35 Kleiderschrank reduziert sich die Bügelwäsche von ganz alleine, beim Staubsaugen muss
36 weniger Krempel zur Seite geräumt werden.
37 7. Minimalismus als Downshifting
38 Im beruflichen Kontext hilft Minimalismus, dass man wirklich für die Anschaffung der Dinge
39 arbeiten geht, die man auch wirklich benötigt. Das erspart viel Geld. Für dieses Geld muss
40 man im Idealfall dann auch nicht mehr arbeiten und kann ggf. auch seine Arbeitszeit
41 reduzieren.
42 8. Minimalismus wegen Frugalismus
43 Frugalisten sind Menschen mit in der Regel gutem bis sehr gutem Einkommen, die einen
44 möglichst hohen Anteil der Einkünfte sparen und gewinnbringend anlegen. Ziel ist die
45 möglichst frühe finanzielle Unabhängigkeit. Minimalismus dient daher einem möglichst
46 sparsamen Lebenssstil, um diese finanzielle Freizeit möglichst früh zu erreichen.
47 9. Minimalismus, um weniger, aber hochwertigere Dinge kaufen zu können
48 Wer weniger Geld für unnötigen Kram ausgibt, hat mehr finanzielle Reserven, um insgesamt
49 zwar weniger, dafür aber hochwertigere und langlebigere Dinge kaufen zu können.
50 Unterschiede ergeben sich hier natürlich auch durch die Höhe des Einkommens. Trotzdem gilt
51 das Prinzip ganz grundsätzlich: Gebe ich 2 x 1€ für zwei Teile von schlechterer Qualität oder
52 reicht ggf. auch 1 Teil in höherer Qualität für 2€?
53 10. Minimalismus wegen beruflichem Umstieg
54 Manche Menschen möchten sich beruflich verändern, sehen keinen Sinn mehr in der
55 aktuellen Tätigkeit oder sind nicht mehr bereit, bei dem vielleicht gnadenlosen Wettbewerb
56 mitzumachen. Minimalismus bietet eine stabilere Grundlage für einen Umstieg, indem
57 weniger finanzielle Engpässe bestehen und sich so mehr Alternativen eröffnen.
58 11. Minimalismus als Begriff für das Ausmisten
59 Manche Menschen nutzen den Begriff Minimalismus, wenn sie das tun, was man früher
60 „ausmisten“ oder „entrümpeln“ nannte. Es geht hierbei vorrangig darum, ein wenig alten und
61 überflüssigen Krempel loszuwerden. Dies kann in der Folge zu einem minimalistischen
62 Lebensstil führen oder auch nicht. Manchmal geht es auch einfach nur darum, altes Zeug
63 loszuwerden und mehr Platz zu schaffen.
64 12. Minimalismus als „Konsum-Schluckauf“

65 Konsum-Schluckauf – diesen Begriff hörte ich erstmals von Daniel Siewert . Gemeint ist,
66 wenn Menschen Dinge reduzieren, um letztlich nur Platz für neue Dinge zu schaffen.
67 13. Minimalismus aufgrund privater und persönlicher Veränderung
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Minimalismus

68 Manchmal ist es eine Partnerschaft, die zu Ende gegangen ist, manchmal sind die Kinder
69 erwachsen und aus dem Haus. Mitunter gibt es gesundheitliche Einschränkungen, die einen
70 anderen Lebensstil erfordern. Private und persönliche Auslöser können ganz vielfältig sein
71 und dazu führen, den bisherigen Lebens- und Konsumsstil in Frage zu stellen. Minimalismus
72 ist hier die Chance, sein Leben neu und an den wirklich wesentlichen Dingen auszurichten.
73 14. Minimalismus als Stressabbau

74 In unserer Leistungs- und Konsumgesellschaft kann Minimalismus hilfreich sein, um sich nicht
75 im Alltag zu verzetteln oder dauerhaft zu überlasten. Die Konzentration auf weniger und
76 wesentliche Dinge hilft so auch, Stress abzubauen und den persönlichen Alltag wieder
77 überschaubar werden zu lassen.
78 15. Minimalismus als Wettbewerb

79 Natürlich gibt es auch Menschen, die aus Minimalismus einen Wettbewerb machen.
80 Minimalismus wird beispielsweise dann zum Wettbewerb, wenn man sich statt mit besonders
81 vielen, nun plötzlich mit möglichst wenig Dingen gegenüber anderen Menschen hervorheben
82 möchte. „Ich habe weniger Dinge als du, als bin ich besser…“ Natürlich kann man einen
83 solchen Wettbewerb aber auch spielerisch und konstruktiv nutzen, beispielsweise, um
84 endlich mit dem Entrümpeln voran zu kommen. Man sucht sich jemand Gleichgesinnten,
85 vereinbart Spielregeln für diesen Minimalismus-Wettbewerb und schafft es so gemeinsam
86 und angestachelt durch den Wettbewerb, endlich, den überflüssigen Kram loszulassen.
87 Zusammenfassend wird deutlich, dass es wirklich viele Gründe gibt, Minimalismus in das
88 eigene Leben zu integrieren. Auch bei mir selbst entdecke ich da viele und ganz vielschichtige
89 Gründe, wie der Auslöser, beruflichen Stress abzubauen, aber auch Reizüberflutung zu
90 vermeiden, weniger Arbeit im Haushalt zu haben oder schrittweise mehr Nachhaltigkeit in
91 den Alltag einzubauen.

Quelle: https://achtsamer-minimalismus.de/2019/09/25/warum-minimalismus-15-gruende/

Aufgaben

1. Lesen Sie Ihre Gründe durch und stellen Sie sie den anderen TeilnehmerInnen in Ihrer
Gruppe vor!
2. Welche Gründe finden Sie am wichtigsten als Motivation zum Minimalismus? Warum?
3. Welche Gründe finden Sie weniger oder gar nicht wichtig als Motivation? Warum?
4. Gibt es Ihrer Meinung nach auch Gründe, die gegen Minimalismus sprechen? Welche?
5. Besprechen Sie – würden Sie minimalistisch leben wollen/können? Warum ja oder
warum nicht?

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