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Psychologie

Gesundheit

Laut der Weltgesundheitsorganisation ist Gesundheit ein Zustand des vollständigen körperlichen,
geistigen und sozialen Wohlbefindens. Sie ist auch ein menschliches Grundrecht.

Krankheit

Eine Krankheit bzw. Erkrankung ist eine Störung der normalen, physischen oder psychischen Funktionen.

Pathogenese

Pathogenese ist die Lehre über die Entstehung und Entwicklung von Krankheiten.

Salutogenese

Salutogenese ist die Wissenschaft von der Entstehung und Erhaltung von Gesundheit.

Ein Mensch mit einem guten Kohärenzgefühl hat folgende 3 Fähigkeiten:

- Gefühl der Verstehbarkeit


- Gefühl der Handhabbarkeit
- Gefühl der Sinnhaftigkeit

Die Aufgabe der Pflege besteht darin im Besonderen darin, alle gesundheitsfördernden Kräfte und
Ressourcen des Betroffenen gemeinsam mit ihm zu entdecken und zu aktivieren.

Gesundheitsförderung

Gesundheitsförderung zielt auf einen Prozess, allen Menschen ein höheres Maß an Selbstbestimmung
über ihre Gesundheit zu ermöglichen und sie dadurch zur stärkung ihrer Gesundheit zu befähigen.

Gesundheitsverhalten

Es umschreibt alle menschlichen Verhaltensweisen, die der persönlichen Gesundheit dienen oder
schaden können.
Krankheitsbewältigung

Der Begriff Krankheitsbewältigung umfasst die Bemühungen erkrankter Menschen, die subjektiv
erlebten inneren und äußeren Belastungen, welche im Rahmen der Erkrankung auftreten und mit ihr
assoziiert werden, zu meistern.

Phasen der Krankheitsbewältigung:

1. Schock / Verleugnung
2. Aggression
3. Depression
4. Verhandeln
5. Akzeptanz

Bewältigungsstile:

- Verleugnender Bewältigungsstil
- Sinnsuchender Bewältigungsstil
- Aktiver , zupackender Bewältigungsstil
- Suche nach sozialer Einbindung, sozialer Unterstützung

Coping

(vom Englischen to cope with) bedeutet bewältigen, überwinden und bezeichnet die Art des Umgangs
mit einem Lebensereignis oder einer Lebensphase.

Copingstrategien / Bewältigungsstrategien:

Defensive Strategien (Gedanken weit von der Arbeit z.B. Urlaub, Hausbau usw.)

Offensive Strategien (Angriff, Aggression, laute Stimme, gereizt, schimpft, nervös usw.)

Passives Coping (Resignation, alles über sich ergehen lassen)

Aktives Coping : Lösungen suchen

Motiv

Ein Motiv ist ein antreibender Grund für ein Handeln oder Verhalten. Die daraus resultierende
Handlungsbereitschaft bezeichnet man als Motivation. Menschen können aus einem inneren Antrieb
handeln (intrinsische Motivation) oder von außen motiviert werden (extrinsische Motivation).
Man spricht von Leistungsmotivation, wenn jemand seine Situation durch ein bestimmtes Verhalten
verbessern möchte.

Bedürfnis

Ein Bedürfnis beschreibt das Verlangen, einen Mangelzustand zu beseitigen bzw. Einen besseren
Zustand zu erreichen. Zu den Bedürfnissen gehören körperliche Bedürfnisse wie Hunger und Durst,
Bedürfnisse nach Sicherheit, Liebe und Zugehörigkeit, Wertschätzung und Selbstverwirklichung.

Für die Pflegeplanung ist es wichtig, herauszufinden, welche Bedürfnisse für den Patienten in seiner
Situation am wichtigsten sind.

Emotionen beinhalten verschiedene Prozesse:

-Wahrnehmen und Bewerten einer Situation, beeinflusst durch Erfahrungen

-Subjektives Empfinden von Gefühlen z.B. Freude, Zuneigung, Gleichgültigkeit, Ärger, Angst,
Niedergeschlagenheit, Scham , Trauer usw.

-physiologische Reaktionen z.B. Herzrasen bei Angst

Emotionen sind wichtig, um Entscheidungen zu treffen, sich vor Gefahren zu schützen . Sie spielen eine
erhebliche Rolle auch beim Umgang mit Menschen.

Rollenkonflikte

Der Begriff Rolle bezeichnet die expliziten (ausdrücklichen) und impliziten (nicht ausdrücklich gesagten)
Erwartungen, die an die Mitglieder einer bestimmten Gruppe gestellt werden. Alle Menschen erfüllen in
ihrem Alltag mehrere unterschiedliche Rollen,die mit bestimmten Erwartungen verbunden sind. Diese
unterschiedlichen Erwartungen können miteinander konkurrieren oder gar widersprüchlich sein. Daraus
entstehen Rollenkonflikte.

Man unterscheidet : Interrollenkonflikte und Intrarollenkonflikte

Unter einem Interrollenkonflikt versteht man einen Konflikt zwischen unterschiedlichen Rollen, die eine
Person ausfüllt.

Beispiel: Kevin in seiner Rolle als Schüler müsste Vokabeln lernen, in seiner Rolle als Sohn hat er dem
Vater versprochen, das Auto zu waschen, in seiner Rolle als Freund soll er am Geburtstagsfeier seines
freundes teilnehmen usw.
Mit einem Intrarollenkonflikt meint man einen Konflikt innerhalb einer Rolle.

Der Englischlehrer erwartet von ihm, dass er Vokabeln lernt

Beispiel:

Kevin in seiner Rolle als Schüler : Der Mathelehrer erwartet von ihm, dass er einem

Klassenkameraden erklärt, was sie gelernt haben.

Er selber erwartet von sich, befriedigende Leistungen zu bringen.

Stress

Als Stress bezeichnet man eine körperliche und psychische Reaktion eines Menschen auf eine für nicht
bewältigbar wahrgenommene Situation.

Zu einer anhaltenden aktiven Stressbewältigung gehören:

- Die Analyse der persönlichen Stressbelastungen


- Das Kennenlernen und Ausprobieren verschiedener Stressbewältigungsmethoden
- Die Entwicklung eines persönlichen Antistressprogramms
- Die kontinuierliche Selbskontrolle der persönlichen Zufriedenheit bzw.des Stressniveaus
- Ressourcen stärken
- Einstellung ändern

Aggressives Verhalten

Dazu gehören alle Formen der Aggression, die Menschen verletzen: verbal, nonverbal und körperlich.

Autoaggression richtet sich gegen die eigene Person.

Verhalten gegenüber aggressiven Patienten:

-nicht von der aggressiven Stimmung anstecken lassen

-versuchen, ruhig und sachlich zu bleiben

Aggressionen frühzeitig erkennen: genau beobachten: verkniffene Mimik, Streitsituationen mit


Mitpatienten, körperliche Anspannung, gereizte Antworten, getriebenes Umherlaufen

Bei Frühwarnzeichen Möglichkeiten anbieten, sich abzulenken oder abzureagieren.


Helfersyndrom

Als Helfersyndrom bezeichnet man ein Persönlichkeitsmerkmal, das häufig in sozialen Berufen (z.B. bei
Lehrern, Ärzten, KrankenpflegerInnen, Psychologen, Sozialarbeitern oder Seelsorgern) anzutreffen ist.
Ein vom Helfersyndrom Betroffener fällt durch gesteigerte Hilfs- und Aufopferungsbereitschaft auf. Er
stellt die Bedürfnisse des Patienten scheinbar über seine eigenen. Das "Gefühl des Gebrauchtwerdens"
dient aber in erster Linie dazu, eigene psychische oder soziale Probleme zu verstecken. Die Betroffenen
ignorieren dabei oft die Frage, ob ihre Hilfe überhaupt erwünscht und sinnvoll ist.

Die 5 Sterbephasen nach Kübler-Ross

1. Nicht-Wahrhaben-Wollen
2. Zorn
3. Verhandeln
4. Depressionen
5. Zustimmung

Diese Phasen sind kein linearer Prozess und müssen nicht zwangsläufig nacheinander ablaufen. Es kann
sein, dass der Betroffene eine Phase überspringt, eine Phase nicht durchlebt oder in eine Phase
zurückfällt.

Kommunikation

Verbale Kommunikation

Sie ist der Informationsaustausch über Laut- und Schriftsprache

Nonverbale Kommunikation

Sie ist die Sprache des Körpers. Nonverbale Ausdrucksformen sind nicht eindeutig und müssen
interpretiert werden. Zu den nonverbalen Ausdrucksformen gehören: Mimik, Blickkontakt, Gestik,
Körperhaltung,, äusseres Erscheinungsbild, räumlicher Abstand zueinander und Körperkontakt. Stimmen
verbale und nonverbale Botschaften nicht überein, kann es zu Kommunikationsstörungen kommen.

Aktives Zuhören

Zeigt sich durch:

-zugewandte und offene körperhaltung

-wertschätzende und nicht wertende Art


-Zurücknehmen der eigenen Meinungen, Ratschläge und Urteile

-Übernahme der Patientenperspektive

-Zuhören mit allen vier Ohren

-Rückmeldung der wahrgenommenen Gefühle, Bedürfnisse oder Absichten

Techniken der Gesprächsführung:

- Offene fragen
- Aufmerksamkeit und Verständnis signalisieren
- Paraphrasieren und Verbalisieren
- Auf inlongruentes Verhalten aufmerksam machen
- Zusammenfassen, Unkläres klären
- Schweigen aushalten und nutzen
- Nachfragen

Empathie

Empathie ist die Fähigkeit, sich in andere Menschen hineinzuversetzen. Emotionale Empathie bezeichnet
die angeborene Fähigkeit des Menschen, emotional mit Schmerzen oder Leiden anderer Menschen
mitzuschwingen.

Akzeptierende Empathie

Dabei geht es darum, die andere zu verstehen und sie zu spiegeln, um ihr damit eine Rückmeldung
(Feedback) zu geben.

Aktivierende Empathie

Dabei geht es darum, der anderen bei der Lösung ihrer Probleme zu helfen

Mitgefühl (Compassion) ist ein positives Gefühl der Sorge und geht mit dem Wunsch zu helfen einher.

Helfendes Gespräch

Dazu gehören : aktives Zuhören, akzeptierende Empathie, aktivierende Empathie

Gesprächsführung und räumliche Situation: ruhig, ohne Ablenkung, alleine, neutral vertraute Umwelt,
wohl fühlen (Sitzgelegenheit, Getränke, Zimmertemperatur, Lichtverhältnisse, Zimmergröße,
Sitzordnung)
Alter

Altern ist ein physiologischer Prozess mit psychischen und physischen Veränderungen, der mit dem Tod
endet.

Alterbilder : “die neuen Alten”, “ die alten Alten”

Formen des Alters:

Kalendarisches Alter: vom Geburtsdatum bestimmt

Biologisches Alter: bezieht sich auf gesundheitlichen Zustand eines Menschens

Psychisches Alter: wie alt fühlt man sich (man ist 30 und fühlt sich wie 5)

Soziales Alter: orientiert sich an der Zugehörigkeit zu einer bestimmten Gruppe. (Familie, Umgebung
spielen eine große Rolle. Mit Kindern behandeln sich wie ein Kind, mit Erwachsenen wie ein
Erwachsener)

Gerontologie: erforscht die körperlichen, psychischen, sozialen, historischen und kulturellen Aspekte
des Alters und des Alterns

Geriartrie: befasst sich mit den verschiedenen Aspekten bei der Versorgung von Krankheiten alter
Menschen

Geragogik : untersucht Lernprozesse bei alten Menschen und bereitet Menschen auf das Älterwerden
und mit den Veränderungen im Alter vor.

Kultur

Kultur kann als die Gesamtheit der einzigartigen geistigen, materiellen, intellektuellen und emotionalen
Aspekte angesehen werden, die eine Gesellschaft oder eine soziale Gruppe kennzeichnen.

Kultur setzt sich zusammen aus: Wissen, Erfahrung, Ansichten, Geschichte, Religion, Philosophie. Kultur
schaft die Identität eines jeden. Kulturelle Identität bedeutet auch, dass sich der Einzelne einer sozialen
Gruppe oder einem Kollektiv zugehörig fühlt. Wenn wir einen “Fremden” begegnen, werden wir ihn
immmer durch unsere kulturelle Brille betrachten und bewerten. Sprache ist das erste Mittel der
kommunikation. Gerade Mimik und Gestik haben in verschiedenen Kulturen eine andere Bedeutung,
was zu Missverständnissen führen kann. Grundprinzipien kulturspezifischer Kommunikation sind:
Vertrauen, Anerkennen (Akzeptanz), Einfühlen, Respekt und klare Sprache.

Burnout

Burnout beschreibt sowohl ein Syndrom als auch einen Prozess. Es ist eine anhaltende Stressreaktion
auf chronische Arbeits- und/ oder interpersonale Stressbelastung mit drei Symptomdimensionen:

- Emotionale und körperliche Erschöpfung: Ich kann nicht mehr.


- Depersonalisation (Entfremdung) und Zynismus gegenüber der Arbeit : Wozu mache ich das
alles?
- Reduzierte Leistungsfähigkeit, Ineffektivität bei der Arbeit : Schaffe ich das alles noch?

Ekel

Eke list ein zutiefst menschliches Gefühl, welches uns vor, für uns möglicherweise gefächrlichen
Substanzen schützt. Dieses Gefühl ist eng mit dem Geruchs- und Geschmackssinn verbunden.

Handlungsmöglichkeiten:

Gute Pflege, Schutz (Hilfsmittel wie Handschuhe oder Desinfektionsmittel, lüften), Perspektivwechsel,
Erholung.

Scham

Ein unangenehmes Gefühl, wenn man sich vor anderen Menschen in einer peinlichen Situation befindet.

Anzeichen von Schamgefühle:

Errötten, Erbleichen, Stottern, Schwitzen, Zittern, velegenes Lächeln, zögernde Bewegungen, Tränen,
Wut oder Angst.

Soziale Gruppe

Eine Gruppe zeichnet sich durch gemeinsame Normen und eine Aufgabenverteilung aus.
Eine soziale Gruppe besteht aus mindestens 2 Personen, die zur Erreichung gemeinsamer Ziele,
Interessen und Handlungserlebnisse über einen längeren Zeitraum miteinander kommunizieren und
interagieren und ein Gefühl der Zusammengehörigkeit entwickeln.

Arbeitsgruppen, in denen Leitungspositionen und offizielle Zuständigkeiten klar festgelegt sind, sind
typische formelle Gruppen.

Informelle Gruppen werden in Bezug auf Ziele, Normen und Rollenverteilungen nicht geplant, nodern
entwickeln sich spontan.

Team

Ein Team ist eine soziale Gruppe mit einem starken “Wir”-Gefühl, das sich seine Leistungen gemeinsam
verantwortlich fühlt und in dem die Mitglieder in hohem Maß miteinander in Beziehung treten.

Kritik

Kritik ist die Kunst der Beurteilung. Ein Gegenstand oder eine Handlung wird anhand von bestimmten
Maßstäben beurteilt.

Kritikfähigkeit beinhaltet 2 Aufgaben: Kritik annehmen und konstruktiv Kritik üben. Ziel der Kritik ist es:
fachlich zu werden, Fehler zu minimieren, die Qualität der Tätigkeit zu steigern, eine gemeinsame
Arbeitsebene zu erreichen.

Konflikt

Von einem Konflikt spricht man, wenn ebtgegengesetzte Interessen, Zielsetzungen oder
Wertvorstellungen von Personen oder Gruppen aufeinanderprallen.

Krise

Der Begriff Krise beschreibt einen Wendepunkt in einer gefährlichen Situation.


Tipps, um eine Krise zu bewältigen: seinen Teil der Verantwortung tragen, eine klare Entscheidung
treffen, sich für Hilfe von außen öffnen, Konfliktpartner ansprechen und ihm eine Hand reichen,
selbstkritisch und menschlich reflektieren, miteinander nach vorne schauen.

Sozialisation

Sie ist ein lebenslanger Lernprozess des Menschen. Sie hat als Ziel, den Menschen in die Gesellschaft
einzugliedern und an deren kulturelle Normen, Werte und soziale Rollen anzupassen.

Der Sozialisationsprozess wird eingeteilt in:

Primäre Sozialisation : Erziehung und Interaktion in der Kernfamilie

Sekundäre Sozialisation: Erziehung und Interaktion mit dem weiteren Umfeld (Kindergarten, Schule,
Vereine, Freunde us.)

Tertiäre Sotialisation : Einflussnahme durch und auf den Beruf.

Im Zentrum des Sozialisationsprozesses steht die Entwicklung der menschlichen Persönlichkeit sowie der
sozialen Beziehungen einer Person. Zur Persönlichkeit gehört einerseits die Individualität, andererseits
die Intersubjektivität.

Als “erfolgreiche Sozialisation” sehen wir ein hohes Maß an Symmetrie von objektiver und subjektiver
Wirklichkeit (und natürlich Identität) an.

Als “erfolglose Sozialisation” versteht man die Asymmetrie zwischen objektiver und subjektiver
Wirklichkeit.

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